Univ.-Sibl. Giessen OECONOMIA FORENSIS | pack Tubrarils Mi!< derjenigen | Landwirhſchaftlichen Wahrheiten,| „ſowohl hohen als Lieb Gerichts- Perſonen| zu wiſſen nothig,/' “m m" xD | M0: ſ 778, nm M ſj(4 90 0 N PG iM h 601 - Iny 171 NN 10034)| "Siebenter Band. Miet Königl. Preußiſchen und Churfürſtl, Sächſiſchen allergnädigſten Freyheiten. Berlin 1783, " bey Joamim Pauli, SÄEn Ern TDK! et. 2) In Vorrede. 2) In der zwepten Abtheilung hat man dev Anbau, Pflege und Nußen der verſchiedenen Holzarten näher zu zeigen, und dazu die nöchi- ge Maßregeln an die Hand zu geben geſuchet. 3) In der dritten Abtheilung iſt der Verfaſſer, die beſtmöglichſte Benutzung der Wälder überhaupt, nach der Berſchiedenheit der darin befindliHen Holzarten, zu zeigen bemühet geweſen. 4) Die vierte Abrheilung enthält die verſchiedene Mittel zur Er» haltung der Wälder, worunter die Schonungen als die hauptſaächlichſten anzuſchen: ſind. 5) In der fünften Abtheilunt iſt endlich von den Hinderniſſen, die der Erhaltung und Verbeſſerung der Forſien entgegen ſtehen, nebſt den dagegen anzuwendenden bequemſten und möglichſtren Mitteln, ge handelt worden. Weiter, als bis hieher; hat ten Bandes nicht langen wollen, NF Es ſind inzwiſchen nod) viele wichtige i in dieſe Wiſſenſchaft einſchla- gende Materien übrig, deren gründliche Kenntniß hauptſächlich den EWRaum des gegenwärtigen ſieben- Richtern und allen in Rechtsſachen arbeitenden Juſtizbedienten unum-" gänglich nöthig werden. Dieſe können in dem gegenwärtigen Werke um ſo weniger über- - gangen werden, als deſjen Hauptabſicht dahin gerichtet iſt, daß das rich- terliche Amt von den in alle dkonomiſche Theile einſchlagenden Wahrhei- ten, vuf eine überzeugende Art uuterrichtet werden ſoll. In einem achten Band e, der unmittelbar auf dieſen gegen“ wärtigen ſiebenten, nebſt einem vollſtändigen Regiſter, erfolgen ſoll, wird daher 6) auch in der ſechsten Abtheilung eine.nähere Beſtimmung aller wegen der Wälder und Forſten vorfallen könnenden zweife 04189 Fälle mit getheilet, quch 7) in der ſiebenten Abtheilunet eine Anleitung zu der beſten und richtigſten Abſchäßzung der Wälder gegeben werden. NS Den EE E13 wee dm Autre HEN„Mg mmm mmm nu ZEA „- wit A Ho 0 T=52 Voryede Den Beſchluß dieſer ganzen Materie gedenket endlich der Verfaſſer 'sz) in einer achten Abtheilung mit Bemerfung der verſchiedenen VPorſichten, ſo ein Eigenthümer bey dem Holzverkauf, beſonders-au Auswärtige, zu beobachten hat, zu machen. Anjetzt werden nur bloß die Abſichten die der Verfaſſer in Anſe- hung der fünf erſten in dem gegenwärtigen Bande enthaltenen Abtrhei- lungen zum Augenmer?k gehabt hat, näher zu entwicdeln ſeyn. So viel die erſre Abtheilung anbetrifft, habe ich jederzeit wahrge- nommen» daß eine jede Schrift, die nicht in einigen wenigen Stunden in ihrem ganzen Zuſammenhange durchgeleſen werden kann, mehr durch- geblättert als wirkiich geleſen wird, und öfters wollen auch der Mangel än Zeit und andere nöthige Geſchäfte, dem Leſer ſolches nicht anders verftatten.; Bey dieſem flüchtigen Dur tern der wichtigſten Werke, werden ſchr oft nur Kleinigkeiten vemerkößſdie wichtigſten Dinge aber übergangen. Um dieſes auch bey der gegenwärtigen Schrift zu vermeiden, hat der - Perfaſier in der erjien Abtheilung drey Hauptſätze und Grundwahrhei-- ten, welche von der Erhaltung, Verbeſſerung und richtigen Benußung der Forſten zu wiſſen nvrhig ſind, kurz zuſammen gefaſſet, und in eben derje- nigen Ordnung nach welcher dieſe ganze Schrift entworfen worden 1ſi- vorgetragen. Sokte nun auch der geneigte Leſer nur bloß dieſe erſte Abtheilung zu leſen belieben wollen, ſo wird er doh daraus den ganzen Hauptinhalt- derſelben überſehen, und ſic) davon einen vollſtändigen Begriff mq- enthaltenen Materien, Eilftes Hauptſtü>. "Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl den Oekonomen, “ gls auch den Richtern und Rechtsconſuienten, wegen der beſimdg- A lichjten Erhaltung und Benußung der Waldungen, zu wiſſen novchig ſind.; GE I, 5: Eliteting in dieſes Hauptſtück: von der Nothwendigkeit und Nüßlichkeit des Holzes in einem jeden Lande. S. x. ;' Daß die. Vorſorge für die Erhaikung des Holzes und der Waldungen in un- ſern Tagen weit wsthwendiger geworden iſt, als ſie ehedem war. S. 3. Warum die Abhandlung dieſer Materie dem Endzweck, den der Verfaſſer des gegenwärtigen Werks gehabt har,“ voßkommen gemöß ſey, und zu deſſen Woll- ſtändigkeit ſehr viel beytrage- S. 3. Daß dieſe Materie, wenn der Vortrag davon Deutlich werden ſoll, eine ge- wiſſe Ordnung erfordere. S. 4- - Von den verſchiedenen Abtheilungen dieſes Hauptſtücks. S. 4. Erſte Abtheilung.-; Gori verſchiedene allgemeine Säße und Grundwahrheiten, welche zur nähern Er- läuterung alles desjenigen,: was von der Erhaltung, Verbeſſerung und richtigen Benutzung der Forſten und Waldungen bemerkt werden ſoll, zu wiſſen nöthig iſt, vorgetragen werden, FS. 6, Einleitung in dieſe Abtheilung, wobey eine allgemeine Definition von einer Forſt oder Waldung Jt der"Gegenſtand der gegenwärtigen Abhandiun iſt, mitgetheilt wird. S+- 67541 3 3 zandiung 6|€. 7. u a XT, 32. 13. 14, TE 16, 17. r8, I I. 2,0% Summariſcher Inhalt. Die Bedeutung der Ausdrücke: Forſten, Waldungen und Heiden wird näher beſtimmt. S. 6. Nähere Erklärung von dem Gebrauch des Wortes Forſt. S. 8. Nähere Beſtimmung desjenigen, was in dieſer Abtheilung abgehandelt werden ſoll, und daß zwar, in Anſehung der Erhaltung und Anpflanzung der Wälder mit allen. Baumarten. einerley Grundſätze Statt finden, wegen ihrer Be- nußung aber ganz andere Maßregeln genommen werden müſſen, S. 8. Erſter Grundfſaß: vermöge deſſen theils nicht eher, als nach beſtrittenen Bedürfniſſen, zu einer-Holzveräuſjerung geſchritten, theils aber auch, nach Werſchiedenheit der Lage und Gegenden, die beſtmöglichſte Art dazu gewählt werden muß. S. 9.; u SENS der Waldungen, und daß ſolche bloß ein Werk der Natux et). 2405: Zweiter Grundſaß: daß neue Holzanbaue zwar nicht zu verwerfen ſind, die Hauptſache bey Erhaltung und Wiedererſezung der zu Grunde gerichteten IPälder aber der Natur überlaſſen, und derſelben darunter keine Hinderniſſe in den Weg gelegt werden müſſe. S. 11.?|? Dritter Grundfas: daß in allen Ländern für die Erhaltung des Brenn- Holzes die erſte und vornehmſte Sorge getragen werden mütſe. S. 12.. Wierter Grundſaß: vermöge deſſen ein jeder Guthsbeſißer ſowohl ſeine eige- ne, als auch ſeiner Unterthanen Holzconſumetion richtig beſtimmen, niemals an einen noHD ſtehenden Baum eher, als wenn kein Lagerholz mehr vorhanden iſt, die Art legen laſſen, auch für einen beſtändigen Vorrath von troffenen Breny- Holz ſorgen muß. S- 12. 55164. Fünfrer Grundſaß: nach welchem diejenigen Holzarten, die außer der all- gemeinen, noch eine beſondere Beſtimmung haben, ohne die äußerſte Noth nicht eher zur. Feiterung genommen werden müſſen, als bis ſie zu ihrer beſon- dern Beſtimmung nicht mehr tauglich ſind. S- 34«+; SedHster Grundſaß: daß die edlerxe Holzarten, fo wohl in Anſehung ih2 eer Erhaltung, als auch Benußkung eine doppelte Aufmerkſamkeit verdienen. S. 14.; Verſchiedene Bedenklichkeiten wegen des zu unſern Zeiten in vielen Ländern ſo häufig getriebenen auswärtkigen Holzhandels.-S. 15. je Siebenter Grundſaß: daß, ſo lange nicht die Bewohner eines Landes ſeibit genugſames und überflüſſiges. Bau- und anderes nußbares Holz haben, fein aus wartiger Holzhandel zu verſtatten ſey-/ S. 17. Achter Grundſasg: daß an den Orten, wo kein Mangel an Brennholz zu befürchten, die ſonit noch zu einem andern Gebrauch tütige Stämme, ſo baid ſie zu ihrer Wollſtändigfeit gelangt, weggenommen und verkauft werden müſſen. S. 18.: Neunter Grundſaß: daßinwohl gepflegten Wäldern kein Rafſ-no< Lagev- Ho!z geduldet, ſolche auch von Doynen und anderm Strauchholz gereiniger werden müſſen« S,- 319» 8. 21. Summariſcher Inhalt. 4! 6. 21. Zehnter Grundſaß: daß die Beſiker großer Waldungen ihr überflüſſiges vi A «a kh. Y 22.6 23. 25. 26, 27. 28. 29. 30, ZE: 32. Lager- und Brennholz, wenn ſie ſolches nicht unmittelbar verloſen können, durch allerhand Anlagen, wozu eine ſtarke Feuerung erfordert wird, ins Geld zu ſetzen ſuchen, und dadurch zugleich dem Wachsthum desjenigen Aufſchlages gehörige Luft verſchaffen müſſen. S. 19.: Einſchränfung des zehnten Grundſaßes: daß unter dergleichen zur Coyſumtion des Holzes nöthigen Anlagen nur. diejenigen, von deren beſtändigen Forkdguer man verſichert ſeyn kann, gewählt werden müſſen. S, 20. Eilfter Grundſaß: daß die in dem Forſtweſen bekannte Schonungen recht- lich, und in der Vernunft ſelbſt gegründet ſind. S,. 22. Zwölfter Grundſaß: daß die gewöhnliche Schonungen zwar dergeſtalt, damit dem fremden Aufhütungsberechtigten kein übermäßiger Nachtheil dar- aus erwachſe, eingerichtet 3; bey außerordentlichen Unglücksfällen aber, wodurch ein großer Theil der Waldung mit einmal von Holz entblößt worden, hierunter eine billige Ausnahme gemacht werden müſſe. S. 22. Dreyzehnter Grundſaß: daß, obgleich nicht alle Holzarten in einerley Boden ein gleich gures Fortkommen haben, man es dennoch bey den gewöhnli«- u. Wa kd] x v ww» I - 59. Summariſcher Jnhalt. Vv Von der Kiefer, und warum ſolche vorzüglich in Aufinerkſamkeit genommen zu werden, verdient. S. 456. on dem der Natur der Kiefer gemäßen Boden. S. 47. Xortſezung des Dorigen, und daß hauptſächlich die untern Erdſchichten beſtim- men, eb der Boden, worin die Kiefer erzeugt worden, ihrer Natur gemäß ſey oder nict. S. 47. IPRas die Unterſuchung der Erdſchichten in der Forſtbenußung für einen Vor- - theil ſtiften könne. S- 48- Von dem Alter und verſchiedenen Benußkungszeit der Kiefer, und daß einem Forſtverſtändigen, beydes zu kennen und zu erforſchen, höchſt nöthig ſey S 49. Bie ſich ein Guthsbeſiker oder Forſtverſtändiger dieſer Kenntniß, beſonders zur Beobachtung der rechten Benutungszeit des in ſeinem Walde befindlichen Kie- ferholzes, mit vielem Vortheil bedienen könne. S 49. Daß zwar die Anlegung neuer Kieferholzwälder nicht gänzlich zu verwerfen ſey, inzwiſchen aber doch die Erhaltung der alten Waldungen die vornehmſte Sor- „ge bleiben müſſe, beydes aber nicht auf einen Fuß behandelt werden könne. S. 59.;; Daß die Fortpflanzung der Kiefern und alle andere hochſtämmige Nadelholz- Arten am füglichſten dur< die Beſamung geſchehen könne, und die Anpfian- zung derſelben faſt gar nicht Statt finde. S. 51. gone Beſchreibung des Kieferſamens,“und- wie derſelbe erzeugt wird. EEE Daß die Natur für die Beſamung der leeren Holzplätze ſchon ſelbſt auf eine ſchr weiſe Art geſorgt, und man daher die Schonungen der abgetciebenen Holz- Reviere derſelben lediglich zu überlaſſen, Urſach habe. S-. 52. Daß aber hiezu eine verhältnißmäßige Anzahl von-Samenbäumen, welche zu- gleich beyläufig beſtimmt wird, nöthig ſey- S. 53- Daß es bey-ganz neuen Kieferholzanlagen, und auch bey den wegen eines enk- ſtandenen Brandes nöthigen SHonungen eine ganz andere Bewandniß habe, indem bey deren Beſamung bloß der menſchliche Fleiß das Seinige beytragen : müſſe, und von dex Natur deshalb nichts erwarter werden könne. S. 53. Won einer,ehemahligen Methode, ganz neue Holzpläte zu beſämen. S. 54. Urſachen, warum dieſe Methode nichts tauge, und dadurch kein tüchtiger, be- "ſonders fein recht dicker Aufſchlag zuwege gebracht: werden konnte. S. 54. SBatumeinem jeden Guthsbeſiter, derſtarke Kieferwaldungen hat, anzurathen fey, daß ex ſich den benöthigten Samen, damit: er von deſſen wahren Güte Bein beſſer überzeugt ſeyn möge, von ſeinemeigenen Zuwachs anzuſchaffen ſuche. DEE 52500) Von einer bequemen Methode, den Nadekholzſamen aus den Zapfen auszuma- c= FIESE» 8 61. 7 62 9 63+ 64. hy] Qa 65. 66. 67. u. uz » 68. R up 1 wg 57. beſ Holplä ie hierunter bey den alten neu zu beſamenden Holzpläken zu verfahren, neb den Urſachen des angerathenen Verfahrens. S. 58. Ab p Fortſekung des Borigen, wobey beſonders die Nothwendigkeit, die auf den alten Holzpläßen ſich öfters befindende Graben und Vertiefungen eben zu ma- ce, und daß die ſeztern ſowohl für die Käufer als Werkäufex weit vortheilhafter ſind. S. 66. 8. 76. 4 5.76 - (o.] Va ».* x vL CO co m 7.+ Summariſher Inhalt. Vi Von den Eigenſchaften. des ſtarken Bauholzes, und warum daſſelbe ebenfalls eine.in einer gewiſſen; Länge forrlaufende egale Stärke haben müſſe, auch über- haupt das längere Bauholz den kurzſtieligen weit vorzuziehen ſey. S. 67. IBarum zu dem ſtarken Bauholz Bäume; die zu ihrer Bollſtändigkeit gelangt, oder derſelben doch nahe ſind, erfordert werden, und dieſe Bauholzart mit dem Schiffsbauholz und Sageblöcken einerley Eigenſchaften an ſich haben müſſen, BLFſaiG daß fie:nur bloß in Anſehung der Grade von einander; unterſchieden ſind.“ S- 67,; : Pon demMittelbauholz, welche. Bäume dazu zu wählen, und daß öfters SCHN die mitten in ihrem Wachschum-ſtehen, genommen-werden müſſen. . 68. 2 f w 7 a ÖB8ie es ein vernünftiger und aufmerkſamer Forſtverſtändiger einzurichten habe, daß dem Walde kein-merklicher Schaden wiederfahren darf,,-wenn. auch gleich zu dem Mitteibauholz,; Die inihrem voſlen Wachsthum ſtehende Bäume genome men werden müſſen. S. 69-+ Von:dem kleinen„Bäuholz, und daß dabey eben-dasjenige,:.was vorhin bey dem Mittelbaupolz angemerkt worden, Statt finde- S. 69. ; Von. dem. Bohlholz, daß man bey deſſen Verkauf alle mögliche Vorſichten gebrauchen, und in welchen Fällen die ſich dazu anmeldende Käufer abgewie- ſen werden müſſen.„S- 79: Von dem Sparrholz und Lattſtämmen, daß dieſe-nur-ebenfalls unter den, in » dein nächſt:-vorſiehenden. 5.? bemerkten, Bedingungen verkauft werden müſſen, wobey zugleich eine Anmerkung, warum bey läangwüchſigem Bauholz nur wenig Sparrholz gebraucht zu werden pflegt, beygefügt wird. S. 70. Daß die-Kiefer, welche auch zu keinem andern Behuf abgeſetzt werden kann, dennoch als Brennholz nußbar iſt 3. warum man aber, daß es mit den ſonſt zu einem andern Verbrauch tüchtigen Stämmen nicht bis dahin komine, auf alle mögliche Weiſe, zu verhüten ſuchen muß. S. 71. -„Von den Maßregeln..die man bey der beſtmöglihſten Benutzung des Ueber- fluſſes von kiefern Brennholz nehmen muß. S. 72. Bon der Benukung des kiefern Holzes, in. ſo fernes mit vielem Vortheil zum Kohlenſchwelen angewendet werden kann, und warum bloß aus dieſer Be- nußungsart:;das. Holz der Kiefer eine beſondere Aufmerkſamkeit verdiene. S. 72. PUR ERIRCETENEN= Von dem:Nußen, den die Kiefer durch das Theer- und Kohlenſchwelen einem Eigenthümer, beſonders zu unſern jeßigen Zeiten, woſelbſt von den Amerika- nern anſehnliche Beſtellungen von dieſer Waare gemacht worden ſind, zuwege bringen kann. S. 73 PE:: Daß die übrige Nadelholzarten zwar iden"Hauptſtücfen mit der Kiefer über- ein kommen, dennoch aber in verſchiedenen zufälligen Dingen ein Unterſchied zwiſchn ihnen anzutreffen iſt. S, 74»« 7 Won der Roth- und Pechtanne-. S- 74» 6. 89- VI Summariſcher Juhalt: 6. 89. Von det ſogenannten Rauchtänne, worin ſie-von der gewöhnlichen. Rothkanne 2 ih 207 und daß- ſie hauptſächlich: häufigen und guten' Samen trägt. CIS:(in! PDT -.90. Von dem Samen der Rothtanne,„und worin er von dem Samen der übrigen Nadelholzarten unterſchieden. S. 75.'; 13000 -y 91. Von dem Boden, den die Rothtanne zu ihrem Wachsthum verlangt, und daß ſie auch in einem kieſigen Erdreich gut: fortfommt;: ein fetter und-ſchwam- miger Boden aber ſich für ſie nicht ſhit. S. 76.+ - 92. Von der Fortpflanzungsart dex Rorhtänne, und daß es darunter mit der Kie- fer einerley'Bewandniß habe. S. 75. 080 wm,; 5 93. Zia die Rothtanne eine faſt noch dickere Holzſaat, als die Kiefer, verlange. - 94. Von dein: Alter der Rotkhtanne, und daß ſie darin der Kiefer ziemlich gleich Fommez ihr zeitigeres Abſterben“ äber öfters" dureh“ das*zur Unzeir geſchehene Dus;€; Harzreiſſen verurſacht werde. S. 77.+8=<. HLofjili| - 95. Daß die Rothtanne in verſchiedenen Fällen nüßlicher:ſey als die Kiefers in andern aber auch derſelben wieder nächgeſeßt worden müſſe--'* S8 2 96. Urſachen, warum die Rorhtanne in vielen Fällen nußbärey; äls'die KiefeL iſt. 4S-785>*|; Si ES FEIN ZU 6 R SIDEL TD 97. Urſachen, warum dieſelbe weniger nußbar iſt.-S. 79803) cw 1-4 98. ST DOEHER Vorigen.-"S2 PO. SAR UTE„SI(30074 4.25.1819 ir„
99: Daß der'hauptſächlichſte' Vorzug'der Rothtkanne in deth“bey ſich: führenden Harz,'woraus der'bekannre'weiße Pech“ zubereitet wird, beſtehe." St'80. 5 100. Warum das Harzveiſſen der' Rothranne nicht zur Unzeit geſchehen müſſe,-wo- : bey zugleich gewiſſer Meßringe, deren ſich die Fotſtverſtändige, um die-rechte Zeit des Harzreiſſens*zu beſtimmen, zu bedienen pflegen, gedacht werden. K S. 80. 4 i yx SPS verbes"2 143 7 161133 » 101, Daß inzwiſchen öfters das Harzreiſſen auch ſchon frühzeitiger'nöthig ſey, ſol- ches aber blos als eine Ausnahme von der vorigen Regel: angeſehen, und dähex dabey ſehr behutſam verfahren werden müſſe. S8( - 102, Von der rechten Zeit des Harzreiſſens bey den Rothtannen,. und wenn ſolches ohnſchädlich iſt. S. 81.' 5 103» bey Ja Harzreiſſen eigentlich verfahren wird, und'was'dabey zu beobach» ten iſt.. 82,| 2: GEK IDEE s 104. Wie die Rothtanne noch ſonſt auf mancherley Art gentißt werden köhne, | S- 82.,: v. 165. Won Der Weißtanne, daß dieſelbe mit der Rothtanne eine große Aehnlichkeit / habe, und nur in wenigen Stücken von derſelben abweiche. S. 83... 5 106. Nähere Beſchreibung der Weißrantie, was für einen Boden ſie vorzüglich lie- 8 bet. und worin ſie von der Rothtanne zu unterſcheiden ſey; S 83- 107. Von dem Samen der Weißtanne, und was ſowohl bey deſſen Ausmachung aus den Zapfen; als auch beyſeiner Ausſäung zu beobachten ſey, S--] - 1O8+ A nun wv 4 k. 7 Uu '"Summariſcher Inhalt. IX 6. 108."Von dem Nuten der Weißtannein Anſehung des von ihr zu nehtnenden Bay- ux vx vn vonn v IVT vL. 109. 110, TIT II2,. ITZ« DrA3 LES. I16. LT7« I18, I19 120. 121. 122. 123: I 24. Holzes. ES 84. p Fehler des DBeißtannenholzes'die es beym Bauen hat, und daß es daher ohne Noth nicht dazu genommen werden müſſe.-S. 84. Di h Weißranneſonſt noh mit Nuten gebraucht und angewender werden anm S. 85. Warum man, wenn aus dem Weißtannenholz Kohlen gebrannt werden ſollen, Daſſeibe ein halbes Jahr'vorher ſchlagen und austrocknen laſſen.müſſe. S. 85. Von Dem Lerchenbaum, gls.der vierten Gattung der hochſtämmigen Nadel- Holzarten. S. 86. Nahere Beſchreibung des Lerhenbaums, und worin.er ſich von Den andern hochſtämmigen Nadelholzarten unterſcheidet. S. 86,' Wie der Boden beſchaffen ſeyn muß, worin der Lercenbaum ein-gedeihliches Fortkommen haben ſol. S. 86. Von der Foxipflanzungsart des Lerchenbaums und der Beſchaffenheit ſeines Samens. S. 87. Fortſetzung des Worigen.'S. 87.. Bon den Eigenſchaften des Lerhenbaumholzes,:und daß daſſelbe beſonders in dem Waſſer ſehr dauerhaft ſey, Folglich ſich zu Schiffsbauholz und überhaupt allen ſolchen:Bauten, die unter. dem Waſſer geſchehn,/ſehr wohl ſchicke. S.88. Won der beſondern' Nüglichkeit des Lerchenbaumholzes im Civilbau. S. 85. Was das Lerchenbaumholz für eine Beſchaffenheit anſich habe, wenn es zum Brennholz oder VWerkohlen verwandt wird. S. 89.- Von dem vielen und ſehr.nüßlichen Harz, den der Lerhenbaum bey ſich führt, und wodurch derſelbe hauptſächlich nußbar wird. S. 89. Von dam zum Geſchlecht der Nadelholzarten gehörigen Strauchholz. S. 90. Von dem Wachholderſtrauch und deſſelben eigentlichen Beſchaffenheit.:S. 90. Von den verſchiedenen Nahmen. ſo dieſe Strauchart führt,:und daß unter an- dern die bekannten Großvög ihre Benennung von Krammsvögel von demſel« ben haben. S. 91.; Daß der Wachholderſtrauch in dem ſchlechteſten und unfruchtbarſtenBoden wachſe, und er daher-quf den an vielen Orten befindlichen Sandſcheken.mit vielem Nugen gebraucht werden könnte. S.92.- Daß der Wachholderſtrauch beſonders in Den Gebürgsörtern ſehrhäufig wach- ſe. und ein gutes Gedeihen habe.S. 93. .- Daß die Fortpflanzung des Wachholderſtrauchs ebenfalls durch die Beſa- mung am bequemſten geſchehen könne, und warum die von einigen gehegte Meinung, daß die Wacholderbeeren, wenn ſie auch gleich in der größeſten Menge ausgeſäer würden, nicht aufgingen, unwahrſcheinlich ſey.:S. 94. . Fortſezung des Worigen 3; wobey beſonders bemerkt wird, daß man zur Wach» holderſaat einen gehörig befruchteten Samen nehmen müſſe.' S. 94. - Von dem Nutzen des AER Trg in Anſehung ſeines Holzes- S. 95. ß. 1-9, eee ee en r den 2 ZT ZI 2 +<= Id ' | , ' 1] | | | ! j] h ! ' t -<<<=<<< SSI 1 . <<<== GEES<<<=< <<<e wiedey- um von ſelbſt neue Sprößlinge hervor treiben, ſolche aber nur bloß zum Untex- Holz genußt werden können. S. 103. - 142. Daß zwar bey der Eiche die bey den Nadelhölzern angeführte verſchiedene Fork» pflanzunggarten ebenfalls Start finden, dennoch aber darunter mancherley Abänderungen vorfallen. S. x04. - 143. Warum die natürliche Wiederbeſamung bey den Eichen im Ganzen nicht Statt findet. S, 104. - 144. Von der künſtlichen Wiederbeſamung der abgerriebenen, oder ſonſt durch Un« glücksfälle leer gewordenen Eichwälder. S:. 105. - 145, Warum man aber nicht die frühern Eicheln, wenn ſie gleich recht reif gewor« den ſind, ſondern vielmehr die ſpätern zur Saat wählen müſſe, auch hiezu feine Get von Steineichen zu nehmen habe. S. x05. Daß in Anſehung der Zubereitung des Bodens zur Eichelſaat ein Unterſchied ohen dem platten Lande und den Gebürgsörtern gemacht werden muſſe, 106. vs 147. Wie der Aker bey der Eichelſaat im platten Lande zuzubereiten. S. x05, - 148. Was hierunter in den Gebürgsörtern zu beobachten. S. x06, e 149. Daß zu der Eichelſaat der Herbſt die beſte und geſchifteſte Jahrszeit ſey, und warum man fich, durch den zu befürchtenden Froft und Mäuſefraß davon ab- haiten zu laſſen, niht Urſach habe. S«- 107« 8 150, Daß eine dicke Eichelſaat ſich eben ſo, wie bey den Nadelholzarfen, als vorzüg« lich nußbar und nothwendig legitimire- S. 108. 8 151, Daß bey der Erhaltung und Fortpflanzung der Eichwäldet zwar im Allgemei- nen die Eichelſaat das rathſamſte ſey, Dennoch aber auch in verſchiedenen Fällen der Anpflanzung junger Eichſtämme der Vorzug gegeben werden müſſe. S. 308. » 352. Bedenflichfeiten, warum man ſich bey Anpflanzung der Eichen nicht der theils durch die natürliche Beſamung, und theils auch in den Eichelfämpen aufge- ſchlagenen jungen Stämme mit Sicherheit bedienen könne. S. 109. - 153. Warum es daher zur Anpflanzung der Eichwälder, eigene Eicßelbaumſchulen anzulegen, rathſam ſey, und was in Anſehung des Bodens derſelben beobachtet werden müſſe. S. 109«+ 2 1354. Was bey der Anpflanzung der jungen Eichſtämme ſelbſt zu beobachten, und wayum es, dieſelben in den exſten Jahren mit Pfählen zu verſehen, nüßlich ſey «LX - 355. Von den mancherley-Arten des Nugens, den die Eiche einem Eigenthümet ge- vi währt. S, 111. v 156. Von der Benukung der Eiche zu Schiffsbanholz; daß ſich aber hiezu nicht alle Eichen ſchien, und wie diejenigen, ſo dazu tüchtig ſeyn ſokien, beſchaffen ſeyn müſſen. Sy» 212, h2 8.157. „M 146, Enmmariſcher Inhalt. G 157... Warum diejenigen. die zum Schiffsbauholz tüchtige Eichen anziehen und et» v v un Q E58. - 1594 - 160;. 161 162.. 163: * 2644 -- 1655 - 166; 167: »Ö„ 163% hk 169, 1707 1:7 1:2 WD 173, Der beſte: und' ſicherſte ſey: S, 1156.. ol wollen, ihre Eichwälder mit einem allzufrühen Hiebe verſchonen müſſen: 8 LD7.;; Der vorzügliche'Nuten eines mit einem: allzu frühen Hiebe geſchonten Eichwal- des, wird durch ein Beyſpiel nähen erläutert... S.. 113..; Warum die Eichen: auch zu allen Arten von Stabholz genubtwerden können;. und öaß dieſe Benukungsart derſeiben den Eigenthümern. gewiſſermaßen. vox- theilhafter ſey. als deren: Verkauf zum Schiffbauholz.. S 114.? Nähere: Urſachen, warum der Verkauf der Eichen zum Stabholz vortheilhaf: ter iſt, als der zum ſtarken-Schiffsbauholz.. S3 xx5.. .- Daß: aber: auch zu: dem Stabholz: gerade und-langgewachſene Eichen erfordert R werden. und' man; hiezu. keine: Stämme, die'annoch ſchwach ſind; und. in ih-- rem beſten! Wachsthum: ſtehn;. beſtimmen müſſe: S. rx:.. Von: den verſchiedenen Maßregeln, ſo- man: bey: dem: Stabholverkaufen nach" dem- Unterſchiede; ob'die: verkauften Eichen ganz. oder nur zum Theil zu Stab- Holz-brauchbar ſind; zu nehmen hat; und'daß, die Sache im Allgemeinen ge- nommen). der: Srabholzverkauf: nach Stämmen, für die: Eigenthümer jederzeit Wäarum:aber der Verkauf, ſolcher Eicßen; die nicht durcß und durc< zum Stab- Holz tauglich ſind; nicht:anders, a!s Ringweiſe geſchehen könne... S.. 1.17, Vorſtehendes wird annoch näher ausgeführt: GS... 117.,; Vomden Vorſichten, die“ von. Seiten des Käufers genommen werden müſſen;- wenn die Eichen'nicht'anders, als-Ringweiſe: verkaufs werden können..'S. 1 18. Warum: das Holz der: Eichen! zu den Mühlenbauren vorzüglich geſchickt ſey, und was man für Vorſichten gebraurHen müſſ?, wean man dieſelben. zu Pfäh- len;. ſo: it: die Erde kommen ſvlien,. anwenden will: S.. 1x9.. 4-38 Daß:üch das eichene Hol), wenn es: nicht recht volfommen ansgetrockner iſt, ſehr. leicHt“ verwirft“, und daher bey dem: Civilbau: nicht: zu allen Dheilen. eines Gebäudes: genommen.werden kann. S, 119: Won der beſondern Dauerhaftigkeit der'eiMenen Schwellen. S. r19.. 2 das eichene: Holz. zu Balken und: Trägern: nicht. füglirh zu. gebrauchen GW. SS... 1207, 0980:; Warum das eichene Bauholz im:Winter; und nicßs im: Sommer; geföllt und abgeſtämmt werden: müſſe: S. 124.:; Won: der Nußtbparkeit der Eichen zu: Nutholz;. daß aber des hievon'zu ziehenden Nußens wegen kein! altzufrüßer Hieb in den Eichwöldern: vorgenonunen. werden müße: S..121.: Won der“ vorzunlichen: Rüglichkeit der eißenen' Bretter). daß ſie' aber bey dem Berxarheiten: reeht ewocben ſeyn müſſen; und wie:man ſic) von.ihrer vollfommenen. TroEenheit verſichern könne: S.. 125.„3 Mie Won dem: Werbrauch: des'eichenem-Holtes zur Feuerung), wozu es abernicht in allen, Geegenheiren gut und. tauglich iſt, S;- 1224. 8: 174 Summariſcher Inhalt, Xu 6. 174. Daß das eichene Holz nur ſchlechte Kohlen gibt. S. 123-+ nx x v 175- Von.der Benutzung der eichenen Borke, und wie dabey, damit deim:Walde nicht dadurH ein Nachtheil geſchehe, verfahren werden muß. S. 123. 176. Von der Eichelmaſt, und dabey entſtehenden Frage: ob, einen Eichwald durch ; den Holzverfauf, oder die Maſt zu nußen, rathſamer ſey. S- 124. 177. Daß in einigen Gegenden eine weit größere Menge angemäſteter Schweine zur ländlichen Fleiſchconſumtion erfordert werde, als in andern. S- 124. 178. Warum in ſolchen Gegenden die Eichelmaſt vorzüglich) nothwendig und unenk- behrlich ſey. S. 125.'; 179."Daß daher in ſolHen Ländern, wo zur ländlichen Conſumtion nur wenige an- gemäſtete. Schweine nöthig ſind, die Benutzung der Cichwälder durch den Wey“ kauf weit weniger Bedenken habe. S. 126- 780. Daß bey Entſcheidung der Frage: ob die Benukung der Eichwälder durch Maſt oder Holzverkauf vorrheilhafter ſey, auch auf die Beſchaffenheit, theils des Bodens, und theils dey Maſt ſelbſt, Rückſicht zu nehmen ſey? wobey zu- gieich von demjenigen, was unter der Benennung von voller und halber Maſt verſtanden wird, und wie darnach die Abſchägung der Eichwälder einzurichten ſey, eine nähere Anweitung gegeben wird. S- 126: 181. Daß nicht in ſchlechten, ſondern guten Eichwäldern ein Eigenthümer; ob. er ſeine Eichwälder durc Maſt oder Holzverkauf benutzen ſoll, in Verlegenheit geſeßt werden fann. S.. 128; 182. Berechnung eines Eicwaldes nach der Abnußung durch. Maſt oder Holzver» kauf, woraus, daß der letztere der erſtern vorzuziehen ſey; erhellet. S. 129. 183. Daß auch die Zugrunderichtung des: Raſens. inden Eichwäldern, durch das Umbrechen der Maſtſchweine eine Urſache ſey, warum man den Holzverkauf der Maß vorzuziehen habe. GS. 130. 184- Daß die Benußung eines Eichwaldes durch die Maſt auch deshalb' mehr Be- denben, als der Holzverfauf habe, weil die eingerriebene Maſtſchweine keinen jungen Aufſhlag auffommen laſſen, ſondern denſelben ebenfalls durc ihr Bre- chen und Wühlen zu Gründe richten... S« 130:= 185... Daß aber, wenn vorſtehende Urfachen Statt finden ſolle, und man ſicß durch dieſelben, den Holzverkauf der Maſt vorzuziehen bewegen laſſen will, die in dem Eichwalde befindliche Cichen,, ſowohl zum: Holzverkauf: als zur Maſt tüchtig wm müſſen... S.--131. 186.. Warum aber in ſolchen Gegenden; ws die' Eichelmaſt wegen des eingeführten häufigen Fleiſchſpeiſens für das Seſinde unentbehrlich iſt, die Privateigenkhü- mer im ihrem wiliführlichen. Sotzverfauf näher einzuſchränken, billig: und. denw aligemeinen Weiten des-Landes'gemaß ſey: S- 132-.? 187. Von der Buche; warum aber dex Nuten, den dieſelbe'ſtiftet, Dumjenigen, De von der Eiche zm erwarten ſteht, nict gleich zu ſmöken iſi: S,. 133. 188.. Von dem Unterſchiede zwiſchen“ver Roth-'und Weißbüche 3; warum aber ge- geniwärtig hierauf; feine Rückſicht'genommen.wirdd S. L34« b 3 9. 189. XIV Summariſcher Jnhalt. C.-x89, Von dem Boden, der ſich zum Fortkommen der Buche am beſten ſ. Daß: die: Birke-ſswohl ihre: eigene beſöndere. Standörter: hat, als auch unter allen hochſtämmigen Baumarten: in-den Wäldern angetroffen wird.. S. 202. 9 3125. 5 ſich die-Birkeſehr. leicht: beſame;, welches durch ein. Beyſpiel:erwieſen wird. +. 202%. F 9: 31:37. Wie: man, wenn: man; die: Birken durch» eine: künſtliche Saat: vermehren will, Dabey:zu: verfahren habe: S.. 203;.. 4 1= 324. Daß.man ſich durch-die- wenige Schwierigkeiten, ſo/mit:dem Anbau:der Bir- “ fen verfnüpft ſind,. nicht. zu; einer andere: Holzarren. verdrängenden Vertneh- rung: derſelben-verleiten laſſen.müſſe; und'warum man,. um: zu: beurtheilen,. ob ein: ſtärkerer: Anbau: von: Birken: rarhſam: ſey; auf: den.mehxexn, oder: wenigern - Abſas. derſelben: RüCſicht:nehmen.müſſe.. S- 203, x.>» x CG 315% Summariſcher Junhalt. KX 6. 315. Daß hiebey auH auf die Beſchaffenheit des Bodens, ob derſelbe ſich mehr für „ - 4 nx M ky > wn . Z16« 317: die Birke oder andere Holzarten ſchicke, zu ſehen ſey- S. 204. Warum ſich die Birken in den Alleen an den Straßen und Wegen nicht ſchi- cken, und was für ein Mißbrauch öfters darunter getrieben werde. S, 205. Einige nöthige Anmerkungen von den Eigenſchaften des hochſtämmigen Bir- fenholzes- S- 2096- 318. Auf wie mancherley Art das Birkenholz zu Nußholz gebraucht werden könne, 319. 325 321 2225 323+ 324 375 326. 327: 328, 329 330: 331. 332. 333 S. 206 Von dem vielfachen Nuten, den das Birkenholz als Brennholz in der Feue- rung gewährt..207- Von den Birkenkohlen, daß dieſelben nicht allein vorzüglich gut, ſondern auch in Anſehung der Menge ſehr ergiebig ſind..S.« 297+ Won dem Nuten, den auch“der Ruß und beſonders die Aſche von dem Bir- kenholz auf mancherley Art ſtiftet:.S. 207- Von dem verſchiedenen Gebrauch“ der birfenen Rinde, und dem befannkten Birkwaſſer- S. 208. In wie viel Jahren die Birke im Unterholz, nach der Verſchiedenheit des Bo- Ds und der dabey habenden Abſichten, wieder genukt werden könne ZOOS, Vorſichten, die ſowohl bey Einrichtung ihrer Haue und ihrer Schonung, als auch dem Hiebe ſelbſt, beobachtet werden müßen. Ss» 209. SYarum-aus den jungen Birkenauſſchlägen beſonders alle Beſenbinder, auh Rohr- und Strohdecker, verbannt werden müſſen: S. 210. Von der Erle oder Eiſe, und ihrem möglichen Alter, nachdem ſie entweder als ein hohftämmiger Baum) oder im Unterholz, genußt wird.'S. 211. Von dem. Grunde, den die Erle zu ihrem guten IBachsthum und Fortkommen erfordert, und daß. wenigſtens in der Tiefe ihre Wurzeln, einer beſtändigen Feuchtigkeit theilhaftig werden müſſen... S. 271.; Daß daher öfters die Erlenbüſche durch allzutiefe Graben gänzlich zu Grunde gerichtet werden können, und wie ſolches an den Orten, wo das Holz beynü» thig. und: koſtbar iſt, auf eine vernünftige Art, ohne die Hauptendzwee der übrigen Wirthſchaftstheile zu. verfehlen, zu. vermeiden geſucht. werden: müſſe« S. 24T- Daß die Beſamung. der Erle ungemein leicht:falle;. und' es dabey hauptſächlich auf die-verſchiedene Beſchaffenheit: des Bodens anfomme:. S. 212% Won der Nüklichkeit des Elsholzes überhaupt. S. 212; Von den. Elsholz, in ſo weit es zum Bau tauglich iſt; und: dazu: angewendet werden kann... S. 213. Warum in. den Bruchgegenden ein von Elſenholz vorgenommener Bau, inſo weit-er RS nicht. die Haupttheile des Gebäudes betrifft; nichtverworfen werden Fönne-. GS 213. IGWarum ſich das Elſenholz; zum: Nußholz;nur:wenig ſchicke. S. 21 3% Cc. 3;. 334 XX Summariſcher Jnbalt. H. 334-"Daß die Erlenſtangen ſehr füglich anſtatt der Fiefernen zum Hopfenbau ge- nonrnen, und dadurch die hiemit bisher in den Kieferwäldein angerichtete Verwüſtungen vermieden werden können. S. 214. 335. Won dem verſchiedenen Gebrauch des Erlenholzes, als Nußholßz. S. 215. 336. Won dem Nugen, den das Erlenholz als Nugholz ſtiftet. S. 216. 337. Von den von dem Erlenholz gebrannten Kohlen, und der beſondern bey feiner andern Holzart anzutreffenden Eigenſchaft, daß man davon nach Gefallen ſchwere oder leichte Kohlen, nachdem man ſie ndthig hat, erzeugen kann. S, 216. 2 338. Von Benukung der Erlen im Unterholz, und wie es in Anſehung des Wieder- ; Ps zu halten ſey, wenn Erlen und Birken unter einander vermiſcht jtehn. SD. 216|; 339. In wie weit das Erlenlaub den Schafen zuträglich, und wie bey der Belau- bung derſelben ſowohl,«als auch aller äfidern Baumarten, damir den Stäm- men Dadurch) kein Schaden geſchehe, zu verfahren ſey. S«- 217, 340. Beſchreibung der weißen Erle. S. 219. Teh 341. Daß faſt alle hochſtämmige Laubholzarten auch im Unterholz genußt werden fönnen, jedoch Darunter einige vor andern einen großen Worzug haben. S.2 19. 342. Der Vorzug, den verſchiedene Holzarten vor andern in dem Unrerholz haben, wird näher bemerkt und wiederhohlt.“ S. 220.: 343. Von den in dem Unterholz befindlichen Straucharten, und daß dabey zwiſchen Den gewöhnlichen Laubholzſiräuchern und den verſchiedenen Arten von Dornen- Sträuchern ein Unterſchied zu machen ſey. S. 221. 344. Won dem Faulbaum, und warum derſelbe von allen andern Baum- und Straucharten ganz ficher unterſchieden werden kann. S. 222.; 345. Was der Faulbaum für einen Boden verlange, und wie er vermehrt und fork- gepflanzt werden könne. S. 222.: 0. 346, 0 einem vierfachen Nuten, der von dem Faulbaum zu erwarten ſteht.. . 5223>.|- 347. Die von dem Faulbaumholz gebrannte Kohlen werden zu dem feinſten Pürſch- Pulver gebrauche und wie man, um es dazu tauglich zu machen, verfahren mule.+.2233;.: 348. Die Blürhe des Faulbaums, welche vom May bis September fortdauert, iſt eine ſehr gute und vorzügliche Nahrung der Bienen. S. 224« 349. Von dem Gebrauch der Rinde des Faulbaums. S. 225.. 359. Waxum das Laub des Fanlbaums eine ganz vorzügliche Winterfutterung für die Schafe ſey. S. 225.;; 351, Von der Haſel'- oder Haſſelſtaude ,- und daß ſich dieſelbe gar ſehr durch die 2 vermehre, zu ihrem Fortkommen aber einen guten Boden haben wolle, (S1226. 7 28 352. Von ihrer Vermehrung in den Forſten. S. 226., 353. Von dem verſchiedenen Gebrauch, der von dem Haſelſtaudenholz gemacht wer« Den fann. S, 226, j vou on wv> zx MY u zx n Bt nÜ :57 aD vw» w x ki 6. 354 ven ux nx u vu TY uv h.] vz u u ky Dv v nD M u ux vu Qa Summariſcher Juhalt. XX . 354. In wie weit dieſes Holz zur Feuerung nußbar fey. GS. 227. 355. Von dex Vorzüglichkeit der von Dieſem Holz gebrannten Kohlen. S. 227. 356. Von dem Nußen der Frucht von dex Haſelſtaude, und daß ſie als eine Art von Maſt, ſowohl für das Wild, als auch die zahmen Schweine, angeſehen wer- den könne--S. 228- u 357. Von dem Nußen, der von den Haſelftauden durch den Verkauf der Nüſſe ex- halten werden kann, welches durch ein Beyſpiel beſtätigt wird. S. 228. 353. Daß die Frucht der Haſelſtauden auch zur Verfertigung eines Oehls, welches die Stelle des Mandelöhls vertreten könnte, zu gebrauchen wäre. S. 229- 359. Won dem Flieder- oder Hollunderftrauch, und vaß derſelbe ebenfalls öfters unter dem Unterholz in den Vorhölzern angetroffen werde- S. 229. 360, Was der Fliederſtrauch für einen Boden liebe, und auf welche Art ex ſich von ſelbſt häufig Fortpflanzt- S. 230- 361. Daß an dem Fliederſtrauch alles nu8bar ſey. S. 230- aut 362, Von dem Nußen, den das Fliederholz. als Nutßholz ſtiftet, und wozu es in die ſer Abſicht am beſten verbraucht werden kann. S. 230. 363. Daß das Holz des Fliederſtrauchs auch im Unterholz zur Feuerung nußbar ſeyy und beſonders gute Kohlen gebe. S- 231« 364. Von dem verſchiedenen Gebrauch und Nutzen der Frucht und Blätter dieſes Baums. S.-. 23x. 365. Von dem Mehkveerbaum oder Strauch, und wovon deſſen Nahme, der ihm in der deutſchen Sprache beygelegt wird, herziwleiten.* S. 232. 366. Daß der Mehlbeerbaum oder Strauch in allen Arten des Bodens wächſt, und wie ex am bequemſten fortzupflanzen. S.« 233- 367. Daß das Mehlbeerbaumholz ein vorzüglich gutes Nutholz; ſey- S. 233- 368- Daß auch das Holz des Mehlbeerſtrauchs in dem Unterholz ſehr gute Feuerung und Kohlen gebe- S- 234- 369. Won dem Gebrauch der Mehkbeeren, und wie ſie ganz füglich bey dem Brannk- weinbrennen als eine Beghülfe mit angewendet werden können, welches auch- bey allen andern dergleichen wilden Waldfrüchten, die ſonſt keine andere Be- ſtimmung haben, anzunehmen iſt- S. 234- 370. Won dem Arlsbeerbaum, in welchen Gegenden er vorzüglich häufig angetrofſen wird, und wie ſein Wachsthum beſchaffen iſt. S. 235.. 371. Daß dieſe Holzart einen guten Boden verlange, und auf welche Art ſie am be- ſten vermehrt und forkgepflanzt werden kann« S,. 2356. 372« Daß der Arlsbeerbaum als ein hochſtämmiger Baum ein vorzüglich gutes Nugßholz gebe. S. 236.: 373» Daß es auch im Unterholz zur Feuerung und Kohlen ſehr nußbar ſey- S. 235- 374- 0:0 12 verſchiedenen Gebrauch, der von der Frucht diefes Holzes zu machen 5. 237: 375. Von dem ſchwarzen Heidelbeerſtraucß, und warum man in dem Forſtweſen denſelben ebenfalls näher Fennen lexnen müſſe- S, 237» S - 376. || EN eg aet iR RÄ FÄG XXIV Inhalt. 9. hr) WoVvV u 376. Daß ſich dex Heidelbeerſtrauch ungemein ſtar wuchere, und dadurch den an- dern Holzarten in ihrem Wachsthum eine große Hinderaiß in den Weg lege, Wwobey zugleich eines Mittels, wodurch daſſelbe, wenn es allzu ſehr überhand nimmt, ganz-bequem vertilgt werden könnte, Erwehnung geſchieht. S. 237. 377. Warum dieſer Strauch in dem Unterholz in Anſehung der Feuerung von nur ſehr weniger Bedeutungſey. S. 238. 378. Won dem Nugen der Frucht des Heidelbeerſtrauches. S. 238. 379. Fortſeßung des Worigen. S. 239- - 382. Won dem Preiſelbeerſtrauch, und daß derſelbe ebenfalls, in Anſehung der von ähm zu erwartenden Feuerung, wegen ſeines auſſerordentlichen Einwucherns, mehr ſchädlich als nüklich ſey.+S. 239. 381. Von der beſondern Nugbarkeit der Preiſelbeeren, und iwie man dieſes Ge- wächs in unſern Tagen auch ſelbſt in den Gärten zu erzeugen ſucht. S. 249- 382: En dem Gebrauch der Blürhe und der Blärtex von dieſem Strauch. S. 240.> 383. Von dem Trunfkelbeerſtrauch und deſſen Gebrauch, ſowohl in Anſehung ſeines Holzes, als auch ſeiner Frucht. S. 241. 384. Von dem wilden Johannisbeerſtrauch, ſeiner Fortpflanzungsart, und was ey für einen Boden liebe.-S. 24x. 335. Won dem Nußen, beydes ſeines Holzes, und auch ſeiner Frucht. S. 242, 386. Von dem Ahlbeerſtrauch, iſt mit dem&vilden Johannisbeerſtrauch einerley Gee ſchlechts, gibt aber in allen ſeinen Theiſen einen ſehr häßlichen Geſtank von ſich. 'S. 242.; 168 337. Dieſer Strauch ſtiftet ſowohl im Unterholz, als auch mit ſeiner Frucht nur. wenigen Nuten. DS. 242. 388. Von dem Cornelſtrauch, was er für einen Boden und Gegend liebt, und daß deſſen Vermehrung ſchwer fällt. S. 243. 389."Von dem Nuten des Holzes, ſowohl von dem Cornelbaum als Strauch, und daß ſich beſpnders der lekte zu Hecken ſehr wohl ſchicke. S. 244- 390. Von dem Nußen und Gebrauch der Frucht, Blüthe auch jungen Blätter des Cornelbaums und Strauchs-'S. 244+.; 391. Von dem Hartriegel; ſeinem Wachsthum und Vermehrung, und wie der Boden, wwoxin er ein-gutes Fortkommen hat, beſchaffen ſeyn müſſe. S. 245. 392. Won der Benutzung ſeines Holzes ſowohl, als auch ſeiner Frucht. S. 246- 393. Von dem Hülſenbaum oder Stechpalme, was er für eine Lage verlangt, und wie er ſich vermehrt." S. 245. Nn M 394. Wie das Holz dieſes Strauchs:als Nutholz verbraucht werde, und in wie weit er auch in dem Unterholz zur Feuerung dienlich ſey. GS. 247«& 395. Wozu die Rinde und Frucht deſſelben anzuwenden. S4 248. 145 396: Won dem Schlinzebaum, ſeinem Wachsthum und Wermehrung- S, 248. 397. Von dem verſchiedenen Gebrauch ſeines Holzes. S. 248. 398. Von dem Nugen ſeinex Rinde, Frucht und Blätter, S, 249» bn . 399. Summariſcher- Jyhalt: XXV. 6.399. Won dem Schwalfenbeerſtrauch,“in wetthem Grunde er am beſten-wähſet;. und wie er ſich am leichteſten vermehret. S. 249 - 402. Beſchaffenheit ſeines Holzes, und wozu dieſes ſowohl als auch ſeine Frucht zr gebrauchen.+S. 249.; e 401 Don dem Appenbeerſtrau<“; und deſen. nur. wenig bedeutenden. Nußen. S. 250. - 402, Won dem Günlter oder Rehkraut, als einem ſchädlichen Gewächſe,„und wo daß:!be gorzugtich häufig wächſel. S. 250. n - 403. Daß man dieſe Strauchart, wenn ſie an wüſten und unfruchtbaren Orten ſte- her, möglichſt zu benußea ſuchen, in den Wäldern und fruchtbaren Gegenden aber vertilgen müßiz. S. 251.; j; - 404. Welchergeſtalt der Günſter zur Fenerung zu gebrauchen.. 251. » 405. Von dem Gebrauch dieſes Strauches zu BeFen, Zäunen, auch Ausflechtung 2.7... 2. der Giebel.-S.. 252,; 5 406. Von dem Nützen, den der Günſterſtrauch mit ſeiner Blüthe in der Bienen- Zucht gewähret, nebſt einigen andern kleinen Wortheilen, die von Dieſem . Strauch zu erwarten Gehen. S. 253. - 407. Nachricht von einem Mittel, woDdurd) dieſer Strauch, wenn er in den Forſten Überhand nehmen, und dadurch beſonders ſchädlich werden will, gänzlich zu vertilgen it. GS. 254- - 408. 5 vn Werft, als einer zu dem Geſchlecht der Weiden gehörigen Strauch- rt. SE 835% 5 409. Von dem gemeinen großen Werft, daß derſelbe zwar allenthalben angetroffen werde, ſonſt aber vorzüglich'einen niedrigen und feuchren Grund liebe. S+256. - 430. Dieſer Werft wird nur in niedrig fiegenden und einen feuchten Grund haben- * den Wäldern angetroffen, und man hat ſich ſeiner Vermehrung,. die ſehr leicht geſchiehet, daſelbjt zu widerſeßen eben nicht Urſache. S- 2556.. - 411. In wie weit der in dem Unkerholz befindliche Werktſtrauch zur Feuerung ge- brauchet werden könne. GS. 2556.| 9 412. Von dem verſchiedenen Gebrauch, der ſonſt no& von dem Werft gemacht.wer- .s kann, und Daß ex ſich beſonders zur Zäunung ganz vorzüglich ſchicke. SZS 7 - 413. Von. den verſchiedenen Arten der Dornenſträucßer überhaupt, daß ſolche ins- geſammt den Forſten nachtheilig ſind; und Daher ezer.ausgeroftet als vertmnehret zu werden verdienen. S- 258- 6. 7 414. Wiederlegung desjenigen, was zur Vertheidigung der Dornenſträucher in den SVäidern von einigen Forſtverſtändigen angeführet wird, S- 259. 415. Daß nicht alle Dornenſträucher-weder-gleich ſchädlich, noch auch gleich nüßblich ſind, und daher näher gefann? werden müſſen. S. 260.; - 416. Von dem Schleedorn; wo ex am häufigſten wächſet, und wie xx fich vermeh- pet. S; 259, N 6 417. XXVI Summariſcher Jnhalt. 5: 4117. Von dem verſchiedenen Gebrauch, der von dem Holz des Schleedorneg: 18 M0 bey Beſtimmung der verſchiedenen Brennholz Bedürf» niſſe ſex füglich bedienen könne,„jedoch dabey jederzeit auf die Verſchiedenheit der Abſichten,-ſv bey. dieſen Tax- Priveipiis und einem anzufertigenden Privat- Holznußungs- Etat zum Grunde liegen, Rückſicht zu nehmen ſey» par 5 . 465. 6.4%5- ? 466, - 468- 2 469. » 470. '» 471. 7 472, 2 473: - 474: » 475: Sutmmariſcher Jnhalt. N KX1X Sas vor Säke zu deit Holzbedürfniſſen bey dem Bräuen, Darren und Brandweinbrenien, im den erwähnten Tax-Prineipiis angenommen worden, und in wie weit.ein Eigenthämex, der ſich vom feinem Forſt- Benukungsertrage einen ſichern und zuve:läßigen Entwurf machen will, hierunter eine Abändex- ung zu treffen habe. GS. 293-| Von den Holzbedürfniß- Sägen, fo in den erwähnten Tax-Principiis bey den übrigen geroöhnlichen häuslichen Feuerungen angenommen worden. S. 295- Daß, wenn die angenominene Säße vor zureichend geachter werden ſollen, das zu den verſchiedenen Wirthſchaftsgeſchäften beſtimmte Holz nicht naß, ſon- dern: wohl ausgetröcfnet ſeyn müſſe, wobey zugleich," wie viel Schaden ſich ein Landwirth dur< das naſſe Brennholz verurſachet, bemerket wi'd. S- 296- 5Varum man ſich nicht durch die wenige Koſten des Schlagerlohns von der höchſtnöchigen Vorſicht, jederzeit einen verhältnißmäßigen Vorrath von tro>e- nen Brennholz amuſchaffen, abhalten laſſen müſſe. S.296-; Daß daher das Schlagerlohn des Brennholzes in den SSÄ AREIEL REREN ten, in ſo ferne das Klafterſchlagen nichr von eigenen: Dienſtleuten beſtritten: werden kanu; mit in Ausgabe geſteät werden müſſe. S. 297- Anmerkung, daß bey Fortmirung eines Forſt- Benukungsetats die Brennholz-. Bedürfniſſe nicht bloß auf die Wirthſchaft eingeſchränket, ſondern dabey auch auf das, was der gegenwärkige Beſitzer wirklich-zu ſeiner und ſeiner Fami- tie Conſumtion nöthig hat, mit angerechnet, und folglich in ſo: weit von der Vorſchrift in den, Chur- und Neumärkl. Lax-Principiis abgegangen werxden müſſe. S- 298-;: REUE) Von dem Brennholz, ſo die faſt in ällen Wirthſchaften gewöhnlichen Depu- tanten erhalten, und daß ſol DB 2 5 NT D O S. 3:4. -'502. Wie es mit ſolchen Holzberechtigten, die vor Das'zu holende Holz einen gewiſſen Zins oder Heidemiethe erlegen müſſen,“ zu halten ſey: S. 325-+ - 503. Üßarum es, dergleichen Holzmiethen ebenfalls auf etwas gewiſſes zu ſeen, doppelt rathſaw ſey- S- 326«: ;.- 504» XXXIL Summariſcher Inhalt. 6.504-, Daß auch eine vernünftige Holzabnußunggart, wenn der feſtgeſetzte Forſterat * xealiſiret, und der Wald dabey auf beſtändig unbeſchädiget erhalten werden ſoll, gewählet werden müſſe.'S. 326, » 505. Warum man die beſte und richtigſte Abnußungsart der Waldungen nicht beſ- ſex exfennen könne, als wenn man die Fehler, ſo unſere Vorfahren Darin began- gen, in nähern Betracht nimmt. S. 327. - 506. Kurze Geſchichte Der ehedem gewöhnlichen Holzbenußungsart, wobey beſonders Hemerket wird, daß-es die Worfahren hauptſächlich darin verſehen, daß ſie nicht ihre Wälder ordentlich eivgetheilet, ſondern überall, ohne ſich an gewiſſe Reviere zu binden, genüßet: haben. S. 328. f - 507. Daß nicht ſowohl der übermäßige Holzverkauf, als vielmehr dieſe unrichtige Benußungsart an dem ſchlechren Zuſtande der Wälder, worin fie ſich avjett befinden, Schuld ſey. S- 329. 9 508. Durch dieſe unrichtige Benutungsart iſt theils eine Menge des vorhanden ge- weſenen jungen Aufſchlages zu Schanden gegangen, theils aber hat auch der Eigenthümer Leine genugſame Gelegenheit, die Durch den Holzverbrauch entſtan- Dene Blößen durch neue Beſaamung wiederum zu decken, und dadurch den ;., GVald in einem beſtändigen holzreichen Zuſtande zu erhalten, gehabt. S. 329: 509. Nähere Urſachen, warum die vorige Holzbenußungsart höchſt ſchädlich, und es DE: die Wälder gehörig zu nuten und auch zu erhalten, nicht möglich ſey- 33x.; - 510. Daß daher die neuere Forſtverſtändigen den Wald in gewiſſe Reviere eingethei- let, und nur allein in Dieſen,- nicht aber in dem ganzen Walde, das Holz von Zeit zu Zeit genußet werden ſolle. S- 33x.| - 511. Nähere Beſtimmung dieſer neuen Holzbenußungs- Methode, und daß dabey hauptſächlich eine Cinfheilung in ſo viele Reviere, als eine jede Holzart, um wie- Der zu be Bollſrändigkeit zu kommen, Jahre gebrauchet, vorausgeſetkzet werx- de. SS. 331.; - 512. Daß vey dieſer neuen Benukungsart kein bereits vorhandener Aufſchlag zu ſchanden kommen könne.€. 332. - 5713. Daß auch bey dieſer Holzbenutzungs- Methode der Eigenthümer nicht an An- legung genugſamer neuen Schonungen gehinderr werde, und er folglich, ſeinen DPalid in beſtändigen guten Zuſtande zu ſehen, hoffen könne. S. 333- - 514. Nochmahls wiederholter allgemeiner Begriff, von der jekt allenthalben ange- nommenen Abholzungs-Mthode. S. 334- - 515. Warum aber Dieſe.neue Holzabmukungeart ſchr viele- Einſchränkungen und Ausnahmen leide, und daher nichr wohl anders, als cum grano Lilis, in Aus- ÖObung geſe8et werden fköntie. S. 334. 5 536. Daß dieſe Benußzungsart ſich bey einem Walde, der aus lauter Brennholz be- 28 zwar.den Buchſtaben nach am leichteſten in Ausübung ſetzen laſſe. S. 335. 6. 517 Summariſcher Inhalt. KXKXU 6517. Daß dennoch dabey ebenfalls, wenn nicht der Eigenthütner dur< die deshalb gemachte Eintheilung des Waldes in Werlegenheit gerathen ſoll, verſchiedene DVorſichten, welche näher bemerker werden, dabey gebrauchet werden müſſen. 4) S. 335+ 518. Warum dieſe Benubungsart hauptſächlich. in ſolchen Wäldern, wo verſchie- dene Holzarten, auch von einer jeden Holzart verſchiedene Gattungen unter ein- ander vermniſchet find, die meite Schwierigfeit finde.-- S. 336- 519, Daß dieſe Benußungsart-denno demn u | === emm anmuten ua ux vL «243; - 529. Nähere Urſachen hiervon- S. 343» - 530. Wie man ſich zu verhalten habe, wenn-das Unterholz zur Zeit des Abtreibens von dem Oberholz noch nicht brauch- und nukbar genug iſt. S. 344. - 531. Verſchiedene Zweifel, die bey der Wiederbeſamung eines mit guten Unterholz veymengten Reviers vorfallen fönnen-S, 345» . G. 532» XXXIV Summariſcher Inhalt. 6. 532. Warum man in einem dergleichen Fall die künſtliche Beſamung der natürlie * die 6. 568. bemerkte, der neuern Holzabnuße unggart entgegen ſtehende Schwierigkeiten gänzlich gehoben werden können, S. 369.;|' Der dagegen zu machende Einwand, daß dadurch die Wiederbeſamung der abgetriebenen Reviere gar ſehr erſchweret werden würde, wird beantwortet, 5.2708 Warum dieſer Vorſchlag auch der Waldhürung nicht nachtheilig ſey, ſondern vielmehr die Aufhütungsberechtigte einen offenbaren Wortheil davon haben. S. 372705; Daß die'neue-Holzabnußungsart, welche eine geſchickte Eintheilung des Wal- des in verhältnißmäßige Schläge voraus ſetzet, jederzeit die beſte und nüklichſte ſey,. dabey aber die vorhin bemerkre Einſchränkungen nicht außer Augen geſeßet werden müſſen, wird nochmahls beſtätiget. S. 372. Warum, wenn dieſe Holzabnukungsart ihre vollfommene Wirkung haben ſoll, u aiten Stubben und Wurzeln aus der Erde geſchaFet werden müſſen. 373. TE' Daß dieſes bey der älten verwerflichen Abholzungsart der Nadelhölzer weniger nothwendig geweſen. S. 374.:;;; Bey der neuen Holzabnußungsart aber iſt es eine Nothwendigkeit, daß die Stubben und Wurzeln zugleich mit den Stämmen ungeſaumt weggeſchaffet werden müſſen. S. 375.;< j Won einem in den Königl. Preußiſchen Staaten ergangenen Geſes,: daß die Bäume in den Wäldern nicht mehr gewöhnlicher Weiſe abgeſtämmet, ſondern“ mit ang. vrdn 2 S80. ax 58x. | 5824 XT 583+ 584 IT Da 535. 9 536. u. 587* - 588, 7 539» 2590. , 591, Sumtnariſcher Inhalt. XXXVII init den Wurzely zugleich ausgerodet werden ſollen, und wie weit daſſelbe zur Obſervanz) gekommen. S-375-«; Daß die Erfüllung dieſes Geſees bey demjenigen Hol), welches zur eigenen Conſumtion verbrauchet, oder zum Werkauf in Klaftern geſchlyggen wird, Xeine Schwierigkeiten finde, und ein Eigenthümer ſich dadurch die Koſten gar ſehy er- leichfere- ES 375 IBarum aber ſolches den Käufern,- die das Holz auf dem Stamm kaufen, nach der Billigkeit nicht zugemuther werden könne, und wie ſich daher vie Wey- käufer in ſo!chen Fällen zu verhalten haben<- S- 377- Daß auch in den Eich- und Buchwäldern die Ausrodung und Wegſchafſung der Stöcke nothwendig, und dabey auf eine gleiche Art zu verfahren kathjam ſey. S. 377-:/ ZI IERDAN Von der beſten und ſicherſten Methode, das richtig eingerheilte und jährlich«ab zutreibende Holz wirklich ins Geld zu ſeßen, und daß dabey nicht in allen Fällen auf einerley Fuß verfahren werden könne« S. 378-| TBarum man diejenigen Arten des Holzverkaufs, mit welchen viele Koſten verfnüpfet ſind, ſv viel möglich zu vermeiden ſuchen müſſe. S. 378-+ Erörterung der Frage, ob es rarhſamer ſey, das zum Werkauf übrige Holz an einen Holzhändler auf dem Stamm zu überlaſſen, oder es ſelber zu bearbeiten, und nachher unmirfelbar zu verfaufen? wobey zugleich dasjenige, was hiernn- fer mit dem Schiffsbau- und Stabholz vorzugehen pfleger, kürzlich bemerket wird. S. 379« Gründe, warum einem Privargutsbeſiker ein unmittelbarer Holzhandel nicht angzerathen werden könne, ſondern er weit beſſer trhue, wenn er ſein Schiſſsdaäu- oder Stabholz an einen Holzhändlex auf dem Stamm verfaufet. S. 389. Daß es aver in A ſehung. des Brennh. les eine andere Bewandtniß habe, YD bey der Lerkfaufsari deſſelben hauptſächlich, ob Mangel oder Ueberfiuß dä- von vorhanden ſey, Rüctſicot genommen werden. müſie- S. 381+ Daß m-ſolchen Gegenden, wo das Brennhoßz in Ueberfluß vorhanden iſt, der Verkauf deſſeiben auf dem Stamm an rathſamſten ſey,“ jedoch dabey den Käu- Fern die baldige Abraumung deſſeiben auferleger werden müſſe. S. 382. IBarum es in Beaenden, wo mehr Mangel als Ueberfiuß an Brennholz iſt, datſelbe in Kläfcern ſchlagen zu laſſen, und alsdenn zu verkaufen, rathſamer ſey; wobey verſchiedene Vortheile, die ſic) ein Landwirth mit ſeinen überfiüßiv» gen Dienſten dabey verſchaffen kann, näher angeführet werden.- S. 383- Warum au das lebendige oder Unterholz an Birken und Erlen auf dem Stamm zu verkaufen rathſaitner ſey, und wie Darunter verfahren werden müſſe? S 384. Gründe, warum der Verkauf des Unterholzes in Klaftern nicht ſo vathſam, als der auf dem Stamm ſey. S. 385. Daß, wenn das Unterholz an Birken und Erlen zum Werkauf in Klaſtern ein» geſchlagen wird, zufördeyſt das darunter befindliche Nusholz WORTE 04 e3 ole, R ERT wren m SIT eilig gn wers eng un ZEE Ts pm m. EK. A wit GETS m LIESE-- DEE KXXVI- Summariſcher Inhalt. fohh 2 a Preiſe weit höher ſtehet, auch beſonders verkaufet werden müſſe. S. 3856. 5. 592. Daß inzwiſchen an den Orten, wo überflüßige Spann-und Handdienſte vor- handen ſid, das Einſchlagen dieſer Holzart in Klaftern ebenfalls angerathen werden müſſe. S. 387-- 593. Daß das überflüßige Lager-und Brennholz durch allerhand geſchickre Anlagen ins Geld zu ſeen geſuchet werden müſſe. S. 387-| 594. Die hierunter gewöhnliche Anlagen werden benannt, dabey aber erinnert, daß nach den Umſtänden eines jeden Orts nur diejenigen, die ohne Schaden des Waldes beſtändig fortgeſeßet werden können, zu wählen ſind. S- 338. 595. Anmerkung, daß, obgleich bey der neuen Holzabnußungsgart dergleichen Anla- -gen nicht mehr ſo nothwendig ſeyn werden, ſich dennoch immer eine Veranlaß- ung dazu finden wird. S. 388. 596. Von dem Kohlenſchwelen, und daß dadurch der Ueberfluß an Holz ſchr be- quem verwendet, und ins Geld geſeker werden könne. S. 389- 597. Daß das Kohlenſchwelen um ſo nüßlicher ſey, als dazu alle Arten des überflü- ßigen Holzes gebraucher werden können. S- 390-«; 598. Daß es nicht raihſam ſey, die Kohlenſchwelerey auf ſeine eigene Rechnung zu halten, ſondern ſolche vielmehr an Sachverſtändige überlaſſen werden müſſe; und warum hierunter vor Privak- Eigenthümer die Grob-und Kleinſchmiede die beſten Abnehmer des Kohlenholzes ſind. S. 399-! 599. Daß man den Schmieden oder Köhlern die baldige Wegſchaffung des erfauf- ten Kohlenholzes zur Hauprbedingung machen müſſe. S. 391. ' 600. Daß dieſes Nothmittel, den Ueberfluß des Holzes zu verloſen, deshalb nörhig ſey, weil bey deſſen WiederabſchaFung keine darauf verwandte Koſten verlohren gehen.. S- 392-; 5635 601,-. dem Aſchebrennen, daß ſolches zwar nicht ſo nüßlich als das Kohlenſchwe- ſen ſey, dagegen aber auch in einigen Stücken mehrere Bequemlichkeit bey ſich ühre. S- 392- PRIN; 2 602. 10 den Holzgattungen, die ohne Schaden des Waldes und ohne Nachtheil des übrigen Holzverkaufs zum Aſchebrennen genommen werden können. MY ua a x .] [x| . u S. 393-;. 5 4 - 603-« Wie die vor die Pottaſchſieder taugliche Aſche beſchaffen ſeyn müſſe, und wel- ;; Ms - 605. Daß auch ſo wenig das Aſchebrennen als Pottaſchſieden, beſonders wichtige “ Koſten, welche bey der Wiedereinſtellung dieſes Geſchäftes gänzlich verlohren gingen, verurſachen S. 395- "6. 606. ESER EREIGNEN SIEDET WIRE Rewer 0... tr ide„ale> Nene ZIEH Summariſcher Inhalt. XXXI1X 6,6056. Von den Bedingungen, die man den Aſchebrennern, wenn man das Aſche- brennen an dieſelben überlaſſen will, zu machen hat, und in welcher Fahres- zeit das Aſchebrennen gar nicht verſtattet werden müſſe. S. 395- 637. Warum künftig, wenn die neue Holzabnußzungsart allgemeiner werden ſollte, das Verpachten des Aſchebrennens, an die Aſchebrennerx von ſelbſt hinweg fal- len werde. S. 396.; 608. Warum aber, wenn man Aſche brennen laſſen will, ſolches nur, um dabey ei- ne Pottaſchſiederey anzulegen, geſchehen müſſe, weil die ausgelauget? Pottſie- 2300 ein ganz beſonders vorzügliches Düngungsmittel voy die Felder iſt. 497: 609. Daß wegen Bedüngung der Felder guch, ohne ſelber Aſche zu brennen, die Anlegung einer Pottaſchſiederey, wozu die Aſche aus der-Nachbarſchaft erkau- ſe wird, ſehr nüblich werden könne, wovon ein Beyſpiel angeführet wird. . 398 2- 610. In welchen Gegenden aber das Pottaſchſieden zu dieſem Behuf nicht wohl Statt finden könne. S. 399. 611. Von den Glaghürten, als einem zur Conſumtion des überflüßigen Holzes eben» falls ſehr bequemen Mittel; warum es aber wegen der vielen Koſten, ſo deren Anlage erfordert, bedenklich falle. S,. 400. 612. Warum die Glashütten, in Anſehung des dadurch beförderten Hol;abſaßes, in Apſer Tagen nicht mehr ſo vortheilhaft ſind, als ſie es ehedem waren« 613« Vorſtehendes wird weiter fortgeſeber,'und dasjenige, was ein Privatgutsbe- ſißer gemeiniglich von den auf ſeinem Grund und Boden angelegten Glashüt- ken zu erheben hat, näher angezeiget. S. 401. 614. Ausnahmen, die hievon in ſolchen Fällen, wo fi) der Gutksgeigenthümer das Recht, die Glasmacher mit dem benöthigten Bier und Brandtwein zu verlegen, vorbehalten hat. S«- 402. 615, Daß bey der neuen Holzabnußungsgart an keine neu anzulegende Glaghütten zu denken iſt, und unter welchen Bedingungen-auc ux mn nx EEK Summäriſcher Inhalt 6,620. Die Holtarten, von welchen die Borke'am meiſten gebrauchet und gefuchet wird, werden benannt, und daß das Borkreiſſen niemahls den Hauptnuken des Holzes hindern müſſe. S. 4056, 2; - 621. Warum auth öfters aum edlern Holzarten, beſonders Sageblöcken und ffatken Baubolz, ein ſolcher Ueberfluß ſeyn kann, daß ſie auf dem Stamm'nicht zu verloſen ſind; ſondern man ebeiifaüs auf Mittel, ſie auf eine andere bequeme Art ins Geld zu ſezen, bedacht ſeyn müſſe, und ſolches beſonders zu den Zei- fen unſerer Vorfahren nöthig geweſen.'S. 405-; - 622. Daß ſchon unſere Vorfahren, um den Ueberfluß ihrex Brettklößer und ſtarken « Holzes nicht verfaulen zu laſſen,“Schneidemühlen angeleget, und vermittelſt verſelben ſolche auf eine ſchr bequeme Art ins Geld geſeßet. S. 407. Merkwürdiges Bepyſpiel, wodurch eines Theils Die Möglichkeit und Nüklichkeit einer ſolchen Varſiiberungsart des ſtarken Holzes gezeiget wird, weiches aber auch andern Theils zur-LLarnung dienen kann, daß man, auch bey dem grö- Geſten Ueberfluß des Holzes, dergleichen Abnukßungs- Methoden nichr zu weit treiben müße. S- 408. - 624. Wie von dieſer Methode, das überflüßige Holz auf eine bequeme Art ins Geld zu ſeen, auch in Anſehung andexer Holzarten, beſonders Der Eichen und Lin- Den, ein Gebrauch gemacht werden könne- GS. 409. Digß auch in ſolchen Gegenden, wo keine Gelegenheit Schneidemählen anzuſle- gen vorhanden iſt, dieſes Mittel dennocM, vermittelſt der befannten Brekt- ſchneider in Ausübung geſeßer werden könne. GS. 410- 4 - 626. Daß der Mangel naher ſchiſſ-oder flößvaren Strröhine„dieſer Abſas- Methode Vb „R w VI KT [03] |S] va 692. 693» 694. Vn vv x w 695. 2 696. 7 697. 5 698. 7 699. -"700... ? 701, - 702, 4. 703. - 704. Summariſcher Inhalt. Gy wie weit die Anger und unbewachſene Pläße in den Wäldern in die Scho- nungen mit eingeſchlagen werden können, 1ſt zweifelhaft, 1:1d ſoll in der 7ten Abtheilung näher erörtert werden. S. 455. Worin die Verhältnißmäßigkeit einer Schonung beſtehe. S 455. Warum bey der neuen Holzabnußungsart keine andere als verhältnißmäßige Schonungen Statt finden können.'S. 456. Zweifel, der hiebey in Anſehung der Aufhütungsberechtigten entſtehen könn- te, wenn nach der neuen Holzabnußungsart die Einiheilung-des Waldes nicht nach dein Verhältniß der Morgenzahl, ſondern nach der Güte des Hol- zes geſchehen muß, und folglich die anzulegende SHonungen nicht in allen Jah- ven gleich groß fallen. S. 4:6. Gründe, wodurch dieſer Zweifel. gehoben werden kann. S. 457- Bon der Nothwendigkeit der Beſamung der Schonungen, und daß ſelbige in die natürliche und künſtliche eingetheilet werde; einige Holzarten wegen des ih- nen natürlichen Wiederwuchſes au nE nn ll a. ie <==<- <== .-4 IE de u mu Sa ISS magn . LV Summariſcher Fuhalt. 6. 819. Allgemeiner Saß, warum auch die Unterthanen bey ihrem Recht,| in den herrſchafrlichen Wäldern Streu rechen zu können, die deshalb vorgeſchlagene Einrichtung anzunehmen ſchuldig ſind-. 543. -- 820, Daß es Ddabey jedennoch jederzeit auf die Bedürfniſſe der Streu eines zum Streurechen berechtigten Bauern ankomme, und was ps"dexen Ausmittelung vor Säße zum Grunde zu legen ſind. C502 j - 821. Daß vor allen Dingen der VWiehſtand der Bauern, welche das Recht, in den herrſchaftlichen Wäldern Streu zu rechen,„beſiken, ausgemitrelt WON müſſe, dabey aber auf die Pferde keine Rückſicht zu nehmen ſey. j . 545-? 822, Wie hoch der Rindviehſtand der Unterthanen. naH dem Werhältniß ihrer Ausſaat, in dieſem Fall anzurechnen ſey. S. 545,; 823. Wie der Schafviehſtand der Bauern in dieſem Fall an den Orten, wo GE Herrſchaft das Recht der Schäferey- Gerechtigkeit har, zu beſtimmen. (. 546.;: 2 - 824. Wie es hierunter an den Orten zu halten, wo lauter Bauern wohnen, und die Herrſchaft keinen eigenen Acker noh Schöferey- Gerechtigkeit hat. S. 547.. - 825, Die hierunter nöthige Beſtimmung des Bauerviehſtandes an Rindvieh und Schafen ,. wird durch ein näher angenommenes Beyſpiel gezeiget« S, 584- 2 826. Von der Beſtimmung des Strohzuwa<ſes, und wie viel da - von zur Einſireue vor das Vieh übrig bleiben könne, wobey zugleich das unwirthſchaftliche Verfahren, das Stroh zu verfau- aur und dagegen das VWieh mit Streu zu ſtreuen, gezeiget wird. 548.. € 827. Fortſezung des Vorigen, S, 549.; 6 828. Daß auc. Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl den Oefonomen» als. auch den Richtern und Rechtsconſulenten, wegen der beſtmog-- lichſten Erhaltung und Benugzung der Waldungen, zu wiſſen nothig ſind. v-======zzz S2 Eitzleitung in dieſes Zauptſtü>, von der LTothwendigkeit und TTüglichkeit des Zolzes „än-einem. jeden Sande, „| . Hotz und Waldungen haben, ſo lange die Welt ſtebet, zu den menſchlichen ==> Bedürfniſſen, ſowohl in Anſehung der Nothwendigkeit, als auch Beo [ quemlichfeit, ſehr viel bzygetragen, und ſind daher jederzeit mit dem gröe ßeſten Recht zu den. unentbehrlichen landwirthſchaftlichen Producten geo zählet worden, Nicht bioß die auf.dem platten Lande Lebende, ſind dieſes Geſchenkes der Natur, theils zu ihrer Erhalrung, und theils zu ihrer Betreibung verſchiedener nüßlichen Gewer- be, benöthiget, ſondern auch ſelbſt den Einwohnern der Städte muß der Mangel und Ah- gang deſjelben aus gleichen Gründen ſehr empfindlich fallen, Die Unterhaltung der Familien wird durch den Uebetfluß des Holzes, beydes in Städten und auf dem Lande, gar ſehr erleichtert(a), und diejenigen Gewerbe, die ohne Feuerung micht bekrieben werden können, haben, zum Beſten des ganzen Landes, einen in die Augen fallenden Vortheil davon(db),; Oecon. Foreus. VIT. Theil, A GI Recht 2 Eilfte3. Hauptſtü>k. 2) Recht ſeltſam ſcheinet es zu ſeyn, daß man gemeiniglich in den ſchlechteſten Gegenden, wor- b): unter ich diejenigen, die einen geringen und unfruchtbaren Boden haben, verſtehe, diz meis ſen Leute und ſtärkſte Bevslkerung anzutreffen pfleget. Es beſtehet aber der Grund dieſer ſeitſamen Erſcheinung in nichts anders, als daf ge- wöhnlicher Weiſe in ſolchen Gegenden ein Ueberfluß von Holz, und Waldung, beſonders von Brenn- und Nadelholz, vorhanden iſt. Kaun die Hälfte des gemeinen Landmannes kann mit eigenen Nahrungen verſehen wer- 447 7 ſondern es muß ſich der größeſte Theil deſſelben durch ſeiner eigenen Hände Arbeiter alten. In Gegenden, wo es an eigenent und nahen Holze mangelt, fällt. es dieſem Theil der Landleute, weil fie mit feiner eigenen Anſpannung verſehen ſind, ſich das zu ihrer Feuerung benöthigte Holz zu verſchaffen, ſchr ſchwer.: Eine Nothwendigkeit iſt es' daher, daß dieſe Art von Landbüurgern ſich vorzüglich an ſol- hen Orten, wo ein Ueberfltß von Holz iſt, niederlaſſen, und dagegen alle Vortheile, die ſie fönſt auf fettern und fruchtbarern Fluren zu erwarten hätten, fahren laſſen müſſen. Nicht allein auf den Dörfern nimmt man dieſes wahr, ſondern auch ſelbſt in den Städten, wo das Hols theuer iſt, wird ein Mangel von Taglöhnern und Handarbeitexn bemerfet, und nur blos ein übertriebenes Tagelohn kann für dieſe Art Leute ein zureichender Bewegungs- Grund ſeyn, ſich an dergleichen an Holz- Mangel leidenden Orten in der gehörigen Menge willig niederzulaſſen. Selbſt Familien vor Stande, welche in die Nothwendigkeit, einen ſtädtiſchen Aufenthalt zu wählen, geſeßet ſind, werden jederzeit ſich vorzüglich nach ſolchen Gegenden, wo das benöthigte Holz, für einen billigen und mäßigen Preis zu erhalten iſt, umſehen. Alke Arten von Schmiede, Töpfer, ja ſelbſt Brauer, Branntweinbrenner und Bäcker in den Städten können ihre Waare weit wohlfeiler geben, und ſich folglich auch eines ſtärkern u verſichert halten, wenn ſie an einem Orte, wo ein Ueberfluß von Holz herrſchet, wohnen.: Schon bew den gemeinen ſtädtiſchen Bürgern und Handwerkern, die ihr Gewerbe nicht ohne Feuerung betreiben können, und ich hier zunt Beyſpiel angeführet habe, iſt der Unter? ſchied des Holzüberfluſſes und Mangels offenbar.; Noch weit mehr in die Augen fallend: wird derſelbe, wenn man auf ſo Holz und Feuerung nicht beſtehen könnende Gewerbe Nückſicht nimmt. Alle Arten von Porcellain- und Fayanc2e-, auch Gewehr-Fabriken, müſſen ihre Waa- ren vertheuern, und die Uebernehmer derſelben dabey zu Grunde gehen, wenn ſie das zu ih- rer Betreibung benöthigte Holz nicht für billigmäßige Preiſe bekommen könnten= Kalk- und Ziegelöfen, Glas- und Pechhütten+ ja ſelbſt dfe ſchwärze Geſellſchaft der Koh? lenbrenner, müſſen bey einen eingeriſſenen Mangel von Holz zuleßt ihr Ende finden. Der hieraus ſo wohl für die einzelne Bürger des Staats, als auch den Staat ſelber, un- ausbleiblich entſtehende Schaden wird wohl von niemandent in Zweifel gezogen werden kön- nen... Denn eine in den Regeln aller vernünftigen Staatswirthſchaften gegründete Wahr“ heit iſt es, deß alle Producte, die in dem Lande ſelber gebrauchet werden können, auch in demſelben, ſo viel möglich, felber erzeuget werden müſſen. - Wie aber kann ſolches bey den vorbenannten Gattungen von unentbehrlichen Bedürf- niſſen, bey, einem offenbaren Mangel des dazu bensthigten Holzes, möglich gemacht werden? 6. 2... viele andere ohne Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl ce. 3 ZINN, Daß die Vorſorge für die Erhaltung des Zolzes und der Waldungen, in unſern Tagen weit nothwendiger geworden iſt, als ſie ehedem war. Zu den vorigen Zeiten waren in unſerm geliebten deutſchen Vatkerlande wohl nur wenige Gegenden, welche über einen dergleichen drückenden Mangel an Holz zu kligen Urſache batten. Die an vielen Orten mit Holz bewachſene Wildniſſe, bothen faſt überall einen Ueberfluß davon dar. In den vorigen Jahrhunderten war es eine eben ſo nothwendige Grundregel der Staatswirthſchaft, die Urbarmachung dieſer Wildniſſen und überflüſſigen Holzreviere, nach Möglichkeit zu befördern, als es anjeßt allen treuen Wächtern des Staats zu einer un« verbrüchlichen Pflicht, auf die Erhaltung der noh jest übrig gebliebenen Holzpläße, aus allen Kräften bedacht zu ſeyn, geworden iſt. So ſehr ſind auc< die Staatsgeſchäfte ſelber den Veränderungen der Zeiten uns ferworfen, und die Regeln von der jeßigen Behandlung des Forſtweſens können, wenn man ſie mit denjenigen, ſo zu vorigen Zeiten eben ſo nothwendig als vernünftig waren, ing Vergleichung ſeßen will, Hiervon einen ſichern Beweis abgeben, ZS. 3 Warum die Abhandlung dieſer UTaterie dem 1Endzwee, den der Verfaſſer des gegenwäv» tigen Werks gehabt hat, vollFonunen gemäß ſey, und zu deſſen Vollſtändig, Leit ſehr viel beytrage. Alle nothwendige Landesproducte, welche ſeltener zu werden anfangen, und auf die künftige Zeiten, an ſtatt des ehemahligen Ueberfluſſes ,- einen ſchädlicden Mangel dro» ben, verdienen wegen ihrer Erhaltung eine doppelte Aufmerkſamkeit. Die Forſten, ſowohl der Landesherren, als auch der Privatgutsbeſißer, befinden ſich in unſern Tagen in dieſer Lage. Das Auge der Landesherren und ihrer in dieſem Fache arbeitenden Miniſter, iſt bereits darüber geöffnet, und es werden allenthalben die nachdrüFiichſten Vorkehrungen, um dieſem Staatgübel vorzubeugen, getroffen. Eines jeden rediich denkenden Mitbürgers Schuldigkeit iſt es, hierbey mit Hand anlegen zu helfen, und darüber ſeinen aus Erfahrungen und Nachdeaken geſchöpften Rath, zur nüklichen Belehrung aller derer, die davon einigen Nußen ziehen wollen, mitzutheilen, 7 Auch bey der vollkommenſten Ueberzeugung der meiſten Güterbeſiker, daß es, auf die Erhaltung der Forſten und Waldungen mit Ernſt zu denken, nothwendig ſey, habe ich dennoM wahrgenommen, daß ſehr viele hierunter nicht die gehörige Maßiegeln neh- men, ſondern vielmehr auf Wege verfallen, welche dieſem heilſamen Endzwe> mehr ſchäd- lich, als nüßlich ſind, I< habe zugleich wahrgenommen, daß ein großer Theil der Güter*eſiß'r durch die Einſchränkungen, ſo aus den verſchiedenen Gerechtſainen fremder Miiiniereſſnten er wachſen, an der Erfällung ihrer MOOR REENNEH Abſichten gar ſehr gehindert wird. 5. ie 4 Eilftes Sauptſiüs,.| Die Einrichtung der Forſtwirthſchaft ſeiber gehöret zu den ökonomiſchen, die Bes - ſtimmung der Gerechtſame fremder Mitintereſſenten aber zu dem juriſtiſchen Fach. Dieſes hat mich denn bewogen, den unter dem Titel eizer Oeconomia forenſis hig- her ans Licht getretenen ſechs Bänden, annoch einen ſiebenten, in welchem ich, ſowohl die, wegen Erhaltung und richtiger Benußung der verſchiedenen Arten. von“Waldungen,.- nöchige Maßregeln an die Haud zu geven, a!s auh die fremde Gerechtſame und Dienſt« barfeiten, wodurch die Augübung dieſer Maßregeln gar ſehr gehindert: werden Fann, nä» her zu beſtimmen, die Asſicht have;„SENEN;) Ich hofſe, daß dieſes wein Vorhaben, dem: Hauptendzweck-des bigsher von mir ausgearbeiteten, und von dem geehrteſten Pabiikum mit ſo vielen unverdienten Beyfall aufgenommenen, Werkes, auf keinerley Weiſe. zuwider ſeyn, ſondera vielmehr zu deſſen . Bolilſtändigkeit ein. vieles beytragen, wird.. + 4; Daß dieſe Hfaterie, wenn der Vortrag davon deutlich werden ſoll, eine gewiſſe Oednung exfordere,: Es iſt; wie ein jeder von meinen.geneigten Leſern ſelber ermeſſen wird, das Feld, worin ich mich aufs neue“wage, von ſehr weitem Umfange.|; Ohne meinen, in dieſer Materie mitzutheilenden Gedanken, eine richtige Ord» nung zu beſtimmen, könnte ich daher ſehr leicht auf allerhand Ausgſchweifungen und Adve- ge, ſo die Deutlichfeit und Gründlichfeit des mir vorgeſesten Vörtrages hindern; und dem geneigten Leſer ſeiber ekelhaft fallen würden, gerathen. | Meine einmabl in allen meinen Schriften erwählte Lieblinggmethode, nach wel- her ich die von mir vorzutragende Wahrheiten, aus richtigen und zureichenden Gründen herzuleiten, und nichts, als was auf dieſem Probierſtein den Strich- hält, fär Wahrzyeit anzunehmen, gewohnt bin, verſtattet auch ſolches nicht. WF I< werde daher bey der gegenwärtigen Abhandlung. meinem Vortrage gewiſſe Gränzen ſeßen,. und ihm eine ſolche Ordnung beſtimmen, in welcher die vorkommende Wahrheiten. nach richtigen Gründen beurtheilet und geprüfet werden können.. 2 ORE EIE Von den NIET NTENREEN dieſes Zauptſtückes.- Z Um dem geneigten Leſer von der Ordnung,. die ich bey der gegenwärtigen Abhand Jung zu beobachten gedenke, einen vorläufigen allgemeinen Begriff zu geben, will ich meis ne Gedanken in verſchiedene Abtheilyngen abfaſſen, und in der erſten verſchiedene Säße und Grundwahcheiten, welche zur nähern» Erläuterung alles-desjenigen, was von der Erhaltung und-richtigen Benußung der- Wälder und Forſten bemerket werden foll, zu wiſſen nöthig ſind, voranſchicken. Da die. verſchiedene Holzarten nicht alle von einerley-Natur-und Beſchaffenheit find, deren Anbau, Pflege und Benußung auch, in Anſehung der darunter zu nehmen- den Maßregeln, eine große Verſchiedenheit erfordert, ſo ſoll in einer zweyren Abtheilung von diefem allen ein zwar kurzer, dabey aber vollſtändiger, und unſerm Endzweck anpaßs ſender, Unterricht gegeben werden,..;| “ine Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl:c, 5 Eine richtige. Benußung der Waldungen, ſetßet natürlicher Weiſe ihre unbeſchä- digte Erhaltung voraus. Zu dieſer unbeſchädigten“Erhaltung der Waldungen ſowohl, als auch zu deren Verbeſſerungen, ſind vernünftige und wirkſame Mittel erforderlich, wel- . Ich erachte es daher für nörhig, auch gegenwärtig von der beſten und richtigſte Abſchäßung der Waldungen, noch näher zu handeln, und dieſer eH nähen die 112.000 Abrheiluug zu widmen. Von den vielen Bevortheilungen, die den Gutsgeigenthümern von den Holzkäu- fern, beſonders den auswärtigen, zu wiederfahren pflegen, habe ich ebenfalls manche neuerliche Erfahrungen erlanget. I< werde daher zum Beſchluß in der ack beſonders von den großen Ficht- und Kieferwäldern gebrauchet, indem man den mit andern Holzarten bewachſenen Bezirken gemeiniglich den Nahmen von Duſch- als Eichbuſch- Erlenbuſch u, ſ. f. beyzulegen pfleget. Ich werde mir zwar dieſer Augdrücke, auſſer bey dem lebendigen Holze, wo es we- gen des dabey vorfallenden Unterſchiedes gewiſſermagen nöthig iſt, ſo wenig als möglich, bedienen, Sollte es aber dennoch, weil ich in einer Gegend, wo man faſt durchgehends die Waldungen 5Zeivden nennet, gebohren und erzogen bin, nach der mir dadurch ange- wöhnten Mandart, von welcher man leicht überraſchet werden kann, ohne meinen Vor- fas geſchehen: ſo ha5e ich den geneizten Leſer zuin voraus benachrichtizen wollen, daß ich auch unter dieſem Ausdruck nichts anders, als was die in dein nächſt vorſtehenden 5, von einer Forſt oder Waldung gegebene Definicion in ſich enthält, bezeichne.- a) Das Work Zeide bedeutet auch an vielen Orten, beſonders im L uneburgiſchen, der Alt+ Hark und einem Theil von Zinterpommern, einen wüſten mit Heidekraut bewachſenen von allen Bäumen und Holzarten leeren Plat, worunter die lüneburgiſche Heide beſonders be- rühmt iſt. Der? “Eilftes. Hauptſtä, Deräleichen Plätze zeichnen Sch vorzüglich dadurch aus, daß ntan yur ſelten-einen Baum darauf findet, und auch keine Holzarten, wenn. man ſie gleich zu ſäen und anzupflanz „zeu ſuchet ,. keinen Fortgang darinn haben.; Cs hat alſo in dieſer Rückſicht das Wort Heide eine ganz entgegengefelßte Bedeutung von 1124 5 Pl wir. ihr vorhin. beygeleget haben, und es auch- in vielen Gegenden wirk- Einem Neu- oder Mittelmärker, welcher von der großen Lüneburger Heide reden gehö- „vet, kommt es ſehr ſeltſam vor, wenn er an Ort und Stelle kommt, und, ſtatt eines gro? 42 Waldes, den er daſelbſt anzutreffen vermeinet, nicht einen einzigen Baum erblicken "Tann, j“!( 8. :STähere Erklärung von den Sebrauch des Wortes: Forſt. In der 6. 7. mitgetheilten Definition, habe iM eine Forſt oder Waldung, einen Snbegriſf vieler beyſammen ſtehenden Bäume genennet. Die Forſten oder Waldungen. ſind daher groß-oder klein, nachdem mehrere oder wenigere Bäume beyſammen ſtehen.„Sehr oft aber geſchiehet es, daß die Wälder, ſo ein Gutgeigenthümer beſißet,:nicht in einem Strich beyſammen liegen, ſondern in ver- ſchiedenen Gegenden ſeines Eigenthums vertheilet find, Alsdenn nennet man mit Recht einen jeden beſonders liegenden Holz= Diſtrict, einen Wald, oder auch öfters, wenn er aus lebendigem Holz beſtehet, einen Buſch alle dieſ? Wälder und Büjche zuſammen ge- nommen aber, eine Sorſt oder Waldung, AP Titius kann daher viele Wälder haben, beſißet aber dennoch, nach der von uns gegebenen Definition, nur eine Forſt,; -Auch pflegen die große landexherrliche Wälder, weil ihre Auſſicht mehrere Forſto Bedienten erfordert, in verſchiedene Reviere, deren jedes ſeine eigene Forſtbedienten Hat, eingetheilet zu werden, und aledenn bekommt ein jedes. ſolc, Jn Berrocht des Erſtern beſtehen die hauptſächlichſten Berwendungen des zuge wachſenen Holzes theils in der benöthigten wirthſchaftlichen Feuerung, und theils in dem erforderlichen Anbau und Reparaturen der Wirchſchaf:8gebäude,. Nur erſt alsdenn, wenn dieſe beyde eigene nothwendige Bedürfniſſe beſtritten worden ſind, mag ein Eigenthümer auch darauf bedacht ſeyn, daß der bleibende Ueberfluß auf die beſtmöglichſke Art ins baare Geld geſeßet werde, Dieſes kann nicht immer durch einen unmittelbaren Verkauf des vorräthigen und überflüſſigen Holzes geſchehen, ſondern es muß ſehr oft, nach der verſchiedenen Lage der Gegenden, hierunter zu andern mehr et?tfernten Hülfsmitteln, wovon die Anlegung der Glagßütren, Kalk- und Ziegelöſen, Pechbütten, Kohlenſchwelereyen, Pottaſchſiedereyen u. d. m. zum Beyſpiel diente, geſchritten werden,! Alle dieſe Verſchiedenheiten verdienen bey der richtigen und beſtmöglichſten Be- nußung der Forſten eine ſorgfältige Aufmerkſamkeit.. Es müſſen daher auch die davon an die Hand zu gebende Maßregeln darnach eingerichtet und beſtimmet werden. In den entlegenen und von großen Städten, auch ſchiffbaren Flüſſen entfernten Provinzen, iſt aus dieſem Grunde eine ganz andere Abnußunggart der Forſten und Wale- dungen zu wählen, als ſonſt an Orten, wo das überflüſſige Holz von Ginheiniſchen und Augwärtigen zu ihren Bedürfniſſen geſuchet wird, Statt findet. Wie nöthig es ſey, dieſe Verſchiedenheit der Umſtände bey Feſtſe8ung der Regeln jederzeit vor Augen zu haben, wird ſich aus dem Verfolg dieſer Abhandlung bald mit mehrerm ergeben. Hieraus entſtöhet nun der erſte Grundſatz: daß nicht eber, als nach vor- her beſtrittenen, eigenen, nothywendigen Bedürfniſſen, au eine 501zveräußerung ge» dacht-y demnächſt aber- nach Derſchiedenbeit der Lage und Gegendeny die veſtmögs- lichſte Art derſeiben gewählet werdein müſſe, GN TT- | Die Entſtehung der Waldungen, und daß ſolche bloß ein Werk der LTatur ſey. In dec 5. 7. zum Grunde gelegten Definition iſt unter andern bemerfet worden, daß die Bäume in den Forſten und Walvungen, deren Erhaltung,"Verbeſſecung und Be- nißung den eigentlichen Gegenſtand unſerer gegenwärtigen Betrachtungen abgeben toilen, von ſe!bſt aufgewachſen, und folglich-cin. bloßes Geſchenk der Natur, ohne daß der menſchliche Fleiß dazu erwas heygetragen hat, ſind.| ; Niemanden wird wohl in den Sinn kommen, zu glauben, daß die ebemahlige große und ungeheure Wälder, wir in unſern Tagen nur noch hier und da einize Ucberbleibſel ancreſſen, ein von Menſchenhänden bewirktes Werf wärey. Ja den weniger bevölkerten Zeiten, hat das Geſchlecht der Menſchen, von ihrem Eigenthum noch nicht denjenigen Gebrauch zu machen gewußt, womit es ſich anjeßt mit ſo vieler Emſigfei! und Sorgfalt beichäfnget.| 7 Die Menſchen brauchten von dem ihnen zugefallenen Antheil des Erdbodens weit weniger, als ſie änjeßt zu ihrer Erhaltung und Weide vor ihr Vieb, nöchig baden. j Ein * Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſewohl 211. 11 Ein großer Theil des Erdbodens blieb daher, in Anſehung des Akerbaues, der Wieſen und Hütungen, von Menſchen und Vieh unbenußet. Die allemahl geſchäftige Natzr aber verſtattete es nicht, daß der ohne Cultur ge- jiebene, und- ſich ſelbſt überlaſſene Theil des Erdbodens, eben ſo müßig und unthätig blieb, als es die damahligen Menſchen in Anſehung ſeiner waren. Sie brachte auf dieſen unvebaueten Pläß?n allerhand Arten von Sewächſen, und beſonders von nußbaren Baumarten hervor, und hieraus entſtanden die großen und weikt« läuftigen Wälder, wovon wir in unſern Tagen noch an verſchiedenen Orten einen ſchwas- chen Schatten antreffen. Die Geſchichte beſtätiget dieſe Wahrheit, und ein jeder alter Landwirth, der nur ſeit 50 Jahren, die in wirthſchaftlichen Dingen vorgefallene Veränderungen zu bemerken, Gelegenheit gehabt hat, witid hiervoa aus eigener Erfahrung, auf das vollkommenſte Überzeuget ſeyn,' 6: 427 Zweyter Grundſaß: daß neue Zolzanbaue zwar nicht zu verwerfen ſind; die Zauptſache bey Erhaltung und Wiedererſezung der zu Grunde gerichteten Wälder aber der tTa- tur überlaſſen, und ſolcher darunter keine Zinderniſſe in den Weg ge- leget werden müſſen. Sind gleich gegenwärtig von den ehemabligen großen und ungehenern Waldunso gen, nur noch ſchwache Ueberbleibſel vorhanden, und, um einen allgemeinen zu befürche „kenden Holzmangel abzuw-aden, der:n Erhaltung und Verbeſſerung doppelt nothwendig; ſo wird doch auch hierbey von den Menſch?n nur wenig ausgerichtet werden können, ſon« dern das meiſte davon noch fernerhin der gü:iigen Natur überloſſen werden müſſen. Sie iſt noch eben ſo Zeſchäftig, als ſie von Anſang der Welt her geweſen, beſißet auch eben diejenigen Kräfte, die ſie von je her, um den Menſchen glücklich zu machen, und ihn mit den nöthigen Holzbedürfniſſen zu verſorgen, gehabt hat, Die unfruchtbaren Sondſchollen mit Fichten- und Kieferſamen zu beſäen, neue Eichelkämpe anzulegen, Dö:fer und Straßen mit Weiden und andern Holzarten bepflan- zen, mag zwar allerdings, als ein vor ſich nüßliches Unternehmen. nicht, gänzlich verwor- fen werden, Niemahls aber werden dadurch die, durch ein unrichtiges Betragen in dez Wäldern, angerichtete Verwüſtungen, wieder erſeßet und gut gemacht werden. Naur allein die Natur kann und wird dieſe Wunde wieder heilen. Sie muß aber in ihren Wirkungen nicht gehindert, ſondern vielmehr auf alle nur mögliche Art darin bes fördert werden.; Hierauf haben alle diejenigen, welchen die Erhaltung und Verbeſſerung ihrer Forſten am Herzen lieget, ihr. hauptſäch!i<ſtes Augenmerk zu richten, und ih neome es daher billig als einen zweyten Grundſatz an: daß zwar der von vielen unternom- mene neue Anbau von Holzarten nicht zu verwerfen, die Hauptſache hierunter aber bloß den Wirkungen der Y7Jatur überlaſſen, und zu ſolchem Ende alle Zinverviſſey welche dieſen Wirkungen der Yzatur entgegen ſtehen; aus dem Wege geräumet wer- den müſſen,: B 2 6.13. 12 we Eilftes Hauxtſtüs, EEE SLHUE 1 7.: Dritter Grundſaß: daß in allen Ländern für die Erhaltung des Brennholzes die erſte und vornehmſte Sorge getragen werden miüſße.; Der allgemeine Gebrauch, wozu ſämmtliche Holzarten, welche den Jnbegriff einer jeden Waldung ausmachen, tauglich und beſtimmet ſind, beſtehet in ihrer Anweno dung zur Feuerung.' In einer jeden Hausha!ltung, es ſey auf dem Lande, oder in den Städien, iſt das Holz bloß aus dieſem Geſichtspunct ein gayz unentbehrliches Product der Erde. Durch die Verwüſtung der verſchiedenen Arten von Obſtbäumen würde zwar den Bewohnern des Erdbodens ein ſehr empfindlicher Verlyſt wiederfahren, und ſie dadurch in Anſehung ihrer Unterhaltung vieler Annehmlichkeiten beraubet werden. Allein dieſer Verluſt würde durch dea häufigen Anbau anderer ſchon vorhin be- kannten zur Sättigung der Menſchen dienlichen Früchte ganz füglich zu erſcßen ſeyn Niemahls aber könnte ſolches in Anſehung der Feuerung geſchrhen, wenn das dazu uneat- behrliche Holz, ich-will nicht ſagen ganz und gar, ſondern nar in der erforderlichen Menge, zu ſeyn aufhörfe. N Torf und Stroh, deren man ſich in einigen Gegenden zur Erſchung des Holzman gels aus Noth bedienen muß, ſind nur ſchwache Hälfsmittel, welche dieſen Berluſt im Ganzen niemahls zu erſeßen, im Stande ſind, Die wenigſte menſchliche Bedürfniſſe können ohne Feuerung. zubereitet werden, und was für eine Stöhrung aller derjenigen Gewerbe, die nicht obne Feuer bewerkſtelliget werden können, bey einem allgemeinen Holzmangel vorgehen würde, haben wir-bereits 6, 1. Nor. b. beyläufig bemerket. I Nichts iſt daher wahrer, und in die Augen fallender, als, daß der Manael an Brennholz einem jeden Staat vorzüglich ſchädlich ſey, und in den wichtigſten Stücken zu ſeinem Verderben gereiche. p Hieraus folget vun von ſelbſt der Schluß, und zugleich der dritte Grundſatz: daß für die Erhaltung des benöthigten Drennholzes in alien HAändern die erſte und vornehmſte Sorge getragen werden wülſſe. ; 6.. 145 Vierter Grundfaß: vermöge deſſen ein jeder Sutsbeſitzer ſo wohl ſeine eigene als auch feiner Unterthanen Zolzconſumtion richtig beſtimmen, niemahls an einen noch ſtehenden Baum eher, als wenn Pein Lagerbolz wiehr vorhanden iſt, die Axt legen laſſen,«uch für einen beſtändigen Vorrath von trockenen s Brennholz forgen muß. Da das Brennholz eine ſo nothwendige und unentbehrlich? Sache iſt, ſo giebet es die Vernunſt, das alle mögliche Vorſichten, um den Mangel deſſelben zu vermeiden, genommen wrden müſſen., Die Verſchwendung kann in allen Sachen ſehr leicht einen Mangel verurſachen. Dieſes trift auch beſonders bey dem Brennholz ein« Es Von den wirthſchaftlichen Wahceheiten, welche ſowohl 16. 1 3 Es wird wohl an den meiſten Orten mit feinem Product ſo verſchwenderiſch ute gegangen, als init dem-Brennhelz,. und beſonders nimmt man ſolches in ſolchen Gegen- den wahr, wo man bey dem gegenwärtigen Ueberfluß an demſelben, noch richt aus eigener E-ſohrung weiß, was der Mangel daran zu ſagen habe, und wie viele Beſchwerlichkeiten ſolcher nach ſich ziehe. Auch das Weltmeer kann erſchöpfet werden, und eben fo kritt auch öfters an Or- fen, die bey einer beobachteten guten Ordnung beſtändig hinlängſiches Breunholz gehabt baden würden, weil ſie allzu unwirthſchaftlich damit umgegangen find, an ſtatt des vori- gen Ueberfluſſes, ein drükender Mangel ein. Wer dieſen vermeiden will. der mus für ein jedes Geſchäfte, welches ohne Feue- rung nicht vollbracht werden kann, die Nothdurft richtig beſtimmen, und darunter nichts auf die Willkühr ſeiner Leute und.des Geſindes aukommen laſſen. Dieſes iſt beſonders auch alsdenn nöthig, wenn ein Gutsbeſißer viele Depukatte fen und Unterthanen hat, und die lestern das Holzungorecht in den herrſchaftlichen Wale dungen beſiken. Ohne eine richtige Beſtimmung degsjenigen, was ein jeder Unterthan zu ſeiner Nothdurft nöthig har, werden bey einem ſolchen Holzungsrecht der Unterthanen auch die beſten und ſ<önſien Wälder in kurzer Zeit zu Grunde gerichtet, und. dadurch der Weg zu einem ohnfehlbarea Mangel gebahnet, Ein Eigenthümer, der auf künftige Zeiten einen Mangel an Brennholz vermei- den will, muß ferner bey der Anweiſung des dazu zu verbrauchenden Holzes ſelber eine genaue Ordnung beobachten, und nicht eher die Art an ſtehende Bäume, wenn ſie auch gleich(roden und zu feinem andern Gebrauch mehr tauglich ſind, legen laſſen, als bis vorher das in den Wäldern vorhandene Lagerholz conſumiretworden, Daß bey trocfenem Holze in. der Feuerung ſyhr viel, und öfters mehr als die Häifte erſparet werden könne, iſt eine in der wirthſchaftlichen Erfahrung bekannte Wahrheit. Wie wenig dieſes beobachter werde, nimm? man faſt allenthalben, beſonders an denen Orten, wo nahes und überflüfiges Ho!z vorhanden iſt, wahr. Aus dieſem allen ſolget denn der vierte Grundſat.: vermöge deſſen ein je? der Gutsbeſitzer die Y70thwendigkeit des Brennholzes, ſo wohl zu ſeinen eigenen Wirthſchaftsgeſchäften, als auc: für die Untertehanen richtig zu beſtimmen, zum Verbrauch der ſtehenden Zäume nicht eher- als nach vorher conſumirtem Lagerholsz- 41] ſchreiten, und jederzeit für einen Vorraib von troFenen Zolz zu ſorgen hat. Wäre auch gleich das Brennholz an einem oder andern Orte in ſolcher Menge vorhanden, daß ſelbſt bey der größeſten Verſchwendung, nie ein Mangel! daran zu befürc. VG. 1057 Fünfter Grundſaß: nach welchem diejenigen Zolzarten, die außer der allgemeinen noch eine beſondere B«ſt.mmung haben, ohne die äußerſte TToth yicht eher zur Feuerung genommen werden müſſen, als bis ſie zu ihrer beſondern Beſtimmung nicht mehr tauglich ſind. IT Ein großer Theil der Holzarten, hat, außer dieſem allgemeinen Endzweck, wozu ſie von der Natur hervor gebracht worden, auch noch-eine beſondere Beſtimmung, wie biervon die Eichen und Büchen zum Beyſpiel dienen können. Die beſondere Beſtimmung dieſer Holzarten beſtehet, wie jedermann bekannt iſt, in der davon zu erwartenden Maſt, Will man nun dieſelben ohne Noth zur Feuerung anwenden, ſo iſt offenbar, daß dadurch der beſondere Gebraud), wozu ſie von der Natur beſtimmet ſind, unterbrochen wird, Dieſes aber lauft wider alle Regeln der landwirthſchaftlichen Klugheit, nach wel- eine gefährliche Wun- de zufügen, Denn es fehlet nicht an Beyſpielen, wo man mit Holz verſehene Güter nur bloß um das daſelbſt befindliche Holz zu ruiniren, zu kaufen ſuchet a). Die“ Privatbeſißer in ihrem Eigenthum. einzuſchränfen, iſt zwar weder gerecht, noch rachſam. Diejenigen aber, die einen für den ganzen Staat ſchädlichen Mißbrauch ihres Eigentehums.machen wollen, Fönnen ſich nicht„über Ungerechtigkeit beflägen, wenn ſie in ihren unlautern Abſichten gehemmet, und ihnen gewiſſe nicht zu überſchreitende Grän.- zen geſeßet werden b), So bald ein Staat Befahr läuft, nicht ſelber genugſames nußbares Holz im Lan- de zu behalten, ſind dergleichen Einſchränkungen nothwendig. Bchält gleich der an Auswärtige vcrfaufende Privarbeſißer, zu ſeinem eigenen Ge brauch-noch genugſatnes nußdares Holz übrig, ſo ſind doH nicht alle- Landgüter mie Hoiz verſehen, und, für dieſe ebenfalls zu ſorgen, iſt der ſelbſt redenden Billigkeit gemäß. Mit einem'Worte, es muß als ein ſiebenter Grund ſatz angenommen wer- den: daß, ſo lange nicht für die Einwohner des Landes ſelber genugſames und über- flüſſiges-Bau- und anderes nutzbares- Zolz vorhanden iſt, kein auswärtiger Zo13- Vertauf verſtattet werden könne. 83) Nur noch vor wenigen Monathen ſagte jemand, der eben jeßt nicht'mehr exiſtiret,. als er ein in meiner Nachbarſchaft befindliches Gut, wobey vieles den Holzhändiern anſtändiges Holz Vecon. Forens. VII. Theil, C war, 18 Eilftes Hauptſtü>, war, kaufen wollte, mit einer recht unverſchämten Stirne zu miv: Ih will dieſes Sut kaufen, nicht um es zu verbeſſern, ſondern um es. zu rviniren. Wohl nur wenige werden dieſes öffentlich ſagen;. was ſie ader denfen, das iſt eine andere Frage. b) Keine unbillige in den königl. preuß. Landen gemachte Verfügung iſt es daher, daß, wenn ein Privatgutsbeſiter einen Theil ſeines Holzes an auswärtige Holzhändler verfaufen will, zuförderſt der Landrath. des Kreiſes, mit Zuziehung des nächſten königl. Forſtbedienten, den Zuſtand der Waldung,'woraus der Verkauf geſchehen. ſoll, gehörig unterſuchen, und, ob der Verfauf ſelber wirthſchaftlich. ſey, prüfen muß, da alsdenan erſt, wenn ſich-dieſes befindet, auf den etngegangenen Bericht des Landraths, die Päſſe für den Holzhändler, von: der könig. Krieges- und Domginen.- Kaminer ausgefertiget werden.. 25 M004 Achter Grundſaß: daß an den Orten, wo kein YTangel an Brennholz zu befürchten, die ſonſt noch zu einem. andern Gebrauch tüchtigen Stämme, ſo bald ſie zu- ihrer Vollſtäns - digkeit gelanget,»weggenommen und verkaufet wevden müſſen. So nöthig dergleichen Mitrel und Einſchränkungen, um einen ſchädlichen Hofzo Mangel zu vermeiden, ſind, ſo gehöret es doch auch zur wirthſHafrlichen Klugheit:. daß an ſolchen Orteny wo. kein angel an dem benöthigren Brennholz zu beſorgen iſty die ſonſt noh zu einem andern Gebrauch tüchtige Bäume, ſo. bald ſie die Vollſtänz digkeit ihres Wachsthumes erlanget, verkaufet und ins Geld geſetzet werden. müijſey» ynd dieſes wird der ac< te von uns angenommene Grundſar ſeyn. Die Natur aller Pflanzen, und folglich auch die zum Pflanzenreiche gehörigen Bäume, bringet es mit fich, daß ſie, wenn ſie ihren Wachsthum vollendet, und zu ihrer- möglichſken Vollſtändigkeit gelanget ſind, alsdenn wieder abſterben, und ihre Säfte verlieren..; Bey. einigen. Holzarten. geſchiehet dieſes eher, bey andern hingegen ſpäter, wie fich ſolches aus der zweyren Abtheilung mit mehrern ergeben wird. Ein abgeſtorbener Baum iſt zu weiter nichts. als zur Feuerung, tauglich, Das: Brennholz iſt zwar unter allen Holzſorten. das nothwendigſie, jedoch auch das woblfeilſte. Ein jeder vernünftiger Landwirth. ſuchet. aber. ſeine Producte, jederzeit nach den höchſten und beſten Preiſen zu nußen, Wenn nua ein Baum, der zwar ſeiner Vollſtändigkeit naße, dennoch aber noch nicht abgeſtorben iſt, weit höher, als das gemeine Brennholz, genußet und verfaufet wer- den an ſo. rechtfertiget ſich der im Aufange dieſes 9. feſtgeſekßte Grundſaß, daraus von ſelbſt.> Sein überflüſſiges Holz, zur unrechten Zeit verkaufen, oder das zum Verkauf tüche tige, aus einer ungegründeten Prädileetion für ſeinen Wald, überſtändig werden laſen, ſind beydes wirthſchaftliche Thorheiten-und Mißbräuche, welche vermieden werden müſſen, )- Wahr iſk es zwar, daß an vielen Orten, betonders in den entiegenen Provinzen, der Verkauf des Holzes nicht von des Eigenthümers Willführ abhänget, ſondern er auf Käufer warien muß, welche öfters ſo lange außen bleiben, daß die ihrer Vollkommenheit nahe Bäume, darüber überſtändig weiden und abſterben.€ „zt Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 39 Inzwiſchen wird ſich ein aufmerkſamer und nachdenkender Wirth, auch hierunter noh immer auf andere Weiſe helfen, und aus der Verlegenheit zu ziehen wiſſen, Er darf, z« B. die ſtarken Bäume, deren baldiges Abſterben er bey einem längern Verzug vermuthen muß, nur zu Breteen ſchneiden laſſen, und ſie dadurch in eine Waare verwan« deſn, welche allenthalben Abſas findet, und auch mit vielen Nuten aufbehalten werden fann. 2:20 Neunter Grundſaß:"daß in wohlgepflegten Wäldern kein Raſf- noch Zagerholz geduls- / det, ſolche auch von Dornen und andern Strauchholz gereiniget" werden müſſen.; Die Erfahrung lehret, daß c Pup Verkauf des Holzes von Zeit zu Zeit in den Waldungen holzleere Pläkße entſte- en müſſen. An denjenigen Orten, wo die ganze Waldung in gewiſſe Reviere eingetbeilet iſt, und jährlich eines von dieſen Revieren gänzlich abgetrieben wird, fällt ſolches von ſeliſt in die Augen, wiewohl es auch da, wo dergleichen nicht gewöhnlich iſt, von Zeit zu Zeit niemahls an Pläßen, die von dem brauchbaren Holz entblößet ſind, und daher durch ei- nen neuen Auſſchlag wieder ergänzet werden müſſen, fehlen kann,„+ a Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 23 Daß dieſe durcungen nichts einwenden, . Inzwiſchen iſt bey derjenigen Art von Schonungen, welche bloß durch die ge- wöhnliche Holzeonſumtion veranlaſſet wird, ein ſolches Maß. zu halten, daß dadurch das Auf hürungsrecht der fremden Mitintereſſenten nicht gänzlich vereitelt werden möge. In den landegherrtichen Forſtordnungen iſt dieſes gemeiniglich nach der Zeit, wel»- he eine jede Holzart zu ihrer Vollſtändigkeit nöthig hat, beſtimmet, Da Fichten und Kiefern in einem guten Boden ihre Vollſtändigkeit in 80 Jahren, in ſchlechtem aber erſt in 160 Jahren erlangen können, ſd iſt z. B. einem jeden Gutsbeſi- ßer, der mit fremden Auf bütungsdienſtbarkeiten in ſeinen Ficht- und Kieferwäldern: belä« ſtiger iſt. reſp. den 8oſten und 100ſten Theil jährlich in Schonungen zu ſchlagen, frey gee laſſen worden. Es hat auch dieſes, wie in der dritten Abtheilung mit mehrern ausgeführet wer» Den wird, einen ſehr richtigen und vernünftigen Grund, uad ein Eigenthümer, der ſeine Schonungen, zum Nachtheil der Aufhütungsberechtigten, weiter ausdehnen will, kann: ynd wird bey einem gerechten Richter, keinen Schuß finden. Bey den, in dem nächſt vorſtehenden 6, erwähnten Unglücksfällen. aber, hat es Hierunter eine ganz andere Bewandrniß,. Durch einen. unglücklichen Brand, wird öfcerg der vierte Theil des Waldes. zu Grunde gerichtet, Von ſelbſt fälle es in die Augen, daß, wenn ein Eigenthümer auch hier das vor- bemeldete Maß der S Achtzehnter Grundſagßg: daß-die Oberfiäcche alter Zotzpläre, welche von neuem beſa- met werden ſolien, gehörig zubereitet werden müſſe, damit der AE Soll eine vorzunehmende Zolzſaat, es ſey bey neuen Zolzanlagen oder auh in den Schonungen alter Zolzplätze, woblgerathen, ſo muß die Oberfiäche ſol? Eine Sache auf doppelte Art zu nußen, gehört zwar zur wirthſchaftlichen Klugheit. Niemahls aber muß ſolches verſtattet werden, wenn die Nutung des einen durch die Nukung des andern gehindert oder geſchwächet wird, und dieſes trife bey den S-, Kämpen, welche erſt alsdenn, nachdem die beſten Kräſte dur< einen wiederhohlten Ge? reidebau ausgeſogen worden, zur Eichelſoat gebrauchet werden wollen, ganz offenbar ein. - Je fetter und nahrhafter der Grund iſt, je eher gehen die ausgeſäeten Eicheln auf, und die davon erzeugete junge Eichelſtämme haben auch einen deſio ſc mit den Wurzeln heraus ſchaffen ſollten.; Es hat aber dieſes viele Schwierigkeiten verurſachet, indem die Wegſchaffung des Stoes und der Wurzeln, öfters den Werth des gekauften Holzes überſchreiten würde, weshalb man auch nicht wahrnimmt, daß dieſe Verordnung zur Ovſervanz efommen,? . In der That würde auch ſolc. Zu füchtigem Bauholze wird eine gewiſſe Länge und gerader Wuchs der Stämme erfordert; dahingegen das kurze und aſtige, wenn es auch ſonſt einen geraden Wuchs hüt zu dieſem Endzweck tur wenig brauchbar iſt; 4 Von einem kurzen Holz iſt eine weit größere Meuge erforderlich, und das oſtize it zum Bau deshalb nicht kauglich, weil in der Peripherie des Ates allerhand Fcuch:ige keiten, welche zu einer zeitigen Fäulniß Anlaß geben, einzudringen pflegen. Daß ein. jeder Eigenthümer ſeine Wälder auf die beſimöglichſte Art nuten will, iſt ganz vatürlich.; n Wenn nun ſich zu füchtigem lang und gerade gewachſenen Bauholz weit eher, als zu einem kurzen und aſtigen, Liebhaber finden; ſo iſt es eine Pflicht, diejenigen Mitiel anzuwenden, wodurch ein dergleichen tüch!iges Bauholz erlanget werden kaun, In Anſehung der Eichen hat es eine ähnliche Beſchaffenheit. Ein Holzhändler ſieher mehr auf die Länge und den geraden Wachethum einer Eiche, als auf ihre Stärke, Es ſcheinet zwar, als wenn zur Maſt die kurze und vielaſtige Sichen weit zuträglicher wären. Allein eine niedrige Siche, die mitten im Walde ſtehet,(denn in Anſehung der ſogenannten Waldeichen iſt hievon eine Ausnahme zu machen), kann von der Luſt und Sonne nicht ſo gur betroffen werden. Die Früchte, ſo ſie bringen, ſind daher auch zur Maſtung weit weniger tauglich. Wenn im übrigen auf dem Plat, den eine kurze vielaſtige Eiche einmimmt, ganz füglich 10 gewachſene ſtehen können; ſo wird wohl kein Zweifel übrig bleiben, daß auch in Anſchung der Moſt, die di> ſtehende und gerade gewachſene Cichen weit vortheilhafter, als die niedrige und vielaſtige, ſind, Der gemeine Mann, und auch wohl andere, von denen man ſonſt mehrere Ein- ſichten in dergleichen Dingen vermuthen ſollte, pflegen es ſehr oft für einen Fehler zu halten, wenn ſie einen dicht in einander ſtehenden Fichten- oder Kieferaufſchlag erblicken. Man ſuchet daher durch Wegnehmung einer Menge junger Stämme, die man gemeiniglich zu Hopfen- und Bohnenſtangen zu beſtimmen pfleget, den übrigen ſtehen bleibenden Luft zu verſchaffen. Allein eben dagjenige, was ſie zum Beſten des Waldes vorzunehmen glauben, Gereichet zu deſſen offenbarem Nachtheil. Die auf dieſe Art mehr Luft bekommende Stämme, breiten ſich in Zweige aus, und werden dadurch gehindert, diejenige Länge und Höhe, die ſie ſonſt erreichet haben würden, zu erlangen. MAAT, Die Säfte, ſo ihnen von der Wurzel zugeführet werden, verſchwenden ſie in un- nöchige Zweige, Sie bleiben daher kurz, und werden noch überdem aſtig, folglich zum Bauholz weniger brauchbar, Ein dicht ſtehender Fichten- oder Kieferaufſchlag, wird ſich ſchon von ſelbſt von ſeinem Ueberfluß reinigen, und die untaugliche und überflüſſige junge Stämme, gleiche ſam ausmerzen, ohne daß es dabey des menſchlichen Vorwißes bedarf, indem gemeinige lich, beſonders zu den Hopfenſtangen, die beſte und den meiſten Wachsthum von ſich ſpüren laſſende, weggebauen werden, und nur bloß der Brack übrig bleibe Z ie Von den wirthſchsftlichen Wahrheiten, welch? vwohl:c. 33 Die Natur weiß hierunte? eine weit beſſere Wahl zu treffen, als die Menſchen, undyman thut daher ſehr wohl, daß man ihr ſolche überläſſet. In den könig!, preußiſchen Landen har man dieſes ſchon vorlängſt eingeſehen, und es iſt daher eine Verordnung ergangen, daß weiterhin keine Hopfen- und Bohnenitan» gen verkaufet werden ſollen. In den könig!. Wäldern muß zwar dieſe Verordnung gehörig nachgelehet werden. In den Waldungen der Privatgüterbeſißer aber, währet hierunter der bisherige Miß« brauch noh immer fort, In den dicht ſtehenden Eicwäldern kaun man ja den ſämmtlichen Zuwachs, bis zu ſeiner Vollſtändigkeit, ruhig fort wachſen laſſen, und alsdenn einen Theii, der ſchon zum Verkauf tüchtig gewordnen Stämme, veräußern, und dadurch den übrigen, um ſich in ihren Kronen und Wipfeln deſto deſſer auebreiten zu können, m-hr-Laft verſchaffen, Auf ſolche Art wird es möglich zu machen ſeyn, einen Fichwald auf doppeiie Art, ſowohl durch einen verhältnißmäßigen Holzverkauf, als auch durch die Maſt, ohnc daß der einen Abnußunggart durch die andere ein Eintrag geſchiehet, zu nuß:a. .- Soll aber der neue Auſſchlag eines Waldes die gehö1ige Dichtigfeit erlangen, ſo verſtehet ſich von ſelbſt, daß es hierunter nicht durch eine allzu dünne Saat verſehon werden müſſe. Der ein ud zwanzigſte Grundſatz beſtehet ſolMemnach darin: das, weil ein dier Aufſchlag ſebr nützlich,“und der Grund von künftigen guten und tüch- tigen Stämmen iſt, der Aufſchlag aber ſich nach der Saat richtet, hierunter beine färgliche Sparſamkeit getrieben werden, ſondern die neu zu beſamenden Zolzplätzey mit dem gehörigen i7aß von Satzen verſehen, auc den jungen dichten Aufihiage ſig) von den überflüſſigen Stämmen ſelber zu reinigen, überlaſſen werden müſſe. 9. 34- Zwey und zwanzigſter Grundſaß: daß das an vielen Orten gewöhnliche Streurechen durch eine allgenieine Landesverordnung zu unterſagen ſey, wenn für eine unbeſchädigte Erhaitung der Forſten geſorget werden ſoll. Nur bloß den jungen Aufſchlag zu ſchonen, und alles, was demſelben hinderlich und verderblich ſeyn kaun, zu vermeiden, iſt zur unbeſchädigten Erhaltung eines Waldes noch nicht genug. Aus der zwepten Abtheilung wird ſich mit mehrern ergeben, daß die meiſten Holzarten, auch alsdenn, weun ſie vereits ihre erſte Kindheit zurück geleget, und nicht mehr zu dem jungen Aufſchlage gerechnet werden köunen, dennoch immer bis zu einem gewiſſen Alter fortwachſen, und wenigſtens in ihrer Stärke zunehmen, ſie aber hierzn die nöthige Nahrungsſäfte gebrauchen. Daß alles, was den ungehinderten Zufluß dieſer Nahrungsſäfte hindert, auch "nothwendig ihrem Wachsthum und Zunehmen hindern müſſe, iſt eine Wahrheit, die wohl niemand in Zweifel zu ziehen begehren wird./ Wer ſole angeſehen wird, weil man ſonſt au dem bendihizten Dünger für das Feld, Mangel leiden zu müſſen, glaude“r.' ar Dieſes StreureHen, deſſen Nüglichkeit und Nochwendigkeit man.in vielen Gos genden, mit einem gewiſſen Enthuſiaomus behauptet, iſt nicht allein an und vor ſich, auch ſelb in der Abſicht, die man dadurc. Auch gelanget nach Verſchiedenheit der Holzarten der Nachwuchs der einen weit eher, als der andern, zu der gehörigen Brauchbarkeit, wie denn eine Elſe weit eber wies- der zu ihrer Vollkommenheit. kommt, als eine Birke. Dieſe beyde Umſtände müſſen daher bey der Einrichtung der Haue des ſogenann« ten lebendigen Holzes zur Richtſchnur genommen, und heils auf die Güte des Bodens, theils aber auch auf den verſchiedenen Wuchs der Holzarten geſehen werden, Sollte ein Holzplaß aus zweyerley Holzarten, wovon die eine einen ſchnellern Wachsthum hat, als die-andere, beſtehen; ſo iſt es vernünftig, daß die Haue nach der Natur desjenigen Holzes, deſſen Wachschum eine längere Zeit erfordert, eingetheilet werden müſſen, es wäre denn, daß dieſe langſam wachſende Holzart eine bloße Kleinigkeit betrüge, da alsdenn in Betracht des Ganzen keine Rückſicht darauf zu nehmen iſt. Stehen z. B. Elſen und Birken mit einander-vermiſchet, und es iſt die. Anzahl der Birken nicht ganz unbedeutend; ſo giebet es die Vernunſt von ſeliſt, daß die Haue nach dem Verhältniß des Wachethums der Birken, und nicht der Eiſen, eingerichtet werden müſſen.! Der Eigenthümer verlieret dabey nichts, indem die Elſen dadurch deſto ſtärker werden, und folglich auch mchr Holz geben, da hingegen aus dem Gegentheil ein oſfenba- rer Verluſt entſtehen würde, weil die zugleich mit abzurreibende Birken nur bloß zum Reiſigholz gebrauche: werden könnten. Dieſes giebt denn zu dem vier und zwanzigſten Grundſatz Selegens- heit, vermöge deſſen bey der Benutzung des fjogenamnten lebendigen Z91zes die ge2 naueſte Ordnung zu beobachten, und die KZintbeilung der aue bey demſeiben theils nach der Güte des Bodens, theils aber auch nach dem geſet hat. Dieſe haben ſic) denn durch den reichen Gewinſt des AFörbaues dergeſtalt verblenden laſſen, daß ſie, ohne auf die künftige Folgen zu ſehen, auch nicht einmahl die nothwen- digſte Holzbedürfniſſe übrig gelaſſen, ſondern alles ausgerodet, und unter dem Pflug ge- bracht haben.; ? is ſind aber dieſes geſchehene, und nicht mehr zu ändernde Dinge, indem der Rath, einen Theil ſolcher fetten und fruchtbaren Feldfluren zu einem neuen Holzaufſchlage liegen zu laſen, wohl keinen Beyfall finden möchte. Nur fräget es ſich: ob nicht an ſolchen Orten, die Abhelfung dieſes troenen Holzmangels, wenigſtens einem Theil nach, möglich zu machen iſt? Es gehöret mit zu den menſchlichen Unarten, daß ſie ſich in allen Dingen durch die-Sewohnheit ſo leicht dabin reiſſen laſſen, und auch in den beſchwerlihſten Vorfällen an feine Abänderungen, ob gleich ſole? ganz möglich wären, denken, ſondern den ein« mahl gewohnten Shlendrianswegz ſorglos fortgehen, Dem Mangel an Bau- und Nusholz in dergleichen Gegenden abzuhelfen, wird wohl immer eine vergebene Mühe bleiben, und es können ſich auch die Sigenthümer da ſeibſt dieſe Beſchwerlichkeit, durc einen gewählten Bau von Steinen, in ſo fern die dazu erforderliche Materialien nicht eben ſo beynöthig, als das Holz, ſind, gar ſehr erleichtern. In dem Magdeburgiſchen z. B., woſelbſt es allenthalben eine Menge von Stein- Brüchen gicbet, nimmt tnan dieſes ſhon wahr. -* In Gegenden hingegen, wo tnan von dergleichen Steiabrüchen nichts weiß, fällt dieſes Mittel, ſich die Beſchwerlichkeiten, ſo aus dem Mangel des Bauholzes entſtehen, durch einen Bau von Steinen zu erleichtern, ebenfalls hinweg. Dergleichen fruchtbare Gegenden pflegen auch gemeiniglich an den Feldſteinen, die gleichmäßig zu verſchiedenen Wirchſchaftsbauten, zur Erſparung des Holzes angewens- det werden fönnen, einen Mangel zu leiden, dergeſtalt, daß daſelbſt nur bloß der Bau von Ziegelſteinen übrig bleibetk. Allein auch hierzu wird viel Holz erfordert, und es fällt daßer an ſolchen Orten, wo die ganz» herum liegende Gegend einen Mangel an Holz hat, die Anlegung eines Zie- gelofens ebenfalls ſehr ſchwer. Wenigſtens kommt die Zeugung der Ziegelſteine daſelbſt ſehr hoch) zu ſtehen.: Den gänzlichen Abgang an Brennholz aber, iſt gewiſſermaßen zu mindern nicht unmöglich. Der Torf kann, wie aus dem Beyſpiel von Holland bekannt iſt, und in verſchie- denen Gegenden Deutſchlandes, beſonders in Pommern an der Oſtſeekante, ein häufiger G-brauch davon gemacht wird, den Mangel des Brennholzes in- vielen Stüen erſeßen, Allein 40 H Eilftes Hauptſii>k. Allein die Natur hat dieſes Hälfsmittel nicht au allen Orten, wo das benöthigte Holz abgängiz iſt, dargebothen, 0; Es mangelt ſehr oft nicht allein au Holz, ſondern auch an Torf. Auch kann der Torf nicht zu allen wicchſchaftlichen Geſchäften, welche eine FeUbs rung erfordern, angewendet werden, ob es gleich die menſchliche Erfindung in dem Ge- brauch deſſelben ſehr weit-gebracht, und ſo gar, Ziegel damit zu brennen, möglich gemacht haft,' 00' l Er iſt daher kein allgemeines Mitkel, um den Manzel des benöthigten Brenn-- Holzes zu mindern, R EE, Am ſicherſten kann dieſes durch den Anbau ſolcher Bäume, welche di? Natur an ſich haben, daß ſie, wenn ſie von Zeit zu Zeit abgekappet werden, in ihren Kronen wiedex von friſchem ausſchlagen, und neue Zweige treiben, geſchehen.- EE - Daß beſonders die Weiden und auch Linden, bey welſchen beyden Arten, weil ſie jedermann bekannt ſind, ich gegenwärtig nur ſtehen bleiven will, dieſe Beſchaſfenheit au ſich haben, weiß ſchon vorhin ein jeder, und ich brauche mich dexhalb nur bloß auf die Erfahrung zu berufen.:; Eine Weide kann, wenn ſie in einem guten Boden ſtehet, ganz füglich alle 3 bis 4 Jahre, und eine. Linde nach 6 Jahren gekappet, und damit ſo lange, als der Stamm ſelber währet, fortgefahren werden.; Das von dieſen Bäumen fallende Holz, kann zwar kein ſtarkes Klaſterholz, wohl aber gutes Reiſigholz geben, und auh eine Menge von dieſem Reiſigholz iſt, den Mangel des Brennholzes in vielen Stücken zu vermindern, im Staude,;; ; Zum Einheißen der Stubenöfen auch anſtatt des Backholzes 3 imgleichen unter die Brau- Waſch- und Brüße- Keſſel, iſt es mit gutem Nuten brauchbarz ja ſelbſt auf dem Feuerherde ſind die ſtärkere unter denſeiben'befindliche Kuüppel bey Kochuug der Speiſen, anzuwenden,| Mit einem Worte: es iſt dergleichen Reiſigholz zu vielen Wirchſchafisgeſchäften, welche eine Feuerung erfordern, brauchbar. Sehr leicht aber iſt es möglich, daß von dieſen Bauttarten, beſonders den„Wel- den, ohne dem Aerdau dadurch Schaden zu thun, ein? verhältnißmäßige Menge ange- bauet werde. Man darf dazu nur die Landſtraßen, die in wohlgeordneten Ländern ohnedem mit Bäumen eingefäſſet werden ſollen, die Gräben, Ränder, leere Anger in den Dörfern, und leere Pläße hinter den Zäunen der Gärten wählen, Auch nur in einem ſehr mäßigen Dorfe wird es auf dieſe Art, einen Anbau von 6000 Weiden zuwege zu bringen, nicht unmöglich ſeyn, 8 Wenn üb;> Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 41 Wenn ich nun vorausſeße, daß dieſe 6000 Weiden, weil, wie ich bereits oben erinnert habe, ſich der Holz- Mangel gemeiniglich in dem fruchrbaiſten Boden zu äußern pfleger, alle 3 Jahre gefappet werden können, und ich dabey ſicher annehmen kann, daß eine jede Weide wenigſtens vier gute Reiſiggebunde ausgiebt, ſo würde man alle Jahre 2000 Etück Weiden vor friſchen kappen fönnen, und yon denſelben 133 Schock Reiſig Gebünde zu erwarten haben. Suchte man noch überdem x bis 300 Stü Linden an bequemen Oertern anzu- bauen, ſo könnte ein Gutgbeſißer. der ſich dieſes Mittels bedienen wollte, weil die Linden weit mehr und auch ſtärkeres Reiſigholz, als die Weiden, geben, ganz füglich jährlich auf * 200 Scho Reiſiggebunde Rechnung machen. Daß er aber hiemit, wenn darunter wirthſchaftlich verfahren wird, einen großen Theil des benöthigten und ihm abgängigen Brennholzes beſtreiten könne, fällt von ſelbſt in die Augen. Auch“iſt der Nuten von dieſer Art der Holzwirthſchaft einleuchtend, wenn man denſelben nach barem Geide berechnet. Jedermann weiß, daß in Holzmangel habenden Gegenden auch ſelbſt das Reiſig im hohen Preiſe ſtehet, und zum Beyſpicl in Schleſien an vielen Orten das Scho> davon auf der Stelle wenigſtens x Rehlr. gilt. Es könnte ſich daher ein Gutebeſißer dadurch ganz füglich eine bare Einnahme von 200 Thaler jährlich verſchaffen, wenn er auch nicht das gewonnene Raiſigholz zu ſeinem eigenen Gebrauch zu verwenden, für raihſam hielte. Und in der That wäre es eine ſehr vernünftige Wirthſchaftseinrichtung, wenn man dieſes jährlich geſammelte Reiſigholz den kleinen Leuten im Dorfe, die feine eigene An« ſpannung haben, gegen bare Bezahlung überlieſſe, und der GSutsherr die Loſt, das bens- thigte Brennholz von entfernten Orten herbey hohlen zu laſſen, vor wie nach über ſich behielte. Denn daß der Mangel des Brennholzes ein gegründeter Anſtand ſey, warum ſich dieſe an ſich ſehr. nükliche kleine Leute an dergleichen Orten nicht gerne niederlaſſen wollen, und auch nicht können, habe ich ſchon mehrmahls bemerket.. Dieſer Auſtand aber würde auf dem vorgeſchlagenen Wege giücflich zu heben ſeyn. Aus demjenigen, was in dem Vorſtehenden vorgetragen worden, folger endlich der fünf und 3wanzigſte Grundſas: daß an ſolchen Grten, die limen Solzmangel haben, dieſer Zolzmangel in Anſehung des Baubol maſſive Bauart; in Anſehung des Brennholzes aber durch Anbau von Weiden und Linden, wenigſtens für die kleine ſehr gemindert werden könne, einen gänz- zes durch eine einen verhältnißmäßigen n Zeute des Dorfes, gar Orcou, Forens. YI! Theil. F Zweyte 2* Eilftes Hauptſius. Zweyte Abtheilung. Von. der Natur, dem Anbau und mancherley Nußen der verſchiede: : nen Holzarten, S. 38- Einleitung in dieſe Abtheilung, Die-it der erſten Abheilung vorgetragene Grundſaße, werden'uns bey: Abhand»- kung derjenigen Materien,. weiche in Anſehung der beſtmöglichſten Erhaltung und Benuße ung der Forſten und Waldungen, näher zu eröriern nöthig ſind, zu einer ſichern Richt- ſchnur dienen, und, um unnöthige Wiederhohlungen zu vermeiden, allenthalben zun: Grunde geleget werden.) Wir müſſen uns aber, ehe wir in das Beſonder? degjenigen, was zur beſtmög lichſten Erhaltung. der Wälder, und ihrer richtigen Bequßu1g. erforderlich. iſt, einlaſſen können, zuförderſt von der Natur, dem Anbau ud mancherley Nußen der verſchie- denen Holzarten, einen vollſtändigen Begriff zu verſchaffen ſuchen« LE Daß in dieſen Stücken eine große Verſchiedeaheit vorwaltet, und nicht alle Baumarten auf einerley-Art behandelt werden können, der Nußen auch, den ſie gewäh» ven, bald größer und bald wiederum geringer iſt, haben wir bereits vorhin mehrmahls bemerket, und es iſt ſolches auch einem jeden ſchon von ſelbſt bekannt. Ohne von dieſem allen eine ſichere und zutängl;che Kenntniß zu haben, würden. bey Feſtiſebung der Maßregeln, die bey Erhaltung und Benußung der Wälder zu beob? achten nöchig ſind, mancherley Fehler. mitunterlauſen,. und auch deren Anwendang nie» mahls richtig geſchehen können..' Um uns denn hierunter zu den. nöthigen Einſichten den Weg zu bahnen, iſt; die gegenwärtige Abheilung gewidmet«.| 8. 39 FTähere Beſtimmung, in welcher Art die zu dieſer Abtheilun tragen werden. ſollen, und daß man ſich dabey nur 4% Krfahrung lehret, halten werde,: Meine Abſichten ſind'nicht; von der Natur, dem Anbau und man. Verwireyngen vor, weshalb es nöthig iſt, die Bedeutung dieſes Wortes, wenn man dadurch eine beſondere Art des Nadelholzes beſtimmen will, näher auseinander zu ſeßen. Dieſe Verwirrung kommt hauptſächlich daher, daß man diejenige Art des Nadel» Holzes, ſo an den meiſten Orten unter dem Nahimen von Riefer bekannt iſt, in einigen Gegenden Fichten nennet, [Sollte man auch gleich an einigen Kiefern gewiſſe Unterſcheidungszeichen antreffenz fo be* zen ſolche doch nur bloß aus zufälligen Dingen, nachdem ſie einen beſſern oder ſchlechtern Boden haben, oder in der Jugend ſchlecht oder gut gepfleget worden ſind. Da die ſächſiſche Kiefer und brandenburgiſche Fichte aus einerley Samen erzeugetk wird; ſo iſt ſolches ſchon an und für ſich genug, um zu erweiſen, daß ſolches ein und.eben derſelbe Baum ſey. So führet z. B. dieſer Nadelholzbaum in Sachſen und Schleſien überall den Nahmen von Riefer; da man ihn hingegen in der Mark und andern brandenburgiſchen Gegenden Fichte nennet. Es iſt aber beydes ein und eben derſelbe Baum, der deshalb, daß ihm nach Ver- ſchiedenheic der Gegenden ein verſchiedener Nahme beygeleget wird, in ſeiner weſentlichen Beſchaffenheit nichts verſchiedenes an ſich hat. An den Orten, wo man die Kieſern und Fichten durch ihre verſchiedene Benen- nung nich? zu verwechſeln gewohnt iſt, ſondern ſie ſchlechterdings Kiefecn nennet, fällt Hinwiederum in Anſehung der Rothtanne eine verſchiedene Benennung vor, indem man derſelben ebenfalls den Nahmen einer Fichte beyzulegen pfleget, dergeſtalt, daß an dieſen Orten Fichte und Rothtanne einerley bedeutet. Um alle dieſe Verwirrungen, die zu manchem Mißverſtand und Jrrthum Gele- genheit geben können, und ſolches auch bereits verſchiedentlich geihan haben, zu verinei« denz ſo wollen wir von den hochſtämmigen Nadetholzarten nur bloß die Kiefer, die Tanne, welche ſich wiederum. in die Roth- und Weißtanne eintheilet, und den Zer? ' henbaum annehmen, den Ausdruck Riefer aber als einen Geſchlechtsnahmen ſammili- ger hbochſtammigen Nadelholzarten anſehen. 8. 44 Von der Riefer, und warum ſolche vorzüglich in Aufmerkſamkeit genommen zu werden, verdtenet,; Die Kiefer iſt in unſern Gegenden die gewöhnlichſte und häufigſte Nadelholzart, welche auch zugleich den meiſten Nußen in der Wirchſchaft und im gemeinea Leben überhaupt, gewähret. - Mitallemz Recht verdient ſie daher bey den Betrachtungen, die wir über die pers ſchiedene Arten des hochſtämmigen Nadelholzes anſtellen wollen, den Vorzug, und ein Forſwerſtändiger würde mit ſeiner ganzen Wiſſenſchaft nur wenig Nußen ſtiften, wenn ihm gleich alle andere Holzarten, ſo wohl fremde, als einheimiſche, auf das genaueſte bekannt wären, er aber von der Natur des kiefern 501zes- womit er doch töglich umge- hen muß, nicht die gehörige Kenntniß hätte, Um Bon den wirthſchaftlichen Wahrheiten- welche ſowohl 16: 47 Um dieicnigen Dinge, die der tägliche: Gegenſtand unſerer Geſchäfte ſind, be- fümmert ma ü< g;meinviglich'am wenigſten. Fremde und neue Sachen ermuntern unſere Lehrbegierde weit mehr, als diejeni» gen, diz wir täglich unter Händen haben, und daher geſchiehet es niche ſelten, daß ſeibſt die Gelchrreſt nin den Hauptgeſchäften ihres Amts und Berufs Jgnoranten. bl-iben. Daß ſid dieſes in der Forſtwiſſenſchaft: ebenfalls zutragen kann, iſt ſehr wohl möglich.= „be Wir werdyn daher nichts überflüſſiges vornehmen, wenn: wir unſere gegenwärtige Bemühungen: auch beſonders auf die Natur und den. Nuten des-kiefern Zolzes gerichtet ſeyn laſſen. Vielleicht trifft mancher Gutsbeſißer, wenn man auch die eigentlichen Forſtver« Nändigen dahin nicht rechnen will, dabey eine Anweiſung an; welche ihm aufmerkſam machet, und. ſeinen bigher verkannten Nußen näher kennen lernet.. S5. 45: Von-dem der tT7atur der Riefer gemäßen Boden; Man nünmt ſonſt gemeiniglich wahr, daß alle Pflanzen und Gewächſe, in einem guten und fruchtbaren Boden ein weit beſſeres Gedeihen, als in ein-m ſchlechten, haben Bey der Kiefer findet man beynahe gerade das Gegentheil hiervon. Anfänglich wächſetr fie zwar in einem fetten ſchwarzen Acker ziemlißs ſchnell, und ſcheinet ein gutes Fortkommen darin zu gewinnen, in der Folge aber zeiget es ſich, daß dieſes nicht diejenige Erdartiſt, die ſie ltiebet. Sie bleibet mitten in ihrem Wachgehum ſtehen, und wenn ſie auch gleich eine gewiſſe Höhe erlanget hat, ſo iſt ſie doch von einer kurzen Dauer; und fie erreichet nicht dagjenige Alter ,. welches man. bey andern, die in einem ihrer Natur gemäßen Boden er- -zeuget.worden ſind, wahrnimmt. Iu einem thonigten Grunde wird ſie, wenn ſie auch gleich anfangs einen ſHnellen Wachsthum von ſich blicken. läßt, nachher von Zeit zu Zeit augenſcheinlich. ſchlechter, und man kann auf ihre Nußbarkeit nur ſehr wenige Rec28 Hoſ'-8 und übrige Benußung des Waldes auf eine vernünftige Art einzu- richten, i: dem er diejenigen Holzpläße, welche von dergleichen ſchädlichen Erdſchichten frey ſind, bis zur Vollſtändigkeit der Bäume ſchonen, auf den andern aber das Holz, ehe ihnen dieſer Unfall wiederfähret, wegnehmen kann, 6. 48- Von dem Alter und der verſchiedenen Benutzungszeit der Riefer, und daß einem Forſtverſtändi- gen, beydes zu Fennen und zu erforſchen, höchſt nötbig ſep. Von der mehrern oder wenigern Güte des Bodens, hanget auch das Alter der Kiefer, ihre Benukungszeit, und ihr Nußen ſelber ab. Nach dieſer verſchiedenen Güte des Bodens gelanget ſie zwiſchen dem Zoſten und 1 20ſten Jahre ihres Alters zu der gehörigen Vollſtändigkeit in Anſchung ihrer Länge. In einem, für dieſe Holzart guten, und ihrer Natur anpaſſenden Grunde, kann man ſchon mit dem Zoſten Jahre einen völligen Gebrauch von der Kiefer machen. Jſt der Boden aber ſchlecht, und ihrer Natur nicht gehörig angemeſſen; ſo muß man ihre Benutung ſchon 15, 20, auch wohl 30 Jahre länger in Anſtand laſſen. So lange ein Bautn. in der Länge nox wächſet und zunimmt, iſt es unrecht ge- handelt, daß man ihn. darin ſtöhre und wegnehme. Denn mit ſeinem jährlichen Wachs- thum ſteiget auch zugleich ſein Werch. Män will zwar dieſer Holzart ein ſehr hohes Alter von 350 bis 400 Jahre zu- ſchreiben, welches aber wohl zu den auſſerordentlichen Fällen, worauf feine allgemeine Regeln gebauet werden können, gehören wird. Die gem;ine Erfahrung lehret, daß die Käuſer, wenn ſie auch gleich ihrea Wachsthum in ver Länge in dem Zojten oder 100ſten Jahre nach der Verſchiedenheit des Bodens geendiget hat, dennoch bis zum 15oſten Jahre in der Dicke und Stärke zunimmt, : Zledenn kann man ſie für einen zu ſeiner Voliſtändigkeit gelangten Baum Halten, und die Klugheit des Sigenthümers erfordert es, nach Verfließung dieſer Zeit, auf ſeine Benußung bedacht zu ſeyn. Möchte er ſich auch vielleicht in einem guten Boden noch länger ohne Mängel und Fehler erhalten; ſo iſt doch ſolches ſehr ungewiß, und der Vernunft nicht gemäß, es darauf anfomnten zu laſſen, "Genug iſt es, daß er alsdenn ſeinen Lauf vollendet hat, und von ſeinem Wachs- thum nichts weiter zu erwarten ſtehet, ſondern. vielmehr ſein Abſterben vermuthet werden muß, 8. 49» Wie ſich ein Gutsbeſiger oder Forſtverſtändiger dieſer Renntniß, beſonders zur-Beobachtung der rechten Benunzungszeit des in ſeinem Walde befindlichen: Rieferholzes mit vielem Vortheil bedienen könne,- Man kann zwar nicht die Stämme eines ganzen Waldes zu dieſer Vollſtändigkeit „gelangen laſſen, weil zu den menſchlichen Bedürfniſſen nicht lauter Sägeblö>e und ſtar» kes Bauholz, ſondern auch ſchwächere Holzarten erfordert werden, 7 Oecon. Foreus. VII Theil. SG' Inzwt 5O Eilftes Hamptſtü>k. Inzwiſchen iſt es doch nöchig, doß ein Jeder nicht allein diefes zur Vollſtändiglit der Kiefer gehörige Alter kennen lerne, ſopde:n auch die verſchiedeite Stämme des ihm anvertrauten Waldes von Zeit zu Zeit genau prüfe, und nur diejenigen, von denen er eine ſichere Vollſtändigfeit erwarten kann, dazu gelangen laſſe, die andern aber früher wegnehme, und entweder zum Verkauf oder eigenem Gebrauch verwende. Das Auge eines geſchicften, exfahrnen und aufmerkſamen Förſters wird die muthmaßliche Dauer ſeiner Bäume ganz wohl beurtheilen können, wenn er ſich nur mehr in dem Walde, als in der Stube, aufhalten, uad den Zuſtaad der Bäume von Zeit zu Zeit beobachten will. Die Beſchaffenheit des Bodens kann ihm zu dieſen Einſichten ebenfals gar ſchr behülflich ſeyn, und eben deshalb iſt die angerarhene fleiſſig? Unterſuchung deſſeiben nicht allein in ſeiner Oberfläche, ſondern auch in den untern Erdſchichten ſo noihwendig, Auch ſchon ohne dergleichen Unterſuchung wird ein aufmerkſamer Forſtbedienter wahrnehmen, in welchen Revieren das Holz frühzeitiger weggenommen werden muß, und. in welchen man es bis zu ſeiner Vollſtändigkeit ſicher ſtehen laſſen kann, In den Revieren, wo es viele rindſchäiige und ſchwammige Bäume giebt. kann. er ſicher Rechnung machen, daß die Schuld davon an dem Boden liegt; uud es iſt daher. nicht rathſam, daß man in einem ſolchen Revier die Bäum: bis zu ihrer Vollſtändigkeit ſtehen läßt, ſondern vielmehr der Vernunft gemäß die daſelbſt befindliche Bäume fcühzei» tiger wegzunehmen, und ſo!en bedienen will, e<) werde daher bey dieſer Holzart der Verpflanzung weiter keine Erwähnung tbun, weil ſolche keinen weſentlichen Nußen hat, auch im Ganzen niemabls eine Anweg- dung finden kann,+ j Wie wollte mon wohl durch die Anpflanzung eineu ſolchen dichten jungen Kiefern Auſſchlag, als derjenige iſt,der durch eine verhältnikmäßige Holzſaat bewirket wird, und welcher, wenn dieſe Holzart recht nußbar werden ſoll, nothwendig iſt, durch die Vero pflanzung möglich machen fönnen? Es bleibet dieſe Fortpflanzungs- Methode bey allen Holzarten ſehr unſicher, bey den Kiefern aber iſt ſie ganz unſtatthaft, d. 52. LTähere Beſchreibung des Bieferſamens, und wie derſelbe erzeuget wird. 1 Wenn nun ſowohl bey neuen Anlagen, als auch bey den holzleeren Pläßen in dein aſten Kieferwäidern, zur Amiehung vieler und tüchtiger Kiefern, die Saat oder Be- ſamung das-vor.ügtichſte Mittel iſt; ſo habe ich bereits in der erſten Abtheilung» 6.- 28, den allgemeinen Scrundſaß, daß may ſich zu einer dergleichen Beſamung der Holzpläße, eines tüchtigen Samens befleißigen müſſe, vorangeſchic>et. G 2 Dieſer 52 Eilftes Hauptſrü>, Dieſer Grundſaß, welcher ſch9n an und für ſich ſelbſt in der Vernunft gegründet iſt, und bey allen Saaten nicht die gertnzſte Augnahm?- leidet, findet bey den Kiefera und allen andern hochſtämmigen Nadelholzacien, ganz beſondecs ſeine Anwendung, Die ſämmtliche Nadelholzarten zeugen ihrea Samen in einem haiten, mit einer feſten ſchuppenförmigen Rinde amſchloſſenen Zapfen, und es wird. dieſer Same niche in eben demſelben Jahre, wo er erzeuget worden, reif, ſondern erſt zu Ende des gächit fol- genden Jahres können die Zapfen gebrochen werden.' Der Same, der in dieſem Zapſen verſchloſſen iſt, beſtehet aus länglichen ſcen geworden ſind, von ſelber aufplaßen, und den in ſich verſchloſſen haltenden Samen fahren laſſen, 8. 53- Daß die tTatur für die Beſamung der leeren. Zolzplätze ſchon ſelber auf eine ſehr weiſe Art ge- ſorget, und man daher, die Schonungen der abgetriebenen Solzreviere derſelben lediglich zu überlaſſen, Urſache habe. Sißen die Zapfen zu der Zeit, wenn ſie ſich öffaen und aufplaßen, noch an den Bäumen;z, ſo iſt gauz natürlich, daß die daria verſoyloſſene Samenkörner auf die Erde fallen müſſen. Geſchähe ſolches in ſenkrechter Linie; ſo würden dieſe ausgefclene Samenkörner, weil ſie zu häufig über einander zu liegen kämen,„und.andere Pläße hingegen davon leer blieben, nur wenigen Nuten ſiifren können, ſondern ein. ſehr-ungleicher, mit allzu ſtarker Dickung und leeren Plätzen vermiſchter Wald, daraus enſtehen.' Eine nicht genug zu bewundernde Weisheit des Schöpfers iſt es daher, daß er den Nadelholzſamen mit den vorhin bemerkten kleinen Flügeln verſehen hat. Vermittelſt dieſer Flügel können die Samenkörner durc) die Bewegungen der Luft, in der ganzen nahe herym liegenden Gegend verbreitet, und folglich von wenigen Bäumen ein großer holzleerer Plaß wiederum beſamet werden, Die Natur hat hierdurch dem menſchlichen Fleiß vorgearbeitet, indem die Weis- heit des Schöpfers ſehr wohl voraus geſehen, daß die menſchlichen Bemühungen zur Erhaltung und neuer Beſamung, doy-Wälder nicht ed ſey würden:* In Holzrevieren, die nicht durch einen Unglücksfall aller Samenbäume gänzlich beraubet worden ſind, thut man daher ſehr wohl, daß man die Beſamung ſolcher leeren Holzpläße der Natur überläſſet und nur bloß den Verderb des jungen Aufſchlages durch angelegte verbältnißmäßige Schonungen zu verhindern ſuchel«. M € Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowoßl 26. 53 Die Natur wird dieſes Beſamungswerk w.it vollſtändiger und richtiger; als der öfters ſehr ſchläfrig betricbene Fleiß der Meaſchen, vollführen, G. 54. Daß aber biezu eine verhätnißmäßige Anzahl von Samenbäumen, welche zugleich beyläufig beſtimmet wird, nöthig ſey. Will man aber hierunter eine glückliche"Wirkung der Nature erwarten; ſo muß man derſelben auch nicht die Mittel, wodurch ſie ſolche. beweikſtelligen kann, benehmen. Soll über die leeren Holzpläße eine verhältnißmäßige Menge des Samens aue- gebreitet werden: ſo müſſen nothwendig in der Nähe genugſame Bäume, die zum Sa- mentragen tüch?ig ſind, vorhanden ſeyn. Nochwendig il es daher, daß man auf den abgetriebenen Plätzen einige Stäm- me, von-weichen man, daß ſie einen guten Samen tragen, überzeuget ſeyn kaun, zurück läſſet. Die Anzahl ſolcher Samenbäume läſſet ſich zwar ſo eigentlich nicht beſtimmen, indem es dadey auf ihre Beſhaffenheit, ob ſie vielen oder wenigen Samen zu bringen im Stande ſind, ankommt. Inzwiſchen glaube ich doch, daß, wenn man ſich nur nicht in ihrer Beurtheilung gar zu ſehr geirret haf, auf eiuen magdeburgiſchen Morgen von 180 rheinländiſchen Quadratruthen, zwey bis drey Samenbäume hinlänglich ſeyn werden,) Bey dergleichen bloß abgetriebenen, und durch feinen Brand vorhin verſehrten Hoflzpläßen, kann man überdem ſichere Rehnung machen, daß die Oberfläche derſelben ſchon eine Menze voa Holzſamen in ſich enthält, der, ſo bald nur das ſoait darauf wei- dende Vich wegbleiben muß, ebenfalls durch junge hervor brechende Pflanzen zum Vor- ſchein kommen wird,; Man kann daher bey ſolchen Schonungen und Holzpläßen, die nur ollein durch die gewöhnliche Hölzbenußung leer geworden ſind, der künftigen Holzſaat in Anſehung der Kiefern ganz wohl erſparen, und die Bewirkung eines reichen neuen Anfluges lediglich der Natur überlaſſen.; SG. 554 Daß es bey ganz neuen Rieferholzanlagen, und auch bey den wegen einen entſtandenen Bran- des nöthigen Schonungen eine ganz andere Bewandtniß habe, indem bey deren Beſa mung bloß der menſchliche Fleiß das Seinige beytragen müſſe, und von der tTatur deshalb nichts erwart:t werden könne. Bey ganz neu anzulegenden Kiefer- oder andern Nadelholzwäldern, wie auch bey denjenigen Holzpläßen, die durch einen unglücklichen Brand entblößet worden ſind, hat es hierunter nicht eine gleiche Bewandtniß. WE In dem erſiern Fall ſind noch keine Kiefern, von welchen die Naur zu der von ihr zu bewirkenden Beſamung den Samen hernehmen könnte, vorhanden, und es kann daher von ihr hierunter nichts erwartet werden, G 3 Die 54 Eilftes Hanptſtü>, Die Erfahrung Lehret zwar, daß der Wind den b-flügzelten Kieferſamen öfters Jehr weit wegführet, und man daher auch an entfernten Orten hier und da einen jungen Aufſchlag erbliket.. Allein dioſes iſt nicht allein ungewiß, ſondern es kann auch einem ſolhem Paß, wenn gleich in der Nähe ein Nadelholzwaid befindlich wäre, niemahßls ſo viel Samen, als zu einen vollſtändigen Holzanbau nörhig iſt, zugeführet werden. Auf den alten Holzpläßen, auf welchen das Holz durch einen entffandenen Brand gnbrauchbar gemacht worden iſt, ſind ebenfalls keine tüchtige Bäume, welche zu Samen- Bäumen'beſtimmet werden könnten, vorhanden. Eben ſo wenig kann auch auf dergleichen. Pläßen, auf den ſhon vorhin.in dem Erdreich liegenden Samen Rechnung gemacht werden, indem bey einem Holzbrande das Feuer vorzüglich über und in der Erde wüthet, und folglich alles, was auf der Oberfläche befindlich iſt, zerſtöhret und-verzehret. "In dieſen beyden Fällen muß daher der menſchliche Fleiß wirkſam ſeyn, und ſo- wohl den neuen Holzanbau, als auch die Wiedererſezung der alten leeren Holzpläße zu bewerkſtelligen bemühet ſeyn, ohne daß er ſich-dabey auf die Mitwirkung der Natur zu verlaſſen bat. H... 55 Yon einer«hemahligen ethode,-ganz neue Zolzplätze zu-beſamen. Ehedem hatte man die Gewohnheit, daß man den dazu beſtimmten Plaß derge- ſtalt wechſetsweiſe mit tiefen Furchen durchziehen ließ, daß hinter.einer jeden Furche ein gleich großer Plaß zu einer zweyten Furche umgeackert blieb. Jn dieſen zuerſt gezogenen Furchen legte man die ganzen unaufgeplaßten Zapfen, and ließ ſie daſelbſt ſs lange liegen, bis man, daß ſie aufgeſprungen waren, und dea Samen von ſich gelaſſen hatten, wahrnahm. ZE Alsdenn ſtürzte man die hinter einer jeden Furche noch liegen gebliebene Striche ebenfalls um, und bedeckte damit den-in den erſten Furchen befindlichen Samen. Wenn demnächſt ein ſolcher neuer Holzplaß, der ohnedem gemeiniglich aus blos- Fem Sande zu beſtehen pfleget, mit einer ſtumpfen Egge ganz leicht überzogen wurde; fo war die Beſamung deſſelben vollendet, und man erwartete nunmehr die Wirkung deſſel- ben mit vieler Sechuſucht, 8. 57»; Urſachen, warum"dieſe V7ethode.nichts taugt, und dadurch kein tüchtiger, beſonders kein recht dicker Aufſchlag zuwege gebracht werden kann. << kann aber nicht ſagen, daß ich jemahls von dieſer Beſamungs- Methode et- was Glückliches zum Vorſchein kommen geſehen, weshalb ſie auch mit gutem Recht ip Vergeſſenheit geratben iſt. Ein ſo!cher dix und gleicher Auſſchlag, a!s zu dem geraden Wuchs der Kiefern und andern Nadelholzarten-eiforderlich iſt, konnte von dieſer Beſamunggeart nicht erwar- fet werden. Der Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 55 Der junge Aufſchlag kam, wie es auch ganz natürlich war, mehr Reihenweiſe zum Vorſchein, als daß ce recht dichte durcheinander gewachſen geweſen ſeyn ſollte. Die in. die Furchen eingelegte Samenzapfen konnten nicht alle zu gleicher Zeit aufs ſpringen, ſondern es geſchahe ſolches bey einigen früher, und bey andern hinwiederum ater.; M Eine natürliche Folge hievon war, daß der aus den zuerſt aufgeſprungenen zum Vorſchein gekommene Samen ſchon größtentheils von den Vögeln verzehret war, ehe es mit den übrigen Holzzapfen ebenfalls zum Aufipreingen kam, der auszefallene Samen. mit einer zweyten Furche bede>et, und dadurch gegen den fernera: Fraß der Vögel ſicher geſtellet werden konnte.! Dieſe Umſtände verurſachten denn einen ſehr dünnen und ſparſamen Aufſchl3g, woraus nichts, als ein verkröpeltes und nur'bloß: zur Feuerung brauchbares Holz eucſtand. Bemeldete: Befamungsmetbode war ſol in 69 Eilftes Hauptſtück. Die Urſachen hiervon habe ich c. 1. ebenfalls bemerket, und es iſt unſtreitig, daß, ohne Beobachtung dieſer Regel, kein recht tüchtiges und brauchbares Nadelholz zu erwarten ſtehet. IEEE Die Natur der Sache gibt es von ſelbſt, daß aus dieſem Grunde auch die Holze Saak dice und nach einem vollen Maß geſchehen müſſe, indem es der Vernunſc gemäß iſt, daß ſich die Mehrheit der Pflanzen, nach der zu ihrer Erzeugung geſchehenen Augsſaat richtet,; Der gelehrte Zerr Profeſſor Bleditſch/ iſt indem erſten Bande ſeiner Einlei- tung in die neuere Forſtwiſſenſchafty S. 448 ,- der Meinung, daß man auf einen Plaß, auf welchem etwa ein Schefſe! Roggen fällt, welches ich, da er zu Berlin geſchrie- ben hat, von dem berliner Maß verſtehe, 13 auch 2 Meßen Kieferſaat nehmen müſſe. Dieſer gelehrte Mann, wird dabey ſonder Zweifel, nebſt mir, einen vollkomme- nen tüchtigen und unbeſchädigten Samen vorausgeſcket haben. Ueberhaupt läſſet ſich dergleichen, ohne eine vielfältige Erfahrung davon gehabt zu haben, nicht leicht beſtimmen, und ich will glauben, daß es dem Herrn Profeſſor je Gleditſch daran nicht ermangelt haben werde, indem er ſich. ſonſt wohl in eine dergleichen genaue Beſtimmung nicht eingelaſſen haben würde. 'O:" 644. Des Verfaſſers Erinnerungen hiebey, und daß billig unter ganz'neuen Zolzanlagen und al- ten zu beſamenden Zolzplätzen dieſerhalb ein Unterſchied gemacht werden müſſ?. I< habe auc) keinen Grund, demſelben hierunter zu widerſprechen. Jazwiſchen glaube ich, daß-bey dieſer Beſtimmung die Beſchaffenheit der zu be- ſamenden Holzpläße nicht außer Augen geſeßet worden mülſe?.! Bey neuen Ho!zanlagen, woſeld|t der Befeuchtung nur wenige. Hinderniſſe enk gegen ſtehen, wird vielleicht dieſes Maß vollkommen hinreichend ſeyn. Auf den alten Holzpläßen hingegen, wo der Boden nicht alleathalven gleich loer iſt, auch verſchiedene andere Dinge der Befruchtung des Samens entgegen ſtehen, wird es immer rathſam bleiben, dieſem Maß noch ein Drittel zuzuſeß?21. Denn man kann hierunter eher zu wenig, als zu viel thun, indem ein allzu dier Aufſchlag, wie in der erſten. Hauptabtheilung 6.“ 33. bemerket worden, ſich ſc 655 Vereinigung der verſchiedenen V7epnungen: ob es, den Zolzſamen mit Sand und andern Zuſätzen zu vermiſchen, rat9ſam ſey oder nicht."4: Einige Forſtverſtändige, wohin beſonders der Herr Profeſſor Gleditſch c. 1. S. 448, geböret, ſind der Meinung, daß der auszuſtreuende Kieferſame, mit zwey oder drey Mahl ſo viel feuchtem Sande, Aſche oder Säzeſpänen, damit die Körner ein paar Zoll K aus Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 61 aus einander zu liegen kämen, vermiſchet werden müſſe. Der verehrungswürdige Herr Hofrath Be&many aber äußert ſich in ſeinen vorhin angeführten Beyträgen zur Der- beſſerung der Forſtwiſſenſchaft; S. 20, daß er dieſe Vermiſchung des Kieferſamens bey deſſen Ausſäung nicht für rathſam halte. Er glaub? daß auf dieſe Weiſe die Holzſaat zu weitläuftig und zu dünn gerathen, und die Satnenförner unter und mit dem zugentiſchten Zuſaß gleichſam nur einzeln auf den zu beſaenden Plaß eingeſprenger werden würden.: Ob gleich meine Einſichten viel'zu ſchwach ſind, die Diſferenzien zweyer ſo großer und er/ahrner Männer zu enticheiden; ſo ſee ich dennoch voraus, daß beyde darin, daß eine ſtarke und dicke Holzſaat nöchig ſey, übereinſtimmen. Der Herr Profeſſor Steditſch will alſo nur bloß dem Ausfäer des Holzſamens u die Vermiſchung deſſelben mit Sand, Sägeſpänen oder Holzerde eine Erleichterung verſchaffen.;' - Inſo f.rn hun dem richtigen Maß des Samens dadurch nichts abgebrochen wird; ſo kann ich die von demſelben vorgetragene Vermiſchung mit andern Zuſäßen nicht ſchleche terdings mißbilligen, indem es gewiß iſt, daß ein ſo leichter und gar beflügelter Same NEE eine dergleichen Vermiſchung, ſehr ſchwer überall gleich und richtig verthei- en läßt, Die getingſte Bewegung der Luft führt ihn auf einen Ort zuſammen, und ſehr viele Pläge bleiben gänzlich leer davon, welches aber durch die vorgeſchlagene Vermi- ſchung ganz füglich vermieden werden kann. Es iſt dieſes auch eine bey allen'kleinartigen Sämenkräutern, um ſie deſto egaler vertheilen zu können, gewöhnliche Methode. Herr Gledirſch iſt, meines Wiſſens, todz der berühmte Herr Be&mann aber lebt r9<&S Jnzwiſchen lebe ich doch der ſichern Hoffnung, daß derſelbe mir dieſe zwiſchen ihren beyoerſeirigen Met: nungen zu ſtiften geſuchte Vereinigung nicht übel nehmen wird. SE+66: Von dem mancherley trugen und Gebrauch des Rieferholzes. Wir haben in dem Vorſkehenden den der Natur der Kiefern angemeſſenen Boden, ihr Alter und richttze Benußungszeir, nebſt der beſten Fortpflanzunggart derſelben in Be«- tracht Mego nn, und was bey einem jeden dieſer Stücke zu beobachten nöthig iſt, näher entwielt. Auch von dem mancherley Nuten, den dieſe Holzart gewähren kann, wird nun- mehr anneh das Nörhige u vernehmen ſeyn,; Es können aber die Kiefern gan füglich angewendet werden: I) Zum Schiffbau und Stabholz, 2) Zum Bauholz. 3) Zum Brennholz. 4) Zum Roblenſchweelen. 5) Zum Theer- oder Pehſchweelen, H 3 n Die " Eilftes Hauptſtück. Die verſchiedene Benußunggartcn dieſer Holzart ſeen auch einen verſchied Zuſtand und Beſchaffenheit derſelben voraus.: ſchiedenen Ein tüchtiges Shiffbauholz zum gewöhnlichen Bauholz; das taugliche Bauholz aber zur Feuerung, Kohlen und Pechſchwehlen verwenden zu wollen, würde, weil bey der einen Verwendungs8art immer mehrerer Vortheil, als bey der andern, anzuboffen iſt, unwirtbſchaftlich gehandelt ſeyn. Die Nothwendigkeit erfordert es ſolchemnach, dieſem verſchiedenen Gebrauch des kiefernen Holzes eine? näßere Aufmerkſamkeit zu widmen, und die Umſtände, unter welchen es zu dem einen oder andern mit dem meiſten Vortheil angewendet werden fana, augein- ander zu ſeßen. NV.-:67 Von den.zum Schiffsbauholz tüchtigen Riefern, wie ſolche vorzüglich zu pflegen, und dazu die tauglichſten Stämme auszuſehen, weil daſſelbe unter allen andern Riefexn und zTadelholzarten den theuerſten Preis hat. Daß zu dem Schiff vauhol3z die ſtärkſten, längſten und einen geraden Wuchs ha- bende kieferne Stämme erfordert werden, iſt ſchon vorhin jedermann befannt.; Bekannt iſt es auch, daß das Schiff bauholz weit theurer, als das beſte gewöhn- liche Bauholz, bezahlt wird.: Wer alſo ar; dieſem Vortheil einen Antheil nehmen will, und ſolches ohne Nach- theil ſeiner eigenen benöthigten Holzconſumtion thun kann, der muß nicht allein die beſten und tauglichſten Stämme dazu ausgerſehen, ſondern ſolche auch zu ihrer Vollſtändigkeit gelangen laſſen« Kiefern von 70 und 89 Jahren ſind zu dieſer Abſicht noch nicht tauglich 3 ſopdern es muß ein Baum, der die Kaufleute reißen ſoll, wenigſtens 199 Jahre zurüf gelegt aben. 9 ollgdenn kann er zu der gehörigen Stärke, die zu einem tüchtigen Schiff bauhbolz erfordert wird, gelanget ſeyn, und folglich, wenn er nur ſovſt einea geraden und langen Wuchs hat, auch nicht zu aſtig iſt, mit vielem Nußen an die augwärtigen Holzhändler abgeſeßt werden, Bemerkt nun ein Gutsbeſißer oder Forſtbedienter in ſeinen Waldungen und Revie- ren einen Kieferbau, dex dieſe Eigenſchaften an ſich hatz ſo iſt es der Vernunft gemäß, daß er ſolchen nicht allein auf alle mögliche Art pflege und in Acht nehme, ſondern ihn auch zu ſeiner Vollſtändigkeit gelangen laſſe, und auf eine Gelegenheit, wo er den vorve- meldeten Endzwe damit erreichen kann, wartke« Ganz natürlich iſt es, daß auch die bloßen Bauholzkäufer ſich dergleichen Bäume vorzüglich belieben laſſen, und auf deren Anſchlagung dringen werden, Ein aufmerkſamer Gutsbeſißer oder Förſter aber muß denſelben hierunter kein Gehör geben, ſondern diejenigen Bäume, von welchen er eine Tüchtigkeit zum Schiffe Bauholz anhoffen kann, bey dergleichem gewöhnlichen Baubolzverkaufen, wenn er auch ſonſt den Käufern die freye Wahl läßt, ſorgfältig ausnehmen«» Wer Lon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1: 63 Wer große Wat!dungen hat, der thut ſehr wohl, wenn er dieſe hoffaungsvolle Stämme beſoyders bemerkt, dainit er nicht bey dem gemeinen Holzverfäufen, weil fie in einem Revier ſtehen, überraſchet werde. 0.768 Daß auch diejenigen Riefern, ſo die Böttcher zu den Tonnenſtäben gebrauchen können, vor: züglich"geſchonet, und bey dem gewöhnlichen ZolzverFaufen ausgenommen werden müſen, weil dieſes Zolz ebenfalls theurer bezahlet wird; wobey zugleich die Eigenſchaften der dazu tauglichen Riefern angezeiget werden. "Die Bötticher und für deren Nothdurft ſorgende Holzhändler, ſind ebenfalls einer Menge von kiehnen Stabholz benöthiget. Der Verkauf der Kiefern, die zu dieſem Endzweck tüchtig ſind, briaget gleichmä- ßig einen weit größern Nugßen, als der Verkauf des gewöhnlichen Bauholzes, Die Vernunf: gibt daher von ſelbſt den Rarh an die Hand, daß man au dieſe Stämme auf eben die Art, als in dem nächſtvorſtehenden 8. in Anſehung des Schiff dau- Holzes bemerket worden, ſchonen, und von dem gemeinen Holzverkauf ausnehmen müſſe. Bäume, die einen geraden Riß oder Spalt haben, und weder aſtig, noch auch gedrehet ſind, ſchicken fich zu dieſem Endzw-> am beſten. Ein erfahrner Forſtverſtändiger kann dieſe Eigenſchaft ſehr leicht aus dem bloßen Augenſchein wahrnehmen, und es iſt daher ſeine Pflicht, daß er auf dergleichen Stämme eine beſondere Aufmerkſamkeit richte, und ſie nicht anders, als zu dem vorbemeldeten Webrauch, widme, 6. 69» Verſchiedene Arten des Bauholzes, und warum ſolche in Erwägung zu ziehen, und näher ausgeinander zu ſetzen, nöthig iſt.; Das gewöhnliche zum Civilbau erforderliche Bauholz, läſſet ſich ganz füglich in folgende Arten eintheilen:: 1) in Sageblöde/ 2)== ftartfes Baubolzy 3)=- WMiittel- Baubolzy 4)= Fieines Bauvolzy 5)= Sparrbolz, 6)= Bobiſtämme und endlich 7)-- Zattho1z, Es haben dieſe verſchiedene Arten von Bauholz nicht allein ihre verſchiedene Preiſe, ſondern es kann auch) davon, wenn nur eine vernünftige und richtige Uederlegung gebrauchet wird, in allen Arten ohne Nachtheil des Waldes überlaſſen werden. Es werden aber hierzu Vorſichten und eine richtige Wahl, unter den in einem Walde befindlichen Stämmen, die man nicht allemah! beobachtet, und wodurch öfters der Waldung ein ynwiderbringlicher Schaden zugefüget wird, erfordert. Dirſes - 64 Eilfces Haurtſtü>. Dieſes veranlaſſet mich denn, die verſchiedene Bavholzarten in nähere Erwägung zu ziehen, und, was bey der Wahl derſelben, damit nicht dem Walde ein merklicher Nachtheil geſchehe, wahrzunehmen iſt, mit wenigen zu bemerken. SEEL: von den Sägeblöcken, und daß ſolche nicht allein überhaupt in ihrem Umfange eine gewiſſe Stärke, ſondern auch in dem Schaft der Zänge nach, eine egale Dicke haben müßen. Die Sagebl5&e oder Bretklötze, kommen dem Sciff bauhslz am nächſten, und fie ſtehen auch unter dem Civilbauholz im höchſten Preiſe. j Ihrer Beſtimmung nach ſind ſie, daß daraus die bey allen Arten von Civilbau, und auch ſonſt zu mancherley andern Gebrauch benöthigte Breter geſchnitten werden ſollen, gewidmet.;; Breite Breter haben einen ganz natürlichen Vorzug vor den ſchmahlen. Ein tüchtiger Sagebloc> muß alſo nothwendig eine gewiſſe Stärke haben, damit die von ihm zuzubereitende Breter die gehdrige Breite erhalten können.; Bey tauglichen und brauchbaren Bretern verlanget man ferner, daß ſie an bey- den Enden eine gleiche Breite haben müſſen.: Will man aber ſolches erwarten, ſo muß auch der Sageblo> an beyden Enden gleich ſtark und di> ſeyn, indem, wenn dieſes nicht iſt, auch die Breter an dem einen Ende ſcen beſtimmte Stämme möſſen ferner wenig Spindt haben, ſondern haupt- ſächlich aus einem dichten und feſten Rern beſtehen, Sollen die geſchnittene Breter von Dauer ſeyn; ſo müßen ſix nicht viel Spindt haben, ſondern größtentheils aus dem bloßen Kern beſtehen. Eine vorzüglich nothwendige Eigenſchaft eines guten Sageblockes iſt es demnach, daß er größtentheils aus einem feſten Kern beſtehe, und nur mit wenigem Spinde um- eben ſey.; 3| Das Spindt läſſet nicht allein das Waſſer ſehr leicht durch, ſondern iſt auch beſon- ders dem Wurmſtich unterworfen, folglich ſind Dielen, die vielen Spindt haben, nur wenig brauchbar, können auch nicht lange dauern. Breter hingegen, die aus einem recht dichten und geſunden Kern geſchnitten wor- den, halten nicht allein in Anſehung ihrer Dauerhaftigkeit viel länger gegen, ſondern find auch zu allem Sebrauch weit geſchickter. 4. 72. Auch müſſen gute und tüchtige Sägeblöc>e nicht aſtig ſeyn, wenn ſie eine zum Verkauf tüch- tige Waare abgeben ſollen, wovon die Urſachen ebenfalls näher bemerket werden. Gute und zu allem Gebrauch(üchtige Breter, müſſen endlich auch nicht aſtig ſeyn. Die Von den wirtbſchaftlichen“Wahrheiten,:welche ſowohl x. Es Die aſtige'Breter ſind-nicht allein ſchwer zu bearbeiten, ſondern es ſpringen auch die Aeſte unter der Arbeit öfters ganz und gar aus,"wodurch: dena ein dergleichen Bret verſtümmelt und unbrauchbar gemacht wird. Zu feinen Tiſchlerarbeiten'ſind dergleichen“aſtige Breter-gar nichts-nuße.; "Von ſelbſt folget hieraus, daß*bey der Wahl der Sageblöc>ke auch darauf, daß fie keine, wenigſtens nicht viele Aeſte baben, geſehen werden. müſſe. Ich gebe eben, da-ich'dieſes dictire, auf einem mit dergleichen von aſtigen Sage- B'öc>ken geſchnittenen Dielen belegten Fugboden auf und ab, und habe-daher durch ſelbſt eigenen Augenſchein die Unſchilichkeit dieſer.Breter,-und-daß/ ſie überdem einem damit ausgelegten Zimmer nur ein ſchlech!es Anſehen geben, zu bemerken Gelegenheit. 'Sageblö>e, welche dieſen Fehler:an ſich häben,“werden. wenn“ ſie auch ein Ei- genthümer, weil er keine beſſere hat,„aus Noth zu ſeinem eigenen Gebrauch nehmen muß, ſo leicht keine fremde Käufer und Liebhaber"finden.: Wenigſtens müſſen»ſie: jederzeit,„weit wohlfeiler"und für geringere Preiſe, über- laſſen werden, S. 73 Von der Länge des in einer egälen Stätke fortlaufenden Schafts"bey einem tüchtigen Säger Blo, und:waram ,-wenn ſolche ermangett, die ganze innere-Güte des Säge, ADloc>s:verdächtig ſey. Vonreinem“tüchtigen Bretkloß oder Sagebloc> wird endlich auch erfordert, daß er die gehörige Länge, und einen-gleich dif en Schaft, wenigſlens von 24 rheinländiſchen Fuß, haben müſſe,; Eine dergleichen Länge-verlangen-älle Tiſchler von tüchtigen Bretern, weil ſolche allein nur zu dem-mancherley“Gebrauch, beſonders beym Bau, tüchtig ſind. Ein-jedes mittelmäßiges Zimmer hat wenigſtens 24 Fuß in der Länge, und es fälle däher von ſelbſt:in die Augen, daß ein-in-demſelben gelegter Fußvoden, ebenfalls Breter: von gleicher Länge erfordert,-wenn derſelbe geſchickt gerathen, und nicht aus lauter Brerſtücken zuſammen geſeßt ſeyn ſoll. Bey den Bauen gidt es inehrere-dergleichen Gelegenheiten, bey welchen Breter von erwähnter Länge nöchig ſind,-und die kärzern nicht füglich, ohne Verſtümmelung des ganzen. Baues, angewendet werden können, Zu kleinern Arbeiten-ſind zwar.auch die kürzern Breter zu gebrauchen. Allein der Mangel der Länge macht ſchon die ganze innere Güte des Sagebloc>k:s v:rdächtig, indem bey einem gutartigen Ho!z, welches in einem guten ſeiner Natur angeineſſenen Boo den ſtehet, mit-Recht gefordert werden kann, daß ein zu ſeiner Volſtändigkeit gelaugter Baum einer gleich dif en Schaft von vorbemeldeter Länge, zeugen müſſe, Geſchieht dieſes-nicht; ſo iſt es ein ſicheres Kennzeichen, daß der Boden nicht von rechrer Art,“folglich auc vas Holz ſelber nur wenig tauglich ſey, und es immer cinen ſchiechten Kern,-worauf/do< nac Maßgebung des 9. 72. ebenfalls ſehr viel anfommt, haben weide. Oecox. Forens, VII Theil, I 6.%4. 65 Eilftes Hauptſtück. 5. 74 Wie ſich ein Ligenthümer, deſſen Zolzreviere nicht mit einem gleichen Boden ver- ſehen ſind, zu verhalten habe. Ein Sigenthümer, deſſen Holz n3x in einem ſchlechten Boden ſtehet, muß frey- lich, weil dieſes adzuändert nicht in ſeiner Gzwalt iſt, auch mit kürzern Sigeblö>en zu“ ſeinem eigenen Gedörauch fürlieb nehmen, wird aber bey auswärtigen Käufern nur ſelten einen Abſa2ß davon zu hoffen haben. Da in großen Wäldern der Boden nicht immer von einerley Beſchafeabeit iſt, ſondern guter und ſchlechter mit einander abwechſelt; ſo iſt es der Vernunft gemäß, daß alsdenn eben diejenigen Maßregeln, die ich 9. 67. wegen des Schiff bauholzes angera- then habe, genommen werden müſſea. Auch hat maa nur auf denen Revieren, von denen man, doß ſie einen guten B3- den haben, überzeuget iſt, die Bäume zu derjenigen Vollſtändigkeit, die zu einem tüchti- gen Sageblo> erfordert wied, gelangen zu laſſen; das auf den Revieren von ſchlechten: Boden ſtehende Holz aber, zu einem andern Gebrauch, welcher keine dergleichen egale Länge des Schaſis erheiſchet, zu beſtimmen. O7 75% Von dem Unterſchiede der ein- und zwepyſtieligen Sägeblö>e, und daß die letztern ſowohl für die Räufer als Verkäufer weit vortheilhafter ſind. Sonſt iſt auch der Unterſchied zwiſchen ein- und zweyſtieligen Sageblöcen bekannk. Einen einſtieligen Sagebloc> nennet man einen Baum, deſſen Schaft nur eine egale Länge von 24 Fus gibt, und hingegen einen zweyſtieligen denjenigen, von deſſen Schaft zwey dergleichen Längen zu nehmen ſind, Es iſt zwar ganz natürlich, daß der odere Theil des Schafts etwas ſchwächer fallen müſſe, als der untere.'. Jnzwiſchen gibt doch derſelbe, wenn der Baum in der Höhe nur nicht gar zu ſehr zuſpißet, ſehr taugliche Breter, und ſie ſind öfters beſſer, als von den einſtieligen, indem der lange und gleiche Wachs eines Baumes, ſchon vou ſelbſt ein Zei- bäume weit theurer, als die einſtieligen, im Preiſe ſtehen, iſt ganz natürlich. Inzwiſchen werden die Käufer, wenn ſie auch etwas mehr dafür bezahlen müſ- ſen, bey den erſtern jederzeit weit beſſer, als bey den leßtern, fahren.| Sie erhalten nicht allein eine größere Anzahl von Bretern, ſondern können auch u Voraus verſichert ſeyn, daß dieſe Breter dauerhaft, kernigt, und ohne viele Aeſte eyn werden, Bey den einſtieligen hingegen hat ein Käufer gemeiniglich das Gegentheil zu erwarten. Nicht bloß für den Käufer ſind die zweyſtieligen Sägeblöc>e aus vorbemeldeten Urſachen vortheilhafter, ſondern auch der Verkäufer und Eigenthümer hat von denſelben einen weit größern Nußen,-wenn er auf einem und eben demſelben Plaß einen HI er Bon den wirthie bezahlet zu wer«- Dein pflegen, erzeuge. 074-067 Von den Kigenſchaften des ſtarken Bauholzes, und warum daſſelbe ebenfalls eine in ein2x gewiſſen Läng? fortlaufende egale Stärke haben möſe, auch überhaupt das längere Bauholz den kurzſtieligen weit vorzuziehen ſey. Das ſogenannke ſtarke Bauholz folget der Reihe nach auf die Sägebls>e. Es wird daſſelve theils zu Schwellen, theils aber auch zu Balken, Rähmen und Unterzügen, auch zu Efſtielen gebraucht. Uederhaupt muß es zu allen denjenigen Theilen des Gebäudes, welche die meiſte Laſt zu tragen haben, angewendet werden. Hieraus ergiebt ſich nun von ſelbſt, daß hiezu Stämme erfordert werden, die zu ihrer Vollſtändigkeit gelanget ſind, und eine zweckmäßige Stärke haben. Die Länge des Stammes iſt bey allen Bauholzarten ebenfalls eine Eigenſchafr, die bey den Bauten vielen Vortheil ſtiftet, indem von einem langartigen weit wenigere Stämme, als von einem kurzſtieligen, gebrauchet werden, und ein Bauherr den oberſten Theil des Stammes, wenn er auch gleich etwas ſchwächer fällt, als der unferſte, dennoch immer mit Nuten anwenden, und den von dem ſtarken“Bauholz zu Mittelholz, von dem ictelhol) zu fleinem Bauholz, von dem kleinen Bauholz zu Sparrholz u. ſ. f. neh« men fann. Bey dem ſtarken Bauholz aber iſt es nothwendig, daß daſſelbe in dem Schaft, eben ſo wie bey den Sägeblöcken, eine in gleicher Die fortlaufende Länge habe. Denn je weniger die Schwellen und Nähme von verſchiedenen Stämmen zuſam- men geſtoßen werden, je dauerhafter ſind beyde.: Und zu den Balken iſt es ſchlechterdings nscthig, daß dieſelben aus einer Länge zubereitet werden müſſen, indem das Zuſammenſtoßen derſelben, wenn ſie auch auf einer Zwiſchenwand zu ruhen kommen, allemahl gefährlich bleibt, . Ueberhaupt iſt-es gewiß, daß das Holz an den Enden, wo es zuſammen geſtoßen wird, wegen der leicht eindringen könnenden Feuchtigkeiten am erſten zu faulen anfängt, und dadurch das ganze Gebäude wandelbar wird. Se 77: "Warum zu dem ſtarken Bauholz, Bäume, die zu ihrer Vollſtändigkeit gelanget, ben doch nahe ſind, erfordert werden, und dieſe Bauhbolzart mit dem Schiffsb Sageblö>en einerley Eigenſchaften an ſich haben müſſen, dergeſtalt, - hur bloß in Anſehung der. Grade von einander unterſchieden ſind, Aus den vorbemerkten Eigenſchaften des ſtarken Bauholzes ergiebt ſich von ſelbſt, daß dazu Kiefern, oder in deren Ermangelung andere Nadelholzbäume, welche bereits zu ihrer Vollſtändigkeit gediehen ſind, erfotdert werden,: J. 2 Denn oder derſel- auholz und daß ſie j j 611 (4 "| ET j u H | 47] Bibi "1| << DEREN 68; Eilfres Hauptſiü>k.. Denn ehe-ein Baum ſeinen Wachsthum wenigſtens der Länge nach vollendet hat;. oder doen bemerfethabe, wahrnehmen. Dieſe drey Holzarten“ erhziſchen. faſt: einerley. Eigenſhaften, und“ ſind. nur bloß: dem Grade nach.unterſchieden.- weshalb auch öftecs.die eine die Stelle des andern vertre» wir rp und. es.nur-bloß auf- eine: Gelegenheit, ſolche. auf. die: beſte. Art“ anzywenden,. ankommt. Meldet ſich: ein Holzhändler; welcher unter-den ſonſt zu-Sageblöken und ſtarken: Bauholz beſtimmten Bäumen. eine ihm anſtändige Waare findet; ſo iſt es vernünfiig, daß man ihm ſolche, weil er:einen-weit höhern Preis, als. die. ſonſt gewöhnliche Bauher-- ren, dafür bezahlet, überlaſſe. Findet,ein Schneidemüller-oder Tiſchler: unter den zum. ſtarken. Bauholz beſtimme ten- Bäumen ihm anſtändige Sägeblöcke 3. ſo würde ein Eigenthümer unwirthſchaftlich handeln, wenn, er ihm nicht dieſelben, weil die Sägeblö>e-in einem höhern Preiſe, als- das ſtarke-Bauhols ſtehen, verkaufen wollte. Hu, Nur erſt: alsdenun ,, wenn unter den ſtärken-Bauholz von den verſchiedenen Holze Händlern weder Schiffbauholz noch. Sägebidc>e angetroffen werden, fann- und muß man: es zu: ſeiner eigentlichen Beſtimmung auf heben, und-als ſtarkes. Bäuholz bey;einer. vor-- fallenden. Gelegenheit verkaufen... Gee: 7805 Yon-dem-imiittelbauholz;. welche Bäume dazu zu wählen; und" daß: öfters: Stämme, die: mitten in ihrenz.Wachsthum ſtehen; genommen. werden müſſen. Das- Mittelbauholz hat eine geringere Stärke, als bey: dem-ſtarken Bauholz.an« genommen worden, nötbig; Es iſt daher öfters nothwendig, daß: dazu Stämme; die-in ihren vollen Wachs- thum ſtehen, genommen werden, und eine Kiefer von 80. Jahren kann, wenn ſie auch nur: in einem mittelmäßigen Boden erzeuget worden, ſchon ein'gutes Mittelholz abgeben. Die Erfahrung-lehret aber, daß nicht alle Bäume, ob ſie- ſchoa- ein gleiches Alter: erreicht, deshalb. auch zu einer gleichen Stärke gediehen ſind. Man nimmt vielmehr.wahr, daß immer ein Stamm vor.demandern; ohnerach- tet ſie insgeſammt;geſund und ohne Fehler ſind; ſchwächer bleibt. Die Anzahl derjenigen, die zu einer ſolchen Stärke, als-zum Schiffbauholz erfor- dert wird, gelangen; iſt in einem großen Walde-nur immer die geringſte. Man- wird daher auch unter den ihrer-Vollſtändigkeit nahen Kivfern jederzeit Stämme, die ſich: zum Mittelbauholz ſchicken, antreffen, und daher nichtriminer nöchig baben, die in. ipbrem beſten. Wachsthum- ſtehende Bäume zu- dieſer Baubolzart zu beſtitumen.. : Sollte Pon' den wirthſchaftlichen- Wahrheiten, welche ſowohl 1c.. 69 Sollte es inzwiſchen unter dem alten Holz an dergleichen Mittelbauholz fehlen; ſo känn ſich ein Gutsbeſiger, der- mit einer ſtarken Waldung verſehen wird. auch junge Bäume biezu zu-beſtimmen, nicht entbrechen.- S. 79+ Wie es ein aufmerkſamer; und vernünftiger Farſtverſtändiger einzurichten habe,'daß dem Walde- kein merklicher Schaden wiederfahren darf, wenn auch gleich zu denz Wiittrel- Bauholz ,, die in ihrenr-vollen' Wächsthum ſtehende B8&ume, genommen- werden- müſſen.. Es iſt zwar wahr; daß einſolcher junger: Baum; wenn er bis'zur Vollſtändigkeit ſtehen geblieben wäre, dem- Werthe nach noc 87. Daß die übrigen tTadelholzarten zwär in den Zauptſtüc>en mit der Riefer überein kommen; dennoch aber in verſchiedenen zufälligen Dingen ein Unterſchied zwiſchen ihnen anzutreſſen iſt.| Das bieher Bemerkte enthält die Natur, bequemſte Fortpflanzungsart, und den mannigfaltigen Nußen, den man von der Kiefer zu erwarten hat. Ich habe bereits vorhin bemerkt, daß die ſämmtlichen hohen Nadelholzarten eie nerley Natur und Eigenſchaften an ſich haben, und man in den vornehmſten Stücken eben diejenigen Maßregeln, die in Anſehung der Kiefer feſtgeſeßet worden, auch bey den übri- gen Nadelholzarten zu beobachten hat. Jnzwiſchen nimmt man doch in zufälligen Dingen eine Verſchiedenheit unter ih- nen wahr. 3 Aus dieſem Grunde iſt es denn nöthig, eine jede Art derſelben beſonders in Beo tracht zu nehmen, und dasjenige, worin ſie von der Kiefer, deren Beſchaffenheit wir vorhin umſtändlich abgehandelt haben, abweichet, anzumerken, 6. 8 8. Von der Roth- oder Pechtanne. Nach der 6. 43. beliebten Ordnung iſt der Reihe nach, die bekannte Tanne dieje- nige hochſtämmige Nadelholzart, deren Verſchiedenheit und Abweichungen von der Kiefer wir gegenwärtig zu bemerken haben. 2 Von demjenigen Nadelholzbaum, der unter dem Nohmen von Tanne bekannt iſt, giebt es zuweilen zweyerley Gattungen, wovon die eine die Roth- Shwarz- oder Pechtanne, die andere aber die Weistanne genannt wird. Wir machen hierunter mit der Roth- oder Pechtanne um ſo.mehr den Anfang, als ſolche die gewöhnlichſte iſt, auch, wie bereits oben bemerkt worden, beſonders in Sachſen, mit der Fichte ſehr oft vermenget, und daſelbſt eben ſo, wie die Kiefern in.dem Brandenbuyrgiſchen, dieſen Nahmen zu führen pflegt. 6. 89. Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, wei>e ſowebl ic. 75 5: 89. Von der ſo genannten Rauchtanne, worin ſie von der gewöhnlichen Rothtanne unter; ſchieden, und daß ſie hauptſächlich häufigen und guten Samen trägt, Die Rothtanne oder ſächſiſche Fichte, verlangt in den Landſorſten, wenn ſie in ihrem erſten Aufſchlage enge zuſammen ſtehen, nicht allein eine anſehnliche Höhe, ſon- dern hat auch einen ſchnellen Wachsthum, In den gebürgigen Oertern aber, wo ſie nicht tief genug einwurzeln kann, pflegt ſie gemeiniglich furz, ſtruppig und äſtig zu ſeyn, und ſie wird alsdenn mit dem Nahmen von Rauchtanne beleget, Ob gleich ihr Holz nicht ſo, wie das von den gerade gewachſenen Rothtannen, in allen Fällen gleich brauchbar iſt; ſo hat man doch dagegen von ihnen den Vortheil, daß ſie, wegen ihrer vielen Aeſte, den meiſten Samen tragen. Man hält auch den von den Rauchtannen genommenen Samen für den beſten, und es bleibt derſelbe, wenn er reif-und gut gewonnen worden, drey. Jahre zum Ausſäen tüchtig, jedoch muß er an einem Ort, der weder zu warm noch zu feucht iſt, auf behal- ten werden,? 6-50; Von dem Samen der Rothtanne, und worin er von dem Sameyn der übrigen tTadel- Zolzarten unterſchieden. Dieſer Same der Rothtanne hat ſoyſt mit dem Samen der Kiefer, in Anſehung ſeiner äußern Geſtalt, einerley Eigenſchaften an ſich, und iſt ebenfalls mit Flügeln verſehen. Jedoch ſind die Flügel des Rothtannenſamens länger als bey dem Lerchenbaym, hingegen aber fürzer und ſchmahler, als bey der Kiefer, und die Weißtanne hat einen grd, ßern, diern, und mif großen breiten und ſtumpfen Flügeln verſehenen Samen, Dieſe Verſchiedenheit der Samenflügel kann man zugleich als ein ſicheres Keny- Zeichen von den verſchiedenen Nadelholzſamen annehmen. In Anſehung des Augsmachens und der Abſonderung des Rothtannenſamens von den Zapfen, kann eben diejenige Methode, die wir bey- den Kiefern als die beſte und be- quemſte vorgeſchlagen haben, beybehalten werden. : Zu bemerken iſt hierbey, daß die Fruchtzapfen der Rothtannen zwar weit länger und ſtärker, a!s die an der Kiefer ſind; dieſelben ſim aber in vielen Gegenden, kaum in 4 oder 6 Jahren, in einer beträchtlichen Menge erzeugen. Von denjenigen Rothtannen, die man ſtark zu Harz hat reiſſen laſſen, muß man nicht leiht Zapfen zu Samen wählen, weil die Erfahrung lehret, daß der in deuſclben befindliche Same, gemeiniglich taub zu ſeyn pfleget. K 2 S.: 535 76 Eilftes Hauptſiu>. Gar igte| Pon dem Boden, den die Rothtanne zu ihrem Wachsthum verlanget, und daß fie auch iiv einem kieſigen Erdreich gut fortkommt; ein fetter und ſchwammiuchter Boden aber ſich für ſie nicht ſchiet, Die Rothtanne will an und für ſich mit der Kiefer einen gleichen Boden haben, und es iſt daher alles dasjenige, was in Anſehung der leßtern davon geſaget worden:, qauc<- bey dieſer Nadelholzart zu wiederhohlen. Juzwiſchen. lehret die Erfahrung, daß die Röthtanne auch in einem etwas-ſteinig- kiefigen ſchlechten Boden, ein gutes Fortkommen hat, wie denn überhaupt dieſe Nadel» Holzart in den Gebürggegenden häufiger, als in den Landforſten, angetroffen wird. In einem fetten, ſchweren oder ſhwammigen Bodett hat ſie zwar einen ſchnellen: Wachsthum, und erlanget in 69 bis 70 Jahren eine anſehnliche Höhe und Stärke, Allein das-Holz dävon wird gemeiniglich am Stammende und im Kern ſchadhaft befunden, und iſt daher der baldigen Fäulniß gar ſehr unterworfen.. C.)..925 Von- der. Fortpflanzungsart der: Rothtanne, und daß es darunter mit der Riefer“ einerley Bewandtniß habe. In Anſehung ihrer Fortpflanzungsart iſt alles dasjenige, was oben von den Kie» fern geſagt. worden, zu wiederhodblen. Auf alten leeren Sainenpläßen iſt ebenfalls die natürliche Beſamung vermittelſt- einer verhältnißmäßigen. Menge von Samenbäumen, die man auf den Schonungen. ſtehen läſſet, die beſte,' Bey neuen Anlagen aber, oder auf Holzpläßen, die durc< einen Brand verheert“ worden ſind, muß man ebenfalls, wie bey der Kixſer, die oben bemerkte Methode, der- gleichen. Aulagen. und Pläße mit der benöthigten Menge von guten und tüchtigen Samen. zu befruchten, ergreifen. Auch das Auf hacen des Bodens iſt bey der Rothtannenholzſaat. böchſt. nsthig; weil der Same dieſer Holzart nicht ſo. leicht, als der von.den Kieſern, in das Erdreich. eindringet, und Wurzel ſchlägt. Man bemerket ferner, wenn der Grund hitzig und den: Sonnenſtrahlen ſtark aus» gf 6,0„- der. Rothtannenſame: obne abwechſelnden. Regen ſehr ſchlecht. darinnen rigebet. Ius dieſen Grunde'iſt es deun rathſam, daß than das vorhin.aufgelo>erte Erd». reiß, nachdem der Same-darin-ausgeſtreuet worden, ganz, leicht und. wenn es auch nur mit einem bloßen Strauch geſchehen ſollte, übereggen laſſe. Ueberhaupt wächſet die Rothtaunenſaat anfänglich nur ſehr ſparſam, und bleibe“ gegen'der Kiefer gar ſehr zurück. Erſt im vierten, fünften oder ſechsten-Jahre geht ſie ſchneller in die HöhT, und» hohlt alsdenn den kiefzen Auſſchlag wieder ein«.| & 923 Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl"c: 7 S. 23+ Warum die Rothtanne- eine faſt noch dickere Zolzſaat, als die Kiefer, verlange. Bey der'Rothtanne iſt faſt noch eine ſiärfere und dickere Saat, als bey der Fichte, nöthig. Denn dieſer Baum wirft, wie bekannt- iſt., faſt von der Erde an, ſehr viele Zweige aus. Da ſie ſich nun hievon, wenn ſie recht brauchbar werden ſoll, gehörig reinigen muß, ſolches aber wie bey der Kiefer, ohne daß ſie recht di zuſammen ſtehen, nicht füglich geſchehen kann; ſo iſt die Urſache, warum. ihre Ausſgaat.recht dik geſchehen müſſe, hieraus ganz offenbar. Ueberdem wächſt die Rothtanne nicht allein in einem di>- und wohlgeſchloſſenen Holze ſehr gerade, ſondern ſoll auch nach dem Zeugniß der Naturforſcher, vor allen Kies fern und Weistannen- Arcen, zu einer Hshe von 89, 100, 120; 139, his 150 Fuß ge- langen, welches ſie denn ganz vorzüglich nußbar macht, Ein Eigenthümer, in deſſen Gewalt es ſtehet, ſein anzuziehendes Holz nußbarer zu machen, würde höchſt unverantwortlich handeln, wenn er nicht die dazu in Handen habende Mittel anwenden wolte. Wie ſelten aber dieſes theils aus Unwiſſenheit, theils aber aus Unachtſamkeit, geſchiehet, lehret die tägliche Erfahrung. Unſere noch jezt vorhandene Holzreviere ſind ihrem Umfange nach nocenen Ge- genden erzeuget:worden,. Denn das Holz der erſtern iſt. ſehr leicht zur Fäulniß geneigt. Ueberdem wird das frühzeitigere Abſterben der Rothtannen öſters gar ſehr dur< das bekannte Harzreiſſen, wovon hald ein mehreres erwähnt. werden ſoll, wenn es zur Unzeit geſchiehet, befördert. K 3 Die = Zug im I, <<< <<< Z2= 78 Eilftes Hauptſtü>. Die Reife dieſes Holzes pflegt man gemeiniglich daraus wahrnehmen zu wollen, wenn der Kern deſſelben größer, als der übrige Theil der Holzanlogen, iſt. 8. 95. Daß die Rothtanne in verſchiedenen Fällen nüglicher ſey als die Riefer; im andern aber auch derſelben wieder nachgeſetzet werden müſſe. Eine in einem ihrer Natur gemäßen Boden und dicken Aufſchlage angezogenen Rothtanne, kann nicht allein zu allen denjenigen Dingen, wozu die Kiefer tüchrig iſt, ge braucht werden, ſondern ſie hat auch noch in vielen Stücken einen Vorzug vor dieſen. Wahr aber iſt es auch, daß die Rothtannen, die keinen ihrer Natur anpaſſenden Boden haben, und dabey gleichſam, weil ſie nicht dict genug ſtehen, ins Wilde gewache ſen ſind, auf allerley Art, weit weniger nußbar, als die Kiefern, ſind, Um hiervon deſto mehr überzeugt zu werden, wollen wir die Urſachen von beyden mit mehrerm berühren, 6:95- Urſachen, warum die Rothtanne in vielen Fällen nutzbarer als die Riefer iſt.? Daß die Rothtanne oder ſächſiſche Fichte, wenn ſie an einem Orke und in einem di>en Aufſchlage erzeuget worden, einen weit höhern Stamm, als die Kiefern, treibe, habe ich ſchon vorhin bemerket. Die Länge der Stämme iſt, wie bereits verſchiedentlich erinnert worden, eine Haupteigenſchaft eines jeden Baumes, den man zu Schiffbauholz, oder auch allen Aro ten des Civilbaues, gebrauchen will. Da nun unter allen Nadelholzarten, deren Anwendung zu-dieſen beyden Gattune gen von Bauholz gewidmet, di? Rothtanne diejenige iſt, die den meiſten Nußen ſtif- tetz ſo legt ſich der Vorzug, den die Rothtanne vor der Kiefer hat, hieraus von ſelbſt zu Tage, Demnächſt iſt aus der Erfahrung bekannt, daß die Stämme des Nadelholzes alle Jahre einen friſchen Ring anlegen, woraus man zugleich, wenn ſie abgeſtämmet wer» den, ihr Alter abnehmen kann, Nun aber zeigt es ſich, daß die Jahregringe, ſo die Rothtanne anlegt, weit kleiner und zarter, als die von der Kiefer ſind. Dieſe mehrere Feinheit und daraus natürlicher Weiſe folgende Tüchtigkeit verur- ſochet denn auch, daß ſich das Rothtannenholz nicht allein in allen Fällen weit beſſer bes arbeiten läſſet, ſondern(0' en Aufſchlage nun, hat dieſer Baum ſich von dieſen allzuvielen, und ſeiner fünfrigen Nußbarfeit ſchädlichen Zweigen zu reinigen keine Gelegenheit, ſondern wächſt gleichſam ins Wilde. Ein derzleichen ins Wilde gewachſener Rothtannenbaum, kann nun eines Theils nicht diejenige Länge und Höhe, die ihn ſonſt ſo. vorzüglich machen, erlangen, und theils auch) ſich von dea überflüſſigen Aeſten und Zweigen nicht gehörig reinigen. Erlangte er auch gleich eben diejenige Höhe, welche eine in einem auggelichteten Walde ſtehende Kirfer bekommen kanaz ſo würde doch ſeine Brauchbarkeit gegen dieſelbe darch die mehrere Aeſte und Zweige,[9 er zeuget, gar ſehr vermindert werden. - Auch iſt ſczon vorher bemerket worden, daß in einem fetten und ſchvammigen Boden die Rothtanne zwar vom Anfange einen ſchnellern Wachsthum zeigt, an und für ſich ſelber aber ein weit ſchlechteres Holz hervor bringt, welches aus den weit größern und wenigern Jahregringen abzunehmen iſt, Was kann bieraus anders folgen, als daß zwar das in einem tauglichen Boden undin einer verhälinißmäßigen Düngung angezogene Rothtannenholz vor dem kiefernen einen großen Vorzug hade, alsdena aber, wenn daſſelbe in keinem ſeiner Natur ange- meſſenen Boden erzeuget worden, oder auch wegen eines allzuweiten Abſtandes von ein» ander, ſich von den überflüſſigen Zweigen und Aeſten gehörig zu reinigen, keine Selegen- beit gehabt hat, in allen Fällen weit ſchlechter, als jenes, ſey? VG: 2595 FSortſezung des Vorigen, Wie wenig eine Nadelholzart, welche viele Aeſte hat, zu dem edelſten und nuß- barſten Gebrauch tüchtig ſey, iſt ſchon oben, wo wir von den Tigenſchaften eines guten Kieferholzes gehandelt haben, bemerket worden. Zu dein Schiff bauholz iſt eine dergleichen aſtige Art wohl niemahls nußbar. Zu dem Civilbau kann man ſie ebenfalls mc. Lann es nun nicht ausbleiben, daß ſolches nicht viele und unzählige Aeſte den ganzen Stamm hindurch haben ſollte, Ein mehreres braucht es nicht, um zu erweiſen, daß ein dergleichen augeinander ſtehendes und nicht in der gehörigen Die angezogenes Rothtannenholz zu den-edlern und nußbarern Holzverdrauch nur wenig tauglich ſey«| Wäre die Rothtanne den Eigenthümer durch den häufig bey ſich führenden Harz nicht ſchadlos zu halten im Stande; ſo würde es kein Bedenken haben, diejenigen Güter Beſißer, die einen Kieferwald beſiken, für weit glüflicher, als andre, welche Eigenthü« mer eines Rothtannenwaldes ſind, zu ſchäßen« 17.40 | 5. 99. Daß der hauptſächlichſte Vorzug der Rothtanne in dem beyp-ſich' führenden Harz, woraus das bekannte weiße Pech zubereitet wird, beſtehe. Die große Menge von öhligten Theilen, ſo die Rothtannen bey ſich führen, nud woraus das bekannte weißes Ped) erzeuget wird, macht dieſe Nadelholzart beſonders nuß- bar, und giebt derſelben für den Kiefern einen merklichen Vorzug. Inzwiſchen kann dieſ? an ſich für den Eigenthümer ſehr nußbare Eigenſchaft der Rothtanne auch zugleich ſehr ſchädlich werden, und zus Verderben dieſer ganzen Holzark| gereichen, wenn nicht die gehörige Zeit und MaßreZein dadey in Acht genommen werdein, Nothwendig iſt es daher, daß auch hiervon das erforderliche bemerfket, und da- durchdie Beſißer der Rothtannenholzwaldungen in den Stand, ſich wider die davon zu befürmäßig verfahren; ſos muß bey den Rothe Tannen, die nicht wegen ihres überflüſſigen Harzes frühzeitiger geriſſen werden müſſen, zu dem Harzreiſſen nur erſt zwey bis drey Jahr vor dem Abtreiben des Brenn- und Koh- kenholzes geſchritten werden.. 6. 103+ Wie bey dem Sarzreiſſen. eigentlich verfahren wird, und was dabey zu beobachten iſt. Und damit man au< von dem alsdenn rathſamen und unſchädlichen Harzreiſſen den'gehödrigen Begriff haben möge 3. ſo geſchieht der Riß an der Sonnenſeite, in einer Länge von etwa 4 bis 5 Fuß, ungefähr zwey Querſinger über dem Stammende. In dieſem Ausſchnitt der Rinde fließt das Harz des ganzen- Baumes zuſammen, erhärtet, und wird alsdenn von den Pechſiedern geſammelt und abgeſchabet. In Gegenden, wo das Brennholz in keinem beſondern Werth ſtehe“, und man folglich auch auf deſſen mehrere oder wenigere Tüchtigkeit keine Rückſicht zu nehmen Uro- fache hat, kann das Harzen alle zwey bis drey Jahr, bey den nur bloß zum Brennholz beſtimmten Stämmen wiederhohlet werden. Die Erfahrung, lehret, daß in heißen Sommern mehr Pech, als ſonſt, ge- wonnen wird, N Inzwiſchen muß. man doch jederzeit, wenn nicht bey dem Harzen ein Mißbrauch vorgehen ſoll, die Beſchaffenheit des Bodens ſehr wohl in Erwägung ziehen.| 6. 204; Wie die Rothtanne noch. ſonſt auf mancherley Art genuget werden könne, - Das Harz, wovon hier die Rede iſt, und woraus das feine weiße Pech verfertiget wird, wird auch von den Ameiſen zuſammen getragen, wegen. ſeines annehmlichen Ge- ruchs anſtatt des Weyrauchs zum Räuchern genommen, und daher in verſchiedenen Ge« genden unter dem Nahmen von Landweyrauch verkauft. Aus den jungen Zapfen wird ein bekanntes ſchönes Oehl und Spiritus verfertiget, wovon das Oleum remplini oder Tannzapfenöhl eine beſondere Aufmerkeit verdient. Es giebt mit dem darin aufgelöſeten Maſtik einen ſehr guten Firuiß, und wit deſſen eigenem reinen Harze den gemeinen venetianiſchen Terpentin, Auch vf Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 83 Auch ſind die burgundiſchen Pech?, Colophonium, Schiff- Peche, Theer und Kien- Ruß ebenfalls Producte, die man dieſem Nadelholzbaum zu danken bat. SE 10x Von der Weißtanne, daß vieſelbe mit der Rothtanne eine große Aehnlichkeit Habe, und nur zn wenigen Stücken von derſelben abweiche. Die zweyte Gattung der Tanne iſt die Weiß 2 oder Silbertanne.« .„Dieſer Baum iſt unter den immer grünen deutſchen Nadelhölzern ſonder Zweife der ſchönſte, Er komme aber mit der Rothtanne in ſeinen Haupteigenſchaften völlig überein, und wir werden daher uns in deſſen Beſchreibung viele Mühe erſparen können. Inzwiſchen wollen wir doch die Abweichungen, die man bey demſelben an der Nothtanne wahrnimint, mit wenigem bemerken. 5.* I06% Iähere Beſchreibung der Weißtanne, was für einen Boden ſie vorzüglich liebt, und worin ſie von der Rothtanne zu unterſcheiden ſey. Die Weißtanne liebt einen ſteinigten, trofenen Grund, welcher weder moraſtig, noh ſonderlich gut und fett, ſondern gemäßigt iſt. An Hügeln und Mittelgebürgen kommt. ſie am beſten fort. Auf rauhen und hohen Gebürgen hingegen will ſie nicht rechte Art haben. Wie ſie denn überhaupt mehr die Wärme als die Kälte liebt, und daher in ſehr kalten Orten auch nur einen ſehr langſamen Wachethum von ſich blien läßt. Die Wurzel geht tiefer unter ſich, als bey der Rothtanne, weshalb auch ihr Stamm den Sturmwinden weit mehrern Wiederſtand c, und die Wurzeln davon werden, wie die Kieferwurzeln, an manchen Orten zu Garten- Körben und Ko- bern gebrauchet. Die immer grünende Nadeln und deren Farbe, auch die Ordnung, in welcher ſie . den 45:0 und äußern Zweigen ſtehen, unterſcheiden die Roth- und Weißtanne ehr deutlich. Von der leßtern ſind ſie glatt, weicher, platt, ſteifer, ſtumpf, zugeſpiger, und haben eine etwas geſpaltene Spigze. Ihre Farbe iſt dunkelgrün, und ſie ſtehen auf beyden Seiten an den Zweigen einander gerade über, und zwar recht dicht bey einander, ſo, daß ſie den Zweigen gleich ſam ein kammförmiges Anſehen geben. Dieſe Unterſcheidungszeichen in Anſehung ihrer äußern Geſtal, habe ich um ſo weniger unberührt laſſen wollen, als ſie WE leicht von Unerfahrnen mit der-Rothtanne EN ver- 84. Eilftes Hauptſtück. verwechſelt werden können; indem, beſonders in dem platten Lande, die Weißtanne nicht: ſo häufig angetroffen wird, und folglich der gemeine Haufe die Eigenſchaften der Roth--. und Weißtanne gar leicht verkennen. kann... 6.107. Von dem Samen der Weißtanne, vnd was ſo wohl bey deſſen Ausmachung aus den Zapfen; als auch bep ſeiner Ausſäung zu beobachten.; Der Same" iſt bey dieſer Nadelholzart mehr breitfläzlich,. braun und eckig, als: bey den Kiefern und Rothtannen.. INDE N Der Saine muß, nach dem Rath des Herrn Profeſſor Gleditſch bey dem Ausgs flingeln oder Augsmachen, in dön Zapfen nicht erhißet werden ,. indem er ſonſt zu langſam: ausfeimet und zu ſparſam“ aufgeht. j: Nach dem Rach des vorgedachten Herrn Profeſſor Gleditſch, den'man in dem: erſten Bande ſeiner ſyſtematiſchen Einleitung zur Forſtwiiſenſchaft, S.- 448 antrifft? ſoll: die erſte Saat die beſte ſeyn, und der dazu beſtimmte vergngerte Grund 4 bis 5 Zoll. tief gepflüget und veegety bey einem bevorſtehenden: Regen aber noh keinen. halben Zoll tief beſäet werden.: j Ich geſtehe gar gerne, daß ich eigentlich nicerten Boden nöchig habe; der Same ſelber aber, um nicht durch ein allzu tiefes Einfallen,:an ſeiner Hervorfeimung. verhindert zu-werden., nur: ganz-gelinde. untergebracht werden dürfte..; Z G 108+; Von dem LT7utzen der Weißtanne, in Anſehung des von ihr zu nehmendem' Bauholzes. In Anſehung.des Nutens, den die Weißtanne liefert, iſt zur bemerken, daß es Hierunter mit deimjenigen,. was vorhin von der Rothtanne geſagt: worden; faſt: eine glei« net;. fehr merklich:'| Es Von den wirthſchoftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c.. 85 Es muß daher daſſelbe, ehe es vorher recht ausgetrocknet worden, nicht leicht zum Bauen genommen werden.; Denn ein grüner junzer Baum von etwa 12-Zoll ſtark, trocknet dermaßen zuſam men, daß man nachher nur noch eine Stärke von 70+ Zoll an ihm wahrnimmt. Vonſſelbſt ergiebt ſich hieraus, wie ſehr man durch das zum Bau- erwählte Weiß Tannenho!z ſeinem beſtimmten Endzweck verfehlen. könne, wenn man nicht daſſelbe gehö- rig auetrocnen läßt, Daß ein Bau von dergleichen Holzart, welche dergeſtalt ſchwindet ,. und in ihrer Peripherie abnimmt, niemahls dauerhaft werden fönne, ſondern die Zuſammenſügungen eines ſolchen ſo ſehr zum Eintrocknen: geneigten Holzes allemahl unſicher bleiben- müſſen, lehret ſchon die Vernunſt,. EG. 41% Wozu die Weißtanne ſonſt noch mit Lrutzen gebrauchet und angewendet“ werden könne. Tüchtige Brecßäume, Wellen und alle andere Arten von ſtarkem Bauholz giebt die Weißtanne ebenfalls, und zu den ſchwächern Holzbauarten ſind dieſelben gleichmäßig ſehr ſchi>flich. Auch alsdenn, wenn ſie zu dieſem edlern Holzverbrauch nicht mehr ſchicflich ſind, geben ſie dennoch immer ein ſehr nußbares Brenn- und Kohlenholz ab.. Sonſt iſt auch das' gute Holz von dieſer Baumart zu Röhren und Dachrinnen, Bretern, Fußböden, Schindeln ,. allerhand Böttcherholz, auch feinen Tiſchler- und Drechslerarbeiten, ja ſetbſt zu muſikaliſchen Inſtrumenten gar ſehr geſchickt.. GE III Warum'man, wenn aus dem Weißtannenholz Rohlen gebrannt“ werden ſollen; daſſelbe ein halbes Jahr vorher ſchlagen und austrocknen laſſen. müſſe.. Die 5: 108. bemerkte Eigenſchaft des Weißtannenholzes“, vermöge welcher daſe ſelbe bey dem Sintrocknen gar ſehr ſchwindet und zuſammen fällt,, verdient alsdenn-eine- beſondere Aufmerkſamkeit, wenn dieſe Holzart zum Kohlenſchweelen verwandt werden ſoll. Durch dieſes Schwinden des Holzes würden in: denen Kohlenmeilern allerhand ſchädliche Unordnungen angerichtet werden. Es iſt alſo, wenn. man das Weißtannenholz', nachdem es zu keinem andern Ge- „brauch mehr tüchtig iſt, zu dieſem Endzwe nehmen und wählen will, eine Nothwendig- keit, daß daſſelbe nicht'allzu'grün zu-dem Kohlenſchweelen genommen werde.- Man' wird ſonſt nur wenigen Nuten davon haben, und öfters kaum: die daran gewandte Koſten wieder bezahlt! erhalten;-| Iſt aber das Weißtannenholz ein halb Jahr vorher geſchlägen und gehörig ausge- tronet worden; ſo kann man alsdenn, entweder im Herbſt oder im Frühlinge,, die beſten: Kohlen, die zu allen Arten-von Feuerung tauglich ſind, davon: erwarten;- ES ß. 112» .. SENFT EE TETRESTESSE EE ] i ? 47 Eilftes Hauptſtü>. OG.)„LI2% Von dem Lerchenbaum, als der vierten Sattang der hochſtämmigen tTadetholzarten. Die dritte, oder vielmehr, wenn man die Roth- und Weißtanne nicht für einer ley Baumart halten, ſondern ſolche, wie in dem Vorhergehenden geſchehen, von einander unterſcheiden will, die vierte Gattung der verſchiedenen Nadelholzarten beſtehet in dem Serhenbaum«. - So viele Vorzüge auch dieſer Baum in vielen Stücken hat; ſo iſt doch derſelbe in den meiſten Gegenden weit ſeltener. Vorzüglich gehört er zu den Holzarfen, die den Gebürggörtern eigen ſind, und beſonders in Oberſchleſien findet man denſelben in großer Menge, da er hingegen an an- dern Orten zu den ſeltenen Baumarten gehört, die man, weil ſie dort nicht eigentlich zu Hauſe gehören, mit einem gewiſſen beſondern Fleiß und dabey angewandten Müde, ais zuziehen ſucht.] 8,."X134 z7ähere Beſchreibung des LerHenbauyms, und worin er ſich von den andern hochſtäm- migen tTadelholzarten unterſcheidet. Der Zerhenbaum, welcher auh Schönbaum genännt wird, iſt, nach der Meinung der Naturkundigen, unter den deutſchen Nadelholzarten der anſehnlichſte und ſchönſte, und auch zugleich der nüßlichſte. An leiner äußern Schönheit und Anſehen aber gehet ihm dadurch ſehr viel ab, daß er im Herbſte ſeine Nadeln fallen läſſet, und dadurch das immerwährende Grüne, welches die übrigen Nadelholzarten ſo vorzüglich angenehm macht, verliert. Es trägt dieſer Baum weit kürzere Aeſte, als die Tannen, Sie ſind dünn, ſchlang, und allenthalben mit kleinen Knoten beſeßt, aus welchen im Monath April die Nadeln büſchelweiſe hervor brechen. Der Stamm dieſes Baums iſt nebſt der Wurzel von ſehr feſten Beſtandheilen, und ein ſehr kräftiger. Harzbalſain dur, „Sonſt hat dieſer ſchöne Balſam den Nahmen des venetianiſchen Terpenthins» „anſtatt daß man ißn Lerhenbaumbalſam nennen ſollte.: „Er wird den wahren cypriſchen, welcher eigentlich aus dem Terpenthinbaum „vommt, weit vorgezogen, iſt ſchärfer als der von der Weißtanne, hat dabey einen bittern „Geſchmack und unangenehmen Geruch, der bey dem friſchen Balſam durc. Das einzige will ich hier nurbemerken, daß er, beſonders in den Gebürgsgörtern, woſelbſt er ebenſalls häufig wächſt, der RKramwetsbaum/ oder Krammeitsbeerſtaude genannt wird.; Die Großvögel, als Ziemern,. Droſſeln: und Schnarren lieben. die an dem Wach- holderſtrauch wachſende Beeren ganz. vorzüglich, und ſie haben. eben davon den Nahmen RKramms. oder vielmehr RKrammetsvögel erhalten. Die Gro“vög:l, die in dem Gebürge gefangen werden, führen daher nicht allein ſchon in ihrem Fletiche einen. gewiſſen Geſchmack von. Wachhoiderbeeren bey ſich, jondern es wird auch ihr? Wohlſchmeenheit, nachdem. ſie*gebraten: worden. durch überſtreuete zerſtoßene Wachholderdeeren. gar ſehr vermehrt. Da. ich mich: hierunter auf das Zeuguiß: aller Leckermäuler ganz ſicher verlaſſen faun; ſo-bade ic) auch: bey dieſer Gelegenheit eine beyläufige Anzeige von dem Urſprunge. des Nahinene Krammetsvogel zu thun, nicht vorbey gehen laſſen können.. G- 1242 Daß der wachholderſtrauch in dem ſch!echt: ſten und unfruchtbarſten Boden wachſe, und er daher aufden an vielen Orten befindlichen Sandſcholien- mit vielen. Tunen gebraucht. werden könnte: 7, Der Wachbolderſtrauch' nimmt beyvahe unter allen: andern Holzgewächſen mit dem ſch/e. 3 6:7 125: Daß die Fortpflanzung des Wachholderſtrauchs ebenfalls durch die Beſamung am bequent ſien geſchehen könne, und warum die von einigen gehegte Meinung, daß die Wachholder: Beeren, wenn ſie auch gleich in der größeſten"'N3enge ausgeſäet würden, nicht aufgingen, unwahrſcheinlich-ſep. Der in unſern Gegenden bekannte Wachholderſtrauch beſamt ſich von ſäbſt, und an den pommerſchen Gegenden an der Seefante, wovon ich oben Erwähnung gethan- habe, kann er nac< 3 Jahren ganz füglich wieder abgebracht und zur Feuerung genußt werden. Bey neuen Anlagen muß ſeine Fortpflanzung durch den Samen, wegen der gro» ßen Menge von Beeren, die er giebt, allerdings ſehr leicht fallen, Es ſind zwar einige der Meinung, daß ſeine Fortpflanzung durch die Saat verge- bens ſey, weil die Beeren,* wenn man ſie auch winſpelweiſe ausſäete, nicht aufgingen. 1 Allein, es iſt ſoles, wenn man die Beſchaffenheit dieſer Beeren genauer be- trachtet, eines Theils nicht wahrſcheinlich, und andern Theils auch dem allgemeinen End- zwe der Natur, welche bey allen Pflanzen den von ihnen erzeugten Samen hauptſäch« lich mit zu ihrer fernern Fortpflanzung beſtimmt hat, offenbar zuwider. Die Verſuche, ſo damit angeſtellt worden, und woraus man dieſes ſchließen wollen, ſind aller Vermuthung nach, entweder übereilt geweſen, oder man hat es auch an der richtigen Wahl des dazu tüchtigen Samens ermangeln laſſen, Die Erfahrung lehrt, daß die Wachholderbeeren in dem hieſigen Lande ſehr ſchwer aufgeben, und bis ins driete Jahr, ohne hervor zu keimen, liegen bleibeo. Durch dieſen langen Verzug werden vielleicht manche, die einen Verſuch damit - angeſtellt haben, irre gemacht, und auf die Gedanken, daß ſie gar nicht aufgingen, ge- bracht worden ſeyn, und ſie würden vielleicht, wenn ſie nur die zu ihrer Hervorkeimung von der Natur beſtimmte Zeit geduldig abgewartet hätten, davon eine gegenſeitige Ero fahrung bekommen haben.;; S. 127 FSortſezung des Vorigen, wobey beſonders bemerkt wird, daß man zur Wachholderſaat „einen gehörig befruchteten Samen nehmen. müſſe. Demnächſt können auch die damit angeſtellte mißlungene Verſuche, durc< die Un- Fauglichkeit des dazu gewählten Samens verurſacht worden ſeyn. Bey keiner einzigen Baum- oder Strauchart iſt der Unterſchied der männlichen and weiblichen. Pflanze mexklicher, als bey dem Wachholderſtrauch oder Baum. ä Auf einigen trifft man eine Menge von Samenbeeren an, dahingegen die andert ganz leer davon ſind, und auch niemahls einigen Samen tragen. Es hat hierunter faſt eben diejenige Beſchaffenheit, die man bey dem Hauf wahrnimmt. Ich habe ſoiches in meinem Garten, wo ich verſchiedene Wochholderſträuche ans gezogen und Pyramiden daraus gebildet, ganz eigentlich zu bemerken Gelegenheit gehabt, . Wenn es nun nach den Sägen der-neuern Naturforſcher eine'ausgemachte Wahr- heit iſt, daß bey allen Pflanzen der Same, den das weibliche Geſchlecht ae zur ; zelte Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 95 Zeugung einer Pflanze von gleicher Art nicht tauglich iſt, wenn er nicht von einer in der Nähe befindlichen Pflanze männlichen Geſchlechts befruchtet worden 3 ſo hat es ſehr leicht geſchehen können, daß der Same, mit welchem die mißlungene Verſuche angeſtellt wor«- den, von den männlichen Sträuchern, weil lauter Sträucher weiblichen Geſchlechts bey- ſammen geſtanden haben, nicht befruchtet werden können, Alsdenn iſt es kein Wunder, wenn der mit einem dergleichen unbefruchteten Saa men angeſtellte Verſuch nicht den erwünſchten Erfolg gehabt hat, woraus aber noch fein allgemeiner Schluß auf allen, auch gehörig befruchteten Wachholderjamen gemacht wer- den fann. Wer alſo einen zur Fortpflanzung tüchtigen Wachholderſamen ſammeln will, der muß auf dieſen Umſtand ſehr wohl Acht haben, und keinen andern, als von deſſen wirk- lich geſchehenen Befruchtung er überzeugt ſeyn kann, wählen. 6,5.02.128: Von dem TT7utgzen des FSE SUIETELNG in Anſehung ſeines olzes. Der Nuten, den der Wachholderſtrauch, theils in Anſehung ſeines Holzes, und theils in Rückſicht ſeiner tragenden Fruckt, in dem gemeinen Leben gewähret, iſt mancher«- ley, und verdiente wohl, in nähern Betracht genoinmen zu werden. Man behauptet zwar, daß das Wachholderholz, wenn dieſe Strauchart zu einem ordentlichen Baum angezogen worden, nicht allein von den Künſtlern zu allerhand feinern Arbeiten verwendet, ſondern auch von dem A>ersmann zu dauerhaftem Geſchirrholz ges braucht werden könne, Da aber dieſer Strauch in unſern Gegenden nur ſehr ſelten zu der Größe und Stärke eines ordent!ſichen Baums gelangt; ſo will ich hievon gegenwärtig nichts weiter erwähnen, ſondern nur bloß bey ſeinem Nußen, den er in Auſehutg der gemeinen Feue»- rung ſtiftet, ſtehen bleiben, Ein Beyſpiel hievon habe ich bereits oben in den Gegenden an der Oſtſeekante gegeben, und es iſt gewiß, daß man ſich deſſelben auch an andern Orten, wenn mant nur mehr auf ſeine Anpflanzung bedacht wäre, theilhaftig machen könnte, Wer die Holznoth an Holzmangel leidenden Orten kennt, der wird es jederzeit für eine Wohlthat hatten, wenn er Gelegenheit hat, ſich dieſes Strauchholzes zu bedienen, Beſonders iſt es für arme Leute, die ſonſt zu ihrer Erwärmung und Zubereitung ihrer nöthigen Speiſen keinen Rach wiſſen, eine große Hülfe. Es giebt auch in der That das Wachholderholz wegen des vielen Oehls, womit es durchdrungen iſt, eine ſehr merkliche Hiße und Wärme von ſich, und iſt daher dem andern, von Laubbäumen gemachten Reiſigholz weit vorzuziehen, zumahl bey demſelben nicht bloß das Holz, ſondern auch die daran befindliche Nadeln, wegen der ebenfalls bey ſich führenden öhligtey Theite, Wärme und Hiße-mittheilen, 6. 129, Eilftes Hauptſtück. "; 6:5 129, Von dem TTunen. des Wachholderſtrauchs, in Anſehung ſeiner &Srüchte. Der verſchiedene Gebrauch, der von den Wachholderbeeren, als der Frucht die- ſes Strauchholzes, gemacht werden kann, iſt ebenfalls ein.offenbarer Beweis von deſſen Nußlichkeit. Jn der Arzeneykunſt ſtiften die Wachholderbeeren, wie den Arzeneyverſtändigen zur Genüge bekannt iſt, mancherley Vortheile: Es iſt aber hier nicht der Ort, davon ein:mehreres anzuführen. Ja der Haushälkung findet der-Gebrauch dieſer'Lehre.ebenfalls ſeine Anwendung. Der eben ſo geſunde als wohlſchmeckende Beanntwein, der in den wiederländi- ſchen Gegenden von dieſen Beeren zubereitet wird, und. unter. dem Nahmen von Genever bekannt iſt, iſt ſchon eine hinlängliche Beſtätigung davon, Der nüßliche Saft und Mus, ſo davon gekocht wird, erweiſet ſolches gleichttä- ßig, und unter allen Arten des verſchiedenen;Räucherwerks, verdient ſolcher gewiß den Borzug.: ; I Der Geruch, den ſowohl die Beere,:als aue das Holz ſelber von ſich gibt. iſt nicht allein ſehr angenehm, ſondern kann auch bey allen epidemiſchen Krankheiten als cin wadres Präſervativmittel angerühmet werden. 7 Mir ſind ſelbſt aus eigener Erfahrung Beyſpieie befannt, wo bey graſſierenden Fleckfiebern und daraus entſtandenen Menſcheuſterben, von den Aerzten, auf den Gaſſen Haufen von Wachholderholz zuſammen zu bringen, und ſolche, um die Luf: von den un- geſunden Dünſten zu reinigen, anzuſtecken und zu verbrennen, verordnet wurde, GQ. 139, 4Varum-es wohl der'N7ühe werth ſey, ſim auf den mehreen Anbau des Wachholder 4 Strauces zu befleißigen. Eine Holzart, welche ſo mancherley Nußen ſtiftet, verdiente wohl, daß man für ihren Anbau und Erhaltung mehrere Sorgfalt vezeigre, zumaßhl ſie ſo leicht fortzupflan- zen iſt,„und auch in dem ſchlechreſten Boden ein. gutes Fortkommen hat. Unſere Wälder würden gewiß weit nußbarer werden, wenn man ſie, anſtatt der vielen darin befindlichen unnüßen, und zum Theil ſchädlichen Dornſträucher, mit dieſer edlen Strauchart anzufüllen und zu überziehen, befliſſen wäre. Es fönnte ſolches nicht allein in der Feuerung, ſondern auch in vielen andern wirthſchaftlichen Dingen,'von einem:merkiichen Nußen ſeyn. Man hält es aber,.weil.man keine Maſten und Sageblöcke daraus nehmen kann, für eine Kleinigkeit.| Die Maſten und:Sageblöcke'werden durch den Wachholder, wenn ſie ſonſt da,- wo dieſer wächſt, ein Fortkommen haben, nicht verdränget, und es kann alſo beydes beyſammen geüußet werden» ; Sind Von den wirthſchafriichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 97 Sind aber auf den Pläßen, die der Wachholderſtrauch ſich zu ſeinem Standort erwählt hat, keine andere nüßlichere Holzarten, wi? ntan gemeiniglich wahrnehmen wird, anzuziehen; ſo kann ein ſolcher wüſter und für andre Gewächſe unfruchtbarer Ort, gewiß nicht beſſer, als durch den häufigern Anbau dieſer Strauchart, genust werden, CG... II. Von dem Taxus oder Eibenbaum, und daß ſolcher nur hauptſächlich ein Strauch iſt, deſſen : man ſich in den Särten zu Zecken und Pyramiden bedient. Der Taxus oder Eibenbaum, wie er von einigen genannt wird, iſt ebenfalls ein immer grünender Strauch, welcher wegen der Seſtalt ſeiner Blätter zu den Nadelholzar- ten zu rechnen, An den meiſten Orten iſt er nur hauptſächtich in den Gärten befannt, wo man ſich ſeiner zu H«>en und Pyramiden zu bedienen pfiegt, Dieſen in den Gärten befindlichen Taxusſtrauch, theilt man in den italiäniſchen und deutſchen eia.' Der erſtere wächſt zwar etwas ſchneller und ſtärker, der letßtere aber iſt weit dau- erhafter und widerſteht daher der Wirterung beſſer, Man trifft ihn auch in verſchiedenen Gegenden von Deutſchland, beſonders in dem nördlichen Theil deſſelben, in den Wäldern unter dem andern Holze an, Jedoch findet man faſt niemahls ganz damit bezogene Pläße, ſondern er pflegt nur einzeln zu ſtehen, und ſein Wachsthum eben nicht der ſchnellſte zu ſeyn.; 6 1 13257 . In welchem Boden der Taxus oder Eibenbaum am beſten fortkomme. Der Taxusſtrauch oder Baum kommt zwar, wenn man ihn ausdrücklich erzeugen will, in allen Arten des Grund2s fort; vorzüglich aber liebt er einen Mittelboden, und am beſten wächſt er, wenn er aun einem ſchattigen und kalten Ort ſteht. Nach der verſchiedenen Güte des Bodens, worin er ſteht, wächſt dieſer Strauch bald höher und ſtärker, bald aber auch niedriger und ſ, In Anſehung der Frucht, trägt die Steineiche weit kleinere Eicheln; dahingegen fie aber auch mit einer weit größern Menge'derſelben behangen zu ſeyn pflegt. Im übrigen iſt'die Steineice den Frühjahrsfröſten nicht ſo oft, als die Sominer- Eiche, ausgeſeßt, welches von ihrem ſpätern Triebe herrührt. Die Verſchiedenheit der Lage des Waldes und des Bodens bringt auch sfrers bey den Sommereichen eine A2hnlichkeit mit der Steineiche zuwege, ohne daß man im Grunde ſagen kann, daß ſie wirklich zwey verſchiedene Arten wären, GG. 136; Was für einen Grund die Eiche, wenn ſie ſowohl in Anſehung des Zolzes, als auch der W7aſt, reeht nutzbar werden ſoll, haben müſſe, und weicher Boden humgegen für dieſeibe gar nicht anpaſſend iſt, Diz Eiche erfordert einen guten mit Sand und'Thon gehörig vermiſchten Mittkel« Boden, wenn ſie ein recht taugliches Holz und Maſt bringen, auch von der ihr ſonſt eige nen Dauer ſeyn ſoll. Dü Ein zu ſehr naſſes, fettes und bruchiges Erdreich, iſt ihrer Natur nicht emaäß.:; ? Even ſo kann ſie auch kein thoniges, lehmiges, ſehr ſtrenges und dabey crocknes Erdreich, beſov ders wenn in den Unterlagen vieie Steine befiadlich ſind, vertragen. Man findet aemeiniglich, daß ſie bey einer ſolchen Beſchaffenheit des Bodens nur ein bloßzs Buſchholz bringt, welches nach unſerer Myuadvart unter dem Naben von Lichauaſten bofanni ilt. Si» endigt a!'sdern ihren Wichs ham, der ohnedem ſehr ſchwach iſt, ſchon in den erſten 70 bis 89 Jahren, und zwar dezyalb, wei! ihre Haarwurzeln ſich in dem feſten Thou over Lehm nicht gebörig ausbreiten können, ſondern erſticken müſſen. Ein ſeuchter mit ſchwarzer Lauberde, auch etwas Lehm und Steinen vermiſhter Sand, deFen Schichten einige Fuß tief unadgeändert fortgehen, dabey auch eine weder allzuwa:me nc. 'Endzweik'bey einer ſolchen neuen Anlage verfehlt, und man kann ſich davon nur.ein ſchlechtes Holz, und auch eden ſo ſchlechte Früchte und Maſtung verſprechen, Y. 139. Von"dem vorzüglich Hohen Alter, ſo die Eiche erreicht, daß ſie aber auch wegen ver! ſchiedener Zufälle öfters frühzeitiger abſtirbt; bey welcher Gelegenheit von den 3opftrockenen Eichen, und, daß man ſolche, weil ſie noch eine geraume Zeit zum Ulaſitra gen tauglich ſind, nichtſo fort zum Brennholz beſtimmen „müſſe, gehandelt wird. Die Eiche bringt es, wenn ſie in einem guten und ihrer Natur angemeſſenen "Boden ſteht, in ihrem Alter ſehr hoch; und es wird von den Naturforſchern verſichert, :daß ſie an die 3 bis 409 Jahre no< immerfort wächſt.: Geſchiehet ſolches gleich nicht in Anſehung ihrer Länge-und Höhez ſo nimm? ſie doh in ihrer Die und Stärke auch in dieſem Alter zu, welches denn, wie allen denjeni« gen, die dieſe Baumart nur einigermaßen Fennen, zur Genüge befanntiſt, ihren Werth gar ſehr vermehrt. Die Eiche iſt inzwiſchen vielen Zufällen ausgeſeßt, welche ihr frühzeitiges Abſter- ben verurſachen, und ein ſicheres Kennzeichen davon iſt, wenn ſie zopfiro>en zu werden anfängt, Dergleichen zopftro>ene Eichen ſind zwar, in Anſehung-ihres Holzes, nur ſelten zu einem andern Gebrauch, als bloß zur Feuerung, tauglich. Durch Maittragen aber können ſie, beſonders wenn ſie vielaſtig ſind, noch lange Johre nußbar bleiben. Man hat daher nicht Urſache, die Eichen, wenn ſie gleich in ihren Zöpfen und Wipfeln troen zu werden anfangen, desbhalb ſofort abzuſtämmen, und zum Brennholz u-widmen,.,' ; Ein ſolene Lichen ab» ſtämmen zu laſſen, verhindern können? Man findet ſehr oft, daß fremden Perſonen, die an dem Eichwalde kein Eigen- thum haben, in Anſehung der Eichelmaſt eine gewiſſe Secvitut verſtattet worden, wodurch der Eigenthümer ves Wcides in dem ſonſt freyen Verbrauch der darin befindlichen Eichen dergeſtalt eingeſchränkt wird, daß er dieſelben nicht nach freyer Willführ abſtäigmen und verkaufen rann. Die Natur dieſer Servitut führt es von ſelbſt bey-ſich, daß, ſo lange die Eichen noch zum Maſttragen tauglich ſind, von dem Eigenthümer in Anſehung ihres Holzes, zum aM, Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl. 1203 Nacrheil derjenigen, denen eia dergleißhen Recht der Dienſtbarfeit-zuſtändig-it,, nicht genußt werden können. Darüber aber pflegt ER ein Streit zu'entſtehen:: ob die zopfiro>en ge- word-ne Eichen zum Maſttragen fernerhin untfüchtig ſind, und folglich der Eigenthümer, ſolche abſtämmen zu laſſen, und das Holz davon zu ſeinem Nugßen-zü-verwenden, befugt ſey. Daß dieſes ſo' ſchlechterdings nicht geſchehen könne, ergiebt ſich aus der in dem nächſtvorſtehenden 8. enthaltenen Bemerkung von ſelbſt, und ein Richter, vor welchem ein dergleichen Streit zur rechtlichen Entſcheidung gebracht wird ,. kann wohl darunter eher Fein Urtheil fällen, bis er vorher den Zuſtand ſolcher Cichen gehörig unterſuchen laſſen. Sind ſie niche bloß in ihren Wipfeln, ſondern auch dem größeſten- Theil ihrer wveige, dergeſtalt abgeſtorben, daß die davon: zu: erwartende Maſt nur in einer bloßen g|] nichtsbedeutenden Kleinigfeit beſteht; ſo kann wohl dem Eigenthümer ihre Abſtämmung nicht verſagt werden, zumahl wenn er die Abſicht har, die durch dergleichen ihrem Abſter»- ben nahe Bäume leer gewordene Pläße, durch. Anlegung neuer Eichelkämpe oder An» pflanzung junger Stämme wieder zu ergänzen, indem ein ſolches Unternehmen ſelbſt zum“ Vortheil. derjenigen, die ein dergleichen Dienſtbarkeicsrecht beſien, gereichet. Auch kann das Holz ſolcher dem größeſten Theil nach abgeſtorbenen. Eichen, zu leßt dergeſtalt unbrauchbar werden, daß der Eigenthümer weiter gar keinen Gebrauch; wenigſtens nicht denjenigen, den er davon, wenn ſte zu rechter Zeit gefallt werden können,, zu erwarten gehabt hätte, von dem-abgeſtorbenen Holze zu machen: ins Stande'iſt. Eine Eiche z. B., die einige wenige-grüne Aeſte hat, und folglich-auch nicht aller Säfte beraubt iſt, kann ganz füglich zu Pfahlholz und' andern dergleichen Wirthſchafts«- Nothdurften gebraucht werden. Jſt ſie aber gänzlich erſtorben,. und ſind gar keine: Säfte mehr in ihr;z. ſo iſt ſie auch hierzu nicht mehr tauglich, ſondeen gibt nur ein bloßes, und zwar, weil das Holz in dergleichen ganz und gar überſtändigen Eichen-ſehr leicht ver« morſchet,. ſchlehtes- Brennholz. Das Recht des, Eigenthümers iſt der natürlichen Billigkeit nach jederzeit ſtärker; als die Befugniß desjenigen, der eine Servitut hat, und die Gerechtigkeit erfordert es: daher, daß, wenn es auf einen Verluſt oder Schaden: ankommt. die lebtere. dem. erſtern; weichen. und nachgeſckt werden müſſe.. 6.“ 1417. Von der Foörtpflanzungsart der Eiche, und daß zwar die alien Stöcke wiederum von ſelbſt: neue Sprößlinge hervor treiben, ſolche aber nur bloß zum Unterholz genutet-werden können.| - Soviel die Fortpflanzunggart des Eichbaums anbetrifft, ſo iſt zwar gewiß, daß derſelbe, wenn er, ehe er völlig abgeſtorben, auch aus den zurück gebliebenen: Stöcken: noch. wiederum neue Pflanzen hervor treibt. In ſo fern man von dieſen neu ausgeſchlagene2 Eichenſproſſen den Gebrauch eines Strauch-' oder Unterholzes: machen will, kann man ſolches: gewiſſermaßen gelten: laſſen.. Niemahls. aber iſt auf dergleichen ays den. alten Stöcken hervor gewachſenen Sctäm- <<<. wee dud erer LE PO ZE 104 Eilfres Hauptſtück. ei, wegen eines andern dem eichenen Holze eigenen Gebrauchs, Rechnung zu machen. Denn ſolche aus den alten Stöcken aufgeſchoſſene Stangen und Stämme, ge«- langen niemahls zu derjenigen Höhe und Stärke, welche' ſonſt die Nutbarkeit des Eiche Baums in allen Fällen ſo vorzüglich macht, 3 Urberdem kann man ſich auch von dergleichen aus den alten Stöcken hervorge ſproſſenen Stämmen, nicht der gehörigen Dauer, die man ſonſt von einer durch den Sa- ii oder Verpſlanzung erzeugten Tiche, durch die Erfahrung wahrnimmt, verſichert alten. Da die alten Scöc>e gar bald verfaulen, ſo ſind ſie auch nicht mehr, dey hervor- gebrachten Sprößlingea die gebörige Nahrungsſäfte mitzutheilen, im Stande, ſondern es iſt eine natürliche Folge. daß die neue Stämme mit ihnen zugleich wieder abſterben müſſen. Es haben auch dergleichen aus den alten Stöcken hervorgeſproſſene junge ESich- Stämme, keine eigentliche Herzwurzel, und von ſclbſt fotzt dader, daß ſie ſehr leicht vom Winde äbgebrochen und umgeworfen werden können, welches man ſonſt bey den aus dem Samen oder durch Verpflanzung erzeugten Eichen, wegen ihrer ſtarken und tief in die Erde gebenden Pfahlwurzel, nicht zu befürchten hat. 6. 142. Daß zwar bey der Eiche, bie bey den tTaädelhölzern angeführten verſchiedenen Fortpflan» zungsarten ebenfalls Statt finden, dennoch aber darunter mancherley Abänderungen vorfallen.> Die Wiedererſeßung des Abganges aller Holzarten, kann in den Wälderne ſowohl 1. 1405 Ge nicht anders, als durch eine künſtliche Beſamung oder Anpflanzung, ausgefüllt wer- den fönnen. Niemahls kann man ſich von einem durch Abtreibung oder Unglücksfälle von tüch- tigen Stämmen entblößten Eichwalde durch dieſe natürliche Wiederbeſamung etwas er» ſprießliches verſprechca, wenn, man auch gleich in den degbalb angelegten Schonungen eine zahlreiche Menge von Saimenbäöumen ſtehen laſſ:n wollte, welches aus der vorhin angeführten Natur des Cichenſamens von ſelbſt gar ſehr begreiflich fällt, S. 144. Von der künſtlichen Wiederbeſamung. der abgetriebenen oder ſonſt durch Unglücksfälle leer gewordenen Eichwalder. Die künſtliche Beſamung oder Anpflanzung bleibt daher zur Erhaltung der Eich- Wäldex allemahßl nochwendig. Daß der Holzſaat vor der Verpflanzung bey allen Holzarten der Vorzug gebühre, iſt ſchon in der erſten Rbtheilung dieſes Zauptſtü&s bemerkt worden. Auch in Anſehung der Erchen bleibt dieſe Rege! beſtehen, wiewohl nicht geläuanet werden mag, daß bey denſelben die Verpflanzung noch weit eher, als bey andern Holzge- ſchlechtern, Statt findet, und öfters wohl gar norhwendig iſt, Wenn inzwiſchen die Wiedercrſeßung der Sichwälder durchdie Holzſaat in den meiſten Fällen die ſicherſte iſt; ſo habe ich bereits in der erſten Abtheilung wohlbedächtig erinnert, und es a!s einen nocßwendigen Grundſaß angenommen, daß dazu die reiſſten und vollſtändigſten Eicheln auserleſen werden müſſen, und es wird einem-Sachverſtändiv- gen eine hierunter zu treffende Wahl um ſo weniger ſchwer fallen, als ihn ſchon das bloße Aluge von der Güte oder Untüchtigkeit des Eichenſameng überzeugen kann. Man iſt hierunter weit weniger Gefahr, als bey den übrigen Holzſamenarten, ausgeſeßt, indem man eine jede Cichel, ob ſie zum Samen tüchtig iſt, oder nicht, beur« theilen kann, welches bey dem kleinartigen Holzſamen keiny Statt findet. Bey dieſem fällt eine dergleichen genaue Unterſuchung in Anſehung ſeiner Tüch« tigkeit, wenn man ſich nicht, wie ich oben erinnert habe, zu ſeiner nähern Prüfung des Gewichts bedienen will, gänzlih hinweg, und man muß es bey ſelbigem auf ein bloßes Gerathewohl anfommen laſſen. 9. 145. Warum man aber nicht die frühern Eicheln, wenn ſie gleich recht reif geworden ſind, ſon dern vielmehr die ſpäten zur Scat wählen müötſe, auch hierzu keine Früchte von Steineichen zu nelzmen have. Jedoch kann hiebe» nicht unbenzerkt gelaſſen werden, daß die erſten Eicheln, ob ſie gleich recht gut zu ſepn ſcheinen, die meiſte Zeit wurmſächig, und fo'glich zur Ausſaat untauglich zu ſeyn pflegen, 2 x Von ſelbſt folgt hieraus, daß man nicht die frühen, ſondern vielmehr die ſpätern zu ihrer Reiſe gekommene Cicheln zur Saat wählen müſſe, Oecon. Foreus. Y'1! Theil, O Auch 106 Eilftes Hauptſtück. Auch hat man unter dieſer Eichelſaat keine von den ſogenannten Steineichen ges fallene Früchte zu dulden, ſondern bloß die beſten und reifſten von den Sommer- oder Maſt- Sichen zu nehmen, weil es eine unwiederſprechliche Wahrheit bleibt, daß ein jeder Same auch ſeines Gleichen erzeugt; den Sommer- und Maſteichen aber vor den Steineichen, wegen, ihrer ganz unterſchiedenen Nuß>arkeit, wohl ſonder Zweifel der Vorzug gebührt. Eine Ausnahme mag hievon gemacht werden, wean der zur Eichclſaat beſtimmte Boden nicht von der Beſchaffenheit iſt, daß große Maſt- und Sommoreichen davon ers wartet werden können, ſondern er nur bloß für die ſogenannte Steineichen anpaſſend iſt, SG... 146;; Daß in Anſehung der Zubereitung des Bodens zur LEichelſaat,. ein Unterſchicd zwiſchen dem platten Lande und den Sebirgsödrtern, gemacht werden müſſe. Daß alle künſtliche Holzſaaten eine gewiſſe Zubereitung des Bodens erfordern, iſt bereits in dem erſten Abſchnitt dieſer Abtheilung bey Gelegenheit der Kiefern bes merkt worden.; In Anſehung der Eichelfaaten muß um fo mehr ein Gleiches beobachtet werden, als die Tichel wegen ihrer G1öße ſchon eine mehrere Bedeckung, die bey den kleinern Holz« Samenarten nicht erforderlich iſt, ſondern ihnen vielmehr öfters zum Schaden gereichen Fann, nöthig hat.- Die der künſtlichen Beſamung der Eichelſaat vorangehende Zubereitung des Bo» dens, Fann niht immer auf einen gleichen Fuß genommen werden. Es iſt vielmehr hiebey ein Unterſchied zu inacßen, 9b die Beſtellung zur Hol:ſaat im platten Lande, oder an niedrigen Hügeln und Vorgebirgen, oder in hohen, rauden und felſigten Gebirgen, geſchehen jotl. S. 147. Wie der Acker bey der Lichelſaat im platten Lande zuzubereiten. In dem erſtern Fall, wenn nehmlich der zur Eichelſaat beſtimme Plas im platten Lande oder an niedrigen Hügeln und Vorgebirzen liegt, muß der Boden das Jahr vor der Ausſaat zur Sommerszeit recht gur gebrachet, nachher gewendet und gegen die Cin Saat durch ſfleißiges Eggen von aFent Unkraut und Queen nohmah!s gereiniget werden. Iſt dieſes geſchehen, ſo wirft man alsdenn die zur Saat augerleſene und wohlge- wählte Eicheln in den gepflügten uad zubereiteten Acker, ſo friſch als möglich, und bes“ de>t ſie nachher mit der Egge dergeſtalt, das ſie ungefähr 1% bis 2 Zoll in die Erde kommen» 5. 148. Was Hierunter in den Sebirgsörtern zu beobachten, - Fn hohen Gebirgen, wo das in dem nächſtvorſtehenden 6. bemerkte tiefe Pflügen, des zu beſamenden Eichenplages nicht Statt ſindet, oder auch auf ſolchen Revieren, wel« ten Boden, ſogleich etwa 4, 5 bis 6 Eicheln neben einander 2 Zoll tief einlegen und bedecken kann. Jedoch wird hierbey vorausgeſcht, daß die Oberfläche des Bodens, in welchem ſoles unternommen. werden ſoll, nicht allzuſtarf beraſet, und auch nicht zu zähe ſeyn müſſe, weil ſonſt die ausgeſtreute Eicheln ihre Keime richt frey genug hervor treiben könnten, ſondern ſolche untex den zähen und allzu dicken Naſen erſticken müßten. Der berühmte err Profeſſor Gleditſch kann in dem erſten Bande ſeiner Ein- leitung in die neuere Forſiwiſſenſcteſte Jahrszeit ſey, und warum man, ſich durch den zu befürchtenden Froſt und Mäuſefraß, davon abhalten zu laſſen, nicht Urſache habe. Nach der Beurtheilung erfahrner Forſtverſtändigen ſoll es weit zuträglicher ſeyn, wenn die Eichelſaat im Herbſt, wozu ſie den October- Monath beſtimmen, als im Früh» Jahr, geſchieht. Sie rathen dieſes hauptſächlich deshalb an, weil die Saateicheln ſehr leicht aug« keimen, und man folglich bey deren Aufbehaltüng auf das Frühjahr, wenn nicht alle mögliche Vorſicht dabey gebraucht wird, ſehr viel Sefahr läuft, Demnächſt har auch überhaupt der Herbſt bey dergleichen Holzſaaten viel voraus, indem, wenn der Winter gelinde iſt, die Arbeiten ununterbrochen fortgeſest werden können, da man hingegen im Frühjahr ſehr leicht durch allerhand Vorfälle und nöthigere Arbeiten daran gehindert wird. Deu Einwand, daß der im Herbſt beſtellten Saat ſehr leicht, theils durch den Froſt, undtheils von den Mäuſen, welche die ausgeſtreuten Eicheln gar gern aufzuſuchen und in ihre Löcher zu verſchleppen pflegen, ein Schaden zugefügt werden fönne, ſuchen die Forſiverſtändigen nicht ohne Grund ebenfalls auf verſchiedene Art abzulehnen. Denn die Erfahrung lehrt, daß der Froſt einer auf vorbemeldete Art bedecften Eichelſaat, wenig oder gar nicht ſchadet, wenn nur das Land, wie ich ſolches ſchon bey einer andern Gelegenheit zu einem allgemeinen Grundſaß angenominen habe, damit ſich das Eiswaſſer nicht ſammeln könne, gehörig eben gemacht worden iſt. In Anſehung der Mäuſe aber, von welchen man ſonſt die meiſte Gefahr zu be- fürchten hätte, hat man die Erfindung, daß man ſie in ihren Löchern durch Rüben oder Mohrrüben, welche man mit Arſenicum vermiſchtem Mehl beſtreuet, zu tilgen ſucht, und ihnen dadurch den Appetit nach den ausgeſäeten Eicheln benimmt. O2 H. 150, 108 Eilftes Hauptſtück. 6. 150. Daß eine dichte Eichelſaat ſich eben ſo, wie bey den tTadelholzarten,-als vorzüglich nuzbar und nothwendig logitimire. Die Eichelſaat muß eben ſo, wie bey allen andern Holzarten, dic und völlig be- ſtellt werden.: Auch die Eichen, welche hoch und langſtämmig find, haben, wie ſchon bey an- dern Gelegenheiten beinerkt worden, einen vorzüglichen Wer:h. An Eelangung dieſer Höhe und Länge ader werden ſie, wie bereits bey den Kies fern und andern Nadelholzhölzern umſtändlich angemerkt worden, ganz offenbar gehine dert, wenn ſie in ihrer erſten Jugend nicht vicht genug beyeinander ſtehen. Die Eiche reinigt ſich eben ſo, wie die Kiefer in ihrem Auſſchlag? von den unnyü« ßen Stämmen, und man darf daher keine Sorge tragen, daß ſie durch eine dicke und vollſtändige Saar allzudicht aneinander kommen werden; wie ich denn überhaupt vieſetn Punct ſchon vorhin bey einer andern Gelegenheit, worauf ich mich nochmahls beziehe, näher erörtert habe,: 6. 1516 Daß bey der Erhaltung und Fortpflanzung der Eichwälder, zwar im Allgemeinen die Eichelſaat das rathſamſte ſey, dennoch aber auch in verfchiedenen Fällen, der Anpflanzung junger Eichitämme, der Vorzug gegeben werden muſſe. Die Eichelſaat iſt zwar allerdings die kürzeſte, und theils auch die ſicherſte Me- thode, einen durch Ayholzung oder andere Umſtände geſchwächten Eichwald wiederum in den gehörigen Zuſtaad zu ſeßen. Juzwiichen können doch auch Fälle vorkommen, wo die Verpflanzung der jungen Eichſtämme rathſamer iſt, und ihr der Vorzug gebührt. Die Weide in den Eichwä!dera iſt gemeiniglich unfer allen Waldhütungen die beſte, Man nimmt daher einen Anſtand, ſolche durch das bey der Eichelſaat nothwen- dige Umpflügen auf eine geraume Zeit zu verderben, und unbrauchbar zu machen. Bey der Methode, einen geſchwächten Eichwald durch eine darin vorgenommene Anpflanzung junger Eichen wieder in den gehsrigen Stand zu ſeßen, muß zwar auch der dazu beſtimmte Plas eine Zeitlang mit dem Vieh geſchont werden. Eine ſämmtliche Umfehrung des Ackers aber iſt dazu eben nicht nöthig, und die deshalb angelegte Schonungen können auch weit eher, als bey der Eichelſaat, wieder aufgehoben werden. j Demnächſt giebt es in den Eichwäldern öfters ganz kleine leere Pläße oder Luken, welche, weil das Umackern derſeiben nicht der Mühe werth iſt, auch zum Theil unbequema fallt, weit leichter durch Anpflanzung,- als durch Beſamung mit jungen Eichſtämmen, angefüſle werden fönnen,| Ja ſelbſt an denen Orten, wo man das Unterholz ſchonen will, iſt, meines Ero achtens, das Aupflanzen rathſamer, als das Säen, indem das'b. r48. bemerkte Auſha>fau- doc nicht leicht, ohne dem herumſiehenden Unterholz Schaden zuzufügen, geſchehen kaan. 6. 152. Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1t. 169 OG 152:; Bedeyklichkeiten. warum man ſich bey Anpflanzung der Eichen, der theils durch die natür» liche Beſemung, und theils auch in den Eichelkämpen aufgeſchlagenen jungen Stämme, mit Sicherheit nicht bedienen könne, Die Veipflanzung der jungen Eichen kann zwar, wenn die künſtlic)e Beſamung aus den in deim nächſtvorſtehendeau Ö. angeführten Urſachen, entweder nicht möglich, oder nicht rathſam iſt, auch mit wild aufgewachſenen, und von der natürlichen Beſamung her- rührenden Stämmen geſchehen. Man hat ſich aber bey dergleichen wild aufgewachſenen Pflanzen wohl in Acht- zu nehmen, weil dieſelben an den Orten, wo nicht ordentliche Schonungen gehalten worden, ſche oft von dem Vieh verbiſſen zu ſeyn pflegen. Iſt dieſs geſchehen, ſo kann man ſich von einer dergleichen Pflanze niemahls etwas gutes veriprechen. Sie wird entweder ein kurzer, knorriger und verfröpelter Baum, oder wohl gar nur Strauchholz, welches aber dem Endzwe>, den man bey dieſer Bayumzucht hat und haben muß, gänzlich zuwider iſt.; Iſt in einem Eichwalde ſchon vorhin eine künſtliche Eichelſaat vorgenommen wor- den, und man will nur blos einige Pflanzen, um die leer gebliebene Pläße, auf welchen eine fünſtliche Eihelſaaf nicht ſüzlich angebracht werden kann, zu beſeßen, haben; ſo wird man ſich der in einem ſolchen Eichelkamp angezogenen jungen Bäume, weit ſicherer zur Verpflanzung bedienen können, indem dergleichen Eichelkämpe nach der Ordnung ſo lange geſchone6 werden müſſen, bis ihnen durch den Viehbiß weiter kein Schaden zugeſür get werden fann, Auzwiſchen i? hiermit die Gefahr verknüpft, daß dur, ein gutes und tüchtiges Holz anzuziehen, wenn man die beſten Stämme aus dem(eiven wieder wegnehmen, und, um andre leere Pläße damit zu bepflanzen, anwenden will. 6. 153+ Warum es daher, zur Anpflanzung der Eichwälder, eigene Eichelbaumſchulen anzulegen rathſam ſey, und was in Anſehung des Bodens derſelben beobachtet s werden möſſe. Die Anlegung eigener Baumſchulen-wird daher wohl der beſte und zuverläſſigſte Weg bleiben, wenn man jährlich eine gewiſſe Menge von jungen Eichpflanzen, um den Abgang des Waldes von Zeit zu Zeit wieder zu erſeßen, nöthig hat. Von den in dergleichen Baumſchulen angezogenen jungen Eicbpflanzen, kann man nicht allein, daß ihnen durch den Biß des Viohesg kein Schoden zug füge! word:u, Überzeugt ſeyn, ſondern es ſteht auch ia des Verpflanzeis Händen, nur die tächriaſten O3 Säume, - | .-. Z5. 4 8 AARE 367060. GEZ GDR mu DAA << 4 16 a.<=<< S 110 Eilftes Hauptſtü>. Stämme, welche den beſten Wachsthum von ſich verſpäßren laſſen, zu wählen; die un- tauglichen aber auszureiſſen, und den dadurch leer gewordenen Plaß auſs friſche zu beſamen. Mit einer Baumſchule von einem magdeburgiſchen Morgen, kann ſchon ein-an« ſehnticher Eichwald mit den zur Verpflanzung nöthigen jungen Stämmen verſchen und unterhalten werden.:; Von ſelbſt aber verſteht es ſich, daß zu einer ſolchen Baumſchule kein beſonders fruchtbarer Boden oder wohl gar bedüngter Plaß, zu wählen ſey. Die Erfahrung lehrt bey allen Baumarten, das die in einem fetten Grunde an- gezogene Pflanzen zwar anfänglich, und ſo lange ſie in dieſem fetten Grunde ſtehen blei» ben, einen ſehr ſchnellen Wachstbum von ſich blicken laſſen; nachher aber, weun ſie mit einem ſchlec. Ein Wirthſchaftsproduct, welches dieſes zu bewirken im Stande iſt, verdient wohl gewiß alle nur mögliche Aufmerkſamkeit, und es iſt der Mühe werih, daß man die mannigfaltige Vortheile, die dadurch zuwege gebracht werden können, näher kennen lerne. Der Nuten, den die Eiche einem Eigenthümer, wenn ſie gehörig erzeugt und gewartet worden, gewähren kann, iſt doppelter Gattung.. Nicht bloß in Anſehung ihres Holzes, ſondern auch ihrer Früchte, iſt ſie nußbar, und die Benußung derſeiben in Rückſicht ihres Holzes hat ebenfalls ihre Stuſfen, Eine tüchtige und brauchbare Eiche iſt nußbar: a) zu Schiff bauholz, b) zu allerhand Arten von Stabholz, c) zu mancherley Arten von Baubolz, d) zu Nuß- und Scirrholz, e) zu Brennholz und Kohlen, f) zu den Lohgärbereyen, und endlich; g) zur Anmäſtung aller Vieharten, beſonders der Schweine. Um die eigentlichen Bedingungen, unter welchem der Cichbaum zu dieſem ver- ſchiedenen Gebrauch genußt werden kann, näher kennen zu lernea,„wollen wir die vorbe meldeten Artikel mit wenigem näher beleuchten. Nicht eine jede Eiche iſt zu allen dieſe Benubßungsarten geſchickt;- ſondern es hat darunter immer eine vor der andern einen Borzug. Wie es nun eine allgemeine Regel iſt, daß eine jede Sache auf die befimöglichſte Weiſe und ihrer natürlichen Beſchaffenheit gemaß zu benußen geſucht werden muß; ſo wird es auch eine Nothwendigkeit ſeyn, ſowoh! von dieſen verſchiedenen Benitßunggarten, als auch der mancherley Beſchaffenheit des Eichholzes, einen zwar kurzen, aver do< ge» nauen Unterricht mitzutheilen.- CG. 156: Von der Benutzung der Eiche zu Schiff bauholz; daß ſich aber hierzu nicht alle Eichen ſchicken, und wie diejenigen, ſo dazu tüchtig ſeyn ſollen, beſchaffen ſeyn müſſen. G:wiß iſt es wohl, daß die Eichen nicht höher und beſſer, als zu Sciffbauholz, genußt werden können. Allein nicht eine jede Eiche ſchit ſich hierzu, und man trifft öfters Cichwälder an, wo nicht eia rinziger Baum, der hierzu tüchtig wäre, vorhanden iſt. Z4 dem Shiffbauholz werden beſonders Balken, Planken und allerley Arten von Fnieho13, erfoidert, A Zu den beyden erſt:n Gattungen ſiod nur allein diejenigen Eichen, welche eine vorzügliche Länge und Stärke, dabey aber auch einen geraden Wuchs haben, tüchtig. Aus dieſcm Grunde iſt ſchon bry der Fortpflanzungsärt der Eichen wiederhohienk- lich erinnert worden, daß man vorzüglich auf Mittel, den jungen Eichſtämmen bey ihrer erſten Anziehung durch einen genugſam dichten Auſſchlag die möglichſie Länge und einen geraden Wuchs zu verſ-"affen, bedachr ſeyn ſoll,“ er Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten,-welche ſowohl 16. 113 Der menſchliche Fleiß kann zwar hierunter,.wenn ihm die Natur zu Hälfe kowmt, ſehr viel ausrichren.. Liegt aber.die Schuld am Boden und. Grunde,.ſo werden alle- Beo mühungen vergebens. ſeyn,„und ein Gutsbeſißer fich bloß, mit einem mittelmäßigen Maß- und Brennholz begnügen, hingzgen auf die Hoffnung, durch. einen anſehnlichen Verkauf ſeiner.Cichen, Schäße und Reichthümer zu ſammeln,„auf ewig Verzicht hun müſſen. Dergleichen Hinderniſſe: der-Natur. können aber. denjenigen, deren Eichwäldex einen guten und rauglichen Grund haben,.und nur-blos aus ährer- Vernachläſſigung fein tüchtiges S Verkauf nacH'Stännnen, für den Eigenthunzrer jederzeit“ der“ beſte? und" ſicherſte ſep;: T<- habe“ zwar' ohen bemerkt, daß auch ſelbſt'diejenigenEichhäutme;. die wegen? ihrer Anbrüchizkeic zum: Schiff bauholz: nicht mehr tauglich wären, dennoch. zum Theil zum Stabholz-gebraucht werden könnten, und ich:hoffe; daß dieſes"det Erfahrung: aller“ Forſtwir:hſchaftsverſtätdigen'gemäß ſeyn: wird;; en IEEE Jh fann aber hbiebey nicht unerinnert' laſſen, daß die“ Verkäaufunggärt derje« nigen Eichväume,. die durch und durch zum Stabhols tauglich. ſind, und diejenige; wel- . Det Verkauf des Stabholzes nac Ringen iſt alsdenn der natürlichſte, und fü heyde Theile unſchädlichſte Weg» ß chſte, und für / 5. 165 Von den Vorſichten, die von Seiten des Käufers genommen werden müſſen, wenn die Lichen nicht anders, als Ringweiſe verkauft werden können. Iſt man nun gleich aus vorſtehenden Urſachen, den Verkauf des Stabholzes cingweiſe einzugehen genörhigt; ſo wird mon doch immer gewiſſe Vörſichten„/ wodurch die RE große Schädlichkeit dieſer Holzverkaufsart vermieden werden kann, anzuwenden aben, Wir werden zwar von den darunfer zu nehmenden Vorſichten, nach der von uns beliebten Ordnung des gegenwärtigen Werks, in einer beſondern Abtheilung zu handeln, Gelegenheit nehmen.' Jnzwiſchen können wir hierbey vorläufig zu bemerken nicht umhin, daß bey dem Verkauf des Stabholzes nach Ringen, die Verkäufer ſich vor allen Dingen ſolche Be« dingungen zu machen haben, welche ſie von einer ſonſt obnfehlbaren Verwüſtung ihres Holzes ſicher ſtellen können, Zu ſolchem Ende muß niemahls ein Stabholzverkauf nach Ringen von dem Ver- käufer eingegangen werden, wenn die Eichbäume, die er dazu beſtimmt und verkauft hat, durckt ſey, und was man für Vorſichten gebrauchen müſſe., wenn nan dieſelben zu Pfählen, ſo in die Erde kommen ſollen, nehmen will. Den Nuten, ſo das Sichenholz bey dem Civildau ſtiften kann, anbetreffend, iſt ſchon vorläuf3 bemerkt worden, daß daſſelbe belonders im naſſen und feuchten, beſondere Dauerhaſtigkeit von ich verſpühren läßt. Hieraus folgt von ſelbſt, daß“dieſe Holzart zu allea Waſſer- und Mühlenbauten vorzüglich tüchtig ſey, und man ſich derſelben dazu zu bedienen, eine gegründete Urſache hade. B-ſonders iſt ſie zu allen Arten von Mühlenwellen um ſo mehr brauchbar, als ſo leicht bey feinem andern Baume diejenige Dicke und Stärke des Stammes, vie hierzu exforderlich iſt, angetroffen wird. : Iſt man ii Waſſer oder and) nu? im bloßen Erdreich, Pfähle von eichenem Holz anzubringen, genöthigtz ſo iſt es eine ſchon vorhin bekannte allgemeine Vorſicht, daß man dieſelben vorher iim Feuer anbrennen muß, weil die Erfahrung lehrt, daß ſie alsdenn weit läager ausdauern, und faſt unverweslich find, CG. 167. ich das eichene Zolz, wenn es nicht recht vollkommen ausgetrocknet iſt, ſehr leicht verwirft, und daier bey dem Civilbau nicht zu allen Theilen eines Gebäudes genommen werden Fann. Bey dem Verbrauch des eicpenen-Holzes zu den Gebäuden üher der Erde, iſt vors läufig zu beinerfen, daß Nh daſſelbe gar leicht verwirft. Jedoch glaube ich, daß ſolches nur hauptſächlich bey demjenigen eichenen Holz, welches nicht vocher gehörig ausgetroc>- net ilk, als wozu es, wegen ſeiner Feſtigkeit und engen poröſen Theile, wzit mehrere Zeit, als ſonſt je eine andere Holzart nöthig hat, Statt findet, Weil aber dieſe völlige Austro>nüng des eichenen Holzes, aus den vorhin ange« ſühbr/en Urſachen nur ſehr ſelten, ehe es, wirklich zum Bau angewendet wird, geſchieht z ſo iſt es allerdings nöthig„> diz daraus entſtehende Fehler in dem Civilbauy anzumerken, und, warum es nicht überall zu dieſem Endzweck brauchbar iſt, näher anzuzeigen. Eine hieraus ſich von ſelbſt ergebende allgemeine Regel iſt es, daß das eichene Holz zu denjenigen Theilen eines Bebäudes, bey welchen das Verwerfen deſſelben ſFäds lich werden fann, ohne Noth nicht gebraucht werden müſſe, welches ich um ſo mehr an« zuführen für nö:hig find2, als ſonſt nach der gemeinen Meinung einem von bloß eiche« nem Holze aufgeführten Sobäude, wegen ſeiner Dauerhaftigkeit ein beſonderer Vorzug bepgelegt zu werden pflegt. Daß GIO ITOH:; Yon der beſondern Dauerhaftigkeit der eichenen Schwellen. Ein bölzernes Gebäude, welches eineten Holze, in welchem nhl die geringſte Feuchtigkeiten-übrig geblieben ſind, ein„Verwerfen deſſelben nach der Ver- nunft gar nicht.gedenken läßt;-ſo wird..do< ein vernünftiger Bauherr, weil er von dem völligen Austrocknen des zu ſeinem Bau beſtimmten eichenen Holzes, niemahls mit Geo wißheit.. zumahl wnn der Bau, wie gewöhnlich iſt, in der Eil geſchieht, überzeugt ſeyn kann, allemahl am beſten fahren, wenn er, anſtart der eichenen, kieferne Balken, weil ſoiche ihre natürlichen Feuchtigkeiten, wegen der mehr poröſern Theile, weit leichter verlieren, wählt,: 6. 170» Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16, 121 6... 170,: Warum das.eichene- Bauholz im Winter, und nicht im-Somnier gefallt und abgeſtämmt werden möſſ?. Sonſt erfordert es die Nethwendigkeit, daß das eichene Bauholz außer der Saft- Zeit gehauen werden:müſſe, wenn es ſeine natürliche Davwerbafrigkeit:behalten, und nicht durch den darin'ſtofenden Saftzur Fäulniß gebracht werden ſoll, Man nennt nach der hieſigen Mundart die Zeit, in welcher das zum Bau be- ſtimmte Holz gefällt werden muß, den Wadel. Die Sache hat zwar an und-für ſich ſeine Richtigkeit, und es iſt gewiß, daß alle än ihrem vollen Saft ſtehende Bäume,:wenn ſie alsdenn abgeſtämmt werden, ein weit weniger dauerhaftes. Bau-.und-Nußtholz abgeben. Unrichtig iſt es aber, daß.es Jahrszeiten geben ſollte, in'welchen:die'Bäume «alles ihres Saftes-beraubt-wären 3; einen dergleichen Zuſtand kann man ſich aber von kei- nem einzigen Baum, ohne dabey ſein gänzliches Abſterben voraugzuſeßen, vorſtellen, So viel iſt inzwiſchen gew:ß, daß der Saft in allen Bäumen zur Wintergzeit durch die Kälte mehr-verdickt, und dadurch deſſen Umlauf langſamer.gemacht wird. Aus dieſem Grunde iſt es denn,'die zum Bau:und anderm'Gebrauch nöthige Holzarten eheräm Winter, als im Sommer abzuſtämmen, rathſam. "G: Von der TTutzbarkeit der BEichezu TTunholz; daß.aber'des Hiervon zu ziehenden 8Tugens Avegen, Fein allzu früher Sieb in-den Eichwäldern vorgenommen 4 werden müſſe. Der Gebrauch"des eichenen Holzes zu allerhand Arten von Nus- und Geſchirr- Holz, beſonders für.die Stell- und:Rademacher, iſt ſchon vorhin jedermann bekanne, Ein vernünftiger Eigenthümer wird aber dieſes Exdzw.>s halber, einen alſzy«- frühzeitigen Hieb in ſeinem Eichwalde vorzunehmen, wie ſchon oben erinnert worden, ſorgfältig zu vermeidenHaben, weil er'ſich ſonſt des weit wichtigern Naßens, den er von ſeinen angezogenen Sichen zu erwarten hat, von ſelbſt beraube,: f"Denn gewiß iſt es, daß diejenigen jungen Eichen, die gegenwärtig zum Naugholz tüchtig ſind, in der Folge-ein-taugliches Schiff vauho!z oder wenigſtens Stabholz abgeben, folglich dadurch einen weit größern'Nußen gewähren würden, | Will man ſolchemnach die zum Nnuß- und Schirrholz ſich anmeldende Käufer nicht leer zurück gehea laſſen; ſo muß man ſie mit ſoichen jungen Stämmen, welche in der Folge keine beſondere Hoffnung von ſich geben, zu befriedigen ſuchen. Die in allen Wirthſchaftstheilen ſo unentbehrliche vernünftige Eintheilung muß auch bey-der Waldnußung, wenn ſolche auf die deſtmöglichſte Art geſchehen ſoll, nicht vergeſſen werden. “!Oecon. Forens. VII. Theil. Q“6. 172. 122 Eilftes Hauptſiü>, GI P72% Voy der vorzüglichen LTüglichkeit der eichenen Breter 3 daß ſie aber bey dem Verarbeiten recht trocken ſeyn müſſen, und wie man ſich von ihrer vollkonmienen Tro>enheit verſichern Xönne. Der Vorzug, den die eichene Breker vor den kiefernen und von andern Nadel- Holzarten geſchnittenen haben, ijs ebenfalls bekannt genug, und jederizann weiß die Nüsß- lichkeit, fo ſie in dem mancherley Verbrauch von ſelbſt empfichlt. In einem Gebäude, welches in allen ſeinen Theiten dauerhaft ſeyn ſoll, nimmt man wohl ſo leicht zu Fenſterzargen, Rähmen, Thüren. und Panelwerk keine andre, als eichene Breter, und ein Bauherr, der dieſe Wahl trifft, wird ſich die daran gewandte mehrere Koſten niemahls gereuen loſſen dürſen.: Inzwiſchen muß dabey ollemaßtl dahin geſehen werden, daß dergleichen Breter die gehörige Trockenheit erlangt haben, weil ſie ſich ſonſt gar leicht verwerfen, und alles, was davon angefertigt worden, ſchief und krumm wird,- Ic< habe ſchon oben bey einer andern Gelegenheit bemerkt, daß das eichene Holz, weil es weit feſter und wenigere poröſe Theile hat, nicht ſo leicht, als die weichere Holze Arten, deren Pori mehr geöfnet ſind, austro>iet.; Bey den von eichenen- Holze geſchnittenen Bretern iſt-dieſes um ſo ſorgfältiger zu beobachten, als ſich ſolche noh weit eher, als die davon angefertigte Balfen und Rähme verwerfen, und dadurch eine ſchieſe Richtung bekommen können. Man iſt, wenn man ſich hiegegen völlig verſichern will, die eichenen Breter, nach- dem ſie geſchnitten worden, in das Waſſer zu werfen, und daſelbſt Jahr und Tag liegen, nachher aber wiederum gebörig austro> nen zu laſſen gewohnt, und die Erfahrung lehrt, daß fie dadurch von dem vorhin bemeldeten Fehler gänzlich veſreyet werden, und man ſie überall, ohne von ihnen ein ſck:. ger öhnlich 7: von einem vernünftigen Eigenehümer aber, der für die Erhaltung ſeines; Eichwaldes-nur einige Sorgfalt trägt, nicht wohl zu vermuthen iſt, 2500 2 1/705- Von: der Eichelmaſt,'und dabey entſtehenden Frage:“ob ein Lichwald durch den Solzverkauf,, oder die 07aſt zu nutzen rathſamer ſey?: Der leßto Hauptnußen, den man'von. der Eiche zu erwarten hat,. beſteht. endlich: in. der Mäſtung, ſo dieſelbe gewährt..- Bey vielen Wäldern„ biſouders: denjenizen,. wo: der Boden und auch die erſte“ Anziehungsart der Sichen nicht von der Beſchaffenheit iſt, daß. ein taugliches Schiff bau-- Ho!z, Stabho!z:. oder auch zum Civiſhau tüchtige Stämme erwartet, werden können, iſt. die Eichelmaſt ſonder Zweifel eine der hauptſächlichſten Nußung.. Ja ſelbſ? in ſolchen Wäldern, wo- die Eicheln in Anſehung ihres Holzes durch den: Verkauf einen ſo ſehr in die Augen fällenden- Vortheil ſtiften können, bleibt es noch imo mer eine Streifrage;: ob die Eichelmaſt nur als eine Nebenabnußungsgart anzuſehen ſey; oder nicht vielmehr ſolher vor jener der Vorzug gebühre.. Einen maſitragenden. TiHwald durch» einen übermäßigen Holzverkauf zu ſck. OG. 179.; Daß daher in ſolchen Ländern, wo zur ländlichen Conſumtion nur wenige angenäſtete LAM Schweine nyöthig ſind, die Benutzung dev Eichwälder durch den Verkauf ENEN weit wentger Bedenken habe, Aus dem Vorſtießhenden wird ſich nun von ſelbſt ergeben, daß der von mir bey die- ſer Frage gemachte Unterſchied, in Anſehung der Lage des Ortes nicht ohne Srund ſey. jem In Schleſienz. B. a) iſt die Tichelmaſt aus vorbemeldeten Umſtänden nichtſo noche 0f wendig, und folglich auch deren Nugen nicht ſs anſehnlich, als in der Mark und Pommern, Et Hieraus folgt natärlicher Weiſe, daß die Gigenthümer in der erſten Gegend ihre Eichwälder, wenn ſich eine bequeme Gelegevheit dazu darbiethet, durch einen Holzver- kauf zu nußen, weit weniger Bedenfen nehmen können, als in den leßtern Gegenden, wo durch einen in den Eichwäldern vorgenommenen ſtarken Holzſchlag nicht allein ein dem ganzen Lande ſchädlicher Mangel an Maſtang verurſacht werden kann, ſondern ſie ſich “ auch ſelber ein ſonſt ſicheres Einkommen ihrer Gürer durch einen öfters bloßen Schein«- Vorcheil, der nur vorübergehend iſt, gar ſehr ſchwächen. a) Bey einer vor ein paar Jahren in Schleſien vorgenommenen Reiſe habe ich ganz beſonders bemerkt, daß man bey den dortigen Eichwäldern auf die Maſt nur wenige Rückſicht nimmt, ſondern ſolche als eine bloße Rebenſache anſieht.„"Nüenfalls läßt man einen Theil der zu- gewachſenen Eicheln durch Dienſtleute leſen, und ſie zur Anmäſtung nicht allein der Schwei- ne, von deren Cinſchlachtung auf den Winter man, außer was zur Beſorgung des herr- ſchaftlichen Tiſches erforderlich iſt, nur wenig weiß, ſondern auch des Nindviehes und ans dern Vieharten, anzuwenden, y I< habe ſelber auf meinen ehemahligen ſchleſiſchen Gütern einen anſehnlichen Eichwald Beſeſſen, und niemahls iſt mir eingekommen, in denſelben Maſtſchweine einzunehmen. Ieh bin auch darunter niemahls in Verſuchung geſeßt worden, weil der dortige Land- Mann an das in andern Gegenden gewöhnliche Schweineſchlaten nicht gedenkt, folglich 9) die dortige Maſt auf eine ſolche Weiſe, als in der Marf und Pommern gewöhnlich, nur Wei ſelten zu nußen und anzubringen iſt,| it In der That iſt dieſes ein Umſtand, der den dortigen; Wäldern, in Anſehung der darin j befindlichen Weide, zu einem großen Vortheil gereicht. Denn wäs für eine Verwüſtung durch das Schweinebrechen in den beraſeten Wäldern 0 angerichtet wird, iſt zur Genüge bekannt, „000 Ich muß aber auch bemerken, daß in der dortigen Gegend ſich die Eigenthümer nur ſehr 1 ſeiten in dem Beſiß ſo anſehnlicher Eichwälder, als man in andern Ländern wahrnimmt; befinden.; V. 180. Daß bey Entſcheivung der Frage: ob die Benutzung der Eichwälder, durch Maſt. oder Zols» Verkauf vortheilhafter ſey, auch auf die Beſchaffenheit, theils des Bodens, und theils der 977aſt ſelber, Rückſicht zu nehmen ſey;|! wobey zugleich von demjenigen, was unter dec BE 18 4 Benennung von voller und halber U7aſt verſtanden wird, und. wie darnach JEN 2 die Abſchägung der Eichwälder einzurichten ſey, einige if Erwähnung geſchiehet. Nicht bloß die Lage des Orts kann es, ob der Holzverkauf oder eine unbeſtimmte und unbeſchädigte Erhaltung der Maſt nüslicher ſey, beſtimmen, ſondern es muß u ay Boy den wirtöſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 127 auch zugleich auf die Beſchaffenheit der Eichwälder und des darin befindlichen Holzes Rückſicht genommen werden, Eichwälder, welche einen ſchlechten und ſich für dieſe Baumart vicht ſchikenden Boden haben, werden weder in Anſehung der Holzbezußung, noch auch in Rückſicht der Maſt, ihre Eigenthümer zu bereichern im Stande ſeyn,, Denn Eichen, die in keinem guten Grunde ſtehen/ gewähren ſo wenig ein tüch- tiges Stab- und Baubo'z, als dis Maſt von ihnen reichlich iſt, Bekannt iſt es, daß die Eichwälder ſich nicht alle Jahre gleich fruchtbar bezeigen, ſondern darunter alle 3; 6 und wohl mehrere Jahre abwechſein. Dieſe Abwechſelung richtet ſich gar ſehr nach der Güte des Bodens, den ein maſt- kragender Sichwald hat. Iſt der Srund deſſelben gut, ſo kann man alle 6 Jahre auf volle, und alle 3 Jahre auf halbe Maſt Rechnung machen 2). In einem ſchlechten Boden hingegen muß man öfters wohl 9, auch wohl gar 12 Jahre auf ihre vollſtändige Fruchtbarkeit warten. Inzwiſchen bleibt. döH4mmer+gewiß, daß auch bey der vollen Maſt ſich die Güte des Bodens jederzeit gar fehr verſpühren läßt. Beſonders wird dieſes mer“lich, wenn der Boden von ſolcher ſ Schweine eingefehmet werden fsnnen 3; ſo rechnet man die binnen dieſen 6 Jahren annoch gewöhnliche halbe- Maſt mit 150 Stü hinzu, dergeſtalt, daß die ganze Cinfehmungsanzahl auf 450 Stück zu ſiehen kommt. j Diefs -<< SE<<“ EEE I. Zz=== de. en alen en > <===Z= 128 Eilftes Hauptſtü>. Dieſe Summe wird alsdenn mit 6 dividirt, und die dadurch herausfommende Syvmme von 75 Stück als dasjenige Einfehmungsquantum angenommen, worauf alle Jahre ſichere Rechnung gemacht werden kann, Bey Eichwäldern, in welchen wegen des ſchlechten Bodens,«oder aud aus andern Ur- ſachen, nur alle-9 oder-wohl gar 12 Jahre eine volle Maſt anzuhoffen iſt, wird dieſe Be- rechnung mit dem einzigen Unterſchiede, daß alsdenn ein höherer.der ſpäthern-Eintretung der 10268 Maſt gemäßer Diviſor angenommen werden:muß, auf ein;n gleichen Fuß angelegt., jw Man ſieht von ſelbſt ein,„daß bey dieſer Abſchäßungsmethode zweyerley-auf das ge- je naueſte zu beobachten iſt. ; Einmahl muß mit der-möglichſten Zuverläßigkeit ausgemittelt werden, binnen wie viel Jahren der abzuſchäßende Cichwald volle Maſt tragen kann. Nicht bloß auf. dasjenige, was bisher gewöhnlicherweiſe geſchehen,"hat man eine der- gleichen Abſchäßung zu bauen,«ſondern ,es muß auch.dabey zugleich beydes„auf.die Güke des Bodens-und der Eichen ſelber Rückſicht geyommen+werden. Ein Wald von laufer zopftrockenen Eichen fann-niemahls eineſo-reichliche Maſt, als ein anderer,'der aus lauter geſundenund friſchen. Stämmen beſteht, gewähren. Und wenn auch die zopftrockene Eichen ſich eine Zeitlang eben ſo ergiebig,-als.die friſchen und geſunden bezeigen, ſo kann doch ſolches von feiner 1angen Dauer ſeyn,-weil das Zopf- trockenwerden der Eichen ein natürlicher Vorbote ihres nahen Abſterbens iſt. Demnächſt muß auch'bey einer ſolchen Berechnung,-welche den Grund zu einer ſichern Abſchäßung der Eichelmaſt abgeben ſoll, wie vicl Schweine bey voller Maſt eingefehmet werden können, gehörig ausgemittelt werden. Außer dem Zeugniß der bey einer ſolchen Taxe mit zuzuziehenden Forſiverſtändigen, hat man bey dieſem Punck auch beſonders auf die. Größe, Stärfe und Vieläſtigkeit der Ei- -. 6. 1835 Daß auch die Zugrunderichtung des Raſens in den Eichwäldern, durc das Umbre: c. 6: 186.| Warum aber in ſolchen Gegenden, wo die Eichelmaft wegen des eingefährten häufigen Fleiſchſpeiſens für das Geſinde, unentbehrlich iſt, die Privateigenthümer in ihrem will» kührlichen Zolzverkauf näher einzuſchränken, billig, und dem allgemeinen Beften des Landes gemäß ſep. Ueberdem können, wie ich ebenfalls bereits 6. 181. bemerkt habe, die vorzüglie - ten ſiebenten allzemeinen Grundſatz,: Dieſer ſeßt voraus, daß auch die Privateigenthümer ihren Holzverkauf und die Benugßungzart ihrer Waldungen dergeſtalt einrichten müſſen, damit in dem Lande ſelber an nußbarem Holze kein Mangel entſtehen möge. 4: Die Regeln einer allgemeinen Landespolicey,' deren Abſichten jederzeit auf das Beſte des Ganzen abzielen müſſen, machen ſolches vothwendig.- Daß eine reichliche Maſt in ſolchen Gegenden, wo das Landvolk vorzüglich an Fleiſchſpeiſen gewohnt iſt, dem wirthſchaftenden Landmann die dazu nöthigen Ausgaben gar ſehr erleichtere, und ihn der Mangel daran öfters in große Verlegenheit ſeße, davon iſt ſchon oben das Nötchige angemerkt worden. Stünde nun den Privateigenthümern frey, ihre Eichwälder vor dem Fuß wegzu- hauen, und an Auswärtige auch die beſten und maſttragenden Eichen zu Stab- und Sen, welche von derſelben ſehr bequem angezogen werden fönnen,; Ich finde daßer nicht nöthig, bey der gegenwärtigen Selegenheit unter dieſen Bucharten einen Unterſchied zu machen,.zumahl in den Hauptartikeln ihrer'Benußungz imgleichen in Anſehung ihrer- Erzeugung und. Erbalrung in den meiſten Fällen das, was von der einen geſagt wird, auch von der andern als wahr und gültig angenommen werden kann, G. 189. Boy dem Boden der ſich zum Fortkommen der Buche am beſten ſhit, wobey zugleich der Antipathie, j9 der Zyche mit andern Holzarten angedichtet zu werden pfleat, ; Erwähnung geichiedt. E Die Buche verlangt, wenn ſie ein gehöriges Gedeihen und Fortkommen haben ſoll,-einen'etwas feuchten, jedoch nicht allzufetten Boden, ſondern vornehmlich einen ſolo chen, welcher wens er auch in ver Oberfläche ſchwarz und trocken ſeyn ſollte, dennochin den Uno terſchichten mit Sand uid Lehm gehörig verniſcht iſt. Jn hohen und trockenen Gegenden haben die Buchen nicht den erforderlichen Fortgang, wiewohl ich auch in niedrigen Gegenden das Gegentheil davon ange troffen habe, n Bey dem pommerſchen Städtchen Zächan findet man auf zwey gegeneinander lies genden Bergen die ſchönſten Buchen, und ich glaube, daß der auf dieſen Bergen befind- liche, mit verſchiedenen Quellen untermiſchte feuchte Boden die Urſache von dex Ausnahme dieſer Regel iſt.; Man wird in den Buchwäldern nur ſelten andere Holzarten antreffen; und einige Forſtverſtändige ſind daher auf eine Art von Antipathie, ſo zwiſchen den Buchen und bes ſonders den Kiefern ſich äußern ſoll,. verfallen Wer die Geſtalt der Buchen in Anſehung der Breite und des Umfanges, den ſie mit ihren Zweigen einnimmt, in nähern Betracht ziehet, dex wird das Räthſel von dies ſer vermeinilichen Antipathie gar leicht entdefen« " Die Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten; weiche ſowohl 26. 135 Die dien und weit ausgeduten mit vielen Blättern verſehenen Zweige der Bu- en, nicht gewöhnlich, und in der That würde auch kaum. der wahrſcheinliche Ertrag einer Buche eine ſo koſtbare und müh- ſame Anziehung derſelben wieder erſeßen. - Umdie leeren Pläße in den Buchwäldern wieder zu ergänzen, iſt daher die künſte liche Beſamung ſonder Zweifel die bequemſte und wohlfeilſte Fortpflanzungsart» Alles 136 Eilftes Hauptſtück, Alles dasjenige, was oben von der Beſamung 22x Eichelkämpe geſagt und ange- rathen worden, kann auch hier ſeine Anwendung finden. Man kann ſich, wenn man nur kleine Lücken in den Buchwäldern durch eine neue B:ſamung wiederum ausfallen will die Sache dadurch gar ſchr erleichtern, wenn man die von den Maſtſchweinen, welche in den Buchwäldern wegen der darin beſindli-- Einen holzleeren Ploß, wo vorhin Buchen geſtanden haben, durch die künſtliche Beſamung nunmehr mit Eichen zu beſeßen, iſt unter den vorhin vorausgeſebten Umſtän- den gar nicht unmöglich; die mehrere Nutbarkeit der Eiche aber ein genugſamer Bewe» gungs» Von den wirtbſchafrlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 137 gungegrund, ſolches wirklich zu übernehmen. Geſchicht es nicht, ſo kann wohl nichts daran ſchuld ſeyn, als daß man dieſe mögliche Veränderung nebſt dem daraus entſtehen» den Nugßen nicht gehörig überlegt, ſondern: ſich nur bloß mit dem gewöhnlichen Schlendrian, vermöge deſſen wan die bolzleeren Pläße mit eben denjenigen Baumarten, die vorhin darauf geſtanden häben, wiederum zu beſamen gewohnt iſt, begnügt hat, Blindlings muß wan hierunter allerdings nicht verfahren, ſondern die Beſchaf- fenheit des Bodens, ob die Eichen darin eben ſowohl einen guten Fortgang, als die Bus cen, baben können, auf das ſorgfältigſte prüfen, Iſt man aber hievon überzeugt; ſo ſehe ich keinen Grur.d ab, warum man nicht das weit mehr Nügsliche dem weniger Nüßlichen vorziehen wolle. S.. T93+ Von dem Alter:und Wachsthum der Buchen, und. daß ihr Zolz nicht ſo dauerhaft, als:das-von den Eichen, ſey.; Die Buche verlangt zwar nicht-ein ſo hohes Alter, als die'Tiche; inzwiſchen wächſt ſie docH an die 120 Jahre, wenn ihr ſonſt kein Zufall wiederfährt, ehe ſie zu ihrer Vollſtändigkeit gelangt, und zu ihrem Abſterben reif wird.; Die Erfahrung giebt Beyſpiele von Buchen, welche nicht allein zwey und meho rere Klaftern ſtark ſiad, ſondern-auch ia ihrem Stamme- eine Höhe von 70 bis 80 Fuß erlangt haben. In den erſten 20 Jahren iſt ihr Wachschum weit ſchneller, als derjenige, den man bey den Eichen verſpürt, Wahr aber iſt es auch. daß die Buchen'nicht ſo dauerhaft, als die Eichen, ſind, Eine zopftro>en gewordene Eiche fann noch öfters 30 bis 40 Jahre zum Mafttras- gen tauglich bleiben. Eine Buche hingegen, die etwa durch einen abgebrochenen Zweig in ihrem Stamm verleßt und gleichſam verwundet worben, fault in wenigen Jahren dergeſtalt tief ein, daß ſie zu weiter nichts, als zum Brennholz tauglich bleibt. S. 194 Daß die Buche auch als Unterholz gebraucht werden könne. Die Buche iſt ebenfalls, gleich der Eiche, theils durch ihr Holz, und theils durch die Maſt nusbar. j Von dieſer doppelten Benußunggart der Buche etwas weniges zu berühren, wird denn gleichmäßig mit unſern Abſichten übereinſtinunen. - Bey der. verſchiedenen Benußunggart des Holzes von den Buchen, muß ich zum Voraus erinnern, daß ein Buchwald nicht bloß als hohſtämmiges Holz, ſondern auch als Unterholz genußt, und-zu ſolk, Anjeßt bleiben wir nur bloß bey demjenigen Nugen ſtehen, den die Buche ihrem Eigeunthämer als ein bochſtänmiges Holz gewähren kann.: 9... 1935: Warum ſich das büchene Solz weder zum Schiff- noch Civilbau recht füglich ſchie. Es iſt zwar das geſunde, reife und zu rechter Zeit gehauene buchene Stammholz an ünd für ſich ein feſtes und hartes Holz, deſſen Härte, nachdem es einen guten Boden, genügſame Luft und Sonne gehabt hat, gar ſeht verſchieden iſt: . Dem Weißbuchenholz giebt man in Anſehung der Härte und Feſtigkeit einen orzug.; In Anſehung der Stärke und Höhe der Stämme hat es ebenfalls Eigenſchaften an ſich, die man ſonſt von einem guten und tüchrigen Baubolz verlangr.] Inzwiſchen bedient man ſich dennoch dieſer Holzart, wofern es nicht die Noth» wendigkeit erfordert, nicht gern zu dieſem Endzwec>, weil es nicht allein in der Wittes- rung nicht recht aushält, ſoadern auch in dem Junern der Gebäude ſich nur wenig dau- erhaft erzeigt, vielmehr ſehr bald wurmſticzig wird, ; Wenn das Holz von den Buchen ganz friſch unter ein reines Waſſer kommt, und darunter beſtändig verbleibt, ſo lehrt die Erfahrung, daß es ziemlich dauerhaft iſt.; Die Abwechſelung von Näſſe und Trockenheit aber kann es nicht recht vertragen, ſondern wird dadurch ſehr bald zu Gründe gerichtet.. Man hat ſich in England viele Mühe gegeben, um das büchene Holz für den Wurm zu ſchüßen, und es zum Schiff bauho'z dauerhafter zu machen, 7 Die damit angeſtellte Verſuche müſſen aber wohl nicht nach Wunſch ausgefallen ſeyn, weil man noch ummnerhin bey dem eichenen Holze, um ſolches vorzüglich zum Schiff- - Bau zu wählen, beharrt, 7 6 6. 196, Von dem Verbrauch des büchenen Zolzes zu TTugholz. Wenn lolcern durch die. ausgelohete Pottſiederaſche zu Theil. wird, Erwähnung. geſchieht; Inzwiſchen bleibt doch ſo'c und die auch immer einen verhältaißmäßigen Preis b-hält. In: Gegenden. wo es wegen Ermangelung der Weide an- hinlänglichew Vieh, folglich auch an: genugſamen Miſt zur Bedingung der Aeckzr Fehlt ,„ ſtiftet. die ausgelohete Pottoſche noch überdem,. den wichtigen Nußen, daß. damit die Felder und-'Wieſen auf eine' ſehr vortheilhafie Act, und auf viele Jahre hintereinander fruchtbar gemacht werden fön» nen, iüdem' die Aſchdüngung- weit länger, als alle Arten: von Miſt, gegen häle, und auch ohne U«terſchied, ob.der Aer ſtark oder gelind iſt, mit Nuten anzuvringen iſt. Wer hievon eine nähere Nachricht und Untexricht; wie dabey verfahren werden muß, verlongt, den will ich hiemit.auf den erſten: Band meiner Berliniſchen-Beyträge zur Landwirthſchaftswiſſenſchaſt verwieſen haben. Mir ſind verſchiedene Landwirthe bekannt. welche, weil ſie den gvoßen Nußen der ausgeloheten: Poteſiederaſche' auf den: Aecfern kennen, Pottaſchſiedereyen-, ohne eigenes Holz- zu beſiken, angelegt. haben, und dis Aſche dazu von fremden. Orten für ba- res Geid erkaufen. Wer die daraus erwachſende Vortheile für: den: Ackerbau: kennt“, der wird ein folehes Unternehmen nicht tadeln können. Wie' vielmehr iſt alſo dergleichen für einen Eigenthümer rathſam, welcher den Peberfluß feines eigenen büchenen Holzes nicht beſſer anwenden kann, als daß er ſolches zu Aſche brennen, und dieſe in einer angelegten Pottaſchſiederey verbrauchen läßt. C. 200; Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl:c. 141 8. 200. Daß das brichene Zolz auch zum Rohlenſchwelen ſehr nunbar ſep. Zum Kohlenſchwelen iſt das büchene Holz ebenfalls ſchr geſchickt.; Die davon gebrannte Kohlen ſind hart, ſchwer und im Feuer dauerhaft, halten auch ſta:ke und lange Kohlen, Ueberdem- geben ſie keinen ſolchen widrigen und die Sinne betäubendeis Gerüch, als die vom fiefernen Holz verfertigten, von ſich. Sie können daher zu- allet Gewerben, bey welchen eine Feuerung mit Kohien nöthig iſt, mit vielem Nuten gebraucht werden» Inzwiſchen wird: es für einen Eigenthümer jederzeit weit vortheilhafter bleiben, daß er ſein überflüſſiges Büchenbo!z.durchPottaſchſieden- zn nußen ſuche, als ſolches in Kohlea-yerwandle.) Der Abſaß- des erſten Products bleibt: allemahl ſicher und gewiß, da er hingegen von den Kohlen, weil doch-ſoiche jederzeit weit höher, als andere gewöhnliche Koplenarten bezahlt.werden-müßten, dergleichen in der. Menge nicht immer-finden würde. CG"2072. Pon dem TT7urzen) den die Buche durch ihre Maſt, ſo-ſie trägt; ſtiften kann. Was bighor bemerkt worden; betrifft nur bloß den Nußen, den ſich ein Eigen- thümer:von der Buche; in-Anſchung ihres Holzes, auf verſchiedene Art zu verſprechen hat. <- habe aber ſchon oben gezeigt, daß die Buche auch mitihren Früchten ,. weil ſie gleich“den Eicheln zur Anmäſtung des Schweineviehes dienen, musdar. ſey. Wir werden alſo:ipre Nukbarkeit auch voa dieſer Seite mit:wenigen in Betracht zunehmen, und'beſonders, in wie weit die Buchmaſt mit der Eichelinaſt in Vergleidung zu ſeßen ſey,;4 erwägen haben. I| ſie:zwar derſelben, wie bald mit mehrern gezeigt werden wird; nicht: gleich zu ſchägßen;: ſo kann ſie doch deshalb n:, ; Gewiß aver iſt es auch, daß die Buchmaſt ein ſehr fließendes Fett zeugt a), da«- hingegen dasjenige, was von der Cichelmaſt kommt, weit derber und conſiſtenter iſi. Bey Schweinen, welche zum Einſchlachten und Räuchern angemäſtet werden ſollen, iſt dieſer Unterſchied von großer Wichtigkeit, indem der. Speck von den mit Buche Maſt fett gemachten Schweinen durch die Wärme, die er unter dem Räuchern auezuſte« hen bat, wegen ſciner allzugroßea Flüſſigkeit faſt gänzlich ausläuft, ſich auch nicht erhält, ſondern ſehr bald ſFmierig und unſchmackhaſt wird; weshald ich mich auf das Zeuguis oller dirjeuigen. die von der ländlichen Haushaltung nur einige Strfahrung haben, ganz ſicher berufen kann, Wenn nun bey dem geräucherten SHweinefleiſch die Hauptabſccht iſt, daß daſſel- be den Sommer über dauern, und alsdenn zur Speiſung verbraucht werden ſoll; ſo fällt von ſelbſt in die Augen, daß mit dem Speck von Schweinen, ſo nichts als Buchiraſt gefreſſen haben, dieſer. Endzweck nicht erreicht werden kann. Nur bloß alsdenn kann das Fleiſch von den mit purer Buchmaſt angemäſteten Schweinen anno der Buchnüſſe und der Buchweißenkörner, etwas ähnliches an; und die vorhin erwähnten Wirkungen befräfti- gen es, daß in dieſen beyden Pflanzen, ſv hinimelweit ſie auch in ihxer Geſtalt voneinander unterſchieden ſind, dennoch gewiſſe homogeniſche Theile und Säfte vorhanden ſeyn müſſen« G. 203 Daß dieſer Fehler der Zuchmaſt alsdenn,. wenn ſelbige mit Lichelmaſt untermengt iſt, weit weniger merklich ſey; und warum es nichts tauge, wenn man die in einer bloßen Zuchmaſt geweſene Schweine, nachher auf dem Roven anno anmäſten will.' Hat ein Gutsbeſißer in ſeinen Wäldern nichts als bloße Buchmoſt, ſo kann ex auf die Einnahme davon uur wenige Rechnung machen, weil ein jeder ſich ſcheuen wird, ſeine Schweine bey ihm in die Maſt zu jagen, 6 x Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 26. 3243 Er kann auch, wenn ſich gleich Liebhaber dazu finden ſollten, das dafür zu erle- gende Maſigeld niemals ſo hoch, als bey der Eichelmaſt gewöhnlich iſt, ſeßen, Iſt ader die Maſt melirt, dergeſtalt, daß die eingetriebene Maſiſchweine ſowohl Eicheln als Buchnüſſe zum Fraß haben; ſo wird die vorhin von der Buchmaſ? bemerkte widrige Wirkung weit weniger merklich ſeyn. Vi. lmehr mag man behaupten, daß die Schweine in einer ſolchen vermiſchten Maſt gewiſſermaßen fetter, als in einer bloßen Eichelmaſt werden, indem cs allen Thie- ren eigen iſt, daß ſie in ihrem Fraß die Veränderung lieben, und ſich, wean ſie immer einerley bekommen, ſehr leiczt zu verſtänken oder zu verekeln pflegen. Bey einer dergleichen melirten Maſt aber können ſie, wenn ſie ſich an den Eicheln wie nicht ſelten geſchieht, verſtänkt haben, ihren Appetit durch die Buchnüſſe, die ſie ebnedem wegen ihres ſüßen Geſchmacks ſehr gern freſſen, wiederum erſriſchen, und auf ſolch? Art ununterbrochen in ihrer Freßbegierde unterhalten werden. JI-doch ſeße ich hiebey voraus, daß ein dergleichen melirtes Maſtholz wenigſtens zur Hälfte aus Eichen beſtehen müſſe, wenn die übeln Wirkungen der Buchmaſt nicht auf eine merkliche FLirt verſpürt werden ſollen, Man glaubt zwar die Sache dadurch gut zu machen, wenn man die eine Zeitlang in der Buchmaſt gegangeue Schweine auf dem Koven mit harten Getreideſorten.nachmä- ſtet, pi dadurch dem Fett derſelben eine mehrere Feſtigkeit und Zuſammenhaltung zu geben ſucht.| Es iſt aber dieſes ein unrichtiger Weg, und das Geld, ſo man für die Maſt be- zahlt hat, iſt ſo gut, als ins Waſſer geworfen. Denn die ländliHe Haugshaltangzerfahrung lehrt es, daß die Schweine, die in der Maſt geweſen, und darin nicht recht ſett geworden ſind, wez'n man ſie nahber auf dem Koven nachmäſten will, zuſörderſt das in der Maſt gewonnene Fett wieder verlieren müſſen, ehe das ihnen zur Nachmäſtuag auf deim Koven beſtimm:e Getreide zu gute kome men, und bey ihnen anſchlagen kann.; Ueberhaupt iſt das Nachmäſten auf dem Koven die meiſte Zeit nur von einer ſchlechten Wirkung. S. 204 Von noch verſchiedenen T7cbennuzungsarten der Buche, beſonders dem aus der FSrucht derſelben zu preſſenden Oehl, welches ſowohl zur Speiſung des Gefſindes, als auch zum Brennen in den Lampen, mit vielem Vortheil verbraucht werden kann, Außer den vorhin bemerkt;n Hanptbenußungsarten d.r Buche, können von der- ſelben noch verſchiedene andere Nebenvortyeile gezozen werden. Das Voraehmſte davoa beſteht in dem Oehl, weiches die Buchnüſſe, wenn ſie unter die Dreſſe kominen, von ſich geben. Da an vielen Orten das Seſinde, anſtatt des Zubrodes, mit Och! zu ſpeiſen, auch das Zugemüte damit zuzurichten; gewöhnlich iſt; ſo wird das Buchöhl hiezu vorzügliche Dienſte, beſonders al8denn, wenn es noch ſtiſch iſt, leiſten können.: Uagd 144 Eilftes Hauptſtück. Und ob es gleich, wenn es älter geworden, ſeine Süßigkeit, wodurch es in der Verſpeiſung beſonders ſchmackhaft gemacht wird, bereits verloren hatz fo kann es boch noch immer zum Brennen in den Lampen mit vielem Nvten gebraucht werden, zuntal dieſes Oehl weder einen übeln Geruch von ſich giebt, noch auch dämpfend iſt, in ſofern nur die Buchnüſſe,'aus welchen es gepreßt worden, recht reif geworden ſind, Die Fruchtſchalen oder Hülſen, welche die Natur zur Bede>ung der Buchnüſſe beſtimmt hat, geben nicht allein eine beſonders gute Feuerung ab, ſondern es bedienen ſich auch derſeiben die Gärder zur Garmachung des recht feinen Led:rs. Selbſt das Laub von den Buchen iſt nicht gänzlich unbrauchbar, indem-man ſich deſſelben zur Ausſtopfung der Bettſäcke, anſtatt des Strohes, zu bedienen pflegt, und nach der Erfahrung ſollen dergleichen Bettſäcke weit beſſer und länger, als die mit Stroh geſtopfte,. "EG;. 205/ Vorſchlag, daß an ſolchen Orten, wo das Seſinde mit Ocehl zu ſpeiſen gewöhnlich iſt, die Verwendung der Buchnüſſe dazu weit rathſamer, als zur Diaſt, ſeyn wurde. An denjenigen Orten, wo die Seiſung des Geſindes mit'Dehl anſtatt des Zubroo des gewöhnlich iſt, würde ich ſehr geneigt ſeyn, den Vorſchlag zu thun, daß man die ſouſt für die Schweine zur Maſt beſtimmte Buchnüſſe zum Oeblſchlagen anwendete, Der Verbrauch der Buchnüſſe würde auf dieſe Art-jederzeit weit ſicherer ſeyn, und niemals ein armer Landmann, ſich über eine dergleichen.in ihrer Wirkung unvoliſtändige und unwirkſame Buchmaſt zu beklagen, Urſache haben, Nur ſehr ſeltea aber treffen ſich die Umſtände hierunter zuſammen. Die größeſte Buchwälder werden gemeiniglich in ſolchen Gegenden angetroffen, wo man von. der Speiſung des Geſindes mit ODehl nichts weiß, ſondern daſſelbe nur bloß auf Schmalz und einen recht fetten Speck ſein Augenmerk gerichtet bat. 7 Daß in dergleichen Gegenden die. Verwandlung der Buchnüſſe in Oehl nicht wohl rathſam ſey, geben die Umſtände der Sache von ſelbſt an die Hand; gleichwie hingegen die Beſtimmung der Buchnüſſe dazu an ſolchen Orten, wo man des Oehls zur Speiſung des Geſindes in einer-gewiſſen Menge bedarf, ſehr vernünftig ſeyn würde, 6. 206, Schädlichkeit der Buche, in Anſehung des Sraſes und der Weide, nebſt einigen Mitteln, wodurch dieſe Schädlichkeit verhindert werden könnte. j Das bisher angeführte wird genugſam zu erkennen geben, daß die Einkünfte eines Eigenthümers von ſeinem Buchwalde in aller Betrachtung nur ſehr gemäßigt, und zum Theil böhſt ungewiß ſind,' Dieſe Unzuverläßigkeit und geringer Nußen von einem dergleichen Grundſtücke wird noch mehr offenbar, wenn man dabey in Erwegung zieh!, daß die Buche ein Feind der Weide und des Graſes, folglich des ganzen Viebſtandes iſt, Der Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl!e.- 345 Der Grund, wo die„Buchen wachſen, trägt ſeiner Natur nach auch ein gutes und nahrhafies Gras, und an vielen Orten machen di? Eich- und Buchwäider die Hauptweide für das Rindvich au?. Es iſt die Buche unter allen hokenden Boden, ihrem Alter, imgleichen Zöhe " und Stärke, ſo ſie erlanget. Die Linde wächſt zwar in allen Arten von Boden ziemlich gut; ſie wird aber in ih- rem Wachsthum und Holze weit vorzüglicher, weun ſig in einem feuchten, lockern Boden, der etwas fetten Lehm bey ſich führt, ihren Stand hat, Jedoch lehrt die Erfahrung, daß die Stein- oder kleinblättexige Linde auch auf den Höhen und in einem ſchlechten Boden ein gutes Fortkommen hat. Sie verlangt eine Höhe von 50 bis 60 Fuß, und ihre Peripherie in dem Unter« theil des Stammes beläuft ſich öfters auf 18 bis 20 Fuß: Ihr Alter bringt ſie ebenfalls ſehr hoch, und man kann Bäume aufweiſen, welche ſchon in dem Anfange des funfzehnten Jahrhunderts exiſtirt haben, und noh anjest im guten Stande ſind.; 06782 Ja Cinige wollen ihr ſogar ein Alter von tauſend Jahren zuſchreiben, welches aber wohl etwas übertrieben ſeyn, und nur bloß auf die Muthmaßungen des gemeinen Man- nes beruhen mag,- So viel iſt inzwiſchen gewiß, das, ob gleich der Kern ſchon längſt durch Fäulniß verlohren gegangen, ſie dennoch ihre Zweige immer ſort treibt, und alle Jahr von frie ſchem wieder ausſchlägt a). a) Auf dem bey Soldin in der LTeumark belegenen von Waldowſchen Gute Adamsdorf, habe ich eine Linde geſehen, welche dergeſtalt hohl war, daß die Bettelleute ihr Nachtquar- tier darin zu nehmen pflegten, Demohnerachtet war ſie noch in ihren. Zweigen völlig grün, und ihre Zweige alle Jahre wieder von friſchem aus, IEE NE IWelge ſeligen 6. 211. Von den verſchiedenen Fortpflanzungsarten der Linde, und daß bey derſelben die künſtliche Beſamung in' den Wäldern wohl nicht rathſam ſeyn möchte. Es kann dieſer Baum ſowohl durch den Samen, als auch durch Verpflanzung vermehrt und fortgepflanzt werden. 4 Die Frucht, ſo derſelbe bringt, iſt ein dunkelbrauner öhlichter Kern, welcher in einer runden harten Hülſe etwa einer Erbſe groß' eingeſchloſſen, und gegen die Mitte des Octobers zu ſeiner Reife zu kommen pflegt. Wenn dieſes Same abfällt, und in ein loeres Erdreich oder unter die Blätter NEN Fommt; ſo iſt die natürliche Beſamung dieſes Bauins öfters ſtärker, als man wünſcht.' Dieſe Baumart durch künſtlihe Beſamung oder Verpflanzung in den Wäldern zu vermehren, wird wohl von keinem Forſtverſtändigen angerathen werden/ weil ihre Nugßbvarkeit, ob ſie gleich mannigfaltig iſt, nur ſehr ins Kleine geht- und man in einem Boden, worin eine Linde wächſt, mit weit mehrerm Vortheil alle andere Baumarten er- zeugen und anziehen fann. T-2 O:-21,21 148 Eilfres Hauptſru>. Ga 22127 Auf wie vielerley Art die Linde nutzbar werden kann. Ich habe zwar ſchon vorläufig bemerkt, daß der Nuten, den ein Eigenthümer von den im ſeinem Walde befindlichen Linden zu erwarten hat, niht in das Broße geht. . Inzwiſchen briugt ſie doc, wenn man nar auf deren Bei ußung auſmerkſam ſept, und darunter die rechten Mazregeln nehmen will, maacherley Vortheil?, die ebenfalls. niche außer'Acht gelaſſen werden müſſen, und welche daher näder feunen zu. lyrüen, nothig ſind. An der Linde iſt nyßbar2- 2) das 59013y b) die Ritidey c) die Biüchey d) die Sruchty e) das Laub. In wiefern man ſich dieſes fünflachen Naßens, den die Rinde zu qywähren im Stande iſt, auf eine vernäufrige usd' wirchſchafikhe Art theilgaftig machen könge, ſoll in dem Nachſtehendea mit wenigen gezeigt werden. j: j 6...“ 213. In welchen Fällen das lindone Zo!z als LTanholz zu gebrauchen, umd warum ein EBigenthüe- mer, der eine Ufenge davon hat, Breter darairs auf Vorrath: ſchneiden zu laßen, gut thun würde. Das di? Linde ſowoh! zu den hochſkämmigen- Baumarten, als auch zu dem Un- ferholz zu rechnen ſcy, iſt bereits 9. 209. bemerkt worden.; Mit ihrer Benutzung als Unterholz haben wir es gegenwärtig nicht zu thun, ſon dern es bleibt ſolende Linden hat, wäre es als eino wiridſdafcliche Klugheit anzurahen, daß er von Zeit zu Zeit von ſolchen Linden Brezer ſchneiden ließe, und dieſe, eiut:veder. wenn ſie geſucht werden ſollten, in Worratch behielte, oder ader in den großen Städten, wo dergleichen ſeine Arbeiten häufiger verfertiget werden, avzuſeßen ſucht2, Die Kunſtler und Handwerker würden derglei. Wie ſowohl bey dem Reiſſen des Baſtes, als auch bey Verfertigung der davon zube« reiteten Matten und Decken verfahren wird, verſtehen diejenigen, die ſich von dieſer Ar- KEHRE und ich will mich daher, weil ſolches nicht in mein Fach läuft, dabey nicht aufhalten. So viel aber iſt gewiß, daß der Baſt von den Linden, den man noch zu einem andern Gebrauch auf behalten will, nicht geriſſen werden muß, weil man dadurch natür- licherweiſe ihr frühzeitiges Abſterben befördern würde. Denn bey einem jeden Baum iſt die Verleßung ſeiner Rinde eine tödtliche Wunde, H. 216, Von der-LTutzbarkeit der Linde, in Anſehung ihrer Blöthe. In Anſehung ihrer Blüche ſtiftet die Linde ,. außer dem angenehmen Dufte und Geruch, den ſie dadurch in der Luft verbreitet, einen doppelten Nute. Einmahl iſt der vielfältige Gebrauch/ der davon in der Arzeneykunſt und den Apotheken gemacht wird, zur Genüge bekannt, und bey allen wohlricchenden und ſtäckene den abgezogenen Waſſern, beſonders bey dem ſogenannten Schiagwäajſer, iſt die Lindens Blüthe ein Hauptingredienz. Demnächſt dient dieſe Blüthe den Bienen zur beſten und angenehmſten Nahrung, und es iſt gewiß, daß ſie davon den meiſten und feinſten Honig führen, Ein Landwirth,-der ſeine Straßen, Dorf und Gärten reichlich mit Linden beſekßt hat, faun auch mit gutem Fug auf Vermehrung ſeines Bierenſtandes detzken, und im Fall, daß ſich in einem nahen Walde noch überdem eine Menge von Lirden befindet, iſt darauf bey Vermehrung der Bienenzucht um ſo mehr ſichere Rechnung zu machen. 6...2217% Daß aus dem Samenkorn der Linde auch ein feines und ſüßes Oehl, welches man dem Pro» ! vencerdhl gleich ſchätzen will, gepreßt werden könne. Wir haben 8. 212. auch die Frucht der Linde als einen nußbaren Theil derſelben angegeben.; Die recht reifen Samenkörner der Linde geben unter der Preſſe ein ſehr feines und ſüßes Debl, welches man, wie das von den Sonnenblumenkörnern, dem Provencer Oehl gewiſſermaßen gleichſhäßen kann a).;; Allein das Ausleſen und Aushülſen dieſes Fleinen Samens fällt, weil man nur die beſten, vollſtändigſten und reiſſten Körner dazu gebrauchen kann, dergeſtalt beſchwere lich und mühſam, daß wohl niemand, darunter im Großen etwas vorzunehmen, anzy- rathen iſt. j; Beſonders iſt das Aushülſen dieſes Samens aus ſeiner harten Hülſe eine Arbeit, die bey der Sache nur einen geringen Gewinſt hoſſen läßt. a) Jh habe vor einigen Jahren in der Altmark, bey einem dortigen guten Freunde, das Son- nenblumenförneröhl, deſſen ſich derſelbe ebenfalls anſtatt des Provenceröhls bediente, zu eſſen, und ſolches dadurch näher kennen zu lernen, Gelegenheit gehabt. 2 S In Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. I51 In dem Geſchmack ſelber zwar kommt daſſelbe dem Provenceröhl ziemlich nahe, Es hat aber nicht die Conſiſtenz davon an ſich, ſondern iſt weichlich, und man kann ſich daher daſ- ſelbe gar bald verekeln, Eine gleiche Beſchaffenheit würde es denn auch wohl mit dem von den Lindenkörnern gepreßten Dehl haben, weil von demſelben ebenmäßig, daß es ſehr ſüß ſey, angerühmt wird. Ueberhaupt pflegen dergleichen Dinge, wo man von gewiſſen Sachen einen Gebrauch, wozu ſie die Natur nicht eigentlich beſtimmt hat, wachen will, auf ein bloßes Spielwerk hinaus zu laufen, welches im Ganzen keinen wahren Nutzen ſtiften fann, ſondern ſehr oft mehrere Koſten verurſacht, als es Vortheile bringt. 6: 218. Pon den mißlungenen Verſuchen derjenigen, die aus den Samenkörnern der Linde eine Choco!ate verfertigen wollten. » Eine ſolche Art von Spielwerk iſt es auch geweſen, wenn man vor einigen Jah- ren auf die Gedanken gefallen, ſich der Lindenſamenkörner anſtatt der Cacaokörner zu beo dienen, und daraus eine Chocolate zu verfertigen. Die Erfahrung lehrte, daß ein Pfund des friſch ausgehülſeten Lindenſamens vier bis ſehsmahi höher zu ſtehen kam, als ein Pfund guter Chocolate. Das Oehl dieſes Lindenſamens war zwar fein und ſüß, ihm fehlte aber der an- genehme bitterliche Geſchmac> der Cacaokörner, Es hatte auch nicht die Conſiſtenz einer ſolchen feſten und fetten Butter, als die Cacao giebt. Es konnte daher, nachdem man es mit Zucker vermiſcht hatte, der davon. zube- reitete Chocolatenteig nicht zu der gehörigen Conſiſtenz gebracht werden, ſondern es blieb eine weiche und ſchmierige Maſſe, die zu nichts zu gebrauchen war.. Man hat alſo dieſen Gedanken wieder aufgeben, und, wenn man Chocolate trin- ken will, bey der Cacao verbleiben müſſen, CG. 219, Von dem äbgedörrten Laube, als einem ſehr kräftigen Futterungsmittel für die Schafe, 1 ? beſonders der Zämmer.; Einen weit ſicherern und weſentlichen Nuten iſt die Linde, mit ihrem Laube zu ſtiften, im Stande. Eine in der Wirthſchaft. bekannte und durch die Erfahrung beſtä- tigte Wahrheit iſt es, daß das Laub der Bäume, wenn es zu rechter Zeit mit ſeinen Zweigen abgenommen, und gehörig aufgedörret worden, eines der beſten und nahrhafte«- ſten Futterungsmirtel für das Schafvieh abgiebt. Beſonders dient es den Lämmern im Frühjahr zu ihrem Wobhlſtande, und die Schäfer halten das Laubfuitera für die Lämmer eben ſo gut und nübli, 9. 223. i u Wie der Boden, worin die Rüſter ein gutes Fortkommen haben ſoll, beſchaffen ſeyn müſſe. ME. j Bon ihrer Benußung als Unterholz, behalten wir uns, in dem dritten Abſchnitt ein mehreres zu bemerken, vor. Gegenwärtig kommt die Rüſter nyr als ein honetes Laub den Schafen ebenfalls zu einem angenehmen und nahrhaften Fraß gereicht, Daß das Laub des Ahorns dem Schafvieh theils, angenehm, und theils auch nahrhaft ſeyn müſſe, kann ſchon aus dem ſüßen Saft, den der ganze Stamm, und beſoa- ders auch die Blätter im Ueberfluß bey ſich führen, abgenomimen werden, Qecon. Foreus. VII Theil. e Das 162 Eilftes' Hauptſtück“) 8 Das Laub, beſonders des gemeinen Ahorns iſt- überdem: ſehr' groß, und man- kann daher natürlicher Weiſe damit viel weiter kommen, als mit dem Laube von andern Baumarten.? 26 EARUSENL IEM 527.4 8. 239. 5 Von der Eſche, und daß ſelbige nicht allein als ein hochſtämmiger Baum, ſondern auch: als Unterholz fehr wohl genugt werden. Fönne;. wobep zugleich die beſondere Zähigkeit. dieſes Zolzes, die es in den jüngern Jahren an ſich hat, "bemerkt wird. EMT 110: Die Eſche gehört mit zu der Claſſe derjenigen Holzarten, welche theils. als hoch- ſtämmige Bäume, und theils auch als Uunrerholz genußt werden können, und in beyden Fällen vielen Vortheil ſtiften,||| DO» gleich: dieſe Baumare in dem Unterholz, wie in dem dritten Abſchnitt mit mehrern beinerkt werden wird, wegen ihres geſchwinden Wiederwuchſes einen großen Vorzug hat; ſo kann doch-auch von den- hohen Stämmen derſelben mancherley Nußen gezogen werden, weshald wir ſie zu der erſten Claſſe der Bayholzarten gerechnet haben. E Es wächſt die Eſche ziemlich ſtark, und treibt dabey' einen ſehr geraden glatten tamm.:: Das Eſchenholz unterſcheidet ſich beſonders, wenn es jung iſt, durch ſeine außer« ordentliche Zähigkeit, welche verurſacht, daß es wie ein Leder behandelt werden kann. Dieſe Zähigkeit kommt wahrſcheinlich von den? vielen Saft, den ſie bey ſich füh- xen, und wovon bey den jungen Stämmen immer etwas zurückbleibt, ber.. Wenn es älter wird, verſpürt män eine merkliche Härte an demſelben, und es zeigt ſich eben ſo, wie das Holz von den Rüſtern., nach deni Eichenholz, in feuchten Or- ten ziemlich dauerhaft.;'; Das Nugholz von der Eſche muß weder zu zeitig vor dem Winter, oder zu ſpät im Winter gehauen werden,' weil es ſonſt' wegen. des nicht genugſaim verdickten Saſtes ſehr leicht würmſtichig: wird, wn; ' S. 240.: Was für eine Art des Bodens ſich für die Eſche am beſten ſchicke, und wie dieſelbe ſowohl durch Beſamung als Verpflanzung vermehrt und fortgepflat;zt werden: könne; das letztere aber in den Wäldevn nicht nöthig ſey,: Es liebt dieſe Baumart einen niedrigen feuchten Böden, wiewoht es die Erfahße- rung lehrt, daß ſie auch in den Gebirgen auf dee Höhe, in dicken Gebüſchen, an ſteinigten Orten gut fortkommt, und man findet,' daß. die in dergleichen hohen Oertern ſtehende Eſchen ein weit feſteres Holz, als die in der Niederung befindliche, erzeugen.; Es kann dieſer Baum ſowohl durch den Samen, als auch durch Verpflanzung, ganz füglich vermehrt und fortgepflanzt werden, Das leßtere iſt nur alsöenn rathſam, wenn man fich der Eichen in den Alleen: oder ſonſt in Plantagen bedienen will,: Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſotvohl et. 163 In den Wäldern aber iſt ſolches nicht nöthig, weil ſie ſich daſelbſt durch den Sa- men genügſam vermehrt, man ſich aue), wenn dieſes nicht hinreichend ſeyn wollte,- auf, naſſen und niedrigen Pläßen der fünſilichen Boſamung ſehr beaueim bedienen-Fann. : LER. 2476 Von dem Samender Eſche„amd. wie-bep. deſſen Ausſäung, wenn. man eite Fönſtliche** Solzſaat damit vornehmen will, verfahren werden müöße. „ Der Same dieſes Baumes beſteht in einem weißen oder weißröth'ichen. platten, RIE oven zußefpisten und unterwärts ſtumpfrunden, bittern, berben und ſchar- en Kovn.| 5 Es wird"dieſer Same im“ Monath October reif, und man kann ihn auch alto denn„wenn man es nicht bey ſeines„natürlichen Beſamung, die in vielen Jahren ſehr bäufig geſchieht, bewenden laſſen will, ganz friſch ausſäen.. Jedoch muß er vicht.gär zu tief untergebracht werden, weil.er ſonſt in einem tiefen und-noſſen Boden ſebr leicht eiſticft. Die zu dieſer Zeit beſtellte Saat liegt zum Theil über Jahr und Tag, ehe ſie hero vorkeimt, Säet man aber den Samen bey Eintritt des Frühjahrs im März oder April, ſo geht er ſehr baid auf. - Jedoch müß der' Same, den'man im Frühjahr ausſäen will, den Winter über etwas mit Erde bedeckt, und auf folche Art aufbehalten werden. IÜ dieſes. nicht geſchehen,“ſondern- der Same trocken auf behalten worden, ſo lehrt die Erfahrung, daß er alsdenn ebenfalls, wenn er auch gleich im Früßbjahr geſäet worden, ſehr lange liegt, ehe er keimt und aus der Erde hervorbricht. 152428 Von dem Tunen,„5 die Eſche als Trunzholz ſtiſtet. Die Eſche, in ſo fern ſie als ein hochſtämmiger Baum in Betracht genommen wird, ſtiftet theils dur< ihr Holz, und theils auch durch ihr Laub mancherley Nußen. Der Nuten in Anſehung des Holzes iſt doppelter Art, indem die Eſche ſowohl ein vorzügliches Nusholz,«als auch gutes Brenn- und Kohlenholz gidt. Die oben bemerkte beſondere Zähigkeit des jungen Sſchenholzes macht ſolches zu vielen Dingen.und Gebrauch, wozu. ſich ſonſt kein anderes Holz ſo.leicht ſchickt, tüchtig. Aus dieſer Urſache pflegt es vorzüglich von den Stellmachern zu Kutſchenbäumen gewählt zu werden; und es iſt gewiß, daß die dävon verfertigte, nicht allein dem ganzen Wagen einen geſchickten Bau' geben, ſondern auch vorzüglich dauerhaft ſind. Die Tiſchler und Drechsler bedienen ſich“ dieſes Holzes ebenfalls zu verſchiedenen Arbeiten, Beſonders werden Schäfte zu den Fängeiſen,"Spießen, Spontons und an- dere Stiele, welche nicht leicht brechen, ſondern zähe ſeyn müſſen,«daraus verfertigt. Au, wirdes zu. Satteln genommen, und die Böttcher pflegen ſich deſſelben eben: falls, ſeiner. Zähigkeit wegen,-zu Reifſtangen zu bedienen. Man läßt auch wohl- wenn die Stämme zu einer gewiſſen Stärke gelangt, mit« kelmäßige Bohlen daraus ſchneiden, welche beſonders von den Tiſchlern zu Spinden, Ti- ſchen und Bettſteklen verbraucht werden, um von dergleichen Geräthſchaften einen beſtändigen Vorxach zu haden, gefauft. 350%. 85 60 Dieſes gereichte dem Landmann zur“ großen Bequemlichkeit, und auch die Ein- wohner der vorbenannten Gegend nährten ſich von ſolcher Arbeit, weil ſelbige allenthalben häufig geſucht worden. Durch die bekannten an der Nee vorgegangenen Bren>*ahoſſchen Veränderungen, bey welſchen wan auch das Nüß"ich? kackt verjchdnte, wenn nur det ſich dabey eingebildete Haumpteudzwerk erreicht wurde, ijt-dieſe Gegend.evenfalls. oda. allem Holze) etblößt und mi: Coloniſten beſebtz folglich. dadurch diejem kieinen Haudlungszweig das Garaus“ ge») macht worden. Es wird noch immer ſehr zweifelhaft bleiben, ob dieſes Bruch in ſeiner jeßigen Geſtalt nußbarer iſt, als es in der vorigen war, und ich zweifle, daß die jekigen Beſißer ſich Capitalien ſammeln' werden/ und dafür in den Stiädien, wie vormals geſchehen iſt; eigene Häuſer erkaufen können. 0:0 Soviel iſt gewiß daß der Landmann, vach der Ausradung dieſes Eſchbruches; die ehedem daſelbſt verfertigte und ihm unentbehrliche Geräthſchaften anj:6t doppelt ſo hoch, als vor dieſem bezahlen muß, welches, im Ganzen genommen, einen gar merfli»- t er ſichnicht,-ſondern es muß ihm ein anderer Plas, wenn er nicht mehrern Schaden als Nusen ſtiften ſoll, angewieſen werden, T In den Wäldern ſtiftet er, wie aus dem Folgenden mit mehrern erhellen wird, nur wenigen Nußen, und auf.den Feldern iſt er offenbar ſchädlich, weil er theils das hers um ſtehende Getreide verdämmet, theils aber auch den Raubvögeln eine bequeme Gele genheit gibt, das auf den Feldniarken vorhandene fleine Wild zu entdecfen und zu Grunde zu richten. ; 4. 248.' Daß die wilden Birn- und Aepfelſtämme ſich beſonders zu den Alleen weit beſſer, als die Rirſchbäume, die nian in denſelben an verſchiedenen Orten . antrifft, ſchicken.' Den Knödel-. und auch wilden Apfelbaum, welcher aus den, bald mit mehrern anzuführenden Urſachen, in.der landwirthſchoftlichen Haushaltung mancherley. Vortheile ſtiften und die Bedürfniſſe erleichtern helfen kann, an die Straßen. und in die Alleen zu verweiſen, iſt der vernünftigſte Weg., EEN 0; Denn hier fönnen ſie Nuten.bringen, und den Endzweck der Alleen, ohne Scha- den zu verurſachen, erfüllen, Rebee| j Man trifft an vielen Orten die Straßen mit Kirſchbäumen beſeßt an. Die Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16, 167 Die Kirſehe- iſt zwar eine an ſich ſehr angenehme und auch zugleich nußbare Frucht; ſie erlangt aber ihre Reife zu einer Zeit, wo der Landmann mir der Erndte bes ſchäftigt iſt, und folglich der Vernunft nach an kein Kirſchenpflücken denken kann. Die Kaödeln und wilden Birnen und Aepfel hingegen, werden erſt in dem ſpätes ſten Herbſt zu einer ſolchen Zeit reif, wo der Landmann mit keinen andern wichtigern Un» ternehmungen beſchäftigt iſt, Er kann al/o die Früchte, die ihm ſeine an der Straße angepflanzte wilde Birm» und Aepfelſtämme gewähren, mit der gehörigen Muße einſammeln, und dahey, daß ihm Fein Fremder, weil dieſe Fruche vor ihrer erlangten Reife weder ſchmackhaft noch reißend iſt, darin einen Eintrag thun werde, verſichert ſeyn. 6... 249 In den Wäldern iſt der wilde Birn- und Aepfeibaum nur mehr zu dulden, als daß auf deſſen: Vermohrung gedacht werden ſolite, welche demovnerachtet, theils durch die naturliche Betjamung, und theils durch den jungen Aufſchlag aus den Wurzeln öfters häuftger geſchicht, als man-wünſcht,. Jedoch wir handeln gegenwärtig. nichr von den im Zahmen anaezogenmen wilden: Birn- und. Acpfelbäumen, ſondecn nehmen ſeibige nur bloß in ſoweit, als ſie einen Theil der Wälder ausmachen„ in Betrachtung. Hier iſt es nun gew:ß, daß ſie in der Waldnußung zu der geringſten Claſſe gehsö- ren, und man diejelben nur bloß. ehr duldet. als daß man auf ihre Vermehrung und Fortpflanzung bedacht ſeyn ſollte. Weder eine Anpflanzung derſelben. noch auch künſtliche Beſamung, findet: bey' ſo bewandten Umſtänden Statt; inzwiſchen vermehren ſie ſich/in großen Wäldern, theils durch dean Kern, uad. rcheils durch den Auſſchlag aus den Wurzeln gemeiniglich: mehr, als man wunſcht.. Wenn durch dieſen Aufſchlag nur nicht edlere hochſtämmige Holzarten verdrängt werden; ſo iſt der wilde Birn- und Apfelbaum in Anſehung deg Unterholzes ſehr wohl zu dulden, denn. es gibt zwar der Aufſchlag davon ſelber kein nußbares Unterholz, verdammt aber auch) dasjeuige nicht, was von andern! Unterholzarten aufſchlägt. GG 250 Daß die jungen Birn- und Aopfelſtämme aus den wäldern, zur zahmen Baumzucht in dew: Baumſchulen nichts taugen; wohl-aber die von ausgeſäeten wilden Birn- und Aepfel» Rernen erzeugte, dazu. ſchx nünlich ſind. - In Anſehung des Samens, den die wilden Birn- und Apfe!holzbäume bringen, Fann ſo'chemnach zwar wegen ihrer eigenen Fortpflanzung keins Rückſicht genommen werden. Gewiß aber iſk es, daß die von denſelben in den Wätdern eheils durch den Kern und. theils aus den Wurzein erzeugte Sprößlinge, den Gärtnern bey Anlegung ihrer Baumſchulen eine große Hülfe leiſten, Die p' 14! [AE| | L/ HY | 1)|] (918 14] ZT 168 Eilftes Hauptſtä>. Die meiſten Gärtner ſuchen ihre Baumſchulen durch junge Birn- und Apfelſtäm- me, die aus den Wäldern ausgehoben werden, vollzählig zu machen. Die Erfahrung lehrt aber, daß ſolches eben nicht das beſte und rathſamſte Mit- tel iſt, um die zahme Baumzucht dieſer beyden Arten zu befördern, . Die. im Wilden aufgeſchlagenen jungen Birn- und Apfelſtämme zeigen zwar, weil ſie eine ſchlechte Pflege und der rauhen Wirterung gewohnt ſind, eine mehrere Dauerbaf tigkeit z ſie ſind aber auch hingegen die meiſte Zeit ſchon in ihrem erſten Wachsthum ver- kröpelt, und es iſt davoag nur ſehr ſelten ein gerader und geſchifiicher Wachstbhum zu erwarten. Jnzwiſchen iſt gewiß, daß die Saat von den wilden Birn- und Apfelkernen die beſten und dauerhafteſten Stämtne, ſelbſt in den zahmen Baumſchalen, hervorbringt. Nur kommt es darauf au, daß man dieſe Kerne, um daraus gyte und dauerhaſte Stämme erzeugen zu können, auf eine bequeme Art einſammle. 8. 254. Wie bey Ausmachung der hiezu erforderlichen Kerne zu verfahren. Die Kerne davon erſt alsdenn, wenn die Birnen oder Aepfel zum Backen oder Kochen geſchnitten werden ſollen, einſammeln zu wollen, iſt theils eine allzumühſame Ar- beit, und theils auch der Erfolg davon, weil die Kerne in dem Durchſchneiden ſehr leicht verleßt werden können, zu unſicher und ungewiß. Weit zuverläßiger verfährt man, wenn man von dergleichen wilden Birnen oder Holzäpfeln einige Scheffel ſo lange liegen läßt, bis ſie in eine gänzliche Fäulniß, in An- ſehung ihres FleiſHes, übergegangen ſind. Alsdenn nimmt man dieſe verfauſte Maſſe zuſammen, wirft ſie in ein verhältniß- mäßiges Sieb, und preßt den Saft der verfaulten Maſſe ſo lange durch, bis die Kerne, die man nachher durcen worden, eine ſehr gute und angenehme Speiſe, wenigſtens für das Geſinde, ab. Und dieſes iſt die Urſache, warum man ſie nicht allein in den Wäldern zu dulden, ſondern auch an den Wegen und Straßen auf eine geſchi>te Art anzubauen, Urſache hat, Die abgebackenen wilden Birnen und Aepfel ſind eine Waare, die allenthalven geſucht wird, und genugſamen Abſaß findet, indem dieſe Frucht durch Abbaken ihre ngo türliche Schärfe und Herbigkeit, die ſie ſonſt, wenn ſie friſch genoſſen wird, an ſich bat, gar ſehr verliert, Es iſt zwar andem, daß die in den Wäldern ſtehenden wilden Birn- und Aepfel- Bäume, wegen Mangel der Luft und Sonne, nicht ſolche reiche Früchte, als die im freyen befindliche, hervor bringen können. Juzwiſchen bleiben ſie doch deshalb nicht gänzlich unnußbar, ſondern verlieren ihren herben Geſchmac>, wenn ſie nur vorher in kot, wählen kann.: Es ſind aber dieſelben folgende: 1) Die gemeine weiße Weide, 2) die Bruchweide, 3) die rothe'Bandweide, 4) die gelbe Bandweide, 5) die Lorbeer- oder Baymwollweide, - 6) die langblätterige Waſſerweide, 5)-die ſpikblätterige Mohrweide, die auch Haarweide genannt wird. 8) die Fiſcher- oder große Korbweide, 9) die Hc>- oder Bachweide, 10) die Werſtweide,; 11) die fleine Feld- und Angerweide, 12) die Steinweide, und endlich 13). die Salbeyweide. ; 6." 25%!. Daß die Weide zwar überhaupt in einem feuchten Ulittelboven am beſten wachſe; inzwiſchen aber doeh nach der Verſchiedenheit ihrer Gattungen, auch hierunter eine Ver- ſcziedenbeit beobachtet werden müſſe.; Alle dieſe Arten des Weidenkaums lieben keinen kalten, feſten und thonigen Grund, in welchem ſie nyr immer ein ſchlechtes Fortkommen haben. Y 2 NG 172 Eilftes Hauptſiü>. In einem etwas feuchten Mittelboden, und auch ſelbſt in einem feuchten Sande gedeihen ſie am beſten, und einige Gattungen ſind von der Beſchaffenheit, daß ſie, ohn- erachtet ihre Wurzeln mit Waſſer bedeckt ſind, dennoch gut fortwachſen, und darin keinen Schaden leiden.-:. Man ſieht hieraus, daß die Natur der verſchiedenen Weidearten gekannt, und nur diejenigen gewählt werden müſſen, welche ſich für den Boden des Plaßes, den man ihnen geben kann, am beſten ſchicke, We er Denn da es ganze Wälder davon anzulegen nicht rathſam iſt, ſondern nur ſolche Plätze, die ſonſt zu keinem andern Gebrauch beſtimmt werden können, dazu auszuerſehen ſind, dieſe aber öfters einen verſchiedenen Boden haben; ſo iſt allerdings eine vernünfiige Wahl unter den verſchiedenen Gattungen der Weiden nöchig, wenn der Anbau derſelben einen guten Fortgang gewinnen ſoll, 6. 258. Daß die Weide zwar bepdes durch den Samen und Verpflanzung vermehrt werden könne; warum aber das erſte niemals ſchicklich, ſondern vielmehr ſchädlich ſey, und daher verhindert werden müſſe. Die ſämmtlichen Weidenaiten laſſen ſich ſowohl dur< Beſamung als auch Ver- pflanzung vermehren. 7; | Da es aber aus vorangeführten Urſachen ganze Diſtricke dazu zu widmen, nicht rathfam iſt, ſondern dieſer Baum bloß mit den einzeln Pläßen, wo ſonſt nichts nußbare- res anzubringen iſt, fürlieb nehmen muß; ſo fällt von ſeibſt in die Augen, daß dabey nicht allein keine künſtliche Saat Statt finden könne, ſondern auch öfters ihre natürliche Bejamung gehindert werden müſſe. Denn es geſchieht nicht jelten, daß der leichte Same von dem an den Dämmen und Rändern der Wieſen ſiehenden Weiden, durch den Wind auf dem Wieſengrund ge- führt wird, und daraus ein junger Aufſchlag entſteht, den man nicht haben will, ſondern für den Gragwuchs ſehr ſchädlich und verderblich iſt, 7 A! Man muß daher die Vorſicht gebrauchen, daß man die an den Dämmen und Grabenrändern der Wieſen ſtehende Weiden fleißig kröppen läßt, und dadurch ihr häufi- ges Samentragen verhindert. S. 259 Von der leichten Verpflanzungsmethode der Weiden. 5% x . Die Verpflanzung der Weiden, welche jederzeit das beſte und ſicherſte Mittel zu ihrer Vermehrung bleibt, fällt um ſo leichter, als wohl kein Baum iſt, der ſich auf eine ſo leichte Art fortpflanzey läßt.| Man braucht hier keine mühſam angezogene Stämme, welche mit Wurzeln ver- ſehen ſind, ſondern ein jeder von einer alten Weide abgebender Zweig iſt, wenn er nur noc< den gehörigen Saft in ſich hat, zur Erzeugung eines tüchtigen Bauins geſchieft, EHE;? Denn Ton den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 123 Denn die bekannte allgemeine-Fortpflanzungsmethode der Weide beſteht bloß dar- in, daß man die alten Weiden im Monat März abfröppen. läßt, und die beſten und ge- radeſten Zweige davon zum Verſeßen wählt; da denn die Erfahrung lehrt, daß derglei« ineinander wachſen, und auf ſolche Art eine Schußwehr der eingeſchloßnen Pläße für das andringende Vich abgeben können. Allein auch von dieſen weidenen Zweigen gehen öfters ſehr viele aus, und man hat daher nicht ſelen einige Jahre hintereinander zu thun, ehe man wiederum neue Zweige Rachſeßen, und dadurch die Hecke vollſtändig machen kann. I< habe daher die oben bemerkte Methode für die bequemſte und ſicherſte gefun- den, weil man dadurch mit eimnahl eine vollſtändige und gleichfalls dicht durcheinander gewachſene Hecke ohne alle Lücken bekommt, Zu ſolcheat Ende nimmt man die ganz dünnen Reiſer der abgekröpften Weiden, und läßt fie entweder mit einem Beil in lauter kleine Stücken, die erwa einen halben Zoll lang ſeyn müſſen, hacen, oder auch, weil ſolches geſc. Schon in eben demſelben Jahre bekommt man einen dien jungen Auſſchlag von Weiden, und mon gelangt wegen des ſchnellen Wachsthums, den dieſe Baumart üer- haupt hat, in einer Zeit von 5 bis 6 Jahren zu einer Hecke, ſo den Anlauf des Viebes abzuhalten im Stande iſt. Jedoc) muß ſie ſelbſt, ehe ſie zu dieſer Stärke kömmt, für das Vieh, welches ſie ſonſt zertritt und verbeißt, ſorgfältig in AHt genommen, und entweder mit einem vorge- zögenen Graben oder Zaun ſicher geſtellt werden. 6. 261. Von einigen nöthigen Maßregeln, die bey der Verpflanzung der hochſtämmigen Weiden genommen werden müſſen. IH will mich bey dieſer kleinen Erfindung, die vielleicht Mancher ſür ein Spiel werk halten wird, und von mir auch nur, um zu erweiſen, wie leicht die Weide fortge- pflanzt und vermehrt werdea kann, angeführt worden iſt, nicht länger aufhalten, ſoadern nur noch mit weuigen tie Vorſichten, die bey der Anpflanzung hochſtämmiger Weiden, wenn ſie nicht fehlſchlagen ſoll, wahrzunehmen ſind, bemerken. Denn ſo leicht auch die 8. 259 angeführte Verpflanzungsmethsde der hochſtäm- migen Weide iſt; ſo lehrt doch die Erfahrung, daß öfters'mehr als die Hälfte wieder das von ausgeht, und alle Jahr von neuem fortgepflanzt werden muß. Dieſes aber liegt nicht an der Unrichtigkeit dieſer Verpflanzunggsart ſelbſt, ſondern lediglich daran, daß man dabey nicht gehörig verfährt, ſondern darunter unrichtige Maß- egeln nimmf..; Ih finde daher, dieſe Maßregeln näher zu beſtimmen, nöchiä, 6. 262. Von den zu nehmenden Vorſichten, damit die Setzlinge der Weiden zwiſchen der Rröpfs| und Seßzzeit ihren Saft tzicht verlieren. Ob gleich bey der Verſeßung der jungen Weidenſtämme nicht auf ihre Wurzeln, weil ſie dergleichen nicht haben, und folglich auch darin keine ſchädliche Verleßung vorge- Hen fann, geſehen werden darf; ſo kommt doch ſehr viel darauf an, daß die Weiden, von welchen die Sesßweiden genommen werden ſollen, theils zu rechter Zeit gekröpft, und theils auch die zum Augſeßen beſtimmte Zweige, bis die dazu erforderliche Zeit herbey ge- kommen iſt, gehörig und unbeſchädigt auf behalten werden, Die Kröpfung der Weiden, deren Zweige zu Saßweiden beſtimmt ſind, muß zu einer ſolchen Zeit geſchehen, wo die Säfte zwar noch verdickt ſind, dennoch aber im Bes griff, ſich wiederum gehörig zu verdünnen, ſtehen. Der Anfang des Märzmonaths, und auch öfters ſchon das Ende des Febryars iſt bey zeitigen Frühjahren die rechte Zeit dazu. 3 Könnte man die abgeſtammten und zu Sakßweiden beſtimmten Zweige ſofort un- mittelbar nach der Verkröpfung ausſeßen;- ſo würde man wegen deren öftern Ausgehen weit weniger Gefahr laufen. Aſſeit EE en EEE LLNEG HER 1 Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohlc. 15 Allein das Land, welches zu dieſen neuen Saßweiden beſtimmt worden, iſt öfters alsdenn noch gefroren; und es iſt daher eine Nothwendigkeit, dieſe Saßweiden ſo lang, bis der Acker aufgedauet iſt, aufzubehalten. Sehr oft verſtreichen aus vorbemeldeten Urſachen zwiſchen der Kröpfung und. Verſesung 14 Tage bis 3 Wochen,' Ja dieſer Zeit können die Soßweiden, wenn nicht dagegen die nöthigen Vorſiche ten genommen werden, den bey ſich führenden Saft, der zu ihrer Bewurzelung und Ausſchlagen ſo nothwendig iſt, ſehr leicht verlieren,? Um dieſes zu verhüten, iſt es daher eine nie zu unferlaſſende Regel: daß die neuen Saßweiden, ſo bald ſie durch die Kröpfung von dem Mutterſamen abgeſondert worden, ſo- lange in das Waſſer gelegt werden, bis ſie wirklich gepflanzt und in die Erde gebracht werden können, en Dieſes Mittel verhindert das Ausdorren ihres Safts, und es wird vielmehr der- ſelbe dadurch in ſeiner Flüſſigkeit erhalten.: CG, 263: Warum, wenn die jungen Setzlinge der Weiden fortkommen ſollen, nicht bloße Pfahllöcher zureichend ſind, ſondern ordentliche 3 Fuß tiefe und breite Satzgruben- gemacht werden mül>". Gewöhnlicherweiſe bekümmert man ſich, wie doch bey allen Baumarten geſchieht, um die Zubereitung des Erdreichs, worin die neuen Saßweiden gepflanzt werden ſollen, ar nicht.,! ?„I ſtö5t bloß mit dem Pfahleiſen ein Loch in die Erde, und in diefes wird der abgehauene Zweiz ohne weitere Umſtände geſeßt, j Wenn das Erdreich in ſeinen Unterſchichten mürbe gemacht iſt; fo kann es wohl geſchehen, daß auch ein dergleichen ohne alle Vorſicht eingepflanzter Weidenſtamm ſich einwurzelt und ſortgeht.: Finde? er aber keine dergleichen lockere Erde; ſo iſt es ganz natürlich, daß die ere ſten zarken Wurzeln deſſelben unmöglich eindringen können, ſondern der ganze Stamm, wenn er auch) wegen der noch in demſelben ſtockenden Säfte in dem erſten Jahr oberwärts ausgeräumt, dennoch in dem darauf folgenden wiederum gänzlich erſterben ynd austro>- nen muß.< Bil man daher bey Sekung der Weiden nicht eine vergebene Mühe anwenden; ſo iſt es ſchlechterdings nothwendig, daß bey der Verpflanzung dieſer Baymart ebenfalls 2 bis 3 Fuß tiefe. und eben ſo breite Gruven gemacht, in dieſelben die abgeſtämmten Zweige geſekßt, und nachher, wie bey allen andern Baumarten gewöhnlich iſt, die Erde mäßig und gehörig vertreten werde. “* Beobachtet man dieſe Regel bey Setzung der Weiden; ſo wird man gewiß feinen ſolchen ſtarken Abgang der auszeſeßten Stämme, als man bey der bisherigen Methode wahrnimmt, verſpüren, ſondern durch den Erfolg mit Vergnügen erfahren, daß der größeſie Theil der Pflanzung gekörig bekommon iſt, und ein gutes Gedeihen von ſich licdfen 138 bliden 138t. 6. 264. 176 Eilftes Hauptſtück. 6. 264. Von der Trothwendigkeit, die neugeſenzten Weiden entweder dur, Die erſte hievon iſt die gemeine weiße Weide, welche unter den Stamm- und SELIM ain anſehnlichſten wächſt, und fich beſonders darch ihr ſilberweißes Laub unterſcheidet. 5| Sie wächſt in einem jeden ſandigen Boden, am liebſten aher in einem naſſen Sande, zugleich aber avh itim Sumpf- und Mohrgrunde, Man kana ſie daher an allen Orten pflanzen und anbringen; dem Froft wider- ſteht ſie unter allen Gattungen am meiſten, und da ihr Stamm zu einer Stärke, die vur den größeſten Waldbäumen eizen iſt, gelangt; ſo gibt ſie auch vorzüglich beym Kröpfen eine große Menge von Holz. und Reiſig, als welches, wie unten mit mehrern gezeigt wer- den wird, bey allem Anbay der Weiden, der Hauptendzwek iſt.- 6. 267. Von den Ligenſchäften und beſondern TTutzen der Bruchweide. Die Bruchweide hat mit der gemeinen weißen Weide viele Aehnlichkeit, und ihre Blätter gleichen an Geſtalt und Größe den Blättern des Mandelbaums. Sie treibt ebeufalls einen hohen und ſtarken Stamm, und ihr ſchnekler Wiedeys- wuchs, nachdem ſie gekröpft worden, macht ſie gleichmäßig nach dem allgemeinen Hauptz Endzweck des Weideapflanzens vorzüglich nußbar, Ihre Blätter, welche einen angenehmen bittern Geſchmac> haben, werden für eine geſunde Viehbfutterang gehalten, und aus dieſem Grunde mag das Laub von derſelo ben auch vorzüglich für die Schafe gewidmet werden. Der Rinde dieſes Baums werden von den Aerzten verſchiedene beſondere Kräfte und Eigenſchaften zugeſchrieben. Man ſchäßt ſie der Quollia und ſelbſt der Quinquina gleich, und man will bey Wechſelfiebern, Verſtopfungen der Eingeweide und Erſchlappung der feſten Theile viele gute Wirkungen von ihr verſpürt haben; fie ſoll ſogar der innern Fäulung widerſtehn, und von geſchickten Wundärzten ſelbſt bey dem äußern Brande mit Nuten gebraucht. worden ſeyn. Den Nahrien von Bruchweide hat ſie wohl deshalb erhalten, weil ſie am liebſken und ſtärkſten in den Niederungen wächſt, und daſclbſt eine Menge von Reigholz gibt, deſſen man ſich nicht bloß zum Brennen, ſondern auch zu Zäunen und Ausbeſſerung der Strohm-Ufer bedient. 6. 268. Von den Eigenſchaften und beſondern tT7utzen der Roth ynd Gelbweide. ; Die rothe und gelbe Bandweide verdient, ihres beſondern Nutßens wegen, ebon« falls mehrere Aufmie:kjamfeit, als die übrigen Gattungen der Weiden, Sie gelaugen zwar nicht zu derj:nigen Größe und Stärke, als die beyde vorhin benannte Arten, und ſind daher auch in Anſehung der Meage des Holzes, ſo ſie bey dem Kröpfen geben, nich! ſo nußdar, als dieſe, Z Ke Pon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 179 „ Inzwiſchen ſtiften ihre feine und zähe Ruhen, ſowohl in der Landwirthſchaft, als auch in verſchiedenen andern Gewerben niancherley Vortheile. Nicht allein den Särtnern ſind ſie zur Anbindung der Bäume urd anderer Fruchtgewächſe bequem, ſondern ſix cen mit Stroh und Rohr ſehr gute Dienſte, und es werden dadurch viele edlere und nuß*arere Hol:arten, weiche ſonſt dazu genommen, und in ihrer eiſten Jugend zu Grunde gerichtet werden müßten, eſchont. EN Die Stroh- und Rohrde>er bedienen ſich, wo es an dieſer Art von Weiden fehlt, zu den benöthigten Bändern der jungen Riſer und Birken. Wie ſehr hiedurch ein junger Aufſchlag von Birken in ſeinem beſten Wacsthum geſtört und unterbrochen werde, begreift ein jeder von ſelbſt, Sind aber genugſame Roth- und Gelbwreiden an einem Ort vorhanden, ſo iſt dieſes nicht nöthig, und die Reiter der vorbenannten Weiden ſind uoch üperdem zu dieſer Deerarbeit weit brauchbarer und bequenzer, Ein Landwirth, der auch ſooſt die andern Gattungen von Weiden anzubauen nicht nöthig hat, thut dom allemal wohl, wenn er es nicht von dieſen beyden Arten an einer verhältnißmäßigen Menge fehlen läßt. Man muß ſchr oft bey nöthigen Beda- „Auch findet man ihn zuweilen in fruchtbarem Boden, in einer ſchattigen „Mmitternächtlichen Laze, da aver derſelbe alsdenn in einer weit ſchlechtern Geſtalt „erſcheint. Stamm find Wurzeln geben viele gerade und lauze Lohden, die mit ei» “„Her aus dem Gelben ins. Blutrothe fallenden glatten, recht ſtark glänzenden Rinde »„ bedeft ſind. „Die Blätter der jungen Stammtohden ſind die größeſten und längſten, auch „wohlriechendſten, dabey weich und ganz grün. Site vergleichen ſich dem großen, „ausgewachſenen ſüßen Kirſchlaube ſehr viel, außer daß ſie ein ſchönes Grün, einen „ſtärkern Glanz, und einen überaus angenehmen Geruch haben, welcher lekßtere „von einem davon herausſchwißenden feinen, harzigen und klebrigen Weſen herrührt, „Am unterſten Ende, wo der Stiel mit dem Stängel befeſtigt iſt, ſtehn zwey „ſehr große Ohren, die ſich aber nach und nach verlieren, dergleichen man ſouſt an „den Zweigen des ganzen übrigen Statunes nicht gewahr wird, » Dieſe junge Stammlohden mit ijrem Laube. geben. dem Baume unterwärtes „ein ſo beſonderes Anſehen, daß man ſie, wenn man ſolche nicht daran fände, für »eine ganz verſchiedene Gattung halten müßte, » Die Blätter der Krone, welche aus etwas breiten und mit kleinen Drüechen „ beſeßten Stielen beſtehn, ſind, wenn ſie au8gewachſen haben, eyſörmig, lang und » zugeſpißt, recht ſteif, hart, dunkelgrün, faſt wie Lordecrölätter, dabey ſehr glän- »zend und alatt. wie ihre Zweige, unterwärts grau oder weißgrau, am Rande ſehr „fein und ſcharf gezac>t, mit harten Zähnchen. „Die männtiche gelbe Blüthzapfen ſtad ſtark und groß; ſie beſtehn aus rauhen, „dunkelbraunen Schuppen, unter deren jeder 5, 6, 7 bis 8 Staubſäden. abwechſeln, is 9. IM haben einen beſonders ſtarken, feinen, erquickenden, houigartigen „Geruch. » Die weiblichen ſind viel dünner und ſchlanker, und wochſen nach ihrer Bo« »„fruchtuvg weit länger und größer,„als bey vielen andern, Von den Bienen. wer» »„den fie ſelbſt in der Baumbiüihe vorzüglich geſucht, k »Beyde Von den wirthſchäftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 1381 .„Bevyde bfühen bey uns unter allen Widen faſt am ſpätſten, und die Finger- „lange Fruchtzapfen geben die feinſte und meiſte Baymwolle, die in der Stube täge „lich etlichemabt, ſo oft ſie davon abgeleſen worden, wieder hervor quillt, „Dieſe Wolle wird erft im September oder October reif, wenn ſie-etliche »„Nachtreife gehabt hat, erhält ſich öfters auch unter Schnee und Eiſe, und bleibt »„dennoch gut 3; dahingegen die Wolle der übrigen Landweiden ſchon im Julius völlig „äbfliegt.? »„ Man nemnt dieſe Wolle die ſchleſiſche, märkſche und. thüringſche Baumwolle, „und ſie iſt in Vermiſchung mit der macedoniſchen bereits genugſam verſucht worden, „wenn man ſie nur nicht etwa aus Vorurtheilen oder andern Urſachen mit Fleiß zu » verkennen Luſt har. »»Denn man will ihren Sebrauch in Deutſchand nicht allzu wohl begünſtigen, „ſondern wird vermuthlich damit ſo lange worten, bis man vorher zu Paris eine Fa- »»brife davon errichtet bat, welche vielleicht zu ſeinzx Zeit, die Deutſchen von dem » Werth und Gebrauch dieſer Wolle beſſer zu unterrichten, im Stande ſeyn wird. „Das Holz dieſer Weide iſt unter allen Weidenarten das feſteſte, und nebſt »„den von der Mandekweide härter und zäher als der übrigen, deſſen Stamm ſich am „längſten hält, und nur ſehr ſelten auefaulr. »„ Rinde und Laub haben mit dem von der Bruchweide faſt einerley Eigenſchaft „zur Arzney und Futterung der Schafe. » Die Rinde von dem jungen Holze übertrifft dennoch die Rinde der Bruch- » Weide ſehr weit.“ CO 2277:] Gedanken des Verfaſſers über die TTutzbarkeit dieſer Weidenart, welche in Anſehung der bey ſic) fahrenden Wolle von ihr gerühmt wird. Dieſe umſtändliche Beſchreibung der Lorbeer- oder Baumwollenweide habe ich, um ſo mehr hier von Wort zu Wort mie einzurücken, für nöchiz erachtet, ais ein jeder, der auch ſonſt mit dieſer Boumart bigher noch nicht bekannt geweſen iſt, aus den angegebenen Kennzeichen, ſolche,-ſo vald ſie ihm nur vorfommt, zu erfennen, und von andern Gat- tungen der Weiden gehörig zu unterſ>-:iden im Stande ſeyn wird. Sonſt ſcheint der Herr“ Gleditſch nicht recht damit zufrieden zu ſeyn, daß man dieſeinländiſche Art von Baumwolle in Deutſchland noch nicht hoch genug ſchäßen, und einen mehrernGebrauch davon machen wollen. Es iſt mir zwar, außer dem Herrtr Gleditſch, auch von andern Wirthſchaftsfreuns den, welche dieſe. Weidenart. näher: kennen zu lernen, und davon Verſuche zu machen, Gelegenheit gehabt haben„“ deren Nußen gar ſ-hr. gerühmt worden. ; Allein ein bloßer Landwirth kann darin nicht wohl zum Richter angenommen werden. Die mit baumwollenen Arbeiten beſchäftigte Fabrikanten müſſen es am ſicherſten zu beurtheilen wiſſen:' ob dieſe einländiſche Baumwolle, es geſchehe nun ſolches mit oder ohne Vermiſchung der Möcedoniſchen, wirklich brauchbar ſey. 33 3 Würde 182 Eilftes Hauptſtück: Würde ſolches von einigen in dieſer Arbeit erfahrnen Meiſtern, nachdem ſie vor- her darüber gebörig vereidigt worden, verſichert, und durch davon angeſtellte Verſuche beſtätig!3 ſo wäre es wohl der Mühe werth, daß man von Seiten des Staats mehrere Aufmerkſamkeit darauf richtete, indem es gewiß iſt, daß noch allenthalben für die fremde Banmwolle, die wegen ihres vielfältigen Nußens faſt unentbehrlich iſt, anſehnliche Sum-| men aus dem Lande gehen.;| Wäre nur erft auf ſolche Art ein ſicherer Abſaß von dieſer einländiſchen Baum-| Wolle verſchafft z ſo würde alsdenn die mehrere Anpflanzung der Baumwollenweide keinen| Anſtand haben, und ſich ein jeder von ſelbſt darauf befleißigen. Wahr iſt es zwar, daß eingeriſſene Vorurcheile ſehr oft den Fortgang nüßlicher Erfindungen zu hindern, im Stande ſind. Wahr aber iſt es auch, daß man ſich in dergleichen Sachen niche übereilen ,. und gleich auf einen jeden Verſuch den bloßen Schein für die Sache ſelber annehmen muß. 6." 272. Von dem allgemeinen TTutzen der Weiden überhaupt.; y Der Nußen, den die verſchizdene Arten der Weiven ſtiften, Fann theils in den|| allgemeinen, theils aber auch beſonder"/ eingetheilt werden::| Die beſondern Beunßungearten einiger einzeln Gartungen erhellen bereits aus; demjenigen, was von verſchiedene Hauptacten decſ-iden in deim Worſtehenön angeführt| worden.| Wir werden uns allo noch deu aſſgemeinen Nußen, den ſämmtliche Weiden ſtif- een können, näher befanur zu machen haben. Der allgemeine Nußen, den ſämmtliche Weidenaxten gewähren können, beſteht: a)„in dem davon zu nußenden Brennholz, b) in'den zur Flechtung verſchiedener Arten-von Körbe gehörigen Rüthen, c) in dem Verbrauch der abgekröpſten Zweige zur Verfertigung der Zäune, d) in Anwendung derſelben zu ſowohl bey Damm- als Wegeausbeſſerung erforderlichen Faſchinen, und endlich e) zu einem nahrhaften Laubholz für die Schafe, Die nähere Entwickelung dieſer fünffachen Benußnngsart der Weiden wird von ſelbſt darthun, daß, wenn auch gleich die Weide in den Häitpiſtüen nicht ſo nußbar, als andere edlere Holzarten, iſt, durch dieſelbe dennoch dieſe-leßtern von einem geringern Vere brauch befreyet werden können. Hiedurch wird ihr ſonſt nur wenig ſcheinbarer Nußen gar ſchr vergrößert. Was ich hiemit ſagen will, wird aus dem nächſtfolgenden mit mehrern. zu entnehmen, ſeyn, G+. 273 Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowghl 2c. 4183 6: 2733 Daß das Brennholz von der Weide, beſonders von dem Stamm derſelben, f nur ſehr ſchlecht und gering ſey. Nimmt. man den Nuten, den die Weide als Brennholz gewähren ſoll, in nähern Betracht, ſo iſt derſelbe jederzeit der allerſchlechteſte und geringſte, den man ſich nur imo mer von j2 einer Baumart vorſtellen kann. Nicht allein in Anſehung ihres Stammes iſt ſolches wahr, ſondern auch das Geo bund- und Reifigholz, ſo'von den abgekröpften Zweigen geſammelt wird, gibt jederzeit eine gegen andere Hoizarten ſchlechte Feuewmng. Inzwiſchen ſind doch die leßtern dem Stammholz, als welches weder, Flamme nock,; Ganz natürlich iſt es alfo, daß es die abzuräuchernden Sachen weder übermäßig - erhist, noch 6e auch. durch einen ſonſt andern Holzarten: eigenen ſcywarzen Rauch unan- ſeynlich m2e. Das Stammholz der Schwarzpappel iſt ſeines ſchönen geraden Wuchſes ohner- actet. eben ſo- wenig vorzüglich nusbar, als das von der Weißpäppel“ und andern Weivdearten,; Es gibt nur ſchlechtes Nußholz, und noch ſct, 193 Eilftes Hauptſtück. ſtickt, wiewohl ſolches durch ihr öfceres Kröpfen ſehr leicht verhindert werden könnte, wenn ſich nar das Kröpfen bey den Waldbäumen, weil dadurch natürlicherweiſe viel Un- terholz zertreten und zu Grunde gerichtet wird, füglich ſchickte, 6. 288. Pon dem Trutzen des Zarzſsſtes. womit die Knoſpen der Pappel überzogen ſind.; Daß die rundſpißige Knoſpen des Pappelbaums im Frühlinge mit einem wohl- riechenden zähen Harzſaſt überzogen ſind, iſt eine bekannte Säche. Die Erfahrung lehrt, daß die Bienen dieſen Harz vorzüglich lieben, und die Bienenverſtändige behaupten, daß er denſelben gewißſermaßen totßwendig ſey. Nicht bloß den Bienen gereicht dieſer Harzſaft zu einer ſchr dienfamen Nahrung, ſondern es wird auch aus den vorhin benannten Knoſpen-der Pappel ein Baiſam und Spirieus verfertigt, welcher in der Arzneykunſt ſeinen Nußen haben ſoll; wovon ich aber, weil ſolches nicht in mein Fach läuft, eine nähere Nachricht zu geben, nicht im Stande bin, CG. 2892 Daß es eine Art von Spielwerk zu ſeyn ſcheine, wenn man die Pappelwolle zur Ver! fertigung des Papiers beſtimimen will. Die Pappel gibt, wie faſt alle Gattungen der Weiden, eine gewiſſe Art von Wolle von ſich. Mit dieſer Art von Wolle hat man einen Verſuch, um Papier daraus zu verfertio gen, gemacht, und eben hierauf habe ich gezielt, wenn ich 6. 286. daß bey der Benubßung der Pappel auch öfters eine Art von Spielwerk mit unterlaufe,“geſagt habe- Wäre es gleich möglich, aus der Pappelwolle brauchbares Papier von allerhand Arten anzufertigen, ſo gibt es doch die Vernunſt, daß hievon im Ganzen fein Gebrauch gemacht werden könnte. Wer die Menge des Papiers, welches, um die Welt mit dem unnüßen Ge» ſchmiere eingebildeter Gelehrten zu überſchwemmen, erfordert wird, überdenkt, der wird ſchon von ſelbſt darauf verfallen, daß unſere Felder und Wälder mit nicts als Pappel- Bäumen überde>t werden müßten, wenn man durch dieſelben den nöthigen Bedarf.des Papiers verſchaffen wollte. Ein ſo großes Opfer verdienen unſere heutige Scrifiſteller nicht, und ſie werden ſich däher noch immer gefallen laſſen müſſen, daß man ihre aufgeſeßte Gedanken der Welt auf zerhacften Hadern und Lumpen mittheilt. 9. 290. Von der Aſpe oder Eſpe, daß ſolcHe in unſern Gegenden häufiger, als die andern Pappel» Arten, angetroffen werde, und auch in den Wäldern ihren Stand habe. Die Aſpe oder Eſpe macht nach der von uns oben bemerkten Etntheilnng der ver ſchiedenen Pappelarten, die dritte Gattung derſelben aus. fig ' n N.] - Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 19x Man bemerkt zwar bey derſelben mit der Schwarzpappel mancherley Aechnlichfeit 3 ſie weicht aber doch in vielen Stäcken ſchr weit von derſelben ab,; E3 läßt fich daher nicht alles, was von der Poppel geſagt worden, auch auf die Eve anweaden, und aus dieſem Grunde werden, ſowohl wegen ihrer Fortpflanzungs- als auch Benußunggart, noch einige beſondere Anmerkungen beyzufügen ſeyn. Ueberhaupt iſt zu beinerken, daß die Eſp2 nicht allin in den bieſigen Gegenden weitshäufiger, als die beyden andern Pappelarten, angetrofſen wird, ſondern ſie auch in den Waldungen ihren ordentlichen Stand hat, und folglich als ein Waldbaum mit in Betracht kommt,-: '> 6,“291: j Von dem ſchnellep Wachsthum der Aſpe und ihrer häufigen" Vermehrung durch den ); Aufſchlag aus der Wurzel, Sie wächſt an allen Orten, wo nur ihr Same hinkommt,! Einen fruchtbaren Mittelboden liebt ſie zwar vorzüglich; ſie nimmt aber auch, wenn es nich! anders ſeyn kann, mit Moraſt und Flugſand fürlieb. Nimmt man hiebey ihre natürliche ſtarke Beſamung und ſchnellen Wachothum in Uoberlegung; ſo fällt von ſelbſt in die Augen, daß ſie ein Baum ſey, mit welchen die in einem Watd entſtandenen Blößen auf eine geſchwinde und leichte Art bedeckt und über- zogen werden können, zumahl er ein eben ſo häufiges Unterholz, als hochſtämmiges, gibt. Man verlangt von der Aſpe, beſonders in naſſem Grunde, nachdem fie 10 bis 15 Jahre geſtanden, 10 Fuß hohe Stämme, welche ſtarke Zweige und Aeſte zu treiben anfangen, Ihre Vermehrung durch die kriechenden Wurzeln iſt weit ſchwerer, als man ſol- 8 ſonſt bey je einer andern Baumart wahrnimmt, indem ſie auf 39 bis 49 Juß weit von Stamm austauſen, und lauter junge Sprößlinge hervor treiben CG. 2921 "Warum öfters unvermuthet ganze Reviere von dem jungen Lſpen-„Aufſchlage in ihrem ' wWachsthum ſtehen bleiben und verdorren. Man kann auf ſolche Weiſe ganz unvermuthet und ſchr geſchwinde zu einem rect dicken Buich und großen Menge von Unterholz gefangen. Nicht ſelten aber erlebt man auch die heſondere Erſcheinung, daß ganze mit As pen beſeß:e Reviere mit einmal in ihrem Wachsthum ſtehen bleiben, und gänzlich ausge» hen; dieſes rührt lediglich von ihrer vorgedochten Bermehrangsart Her. Denn'da die meiſten aufgefchlagenea jungen Stänme aus der Wurzel eines alten Stammes exntſproſſen, und folglich mit keinen eigenen Wurzeln verſehen findz ſo iſt es ganz natürlich, daß, ſo bald die alte Wurzel verfault und abſtirbt, auch zugleich ihre ganze Brut mit abſterben müſſe. Man fann alſo auf einen in dieſer Art erzeuzten Eſpenwald, ſo jung und wüchſig er auch ſcheinen mag, niemahls eine ſichere Rechnung machen»| - Die 192 Eilftes Hauptſtüek, Die Ape ſebt ihren Tri2b ſelten länger, als bie zum 3oſten Jahr ſortz alsdenn fängt ſie gemeiniglich an, fernfaul zu werden. Inzwiſchen kann ſie doch wohl bis zum 5oſten Jahr ſtehen, ehe ſie gänzlich abſtirbt. Hat man. der Aſpe einen andern Plas, als ihren gewöhnlichen Standort, wo „man fie einzeln anbauen will, beſtimmt, ſo kann man ſich.dabey ebenfalls des Einlegens junger Zweige, wie bey der Schwarzpappel 5. 285. gedacht worden, bedienen, und der damit gemachte Verſycß wird, weil dieſe Baumart üderhaupt-ſich ſortzupflanzen ſehr ge« neigt iſt, nur ſelten fehlſchlagen, 8. 293- Daß der Anbau der.Lſpen: bey. ihrer häufigen Vermehrung-und: ſchnellen Wirederwuchs als ein wirkſames Wittel, den U7angel an Brennholz zu. vermeiden, angeſehen werden fönne. Zu wünſchen wäre nur, daß die Cſpe in ihrem Ho'ze eben fo nusbar ſeyn möchte, als ſie zu einer häufigen Vermehrung geſchickt iſt.| 'Es würde alsdena der Holzanbau ſehr leicht fallen, und dazu nicht. ſoviele Zeit und Mühe, als anjebt bey den meiſten Holzarten nöthig iſt, erfordert weiden; „Inzwiſchen: kann doc) der Nußen, den man von der Zipe zu erwarten hat, nicht gänzlich übergangen werden, indem es gewiß iſt, daß dieſer Baut art ſolchen Orten, wo an dem benöthigten Brenaholz ein Mangel iſt, ein ſchr wirkſames Mittel, dieſen Man- gel, ſo wohl mit ſeinem Stamm» und Reißbolz, als auch:Unterholz, zu vermindern, wer- den Fann. S. 294» „Von: der Beſchaffenheit der Lſpe. zu Brennholz. Das Brennholz von Eſpen gibt zwar, wenn es gehörig(roen iſt, eine ziemliche Flamme, welche aber ſehr bald verlodert, und daher nur wenig Hibe binterläßt. Es kann auch bey dem ſo ſtarken Zuwachs der Eſpen die abgängige Wärme bey der Feuerung einigermaßen durch die Menge deſſelben erſcht-werden. Beſonders wird das Reiſigholz im Norhfall zum Einheißen, imgleichen unter die Brau- und Waſchkeſſel,„immer ſehr gute Dieuſte chun können. Zu den benöthigten Faſchinen, auch zu Zaunwerk leiſtet die Aſpe eben diejenige Dienſte, die oben von andern Gattungen der Weiden beinerft worden. Wegen ihres ſchon vorhin angeführten ſchnellen Wachsthums, iſt ſie auch eine größere Menge von Reiſig und Faſchinen zu liefern im Stande, und dieſes gibt ihr in Dieſem Betracht vor den Weiden einen großen Vorzug, 4.-295- Sn wie weit dieſer Baum zu allerhand Arten von 4Tunzbolz, auch wohl gar Bauholz, ; für tauglich zu achten ſey. Sonſt iſt auch-das Eſpenholz zu allerhand Arten von Rußholz weit geſchickter, und brauchbarer, als das Holz von. den gemeinen Weiden. Ö enn EE ZOE Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl'c.. 193 Denn es hat dieſes Holz viele Aehnlichkeit mit demjenigen, welches von der Steinlinde kommt, und. esiſt dabey zugleich faſt eben ſo zähe,-wie das Birkenholz. Aus dieſer Urſach läßt es ſich zu vielen Drechslerwaaren,.als Weiſſen, Spinn« Rädern, Tellern, Büchſen, Bechern, Löſfeln, und dergleichen Geräthſchaften.mehr, ganz gut verarbeiten. Die Bildhauer bedienen ſich dieſes Holzes ebenfalls zu allerley Rahmen, Laub«- weif,:und/ſolchen Einfaſſungen; die ein weiches, loceres und zähes Holz-exfordern. Mit einem Worte, das-Sipenbolz thutin den.meiſten Fällen faſt-eben diejenigen Dienſte,'die man: von.demi Lindenholz zu erwarten hat. Die Arbeiten,'die von diefem Holze. angefertigt werden, müſſen nicht'dem Wet- ter ausgeſekt ſeyn, weit es alödenn, es mag grün oder tro>en ſeyn, nur wenige Dauer- haftigkeit von ſich verſpüren läßt. Man behauptet zwar, das Stämme von 20 bis 25 Jahren, wenn ſie außer der Softzeit, und, ehe der Kern zu faulen.anfängt,„gehauen:werden,-ein im Trocknen zu ge- brauchendes-Bauholz abgeben ſoll. Zieht man aber dabey die Weiche und das ſchwammige Weſen dieſer Holzart.in E: wegung, ſ9:wird man ſelbſt davon überzeugt werden, daß deſſen Verbrauch hiezu einen blo- ßen Notbhfall, wo man fein deſſeres Bauholz haben kaun, voraugſeße, ſolches auch über- baupe nur bey ganz kleinen und lei führen, wovon ich aber, weil ſolches außer meiner Sphäre iſt, nichts näheres meiden kann. 6. 298. Warum das Laub der Eſpe auch als ein gutes Schaaffutter anzuſehen ſey, wobey zugleich die Urſache von dem immerwährenden Zittern und Geräuſch dieſes . Saubes beinerft wird. Man beinerkt überdem, daß die meiſten, ſowohl zahme als wilde Thiere, die Zweige, das Laub und die Knoſpen des Tſpenbaums vorzüglich lieben, und ſolches begie- rig ſuchen. Es werden daher von den Forſtbedienten, des Rothwildprets halber, in den Wildbahnen hie und da einige Eſpen umgehauen, um das Rothwild, weil ſich daſſelbe gern dabey aufhält, zu äſen. Hieraus mache ich den Schluß: daß das Laub des Eſpenbaums a) ſich auch, wenn es abgetronet worden, für die Schäfereyen ſehr gut ſchien, und ein nahrhaftes und ges ſundes Futter für dieſelben abgeben werde, wodurch denn, allerdings der Nuken dieſer Baumart vermehrt wird, und auch aus dieſem Grunde eine mehrere Aufmerkſamfkeit* verdient. 8) Man wird bemerken, daß das Eſpenlaub auch bey einer anſcheinenden gänzlichen Windſtille, ein beſtändiges Bewegen von ſich verſpüren läßt, und dadurch ein merkliches Geräuſche macht, woraus die befannte Redensart von einem in Furcht geſeßten Menſchen: daß er zoie Eſpenlaunb zittere, entſtanden iſt. Z Nicht einem jeden iſt die Urſache: woher das beſtändige Zittern und Bewegen dieſes Lau? bes herrähre, befannt, und ich werde dadurch, ſolche hier mit wenigen zu bemerfen, veranlaßt: Weng Ern ELIE Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohlte, 1395 Wernnman das Gebäude des Eſpenbaums genau betrachtet, ſs wird man zewahr werden, daß die Blätter dieſer Baumart, die an und für ſich ſehr dünn ſind, an weit längern und dünnern Stielen, als man ſonſt bey andern Baumgewächſen antrifft, hangen. Beyde nun verurſachen auch bey der unmerflichen Bewegung der Luft eine beſtändige Bewegung dieſer Blätter, welches um ſo mehr ein gewiſſes Geräuſch zuwege bringen muß, weil die Blätter wegen der langen Stiele mehr als bey aadern Baumarten übereinander hangen, und ſich folzlich nothwendig berühren müſſen., 6. 299». von dem Ebereſchenbaum, daß derſelbe ebenfalls zu den wilden Waldbäumen gehöre, und ſowohl hochſtämmig, als auch im Unterholz, genunt werden könne, Zum Beſchluß des zweyten Abſchnitts muß ich endlich noch des bekannten Ebereſchen- oder Quitſchbeerbaums mit wenigen gedenken, weil derſelbe ebenfalls zu den hochſtämmigen Laubholzarten gehört, ob er auch gleich öfters in den Wäldern unter dem Unterholz als ein Strauch mit angetroffen wird, Man bedient ſich zwar deſſelben ſehr oft und mit gutem Nugen zur Auefüllung der Alleen und zur Anpflanzung um die Dörfer, Jnzwiſchen gehört er doch eigentlich zu der Claſſe der wilden Waldbaumarten, indem er ſeiner Natur nach zur Nahrung für verſchiedene Arten des Federwildprets, bes ſonders der Großvögel, beſtimmt iſt,. 8. 300, In welchem Grunde der Lbereſchenbaum am beſten wächſt, und daß derſelbe ſich ſowoh durch den Samen, als auch durch die jungen Sprößlinge, die aus der Wurzel häufig hervorſchlagen, vermehre, Der Ebereſchenbaum wächſt zwar in allen Gegenden, ſie mögen hoch oder nie drig, fruchtbar oder gering ſeyn, Inzwiſchen lehrt doch die Erfahrung, daß er in feuchten und fruchtbaren Orten einen vozüglichen Wachsthum zeigt, und alsdenn nicht allein einen ziemlich hohen Stamm treibt, ſondern auch eine anſehnliche Krone bildet. . Seine Fortpflanzung geſchieht, wie bey andern Baumarten, am leichteſten und natürlichſten durch den Samen, welcher aus einem kleinen Körnehen, welches in einer rothen oder gelblich rothen, runden, fleiſchigten Beere verſchloſſen iſt, beſteht. Und aus dieſem Grunde geſchieht es oft, daß man dergleichen Ebereſchenbäume, oder vielmehr Stauden, auf vielen alten Stadtmauern und ſteinernen Gebäuden, wohin der Same durch die Vögel, ſs ſich mit dergleichen Beeren genährt haben, gebracht wova den, antrifft.: Auch treibt dieſer Baum aus der Wurzel ſehr viele Sproſſen, wodurch deſſen Vermohrung ebenfalls gar ſehr befördert wird.? Wd Bb 2; 6. 30X4 196 Eilftes Hauptſtück. C+: 305 Warum dieſer Baum ſich in den Alleen ſehr wohl'ſchicke,, wovon ein'Bepſpiel') angeführt wird., In den Wäldern wird: wohl nur ſelten auf eine Vermehrung des Ebereſchen» Baums gedacht werden, weil man in denſelben mehr auf ein: gutes allenthalben Ab laß; findendes Ho!z, als auf Nebennußungen, zu ſehen hat.. Bey Alleen aber, ſo:man in den Dörfera und an den: Straßen anzulegen gedenkt, kann und muß derſelbe mit zutem RNeht anempfohlen werten.. Er iſk nicht. allein, wie bald mit“ mehrern gezeigt werden wird; auf mancherley; Auſn ſondern. er gibt auch mit ſeinen ſchönen rothen Beeren: ein überaus reißendes üieben., p Af dem: in' der Neumark im: königsberger Creiſe- belegenen von Marwikßſchen: Gute Zernicow; trifft man eine, faſt eine Viertelmeile fortgehende Allee an, welche weche ſelsweiſe mit Edereſrhen- und Pflaumenbäumen beſest iſt. Die Früchte dieſer beyden Baumarten werden bekanntermaßen: im: Herbſt zu-glei-- mit 15, oder ſchwächer gewachſen ſind, bezahlen. Mit den andern Arten von Federvieh, mit eben ſo gutem Recht, als m ie Speiſekammer diefer volkreiche dern Arten von Wildpret ebenfalls er ber arnzurathen, daß ſich die Eige Güter billig auf einen fiärkern Plaß und Gelegenheit finden würde, befleiſſigen ſollten: Eilftes Hauptſru>E. hen iſt, Bedacht genommen werden, und hiezu cam beſten ſchien b), er geſche n iſt es noch bis anjeßt eine Schuldigkeit der angeſeſſenen Un- habe ich auf dem in dem Herzogthum Croſſen belegenen von Blomberg zugehörigen, und aus 96 Einwohnern beſie- ergleichen Schuldigfett der Unterthanen, die noch bis auf dieſe| ſſen 2 Viertel Sommerfeldiſchen Maaßes, welches ohngefehr Ebereſchenbeeren jährlich an die Herrſchaft abliefern. o dieſe Frucht w t, Bauerabgabe zuerſt eingeführt haf, muß dabey wohl einen ven zur Abſicht gehabt haben,; 4er Seb EE In 0 0 Drum=D Sond enen Fedeovieh, und.matnt 12 Echoc> junge fo die herumgehenden Federviehhändler gegen Michaeli aufs 16 bis 18 Thaler, nachdem dieſe junge Truthühner ſtärker als Gänſen, Enten und gemeinen Hühnern, auch eine'gleichmäßige Bewandniß, und es fann dieſe Gegend au die Ufermart: die Brodkammer von Berlin nennt, als n Stadt angeſehen werden, zumal ſiemit Fiſchen und an? aus dieſer Gegend hauptſachlich verſorgt wird«., Epereſchenbäume bey dem Federvieh ſo vielen Nußen ſtiftet z nthümer der dortigen Land? < allenthalben genugſamer EE€ WRE SEHWER es Anbau dieſer Frucht, wozu ſi 6. 305 IE EINERN 4 SSR GEES von den wirthähaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 26, 199 6. 305- Von dew Gebrauch der Lbereſchenbeeren zum ZBranntweinbrennen j und 1iusfochen.. Von ſelbſt verſteht ſich, daß dieſe Beeren, da ſie ein Winterfutter abgeben ſollen, auf einem troFinen und luftigen Boden gevö-1g abgetro>net werden müſſen, weil ſie ſoyſt in die Fäulniß gerathen, und gänzlich verderben würden.; Es kann die Frucht des Evereſcheubaums auch mit ſehr gutem Nußen zum Branntweinbrennen gebraucht werden, Dadurch wird nicht allein ein großer Theil des ſonſt dazu zu verſchwendenden Ge- treides erſpart, ſondern es bekommt auch der davon verfertigte Branntwein einen ange» nehmen Geſchmac>, und man will ihn für vorzüglich geſund halten. EE Endlich ſiedet auch der Landmann in verſchiedenen Gegenden von dieſen Beeren „einen Saft, der eben ſo, wie das bekannte Fliedermus, als ein ſchweißtreibendes Mittel gebraucht wird. Anfänglich hat zwar dieſer Saft einen herben Geſchmack 3 er verliert aber ſelbi- gen, wenn er alt wird, und lange ſteht.; O-fters pflegt man auch Pflaumen und Flieder mit den Ebereſchenbeeren zuſam men zu verſieden, da denn ein Mus, das an vielen Orten zum Zubrod für den gemeinen Mann zu gebrauchen it, daraus entſteht. ; Dritter Abſchnitt. Von den-verſchiedenen Arten des Laub- und Strauchholzes, welches unter deins Rahmen von lebendigem Holz oder Unterholz bekannt iſt, in Anſehung ſeiner Natur, Fortpflanzungsart und Nußen, 6, 306 ßLinleitung in dieſen Abſchnitt, wobey die Ausdrüc>e von lebendigem und Unterhols näher erklärt werden. y s Nach der 5. 42. bemerkten Ordnung, mäſen wir nunmehr die Natur, Fortpflatno zunggart und Nuten derjemgen hochſtämmigen Baum- and Straucharten, die an vielen Oeten unter dem Nahmen von lebendigem Holz bekannt find, und hauptſächlich als Unters Holz verbraucht werden, näher kennen zu lernen, bemüht ſeyn, Dieſe Arten des Holzes werden lebendiges 5013 genannk, weil ſie nach ihrer Ab- ſFtammung uicht wieder aufs neue durc) Beſamung oder Verpflanzung erzeugt werden dür- fen, ſondern der Strunk des abgehauenen Baums oder Straychs nebſt ſeiner Wurzel genugſame neue Sproſſen, dis nach Berfließung einiger Jahre wiederum genußt werden können, hervor treibt,' Eine 200 Eilftes-Hauptſin>,. Eine dergleichen Holzart ſtirbt ſolhemnach' durch den Hieb nienta!s-ab, ſondern wird, ſo lange-deſſen Wurzel dauert, immer wieder brauczbar, weghald es denn kein unei- gentlicher Ausdruck iſt, wenn man derſelben den Nähmen von lebendigem Zolz beylegt. Man könnte es auch aus.dieſem Grunde ein perennirendes Zolz nennen, eben ſo, wie andre Arten von Pflanzen, die ſich durch ihre eigene Wurzel vermehren, und im- mer wieder von friſchem ausſchlagen, eine dergleichen Benennung zu führen pflegen. Unter idem Nahmen von Unterholz iſt dasjenige Geſchlecht, von Holzarten, wo- von wir gegenwärtig zu handeln gedenken, deshalb'bekannt, weil daſſelbe gemeiniglich ſeinen Standort unter den.hochſtammigen Waldbäumen hat, und ihm daber,.um-es da- durch von dieſemzu unterſcheiden, eine dergleichen Benennung beygelegt worden, Inzwiſchen.iſt gewiß, daß das ſich aus“ ſeinem Stamm und Wurzeln von ſelbſt vermehrende Hölz nicht immer unter hochſtämmigen Waldbäumen vermiſcht ſteht, ſondern auch ſehr oft einen abgeſonderten Plaß einnimmt. Natürlicherweiſe iſt alſo die erſte Benennung weit anpaſſender, als die leßtere, weil ſieeinen weit vollſtändigern Begriff vonder'Benußungsart dieſer.Holzgatiungen in ſich ſchließt, Ci.1207 Lintheilung"der-verſchiedenen:Unterhotzarten. Das lebendige oder Unterholz, wie man esnennen will, und nach ſeinem ver«- ſchiedenen Standort genennt werden muß,- leidet wiederum eine doppelte Abtheilung, in- dem daſſelbe theils aus Holzarten, die beydes als hochſtämmige Bäume und auch als Un- terholz nusbar ſind,:und theils auch aus bloßem Strauchholz,-weiches-niemals an den Vorzügen des hochſtämmigen Laubholzes einen Anſpruch xachen kann, beſteht. Das bloße Strauchholz läßt fich wiederum in zwey verſchiedene: Gattungen unters ſcheiden, wovon die eine das gewöhnliche Laubſtrauchbolz.ausmacht,„das andere ſich aber von dieſem durch die:bey ſich führenden Do:nen uuaterſcheidet. Eine jede dieſer-verſchiedenen Gattungen-muß uch verſchiedenen Maßregeln behandelt werden, und zu dieſem. allen iſt.denn.der.gegenwär;ige Abſchniit gewidazet, 3.. 308 Warum die Birke und Erle,-ob ſie gleich.ebenifalls-mit-zu' den Hochſtämmigen Laub» holzarten gehören,.zu dem gegenwärtigen. dritten Abſchnitt aufbehalten worden. Es iſt bereits aus-dem“5. 134. erſichtlich, daß,-obgleich'die meiſten hochſtämmi- gen Laubbäume auch zugleich als Unterholz brauchbar ſind,.und genußt werden'fönnen, ich dennoch den größeſten Theil davon zu der-Claſſe der hochſtammigen Bäume gerechnet, und ſie unter. dieſer. Geſtalt in Betracht genommen habe, und zwar iſt ſolches,-wie in dem angeführten 9. mit mehrern erinnert worden,-aus dem Grunde geſchehen, weil der Nu- ßen,-den dieſe Baumarten. als hochſtämmige Bäume liefern, der vorzüglichſte iſt, Bey Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl ic. 201 Bey Nachſehung desjenigen, was in dem zweyten Abſchnitt abgehandelt worden, wird der geneigte Leſer von ſelbſt wahrnehmen, daß-daſclbſt noch zwey bekannte Baumar- ten, die beyde als hochſtämmige und auch als Unterholz nußbar ſind, ausgelaſſen worden. Es iſt ſolches die Birke und Erle; die auch an vielen Orten Eiſe ge- nannt wird. Die.in dem zweyten Abſchnitt angeſührte Laubbaumarten habe ich, wie ſchon vor«- hin erwehnt worden„-deohalb zur Claſſe dex hochſtämmigen Bäume gerechnet, weil ſie in dieſer Art am meiſten:brauchbar ſind. Aus eben dieſem, Grunde.iſt die Birke und.Erle, um ſie zur Claſſe des Ur:terbol- zes zu zählen, für den gegenwärtigen dritten Abſchnitt auf behalten worden, indem der MNußen, den dieſe beyde Baumarten im Unterholz gewähren, vor demjenigen, der von ihnen als hochſtämmigen Bäumen.zu erwarten ſteht, einen großen Vorzug hat. Sie beyde werden es alſo hauptſächlich ſeyn, deren Natur, Forepflanzungs- und Benußungsart wir uns gegenwärtig annoch näher bekannt zu machen haben, Die übrigen hochſtämmigen Baumärten, die auch zugleich als Unterholz nußbar ſind, haben wir allſchon in.dem zweyren Abſchniet aus dieſem-Geſichtspunct angemerkt, und es bieibt uns daher weiter nichts übrig, als.daß wir uns lediglich auf das bereits da- von Angeführte beziehen und nur bloß wegen des Vorzugs, den.eine Art vor der andern auch in dem Unterholz haben kann, einige Anmerkungen beyfügen. 4. 309. Von den verſchiedenen Arten der Birken,-warum ſie aber alle aus einem Geſichtspunct betrachtet werden:müſſen. Man trifft zwar, dem äußerlichen Anſchein nach,-verſchiedene Gattungen von Birken an, die bald harte und.weiche, bald aber wiederum Mutter- oder Hangel- und Haarbirken genannt werden, Die Naturkundigen behaupten aber, daß alle dieſe unter eiver verſchiedenen Ge«- ſtalt vorkommende Birken voa.einerley Samen abſtammen, und die Abweichungen, die man an denſelben wahrnimmt, nur:von.der Verſchiedenheit des Bodens, Alters, und den ihnen zugeſtoßenen Zufällen herrühre, Die Abſicht,:in welcher wir gegenwärtig von der Birke handeln,-verſtatret nicht, daß wir uns dieſerhalb in eine nähere Unterſuchung einlaſſen können, indem die ſämmtlichen Gattungen der Birke, in Anſehung ibres Nugsens, ſich einander ziemlich gleichkommen. FS. 310, Von dem ſich fär die Birke eigentlich ſchickenden Boden, und dem «ſogenannten Birkengrunde. Der Boden mag ſo gut oder ſo-ſchlecht ſeyn; als er will, ſo wird doch immer die Birke darin wachſen; wiewohl nicht zu leugnen iſt, daß ſich ihre Größe und Wachsthum nach der Verſchiedenheit des Bodens ebenfalls gar ſehr richtet, 2 Gecon. Ferens. VII. Theil, Cc Ein 202 Eiiftes Hauptfm>. Ein mit kurzem Heidekraut überzogenes Land iſt der eigentliche und beſte Stand- Ort der Birken.; In ſolchem trifft man jederzeit die geſundeſten und nußbarſten Birkenſtämme an. Man pflegt daher dergleichen Pläße mit dem Nahmen eines Birkengrundes zu bezeichnen, und man kann ganz ſichere Rechnung machen, daß, wenn ſolcher urbar ges macht worden iſt, ein ſehr guies und reines Korn darin wächſt, und es aus dieſem Grunde mit völligem Recht zu der Claſſe des Mittela>ers zu rechnen iſt, In meinen Berliner Beyträgen zur Landwirthſchaftswiſſenſchaft habe ich von dieſein Birkengrunde umſtändlich gehandelt, und daſelbſt befonders bemerkt, daß ſich der- feibe in den beyden erſten Jahren nach ſeiner Urbarmachung nur wenig in dem Getreidebay fruchtbar erweiſe; nachher aber viele Jahre hintereinander, obne bemiſtet werden zu dür fen, den beſten Noggen bringe. G. ZI1. Daß die Birke ſowohl ihre eigene befondere Standörter hat, als auch unter andern hoch! ſtämmigen Baumarten in den Wäldern angetroffen wird. Bey der Birke ninunt man beſonders wahr, daß ſie entweder ihre eigene Stands Oerker, ohne daß darunter andere Holzarten mit vermiſcht ſind, hat, oder auch in den Kiefer- Tannen- und Eichwäldern als Unterholz angetroffen wird. Die Erfahrung lehrt, daß die Birke, wenn ſie mit andern hochſtämmigen Holz- Arten vermengt iſt, einen weit höbern und geradern Wachschum, als wenn ſie ihren ei- genen beſondern hat, von ſich verſpüren läßt, Die Urſache hievon kann man wohl in nichts anders ſuchen, als daß der Wind, fie nicht ſo leicht zu treffen und in ihrer zarten Jugend zu verbeugen, im Stande iſt. In einem ſehr ſchlechten Mohrgrunde kommt ſie öfters nicht einmahl zu der Ge- ſalt eines hochſtämmigen Baums, fondern bleibt ein bkoßer Strauch, welcher wohl wei- ver nichts werth iſt, als daß man ihn zu Ruthen und Beſen beſtimmt. GE 412, Daß ſich die Birke ſehr leicht beſame, welches durch ein Bepſpiel erwieſen wird. Die Vermehrung der Birke fällt, wenn man ganz neue Anlagen davon machen, dder auch die leeren Pläße der hochſtämmigen Wälder damit ausfüllen will, durch den Samen ſehr leicht, Es beſteht dieſer Same aus einem kleinen entweder eckigten oder runden Korn, welcher wegen ſeiner Leichtigkeit ſich ſehr weit verbreitet a). Ueberdem hat der Stamm der Birke die Eigenſchaft an ſich, daß er, wenn er zu Sf algepauen worden, wiederum von friſchem ausſchlägt und neue Sprößlinge ervor treibt..: Dieſer Wiederwuchs macht denn eben die Birke zu einem tauglichen Unterholz, und es verdient, weil es ohne neue Beſamung nach dem Hiebe von ſelbſt wiederwächſt, allerdings den Nahmen eines lebendigen oder perennirenden Holzes.- ZU a) 36) Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 1et. 203 3) Jh ließ vor einigen Jahren auf meinem Neumärkiſchen Gute ein anſehnliches Stück Aer, welches von allem Holze ganz rein und frey war, zur Hütung für die Bauern liegen. Beynahe 100 Schritt von dieſem Aer und nunmehrigen Hütungsplaß lag ein alter Birkenwald. Dieſer Entfernung ohnerachtet, war gedachter Plat nach einigen wenigen Jahren gang und gar mit jungen Birken überzogen, und er ſtellt ſich anjeßzt in der Geſtalt eines recht dicken Birfenbuſches dar. Menſchlicher Fleiß und Ände baben hierzu nichts beygetragen, und ich kann daher dieſe neue Schöpfung nur bloß dein Sanzen, der von dem alten Birkenwald durch den Wind herüber geführt worden, verdanfen, KL„WIL 7 ;„S4 Z13: Wie man, wenn man die Birken durchieine kunſtliche Saat vermehren will, dabey zu verfahren habe. Aus dem vorſtehenden erbellet zur Genüge, daß die Vermehrung der Birke ſehr leicht falle, und iman auch bey einer entfernten Gelegenheit ſich auf deren natürliche Be- ſamung ganz ſicher verlaſſen könne. Will man inzwiſchen ſeinen Birkenſtand durch eine künſtliche Saat vermehren und befördern; ſo wird ſolches ebenfalls keinen Schwierigkeiten unterworfen ſeyn. Zuförderſt muß man, wenn man dergleichen unternehmen will, für einen friſchen wohl auf dehaltenen Samen Sorge tragen, Dieſes iſt uin fo yochwendiger, da der Birkenſame, welcher ſchon im Junius, folglich.in der größeſten Hiße reif wird, wenn nicht. die Samenzapfen ſehr dünn aufze- ſchüttet werden, ſich gar-leicht erhißt; wie denn. überhaupt dier Same, da er ausneh- mend zart und flein iſt, ſchr bald zuſammen trocnet, und ſich nicht lange hält. Nachdem man ſich mit Samen, von deſſen Güte, und daß er unbeſchädigt geblie- ben, ſich verſichert halten kann, verſorgt hat; ſo muß allerdings das Erdreich, welches zu einer dergleichen künſtlichen Birkenſaat beſtimmt iſt, eben ſo, wie bey den andern Holzar- fen bemerkt worden, mit: dem Pfluge, oder auch nur, wenn ſolches nicht füglich anzu- bringen iT, mit der Hacfe auſgelo>ert, und alsdenn der geſammelte Same, mit etwas feuchter Erde, Sägeſpänen oder Sande vermiſcht, bey windſtillem Wetter aysgeſäet werden. S. 314. Daß man ſich durc< vie wenige Schwierigkeiten, ſo mit dem Anbau der Birke verknüpft ſind, inicht zu einer andere Zolzarten verdrängenden Vermehrung derſelben verleiten laſſen müſſe, und warum man, um zu beutitheilen, ob ein ſtärkerer Anbau von Birken ratdſam ſep, auf den mehrern oder wenigern Abſatz derſelben Rüöcſicht nehmen müſſe. 5% Inzwiſchen muß man ſich durch die wenigen Schwierigkeiten, die ſich bey der Bir- feuſaat finden, nicht dahin verleiten laſſen, daß man die Sache übertreibe, und durch eine allzuſtarke Vermehrung der Birke andere nüßlichere Holzarten verdränge, oder doH ws vigiens deren Anbau darüber vernachläßige,| Cc2 M um 204 Eilftes Hauptſtück. Um dieſes zu vermeiden, hat ein Forftverſtändiger ſswohl: auf den Abſaß des Birkenholzes, als auch auf die Güte und Beſchaffenheit des Bodens, in welchem er eine Vermehrung der Birken bewerkſtelligen will, Rückſicht zu nehmen. Ob gleich das Birkenholz auch ein ſehr gutes Nußholz abgibt, ſo beſteht doch fein Hauptnugßen darin, daß es als Unterholz zur Feuerung angewendet und verkaufe wird. Herrſcht in der Gegend, worin der Birkenſtand vermehrt werden ſoll, ein allge- meiner Mangel an Brennholz; ſo kann einem Eigentbünmzer oder Forſtverſtändigen nicht verarget werden, auf den ſtärkern Anbau des Birkenhoizes bedacht zu ſeyn, wenn auch gleich andere ſonſt nüßlichere Holzarten-dadurch etwas zuri'> geſeßt werden ſollten. Das Brennholz, beſonders das birfene, pflegt a!sdenn in einem ſehr hohen Preiſe zu ſtehn, und kann daher einem Eigeuthümer eine eben ſo ſichere Einnahme, als er ſonſt nur immer'von einem Kiefer.-|oder: Eichenwalde'zu erwarten"hat; gewähren. Ein in ordentliche Haue eingetheilter Birkenbuſch kann gegen einen gleich großen Kieferwald breymahl«und gegen einen Eichenwald ſechsmahb- genus: werden, ehe ein Gutgbeſiter, von den leßtern einen Groſchen einzunehmen„Hoffnung hat. Ie, zu ſehen ſey. j Auch auf die Güte des Bodens hat man bey Vermehrung des Birkenholzes ſein Augenmerk zu richten, wenn man, daß daraus den übrigen Holzarten kein Nachtheil. er- wachſe, verſichert ſeyn will, Es Von den wirthſchafrlichen. Wahrheiten, welche ſowohl c. 205 Es iſt ſchon vorhin bemerkt wordey., daß die Birke allenthalben; und auch an ſöl» ßige Fizur zu gewinnen pflegt.;; 8) E8 iſt bekannt, daß. des jet regierenden Rönigs von Preußen VTajeſtät allerhöcnen. Man hat daher die davon geſchlagenen Klaftern nicht zu dicht aneinander zu ſez- zen, und fie? aa einem ſolchen Orte aufzuſtellen, wo die trofene Luſt beſtändig. frey und ungehindert durchſtreichen konn. Es ſtc>t ſonſt, wenn nicht dieſe Vorſicht gebraucht worden, wie wir ſchon oben bemerkt haben, ſehr leiht, und wird mic Schwämmen überzogen, wodurch es von ſeiner Gute ſehr verliert, GC. 420, Von den birkenen Kohlen, daß diefelben. nicht allein vorzüglich gut, ſondern ach in Anſe hung der i7enge ſehr ergiebig ſind. Zu Kohlen ſchickt ſich das birkene Holz ſehr gut, wenn nur recht reifes und ge- ſundes Holz dazu genommen wird,.; Nach den davon gemachten Erfahrungen ſind die Birkenkohlen wegen ihrer Dich» tigkeit, und weil ſie ein Farkes, beſtändiges und gleiches Feuer geben, zum Schmelzen, auch bey einigen Fabriken und zur Chemie vorzüglich brauchbar, indem ſie keinen ſo häu- figen und fehädlichen Dasupf, als man wohl von vielen andern Kohlenarten wahrnimmt, von ſich verſpüren laſſen, Es gibt auch dieſes Holz, wenn es recht reif und geſund iſt, eine ſehr große Menge von Kohlen, indem man nach einigen davon angelegten Berechnungen gefunden hat, daß von einem Centner Birkenholz 20 bis 22 Pfund Kohlen gewonnen worden ſind, Man erſieht hieraus. daß es einem Landwir:h, wenn er ſich auch auf einen über» mäßigen Anbau der Birken befleißigt, an dem Abſaßs des davon zu verkaufenden Holzes niemals fehlen könne.? 6. 32. Von dem tTugen, den auch der Ruß und beſonders die Aſche von dem Birkenholz 3 auf mancherley Art ſtiftet, Auch ſelbſt der von dem Birkenholz und Kohlen angeſeste Ruß kann eine bare Einnahme zewähren, indem er zur Buchdruckerfarbe für den beſten gehalten, und daher “an den Orten, wo ſtark? Buchdruckeregen ſind, häufig geſucht wird. Die von dem Bi: fenholz gebrannte Aſche iſt zur Verfertigung der Pottaſche, und für die Seifenſieder, ebez jo brauchbar, als die von Eichen, Büchen und andern harten Hoizarten,- Ja, 208"Eilftes Hanptſrüc. Ja, ich habe ſie,-da im mich in meinem Leven ſehr-viel mit Verfertigung der Seifenſtederaſche zur Bedüngung der Felder abgegeben, bierunter vor allen anderen Aſche Arten beſonders gut gefanden, indem ſie eine vorzügliche Menge von alkaliſchen Salzen bey ſich führt, und folglich auch eine ſtärkere Lauge gibt. Sie thut auch aus dieſem:Scunde bey dem Beißen-oder Büfen der Leinwand und bey dem Bleichen.des.Garns ſehr gute Dienſte; überdem kann, wie bekannt iſt, der Seide und- Wolle ihre verloren gegangene grüne Farbe dadurch wieder verſchafft werden, OS. 13225 Von dem verſchiedenen-Gebrauch der birkenen„Rinde, und dem *„beFannten 2irFwajſer. Die Rinde der Birke iſt ebenfalls auf mancherley Art nußbar. In dem.häuslichen Weſen kann man:ſich derſelben zum Anzünden anderer Holz- Arten bedienen, indem ſie.eben ſs leicht und gut, als Kiehn, brennt, und noh übcrdem eine ſeyr merkliche Hike von ſich gibt. Die Gerber bedienen ſich derſelben ebenfalls; jedoch gerbt ſie nicht ſo ſtark, als die Eichenborfe.|' Auch kann ſie von den Färbern gebraucht werden; ſie gibt eine hellbraune Far- be, und mit Alaun gekocht,-eine recht rothbraune. Ferner wird daraus der bekannte Birkentheer, den:man auch.den ſchwarzen De- gen zu nennen. pflegt, zubereitet,;. Es iſt ſolches eine Art von Oehl, welches eheilsbey der Bereitung der Juchten, theils aber. auch wegen ſeiner Säpre,.bey einigen Arbeicen auf.den Meſſingwerken, ſcumen Nußen hat. . Eine noch beſondere Nußung der hochſtämmigen Birken beſteht in' dem bekann« ken Birkenwaſſer,-ſo man im Monath März, ehe ſie noch ausſchlägt, abzuzapfen, und davon einen le>erhaften Trank zuzubereiten pflegt. Wahr iſt es, daß der dayon zubereitete Trank ſehr angenehm und erquickend fällt, und dadurch, wenn man ein-Gemerbe zum Verkauf daraus machen.wollte, in gioßen Städten mancher Groſchen gewonnen werden könnte. Hierzu gehört aber nicht allein eine beſondere Induſtrie, die vielleicht den Be- trieb anderer nüßlicherer Geſchäfte hindern könnte; ſondern es ſteht. auch zu vermuthen, daß die Stämme durch das öftere Anbohren, ohne welches dieſer Safi von ihnen nicht erhalten werden kann, Schaden leiden,„und.ihr frühzeitigeres Adſterven verurſacht wer- den müſſe.:) SO. 323. In wie vielen Jahren die Birke im Unterholz, nach der Verſchiedenheit des Bodens und der dabey:Habenden Abſichten wieder genugt werden könne. j Vorſtehendes ſchließt den-Nußen der Birke überhaupt, und beſonders in ſo weit, als ſie als ein hochſtämmiger Baum in Betracht kommt, in ſich» Uns Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſewro3l ic.-2c9 Uns bleibt aber noch übrig, den Nußen dieſer Baumart, den ſie im Unterholz ſtiftet, ebenfalls in nähere Erwegung zu ziehen. Zuförderſt iſt ein Unterſchied zu machen: od-man denjenigen Birkenaufſchlag und den Wiederwuchs der alten Birken, nur bloß zum Reiſigholz gebrauchen wolle, oder ſol- chen zu Stangen, oder Klafter- und Kohlenholz beſtimmt habe.| Ja dem erſten Fall kann man die Birke, nach der Verſchiedenheit bes Bodens, alle 10 bis 15 Jahre ganz ſicher nußen z; dahingegen in dem zweypten Fall eine Zeit von 20 bis 30 Jahren, nachdem der Boden ebenfalls gut. oder ſchlecht iſt, dazu erfordere wird. Die e:jie Benußunggart der Birke im Unterholz iſt nur alsdenn rathſam, wenn ſie in ein bloßes Strauchholz, von welchem keine ordentliche Stämme und Stangen zu erwarten ſtehenz-wie ſolches in einem ſchlechten und geringen Boden nicht ſelten zu geoſche- ben pflegt, verartet worden. Itt. aber dieſe Holzart von. der gehörigen Güte ,. dergeſtalt, daß man von dem neuen Aufſchlage und Wiederwuchs deſſelben Stangen.und Kiofterholz erwarten kann; ſo iſt die zweyce Benußunggart ſonder Zweifel die beſte und vorzüglichſte. Muß man gleich alsdenn. auf den Wiederwuchs einige Jahre länger warten; ſs wird doch auch der mehrere Ertrag dieſes längere Warten reichlich erſeßen. Die-mancherley Vortheile, die ich oben von dem Birkenholz angerühm“ habe, fallen in dem erſtern Fall gäuzlich hinweg. dahingegen in dem zweyten darauf völlige Kehnung.gemacht werden kann. 8. 324. Vorſichten, die ſowohl bey Einrichtung ihrer Zaue und ihrer Schonung, als auch dem Siebe ſelbſt, beobachtet werden müſſen. Nothwendig aber iſt es, daß in dieſem Fall der Hieb ördentli< vollführt, und bey den eingetheilten Hauen die genaueſte Ordnung beobachtet werde. Zuförderſt hat man die Güte des Bodens, welchen vas Unterholz der Birken ein« nimmt, ſorgfältig zu erforſchen, und nach deſſen Beſchaffenheit die Haue einzutheilen. Stehn die Birken in einem guten uad fruchtbaren Boden, der ihrer Natur an» gemeſſeniſt; ſs kann man auf ihren Wiederwuchs alle 20 Jahr ſichere Rechnung machen. In einem mittelmäßigen Grunde muß man ihnen eine Zeit von wenigſtens 25 Jahren, und in einem ſchlechten Boden von 30 Jahren vergönnen. Binnen dieſer Friſt ſind die eingecheilte Haue mit allem Hiebe ſorgfältig zu ver- ſchönen, und nicht das geringſte, es ſey auf welche Art es wolle, darin zu verſehren. Und auch alsdenn, wenn die Zeit des Hiebes geksmmen iſt, muß ordentlich dabey verfahren, keine allzu hohe Strünfke oder Stubben gelaſſen, ſondern der Stamm, ſo nied« rig als möglich iſt, an. der Erde weggenommen,. dabey alle nöthige Vorſicht, um den zu rücf bleibenden Theil des Stammes weder in ſeiner Rinde, noch in ſeinen Weerzeln zu verleßen, gebraucht werden.: FEN | Geſchieht dieſes niht, ſo hat man ſich von dem fünfrigen Wiederwuchs nur we- nig Gutes zu verſprechen, Qecou, Forens. Y11 Theil. Dd Die 210 Eilftes Hauptſiü>, Die gehörige Schonung der abgetriebenen Haue mit allen Arten von'Vieh, iſt ebenfalls auf das angelegentlichſte zu empfelen, weil es die Vernunft gibt, daß ſonſt da- von EABDABE Stangen, ſondern nur allenfalls ein ſchlechtes Straychhols erwartet werden fsnne, S- 325. Warum aus dem jungen Birkenäufſchlage beſonders alle Beſenbinder, auch Rohr- und Strohdec>er verbannt werden müſſen. Aus den vorbemerkten Vorſichten, die, um einen tüchtigen Birkenwiederwuchs zu erhalten, nothwendig ſind, ergibt ſich ſchon von ſelbſt, daß aus den neu geſchonten Hauen alle Beſenbinder, wie auch die dem jungen Birkenaufſchlag ſo gefährliche Stroh- und Rohrdecker wegbleiben und davon verbannt werden müſſen. Durch dieſe beyde Arten von Leuten geſchieht dem neuen Birkenaufſchlage nicht ſelten ein unerſeßlicher Schaden, indem es ganz natürlich iſt, daß derſelbe dadurch in ſei» nem Wachsthum niche allein gehindert, ſondern auch gänzlich zerſtört werden müſſe. Beten und Dachruthen ſind zwar in allen Haushaltungen, und beſonders in der Landwirthſchaft, nothwendig,: Allein es gibt andere Mittel, um zu dieſen Bedürfniſſen zu gelangen, ohne daß devhalb ein ganzer Birkenwald zu Grunde gerichtet werden darf.. Ju Auſebung der Binderuthen zu den Dächezu habe ich' bereits bey Gelegenheit| der rothen und gelben Bandweiden einen ſichern Weg, um ſelbige in gehöriger Menge befommen zu können, vorgeſchlagen, und wegen der Beſen werdeu ſich auch noch immer ändere Sewächſe, die dazu tüchtig und geſchickt ſind, ausfindig tmachen laſſen a), wenn man aur deshalb mehr nachforſchen, und nicht aus einer ſtrafbaren Bequemlichkeit das erſte das beſte dazu wählen will. 2) Boy einer vor einigen Jahren nach der Altmark und dem Magdeburgiſchen gethatten! Reife, traf ich ohngefähr eine Meile hinter Tangermünde, an einem Sonntage einen alten Mann ohnweit dem Wege fißend an, welcher eine Menge von langgewachſenen Beyfußſtauden vor fich hatfe, und daraus kleine Bündel verfertigte.; M Als ich ihm dieſes ſeines Unternehmens wegen befragte, bekam ich von ihm zur Ant- wort; daß er Beſen daraus machen wollte, um ſolche theils inden herum liegenden Dörfern, theils aber auch in den nächſten Städten zu verfaufen, und ſich davon eine Beyhülfe in ſeiner Urmuth zu verſchaffen. Ob dieſes Mittel anſtatt der birkenen Ruthen, Beyfußſtauden zu den Beſen zu nehmett, der Mangel an Birken in dortiger Gegend, oder aber eine genaue Forſtordnung verurſachte, habe ich zu erforſchen nicht Zeit gehabt, weil ich mic) bey dieſem neumodiſchen Beſenbinder nicht länger auf halten fonnte, ſondern meine Reiſe fortſeßen mußte. Ich habe nachher von andern vernommen, daß auch an mehrern Orten, wo das Holz beynöthig iſt, und beſonders feine Birken vorhanden ſind, die hohe Beyfußſtauden zur Ver- fertigung der Beſen genommen werden,.(7 Genug, daß daraus erhellet, wie es nicht ſchlechterdings nothwendig ſey, die junge birkene Ruthen zum Beſenmachen zu nehmen, und dadurch öfters den beſten Birkenanbau zu Schanden zu richten, 6. 326. Von den wirtyſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16, 211 6,4 2326. Lon der Exle oder Liſe und ihrem möglichen Alter, nachdem ſie entweder als ein hochſtänu niger Baum, oder im Unterholz genugt wird. Die zweyte Baumart, die ſowohl in ihrea Stäumen als auch im Unterholz vuße bar iſt,„uad welche wir uns, weil ihre Nußbarfeit auf der leßtern Ark vorzüglicher falt, für den gegenwartigen dritten Abſchnitt auf behalten haben, iſt die Erle oder Eiſe, Der Stamm der" Erls endigt ſeinen Wachschum in 40 bis 50 Jahrex, und in einem ſehr guten Grunde auch wohl erſt in 60 Jahren; im Unterholze aber läßt ſich die Erle, wie ſolthes aus geführten wirthſchaftlichen Holzrechnungen erſehen weiden kann, - 80, und auch wohl 100 Jahre nußen. ; Der Sramm, dean die Erle treibt, iſt zwar ſehr hoch und dabey ungemein gerade; die Dicke deſſelben aber wird nur ſelten über 16 bis 20 Zoll betragen. 8 6.2.2276 Von dem Srunde, den die Libs zu ihrem guten Wachethum. und Fortkommen erforder und daß wenigſtens in der Tiefe ihre Wurzeln einer beſtändigen FSeuchtigfeit theilhaſtig werden müſſen, - Es will dieſer Baum, wenn er die gehörige Zeit ausdauern, und dabey einen guten und ſchnellen Wachs:hum von ſich verſpären laſſen ſoll, einen ſchwarzen moraſtigen und dabey warmen Grund haben... Er wächſt zwar auch auf den Höhen und im Sande, jedoch muß dabey allemahl voraus geſebt werden, daß der Boden, worin ex ſteht, unterwärts naß und quellig ſey. Ohne daß ſeine Wurzeln einer beſtändigen Feuchtigkeit chei'hafrig werden können, bat dieſer Baum kein Gedeihen noch Fortkommen, und man mag ihn daher mit Recht einen Waßerbaum nennen, G-4429% Daß daher öfters die Erlenbüſche durch allzu tiefe Graben gänzlich zu Grunde gerichtet werden können, und wie ſolches an den Orten, wo das Zolz bepnöthig und Foſtbar iſt, auf eine vernünftige Art, ohne die Zauptendzwerke der übrigen Wirthſchaftstheile zu vet»? fehlen, zuvermeiden geſucht werden müſſe. Die Büſche, wo die Erlen ihren eigentlichen Stand haben, ſind daher gemeinig- ſich quebbig und moraſtig, und man fann darin nur bloß zur Winterszeit, bey hartem Froſt, einen Holzſch!ag vornehmen, welches aach an und für ſich ſchr gut iſt, weil ſonſt dergleichen Büſche, wenn ſie zu einer Zeit ,- wo die Bäume noch in vollem Saft ſtehen, gehauen werden, ihrem Verderben nabe ſind, Man pflegt aber öfters, theils wegen der vorliegenden Mühlen, theils aber auch um den angrenzenden Wieſewachs zu verbeſſern, in dergleichen Bruchgegenden große und tirfe Graben ziehen zu laſſen. Dur dieſe Sraden wird natürlicherweiſe der Grund eines ſolchen Erlenbuſches trockener gemacht, und demſelbey wohl gar alle Feuchtigkeit, ſowohl in der Oberfläche als in dem Grunde, benommen,; Dd 2 Wenn 212 Eilftes Hauptſtück. Wenn nun vorbemerktermaßen die Erle, ohne wenigſtens im Grunde eine beſtän- dige Feuchtigfeit zu genießen, ſchlechterdings nicht b-ſtehen kann; ſo iſt-dieſes ein Um- ſlaad, wodurch öfters ein in. dem beſten Wachzchum ſtehender Erlenbuſch mit einmal zu Grunde gerichtet wird, welches an Oiten, wo vas Holz beynöthig und tbeuer iſt,- einem Eigenthümer einen ſehr empfindlichen Schaden zuziehen kann. Es muß daher bey“ dergleichen Grabenzichungen wohlbedächtig darauf geſehen werdet, daß ſie nicht ohne Noth zu tief gerathen mögen.; Denn eine tro>ene Oberfläche kann die Erle ganz wohl vertragen, wenn es ihr nur E der Tiefe nicht an den zy ihrem Wachothum und Erhaltung nöthigen Feuchtigkei- ten fehlt. 4 Jn der Landwirthſchaft muß zwar allerdings das kleinere dem größern weichen, Und öfters ein nußdarer Wicthſchaftstheil, um einen andern, der mehr nußbar iſt, in den gehörigen Stand zu ſeßen, aufgeopfert werden, Inzwiſchen kann eine wohl angebrachte wirthichaft!iche Klugheit, in Fällen von dieſer Art, die Sache auch dergeſtalt einrichten, daß Wir:hichaſtecheile, die ſich einander zuwider zu laufen ſcheinen, dennoch beyſammen biſtehen und begde nußbar bleiben, OS. 329 Daß die Beſamung der Erle ungemein leicht falle, und es dabey. hauptſächlich auf die ver» ſchiedene Beſchaffenheit des Bodens, ankomme, Die Beſamung der Erlen fällt wegen der Menge des Samens, den ſie zeugt, un- gemein leicht„und diejenige, die hiervon eine Anwendung zu machen haben, köanen ſich dieſes Samens mit dem beſten Erfo!g bedienen,: Jedoch müſſen dabey die vorhin bemerkten Umſtände, welche den Anbau der Erlen gänzlich verhindern, auf das ſorgfältigſte vermieden werden. Vorzüglich gehört hieher, daß die Tiefe der Elabrücher genau unteeſucht, und, ob die darin vorzunehmende Grabenziehung dem Eligwuchs nach:heilig ſey, oder nicht, auf eine gründliche Art geprüft werden müſſe?. 6/7340: Von der t7ünlichkeit des Elaholzes überhaupt. In Begenden, wo das Holz nicht in überflüſſiger Menge iſt, ſondern ſolches öf« ters geſucht werden muß, wird der Anbau der Eiſenbrücher allemabl nüßlich bleiben, zu- mahl weun dieſelden, wie es die Ordnung erfordert, in gewiſſe jährige Haue einge- theilt ſind. Sven auf die Art, wie alle andre Holzarten in ihrer Güte-uncerſchieden ſind, triffe man auch das Eljeaholz in einer gleichmäßigen Verſchiedenheit an, Wir reden hier nicht blos von dem Erlenholze, als einen hochſtämmigen Baum betrachtet, ſondern es geht unſere Anmerkung hauptſächlich auf den Nußen, den derſelbe in Rückſicht ſeines Uterholzes hat,; S. 331. Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 10. 233 : C-4337: - Von dem Elsholze, in ſo weit es zum Banholz tauglich iſt, und dazu angewendet werden kann.. Nur ſehr ſelten bedient man ſich des Elsholzes als ein Oberholz.- In den Bruchgyzenden iſt es gar nicht ungewöhnlich, daß man die daſelbſt ange- - wachſene Stämme im Bau zu Stielen und Bändern, als auch) Sparren, wählt. Die Erfahrung lehrt aber, daß ein dergleiczen Bau nur von ſehr weniger Dauer ſey, indem dieſe dazu gewählte Arten- des Holzes ihrer Natur nach ſehr bald faul und wurmſtichig zu werden pflegen,; 5 : Juzwiſchen mag nicht in Abrede geſtellt werden, daß es öfters, dergleichen wenſg dauerhafte Holzarten, in den in Bruchzegenden vorzunehmenden Bauten zum Bauholz zu nehmen, nicht wohl vermieden werden könne. / 6: 922; Warum in den Bruchgegenden ein von Elſetholz vorgenommener Bau, in ſo weit er nur nicht die Zaupttheile des Gebäudes betrifft, nicht verworfen werden könne,| Das gewöhnliche Bauholz von den hohen Gegenden in das Bruch zu bringen, verurſacht viele Koſten und Beſchwerlichkeiten. Kann ſich alſo ein Bruchgeigenthümer durch einen genugſamen Vorrath von El- ſen von dieſer eben[o beſchwerlichen als koſtbaren Laſt entledigen, ſo wird es ihm ſo leicht nicht zu verargen ſeyn,: : Ob von dieſer oder jener Bauart mehrzre oder wenigere Vortheile zu erwarten ſtehn, wollen wir aujeßt nicht entſcheiden, ſondern nns bloß nur auf das, was den Bruch- Beſißern am vequemſten iſt, einſchräufen. | Nach diejen Srundſäßen aber wird ein in einer'"Sruchgegend mit Elſenholz vor- genommener Bau, in ſo weit er nur nicht die Haupttheile des Gebäudes betrifft, Kaiemals verworfen werden können. 4; 6. 333- Warum ſich das Elſenholz zum tTugholz nur wenig ſchicke. Das Eiſenholz dat auf verſchiedene Art ſeinen Nußen, eben ſo, wie wir ſolches bey den andera verſchiedenen Holzarten bemer? haben.!; Daſſelbe fann ſowohl zu inanherley Arten des Nußho!zes, als auch zum Brenn- Holz genußt werden 3. wie daſſelbe aber unter dieſen verſchiedenen Arten nußbar werde, wird in dem Nachſtohenden näher nachzuweiſen ſcon. Der bouptſächlichſte Gebrauch, den man von dieſer Holzart zu machen hat, be- ſteht in ſeiner Anvendung zu Bruvnen und Wajiſerröhren unter dem Waſſer, weil, wie ſchon ohen vewerkt worden, die Haupteigeuſcpaft des E'ſcnbslies' darin veſteht, daß es vorzüglich in dem Waſſee und in allen Feuchtigfeiten dauerhaft ig,;' Dd 3 Zür- 214 Eilftes Hauptſtück. Zur Augbohlung der Pferde- und Viebſtälle iſt vas Erlenholz, weil es viele Näf? and Feuchtigkeiten vertragen Fann, ebenfalls nicht ungeſchickt. Inzwiſchen iſt es auch dem Wurimſtich mehr, als alle andere Holzarten, un- terworſen.. Mn einem Wort: es ſchickt ſich für alle Arten des Nugholzes eben nicht am beſten, 9. 334 Daß die Erlenſtangen ſehr füglich anſtatt der kiefernen zum Zopfenbau genommen, und das durch die hiemit bisher in den Rieferwäldern angerichtete Verwüſtungen vermieden werden können. Mit vielem Nugßen kann es jedoch in der Landwicthſchaft zum Hopfenbau, wenn nan die jungen lang und gerade aufgewachſenen Statgen von 5 bis 6 Jahren dazu wählt, gebraucht werden. Es iſt beſonders in den Königl. Preußiſchen Staaten eine ſehr nügliche Verord« nung, daß fernerhin keine kieferne oder tannene Hopfenſtangen verkauft werden ſollea, %< habe ſchon oben bey Gelegenheit, wo wir von der Erhaltung der Kieferwäl« der gehandelt, den großen Schaden, der dadurch in dieſer Holzart angerichtet wird, be- merft, und es iſt daher ein dergleichen Verbot, weiter keine Hopfenſtangen aus den Kieferwätdern zu nehmen, eben ſd nothwendig als heilſam, wenn man den bisherigen gewöhnlichen Holzverwüſlungen ein Eade machen, und unſere Nachkommen, wegen eie ner unausbleiblichen Holznoth, nicht in die größeſte Verlegenheit ſeßen will. Zu leugnen aber iſt nickt, daß der« Hopfenbau hiedurch eine große Hinderniß ia den Weg gelegt wird; dieſer aber ebenfalls zu denjenigen Laudwirthſchafisrubricken ges hört, von deren Vernachläſſigung der ganze Staat einen merkiihen Nachtbeil zu ero warten hat. Er tüchtige Hopfenſtangen bleibt der Hopfenbau allemahl unvollkommen. Da es aber hiebey nich? auf die Holzart, woraus die Hopfenſtangen beſteba, ſon dern nur auf deren Länge und Höhe ankomint, ſo kann eine gerade gewachſene Eiſenſtaus- ge hierunter eben ſo viele Dienſte chun, als ein junger Kiehnhaum von gleicher Srärke. Daß aber das geniein? Weſen bey dem Verluſt einiger tauſend junger Eljenſtan« gen, welche in Zeit von 5 bis 6 Jahren wieder nachwachſen, nicht ſo viele Gefahr laufe, als wenn die Hoffnung zu eben ſo viel tauſend der beſten und ſtärkſten Balken und Sage» Bls>e verloren geht, fällt von ſelbſt in die Augeu, Ein nicht ſeltener Fehler in der Landpolizey iſt es, daß man zwar eine Sache ver- bietet; dabey aber, wie das verbotene und gleichfalls nothwendige auf eine andere Art erſe6t werden könne, anzuweiſen vergißt.| Eben dieſer Fehler trifft denn auch in dem vorhin erwähnten Fall ein. Die erlene Hopfenſtangen können ohne Nachtheil des Hopfenbaues, ganz ſicher, anſtatt der kiefernen dazu gebran bail Weines GMA 7 Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 26. 215 Es wird auch, wenn man dieſen Weg erwählt, niemals ein Mangel daran zi1 ver« ſpüren ſeyn, indem, wenn auch gleich die Kieferwälder an den meiſten Orten weit größer, als die Eclenbüſche ſind, dennoch ein einziger Erlenſtamm ſechsmahl ſo viele tüchtig? Hopfenſtangen, als von einer einzigen Kieferwurzel zu erwarten ſteht, zu liefern im Stande iſt.. Denkt man dieſes mit einer Ueberlegung nach, ſo wird man gar bald finden, daß in deim Verbot, aus den Kieferwäldern weiter keine Hopfenſtangen zu verkaufen, nichts Widerſiynliches befindlich ſey, ſondern dabey ganz füglich ein ungehinderter Hopfenbau Statt finden könne. Nur dieſes hätte man thun ſollen, daß man den Landwirthen, die in den ihnen vorfallenden ſämmtlichen Dingen ſo wenig Nachdenkea von ſi:h verſpüren laſſen, und daher über alles, was nicht mit ihrer bisherigen Gewohnheit übereinſtimmt, Klage zu führen pflegen, die jungen Erleyſtangen ausdrücklich zu dieſem Behuf angewieſen hätte a). 2) Ich habe mich hierbey wohlbedächtig länger, als wirklich nöthig geweſen wäre, aufgehals ten, weil mir die Beſchwerden, ſo man über die vorgedachte Verordnung angebracht hat, aus eigener Erfahrung bekannt ſind, Zur Widerlegung derſelben iſt daher nsthig geweſen, dieſen Bezweiflern und Tadlern heilſamer Geſetze ein Mittel, vermittelſt deſſen ſie ihren Hopfenbau, der allerdings in einemt jeden Lande nothwendig bleibt, eben ſo gut, als mit den bisher gebräuchlichen kiefernen Hopfenſtangen, fortſeßen können, bekannt, oder vielmehr erinnerlich zu machen. E8s iſt zwar wahr, daß es nicht an allen Ortfen, wo Kieferwälder vorhanden ſind, eine genugſame Menge von Erlen gibt; allein, müßte man auch gleich die leßtern etwas weiter, als die erſtern, herbey holen, ſo wird doch dieſe geringe Beſchwerlichkeit den„großen Schaden, den die Kieferwälder davon zu befürchten haben, niemals gleich zu ſhäßen ſeyn. Ueberdem findet ein Hopfenbau im Großen nur hauptſächlich in den Niederungen Statt; daſelbſt aber wird es niemals an einer zureichenden Menge von Erlen fehlen können, weil 28 DN wie ſchon oben bemerkt worden, allda ihren hauptſächlichſten Standort zu aben pAegt. 8. 335- Von dem verſchiedenen Gebrauch des Erlenholzes, als LTutholz, Das Erlenholz wird auch an denen Orten, wo kein Ueberſluß von Eſchen befiad- fich iſt, mit vielem Nußen zu Molden, Ba&trögen, Schaufeln und Bettſtellen-ge- braucht, und man ſteht beſonders in Auſebung der lestern in den Gedanken, daß die ſo beſchriene und höchſt unangenehme Wanzen darin keinen Aufenthalt finden, welches ich denjenigen, die davon eine eigene Erfahrung haben, zur nähern Beurtheilung anheim geſtellt ſeyn laſſe.: Auch bedienen ſich die Tiſchler dieſer Holzart zu Tiſchen und Spinden, weil ſich daFe!be ſehr ſchwarz, und eben ſo gut, als das Ebenholz beißen läßt. Zur Verfertigung allerhand Drechslerwaaren, imgleichen zu den Holzſchuhen, g%raucht man daſſelbe gleichmäßig; wie es denn auch von den Leiſienſchneidern zur Vev» fertigung allerhand Arten von Leiſten vorzüglich beliebt wird, 6. 336, Eilftes Hauptſti'>. 9. 336. Von dem TTunen, den das Erlenholz als Brennholz ſtiftet. Das Holz der Erlen, als Brennholz betrachtet, iſt eben nicht zu der ſchlechteſten Sorte zu rechnen. Hat es nur die gehörige Tro>kenbeit erlangt; ſo gibt es nicht allein eine gute Flamme, ſondern auch eine mäßige anhaltende Hike. Jedoch iſt es hierunter dem Birkenholz nicht völlig gleich zu achten, welches wohl allemal in dieſem Stücke ſeine Vorzüge behaupten wird. Beſouders iſt die Aſche des leßtern weit brauchbarer, ſowohl in Anſehung der Pottaſch- als auch Seifenſiedereyen. Die Aſche von dem verbrannten Erlenholz führt weit weniger alfaliſche Theile bey ſich, und gibt daher auch eine weit ſchwächere Lauge, als die von dem Birkenholz erzeugte, Ueberdem hat ſie ein fladdriges Weſen an ſich, und man hat daher in Anſehung ihrer Menge, dem Gewichte nach, ungleich weniger zu erwarten, 9. 337 Von den von dem Erlenholz gebrannten Rohlen, und der beſondern bey keiner andern Zolz» Art anzutreffenden Eigenſchaft,"daß man d.' von nach Gefallen ſchwere oder leichte Roh» len, nachdem man ſie nöthig hat, erzeugen kann. Die von dem Erlenholz gebrannte Kohlen hingegen werden beſonders gerühmt, und nach den gemachten Erfahrungen behauptet man, daß ſie zur Schmelzung leichtflüſſi- ger Erze, auch ſelbſt für die Glasmacher, vorzüglich vortheilhaft ſeyn ſollen, Sie werden auch bisweilen bey Verfertigung des Schießpulvers gebraucht, wozu ſie aber beſonders leicht gemacht werden. müſſen. Denn als etwas dieſer Holzart ganz eigenes iſt es anzuſehen, daß die davon gebrannte Kohlen, nachdem man davon benöchigt iſt, bald ſchwer, und bald auch wiederum leicht gemacht werden können. ; Will man harte und ſchwere Kohlen haben, ſo nimmt man ein nur halb troenes Holz dazu 3; verlangt man aber weiche und leichte Kohlen, ſo muß das Holz dazu ein Jahr vorher gehauen und in der Witterung völlig ausgetronet ſeyn. Die Kunſterfahrnen, die mit den verſchiedenen Arten von Kohlen umgehen müſe ſen, haben bemerkt, daß dieſe Sigenſchaft ſonſt bey keiner andern Holzart ſo merklich an- getroffen werde, 6. 338. Von Benutzung der Erlen im Unterholz, und wie es in Anſehung des Wiederhaues zu halten ſey, wenn Erlen und Birken unter einander vermiſcht ſtehn, Nimmt man die Erle als Unterholz, welches in gewiſſe Haue einzutheilen, und auf ſolche Art von Zeit zu Zeit zu nußen iſt, in Betracht; ſo lehrt die Erfahrung, daß ſie einen wei“ ſtärfern und geſchwindern Wiederwuchs, als die Birke, hat. Ja einer Zeit von 5 bis 6 Jahren nach ihrer Abſtammung, kann man ſchon ganz brauchbare Stangen, dergleichen z. B, die Hopfenſtangen ſind, von ihr erwarten, Wenn Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 2c. 217 Wenn ein Birkenwald erſt nach Verfließung von 20 bis 25 Jahren wiederum genußt werden kann; ſo hat man bey-einem Erlenbuſche ſchon nach Verfließung von 15 bis 20 Jahren ſichere Rechnung zu machen, Wenn nicht das Birkenholz in Anſehung ſeines Preiſes und innern Werthes ei- nen gewiſſen Vorzug hätte; ſo würde die Abnußung des erſtern dieſem allerdings vorzu- ichen ſeyn. 0 fllein dieſer Vorzug des“Birkenholzes erſeßt dasjenige, wag ihm, in Anſehung des geſchwindern Wiederwuchſes, gegen.das Erlenholz abgeht. Inzwiſchen kann man hieraus ſchon von ſelbſt abnehmen,'vie.es nicht wohl geo than ſey, wenn Erlen und Birken:in einem Haue beyſammen ſtehen, Will man die Haue nach:den Erlen einrichten; ſo verliert man dadurch an den Birken, weil ſolehe nicht-ſo bald zu ihrer völligen Nußsbarkeit gelqugen. Beſtimmt man hingegen die Zeit der Haue nach den Birken; iſo verliert man da- durch wiederum ganz offenbar bey den Srlen,„weil ſolche wenigſtens 5 Jahr eher haubar werden, j Inzwiſchen kan man Dieſes. an den Orten,:wo die Natur eine dergleichen Bermi- ſchung von Birken und Erlen einmal veranlaßt: hat, nicht wohl ändern. Nur bloß darauf mußman bedacht ſeyn, daß die:Nußbarkeit-des größern oder meh- rern nicht durch die Hoffnung,.die man:-fich von:dem-geringern;und.wenigern zu machen hat, gehindert werde. Nichts.iſt.daher natürlicher,-als daß,:wo mehrere Birken:als Erlen in der Vermi- ſchung befindlich ſind,-die Zeit der Haue nachdem Wiederwuchs der erſtern,-an denjenigen Orten aber, wo die Birken von.den.Erlen in Anſehung der Menge überwogen werden, nach dieſen beſtimmt werden müſſe.: Iſt von beyden eine gleiche Anzahl“vorhanden; ſo wird man nicht irren, wenn man die Zeit'-des Wiederwuchſes.der'Birken hierunter zur Richtſchnur:nimmt, Gelangen gleich dadurc die Erlen zu einer:mehrery-Stüärke,.als nach ihrer Nao tur zum Abtreiben:nöthig wäre.; ſo kann doch.der Eigentchümer dabey:niemals etwas verlieren, weil'ſie-auch dagegen im Klafterholz ſowohl.als in den Reiſiggebunden deſto mehr ausgeben, und folglich der Verluſt, der durch die längere Zeit ihres Wiederhaues verloren zu gehen ſcheint, völlig wieder erſcht/wixd, 4. 339. In wie weit dasErlenlaubden Schafen zuträglich,:und wie bey der Belaubung derſelben ſowohl,.als auch aller andern Baumarten,'damit den-Stämmen.dadurch kein Schaden geſchehe,:zu verfahren ſey. “Die Erle gehört unter-andern mie zu denjenigen'hbochſtämmigen Bäumen,.deret Laub eine Winterfutterung:für die Schafe abgibt. Es wächſt dieſer Baum gemeiniglich in:einem eiſenartigen Grunde, welches einen jeden, der in landwirthſchaftlichen Dingen eine Erfahrung hat, nicht unbekanne iſt, .„Alle ſeine Theile, und folglich„auch ſeine Blätter,'haben daher eine:gewiße "Schärfe, und etwas zuſammenziebendes-an ſich, Qecon. Forens. Y11 Theil, Ee Aus er Urſache mag denn auch das Laub dev Erle eben nicht als das biſie Mahrungewittel für das an ſich zarte Schafvieh angeſehen werden, GN0 50? erinangelt es an vielen Orten an einer beſſern Art von Laubbäumen, und die Srieu müßen daher, weil ihr Laub doch nicht gänzlich zu entbehren iſt, aus No:h dazu genomtgen werden, Nur ſo viel finde ich biebey zu bemerken nöthig, daß man ihnen ihr Laub, wern man nich: die Bäume ſelbſt zu Stunde richten will, nicht zu unrechter Zeit nehmen müſſe. Ein jeder Daum, der ſein Laub" und ſeine Aeſte alsdenn, weun ſeine Söäfte im vollen Umlauf ſind, verliert, leidet dadurch gar ſehr, und'es wird ihm ein ohunfeblbares nahes Abſterben zubereitet,; Dieſes findet denn auch bey der Erle ſeine Anwendung. Die Schäfer pflegen das Ablauben der Bäume gemeiniglich alsdenn, wenn ſie im vollen Safie ſtehen, vorzunehmen.; Wer von der Beſtimmung der Blätter zur Erhaltung des Baumes nur einige Begriffe hat, der wird von ſelbſt einſehen, wie höchſt ſchädlich ſolches dem ganzen Bauy- me ſey, und daß daraus nichts anders, beſonders wenn es einige Jahre hinter einander geſchieht,'als ſein völliger Untergang erfolgen könne. Die Blätter können ihm nur alsdenn, wenn ſie bereits das ihrige zum Wachg- thum deſſ:lben beygetragen haben, ohne deſſen offenbaren Schaden benommen werden. Das für die Schafe nöchige Laub muß daper nicht eher, als gegen Eintritt des Herbſtes, wenn ſich ſchon die Säfte der Bäume zu verdicken und ihr Umlauf ſchwächer zu werden anfängt, gefammelt werden. GSeſchieht ſolches früher, ſo iſt es in Anſehung der Holzwirthſchaft-unrichtig ge- dacht, und gehaudelt, Die am Baum ſchon halb erſtorbene, und ihrem Abfall nahe Blätter werden zwar auch nur eine ſchlechte Nahrung für die Schafe abgeben, und es kann den Schäfern, mit dem Ablauben oder Laubſtreifen ſo lange zu warten, nicht wohl zugemuthet werden. Inzwiſchen iſt auch hierunter ein Mittelweg mögli). Faſt an allen Bäumen, beſonders auch den Erlen/ findet man mit Anfang des Srpiember- Monaths annoch ein friſches und ſaftiges Laud. Die Blätter aber ſind alsdenn dem Baum, weil ſein Trieb ſchon aufgehört hat, und die Knoſpen für das künfrige Jahr geſeßt worden ſind, nicht mehr nothwendig, und ſie' können ihm alsdena, ohne ihm dadurch einen merklichen Schaden zuzufügen, ganz ſityer benominen werden. Auf dieſe Zeit müſſen denn auch die SHäfer mitYhrem Ablauben und Laubſtrei- fen billig verwieſen werden; Findet ein Landwirch, weil er vielleicht das ſo ſpät geſammelte Laub ſeinen Scha- fen nicht dienlich erachtet, eine dergleichen Einrichtung zu machen richt rathſam; ſo wird er den Schäfer doch ivenigſtens davon abzuhalten haben, daß er ſich nicht die Freyheit nehme, den ganzen Erlenbuſch ohne Unterſchied nach ſeiner Willführ zu belauben. Denn gewiß iſt es, daß dadurch ganze Haue zu Grunde gerichtet, und dem Ei- genthümer in ſeiner Holzbenutung öfters ein wichtiger Schaden angerichtet werden I on eis EEE REIGEN UNIE EPE INS GDa Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 219 Sonſt bedient man. ſich auch des Erlenlaubes in den Banſen 6der Täßen der Ge« freideſcheunen, weil man aus der Erfahrung wiſſen will/ daß ſolches den Mäuſen, die ſonſt ig den Unterlagen des Getreides ſchr vielen Schaden zu thun pflegen, zuwider ſey. Soll aber dieſes von gehöriger Wirkung ſeyn; ſo iſt nöthig, daß das alte Laub alle Jahre mit friſchem abgewechſelt werde. 6. 349 Beſchreibung der weißen Erle, Was wir] bisher vorgerragen haben, betrifft nur eigentlich die ſo genannte Scwatzerle 3 es gibt aber auch noch eine andere Art von Erlen, unter deim Nahmen von Weißerlen, die in unſern Gegenden nur wevig bekannt ſind. Inen erbabnen kaiten Gegenden, die ſie liebt. Die Rinde iſt blaſſer, viel weißer, und faſt bleyfarbig. Der junge Trieb nebſt dem Laube haben weder den. Glanz noch das fette Flebrige Weſen, wie bey der gemeinen Erle, und die Blätter ſind-länger und feiner-geza>ts nah oben 3u viel ſpirzer und nicht ſtumpfrund, wie bey der gemeinen, unterwärces an den Zauptrippen ohne Schwämmchen, auc< weißlich, rau: und wolligtier. Sie hat eine gröbere zuſammenziebende Eigenſchaft, die übrige Vorzüge hingegen ſind 1no< nicht ausgemacht. Uebrigens iſt ſie ganz verſchieden von der gemeinen, ſie verdient die Saat und das Anpflanzen ihres guren Anſehens halber ſehy wobl, und treibt einen ſchönen geraden glatten Stamm, auch eben ſo viele Stammw.- und Wurz zelbrut, ſchlägt aber weit ſchwerer Wurzel, als jene. Die junge Triebe und ſchöne grüne Knoſpen, die größer,'als an der gemeinen Erle, ſind, geben nebſt den Blättern dem Baum eivy. ſebr gutes unterſcheidendes Anſehen, Die Sperlinge verwü- ſten die Blätter vorzüglich vor der gemeinen, da ſie vielleicht in demſelben viele un? ter der Zaut wohnende Blatt- uyyd DHäferwürmer antreffen. S. 341. Daß faſt alle hohſtämmige Laubholzarten auch im Unterbols genutzt werden Lönnen, jedoch darunter einige vor andern einen großen Vorzug-haben. Wir haben ſolchergeſtalt die beyden Hauprarten des lebendigen oder Unterholz? näher kennen gelernt. Es ſind aber die Birke und Erle nicht die einzigen hoc<ämmigen Baumarten, welche auch zugleich als Unterholz genuße werden können; ſondern wir has. ben bereits verſchiedentlich bemerkt, daß faſt.alle MIEREN Laubholzarten auch zugleich < es ein 220: Eilftes Hauptſiük. ein Unterholz abgeben, weil von denſelben durchgehends ein Wiederwuchs aus dem Stamm, und auch zugleich ein ſtarker Aufſchlag aus den Wurzeln verſpürt wird. In dem zweyten Abſchnitt iſt bey einer jeden: hochſtämmigen Laubbaumart, in wie weit ſie auch in dem Unterholz genubt werden könne, beyläufig. angezeigt worden, als worauf im mich nochmahls ganz ſicher beziehen kann. Da aber nicht alle hochſtämmige Holzarten in dem Unterholz gleich: nußbar ſind, ſondern einige derſelben vor den andern hierunter einen merklichen Vorzug haben; ſo will ic) dieſen Vorzug gegenwärtig nur noch mit wenigen berühren, um dadurch einea jeden Landwirtß-, der von dem Unterholz. eine Einnahme zu erwarten haf, in den Stand zu ſez- zen, daß er bey' dem Anbau ſeines lebendigen. Holzes diejenigen Arten, die ihm den mei» ſn Borcheil brigen, wählen könne, CG. 3425 Der: Vorzug. den verſchiedene Zolzarten vor andern in dent Unterholz. haben, wird näher bemerkt und wiederholt: Die Birke und Erie: bleibt, wie ſchon vorhin geſagt worden, jederzeit die beſte uns ſicherſte Unterholzart, beſonders alzdenn, wenn' man. das Unterholz, nicht bloß zu Rei- figgebunden gebrauchen, ſondern: auch davon mäßige, zu Klafterholz ſich ſchifende Stan» gen. in demſelben anziehen will. Ja. die Natur ſcheint dieſe beyde Holzarten, wegen ihres ſtarken und ſchnellen Wiederwuchſes'„ mehr zum Verbrauch im Unterholz, als zu hochſtämmigen Bäumen, beſtimmt zu baben. Inzwiſchen kann ein Guthseigenehümer nicht immer die andern Arten des Untet- Holzes gänzlich augrotten, und. ſolche: mit lauter Birken und Erlen verwechſeln z. ſondern er muß auch: mit andern, die in ſeinen Walde wachſe und aufgeſchlagen. ſind, vorlieb nehmen, und ſelbige nach Möglichkeit zu nußen ſüchen, un Jedoch iſt hierzu, wie ſchon vorhin erinnert worden, eine nähere Kenntaiß, in wie weit eine jede Baumart in dem Unterholz mehr oder weniger nüßlich ſey, nöhig. It, iſt nußbar. Die damit gefärbte Wolle bekommt, nach der Verſchiedenheit der Zubereitung, eine gelbe, grünliche, Dun rothe Farbe, Es iſt zwar wahr, das dieſe Facbe nicht beſtändig iſt, ſondern ſehr leicht verſchießt z inzwiſchen gibt es verſchiedets Fälle, wo man keine dauerhafte Jarbe, die gemeinig! ich ſehr theuer zu ſteben kommt, nöthig haf, ſondern mit einer wohlfeilen und unbeſtändigen ebenfalls ſeinen Endzweck erreichen kann, Man pflegt daher ſich dieſer Fau!baumrinde zur Färbung der Neße und Leinen zum Vogelfange zu bedienen, und es würde eine Art der Verſchwendung ſeyn, wenn man biezu foſtbare echte und dauerhafte Farbe nehmen wollte, Was von der Rinde des Fauibaums in Anſehung der Farbe geſagt worden, gilt auch von den Beeren dieſes Strauchs, indem inder davon verfertigten Lauge die Wolle, wenn ſie ſtark darin gekocht wird, eine grüne Farbe erhält. 4. 350- Warum das Laub des Faulb&äunis eine ganz vorzügliche Winterfutterung für die Schafe ſep. Endlich iſt bereits in dem zweyten Adſchnitt 68. 120. beyläufig erinnert worden, daß unter allen Laubarten das Laub des Faulbaums das beſte und nahrhafteſte Wiater- Futter für die Schafe abgebe. Das Zeugniß eines alten erfahrnen Schäfers haf mich, wie c. 1. mit mehrern er- ſehen werden kann, bewogen, daß ich dem Faulbaumlaube hierunter den erſten Rang bGeygelegt habe. Es hat dieſes Laub ein ſchleimiges Weſen und ſüßlichen Geſchma an ſich, und man hat daher durch die Erfahrung wahrgenommen, daß ſolches auch von dem Rindvieh gern gefreſſen, und die Milch darnach gar ſehr vermehrt wird. Der Grund von dem erſten iſt der ſüßliche Geſchma>, von dem leßkern aßer das ſchleimige Weſen, indgm ſolches eine Anzeige iſt, daß dieſes Laub viele öhlige Theile, weiche« Vermehrung der Milch beſonders zu beſördera im Stande ſind, bey ſich füh- ren müſſe. Hiedurc ſind. Die Wurzel der Haſelſtaude, welche ſtark, dick und fiſt iſt, läuft ſehr weit aus und treibt daher viele Brut und Wurzelſtöe, 4 j 6. 2352. Voy ihrer Vermehrung in den Forſten. Das eigentliche Alter der Haſelſtaude erſtreckt ſich nicht leicht über 30 Jahr. Das öftere Fruchttragen ſchwächt ſie gar ſehr, und ſie fängt bald an, in ih- rem Holze aus dieſer Urſache zurückzugehm, wozu auch die Menge der neuen Wurzel- Sproſſen, wodurch ſie ebenfalls geſchwächt wird, ſehr viel beyträgt. Es vermehrt ſich dieſe Strauchart, wenn ſie einmal ihren Stand genommen bat, zwar durch die von Zeit zu Zeit abfallende Nüſſe von ſelbſt, und man hat, auf ihre künſt« liche Fortpflanzung im Wilden nur ſelten bedacht zu ſeyn, Urſache. Sollte aber, hierunter eine künſtliche Vermehrung zu unternehmen, rathſam feyn; ſo wird ſolches, wie es bereits in den Gärten bekaunt iſt, zwar ſehr leicht durch Einlegen, Abſenken und Verpflanzung der Wurzelſproſſen geſchehen können. Ja den'Forſten aber würde, wenn man daſelbſt eine Vermehrung des Haſelſtaus dengeſchlech!s nöthig finden ſollte, dieſe Vermehrungsmethode zu weitläuftig fallen, Ein ſtärkerer Anbau von Haſelſtauden kann in den Wäldern durch die Nüſſe, die ſie bringen, und auch zugleich ihren Samen augmachen, weit leichter vewirkt werden, Die Erfahrung lehrt auch, daß die aus den Nüſſen erzeugte Haſelſtauden atm ſchnellſten aufwachſen, und in einer Zeit von 8 bis 30 Jahren die erforderliche Höhe und Stärke erhalten. 6. 353- Von dem verſchiedenen Gebrauch, dex von dem Zaſelſtaudenholz gemacht werden kann. Die Haſelſtaude iſt ſowohl durch ihr Holz, als auch ihre Frucht, nußbar, Das Holz der Haſeln ilt zwar weich und geſchmeidig, hat aber dabey auch zu- gkeich eine gewiſſe Härte und Zähigkeit, und ſie kann aus dieſem Grunde gewiſſermaßen denz Birkenholz gleichgeſchäßt werden, 3 n Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16, 223 In Anſehung ſeiner Geſchmeidigkeit und Zähigkeit, gibt es ſehr gute Reif- und Bandſtöcke ab, und es iſt bekannt genug, daß ſoiche von den Bötcchern ſehr häufig ge- ſucht und gebraucht werden. Bey nahe gelegenen größern Städten und Salzwerken kann man ſich davon jedex« zeit einer ſehr anſehnlichen Abſo6 verſprechen,| Auf den Gräflich Kamkeſchen bey Wrießen an der Oder belegenen Güthern, allwo i4 den dortigen Waldungen eine vorzügliche Meng? angetroffen wird, gewährt dieſes Ge« wäche eine ſehr anſehnliche jährliche Einnahme in der Forſtrechnung, welche um ſo ange nehmer iſt, als ſie, wegen des baldigen Wiederwuchſes der Haſelſtauden, beſtändig forte geſeßt werden kann, Außerdem verfertigt man auch aus 2 bis 3zölligen Haſelſtauden, nachdem ſie ge» DaG worden, Zaun- Sa<- Sieb- und ZorbſiöFe, imgleichen Rober- und Bie venſtö>e. Ferner bedient man ſich der haſelnen 2 bis 3zölligen Stangen zu Harfenſti imgleichen zu Dreſchflegelhandbhaben.„ui TE MEH 3 Ss 354. In wie weit dieſes Zo!z3 zur Feuerung nutzbar ſep. Aus der vorangeſchicten Beſchreibung des Wuchſes der Haſelſtauden, ergibt ſich von ſelbſt, daß ſolches außer den vorhin angezeigten Arten des Verbrauchs im Uherten zu weiter nichts, als zu Reiſigholz, tauglich iſt, Und ob gleich dieſes Holz wegen ſeiner natürlichen Weiche nicht eben das beſte zu gen iſt; ſo kann es doch auch nicht zu den ſchlechteſten Sorten des M EDIE| zuhlt werden, Vor dem Reiſigholz von den Linden und Weiden wird es allemal einen merk(; Vorzug behalten, a 000 | 8. 355. : Von der Vorzüglichkeit der von dieſem Zolz gebrannten Rohlen, Ganz beſonders zeigt ſich die Nügtlichkeit deſſelben, wenn man eg zum Koh- lenſchwelen- beſtimmen will. Man muß hiezu, wie ganz natürlich iſt, die ſtärkſten Stangen wählen, und auch ſelbſt die Wurzeln dev Haſelſtauden, welche eine weit größere Härte, als dag Holz der GER 196) N ſich I dazu nehmen, an bekomme hievon die beſten kleinen Schlöſſer- und Schmiedekohlen hat den Vortheil,. daß ſie nicht ſo, wie andere Kohlen, ſpringen, und NG ne ep ſtärkere Hiße länger unterhalten. Auch ſelbſt in den Pulvermühlen bedient man ſich bisweilen dieſer Verfertigung des Schießpulvers, indem dieſelben, wegen der bey dem Gil AARE Härte und Zähigkeit, eine gewiſſe Feinheit und zartes Weſen an ſich haben, als welche Eigenſchaft von den Kohlen, die zum Pulvermachen verbraucht werden ſollen, beſonders erfordert wird, Ff 2 6. 356, 228 Eilfte3 Hauptſtü>k. LL SG. 356. Von dem Trutzen der Frucht von der Zaſelſtaude, und daß ſie als eine'Art von Maſt, ſowohl fär das Wiid, ais auchdie zahmen Schweine, angeſehen werden könne. Die Haſelſtaude gewährt auch in Anſehung ihrer Frucht dem Eigenthümer einen merflichen Nuten. Die darauf wachſende Nüſſe ſind, in ſo fern ſie ihren Stand in den Wäldern ha- ber, eine natürliche Maſt und Navrung des Wildes, beſonders aber des Schwarzwildprets. Sie können auch. wenn ein Eich- oder Buchwald eine Menge von Haſelſiauden zum Unterholz har, zur Bermehrung der Maſt für die zahmen Schweine ein vieles hey-- tragen, indem die Kerne der Nüſſz, weil ſie einen ſüßen und angenehmen Geſchmack an ſich haben, von. allen Thieren gern gefreſſen werden; auch nicht zu zweifeln iſt, daß ſie . 7 ihrer bey ſich führenden öhligen Theile, das Fett der Maſtſchweine vermehren eiſen ſollten, S. 357 Von dem LTugzen, der von den Zaſelſtauden durch den Verkauf der LTüſſe erhalten werden kann, welches durch ein ZBeyſpiel beſtätigt wird. Will man ſie aber auch hiezu nicht beſtimmen, ſo fällt nicht unmöglich, von den Haſelvüſſen, wenn ſie in einer gewiſſen Menge vorhanden ſind, durch ihre Einſannnlung und Verkauf, eine ganz angenehme NebenwirthjcI een= Von den wirtbſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c- 231 Ja, gewiſſermaßen iſt es noch feiner und zarter, als dieſes. Da es aber ſehr vielen Saft bey ſich führt, und ſolchen auch ſehr ſchwer fahren faßt, ſo hat ſeine Austrockaung viele Schwierigkeiten,; Bey dieſer Austrocknung muß ſehr langſam zu Werke gegangen,- und es nicht eher, als bis man davon völlig überzeugt iſt, zu Nußholz verbraucht werden, iadem die Erfahrung lehrt, daß das Holz von dem Fliederſtrauch, wenn es nicht vollkominen tro >en iſt, ſehr ſtark aufreißt, und dadurch die ganze davon verfertigte Arbeit verdorben wird, Nar bloß das zu ſeiner möglichſten Stärke gelangte Fliederholz kann im Großen verarbeitet werden, indem, wiz ſchon oben erinnert worden, das junge Holz zu zerbrech? lich iſt. 9? Sonſ? wird das recht gerade gelbe Fliederholz zu Litpealen, Zandgriffen, und Einfaſſungen verſchiedener mechaniſchen Jaſtrumenten, auch zu Siſcherknütt- und gro- ben FSileenadeln gebraucht. Ferner bedienen ſich die Kunſtktiſchler des Holzes ſowohl, als auc der Wurzek, zum Auglegen,. und ſelbſt die Drechsler nehmen däſſelbe, wenn es alt und recht hartiſt, zu verſchiedenen Arbeiten, 8. 363» Daß das Zolz des Fliederſtrauchs auch im Unterholz zur Feuerung N nuzb«är ſep. In ſo fern man den Fliederſtrauch unter dem Unterholz in den Wäldern antrifft, kann derſelbe zwar ebenfalls weiter nichts, als ein bloßes Reiſigholz, abgeben, Es leiſtet aber daſſelbe'in der Feuerung mehrern Nüßen, als man nach dem blo- ßen Auſchn glauben ſollte,; Beſonders werden die davon gebrannte Kohlen vorzüglich gut gehalten, und, nach den Birken- und Erlenkohlen, für die beſten ausgegeben. Dieſes Hoiz iſt ſolmemunach, wegen ſeines geſc, 6.“ 368. Daß auch das Zolz des H7ehlbeerſtrauchs in dem Unterholz ſehr gute Feuerung und Rohlen gebe. Die hohfämmigen Mehlveerbäume werden daher wohl nur ſehr ſelten, es wäre denn, daß ſie durch ihr Abſterben zum Nußholz untauglich geworden, zur Feuerung ges braucht werden, ſondern ſo'ck, Iv fo fern er zu der Geſtalt eines hochſtämmigen Baums gelangt, erreicht er zwar nur eine mäßige Höhe, von“etwa 10 bis 12 Fußz in der Stärke und Dicke aber, die fich öfters auf 16 bis 20 Zoll beläuft, wächſt er gar ſchnell, G 371: Daß dieſe Zolzart einen guten Boden verlange, und auf welche Art ſie-am beſten vermehrt und fortgepflanzt werden kann, Mit einem dürren: und. unfruchtbaren Boden nimmt dieſe Baumart nicht gern fürlieb, ſondern ſie will, wenn ſie gur wachſen, und den gehörigen Nuten, ſowohl als MAREEN Baum, als auch in dem Unterholz, briugen ſoll, einen guteu Grund aben. Es kann dieſer Baum, ſowohl durc< Verpflanzung der jungen Sprößlinge, als auch durch Ausſäung ſeines Samens, fortgepflanzt und vermehrt werden, Jn dem Unterholz iſt weder eine Verpflanzung noch auch. Saat nothig, indem die Wurzeln nach dem Abtreiben ſehr viele junge Sprößlinge, welche vorzüglich ſchuell wachſen, hervor bringe; die Frucht, die er trägt, beſteht in runden. braungrünen Bees ren, die aber zuleßt-ganz braungelb werden. In derſelben findet man 2'bis 3 dreyecfige braune Samenkörner, vermittelſt wel- ls bedienen darf;)- mehr). als: in:unfern. Gegenden, zu Hauſe gepört, ſollen die Beeren davon, eben ſo wie die Miſpeln, wenn ſie teig und mürbe geworden ſind, zum BPerkauf zu Markte gebracht-werden; und.man verſichert, daß-dieſe Frucht dergeſtalt be- liebt ſey daß ſich auch: ſogar. die Zuckerbäcker, ſolche mit Zucker einzumachen, gelü- ſten löſſen. a3ufnle? ; S8. 375: 3 Von ven ſchwarzen Zeidelbeerſtrauch, und warum man in dem Forſtweſen denſelben ebenfalls näher kennen lernen müſſe, Auch muß ich des ſchwarzen Zeidelbeerſtrauchs mit wenigen gedenken. Denn ob gleich das Holz," oder vielmehr das Kraut dieſes Strauchs nur wenig bedeuten? iſt, ſondern öfiers den Aufſchlag beſſerer und nügßlicherer Holzarten verhindert z fo iſt doch die Frucht davon in vielen StüFen brauchbar. U:berdem muß man ſich auch in dem Forſtiveſen nicht bloß die edlern und nüßkli« k, S4 385: Von dem LTutzen, beydes ſeines Zolzes, und auch der Frucht, Das Holz des Johannisbeerſtrauchs, er mag zahm oder wild gewachſen ſeyn, bak, eben, wie das Birkenholz, eine mittelmäßige Härte an ſich, iſt aber auch zäher und. feis ner, als dieſes. Ss würde ſich vaſſelbe aus dieſer Urſach auch als Nutßholz ganz wohl bearbeiten (M7; wenn man es, nur. von einer ſolchen Stärke, als hiezu nöthig iſt, bekommen önnte, Inzwiſchen gibt do das wilde, wenu es mit dem andern Strauchwerk alls 6 bis 8 Jahr adgebolzt wird, ein ziemlich gutes Reiſigholz zur Feuerung, Der Nußen,. den die Johannisbeere in der Haushaltung ſowohl, als auch der Arzneykunſt ſtiftet, iſt ſchon vorhin berannt, Hiezu bedient wan ſich aber nur gemeiniglich der zahmen in den Gärten zue wachſenen Beeren, weil ſolche theils leichter zu haben, und theils auch größer ſind, als die wilden, . Dieſe geben inzwiſchen in den Wildbahßnen eine Nahrung für das Voge!werk eb, und ſie können ebenfalls, wenn ſie in großer Menge vorhanden, und ihre Einſommilung nicht zu inühſam ſiele, als eine Beyhülfe bey dem Branntweinbreanen angeſehen werden, 8. 3836. Von dem AbhlbeerſtraucH; iſt mit dem wilden Iohannisbeerſtrauch einerley Seſchlechts, gibt aber in allen ſeinen Theiletz einen ſehr häßlichen: Geiftkänk von ſich. Der Ablbeerferguch gehört mit dem vorigen Johannisbeerſtrauch zu einer!ey Ses ſchlecht, wie ſie denn auch in der lateiniſchen Sprache einen gleichen Nahmean führen, und beyde Ribes genannt werden. Es ſind auch beyde gemeiniglich eine Anzeige eines guten HolzFodens; in den Erlenbüſchen und brüchigen Gegenden wärhſt er ſehr ſchnell und hoch; ſonſt unterſcheidet er ſi:h von dein Johaunisbeerſtrauch unter andern hanptſachlich durch denwidiizen Gee rich, den Holz, Rinde, Wurzel,«Zweige, Wläcter und Früchte an- ſich haben, und mit dem Geſtank des Kaßenurins in Vergleichung geſeßbt werden kann.- Sonſt hat er in Anſehung ſeiner Vermehrung mit dem Johannigbeerſtrauch viels Aehnlichkeit, 6. 387» Dieſer Strauch ſtiſtet ſowohl im Unterholz, als auch mit ſeiner Frucht, / nür wenigen Titiüein In.den Forſten iſt er,.eben ſo, wie der wilde Johannisbeerſtrayc erbalten; und in England ſammelt inan ſie zur Verfertigung des befannten Bottelbiers. p In übrigen wird der Decoct von Rinde, Holz und Blättern, als ein Mittel wi- Her die nim Gicht angeſehen, dtm 488647 Von dem Cornelſtrauch, was er für einen Boden aD Gegend liebe, und.daß '*deſſen' Vermehrung ſchwer fäl Der. wilde Cornelſirauch, welcher ebentalls, wenn ebeſonder3 gepflegt und an- gezogen wird, die Seſtalt eines Bains gewinnt, verdient" mehrere Aufmerkjamfeit. In unſern hieſigen Gegenden wird er'nur ſehy ſeiten angetroffen, deſto mehr abey in Thüringen,"am Vordexbarz, der Graſſchaft Mannsfeld und-andern dort becum liegen» den SIegeindeit, ". HSeinemwnatürlichen wilden Stand'hat'er beſonders'auf"den Hügeln und Feinigen Anhöhen, die aber zugleichiein fruchtbares Erdreich haben müſſen.““ 7 Sein Wachsthum geht eben nicht ſehr ſchnell von ſtatfent, er wird ober auch dage Gen zietnlich ftarf und h6%, beſonders wenn er zu einein hochſtämmigen Baum ge zogen wird,.:; Seine Vormebrung geſchieht äm ſicherſten durch den Samen, welcher aus einer. in einer röchlichen flei/ ſck. d 6. 89." Von dem TTugen des Zolzes, ſowohl von u nfne als Strauch, und daß ſich be- ſonders der lezte zu Seen ſehr wohl ſchicke,; Sonſt iſt dieſe Baum- und Strauchart aa und für ſich nicht gänzlich unnus, ſondern kann auf: verſchiedene Art, ſowohl in Anſehung ihres Holzes, als auch ver Frucht und Blüche, genußt werden. Das Holz des Cornelbaums iſt, wenn es zu einer gewiſſen Stärke gelangt, aus- nehmend bart, zähe und feſt; weshalb es denn auch, weil dieſes die Haupteigenſchaften ei- nes guten Nußholzes. ſind, dazu auf mancherley Art verbraucht merden kann, In den Mühlen wird es zu den kleinen' Kammzähnen genommen, auch ſonſraller- hand Stiele zu Arten, Hammern und andern ſchneidenden Werkzeugen daraus verfertigt; wie es denn beſonders wegen ſeiner Zähigkeit und Härte die beſten hölzernen Nägel abgibt, welche öfters beſſere'und längere Dienſte, als die eiſernen, thun. Bey Errichtung der hölzernen Gebäude iſt den Zimmerleuten hieran öfters ſehr viel gelegen,- Die Cornelbäume, die meiſtens nur in den Gärten angezogen zu werden pflegen, find wohl niemals ſo häufig, daß man. auch wegen des Brennholzes auf dieſelben einige Rechnung machen könnte, NE Nur in Anſehung des im Wilden anwachſenden-Cornelſtrauchs kann man hierauf Rückſicht nehmen. Daß das Holz dieſes Strauchs hiezu ebenfalls ſehr brauchbar ſey, läßt ſich ſen bediene. Mehr. Anwendung dazu iſt deshald vorzüglich rathſam, weil er nicht allein unge mein dicht ineinander wächſt, ſondern auch, da er eine feſte und dauerbhafie Wurzel hat, nicht ſo leicht ausgeht, und Lucken macht.:; Decrgleichen Hecken erhalten auch dur< ibr frühzeitiges Blühen eine angenehme Zierde, und das nach der Bläthe bervorbrechende dunkelgrüne Laub gibt ihnen ebenfalls ein reizendes Anſehen, MIE Ieto Von dem s8Tugzen und GSebratch der Frucht, Blüthe auch jungen Blätter des Cornelbaums und Strauchs. 1 Die Frucht des Cornelbaums oder Strauchs wird nicht allein, ſowohl reif als une yeif, in der Arzeneykunſt auf mancherley Art gebraucht, ſondern auch von den Zurerhäls ern- : Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 245 kern zur Verfertigung allerhand Arten von Confituren geſucht, und wenn ſie in der Wirth- ſchaft auch ſonſt keinen andern Nuten haben könnte; ſo wird man ſie doch ganz ſicher zur . Branntweingsblaſe verweiſen können, Außerdem bringt der Cornelſtrauch ſeine Blutuenknoſpen ſchon ſehr zeitig vor Ein- kritt.des Winters zum Vorſchein, blüht auch wirklich, eben ſo wie die Haſelſtaude, lange Zeit vor dem Ausbruche ſeines Laubes, welches im März, und folglich öfters noch bey dem Schnee geſchieht. Ihre goldgelbe Blüthenbüſchel ziehen denn auch beſonders die Aufmerkſamkeit der Bienen auf ſich, indem ſelbige, weil zu der bemeldeten Jahreszeit noch feine andere Nahrung für ſie vorhanden iſt, ſehr begierig auf dieſelben fallen, ſich als aus dem Win- ter fommende hungerige Gäſte davon ſehr übernehmen, und wegen des genoſſenen Ucber- fluſſes öfters erfranfen.!» Dieſes verurſacht, daß die Blüche des Cornelſtrauchs von vielen den Bienen für ſchädlich gehalten wird. A; Es ſcheint aber die Meynung derer, die dieſes Erkranken der Bienen nicht der Blüthe des Cornelſtrauchs ſelber, joadern nur bloß dem übermäßigen Genuß derſelben zuſchreiben, weit mehrere Richtigkeit zu haben, Das junge ausbrechende Laub gibt, wenn kochendes Waſſer darauf gegoſſen wird, einen angenehmen Extract, und es kann derſelbe anſtatt des ſonſt gewöhnlichen Thees ges frunfen werden.: S. 391. Von demi Zartriegel, ſeinem Wachsthum und Vermehrung, und wie der Boden, worin er ein gutes Fortkommen hat, beſchaffen ſeyn müſſe. Der Zartriegel oder Zartbaum gehört mit dem vorigen Cornelſtrauch zu einem hre und man gibt den erſtern für das männliche, dieſen aber für das weibliche eſchlecht an. “ Er iſt ſonſt ein gemeiner deutſcher Strauch, und wächſt auch inden hieſigen Landen ſehr häufig. Er nimmt mit allen Arten des Bodens vorlieb. Jn dem Buſch- und Unterholze aber wird er hauptſächlich da gefunden, wo ein feuchter guter Srund iſt. - Der Stamm dieſes Strauchs, welcher 6 bis 8 Fuß hoch wird, treibt lange und gerade ſchwanke Ruthen, und von der Wurzel geſchieht ein gleiches, weshalb es mit ſei« ner häufigen Vermehrung weit wenigere Schwierigkeiten, als mit dem Cornelſtrauch, hat, zumalen er ſich auch durch den häufigen Samen, den er zeugt, ebenfalls anſehnlich vermehren und fortpflanzen kann. FP Der Same befindet ſich unter der Geſtalt eines harten weiß geſtreiften Kerns in einer kleinen runden violetten oder ſchwarzen Beere; in Anſehung ſeiner Blüthe geht er ebenfalls von dem Cornelbaum ſehr weit ab.| Sie hat nicht allein eine ganz andere Farbe, ſondern es blüht auch der Strauch erſt im May oder Junius, nachdem er bereits ſein volles Laub erhalten hat. Hb 3 6. 382. 246 Eil“tes Hauvptſtit>. Vorn der Benutzung ſeines Zolzes ſowohl, als auch ſeiner Frucht. Sonſt iſt das Holz dieſes Strauchs. ebenfalls hart und zähe, und kann daher zu allerhand mittlern und kieinea Geſchirrholze mitguten Nußen gebrancht werden. Vorzüglich bedient man ſich dejjelben zu kleinen Radeſpeichen, auch Kämmen zu dem fleinen Räderwer?,| Die Schößlinge dieſes Strauchs werden, weil ſie ſehr lang und gerade ſind, mit einem glühenden Draht ausgebrannt, oder auf andere Art ausgebohrt, und alsdenn zu Tobackspfeiſſenröhren genöm:nen, Auch wird bey andern Galanterizwaaren ein öfterer Gebrauch davon gemacht, und es werden daher dieſe Schößlinge von den Profeſſioniſten, die ſich mit Verferiigung ſolcher kleinen Galanteriewaaren abgeben, in den Gebüſchen und Hauen emſig aufgeſucht, In ſo weit man dieſen Strauch, als Unterholz zur Feuerung bejümmt, betrachtet, ſo hat derſelbe wegen ſeiner Härte. ebenfalls alle Eigenſchaften eines gy» ten Brennholzes au ſich. Inzwiſchen wird der Nuten, den er, wenn er mit andern Straucharten vermiſcht iſt, darunter-ſtifien kann, ans eben den Urſachen, die bereits bey dem Cortnelitrauch ange- führt worden, nur wenig bedeutend ſeyn, weil er den andern Holzarten im Nachwuchſe nicht gleichfommen kann, und die lange Schößlinge die er treibt, gemeiniglich nur jehr ſchwach und dünn ſind,| Die Feucht dieſes Strauchs beſteht, wie ich ſchon oben bemerkt habe,„aus klei- nen runden„- anfänglich grünen, nachber aber violeiten oder ſchwarzen Beeren, weiche öfters auch roh oder weiß ſiud,;' Dieſe Beeren ſind von einem ſehr herben und bittern Geſchmack, und ich ſinde daher nirgend eines Gebrauchs, der vavon gemacht wird, Erwehnüng. Inzwiſchen wird die allgemeine Anwendung, wozu ich im VBorſtehenden alle dieſe wilde Fruchtacten, die ſonſt zu nichts beſſern genußt werden können, bejtimmt habe, auch hier fein Bedenken finden.; Denn alles, was auf der Oberfläche des Erdbodens wächſt, und zu dem Reich der Vegetabilien gehört, kann zum Branntweinbrennen gebraucht werden, es mag groß oder klein, ſüß, ſauer oder bitter ſeyn, SG. 393 Von dem Zuülſenbaum oder Stechpalme, was er für eine Lage verlangt, und wie er ſic) vermehrt, Der Zälſenbaum oder Strauch, der auch die Srechpaime genannt zu werden pflegt, mach: an vielen Orten evenſails einen Theil des Unterholzes aus, und.wir werden dahero auch von demſelben das nöthigſte anmerken müſſen. 5 Er wird zwar von vielen unter die ordentlichen Dornenſträucher gerechnet; es iſi aber ſolches ein Jrrtehum, weil ſein Holz und Zweige nicht ftachlicht find, jondera nr bioß das Laub au demſelbin ſcharf und itarhlicht ut, E 8] Von den wirthſchafrlichen Wahrheiten, welche ſowohl te. 247 | E3 liebt dieſer Strouch den Schatten anderer hohen Stammbäurie, weohalb er ſich in den Waldungen im Unterholz ganz wobl ſchickt, Durch Ableger und Verpflanzungen karin zwar dieſe Holzart ebenfalls vermehrt werden; es geſchieht aber dieſe Bermiſcygung durch den Samen am ſicherſten, wiewohl es damit ſehr lanaſant zugeht, weil der Same nach der davon gemachten Erfahrung über zwey Jahre in der Erde ſiegen bleibt, und nur erſt im dritten Jahre hervorbricht. Der Satne ſelbt, wovon dieſe Strauchart erzeugt wird, beſteht aus vier einzeln länglichen ſehr"harten Kernen, welche in einer runden fleiſchigen, mit vier Fächern verſe» ſehenen Beere, enthalten ſind. Es mus dieſer San gleich im Herbi? desjenigen Jahrs, worin'er abgenommen worden, damit er noch recht friſch ſey, ausgeſact werden; wobey aber zu bemerken iſt, daß die Frucht dieſes Strauchs nichtig einein Jahrreift, ſondern erſt in dem folgenden zu ſeiner Vollkändigkeit und Reife gelangt; weshalb auch jedesmal an dergleiczen Wäumen und Sträuchern ſowohl reife als unreife Früchte befindlich zu ſeyn pflegen, 6. 394. Wie das Zolz"dieſes Stranchs als Lrtunholz verbraucht werde, und wie weit er gzuch in dem Unterholz zur Feuerung dienlich ſey. Das Stammholz von dem Hülſenſtrauch oder Stechpaltne iſt ſehr groß, zuweilen aber auch etwas grünlich und gelbweiß. Unter den ſchwachen. Nußhölzern wird es für eins der beſten gehalten, und mit dem Weißbtuchenbolz in Vergleichung geſebt.; Jedoch iſt dabey zu bemerken, daß fich das grüne Holz davon weit beſſer und be quemer, als das trocfzne, bearbeiten läßt, welches wohl bey allen Holzarten eintriſſtz. man aber dabey niemals, ob auch die von grünem Holz verfertigte Arbeiten von Beſtand ſeyn werden, verſichert ſeyn kann. Inzwiſchen verarbeitet man daſſelbe auch, nachdem es recht trocken geworden, und da dergleichen recht trocken gewordene Stangen dieſes Holzes ſchr feſt ſind 3 ſo werden ſie auch zu allerhand Werkzeugen gebraucht, und dadey ſchwarz ge>eikßt, Es hilfe zwar dieſer Strauch, in ſo fern er in dein Unterholz ſteht, Und mit den übrigen Holzarten zur beFnmmten Zeit abgeholzt wird, auch das Brennholz vermehren. Da 99er ſeine Erzeugung nd Fortpflanzung ſo ſchwer von ſtatten geht, ſo wird in dieſer Rürkſicht auf denſeiben wohl keine ſonderliche Rechnung zu machen ſeyn, wig» wohl dieſes Holz Sizenſchaften an ſich hat, welche ihn zur Feuerungniht untüchtig machen, Wer aber kann wohl unter ſo vielen Holzarten, die in dem Unterholz zuſammen Pommen, mit Gewißheit unterſcheiden, welche daſſelbe vorzüglich gut oder ſchlei mache, indem eines das andere aufhelfen mus. Eo viel maz man inzwiſchen zur allgemeinen Regel annehmen, daß das von Na» tur harte und zube Ho:!z zur Feuerung beſſer, als das weiche und ſpröde, ſey, Will 248 6 Eilftes Hauptſtück, Will man ſich dieſes zur Richtſchnur nehmen, ſo'wird man darnach, ſowo5l bey dem Kauf als Verkauf des Unterholzes, deſſen wahren Werth mit einer gewiſſen Zuver- läſſigkeit zu beſtimmen, im Stande ſeyn, SG. 395 Wozu die Rinde und Frucht deſſelben anzuwenden. Der Rinde des Hartriegelſtrauchs bedient man ſich zur Verſertigung des Vogel Leims, woraus abzunehmen iſt, daß dieſe Rinde, und der Strauch überhaupt viele öhlige Theile bey fich führen müſſe. Von einer beſondern Nutharkcit der Frucht des Hülſenſtrauchs iſt ſonſt nichts bekannt; jedoch glaube im, daß ſie ebenfalls zu dem ſchon mehrmals von mix angeführ- ten allgemeinen Endzwe>k aller wilden Feldfrüchte nicht unbrauchbar ſeyn wird, 6. 396. Von dem Schlingebaum, ſeinem Wachsthum und Vermehrung, Unter die Straucharten zählt man auch unter andern den ſo genannten Schlinge? Baum), welcher ſich in der Geſtalt eines bald hohen, und bald wiederum niedrigen Sirauchs, der aber doch jederzeit eine mittelmäßige Stärke und weit ausgebreitete Zweige bat, darſtellt. Seine gewöhnliche Höhe beträgt 6 bis 8 Fuß, öſters aber wächſt er auch wohl 12 big 15 Fuß hoch. Auf warmen trocknen Hügeln, wo ein vermiſchter und etwas ſchwerer Boden iſt, findet man ihn in dein Uaterholz ziemlich häufig. Die Früchte, die dieſer Strauch bringt, beſtehen in plattförmigen rothen Beeren, worin ein ebenfalls plattformiger, geſtreifter und harter Samenkern befindlich iſt, Die Vermehrung dieſer Strauchart wird durc) die Samenkörner am ſicherſten hefördert; jedoch gebeu dieſelben etwas langſam auf, und die jungen Stämmchen überei- len ſich im Anfange nicht in ihrem Wuchs.; Die Ausſäung dieſer Kerne geſchieht am bequemſten und ſicherſten im Herbſt, 8. 397- Pon dem verſchiedenen Sebrauch ſeines Zolzes,. Das Holz, ſo dieſer Strauch zeugt, iſt ſeiner- Natur nach nur weich, jedoH ſchr zähe und biegſam.; Da es inzwiſchen einen guten Wiederwuchs hat, ſo wird es in den Berghölzern, als woſelbſt man dieſe Strauchart vorzüglich häufig antriſft, mit dem, übrigen Unterholze zu der beſtimmten. Zeit abgehauen, und zur Feuerung gebraucht, Seiner Zähigkeit und Biegſamkeit halber bedienen es ſich auch die Böttcher zu ihren Arbeiten, und aus gleichem Grunde werden die jungen und ſchwachen Reiſer deſſel- ben zum Auf binden des Reiſigholzes gewählt, Aus Von den wirthſchoftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 249 Aus den jungen langen und'geraden Schöſſen des Schlingebaums werden auf eben die Art als 6. 392. bey dem Hartriegelſtrauch erwehnt worden, die'langen Tobäcks- Pfeiffenröhre verfertigt, 8. 398+ Von dem TTugen ſeiner Rinde, Frucht und Blätter. Die Beeren, welche einen ſchleimigen, ſüßlichen, dabey aber unangenehmen Ge- ſchmac> an ſich haben, hat man in den Wildbahnen, weil ſie von dem Großvogel geliebt werden, ſehr gern.: Aus der geſottenen und eine Zeitlang in der Erde macerirten Rinde der Wurzel und des Stamms wird ein ſehr guter Vogelleim zubereitet. Im übrigen ſoll die Lauge der Blätter das Haar ſchwarz färben, auch bey den Rindviebkrankheiten nüßliche Dienſte leiſten. 8. 399 Von dem Schwoalkenbeerſirauch, in welchem Grunde er am beſten wächſt, und wie er ſich am leichteſten vermehrt, Der Shwoalkenbeer- oder Malinenſtrauch wird von den Naturkundigen mite den vorigen zu einerley Geſchlecht gezählt. Derſelbe liebt vorzüglich einen lockern fruchtbaren Waldgrund, in welchem er ſich mit ſeinen Wurzeln ſehr weit ausbreitet. In einem decgleichen Standort wird er ein ziemlich hoher und ſtarker Strauch, verartet auch wohl gar in einen inäßig hochſtämmigen Baum von etwa 8 bis 10 Fuß hoch. In trocknen und hohen Orten hingegen, läßt er einen dergleichen Wachsthumnicht von ſich ſpüren, ſondern bleibt daſelbſt weit niedriger, Es fann dieſer Strauch zwar durch ſeine Wurzelſproſſen ganz füglich fortgepflanze werden; inzwiſchen iſt doch ſeine Vermehrung durch den Samen weit ſicherer, Dieſer Same beſteht aus einem harten herzförmigen Kern, welcher in ſaftreichen hellrotben Beeren, die an einer lo>ern Traube zuſammea hangen, enthalten iſt, 8. 400. Beſchaffenheit ſeines Zolzes, und wozu dieſes ſowohl, als auch ſeiner Frucht zu gebrauchen. Das Holz dieſes Strauchs iſt an ſich zähe und hart, und man will es mit dem Birnbaumholz vergleichen. Jnzwiſchen hat es den Fehler an ſich, daß es ſehr leicht aufreißt, und ſich nicht wohl hobeln läßt; weshalb es auch zum Nusholz nur wenig brauchbar iſt. a Die Schuſter bedienen ſich deſſelben zu den Stiefeln und Schuhen, und hieran können die vorhin von demſelben bemerkten Fehler nicht hinderlich ſeyn. 1ER In den Büſchen, und beſonders denjenigen, die einen bruchigen Grund haben, gibt dieſes Holz in den von ihm verfertigten Reiſiggebunden ein gutes Breunholz ab, wie Qecon, Ferens. FI1. Theil, Ji denn 250 Eilftes Hauptſrück, denn auch ſchwache Stangenkohlen, für die Kleinſchmiede und andere Feuerarbeiter; da- von genommen werden fönnen. Die ſchon vorhin beſchriebene in ſaftreichen rothen Beeren, welches an einer lo>ern Traube zuſammen hangen, beſtehende Früchte, haben einen urangenehmen, bittern und Tar» 5427 an ſich, und können daher wohl für die Menſchen nicht zum Genuß bes unmt ſeyn. Dieſe Trauben bleiben den ganzen Winter hindurch ohne Schaden an den Sträu- chern hangen, und dienen daher den Zug-Großvögeln zur Nahrung.' Jun den nordlichen Ländern und in den Gebirgen ſollen die Haſelhühner'dieſe Beeren ſehr emſig aufſuchen, und man verſichert, daß in Curlaad ein ſehr guter Eſſig davon zubereitet werde,' 6. 40I. Von dem Appenbeerſtrauch, und deſſen nur wenig bedeutenden LTutzen. Der Appenbeerſtrau< iſt, gleich den Heidelbeerſträuchern, ein nur ſehr ſchwaches und niedriges Gewächs, Der Lieblingsboden dieſer Staude iſt ein feuchter, lockerer Mohrgrunds in dieſem wuchert ſie ſich ganz ungemein, und überzieht ebenfalls ganze Stre>en, ſo, daß man mehr auf ihre Vertilgung, als Vermehrung bedacht zu ſeyn, Urſache hat, Das Vertilgungstmittel, fo ich 6. 376. bey dem Heidelbeerſtrauch in Vorſchlag gebracht habe, wird auch vielleicht bey dieſen: Gewächſe angewendet werden können, wenn anders der Mohrgrund, worin er ſeizen Stand genommen hat, beſſere Arten von Ge» wächſen hoffen läßt, und er daber, dieſe Mühe anzuwenden, werth iſt. Der Nußen, den manu von dieſem Strauch in Anſehung der Feuerung zu erwar» ten hat, verdient faſt nicht erxwehnt zu weiden, und er könnte nur.bioß bey der größeſten Noth eine kleine Beyhülfe abgeben, 7 Die Frucht dieſes Strauchs, welche in einer ſchwarzen Beere, ſo im Auguſt Monatb reif zu werden pflegt, beſteht, iſt ebenfalls von keiner"Bedeutung; vielmepy wird ihr die üble Eigenſchaft zugeſchrieben„“. daß ſie den. Kopf einnehmen und: einen ſtarken Schwindel verurſachen ſoll. Dex einzige beſondere Nuten, den man von dieſen Beeren zu erwarten hat, läuft dahinaus, daß in dem Decoct derſelben, wenn eine verhälenißmäßige Quantität von Aiaun dazu genommen wird, Garn und Wolle braunroth gefarbt werden können. 6. 402+ Von dem Sünſter oder Rehkraut, als einem ſchädlichen Gewächſe, und wo daſſelbe vorzüglich häufig wächſt. Zu den mehr ſchädlichen als nüßlichen Straucharten mag auch unter andern der Günſter, oder das Rehkraut, welches an einigen Orten auch den Nahmen von Hafenkraut führt, gezählt werden. Man Pon den wirthſchäftlicßen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 2514 Mau trit daſſelbe in-dem allerſchlechteſten Bodea und Sande; der ſonſt zu feie vem ändern Gewächs geſchift iſt, an, und es wuchert ſich daſeibſt ſowohl im freneg Felde, als auch in den Wäldern, ganz ungemein, dergeſtalt, daß ſeine Bertilgung ſchwerer, als ſeine Vermehrung, fällt. Ju einigen hinterpommeriſchen Gegenden triſſt nian ihn in erſtaunender Menge an; und auch in einigen Orten der Neumark habe ich daſſelbe, ſeibſt in einem fruchtbaren Boden, verſchiedentlich wahrgenommen, wovon ich einige bey Landsberg an der Warthe belegene Dörfer, als Stolzenberg, Wormsfelde, ZLohrensdorf und andere mehr, nennen fanun. -- Ohnerachtet man ſich-an dieſen Orten alle Mühe, um ſolches zu vertilgen, gibtz ſo hat man doch bisher/. weil es immer wieder auſs neue zum Borſchein kommt, ſeinen Endzweck darunter nicht erreichen können.;; Ia den vorerwebnten hinterpommeriſchen Gegenden gibt man ſich wegen der Ute Fruchtbarkeit des dortigen Bodens zwar nicht ſo viele Mühe damit, ſondern läßt demſelben einen freyen Wachsthum, und ſucht es vielmehr, ſo viel möglich, zu benußen. Juzwie ſchen irrt man ſich in der Beurtheilung des dortigen Bodeus öfiers; denn ich habe Feld- marken angetroffen, die ehedem ebenfalls mit dieſem Strauchgewächſe häufig überzogen waren, atich es in den unfultivirten Pläten noch anjeßt ſind, nunmehr aber durch eins vernünftig angewandte Induſtrie in die fruchtvarſten Feldfluren verwandelt worden, dere geſtalt, daß man darauf ſogar die ſchönſte Gerſte erblit, wovon unter andern das dem Serrn General- NIajor Grafen von Bork zugehörige Gutid Stargort zum Zeugniß dienen fang, S. 403+ Daß man dieſe Strauchart, wenn ſie an wöſten und unfruchtbaren Orten ſteht, möglichſt zu benugen ſuchen, in den Wäldern und fruchtbaren Gegenden aber vertilgen müſſe. Wo ſonſt keine andere Holzart wachſen will, da laſſe man es geruhig ſtehen, und ſuche daſſelbe nach) Möglichkeit zu benuyßen. Es iſt doch noch immer beſſer, das dieſer Strauch,“ſo geringe auch deſſen Nußen iſt. da ſteßt, als wenn man außer dem bloßen Sande nichts erblickte, wovon man in die- ſen Segenden ebenfalls häufige Beyſpiele hat. -„. Will ſich aber dieſes Gewächs in den Wäldern, und an ſolchen Orten, von wele Hen man, daß fie zur Hervorbringung.beſſerer und nüßlichern Sachen tüchtig find, über» zeugt iſt, einwuchern; ſo hat.man allerdings auf die Vertilgung des Güaſiers zu denken Urfach2, oder muß doch. wenigſtens, daß ſich derſelbe nicht allzuweit ausbreite, zu ver- hindern ſucden, 458 - S. 404: Welchergeſtalt der Günſier zur Feverung zu gebrauchen. ? Datyit man aber den Gebrauch, den man von dieſein Strauche machen kann, näher kennen lerne, jo will ic) das hauptſächlichſte davon mit wenigen bemerken, 1.2 Die 252 Eilftes Hauptſtück, Die Wurzeln dieſes Strauchs treiben häufige Schößlinge und zwar ſehr ſchnell; wenn dieſelben einige Jahre hinter einander mit dem Froſt, als welchem dieſer Strauch gar.ſehr ausgeſeßt iſt, verſchont werden 3; ſo gelangen ſie in kurzer Zeit zu einer anſehnli- Soll es, von den Hopfenranken Leinwand zu bereiten, möglich ſeyn; ſo kann bey den zarten Reiſern und Aufſchößlingen des Sünſterſtrauchs-dieſe Möglichkeit ebeu- falls nicht bezweifelt werden, zumal aus den bigher damit angeſtellten Verſuchen ſich ganz offenbar ergibt, daß ſich dey Baſt derſeiben durch eine vorgenommene Röſtung ablöſen und davon ein Faden zubereiten läßt, 8. 407. TTachricht von einem Vittel, wodurch dieſer Stranch, wenn er in den Forſten überhand nehnien, und dadurch beſonders ſchädlich werden will, gänzlich zu vertilgen iſt. Der verſchiedene Nuten, deſſen man ſich von der erwehnten Günſter- oder Reh- Staude theithaftig zu machen im Stande iſt, kann nur alsdeun eine Aufmerkſamkeit vero dienen, wenn ſich dieſelbe an Orten, wo ſonſt der Anbau anderer Gewächſe auf feinerley ep zu hoffen iſt, und wofür die wüſten, ſandigen Feldmarken gehalten werden müſſen, ejindet,» 4 So bald ſie in die ſchon vorhin mit andern nüßlichen Holzarten beſeste Wälder eindringt, und ſich daſeibſt einzuwurzeln ſucht; ſo wird ſie dergeſtalt ſceädlich, daß man mit aliem Ernſt auf ihre Ausrottung und Bertilzung bedacht ſeyn muß. Durch Umſtürzung der Hoſzblöven, die ich bey dem Heidelbeerſtrauch vorgeſchla gett habe, läßt ſich dieſe Vertilgung wegen ihrer weit ftärkern Wurzel nicht erzwingen; das Mittel aber, ſo wan in der öfters angeführten ſyſtematiſchen Einleitung zur neuen Forfiwiſſenſchaft des Zerrn Profeſjor Gieditſch/ in dem zweyten Bande; S« 422 uud 423, antrifft, ſcheint mir ſehr vernunfug und wirkſam zu ſeyn. EE KRE Re UR Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 255 In den Orten, wo man mit dieſem für die Wälder höchſt ſchädlichen Gewächſe überhäuft iſt,„wird es vielleicht den dortigen Guthsbeſikern, hievon eine nähere Nachricht zu erhalten, nicht unangenehm feyn. 74 f Ich will dader, um ihnen hierunter ein Genüge zu leiſten; einen kurzen Auzzug davon mittheilen, wozu ich um ſo mehr bewogen werde, als ich mich an dergleichen Octen öfcers aufzuhalten, und dabey die Schädlichkeit dieſer Strauchart, wenn ſie ſich an einem KOF OHREN: und beſſer zu nußeaden Orte eingefunden hat, kennen zu lernen, Gelegenheit ehabt babe,., 47.' gi? 0 Günſter, heißt es daſelbſt, iſt ein ſehr gemeines Gewächſe, welches ſich vor' andern im tro>nen Zeideboden- brennenden Slugſande, in den Sorſien, und auf ganzen Seidmarken dergeſtalt ausſchweifend vermehrt, daß es kaum gänzlich auszurotten iſt. Wo man die Beſamung des nützlichen Zolzes vorzüglich: betreiben will, hot man Urſache, auf deſſen ausfallenden Samen beſönders Acht zu geben. Sindet mann aber, daß dieſer Strauch zum Schaden eines Forſtes bereits Iberhand genommen hat, ſo muß man ihn ſo diE als möglich ſäen;: und nachber Junius, und - auf einmahl» in einer Zeit von 8 Jahren, ſchlechterdings im UTay, bis zur erſien Zälfte des Inliusy völlig ausbauen laſſen; da er alsdenn in der Wirth»- ſchaft als Reiß- oder Wellholz eine Zeitlang manche andere Artikel ſehr wohl erſpa- ren belfen wird. Denn er ſtirbt in einem 8 bis 10jährigen„Alter hac und nach von ſelbſt aby und ſchlägt überdem na< dem Siebe, beſonders wenn derſelbe in den hei? ßen Sommertagen geſchehen iſt 7 ſebr ſchwer wieder aus x zumal wenn der Zieb „etliche Jahre hintereinander wiederhoblt; und er dadur<, Samen zu traden gebinz dert wird,; Es hat dieſes Mittel ſo viel; vernünſtiges und der Natur der Sache angemeſſenes „beycſich; daß man. bey deſſen genauen Anwendung ay einen glücklichen Erſolg faſt nicht „zweifeln. kann« Leip 2.. ? a E20 6. 40% Von. dent Werft, als einer zu' dem Geſchlecht der. Weiden gehörigen Stirauchart.. - Bonden verſchiedenen Arten der Weiden haben wir zwar bereits in dem zweyrten Abſchnitts. in. ſo fern ſie zu den Zocbſtämmigen Bäumen zu zählen ſind, umſtändlich gehandelt. 350:; ; Es gibt aber von dieſer Baumart auch Gattungen, welche bloß die Geſtalt eines Strauchs behalten, und ſich unter deni Nahmen von Werft niemals als, hochſtämmige Baume zeigen.“ SEVEN;;' en Nahmen von Werft führen hauptſächlich diejenigen Arten von Weiden, welche ſchon vor dem Ausbrechen des Laubes blüben,? Die näher?2, Betrachtung dieſes Werfis als ein bloßer Strauch, und beſonders des gemeinen großen rauhen Werfis, haben wir uns, wie ſchon in dem zweyten Ab-, Schnitt bröläufig ßemerfkt worden, zu dem gegenwärtigen dritren Abſchnitt vorbehalten, - Hind wir wollen: damit in Anſehung der gemeinen Straucharten den Beſchluß machen, 4 S, 409, 256 Eilftes Hauptſtü>k. 9. 409. Von dem gemeinen großen Werft, daß derſelbe zwar allenthalb aber vorzüglich M MEPEgeN 1708 Ki M TEIES1GG We RE Den gemeinen großen und rauben Werft trifft man faſt in allen Gegen und ob er gleich, beſonders in Anſehung des Laubes MEN WEBERN un“-“ bleibt er doch in ſeiner Art jederzeit einerley, und kann daher auch, wegen ſeiner Vermeh- rung ſowohl, als Benußung, auf eine gleiche Weiſe behandelt werden. Nur wenige Orte werden übrig bleiben, wo nicht dieſer Werft ſich zeigen, und zum Vorſchein kommen ſolte; da er aber einen naoſſen und ſumpfigen Boden liebt"fo iſt es auch ganz natürlich, daß er ſich an ſolchen Orten am ſtärkſten einwuchert. an; Ein jeder weiß, wie ſchädlich er öfters den niedrig liegenden Wieſen ift, und wie ayfmerkſam'man ſeyn muß, wenn man nicht dieſelben in wenigen Jahren damit gänzlich überzogen ſehen will. Beſonders ſind hiezu diejenigen Wieſen, die einen ſogenannten Werftgrund ha- ben, und vor ihrer Urbarmachung damit bewachſen geweſen, dieſem Uebel ausgeſckt. Denn es gibt noch in dem Grunde immer verborgene Wurzeln, welche, wenn ſie nicht von Zeit zu Zeit gedämpft und getilgt werden, wieder neue Sprößlinge hervor trei- ben, und ſich von friſchem einzuwuchern ſuchen. Auf den Wieſen, die einen Elſengrund haben, hat man dieſes niche ſo leicht zu befürchten. G. 410. ur in niedrig liegenden und einen feuchten Grund habenden Wäldern und man hat ſich ſeiner Vermehrung, die ſehr leicht geſchieht, daſelbſt zu widerſezen eben nicht Urſache. Gegenwärtig haben wir es nur bioß mit dem Werftſtrauch der auch in den Wäl- dern hin und wieder in dem Unterholz augetroffen wird, zu thun, und daſelbſt findet man ihn nur ſelten, wenn nicht der Boden des Waldes an und für ſich niedrig liegt, und eine gewiſſe Feuchtigkeit in ſich enthält.;; Wegen deſſen Vermehrung darf man nicht bekümmert ſeyn, indem ſol, Eine jede von der Natur hervor gebrachte Sache, ſo geringſchäßig ſie auch den leichtfinnig dezfonden zu ſeyn ſcheint, fann dennoch, wenn nur ein richtiger ihrer Bes ſtimmung gemäßer Gebrauch davon gemacht wird, vorzüglich nußhar werden, Will man aber, um bey dem gegenwärtigen Beyſpiel zu bleiben, den Erlen- StraucH zu den nörhigen Verzäunungen anwenden, und hingegen den ebenfalls in Men- ge vochandenen Werfiſtrauch zur Feuerung beſtimmen; ſo iſt dieſes ein verkehrtes der Na- tur dieſer beyden Straucharten zuwiderlaufendes Verfahren, woraus nichts als Schaden entſtehen kann, woran aber nicht die Natur, ſondern zwar vernünfiig erſchaffene, aber unrichtig denkende Geſchöpfe Schuld ſind. 6. 413» Von den verſchiedenen Arten der Dornenſträucher überhaupt, daß ſolche insgeſammt den For» ſten nachtheilig ſind, und daher ehsx ausgerottet, als vermehrt zu werden verdienen. Wir kommen nunmehr auch zu den verſchiedenen Dornenſträuchern, womit die Wälder: im Unterholz ebenfalls ſehr häufig überzogen zu ſeyn pflegen. I< finde, ehe ich mich in eine nähere Erörterung dieſer verſchiedenen Dornen« Straucharten einlaſſe, als eine allgemeine Anmerkung voranzuſchicken nsthia, daß nach mei-- ner Einſicht die verſchiedene Dornenſträucher, ſie mögen ſeyn von welcher Beſchaffenheit ſie wollen, den Wäldern überhaupt mehr nachtheilig, als vortheilhaft ſind, und ſie daher überall vertilgt und ausgerottet zu werden verdienen. Zuförderſt fällt von ſelbſt ig die Augen, daß ſie bey der Abholzung ſehr viele Schwierigkeiten durch ihre bey ſich führende Stächeln verurſachen, und ſie in ordentliche Reiſiggebunde zu bringen, wo nichr unmöglich, doch ſehr ſc. 8. 415. Daß nicht alle Dornenſträucher weder gleich ſchädlich, noch auch gleich nützlich ſind, und daher näher gekannt werden müſſen. Von dieſer Vertheidigung werden ſolct wird, nur langſam aufgeht. Die Frucht an ſich ſelbſt iſt im Anfange ungemein ſauer, ſcharf und herbe, wele . 6. 424. Pon dein verſchiedenen Sebraus ſeiner Frucht, und auch ſelbſt der Blätter. „Die Frucht dieſes Strauchs, welche aus einer zarken, rothen, weinſäuerli dabey aber etwas herben Beere beſteht, und in dem(6 rag LEET FINE ds Reife gelangt, lieben alle Arten von Wildprett-ganz beſonders, und es wird daher dieſer Strauch in den Gehegen öfters wohlbedächtig und mit Fleiß geduldet. Es werden auch dieſe Beeren in Zucker eingemacht und zur Stillung des Dur- ſtes, wozu ſie vorzüglich gut ſeyn ſollen, gebraucht. Ferner ſiedet man einen Saft daraus, macht einen eigenen Wein davon, und nimmt ſie ſouſt zur Würzung mancherley Speiſen. Der Saft der Beeren gibt auch, wenn er mit Alaun zubereitet wird, eine rothe arbe. s Die Rinde in Lauge gebeißt, ſoll eine ſchöne gelbe Farbe geben, und an einigen Orten die Saffiane.damit gelb gemacht werden, Mit vem Decoct davon kann das wollene Garn ebenfalls in kurzer Zeit gefärbt werden. ? In der von der Wurzel zubereiteten gelben Lauge werden allerhand feine Nürn- berger Holz- und Drechslerwaaren gebeißt, und dewnächſt lakirt. Von den jungen Blättern dieſes Dornſtrauchs verſichert man, daß ſie wegen ihrer angenehmen Säure zu Salat und Kräuterſuppen gebraucht werden, und beyden ei- nen ſehr lieblichen Seſchmack geben ſollen, 6. 425 Von dem Lreundorn, was derſelbe für einen Boden liebe, und wie er ſich von ſelbſt ſehr ſtark vermehre, Unter den in den hieſigen Gegenden bekannten Dornenſträuhern verdient der Creutzdorn eben nicht die niedrigſte Stelle, indem er ſowohl mit ſeinem Holze, als auch Frucht, mancherley Nußen gewährt, Seine Stärke und Höhe iſt nicht immer gleich, ſondern nach Beſchaffenheit des Bodens, worin er erzeugt worden, und auch des erreichten Alters, abwechſeind. Weun er aus dem Kern erwachſen iſt, ſo wird er mit der Zeit von ſelbſt ein klei- Ker mittelmäßiger Baum, oder läßt ſich doch ſehr leicht dazu anziehen. Mit ſeinen Aeſten breitet er ſich ziemlich ſtark aus, und die Spikßen der alten Zweige endigen ſich in ſehr langen, harten und ſpigzen Dornen. Es liebt dieſes Gewächs vorzüglich einen ctwas niedrigen feuchten Boden, und nimmt ſeinen Stand nicht allein auf den Feldern, Wieſen und Gärten an unbebaueten Stellen, ſondern auch in den Gebüſchen und Waldungen unter dem Unterholz, Er wuchert mit ſeiner Wurzel allenthalben ganz ungemein, und treibt daher häu- fige Sproſſen, welche dieſes Dorngewächs nicht leicht vergehen laſſen, ſondern beſtändig ausnehmend vermehren« : In RENE Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 265 Ia mäßig feuchten und frucßtbaren Laubhölzern-nimint man dieſe ſeine Vermeh- rung hauptſächlich wahr. Durch den Santen pflanzt ſich dieſes Gewächs ebenfalls ſehr ſtark fort, und man hae daßer, auf deſſen Vermehrung beſondern Fleiß und Mühe anzuwenden, keine Urſach, 6...4426. Von dem Trugzen,- den der Creutzdorn in Anſchung ſeines Zolzes, ſowohl zu tTugholz, als auch zur Feuerung gewährt. Die eigentliche Beſtimmung dieſes Dornſtrauchs, in ſofern er in den Wäldern als ein Theil des Unterholzes angeſehen wird, beſteht darin, daß man ihn alle 6 bis 8 Jahre mit den übrigen Straucharten abtreiben läßt, und zur Feuerung verbraucht. Es gibt aber das etwas ſtarke Stammholz dieſes Strauchs auch ein ſehr vorzüg- liches Nusholz ab, und aus dieſer Urſache pflegt man gern bey dem gewöhnlichen Abhol zen einige Stämme davon mit dem Hiebe zu verſchonen, und ſelbige durch einen längern Wachsthum ſtärker werden zu laſſen.- Man ſchäßt daſſelbe unter unſern ſchwachen Landhölzern nach dem Taxusbautm für das ſchönſte und härteſte.. Das gerade gewachſene geſunde Holz läßt ſich ungemein fein bearbeiten, und es werden daraus verſchiedene ſaubere und ſehr dauerhafte Tiſchler- und Drechslerwaaren ver- fertigt, weil dieſer Doraſtrauch überhaupt von ſehr vorzüglicher Dauer iſt. Die Wurzel nebſt der Maſer ſind beſonders ſchön, und werden von den Tiſchlern zum Auslegen gebraucht; von den Drechelern aber Stokknöpfe, allerhand Handgriffe zu mechaniſchen Juſtrumenten, und feine Tobockspfzifenköpfe, daraus gemacht. Selbſt in dem Uaterholze gibt der Creußdorn unter allem andern Reiſigholz die beſte Feuerung, wie denn auch nicht zu zweifeln iſt, daß vorzüglich gute Kohlen, die eine anhaltende Hiße haben, davon erzeugt werden. 6. 427 Von dem tTugen ſeiner Frucht und Rinde, und daß beydes hauptſächlich bey der FSärberey gebraucht werden könne. Die Beeren, nebſt der Rinde, werden hauptſächlich zum Färben gebraucht. Man ſammelt im Julio oder Auguſt die alsdenn noch unreifen Beeren dieſes Strauchs, läßt ſie abtrocknen, und mit Waſſer auskochen; vermiſcht demnächſt dieſe Lauge mit Weinſtein und einem in Aqua Regis aufgelösten Ziun, da denn das daztz ausgeſot- tene wollene Garn eins ſehr dauerhafte und beſtändige gelbe Farbe erhält. Wenn ferner dergleichen trofene Beeren in Alaunwaſſer macerirt werden, geben ſie, auf Wolle, Seide, Leder und Chartenpapier, eine ſchöne ſafrangelbe Farbe. Werden zu Anfange des Herbſtes die reifen Beeren geſtoßen, und alsdenn in einem kupfernen Geſchirr aufbehalten 3 ſo entſteht daraus das den Mahlern ſehr bekannte Saftgrün, Qecon. Forens. Y11 Theil, Ll Da 266 Eilftes Hauptſiü>. Da dieſe reife Beeren an den Creukdornenſträuchern ſehr lange hängen bleiben" ſo geben ſie, wenn ſie alsdenn geſammelt werden, einen dunkelrothen Saft. zur Färbung des Leders und Chartenpapiers,| Die Rinde des Creusdorns bringt, ob ſie gleich'an und für ſich grün iſt, dennoch ebenfalls, wenn ſie gehörig zubereitet worden, eine beſtändige gelbe Farbe, und ſie wird, nebſt den Beeren, in den Fabriken bey dem Färberweſen mit vielem Nußen gebraucht. VENT A28: Von dem Weidendorn, an welchen Orten er vorzäglich wächſt, und wie er ſich vermehre. Zu den ſcere Erde berühren, ſehr bald Wurzel. Hieraus ergibt ſich von ſelbſt, daß dieſer StrauF, wenn nicht darunter bey Zei- fen vorgebeugt wird; in kurzer Zeit eine ganze Gegend überzieht, und alles Sras und Aufſchlag erſtickt"folglich als ein wahrer Feind der Waldungen, deim nzan fein Quartier zu geben hat, anzuſehen iſt, 6; 431, Daß derſelbe, da-ex ohnedem nur ſehr wenigen TT7utzen bringen kann, bey Zeiten, ebe er überhand nimmt, und wenn er noch einzeln ſteht. ausgerottet werden miüjje; wobey zugleich eine Unweijung, wie darunter zu verfahren und ſolches m0g+ lich zu machen ſey, gegeben wird. Seine häufige Vermehrung zu verhindern iſt um ſo nöhiger, als er ſowohl mit ſeinem Holz als auch mit ſeiner Frucht nur wenigen Nugßen ſtiſtet, weniaſtens der Scha» de, den ex ia den Forſten anrichtet, dadurch nicht wieder gut gemacht werden kann. Sein Holz iſt zwar zähe, und von mittelmäßiger Härte; da es aber dabey ſehr ſchwach iſt ſo kann es als Nußholz nur wenig gebraucht werden, und der Nuten, den er im Unterholz bey der Feuerung ſtiftet, iſt ebenfalls nicht der Rede werth. Die bekannten Beeren, die er trägt, wären zwar in der Haushaltyng auf man- Herley Art bräuchbar, Da man aber dieſelben ſchon an den zahmen faſt in allen Särten angezogenen Stachelbeerſträuchern in genugſamer Merge und weit beſſerer Art fiadet;- ſo können die- feen bey der Benukung dieſes wilden Stachelbeerſtrauchs ebenfalls in keinen Betracht dmmen. Bloß dem Geflügel in den Wildbahnen dienen ſie zur Nahryng, und dieſes iſt ihr einziger Nußen» Ll 2 Mie Eiiftes Hauptſti>. Mit einem Worte, es iſt dieſer wilde Stache!beerſtrauch in den Forſten ein un nüßes und dabey ſk, ſten beſonders ſchädlich werden können, muß auch der gemeine große Brombeerſtrauch gezählt werden, Dieſer Strauch wächſt in einem fruchtbaren Grunde, der weder zu naß noch zu fro>en iſt, am ſtärkſten, und eben hierdurch wird er deſto gefährlicher. Nicht allein ſeine weit auslaufende zähe Wurzeln treiben überall ſehr häufige und zwar ſolche ſtarke Keime, die ſchon in dem folgenden Jahr blühen, ſondern es wurzeln ſich auch ſeine 2 bis 3 Ellen lange Stengel, die zwar geſtreckt, dabey aber immer nach der Erde gebogen ſind, überall ein, dergeſtalt, daß ſich dieſer Strauch in ſehr kurzer Zeit auf eine erſtaunende Art zu vermehren im Stande iſt. Bey edlern Holzarten, deren Vermehrung öfters ſchwer genug hält, wäre dieſe Vermehrungskraft eine ſehr heilſame und erwünſchte Eigenſchaft; dieſen Dornſtrauch äber macht ſie doppelt ſchädlich und verhaßt, 6. 434 Von der Benutzung des Brombeerſtrauchs, in Anſehung ſowohl ſeines Zolzes, als auch ſeiner Frucht. c Das Holz dieſes Dornſtrauchs iſt nicht allein hart, ſondern auch noh zäher als das Lindenholz. Jnzwiſchen kann es doch, weil es nur ſehr ſchwach iſt, zum Nutholz wenig ge«- braucht werden, Zur Feuerung wird es unter anderm Unterholz in den Reiſiggebunden noch ziem- lic) brauchbar bieiben. Von den Kohlen, die aus dieſem Holz gebrannt werden, rühmt man, daß ſie zum Pürſchpulver ganz beſonders tauglich ſind, weil das davon verfertizte Pulver eine weit ſchnellere und geſchwindere Wirkung, als von allen andern Kohlenarten, thut, Es wird daſſelbe in beſondern Gruben dazu zubereitet. Jedoch kommt hierbey vieles auf das Sammeln des Holzes und deſſen Verbren- wung an, wobey der Abgang in dem Verkohlen jederzeit ſehr beträchrlich 1ſt. Sonſt ſchickt ſich dieſer Strauch nicht ſo wie andere Dornenſträucher, zu Hecken und Verhegungen, weil ſich ſeine Zweige und Ranken nicht genugſam in einander flech« fen, ſondern gar zu ſehr ausfchweifen, Die Frucht des Brombeerſtrauchs, welche in einer großen ſchwarzen Beere, ſo der ſe iſt hart und zähe, und läßt ſich, wenn es die nöthige Stärke dazu erhalten hat, zu verſchiedenen kleinen Stücken ſehr gutund ſauber verarbeiten. Ju der Feuerung kann es ebenfalls, wenn es mit anderin Unterholz vermiſcht iſt, wegen ſeiner Härte und Zähigkeit nicht für das ſchlechteſte gehalten werden, zumal die Stämme dieſes Strauchs, wenn ſie nur erſt alle 8 oder 10 Jahre gehauen werden, ſchon eine ziemliche Stärke befommen, und in den Reifiggebunden ein gutes Knüppelbolz abgeben, 8. 437* Von dem TTrutzen, den er mit ſeiner Blüthe ſtiſtet. Den Nußen, den die's Strauchgewächs mit ſeiner Blüche ſowohl, als auch mie ſeiner Frucht, wenn man ſich beides mit einer gewiſſen Sorgfältigkeit teheilhaftig machen will, gewährt, iſt vorhin bekfanuk.. Aus der Bläche wird nicht allein das bekannte, zu vielen Dingen nüßliche Roſen- Waſſer verfertigt, ſondern auch ein Oehl daraus deſtillirt, welches unter allen Parfymir- Mniitteln das edelſte und angenehmſte iſt, Es gibt aber ein Pfund Roſenblätter nicht mehr, als ungefähr 3 Gran Oehl; da- gegen auch von dem Zerrin Profeſſor Gleditſch in dem 3zweyten Bande ſeines mehrmals angeführten Werks S- 1028. verſichert wird, daß die Unze dieſes Roſenoöbls, weil es in vielen Gegenden ungemein geliebt und geſuc, Faſt möchte einem die Luſt anwandeln, in den hieſigen Gegenden, wo der wilde Roſenſtrauch in ſo großer Menge angetroffen wird, eine eigene Fabrike von dieſem Ochl anzulegen, wobey aber immer zu beſorgen ſteht, daß ein genugſam ſtarker Abſatz zweifel haft werden möchte. Ss. 438- Von dem TT7unzen ſeiner Frucht, und daß dieſe mannigfaltige TTutzbarkeit dennoch nicht den Schaden, den er in den Wäldern anrichtet, zu überwiegen| im Stande ſey. Die Frucht dieſes gemeinen Roſenſtrauchs, welche unter dem Nahmen von Zanbutten bekannt iſt, anbetreffend; ſo kann davon ebenfalls ein mannigfaltiger ganz nüßlicher Gebrauch gemacht werden. Sie geben nicht allein ſehr angenehme, kräftige und geſunde Abendſuppen ab, ſondern ſind auch, wenn ſie eingemacht. worden, ein liebliches Beyeſſen zu allerhand gebratenem; wie ſie denn auch bey der Zubereitung der gefochten Speiſen zu mancherley wohlſck, Der junge Strauch iſt ſehr äſtig, breitet ſich ungemein aus, und bringt kleineres Laub und Blüche mit runden, Früchten, Er hat überhaupt einen angenehmen weinſäuerlichen Apfelgeruch, welcher ſich bes ſonders im Frühjahr nach einem warmen Regen äußert.; Seins Biüthe iſt nur klein und weiß, vadey aber ſehr wohlrieFend 3; wegbalb man dergleichen Sträucher, um ſich ihres angenehmen Geruchs deſto mehr theilhafiig zu machen, in den Stuben ins Waſſer zu ſeßen, und darin als ein Parfumirungszmzittel zu unterhalten pflegt. Juzwiſchen vermehrt ſich dieſes Noſenſtrauch ſowohl durch die Sprößlinge ſeiner“ Wurzeln, als auch durch den Samen, eben ſo ſtark ,. als die andern Arten, und er fann daber auch nicht anders, als nur bloß einzeln, geduldet weiden. S- 443 Vorſchläge, wie auch die bereits in einem Walde überhand genommene Dornenſträucher 7 aufeine ſichere und bequeme Art ausgerottet werden können. Wir haben ſolchemnach die verſchiedene Arten der in unſern deutſchen Gegenden anzutreffenden Dornenſti Sucher, ſowohl in Anſchung ihres Nußens, als auch ihrer Schäds fichfeit, näher fennen gelernt, und überall gefunden, daß das erſtere von dem leßtern Überwögen, und dadurch die bereits 6. 413. bemerkte Nothwendigkeit, auf die Tilgung aller Dornenſträucher in den Wäldern bedacht zu ſeyn, beſtätigen wird. 7 Die Dornenſträucher ſind unter dem Holze das, was das Unkraut unter dem Geze treide iſt.“ Cben ſo wie dieſes, wenn man ſich von ſeinem Getreidebau einen glüclichen Fortgang verſprechen will, nicht geduldet werden kann, müſſen auch jene, wenn man in der Benußung ſeiner Wälder nicht geſtört noch zurügeſeßt werden will, aus dem V3ege geſwafßft werden. Hierzu aber werden Mittel, und zwar ſolche, die von einer ohufehlbaren Wirkung find, erfordert, Wie dem Ueberhandnehmen der Dornenſträucher durch Augrottung der einzel Stauden vorggbeugt werden könne, und wie ein fleiſſiger und aufmerkſamer Förſter dabey zu verfahren habe, iſt bereits 6. 431. umſtändlicy beinerkt worden, und ich bin überzeugt, daß ſeiches ailemal das beſte und ſicherſte Mittel, wovon eine ohnfehlbare Wirkung zu erwarten ſteht, ſeyn wird.; ip Allein, öfters iſt bey Ermangelung dieſer Vorſicht das Uebel ſchon dergeſtalt ein. geriſſen, daß es, demſelben auf die vorgeſchlagene Art vorzubeugen, unmöglichällt. Ganze Reviere, die von den ſchädlichen Dornenſträuchern,- von weichen alles Gras und junger Aufſchlag- erſtickt und unterdrüct wird, überzogen ſind, können nicht auf eine j9 leichte Art ausgerotter werden, ſondeyn manz bat hier kräftigere und nachdrü>lichere Mittel zum Srunde zu nehmen. Dieſe ausfindig zu machen, hält ſchr ſchwer, und wenn man auch eine koſibare Radung dabey vornehmen wollte, ſo würde davon doch feine dayerhaſte Wirkung zu ver» ſpören ſeyn, ſondern die in der Erde zurück bizibende kleiny Wurzelchen, die durch wir Raden 4er ur Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 275 Raden unmöglich, dergeſtalt, daß nicht noch etwas darin übrig bleiben ſollte, vertilgt werden können, immer wieder von neuem friſche Sprößiinge hervor treiben, und folg« lich die Sache nach einigen Jahren eben ſo arg, als ſie vorbin war, ſeyn, Das 5. 407. zur Vertilgung des Günſterſtrauchs vorgeſchlagene Mittel, ſcheint mir auß gegen den Dornſtrauch noch-das beſte und zuverläßigſte zu ſeyn, Die gute Wirkung, die man ſich von demſelben in Anſehung des Günſterſtrauchs zu verſprechen hat, beruht hauptſächlich auf die wiederholte Abhauung dieſes Strauchs, und zwar zu einer ſolchen Zeit, wo die Säfte in ihrem vollen Umlauf ſind. Daß dergleichen zur Unzeit vorgenommene Abſtämmungen das Verderben al- ler Holzarten nach ſich ziehen, iſt ick./ Dritte Abtheilung. Von der beſimöglichſten Bennbungsart der Forſten und Waldungen, 5. 444 Linleitung in dieſe Abtheilung. Nach der 6. 5. bemerkten Ordnung ſollte zwar nunmehr von den Mitteln, die zur unbeſchädigten Erhaltung der Forſten erforderlich ſiad, und demnächſt von den mancherley Hinderniſſen, ſo dieſer unbeſchädigten Erhaltung entgegen ſtehen, gehandelt, alsdenn aber erſt die beſtmöglichſte Benußungzart in Betracht genommen werden. I< habe aber bey näherer Ueberdenkung dieſer wichtigen Materie wahrgenom» men, daß bey der richtigen Benußuyngsart der Waldungen verſchiedene Artifel vorfallen, welche bey den zur Erhaltung dienſamen Mitteln vorausgeſeßt und zum Grunde gelegt werden müſſen. Dieſes hat mich denn bewogen ,* in der anfanas angeführten Ordnung eine kleine Abänderung zu machen, und in der gegenwärkigen dritten Abcheilung meine Gedanken von der beſten Benußunggsart der Forſten vorzutragen 3; die Materie von der Erhaltung der Waldungen und den derſelben entgegen ſtehenden Hinderniſſen aber bis zur vierten und fünften Abtheilung vorzubehalten, indem es ganz natürlich iſt, daß dagjenige, was in den folgenden Abtheilungen Grundſäße abgeben ſoll, vorangzeſchickt werden muß, weil ſonſt vieles, was nur eigentich zu der Abnußungsärt gehört, ſchon anticipirt, und das durch zu allerhand unangenehmen Wiederholungen Gelegenheit Fegeben werden würde, Es wird auch der geneigte Leſer bey dieſer klriiven Abänderung nichts verhkieren, indem er dasjenige, was in dem gegenwärtigen Werke zu liefern verſprochen worden, den- noch allemal, obgleich einige Seiten weiter, darin finden wird, 6. 445. Daß bey der richtigen Benuzung aller Wirthſchaftstheile eine Ordnung, bey welcher nicht bloß die Benugzung, ſondern auch die immerwährende Erhaltung der zu benutzenden Sache, zum Augenmerk genommen wird, beobachtet werden müſſe. Die, Benußung eines jeden Wirchſchafietheils ſeßt eine gewiſſe beſtimmte Ord» nung voraus, die theils der Natur der Sache, theils aber auch der Lage des Oris, ange meſſen ſeyn muß; ohae dieje Ocdnung wird nietnals der Nuten, den ſouſt ein Wirh- ſchaftsthei! zu gewähren im Staude iſt, erwartet werden können. Ein der ganzen Orkfonomie nothwendiger Grundſaß aber iſt es, daß bey dieſer Ordnung in der Bevußung oller Wiribſchaftsartikel hauptſächlich auf ihre unverkürzte Erbaliung geſehen werden müſſe, Ein Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 26. 277 Ein Grundſtü einige Jahre hintereinander doppelt zu benußen, dabey aber in der Folge deſſen unvermeidliches Verderben erwarten zu müſſen, iſt ein Verfahren, ſo die Bernunft nicht billigen kann,: Um dieſes zu vermeiden, iſt bey allen Benußungsarten, der Gegenſtand davon maa beſtehen worin er will, eine Ordnung, welche beydes die Benußung und auch die Erhaltung der Sache ſelber zum Augenmerk hat, nothig. Ein Ackerſtück fann, wenn es mit dem gehörigen Dünger verſehen, und dadurch der Abganz ſeiner Kräfte wieder erſeßt wird, immecwährend genußt werden, ohne daß 68 ein tragbares Grundſtück zu ſeyn aufhört, Daſſelbe aber alle Jahre zu nvßen, ohne daß ſeine Kräfte durch eine erforderliche Menge von Dünger wiederum ergänzt werden, hält nicht lange Stich, ſondern es muß in ſeiner Tragbarkeit gar ſehr nachlaſſen, und endlich gänzlich, nußbar zu ſeyn, aufhören, 6. 446 Warum dieſes bey der Benugung der Forſten ganz. beſonders Statt finde. Daß. Holz und Waldungen, beſonders in unſern Tagen, zu den wichtigſten Wirtbſchaftstheilen gezählt zu werden verdienen, haben wir bereits mehrmals bemerkt, und es wird auch ſolches wohl von keinem Vernünſtigen, der das Verhältniß, ſo die ver- ſchiedene Wirthſchaftsartikel unter einander haben, genugſam kennt, bezweifelt werden können, I| aber dieſes, ſo wird auch nicht zu leugnen ſtehn, daß die Benußung der Foro ſten ganz vorzüglich eine auf die Erhaltung der Forſten ſelbſt abzielende Ordnung erfordere. Einer übertriebenen Schonung und Erhaltung der Forſten wegen, ſelbige gänze- kich ungenußt zu laſſen, als worunter es nicht gänzlich an Beyſpielen fehlt, iſt an und für ſich unrichtig gedacht, indem man einer Sache, die nicht genußt wird, auch keinen wirk- lichen Werth beylegen kann. Einen Wald aber unverhältnißmäßig zu nußen, oder dabey nicht auf ſeine Erhal- tung zu denken, iſt ein Betragen, welches eher den Nahmen einer Verwüſung, als ot- deutlichen Wirthſchaſtsart, verdient. 7 Die Erhaltung des Waldes muß, wenn ſie ordentlich eingerichtet iſt, nur bioß die übermäßige, nicht aber die verhältnigmäßige Benuzuag deſſelben hindern. Es kann ſol nur zu 2 Gr. an, ſo wird doch daſſelbe einen jährlichen Ertrag von mehr als 80 Rhlr. betragen, und dieſe Waldnußungseinnahme um ſo angenehmer ſeyn, als dieſetbe nicht die geringſte Koſten verurſacht.! c) Die verſchiedenen Arten vom wilden Obſt, und allerhand darin wachſenden Beeren können, wenn man ſich derſelben auf eine vernünftige Art bedienen will, und die 79 des Orts die Hand dazu bietet, ebenfalls nicht gänzlich außer Augen geſekt werden. j | Nn 2 Man me. Zen Sm 284 Eilftes Hauptſtück. Man darf ich nur bierbey' auf dasjenige, was ich in dem zweyten und dritten Abſchnitt der zweyten Abtheilung“theils von den- verſchiedenen Obſtarten, und theils auch von den mancherley Gattungen der in den Wäldern wachſenden Beeren, beſonders den Heidelbeeren, dieſer zur Aafärbung der Weine ſo berühmte Frucht, geſagt habe, zurück erinnern;; ſo wird man von ſelbſt überzeugt werden, daß: auch dieſe geringſchäßig ſcheinende Waldnußungen' nicht zu: übergehen ſind. q) Verſchiedene Baumarten: erzeugem an ihren Stämmen mancherley Gattungen von: Schwämmen, die ein Unerfahrner nicht: achtet ,. ſondern: vielmehr als einen. uns nüßen Auswurf der Natur anſieht. 5 Bekannt genug aber iſt es, daß davsu auf verſchiedene Art ein ganz nüßlicher Gebrauc gemacht werden kann, und der ſinnreiche menſchliche Wiß hat davon zu unſern jekigen Zeiten nicht altein mancherley Artem von Müßen, ſondern-auch vou Bruſtlägen, zur Bewahrung gegen die Kälte, zu erhalten gewußt. j - In großen Forſten pflegt daber die Erlaubniß:, die verſchiedenen Arten des Baumſchwamms aufzuſuchen und einzuſammeln: gegen. ein gewiſſes zu erlegendes Pach!geld ordentlich verpachtet zu ſeyn. Iey ſtark Bauholz, Mittel- Baubolzy klein Bauholz, Bohl- und Lattſtämmey und das übrige, ſo nicht die er- forderliche Eigenſchaften, um- hiezu gebraucht werden zu können„ an ſich hat, wird zur' Claſſe des Brennholzes gerechnet.. Das Zo!3 der Eichen kann zwar auch, wie in dem zweyten Abſchnitt der zwey? ten Abtheilung mit mehrern gezeigt worden. zum Civilbau gebraucht werden, und'man' wählt beſonders die bey hölzernen Gebäuden nöthige Schwellen vorzüglich: davon. Inzwiſchen iſt es doch eigentlich: nicht dazu beſtimmt, und an Orten). wo beyde' Hr 950 1000 ſind, werden die nöthigen Bauten wohl hauptſächlich mit Kiefernholz vollführt. Will man die Eichen nicht zur Maſt ſchonen, ſo können ſie, wie ebenfalls in dem zweyten Abſchnitt der zweyren Abtheilung umſtändlich bemerkt worden, mit vielem Nu- ße zu Schiffsbau- ober Stabholz: verkauft werden,. und dieſes gibt dieſer Holzart in un» ſern Tagen einen ganz beſondern Vorzug.; Nicht aber alle geſunde, und zur Maſt taugliche Eichen ſchicken ſich auch zu Schiffsbau- und Stabholz, ſondern es müſſen ſich die hiezu: tüchtige durch einen langen and geraden: Wuchs bejonders auszeichnen« Nn 3 Zu 235 Eilftes Hattptſtirk. Zu dieſem geraden und langen Wuchs trägt die Güte des Bodens ſehr viel bey und man trifft daher die Eichen von dieſer Gattung gemeiniglich in einer Gegend bey ſammen an. Es wird daher nicht ſil it ohne ſeine beſondere Ausgaben, und dieſe müſſen jeder- z. vorher abgezogen werden, ehe man einen richtigen Abſchluß von dem wahren Ertrag deſſelben machen kann. ; Auch Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 287 Auch von der Waldbenußung Fann kein ſicherer Etat gemacht werden, wenn nicht vorher die Naturalholzconſumtion abgezogen worden Dieſe Naturatlhol;conſumtion beſteht natürlicherweiſe in demjenigen, was ein! Guthseigenthümer in ſeiner Wirthſchaft und zur Erhaltung ſeines Suthes ſowohl an Bau- als Brennholz ſelber gebraucht.| Die eigene Bedürfniſſe des Brennholzes laſſen fich weit leichter, als die von dem Brennholz, beſtimmen. Denn in einer ordentlich eingerichteten Wirthſchaft iſt die eigene Conſumtion des Brennholzes wohl in allen Jahren- gleich ſtark, n Anſehung des Bauholzes aber hat es hierunter eine ganz andere Bewandniß. Es fallen nicht in allen Jahren gleich ſtarke Bauten vor, und ein unglücklicher Brand kann öſters die eigene Bedürfniſſe des Bauholzes ganz außerordentlich) vermehren, Das Bauholz wird entweder zur Ausveſſerung der alten Gebäude, oder zu neuen nöthigen Bauten, beſtimmt. Was zu den erſten jährlich nöthig iſt, läßt ſic) noch einigermaßen feltſegen, wenn man nur dabey theils die Menge und theils den Zuſtand der auf dem Guthe befiadlichen hercſchafilichen Gebäude zum Augenſchein nimmt. Auch können hierbey die Gebäude der Unterthanen nebſt ihrer gegenwärtigen, Bes ſchaffenheit nicht außer Acht gelaſſen werden. 2 "Der GSrundherr iſt zwar nur an denjenigen Orten, wo die Höfe den Unterthanen nicht eigenthümlich zugehören, ſondern ein Eigenthun der Herrſchaft geblieben ſind, dergleis zu laſſen, und ſolcher bey der Beſtimmung des jährlichen baren Holzertrags nicht mit.anzurechnen ſeyn.: Dieſe Einſchräukung in der baren Holzeinnahme wird allerdings manchem Land- Wirth, der nur bloß auf das gegenwärtige zu ſehen, dabey aber nicht an die künftige Folgen zu denken gewohnt iſt, nicht anſtändig ſeyn; es iſt auch nicht zu leugnen, daß da- durch auf den meiſten Güchern, wo nur ſc Bauholz etatgmäßig verkauft werden fönnen. Wird aber der gethane Vorſchlag: daß jederzeit r90 Sc Bauholz auf Un- glüFsfälle ig Vorrath bleiben müſſen, beliebt3 ſo können auf den jährlichen Holzetat nur 4 Schot zum Verfauf gebracht werden. Der ganze Unterſchied, der Hierdurch in der jährlichen baren Baußolznußung verurſacht wird, beſteht lediglich in einem einzigen Scho, welches, wenn man es auch zu lauter ſtarkem Holze rechnen wollte, eine auf eine Zeitlang jährlich zurüFbleibende bare Einnahme von etwa 80 Rihlr, beträgt. Vielleicht erſt uach 20 oder 30 Jahren tritt der Fall ein, daß dieſes in Vorrath auf behalten? Bauholz gebraucht wird 3 alsdenn aber erhält auch der Guihsherr das Geld dafür mit einemmal, Denn da ein Eigenthümer ohne dieſe Rückſicht das benöthigte Bauholz an frem- den Orten kaufen müßtez ſo kann und muß zr ſichſein eigenes dazu aufbehaltnes Holz eben ſo hoch anrechnen, und wenn den Dorfeinwohnern von dieſem vorräthigen Bauholz in einem dergleichen Fall überlaſſen wird, ſo müſſen ſie ſolches ebenfalls nach mäßigen Preis ſen, wie ſchon vorhin erwehnt worden, bezahlen, und er verliert daher, in Anſehung die« ſer, außer der Zeit nicht das Geringſte, H. 460, Daß, weil das Brennholz weit unentbehrlicher als das Bauholz iſt, wenn es an jenem man geln ſollte, auf dem Forſtbenuzungsetat auch ein Theil von dieſem dazu beſtimmt werden müſſe. Die Nothwendigkeit des Brennholzes in allen Landwirthſchaften habe ich bereits in der erſten Abtheilung b. 13., und unter den daſelbſt wegen einer vernünftigen und richtigen Forſtwirthſchaft vorangeſchiten Grundſäßen ausdrücklich erwieſen, daß man nicht eher an einen Verkauf des Brennholzes denken müſſe, bis man, daß die eigene Con» ſumtion nicht darunter leide, verſichert worden. Zu dem Brennholz gehörten eigentlich nur diejenigen Holzarfen, die enfweder ih rer Natur nach zu feinem andern Gebrauch geſchick:, oder durc< Abſterben und andere Zufälle dazu untauglich geworden ſind, So lange dergleichen zu andern Dingen untaugliche Holzſoren, um damit die jährliche Conſumtion zu beſtreiten,«n genugſamer Menge vorhanden ſind, Fann und muß von dem Bau- und Nußholz nichts daiu gerechnet, ſondern dafür die wirthſchaft« lic) mögliche Einnahme unter einer beſondern Rubrik aufgeführt werden,- Will ſich aber in einer Forſt nicht ſo viel Brennholz,-als zur jährlichen Tonſum- tion erfordert wird, findenz ſo kann auch das Bau- und Niußtholz Hierunter nicht geſchont werden, fondern es iſt ein Theil davon, ſo viel nemlich an dem ausgemittelten jährlichen Brennhoſzquanto fehlt, mit darzu zu rechnen.| Da das Nuß- und Bauholz gemeiniglich in weit höhern Preiſen, als dax Brenn- Holz, ſtehr3 ſo ſcheint dieſes ſehr unwirrhſchafilich und beſſer gechan zu ſeyy, wenn ein Qecon. ELEHE YI Theil, de(ep bebte Laude 2G0 Eiiftes Hauptſtück. Landwirch ſein Bau- und Nußholz, ſo er ſonſt zur Feuerung mit antvenden müßte, vero kaufte, und ſich dagegen von fremden Orten mit den abgängigen Brennholz verſorgte. Ob ein Landwirth einen dergleichen Verkehr zu treiben für rathſam ſindet, muß zwar einem jeden überlaſſen werden, indem wir uns anjeßt mit der Führung einzelner Wirthſchaften nicht abgeben Fönnen, ſondern nur lediglich bey allgemeinen Wahrheiten und. Grundſäßen ſtehen bleiben müſſen. Ein allgemeiner Srundſas. aber iſt, daß das mehr Nothwendige dem weniger Nothwendigen vorgezogen werden müſſe, Daß aber das Brennholz, im Ganzen genommen, weit unentbehrlicher, als das Bauholz ſeo; fällt von ſelbſt in die Augen.: Die nötbige Bauten können in Ermangelung des Holzes auch mit Steinen, ja wohl gar, wie es an vielen Orten gewöhnlich iſt, mit bloßem Lehm vollführt werden. Der Mangel des Brennholzes aber iſt nicht ſo leicht dyrc< andere Dinge zu erſeßen« Denn obgleich der bekannte Torf gleichmäßig zur Fetterung gebraucht werden kann, und an vielet Orten auch wirklich gebraucht wird z, ſo iſt derſelbe doch eines theils nicht in allen Segenden vorhanden, und«ndern theils kann er auch nicht bey. allen Arten der Feuerung, ob man gleich bereits verſchiedene vergebene Verſuche damit angeſtellt hat, angewendet werden. Eine allgemeine Regel bleibt es ſolchemnac. In Anſehung der oben benannfen vier Wirthſchaftsgeſchäfte aber ſteht die Feuer xung nicht in der Willführ derjenigen, die ſolche verrichten mülſ:n, und es. iſt daher daber weit wenigere Verſchwendung, als bey den andern Holzbedurfr iſſen. bey welchen der Nußkew oder Bequemlichkeit des Dienſivolks einen unmittelbaren Einfluß, bat, zu be- fürchten. % 464 Warum. man ſich der in den Chur und t7eumärkſchen General- Tx-Prineipiis enthaltene Sägze, bey Beſtimmung; der verſchiedenen Brennholzbedürfniſſe ſehr füglich bedienen könne;, jedoch: dabey jederzeit auf; die Verſchiedenheit der Abſichten,„ſo bey dieſen Tax-Principis. und einen» anzufertigenden Privatholznutzungsetat zunzt Grunde liegen, Rückſicht zu nehmen ſep. 3 It einigen öffentlichen Tax- Ordnungen, wohin man beſonders die General-Tax- Principia der Chur- und Neumärk. Ritterſchaft rechnen kann, ſind. die verſchiedene Holze Bedürfniſſe, die in einer jeden Wirthſchaft erfordert werden, ganz. eigentlich beſtimmt. Dieſe General-Fax- Principia haben zwar nur eigentlich die Abſicht, daß die Rit» tergüther dererjenigen', die aus dev errichteten Credit- Caſſe Gelder leihen: wollen, nach den darin enthaltenen Säßen: gewürdiget werden ſollen.; Eine dergleichen nähere: Beſtimmung der wirthſchaftlichen Holzbedürfniſſe, iſt auch bey: Regulirung der Forſtbenußungsetate, wenn man es dabey nicht auf eine bloße Willführ, die nichts als ohnzählige Verſchiedenheitetn nach ſth ziehen kann, ankommen. laſſen will, höchſt nöthig.. Man thut daher ſehr wohl. wenn may dieſe Säße bey den Holzbenußungen eben» falls: zur Regel annimmt, und die Natural- Holzausgaben denſelben gemäß feitgeſe6t. Inzwiſchen liegen. wie bereits oben beyläufig bemerkt worden, bey der Veran» ſchlagung der Landgücber yah dem Creditſyſtem und der Beſtimmung des jährlichen Forſt- Ertrags, nicht einerley Abſichten zum Grunde. Bey den erſten kann. bey: Beſtimmung dev Ausgaben nicht ſo freygebig, als bey“ dem leßterm verfahrew werden, weil ſonſt viele von denjenigen. zu deren Beſten und Er» haliung die Credircaſſen eingeführt ſind, dieſen EndzweE> verfehlen würden. In Anſehung der Forſtbenußungganſchläge aber, die ein jeder Tigenthümer, um ſeinen jährlichen Forſtbenusungsetat darnach. einzurichten, nöthig hat, muß aus den be» reits in den? nächſt vorſtehenden G. angeführten Urſacheir hierunter nicht alles auf das ge» nayeſte genommen werden,' Sollten ſich daher in. den vorerwohnten Chur= und Neumärkſchen General. Tax- Principus: einige Brennholzbedürfniſſe, die allzu niedrig beſtimmt wären, finden, ſo ſteht einem jeden: frey in ſeinem Forſibenußungsetatf eine Aenderung zu machen, und derglei- , 3 6. 467. 'Daß, wenn die angenommene Sätze für zureichend geachtet werden ſoll/ ſchiedenen Wirthſchaftsgeſchäften Getan 20 ih RAE ME NID Dies ſeyn müſſe, wobey zugleich, wie viel Schaden ſich ein Landwirth durch das Haſſe Brennholz verurſacht, bemerkt wird. Wider dieſe Säße iſt an und für ſich nichts auszuſeßen, indem ſie, wenn nur mit dem ausgeſeßten Holz wirthſchaftlich und auf eine vernünftige ſparſame Art umgegangen wird, der wahren Nothdurft vollkommen! angemeſſen ſind, und' folglich auch jederzeit hin- reichend ſeyn werden,« Inzwiſchen muß ich hierbey manchmal den in der erſten Abtheilung 58. 14, vor- angeſchickten vierten Grundſaß: Daß für einen beſtändigen Vorrath von tro>nem Brennholz geſorgt werden müſſe; grinnerlich machen,' Die Holzverſchwendungen, die durch das naſſe Brennholz in den Wäldern ver- urſacht werden, ſind größer, als geglaubt wird. j Es würden auch die in den vorigen Säßen angenommene Holzconſumtionequanta zür Beſtreitung der Nothdurft bey weitenz nicht vorzüglich gehalten werden können, wenn nicht dabey, daß ſole in trocknem Holze beſtehen müſſen, vorausgeſeßt wäre, Daß manimit einer Klafter trocknem Holz weiter, als mit zwey, auc< wohl drey Klaftern naſſem Holz, ob es gleich von einerley Art und Güte iſt, Fommen könne, wird wohl niemand, der von den ländlichen Haushaltungegeſchäften'nur einigermaßen un- terrichtet iſt, in Abrede zu ſtellen begehren, Das naſſe Holz iſt auch zu vielen wirthſchaftlichen Dingen, beſonders in den Hauptgeſchäften, gar nicht tauglic<, und es können die Producte, die durch eine Feuerung mit naſſem Holz'hervorgebracht werden ſollen ,/“ unmöglich auf die gehörige Art gerathen, Wollte man es auch gleich mit Gleichgültigkeit anſehen, daß ſich die Küchen- und Stuben- Mägde auf dem Herde und in dem Kachelofen halb zu Tode damit quälten; ſo wird man doH durch den Gebrauch des naſſen Holzes, weder gehörig gares Brod, noch auch ein gutes wohlgefochtes Bier erzwingen, und beſonders bey dem Branntweinbren- nen, welches vorzüglich nicht allein eine hinlängliche, ſondern auch gleiche Hiße, die aber von dem naſſen Holz nicht zu erwarten ſteht, erfordert, ſehr vielen Schaden leiden, S. 468- Warum man ſich nicht dur die wenige Roſten des Schlagerlohns von der Höchſt nöthi- gen Vorſicht, jederzeit einen verhältnißmäßigen Vorrath von trocknem Drennholz anzu» ſchaffen, abhalten laſſen müſſe. I< habe Wirche gekannt, die den großen Schaden, der ihnen ſowohl in dem Walde, als auch in allen übrigen Wirthſchaftsgeſchäften, wozu eine Feuerung erforder? wird, erwachſen iſt, ſehr wohl eingeſehen, und demohnerachtet feine Abänderung darin getroffen haben. Bey vielen mag wohl nur bloß die Unbetriebſamkeit und Schläfrigkeit, die ſie in allen wirchſchaftlichen Dingen von ſich blicken laſſen, ſchuld daran ſeyn» Bey den RIEN aber ? KORR en rere Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 106."297 aber rührt es bloß daher, daß ſie das Schlagerlohn, welches, wenn man beſtändig trock- nes Brennholz haben will, unvermeidlich iſt, als eine unangenehme Ausgabe ſcheuen, Denn gewiß iſt es, daß, wenn man von einem Jahr zum andern beſtändiges tro>nes Holz haben will, jederzeit die jährliche Conſumtion ein Jahr voraus zu Klaftern geſchlagen, und dadurch dem Holz die gehörize Zeit zum Ausgtrocknen gelaſſen werden muß. Das gewöhnliche Schlagerlohn. beträgt für die Klafter 4 Gr,, und macht alſo für hundert Klafter eine Ausgabe von 15 Rchlr, x6 Gr. aus, Eine ſehr übel angebrachte Sparſamkeit iſt. es, wenn man einer ſo geringen Aus- gäbe halber, nicht allein muthwillig zwey bis dreymahl mehr Holz, als ſonſt erforderlich iſt, verlieren, ſopdern auPſich bey allen ſeinen Wirchſchaftsgeſchäften, wozu eine Feues rung erfördert wird, in mancherley Schaden ſeßen will. Unnöthige Ausgaben müſſen zwar in der Landwirthſchaft auf alls mögliche Weiſe vermieden werden, indem dadurch der Ertrag des Ganzen gemindert wied. Das Schlagerlohn für das Brennholz aber gehört aus vorhin angeführten Urſaa Bey der Creditcaſſe will man nur bloß wiſſen, was die. in Anſchlag zu bringende Güther zu-allen Zeiten ohnfehlbar bringen können, und man kann daher auf dagjenige, was der Suthsherr mit ſeiner Familie von den gewonnenen Producten ſelbſt genießt und zu ſich nimmt, keine Rückſicht nehmen, weil ſonſt öfters bey vielen Güthern gar kein ba rer Ertrag übrig bleiben würde. IEE 2 Bey einem Grundherrn aber, der mit den errichteten Creditcaſſen in keiner Ver«- bindung ſteht, trifft dieſer Fall gar nicht einz er will auf eine zuverläſſige Art verſichert ſeyn, was ihm ſeine Forſten jährlich wirklich gewähren. Da nun dieſes ohne Abziehung der Natural- Conſumtion, ſie ſey von welcher Art ſie wolle, nicht geſchehen kann, ſo iſt auch kein Grund vorhanden, warum bey der Feſte ſebung dieſer jährlichen Conſumtion zwiſchen demjenigen, was der Grundhere für ſich und feine Familie beſonders verbraucht, und den nur gewöhnlichen Wirthſchaftsnothdurften ein Unterſchied gemacht werden ſollte. 3.5;. Iſt ſolcheumach die Familie des Guthsbeſißers, und vielleicht auch ſeines Stans des wegen, die Menge ſeiner Hausgenoſſen dergeſtalt zahlreich, daß in ſeinety Wohn- Hauſe, anſtatt der in den angeführten Tax- Principiis angenommenen zwey Stuben, täge lich 6 bis 8 Zimmer geheißt werden müſſen, ſo ſehe ich nicht ab, warum ſich ein Eigen- thümer dieſe Ausgabe bey Entwerfung ſeines Forſtbenußungsetats gleichſam ſelbſt ver- ſchweigen, und nicht vielmehr unter der wirklichen Conſumtion mit anführen wollte. j Es kann zwar ſeyn, daß ſein Erbe oder anderer künftiger Nachfolger zu ſeiner Bedürfniß nicht ſo viel Holz nöthig har, und folglich auch alsdenn der Abzug nicht ſo un Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 299 ſeyn darf; allein ich finde nicht, daß dem Nachfolger hieraus ein Nachtheil erwachſen fönne,; indem das wenigere Ausgeben immer angenehmer fällt, als wean man größere Ausgaben, die man ſich nicht vorgeſtellt. erfahren, und dadurch in der vermeinten Holz- Einnahme einen anſehnlichen Ausfall leiden muß. S. 471. Von dem Brennholz, ſo die faſt in allen Wirthſchaften gewöhnlichen Deputanten erhalten, und daß ſolches ebenfalls bey der Berechnung der Forſtbenuzung in Abzug gebracht, auch dergeſtalt, daß es der TTothdurft dieſer Leute angemeſſen ſep, eingerichtet werden müſſe. Nicht bloß das zur eigenen herrſchaftlichen Wirthſchaftsconſumtion nöthige Brennholz iſt, ehe man dieſen Artikel in dem Forſtbenußungzecat abſchließen kann, abzu- ziehn, und in Auggabe zu ſtellen, ſondern es muß ſolches auch in Anſehung der Deputan- ten, welche das bensthigte Brennholz von der Herrſchaft zu erhalten haben, geſchehn. In den Chur- und Neumärk. Tax-Principiis iſt unter andern des Ä>ermarns oder Meyers, und der Hirten gedacht, und es ſind für einen jeden 4 Klaſicr Kiehnen« oder Elſenholz ausgeſeßt worden.! Auf den meiſten Landgüthern gibt es noM weit mehrere Arten von Depuranten, welche von der Herrſchaft mit dem benöthigten Brennholz verſorgt werden müſſen, wohin beſonders der Gärtner, Voigt, Jäger oder Holzwärter, und überhaupt alle diejenige in herrſchaftlichen Dienſten ſtehende Leute, welche beweibt ſind, und daher anſtatt der Natural- Speiſung ein beſtimmees Deputat bekommen, zu rechnen. Sind dergleichen Wirthſchaftsbediente unverheyrather, ſo können ſie mit dem an- dern Geſinde die herrſchaftliche Koſt genießen, ſich auch im Winter der gewöhnlichen Ges ſindeſtuben zu ihrer Erwärmung bedienen.“ Weil aber dieſe Art von Leuten gemeiniglich ſchon in ſolchen Jahren ſtehn, wo ihnen die Erlaubniß zum Heyrachen nicht füglich abgeſchlagen werden kann, man ſich auch öfters iyrer Geſchiflichkeit wegen, einige mehrere Beſchwerlichkeiten, welche durch das Deputat allerdings verurſacht werden, gefallen laſſen muß, ſo iſt es eine Nothwens- Ge ne man ihnen in Anſehung des Brennholzes ebenfalls etwas Gewiſſes aus-- een muß. Den hierunter in den mehrmals angeführten General-Tax-Principiis angenom» mene Saß aber finde ich gleichmäßig dergeſtalt beſchaffen, daß es dieſen Leuten, damit auszukommen, unimöglich fallen würde. Dergleichen Wirchſchaftsbedienten müſſen nicht allein für ſich, ibr Weib und Kinder des Winters eine warme Stube haben, ſondern ſich auch das ganze Jahr hinducch das Cſſen kochen, und die benöthigte Wäſche reinigen laſſen. Daß aber hierzu vier Klafter Elſen- oder Kiehnenholz nicht zulänglich ſind, fälle von ſelbſt in die Augen, und ich weiß nicht, ob man zu viel thun würde, wenn man we- nigſtens jährlich 6 Klafter von gedachten Holzarten dazu rechnete, Pp 2; Sie 300 Eilftes Hauvptfuk, Sie- werden dennoch immer mie dieſem ihacn aufgeſitten Holz ſebr ſparſam ums gehben müſſen, wenn ſie dabey zurechte kommen und nicht aim Ende einen Solzmangel erfahren wollen,| Leute, die man in ſeinen Dienſlen gebraucht, müſſen an dergleichen unentbehrli« zu kehren,'in Betracht nimmt; ſo glaube ich nicht, daß es rath2 ſam und den Regeln der wirthſchaftlichen Klugheit gemaß ſey, den Unterthanen den Genuß eines WE auf ihren Aeern aufgewachſenen Waldes ſtreitig zu machen, oder wohl gar zu entziehen. An allen Orken, beſonders in ſolchen Gegenden, wo mehr Mangel als Ueberfluß an Holz iſt, pflegt die Herrſchaft von den Unkerthanen, wenn ſie auch gleich fein eigentliches HolzungsLrecht in der herrſchaftlicgzen Waldung verlangen können, dennoch gar ſehr wegen Verſtattung einer Holzmietkhe. angegangen zu werden, und-ein Guthsherr, dem an der Er- haltung ſeiner Unterthanen gelegen iſt, wird ſie hierunter nicht leicht hülflos laſſen. Dergleichen Heidemiethen ſind aber, wie unten. mit mehrern. gezeigt werden ſoll, für die Förſter ſchr gefährlich), undes wird dadurch viele Unordnung, die ſonſt hätte vermieden werden können, verurſacht.? Sind nun die Bauern auf die vorbemeldete Art mit einem eigenen Walde verſehen; ſo fällt auch aller Grund, warum ſie der Herrſchaft dergleichen Holzmiethen anmuthen ſeyn können, von ſelbſt hinweg ,-und es wird dieſe dadurch von der Gefahr vieler ſonſt in ihren Forſten zu befürchtenden Mißbräuche befreyt, (S. 4 478 Daß dieſer Beweis entweder'durch klare Urkunden oder durch einen langwierigen Beſig ges führt zu werden pflege, u1nd-in dem erſtern Fall die Entſcheidung der Sache nur-wenige Schwierigkeiten mache. Das denen Unterthanen wider die allgemeine Grundſäße zuſtändige Holzungsrecht können dieſelben entweder darch ihre Hof- und. Annehmunggbriefe und andere ohnſtreitige Urkunden erweislich machen,. oder ſie beziehen ſich deshalb bloß auf den bigherigen B-fi6 und Gewohnheit, vermöge deren. ſie ſeit. vielen Jahren ihr benöthigtes Brennholz aus der berrſchaftlichen Heide geholt haben. Sind deutliche Briefe und Urkunden, worin ihnen dieſes Recht zugeſtanden wor» den iſt, vorhanden, ſo müſſen ſie allerdings bey deren Inhalt geſchüßt werden Qecon, Forens. VI] Theil, Qq G2. 306 Eilftes Hauptſrüu>, Gemeiniglich aber pflegen in dergleichen Urkunden dem ihnen darin zugeſtandenen Holzungsrecht auf gewiſſe Grenzen geſeßt zu ſeyn, und algdenn follen die" darüber zwie ſchen Herrſchaften und Unterthanen entſtandene Streitigkeiten zu entſcyeiden nicht ſchwer, 9. 479 Daß aber, wenn ſich die Unterthanen, dieſes Rechts wegen, bloß auf einen langwierigen Be- ſis und Verjährung berufen, der Richter bey der Unterſuchung dieſes Deſitzes, und ob der? ſelbe diejenigen Eigenſchaften, die zu einer rechtsbeſtändigen Verjährung erfordert wer» den, an ſich habe, alle mögliche Genauigkeit beobachten müſſe.: Auch, durch einen langwierigen Beſiß, zu welchem eine rechtliche Verjährungeszeit gekommen, können die Unterthänen ein Holzungsrecht in den berrſchafilichen Wäldern erlangen, und es verſteht ſich von ſelbſt, daß, wenn dieſes auf eine recMiliche und zulänge liche Art erwieſen worden iſt, ſie bey demſelben ebenfalls durch den Richter geſchüßt wer- den müſſen. Jedoch iſt bey der leßtern Art zu einem Hoſzungsrecht zu gelangen, in' Anſehung des Beweiſes, weit mehrere Vorſicht und Behutſamfeit, als bey der erſtern, zu beobach- ten; denn gemeiniglich pflegt der von den Unterthanen vorgeſchükte Beſitz dieſes Rechts entweder eine Nachläßigkeit der Forſtbedienten, oder ein bloßes Gunſtrecht, zum Gründe zu haben. Die Treuloſigkeit und Nachſicht, die bierunter von den Forſtbedienten, beſonders bey abweſenden Gu:beherrſchaften, begangen werden, ſind jedermaan zur Genüge bekannt, und da zu vorigen Zeiten mehr Ueberfluß als Mangel an Holz warz ſo hat es bey den Vorfahren der jeßigen Sütherbeſiger wohl nicht ſäwer halten können, die Erlaubnig, ſich dann und-wann von dem überflüſſigen Holz ein Fuder holen zu dürfen, bittweiſe zu erlangen. j Niemals aber können Haydlungen, die heimlich geſchehen, oder bloß bittweiſe verſtattet worden ſind, ein immerwährendes unwiderrufliches Richt geben, wie ſolches ſchon vorhin aus der gemeinen Rechiswiſſenſchaft bekannt und auch in der Vernunft ſel- ber gegründet iſt. Nicht der bloße Beſiß kann ein Verjährungsrecht zuwege bringen, ſondern: es werden dazu von dem Eigenthümer widerſpro Daß die Unterthanen hierdurch aus der herrſchaftlichen Zeide gänzlich verbannt werden, und ihnen: auch. die Gelegenheit:, nächtliche Zolzdieberepen auszu- üben, benommen wird; Wird hingegen das öden Unterthanen jährlich zukommende Holz ordentlich zu Klaf- tern eingeſchlagen, und man wacht dabey zugleich die Verfügung, daß ein jeder den ihm gebührenden Antheil: binnen einer gewiſſen geſeßten Zeit wegholen nnd abfahren laſſen mußz. ſo werden ſie dadurch, nachdem dieſe Friſt vorbey iſt, die übrige Zeit des Jahcs hindurch gänzlich aus der Heide verbannt, und ſie können, wenn ſie ſich demohnerachtet noch in derſekben: erblicken laſſen', mit gutem Recht als Diebe angeſehen und auch als ſolche beſtraft werden. Wit' Auch ſelbſt zu ihren gewöhnlichen nächtlichen Holzdiebereyen wird ihnen hierdurch alle Gelegenheit benommen; denn da ſie aus dem herrſchaftlichen Walde nichts als Klafs terholz erhalten„ können ihre Holzdiebereyen ſehr leicht entdeckt werden, wenn man nur von Zeit zu Zeit ihre Höfe unterſuchen, und, ob ſie auch langes Holz darauf haben, nache ſehen läßt; ſie werden zwar vielleicht, wenn man auch dergleichen bey ihnen antrifft, he bald mit dem Vorgeben, daß ſie ſolches aus der Nachbarſchaft erkauft hätten, ertig. ſeyn.: Man kaun aber, wenn man bey dieſem Vorgeben ein Bedenken ſindet, ſie ihres Diebſtahls ſehr l?imt dadurch überführen, daß man ihnen, ſolches durch ein Zeugniß derjenigen Herrſchaft, von welcher ſie das Holz erkauft haben wollen, zu beſcheinigen, aufe erlegt. Können ſie dieſe Beſcheinigung nicht beybringen; ſo geſchieht ihnen nicht un- recht, wenn ihnen das Holz weggenommen wird, und ſie noch überdem gehörig be- ſtraft werden. Sokten Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1: 309 Sollten ſie auch gleich das bey ihnen gefundene Holz nicht der Herrſchaft, ſondern einem andern, geſtohlen haben; ſo bleiben ſie.doch aliemai- Holzdiebe, weiche, deshalb ge- hörig beſtraft'zu werden, verdienen;. 5. 483: Von der Frage: wer das“ Schlagerlohn zu dieſen für die Unterthanen zuzubereitenden Rlaftern- entrichten müſſe? Auch hier wird vielleicht das Schlagerlohn bey manchem eine Urſache ſeyn, war» um er dieſe Methode, ſeine Unterthanen wegen ihres zu fordern habenden. Brennholzes abzufinden, zu ergreifen, ein Bedenken tragen möchte.. ] Bey einer ſtarken Gemeine läuft dieſes Schlagerlohn ſchon allerdings ins Geld, 4 es würde ge Ausgabe um. ſo-unangenehmer fallen; als ſie bisher gar nicht gewöhne liz) geweſen iſt. Ueberdem frägt es- ſich auch:: ob-nicht die Herrſchaft mit Recht verlangen könnte, daß die Unterthanen dieſe Ausgabe übernehmen müßten, zumal dieſelben ſolches ſelber verrichten könnten, und folglich, wenn ſie wollten, kein Geld dafür ausgeben dürften. Die vorgeſchlogene Art, die Bauern mit Klafterholz abzufinden, iſt. überhaupt bisher unbekannt und ungewöhnlich geweſen, folglich hat auch die Frage: wer das Schla- gerlohn für dieſe Klaftern zu übernehmen. verbunden ſey, nicht zur Entſcheidung vorkomoe men fönnen. Sie iſt auch in der That zweifelhaft, nnd ich will daher,. da ich mir die ange« nehme Hoffnung mache, daß vielleicht mancher Grundherr, der anjekßt ſeinen“ Wald täge lich von ſeinen Unterthanen mehr und mehr verwüſtet, und zu Grunde gerichtet ſehen muß, dieſen Vorſchlag zu ergreifen, und dadurch den fernern Holzverwüſtungen ein Ende zu machen, genöthigt ſeyn wird, auch dieſe wegen des Schlagerlohns dabey vorkommende Nehenfrage nicht gänzlich unerörtert laſſen, ſondern ebenfalls die hauptſächlichſten Grün- de, die deshalb ſowohl: für die Herrſchaft, als auch. für. die Unterthanen, vorwalten, mit wenigen berühren;. S.. 484- Daß, weil die meiſten Vortheile von dieſer Einrichtung auf die Seite der Zerrſchaft falten, auch dieſe das Schlagerlohn der Bauerklaftern zu. übernehmen, für ſchuldig. erachtet werden müſſe: Daß dazjenige Theil, ſo von dieſer Einrichtung den meiſten Vortheil hat, auch die dazu erforderliche Koſten übernehmen müſſe, wird ſonder Zweifel den Hauptentſchei- dungegrund der ganzen Sache ausmachen. Nun ſcheinen es zwar die Bauern zu ſeyn, für welche dieſe Einrichtung den mei- ſten Vortheil ſtiftet, indem ſie, anſtatt des naſſen Holzes, womit ſie ſich ſonſt abfinden laſſen, und zufrieden ſeyn müſſen,(roc>enes zu erhalten die Hoffnung haben;z. dieſes aber, wie ſchon oben mit mehrerm ausgeführt worden; bey allen Feuerungen einen ſehr wichtigen Vortheil bringt. Iq3X Dahit 310 Eilftes Hauptſiu>, Dahingegen aber kann nicht außer Augen geſesßt werden, daß die Herrſchaft bey dieſer Einrichtung durch die Ordnung, die dadurch in ihrer ganzen Forſt zu deren Erhal- tung eingeführt wird, ganz vorzüglich gewinnt, Sie erſpart nicht allein an dem Holze, ſo die Unterthanen bisher auf eine recht verſchwenderiſche Art aus dem Walde geholt haben, ungemein, ſondern kann auch, wenn ſie vorher, wegen der von den Bauern zu befür würfen, welches, beſonders bey einer ſtarken Gemeine, auch durch die ſtrengſte Aufſicht ſehr ſchwer zu verhüten ſeyn möchte, So. 4856. Daß die Vortheile, ſo aus dieſer Einrichtung für die Zerrſchaft entſtehen, das zu vorausge: bende Schlagerlohn ſehr weit überwiegen, wird durc eine angelegte BereHnung näher dargethan. Eine Grundherrſchaft wird daher nach meiner Einſicht, aus vorangeführten theils rechtlichen, und theils auch ökonomiſchen Urſachen, jederzeit am beſten thun, wenn ſie das Schlagen des den Unterthanen zuſtändigen Brennholzes ſelber übernimmt, und dadurch zugleich den Bauern eine ihrer ſtärkſten Einwendungen, die ſie gegen dieſe einzuführende Ordnung machen könnten, vereitelt. Es wird auch dieſes Klaſterſchlagen nicht allenthalben nothwendig für bares Geld geſchehen dürfen, ſondern wenigſtens ein großer Theil davon durch eigene Dienſtleute zur Winterszeit, wo man eben feine andere dringende Arbeiten hat, beſtritten werden können. Sind an einem Orte nur wenige Dienſtleute, ſo iſt auch gemeiniglich die Arzahl der Einwohner, welche in der herrſchaftlichen Waldung ein Holzungsrecht haben, nur gering, gleich wie in großen und zahlreichen Gemeinen auch eine größere Menge von Dienſtleuten vorausgeſeßt werden kann. Geſekt aber auch, daß die Herrſchaft keine überflüſſige Handdienſte, die ſie zu dieſem Behuf anwenden könnte, hätte; ſo werden doch die von.dieſer Einrichtung zu er- wartende Vortheile das für das Holz der Unterthanen zu vorausgebende Schlagerlohn ſehr weit überwiegen, und es. ihr niemals, dergleichen Auslage zur Abwendung eines größern Uebels gethan zu haben, gereuyen können« Einen 312'Eilftes Hauptſtück. E Einen ganz einfachen Ueberſchlag davon Fann man ſich auf ſolgende Art madceit. ; Ein ſehr beſcheidener Bauer.wäre es, der bey der jeßigen Verfaſſung, worin die Herrſchaften mit ihren Unterthanen in„Anſehung des Holzungsrechts der leßtern ges meiniglich ſtehen, ſich, anſtatt 8 Klaftern, nur 16. Klafter holte, Jh bin verſichert, daß bey der.jeßigen Willkühr der Unterthanen die meiſten da- von dreymal ſo viel Holz.das Jahr. hindurch wegfahren. Die beſte Ordnun",-die man noch gegen.das willkührliche Holzfahren der Bauern anzubringen gewußt har, beſteht darin, daß man ihnen wöchentlich zwey Holztage, in wel» „Hen ſie 0 M der herrſchaftlichen Heide zu holen,.bey Strafe der Pfändung, bes rechtigt ſind, ſchr. Ein Bauer,“der für ſich Holz fährt,'lädet-gewiß, auch bey einem nur mittels mäßigen Seſpann,-da beſonders die herrſchaftlichen Waldungen.gemeiniglich in der Nähe zu liegen pflegen, eine halbe Klafter auf, Ih will aber, um den Schaden,.der-durch das unbeſtimmte Holzholen der Un- terthanen inden herrſchaftlichen Forſten. angerichtet werden kann, und auch wirklich ane gerichtet wird, nicht zu übertreiben, daß er nur jedesmal 3 Klafter auflade, annehmen. Dieſes beträgt in 52 Wochen 35. Klafter, und es iſt gewiß, daß der Bauer nicht ſo leicht einen Holztag verſäumen wird, weil er das angeſchafte Holz, ſo er nicht zu ſeinem eigenen Gebrav derweitigen Veränderung erwachſen iſt, tie meiſte Zeit unwiederbringlich, und an die Gemeine, ſo dieſes durch ihre ungegründete Vorſtellungen verurſacht hat, kann er ſich ebenfalls, wenn er auf die Erhaliang ſeiner Unterthauen bedacht ſeyn will, ſo wenig wegen des Schadens, als der Koſten, halten, Ein jeder wird geſtehen müſſen, daß dieſes für eine jede Grundherrſchaft, die ſich in dergleichen Umſtänden befindet, eine ſehr unangenehme und unglückliche Lage ſey. Zn gleichen Umſtänden befindet ſich auch derjenige Wirthſchaftsfreund, deſſen ich 8. 487. Erwehnung gethan habe, und ich glaube daher um ſo mehr, daß er auch an ſei« neu Theil hierunter eine Abänderung wünſchen wird, indem demſelben ſeine Unterthanen nicht blos wegen des Holzungerechts, ſondern auch ſogar wegen des Streuyrechens, einen weitläuſtigen Proceß anzuhaiſen, ſich nicht entblödet haben, 8. 489» Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl ie, 315 9. 489» S7ähere Erörterung des L7uzens, den die in Vorſchlag gebrachte Einrichtung gewährt. Alle dieſe zudringliche Einſchränkungen des Eigenthumsrech!s fallen von ſelbſt binweg, ſo bald, wie viele Kiafter Brennholz ein jeder Unterthan zu ſeiner Feuerung nö- thig hat, feſtgeſest worden iſt, und ſich die Herrſchaft ihm dieſes Duantum jährlich in ges ſchlägenem Klaſterholz anzuweiſen, anerdoten haf. Alsdenn kann wegen der Zulänglichfeit des Waldes zu dieſetn Behuf weiter kein Zweifel entſtehen, indem, wie auch demohnerachtet die gänzliche Verwüſtung des Wals des möglich bliebe, dennoch die Herrſchaft den Bauern das einmal ausgeſeßte Quantum, wenn es auch an fremden Orien verfaufte werden ſollte, zu gewähren ſchuldig iſt, Man über/ege nur einmal die großen Vortheile, die hieraus für einen Grundherrn, ohne Vorfürzung des Holzunggrechts ſeiner Unterthanen entſtehen 3; ſo wird man von der Vorzüglichkeit dieſes Vorſchlags, der das ganze- Uebel recht aus deim Grunde hebt, von ſelbſt überzeugt ſeyn. Kein vernünftiger Guthsbeſizer wird ſich wohl durch einen übermäßigen Berkauf des Holzes in dergleichen Umſtände ſeßen, und es iſt daher ſolches nur blos der Fall, der, uin den Ungrund der öfters von den Unterthanen hierunter angebrachten Beſchwerden auf eine handgreifliche Art zu zeigep, angenommen worden iſt. Inzwiſchen bleibt es doh allemal gewiß, daß dieſe Art.von Klagen durch die in Vorſchlag gebrachte Ordnung mit einmal gehemmt werden, und auch ſelbſt vor dem Rich«- ter fein Grund, denſelben Gehör zu geben, und deshalb weitläuftige U"terſuchungen und Commiſſionen zu veravlaſſen, übrig bleibt, 6. 490,- Daß das unbeſtimmte Zolzungsrecht der Unterthanen auch beſonders die zur Erhaltung dex Wälder nöthige Eintheilung derſelben in gewiſſe Zaue verhindere, und daher, um ſo mehr ſolche auf etwas gewiſſes feſtzuſetzen, zunz allgemeinen Beſten des Staats nöthig ſey. Es wird unten bald mit mehrerm gezeigt werden, daß die beſte und vortheilhafteſte Benußunggart aller Waldungen eine nach Verſchiedenheit der Holzarten verhältnißmäſe ſige Eintheilung derſelben in gewiſſe beſtimmte Haue vorausſeße. Auch an dieſer vernunft- und forſtmäßigen Eintheilung wird ein Gutbsbeſiter, auf zn Forſt die Unterthanen ein unbeſtimmtes Holzungsrecht haben, ganz offenbar gehindert. Ohne Beobachtung der vorgeſchlagenen Ordnung, hauet ein Bauer, ſeiner Willkühr überlaſſen iſt, das ihm benöthigte Holz, wo er es findet, und ſeiner Ber quemlichfeit gemäß zu ſeyn glaubt, ohne ſich an die eingetheilte Haue zu binden, binweg, und zerrüttet dadurch alle gyte Ordnungen, die deshalb zur Erhaltung der Wälder ge macht werden können. 3 der hierunter Re 2 I| 316 Eilftes Hauptſiü>. bat, auf eine gewiſje Kiafterzahl beſtimmt, und er erhält dieſelbe alle Jahre richtig; ſo folgt auch von ſelbſt, daß er die von der Hereſchaft eingerichtete forſtmäaßige Haue gehö« rig reſpectiren müſſe, und durch ſein bisher gewöhnliches willkührliches Holzhauen weiter keine Irrungen darin machen könne. Es iſt dieſes eine SaFe, welche den ganzen Staat inkereſſirt, und wobey folge- lich auch die Wächter deſſelben Hand mit einzuſchlagen Urſache haben, Die landesherrliche Forſten ſind zwax allerdings in den meiſten Ländern die wieh- tigſten, und ſie verdienen daber auch die meiſte Aufmerkſamkeit. Juzwiſchen mwücde doch b'os ihre Erhaltung einen allgemeinen Holzmangel, der für einen jeden Staat höchſt gefährlich und färchterlich iſt, abzuwenden nicht hinrei- nem und naſſem Holz kann denn auch bey deim Brenudolz der Unterthanen nicht außer Augen geſest werden, und es würde eine Ungs- rechtigkeit ſeyn„ douſelben hierunter ein mehreres, als wir bey andern ihre Holzbe- dürfniſſe von der Herrſchaft zu fordern habenden- Intereſſenten angenommen haben, zu- zumuthen, Natürlich Jſ| aber ſein Brennholzquaneum, ſo er aus der herrſchaftlichen Heide zu fordern EE SERRE öd IBVBVBPpeee eee Pon den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 16; 317 Natürlich iſt es daher, daß eine Grundherrſchaft, die ihre Unterthanen auf dieſe Art,'ohne daß ſie ſich darüber zu beſchweren gerechte Urſache haben, abfinden will, ſchon das Jahr vorher, ehe eine dergleichen Ordnung ihren Anfang nehmen ſoll, die dazu be- nöthigte Klaſterzahl ſchlagen, und ſie auf ſolche Art gehörig austrocknen laſſen müſſe. Daß dieſe Austrocknung von dem Bauer ſelber abgewartet werden ſoll, iſt nicht zu verlangen, weil er das ihm angewieſene Holz zum täglichen Gebrauch nöthig hat, und ſolches, nach dem gewöhnlichen gemeinen Ausdruck, gleichſam aus der Hand in den Mund geht.; Es iſt zwar wahr, daß dieſes dem Eigenthümer eine Art von Vorſchuß verure ſacht, indem er z. B. das Schlagerlohn für die Klaftern, die erſt im Jahr 1783. ver- braucht werden, ſchon im Jahr 1782 ausgeben und darauf verwenden muß- Allein dieſe an den meiſten Orten'nur wenig bedeutende Kleinigkeit iſt nicht bin» länglich), um die davon zu erwartende wichtg2 Vortheile deshalb fahren zu laſſen. Ueberhaupt iſt dieſes keine doppelte Rusgabe, ſondern ein bloßer Vorſchuß, wel- enes Klaſterholz haben, müſſen, feinen Eintrag than, ſondern es muß dieſe Frage ledig- lich unter den Allodial- und Lehns- oder Fideicommißerben abgemacht werden. In Anſehung dieſer aber hat es wohl kein Bedenken, daß die leßtern den erſtern einen dergleichen. Vorſchuß um ſo mehr vergütigen müſſen, als die dadurch mög'ich ge- machte gute Ocdnung und Erhaltung der Forſten dem ganzen Lehn- oder Fideicommiß zu gute kommt. Eben dieſes haben auch andere Genießbraucher, oder deren Erben, wenn ſie das bisher beſeſſene Guth an den Eigenthümer wieder abtreten müſſen, wegen eines ſo nüß« lichen Vorſchuſſes, zu gewärtigen,; 8. 493- Was bey dieſer Einrichtung von dem Lager- Raff- und Leſeholz für : ein Sedrauchy zu machen ſep. Vielleicht wird bey manchen Waldeigenthümern noh der Zweifel vorwalten, was er, wenn di: Unterthanen mit purem Klafterholz abgefunden werden ſollen, mit dem faſt in allen großen Wäldern befindligen Lager-, auc) Raſſ- und Loſeholz, anzufan» 1:52 gen habe; Kr 3| Daß ld Eilftes Hauptſtüs, Daß das Laogerholz, in ſofern es noch nicht verfault, und dadurch zu einem tüch- tigen Brennholz gänzlich unfauglich geworden iſt, ganz füglich unter die beſtimmte Klaf« tern mit eingeſchlagen werden könne, hat wohl kein Bedenken, und es können die Unter- thanen um ſo weniger etwas dagegen einwenden, als ſcler noh Geſpann habeit, und daher öfters, in Anſehung des benöthigten Brennholzes, in die ard5eſtz Verlesenheit gerathen' Dergleicen kleine Leute und Taglöhner ſind öfters dem Grundherrn nüßlicher, als die angeſeſſene Unrerhanen;; | Er iſt daher, auch für dieſe zu ſorgen, ynd ſie an den noöthigſten Bedürfniſſen keinen Mangel leiden zu taſſen, ſono)! uaG der Gerechtigkeit, als ſeines eigenen Nußens wegen, verbunden, Keine beſſere Anwendung kann ſolöemnach von dem Reff- und Leſeholze gemacht werden, als wenn deſſen Tinſanimlung der vorbenannten Art von Dorfseinwohnern frey gegeben wird, Es mag axcch ſolches um ſo mehr ohne alle Gefahr verſtattet werden, als dieſelben, nach der allenthalben eingeführten Forſtordnuyng, keine Axt mit in des Wald bringen dür- fen, ſondern ſich nur blos an der Zuſammenleſung der zecſtreueten Knüppel und Spähne begnügen müſſen. 6. 494. Daß die den Unterthanen anzyweiſende Rlaftern auch aus tauglichem Brennholz beſtehen, und richtig geſetzt ſeyn müſſen. Zum Beſchluß dieſer Materie muß ich annoch erinnern, daß die Klaftern, welche den Unterthanen zur Abfindung ihres Holzungsrechts angewieſen werden ſollen, nicht allein| aus gutem und tüchtigem Brennholz beſtehen, ſondern auch richtig geſeßt, und das gehö- rige Maß, welches wir ſchon oben bey einer andern Gelegenheit beyläufig bemerkt baben, halten müſſen» Die Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 319 Die beſtimmte Zahl der Klaftern iſt zwar unter der Voraueſebung, daß ſie gebö- rig ausgetrocknetes Holz in ſich enthalten, zu der wirthſchaftlichen Conſumtion der Uüter« thanen vollfommen hinreichend, dennoch aber nicht dergeſtalt überflüſſig, daß nicht durch mit unfergemiſchtes unbrauchbares Holz oder unrichtig geſeßte Klaftern daran etwas ver- fürzt werden fönnte. - Knüppel, ſehr wurmſtichiges, aus bloßem Splint beſtehendes und wohl gat verfaultes Holz kann in der Feuerung nicht den Nußen ſtiften, den man von einem kernigen Holze zu erwarten hat, Die großen und ſtarken Zweige der Bäume können zwar unter dem guten Klaftex- Holz, wenn ſie nicht in allzugroßer Menge ſind, mit angenommen werden, Die kleinen Knüppel aber, die öfiers nicht 2 Zoll dik, und dabey ſchief und krumm ſind, hat man darunter nicht zu dulden, ſondern ſolche zu deim Raſſ- und Leſeholze zu zählen, oder ſie in die Reiſggebunde mit einbinden zu laſſen. Die mannigfaltigen Vortheile, derer ſich die gewöhnliche Klaſterſchläger bey Eine ſeßung der Klaſtern zu Nuße zu machen wiſſen, und wodurch es öſters geſchieht, daß eine volle Klafter kaum das Holz-von tüchtig geſehien 3 Klaſtern in ſich enthält, ſind ebenfalls befannt genug, und es mag den Unterihanen-nicht zugemuthet werden, ſich auf ſolche Art in ihrem Recht verleßen zu laſſen. Nicht ſicherer kann ein Grundherr hierunter gehen, als daß er den Bauern, nache dem die ſammtlich geſchlagene Klaftern aufgeſeßt worden ſind, die Freyheit, ſolche zu re- vidiren, verſtattet, und ſie demnächſt, wenn ihre dagegen eingebrachte Einwendungen gegründet ſind, darnach abändern läßt, Weil es aber unmöglich iſt, daß ſich alle Klaftern vollkommen gleich ſeyn können, und doch ſämmliche Unterthanen an der Nußung ein gleiches Recht haben; ſo iſt der ſicher- ſte Weg ,. die ſammlichen Klaftern nach.dem Berhältniß der Nahrungen in gewiſſe Caveln ſeen und demnächſt die Intereſſenten darüber loſen zu laſſen, Bey Beobachtung dieſer Vorſichten, weiche nicht überflüſſig, ſondern zur Ver- meidung aller Verleßung nothwendig ſind, wird alsdenn gegen dieſe Ordnung, auch von Seiten der Gerechtigkeit, kein weiterer Cinwurf gemacht werden können, ſondern dieſelbe einen allgemeinen Beyfall finden müſſen. 8. 495 Warum die ehedem: übliche Methode, die Unterthanen durch'eigenthümliche Abtretung eines Theils der Waldung abzufinden, nur ſelten zu Stande gebracht werden Xönnte, und folglich die jet in Vorſchlag gebrachte derſelben bierunter weit vorzuziehen iſt, Mir iſt bekannt, daß viele Waldeigenthümer, welche die ſchädlichen Folgen eines unbeſtimmten Holzungsrechts ihrer Unterthanen ſhon ſeit vielen 2:0 ee0en, und ſolche daher aus eigener Erfahrung in ihrem ganzen Umfang kennen lernen, den aufrich- tigen und ernſtlichen Wunſch hegen, ſich dieſer beſchwerlichen Servirur durch eigenthümli- . a) Wahr iſt es zwar, daß die Chur- und Neumärfiſchen Tax- Principia eigentlich weiter nichts, als nur bloß in'den Chur- und Neumärkiſchen Provinzien, für geſeßmäßig angenommen werden können, und ſo wenig die übrigen Königl, Preußiſchen Lande, als noch viel weni- ger auswärtige Staaten, ſolche dafür anzuſehen, verbunden ſind, Inzwiſchen kann doch der Verhältnißmäßigkeit derſelben mit Necht nirgends etwas ent? gegengeſeßt werden. Unſere nordiſchen deutſchen Gegenden liegen faſt durcre, die unter der Gemeinſchaft der ländlichen Commutien ſtehen, in Anſehung ihrer Benuyßunggoart ſowohl, als auch ihrer Erhaltung, leiden, iſt e aus der täglichen Erfahrung zur Genüge befannk. Das Schickſal, ſo alle in dergleichen Gemeinſchaft ſtehende Grundſtücke zu erwar ten haben, würde einen von der Herrſchaft an die Gemeine abgetretenen Wald doppelt betreffen. Nichts iſt gewiſſer, als daß in deſſen Bennßung immer einer dem andern zuvor zu kommen fuchen, und dadurch in kurzer Zeit der ganze Wald verwüſtet zu werden, Ge- fahr laufen würde,; Hierunter litte nicht allein der ganze Staat, welchem an der Erhaltung aller in ſeinem Gebiethe belegenen Waldungen gar ſehr gelegen iſt, ſondern es könnte auch gar leicht geſchehen, daß dadurch das Holzungsrecht der Unterthanen, zu deſſen Abfindung ii Os Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 323 ſolcher Wald abgetreten worden, ganz und gar vereitclt würde, und die Unterthanen wei- ter.nicht ihre Holzbedürfniſſe darqus erhalten könnten. Was würde wohl anders daraus entſtehen, als daß die Laſt, die ex durch die Ab- fretung ſeines Eigenthums abgelöſet zu haben geglaubet härte, aufs neue auf einen Grundherrzis der ſeine Unterthanen auf keinarley Art in Noch laſſen kann noch will, zu- rück fiele! 4 Dieſes ſcheinet mir ein zureichender Grund zu ſeyn, warum es, die Unterthanen wegen ihres Holzungsrechts, durch eigenthümliche Abtretung eines Theils der berrſchaft- lichen Waldyugen abzufinden, nicht rathſam iſk. Weit beſſer wird eg immer gethan ſeyn, wenn die Herrſchaft von ihrem ganzen Walde alleinig? Eigenchümerinn und Meiſteriny bleibet, und die Untereßanen, nach dem gethanen Vorſchlags, von Jahr zu Jahr, wegen ihres Holzungsrechts, auf eine gerechte und genügliche Art befriediget. Hierdurch iſt beyden, ſowohl der Herrſchaft, als anch den Unterthanen geholfen, und die erſtere wird niemahls in die Gefahr, auf neus Befriedigungsmittel der Unteriha- nen denken zu müſſen, geſeßet. 6. 499: Daß auch die Abfindung der Unterthanen weget ihres Zolzungsrechts durch eigen» thümliche Abtretung eines-Stück Waldes nicht allemahl weder möglich noch ſchicklich ſey. Will man im übrigen auch nicht auf den Verluſt, den das ganze Gat durch die Ahſonderung eines ſo anſehnlichen Theils des zu demſelben gehörigen Eigentrhuns leidet, FEE nehmen, ſo iſt doch dieſe Abtretung ſeiber nicht allemahl, weder möglich, noch ſchicflich. Ein Wald wird nicht bloß durch das Holz, ſondern auch durch die darin beſizdli- et, und ins Kiare geſeßer werden, Mit Einem Worte, ein Eigenthüämer fiadet bey dergleichen fremden Holzintereſ» ſenten weit mehrere Schwierigkeiten ihre Unordnungen abzuſtellen, als bey ſeinen eigenen Unterthanen, 6. 501. Daß aber ſolches ganz füglich auf eine gleiHe Art gehoben werden könne. Doppelt iſt es daher nöthig, auch dieſe wegen ihrer jährlichen Brennholzbedürf- EE die vorgeſchlagene Art abzufinden, und dadurch ſeinen Wald ihrem Raube zu entziehen. Alles dasjenige, was von dem Holzungsrecht der eigenen Unterthanen geſagt worden, findet auch hier Statt, Die in der Chur- und Neumärkſchen Nitterſchafts'- Tayordnung angenommene gefebmäßige Säße, müſſen ſich auch dieſe fremde Holzberechtigte gefallen laſſen, und in ihne Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 2c. 325 ihnen von dem Eigenthümer die darin beſtimmte Klafterzahl jährlich gehörig angewieſen wird, ſich des Waldes, wenn ſie nicht als wirkliche Holzdiebe, angeſehen werden vollen, gänzlich enthalten. Es fällt ſolmemnach ihre Befriedigung eben ſo leicht, als bey den eigenen Untex- thanen, und es kann daher ein Grundherr ſich des in Vorſchlag gebrachten Mittels ge- gen dieſelben ebenfalls mit guten und ganz ſichern Erfolge bedienen, 6. 502. Wie es mit ſolchen Zolzberechtigten, die fur das zu hohlende Zolz einen gewiſſen Zins oder Zeidemiethe erlegen müſſen, zu halten ſey. Man findet auch bisweilen, daß für das Holzungsrecht der Unterthanen, oder auch fremder Gemeinen, von. denſelben ein gewiſſer Zins, oder ſo genannte Heidemiethe erlsget werden muß, wobey die Einrichtung gemacht zu ſeyn pfleget, daß dergleichen Holz» Berechtigte in den dazu beſtimmten Holztagen ſo viel Holz, als ſie zu laden vermögend ſind, aus der Heide hohlen können.: Jedoch iF dieſe Serechtigkeit nur geimeiniglich auf das Lagerholz eingeſchränfet, Zu den alten Zeiten, in welchen dieſe Servituten entſtanden find, war das Lager- Holz in den Wäldern weit häufiger, als man es daſelbſt anjeßt findet, indem in Forſten, wo nur einige Ordnung gehalten wird, dergleichen faſt gar nicht mehr anzutreffen iſt, Die Holzberechtigte wollen aber dennoch für ihren zu entrichtenden Zins oder Hei- demiethe das'benöthigte Holz haben, und dringen daher gemeiniglich darauf, daß ihnen ſolches, in Erinangelung des Lagerholzes, auf dem Stamm angewieſon werde, welches ihnen auch nach der Billigkeit nicht ſchlechterdings verweigert werden kann, Nur fraget es ſich hierbey, ob dieſe Art von Holzberechtigten nicht auf eben ſolche Art, als die andere, ein ohnentgcldliches'Holzungsrecht beſißende, abgefunden werden können, und fie ſich, wenn ſolches geſchiehet, dabey begnügen müſſen? Wahrſcheinlicher Weiſe hat eine ſolcze, gegen Erlegung eines gewiſſen. Zinfes oder Holzmiethe zugeſtandene Holzungsgerechtigkeit ebenfalls nur bloß die Abſicht gehabt, daß dagegen die Brennholzbedürfuniſſe der Jatereſſenten vergnüget werden ſollen. Wenn nun ſolches durch die in den oft bemeldeten Chur- und Neumaärk,. Ritter- ſchafts- Tax-Principien beſtimmte Klafterzahl vollkommen geſchiehet,: ſo iſt auch wohl kein Zweifel vorhanden, daß dieſe Intereſſenten damit ebenfalls zufrieden ſeyn müſſen. Es pfleget ohnedem dieſer Zins oder Heidemiethe nur in einer Kleinigkeit zu beſte- hen, wodurch der Werth der anzuweiſenden Klaſtern faſt niemahls erreichet wird. Sollte inzwiſchen der Zins oder Heidemiethe dergeſtalt anſehnlich ſeyn, daß ſie den Werch der ausgeſeßten Klafcern überſtiege, ſo würde es allerdings billig ſeyn, ſo viel hinzu zu ſeßen, daß dadurch das zu erlegende Geldquantum billigmäßig abſorbiret würde. g Ss 3 6. 503-+ Eilfte3 Hauptſtü>, 6. 5025 Warum es, dergleichen Zolzmiethen ebenfalls auf etwas gewiſſes zu ſezen, doppelt rathſam ſep. Man glaubet zwar gemeiniglich, daß die Sache dadurch gehoben werden könne, wenn der Holzberechtigte ſeinen Zins oder Heidemieche behält; dagegen aber auch die Er- laubnis, das venödthigie Holz von der Heide hohlen zu dürfen, verhiecet, Hat ein derglzichen Recht nur bloß die Natur einer Zei:mieche an ſich, ſo ſtehet dem Eigenrhümer allerdings frey, ſolche dem Miether zu allen Zeiten aufzuſagen. Iſt aber in den deshalb errichteten Verträgen eine dergleichen Holzmiethe auf im- merwährend feſigeſeßet, ſo kaun eine willkuhrliche Auffüadigung derſelben nicht Strate finden, ſondern der Miether iſt auf die immerwährende Ausübung dieſes ſeines Rechts zu beſtehen, berechtiget. Inzwiſchen muß er ſich doc die Beſtimmung ſeiner Holzbedürfuiſſe aus voranges führten Urſachen allemahl gefallen laſſen. Und dieſe Beſtimmung iſt dem Eigenthümer eines Waldes um ſo uöthiger, als er von dergleichen Holzmierhern ebeu diejenige Misbräuche und Unordnungen, die vorhin von deu mit einem Holzuagsrecht verſezenen Uinterthanen augeſühret worden, zu gewär« tigen hat. 2 Ja, ſie ſind gewiſſer Maßen noch ſchwerer zu hintertreiben, weil ſich dieſe Holz- Miether gemeiviglich auf den Ziss oder Mieive, die ſie für das abzuhohlende Holz erles gen, zi berufen pflegen, und folglich ein doppeltes Recht, hierunter nach ihrer Willkühr verfahren zu können, zu haben glauben.| Man kann daßer feinem Waldeigenthümer zu jehigen Zeiten aurathen, daß er „auf ſeiner Heide, wenn er auch gleich überflüſſiges Brennholz haben ſollte, dergleichen Holzmiether annehme, indem er davurh ſeim Holz dem Raube und der Verwüſtung muthwilliz ausſe62t, und folglich weit beſſer thut, daß er das vorhandene überflüſtige La gerholz in Klaftern ſchlagen läſſet, oder ſoles durch anzulegende Tyeeröfen und Kohlen ſchwelcreyen zu verbrauchen ſuchet, S. 504 Daß auch eine vernünftige Zolzabnuzungsart, wenn der feſtgeſetzte Forſtetat realiſiret, und der Wald dabey auf beſtändig ohnveſchädiget erhalten werden ſoll, : gewählet werden müſſe. %u dem Vorſtehenden ſind nicht allein die bequemſten und ſicherſten Mittel, wo» durch ſich eis Landwtreh von dem Ertrage ſeines Waldes auf. eine zuverläßige. Art übers zeugen, und zu einer genauen Kenntuiß ſeines Holzes, in Auſehung dejea Menge. jo- wohl, als Güte, gelangen kann, vorgetragen worden, ſondern id habe auch die ſämmt- liche Ausgaben, die von dem Holzwirthſchafigerat, wenn darauf eine ohufehibare Nech- nung gemacht werden ſoll, in Abzug gebracht werden müſſen, umſtänd'ich bemerket. und auch, das dabey Zweifelhafte näher zu erörtern und-aus einander zu ſehen, nicht untere. laſſen. Ein Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 216. 327 Ein Landwirth, der beydes befolget, kann nunmehr einen ſichern Abſchluß, wie viel er jährlich au baren Gelde aus ſeiner Forſt einzunehmen habe, machen. Allein hierdurch iſt die Sache noch nicht abgemachet, ſondern er muß auch, wenn alle dieſe ſeine vorbergegangene Bemühungen eine glückliche Wirkang haben ſollen, und er dasjenige, was nad Abzug der Ausgaben zur reinen Einnahme übrig bleibet, wirklich einnehmen will, eine richtige, ud der beſtändigen Erhaltämng des Waldes ohuſchädliche, Ahnußungsgart wählen. I< habe bereits 6. 6. 445. und 446. die Wahrheit, daß ein jeder Wald nicht anders, als in der Art, daß damit auf immerwährend fortgefahren werden könne, zu nus ßen ſey, als eine unwiderrufliche Regel voraus geſeßet, und es muß auch hier no des erſten Bandes, 6, 40, S. 29, eine Anleitung gegeben habe, zum EE leget, und nicht eher, als bis ſelbige erfolget/ iſt, zu deren Verbrauch oder Ver- auf ſchreitet. * Aus dieſen, von der Vollſtändigkeit der verſchiedeuen Holzarten angenommenen GSrundſäten, folget von ſelbſt, wie mit Gewißheit vorausgeſeßet werden könne, daß ein Wald, bey deſſen Benußung die bemeldete Vollſtändigkeit der verſchiedenen Holzarten zur Richtſchnur gexommen wird, ganz ſicher genußet werden könne, wenn man nur dabey die Einrichtung machet, daß eine jede Holzart, nach dem Ablauf ihrer Vollſtändigkeitsjahre wiederum durch einen neuen Zuwachs ohnfehlbar erſeßet werde, Ich habe z. B. das Akter der Vollſtändigkeit von den Fichten, worunter die Kie- fern und Tannen mit begriffen ſind, auf 100 Jahre feſtgeſeket, Nichts iſt daher natürlicher, als daß man ſeinen Kieferwald nach der aufgenom- menen Forſtcharte, beydes in Anſehung der Größe oder Umfanges, und auch der Güte, in 100 verſchiedene Theile ſeße, und jährlich davon einen Theil zur Abnußung beſtimme. Seſchiehet dieſes, ſo folget von ſelbſt, daß ſich der auf ſolche Art benußbaxte Fich- ten- oder Kieferwald, nach 100 Jahren wiederum in eben demjenigen Zuſtande, und aller„Vermuthung nach in einem noch weit beſſern, als worian er bey der allgemeinen Verwüſtung der Wälder angetroffen wird, befinden müſſe, Dieſes kann, bey Beobachtung der darunter vorzuſchreibenden nähern Regelt, gar feine Augnahme leiden, ſondern es iſt als eine Wahrbeit, die ſich in ſich ſelber beſtätie get, und daher um ſo mehr von allem Widerſpruch frey iſt, anzuſehen. Die Kiefern, Fichten oder Tannen, gelangen in 100-Jahren zu ihrer gehörigen Vollſtändigkeit... Jährlich wird nur der hundertſte Theil von demſelben verbrauchet oder verfaufet. Wags.iſt natürlicher und gewiſſer, als daß ein ſolcher Kieferwald, nach Ver- fließung von 100 Jahren, noch eben derſelbige iſt,'der er bey dem; erſten Anfange dieſer Adnußunggart war! OG, 5T2, Daß bep dieſer neuen Benutzungsart Fein bereits vorhandener Aufſchlag zu Schaden kommen könne. Sin jeder ſiehet von ſelbſt ein, daß bey dieſer Benußunggart das willführliche Schlagen und Anweiſen des Holzes von ſelbſt aufhöre, und ſolches nur bloß in denjeni» gen Revieren und Abtheilungen, die dazu jährlich beſtimmet ſind, Statt finde, Wenn nun nach dieſer neuen Benußungsmethode, die vorhin bemerkte Fehler der vorigen Abnußungsart in Erwägung gezogen werden, ſo- leuchtet gar bald ein„. daß ſolche dadurch gänzlich hinweg fallen und gehoben werden. x er Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 333 Der erſte üble Erfolg von der ehemahligen Holzbenußungsmethode beſtand dar- inn, daß durch den unbeſtimmten Holzſchlag, in der ganzen Waldung vieler junger Auf« ſchlag zu ſchanden ging,; Dieſes aber iſt bey der neuen Holzbenußunggart weiter nicht zu befürchten, weil nach derſelben das ganze zur Abaußung jährlich: beſtimmte Revier abgeſtämmet undwegse genommen werden muß. Wäre ſolhemnach auch gleich ein junger Aufſchlag mit darinn befindlich, fo kann er doch, wenn er nicht das alte darinn ſtehende Holz überwieger, nicht geſchonet werden, ſondern muß, wenn er auch nur bloß zu Hopfenſtangen und Reiſigholz. zu gebrauchen wäre, um ſo mehr mit weggenommen werdet? als nach dem beſtimmten Ablauf der Wie- derabnußungszeit, auf einem ſolchen Revier lauter große und tüchtige Stämme wieder anzuhoffen ſind, und folglich der Abnußung hierdurch nichts entgeher, ſondern vielmehr in derſelben ein offenbarer Vortheil geſtiftet wird. : C. 513. X Daß auch bey dieſer Zolzbenuzungsmethode, der Ligenthümer nicht an Anlegung gentugſa- : mer neuen Schonungen gehindert werde, und er folglich ſeinen Wald inbeſtändigen guten Zuſtande zu ſehen, hoffen könne, Der Schade, der aus der vorigen fehlerhaften Forſtbenußungsart entſtand, bes ſtand ferner in der Verhinderung, die in dem Walde entſtandene Blößen durch einen neuen Holzaufſchlag deen zu können. ß Auch dieſes fällt bey der neuen jet allgemein beliebten Holzbenußunggart gänz- lim hinweg. G Wenn die zur jährlichen Abnußung beſtimmte Holzreviere jederzeit Fuß vor Fuß, wie man ſich nach der gemeinen Redengart auszudrücken pfleget, abgeholzet und wegge- nonimen werden, ſo. iſt es auch eine natürliche Folge, daß ſelbige hinwiederum zu allen Zeiten entweder durch eine natürliche oder künſtliche Beſamung, aufs neue beſeßet wer« den fönnen. Man hat alſo von einem jeden Holzrevier, welches auf ſolche Art benußet wird, die ſichere Hoffnung, daß ſich daſſelbe, in ſo fern die Rede vom Kiefernholze iſt, nach Verfließung von 100 Jahren, wo nicht-in beſſern, doch wenigſtens in eben denjenigen Umſtänden, worinn es zur Zeit der gänzlichen Abholzung geweſen iſt, befinden wird. Was aber kann wohl, daß dieſe neue Holzabnußunggart, vor der ehemahbls üblich geweſenen, einen großen Vorzug habe, mehr zur Ueberzeugung verlanget werden? Die Fehler! der vorigen Abnußungsmethode werden dadurch vollig gehoben, und man hat bey aller Waldbenußung, auch ſelbſt alsdenn, wenn ſolche wider'Vermuthen etwas unverhältnißmäßig eingerichtet ſeyn ſollte, dennoch niemabls eine gänzliche Verhee- rung und Verwüſtung der Wälder zu erwarten, Alle Gefahr, die man auch bey einer unverhälenißmäßigen Abnutung zu befürch- ten hätte, würde bloß darinn beſtehen,.daß.die künftige Nachfolger ſich auf eine Zeitlang die Unterbrechung der deshalb gemachten Abnußtyngsordnung gefallen laſſen müßten, Tt 3 Am 334 Eilfres Hauptſiü>.. Am Ende würde doch allemahl der von der Forſinußung entworfene Plan ſeine Ere füllung erreichen können und müſſen. S. 514 4Tochmahls wiederhohlter allgemeiner Begrif von der jent allenthalben angenommenen Abholzungsmethode. Ohne die bey dieſem Holzabnußungsplan nothwendige und davon unzertrennliche Bedingungen in Rückſicht zu nehmen, beſtehet derſelbe darinn, daß ein jeder Wald in ſo „viele Theile, als die darinn befindliche Holzartea, um wiederum zu ihrer Vollſtändigkeit durch-einen neuen Anwuchs zu gelangen, erfordern, geſeßet, und alsdenn, jährlich ein Theil deſſelven, Fuß vor Fuß weggenommen und äbgenußet, der abgenukte aber wieder- um ſo fort beſamet werde, Eiu Kiefernwald, um bey dieſem Beyſpiel zu bleiben, wird ſol. Durch eine gründliche Beantwortung dieſer 4 Fragen, wird hoffentlich die ge- genwärtige, mit vielen Zweifeln durcen, übrig bleiben, Uu 3 Kann 342 Eilftes Hauvtſtü>. Kann gleich ein dergleichen raumgewordener Holzplaß nicht immer auf ein? bes queme Are durch den Pflug umgeſtürzet, und dadurch dem ausgzuſtreuenden Holzſamen ein ungehinderter Singaug und Gedeihen verſchaffet werden, ſo wird doch ſolches durch Umha>ung des zwiſchen den verſchonten Eichen und Buchen leer gewordenen Raums wit wenigen Koſten möglich zu machen ſeyn,- Und auch die natürliche Beſamung durch den Anflug bleibet, der dazwiſchen ſte- henden Eichen und Buchen ohnerachtet, dennoch allemahl eben ſo wahrſcheinlich, als mögli, indem die zu dieſem Evydzweck zurück gelaſſene Samenkiefern, die Eichen und Buchen in ihrer Höhe gemneiniglich ſehr weit übertreffen, und folglich auch noch immer eine genugſame bequeme Gelegenheit, ihren Samen über das ganze abgeholzte Revier zu verbreiten, behalten, 8;::50778 Auch der Zweifel, daß durch die zum neuen Anwuchs des kiefern Zolzes änzulegende Scho» nungen, die V7Iaſt der Eichen und Buchen verkürzet und geſchmälert werden wurde, wird beantwortet. Der hauptſächlihſte ſich hierbey ereignende Anſtand würde darinn beſtehen, daß „die zum Wiederaufſchlag des kiefern Holzes angelegte Schonung auch zugleich den Ge« brauch der Eichelmaſt von den darinn zurück gebliebenen Eichen und Buchen verhindern würde, Denn ſolche neue angelegte Schonungen würden, da ſchon vorhin alles Rind- und Schafoieß davon zurück bleiben muß, niemahls den gehörigen Erfolg haben können, wean den Maſtſchweineu der freys Zugang zu denſelben verſtartet werden ſolite, indem es bekannt genug iſt, daß dieſe Thiere in allem Holz weit mehrern Schaden, als andere Vieharten, durch ihr Brechen und Wühlen, verurſachen. 3 Ziehet man aber hierbey in Erwägung ,- daß hierdurch nur immer der hundertſte Theil in der Maſt zurück bleiben könnte und würde, ſo mag ſolches wohl niemahls als eine hinlängliche Urſache, um deshalb dieſe zum Beſten des ganzen Waldes abzielende Ord- nung zu unterbrechen, angeſehen werden. Man nehme an, daß in einem ſolchen, mit Eichen, Buchen und Kiefern ver- miſchten Walde, nach einem ſechsjährigen Durchſchnitt, jährlich 600 Schweine, welches ſchon eine ſehr anſehnliche Maſt wäre, fett gemacht werden könnten, ſo wird doch eine dergleichen Maſt durch die vorhin bemerkie Ordnung, alle Jahre auf mehr nicht, als bloß auf, 6 Stü Schweine verringert werden können. Daß dieſes nicht der Rede werch ſey, und es, deshalb ein ſo werkthätiges, zum Beſten des ganzen Waldes gereichendes Mittel unausgeübet zu laſſen, unverantwortlich ſeyn würde, ſiehet ein jeder von ſelbſt ein. es Ueberdem iſt auch, ſelbſt in dieſem Fall, die dadurch zurück ſchlagende Maſt nicht gänzlich verloren, ſondern es fann ein aufmerkſamer Eigenthümer, die in ſol. Man räumet und treibet das Kiefern- oder Tannenholz, neb ohne Unterſchied ab, verſchonet aber dabey das eichene oder eiu um- WOREID als es EE AEN: ſo!. : Wir werden daher bey näherer Eröfaung unſerer Gedanken, dieſen Unter- ſchied hauptſächlich zum Grunde legen, und darauf die Aeußerung unſerer davon. hegen» den Meinungen bauen. je; 6. 543+ Warum bey bloßen H7aſthölzern die vorerwähnte Zolzabnugungsart weder ſchicklich noch anpaſſend ſey, und daher keine Statt finden könne, Nimmt man einen Eich- oder Buchwald nur als ein bloßes Maſiholz in Bes fracht, ſo iſt einleuchtend, daß die mehrmaß!s erwähnte Holzabnußungsart, nach wel , I Mit dieſer Holzart, beſonders den Eichen, muß man ſi hierunter nicht übereilen. Die junge Stämine laſſen gar zu lange auf ihre Nutbarkeit warten, und es wird ſolche öfters kaum von dem Urenkel des erſten Anpflanzers erlebet. Iſt hingegen der größeſte Theil eines ſolchen Maſtholzrevieres in ſeinen Stäm- men dergeſtalt ſchadhaft, daß von ihnen die vocige Maſttrazung nie wieder anzuhoffen, ſoudern ihr gänzlicher Untergang mit Zuverläßigkeit zu befürchten ſtehet, ſo iſt es als- denn allerdings rathſam, das ganze Revier abzutreiben, und durch vorſichtig angelegte Eichelkämpe wieder von friſchen anzubauen. Aus dieſem einzeln und beſondern Fall ader kann, wie. ein jeder von ſelbſt einſie- het, noch nicht der Schluß gemacht werden, daß die neuere Holzabnußunggart in den Maſthölzern durchgehends und in allen Stücken anwendlich ſey. 8. 546. Daß dieſer Zolzabnuzungsmethode auch in ſolchen Eich- und Buchwäldern, die nicht bloß zur HN7aſt, ſondern auch zugleich zum Verkauf beſtimmet ſind, wichtige Schwierigkeiten entgegen ſtehen. Auch bey den Eich- und Buchwäldern, die nicht lediglic) zur Maſt beſtimmet ſind, ſondern bey deren erſten Anlegung man auch wohl die Abſicht, die bare Gutgein- nahme durch einen darinn vorgenommenen Verkauf zu vermehren, gehabt haben mag, findet die Anwendung der mehrbeineldeten Holzabnußungsmethode eine Menge der grö- feſten Schwierigkeiten, und es iſt nicht abzuſehen, wie ſolche dergeſtalt zu heben ſeyn werden, daß man dieſer Hoſzabnugunggart einen fceyen Eingang in dieſelben ver- ſchoffen kann. IH will inzwiſchen meine dagegen habende Bedenklichfeiten mit wenigen bemerken, und deren Beurtheilung der Einſicht größerer Forſtverſtändigen überlaſſen, 6. 547: Daß die Zolzhändler ſich an keine gewiſſe Reviere binden laſſen, ſondern die freye Wahl des zu kaufenden Zolzes in dem ganzen Walde verlangen, ſolches auch nicht für unbillig gehalten werden könne. Der Handel, der mit dem eichenen Holze getrieben wird, und durch welchen in unſern Tagen manche Gutgeigenthümer ihr Glück gemacht, oder doH wenigſtens ihre Vermögensuumſtände anſehnlich verbeſſert haben, ſeßet Käufer voraus, welche ſich nicht an gewiſſe Reviere binden laſſen, ſondern ſc, x) Für die bloße Maſthölzer iſt dieſe Abnußungsmethode gänzlich unſc. Man nehme ferner an, daß in dieſem Walde bloß das kieferne oder tannene Holz, nach der deßhalb von Sachverſtändigen geſchehenen Abſchäkung, in ſeinen verſchiedenen Sorten, auſſer der eigenen Bedürfniß, einen Werth von 200005 Rehlr. beträgt. Nach der ſpeciellen daven aufgenommenen Holztaxe ſind gewürdiget worden: 1)" Die Sageblöcke--»- 2- 800 Rthlr. 2) Das ſtarke Bauholz--.- 25009= 3) Das Mittel- Bauholz---« 4500== 4) Das kleine Bauholz-- S- 5000== 5). Das Latt-Sparr-und Bohlholz- 2 3200= 6) Das bloße Brennholz--.- 49200"== Summa 200029 Rthlr. Dieſes angenommene Beyſpiel ſoll den Grund legen, ſowohl! die Zweifel,«die bey der mehrerwähnten Holzabnußungsart entſtehen können, recht deutlich und begreiflich zu machen, als auch die Mittel und Wege, wodurch. dieſen Zweifeln ausgewichen werden kann, zu zeigen, und in das gehörige Licht zu ſeben.. 8. 559: Wie ein in dem vorſtehenden Beyſpiel angenommeter Rieferwald, nach der neuen Abnugtz- ungsart nicht allein gehörig genutzet, ſondern auch erhalten und verbeſſert werden kön» ne, went; er in hundert verſchiedene gleiche Schläge eingetheilet wird. Ein ſolcher Wald, als vorhin bemerket worden, ſoll in 100 Reviere eingetheilet, jährlich eines von dieſen Revieren abgetrieben und genußet, ſolches aber demnachſt wie- der von neuem beſäet werden. Dieſes iſt die ganz ſimple Verfahrungsart bey der neuern Holzabnußungs- Me- thode. Wird ſolche auf das genaueſte beobachtet, ſo können die dabey abgezweckte Ab- ſichten niemahls verfehlet werden, Dieſe Abſichten beſtehen aber lediglic in der immerwährenden Erhaltung des Waldes, ohne daß dadurch in der Abnußung deſſelben eine Verkürzung geſchehen darf. Offenbar iſt nun, daß, wenn ein Kieſerwald in 100 Theile geſeßet, und nur alle Jahre ein Theil davon abgenußet, nachher aber derſelbe ſofort wieder beſäer wird, die- ſer Wald ſich, nach Verfließung von 100 Jahren, nicht allein wiederum. in demjenigen Zuſtande, worin er zu der Zeit, als dieſe Ordnung den Anfang genommen, geweſen, wieder befinden, ſondern auch, weil keine Lücken no“ Blößen weiter darin angetroffen werden können, gar ſehr verbeſſert ſeyn müſſe. Man würde ſehr unrecht thun, wenn man die Vorzüglichfeit dieſer Ahnußungs- Art verkennen, und ſie nicht vielmehr, ſoviel möglich, allgemein zu machen ſuchen wollte, Nur denen kann ſie nicht auſtändig ſeyn, welche ihre Wälder mehr zu verwüſten, als ordentlich zu nuten, geſonnen ſind, und dennoch dieſe ihre unrichtige Holzwirthſchaft nicht gerne vor jederzann bekannt werden laſſen wollen, Die Vorzüglichfeit dieſer Holzabnußunggart erheiſchet aber auH, daß man ſich davon durch keine ungegründete Vorurtheile und Sinwendungen abwendig machen(Mn müſſe. Bon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 106. 363 Ob nun die Einwendungen, die dagegen gemacht werden fönnen, dieſe ganze Holzabnußunggart zu vereiteln im Stande ſeyn, und in wie weit in derſelben einige Ein- ſchränfungen nöthig ſind, wollen wir in dem nächſt folgenden mit mehrern bemerken. ; 6. 560, Warum dieſe Eintheilung. eines ſolchen Waldes nicht nach dem Flächen- Inhalt, ſondern nach der verſchiedenen GSäte des Zolzes eingerichtet werden müſſe. “Wollen wir, die dagegen entſtehen könnende Zweifel mit Zuverläßigfeit beur- theilen zu fönnen, im Stande ſeyn, ſo wird vor allen Dingen feſtgeſeßet werden müſſen, ob die Eintheilung des zum Beyſpiel angenommenen Kieferwaldes, nach ſeinem Umfan- ge, oder nach der innern Güte des darin befindlichen Holzes, geſchehen müſſe. j - Daß das erſtere nicht Plaß greifen könne, ſiehet ein jeder von ſelbſt ein,- öfters, nach dem Unterſchiede der Gegenden des Waldes, auf einer einzigen Morge mehr Holz, als auf drey andern, befindlich iſt.+2 - Wollte man ſolchemnach bloß den Flächen- Inhalt bey dieſer Abheilung des' Waldes zum Grunde legen, ſo würde das zum Verkauf und eigenen Verbrauch beſtimm« te Holz in vielen Jahren überflüßig, in andern aber hingegen nicht zureichend ſeyn, Die von einer ſolchen Waldeintheilung zu befürchtende Unordnungen fallen von ſelbſt in die Augen, und ich darf niich. daher wohl nicht ferner bemühen, zu zeigen, daß die bey der mehrbemeldeten Holzabnußungsart nöthige Waldeintheilung nicht ſowohl nah. deſſen Flächen- Jnhalt, als vielmehr nach der verſchiedenen Güte des darin befindlichen Holzes, geſchehen müſſe.. 6. 561,? a Tähete Urſachen, die ſolches beſtärken? Itt dem angenommenen Beyſpiel muß daher bey der Eintheilung des aus 4000 Morgen beſtehenden Waldes dieſes ebenfalls geſchehen. Denn daß eine mit bloßen Brennholz bewachſene Morge nicht dem Werth einer andern, die aus Sageblöcken oder Stark- und Mittelbauholz beſtehet, gleich geſchäßet werden könne, giebt ſchon die Vernunft von ſelber. j.i Fs Und dieſes macht es auch nothwendig, daß nicht die Oberfläche des Waldes, ſon- dern der verſchiedene Werth des darin befindlichen Holzes, bey einer ſolchen Holzeinthei» lung, wie es die bemerkte Abnykungsgart ſchlechterdings erfordert, zur Richtſchnur ge nommen werden müſſe,| :- Jneinem Walde von 4009 Morgen, würden, wenn man ſein Augenmerk nur bloß auf die Oberfläche deſſelben richten will, jährlich 40 Morgen abzutreiben, zu nusen, und aufs neue zu beſaamen ſeyn,; - man aber hierunter auf die Güte und Beſchaffenheit des Holzes Rückſich> ſo kann es ſehr leicht geſchehen, daß in einigen Jahren 70 bis 80 Morgen abgetrieben und wieder beſaamet werden müſſen, in andern hingegen nyx kaym 30 Morgen dazu äaus-* - geſeßet bleiben, IE EE 332 Eine x 364 Eilftes Hauptſtück, Eine ſolche Ungleichheit bey der Abnußung des Holzes, könnte unmöglich für rathſam geachtet werden, und es iſt daher offenbar, daß hierunter ganz andere Grund- und Maßregeln angenommen werden müſſen. 6.1562. Wodurch eine auf die Söüte des Zolzes zu gründende Lintheilung gar ſehr erleichtert werde. Aus dieſer Urſache habe ich bereits C. 455. angetragen, daß bey der vorläufigen geometriſchen Vermeſſung eines Waldes, in welchen dieſe Holzabnußunggort eingeführet werden ſoll, auch zugleich auf die in einem jeden Revier befindliche beſſere oder geringere Holzſorten Rückſicht genommen, und ſolches in dem angefertigten Vermeſſungsregiſter be- merfet werden müſſe. Denn ſo ſehr auch die gute und ſchlechte Sorten, an Bau- oder Brennholz, in dem ganzen Walde vertheilet ſeyn mögen, ſo wird man dod) finden, daß von den guten Gattungen in einem Revier immer mehr, als in dem andern, befindlich ſind. Kennet nun der Eintheiler des Waldes aus der aufgenommenen Vermeſſungs» Karte, die verſchiedene Sorten des in einem jeden Revier befindlichen Holzes, ſo wird es ihm auch ſehr leicht fallen, die jährliche Abnußungspläße darnach feſtzuſeßen. 6. 563. Warum aber bey der'Eintheilung nach der Güte des Solzes ganz andere Ulaßregeln, als wenn ſolche bloß nach dem Inhalt der Oberfläche geſchiehet, genom: men werden müſſen, Bey dieſer Feſtſchung muß ſolchemnach aus vorbemeldeten Urſachen nur ledizlich der in zwanzig tauſend Thalern beſtehende Werth des Waldes zur Richtſchnur genom- men werden.; Wird dieſer Werth der zwanzig tauſend Thaler mit 100 dividiret, ſo ergiebet ſich von ſelbſt, daß die jährliche abzunußende Holzreviere eines ſolchen Waldes dergeſtalt nh werden müſſen, damit der Eigenthümer alle Jahre 200 Thlr. ganz ſicher dar- aus erhalte. Dieſes aber kann nicht geſchehen, wenn nicht dabey zugleich auf den Stand, din die verſchiedene Holzſorten haben, Rückſicht genommen wird. Ju den eingetheilten Revieren von No. 1 bis 70 iſt vielleicht lauter Brennholz, in den von No. 10 bis 20 bloßes ſtark und Mittelbauholz, und in den übrigen theils klein Bau- Sparr-und Bohlholz, auch Brennholz befindlich« Wollte man nun dieſe verſchiedene Reviere, ſo wie ſie eingetheilet ſind, lediglich nach dem Buchſtaben nußen, ſo-iſt es offenbar, daß der Eigenthümer in einigen Jahren einen Ueberfluß an Brennholz, dagegen aber einen Mangel an Bauholz haben, und hin- gegen in andern Jahren gerade das Gegentheil davon erfahren würde.: Die Vernunft giebet es, daß durch eine ſolce und ſtarkes Baüholz, 2) Mittel-oder ſchwaches Bauholz,' 3) Kleines Bauholz, nebſt dem Sparr-und Bohlholz, auch Lattſtämmen, und 4) Das bloße Brennholz annehmen. Soll eine jede dieſer verſchiedenen Sorten älle Jahre gleich genußet werden, ſo ift nöthig, daß auch eine jede derſelben in x00 Reviere, und folglich der ganze Wald in 400 dergleichen Abtheilungen geſeßet, und jährlich 4 von ſolchen Abtheilungeu abgetrieben und wieder genußet werden.| Geſchiehet ſolches nicht, ſo iſt es auch ohnmöglich, eine in allen Jahren gleiche Abnykung des Waldes zu erhalten.| CG. 566. FSottſezung des Vorigen, und warum durch dieſe Vervielfältigung der Abtheilungen/ die bep- der oftbemeldeten ZSolzabnuzungsart abgezweckte Ordnung auf keineriep Weiſe unterbrochen werde. “ In dem 3. 558. angenommenen Beyſpiel, müſſen,. wenn.dieſe Abnußunggart mit einer gewiſſen Genauigkeit und recht taetmäßig in Erfüllung geſeßet werden foll, nach einem 100jährigen Durchſchnitt jährlich eingenommen werden; Zz 3 1) Vor Eilftes-HauptſtuF.., 1) Vor Sageblöc>ke und ſtarkes Bauholz-; 33 Rthlr.. 2) Vor Mittelbauholz---- 4 MENZE 3) Vor klein Bauholz, Sparr- und Bohlholz, auch Lattholz 82=- 4) Vor Brennholz---.; AO Kee Summa 20; Soll'nun dieſes bewerkſtelliget werden; ſd iſt nothwendig, daß enijedes 00 welches eine von den verſchiedenen Holzgattungen in ſich enthält, iu 100 Theile geſeßet, und Hoem eines derſelben abgetrieben und.genußet, nachher: aber. wiedev beſaamet wer» den müſſe. s; Die Hauptabſicht dieſer Holzabnußunggart, wird auch, durch die Vervielfältig- ung der Reviere; ob es gleich. mehrere Mühe und Ueberlegung- koſtet, auf feinerley Weiſe verrückek. 1 Deun ob jährlich nur ein Holzplaß von:40. Morgen, oder 4 dergleichen verſchie- dene, die zuſammen genommen«auch nur 40 Morgen. betragen, abgetrieben und wieder beſaanet werde, iſt.in Anſehung der Erhaltung des Waldes ſchr gleichgültig, indem es allemahl auch hiedurch möglich gemacht werden kann, daß nach Verfließung von 120 Jahren wiederum ein neuer Wald in eben derjenigen Verfaſſung, worin er vorhin war, vorhanden ſeyn müſſe, ' 12.1.4107 Zedenklichkeiten, warun bey Wäldern, wo das gute Zolz zu ſehr und zu einzeln'durch den ganzen; Wald verſtreuet iſt, durch" dieſe vervielfäitigte Eintheilung der abgezielte Endo:., zweck dennoch nicht erreichet werden würde, Zu leugnen iF inzwiſchen nicht, daß dieſes'in ſolchen Wäldern, wo die Holzgak- tungen durch den ganzen Wald gar zu ſehr zerſtreuet ſind, vielen Schwierigkeiten unter worfen ſehm wird;) mg? Dean wenn alle 100 oder 200 Schritt ein Sageblo> oder ſtarker Bauholzſtamm, alle 50 oder 100 Schritt ein Mietelbauhoizſtamm, und alle 30 oder 40 Schritt ein klein Bauholz, Sparrholz, Behlholz und Lateſtamm ſtehet, das übrige dazwiſchen befindliche aber lauter Brennholz iſt, ſo leuchtet von-ſelbt ein, daß eine dergleichen genaue und tact- mäßige Eintfheilugg, nach der Verſchiedenheit der Holzſorten, nicht wohl möglich falle. Alsgdenn. würde man ſchlechterdings, den Wald itach ſeinem Flächen- Inhalt ein- zutheilen, genöthiget ſeyn, und ſich die daraus entſtehende bereits 9. 560«-mit mehrern bemerfte Juconvenienz, daß;die- Abnußung des Watdes nicht in allen Jahren gleich fiele, ſondern bald in dem einen mehr, bald aber wiederum in dem andern weniger eingenoms men würde, gefallen laſſen müſſen. Würde gleich die vollkommene Eleichheit der jährlichen Holzabnußung dadurch verfehlet, ſo bliebe doch die Erhaltung des Waldes ſelber dabey allemahl ſicher und gewiß. G 3) 6. 568. 5» Tähere Augeinanderſezung und Entwickelung dieſer Bedenklichkeiten.| u Anſehung des Brennholzes würde zwar hiedurch" die abgezweckte Ordnung nicht ſs ſeicht unterbrochen werden können, indem dasjenige, was in. einem Jahre übrig CE'- 6“> wäre, Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c. 367 wäre, auf das andere aufzubehalten, und auf ſolche Art jederzeit die hierunter beſtimmte Einnahme gleich zu machen wäre. Allein bey den Sageblö>en und Bauholz hat es hierunter eine ganz andere Be- wandtniß. Dieſe werden nicht alle Jahre geſuchet, ſondern die Käufer dazu nur gemeinige- lich durch einen in der Nachbarſchaft vorgefallenen Bau herbey geführet.; Den Käufern iſt auch nicht immer nur mit einigen wenigen Stämmen gedienet, ſondern ſie wollen die meiſte Zeit gerne, dasjenige, was ſie benöthiget ſind, beyſammen haben, und. werden ſehr oft, wenn man ihnen. hierunter. nicht fugen kann, von dem gau- zen Kauf abwendig gemacht. Sie Auf einem jährlichen Reviere von 40 Magdeburgiſche Morgen kann es ſich nun ſehr leicht treffen, daß in demſelben kaum ein halb Schock tüchtiges Bauholz von allerhand Sorten angetroffen wird, welches aber vor die wenigſten Käufer zulänglich iſt.“ Was ſoll nun ein Eigenthümer bey dieſen Umſtänden mit ſeinem Bauholz, wozu er nicht ſofort Käufer findet, anfangen?;| Solches mit unter dem Brennholz in Klafter einſchlagen zu laſſen, würde ver« ſchwenderiſch ſeyn, und er auch dadurch das Ziel ſeiner Holzeinnahme, und überhaupt ſei« nen ganzen Forſtetat, gar ſehr verrücfen.; Wollte er ſie noch ferner, bis ſich, wenn in den andern Jahren von den nächſten Holzrevieren noch mehreres hinzu fäme, Käufer dazu fänden, auf dem Stamm ſtehen laſ- ſen, fo iſt dieſes nicht allein ſehr ungewiß, ſondern er läufet auch Gefahr, daß daſſelbe,“ beſonders das ſtarke Bauholz und die Sageblöcke, immittelſt überſtändig und zum Bauen untauglich werden können. - Ueberdem ſind ſie anch deßha!lb nicht länger auf dem Stamm zu laſſen, weil da- durch die ungeſaumte Wiederbeſamung des abgetriebenen Holzreviers verhindert und auf- gehalten werden würde,; Dieſe Ordnung aber muß durch nichts unterbrochen werden, wenn die Hauptab- - ſicht dieſer Abnußungsart gehörig erreicht werden ſoll, Das einzige, womit man ſich noch in dergleichen Umſtänden helfen und aus der Verlegenheit ziehen könnte, beſtünde zwar darin, daß man das auf dem abgetriebenen Revier unverkauft gebliebene Bauholz gleichfalls abſtammen, und leicht beſchlägen, oder,- wie es in der Sprache der Zimmerleute gerannt wird, bekanten ließe, nachher aber ſol- „Hes an einem ſichern Orte ſo lange aufbehielte, bis fich etwa ein äunehnilicher Käufer, der einzelne Stüe von Bauholz ſuchte, anmeldete.; Allein aus einem dergleichen zerriſſenen oder verbröcelten Holzverkauf, der nicht im Ganzen geſchiehet, kommt nur ſelten etwas erſprießliches und vortheilhaftes heraus, ſondern; es wird dabey gemeiniglich Schaden gemacht.) Ein Eigenthümer, der ſich dieſes Mittels bedienen wollte, würde auch Gefahr laufen, daß dergleichen abgeſfämmres Bauholz, zumahl wenn nicht der ſogenannte Wa- del dabey beobachtet, ſondern ſolches im vollen Saft gefället worden, durch das längere Liegen verſto>en und verfaulen möchte, 4. au; Und 368 Eilftes Hauptſtüs. Und wenn attch ſolchem durch vernünftige Vorſichten vorzubeugen wäre, und ſich über kurz oder lang ein annehmlicher Käufer dazu fände, ſo würde doch dieſer daſſel- be nur ſehr ſelten nach ſeinem wahren Werth, den es bey dem Verkauf auf dem Stamm hat, bezahlen wollen, ſondern dagegen immer etwas einzuwenden haben; wie es denn überhaupt die Art aller Käufer iſt, daß ſie ſich die Verlegenheit des Verkäufers in allen Stücken zu nuße zu machen ſuchen, und ſolche Dinge, bey denen ſie wiſſen, daß ſie ver» faufet werden müſſen, jederzeit einen niedrigen Preis verlangen, 2 05.607 Vorſchlag, bey der Beſchaffenheit eines abr ZDaidis denſelben in 20 verſchiedene Schl ge einzutheilen, zur Abtreibung eines ſolchen Schlages aber“5 Jahre zu verſtatten, um das durch alle vorhin bemerkte Schwierigkeiten, ohne die Zauptabſicht dieſer Zolpy Abnugungsart zu verrücken, zu heben. Um dieſen Schwierigkeiten, die ſich in dergleichen Fällen ſehr oft eräugnen kön- nen, und werden, auf die beſtmöglichſte Art auszuweichen, würde ich den Vorſchlag thun, daß in ſolchen Kiefer-und Tannenwäldern, wo die verſchiedene Holzſorten gar zu ſehr verſtreuet ſtehen, und folglich ſelbige in beſondere Reviere einzutheilen unmöglich Fällt, der ganze Wald nur in 20 Theile geſeßet, und zur Abnußung eines jeden ſolchen Theils eine Zeit von fünf Jahren beſtimmet werden.müſſe. Hiedurch wird das Ziel und die Hauptabſicht dieſer neuen Holzabnußungsart auf Feinerley Weiſe verrücket. Denn es fällt von ſelbſt in die Augen, daß auch bey einer ſolchen Eintheilung der ganze Wald, in einer Zeit von 100 Jahren, von neuen umgeſchaffen, und in einer ver- jüngeten und verbeſſerten Geſtalt wieder dargeſtellet werden fann,. Nur die:erſten 5 Jahre gingen bey dieſer Eintheilung verlohren, indem may mit ſolcher Einrichtung 5 Jahre ſpäter zu Stande käme. Wie aber dieſer kleine Verzug der Sache ſelber unmöglich einen Anſtand geben kann, ſo iſt auch gewiß, daß der Eigenthümer dabey eine.weit größere Anzahl von glei- , Iſt nr ein kieferner Wald nicht ganz und gar von allen nußbaren Holze entblö- Bet, ſo wird ſich in dem angenommenen Beyſpiel auf 200.Morgen noch imtner eine ge- nugſame Menge von brauchbaren Bauholz, wodurch ein jeder, ſich deshalb anmeldender Käufer befriediget werden kann, finden, und folglich ein Eigenthümer nicht ſo leicht in die Verlegenheit, ſolches bey dem zum Abtreiben beſtimmten Revier ungenußet zurück laſ- ſen zu müſſen, gerathen. Und geſeßt auch, daß einem Holzkäufer hiedurch noch nicht ein Genügen geſche- hen könnte, ſo würde doch immer der bey dem eichenen Holz vorgeſchlagene Weg, in ſolchem Fall, ein'oder mehrere Holzreviere zu anticipiren, und dagegen, bis die Sache wiederum in die beſtimmte Ordnung zurück gebracht worden wäre, mit dem fernern Holz- Verkauf einzuhalten, offen bleiben. In dem zum Abtreiben befindlichen Schlage befinden ſich, um dieſes durch ein Beyſpiel näher zu erläutern, nur etwa vor 8009 Rehlr. nushares Holz. Es meldet ſich aber ein annehmlicher Käufer, welcher gerne auf 2 bis 3008 Rhlr. einen Contract mit einmahl ſchließen, und den feſtgeſeßten Werth des Holzes auf - einem Brette bezahlen wollte. Bey ſolchen Umſtänden kann es wohl nicht das geringſte Bedenken haben, die nächſten zwey bis drey Reviere, um ſich einen ſolchen vortheilhaften Verkauf, der nicht alle Tage wieder vorkommt, nicht aus den Händen gehen zu laſſen, mit zu Hülfe zu neh- men, dagegen aber auch nicht eher wieder an einen Holzverkauf von gleicher Art, bis dieſe Scharte gleichſam wieder ausgeweßet worden iſt, zu denken, > Die auf ſolche Art in Anſehung des nußbaren Holzes in dem Verkauf anticipirte Schläge, können demohnerachtet der Ordnung nach, in Anſehung des Brennholzes und anderer geringerer Holzſorten, genußet und abgetrieben werden. Ueberhaupt iſt auf die Abnußung der nußbaren Holzgattungen die vorzüglichſte Aufmerkſamkeit zu richten, weil ſo! und auch den größeſten Theil der Wurzeln mit heraus reiſſen kann, Man ſchläget auf ſsles quälet, fallen müſſe. „Der bloße Umſturz des Stammes thut hierunter in einem Augenblick mehr Ar- beit, als von Menſchen in 2 bis drey Stunden öfters nicht verrichtet werden kann. Ich habe noch erſt in dieſem Winter, verſchiedene Verſuche hievon zu machen, Gelegenheit gehabt, und bin dadurch, daß ſolches Wahrbeit ſey, auf das deutlichſte überzeug2t worden. Ein Eigenthümer, der ſolches, bey dem zu ſeiner eigenen Conſumtion benöthig- ten oder zum Verkauf eingeſchlagenen Holz, unterläſſet, ſeßet ſich unnöthiger Weiſe in doppelte Koſten. Die Stöe müſſen einmahl auf dem abgetriebenen Revier ohne Zeitverluſt weg- geſchaffet werden, und es iſt daher ſehr unrecht gedacht, wenn er ſich hierunter doppelte Koſten machen will. Und„ob gleich zu dem Augroden der Stämme allerdings mehrere Leute, als zu vem bloßen Abſtämmen, erfordert werden, ſo kann doch dieſes hierunter um ſo weniger eine Hinderniß verurſachen,.als das Abcreiben des Holzes, wenn man ordentlich damit / wirch- Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl it. 377 wirthſchaften will, nur erſt im Herbſt oder Winter geſchehen kann, alsdenn aber, wegen Mangel anderer Arbeiten, gemeiniglich die meiſten Leute zu bekommen ſind. 6. 580. Warum aber ſolches den Räufern, die.das-Zolz auf dem Stamm kaufen, nach der Billig? Feit nicht zugemuthet werden könne, und wie ſich daher die Verkäufer in ſolchen Fällen zu verhalten haben. Bey ſolchen Käufern, welche das Holz auf dem Stamm zu kaufen gewohnet ſind, findet ſolches mehreres Bedenken. ; Dieſen iſt die Wiederbeſamung des abgetriebenen Holzplases ſchr gleichgültig, und ſie haben davon weder Schaden noch Vortheil zu erwarten. Man kann ihnen alſo nach der Billigkeit nicht zumuchen, daß ſie durch eine ſtärkere Ausgabe den neuen Holzanwuchs des Eigenthümers beſchleunizen helfen ſollen. Sechs tüchtige Mannsperſonen können ganz füglich des Tages 60 Bäume ab- ſtämmen, und hiervor erhalten ſie an Tagelohn 1 Rthlr. Sollen aber die Bäume mit den Stöcken ausgerodet werden, ſo können ſie mit 60 Bäumen kaum binnen 3 Tagen fer- tig werden, und müſſen folglic9 davor 3 Rthlr. Tagelohn erhalten. Dem Käufer koſtet alſo auf jedes Schoc> Holz dieſe Bewirthſchaftunggart 2 Rehlr. mehr, als er ſonſt davor augzugeben nöthig gehabt hätte. Wenn dem Käufer nicht dieſe mehrere Koſten an dem Preiſe des Holzes vergütie get Nee ſo wiederhohle ich es nohmahls, daß ihm'durch deren Uebertragung zu na- he geſchiehet. Wollte man ihm gleich dagegen die Stöcke und Wurzeln mit überlaſſen, ſo wür- den doch die wenigſten, zumahl wenn ſie aus entfernten Orten ſind, keinen Gebrauch L- von machen können, und es ijt dieſes überhaupt keine Waare, welche ſich zum Holz- handel ſchicket. In der That würde auch der Eigenthümer dabey leiden, indem er ſie zum Theer- ſchwelen und andern dergleichen Bedürfniſſen, mit weit mehrern Vortheil nußen kann. Weit beſſer thut er daher, daß er dem Käufer die mehrere Koſten, die dazu an- AWD werden müſſen, vergütiget, oder ſo viel Leute, als dazu mehr nöthig ſind, bergiebet, 6. 581. Daß auch in den Eich- und Buchwäldern die Ausrodung und Wegſchaffung der Stöcke noth: wendig, und dabey auf eine gleiche Art zu verfahren rathſam ſep. Das Ausroden der Stöcke iſt nicht bloß bey den Kiefern und Tannen, ſondern auch bey allen andern Oberholzarten, um den abgetriebenen Plaß zu einer neuen Beſam- ung deſto freyer und vollſtändiger wieder nußen zu können, nothwendig. Dieſe Stöcke und Wurzeln ſind zwar nicht zum Theer- oder Kohlenſchwelen zu ge- brauchen, inzwiſchen kann doch dadurch in dem Mangel des Brennholzes, wenn man ſie ordentlich zu Klaftern ſchlagen läſſet, eine große Lücke ausgefüllet werden,| Qecon. Forens. VII Theil, Bbb Es 378 Eilftes Hauptſiü>. Es iſt auch an und vor ſich unverantwortlich, daß eine ſo große Menge des be- ſten Holzes ungenußet bleiben, und in der Erde verfaulen ſoll. Man hat daher nicht allein die alte in den SEich-und Buchwäldern befindliche Stöcke auszuroden, und den möglichſten Nußen davon zu ziehen Urſache, ſondern es iſt auch ſolches bey der"Anlegung neuer Eichelfämpe eben ſo nothwendig, als es in den Schonungen der Kieferwälder nach abgetriebenen Holze beobachtet werden muß. Auch hiebey wird das Ausgraben der noch ſtehenden Stämme nüßlich werden, und es kann daher alles dasjenige, was ich hierunter von den Kiefer-und Tannenwäldern geſaget habe, auch auf das Eichen- und Büchenholz angewendet werden.-; G. 582% Von der beſten und ſicherſten V7ethode, das richtig eingetheilte und jährlich abzutreibende Zolz würklich ins Seld zu ſetzen. und daß dabey nicht in allen Fällen auf einerley Fuß verfahren werden könne. Durch eine vernünftige Holzabnußunggart kann zwar das jährlich zum Verkauf| übrig bleibende Holz richtig beſtimmet, auch vor die immerwährende Erhaltung und Ber- beſſerung des Waldes geſorget werden. Hiedurch aber bekommt der Cigenthümer noch kein Geld in die Taſche, und es iſt daher auch darauf Bedacht zu nehmen, welches die beſte und ſicherſte Methode ſey, ſein zum Verkauf übrig habendes Holz wirklich ins Geld zu ſeßen. Die Wege, die es hierunter giebet, ſind mancherley. Sie ſind aber nicht alle gleich vortheilhaft, auch finden ſie nicht an allen Orten und bey allen Holzarten eine gleiche Anwendung. Was an dem einem Orte vor das beſte und nüßlichſte gehalten werden muß, iſt es an einem andern nicht, ſondern bringet vielmehr Schaden. Even ſo bringet auch dieſe oder jene Holzverkaufsart bey einer Holzſorte den mei- ſten Vortheil, da ſie hingegen bey andern nicht rathſam iſt, und wohl öfters unmöge- lich fällt. ne Die Lage der Wälder und der hievon abhangende mehrer? oder wenigere Abſaß des Holzes, machet hierunter große Veränderungen, und es muß, wenn man nicht bey ſeinem Holzverkauf das rechte Ziel verfehlen will, auf dieſes alles eine ſehr genaue Rück- ſicht genommen werden, 6. 583+ Warum man diejenige Arten des Zolzverkaufs, mit welchen viele Roſten verknüpfet ſind, ſo viel möglich zu vermeiden ſuchen müſſe.; Vernünftig und natürlich iſt es, daß ein jeder gerne ſein Holz vor den höchſten Preis, und auch zugleich mit den wenigſten Koſten, an den Mann bringen will.. + Man erhält zwar öfters bey ſeinem Holzverkauf die höchſten Preiſe. Es ſind aber damit Koſten AN, wodurch die Vortheile, die der höhere Preis vorſpiegelt, änzlich wieder vereitelt werden, j| 60508 Noöchig Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1c, 379 Nöthig iſt es daher, daß man bey einem jeden Holzverkauf ſein Augenmerk auch zugleich auf die Koſten, die dadurch verurſachet werden, richte, und ſich nicht blos durch ein hohes Geboth blenden laſſe. Die Koſten ſind allemahl gewiß, und erfordern überdem gemeiniglich einen baaren Vorſchuß. Der Preis hingegen iſtin vielen Fällen unſicher, und man findet ſich öfters darin gar ſehr betrogen. Von ſelbſt etgiebet ſich hieraus, daß.man hierunter vorſichtig zu Werke zu ge- ßen, und diejenige Holzverkaufe, die mit vielen Koſten und baaren Auggaben vergeſell- ſchafter ſind, ſorgfältig vermeiden müſſe. S: 584) Erörterung der Frage: ob es vathſamer ſey, das zum Verkauf übrige Zolz an einen Zolz- Zändler auf dem Stamm zu überlaſſen, oder es ſelber zu bearbeiten, und nachher unmitfel» bax zu verkaufen? wobey zugleich dasjenige, was hierunter mit dem Schiffsbau- und Stabholz vorzugehen pfleget, kürzlich bemerket wird. . Dieſer ällgemeine Saß giebet mir denn zuförderſt zur Erörterung der Frage: ob es beſſer gethan ſey, das Solz an einen Zolzverkäufer auf dem Stamm zu überlaſſen,- 0der aber ſoldes ſelber zu verarbeiten, und alsdenn zu verkaufen? Gelegenheit. Dieſe Frage kann hauptſächlich in zwey Fällen, nähmlich bey dem Schiffsbaus- oder Stabholz,;. und demnächſt auch bey dem Brennholz entſtehen. Der Handel mit dem Schifſsbau-und Stabholz befindet ſich in unſern Tagen in den Händen. der Kaufleute, welche in großen Seeſtädten wohnen, und das erkaufte Holz, nachdem es gehörig verarbeitet und zubereitet worden, durch die Schifffahrt in auswärti- ge Länder mit Bequemiichkeit verſenden und daſelbſt abſeßen können. : Zamburg, Stettin und Danzig, ſind in unſern nordiſchen Gegenden die Haupt- Holzhandlungspläße.. Es giebet zwar auch in andern Städten Kaufleute, welche ſich mit dem Holzhandel abgeben, die aber gemeiniglich nur bloß Commiſſionairs von den in den vorbenannten Handlungsörtern befindlichen Holzhändlern ſind. ' Bey erwähnten Kaufleuten iſt es zur Gewohnheit geworden, daß ſie den Bos ſißern der Wälder das zu dem vorhin bemeldeten Gebrauch tüchtige Holz auf dem Stamm abfaufen, ſolches ſofort, oder doch wenigſtens in nahen Terminen, bezahlen, und alg- . denn auf ihre Koſten augarbeiten, und an den Ort ſeiner Beſtimmung trangportiren laſſen. Ehedem war zwar, in Anſehung des Stabholzes, daſſelbe auch nicht Stamm- ſondern Ringweiſe, zu kaufen gebräuchlich. Die Güterbeſißer haben aber einſehen gelernet,'daß ſie bey dieſer Art des Ver« Faufs allzu vielen Bevortheilungen auggeſeßet ſind, und man findet anjeßt nur ſelten, daß anno dergleichen Contracte geſchloſſen werden, ſondern es müſſen ſich die Käufer, eben ſo wie bey dem Schiffsbauholz, ſol05 m Bou den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl tc. 383 Nethwendig aber iſt es alsdenn auch, daß ein ſolcher Käufer ſicher ſey, und ſich in dem Stande, das Holz zur beſtimmten Zeit wegzuſchaffen und den Holzplan abzuräu- men, befinde. Sich erſt deßhalb mit ſolchen Leuten in einen weitläuftigen Prozeß einlaſſen zu müſſen, iſt höchſt unangenehm, und der Hauptendzweck, nähmlich die baldige Wieder- beſamung des abgetriebenen Holzplaßes, kann dadurch dennoch nicht erreichet werden. Würde die von mir öben in Vorſchlag gebrachte Eintheilung der Kieferwälder in 20jährige Haue betiebet, fo könnte die Ueberlaſſung des darin befindlichen Brennholzes in Pauſch und Bogen eher ohne Bedenken ſtatt finden, weil man alsdenn den Käufer, wegen Wegſchaffung des Holzes, ſo genau einzuſchränfen nicht nöthig hätte, 8. 588. Warum es in Gegenden, wo mebr angel als Ueberfluß an Brennholz iſt, daſſelbe in -Rlaftern ſchlagen zu laſſen, und alsdenn zu verkaufen, rathſamer ſey, wobepy verſchiedene Vortheile, die ſich ein Zandwirth mit ſeinen überflüßigen Dienſten dabey ver» ſchaffen kann, näher angeführet werden. Iſt hingegen in einer Gegend mehr Mangel als Ueberfluß an Holz,|dergeſtalt, daß der Eigenrhümer wegen deſſen Abſaßes nicht beſorget ſeyn darf, ſo halte ich das Schlagen in Klafſtern rathſamer, als den Verkauf auf dem Stamm. Der Vorſchuß des Schlagerlohns iſt nur allemahl eine Kleinigkeit, und niemabls vor verlohren zu achten,-weil er bey dem Berkauf der Klaftern immer wieder heraus - Fommt, und von den Käufern vergütiget werden muß. Auf dem Stamm hält es ſehr ſchwer, die Klaftern, ſo die ſtehende Bäume in ſich enthalten, genau zu beſtimmen, und die Erfahrung lehret, daß aemeiniglich ein Holzplaß, auf welchen das Holz auf dem Stamm verkaufet worden, und ſolches nachher von dem Käufer eingeſchlagen wird, weit mehrere Klaftern liefert, als man auf denſelben nach dem Augenſchein geſchägßet hat 4 Aud) kann man nach der Billigkeit nicht verlangen, daß ein Käufer, der das EI auf dem Stamm kaufet, daſſelbe eben ſo hoch, als in den Klaftern, be« zahlen ſoll., Nicht bloß das Schlagerlohn, welches ſich von ſelbſt verſtehet, iſt davon abzuredh« nen, ſondern es muß dabey auch auf den Umſtand, daß die eingeſchlagene Klaftern. bey dem Verkauf gemeiniglich bereits trocken ſind, das auf den Stämmen ſtehende Holz aber noch grün und naß iſt, Rückſicht genommen, und aus dieſem Grunde ebenfalls in-dem Preiſe einige Groſchen zurück geſchlagen werden.| Gilt z. B. eine Klafter trocken kiefern Holz auf der Stelle einen Thaler, ſo wird ſich ſchwerlich ein Käuſer finden, der vor daſſelbe mehr auf dem Stamm als 16 Gro» ſchen bezahlte. Der Unterſchied beſtehet alſo vor eine jede Klafter in 8 Gr, Rechner man nun auch gleich hievon das Schlagerlohn mit 4 Gr. ab, ſo kank doch immer eine eingeſchlagene Klafter 4 Gr, hoher, als wenn ſie auf dem Stamm vero Faufec worden, ausgebracht werden. Bew 384 Eilftes Hauptſtü>, Bey einem Verkauf von einigen hundert Klaftern, beträget ſolches ſhon immer eine nicht gänzlich zu verachtende Vermehrung der Waldeinnahine. Ueberdem findet auch das in Klaftern geſchlagene Brennholz jederzeit einen ſtär- fern Abſas, beſonders wenn es ſchon in Vorrath geſchiagen, und trocken geworden iſt, als das naſſe annoch auf dem Stamm ſtehende. j Den merklichen Unterſcheid des tro>enen und naſſen Brennholzes, habe ic) ſchon bey einer andern Gelegenheit umſtändlich zu bemerken Anlaß genommen, und ganz na- türlich iſt es, daß die Käufer weit lieber trockenes als naſſes Brennholz nehmen werden, wenn ſie auch gleich jenes etwas theurer bezahlen müſſen. Oefters tritt noch hinzu, daß auf einem Landgut überflüſſige zu Spanndienſten verpflichtete Bauern befindlich ſind, deren Dienſte man im Winter, wo es an andern nöthigen Arbeiten mangelt, nicht nüßlicher, als daß man durch ſie das vorräthige Brennholz nach den Städten zu Markte fahren läſſet, anwenden kann, Bekannt aber iſt es, daß das in die Städte zu Markte gebrachte Brennholz faſt noch einmahl ſo hoch bezahlet wird, als es auf der Stelle gilt. Jn vielen Gegenden beſtehet die hauptſächlichſte Nahrung der Bauern in einem dergleichen Holzverkauf, und dieſe werden daher von dem Vortheil, der damit verknüpfet iſt, das beſte und ſicherſte Zeugniß ablegen können. Und wenn auch ein Eigenthümer das nach den Städten zum Verkauf geſchickte Holz nur eben ſo hoch, als es auf der Stelle gilt, bezahlt erhielte, ſo nußet er doch da- durch wenigſtens ſeine ihm überflüſſige und den Winter über größeſtentheils unnüß ge- bliebene Spanndienſte, Auf gleiche Art kann auch ein Gutgeigenthümer, die überflüſſige Handdienſte, die er den Winter hindurch zu keinen nothwendigern Arbeiten anzuwenden weiß, durch das Klaſterſchlagen ins Geld ſeen, und ſich daraus eine baare Einnahme verſchaffen. Er erſparet alsdenn nicht allein den Vorſchuß des Schlagerlohns, ſondern ſeine Hofedie- ner verdienen ihm auch an den Orten, wo jeder täglich eine Klafter am Dienſte einzu- ſchlagen ſchuldig iſt, ein jeglicher täglich 4 Gr. Man nehme nur 500 Klafter, die jährlich in einem Walde an Brennholz verfau- fet werden können, an, ſo wird ſolches eine unverhofte Einnahme von mehr als 89 Rehlr. ausmachen. S. 589- Warum auch das lebendige oder Unterholz an Birken und Elſen auf dem Stamm zu verkau- fen rathſamer ſey, und wie darunter verfahren werden müſſe. Mit dem lebendigen oder Unterholz an Birken und Erlen hat es ant den Orken, wo dergleihen zum Verkauf vorhanden iſt, mit vorſiehenden in allen eine gleiche Bewandniß. - Auch dieſe Holzart pfleger entweder auf dem Stamm verkaufe, oder in Klaftern geſchlagen,„und alsdenn ver'!oſet zu werden. Man ſeßet den jährigen Hau dieſes Holzes, wenn ihn die Reihe trifft, in verſchie- dene kleine Kaveln, und ſchäßet-eine jede derſelben beſonders ab. M 8denn mm -+ Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 385 Alsdenn wird ein Tag zum Verkauf dieſer Kaveln angeſeßet, und in der ganzen Nachbarſchaft bekannt gemacht. An den Orten, wo das Holz rar iſt, ſatnmlen ſich an dieſem Tage die Käufer wie die Bienen zuſammen. Ein jeder ſuchet ſich ein oder mehrere Kaveln aus, bezahlet ſofort den abgeſchäß- ten Werth davor, und trachtet alsdenn das Holz ſo bald als möglich wegzuſchaffen, und in Sicherheit zu. bringen,: . Beſonders in Schleſien, wo überhaupt eine vor andern Ländern vorzügliche gute Holzwirthſchaft getrieben wird, iſt dieſe Verkaufgart ſehr gewöhnlich. Ich habe ſelber daſelbſt auf den ehemahligen Gräflich Poſadowskyſchen ohne weit Strehlen belegenen Utannziſchen Gürern, einem dergleichen Holztag mehrmahl mit vielen Vergnügen beygewohnec, und dabey wahrgenommen, daß der damahlige Ei- genthümer dieſer Güter öfters in 2 bis 3 Stunden 1000 Nhlr. vor dergleichen verkauftes Holz einnahm. Mir hat dieſes jederzeit eine ſehr bequeme und dabey angenehme Methode, ſein Holz zu verloſen, zu ſeyn geſchienen, und ich würde, wenn ich auf meinen verſchiedentlich in Beſiß gehabten Gütern, eine etwas bedeutende Menge von lebendigen oder Unterholz gehabt hätte, ſolche gewiß nachgeahmet haben, Der Umſtand, daß der Eigenthümer dadurch ſeine ganze jährliche Holzeinnahme mit einmahl und auf einem Brette erhält, iſt dabey beſonders reizend und vortheilhaft. Große und beyſammen einkommende Einnahmen können jederzeit weit heſſer wieder angewendet werden, als wenn das einzuhebende Geld nur nach und nach eingehet, und man überdem niemahls, wenn ſolen zu ſeyn pfleget, billig etwas mehr davor geben können und müſſen.) Allein, dieſe Sinnahme iſt niemahls ſo ſicher und zuverläßig, als die in dem nächſt vorſtehenden 6. erwähnte, ſondern man muß öfters Jahr und Tag, ehe dieſelbe zuſammen kommt, darauf warten, und nicht ſelten, wenn dieſelbe zu beſtimmren Aus ae ben, z. B. Zinſen und dergleichen gewidmet iſt, fremdes Geld, um ſolche zur geſeßten Zeit beſtreiten zu können, zinsbar aufnehmen, wodurch denn der ganze davon angehefte Vortheil von ſelbſt verſchwindet. Oecon. Forens. YII1 Theil, Ccc Das 386 Eilftes Hauptſtü>. Das Schlagerlohn kann zwar eben ſo wenig als bey dem kiefern Brenyholz ge- achtet, oder darauf Rückſicht genommen werden, weil ſolches bey dem Verfauf allemahl wieder eingehet, und folglich nur als ein wenig bedeutender Vorſchuß anzuſehen iſt. Die geſchlagene Klaftern aber können, wenn dieſe ganze Holzwirthſchaft nicht it Unordnung gerathen ſoll, auf dem abgetriebenen Hau nicht ſtehen bleiben, weil ſie den ſchleunigen Wiederwuchs des Holzes verhindern würden. Sie müſſen daher abgerüet, und auf einen ſichern Plaß, wo ſie keinen Schaden thun, gebracht werden. Hiezu iſt, wenn nicht die übrige Wirthichaftsgeſchäfte verſäaumet werden ſollen, bey ſtarfen Holsſchlägen, wo tauſend und mehrere Klaftern jährlich abgetrieben werden, eine ſtarfe Anſpannung nöthig. Auch tritt noch öfters hinzu, daß das lebendige Holz, beſonders die Erlen, ſchr . oft an ſumpfigten Oertern, die nicht zu allen Jahreszeiten befahren werden können, ſies het, und daher, um, die Klaſtern zu rechter Zeit heraus zu bringen, doppeltes Geſpann er- fordert wird, oder man befürchten muß, daß das geſchlagene Holz, zum offenbaren Nachtheil des Wiederwuchſes und auch des baldigen Verkaufes bis in das fünftige Jahr ' daſelbſt ſtehen bleiben muß.- Alle dieſe Unbequemiliczkeiten werden vermieden, wenn man bey dem lebendizen Holz die erſt bemerkte Verkauſöart wählet, und daſſelbe auf. dem Stamm verfaufet. Die Käufer werden alsdenn ſchon von ſelbſt bedacht ſeyn, das Holz zu rechter Zeit wegzuſchaffen, und den Plaß gehörig zu räumen, als woran einem jeden Eigenthü- mer wegen des baldigen Wiederwuchſes des abgeſiämanten Holzes ſehr viel gelegen iſt. So nöthig iſt es in allen Dingen nicht bloß auf das gegenwärtige, ſondern auch auf die Folgen zu ſehen.. SAB Daß, wenn das Unterholz an Birken und Erlen zum Verkauf in RKlaftern eingeſchlagen wird, zuförderſt das darunter befindliche LTuzholz abgeſondert, un>(olches; weit es im Prei» ſe weit höher ſtehet, auch beſonders verkaufet werden muß. ; Unter dem lebendigen Holz giebet es öfters Stämme, die zu allerhand Arten von Nugsholz tauglich ſind,;; Beſonders ſind die Birken dazu vorzüglich geſchickt, und jedermann weiß, daß das taugliche Nusholz vor das bloße Brennholz auch in ſeinem Werthe einen ſehr großen Vorzug hat| Eik Eigerthümer würde ſich daher offenbar Schaden thun, wenn er nicht dieſes Nußholz abſondern, ſondern ſolches ohne Unterſchied mit dem Brennholz vermengen, und unter demſelben mit verfaufen wollte.; j Inzwiſchen werden die Käufer, diz das Unter-oder lebendige Holz auf deim Stamm wegnehmen, das darunter beſiadlicge Nußholz nicht gerne miſſen wollen, und esfann der Eigenthümer ſich hierunter durch eine höhere Taxe der Kavela ſehr leicht ſel- ber ſchadlos Halten.: Wird AIR LIN ISO HIE 08= 77 220NMEN Von den wirthſhaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 387 Wird aber das Unterholz in Klaftern eingeſchlagen, und auf ſolche Art verkaufet, ſo iſt auf das darunter befindliche Nusholz allerdings Rückſicht zu nehmen, damit es nicht mit eingeſchlagen, ſondern beſonders vor ſeinen wahren Preis verkaufet werde, In Gegenden, wo kein Ueberfluß an Holz herrſchet, iſt dieſes vor keine Kleinige- Feit zu halten, ſondern IE durch eine dergleichen nichts Foſtende Vorſicht, die Ein- nahme vor dieſe Holzart öfters ganz merklich erhöhet werden. -S. 592 Daß inzwiſchen an den Orten, wo überflüßige Spann- und Zanddienſte vorhanden ſi iind. das Einſchlagen dieſer Zolzart in Klaſtern ebenfalls angerathen werden müſſe. - Sonſt kann ich biebey nicht unerinnert laſſen, daß zur Entſcheidung der Frage: ob das lebendige Holz in Klaftern oder auf deim Stamm zu verfaufen rachſamer ſey, eben» falls die Beſchaffenheit der Spann-und Fußdieuſte des Ortes ſehr viel beytrage. Sind dieſe im Ueberfluß vorhanden, ſo kann durch das Klafterſchlagen des zu ver- Laufenden Holzes mancher Vortheil, den ſonſt der Eigenthümer entbehren müßte, geſtif« fet werden. Iſt äber ein Mangel daran, ſo fallen auch dieſe Vortheile hinweg, und es entſte hen aus ſolcher Verfaufsart viele Unbequemlichkeiten, die man von' dem Verkauf des - Holzes auf dem Stamm niht zu erwarten hat, 6:1. 395% Daß das überflüßige Lager- und Brennholz durch allerhand geſchickte Anlagen ins Seld ' zu ſeen geſuchet werden maſſe. Oefters wird ein Eigenchümer, beſonders in den Kieferwäldern, mit überflüſſie “ gen Brennholz dergeſtalt überhäufet, daß ex in vielen Jahren ſolches zur wirklichen Feuerung verfaufsweiſe abzuſeßen keine Hoffnung hat, ſondern daß ſolches dutch die Län« ge der Zeif verfaulen, und zu allem Gebrauch gänzlich untauglich, auch ihm an der Wie«- dererſeßung ſeines verwüſteten Waldes hinderlich ſeyn werde, nicht ohne Grund be- fürchten muß; Dieſer Ueberfluß an Brennholz kann entweder dadurch, daß in der ganzen herum liegenden Gegend alles mit genugſfamen Holz'verſorget iſt, verurſachet werden, oder auch .aus einem ſtarken Windbruch, und üblen vorhin getriebenen Holzwirthſchaft, entſtehen, ' Ich habe bereits in der erſten Abtheilung b8. 21, dieſen Umſtand berühret, und" / Dv den daſelbſt bemerkten zehnten allgemeinen Grundſatz hergeleitet, daß nähmlich die Beſitzer großer Waldungen, ihr überflüßiges Lager- und Brennholz, wenn ſie ſoles nicht unmittelbar verlofen können, dur< allerhand Anlagen, wozu eine ſiar fe Seuerung erfordert wird, ins Geld zu ſezzen ſuchen, und dadurch zugleich dem Wachsthum des jungen Aufſchlages gehörige Luft verſchaffen müſſen. Hier iſt nun der Ort, dieſen damahls nur bloß angenommenen allgemeinen Saß näher zu erläutern und. 0 entwickeln. Ccc 2 Ge 594. y 388 Eiiftes Hauptſtück, 6.- 594- Die hierunter gewöhnliche Anlagen werden benannt, dabey aber erinnert, daß nach den Um» ſtänden eines jeden Orts nur diejenigen, die ohne Schaden des Waldes beſtätzdig fortge ſerzet werden können,. zu wählen ſind. Zu den Anlagen, wodurch ein dergleichen bequemer Abſaß des überflüßigen Brennholzes bewirket werden kann, gehören nun hauptſächlich, das Roblenſchwelen, Aſchebrennen, Glashütten, Theer- Pedy- und Rußhütten, Ziegel-und Kalköfen. Nicht ohne Grund habe ich dieſen c.). angenommenen Gyundſaß G. 22. dahin eingeſchränfet, daß bey allen dergleichen zur bequemen Conſumtion des üverfiüßigen Brennbolzes unternommenen Anlagen, nicht bloß auf den gegenwärtigen Vorrath deſſelben, ſondern auch darauf, ob dieſelben beſiändig fortdauern können, geſebeny und zu ſolchem Ende diejenigen, von deren beſtändigen Sortdauer man ſich verſichert Halten kann, gewählet werden müſſen. Wie nun wohl von niemand bezweifelt werden wird, daß nicht ſämmtliche vor- hin benannte Anlagen bequeme Mittel, den überflüßigen Vorrath an Brennholz ins Geld zu ſeßen, abgeben, ſo kann doch auch dabey die jekt eben bemerkte Einſchränfung de3 vorhin erwähnten Saßes nicht auſſer Augen geſeßet werden.; Denn einleuchtend-iſt es, wie ich auch bereits in dem angezogenen VZ 2: beyläu- fig bemerket habe, daß nicht zu allen dieſen Änlagen eine gleich ſtarke Feuerung erfordert wird, und folglich auch eine vor der andern längern Beſtand haben föntte. Dergleichen Anlagen haben nur bloß die Abſicht, den Ueberfluß des Holzes, da- mit derſelbe nicht verfaulen, und dadurch gänzlich unbrauchbar werden möge, auf eine ſchi liche Art zu conſumirenu. S9 bald dieſer Endzweck erreichet iſt, müſſen auch dergleichen Anlagen wieder aufhören, indem es, einen Wald durch einen übermäßigen Holzverkauf, oder durch der- gleichen unverhältnißmäßige Anlagen zu Grunde zu richten, auf eines hinaus laufen wurde,' tc 6. 3954 Anmerkung, daß, ob gleich bey der neuen Zolzabnuzungsart dergleichen Anlagen nicht mehr ſo nothwendig ſeyn werder. ſich dennog immer eine Veranlaſſung dazu finden wird. Man wird leicht von ſelbſt einſehen, daß dergleichen Anlagen nicht mehr ſo nö- thig ſeyn können, als ſie es ehedem bey der unordentlichen Wirthſchaft und gränzenloſen Berwüſiung der Wälder war; es wäre denn, daß es auch anjeßt Wälder geben ſollte, in welchen das durch die vorige Verwüſtungen verſchwendete Holz noch nicht gehörig auf- geräumet worden. Bey der jeßt angenommenen neuen Holzabnußungsgart, der wir in der gegen- wärtigen Abhandlung ebenfalls das Wort geredet, und ſie als die beſte und vorzüglichſte angeprieſen haben, werden ſich nur wenige Fälle, welche dergleicgen Anlagen aufs neue nothwendig und rathſam machten, ereignen können» de : nzwie Von den wirthſchaftlichen- Wahrheiten, welche ſowohl 1c, 389 Inzwiſchen giebet es noch iminer in den entfernten Provinzien Wälder, die, we- gen. ihres großen Umfanges, einen Ueberfluß an Holz, der durch den ordentlichen Ver- fauf nicht gehörig genußet werden fann, in ſich halten. Wir leben auch noch immer in einer Welt, wo Wind und Stürme wüchen, und einen Thail ſolcher Wälder umzuſtürzen, und dadurch alle Vorſichten dieſer neuen Holz- Abnußunggart zu vereiteln, im Stande ſind.- Es werden däher auch in unſern Tagen Gelegenheiten vorfallen, die dergleichen zur bequemern Benußung des überftüßigen Holzes abzielende Anlagen nothwendig machen. Aus dieſer UrſaHe halte icß mich denn auch, um die gegenwärtige Abhandlung von der beſten Benußungsart der"Välder nicht unvollſtändig zu laſſen, die oben bemel- dete verſchiedene Anlagen näher zu prüfen; und welche von denſelben, nach der Verſchie-- denheit der Lage, die bequemſten und rathſamſten find, zu beſtimmen, verbunden, S. 596. Von deni Rohlenſchwelen, und daß dadurch der Ueberfiuß ant Zolz ſehr bequem verwen» det und ins Seld geſezet werden könne. Bereits 6. 85. habe iM des Kohlenſchwelens, als einer ſehr bequemen und ge- - ſchickten Methode, ſeinen Ueberfiuß des Holzes ins Geld zu ſezen, Erwähnung gethan, und ich rechne es auch anjeßt zu den vorzüglichen hiezu dienſamen Mitteln. In einem Lande, welches mit allen Arten von Schmelzhütten, Eiſen-und Blech- Hämmern, auch Salzſiedereyen und andern dergleichen Gewerben, zu deren Betreib- ung eine ſtarke Feuerung erfordert wird, beſeßet.iſt,*find die Kohlen eine Waare, welche nothwendig Abſaß finden, und auch in verhältnißmäßigen Preiſen bezahler werden muß. Lebet nun ein Waldeigenthümer in einem ſolchen Staat, ſo iſt es allerdings ver- nünftia, daß er dieſes Mittel, um ſich von feinem Hotzüberfluß auf eine nüßliche Art los- zumachen, ergreife.| Vortheilhafter iſt es zwar allerdings, wenn er die Fabriken und Gewerbe, wozu, ein anſehnlicher Vorrath von Kohlen erfordert wird, in der Nähe hat. Er mag die Koh- len auf ſeine eigene Rechnung ſchwelen laſſen, oder ſolches an Entrepreneurs gegen ge- wiſſe Bedingungen übergeben haben, ſo wird er alsdenn in beyden Fällen von ſeinem Unternehmen weit mehrern Vortheil, als wenn er von dergleichen Fabriken, Siedereyen - oder Schmelzen, in einer gewiſſen Extfernung lebet, erwavsten können, indem die Weite des Transportes jederzeit einen großen Theil der ſonſt mit dergleichen Anlagen verfnüpfteit BVortheile wegnimtuk.; Inzwiſchen kann er doch auch in den entfernteſten Gegenden eines ſichern und ge- wiſſen Abſaßes verſichert ſeyn, als welches bey dergleichen Nothmitteln jederzeit die Hauptſache iſt, und die Entfernung ſonſt bey allen andern dergleichen Anlagen den Nu: ßen davon ſc, 8. 597- Daß das Kohlenſchwelen um ſo nöglicher ſey, als dazu alle Arten des überflüßigen Zol ' zes gebrauchet werden können. Ich habe zwar in dem vorhin angeführten 8. 85. des Kohlenſchwelens nur bloß in Anſehung des kiefern Holzes, um aus deſſen Ueberfluß einen Nußen zu ziehen, ge- dacht, weil in der angezogenen Stelle bloß von der beſondern Benußung dieſer Holzart die Rede war. Man wird aber, wenn man ſich jemahls mit dieſem Gewerbe näher bekannt ge» macht hat, wahrgenommen haben, daß. dazu alle Gattungen. von Holz, vorzüglich aber die harten Holzarten, tauglich ſind, und ſowohl von friſchen als ganz oder weiktrocfenen Holze Kohlen gebrannt werden können. Es giebet zwar darunter nach der Verſchiedenheit des Holzes einen Unterſchied, inzwiſchen können doch aus allem Holze, das allzuanbrüchige Lagerholz ausgenommen, brauchbare Kohlen gebrannt werden.„M Sind ſie gleich nicht zu allem Gebrauch, gleich geſchickt, ſo wird doh, wenn nur von dem Köhlermeiſter eine richtige Sortirung des Holzes geſchehen, keine einzige Art un- genußet bleiben dürfen, ſondern ſie insgeſamme den erforderlichen Abſaß finden, 6 598. Daß es nicht rathſam ſey, die Kohlenſchwelerey auf ſeine eigene Rechnung zu halten, ſondern folche vielmehr an Sachverſtändige überlaſſen werden müſſe, und warum bierunter vor Privat- Ligenthümer die Grob- und Kleinſchmiede die beſten Abnehmer des Rohlenholzes ſind. Kein Privat-Gutsbeſißer wird wohl ſo leicht das Kohlenſchwelen auf ſeine eige- ne Rechnung unternehmen, und es iſtihm ſolches auch nicht anzurathen. In allen Sachen, worin es, ſo wie hier, auf eine gewiſſe Wiſſenſchaft anfommt, fähret man weit beſſer, wenn man ſolche an Sachverſtändige gegen gewiſſe verhältnißmäe ßige Beovingungen überläſſet.| Die Vorſteher(derjenigen Fabriken und Gewerbe, zu deren Betreibung ein an- ſehnlicher Vorrath von Kohlen erforderlich iſt, werden ſich ſchon von ſelbſt dazu anmel- den, und die deshalb nöthige Contracte ſchlieſſen, weshalb ich mid) auf das 5, 85+ ange- führte Beyſpiel beziehe. Schon ein großer Privatkwald müßte es ſeyn, in welchem auch noch bey der neuen Holzabnußungs- Einrichtung eine dergleichen große Menge Holz, als überflüßig zum Holzſchwelen verwendet werden könnte.. Inzwiſchen giebet es doh allenthalben, ſowohl in den Städteu als auf dem Lan- de, eine Menge von Grob-und Kleinſchmieden, welche jährlich einige Meiler abzuſchwe- len nöthig haben, Dieſen die Nothvyrft zu überlaſſen, wird auch in nur mäßigen Wäldern noch immer möglich bleiben, Die Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, weiche ſowohl 16. 391 Die Kohlen, ſo die Schmiede zu ihren Arbeiten gebrauchen, dürfen nicht eben von den feinſten ſeyn, und es können daher alle Arten von Holzabgängen, die ſonſt nicht zu allen Arttn von Kohlen kauglich wären, gebrauchet werden. Und eben aus dieſem Grunde iſt es vorzüglich rathſam, den Schmieden das Koh- lenſenheit zu erlangen. Und iſt nur der abgetriebene Holzplan im April oder May völlig abgeräumet, ſo 38 DE die Wiederbeſamung deſſelben noch in eben demſelben Jahre ganz füglich geſchehen. Wollen ſie ſich dieſe Bedingung nicht gefallen laſſen, ſo hut man beſſer, von die- ſem Verkauf gänzlich abzuſtehen, und eine andere Verkaufsart, bey welcher man den er- wähnten Hauptendzweck gehörig erreichen kann, zu wählen, S. 600,:; Daß dieſes TTothmittel, den Veberfluß des Zolzes zu verloſen, deshalb vorzüglich ſey, weil bey deſſen Wiederabſchaffung keine darauf verwandte Roſten verlohren gehen, Sonſt iſt gewiß, daß dieſes Nothmittel, um ſein überflüßiges Brennholz abzuſe- ßen, vor allen andern dergleichen darin einen Vorzug hat, daß man daſſelbe zu allen Zei- ten, wenn es nicht mehr rathſam ſeyn will, ohne dadurch in den geringſten Schaden ge- ſeßet zu werden, wieder abſtellen kann. Bey den andern Methoden, deren man ſich, um das überflüßige Brennholz auf eine bequeme Art ins Geld zu ſeßen, zu bedienen pfleget, haben gewiſſe Koſten, um die- ſelbe in den Gang zu ſeßen, angewendet werden müſſen, wie ſolches z. B. bey den'Glas- Hütten, Theet- Ziegel-und Kalköfen offenbar iſt.: Iſt nun der Ueberfluß des Holzes dergeſtalt conſumiret, daß dieſe Anlagen nicht mehr damit verſorget werden können, ſondern wieder eingehen müſſen, ſo ſind alle dar- auf verwendete Koſten gänzlich verlohren. Dieſes aber hat man aus vorerwähnten Urſachen, wenn auch ſolches gleich nicht weiter forrgeſeßet werden kann, von dem Kobhlenſchwelen nicht zu befürchten. 6. Got, Von dem Aſchebrennen, daß ſolcHes-zwar nicht ſo nünlich als das Rohlenſchwelen ſey, dage» gen aber auch in einigen Studen mehrere Bequemlichkeit bey ſich führe. Das Aſchebrennen gehöret ebenfalls zu den befannten Mitteln, wourc< man ſei- nen übermäßigen Holzvorrath verloſen und ins Geld ſeßen kann. Es fann zwar dadurch in kurzer Zeit eine große Menge von Holz conſtmiret, und dadurch das überflüßige Lagerholz weggeſchaffet und aus dem Wege geräumet werden. Der Nußen aber, den ein Waldeigenthümer davon zu erwarten hat, iſt demjeni- gen, den das Kohlenſchwelen gewähret, nicht/ gleich; jedoch muß dabey auch in Betracht genommen werden, daß bey dem Aſchebrennen das allerſchlechteſte Holz, ſo bereits halb verfaulet, und zu dem Kohlenſchwelen nicht mehr tauglich iſt, annoch gebrauchet werden kann, und öfters das beſte dazu iſt. Auch verurſachet der Transport der Aſche nicht ſo viele Koſten als die MR; ie Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1,. 393 7 Die meiſte Zeit wird die gebrannte Aſche, wenn ſie vor.die Pottaſchſieder kaug- lich und beſtimmet iſt, auf der Stelle verbraucher, und es bleiben daher nur bloß die Fuh- ren vor die davon geſottene und calcinirte Pottaſche nöchig. : CG.. 602% Von den Zolzgattungen, die ohne Schaden des Waldes und ohne tTachtheil des übrigen SZölsverbrauchs, zum Aſchebrennen genommen werden können. Zu dem Aſchebretnen kann alles ausgewittertes Lagerholz und Schwammbäume, welche ſchon ſo morſch ſind, daß ſie keinen Rauch noch Flamme mehr von ſich geben, ſon- dern nur wie eine Lunte ſhHwelen, verwendet werden, und ein ſolches dem äußeren Aaſe- hen nach völlig untaugliches und ſchon halb vermodertes Holz, giebet geineiniglich die meiſte Aſche. Alle Ueberbleibſel von alten Lagerholz, Windbrüchen und vermürbelten Stöcen, fFönnen mit dazu genommen werden, Grünes und dürres Tangerreiß, imgleichen Mooß, allerhand Kräuter und Strauchwerke, beſonders die Dornengeſträuche, der Ginſter, das Farrenkraut, ja ſelbſt Blatter und Heidekraut, wird von den Aſchebrennern in einer dazu gemachten Grube zu- ſammen geworfen und zu Aſche verſchwelet.: Dieſe Maſſe giebet nicht allein reichliche, ſondern auch gute und zu allem Ge- brauch tüchtige Aſche.: Man bemerket aber dabey, daß das grüne Tangerreiß bey dem Aſchebrennen mehr, als bey der Dürre, auggiebt. 6:2 603: Wie die vor das Pottaſchſieder taugliche Aſche beſchaffen ſeyn müſſe, und welche Zolzat»- ten ſich dazu am beſten ſchicken. Die Pottaſchſieder wollen beſonders eine ſchwere und vieles alkaliſches Salz bey ſich führende Aſche haben, und ſie werden in einem Walde, wo es auſſer dem kiefern oder Tannenholz, nicht auch eine verhältnißmäßige Menge von- eichen, büchen und birkenen Lagerholz giebet, nicht eben ihre Rechnung finden. Die Pottaſche iſt eigentlich nichts anders, als ein durch das Feuer concentrirtes alfaliſches Salz, und man erſiehet daraus von ſelbſt, daß eine Aſche, die an dergleichen Salzen nicht reichhaltig iſt, auch nur wenige Pottaſche geben könne.) Inzwiſchen kann, weil nur ſelten von den harten Holzarten eine ſo überflüßige Menge von Holz, als zur Pottaſchſiederaſche gebrauchet wird, vorhanden zu ſeyn pfleget, auch immer ein Theil der von kiefern Holze'gebrannten mit dazu genommen werden, zu- mahl-wenn ſolche mit der im nächſtvorſtehenden d. bemerkten von allerhand Kräutern und Reiſig gewonnenen Aſche vermiſcher iſt.. Denn dergleichen'von Kräutern und Strauch- werk, beſonders den Dornenſträuchern, welche mit zu den harten Holzarten gehören, ge- brannte oder vielmehr geſchwelte Aſche, führet ebenfalls viele alkaliſche Salze bey ſich. Sonſt iſt gewiß, daß die Aſche von Büchen- und Birkenholz zum Pottaſchſiedeu unter allen die beſte iſt.:;; Oecon. Forens, VII. Theil. Ddd Von 594 Hauptſtü>, Von ſelb verſtehet es ſich, daß man bey dergleichen Art von Aſchebrennen nicht ianmer die Wahl des Holzes, ſo ſich dazu am beſten ſchicket, habe, ſondern die Sache nehmen müſſe, wie man ſie findet, und wie ſie dem dabey habenden Endzweck gemäß iſt. Niemand wird wohl in einem annoch ſtehenden nußbaren Walde eine dergleichen Aſchenbrennerey anlegen oder verſtatrten, und dadurch den Kern ſeines Holzes verſchwen- den, und noch weniger kann vermuthet werden, daß er ganz friſche Sichen, Buchen und Birken abhauen, und ſelbige, um eine Menge von reichhaltiger Aſche zu befommen, verbrennen laſſen werde. 2 Das Aſchehrennen iſt, wie ich ſhon mehrmahls bemerket habe, ein bloßes Noth- Mittel, welches gewählet wird, um die im Wege liegende und den neuen Auſſchlag ver- hindernde Holzabgänge wegzuſchaffen, und davon noch zugleich einigen Nußen zu ziehen. Soll nun dieſe Hauptabſicht nicht überſchritten werden, ſo müſſen ſich auch die Aſchebrenner mit dieſen Abgängen in der Art begnügen, und ſie können nicht verlangen, daß ihnen ein Eigenthümer, ihres mehrern Vortheils wegen, einen Theil ſeines beſten friſchen Holzes aufopfern ſollte, es wäre denn, daß ſie ſolches nach ſeinem wahren Werth bezahlen wollten, wozu ſich aber wohl niemand von ihnen entſchließen kann und wird, S. 604 Warum es, die Aſche auf ſeine eigene Rechnung brennen zu laſſen, rathſamer ſey, als wenn man ſolches an die Aſchbrenner oder Pottaſchſieder pachtweiſe überläſſet. Ein Eigenthümer fann die überflüßige und ſonſt zu nichts zu nußende Abgänge ſeines Holzes, entweder auf ſeine eigene Rechnung zu Aſche brennen laſſen, oder aber ſol- k. gebrauchen, damit er nicht in dem zu verbrennenden Holze zu weit gehen, und alles, was ihm vorfommt, verſchwelen könne, ſöndern auch denſelben bey der Arbeit ſelbſt auf das genaueſte, damit er Contractmäßig verfahre, beobachten.| Beſonders iſt in den Sommermonathen das Aſchebrennen in den Kiefer- oder auch vermiſchten Wäldern nicht zu verſtatten, wie ſolches ſchon durch öffentliche Geſeße MEILE iſt. här e enn hält man zu dieſer Jahregzeit ſchon eine angeſte>te Tobackspfeife vor eine Wald geföhrlich, ſo muß billig das Aſchebrennen noch mehr davor AEI; EE' Bey einer recht dürren Zeit würde ein dadurch verurſachter Brand in den Kiefer- Wäldern faſt gar nicht zu vermeiden ſeyn.; Denn da bey dem Aſchebrennen mehrere Plaße mit einmahl angeſtecfet werden müſſen, ſo müßten ſehr viele Aufpaſſer ſeyn, wenn, daß das Feuer nicht weiter um ſich griffe, und zuleßt durch den ganzen Wald gienge, verhütet werden ſollte. Wie ſehr aber ein Wald durch einen dergleichen Brand verheeret werden könne, davon hat man allenthalben ſehr häufige Beyſpiele. Ich glaube faſt, daß der ſchlechte Zuſtand der Wälder in unſern Tagen faſt mehr von einem dergleichen öftern Brandſchaden ,> als von dem übermäßigen Holzverkauf, herrühre.- Bey den Durchreiſen durch große Wälder wird.man davon am beſten überzeuget. » 607« Warum fünftig, weyn die neue EN AEI SAE allgemeiner werden ſollte, das Ver»! pachten des Aſchebrennens an die Aſchebrenner oder Pottaſchſieder, von ſelbſt hinweg fallen werde. Sonſt möchte wohl das Verpachten des Aſchebrennens in denjenigen Forſten, die in ordentliche Haue oder Schläge eingetheilet ſind, und nach der neuen Holzabnußungs- Art behandelt werden, vors fünftige ſchwerlich ſtatt finden, es wäre denn, daß noch in großen Wäldern hie und da, von den vorigen darin angerichteten Verwüſtungen ein alter Jucks aufzuräumen wäre.: Denn vor einen bloßen Juks ſind die zum Aſchebrennen zu beſtimmende Holzab- gänge nur zu halten, weil ſie zu keinem andern Gebrauch mehr tauglich, und gleichſam aus allen Winkeln hervor geſüchet werden müßen, weßhalb man ſich dieſes gemeinen Ausdrucks, als der Sache vollfommen anpaſſend, ſehr wohl bedienen kann. ] Bey der neuen Holzabnußungsart kann es vors fünftige keinen dergleichen Jucks, als größtentheils zum Aſchebrennen beſiminet wird, mehr geben. Denn das alte verfaulte Lagerholz und anderes Geäſel, läſſet ſich bey dieſer Me- thode, nach welcher ein jeder abgetriebener Hau ſofort wieder beſamet'werden muß, nicht gedenken, und dieſes it doch gemeiniglich der vornehmſte Bewegungsgrund geweſen, warum man das Aſchebrennen vor andern Mitteln, um ſich das überflüßige und im Wege liegende Holz von dem Halſe zu ſchaffen, gewählet hak. Woltte man auch gleich die friſchen Abgänge auf den abgetriebenen Revieren, die ſonſt nicht genuget oder in Klaftern eingeſchlagen werden können, dazu beſtimmen, fo ' würde Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16.. 397 würde doch ſolches nur allemahl eine Kleinigkeit ausmachen, womit ſich wohl ſo leicht kein Aſchebrenner, und noch weniger Pottaſchſieder, weil er davon keinen wahren Vortheil zu erwarten hätte, abgeben könnte. - Ueberhaupt' fann das Aſchebrennen und Pottaſchſieden tur bloß vor ſolche große Wälder, wo der Ueberfluß an Holz gar nicht zu überſehen, und in denjenigen, worin man feine beſſere Ordnung einführen will, nüßlich und rathſam ſeyn. Auſſerdem iſt es entweder dem Eigenthümer oder dem Aſchebrenner ſchädlich. 626094 Warum aber, wenn man Aſche brennen vn will, ſolches nur, um dabep eine Pottaſchſie- derey anzulegen, geſchehen müſſe, weil die ausgelaugte Pottſiederaſche ein ganz beſon» ders vorzügliches Düngungsmittel vor die Felder iſt. Dieſem mag nun ſeyn wie ihm wolle, ſo bleibet mir doch dieſes zu erinnern übrig, daß ein Eigenthümer, wenn er ja Aſche brennen laſſen will, ſolches zu keiner andern Be- ſtimmung, als zu einer dabey zugleich anzulegenden Pottaſchſiederey, geſchehen müſſe. Die Pottaſchſieder ziehen aus der Aſche nur bloß die alfaliſchen Salze, welche, wenn ſie calciniret worden, die Pottaſche ausmachet, und worin der eigentliche Begriff von derſelben, wie ſchon oben beyläufig bemerket worden,-beſtehet.; Nachdem ſolches geſchehen, wird die. ausgelaugte Aſche, als eine vor ſie nicht weiter brauchbare und unnüße Sache, bey Seite geſchaffe. " Die Erfahrung lehret aber, daß dieſe ausgelaugte Aſche, wenn ſie auf die Felder gefahren und daſelbſt gehörig behandelt wird, eine der beſten Düngungen iſt. Wer von der düngenden Kraft dieſer ausgelaugten Aſche, und wie damit verfah- ren werden müſſe, einen nähern Unterricht verlanget, der wird ſolchen in dem erſten Bande der Berliner Beiträge zur Landwirthſchäfiswiſſenſchaft antreffen, und ich will mich auch gegenwärtig lediglich darauf bezogen haben. Ein Landwirth, der einen ſtärkern Akerbau, als er mit einem verhältnißmäßi- gen Viehſtande in der Düngung zwingen kann, beſißet, der findet in dieſer Aſche ein be- quemes und zuverläßiges Mittel, dieſem Düngermangel abzuhelfetr, und dadurch ſeine Aecker in den fruchtbareſten Zuſtand zu ſeßen, zumohl die Aſchdivgüng den großen Vor- theil hat, daß ſie weit länger als alle andere Düngerarten ausdauerc, und den Äcker in ſeiner Tragbarkeit erhält.:| - Einem Landwirch, der neben ſeinem Aerbau auch Waldungen beſißer, muß die fee zu einem. ganz vorzüglichen Bewegungsgrund, den Ueberfluß ſeines Holzes durch Pottaſchſieden zu verwenden, gereichen. Will er aber dieſes Vortheils rheilhaftig werden, ſo iſt nöthig, daß die gebrannte Aſche nicht verfahren, ſondern in dem Orte ſelber ausgelauget, und zu einer Pottaſchſie- derey verwandt werde. Auch hat man der Bequemlichkeit halber darauf zu ſehen, daß die Pottaſchſtede- rey, ſo viel möglich, in der Nähe der Aeker angeleget werde. Es wird dadurch die Abfuhre der auegelangten Aſche auf die Felder gar ſehr er- leichtert. Dd d 3 Wenn 398 Eilftes Hauytſtü>k. Wenn ein Gutebeſißer von ſeinem Aſchebrennen und P: ttaſchſieden auch) nicht den geringſten Vortheil hätte, ſondern die davor eingehende baare Einnahme und darauf zu verwendende Koſten, wie man ſich auszudrücken pflege, Null vor Null aufgiengen, ſo würde doch ſeine Mühe und auch das dazu verbrauchte Holz, durch dieſe ausgelaugte Aſche, wenn ex den vorhin bemerkten Gebrauch davon machet, ſehr reichlich bezahlet werden, Daß dieſe Aſche auf den Feldern ganz ungemein Nuten ſtifte, davon bin ich durch ſelbſteigene vielfältige Erfahrungen auf das deutlichſte überzeuget worden. Mir wurde unter andern auf meinem in der Neumark belegenen Gute, einen ſehr anſehnlichen in der Nachbarſchaft gelegenen Haufen ſolcher Aſche, welcher ſchon vor mehr als 20 Jahren ausgeworfen worden war, und die ganze Zeit über, ohne daß ſich Liebha- ber dazu gefunden, unberühret gelegen hatte, weghoblen zulaſſen erlaubet, Öhnerachtet dieſer Aſchhaufen eine ſtarke Meile entlegen war, und mir folglich die zu deren Weghohlung nöthige Fuhren etwas unbequem fielen, ſo habe ich dennoch dadurch einen großen Theil meiner Aecer in die beſten Umſtände geſeßet. Beſonders habe ich bey dieſer Gelegenheit bemerket, daß dergleichen Aſche nog nach 18 Jahren, wenn ſie nur nicht allzu ſparſam verbreitet wird, eine merkliche Wir- kung in dem Aer thut. Die Urſachen dieſer ſo lange anhaltenden Wirkung, können in den Serliner Beiträgen. zur Landwirthſchaftswiſſenſchaft c. /., wo ich von der Aſchdüngung beſon- ders gehandelt habe, ebenfalls mit mehrern nachgeleſen werden, 6.. 609 Daß wegen Bedüngung der Selder auch, ohne ſelber Aſche zu brennen, die Anlegung einer Pottaſchſiederey, wozu die Aſche aus der TTachbarſchaft erkaufet wird, ſehr nöglich werden könne; wovon ein Beyſpiel angeführet wird. Die Nüßlichfeit der ausgelaugten Pottſiederaſche in Anſehung des Feldbaues, Haben in unſern Tagen ſchon mehrere aufgeklärte Wirthe eingeſehen, und ſind daher auf die Gedanken gefallen, auf ihren Gütern, auch ohne einen zum eigenen Aſchbrennen hin- reichenden Wald zu beſiven, Pottaſchſiedereyen anzulegen, und die dazu erforderliche rohe Aſche aus der Nachbarſchaft zuſammen zu faufen. - Nur noch erſt vor ein paar Jahren habe ich eine dergleichen Anlage auf dem in Schleſien ohnweit Züllier durch und durch in völligen Dün- gungsſrand geſeßet hat, ſind dergleichen künſtliche Bedüngungsmittel weiter nicht nothe wendig, weil der Acker alsdenn ſchon von ſelbſt ſo viel Stroh zur Einſtreue liefern wird, daß er ſeine Felder gehörig und genugſam bemiſten kann. Im Anfange aber, und ehe die vorhin in der Düngung vernachläßigte Felder überall fett gemachet worden, bleiben dieſe fünſtliche Düngungen ſchlechterdings noth- wendig, und es wird allemahl unmöglich bleiben, eine auſſer Würden gekommene große Feldmark bloß durch den gewöhnlichen-Miſt, wenn der Viehſtand auch noch ſo verhältk- nißmäaßig wäre, in diejenige tragbare Umſtände, worin ſie ſich biliig befinden muß, zu ſeßen.; Wenn ſich auch gleich ein Wirth damit bis an das Ende ſeines Lebens quälte, fo wird er doch hierunter, ohne dabey künſtliche Düngungsgarten mit zu Hülfe zu nehmen, ſeinen Endzweck nicht erreichen. 6. 610, In welchen Segenden aber das Pottaſchſieden zu dieſem Behuf nicht wohl ſtatt ; finden könne, So nüßlich auch an allen Orten, ſelbſt in denjenigen, wo kein genugſames Holz zum eigenen Aſchebrennen vorhanden iſt, das Pottaſchſieden werden kann, ſo iſt doch ſol» ches-nur hauptſächlich in ſolchen Gegenden, wo viel hart Holi, an Eichen, Büchen, Birken und dergleichen, auch allenfalls Erlen, zur Feuerung vorhanden iſt,- in Augüb- ung zu ſeßen.: Daß, wenn die Pottaſchſiederey einen wahren Vortheil ſtiften ſoll, die dazu er- forderliche Aſche, wenigſtens dem größeſten Theil nach, von harten Holzarten gebrannt ſeyn müſſe, habe ich ſchon oben erinnert, Auch iſt dabey die Urſache davon bemerket worden, weil nähmlich die Aſche vom Harten Holz-weit mehrere alkaliſche Salze, als die vom weichen, bey ſich führet, die Pott Aſche aber ihrem Weſen nach nichts anders, als ein concentrirtes alfaliſches Sal; iſt. Von ſelbſt ergiebet ſich hieraus, daß diejenigen/ deren Holzung nur bloß in Kie- fern oder Tannen beſtehet, oder wo in der herumliegenden Gegend feine andere Brenn- holzart befindlich iſt, den obigen von dem Pottaſchſieden angerühmten Vortheilen entſa- gen müſſen, zumahl die Erfahrung lehret, daß, wenn man auch gleich auf den wenigen Nußen, der von der weichen Holzaſche bey dem Pottaſch ſieden ſelber heraus kommen wür- de, feine Rückſicht nehmen wollte, doch auch eine dergleichen ausgekaugte Aſche auf den Feldern nicht diejenige Wirkung thuc, die man von der aus hartem Holz gebrannten Aſche verſpühret, j S8. 611, 403 Eilftes Hauptſtück, S. 6I1L. Von den Glashütten; als einem zur Conſumtion des überflüßigen Zolzes ebenfalls ſchr bequemen Mittel, warum es aber wegen der vielen Roſten, ſo deren Anlage erfordert, bedenklich falle. Bekannt genug iſt es, daß durch die Glashütten ſehr vieles Holz verzehret wird, und folglich ſolches ein ſehr ſicheres Mittel, ſeinen Ueberfluß, davon ins Geld zu ſeßen, ſey, :-„Von ſelbſt aber fällt einem jeden, der von dergleichen Anlagen nur einige Kennk- niß oder Nachricht hat,' in die Äugen, daß, um ſolche in den gehörigen Gang zu ſeßen, verſchiedene anſehnliche Koſten dazu angewandt werden müſſen. Nicht allein allerhand Arten von Gebäuden, worin theils der Ofen zum Glagma- erwerk und Wieſewachs, um das dazu erforderliche Futter zu gewinnen, nöthig. Man erſiehet aus dieſem allen, wie viele Umſtände und Koſten die Anlegung ei- ner Glaghütte erfordert,"und daß alle dieſe Koſten verlohren ſind, wenn ein ſolches Werk nicht beſtändig fortgeſeßet werden fann, ſondern über kurz oder lang wieder eingehen muß. 6. 672, warum die Glaehütten, in Anſehung des dadurch beförderten Zolzabſatzes, in. unſern Ta- gen nicht mehr ſo vortheilhaft ſind, als ſie es ehedem waren. Daß nur die wenigſten Wälder eine Glaghütte auf immerwährend mit ihrem überflüßigen Holzvorrath zu unterhalten im Stande ſind, nimmt man in unſern Tagen an verſchiedenen Beyſpielen wahr. M Selbſt in den landesherrlichen Forſten hat man ſchon hie und da einige von die- ſen Anlagen wieder eingehen laſſen müſſen, und es ſtehet gar ſehr zu befürchten, daß ſol- , wodur< ehedem die Anlegung der Glaghütten veranlaſſet worden, vor ſelbſt auf; und es würden auch, diejenigen, die auf - dieſe Art im Gange erhalten werden könnten, eine ſolche Lage haben müſſen, daß in der Nachbarſchaft genugſames Holz zu bekommen wäre. Inzwiſchen iſt gewiß, daß das Glasmachen hiedurch gar ſehr erſchweret werden wird, und man kann es, da ſolches doch allemahl eine nothwendige Waare iſt, ſchon, ohne ein Prophete zu ſeyn, im Geiſte voraus ſehen, daß die Glagwaaren vors künftige in ihrem Preiſe gar ſehr ſteigen werden. 6. 616, Von. den Theex/und Pechöfen; in wie weit ſolche ebenfalls bey der neuen Zolzabnuzungs! Art werden erhalten werden können. Die Pech-und Theerhütten ſind, wie ich bereits 6. 86. vorläufig bemerket habe, unter allen dergleichen zur Conſumtion des überflüßigen Holzes dienſamen Anlagen, die- jenigen, bey welchen ein Cigenthümer die wenigſte Gefahr, in Anſehung ſeines Waldes, laufet, und die auc bey der neuen Holzabnutunggart noch zum Theil mit Nußen beybe- halten werden können, Ich ſeße dabey voraus, daß man hauptſächlich die Kiehnſtubben dazu beſtimme. In den meiſten vorhin verwüſtet und unordentlich bewirthſchaftet geweſenen Waldungen, wird noch eine geraume Zeit verſtreichen, ehe man die anjeßt vorhandene Theer-und Pechöfen, wegen Mangel ſolcher Kiehnſtubben, einzuſchränken nöthig hätte. An vielen Orten möchte es wohl vielmehr ſolche zu vermehren nöthig ſeyn, um deſto eher die gewaltigen Blößen, die man in den Kieferwäldern hin und her mit derglei- k.; Inzwiſchen iſt doch nicht zu leugnen, daß in ſo ferne, nach der neuen Holzabnugs- ungsart, eine beſſere Ordnung, wie ſchon an vielen Orten der Anfang damit gemacht worden, in den Wäldern eingeführet werden ſolle, der Thee» und Pech, nach Verlauf von 30 und 40 Jahren, ebenfalls einen höhern Preis erhalten wird. Man verſpühret ſolches ſhon jeßt, da doch noch in den meiſten Wäldern-ein Ueberfluß von Stubben und Stöcken vorhanden iſt. : 62 617%: Von den Ralk- und Ziegelöfen, als zwey Anlagen, wodurch ebenfalls das überflüßige Brenn» Solz auf eine bequeme und nugbare Art ins Geld geſerzet werden kann. Durch die Ziegel-und Kalköfen kann ebenfalls jährlich ein ganz-anſehnliches an Holz conſumiret, und dadurch der Ueberfluß deſſelben, wenn man ſonſt ayf keine andere Art einen Gebrauch davon zu machen weiß, ins Geld geſeßet werden. Es ſind aber beydes Anlagen, die nicht in allen Gegenden möglich zu machen ſind. Denn zum Ziegelbrennen wird ein, Vorrath von guter Ziegelerde, und zum Kalk- brennen eine verhäitnißmäßige Menge von Kalkſteinen oder Mergel erfordert. Wo es an dieſem fehlet, da kann durch dieſes Mittel der Ueberfluß am Holz nicht verloſet werden, wie ſolches die Natur der Sache von ſelbſt giebet.. Und auch ſelbſt in dem Fall,» wo Kalkſteine oder Ziegelerde mit überfläßigem Holze zuſammen kommen, iſt, ehe man zu dieſem Mittel ſchreitet, annoch zuförderſt, ob man auch von ſolchen Waaren einen genugſamen Abſaß finden werde, zu unterſuchen.- In Anſehung des Kalfs wird es wohl ſo leicht nicht fehlen können, weil ſolcher auch in den entfernteſten Gegenden geſuchet wird, und derſelbe, wenn er auch auf keiner- ley Art zum Bau vor baares Geld abzuſeßen wäre, dennoch allemahl mit vielem Nusen zur Düngung der Felder, wovon det erſte Band der Berliner Beiträge zur Landwirth- ſchaftswiſſenſchaft nachgeleſen werden kann, anzuweaden iſt. Mit den gebrannten Ziegeln hingegen hat es nicht immer dieſe Beſchaffenheit, ſondern es träget ſich ſehr oft zu, daß ſich dazu gar keine Käufer finden wollen, und man in der eigenen Wicchſchaft auch keinen Gebrauch davon zu machen weiß. Was aber können alsdenn die gebrannten Ziegel helfen? Nicht allein das dazu conſumirte Holz, ſondern auch die auf das Brennen angewandte Koſten ſind verloren. Es bleibet daher jederzeit vernünftig, daß man, ehe man ſich in dergleichen An» lagen einläſſet, auch die Vortheile, die man davon zu erwarten hat, genau prüfet. Sonſt mag nicht geläugnet werden, daß dieſe beyde Anlagen in mittelmäßigen Forſten, auch bey der neuen Holzabnußungsgart, jederzeit mit dem benöthigten Holz. wer- den verſehen werden können; und es aus dieſer Urſache, ſolche eingehen zu laſſen, nicht nothig ſeyn wird. 6; 678. Von dem Borkreiſſen, und daß man dadurch das Brennholz ebenfalls nutzen könne, wie aber dabey zu verfahren ſep, und von welchen Profeßioniſten ſolche gebrauchet werde. Noch einen andern Nebennußen kann man ſich bey dem Brennholz durch das bekannte Borkreiſſen verſchaffen. Sie Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 405 Sie»iſt eine Waare, die allenthalben einen genugſamen Abſas findet, und durch deren Verkäuf man ſich ganz füglich eine kleine Nebenwaldnußung zuwege brin- gen fann.“ Von ſelbſt aber verſtehet es ſich, daß dabey dergeſtalt verfahren werden müſſe,- damit weder dem Walde dadurch ein Schaden geſchiehet, noch auch das Holz, von wel- <e, wozu die Borke beſtimmet iſt, muß auch von dieſen benannten Holzarten mehr oder weniger Borke geriſſen werden. Man hat ſich dabey jederzeit zu erinnern, daß ſolches nur bloß eine Nebennuß- ung ſey, wodurch die Hauptnußung niemahls geſtöhret noch verringert werden muß. Nur allein unter dieſer Bedingung iſt das Borfreiſſen zuläſſig, ſonſt aber nicht, 6. 621. Warum auch öfters an edlern Zolzarten, beſonders Sageblöcken und ſtarken Bauholz, ein ſolcher Veberfluß ſeyn kann, daß ſie auf dem Stamm nicht zu verloſen ſind, ſondern man ebenfalls auf Littel, ſie auf eine andere bequeme Art ins Geld zu ſetzen, bedacht ſeyn müſſe, und ſolches beſonders zu den Zeiten unſerer Vorfah» 7 ven nöthig geweſen. Die bigher angeführte Verfahrungsarten, den Ueberfluß ſeines Holzes auf eine bequeme Art ins Geld zu ſeen, haben nur lediglich auf das Brennholz ihre Bezieho ung gehabt. Es fannt ſich aber auch zutragen, daß man an edlern Holzarten einen ſolchen Ueberfluß hat, daß derſelbe in der Art, als er zugewachſen iſt, nicht ins Geld geſeßet werden kann, ſondern dergleichen Holz ſo.lange ſtehen bleiben muß, bis es überſtändig wird, und alsdeny nur bloß als Brennholz genußet werden kann.' Je mehr Schaden einem Eigenthümer durch) das Unnußbarbleiben ſolcher edlen Holzarten wiederfähret, je mehr iſt es nöthig, auf Mittel bedacht zu ſeyn, von denſelben durch allerhand Umſchläge und damit vorgenommene Verarbeitungen den möglichſten Nugen zu erhaltey.. Ein ſolcher Ueberfluß an guten nußbaren Holze, hat ſich zu vorigen Zeiten, hauptſächlich in Anſehung der Sageblöe oder Brettklöße, auch des ſtarken Bauholzes, in den entlegenen Provinzien nicht ſelten eräugnet. In Wäldern, welche mit einer Menge von dieſen Holzſorten angefüllet geweſen, - hat öfters in vielen Jahren nicht ein Stück davon abgeſeßet, und auf den'Stamm ver- Faufet werden können.; Man iſt vielmehr genöthiget geweſen, ſolche überſtändig werden zu laſſen, und alsdenn mit dem übrigen Brennholz durch Kohlenſchwelen, Glaghütten und Theeröfen mit wegzunehmen, den größeſten Theil aber davon verfaylen zu ſehen, Dieſes Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl!e. 4097 - Dieſes hat denn auch verurſachet, daß man die Waldnugßung zu vorigen Zeiten, unter allen: Wirthſchafts-Rubriken vor die geringſchäßigſte gehalten, und ein Landgut, bey Epe große Waldungen befindlich geweſen, in dem niedrigſten Werthe geſtan- den haben. Die Jagd war den damahligen Güterbeſizern das vornehmſte Kleinod ihres Waldes, um das darin befindliche Holz aber bekümmerten ſie ſich nur wenig, und was ſollten ſie auch mit einer Sache machen, die ſie nicht gehörig nuten konnten, ſondern ver- faulen laſſen mußten? Wie ſehr ſich die Zeiten hierunter geändert haben, iſt von ſelbſt offenbar, CG 622. Daß ſchon unſere Vorfahren, um den Ueberfluß ihrer Brettklötzer und ſtarken Zgolzes nicht verfaulen zu laſſen, Schneidemühlen angeleget, und vermittelſt derſelben ſolche auf eine ſehr bequeme Art ins Seld geſegzet, Inzwiſchen hat es doch auch unter unſern Vorfahren, beſonders in dem jeßigen Jahrhunderte, vernünftige Männer gegeben, welche auf Mittel, dieſen Ueberfluß an Holz wenigſtens einigermaßen auf eine andere Art zu nußen, bedacht geweſen ſind. Sie haben bemerket, daß, beſonders die Sageblö>e, wenn ſie in Bretter ver- ſchnitten worden, weit eher, als durch den Verkauf auf dem Stamm, verloſet, und ins Geld geſeßet werden können. Zu dem Ende ſind denn von ihnen an Orten, wo Gelegenheit dazu geweſen, Schneidemühlen angeleget, auf welchen die vorhandene Brettklößer verſchnitten, und alsdenn die davon geſchnittene Bretter verkfaufet worden. Dieſe Bretter, deren Transport nicht ſo unbequem, als der Sageblöc>ke ſelber; gefallen, ſind denn theils in die benachbarte Städte abgeſeßet, theils aber auch in Gegen- den, wo die Nähe eines ſchiff-oder wenigſtens flößbaren Fluſſes ſolches möglich gemacht har, nach entfernte Oerter, wo kein ſolcher Ueberfluß an Holzwaaren befindlich geweſen, abgeſchicket worden, und es hat ihnen, bey einem leidlichen Preiſe, den ſie dabey gemacht, an einem genugſamen Abſaß nicht fehlen können. | Die Erbauung der Schneidemühlen, Anfahrung der Sageblö>e, und Abfahr- ung der geſchnittenen Bretter an das Waſſer, nebſt dem Waſſertrangsport bis an den Ort ihrer Beſtimmung, haben ihnen zwar allerdings verſchiedene Koſten, welche vorgeſchoſ- ſen werden müſſen, verurſachet.) Allein dieſelben ſind bey dem Verkauf, weil ein geſchnittener und viele Meilen weit kransportirter Brettklöß natürlicher Weiſe weit mehr, als ein äuf dem Stamm vere Faufter, gelten muß, wieder eingefomaen.: Und wenn auch bey dieſem Verkehr, nach Abzug der Koſten, nie wegzunehmen, Fſeßet ſchon einen Umfang, welcher allen Begriff von Privarforſten über- ſteiget, voraus, und bey einer nur mäßigen Ueberlegung hat leicht voraus geſehen wer- den fönnen, daß dieſe angefährte übertriebene Abnußung nicht von immerwährender Dayer ſeyn könne, Der Erfolg hat auch ſolches gezeiget, indem dieſelbe anjeßt gänzlich eingeſtellet, und der gemeinſchaftliche Schneidemüller, anſtatt der jährlich abzuſchneiden- den 609 SageblöFe, auf eine baare Geldpacht geſeßet werden müſſen. Die jesigen Beſißer müſſen daher dasjenige, was. ihre Vorfahren-zu viel genoſe ſen haben, entbehren, welches ihnen um fo ſchmerzhafter fällt, als in unſern Tagen von einer dergleichen Holzwirthſchaft weit wichtigere Vortheile, als ehedem, zu ziehen feyn würden. Wäre der Forſtetat in dieſen Wäldern, anſtatt 620, auf 2002 SageblöFe jähre- lich angeleget worden, ſo würde dieſe ſonſt ſo: klüglich veranſtaltete Einrichtung aller Wahrſcheinlichfeit nach beſtändig haben fortgeſeßet werden können, indem ein dergleie een mäßiger jährlicher Abgang wiederum voti dem ſtarken Bauholz zugewachſen wäre. Nunmehr iſi dieſes Ziel aber mit einmahl verrücket, und es möchten wohl ſchwer- lich noch Zeiten herbey fommen, in welchen ſolches wieder in den Gang zu bringen wäre. Denn, um Sageblöe anzuziehen, werden, auch bey dem eifrigſten Holzanbau und ſtrengſten Schonungen, wenigſtens 4 Menſchenalter erfordert. S. 624. Wie von dieſer?7e:hode, das überflüßige 5Zolz auf eine bequeme Art ins Geld zu ſezen, auch in Anſehung anderer Zolzarten, beſonders der Eichen und Linden, ein Ge- brauch gemacht werden könne. Den ſey wie ihm wolle, ſo giebet ung doch dieſes in der Wahrheit wirklich qe- gründete Beyſpiel, eine Anleitung zu denjenigen Mitteln, die man, um ſeinen überflüßi- gen Vorrath an nußbaren Holz auf eine bequeme und geſchicfte Art, auch in den entfern« teſten Gegeuden ins Geld zu ſeßen, zu ergreifen hat. Die Abſchneidung der kiefernen oder tannenen Sageblö>e, iſt auf dergleichen Schneidemühlen zwar nur das gewöhnlichſte. 4 Inzwiſchen kann doch auch von andern Holzarten, die man im Ueberfluß hat, beſonders von Eichen und Linden, auch mehrern dergleichen edlern Sorten, darunter ein Gebrauch gemacht werden.; Wie ſehr öfters die eichene und lindene Bretter, ſowohl zum Bay als auch von den Tiſchlern, geſuchet werden, iſt bekannt. Ju Gegenden, wo dergleichen Holzarten vicht im Ueberfluß ſind, ſondern öfters Mangel daran iſt, fallen ſolche Bretter ſehr heuer.; Den Handwerkern und Tiſchlexn muß es daher angenehnt ſeyn, wenn ſie ihre Be- dürfniſſe von dieſer Waare aus entfernten Gegenden, die an ſolchen Holzſorten reicher find, gegen billige Preiſe bekommen können. ' Ein jeder Eigenck. nicht allein von den kieferven und. tannenen Sageblöcken, ſondern auch von audert ihm zugewachſ?nen Holzartett, beſonders Sichen und Linden, jederzeit einen Vorrath von Brettern in Bereitſchaft hält, um ſelbige entweder au die Derter, wo fie einen dſa fitze den, verſchifen, oder auch diejenigen, die ſolche bey ihm ſuchen, damit verförgen zu können.: ; 0.5 6255 Daß aul) in ſolchen Segenden, wo keine Selegznheit, Schneidemühblen anzulegen, vorhan den iſt, dieſes Ulittel dennoch, vermittelſt ver bekannten Zrettſchneider) in j Ausübung geſezet werden könne. Bieher ſind nur bloß Brett-und Schneidemühlen, welche vom Waſſer getrieben werden, gewöhnlich..:- Nicht an allen Orten aber giebet es ein ſolches fließendes Waſſer, welches zur Treibung einex Schneidemühle hinlänglich wäre, und es hat daher das Anſehen, als wenn in Gegenden, wo kein-ſolches Waſſer vorhanden iſt, auch von dieſer Merhode, däs überflüßige nußbare Holz ins Geld zu ſeßen, kein Gebrauch gemacht werden könne. Allein man iſt in unſern Tagen auch ſhon auf Erfindungen, ſich, eben ſo wie bey den Mahlmühlen, des Windes, zur Treibung der Schneidemühlen zu bedienen, be- dacht geweſen 3 und es iſt kein Zweifel, daß ſolches, wenn nur dieſe Erfindungen weiter fortgefeßet werden, möglich zu machen ſeyn wird. - Sollten' aber auch, theils wegen der Unbeſtändigkeit und Ungewißheit, theils aber auch Ungleichheit der Winde, hiebey Schwierigkeiten vorfallen, die ſolches im Gan- zen zu bewerkſtetligen nicht erlaubten, ſo giebet es doch allenthalben ausgelernte Brett- ſchneider, welche die größeſten und ſtärkſten Sageblöc>ke eben ſo gut, als auf den Schnei- demühlen geſchiehet, mit der Hand zu ſchneiden im Stande ſind. Woher wollte man in Gegenden, wo öfters auf viele Meilen weit kein fließendes Waſſer anzutreffen iſt, die benöthigten Bretter, deren man nirgends entbehren kann, her- bekommen, wenn man ſich nicht dieſer Brettſchneider dau bedienen wollte? Wenn man nicht bloß hinter dem Ofen ſiken geblieben, ſondern mehrere verſchie dene Gegenden durchgereiſet, und mit einem wirthſchafilichen Auge in Betracht genom- men haf, ſo wird man ſolches ſehr häufig wahrgenommen haben. Nicht den geringſten Anſtand hat es daher, auch beſonders in ſolchen Gegenden, wo ein auf dem Stamm nicht zu verkaufender Ueberfluß von ſolcher Holzgattung iſt, bey Ermangelung der Schneidemühlen, dieſes Mittel zu ergreifen. ; Wahr iſt es zwar, daß die Bretter, die von den Brettſchneidern mit der Hand geſchnitten werden, etwas mehrere Koſten, als die auf den gewöhnlichen Schneidemühlen abgeſchnittene, verurſachen. In der That aber beſtehet der Unterſchied davon nur in einer Kleinigkeit,"die niemanden von einem ſo nüßlichen Verbrauch ſeines beſten Holzes-zurück halten kann. Ueberdem erſparet man auch dabey die vielen und beſchwerlichen Fuhren, um die ſchweven Sageblöfe öfters halbe Meilen wedt an die Schneidemühle heran zu rücken. Bey Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16, 411 Bey dem Brettſchneiden mit der Hand, können die Sageblöc>ke jederzeit auf der Stelle, w» ſie geſtanden haben und abgeſtäinmet worden ſind, abgeſchnitten werden.[5 Ziebet man dieſen Umſtand, welcher die Sache gar ſehr erleichtert, mit in Erwä- gung, ſo wird es noch immer eine große Frage ſeyn, ob nicht das Schneiden der Bretter auf den gewöhnlichen Schueidemühlen koſtbarer falle, als wenn ſolches vermittelſt der Breitſchneider mit der Hand geſchehen muß. Und wenn auch dieſe lestere Methode wirklich höher zu ſtehen käme, ſo iſt es doch jederzeit beſſer, mit einem geringern Vortheil vorlieb zu nehmen, als das Holz.ganz und gar ungenußet zu laſſen.;' 8. 625,. Daß der i'7angel naher ſchiff- oder 58baren Ströhme dieſer Abſagzmethode die größeſte Sin derniß in den Weg lege, warum ater zu jetzigen Zeiten, wo die Zolzwaaren auch in ent» fernten Gegenden geſuchet werden, ſolches nicht mehr ſo ſchädlich, als ;„es evedem geweſen iſt, ſep. Die größeſte-Hinderniß wird dieſer Art des Holzabſaßes in entfernten Wäldern dadurch in den Weg geleget, wenn feine ſchiſf- noch. flötbare Ströhme, um die geſchnit« fene Bretter an die Oerter, wo ſie einen Abſag finden können, zu bringen, vorhanden ſitzd; Dieſe Holzwaare zwey bis drey Meilen weit auf der Axe zu transportiren, gehet allenfalls noch an, ob es gleich ebenfalls ſchon koſtbarer fällt. Allein in einer Entfernung von 10 und mehrern Meilen fällt ſolches ſchlechter- dings unmöglich, und es iſt alsdenn, um einen dergleichen Abſaß zu befördern, der Waßertransport ſchlechterdings nothwendig. Eine ſolche Lage iſt daher ein wahres Unglück vor die Waldeigenthümer, und ich weiß, die Wahrheit zu geſtehen, kein Mittel, wie demſelben abgeholfen werden Fönnte. Das beſte it es, daß zu jetzigen Zeiten ein Gutsbeſißer, auch in den entfernteſten Gegenden, wohi nur ſehr ſelten in dieſe Verlegenheit gerathen wird. Der eingeriſſene und übeiand nehmende Holzmangel reißet die Holzhändler, auch in dieſen Gegenden ihr Heil zu verſuchen, au, Nur müſſen alsdenn, wean ſich dergleichen Käufer einfinden, Feine allzu hohe Preiſe geſtellet, noch ſol4? nach den Gegenden, wo der Transport und Aöſaß bequem und nahe iſt, eingerichtet werden. Denn billiz iſt es, daß die Holzkäufer, die ſich in dergleichen entfernte Gegenden wagen,:an den Ho!:preiſen des dortigen Holzes ſo viel gewinnen müſſen, daß ſie dadurch wegen der mehrern Transpoxtkoſten ſchadlos bleiben. "9. 627. Von dey-Vorſichten, die man in dergleichen Fällen gegen die Bevortheilungen der / Schneidemüller zu nehmen hat,; ET NEE ſich in den Umſtänden, zu. deſto bequemern und nüßlicherzs Abſeßung ſeines überfläßigen nußbaren Holzes, eine eigene Schneidemühle anzulegen, beſiazder eder zar Ff pZ aud) 412 Eilftes Hauptſtück. ; auch wegen des anzuſeßenden Schneidemüllers allerhaud Vorkehrungen zu machen, dea mit nicht allein die Bretter gut gerathen, ſondern auch derſelbe keine Gelegenheit zu allex» EEE Bevortheilungen, wozu das Müllergeſchlecht nur gar zu ſehr geneigt iſt, behalte. So viel das erſtere betrifft, iſt bekannt, daß die Bretter weit beſſer und gleicher gerathen, wenn die Stämme ſo friſch als möglich, und unmittelbar nach ihrer Abſtämm- ung, abgeſchnitten werden. Geſchiehet nun das Abſchneiden auf die Rechnung des Eigenthümers, ſo muß derſelbe hierpnter ſelber die nöthigen Anſtalten treffen, der Müller aber nicht die angefah- rene Blöcke halbe Jahre kang, ebe er ſie auf die Mühle bringet, liegen laſen, fondern feibige, ſo bald ſie angefahren worden ſind, hurtig hintereinander wegſchneiden. Der Eigen:humsherr hat aber auch davor Sorge zu tragen, daß es niemahls an guten und friſchen Blöcken fehle. Eben ſo muß er auch den Müller nicht mit zu viel Brettktößern auf einmahl über- häufen, weil er ſich ſonſt in die Nothwendigkeit, ſolche länger als es ſeyn ſollte liegen zu laſſen, geſeßet fieht. Demnächſt muß dem Schneidemüller zur augdrücflichen Bedingung gemacht werden, daß er keine andere Stämme, als die mit dem herrſchaftlichen Waldzeichen be- merket find, bey Vermeidung einer feſtgeſeßten nahmhaften Strafe abſchneiden darf. Nichts iſt gewöhnlicher, als daß von fremden Käufern Stämme, die nichts we- niger als die Eigenſchaften eines Sagebloc>ks an ſich haben, auch bloß als Brennholz ver» kaufet worden ſint, und nur noch an einigen Orten etwas grünes an fich verfpüren laſſen, auf die Schneidemühle gebracht werden. Hiedurch wird dem Waldeigenthümer der Abſalß ſeiner Sageblöcke offenbar ver» kürzet, und um dioſes zu vermeiden, iſt die Bedingung, kein anderes als mit dem Wald- Eiſen bezeichnetes Holz abzuſchneiden, nothwendig. Auch vertauſchen die Müller wohl gar ſelber die von der Herrſchaft angefahrne Biscke mit ſchlechtern. Dainit nun jederzeit unterſuchet werden könne, ob hierunter dergleichen Praktiken vorgefallen find, fo iſt ferner die Verfügung zu treffen, daß der Schneidemüller die abzu- liefernde. geſchnittene Sageblöeke jederzeit am Rammende zuſammen hangend laſſe, das Mit.das Zeichen des Waldeiſens voch gehörig bemerket werden könne. Sine Schuldigkeit des Schneidemüllers, die ebenfalls in dem mit ihm zu errichten» den Contract nicht vergeſſen werden muß, iſt es ferner, daß er, nachdem die abgeſchnitte- ne Blöcke auf vorbemerkte Art abgeliefert worden, auch die Bretter zum Abtro>nen auf dem ihm dazu angewieſenen Plas gehörig aufſese, und dabey, damit ſie deſto beſſer abe tronen können, zwiſchen jedes Brett einen Keit lege. Die Unterſchleife, die bey dieſer Handthierung begangen werden können, ſind ſs mannigfaltig, daß es rathſam iſt, einen ſolchen Schneidemüller ordentlich in Eid und Pflicht zu nehmen, - JI weiß wohl, daß der Eid nur ein ſchwaches Mittel iſt, zum Betrug geneigte Leute von ihren Bevortheilungen,, die ihgen gemeiniglich ſchon zur andern Natur gewor- den find, gänzlich abzuhalten. In- Voy den wirthſchaftiichen Wahrheiten, welche ſowohl 26. 413 fo der Meineid nach ſich ziehet, vielleicht den Ausbruch der groben Exceſſe verhüten. ; 6. 628. Von den tTeben- Waldnuzangen, welches darunter die hauptſächlichſten ſind, daß dabey aber jederzeit ſolche Einrichtung gemacht werden müſſe, daß daraus der Zaupt- p Waldnugung Fein LTachtbeil erwachſe, - Wir foinmen nunmehr auch auf. diejenige Waldnußungen, die an und vor fich -felber mit dem Holz in keiner Verbindung ſtehen, noch eine Beziehung darauf haben, und daher tit gutein Recht Yreben- Waldynuzzungen genannt werden. Zut und Triften- Jagden» Waldbienen ,y wildes Obſt, LTTüſſe-y allerhand Arten von Beeren und Schwämmen, ſind hierunter die vorzüglichſten. Unwirthſchaftlich iſt es, wenn man dergleichen Dinge nicht gehörig und ordente- lich nußet. Noch unwirthſchaftlicher aber iſt es, wenn man ſie dergeſtalt'nußet, daß der Hauptnußung des Waldes, welche ſonder Zweifel in dem Holze beſtehet, daraus ein Nachtheil erwächſet.|? 4 Die Vernunft giebet es an die Hand,. daß, wenn in einem Gegenſtande mehrere Nußungen zuſammen kommen, eine ſolche Einrichtung, daß ſie insgeſammt bey einander beſtehen können, gemacht werden, dder, wenn ſolches nicht geſchehen kann, die geringere der wichtigern weichen müſſe. Es wird daher nöthig ſeyn, nicht alkein die verſchiedene Arten der Neben- Waſd- Nukßungea, und welches die beſte Verfahrunggart dabey ſey, näher kennen zu lernen, - Fondern auch in ſolchein Fällen, wo ſie mit der Haupt-Waldnußung gleichſam in Colliſion kommen, die darunter zu beobachtende Maßregeln an die Hand zu geben. 5-' VG. 62% Das der Waldhütung hierunter biltig vie erſte Stelle gebühre, und daß ſolche wirthſchaftlich is eingeſchränfes, niemab/s aber gänzlich verſchränfet werden müſſe. ; Der Trift und Ztitung in den Wäldern, gebühret fonder Zweifel die erſte Stelle znter den Neben- Waldnußungen.:; Beynade iſt es eine Arc von ökonomiſcher Streitfrage, ob das Weiden des Vie- hes dem Holzwuchs mohr ſchädlich als nüßlich ſey, welche aber nicht anders als unter ver- ſchiedenen Einſchränkungen, entweder bejahet oder verneinet werden kann. Dieſer Einſchränfungen werden wir in der vierten Abrheilung/ wo wir beſon- ders von den Schonungen ver abgetriebenen Holzpläße zu handeln. gedenken, mit meh- rern Erwähnung zu chun, Gelegenheit haben.; Aojeßt bemerke ic) nur fo viel überhaupt, daß die Weide in den Wäldern an den, meiſten Orten eben ſo nothwendig und vnentbehrlich iſt, als das Holz ſelber, und folglich auch vor beydes eine gleiche Vorſorge getragen werden muß. Womit wo!!te in vielen Gegenden der in Anſehung des Ackerbaues verhältnißmä- ßige Viehjiand, an Rindvieh und Schafen unterhalten werden können, wenn man den- ſeiben die ihnen in den EE EREN 175 unter dem-Vorwand, daß folk. Eine jede Pflanze, wozu auch alle B i / aumarten gehören, will einen ge Plaß, um aus dem Erdreich, wori i iche“ Benſen ana Ser<, worin ſie ſtehet, die erforderliche Nahrungsſäfte zu erhal- Eine überhäufte Menge ſolcher Pflanzen, ſie mögen ſeyn von welcher Art ſie wol» ſen, hindern ſich hierunter einander, und, da eine der andern die nöthige Nahrung gleich« ſam vor vis Maule wegnimmt, ſo leiden ſie zuleßt insgeſamm!t darunter. inen offenbaren Beweis von der Wahrheit dieſes S i i 17 Wörreihe hrheit dieſes Saßes, giebet das zu dif ge- Niemahls wird daſſelbe, weder in dem Stroh noch i d ; St och in den Körnern, zu derjeni en Vollkommenheit gelangen"di| i EHE PEN nR B 305% iE unnd gelangen, die man ſich von einem verhältnißmäßig dunne geſäeten Auf einem ſhon-vorhin mit genugſamen alten Stä 2%| ſch genut| mmen beſeßten Holzpl das Erdreich, worin ſie ſtehen, genugſame Beſch tigung, um ihnen“ 0 Fs ehum und Vollſtändigkeit nöthige Nahrungoſäfte zuzuführen. Ein dabey gleichſam in die Quere kommender j A i „in die 2 junger Auſſchlag hindert ſie daran ganz offenbar, indem es natürlich iſt, daß derſelbe den alten Stämi i ili benöthigten Nahrung wegnimmt.; FEE EN ZEN Ir Auf der andern Seite aber ſtehet auch von einem derglei 7 gleichen neuen Aufſchlage der ſi) unter dem alten Holze von ſelbſt hervor gethan hat; iebli 7 DEE gethan hat, nur weniges erſprießliches Theils ſehlet es demſelben an genugſamer freyer Luft, wel ; w? M 4 ci;e u dem Fortk|] men aller Pflanzen ungemein viel beyträget, theils aber finden ſie a Ide u Zenn der bereits zu einer gewiſſen Größe gedichenen, und ſich mit ihren Wurzeln allenthalben ausgebreiteten Stämme, nur ſehr wenigen Plaß und Gelegenheit, um ſich ebenfalls aus- breiten, und ihre erforderliche Nahrung ſachen zu können.€ Die Vernunft giebet es alſo von ſelber, daß ein derglei; giebet gleichen Aufſchlag ,. den Natur gleichſam von ohngefähr hervor gebracht hat, nur wenig FENEN SN demſelben in der Folge fein wirkliches nußbares Holz erwartet werden könne. Jſt aber dieſes, ſo folget auch von ſelbſt, daß der junge Auſſchlag, der d i 4>.-« 5- ur Viehbehütung zu Grunde gerichtet werden könnte," biebey nicht in Rücklicht zu NUS ſeo, zumahl es gewiß iſt, daßin dergleichen Dicfungen ſich das Wild am liebſten aufzu« halten pfleget, dieſes aber dem jungen Aufſchlage gemeiniglich weit mehrern Schaden EE ſüget, als nur immer von einer ganzen Heerde von Rindvieh befürchtet werden kann; n Nichts iſt gewöhnlicher, als daß man allen Schaden, der dem jungen Aufſchla in den aii geſchiehet, bloß dem dariw weidenden zahmen Vieh beyzumeſſen pfleget; ey einer genäuen Unterſuchung wird es ſich aber jederzeit befinden, das; Win Melee mehr Mte 0 das;ahme Vieh, anrichter, indem Te ME 04 als das leßtere, von dem Schadenthun, in" znag der jung"whit Pp en m 5: hun, in Anſehung der jungen Baumzu He, abgehale- 8. 634 6. 634. Warum vs daher unbedenklich ſey, die überflußige Waldhütungen zu vermiethen, jedoch das bey verſchiedene Einſchränkunger, und Vorſichten beobachtet werden müſſen. ( Es iſt daher kein Vortheil abzuſehen, der einem gänzlich unbehütet gebliebenen Revier dadurch, in Anſehung der Holznußanz, zuwachſen kann. Vielleicht wird ein jeder, der die ve;«iedene Wirkungen des Hütens und Nichte bütens in den Wäldern näher zu beobachten Gelegenheit gehabt hat, davon auch ſchon durch die Erfahrung überzeuget worden ſeyn.; In Dingen aber, wo Theorie und Erfahrung mit einander überein ſtimmen, fino det weiter kein Widerſpruch Statt.. Aus dieſem allen mache ich nun den ſichern Schluß, daß än einer Forſt, welche, wenn es auch nicht vorhin geſchehen, doch vors fünftige, nach der neyen Holzabnußungse- Art, deren wir ſchon in dieſer ganzen Abhand!ung ſo umſtändlich gedacht haben, wenn dieſelbe eingeführet werden ſoll, kein Bedenken vorhauven. ſey, warum. man nicht die überfläßige Hütunggreviere in den Wäldern, welche weder zur eigenen Weide nöthig, - noh auch mit einem fremden Hürunggsrecht beleget ſind, an die ſich dazu meldende Lieb- haber, gegen einen beſtimmten Zing oder Miethe, austhun, und dadurch die Einnahme- ſeines Forſtetats vermehren wolle. Inzwiſchen kann ſolches nicht blindlings geſchehen, ſondern es ſind dazu Bedin»- gungen nörhig, welche den Tigenthümer gegen allen davon zu befür Undau hierunter wollen wir mit wenigen die nöthigen Maßregeln au die Hand geben, indem öfters eine Sache ſehr unſchuldig und unſchädlich zu ſeyn ſcheinet, ſolche aber in der Folge ganz anders ausfallen Fann, wenn. nicht davon die gehörige Vorſichteu und Behutſamkeit gebrauchet worden. Eben dieſes iſt dean auch die Urſache, warum wir, uns. darüber näher zu erfläv ven, nöchig finden.;; Denn niemand wird ſich an bloßen in einer Sache erſonnenen Regeln begnügen, wenn ihm nicht auch zugleich die dabey nörhige Einſchränfungen bekannt gemacht werden. - Wenigſtens erfordert ſolches der Endzwecf, den ich mix in allen meinen Schrif- ten, ſo ich dem geehrten Publikum mittheile, zum Ziel geſeßet habe, und ich bin auch bey der gegenwärtigen Gelegenheit feinen andern, als dieſen Weg zu betreten, geſonnen. S. 6354 Daß iman die überfläßige Waldhütung nur bloß zur Schafweide miethsweiſe überlaſſen müſe ſe; in welchem Fall ſolches auch in Anſelzang des Rindviehes geſchehen könne, daß man aber das Schweinevieh niemahls darin zu dulden habe, Es iſt nicht gleichgültig, mit welcher Viehart ein Wald behütet wird. 75 ; Die Schafe können nur bloß demjenigen Aufſchlag, der noch nicht das 6te oder 7te Jahr erreichet hat, durch das Verbeißen Scaden zufügen. m» Oecon. Foren, VII Theil, G3s Das; Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 7, 417 4!8 Eiftes Hauptſtück, Das Rindvieh hingegen wird auch ſchon ſtärkern Stämmen, wenn ſie ſich an Vieſeſhen reiben, und dadurch wurzellos-machen, oder ſich durch dieſelben durk. Man kann alſo die Abnußung der Jagd nicht an allen Orten gleich ſchäßen. dern es muß, nach deren Verſchiedenheit, auch unter dem Genuß„8 H ſchied gemacht werden. Hiezu tritt noch der Umſtand, ob in der Nachbarſchaft mehrere Wälder befind lic ſind, von welchen das Wild übertritt, und, nach der bekannten Jä; wechſel Ir AMT, und, nach n Jägerſprache, In dergleichen Gegenden iſt die Jagd, wenn man ſich derſelben auf eine behut- ſame Art bedienet, weit nußbarer, als wenn die Waldung beſonders lieget, und von kei- nen andern Forſten umſchloſſen iſt. 6: 17641: In wie weit gegenwärtig nur von der Jagdnutzung überhaupt gehandelt werden kann. Natürlicherweiſe wird man von dem Ertrage der Jagden, nach i in be- meldeten verſchiedenen Beſchaffenheit, eine BEESE EN Ap Yu be Man ſiehet aber von ſelbſt ein, daß dieſe, ohne den Umfang des Jagdreviers ei- nes jeden Orts auf das genaueſte zu wiſſen, nicht gehörig beſtimmet werden könne. Wir werden uns daher auch gegenwärtig nur mit allgemeinen Regeln, die bey der Jagdabnußung zu beobachten ſind, begnügen müſſen, wobey wir unvergeſſen ſeyn werden, auch zugleich die Maßregeln, welche, um zu verhüten, daß durch die Jadnuße« ung nicht der Holznußung eine Hinderniß in den Weg geleget werde, zu beobachten ſind, gehörig zu bemerken. 5. 642. ; Von der beſten Art, die hohe Jagd zu nutzen. Die hohe Jagd iſt ſonder Zweifel diejenige, welche, wenn ſie von einer gewiſſen Wichtigkeit iſt, dea meiſten Nußen bringer. Denn wenn man auch nür allein bey dem Werth, den das rothe Wildpret vor andern Wildpretsarten voraus hat, ſtehen bleibet, ſp iſt gewiß, daß ein geſchoſſener- Hirſch mehr Vortheil, als ein Dußend erlegte Haſen, bringet.; Nach der gelindeſten Forſttaxe gilt ein Hirſch in den Königl. Preußl. Landen 4 Rthlr., und er kann von einem jeden, der ſolchen kaufet, vor dieſen Preis ſehr wohl ge- nußet werden. N 7( Nur findet ſich nicht immer Gelegenheit, dieſe Art des Wildprets an allen Orten in gehöriger Menge abzuſeßen.- Der gemeine Mann iſt an das Wildpret ſo wenig gewohnet, daß viele unter ih- nen ſind, die Eiches entweder gar nicht, oder doch ſehr ungerne, eſſen. Es bleibet daher ſolches nur bloß eine Speiſe vor die Tiſche der Reichen und Vornehmen. . Dieſe werden gemeiniglich in den großen und volfreichen Städten in der mehre- ſten Zahl angetroffen, da ſich hingegen in den Provinzien, wo es doch das häufigſte Rothwild giebet, nur ſelten eine Gelegenheit, daß jemand einen Hirſch geſchoſſen habeu Ueber- will, ereignet. - Ueberhaupt fällt hiebey die Frage vor: ob es nicht wirthſchaftlicher gehandelt ſey, daß man die erlegte Hirſche Bratenweiſe zu verkaufen, und ſich dabey die übrigen Abgän»- ge beſonders zu Nuse zu machen ſuche, als wenn man ſolche im Ganzen verloſet? Von einem Hirſch, der, wie vorgedacht, nach der Forſttaxe 4 Rchlr. koſtec, fann die Haut, wenn er zu rechter Zeit, wo ſie noch feine Bremſen hat, als welche als» denn allerdings beobachtet werden muß, geſchoſſen wird, wenigſtens vor 2 Rthlr, bis 2 Rehlr. 12 Gr, verfaufet werden. Auſſer dem Aufbruch, der gemeiniglich eine Ausbeute vor den Jäger, der den Hirſch erleget hat, zu ſeyn pfleger, kann das Wildprer deſſelben, wenn auch nnr bloß 4 Braten davon gemachet werden, ganz füglich den Braten zu 1 Nthlr- gerechnet, vor 4 Rthlr. abgeſeßet werden, und das Kochfleiſch, nähmlich die Vordertheile nebſt den Rip- pen, behält der Eigenchümer noch überdem zur Speiſung des Geſindes vor ſich. Es Fann alſo ein Hirſch, wenn er nicht im Ganzen verfaufet, ſondern zerleget,. und alsdenn Bratenweiſe verloſet wird, ganz füglich auf 6 bis 7 Rehlr. auggebracht werden, Die landesherrlichen Förſter kennen den Vortheil, der hiebey iſt, ſehr wohl, und es hält daher zu jeßigen Zeiten, einen ganzen Hirſch von ihnen zu erhalten ,“ ſehr ſchwer, da man hingegen von denſelben einzelne Hirſchbraten zu allen Zeiten bekommen kann. Ik. : G. 643. Von der beſten Abnyzungsart der LIitteljagd; beſonders in Anſehung des Schwarzwiidprets.? In Anſehung der Mitteljagd, find zwar unter dem dazu gehörigen Wildpret die Rehe die wohlſc. ſchaffet man ſich dadurch eine Einnahme von 33 Rthlr. 8 Gr., welche das Ganze'immer vermehren hilft. In ſo ferne man nur die Wildprethändler beſtändig an der Hand hat, ſo wird man ſolche eingefangene Hühner nicht länger als bis gegen Weyhnachten zum Verkauf aufbehalten dürfen.; Wollte man nun auch ihre Fütterung in den 2 Monathen, die man ſie bey einer ſolchen Einrichtung unverkauft behalten müßte, auf 6 Scheffel Gerſte rechnen, wobey ſie ſehr wohl beſtehen, und faſt angemäſtet werden könnten/ ſo würde ſolches eine Aus- gabe von ohngefähr 4 Rthlr. betragen. j Bequemer mag es allerdings wohl ſeyn, wenn man ſich nicht erſt mit ihrem Fut- tern abgeben darf, ſondern ſolche ſofort nach dem. Einfangen abſeßen kann, wenn auch gleich der Preis davor etwas geringer, etwa zu 5 bis 6 Gr. vor das Paar, fiele. Allein im Herbſt hat alle Welt Nebhühner, und ſie ſind zu dieſer Zeit eine Waa- vi die man, wenn man ſie in einer gewiſſen Menge hat, äbzuſeßen keine Gelegen- eit findet.:: Dieſes iſt denn die hauptſächlichſte Urſache, warum man dieſelben, wenn man ſie nicht ſelber eſſen, ſondern Geld davor einnehmen will, bis in den Winter, wo ſie ſel- tener.zu werden anfangen, auf behalten und futtern muß,| 6. 646, Von dem Vogelſang, und wie man bey Anlegung der Dohnenſtriche, damit ſie nicht dem Zolze ſchädlich werden mögen, zu verfahren habe. Der Vogelfang gehöret ebenfalls mit zu der kleinen Jagd, und kann daher von einem jeden adelichen Gutsbeſiker exerciret werden.| Kleine Gebüſche, die mit Birken oder Erlen beſeket ſind, und dabey ein nahes Waſſer haben, ſind hiezu die geſchickteſte Gegenden, von welchen man ſich die meiſien Großvögel, an Droſſeln, Ziemern, und andern zu dem Groß- Vögelgeſchlecht gehöri- gen Vögelarten,. verſprechen kann, wiewohl es die Erfahrung lehret, daß.der Fang nicht in allen Jahren gleich iſt,; Der Fang durch ausgelegte Dohnen iſt unter allen der gewöhnlichſte, wiewohl man ſich auch an einigen Orten, beſonders in den gebürgigen Gegenden, der Bogelheer- de, worauf ſowohl große als kleine Vögel gefangen werden, zu bedienen pfleget. Inzwiſchen verurſachet dieſe Art des VBogelfanges ſchon mancherley Umſtände und Koſten, weil ein eigener Bogelfänger darauf gehalten werden muß, deren man bey den Dohnen entübriget iſt, indem ſolche von dem ſchon vorhin zur Aufſicht des Waldes beſtellten Jäger oder Holzwärter mit verſehen werden können.] Es iſt aber bey Anlegung eines Dohnenſtriches nöthig, daß theils die Bäume, an welchen die Dohnen feſt gemachet werden ſollen, angebohret, theils aber auch der Strich ſelber, wenigſtens in den oberſten Zweigen der Bäume, etwas ausgelichtet werde, da- mit die Vögel die zu ihrer Lockung ausgeſteckte Beeren deſto beſſer gewahr werden, und dem Striche folgen mögen, Dieſes j- n Dieſes Fann denn dem Holze, wenn nicht dabe1 Vorſichten gebraachet werden, gewiſſermaßen ſchädlich fallen. hauptſächlich in einer ſolchen Gegend des Wald holz an Birken und Elſen vorhanden iſt, zumahl ohnedem ſolch men auch das Anbohren, weil ſie-ohnedem nur zu Brennholz be Dohnenſtrich ſchlechterdings im hohen darauf Acht zu haben, daß dabey alles nußbare, und beſon tragbare Eichen oder Büchen ſeyn, um ſo weniger eini zu verdicken anfängt, angeleget zu werden pflegen. welchen man, daß ſie niemahls ein nußbares Holz bringe ausſeßen kann, ſi ſolchem Ende anzubohren. Unterſcheid die Dohnenſtriche anlegen zu den angerichtet werden. Fann, zu vermeiden im Stande ſind, S. 647.. Daß man ſich durch den Vogelfang jederzeit eine kleine tTebennutzung ; Wa8, wenn ſolches nicht geſchiehet, Schuld daran ſep. halten es wohl gar, mit dieſen kleinen Thieren und ihrer adelichen Würde zuwider, ; Hhh 2 An dergleichen Bäumen aber wird wohl ſo leicht in keinem Walde e folglich die Anlegung eines ohnſchädlichen Dohnenſtriches, allemahl möglich ſeyn. Aus vorſtehendem erſiehet man, daß es nicht rathſam ſey, von einem jeden oßne laſſen. Durch Leute, die feine Kenntniß von den verſchiedenen Holzgattungen haben, und ſollte es quch der Herr Prediger ceptor der jungen adelichen Herrſchaft ſeyn, kann durch das Dohnenlegen, vorſtehende Regeln nicht gehörig zu beobachten wiſſen, in dem Holze mancherley Scha- Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl tc. 427 ) die gehörige Behutſamkeit und Man muß daher, um ſolches zu vermeiden, einen dergleichen Dohnenſtrich nur | es anzubringen ſuchen, wo vieles Unter- e Gegenden, wie ſchon vorhin erwähnet worden, den reichſten Bogelfang zu gewähren pflegen, ſolchen Stäm- ſtimmet ſind, ſo wenig, als das Abhauen einiger im Wege ſeyenden Zweige und Zacken, ſchädlich ſeyn kann. Iſt aber hiezu keine geſchickte Gelegenheit vorhanden, dergeſtalt, daß man den Holze anlegen muß, ſo hat man vor allen Dingen j ders das junge Holz mit dem Anbohren verſchont werde, indem mit dem Abhauen einiger Zweige, es möchten denn ge Gefahr verknüpfet iſt, als die Dohnenſtriche erſt gegen den Herbſt, folglich zu einer Zeit, wo der Holzſaft ſich ſchon Nur bloß bereits abgeſtorbene oder ſchwammige, oder auch ſolche Stämme, von n werden, mit Gewißheit vor- nd zu wählen, um die Dohnen an denſelben zu befeſtigen, und ſie zu in Mangel: oder Prä- weil ſie die Billig ſollte die Anlegung der Dohnenſtriche nicht anders, als unter Aufficht waldrechter Jäger, geſchehen, indem dieſe die Beſchaffenheit der Bäume zu beurthei und folglich auch den Schaden, der durch das Anbohren derſelben verurſachet we len, rden verſchaffen könne, und Wenige Güterbeſiker denken wohl daran, ihren Ueberfluß an Großvögeln ins Geld zu ſeßen, und ſich dädurch eine kleine Nebeneinnahme zu verſchaffen. Die meiſten ſehen dieſen Theil ihrer Jagd nur als eine Kleinigkeit an, diglich vor ihren Tiſch, und zum Verſchenken an gute Freunde beſtimmet iſt, welche le Ja, viele einen- Handel zu freiben, vor ſchünpflich, Erlauben 428 Eilftes Hauptſtü>. Erlauben es die Umſtände eines Gutsbeſißets, einen Theil ſeiner Einkünfte zu verſchenken, ſo laſſe ich ſolches wohl gelten, und es iſt alsdenn einerley, ob er einem ar- men Mann 6 Gr. Geld, oder einem guten Freunde ein Dukend Krammetsvögel, ſchenket. Deshalb bleibet es doch allemahl wahr, daß der Bogeifang, wenn er nur einiger- maßen von-Wichtigkeit iſt, dem Eigenthümer, im Fall er ſich deſſelben bedienen will, eine baare Einnahme gewähren kann. Auch in den Provinzien iſt durch Verſchiung der Großvögel an ſolche Oerter, wo ſie geſuchet werden, ein Abſaß davon zu machen. Ja ſelbſt in den kleinen und Mittelſrädten, welche zu jeßigen Zeiten allenthalben mit Beſaßungen verſehen ſind, wird jederzeit eine verhältnißmäßige Anzahl von Großvs- geln abgeſeßet werden können, und es an Liebhabern, welche einen Appetit darnach bezei- gen, nicht fehlen.-;. Daß man ſich dieſe Gelegenheit ſo wenig zu nuße machet, wird lediglich durch die Unachtſamkeit, ſo man vor die kleinen Theile der Landwirthſchaft hat, verurſachet. 6. 648 Fortſezung des Vorigen. Daß aus dem Bogelfang wirklich ein Nußen, der in keiner Landwirthſchaft zu verachten iſt, heraus kommen könne, davon habe ich es mir jederzeit zu einem beſondern Beweiſe bemerket, wenn die Gebürgs- Einwohner in Schleſien die Krammetsvögel in der arößeſten Menge, in damit angefüllten Säcken, nach Breslau bringen, und-daſelbſt vas Baar mit 3 Silbergroſchoy, ſo ohngefähr nach der Berechnung des Brandenburgi- ſchen Geldes 2 Gr. 3 Pf. ausmachet, bezahlet wirds In Bregslau iſt im Herbſt und bis ſpät in dem Winter faſt jederzeit ein Ueberfluß an Großvögeln, die aus dem Gebürge dahin gebracht werden. Wahr iſt es zwar, daß die Großvögel in den Gebürgsörtern theils in größerer Menge gefangen werden, und theils auch, wegen der daſelbſt befindlichen Wachholderbee- ren, weit wohlſchmeckender ſind. Inzwiſchen findet man doch auch öfters auf den in dem platten Lande belegenen Landgütern, beſonders denjenigen, welche ſtarke Waldungen haben, ebenfalls einen Vo- gelfang, der mit der eigenen Conſumtion des Eigenthümers in keinem Verhältniß ſtehet. Warum ſollte denn nicht-im platten Lande ſowohl, als in den Gebürgsörtern ge ſchiehet, durch den Verkauf der gefangenen Großvögel eine beſondere Einnahme bewir- fet werden können? Hält ein adelicher Gutsbeſißer einen dergleichen Verkauf von Krammetsvögeln vor zu verächtlich und unanſtändig, ſo will ich ihm anrathen, daß er ſolchen ſeinem Jä- ger oder Holzwärter zur Berechnung überlaſſe./ Ob dieſer den Nähmen dazu hergiebet, kann dem Gutsbeſißer einerley ſeyn, wenn er nur dadurch eine Vermehrung in ſeinem Beutel verſpühret. Ueberhaupt läſſet fich eine dergleichen Denfungsart in unſerer heutigen, von dem Eigennuß regierten Welt, auf welche fich die Antwort.des Räyſers Auguſtys, ex quavis re-bonus odor, paſſet, faſt nicht denken.; Man Von den wirtbſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 2c. 429 Man rechne nur, daß ein Gutsbeſißer von ſeinem jährlichen VBogelfang,' nach Abzug ſeiner eigenen Conſumtion, die doh, wenn ein Landgut verpachtet iſt, oder unter Adminiſtration ſtehet, nicht in Rückſicht genommen werden kann, nur jährlich 10 Schock Großvögel, welches an Orten, wo ein ſtarker Vogelfang iſt, nicht vor übertrieben gehatf- ten werden kann, übrig behielte, ſo würde die jährliche Einnahme davon, das Stück zu 6 Pf. gerechnet, doch wenigſtens 12 Thlr. 12 Gr. betragen., - Wer in der Landwirthſchaft auf Kleinigkeiten zu achten nicht gewohnet iſt, der wird vielleicht darüber lachen, ohnerachtet er dabey bedenken muß, daß er, wenn er 100 Nthlr. aus den Einkünften bezahlen foll, und ihm daran 12 Rthlr. 12 Gr, fehlen, we- gen derſelben jederzeit in Verlegenheit geſeßet iſt. Ich habe hierunter nur den geringſten Saß angenommen, und es fehlet nicht an Gegenden, wo wohl 20 bis 30 Schoc> Großvögel jährlich zum Verkauf übrig ſind. Mit einem Worte, es iſt dieſe kleine Neben- Waldnußung, ſo geringe ſie auch den großen Wirthſchaftsregiſtern, die nur alles zu hunderten und tauſenden einnehmen wollen, ſcheinen mag, dennoch allemahl einer gewiſſen Aufmerkſamkeit werth, zumahl ein jeder Landwirth, der Gelegenheit dazu bat, doch. wenigſtens die vor ſeinen Tiſch nö- thige Großvögel zu fangen trachtet, und es, ob er 30 Schoc> Dohnen mehr oder weniger ausleget, einerley Koſten und Aufſicht erfordert, j S: 649- Allgemeine Anmerkung, daß die Jagden in unſern Tagen aus einem ganz andern GSeſichts- : Punkt, als zu vorizen Zeiten geſ3äahe, aänzdeſehen werden müſſen.- Ueberhaupt kann ich hiebey nicht unerinnert laſſen, daß alle Arten von Jagden zu unſern jeßigen Zeiten aus einem andern Geſichtspunkt, als vorhin geſchehen, in Bes - tracht genommen werden müſſen. In den Tagen unſerer Vorfahren, waren Wälder und Felder mit einem Ueber- fluß von allerhand Arten des Wildprets angefüllet,. und hingegen die Conſumtion davon weit geringer, als anjeßkt.. - Es ſtand, daher nicht in der Eigenthümer Gewalt, den Vorrath ihres Wildes, von welcher Art es ſeyn mögte, ins Geld zu ſeßen, und ſich dadurch eine Einnahme zu verſchaffen. 4 ; Vielmehr waren ſie genöthiget, dasjenige, was ſie nicht ſelber conſumiren konn- ten, entweder zu verſchenken, oder, wie ſehr oft geſchahe, verderben zu laſſen. BSE Aus dieſem Grunde konnte denn auch die Jagd zu vorigen Zeiten nar bloß als einzum Vergnügen des Eigenthümers gereichendes Regale angeſehen, und ſehr ſelten aufeine baare Einnahme davon, ſie mochte auch'ſo klein ſeyn als ſie wollte, Rechnung gemachet werden. -- Die Zeiten, die alles ändern, haben auch hierunter eine große Aenderung zuwe? ge gebracht.= . Das Wildpret iſt weit:weniger, und dagegen die Conſumtion davon deſto ſtärfer geworden, Die Urſachen davon hier anzuführen, 1 würde zu weitläuftig fallen;:- Genug iſt es, daß ſolches in der offenbaren Wahrheit gegründet,- Hbhb 3“' Hiedurch 430'Eilftes Hauptſtück, ; Hiedurch iſt nun-den Jagd- und Waldeigenthümern der Weg gebahnet, die ihnen zuſtändige Jagdgerechtigkeit fernerhin nicht bloß als ein leeres zu ihrem Vergnügen gerei- . Auch wird, auſſer den Schonungen, wohl nur ſehr ſelten ein ſolcher zarter junger Aufſchlag, welchem die Weiber durch ihr Kriechen Schaden thun könnten, angetroffen werden.;; Dem'Graſe kann durch das Erdbeerpfläcken eben ſo wenig, als durch das Pülz- Sammeln, ein Nachtheil wiederfahren, weil gemeiniglich an den Orten, wo das Erd- Beerkraut überhand genommen hat, wenig und faſt gar kein Gras, indem es von ge- dachtem Kraut verdämmet und erſticket wird, zu wachſen pfleget, und es würde, wenn das Vieh daſelbſt eben ſo gute und reichliche Weide, als in andern Gegenden, fände, gar keine Erdbeeren geben können, ſondern ſolche von dem Vieh zertreten ſeyn. Da aber das Vieh. daſelbſt, weil es kein hinlängliches Gras findet, nur wenig weidet, ſo giebt es auch noch immer eine Menge von dieſen Früchten. -6. 658. Pon der Billigkeit, daß, ohne zu löſende Erlaubnißzettel, niemand Erdbeeren oder Pulze aus den Wäldern hohlen dürfe.'| Die Erdbeeren- Pülzo, Reitziger und andere dergleichen Erdſchwämme, ſind nicht allein eine angenehme Eßwaare, wovon beſonders die rothe Erdbeeren, als ein für unſere Himmelsgegend ſich anpaſſendes Erquickungsmittel anzuſehen ſind, ſondern ſie kön- nen auch zum Theil, ſo wohl in den ſtädtiſchen als ländlichen Haushaltungen, mancher- ley Nußen ſtiften, und ſelbſt dem gemeinen Mann, beydes friſch und abgetrocknet, zur Nahrung, ja ſo gar zur Erhaltung der Geſundheit, wie von den aufgetrockneten ſchwar- zen Erdbeeren in der rothen Ruhr und bey andern Arten von Durchlauf bekannt iſt, dienen« Man würde daher dieſen ganzen Nahrungszweig, welcher, ob er gleich nur klein iſt, dennoch in dem menſchlichen Leben nicht wohl gemiſſet werden kann, zerſtöhren, wenn man die alten Weiber und ſonſt zu andern Geſchäfften noch nicht taugliche Kinder, welche ſich mit Erdbeeren- und Pülzeſuchen ihr Leben friſten, gänzlich aus den Wäldern verbannen wollte. Inzwiſchen iſt es billig, daß der Eigenthümer des Waldes vor die Erläubniß, vie er denſelben hierunter ertheilet, eine verhältnißmäßige Vergütigung erhalte. y Denn alles, was in dem Walde zuwächſet, iſt ein Eigenthum des Waldbeſißers, eben ſowohl, als der Wald ſelber. Die Rechte des Eigenthums aber erfordern es, daß ſich deſſelben kein Fremder ohne Einwilligung des Eigenthümers, und deſſen verhältniß- mäßige Entſchädigung, anmaßen kann. Billig iſt es ſolchemnach allemahl, daß diejenigen, die in einem Walde Erdbee- xen over Pülze einſammlen, und ſich entweder durch deren Verkauf nähren, oder ſie vor ſich gebrauchen wollen, einige, gegen Erlegung eines beſtimmten Geldes, Erlaubnißzet- zel dazu löſen müſſen, und alle andere, die ſolches ohne dergleichen Erlaubnißzettel.zu hun, ſich unterfangen, als wirkliche Diebe angeſehen und beſtrafet werden können. ' So hart auch ſolches jemanden ſcheinen möchte, ſo iſt doch in einem ſolchen Ber- fahren nichts Ungerechtes noch Unbilliges, um ſo weniger, als die meiſten die EIE ; nel +7 NEeECHEE Von den wirtöſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 2c. 437 melten Pülze und Erdbeeren verkaufen, und folglich für eine fremde Wagare Getd einnehmen,,!' S. 659. Wie das vor dieſe Erlaubnißzettel zu entrichtende Ablöfungsgeld, nach Verſchiedenheit der Lage eines jeden Orts einzurichten, billig ſeyn wurde, Die Vernunft giebt es zwar, daß das Erlaubnißgeld, ſo vor dieſe Zettel zu erle: gen billig wäre, in Anſehung des Ganzen nur eine Kleinigkeit ausmachen werde. Ailein dieſes kann mich, nach den von mir angenommenen Grundſäßen, niemahls von einer möglichen und nüklichen Wirthſchaftseinnahme, ſie mag auch ſo geringe ſeyn, als ſie will, abhalten, in ſo fern ſie nur nicht der Gerechtigkeit und Billigkeit, als wel- ches aus den vörhin angeführten Gründen von der gegenwärtigen nicht geſaget werden kann, zuwider läuft.- Freylich kann von dem dürftigen Volke, welches ſich mit der Einſammlung der Erdbeeren und Pülze öder andern eßbaren Erdſchwämme beſchäftiget, vor dieſe Erlaub- niß, kein hoher Zins noch Pacht verlanget werden, indem die Einſammlung ſolcher Erd- Producten ſchon an und vor ſich ſelber höchſt mühſain iſt, und nur ſelten die Einſammler, bey deren Verkauf, bloß wegen ihrer Zeitverſäumniß und Mühwaltung, gehörig ent- ſchädiget werden.' Inzwiſchen kommt es hierbey gar ſehr auf die Lage der Gegenden an. In Wäldern, die nicht weit von großen und volfreichen Städten entlegen ſind, kann das Löſungsgeld vor einen dergleichen Erlaubnißzettel ſchon weit höber, als in den entfernten Provinzien, wo die Erdbeer- und Pülzeneinſammler keinen ſolchen reichlichen Abſaß von ihrer Waare zu erwarten haben, geſeßet werden. In den Provinzien, wo nichts als kleine Städte vorhanden ſind, würde ein Lö- ſungsgeld vor einen dergleichen Erlaubnißzettel füglich nicht höher, als auf 3 bis 4 Gr, beſtimmet werden können. Jn Wäldern aber, wo die geſammelte Erdbeeren und Erd- Schwämme ganz füglich bis zu ven großen Städten gebracht werden könnten, würde die- ſes Erlaubnißgeld auf 6 bis 8 Gr. zu erhöhen ſeyn. Die Verkäufer und Sammler dieſer Erdproducten könnten auch niemahls eine gegründete Urſache, ſich darüber zu beſchweren, haben, indem ſie allemahl im Stande ſind, dasjenige, was ſie vor dieſe Erlaubniß dem Waldeigenthümer erlegen müſſen, wiederum bey dem Verkauf auf ihre Waare zu ſchlagen. Und es läſſet ſich gar nicht gedenken, daß in den Städten, wo man dieſe Arten von Producten mit einer gewiſſen Sehnſucht verlanget, die Verkäufer, um wenige Pfen- nige halber, ſo ſolches allenfalls austragen könnte, ſelbige unverkaufet auf dem Halſe behalten werden, Dieſes iſt ja bey allen Kaufleuten das getvöhnliche Mittel, wodurch ſie ſich, we- gen der höhern Verſteuerung ihrer Waaren ſchadlos zu halten, und die Laſt, die ſie nur allein treffen ſollte, auf das ganze Publicum zu ſchieben wiſſen. 4 Warum ſollte nicht ſolches auch bey dieſem kleinen Handel Statt finden, indem wohl niemand, der gerne Erddeeren oder Pülze eſſen will, die Verkäufer bloß wegen ei- Jiv 3 nes | ' "A ' 438 Eilfres Hanptſtii>k. nes Groſchen oder 6 Pf., die ſie aus vorangeführten Urſachen mehr, als ſonſt gewöhnlich geweſen, fordern müſſen, gehen laſſen wird. Man nehme daher nur einen Wald an, in welchem zu- dieſem Behuf jährlich 50 Erlaubnißzettel gelöſet werden, ſo wird doch ſolches, jeden a 4 Gr. gerechnet, 8 Rtölr. 8 Gr. und in den an großen Städten nahe liegenden Gegenden, das Doppelte davoa etragen. Dieſe Einnahme verurſachet, ſo geringe ſie auch iſt, nicht die geringſte beſondere Koſten, und es mag daher nicht abgeſehen werden, warum ein Waldeigenthümer ſolche zur Vermehrung. des Ganzen nicht mitnehmen wolle. S« 660» Lon dem Abſatz der Preißel- und Zeidelbeeren. Die Einnahme vor Preißelbeeren, Heidelbeeren u. d. m., ingleichem vor die edle Frucht der Wachholderbeeren, iſt, meines Erachtens, noch faſt ſicherer. Ich kann hier ebenfalls die ſelbſteigene Einſammlung dieſer verſchiedenen Früche- te keinem Eigenthümer anrathen, ſondern muß vielmehr zugeſtehen, daß die Verpachtung derſelben, gleichmäßig vor denſelben vortheilhafter ſey. Die 5. 8. 378+ und 381. angerühmte Nußbarkeit der Heidel- und Preißelbeeren wird wohl keinen Zweifel übrig laſſen, daß ſich nicht ailenthalben, wo dergleichen in einer. gewiſſen Menge befindlich ſind, Leute finden ſollten, welche dieſelben, gegen eine gewiſſe Pacht einzuſammeln, bereit wären. 7 Denn bey allen Waaren, die einen ſichern Abſaß haben, wird es niemahls dare an fehlen. |! Beſonders kann man ſolches an den Heidelbeeren ganz ſicher vermuthen, indem ſolches eine Waare iſt, deren die Weinhändler zur Anfärbung der rothen Weine, wenn ſie noch ehrlich verfahren, und nicht etwas Schlimmeres dazu nehmen wollen, füglich nicht entbehren können.- Jn Anſehuug der Preißelbeeren würde, wenn ſich deren Werth noch fernerhin auch bey Auswärtigen erhalten ſollte, ein gleiches Statt finden.; Wahr iſt es zwar, daß in den entlegenen Provinzien bisher hiervon nur ein weni- ger Gebrauch gemacht, und folglich auch nur ſelten ein wirklicher Nußen davon gezogen worden, ſondern die Vortheile davon nur hauptſächlich den großen Städten nahe ſeyen- den Waldbeſißern zugefloſſen ſind.! Verſichert aber. bin ich auch, daß die Schuld hiervon hauptſächlich den Beſikern ſel- ber beyzumeſſen ſey, indem ſie theils die Producte ihres Waldes nicht genug bekannt ge- macht, theils aber auch eben diejenige Bezahlung, die nahe Beſißer davor empfangen, verlanget haben. Der nähere oder weitere Transport macht bey allen dergleichen Dingen einen ſchr großen Unterſchied, und es iſt ſolchemnach eben ſo billig als vernünftig, daß die entfern ten Güterbeſißer hierauf zurück ſehen, und nicht eben diejenigen Preiſe, ſo ihre den gro- ben Städten nahe wohnende Mitbrüder empfangen, verlangen müſſen,. Gute Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl:c. 439 Gute Waare und billige Preiſe locken auch die entfernteſten Käufer von allen. Drten herbey.-;; 6. 661, - Von der Abnutzung der Wachholderbeeren, und daß ſolche, ſo wohl in entfernten als ; nahen Gegenden, möglich ſep. So viel die Wachholverbeeren andetrifft, kann ich mich- nicht entbrechen, deren Nühlichkeit nochmahls anzupreiſen, wie bereits- in dem erſten Abſchnitt der zweyten Abtheilung geſchehen iſt. Der Nußen, den dieſelben in dem gemeinſchaftlichen menſchlichen Leben auf ſo matncherley Art ſtiften, kann nicht genug erwogen werden, und es iſt daher auch ihre Einfammlung vorzüglich nöthig. "- Dieſe Frucht kann faſt nirgends entbehret, und aus dieſer Urſache, als andere Arten. von dergleichen Waldfrüchten, abgeſeßet werden.. Ein großer Nachtheil vor derſelben mehrern Abnußung iſt es, daß ſie mehr in: entfernten Gegenden, als ſolchen, wo ihr Werth bekannter iſt, und auch höher geſchäßet 'wird, angebguet werden,: Inzwiſchen, kann doch, wie. ich in dem erſten Abſchnitt der zweyten Abtheilung mit mehrern bemerket habe, auch in den entfernten Gegenden hiervon ein weit größerer Nußen, als bisher geſchiehet, gemachet werden, Bloß die Anwendung der Wachholderbeeren zum Branntweinbrennen würde, wie ſchon an der niederländiſchen Gegend bekannt iſt, ihre Nußbarkeit daſelbſt vermeh- ren können.;-;: i 6. 662, Von dem Torf, und daß derſelbe ebenfalls zu einer TTebenwaldnuzung Geiegenheit gebe. Viele Schriftſteller, welche von der Waldnußung geſchrieben haben, rechnen duch den bekannten Torf dahin. Es iſt nun zwar wahr, daß die größeſte Menge des Torfes:nicht eigentlich einz:- Erbtheil der Wälder iſt, ſondern derſelbe vielmehr in. den frey-gelegenen Brüchen und Miederungen am häufigſten angetroffen zu werden. pfleget. SIE Inzwiſchen wird derſelbe doch auch in den in den Wäldern befindlichen großen Mohrbrüchen ſehr oft wahrgenommen, und er kann aus dieſem Grunde um ſo mehr;zu der Claſſe der Nebenwaldnukungen gerechnet werden, als er noch überdem ein Noth- und Hülfsmittel iſt, wodurch der Mangel des Holzes am ſicherſten und.bequemſten er» feßet werden kann.'= Wir werden. daher nicht unzweckmäßig handeln, wenn wit auch bey der gege wärtigen Gelegenheit das Nöthige davon bemerfen.' Dean an den Orten, wo ein Mangel an Brennholz befindlich iſt, kann durch den Torf, daß nicht das edlere und nußkbare Holz angegriffen werden. dürfe. ganz füglich vermieden werden,. 3. 6. 663. > Eilftes Hauptfiü>, (0226638, Was der reine Torf, beſonders der gebacherte, ſep, und aus was vor Theilen derſelbe beſtehe. Der zur Feuerung brauchbare Torf iſt eigentlic) nichts anders, als ein feiner Waſſerſchlamm, oder ein völlig vererdeter Waſſermoos, unter welchen ſich zugleich einige zarte ſchlammige verfaulte Waſſerpflanzen befinden. ed Daß dieſes die wahre und eigentliche Subſtanz des Torfes ausmache, erhellet ganz deutlich daraus, daß, wenn man den feinen ſchwärzlichen oder braänen Schlamm, der noch auf dem Waſſer ſc.. Man giebt gemeiniglich dem Torf Schuld, daß er einen garſtigen Geſtank verur- ſache, und aus dieſer Urſache der Geſundheit höchſt ſchädlich ſey. Dieſes iſt aber nur lediglich dem groben, ſchlechten und unreifen Torfe zuzuſchrei- ben: Ein reiner. und reifer Torf hingegen hat, ohne einen Geſtank von ſich verfpüren. zu laſſen, bloß den Geruch eines verrotteten Holzes, glimimet dabey ſehr lange, bis er endlich in eine weiße, weißgraue, oder weißröthliche Aſche zerfällt. Dieſen Unterſchied mag man ſich ſehr wohl merken, um das allgemeine Vorur/ heil, daß. der Torf der Geſundheit ſchlechterdings ſchädlich ſey, näher kennen zu lernen 6. 669, Pon dem Torfſſtechen ſelber, und wie dabey zu verfahren. Nach angeſtellter Probe und Befund, daß der Torf brauchbar ſey, und die an ißm zu verwendende Koſten wieder bezahlen könne, ſchreitet man denn zum Torfſtechen ſel- ' ber, und es wird hierbey, wenn es ordentlich geſchehen ſoll, auf folgende Weiſe verfahren. Zuförderſt räumet man alles Moos, Geſträuche, und den Raſen ſelber, unter welchen der Torf lieget, mit der möglichſten Sorgfalt ab. Jſt der Fle, wo män Torf ſtechen will, etwas abhängig, ſo muß man von dem höchſten Ende anfangen, und alsdenn nach der Tiefe zu gehen, woſelbſt man ſchon einige Zeit vorher dem ſich daſelbſt fammelknden Waſſer einen gemächlichen und langſamen Ab- fall verſchaffet hat.| Das Torfſtechen ſelber geſchiehet in langen ſchmaßlen Graben ſtuffenweiſe, der- geſtalt, daß man zuerſt die oberſte Schichte wegnimmt, und nachher ſo lange, als der Torf in der Tiefe gehet, damit fortfähret; Denn die Torflagen ſind bisweilen nur 2 bis 3 Zoll dick, und folglich nicht werth, daß man viele Mühe und das Graberlohn daran wendet: DOefters aber gehen ſie auch 6, 8 bis 20 Fuß tief, und dergleichen Torfpläße verdienen allerdings die an ihnen zu verwendende Arbeit,' Die Torfplaggen oder Stücken werden 9 Zoll lang, 4 Zoll breit, und 3 Zoll dik, weil ſie im Trockenen ſehr ſchwinden, angeleget« Zum Verkohlen aber müſſen ſie größer und ſtärker ſeyn.;;- Dieſe ausgeſtohene Torfplaggen werden demnächſt, gleich wie die Ziegel, hohl äber einander geleget, und bleiben ſo lange in der Luft ſtehen, bis ſie völlig ausgetroch- - Nachher bringet man ſelbige in einen dazu beſtimmten Torfſchuppent, woſelbſt ſie fo lange aufbehalten werden, bis ſie entweder zum eigenen Verbrauch, oder zum Ver? G 669». enn 5 19 Sh man Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl. 443 SS. 665. Warum nian, wenn der. in der Tiefe liegende Torf mit“andigen, Lalkigen oder mergeſigen Theilen vermiſchet iſt. mit dem Torſſtechen aufhören müſſe, Natürlich iſt es, den Torf, nachdem der Abraum einmahl geſchehen iſt, ſo tief als möglich wegzunehmen, weil man ſich dadurch wegen des Abraums doppelte Müße und Koſten erxſparet. Inzwiſchen muß iman doch dabey ſorgfältig unterſuchen, ob auch der in der Tiefe liegende Torf mit dem in den obern Schichten angetroffenen noch immer eben gleicher Güte ſey.(8. Denn nicht ſelten verſpüret man bey dem in der Tiefe angetroffenen Torf eine Vermiſchung von allerhand ſandigen, lettigen und mergeligen Theileu, welche ſeine Wirk- ungen gar fehr hemmen, und. ihn unbrauchbar machen.;; So bald man dergleichen verſpüret, muß man aufhören, und mit dem Stechen nicht weiter fortfahren, weil man ſonſt eine unnükße und vergebene Arbeit vornimmt, ES. 679. In wie weit es möglich ſey, daß der Torfin den ausgeſtochenen Torfgruben : wieder nachwachſe. v Eine Art von Streitfrage iſt es, ob der Torf, nachdem er einmahl geſtochen worz- den, nach Verfließung einiger Zeit wieder nachwachſe, und alsdenn von neuem geſtochen werden könne? BCE?;' Daß dieſes nicht unmöglich ſey, ergiebt ſich aus der vorhin bemerkten Erzeug- - ungsart deſſelben von ſelbſt.; 0 Inzwiſchen iſt doch nöthig, daß alle diejenige Umſtände, die ſeine erſte Erzeugung veranlaſſet haben, aufs neue dazu kommen müſſen. -- Da der Waſſerſchlamm oder Moos der Grundſtoff von allem tauglichen Torfe iſt, ſo wird auch beſonders erfordert, daß der ausgeſtochene Plaßz von Zeit zu Zeit unter Waſſer geſeßet, ſolches aber auch, damit es ſeinen bey ſich führenden Schlamm zur Er- zeugung eines neuen Torfes abſeßen könne, wieder abgeleitet werde, -* Gar ſehr kann man auch den Wiederwuchs des Torfes dadurch befördern, daß man den von dem ausgeſto. 0. 671.: Anmerkungen wegen des Gebrauchs des Torfs, und daß er an vielen Orten, wovon Bep»- ſpiele angeführet werden, den N7angel ves Zolzes erſetze. Der Torf iſt zwar nur ein Nothmittel vor diejenigen Gegenden,“ welche einen Mangel an dem zur Feuerung benöthigten Holze haben, indem ſich auſſerdem wohl nie- mand deſſelben bedienen wird. Inzwiſchen giebt es doch ganze Länder, wovon unter andern Zolland angeführet werden kann, wo nichts als Torf gebrannt wird. . Die alten Staaten des Königs von Preußen haben ſonſt zwar einen vorzüglichen Ueberfluß von Brennholz. Demohnerachtet giebt es doch in denſelben einige Diſtricts, wo das Torfbrennen gewöhnlich iſt, und man ſich wegen der nöthigen Feuerung in einer großen Verlegenheit befinden würde, wenn man denſelben nicht hätte. Mir iſt hierunter beſonders die pommerſche Gegend an der Oſtſeekante bekannt geworden, indem daſelbſt an vielen Orten die meiſte Feuerung hauptſächlich mit Torf be- ftritten wird, und das annoch vorhandene wenige Holz nur bloß als ein Keſeruarum. vor die herrſchaftliche Küche und Ofens angeſehen wird. Auſſerdem brennet alles Torf, und bey der Verpachtung der dortigen Güter pfle- get den Pächtern in den Pachtcontracten ausdrücklich vorgeſchrieben zu werden, bey wel- Wenn die abgeſtorbene oder zu mancherley Gebrauch weggehauene älte Bäume wiederum durch neue und junge, entweder durch die natürliche oder fünſtiliche Beſamung, wieder erſeßet werden müſſen, und wenn die junge Bauinpflanzen bis zu einem gewiſſen Alter und Höhe ſehr leicht beſchädiget werden können; Wenn aber in Fällen, wo Hüt- ung und die Erhaltung des Holzes nicht zuſammen beſtehen fönnen,. die erſtere der leß- tern weichen und nachgeſeßet werden muß: ſo iſt es eine gänz nätürliche Folae, daß dieje- nige Pläße in den Wäldern, welche mit jungen Holzpflanzen beſeket ſind, ſo lange, bis ſie von dem Vieh weiter feine Gefahr zy befürchten häben, mit keiner Viehart behütet werden müſſey« S. 677 Eilftes Hauptſtü>, 6. 677. So wohl wörtliche als weſentliche Beſchreibung der Schonungen, und warum ' ſie nothwendig ſind. Wicht behüten dürfen; oder ſchonen müſſen, ſind/ nach der Sprachlehre, zwey gleichbedeutende Ausdrücke, und aus-dieſer Urſache wird ein Ort, der nicht behütet werden darf, mit Recht eine Shonung genannt, welches ih, um auch den wörtlichen Verſtand dieſes Ausdrucks nicht zweifelhaft zu laſſen, vorläufig zu erinnern nöthig finde. Eine Schonung iſt ſolH j MERE' Wahr. iſt. es zwar, daß die“ Bäume durch'dos Einſaugen der Blätter der durch die Luft ihnen zukommenden verſchiedenen nährenden Theile, in“ ihrem Wachsthum gar ſehr unterſtüßet werden, und ſich auch ſonſt das Fortkommen derſelben durch die Mit- theilung der wenigen. Nahrungsſäfte, die ſie aus dem Erdreich erhalten können, faſt gat nicht gedenfen. ließe. Inzwiſchen mag doH. auch. nicht in Abrede geſtellet werden, daß dieſer angenom- mene Grundſaß nur hauptſächlich", in Anſehung der bereits erwachſenen.und mit-vielen Blättern und Zweigen verſehenen Bäume, Statt finden könne.; Bey dem jungen Aufſchlage und überhaupt allen. noch in ihrem erſten-Anwuchs „befindlichen Holzarten fällt'aber dieſes Hülfsmittel, vermöge deſſen ſie ihre hauptſächlich ſte: Nahrung aus. den in der Luft befindlichen Nahrungstheilen, vermittelſt der: Blätter, bekommen ſollen, von- ſelbſt hinweg.' Denn die junge Stämme haben in ihrer Jugend nur noch wenige Blätter", wel- . Um die Ordnung und Reiße der Bäume,.nach welchen der angelegte Obſtgarten einmahl eingerichtet: worden, nicht zu unterbrechen„“ ſuchet man gemeiniglich die neu zu ſezende Bäume auf eben denjenigen Pläßen, wo die alten geſtanden haben, wieder anzubringen.' Faſt jederzeit aber wird es die- Erfahrung lehren, daß- ſolche daſelbſt nur ſelten: eben denjenigen guten Fortgang, den man von den alten bemerket hat ,- haben werden. Mani ſuchet zwar die Gruben, worin dergleichen neue Bäume nachgepflanzet werden ſollen, ſo viel möglich ,/“ mit guten und fruchtbaren Erdarten anzufüllen, und das durch ihren glücklichen Fortgang zu befördern.; Derſelbe wird auch, ſo. lange die neu geſekten Bäume in dieſem ihnen mitge: theilten guten und friſchen Erdreich mit ihren Wurzeln verbleiben, erhalten. So bald ſich aber ihre Wurzeln außer dem Bezirk dieſer mit Friſcher und. frucht barer Erde angefülleten Seßgruben ausbreiten, und das alte vorhin erſchöpfte Erdreich berühren, hat es auch mit dem anfangs bemerkten guten Wachsthum der nachgeſeßten Bäume ein Ende« Sie bleiben mitten in ihrem Wachsthum ſtehen, und kommen nie- mahls zu derjenigen Vollkommenheit, worin die alten Bäume, deren Stelle ſie vertreten ſollen, geweſen ſind.] : I< berufe mich hierunter ganz ſicher auf das Zeugniß und Erfahrung aller ge- ſchickten Baumgärtner.; JWarum wollte man aber zweifeln, daß nicht alles dasjenige, was man bey den zahmen Obſtbäumen hierunter wahrnimmt, auch bey den wilden Waldbäumen, da ſie an ynd vor ſich von einerley Natur und Beſchaffenheit ſind, Statt finden müſſe? 8 6. 684 Daß die Widerſprüche der Auf hütungsberechtigten gegen die anzulegende Schonungen, we» gen ihrer t7othwendigkeit, von ſelbſt hinweg fallen, - Die Eigenthümer haben in den Wäldern nicht immer freye Hände, ſondern wer- den ſehr oft dur das Recht einiger die Aufhütung habenden Nachbaren, an den in ih- vem Eigenthum vorzunehmenden Veränderungen gehindert. Dieſes geſchiehet denn. auch nicht ſelten in Anſehung der Schonungen, indem, wenn ein Gutsbeſißer, der eine dergleichen Servitut in ſeinem Walde hat, Schonungen anlegen will, gemeiniglich von den Auf hütungsberechtigten allerhand Widerſprüche dage- gen zu erwarten hat. Sie ſehen ſolches die meiſte Zeit, als eine Schmählerung ihres Aufhütungsrechtes an, und wollen daher darin nicht willigen,: : Wahr iſt es zwar, daß ſie bey den Schonungen offenbar verlieren, ohne von den? ſelben, in Anſehung des Holzes, ſo wie der Eigenthümer, einen Nußen zu haben. Vielmehr wächſet auf den Waldblößen, ſo zuerſt in Schonungen eingeſchlagen werden müſſen, die meiſte Zeit das häufigſte und beſte Gras, weil ſolches nicht von den hohen Bäumen verdämmet werden, ſondern die Sonne und freye Luft ungehindert ge? nießen kann«' 4."Dieſer Widerſpruch und Unzufriedenheit der Aufhütungsberechtigten fällt aber „on ſelb als nichtig und ungegründet weg, wenn man die in die Augen leud) tende und de vor“ wägung ziehet,- 6. 685«+ 27och mehrere Urſachen, warum die Aufhötungsberechtigte den Schonungen zu wider» ſprechen, kein Recht haben.. Das Holz iſt in einem jeden Walde die Hauptſache, und die Hütung darin nur als eine Nebennußung anzuſehen. Er würde ein Wald zu ſeyn aufhören, wenn nicht das darin von Zeit zu Zeit abgehende'oder abſterbende Holz durch eine junge Bäumzucht wieder erſeßet werden ſollte,; Dieſe Wiedererſeßung des alten Holzes durch eine junge Baumzucht kann aber nicht auf die gehörige Art geſchehen, wenn nicht die jungen Stämme auf eine beſtimmte Zeit mit der Behütung des Biebes verſchonet werden, und davon frey bleiben. Die erſten Conſtituenten ſolcher Auf hütungsſervituten können nicht. die Abſicht gehabt haben ,- das aufhütende Theil ſo weit zu berechtigen, daß es guch ſo gar den Ei- genthümer vor die Erhaltung ſeines Waldes die gehörigen, und von der Natur ſelber an die Hand gegebenen Mittel anzuwenden, verhindern könnte.|; Ein jeder Genießbraucher, zu welcher Zahl die Aufhütungsberechtigte, in Au- ſehung ihrer Befugniß fremde Wälder behüten zu dürfen, ebenfalls zu rechnen ſind, muß die ihm zum Mitgenuß eingeräumte Sache, ſalva lubltantia rei, oder dergeſtalt gebrau- . Berechtigter hat ſchon vorhin auf ſeinem eigenen Grund und Boden eine beſtimmte Hür- ung, nach welcher er eigentlich das Verhältniß ſeines Viehſtandes einrichten muß, und es würde eine übertriebene Ausdehnung des Auf hütungsrechtes ſeyn, wenn er das Recht, einen fremden Boden behüten zu dürfen, dabey zum einzigen Grunde legen wollte. Kaum kann man ſich. auch einen ſolchen Mangel an Weide gedenken, daß eine ganze Gemeine, wegen eines Abganges von 30 oder mehrern Morgen in einem Jahre, deshalb ihren ganzen Biehſiand abzuändern, in die Nothwendigkeit geſeßet werden ſollte, Bey Erwägung aller dieſer Umſtände wird ſol, Birken und andere dergleichen Holzſorten, welche einen leichten und fliegenden Samen, der durch die Luft verbreitet werden kann, zeugen, zu rechnen ſind. „Bey den andern Holzarten, deren Same ſchwer, und von der Luft nicht zu be- wegen iſt, als z. B, Eichen, Buchen, kann dieſes nicht Statt finden, Denn da der von denſelben erzeugte Same wegen ſeiner Schwere nur gerade herab fällt, ſo können auch nur bloß die Pläße, die ſie mit ihren Zweigen bedec>en, von ihnen beſamet werden, welches ſie denn auch, wie unten mit mehrerm bemerfet werden wird, zu der natürlichen Beſamung ganz und gar untüchtig machet. Ich habe bereits in der zweyten Abtheilung 6. 54+ bemerket, daß auf einer Mag- deburgiſchen Morge von 180 Quadrat- Ruthen 3 Samenbäume hinlänglich ſeyn würden, - Die Vernunft aber giebet es, daß hiezu nicht allein die beſten und zum Samen? kragen tauglichſten auserſehen, ſelbige auch nicht auf einem Fleck beyſammen, ſondern auf der Morge, die ſie befruchten ſollen, einzeln und vertheilet ſtehen müſſen. SG. 697» Beſchreibung der künſtlichen Beſamung. Die künſtliche Beſamung beſtehet darin, daß man guten und friſchen aus den Tannzapfen ausgemachten Samen auf die abgetriebene und wiederum mit neuen Holz? Pflanzen zu beſeßende Holzpläße ausſtreuet, uad davon alsdenn einen friſchen Aufſchlag erwartet. Wie der Same, deſſen man ſich hiezu bedienen will, beſchaffen ſeyn müſſe, und wie man bey der Ausmachung deſſelben zu verfahren habe, iſt bereits 8. 59. umſtändlich bemerfet worden, nachdem ich vorher 5. 56. die Unzulänglichkeit der Methode, ſeine Blößen in den Kiefer- oder Tannenwäldern vermittelſt der darin angebrachten Fruchtza- pfen zu befruchten, gezeiget habe. Dieſem allem kann, weil es bereits c. 1. mit der möglichſten Deutlichkeit vorge- tragen worden, gegenwärtig weiter nichts beyfügen, ſondern ich muß mich darauf ledige lich berufen, 6. 698. Von der Frage: ob die natürliche oder künſtliche Beſamung beſſer ſey? und welche Zolz- Plätze ſchlechterdings einer könſtlichen Beſamung nöthig haben. Die Frage, ob die künſtliche oder natürliche Beſamung die beſte oder vortheil- hafteſte ſey? habe ich ebenfalls 8. 53+ berühret, und mich in ordentlichen Fällen für, die natürliche Beſamung erkläret, jedoch dabey diejenigen Holzblößen; welche durch einen entſtandenen Brand verurſachet worden, CS: 55. davon ausgenommen. Die Urſache dieſer Ausnahme habe ich hauptſächlich darauf gegründet, weil auf ſolchen Brandſtellen weder tüchtige Samenbäume anzutreffen ſeyn würden, noch auch auf den bey unbeſchädigten Pläßen in dem Erdreich bereits verborgenen Samen daſelbſt keine Rechnung gemacht werden könne, ZG Und Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 461 Und aus eben dieſer Urſache mögen auch die alten unbewachſenen Holzpläße, die ſchon ſeit 1:0 und 40 Jahren von allem Holze leer geweſen ſind, und worauf ſich auch niemahls ein junger Aufſchlag gezeiget hat, von obiger ſonſt in andern Fällen feſt ſtehen- der Regel ausgenommen werden. Denn dieſes lange Leerbleiben eines ſolchen Plaßes iſt ein ſicheres Merkmahl, daß auf demſelben keine taugliche Samenbäume vorhanden ſeyn müſſen, weil ſich ſonſt doch wenigſtens. einiger Aufſchlag daſelbſt gezeiget haben würde... Das Schonen eines ſolchen Plaßes würde alſo nichts helfen, und dadurch keine junge Baumzucht, weil es an dem benöthigten Samen fehlet, hervorgebracht werden können. Bey"dergleichen Pläßen kann man daher von den Wirkungen det Natur nichts erwarten, ſondern es iſt ſchlechterdings nothwendig, daß ſie' durch die künſtliche Beſam- ung befruchtet werden müſſen. 6. 699. Daß man in zweifelhaften und ungewiſſen Fällen am beſten thue, daß man dieſe beyde Be/ ſamunggarten mit einander verbinde, und wie alsdenn. dabey zu verfahren. Bey großen Wäldern, wo die jährliche Haue ſchon in Anſehung ihres Flächen- Inhalts ein Beträchtliches ausmachen, würde auch die künſtliche Beſamung, wenn man fich derſelben nur allein bedienen wollte, viele Koſten und Arbeit verurſachen, und einem Privatgutsbeſißer ſolches öfters unmöglich fallen. Die Kunſt oder Induſtrie muß überdem nur der Natur, wo von derſelben etwas Unvollſtändiges gelaſſen worden iſt, zu Hülfe kommen, ſonſt aber derſelben niemahls vorgreifen.: Am beſten iſt es daher, daß man beyde Beſamungsarten, die natürliche ſowohl, als künſtliche, bey den anzulegenden Schonungen mit einander verbinde. Hat man keine Urſache, an der natürlichen Beſamung, daß dieſelbe einen glück? lichen Erfolg haben werde, zu zweifeln, ſo iſt es vernünftig, daß man ſich an derſelben, da ſie weder viele Koſten, noh Arbeit verurſachet, begnüge, und deren Wirkung abwarte. Kommen aber einige von den vorhin ausgenommenen Fällen vor, oder es muß ſonſt eine gute Wirkung der natürlichen Beſamung aus zureichenden Gründen bezweifelt werden, ſo iſt allerdings rathſam, daß man zu der künſtlichen Beſamung ſchreite, oder WD: im Fall ſolches füglich geſchehen kann, beyde Befruchtungsarten mit einander verbinde. Auf dieſem Wege wird man niemahls fehl gehen, ſondern verſichert ſeyn könnenz daß, wenn auch die eine Art nicht die gehörige Wirkung haben ſollte, ſolches doch von der andern, da ſie ſich beyde einander zu Hülfe kommen, erwartet werden- kann. Von ſelbſt verſiehet es ſich aber, daß alsdenn die künſtliche Beſamung ſchwächer eingerichtet werden kann, dabey aber auch die zu der natürlichen Beſamung erforderliche Samenbäume, eben ſo, als wenn keine künſtliche Beſamung dazu gekommen wäre, ſie- ben bleiben müſſen. Mmm 3 Ir 462 Eilftes Hauptſtück. In dem 6. 63. iſt"der zu einer tüchtigen Kieferholzſaat erforderliche Samen auf IX bis 2 Meßen auf einen Plaß von einem berliner Scheffel Ausſaat, welcher ganz ſicher vor eine magdeburgiſche Morge, zu 180 Quadrat: Ruthen gerechnet, angenommen wer- den kann, beſtimmet worden. Bey der Verbindung dieſer beyden Beſamunggsarten iſt es daher genug, wenn ei- nem ſolchen Plaß nur bloß eine berliner Meße von tüchtigen Samen mitgetheilet wird. Man darf nicht befürchten, daß durch dieſe Verbindung ein allzu häufiger Auf: ſchlag werde hervorgebracht werden. Dieſer Zweifel wird von ſelbſt„wegfallen, wenn man ſich dabey zurück erinnern will, daß ich bey dem Anbau des Nadelholzes ſchon mehrmahls erinnert habe, daß der Aufſchlag deſſelben niemahls dick genug ſeyn könne, ſondern ein dicker Aufſchlag die beſte Hoffnung zu künftigen guten und nußbaren Holz gebe, und folglich mehr vor nüklich, als ſchädlich, zu halten ſey. 3 G+. 700»' Warum bey den Eichen und Buchen die natürliche Beſamung nicht füglich Statt finden könne. Bereits 5. 5. 1432. und 191. habe ich bemerket, daß bey den Eichen und Buchen die natürliche Beſamung nicht wohl Statt finden könne, ſondern die künſtliche bey dieſen beyden Holzarten die beſte und ſchicklichſte ſey..; Die Urſachen davon ſind daſelbſt ſowohl, als auch in dem kurz.vorherſtehenden 5. 696. gehörig angeführet worden, wie denn auch die Natur dieſes Samens ſolches, von ſelbſt an die Hand giebt.; Nur bloß unter dem Bezirk der Bäume ſelber, und ſv weit deren Zweige gehen, kann, wie ſchon-.|. bemerket worden, von dem abfallenden Samen dieſer Holzarten ein neuer Holzaufſchlag erwartet werden, dahingegen die Zwiſchenräume und leere Pläße zwiſchen den Cichen oder Buchen immerwährend unbeſeket bleiben würden, wenn nicht der menſchliche Fleiß dabey zu Hülfe käme. Der unter den Eichen oder Buchen entſtandene junge Holzaufſchlag kann über- dem, wie es die Vernunft ſelber giebt, zur Vermehrung dieſer Holzarten niemahls nüße? lich werden, weil derſelbe durch die alte Bäume verdämmet und erſticet wird, auch vor dieſelben niemähls zu der gehörigen Höhe gelangen kann. , Dieſes iſt, meines Erachtens, genug, um zu erweiſen, daß die natürliche Be- ſamung bey den Eichen und Buchen füglich nicht Statt finden könne... ' S. 701. Daß daher bey dieſen Zolzarten nur die künſtliche Beſamung Statt finde, uud warum man, darunter vorzügliche Sorgfalt anzuwenden, Urſache häbe. Daraus aber folget noch nicht, daß die Anlegung verhältnißmäßiger Schonungen in den Eich- und Buchwäldern eben ſo nüßlich und nothwendig, als ſie es in den Kiefer: und Tannenwäldern ſind, wären. Bey Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 463 Bey allen Arten des Holzes iſt ein gewiſſer Abgang, wenn er auch nur bloß durch das natürliche Abſterben, und Eingehen der Bäume verurſachet werden ſollte, unvermeidlich. Ein ſolc. ZE 6. 709. Bemerkung, daß dieſe Unterholzarten von weit wenigerer Dauer, als das Oberholz, ſeyn, und aus dieſem Grunde deren Wiederbeſamung nöthig-; . zu ſeyn ſcheine.;; Inzwiſchen iſt do< auch gewiß. daß dieſe und alle andere Unterholzarten, an und vor ſich weit weniger dauerhaft,„als Kiefern, Eichen und Buchen, ſind, und ſie nicht dasjenige Alter, was dieſen zugeſchrieben wird, erreichen.: Ihre Dauerhaftigkeit wird noch überdem durch den öfters wiederhohlten Hieb gar ſehr geſchwächet, und man wird wohl ſchwerlich eine Birke oder Erle, die 3 bis 4 Mahl hinter einander abgeholzet worden iſt. noch in den Umſtänden, daß von ihnen ein reichlicher neuer Nachwuchs zu erwarten wäre, antreffen. 5 Aus dieſem Geſichtspunct ſcheinen ſie denn ebenfalls von Zeit zu Zeit, entweder einer natürlichen, oder künſtlichen Beſamung nöthig zu haben, wenn die damit beſekte Holzpläße ihren Eigenthümer nicht verlaſſen, ſondern einen fortwährenden ſichern Er- trag gewähren. ſollen.; CG 710,7 Wie ſich die mit dieſen Unterholzarten bewachſene Soſzplätze demohnerachtet durch eine un» merkliche naturliche Beſamung von Zeit zu Zeit nuzbar erhalten, Inzwiſchen iſt gewiß, daß bey dieſen Holzarten die künſtliche Beſamung nur we- nig nöthig ſey, ſondern auf den alten Holzpläßen das erforderliche durch die natürliche Beſamung hierunter genugſam beſtritten werden könne.) Beydes, ſowohl Birken als Erlen, tragen ſehr häufigen Samen, welcher ſchon von ſelbſt durch. ſein beſtändiges Abfallen. jährlich eine Menge von jungen Stämmen erzeuget.' 0. Es wäre ſonſt auch nicht möglich, daß die Birken- und Erlenbüſche ſich bey den fo oft wiederhohlten Hieben noch immer in ſo gutem Stande erhalten könnten. Denn man findet allenthalben Birk- und Erlenbüſche, die einige hundert Jahr, ja wohl gar ſo alt, als die Welt ſelber, ſind, und dennoch, ob ſie gleich alle 20 oder 25 Jahre abgeholzet werden, immer nußbar bleiben.; Würden nicht die alten Stämme, vermittelſt des von Zeit zu Zeit äbfallenden Samens, unvermerkt wieder durch. friſche Stämme erſeßet, ſo müßte ein ſolcher Buſch wenigſtens nach 3 bis.4 Hieben in ſeiner Nußbarkeit aufhören, Durch dieſe unvermerkte Wiederbeſamung aber mit jungen Pflanzen, die nicht aus dem alten Samen und Wurzeln hervorſchießen, ſondern aus friſchen Samen erzeu- get werden, und daher auch ihre eigene Wurzeln haben, wird-die beſtändige Erhaltung eines ſolchen Buſches. oder Waldes möglich gemacht. Inzwiſchen iſt nicht zu läugnen, daß die außer der Schonzeit jährlich aufſchla- gende Birken- oder Erlenpflanzen, weil ſie, von dem darin weidenden Bieh gar zu ſehr verbiſſen. und: zu f, S. 712, Aufgeworſene Frage: ob es nicht bey der neuen Zolzabnutzungsart nüglich ſey; unter den jährlich abzutreibenden Zauen, beſonders in den Riefer- und Tannenwäldern, auch zugleich auf einen verhältnißmäßigen Anbau von Unterholz, beſonders von Birken und Erlen wenn auch gleich daſſelbe daſelbſt ſonſt nicht vorhanden gew?ſen wäre,? Zedacht zu nehmen. Daß die Birken und Erlen, wenn ſie mit hohen Holzarten vermiſchet ſind, das beſte Unterholz abgeben, iſt bereits verſchiedentlich, beſonders aber in dem dritten Abſchnitt der zweyten Abtheilung, wo wir eigentlich von den verſchiedenen Unterholze Arten gehandelt haben, erinnert worden, und es fällt auch ſolches einem jeden, der nur einige Kenntniß von der Holzwirthſchaft hat, von ſelbſt in die Augen. Das Unterholz bringet öfters, weil es öfterer abgetrieben werden kann, meßr Nußen, als das Oberholz, und es iſt daher, ſolches aus den Wäldern gänzlich zu ver- bannen, nicht räthſam; vielmehr erfordert es nicht ſelten die wirthſchaftliche Klugheit, ſolches eher zu vermehren, als zu verringern. Beſonders ſcheinet dieſes die neue Holzabnußungsart des Oberholzes gewiſſermas ßen anzurathen. Ehedem und bey Der alten Holzabnußungsmethode hielt man es für beſſer, wenn die leeren Pläße unter dem Oberholz mit jungen Pflanzen von gleicher Art mit dem Ober- Holz beſeßet waren, indem man auf dieſe ſeine ganze Hoffnung wegen Erhaltung des Waldes gebauet hatte. Allein, der ganze Zuſammenhang der mit mehrerm beſchriebenen neuen Holzab- nußunggart zeiget von ſelbſt, daß, vornehmlich in den Kiefer- und Tannenwäldern, die unter dem Oberholz ſtehende junge Baumpflanzen von gleicher Art keinen eigentlichen Nu- ßen mehr ſtiften können, weil ſie, wenn dem Revier, worin ſie ſtehen, die Reihe des Abtreibens trifft, mit weggenommen werden müſſen, ſolche aber, wie ich ſchon bey einer andern Gelegenheit bemerket habe, nur ein ſehr ſchlechtes und wenig brauchbares Holz abgeben, öfters auch- bey dem Abräumen eines abgetriebenen Haues mehrere Mühe und Koſten, als ſie werth ſind, verurſachen.* Sie können alſo nunmehr zur Erhaltung des Waldes, int Anſehung der Oberholz- Arten uichts weiter beytragen, ſondern dieſe beruhet lediglich auf die ordentliche und richtige Beobachtung der Schonungen in den eingetheilten Hauen, Ob gleich ein recht dichter ſowohl Kiefern- als Eichenaufſchlag, wie ich mehrs mahls erinnert habe, der beſte und vorzüglichſte iſt, und daher auch ein jeder Waldeigen- tbümer oder Forſtbedienter, um ſolchen möglich zu machen, alle erforderliche Sorgfalt anwenden muß, ſo wird es doch, auch bey dieſer Ordnung, beſonders wenn ſich das Holz Hey ſeinem mehrern Heranwachſen von den überfläſſigen Stämmen zu reinigen anfängt, niemahls an leeren Zwiſchenräumen fehlen, wo noch immer das Unterholz zu ſeinem Wachsthum einigen Plaß übrig behält, Ein Kiefern- oder Fichtenwald, wo die erwachſene Bäume nicht mehr als 6 bis 83 Fuß von einander ſiehen, muß ſchon vor ſehr gut und reichlich beſeket angeſehen WeydeR» J Ia Ja es iſt ihnen dieſer Abſtand, theils um ihre Wurzeln gehörig ausbreiten, theils aber auch des-Zufluſſes der Luft und Sonne einiger Maßen genießen zu können, ſchlech- terdings nothwendig. Eine problematiſche Frage iſt es daher, ob nicht dieſe Zwiſchenräume zum Anbay- des Unterholzes, beſonders der Birken und Erlen, angewendet werden können. Jh nenne dieſe Frage mit gutem Recht problematiſch, weil ihre Verneinung eben ſo viele Gründe vor und wider ſich hat, als ihre Bejahung, und es daher dayauf ankommt,“ welche von dieſen Sründen die wichtigſten und richtigſten ſind,] : GQ. 713 tT7othwendigkeit einer vorläufigen Prüfung des Bodens, ehe man ſich in einen dergleichen neuen Anbau von Unterholz einläſſct. Ih habe zwar hierzu beſonders die Birken und Erlen anempfohlen, weil ſie ſon? der Zweifel unter allen Unterholzarten diejenigen ſind, von welchen man ſich, ſowohl in dem Gebrauch, als auch in Anſehung ihres ſtärkern Wiederwuchſes, den meiſten Vor- theil verſprechen kann.;, Inzwiſchen kann doch dabey-nicht unerinnert gelaſſen werden, daß dieſe beyde Unterholzarten, beſonders die Erlen, welche einen tiefliegenden, oder doch wenigſtens naßartigen Boden verlangen, nicht allenthalben gleich gut gedeihen und fortfommen. Nothwendig iſt es daher, daß man, ehe man zu einem Anbau dieſer Arten von Unterholz unter dem Oberholz ſchreitet, zuförderſt, ob auch der Grund dazu tüchtig ſey, gehörig prüfet, indem durch dergleichen neue Anlagen, wenn ſie nicht an dem rechten Ort angebracht werden, anſtatt des angehofften Vortheils, ſehr leicht Schaden geſtiftet werden kann. Sollte der Boden zu den Erlen nicht geſchickt ſeyn, ſo bleibet man bey den Bit- ken; zumahl dieſelben in Anſehung ihres Holzes faſt noch mehrere Vortheile, als die Er- len, gewähren.; Sollte aber keine von dieſen beyden Unterholzarten dem vorhandenen Boden ans paſſend ſeyn, ſo findet man in dem drititen Abſchnitt der zweyten Abtheilung ein voll- ſtändiges Verzeichniß der verſchiedenen Gattungen des Unterholzes, nebſt einer zuver- läſſigen Bemerkung, welche Art des Bodens vor eine jede die beſte iſt, und es kann ſich daher ein jeder diejenigen daraus wählen, von welchen er glaubet, daß ſie dem Erdreich der abgetriebenen Holzreviere, die er mit Unterholz beſeßen will, am meiſten an: gemeſſen ſind, 2| 6... 714. Vorzüglicher TTutzen, den das Unterholz, beſonders die Birken und Erlen, wegen ſeines öfe tern Wiederwuchſes, gegen das Oberholz gewähret, welches durch eine von dieſen bepe den Solzarten auf hundert Jahre ängelegte tTugungsberechnung näher erläutert wird Ehe aber dieſes geſchehen kann, muß jederzeit zuförderſt die Frage, ob auch bey der neuen Holzabnußungsart unter dem neuen Aufſchlage des Oberholzes, zugleich eine oder die andere Art des Unterholzes mit anzuziehen, rathſam ſey? entſchieden werden. : Falt Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 471 472 Eilftes Hauptſtü>. Fällt dieſe Entſcheidung verneinend aus, ſo iſt die ganze Sorge wegen der beſten dazu zu wählenden Unterholzarten vergebens, und alles dasjenige, was wir vorhin davon geſaget haben, unbrauchbar. Glaubet man aber ſolche bejahen zu können, ſo kann'alsdenn das vorhin ange- führte darunter zur Richtſchnur angenommen werden.; Wahr iſt es, daß durch das unter dem Oberholz mit angezogene Unterholz dem Eigenthümer des Waldes verſchiedene wichtige Vortheile, und öfters mehrere, als er von dem Oberholz zu erwarten hat, zuwege gebracht werden gönnen.] Eine Holzart, die 3 bis 4 Mahl genußet werden kann, ehe man ſich dergleichen von der Hauptart des Oberholzes zu verſprechen hat, hat vielen Schein vdr ſich, daß ſie in der That mehrern Nußen, als die in dem abzutreibenden Reviere Oberhand habende Oberholzart, zu gewähren im Stande iſt, ; Wir wollen einmahl, um uns dieſes deſto deutlicher und begreiflicher zu machen, einen nad) der neuen Holzabnußungsart abgetriebenen Holzſchonungsort von-50 Morgen - annehmen. Auch bey der beſten Beſchaffenheit deſſelben können mehr nicht, als 24 Stü Sageblö&e, ein haib Scho& ſtarkes Baubolz/y'ein ShoX Mittelbauholz, ein S. ; CG. 719.; t7och mehrere Urſachen, warum man ſich von dem Anbau des Unterholzes unter dem Obert» - Solz bey der neuen Zolzabnugzungsart nicht abhalten zu laſſen habe.; Ich hoffe ſolchemnach die Zweifel, die gegen die Anbauung des Unterholzes, be? ſonders in den Kiefer- und Tannenwäldern, angebracht werden können, hinlänglich ge hoben zu haben.; Und wenn es auch wirklich andem wäre, daß das Unterholz dem Oberholz nach theilig werden könnte, ſo wird doch die 8. 715. angelegte Berechnung des Nußkens von beyderſeitigen Holzarten allen dabey vorwalten könnenden Bedenklichkeiten von ſelbſt ein Ende machen. Daß das Oberholz durch das Unterholz gänzlich untauglich gemacht werde, wird wohl niemand zu behaupten begehren, und es ſtreitet ſolches auch ganz offenbar, wie ich ſchon vorhin beyläufig bemerket habe, wider alle Erfahrung. Alles Widrige, ſo vor das Oberholz daraus erwachſen könnte, würde lediglich darin beſtehen, daß es wegen der Nahrungsſäfte, ſo ihm durch das Unterholz entgingen, einige Jahre ſpäter zu ſeiner Bollkommenheit gelangte. 6 - Man halte aber nur dieſen Schaden, der doch noch immer ſehr zweifelhaft iſt, und nicht ſo ſchlechterdings zugeſtanden werden kann, gegen den Nußen, den man ſich von dem Unterholz ganz ſicher verſprechen kann, ſo wird es von ſelbſt in die Augen fallen, daß man, hierauf Rückſicht zu nehmen, und ſich von dem mehrgedachten Anbau des Un- terholzes unter dem Oberholz auf den nach der neuen Holzabnußkungsart abgetriebenen Hauen abhalten zu laſſen, keine gegründete Urſache habe. 6. 720. Daß aber auch alsdenn, fo wohl bey dem Unter- als Oberholz eine künſtliche Beſamung vorzunehmen ſey. Die Verbindung des Unterholzes mit dem Oberholz hat ſole und Stubben beobachtet, ſo werden nur wenige Hinderniſſe, warum nicht auch eine dergleichen Umſtürzung der Oberfläche bey der natürlichen Beſamung geſchehen könnte, übrig bleiben.; Geſeßt aber auc), daß ſolches nicht wohl möglich zu machen wäre, ſo werden doch immer, nach dem ſchon bey einer andern Gelegenheit geäuſſerten Vorſchlage, die allzufeſten oder gar zu ſehr beraſeten Stellen vermittelſt einer Hacke aufzulockern, und da- durch dem aufliegenden Samen ein deſto leichterer Eingang zu verſchaffen ſeyn. Viele Waldbeſiker ſuchen dieſes mit einiger Mühe verknüpfte Aufloern der ab- gebrachten Holzpläße dadurch zu vermeiden, daß ſie dieſelben, ehe ſie ſolche zur Schon- ung einſchlagen, recht ſcharf und häufig mit großen Vieharten behüten, und dadurch den benarbeten Waldgrund, wie man ſich in der gewöhnlichen Waldſprache auszudrucken pfleget, wund treten laſſen. Es iſt nicht zu läugnen, daß dieſe Vorbereitungsmethode von ganz gutem Nußen ſey, indem weiter nichts mehr nöthig iſt, als zu verhüten, daß der von den Samenbäu? men abfliegende Same nicht auf die beraſeten Flecke liegen bleiben, und, ohne in das Erdreich eindringen zu können, verdorren möge, Ob nun dieſes durch eine vermittelſt der Hacke geſchehene Auflockerung, oder WWoundtretung des Bodens vermittelſt der Behütung geſchehe,. iſt an ſich einerley. 6. 725; Warum es nicht undienlich ſeyn würde, bey der künſtlichen Beſamung den zu beſamenden Zolzplag mit Zeideforn oder Buchweitzen zu beſäen, indem der Boden dadurch deſto mehrere Reinigkeit und Mürbe erhielte. Bey der künſtlichen Beſamung in den Kiefer- oder Tannenwäldern iſt, weil ge- meiniglich die Oberfläche des ganzen Reviers vermittelſt eines Pfluges umgeſtürzet zu werden pfleget, weder eine dergleichen Auflo>erung noch auch Wundtretung des Bodens nöthig, indem der ausgeſtreuete Same ſchon durch die Umſtürzung des Erdreichs genug- ſame Gelegenheit, ſich mit dem Boden, der zu ſeiner Empfahung beſtimmetiſt, zu ver? einigen und darin Wurzel zu ſchlagen, findet. Inzwiſchen führet doch auch ein dergleichen von vielen Jahren her verraſeter und verwildeter Boden, in Anſehung der darin befindlichen Quecken und Graswurzeln, ver- ſchiedene Hinderniſſe, welche dem Aufgehen und Fortkommen des ausgeſtreueten Holzſa- mens eutgegen ſtehen, bey ſich, und es würde daher ein Mittel, wodurch ihm dieſe Hin? derniß benommen werden könnte, nicht zu verachten ſeyn. Nur erſt vor wenigen Tagen habe ich von einem Wirthſchaftsfreunde aus der- Nachbarſchaft derjenigen Gegend, woſelbſt ich mich gegenwärtig auf halte, vernommen, daß er, aus eben dieſer Urſache eine erſt neuerlich eingeſchlagene Holzſchonung, die er eben? fails. durc eine künſtliche Beſamung wieder beſeßen will, vorher mit Heidekorn oder Buchweißen zu beſäen geſonnen ſey, Die Von dcn wirtüſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16; 48x Die Abſichten dieſes Wirthſchaftsfreundes dabey haben mir dergeſtalt gegründet zu ſeyn geſchienen, daß ich dieſeiben bey dieſer Gelegenheit nicht verſchweigen noch über- ehen fönnen.|] 9) Daß das Heidekorn oder Buchweißen alles Land und Acer ungemein rein und mürbe mache, iſt aus der Erfahrung zur Genüge befannt, und man gewinnet auf einem mit dieſer Getreideart beſtellet geweſenen Felde jederzeit das beſte Korn.; Die Urſache davon beſtehet lediglich darin, daß daſſelbe den Acker von allem un: ſchlichtigen Weſen reiniget und dabey mürbe machet, j Keine Urſache iſt vorhanden, warum nicht ſolches auch bey dem wieder zu beſa- menden Holzlande eine gleiche Wirkung haben ſollte. Es ſcheinet zwar ſolches die baldige Wiederbeſamung der abgetriebenen Holzpläße, die wir ſchon mehrmahls ſchlechterdings als nothwendig angegeben haben, aufhalten zu wollen.! : In der That aber würde davon nur ein ſehr geringer Verluſt heraus kommen können, und weiter daraus nichts entſtehen, als daß die Abnußung des ganzen Waldes auf ein Jahr länger ausgeſeßet bliebe. Bey einer richtigen Waldabnußung kommt es nicht ſowohl auf Jahre, Tage und Stunden, als vielmehr auf eine richtige Beobachtung der vorhin ſo oft bemerkten bey der Holzwirthſchaft nöthigen Ordnung an. Ob ich nun gleich dem geneigten Leſer dieſes mir zur Beförderung der fünſtlichen Holzbeſamung bekannt gewordene Mittel nicht ſchlechterdings aufbürden will, ſo habe ich ſolches doch auch nicht gänzlich verſchweigen können, ſondern deſſen nähern Beurtheil- ung und Einſichten überläſſen müſſen. Vorzüglich, deucht mir, würde hiervon alsdenn eine Anwendung zu machen ſeyn, wenn, nach meinem in der drieten Adrheilung 6. 569. gethanen Vorſchlage, der ganze Wald in 29 verſchiedene Schläge eingetheilet, und dem Eigenthümer zur Benußung ei- nes jeden Schlages eine Zeit von 5 Jahren verſtattet würde. ; In dieſem Fall könnte die Beſamung des fünſtlich zu beſamenden Holzreviers nie- mahls ſchädlich werden, noch einen Aufenthalt in dem jungen Holzaufſchlage, wie ſich aus dem nähern Zuſammenhange dieſer Holzabnukßungsart von ſelbſt ergeben wird, ver? urſachet werden, 6. 726. Warum es höchſt ſchädlich ſey, die anzulegende Eichelkämpe vorher einige Jahre Hinter ein» ander durch Setreideſaaten zu nugzen. Was-in Anſehung der Eichelſgat ſo wohl, als auch der Verpflanzung der jungen Eichſtämme zu beobachten iſt, ſolches habe ich bereits. dem ZUE= 1078000 der 3zweyren Äbrbeilung 6. 143. umſtändlich bemerket, und ich will mich ebenfalls, um eine unnöthige Wiederhohlung zu vermeiden, darauf lediglich bezogen haben. Nur muß ich bey- den Eichelkämpen erinnerlich machen, daß die allzubäufige Beſamung derſelben vor der Sichelſagt nicht allerdings dienlich ſey,; - Oecon. Forens. VII Theil, Ppp Der 482 Eilftes Hauptſtü>, Der. Grund, worin Eichen wachſen, iſt auc gemeiniglich ein ſehr guter Getreideboden,: Hierdurch läſſet man ſich ſehr leicht reißen, ym die zu Eichelkämpen beſtimmte Pläße einige Jahre vorher zu bea>ern, zu beſäen, und durch einen Getreidebau zu nußen, alsdenn aber erſt die Eichelſaat darin zu beſtellen.|, Wenn diejenigen, die ſolches thun, nicht unter einer nähern Aufſicht ſtünden, ſo würde öfters aus dergleichen Eichelfämpen gar nichts werden, ſondern die dazu aus987 ſelzte Pläßze auch beſtändig zum Ackerbau verbleiben. Die nähere Aufſicht aber macht es, daß dennoch endlich zur Eichelſaat geſchritten werden muß, obgleich alsdenn der ausgeſtreuete Samen einen ſchon ausgeſogenen und an Kräften erſchöpften Grund findet. z Daß dieſes nichts tauge,„und dem ganzen Endzweck der Eichelſaat zuwider laufe, fällt von ſelbſt in die Augen, Inzwiſchen nimmt man es doch bey dem Durchreiſen der Wälder in den meiſten landesherrlichen Forſten wahr. 6. 727 Daß auch das Beſäen der Eichelkämpe mit Zeidekorn oder Buchweigen rathſamy, und wie dabey zu verfahren ſeyn würde. Das Umſtürzen der zu den Eichelkämpen beſtimmten Pläße iſt allerdings noth? wendig, Eben ſo nothwendig iſt es auch, daß der Boden ſolcher Eichelkämpe gehörig mürbe zu machen geſuchet werde, damit ſich die zarten Pflanzen in demſelben gehörig einwurzeln, und nach und nach ihre Wurzeln ungehindert ausbreiten können,| Denn ſo dauerhaft auch die Eichen, wenn ſie zu ihrem gehörigen Alter und Stär? ke gekommen, ſind, ſo viele Vorſicht und Pflege erfordern ſie dennoch bey ihrer erſten . Anziehung, und es ſind eher zehn gute Kiefer? und Tannenwälder, als ein einziger tüch- tiger Eichwald anzubauen, wie denn überhaupt alle Laubhölzer hierunter weit mehrere Aufmerkſamkeit, als das Nadelholz, erfordern. Demohnerachtet iſt dennoch die Sache zu weit getrieben, wenn man die Pläßke, die zu den Eichelfämpen und der Eichelſaat beſtimmet ſind, vier bis fünf Jahr mit allex- hand Arten von Getreideſorten nußet, und alsdenn- erſt zur Eichelſaat ſchreitet. Durch dieſe wiederhohlte Getreideſaaten werden die Kräfte des Bodens erſchö- pfet, und die ausgeſtreuete Saateicheln ſinden in demſelben nur wenige Nahrung, wo- durch ſowohl ihr Aufgehen und Hervorbrechen, als auch das Gedeihen der von ihnen zum Borſchein gekommenen Pflanzen, gehindert wird, j' Das übelſte hierbey iſt, daß man bey der Beſamung ſolcher Eichelfämpe gemei- niglich ſolche Früchte, welche die meiſte Nahrungsſäfte erfordern, und folglich aus dew ſelben auc< wegnehmen, als Weißen und Gerſte, beſäet. Kann eine Getreideſaat bey demſelben Statt finden, ſo muß ſolche ebenfalls von der Beſchaffenheit ſeyn, daß ſie das Land nicht ſo ſehr entfräftet, ſondern daſſelbe dabey vorzüglich mürbe und locker zu machen im Stande iſts' Und Bon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 483 ; Und dieſes wird auch hier durch das Heidekorn oder Buchweißen am ſicher- ſten bewirket. Mein Vorſchlag würde daher dahin gehen, daß man die Eichelkämpe das erſie Jahr bloß ſtürzte, und es vermittelſt der Luft und Sonne, welche die beſte Wirkung da- bey thun, recht auswittern ließe, nachher aber daſſelbe mit Heideforn oder Buchweißen beſäete, und alsdenn erſt zur wirklichen Eichelſaat ſchritte, ohne jedoch alsdenn eine Ge- kreideſorte mit darunter zu miſchen, als welches den inzwiſchen hervorgeſproſſenen jungen Eichpflanzen bey der Abbringung des Getreides nicht anders, als höchſtſchädlich werden fönnte, 67.528. Zu welcher Zeit die wirkliche Schonungen erſt angehen, und daß ſelbige, um ſie gehörig ſicher zu ſtellen, mit ſichern und in die Augen fallenden rilerkmablen vezeichnet werden müſſen. Iſt dieſes alles, ſowohl bey den abgetriebenen Schlägen in den Kiefer- und Tan- nenwäldern, als auch den Eichelkämpen und Anpflanzungsſtätten in den Eichwäldern, gebörig beobachtet worden, und vorher gegangen, ſo gebet alsdenn die Zeit der Schon«- ung an, wo das Vieh von den neu beſamten Holzungsplägen, es mag-deim Eigenthums- Herrn ſelber, oder den Aufhütungsberechtigten zugehören, zurück bleiben muß. Nothwendig iſt es, daß ſolches den Hirten, und beſonders denen, die das Vieh der Auf hätungsberechtigten hüten, gehörig kund gethan werde, Nur ſehr ſelten aber kann man ſich auf dergleichen Leute, in dex treuen Beob- achtung des ihnen darunter kund gemachten Verboths, verlaſſen. In dem erſten und zweyten Jahre bleiben ſie zwar, weil durch das Abtreiben des Holzes auch zugleich der(Graswuchs zerſtöret und verhindert worden iſt, von ſelbſt zurück, Weil aber in den folgenden Jahren auf ſolchen Schonungspläßen deſto beſſeres und häufigeres friſches Gras aufzuſchlagen, pfleget, ſo hält es ſchwer, dieſelben davon abzuhalten, und ſie pflegen gemeiniglich, wenn ſie darauf betroffen worden, ſich mit der Entſchuldigung, daß ſie nicht, wie weit eigentlich die Schonungen gingen, gewußt hät? ten; zu behelfen. Dieſes macht es denn nothwendig, dergleichen Schonungspläße mit gewiſſein ſichern Merkmahlen und Kennzeichen, woran ſie von den erlaubten und frey gebliebenen Hütungsrevieren auf eine zuverläſſige Artunterſchieden werden können, zu verſehen. Nach der Verſchiedenheit der Holzarten, die in den eingeſchlagenen Schonungen angezogen werden ſollen, müſſen auch dieſe Merkmahle und Kennzeichen verſchieden ſeyn. uwe 220.;: Von den Graben, womit manin den Riefer- und Tannenwäldern die eingeſchlagene Schonungen zu bemerken pfleget. In den Kiefer- und Tannenwäldern iſt es gewöhnlich, die beſtimmte Schonun-. gen durch beſondere Graben zu bezeichnen, und ſelbige damit, wenigſtens von der Seite, wo das Vieh eindringen kann, zu umſchließen. Ppp2: In 484»"Eiiftes Houptſtü>. Jn den kändesherrlichen Waldungen trifft man ſolches zu jeßigen Zeiten überall än, dergeſtalt, daß man, wenn man durch ſolche Wälder fähret, an allen Seiten lau ter ſolche Graben wahrnimmt.. Fn den meiſten Privatwäldern ahmet man ſolches ebenfalls nach. Man kann zwar SE ob in einem Walde viele oder wenige Schonun- gen angeleget ſind, daraus abnehmen. Sonſt-aber ſcheinet mir ſolches mehr gut gemei- vet zu ſeyn, als daß davon eine wahre Wirkung und zweckmäßiger Erfolg erwartet werden nnte. SSS NRPE EIE E02 WEH AURGEUEN.* 2:52 2€ 531 Der Boden in den Kiefer- und Tannenwäldern iſt gemeiniglich dergeſtalt ſandig, daß die darin gemachte Graben nach kurzer Zeit wiederum verfallen, und beynahe uns kenntbar bleiben. ) Und wenn auch dieſes nicht wäre, ſo können ſie doch niemahls ſo tief gemacht werden, daß nicht alle Arten des Viehes ganz bequem durch dieſelben zu kommen, und in die Schonungen ungehindert einzudringen, vermögend wären.»d; Nur bloß den Hirten kann dadurch die gewöhnliche Entſchuldigung der vorgege- benen Unwiſſenheit, wie weit die Gränzen der eingeſchlagenen Schonungen gingen, be- nommen werden. Dieſer Vorwand aber ſcheinet mir“ durch die Koſten, ſo dergleichen Graben verurſachen, zu theuer abgekaufet zu ſeyn. t eG 6. 730. Warum auch dieſe Schonungsgraben in den großen landesherrlichen Forſten nicht gänzlich 'ohne allen Trugzen ſind, zumahl ſie daſelbſt gemeiniglich nur ) wenige Roſten verurſachen..) In den landes8herrlichen Wäldern kann man ſolches aus zweyerley Urſachen nicht gänzlich tadeln.; Einmahl pfleget das Anfertigen ſolcher Graben gemeiniglich eine Strafe derjeni- gen zu ſeyn, welche ſich eines oder ändern leichten Holzverbrechens ſchuldig gemacht ba- ben, daß alſo der Forſtcaſſe dadurch keine beſondere, oder doch nur wenige Koſten, ver- urſachet werden dürfen. NE ; Demnächſt iſt auch in dieſen größen Waldungen ein vorzüglich in die Augen fas lendes Merkmahl der angelegten Schonungen deshalb nöthig, damit nicht aliein- alle Durchreiſende, weil gemeiniglich ſolche große Forſten mit vielen Wegen und Landſtraßen durchſchnitten zu ſeyn-pflegen, dieſelbe deſto ſicherer reſpectiren, ſondern auch die Holzbe: rechtigten oder Holzkäufer ihre Pferde darin zu weiden, abgehalten werden mögen. 3 Nichts iſt gewöhnlicher, als daß beyde, die Durchteiſenden und auch Holz aus dem Walde. holenden, wenn ſie Gras antreffen, ihre Pferde ausſpannen, und ſolche da- ſelbſt recht ſatt freſſen laſſen, woraus auch in den großen landesherrlichen Wäldern, weil daſelbſt ohnehin überflüſſiges Gras und Weide vorhanden iſt, nicht viel Aufhebens ge- macht zu werden pfleget. ZER;.; --" Weil aber in den angelegten Schonungen gemeiniglich das beſte und friſcheſte Gras angetroffen wird, ſo werden dieſe Leute: natürlicherweiſe, in demſelben ihre Pferde vorzüglich zu hüten, dadurch angereikßet, und ſie ſind, wenn ſie betroffen WERTES K Bon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl. 485 bald mit dem Vorgeben, wie ſie nicht gewußt hätten, daß ſolches ein Schonort ſey, fer- tig, welches auch vielleicht bey manchem Fremden, der den Wald.nicht ſo eigentlich) ken- net, wahr ſeyn kann. j Iſt aber eine Schonung mit einem ſolchen merklichen und in die Sinne fallenden Zeichen, als ein dergleichen Graben iſt, eingeſchloſſen, ſo fällt dieſe Entſchuldigung bey allen, ſowohl Bekannten als Unbekannten, von ſelbſt hinweg, und es wird daher ſo leicht- niemand, die bezeichnete Gränzen der Schonungen zu übertreten/ wagen, zumahl wenn . noch überdem an beyden Enden ſolcher Schonungen ein Paar Warnungstafeln, die man .guch gemeiniglich in den Wäldern, wo eine gute Ordnung herrſchet, anzutreffen pfleget, aufgerichtet ſind, 6. 731. Was es hierunter in Anſehung der Privatwälder, die g'meiniglich nur von einem ſehr m ßigen Umfange ſind, eine ganz andere Zewandtniß habe, weil ein Eigenthümer durch dergleichen Graben zu viel von ſeinem Zolzterrain ' verlieren würde, In den Privatwäldern hat es hierunter nicht eine gleiche Beſchaffenheit. Dieſe ſind gemeiniglich nur von einem mäßigen Umfange, wenigſtens kommen ſie don landes- herrlichen Forſten darunter niemahls gleich.:) Ein Privateigenthümer hat daher ſchon mehrere Urſache, mit dem Grund und Boden. ſeines Waldes ſparſam umzugehen, und denſelben nicht unnöthiger Weiſe zu verſchwenden.' Dean gewiß iſt es, daß, wenn ein Wald etwa von 3 bis 4009 Morgen in 109 verſchiedene Schonungen eingetheilet, und eine jede ſolche Schonung mit einem derglei: , ? Solches it nach den Forſtordnungen nur ein Vorrecht det» landesherrlichen Forſtämter. j Die Schonungsgraben in den Privatwäldern müſſen daher durchgehends vor ba- res Geld angefertiget werden, und hierdurch ſelzet ſich, meines Erachtens, ein Eigenthü- mer in ſehr unnöthige Koſten. 5; Ueberdem iſt auch das Verkehr von fremden. Durchreiſenden oder Holzkäufern und Holzberechtigten in den meiſten Privatwäldern nur immer wenig bedeutend, ſo, daß es von dem beſtellten Jäger oder Holzwärter, wenn derſelbe nur ſleißig iſt, und ſeine Schuldigkeit thut, ganz bequem überſehen und alles Einhüten in die Schonungen ver- hindert werden kann.; 'Dergleichen mäßige Privatwälder pflegen auch nur ſelten ſo viel überflüſſiges Giras, welches ſie zum Ausſpannen reißen kann, als die große landesherrliche Forſten, zu haben, weil theils das eigene Vieh, theils aber auch öfters das Vieh der Auf hütungsbe-. rechtigten, ſolches ſchon von ſelbſt kurz genug hält, ynd davon vor Freinde nicht viel übrig läſſet. Aus dieſer Urſache iſt denn, die jährlich einzuſchlagende Schonungen mit koſiba: ren Graben umſchließen zu laſſen, und dazu einen Theil ſeines Holzländes zu verſchwei: den, ebenfalls nicht nöthig.; G. 733 Warum die Schonungen in Privatwäldern ganz füglich durcH ausgeſente Warnungstafeln bezeichnet und ſicher geſtellet werden Lönnen. In ſolchen Wäldern ſind theils die eigene, theils aber auch die Hirten der Auf? hütungsberechtigten, wenn ein Wald mit dieſer unangenehmen Laſt beſchweret iſt, die größeſte Feinde der Schonungen, und gegen dieſe hauptſächlich nur hat ein Privateigen? thümer, um fie ſicher zu ſteten, Bedacht zu nehmen, Dieſen Hirten, ſie mögen eigene ſeyn, oder den Auf hütungsberechtigten zugehbö- ren, find ſchon vorhin bey ihrem täglichen Verkehr, ſo ſie in dem Walde haben, die Gränzen der Schonungen, wenn ihnen nur ſolche einmahl kund gemacht worden, zur Genüge bekannt, j Es findet daher bey denſelben niemahls eine Entſchuldigung, daß ſie dieſe Grän? -zen, ſie mögen mit einem Graben bezeichnet ſeyn, oder nicht, nicht gewußt hätten, Statt. Sie werden ſich auch gewiß, wenn ſie nur nicht von Zeit zu Zeit beobachtet zu werden befürchten dürfen, durch feinen ſolchen ſandigen Graben, durch welchen alles. Vieh ganz bequem hin und zurück getrieben werden kann, von dem Aushüten der Schon“ ungen abhalten laſſen. „Eine genaue Aufſicht und nachdrückliche Beſtrafung derjenigen, die ſim bierun: ter auf unrechtem Wege betreten laſſen, iſt die beſte und ſicherſte Schußwehr, die ein Privatwaldeigenthümer ſeinen Schonungen geben kann. Inzwiſchen find doch, wenigſtens um den Anfang und Wiederauf hebung der eip- geſchlagenen Schonungen gehörig zu beſtimmen, gewiſſe Zeichen, auch in den Wäldern der Privatgüterbeſißer, erforderlich. Hi [X] Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 487 "Hiezu ſcheinen mir die bekannte Warnungstafeln, die man auch ſchon, wie vor- bin gedacht, in den landesherrlichen Wäldern anzutreffen pfleget, ein ganz bequemes und auch vollkommen hinlängliches Mittel zu ſeyn. Man darf nur'auf einer jeden Eke der einzuſchlagenden Schonung eine derglei- k, legten Cichelfäimpen wieder zuwachſen möchte? und es iſt gewiß, daß, wenn in den Eichwäldern eben ſo, wie in dew Kiefer- und Tannenwäldern- alle Jahre ordentliche Schonungen angeleget würden, kein Eichwald, ſolches in der Fortdauer auszuhalten im Stande ſey. ER Dergleichen Behägungen der Eichelkämpe werden zwar nicht immer mit lauter Eichenholz bewirket, ſondern man nimmt auch öfters aus den nabe dabey belegenen Kie“ ferwäldern das Benöthigte dazu.;| Inzwiſchen bleibet doch allemahl gewiß, daß auch dieſes koſtbar falle, und da“ durch vieles ſonſt auf. andere Art noch nußbares und brauchbares Kiefernholz ver: ſchwendet. werde.; Beydes iſt unwirthſchaftlich gehandelt, und kann, bez mehrerer Ueberlegung und Aufſicht, vermieden werden.; S. 735» Wie, anſtatt dieſer koſtbaren Stac>enzäune, die Eichelkämpe ganz füglich durch geflochtene und oben mit Dornenſträuchern verſehene Strauchzäune ſicher. geſtellet ; 5 werden könnten.. Jn unſern Tagen iſt weder das Schwarz- noch. Nothwild ſo häufig, daß man,, zu deſſen Abhaltung, ganze Wälder zu Grunde zu richten, oder doch wenigſtens in ihren beſten Holzarten zu ſchwächen, nöthig bat. R Dem noch wenigen übrig gebliebenen Wild von dieſer Art kann der Eingang und das Eindringen in dergleichen Eichelkämpe,. auf eine weit leichtere und weniger fojibare Weiſe, verwehret werden. x T : Die Erfahrung lehret, daß in den Cich- und Buchwäldern gemeiniglich eine große Menge von allerhand kleinen-Straucharten aufzuwachſen, und es auch dabey an einer Menge von Dornenſträuchern nicht zu fehlen pfleget« Nichts iſt daber natürlicher, ais daß man die verſchiedene Straucharten zur Flechtung der bekannten Strauchzäune anwende, von den Dornſträuchern aber auf die- ſeibe eine Schußwehre gegen das Eindringen und Ueberſpringen der Hirſche und anderer größern-Wildpretsarten mache. Man kann verſichert ſeyn, daß, wenn dergleichen Zäune nur gehörig und regel? mäßig. angefertiget ſind, das Wildpret, beſonders aber die Hirſche, keine Luſt, durch ſeibige durchzudringen, und ſich daran zu verleßen, bezeigen werde.; ßG. 736- Was vor ein Wittel man anzuwenden habe, um auch die gepflanzten jungen Lichſtämme gegen den Schaden, der ihnen ſo wohl von dem Wilde, als zahmen Vieb, zugefüger werden kann, ſicher zu ſtellen. Ich habe oben bemerket, daß bey der Abnußungsart der Eich- und Buchwälder nicht immer ſolche Blößen, welche in ordentliche Eichelkämpe einzuſchlagen ſind, entſte: hen können, ſondern man auch öfters, um die darin befindliche Lücken und Zwiſchenräu me nicht unbeſeßet zu laſſen, zur einzeln Berpflanzung der zu dieſem Behuf in den Ei- eheibaumſchulen angezogenen jungen Eichſtämme ſchreiten. müſſe,; I Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1e;| 489 Was nun auch hiebey vor ein Mittel, um dergleichen Schonungen ſowohl gegen das Wild, als auch gegen die Hirten ſicher zu ſtellen, anzuwenden ſey? wird noch fer- ner eine näher zu erörternde Frage bleiben. Um den ausgepflanzten jungen Cichbäumen eine ſichere Scubßkwehre zu verſchaf- fen, wird wohl allemahl der ſicherſte Weg ſeyn, daß man einen jeden gepflanzten jungen Baum mit DoLnſträuchern umwinde.; Hiedurch wird das Wild ſchon von ſelbſt, ſich an einen ſolchen Stamm zu wa- gen, und ihm durc) Abſchälung ſeiner Rinde ſchädlich zu ſeyn, abgeſi hrecfet werden, und auch das zahme weidende Vieh wird dadurch abgehalten werden, zumahl ich bey dieſer Verpflanzung vorausſeße, daß die zu verpflanzende. junge Bäume ſchon eine ſolche Höhe erreichet haben müſſen, daß weder das Wild, noch auch das HSrößere zahme Vieh, ihnen an ihren Kronen einen merklichen Schaden zufügen kann, Inzwiſchen kann män ſich, in Anſehunz der Hirten,.eben derjenigen Warnungs- Tafeln, deren im 5. 733. in Abſicht der Kieferwälder angerathen habe, bedienen. Denn auch dieſe müſſen denſelben bey den erwähnten Pflanzſtellen zu einem ſichern Merkmaht; wenn ſolche geſchonet, oder wieder behütet werden Fönnen, gereichen. 9: 737% Daß man ſiH der Warnungstafeln auch bey den ScHonungen in d-m Unterholz bedienen Lönne, und warum nian mit deren baldigen Ausſegung Feine Zeit zu verſatumen habe,; Der Warnungstafeln kann man ſic) denn auch bey den in dem Unterholz nöthi- gen Schonungen, es mag ſolches unter dem Oberholz ſtehen, oder einen eigenen Plaß einnehmen, bedienen.! Daß die von dergleichen Unterholzarten abgetriebene Schläge oder Haue auf das baldigſte wiederum geſchonet werden müſſen, erfordert ihr ungeſäumter Wiederwuchs um ſo mehr, als ſonſt, wenn damit verzögert wird, durch das Verbeiſſen und Abfreſſen der neu ausgeſchlagenen Sprößlinge ein doppelter Schade angerichtet werden kann. Bey dem Oberholz hat dieſes weit weniger zu ſagen, weil öfters nach der Be- ſamung Jahr und Tag binſtreichen, ehe davon neue und junge Pflanzen zum Vorſchein kommen. Bey dem Unter- öder lebendigen Holz aber iſt es unausbleiblic<, daß 3 nächſten Frühjahre die zurück gebliebene Stöcke. und Wurzeln ſofort JEM ee ME und der Wiederwuchs des erſten Jahres iſt darunter gemeiniglich der beſte und häufigſte, Ss. 738. Von der Zeit der Schonungen, und wenn ſolche wieder aufzuheben ſind. Die Zeit, wie lange eine jede Holzart zu ſchonen, und mit keinem Vieh zu be- hüten ſey, wird endlich noch der lektere Gegenſtand unſerer in dieſer Materie anzuſtels kenden Betrachtungen ſeyn, Oecon, 1 rens. VI] Theil,; 2 99 Wie 490 Eilftes HauptſtüF, Wir werden dabey um ſo mehr mit aller Behutſamkeit zu Werke zu gehen ha- bez; als ſolches, nicht ſelten zu vielen verdrießlichen Weitläuſtigkeiten zwiſchen den Sis genthümern und den Auf hütungsberechtigten Anlaß zu geben x fleget« Ob wir uns gleich, wie ſchon mehrmahls erwähnet worden, diejenigen Fälle, welche zweifelhaft ſind, und Rechtsfſtreitigkeiten verurſachen können, hauptſächlich in der ſiebenten Abtheilung näher zu erörtern vorgenommen haben, ſd iſt es doch nöthig, daß die dabey zum Grunde zu legende ökonomiſche Säße jeder an ſeinem Ort vorher gehörig erörtert und entivickelt werden,!: i 6. 739- Daß bey der Beſtimmung der Zeit, wie lange eine eingeſchlagene Zolzſchonung dauern ſoll, hauptſächlich auf di: Verſchiedenheit, ſo wohl der Solz 7 als Vieharten, ) Rückſicht genommen werden müſſe. Die Beſtimmunz der Zeit, wie lange die Schonung eines Holzplaßes, wenn vavon eine zweckmäßige Wirkung e1 wartet werden ſoll, dauern müſſe, beruhet theils auf die verſchiedene Natur der Holzarten, theils aber auch auf die verſchiedene Beſchaffenheit der Vieharten, von welchen in Anſehung des neuen Aufſchlages, ein Schade zu be- fürchten ſtehet. Es iſt zwär dieſe Zeit bereits in den meiſten Forſtördnungen feſtgeſeßet; da wix aber nur bloß dasjenige, was der Wahrheit und Natur der Sache gemäß iſt, zur Regel und Richtſchnur anzunehmen gewohnet ſind, ſo wollen wir auch gegenwärtig uns hierun: ter an keine Geſetze binden, indem es ſehr wohl möglich iſt, daß in denſelben der Sache entiveder zu viel, oder zu wenig, gethamſeyn kann, auch nicht in allen Ländern dergleichen vorhanden und, wenn ſie auch vorhanden, dennoch nicht nach der Verſchiedenheit des Bodens genau genug beſtimmet ſind,; En Der Leitfaden ,/ den uns die vorhin benannte beyde Grundſäße an die Hand ge- ben, wird uns hierunter, wenn wir demſelben folgen, niemabls ixre geben laſſen» 6. 740: Worin der Schade, den das weidende Vieh denz jungen Zolz zufügen ;' kann, eigentlich beſtehe. Die Zeit der Shonungen muß nach der Verſchiedenheit der Solzarten beſtim- wet 116d feſtgeſetzet werden. Dieſes iſt der erſte Satz/y den wir hierunter angenommen und zum Grunde ge- leget haben. Die Abſicht aller Schonungen beſtehet bloß darin, daß den jungen neu aufge? ſchlagenen Baumpflanzen kein Schade zugefüget werden ſoll. Der hauptſächlichſte Schade, den das Vieh darunter anrichten kann, beſtehet in dem Verbeißen und Abfreſſen des Herzens der Baumpflanze a3s welchen der nachhe- rige eigentliche Stamm entſtehen und formiret werden ſoll:; Die Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 26. 491 Die Erfährung lehret, daß, wenn dieſes Herz oder der Hauptſchuß der jungen Baumpflanze verleßzet worden iſt, niemahis ein anderer, als bloß verkröpelter, ſchiefer und ungeſtalter Stamm daraus entſtehet, und oſters wohl gar weiter nichts, als ein blo- ßer Strauch, daraus wird.. Daß dieſes ein ſehr wichtiger und in die Augen fallender Schade für alle Holz: Arten ſey, bedarf wohl keines weitern Beweiſes, und das ſchlechte und elende Holz, ſo man in ſo vielen Wäldern antrifft, hat'vauptſächlich dieſes zum Grunde, 6."741. Warum, ſo bald das junge Zolz eine ſolche Zöhe, daß die Krone ihres Zauptſtammes von dem Vieb nicht mehr erreichet werden kanvy, erlanget bat, feine weitere Schonung nöthig ſey, dabey aber auf die verſchiedene Zolzärten, weil ſie nicht alle ein gleich ſchnelles Wachsthum haben, und auch auf die verſchiedene Güte des Bodens zurüc> geſehen werden niüſſe. So-gewiß dieſes iſt, mit eben ſo vieler Gewißheit mag doch auch behauptet wer? den, daß, ſo bald die junge Baumpflanze eine ſslc, 6. 742. Warum auch die eingeſchlagene Zolzplätze von den Pferden und dem Rindvieh weit länger als von den Schafen, geſchonet werden müſſent.' Die Verſchiedenheit der Vieharten bey Beſtimmung der richtigen Schonungs« Zeit mit zum Augenmerk zu nehmen, iſt ebenfalls nöthig«; Da wir ſchon vorhin die Schweine, als Verderber und Verwüſter aller beraſeten Hütungspläße/ aus den Wäldern gänzlich verbannet haben, ſo bleibet nur noch den Pferden, Chſen, Rüben und jungen Rindvieh nebſt den Schafen, die Waldhütung als gewöhnlich offen.; Die Vernunft giebt es. von ſelbt, daß die junge Stämme den Schafen, um ihnen Schaden zufügen zu können, weit eher, als den Pferden und dem Rindvieh, entwachſen.| Eben die Vernunft, die dieſes lehret, erfordert denn auch, daß die eingeſchläge- ne Holzpläße, das darauf anzuziehende Holz mag von welcher Art es wolle, ſeyn, voi den Pferden und Rindvieh weit länger, als von den Schafen, geſchonet werden müſſen. Es kann ſich daher ſehr leicht zutragen, daß eine eingeſchlagene Schonung zwar vor die Schafe wieder aufgegeben wir, es aber dennoch eine geraume Zeit währe, ehe das Rindvieh darauf kommen darf«- A:| Da die Schafe nicht ſo weit, als die Pferde und das Rindvieh, um die Krone des Hauptſtammes zu verbeiſſen- langen können, ſo ſiehet ein jeder von ſeibſt ein, daß vorſtehendes eine zureihenden und ungezweifelten Grund hat-; 6. 743 Von der Beſtimmung der Schonungszeit bey einer jeden Zolzarf, wobey zuförderſt, in Ans . ſehung der Süte des Bodens,.bey den Riefer- und Tannenwäldern, drey Sauptelaſſen vorausgeſetzet werden. Dieſes vorausgeſeßet, wird es nunmehr nöthig ſeyn, die Schonungen theils nach der Verſchiedenheit der Holzarten, theils aber auch nach der verſchiedenen Güte des Bo- dens- und endlich auch nach der Verſchiedenheit der Vieharten, näher zu beſtimmen, Wir können uns dabey nicht in alle und jede Holzarten, deren Mannigfaltigkeit zu groß iſt, und uns in ein allzuweites Feld führen würde, einlaſſen, ſondern müſſen nur bey den Hauptarten deſſelben ſtehen bleiben, da wir denn mit demr Kiefer- und Tan- nenholz den Anfang machen wollen.; MILE Auch bey dieſer Holzart, ob ſie gleich) in den meiſten Gegenden die häufigſte und gewöhnlichſte iſt, kann die Dauer der Schonungszeit nicht auf einerley Fuß beſtimmet werden, ſondern man hat, wenn nicht auf einer Seite dem Wachsthum des jungen Hol- zes Schaden zugefüget, oder auf der andern Seite die nöthige Hütung ohne Noth ver- kürzer werden ſoll, dabey vor allen Dingen auf die Verſchiedenheit des Bodens Rück? ſicht zu nehmen.; Der Boden der mancherley Kiefer- und Tannenwälder iſt ganz füglich in 3 Claſ- fen einzutheilen/ und zu der erſten der gute y zu der zweyten der Ufittel-- zu der dritten aber der ſchlechte Boden zu vechnen» Wie Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 0," 493 Die Erfahrung lehret, daß die Kiefern oder Tännen in einem zur erſien Claſſe gehörigen Boden gemeiniglich ſchon in 80 Jahren zu ihrer Vollſtändigkeit gelangen, in einen Boden zweyter Claſſe aber 100- und in dem zur dritten Claſſe gerechneten wohl gar 120 Jahre dazu nöthig haben- Man erſiehet hieraus beyläufig,- daß wir in dieſem Werke", bey den von uns an die Hand gegebenen verſchiedenen Abnußüngsregeln der'Kiefer- und Tännenwälder, "Hauptſächlich einen Mittelboden voränsgeſeket- welches auch in allen Fällen jederzeit der ſicherſte Weg iſt weib bew allen Dingen die Mittelarten die gewöhnlichſten und gemeine- ſien zu ſeyn pflegen- auch die erſte nnd dritte Claſſe bey einen gentachten Durchſchnitt in der zweyten jedesmahl zuſammen treffen, folglich ſich: dieſe, um ſie bey allen gemeinen Regeln zum Grunde zu legen, am beſten ſchicket»; Se 744 trähere Gründe, warum es nöthiF iſt, bey der Beſtimmung der Schonungszeiten in dew * Riefer 7 und Tannenwäldern, auf die Verſchiedenheit des Bodens ſein vörnehmſtes Augenmerk zu richten.; Die Urſache, warum die Kiefern oder Tannen- nach der Verſchiedenheit der Güte des Bodens- bald ſrüher uns bald ſpäter zu ihrer Vollſtändigkeit gelängen, lieget bloß darin, daß der gute Boden das Wachsthunr des Holzes weit mehr, als der ſchlechte, zu befördern im Stande iſt. ., Dieſe Verſchiedenheit des Wachsthumes nimmt man nicht bloß bey den alta bereits zu einer gewiſſen Stärke gediehenen Stämmen, ſondern auch ſchon bey dem jun- ae ef- der erſt aus dem Erdreich hervorgefeimet iſt- und zwar ganz vorzüglich, wahr. - Daß dieſes von den mehrern Nahrungsſäſten- die der gute Boden der Bäum- . Pflanzen vor dem ſchlechten mittheilen-kann, herrühre, darfich hier wohl nicht erſt be- ſonders erinnern, weil ſolches ſchon ein jeder, der nur den geringſteir Begriff von dew Regeln der Begetation hat, von ſelbſt einſiehet. I| es aber wahr, daß der junge Kiefer- und Tannenaufſchlag in einem guten. Boden geſchwinder, als in einem mittlern, und in dieſem wiederum ſchneller als in einem ſchlechten, wächſet und aufſchießet, ſo iſt es auch eine natürliche Folge, daß das weidende Vieh nach eben dieſem Verhältniß, dem jungen Holz in der dritten Claſſe länger als in 1 zweyten- und in dieſer wiederum länger als in der erſten Claſſe Schaden zufügen nne; Und wer ſiehet nicht hieraus, daß ſolches der wahre Grund ſey, warum nicht in alfen Wäldern die Schonungen gleich bald aufgegeben werden mögen, ſondern ihre Dau- ex bald fürzer und bald wiederum länger ſeyn müſſe? & Sqaq 3 S- 745, 494 Eilftes Hauptſiüs, 8. 745- Eigentliche Beſtimmung der Dauer der Schonzeit, in den zur erſten Claſſe gehörigen Riefer? und Tannenwäldern. m 2In;ehung ſo wobl dex Schafe, 5ls auch der Pferde und des Rindviehes - Umnun hiervon eine nähere praktiſche Anwendung zu machen, ſo kann man, un- ter Rückſicht auf die Verſchiedenheit der Vieharten, hierunter mit gutem Fuge folgendes feſtſeßen. 1. Jn einem in Anſehung ſeines Bodens, und. folalich auch ſeines Holzwuchſes zur erſten Claſſe gehörigen Kiefer- oder Tannenwalde, kann ganz ſicher angenommen werden, daß die junge Baumſtämme nach Verflieſſung von fünf Jahren ſchop zu einer ſolchen Höhe gelanget find, daß das Schafvieh die Krone des Hauptſtammes nicht mehr gblangen, folglich ihr auch durch das gewohnliche Verbeiſſen weiter keinen Schaden zu- fügen kann, Hieraus folget denn von ſelbſt, daß die eingeſchlagene Schonungen nach Ver: gieſſung dieſer Zeit vor Die Schafe ohne Bedenken wieder aufgegeben werden können. Ein Schäfer; der vernünftig iſt, und ſich nicht bloß durch eine übertriebene Gie- rigkeit nach vielem Graſe und Futter blenden läſſet, wird ſich zwar dieſer dick bewachſenen wieder aufgegebenen Schonungen, beſonders wenn die Schafe in dex vollen Joolle ſtehen, nicht gerne bedienen, weit er und der Cigenthümer durch die Woll?, ſo in einem derglei- chen dicfen Aufſchlage hangen bleibet, mehr verlieret, als die Schafe durch die darin be- findliche friſche Weide gewinnen. 5 Inzwiſchen trifſt man doch bey dieſem nur bloß nach vielem Futter gierigen Ge- ſchlechte nur ſelten eine dergleichen vernünftige Ueberlegung an, ſondern ſie opfern lieber andere zehnfache Bortheiſe auf, ehe ſie die Gelegenheit, den Schafen eine friſche Weide zu geben, auſſer Händen laſſen..; Ih erinnere ſolches hier nur bloß beyläufig, indem es in meinen gegenwärtige Abſichten,'ob ſich die Schäfer ſolcher aufgegebenen Schonungen bedienen wollen, oder nicht, keine Aenderung macht, ſondern in allen Fällen wabe bleibet, daß unter vorbe- nannten Umſtänden, die eingeſchlagene Scho:ungen, nach Verfiieſſung von fünf Jah- ren, vor die-Scafe ganz ſicher aufgegeben werden können. 2. Daß es hierunter, in Anſehung der Pferde und des Rindviehes eine ganz an- vore Bewandtniß habe; und die junge Baumpflanzen dieſ?1 Vieharten, um ihnen weiter keinen Schaden thun zu fönnen, nicht ſo bald entwachſen, habe ich bereits 5.742, b& merfet, und ich muß ſolches auch hier nochmabls wiederhohlen. ; Ein näherer Beweis davon wird wohl nicht gefordert werden können, weil ſich ſolches aus ver vorzüglichen Größe dieſer Thiere, und daß fie baher mit ihrem Maule weiter langen, und folglich auc den ſchon höher aufgewachſenen Bäumen in ihren Hauptſtämmen Schaden zufügen können, von ſelbſt darleget. -. Inzwiſchen werden in. einem guten Böden von der Art, als wir ihn zur erſten Claſſe gerechnet haben, die jungen Kiefer- und Tannenſtämme nach Verflieſung von 8 Jahren bereits zu einer ſolchen Höhe gelanget ſeyn, daß ihnen auch das große Vieh in T ihren Kronen nicht mehr ſchädlich werden kann, zumahlt die Kiefern und Tannen, fac Ver? , NN SIRIUS Von den wirthſchaftlichen Wahrheitett, welche ſowohl 1 495 Verflieſſung dieſer Zeit, ſchon zu einer gewiſſen Steifigkeit gediehen ſind, welche verhine dert, daß das Vieh ihre Gipfel nicht mehr ſo, wie wobl bey den meiſten Läubholzarten geſchiehet, herunter beugen und verbeiſſen kann,;; Hieraus folget von ſelbſt, daß es nicht nsthig ſey, zu verlangen, daß in einem Kiefer- oder Tannenwalde, der einen zur erſten Claſſe gehörigen Boden hat, die abgetrie- bene und eingeſchlagene Holzpläße länger als 8 Jahre geſchonet werden ſollen, 6.: 746, trahere Rechtfertigung dieſer beſtimmten Schonungszeit, Ein Kiefer- oder Tannenwald von dieſer(Büte wird ohnedein nicht in 100-, ſon- dern nur 8Sojährige Haue einzutheilen ſeyn, und folglich ein ſolcher Hau, und natürli- : Iſt aber ſchon für die Erhaltung des Holzes genugſam und auf die gehörige Art- geſorget worden, ſo iſt alödenn kein Grund vorhanden, warum die Hütung derſelben noch ferner aufgeopfert werden ſollte, zumahl ich bereits bey einer andern Gelegenheit ganz eigentlich) bemerfet habe, daß die Behütung den Wäldern, wenn nur der junge Auf- ſchlag für das Vieh genugſam ſicher geſtellet worden, mehr nüßklich, als ſchädlich, ſey. S: 747:- Warum ſolche, wenn Aufhütungsberechtigte vorhanden ſind, von beyden Seiten genau beobachtet werden müſſe. Iſt ein Wald nur von fremden Aufhütungen frey, ſv kann der Eigenthumsberr durch eigene Beſichtigung der Schonungen die richtige Zeit, wenn ſie, ohne Gefahr des jungen Holzes, wieder aufzugeben ſind, am beſten beurtheilen, und ihre längere oder für- zere Dauer, nachdem er es für gut befindet, und die Weide für ſein Vieh darin miſſen kann, TE TATE EEIREIINI ZRE EIIIE EIER 496 Eilftes Hauptſtü>. kann, einrichten. Denn es können öfters unvermuthete Fälle vorkommen, in welchen die Schonungen theils noch wohl eher aufzugeben ſind, theils aber auch länger geſchonet werden müſſen, und hierunter kann ein Eigenthümer., der von feinen ſremden Aufhüt- ungöberechtigten eingeſchränfet iſt, nach freyem Gefallen, wie eres DUE geb in findet die nöthige Berfügung treffen.; 14: EE.e Sind ilm aber durch dergleichen fremde Auf hütungsberechtigte die Hände ge- bunden, ſo muß es ſchon bey der vorhin beſtimmten Schonungszeit verbieiben, wenn er nicht mit dieſen in unangenehme Weitläuſtigkeit gerathen wiil. S. 743. Von: der nützlichen Ordnung, Ddie durch die angenommene Sägz? in Anſehung der Sch01! ungen möglich gemacht wird, und daß dadurch allen davey eiſtehen Fönnenden Irr ungen. zwiſchen dem BEigenthümer und den Aufhuütu::gsberechtiuten . vorgebeuget worden ſep. Es können auch dergleichen Weitläuftigleiten bh der neuen Holzabnußungsart, bey welcher eine beſtimmte Eintheilung des Waldes. erfordert wird, weiterhin nicht vor? fallen. Denn ſo bald der Wald nur in 80 Schläge eingetheilet iſt, und jährlich ein Schlag davon in Schonung geſchlagen wird, ſtehet auch zugleich ohne fernere Einwend- ung feſt, daß eine ſolche Schonung, nach Verflieſſung von fünf Jahren vor die Schafe, und nach Berlauf von 8 Jahren vor die Pferde und Rindvieh wieder aufgegeben, bis dahin aber von den Auf hütungsberechtigten unverbrüchlich reſpectiret werden müſſe. ; 4Ynd eben dieſes iſt auch bey den Kiefer- und Tannenwäldern, die zur zweyten und drttten Claſſe gehören, nach dem Verhältniß der mehrern oder wenigern Schläge zu beobachten. Mit Einem Worte, Die Eintheilung des Waldes in Schläge beſtimmet auch zu- gleich die Zeit der Schonungen, wodurch denn allen ſonſt zwiſäzen dem Sigenthümer und den Aufhütungsberechtigten darüber entſtehen fönnenden Jrrungen gänzlich vorge beuget wirD«| 1 allein aus dieſem Grunde werden unſere Säße, die wir wegen der Auch ſchot 1 Schonungen angenommen haben, nicht ohne Nußen ſeyn« S. 749» Beſtimmung der Schonungszeit, in Anſehung der zur zwepten Claſſe gehörigen Riäefer- und Tannenwälder« laſſe gerechneten Wäldern der Boden ſchlechter ſey, als Daß. in den zur zweyten C weil ſonſt feine niedrigere in'den zur erſten Claſſe gehörigen, verſtehet ſich von ſelbſt, Claſſe vor denſelben anzunehmen nöthig geweſen ſeyn würde. Eine eben ſo natürliche Folge aber iſt es-auch, daß man von den darin erzeugten jungen Baumpflanzen ein verhältnißmäßig langſameres und wenig ſchnelleres Wachs- thum zu erwavten habe. Eben Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16, 499 Cben dieſes langſamere Wachſen der Bäume iſt denn auch die Urſache, daß der- gleichen Kiefer- oder Tannenwälder in 100 jährliche Schläge oder Haue eingetheilet zu werden pflegen»?..-:) „Nach dieſem verſchiedenen Verhältniß muß. denn die Schonunggszeit ebenfalls eingerichtet und beſtimmet werden, und die davon zu machende praktiſche Anwendung würde ohnmaßgeblich folgende ſeyn.' I. Die Schonungszeit vor die Schafe muß hier ſchön weiter hinaus geſeßet werden, und es kann verhältnißmäßig denſelben, vor Ablauf des ſiebenten Jahres, in die eingeſchlagene Schonungen zu hüten, nicht erlaubet werden. Alsdenn aber mag man auch vollkommen verſichert ſeyn, daß eine wiederaufgege- bene Schonung auſſer aller Gefahr, von dieſer Biehart durch den Verbiß beſchädiget werden zu können, geſeßet ſey.;/ wr;; An den Nebenzweigen ſolcher jungen Baumpflanzen werden zwar die Schafe, auch nach Verflieſſung dieſer Zeit, noch immer ihren Muthwillen,(daß ich es ſo nennen darf,) ausüben können. n.; GSE SENE Hieraus aber kann dem Hauptſtamm, der ohnedem, bey ſeinem mehrern Anwuchs, von den überflüſſigen Zweigen gereiniget und befreyet werden muß, fein Nachtbeil erwachſen.: . 2. Die Pferde und Rindvieh aber mögen in dergleichen Sh als nach Ablauf von 10 Jahren, wiederum zu behüten, die Erlaub: Das Berhältniß der eingetheilten Häue oder Schläge dieſer weiſet ſolches ſchon von ſelbſt, und es mag daher dieſer Saß auch richtig angenommen werden.: NE „Inzwiſchen findet alles dasjenige, was wir hierunter Claſſe, in den nächſtvorſtehenden 6. S. wegen der Aufhütun auch des dem Eigenthümer zugehörigen eigenen Viehes hier ebenfalls ſeine Anwehre.';' |„Denn wenn einmahl in der Holzabnukungsart ſelber nach der Verſchiedenheit des Holzwuchſes unter dieſen beyden Claſſen ein gehöriges Verhältniß beobachtet worden, ſo verſtiehet ſich auch von ſelbſt, daß ſolches in allen andern Fällen Plaß greifen müſſe, onungen nicht eher, iß erhalten. beyden Claſſen, er- ohne Bedenken als - in Anſehung der erſten gsberechtigten ſowohl, als -. erinnert und angemerket haben, S. 750. Eben dergleichen, in Anſehung der zu der dritten Claſſe gerechneten Wälder. In Rückſicht der dritten Claſſe hat es hierunter in alle wandtniß. In dieſen werden die dazu gehörige Wälder gewöhn ge Haue oder Schläge eingetheilet, und es kann dieſes wegen nicht anders ſeyn. Die Wälder der dritten Claſſe verhalten ſich alſo wie 2 JU Eben dieſes Ver- hältniß muß denn auch bey denſelben in Rückſicht der Shhonungszeit beobachtet werden, und hieraus folgen nachſtehende praktiſche Säße von ſelbſt.; Oecon, Forens. VII. Theil, Rrx m eine gleichmäßige Be- licher Weiſe im 120jähri- des ſchlechtern Bodens 1, Die 898- Eilftes Hauptſtit>. 7. Die Schonungen können auch ſelbſt vor die Schafe nicht eher, als nach Ver- flieſſung von 9 Jahren, wieder aufgegeben und frey gelaſſen werden.; Denn nicht allein das Hervorbrechen der jungen Holzkeime, ſondern auch das Wachsthum der davon crzeugeten jungen Baumpflanzen erfordert eine fo viel längere Zeit, und was kann daraus anders geſchloſſen werden, als daß der junge Aufſchlag ebenfalls fo viel länger in der Gefahr, von den Schafen beſchädiget und verbiſſen werden zu können, bieibet. Hat er aber dieſes Akter erreichet, ſo muß man auch alsdenn, das die Schonung wegen des Schadens, ſo ihr von dem Schafvieh zugefüget werden kann, weiter nicht ind thig ſey, überzeuget, oder, daß niemabis etwas anders, als ein bloßer Tanger oder Strauchwerk aus ihm werden kann, verſichert ſeyn. 2. Aufgleiche Art können auch die Schonungen in ſolchen. Wäldern in Anſehung der Pferde und Rindvieh vor Ablauf des zwölften Jahres nicht wieder aufgegeben, uoch frey gelaſſen werden.| Und öfters iſt auch alsdenn noch der junge Aufſchlag von ſolcher Art, daß er noch immer der Gefahr, von dem größern Vieh in ſeinen Haupttheilen beſchädiget werden zu können, ausgeſebet bleibet. Denn das Verhältniß zwiſchen einem ſchlechten und guten Boden nimmt, in Ab- ficht ſeiner Wirkungen, jederzeit mehr ab, als daß es zunimmt. 0:3 Inzwiſchen können doch hierunter, beſonders in Anſehung der Auf hütungsde- rechtigten, nicht wohl andere Maßregeln angenommen werden, 6 751 Warum vorſtehende B:ſtimmung nur hauptſichlich von ſolchen Zolzpläzen, weiche eine kuünſiliche Beſamung erhalten haben, verſtanden werden Fönne, uud daher bey einer 16 türlichen Beſamung noch billig 2 bis 3 Jahre ztugeſezet werden müſſen. Nöthig aber iſt es, hiebey zu erinnern, daß dieſes Verhältniß zwiſchen dem gu- ten, Mittel- und ſchlechten Holzboden, und der daraus hergeleiteten verſchiedenen Scho» nungsdauer, nur hauptſächlich alsdenn anpaſſend ſey, wenn eine dergleichen Schonung eine künſtliche Wiederbeſamung erhalten hat.; Ich habe ſchon oben bey einer andern Giekegenheit bemerket, daß die aus einer künſtlichen Beſamung angezogenen Baumpflanzen weit gleicher, als die durch die natür- liche hervorgebrachte, heranwachſen, und folglich auch insgeſammt zu einer gleichen Zeitaus der Gefahr, von den verſchiedenen Bieharten beſchädiget werden zu können, geſeßet werden. Hingegen giebet es die Beſchaffenheit ver natürlichen Beſamung von ſelbſt, daß die durch den Auſlug bewirkte junge Bäumchen erſt nach und nach entſtehen, und folglich niemabls von einem aleichen Alter und Stärke ſind. Bey. der natürlichen Beſamung muß der ausgeſtreuete Same in dem erſten, höh: ſtens zweyten Jahre ſchlechterdings aufgegangen ſeyn, oder er iſt verdorben, und weiter gar nichts von ihm zu hoffen. Bey der natürlichen Beſamung aber kommen faſt alle Jahre neue Baumwpflanzen zum Vorſchein, und es geſchiehet überhaupt der dadurch bewirkte neue Holzanbau, wie es auch der bloße Augenſchein giebet, nur nac) und nach 3 n m 0) 042 WERE Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 499 In den Schonungen alſo, die durch die natürliche Beſamung wieder beſeßet werden ſollen, würde beynaße eine Schonungszeit von einem halben Jahrhundert erfor- -Derk werden, wenn man verſichert ſeyn wollte, daß das darin weidende Vieh weiter feinen Baumpflanzen einen Schaden zufügen könnte. Dieſes mag nun zwar, wenn man nicht die ganze Waldhütung unnüße machen will, nicht verlanget werden. Inzwiſchen ergiebet ſich doch daraus ſo viel, daß den nach der Verſchiedenheit der Holzboden- Claſſen beſtimmten Schonungezeiten in dem Fall, weun der abgetriebene Holzplaß bloß einer natürlichen Beſamung überlaſſen worden, bey einer jeden noch wenigſtens 2 bis. 3 Jahre hinzu geſeßet werden müſſen. Geſchiehet dieſes nicht, ſo iſt nichts gewiſſer, als daß der von Jahr zu Jahr nachkommende Aufſchlag durch die Biehhütung gänzlich zu Schanden gehe, und folglich nur allemahl ein ſehr unvollfommenes Holz erzeuget werde,; Von der Dauer der SEI: in den Lichelkämpen, und bey den / ausgepflanzten jungen Eichen. Was wir vorher von der Beſtimmung der rechten Schonungszeit geſaget und“ vorgetragen haben, betrifft nur lediglich die in den Kiefer- und Tannenwäldern angeiegte Schonungen, und es iſt daher auch wegen der andern Holzarten, welche von einer ganz andern Natur und Beſchaffenheit ſind, ein gleiches feſtzuſeßen nöthig. Hierunter nun kommen hauptſächlich die Schonungen in den Eich- und Buch- Wäldern in Betracht. Daß der Abgang des Holzes, beſonders in den Eichwäldern, theils durchangelegte Eichelfämpe, undtheils dur einzelne Anpflanzungen auffkleinere Zwi- ſchenräume, zu erſeßen möglich und auch gewöhnlich ſey, habe ich bereits mehrmahls bemerket. Gegenwärtig wird es alſo nur bloß darauf ankommen, wie lange die angelegte Eichelkämpe zu ſchonen ſind, und in.wie weit, auch in Anſehung der ausgepflanzten Ei- k. ihrem Mit- oder Aufhütungsrecht verfürzet werden, ſondern alle dieſe? angebrachte Kla- gen in bloßen Erdichtungen beſtehen, und ſich daher ein Richter, dadurch irre machen zu laſſen, keine Urſache habe.; ; 6.762. tTachweifung, daß nach den angenommenen Sätzen in den Riefer- und Cannenwäldern, jederzeit 9 Theile des Waldes zur beſtändigen Zutung frey bleiben, und nur der 10ote Theil geſchonet werden dürfe, und daß daher dieſe-Sätze nicht ällein der TTatur der Sache. gemäß, ſondern auch-ſo beſchaffen ſind, daß weder Unterthanen noch Aufhütungs: Berechtigte, ſich darüber zu beſchweren, eine gegründete Utſache haben. Wir wollen, zu einer deſto deutlichern Ueberzeugung davon, hierunter mit den Schonungen der Kiefer-,und. Tannenwälder, in der Art, als wir ſie in dem Borſtehen- den angerathen und feſtgeſeßet haben, den Anfang machen. Seßet man die Eintheilung dieſer Wälder in gewiſſe jährliche Haue oder Schlä- ge, nachdem dieſelbe entweder zu der erſten, zweyten oder dritten Claſſe gehören, mit der „vor eine jede Claſſe beſtimmten Schonungszeit in Vergleichung, ſo iſt offenbar, daß in allen Fällen der 10te Theil eines ſolchen Kiefer- oder Tannenwaldes unter Schonung ſte- het, die übrige 9 Theile aber zu allen Zeiten zur Hütung frey bleiben. ILenn die Schonungen und deren richtige Beobachtung zur Erhaltung des Hol:; zes nothwendig ſind, und in Anſehung eines jeden Waldes das darin befindliche Holz ein weſentliches Stück deſſelben, die darin verſtattete Hütung aber nur etwas Zufälliges, und überhaupt dem ganzen Staat an der Erhaltung der Forſten, ſie mögen dem Landes- Herrn ſelber, oder Privateigenthümern zuſtändig ſeyn, äuſſerſt gelegen iſt, ſo ergiebet fich aus dieſem- allen von ſelbſt, daß das vorhin bemerkte Verhältniß zwiſchen den Schon- ungsörtern und-demjenigen Theil des Waldes, der jedesmadl zur Hütung frey bleibet, der Natur der Sache vollkommen gemäß ſey, und ſolh d Schonungszeiten vorher gegangen iſt» ſorgfältig Dtung der Schonung un Oecon, Forens, VIT, Theil, Tel Fünfte 514 Eilftes Hauptſtü>, Fünfte Abtheilung. Won den verſchiedenen, der ohnbeſchädigten Erhaltung der Walder entgegen ſte- henden Hinderniſſen, nebſt den bequemſten und zuverläſſigſten Mitteln, um ſolchen vorzubeugen, oder ſie, wenn ſie bereits vorhanden ſindy zu ; heben, und aus dem Wege zu räumen, 8. 774 4 Einleitung in dieſe Abtheilung. Sowohl 6. 5 als auch 8. 444- iſt bereits bemerfet worden, daß, nachdem die zur beſtändigen Erhaltung der Forſten nöthige und dienſame Mittel vorgetragen worden, alsvenn auch von den Hinderniſſen, die dieſer Erhaltung entgegen ſtehen, und wodurch ſelbige öfters gar ſehr vereitelt werden kann, nebſt den dagegen anzuwendenden Hülfsmit» teln, abgehandelt-und in Betracht genommen werden ſollen. Das erſtere iſt in der nächſt vorhergehenden Abtheilung dieſes Werkes geſchehen, und die Ordnung erfordert es daher, daß wir auch in Anſehung. des zweyten unſer Ber- ſprechen erfüllen müſſen./; Die Hinderniſſe, die denr Wuchs und Fortkommen der vielfältigen Holzarten enk- gegen ſtehen, ſind mancherley, und es würde ein eigenes Werk, um ſolche vollſtändig zu WREN tg werden. 1604 6;; ieſes iſt aber unfern gegenwärtigen Abſichten ni t gemäß.; Wir werden uns daher ar auf die Haupthinderniſſe, ſo den Wohlſtand der Wäl- der'vernindern können, einlaſſen, und dabey. zugleich.die dagegen dienſame werkthätige Mittel bemerken. Os) 775 Doppelte Entſtehungsart der Zinderniſſe, die der Erhaltung der Wälder zuwider ſind, und warum beyde eine Aufmerkſamkeit verdienen. und wodurch deren Wohlſtand ZBewirthſchaftung.der glücsfall Der Scaden,. der-in.den Wäldern, geſchiehet,; und Aufnehmen gehindert wird, rühret theils von einer unrichtigen' Menſchen ſelber her, und theils wird er auch bloß durch einen ungefähren Un verurfachet. ur Beyde ſind gleich wichtig, und verdienen daher eine nähere Anmerkung, ſowohl in Anſehung ihrer Entſtehungsurſachen als auch derjenigen Mittel, wodurch ſie entweder vorgebeuget, oder ihre.nachtheilige Wirkungen gehemmet und gehindert werden fönnen. Denn wenn gleich bey denjenigen Beſchädigungen der Wälder, die bloß aus eis nem ohngefähren Zufall entſtehen, die m ſchliche Vorſicht zu deren Verhinderung nur wenig oder gar nichts beytragen kann, ſo ſtehet es. doch ſehr oft in der menſchlichen Ge«- walt, ihre ſchädliche Folgen zu verringern, und ſie weniger ſchädlich zu machen. Wir werden daher auf beydes„ ſowohl auf die Hinderniſſe der beſtmöglichſten Waldbenußung, die aus der Nachläßigkeit und dent unrichtigen Betragen der u Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 515 mer und ihrer Forſtbedienten entſtehen, als auch auf die Unglücksfälle, die dazu Gelegen- heit geben können, unſere Aufmerkſamfeit richten. 6. 776. Die hauptſächlichſte zur Erhaltung der Wälder entgegen ſtehende Zinderniſſe werden-benannt, und dabey bemerket, daß ſie nicht allen Zolzarten gleich eigen ſind. Brand, Windbrücez; Streurehen,-Ueberſchwemmungen oder allzunaßarti- ger Boden, Raupanyfraß, und ein öfters wiederholter ſpäter Srüblingsfroſt, ſind'die Hauptquellen, woraus vor die Wälder unzählige Schädlichfeiten entſpringen, und wele- he die Erhaltung derſelben, aller darauf verwandten Mühe ohnerachtet, gar ſehr verhins dern fönnen. Dieſe verſchiedene Fälle ſollen denn auch beſonders den Gegenſtand unſerer gegen- wärtigen Betrachtung ausmachen. Die verſchiedene Natur und Beſchaffenheit der-verſchiedenen Holzarten'giebt es ſchon von ſelbſt an die Hand, daß nicht bey allen einerley Zufälle, und daraus entſtehen- de Hindexniſſe ihrer Erhaltung und Wohlſtandes vorkommen können, ſondern faſt eine jede Art auch hierunter ihre beſondere Feinde und Wiederwärtigfeiten hat. Die Vernunft giebt es daher von ſelber, daß wir hiebey, auch unter den Holzar- ten ſelber, einen Unterſchied.machen, und dasjenige, was einer jeden vorzüglich ſchädlich und nachtheilig werden fann, beſonders bemerken müſſen. 8. 777 Von dem Brande oder Brandſchaden, daß derſelbe nur eigentlich in den Riefer-und Tannen» Wäldern, und auch nur zu gewiſſen Jahreszeiten zu befürchten, der Schade aber,.der daz durch angerichtet wird, faſt jederzeit von großer Wichtigfeit ſep, Wir wollen, um die Anwendung hievon zu zeigen, mit dem in den Wäldern ſich öfters eräugnenden Brande vder Brandſchaden, weil wir denſelben zuerſt genannt hae ben, den Anfang machen.: Zuförderſt iſt zu bemerken,'däß dieſes ein Zufall iſt, der ſich uur eigentlich in den Kiefer-und Tannenwäldern, wegen des darin befindlichen häufigen tro>enen Heidekrau- tes, zuzutragen pfleget, und wovon in den Eich- und Buchwäldern, auch andern Laub- Holzarten faſt niemahls etwas zu befürchten iſt, Es iſt ferner dabey zu bemerken, daß auch ein ſolcher Brandſchaden, ſelbſt in den Kiefer-und Tannenwäldern, ſich nur bloß bey einer außerordentlichen Dürre zu. äußern pfleger, und davon weder im Herbſt und Winter, noc) auch überhaupt in naſſen Jahren, jemahls etwas zu.befürchten iſt. Der Zunder, der hier eigentlich das Feuer fänget, iſt däg gemeiniglich in den Kiefer-und Tannenwäldern häufig befindliche Heidekraut, welches bey der geringſten Ge- legenheit, wenn es durch eine anhaltende Dürre in einen gewiſſen Grad der Trockenheit geſeßet worden iſt, entzündet wird, und das einmahl gefoſſete Feuer durch den ganzen Wald verbreitet, auch die in demſelben ſtehende Bäume mit anſtecker, und wenigſtens 152 in 516 Eilftes Hauptſtü>, in den Untertheilen derſelben dergeſtalt verleßet, daß ſie abſterben, und zu weiter nichts, als nur bloß zum Brennholz brauchbar bleiben. Wer jemahls von einem ſolchen in einem Kieferwalde entſtandenen Brande einen finnlichen Begriff erlange: haf, der wird ſchon von ſelbſt von dem Schaden, der da- durch in dem nußbarſten Holze angerichtet werden kann, Überzeuget ſeyn,|,; Nicht allein die beſten Sageblöc>e und alle Arten von Bauholz, ja. ſo gar das brauchbarſte Kauſmannsgut an Maſten und Schiſfsbalken, gehen dadurch verlohren, ſou- dern auch der hoffnungsvollsſte junge Aufſchlag wird verwüſter, und zu Schanden gemacht, Mit einem Worte, es wird alles in bloßes Brennholz verwandelt. Bey dem ſchnellen Fortgange, den ein dergleichen Feuer hat, bleibet der dadurch verurſachte Schaden nicht bloß bey einer Kleinigkeit beitehen, ſondern es gerathen davey gemeiniglich ganz anſehnliche und weit ausgebreitete Reviere ins Verderben, S. 778 Von den vielen Schwierigkeiten, ſo die Löſchung eines ſolchen Waldfeuers verurſachet, und daß dazu eine große Anzahl von Wlenſchen erfordert werde,- Das übelſte dabey iſt, daß ein ſolches einmahl entſtandenes Waldfeuer weit ſchwe- per, als alle andere Feuersbrünſte, gedämpfet und gelöſchet werden kann. Hiezu tritt noch, daß faſt jederzeit eine geraume Zeit vorbey ſtreichet, ehe die gehö- rige Menge von Menſchen, um das entſtandene Feuer zu löſchen, herbey gebracht werden können, und folglich das Feuer inzwiſchen um ſich zu greifen, und die ganze Gegend, ſo weit es nyr brennbare Materie findet, in Brand zu ſeben, freye Macht und Gewalt behält. Die Schwierigkeit, wirkſame Mittel zu finden, wodurch ein ſolcher Brand gelö- ſchet werden kann, vermehret den daraus entſtehenden Schaden ebenfalls gar ſehr. Kein Waſſer kann hier was helfen, ſoudern es muß das Feuer bloß durch vorge- zogene Graben, nicht weiter um ſich greifen zu können, abgehalten werden. Welch eine anſehnliche Anzahl von Meuſchen aber, um dieſes möglich zu machen, erfordert werde, ergiebet ſich aus einer vernünftigen Ueberlegung aller dieſer Umſtände von ſelbſt. ; Ein Glück iſt es noch; daß gemeiniglich dergleichen Wälder mit vielen Wegen durchſchnitten zu ſeyn pflegen, indem das. Feuer, ſo bald es an einen ſolchein Weg Fommt, weil es feine Nahrung findet, von ſelbſt, zu wüthen und weiter um ſich zu grei« fen, aufhören muß.' Die meiſte Zeit iſt auch dieſer Umſtand die Hemmungsurſache eines ſolchen Wald- Feuers, indem ſonſt alle menſchliche Hülfe; wenn dergleichen Feuer einmahl überhand genommen hat, umſonſt und vergebens iſt,; Man nehme einmahl ein Revier von 1000 Morgen, worauf» ein dergleichen Brand entſtanden iſt, an, Auch 2 bis 300 Menſchen würden nicht im Stande ſeyn, zur Hemmung des Feuers ſo viele Graben als dazu nöthig find, außzuwerfen, wenn ibnen nicht ein dazwi- ſchen kommender Weg, oder anderer von brennbarer Materie freyer Plaß, dabey be- hüifiaich wäre," 6. 779* Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl ce. 517 6.: Wer, bey der Zöſchung eines ſolchen 8203 Hd Brandes mit zu Zülfe zu kommen, verpflichtet ſey. Weil man in großen Kiefer- oder Tannenwäldern einen dergleichen Unfall öfters und faſt beſtändig befürchten muß, ſo haben ſchon die Vorfahren vor die dabey nöthige Löſchungsanſtalten die erforderliche Sorge getragen, undes ſind daher gemeiniglich die nächſt belegene Dorfſchafteu, beſonders diejenigen, die ein Holzungs- oder auch nur ein Holzmiethungsrecht auf dergle:sfalls eigentlich nicht zn der Gewalt eines Eigenthümers oder Forſtbedienten ſtehe, inzwiſchen aber dod) dadurc) zu deſſen Verhütung viel beyges tragen werden kann, wenn dem Wine der allzu freye Zugang in die wäl-: der gehindert wird. Niemahls aber ſind ſie den Begebenheiten, die ſich hierunter in den Kiefer-und Tannenwäldern zu eräugnen pflegen, gleich zu ſäßen.)| An und vor ſich iſt ein ſolcher Vorfall lediglich zu den Unglücksfällen zu rechnen, die, wie ſchon bey andern Gelegenheiten hemerfet worden, eine vim, divinam oder höhere Macht zum Grunde haben, uad zu deren Abwendung weder der Eigeuthümer noh ſein Förſter etwas beytragen kann. Es Bon den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 2c. 525 Es ſind aber doch Mittel vorhanden, wodurch zu verhüten ſtehet, daß ein ent- ſtandener heftiger Sturm die Bäume des Waldes weniger treffen und derühren, folgiich auch wenigere Gewalt an denſelben augüben kann. Und in ſo ferne ſtehet auch die Abwendung, oder wenigſtens Verminderung die- ſes Unglücsfalls in der Tigenthümer, oder ihrer Forſibedienten Händen. 6. 792. Daß, weil die meiſten großen Stürme gemeiniglich auf der Abend- oder Mitternachtſeite zu entſtehen pflegen, man den Wäldern von dieſen Seiten, ſo viel möglich eine Schuzwehre gegen die eindringende Winde zu verſchaffen ſuchen müſſe. Die meiſte Stürme, die den Wäldern ſo gefährlich ſind, und eine vorhin bemel- dete Verwüſtung in denſelben anrichten können, entſtehen entweder von der Abend-oder Mitternachtſeite. | Die Morgen- und Mittagswinde wehen weit ſanfter, und pflegen nur ſehr ſelten in einen dergleichen gewaltſamen Sturm zu verarten, ſind auch, wenn gleich ſol<;es bis- weilen geſchehen ſollte, von weit fürzerer und wenig anhaltender Dauer, Ganz natürlich folget hieraus, daß man alle Wälder, beſonders aber die mit Kiefern oder Tannen beſeßte Forſten, von der Abend- und Mitternachtſeite, von hohen die Gewalt des Sturmes abhaltenden Bäumen zu entblößen, nach Möglichkeit vermei- den müſſe.: Die Erfahrung lehret, daß die ſtärkſten Windbrüche ſich gemeiniglich in ſolchen Revieren, wo das Holz nur einzeln und dünne ſtehet, zu eräugnen pflegen, da hingegen die DiFungen und ſtarf mit Holz beſeßte Pläße weit mehr davon verſchonet bleiben. Auch iſk aus eben dieſer Erfahrung bekannt, daß diejenige Holzreviere, die von keinem böhern vorſtehenden Holze geſchüßet ſind, ſondern welche die Gewalt des Windes ungehindert treffen kann, hierunter die meiſte Gefahr laufen. Aus dieſem allen folzet von ſelbſt, daß man, wie ſchon vorgedacht, na< Mög- lichfeit bedacht ſeyn müſſe, dem Walde von der Abend-und Mitternachtſeite eine Schuß- wehre zu verſchaffen. 6. 793- Was auch bey der neuen Zolzabnuzunggart hierunter vor Verfügungen zu treffen ſind, im Fall die Wälder von der 8bend- und Vlitternachtſeite ſchon vorhin ein hohesZolz haben. Iſt ein Wald ſchon vorhin gegen dieſe Himmelsgegenden mit hohen und genug- fam dif in einander ſtehenden Holze verſehen, ſo hat man, auch bey der neuen Holzab- ni Bunggart, dillig dahin zu ſehen, daß dieſes Holz bis zuleßt geſchonet, und nicht eher, als bis das uninitielbar darauf foigende zu einer ſolchen Stärke, daß es den Sturmwin- den gehörig widerſtehen kann, gediehen iſt, abgetrieben werde. Eine veraünftige Einrichtung der Hol;ſchläge wird ſolches ganz wohl möglich machen. Sehot man aber hiebey auf die jeßige Verfaſſung der meiſten Kiefer-und Tan- nenwälder zurück, ſo wird man fajt durchgehends wahrnehmen, das ſie 63 Zande, es Uau- 3 00 526- Eilftes Häuptſtüu>, mag eine Himmelsgegend treffen welche es will, am meiſten von Holze entblößet, und folglic den innern Holzblößen zu einer Schußwehre gegen beftige Stürme zu dienen nicht im Stande find.-: 4 Bey der bisherigen unbeſtimmten Holzabnugunggart, hat jeder Holzkäufer am liebſten das nächſt belegene Holz genommen, es iſt ihm auch ſolches, weil man auf die künftige Folgen davon keine Acht gehabt, ohne Bedenken verſtattet worden, und hiedurch iſt es geſchehen, daß die Ränder der Wälder von demn hohen Holze gemeiniglich am mei» ſten entblößer ſind. Z Wer ſolchemnach auch in dieſem Fall verhüten will, daß die entſtandene Sturme winde nicht ſo leicht bis in das Innerſte der Wälder einzudringen im Stande ſind, der muß die äußerſte Theile-ſeines Waldes, beſonders die gegen Abend und Mitternacht belegene Gegenden deſſelben dagegen auf andere Art zu decken ſuchen. 6. 794 v dVie, wenn die Ränder der Wäldervon hohen Zolz entblößet ſind, das Eindringender ſchädlichen Windein das Innere des Waldes noch auf andere Art verhindert werden köhne. Die in die Höhe wehende Winde ſind den Wäldern lange nicht.ſo gefährlich, als Die auf der Erde und in dem niedern Luftkreis entſtandene, worunter, wie ſhon vorge dacht, der ſogenannte Wirbelwind oder Windegbrauf am gefährlichſten iſt. 59 Die hoch wehende Winde ſind nur bloß den hohen Stämmen in ihren Gipfeln Schaden zu thun vermögend. Die leßtere Art derſelben aber entwurzelt gemeiniglich den ganzen Stamm, und macht ihn dadurch völlig unbrauchbar, 1 Der freye Eingang der lektern in einem Walde, kaun folglich auch dadur< ganz ſicher verhütet werden, wenn der Rand des Waldes gegen die Abend- oder Mitternacht- Seite mit einem genugſamen dicken Birken- oder andern Unterholze beſeßet iſt. Hiedurch wird die Gewalt ſolcher Stürme gleichſam gebrochen, und er fann nach- her, wenn er auch in das Jnnere des Waldes durchdringen ſollte, nicht mehr die Macht, die man ſonſt von ihm verſpühret, augüben. Sonſt iſt es auch nicht ohne Nußen, wenn man die Ränder ſolcher Wälder mit allerhand Arten von Bäumen, die dem Windſchaden nicht ſo leicht ausgeſeßet ſind, als ſtarke Eichen und Büchen, und auch ſelbſt Weiden und Rüſtern, beſeßel. An dieſe ſtößet ſich der aus dem Freyen anprallende Wind ebenfalls, und er wird dadurch von ſeinem weitern Eindringen in das Innere des Waldes abgehalten. 8. 795. Allgemeine Anmerkung bey den vorhin gegen die Verhütung der Windbrüche vorgeſchlagenen U7itteln. E Freylich iſt alles dieſes nur ein ſchwaches Mittel gegen die Gewalt dieſes Elements. Iuzwiſchen kann doch dadurch mancher Schaden verhütet werden, welcher, wenn man ſich der erwähnten Mittel nicht bedienet hätte, gewiß erfolget ſeyn würde. Und in den meiſten Fällen ſind ſie von einer guten Wirkung. Die Natur. hat ſchon immer die weiſe Vorkehrung getroffen, daß ſie da, wo gewiſſe Uebel nothwendig M. weſen Bon den wirthſchafrlichen Wahrheiten, welche ſowohl 1. 527 weſen ſind, deim denkenden und aufmerkſamen Menſchen auch jederzeit Mittel, um ſol- ches, wo nicht gänzlich abwenden," doch wenigſtens gar ſehr vermindern zu köngen, an die Hand gegeben hat. Werden dieſe Mittel niht gehörig. angewendet, ſo fallen die aus deren Vernach- läßigung entſtehende Folgen nothwendig auf die Rechnung. desjenigen, der ſich darin ſaum« ſeelig bezeiget har, und nicht bloß auf die Natur, vermöge welcher dergleichen Begeben» heiten in der von Ewigkeit her verordneten Reihe der Dinge, woraus unſere Welt beſte- bet, nothwendig geweſen ſind. 8. 7965. Daß, wenn auch gleich ein ſolcher Unglü&sfall ſelber nicht verhütet werden kann, öennoch der davon zu befürchtende Schaden ganz wohl durch vernünftige Vorkehrungen, zu mindern, und weniger empfindlich zu machen ſey. Hat aber auch gleich ein dergleichen ſchädlicher Windbruch durch die dagegen at gewandte menſchliche Vorſicht niht abgewendet werden können, ſo wird doch ein Wald» Eigenthümer, dem dergleichen begegnet iſt, den dadurch verurſachten Schaden gar ſehr zu verringern, und weniger empfindlich zu machen, im Stande ſeyn. Die darunter zu nehmende Maßregeln habe ich bereits in der erſten Abtheilung dieſes Hauptſtückes 6. 2x, bemerket, als worauf ich mich nochmahls bezogen haben will, Denn gewiß iſt es, daß ſtarke Windbrüche die nächſte Geiegenheit ſind, wodurch ein Eigenthümer überflüßiges Holz, welches er nicht allemahl durch den gewöhnlichen Verfauf zu verloſen im Stande iſt, über den Hals bekommen,“ und dadurch in die Verle- genheit, deshalb zu außerordentlihen Abſaßmitteln zu ſchreiten, geſeßet werden kann. Bey der neuen Hol;abnußunggart, weiche bey dieſer ganzen Abhandlung- überall zum Grunde geleget iſt, kommt es vorzüglich darauf an, daß man dergleichen Windbrü- . 3 Wird dieſes nußbare Holz nicht ſofort auf die beſtmöglichſte Art ins Geld zu ſeßen geſuchet, ſondern es bleibet ſolches öſters Jahr und Tag, und öfters noch wohl länger ungenußet liegen, ſo iſt ganz natürlich, daß es dadurch zuleßt in bloßes Brennholz vero wandelt werden müſſe. Ein ſolches Verfahren und Nachläßigfeit wird wohl von jedermann als ein ſehr wichtiger Fehler in der Holzwirthſchaft angeſehen werden müſſen, und aus dieſem Grun- de muß alle Mühe, um bey einem entſtandenen Windbruch das nusbare Holz zu retten, und es nicht aus ſeinen Würden kommen zu laſſen, angewendet werden. 6. 798+ Yo: ſchlag, auf welche Art ſolches am bequemſten und ſicherſten geſchehen könne. : Freylich trifft es ſich nicht alleimahl, daß nach einem entſtandenen Windbruch ſich auch ſofort zu dem dabey mit umgeworfenen nußbaren Holze genugſame Kaufer finden. Den Vorrath davon öffentlich ausbieten zu laſſen, würde nur ſelten eine andere Wirkung haben, als daß man ſolches Holz vor einen unmäßig geringen Preis zu erhal- ten begehrte, dieſes aber anzunehmen, könnte einent Eigenthümer, der nicht deshalb in der größten Verlegenheit geſeßet wäre, nicht angexathen werden. Am beſten ſind diejenigen daran, welche in dergleichen Fällen ſelbſteigone, oder doch in der Nachbärſchaft befindliche genugſame Schneidemühlen haben.: Und wenn auch dergleichen nicht vorhanden wären, ſo ſind ſie doch immer, durch die oben bey einer andern Gelegenheit bemerfte Bretſchneider, wodurch der Abgang der Schneidemühlen ganz füglich erſeßet werden fann, ſich darunter zu helfen im Stande. Das ſtarke Holz mag, wenn ſich keine Käufer, die ſolches für einen billigen Preis Stammweiſe erfaufen wollten, finden, ganz füglich zu Bohlen und allerhand Ar- ten von Bretern, wie es der in einer jeden Gegend gewöhnliche Holzabſaß rathſam ma- erbau, zu deſſen Beſten man, die aufgerechte Streue anwenden zu müſſen, vorgiebet, vieler Schade angerichtet wird. Auch dieſe von Menſchen ſeiber geſtiftete Verwüſtung des Holzes trifft nur bloß die Kiefer- und Tannenwälder. Nur in deren Blätter oder Nadeln haben ſich viele Wirthe dergeſtalt verliebe, daß ſie ſölche als das vortreff iichſte Mittel, um die Aecker feuhebar zu machen, anſehen. 39, in viclen Gegenden ſchäger man ſich für unglüclich, wenn man nicht einen reichen Ueberfluß von dergleichen Kiefer- und Tangennadeln har, und man hält; den Ges brauch davon abzuſchaffen, für uninöglich. Ein GlücF iſt es, das dieſe ſehr übel erdachte Gewohnheit nicht überall üblich iſt, ſondern nur einige Gegenden, worin ſie auch durch ein hartnäckiges Vorurtheil noch im- merfort erhalten wird, damit angeſteet ſind. Von dieſer faſt unglaublichen, an ſich aber höchſt ſchädlichen Verblendung vieler Wirthe und ganzer Gegenden, habe ich mich in einem beſondern Tractat, welcher auch bereits unter der Feder iſt, das zu bemerken Nöctbhige zuſaminen zu tragen, vorgenommen, und ich werde mich daher gegenwärtig hierunter ganz kurz faſſen können, Nur bloß von der Schädlichfeit, die hiedurc< in dem Holze angerichtet wird, ſoll das Hauptſächlichſte bemerket werden.| In wie weit ſie aber auch in dem Aerbau ſelber vieles Unheil ſtifte, und den beſimöglichſten Zuſtand deſſelben verhindere, bin im, in dem erwähnten Tractat ganz beſonders zu zeigen und auseinander zu ſeßen, willens, 6. 800, Von der LTothwendigkeit und Rechtmäßigkeit eines LZandesgeſetzes, wodurch dieſes " Streurechen gänzlich unterſaget wird, Der Schade, der aus dem Streurechen in Anſehung der Wälder ſelbſt erwächſet, iſt bereits in der erſten Abtheilung dieſes-Hauptſtücks 5. 34. ziemlich umſtändlich vorge kragen, und daraus der allgemeine Grundſas, daß, wenn allenthalben für eine unbez ſchädigte Erhaltung der Sorſten und Waldungen geſorget werden ſolle, auch beſon. ders das an vielen Orten eingeführte: Streurechen in den VLTadelbholzwäldern durch eine allgemeine Landesverordnung verbothen werden müſſe; hergeleitet worden. 11Q8con. Forens. VII Theil, E xx Dieſes 530 Eilftes Hauptſtück. Dieſes hat mir deshalb nothwendig geſchienen, weil ich wahrger daß das erwähnte Voryrtheil in vielen Gegenden Niete Heb Eee 7 durch bloße Vorſtellungen und Ueberlegungen dagegen nichts auggerichtet werden mag ;%a, es gehet die Gewalt deſſelben ſo weit, daß man DOerter anktriſft, ws die Eis genthümer, welche überflüſſige Streue, die ſie nicht-ſelber vor ihr eigenes Vieh brauchen zönnen, haben, das Streurechen in ganzen Revieren vor ein davor zu erlegendes Mieths- oder Pachtgeld: an Frenide vermierhen, und auf ſolche Art recht aus Vorfaß die Eclaub»- niß, EMEA p2 Ee je richten, an andere verkaufen. at ein Vorurtheil erſt ſs weit um ſich gegriſſen, ſo kann es auch wohl nicht an-- ders, als durd) nachdrücfliche Weſche Jedämpfer ENSE JUNE, REWE Dieſes hat mich denn zu dem c. 1. bemerkten Antrag bewogen. Ein Eigenthü- mer fönnte auch ein: dergleichen Geſeß: niemahls“ als eine wider die Rechte des Cigen- thums laufende Cinſchränfung anſehen. Nicht ax dem rechten Gebrauch, wohl aber Mißbrauch ſeines Eigenthums fann dieſelbe durch die landesherrliche geſeßgebende Macht gekindert werden. x Auch iſt ſhon mehrmahls erwieſen worden, daß der Ruin der Wälder dem Staat * ſelber nicht: gleichgültig. ſeyw kann. TJſt aber dieſes, ſo muß auch: demſelben, den Walde- Beſißern zur' Vermeidung eines ſolchen ſchädlichen. Mißbrauches, die nöthigen Maßre» geln vorzuſchreiben, frey- bleiben. Den Lehengvettern: und' Fideicommißfolgerw würde wohl ſonder Zweifel das Recht, wider die Einführung. eines- dergleichen Mißbrauches auf einem Lehus- oder/Iivei- commißgut, weil dadurch: dem Holz auch: auf künftige Zeiten ein unwiederbringlicher Scaden geſchiehet; zu proteſtiren, nicht abgeſprochen werden fönnen.: Wie vielmehr muß: ſolches daher denr Staar ſelber offen ſtehen! CG. Sor» Die Schädlichkeit des Streurechens in dem Zolzwuchs wird, ſowohl aus vernünftigen Grün» den, als auch der Erfahrung, näher erwieſen. Die Urſachen, warum das Streurechen vor die Kiefer- und Tannenwälder höchſt nachtheilig und verderblich ſey, ſind bereits in dem angefährten 8:'34- dergeſtalt genau bemerket und beſtimmet worden, daß dem vaſebſt davon Angeführten' nur noch ſehr wes; niges beyzufügen ſeyn wird, ſondern ich mich darauf, um unnöothige Wiederhohlungen - zu vermeiden, in den meiſten Stücken lediglich werde beziehen können. Einer jeden Pflanze, befonders aber einer ſolchen, als.die.in den Wäldern be- findlichen Bäume ſind, kann wohl fein wichtigerer Schaden zugefüget werden, als wenn ſie nicht allein eines Theils derjenigen Materie, wovon ſie-zur Beförderung ihres Wachs- thüums nöthige Nahrungsſäfte zy erwarten haben, beraubet; ſondern auch.in denjenigett Gefäßen; welche ihnen zur Zuführung aller Nahrungsſäfte unentbehrlich: ſind, ver- leßet werden. Daß den Kiefern und Tannen dergleichen durc< das Screurechen wiederfahre, iſt c. 1.-auf das deutlichſte dargerhan- worden» - Man Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 53x Man wird. daher auch.an-der wirklichen Schädlichkeit des Streurechens vermünfoe tiger Weiſe keinen Zweifel tragen können, ſondern ſolches als eine aus den vorbenannten beyden Sägen fließende nothmendige Folge.angeſehen werden müſſen. Denn wenn ein Baum weder die erforderliche Nahrungsſäfte bekommt, no< auch: unverleßte Gefäße, wodurch ihm die benöchigren Nahrungsſäfte zugeführet werden, hart, ſo fann.er auch nicht gehörig wachſen, und die Abſichten, wozu er erzeuget worden ijt, erfüllen.; Ein Baum. aber, der nicht.gehörig wachſen Fann, iſt untauglich, und verdienet öfters nicht, daß ihm die Stelle, die er einnimmk,.-gegönnet werde, Dieſe ſchädliche Folgen beruhen.nicht auf bloße ſpeculativiſche und philoſophiſche Schlüſſe, ſondern ſie werden durch die Erfahrung ſelber beſtätige?, wovon ſich ein Jeder bey Gegeneinanderhaltung ſolcher Wäldex, worin Streu geröchet wird, gegen andere, in welchen ſolches nicht geſchiehet, durch den Augenſchein überzeugen kann.; , 6, S02. Daß das-Streurechen-auch.der Weide und Zütung in den Wäldern höchſt ſchädlich ſey, und ſolche gänzlich vernichte, wird ebenfalls, ſowohl aus der Vernunft, „als Erfahrung, erwieſen. Der durch das Streurechen verhinderte Holzwuchs iſt nicht das einzige Uebel, ſo durch dieſe böſe Gewohnheit in den Wäldern angerichtet wird. Wir haben.oben zu den'Nebenwaldnußungen auch unter andern die Trift und Hük» ung für das Vieh gerechnet, und dabey zugleich angemerket, d-ß dieſe Nebennußung öfters eben ſo nothwendig und unentbehrlich, als die in dem Holze beſtehende Hauptnußung, ſey. Wer aber ſiehet nicht, daß das Streurehen dieſer unentbehrlichen Nebennußung eben ſo nachtheilig, als dem Holze ſelber, werd??; Die Vernunft giebet es, daß die zarten Wurzeln des Graſes dadurch eben ſowohl, und faſt noh) mehr, als die Wurzeln des Holzes, beſchädiget und verleßet werden müſſen. Sind aber dieſe zerſtöret, ſo kann auch wohl in dergleichen Wäldern fein Graswuchs erwartet werden.' Hat ſich gleich die Grasnarbe, wenn ein ſolcher Wald etwa ein Par Jahre mit dem Streurechen. verſchonet worden, etwas wieder zu erhohlen, und neue Wurzeln zu ſeen angefangen, ſo iſt doch ſolches gemeiniglich nur von ſehr kurzer Dauer, indem ſie, ehe ſie zu Kräften kommen kann, ſchon wieder durch ein neues unglücfſeliges- Streurechen zerſtöret und vernichtet wird. Auch dieſe Schädlichfeit in dem Gragwuchs iſt kein bloßer ſpeculativiſcher Ge- danke, der aus einer leeren Einbildung berrühret. Die Erfahrung beſtätiget ihn ebenfalls. Man betrachte nur einen Wald, worin von Zeit zu Zeit Streu gerechet wird, und halte deſſen Zuſtand, in Anſehung des darin befindlichen Graſeg, gegen den Zuſtand eines andern Waldes, in welchem ſolches nicht geſchiehet, fo wird der große Unterſchied unter beyden von ſelbſt in die Augen fallen, Txx x Wenn 532 Eilftes Hauptſtück, Wenn inan die Oberfläche des-Leßtern völlig beraſet ynd mit Gras und Heide- Kraut beleget antrifft, ſo wird man in dem-Erſtern öfters faum ein Spürchen davon, wenn man e3 auch mit einer Laterne auffuchen wollte, finden können. Und in der That wäre es auch ein Wunder der Natur, wenn in ſolchen Wäldern, des öfters wiederhohlten und beſtändig fortgeſekten Streurechens ohnerachtet, dennoch Gras wüchſe,;: Das Streurechen iſt eine Handlung, aus welcher die Zerſtörung des Graſes nothwendig folgen muß.- Man kann alfo dieſe Schädlichfeit. um ſo weniger bezweifeln, als ſie nicht allein durch die Erfahrung beſtätiget wird, ſondern auch das Segentheil dae von ſchlechterdings zu den unmöglichen Dingen-gehöret. j Ich wüßte nicht, was man von einem? Wirth denken ſollte, welcher dreiſte genug wäre zu behaupten, daß von dem Streurechen weder für das Holz, uoch auch den Gragwuchs, ein Nachtheil zu befürchten ſey. I< habe zwar niemanden gefunden, der ſolches ſo ſchlechthin behaupten wollen, obgleich viele Wirthe das Streurechen- gar. ſehr zu rechtfertigen, und den daraus entſte henden Schaden ſo klein als möglich zu machen, ſuchen. Juzwiſchen handeln doch diejenigen, die dieſe Wirthſchaftgart treiben, ſo, daß man nicht anders von ihnen vermuthen kann, als daß ſie in ihren Herzen von der Un- ſchädlichfeit des Streurechens überzeuget ſeyn müſſen. Unmöglich wäre ſonſt, daß ſie ſich recht vorſeßlich zwey ſolche wichtige Wirth- ſchaftstheile, als Wald und Hütung ſind, einer Sache halber, die durch andere Mittel ſehr leicht zu erſeßen wäre, mit faltem Blut zu Grunde richten ſollten. 6. 803« Kinige Gründe, warum die Streu aus den Biefer- und Tannenwäldern nicht ſchlecHterdings nothwendig ſey, ſolche auch nur eine ſchlechte Art von Viiſt gebe, Geſest auch, daß auſſer den Kiefer- und Tannenwäldern kein anderes Mittel, um den Abgang der nöthigen Einſtreue zu erſeßen, vorhanden wäre, ſo wird doch der Mangel des Strohes wohl ſo leicht an feinem Orte dergeſtalt groß ſeyn, daß nicht we- nigſiens ein Theil davon zur Einſtreu? angewendet und beſtimmet werden fönnte. ſt aber dieſes, ſo fommt es nur bloß auf ein Beyhütfsmittel, um das darunter noch etwa fehlende Stroh auf eine andere Art zu erſeßen, am. Hiezu wählet man nun in den Kiefer- und Tannenwäldern das allerſchlechteſte und untauglichſte, da do<, wie unten mit mehrern gezeiget werden wird, allenthalben noch mancherley andere Mittel, die ſich dazu weit beſſer ſchien, und wodurch feinem an- dern wichtigern Wirthſchaftstheil ein Nachtheil wiederfähret, vorhanden ſind, Wenn man nun annimmt, daß an einem Orte nur halb ſo viel Stroh, als ſonſt zu einer reichlichen Einſtreue nöthig wäre, angewendet werden könnte, ſo würde es doch allemahl beſſer ſeyn,. es bey-diefer halben Einſtreue bewenden zu laſſen, und folglich nach der Fuderzahl weniger Miſt zu machen, als daß man, um mit einer großen Menge von Miſtfudern Prablerey zu treiben, Wälder und Hütyngen zu Grunde richtet, Ih AE Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16.| 533 I< weiß wohl, daß viele, beſonders unter den gemeinen Aergleuten, wo das Stereurecheun zur allgemeinen Mode geworden iſt, den Kiefer- und-Tannennadeln, wegen ihres fetten und harzigen Anfühlens, ſelber eine Düngungskraft zuſchreiben. ; Allein es iſt ſol der ganzen Einſtreue, ſie mag viel oder wenig ſeyn, vollkommen erfüllet« welcher nach einem in dem Waſſer ſiegen» Maul habende Fleiſch faßlen ließ, paſſet ſich 8. 805- Bon den wirthſchafrlichen Wahrheiten welche ſowohl 16 535 S.: 805 In wie weit. die Aufhütungsbevechtigten ein Recht, wider das Streurechen" zu proteſtiren, haben Vönnen:' Und“ ſollten: auch'- wenn gleich dex Eigenthämer' ſelbſt den Verluſt ,- der ihm durch öas Streurechen: angerichtet: wird- nicht ächten wollte, nicht die Aufhürcungsdve- rechtigten ein Recht, gegen“ das Verderben, ſv dadur> der gemeinſchäftlichen: Hütung zubereiter wird, zus proteſtiren,. haben?; In ſofern, als" dieſe böſe' Gewohnheit ſchon vor Conſituirung ihrer Auf hütungg« Servitut in einem: folchen- Walde eingeführet geweſen, werder ſie wohl freylich dazu ſtille ſchweigen müßen.:; *- Wollte aber: vom dem Eigenthümer' erſt neuerlich: ein dergleichen Streurecheit aufgebracht werden, ſo'iſt ihnen, daß ſie ſich dawider ſchen, nicht zu verargen, indem älles, was eine Schnrählerung in dex gemeinſchaftlichen Weide verurſacher', als eine of- fenbare Kränkung ihres Aufhücungsrechtes angeſehen werden muß-; Manchem Eigentchümer, welcher in dem verderblichew Streurechen fein Ziel noch: Maß zu halten weiß, ſondern dariw das ganze Aufvehmen ſeines Acferbaues ſeßet, würde durch einen dergleichen Einſpruch der Auf hütungsberechtigten eine wahre Wohlthat wie- derfahren, und er vielleicht dadurch von ſeinem“ gänzlichen Verderben zurü&gehalten werden. s Ä;: Auch alsdenn'- wenn die Gewohnheit des Streurechens ſchon bey der Conſtituis rung der%ufhücungeſervitur eingeführet geweſen„ kann den Auf hücungsberechtigten, im Fall: daß ſolches übertrieben werden! wollte, die Befugniß, wenigſtens auf deſſen nähere Einſchränkung anzutragen. nicht gänzlich abgeſprochen werden.;; Das Recht ſolcher Auf hütungsberechtigten iſt nur fehr felten nevern Urſprunges, ſondern rühree gemeiniglich- wie ich in dem erſten'Zauptſtü& des erſten Bandes mit mehrerm bemerker babe, ſchon von alten Zeiten her-| at Bekannt aber iſt es, daß ehedem faſt auf allen Lanögütern der Viehſtand weis geringer, als man ihn anjegt antrifft, geweſen iſt; Man hat auch natürlicher Weiſe damaßis nicht ſo viele Einſtreue gebrauche. Im Durchſchnitt mag die Vermehrung des jeßigen Viehſtandes gegen die Zeitets des Alterthums ganz füglich auf die Hälfte angenommen werden. Hat man ſolhemnach ehedem 500 Fuder Streue aus dem Walde gehohlet, ſo kann man ſichere Rechnung machen, daß anjeßt 1600 Fuder dazu. nöthig ſind. Je häufiger Streue in einem Walde gerechet wird, je mehr Schaden wird dadurch in demſelben angerichtet, Offenbar iſt es daher, daß dieſes häufigere Streurechen den Auf hütungsberechtigten nicht gleichgültig feyn könne, weil dadurch die gemeinſchaftliche Weide immer nzehr und mehr geſchmäßlert und zu Grunde gerichtet wird. Jedoch, auch hierin wollen wir uns die nähere Ausführung und Entſcheidung bis zu der ſiebenten Abtheilung vorbehalten, ünd uns gegenwärtig nur bloß damit, daß wir ſolches vorläufig angemerket haben, begnügen«- 9. 806» 536 Eilftes HauptſtyF, 6. 806 Daß ein Ligenthümer in ſeinem Walde doppelter Gefahr nusgeſetzet ſey, wenn auch fo gar ſeine Bauerty und Unterthanen ein Kecht, Streue darin rechetz zu können, Haben. So lange:der Eigenthümer nur bloß vor ſein Vieh, die nach ſeiner Meinung nö- thige Streue in dem Walde rechen und ſammeln läſſet, waltet doh wenigſtens die Ver- muthung vor, daß ein vernünfüger Wirth die Sache nicht zu ſehr übertreiben, ſondern, daß Ordnung dabey gehalten, und nur bloß au ſolchen Orten, wo die Kiefer- und Tanu- nennadeln ſich in größeſter Menge gehäufet haben, vorgenommen werden inöge, von ſelbſt bedacht ſeyn werde, Und unter dieſer Mäßigung könnte das Streurehen, ob es gleich niewahls rat ſam iſt, doc< wenigſtens weniger ſchädlich ſeyn.?? 2 Gehet aber die darunter eingeführte anglückliche Verfaſſung ſo weit, daß auch die Bauern und.Unterthanen ihre“ Streue aus den herrſchaftlichen Wäidert zu hohlen berechtiget ſind, ſo iſt das daraus entſtehende Unheil faſt nicht mehr zu überſehen, noch das Verderben, ſo dadurch, beydes dem Holze und der Hütung, zuwächſet, zu hemmen, S. 807«+ z7ähere Urſachen, warum das den Unterthanen verſtattete Streurechen vor die Wälder vorzüglich gefährlich und ſchädlich iſt. Dieſe Leute: beobachten überhaupt in allen ihren Unternehmungen nur ſelten die gehörige Ordnung. Am wenigſten verſpüret man, ſolche von ihnen, wenn ihnen eine Sache Preis gegeben worden iſt, an deren Erhaltung oder Verderben ſie keinen ſelbſtei- genen Antheilhaben, und die ihnen daher ſehr gleichgültig iſt. Dieſes trifft nun auch beſonders bey dem ihnen frey gelaſſenen Streurechen in den herrſchaftlichen Wäldern ein. Was fräget wohl ein Bauer darnach, ob der herrſchaftliche Wald zu Grunde gerichtet wird, oder. nicht, wenn er nur diejezige Menge von Streue, die er nöthig zu haben glaubet, erhält? Auf die Beſchaffenheit des Holzes, ob ſolches noh jung, und in ſeinem beſten Wachethum ſtehet, oder ſein Abſterben bereits dergeſtalt nahe iſt, daß es zu ſeinem fer- nern! Wachsrhum' feiner Nahrungsſäfte weiter nöthig hat, nimmt er nicht die geringſte Rückſicht. Er ſchläget vielmehr ſeine gefährliche Streureche, wie der fürchterliche Tod ſeine Seuſe;-allenthalben an, wo er den meiſten Vorrath von Kiefer- und Tannennadeln antriffc, und wo ihm deren Abfuhre der Lage nach am nächſten und bequemſten fällt. Daß ein ſolcher: Wald in-kurzer Zeit völlig zu Grunde gerichtet werden müſſe, fallt-von.ſelbſt in die Augen, zumahl wenn eine Herrſchaft nicht ſtarf genug iſt, ſie hier- unter ii Zaum zu halten, und ibnen vernünftige zu beobachtende Maßrezeln vorzuſchreiben«; 6. 808 Von den wirthſchaftlichen. Wahrheiten, welche ſowohl 16, 537 6. 808. Daß' die Lrlaubniß des Streurechens in den herrſchaftlichen Wäldern auch dew Bauern ſelber höchſt nachtbeilig ſep. In der That gereichet auch eine ſolche uneingeſchränfte Erlaubniß des Streure- er mehr verhindern, als befördern, ſehen nur die wenigſten von ihnen ein. Und auch diejenigen, die ſolches einzuſehen im Stande ſind, hält der Eigennuß davon ab; indem ſie dadurch veranlaſſet werden, ihr zur Einſtreue in den Miſt übrig habendes Stroh zu verkaufen, und dagegen ihren Acker mit lauter unfräſtigen Streudünger abzuſpeiſen. - Hievon ſind die von Jahr zu Jahr ſchlechter ausfallende Ernten eine ganz natür liche Folge. Denn daß ein Fuder guter Strohmiſt dem Lande mehrere Kräfte gebe,:als vier Fuder Streudünger, iſt eine einleuchtende Wahrheit, welche von keinem Wirth, der von beyden Miſtarten Verſache gemacht hat, in Abrede geſtellet werden wird, - Fällt gleich in dem erſten Jahre dieſer Unterſchied zwiſchen dem Stroh- und Streudünger nicht ſo klar in die Augen, ſo wird er doch gewiß in den folgenden Jahren oöffenbar werden. IE 7 Wenn auch der beſte Streumniſt höchſtens 3 Jahre einige Wirkung thut, ſo kann man ſolche von einem guten Strohmiſt auf 6, und nach Beſchaffenheit des Ackers auch wohl auf 9 Jahr, ganz ſicher erwarten, und noch in dem 9ten Jahre wird der lektere weit mehrere Kräfte, als der erſtere in dem 3ten Jahre, von ſich verſpüren laſſen. Was kann hieraus anders entſtehen,'als daß die Bauern, welche auf ihr Land nur bloßen Streudünger bringen, und dagegen das dazu übrig geweſene Stroh verfau- fen, von Zeit zu Zeit in ihren Nahrungen zurück gehen, und wohl gar verarmen müſſen! Sie richten überdem durch das viele und unabläſſige Streufahren ihr Geſpann zuleßt ganz und gar zu Grunde, welches ihnen, wie einem jeden vernünftigen und ein» ſichtsvollen Wirch genugſam bekannt iſi, in ihrem ganzen Nahrungsſtande höchſt ſchädlich iſt. > Eine tüchtige Anſpannung iſt die Seele eines jeden dienſtbaren Bauern, und es wird, wenn es daran fehlet, den Grund ſeines ganzen Wohlſtandes untergraben. 6.7 809 Warum inzwiſchen die Bauern von dem Streurechen in den herrſchaftlichen Wäldern, wo ſie einmahl ein gegründetes Recht dazu haben, abzubringen nur wenige Zoſſnung ſey. I< ſehe inzwiſchen wohl ein, daß an den Orten, wo das Streurechen einmahl zur allgemeinen Gewohnheit geworden, dieſes überhand genommene Vorurcheil durch ineinen dagegen geäuſſerten Eifer nicht entwurzelt werden, ſondern man dem ohnerachtet immerhin dabey beharren wird. Qecon. Forens. VII Theil. Yyy Am 538 Eilftes Hauptſtück, Am meiſten ſtehet dieſes auf denjenigen Landgütern zu befürchten, wo auch ſelbſt die Bauern ein gegründetes Recht, in den herrſchaftlichen Wäldern Streu rechen zu dür- fen, vor ſich haben, indem deren Ueberzeugung von dem Ungrunde ſolcher Vorurtheile doppelt ſchwer, und öfters wohl gar unmöglich fällt. Auch haben ſie wirklich, davon gänzlich abzuſtehen, wenigere Urſachen, als-die Herrſchaften und-Eigenthümer der Wälder ſelber. Bey der Schädlichkeit des Streurechens liegen eigentlich drey Haupturſachen zum Grunde: I. Das Verderben des Holzes. 2. Die Zerſtöhrung der Hütung, und 3. daß der Streudünger an und vor ſich weitſchlechter, als der Strohdüngeriſt. Die beyde erſte Urſachen ſind dem Bauer, wie ſchon oben betzerket worden, ſehr gleichgültig, und ſie können auch daher keinen Bewegungsgrund, warum er ſich des Screurechens in den herrſchaftlichen Wäldern gänzlich enthalten ſollte, abgeben- H Nur bloß die leßte Urſache bleibet übrig, um fie einem Bauer entgegen ſeßen zu nnen,. Allein daß ſolche bey-demſelben nur eine ſchlechte Wirkung thun werde/ ſiehet ein jeder von ſelbſt ein. Der Strohverkauf, den er durch das Streurechen möglich gemacht hat, wird einem nur auf das Sinnliche und Gegenwärtige ſehenden Bauer, viel zu ſehr am Herzen liegen, als daß er ſich, ſolchen der Einſtellung des Streurechens aufzuopfern, bereitwillig finden laſſen ſollte,-;| : Die Streue bekomme ich, wird er ſagen, in dem herrſchaftlichen Walde umſonſt, warum ſollte ich denn das Geld, ſo ich vor das verkaufte Stroh einnehme, fahren laſſen, und dieſes Stroh zu einer Sache, die ich ohnentgeldlich und ohne Bezahlung haben Fann, verwenden? Auch der größeſte Redner möchte wohl ſchwerlich einem überdem noh mit einem hartnäckigen Vorurtheil vor das Streurechen eingenommenen Bauer, dieſes ſinnliche Argument zu widerlegen, und ihn dem ohnerachtet von der Schädlichfeit des Streure- kliche Art anzuwenden ſey. Bey der neuen Holzabnußungsart, wo der ganze Wald in gewiſſe jährliche Schläge oder Haue eingetheilet iſt, würde Dir Ordnung wegen des Streurechens auf yy 3 das 543? Eilftes Hauptſtü>. das beſte beobachtet werden können. Denn eine natürliche Folge wäre es, daß jederzeit die nächſteit 20 Schläge zum Streurechen offen bleiben, die TUE aber as ain lich verſchonet werden müßten. So wahr iſt es, daß eine in der Hauptſache eingeführte Ordnung, auch in allen mit derſelben verknüpften Nebendingen, eine gleichmäßige Ordnung verſchaffet. In einem nach der neuen Holzabnußungsart eingetheilten Walde würde ſolchent- nach ein Jeder ſchon von ſelbſt, ohne daß er dazu eine beſondere Anweiſung erhielte, wo er Streu rechen könnte oder nicht, wiſſen können, wenn nur die Nummern der Schläge nach dem verſchiedenen Alter des Holzes gehörig eingerichtet worden, G.:: 4846 Urſachen, warum auch die zum Streurechen Berechtigte hiedurch an der Ulenge der Streue nichts verlieren, ſondern ihnen vielmehr-dieſe beſchwerliche Arbeit gar ſehr erleichtert werden würde. Die Liebhaber des Streurechens, oder diejenigen, die damit durch ein erlangtes Recht begünſtiget ſind; dürfen auch nicht befürchten, daß ſie durch dieſe Cinrichtung nicht genugſame Setreue bekommen, oder in ihrem deshalb habeaden Rechte gekränket werden würden.. Denn ganz natürlich iſt es, daß auf einem ſeit 62, 89 und 100 Jahren ge- ſchonten Plaße eine ſo anſehnliche Menge von abgefallenen Kiefer- und Tannennadeln zuſammen gekommen ſeyn müſſe, daß auf einer Ruthe mehr Streue, als anjeßt auf einer Halben Morge, geſammelt werden könnte. Dieſes würde nicht allein das ſonſt ſehr beſchwerliche Streurechen gar ſehr erleich- tern, ſondern auch die Streue ſelber, weil ſolche durch das lange Liegen ſchon vorhin in die Verweſung übergegangen, weit tauglicher madjen. 6. 317. Daß bey einer ſolchen Einrichtung auch der Sraswuchs in den Wäldern durch das Streu- Rechen nur wenigen Schaden leiden würde, Es iſt zwar wahr, daß durch dieſe Einrichtung die Schädlichkeit des Streure- hens nur bloß in Anſehung des Holzes vermindert wird, dieſelbe aber, in Rückſicht der Hütung noch eben dieſelbe zu bleiben ſcheinet, Allein bey genauerer Ueberlegung wird man gar bald wahrnehmen, daß die vor» geſchlagene Einſchränfung des Streurechens der Waldhütung nicht minder zu nuße komme. Nach der bisherigen Gewohnheit iſt der ganze Gragwuchs des Waldes dem Ver- derben ausgeſeßet.'Alsdenn aber bleiben doch allemahl vier Theile deſſelben frey davon, und nur bloß in dem 5ten hat der Graswuchs eine Zerſtöhrung zu gewärtigen.* Ju einer ſo geraumen Zeit, die dem Waldboden zum Gragswuchſe gelaſſen wird, benarbet ſich derſelbe dergeſtalt, daß ihm, wenn ihn auch die Reihe trifft, bey weitem nicht der Schaden, der anjeßt davon zu befürchten ſtehet, wiederfahren kann.; Die Graswurzeln ſind durch die Länge der Zeit ſchon ſtärker und dauerhafter ge- worden, und ſie können. daher nicht mehr durch die überfahrende Reche ſo leicht verleßet were Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl:c, 543 werden, und ſelbſt der Raſen, mit welchem die Oberfläche des Waldbodens durch die län gere Dauer der Schonung überzogen worden, ſchüßet ſie dagegen. 6; 978, Warum alle Privatgüterbeſiger, die in ihren Wäldern freye und ungebundene Zände Haben, ſicH durch Anwendung dieſer, Sätze das Streurechen weniger ſchädlich machen können. Dieſes ſind die Maßregeln, die ich, um die Schädlichkeit des Streurechens, in Anſehung beydes, des Holzes und der Hütung, nach Möglichkeit zu mindern, nach meis nen geringen Einſichten, vorzuſchlogen weiß.. Zu wünſchen wäre es zwar immer, daß das Streurechen allenthalben ganz und gar unterbliebe, indem alle Waldeigenthümer davon den beſten und ſicherſten Erfolg, ohne ihre Felder ohnbedünget laſſen zu dürfen, zu erwarten haben würden. Wenn aber auch ſolches nicht gefällig wäre, ſo werden doch wenigſtens diejenige Güterbeſißer, die in ihren Wäldern ſreye und ungebundene Hände haben, und darunter durc fein fremdes Recht eingeſchränfet ſind, überzeuget ſeyn müſſen, daß ihnen dadurch das ſonſt ſo gefährliche Streurechen weit weniger ſchädlich werde. Sie würden daher unrichtig denken, und wider ihr eigenes Beſte handeln, wenn ſie nicht einen Gebrauch davon zu machen ſuchten. 6. 819. Allgemeiner Saz, warum auch die Unterthanen bey ihrem Recht, in den berrſchaftlichen Wäldern Streu rechen zu können, die deshalb vorgeſchlagene Einrichtung anzunehmen, ſchuldig ſind. Diejenigen Grundobrigkeiten aber, deren Unterthanen mit einem gegründeten Recht, in den herrſchaftlichen Wäldern die benöchigte Streue rechen zu dürfen, verſehen find, haben. hierunter keine freye Wahl, ſondern ſie müſſen auch zugleich auf das, was ihren Unterthanen darunter zuſtändig iſt, zurück ſehen, Dieſe ſind allerdings am übelſten daran, indem ſie und ihre Wälder von der Dia -rection ihrer Bauern abhangen, und ſich dieſe nur ſelten deghalb die gehörige Schranken ſeßen laſſen. In ſolchen Fällen erfordert ſolchemnach die Nothwendigkeit ganz beſonders, wes gen des Streurechens beſtimmte Regeln und Vorſchriften feſtzuſeßen, nach welchen dies felben in Ordnung gehalten werden können. DIEN Der allgemeine Saß: daß ein Jeder, dem der Gebrau< einer fremden-Saz He überlaſſen worden iſt, ſolchen dergeſtalt einrichten müſſe,- daß das Weſen oder die Subſtanz der Sache unverlext bleibe, findet auch bier-ſeine Anwehre; und ich werde denſelben bey dem gegenwärtigen Fall ebenfalls zum Grunde legen; 8577 Die Subſtanz oder das eigentliche Weſen eines Waldes beſtehet hauptſachlich in dem Holz, und demnächſt auch in der Hütung.| Von ſelbſt folget es, daß, nach der vorbemerkten Regel, durch das Streurechen Feinem von dieſen beyden Stücken ein auf alle Zeiten ſich erſtreefendes'Nachtheil wieder» fahren müſſe, wenn der Gebrauch des Streurechens rechtmäßig ſeyn ſoll, 5 i? 544 Eilftes Hauptſtü>k. Wie dieſe ſonſt aus dem Streurechen nothwendig entſtehende Schädlicfeit ver- mieden, und dergeſtalt, daß das Holz ſo wohl, als auch die Hütung in ſeiner Subſtanz Wen möge, eingerichtet werden fönne, iſt in dem Vorſtehenden umſtändlich bemerket worden. Eine natürliche Folge iſt es daher, daß die Unterthanen ihr Recht, in den herr- ſchaftlihen Wäldern Streu zu rechen, nicht anders, als unter den in gedachten Regeln enthaltenen Einſchränfungen, gebrauchen und in Ausgübung ſeßen können. Ein Richter, der dieſen Saß zum Augenmerk nimmt, hat in.der Entſcheidung der darüber entſtandenen Rechtsſtreitigkeiten ſchon vieles gewonnen, und er iſt, daß ich mich dieſes Ausdruckes bedienen darf, über den erſten Stein des Anſtoßes, der ihm dae bey im Wege liegt, hinweg» 6. 820. dabey jedennoch jederzeit auf die Bedürfniſſe der Streu eines zum Streurechen bes rechtigten Dauern ankomme, und was bey deren Ausmittelung vor Sätze zum Grunde zu legen find. Inzwiſchen wird dennoch immer die Frage übrig bleiben, wie viel ein Bauer oder anderer Unterthan an Streue nöthig habe, wenn er in.dem Gebrauch dieſes ſeines Rechts gehörig eingeſchränkfet, und ihm darunter alle bisherige Willkühr benommen werden ſoll? Ganz natürlich iſt es, daß hiebey 1) auf die Anzahl und Arten des Piehes, die er nach den Umſtänden ſeiner xrabrung mit eigenem gewonnenenen Sutter auszuhalten im Stande iſt; 2) den Strohzuwag. Denn wie ſehr die Wolle durch! die eingeſtreuete Tantnentadeln verunreiniget werden müſſe, begreift ein Jeder leicht von ſelbſt, und ich kann nicht läugnen, daß ich dieſe Tauneungnen jederzeit für eine höchſt ungeſchickte Einſtreue für das Schafvieh ge- halten habe, Da aber an ven Orten, wo das Streurechen zur allgemeinen Gewohnheit gewor: den iſt, auch ſelbſt die herrſchaftliche Schaffſtälle nicht davon verſchonet bleiben, ſo kann den Bauern wohl nicht verarget werden, wenn ſie hierunter dem Borgange ihrer Obrig- keit ſelber folgen.; Es wird daher in Gegenden, wo die Bauern und Unterthanen Schafe zu halten berechtiget ſind, in Anſehung der auszumittelnden nöthigen Streue, auch hierauf Rück- ſicht genommen werden müſſen, CG": H22+' 8 Wie hoch der Rindviehſtand der Unterthanen nach dem Verhältniß ihrer Ausſaa in dieſem. Fall anzunehmen fey. Tſt keine ſichere Beſtimmung des Bauerviehſtandes vorhanden ſondern es muß ſolcher nach der Ausfaat und Einſchnitt eines jeden Bauern oder andern Unterthanen feſt- geſeßet werden, ſo habe ich die dazu nöthigen Grundregeln bereits in dem zweyten Haupt- Stück des erſten Bandes ß. 170, und 171, feſtgeſeßet.? Die daſelbſt angenommene Säße betrafen zwar nur bloß die Ausmittelung des herrſchaftlichen Viehſtandes, bey Gelegenheit einer aufzunehmenden Taxe, Es iſt aber kein Grund vorhanden, warum nicht eben dasjenige, wäs hierunter aus wahren und in der Erfahrung gegründeten Wirthſchaftsregeln bey dem herrfchaftli- . Denn ob ihnen gleich nicht verwehret werden könnte, die ihnen bey ſolchen Um- fränden allein zuſtändige Schafhütung auf ihren Grundſtücken ſo gut als möglich zu be- nuken, ſo muß doch ſelbiges dem herrſchaftlichen Necht in Wäldern keinen Eintrag thun. Dieſes aber würde geſchehen, wenn ſie für eine größere Anzahl von Schafen, als beſtimmet worden, die benöthigte Streu fodern könnten. S. 825. Die hierunter nöthige Beſtimmung des Bauerviehſtandes an Rindvieh und Schafen wird durch ein näher angenommenes Bepſpiel gezeiget. Um vorſtehendes durch ein Beyſpiel näher zu erläutern, wollen wir annehmen, daß in einem Dorfe, wo die Herrſchaft die Schäfereygerechtigkeit hat, und der Schaf Viebſiand der Bauern auf nichts gewißes beſtimmet iſt, ein jeder Bauer jährlich 20 Magdeburgſche Morgen mit Roggen beſtellet, und überdem eine Ausſaat an Weißen und Gerſte von 15 Scheffel hätte. Aus den vorhin feſtgeſeßten Grundſäßen würde von ſelber folgen, daß ein ſolcher Bauer einen Rindviehſtand von 10 Stück und ungefähr 33 Schafe mit eigenem gewon- nenen Futter zu unterhalten im Stande ſey. Dieſes würde denn auch eine ganz ſichere Nichtſchnur bey der Beſtimmung des- jenigen, was er, um dieſen Viehſtand mit der gehörigen Einſtreue zu verſehen, von der herrſchaftlichen Waldſtreue zu fordern hätte, anzuſehen ſeyn. 6. 826. Von der Beſtimmung des Strohzuwachſes, und wie viel davon zur Einſtreue vor das Vich übrig bleiben könne, wobey zugleich das unwirthſchaftliche verfahren, das Stroh z1 . verFaufen, und dagegen das Vieh mit Waldſtreu zu ſtreuen,' gezeiget wird. Der zweyte Punkt, der nach Maßgebung des 5. 820. biebey in Betracht kommt, betrifft den Strohzuwachs, den ein Bauer oder anderer Unterthan von ſeinem im Beſis habenden Acker nach wirthſchaftlichen Grundſäßen zu erwarten bat. j:' Bey den großen Vorzügen, den der Strohdünger vor dem Streudünger hat, bleie bet es allemahl eint unverantwortlicher ME wenn man, um das zur Einſtreue vorhandene Stroh zu. verkaufen, ſein Feld nur hauptſächlich mit dem elenden und un- kräftigen Waldſtreudünger verſorgen will.;: Inzwiſchen iſt doch dieſes der hauptſächlichſte Grund, wodurch ſich ſo viele Wir- the, beſonders aber die gemeinen Bauern, zur Erwählung des Lektern anreißen laſſen. Ich gedenke dieſes unrichtige und unwirthſchaftliche Verfahren nächſtens in einer beſondern Abhandlung auszuführen, und darin den großen Nachtheil, den ſichein jeder Wirth, er mag zu den großen oder kleinen gehören, dadurch anrichtet, mit mehrerm zu zeigen.:. Gegenwärtig will ich vorläufig nur ſo viel bemerken, daß beſonders die Bauers Leute, welche ein Recht, die benöthigte Streue in den herrſchaftlichen Wäldern zu+0 aben, Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl:c. 549 baben, ſich dadurch vorzüglich verleiten laſſen, den Vortheil, den ſie von dem Stroh- Dünger haben, außer Augen zu ſeßen, und ſtatt deſſen das Stroh, ſo ihnen übrig blei- bet, und ſie dazu anwenden könnten, zu verkaufen.; Denn gemeiniglich ſtehet in ſolchen Gegenden, wo das Streurechen gewöhnlich iſt, das Stroh in weit höhern Preiſen, als an andern Orten, wo man von dieſem un- wirthſchaftlichen Gebrauch nichts weiß. " Ich will mich zwar gegenwärtig in keine nähere Unterſuchung des Schadens, den fich ein jeder Wirth dadurch, wenn er anſtatt des Strohes eine unkräftige Waldſtreue wählet, verurſachet, nicht einlaſſen, indem ſolches in der vorbemeldeten davon zu entwer? fenden Abhandlung mit mehrern gezeiget werden wird. So viel aber kann ich auch ſchon vorjeßt nicht unerinnert laſſen, daß dieſes an fich unwirthſchaftliche Betragen einem Dritten niemahls zum Nachtheil gereichen könne. Einem Bauer oder andern Unterthan, dem die Befugniß, in den herrſchaftlichen A6äldern Streu zu rechen, zuſtändig iſt. mag ſolchemnach ein dergleichen unwirtbſchaft- licher Strohverkauf nicht verſtattet werden, ſondern er muß dasjenige- was er nach reich? licher Ausfutterung ſeines verhältnißmäßigen Viehſtandes davon übrig hat, ſchlechter? dings zur Einſtreue in den Miſt anwenden. Dieſes iſt der wahre Grund, warnm alle Gutspächter und Bauern nichts voa ihrem Strohvorrath an Fremde verkaufen müſſen, ſondern, wenn ſie ſolches thun, ſtraf- bar darunter händeln.; ; Dieſer allgemeine Saß findet denn auch beſonders in denjenigen Fällen, wo die Unterthanen in den herrſchaftlichen Wäldern zur Einſtreue vor ihr Vieh Streu zu rechen berechtiget ſind, Statt. Sie können ſolc. S. 8309 Wie die Streufuder zu SEN, und was darunter zur Richtſchnur zu nehmen. Nach richtig ausgemittelteni Viehſtande und Strohzuwachs muß, nach Maß- „gebung des 8. 820, die Anzahl und Beſchaffenheit der Fuder, ſo vor ein jedes Stück Vieh an Waldſtreue nöthig ſind, gehörig beſtimmet werden. 1 . Ich läugne nicht, und ein. jeder Wirthſchaftserfahrner wird es von ſelbſt einſe- hen, daß dieſe Beſtimmung, wenn daraus vor keinen Theil ein Nachtheil erwachſen ſoll, ſehr ſchwer falle, und vielen Bedenklichfeiten unterworfen ſey. Inzwiſchen will ich es. doch, weil ſonſt alles dasjenige, was bisher angebracht worden iſt, und noch ferner davon geſaget werden kann, vergebens ſeyn würde, etwas Gewiſſes darunter feſtzuſeßen, wagen. ; Die verſchiedene Ladung bey den Streufuhren kann man hierunter unmöglich zur Richtſchnur annehmen. Denn wenn man jemahls an ſolchen Orten, wo: das Streurechen und Fahren üblich, geweſen iſt, ſo wird man ſchon von ſelbſt den großen Unterſchied der Fuder, wenn die Bauern. vor ſich oder vor die Herrſchaft Streu fahren, mehr als zu deutlich wahrgenommen haben.; : Ein Bauer, der vor ſich Streu fähret, ladet gewiß drey bis vier Mahl ſo viel auf, als wenn er ſolches im Dienſt vor die-Herrſchaft verrichten muß. Schon die Einrichtung der Streuwagenleitern, deren ſie ſich vor ſich oder die Herrſchaft bedienen, zeiget ſolches ganz offenbar, Die Waldſtreue iſt an und vor ſich eine ſehr leichte Waare, wovon. mit zwey mä- ßigen Pferden; eine ſehr anſehnliche'Menge ganz bequem fortgebracht werden kann. Ich werde daher nicht irren, wenn ich die hier feſizuſeßende Streufuder derge- ſtalt beſtimme, daß darunter ſo viel Streu, als von zwey mäßigen Bauerpferden auf eine bequeme Art heran gefahren werden kann, verſtanden werde. Bey dieſer Beſtimmung wird der Bauer gewiß nicht zu kurz kommen, ſondern ſeinen Wagen ſo voll als möglich laden.) S. B3T+ d 2 Wie viel Fuder Streu vor ein jedes Stuck Rindvieh zu beſtimmen. Die Beſtimmung, wie viel von dergleichen zweyſpännigen Fudern Streu vor ein jedes Stück Rindvieh oder eine beſtimmte Anzahl von Schafen erfordert werde, iſt nicht weniger mancherley Schwierigkeiten ausgeſeßet«.;“T6 ? Man rechnet nach wirthſchaftlichen Säßken von einem jeden Stück Rindvieh, wenn es Jzehörig eingeſtreuet worden, jährlich ro Fuder Miſt.- Zu. einen Fuder Miſt werdei wenigſtens 8 Gebund Stroh, das Bund zu 16 bis 20 Pfund gerechnet, erfordert. Aus der wirthſchaftlichen Erfahrung aber iſt bekannt, daß das Stroh in dem Miſt wegen der darin vorgegangenen Gährung dergeſtalt in die Fäulniß übergebet, daß bey einem gut zubereiteten Miſt wenig davon übrig bleibet, 8 ey regu, 58 KE en LE LINN Zn Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 10. 53 Bey dem Miſt aber, der von der Waldſtreue gemachet wird, hat weder dieſe Gährung noch daraus entſteheude Fäulniß Statt, ſondern es werden die Tangernadeln, nachdem ſie mit dem„Koth des Viehes vermenget worden, gemeiniglich in eben derjeni- gen Geſtalt, als man ſie unter daſſelbe geſtreuet hat, auf das Feld gefahren, und ihre, Verfaulung erfolget nur erſt einige Jahre nachher in dem Acker, wie ſie ſich denn in demſelben no) in dem zweyten und Dritten Jahre ganz merklich zu zeigen. pflegen. Hieraus ziehe ich den Schluß, daß mit einem Fuder Streue, ſo wie es von zwey « mäßigen Pferden bezwungen wird, ganz füglich 4 Fuver Miſt gemacht werden können. Und wenn man auch, um in der Sache deſto ſicherer zu gehen, auf 10 Fuder Miſt noch ein halbes Fuder Streue zuſeßen wollte, ſo würde doch offenbar werden, daß für jedes Stück Rindvieh nicht mehr, als 3 Fuder Streue nöthig ſind. Wer jemahls an ſolchen Orten, wo der Streumiſt gewöhnlich geweſen iſt, und das Streufahren der Bauern, ſo ſie für ſich ſelber thun, mit angeſehen, auch dabey die Beſchaffenheit des Streudüngers in nähern Betracht genommen hat, der wird boffent2 lich von ſelbſt überzeuget ſeyn, daß dieſe Beſtimmung nicht unverbältnißmäßig ſey, 6. 832. Wie viel Fuder an Waldſtreue jährlich vor die Schafe zu beſtimmen. und daß.!dabey eben» falls wenigſtens. die Zälfte des zur Einſtreue nöthigen Bedarfs auf das Stroh gerechnet und zurück geſchlagen werden müſſe. Na der wirthſchaftlichen Erfahrung fann man von 10 Stück Schafen, wenn ſie volle Einſtreue haben, das ganze Jahr hindurch ebenfalls:o Fuder Miſt erwarten. und. bey, den Bauern iſt dieſes um ſo.mehr. mit Zuverläßigkeit anzunehmen, als. dieſelben feinen Hortenſchlag haben, und folglich ihre, Schafe das ganze Jahr hindurch: ſowohl über Sommer als Winter des Nachts im Stalle halten müſſen. Aus den im nächſt vorſtehenden 6. angeführten Gründen wird auch zu dem Scafmiſt mehr Stroh als Waldſtreue erfordert.| Bon ſelbſt folget hieraus. daß auf. jedes 10tel Schafe drey zweyſpännige Fuder Streu zu rechnen ſind. kos;' Jedoch muß hiebey ebenfalls auch in den ſchlechteſten Gegenden, daß die Hälfte der Schafeinſtreue mit Stroh bewerkſtelliget werden könne, vorausgeſeßet werden. Das hauptſächlichſte Winterfntter der Schafe beſtehet in Stroh, und nicht al- lein ganz nätürlich, ſondern auch dem allgemeinen Wirthſchaftsgebrauch gemäß iſt es, daß dasjenige, was von dem abgefreſſenen Stroh übrig bleibet, den Schafen unterge ſtreuet werde, Deu, Winter-hindurch kann es ſolchemnach:an Stroheinſtreue für die Schafe niemahls fehlen. ä INE Denn wo. Schafe gehalten werden können, da muß auch. Strobß, um ſie den Winter über damit zu unterhalten, vorhanden ſeyn, und weil das abgefreſſene Stroh, die einzige Bedachung ausgenommen, ſonſt zu feineni andern Gebrauch tauglich iſt::), ſv würde es höchſt unwirthſchaftlich ſeyn,.wenn man ſolches hiezu nicht anwenden, fondern Ratt deſſen eine für.die Wolle. der Schafe höchſt ſchädliche Waldſtreue wählen wollte, Qecon, Foreis, VILL Theil.“ ZIF; Die «wwnldngrn REER - 2 2 Std; DB„R EE En E26“ SIED winner 554 Eilftes Hauptſtü>. Die Waldſtreue kann auch an denen Orten, wo wirklich Mangel an Stroh ji nur bloß im Sommer Statt finden, weil ſonſt der Wolle, mi; es aeg ÄN 32 giebt, ein ſehr merklicher Schade geſchiehet, dieſe aber doch die Hauptſache iſt, worauf bey der Schafhaltung alle wirthſchafiliche Abſichten gerichtet ſeyn müſſen. - Ich habe auch an den Orten, wo das Streurechen bis zum Mißbrauch gewöhn: lich iſt, dennoch die Schafſtälle des Winters jederzeit mit Stroh eingeſtreuet gefunden. Auch des Sommers können die Herrſchaften der auf alle Art verderblichen Wald- Streue entbehren, wenn man allenthalben einen nüßlichen Hortenſchlag, den ich aber zu meiner größeſten Verwunderung eben an den Örten, wo das Streurechen eingeführt iſt, am wenigſten angetroffen habe, halten wollte.;: E Bey den Bauern aber kann, weil ihnen das Recht des Hortenſchlages fehlet, hievon keine Anwendung gemacht werden/ und es iſt“ ihnen daher an Strohmangel ha- Hö das Einſtreuen ihrer Schafe zu Sommorszeiten mit Waldſtreue allerdings zu verſtatten./ Aus dieſem allen erhellet denn ſo viel, daß auch bey der Beſtimmung der Wald- Streue für die Schafe nur auf die Hälfte des Schafjtandes Rückſicht genommen werden könne, und folglich einem Bauer, der 10 Stück Schafe hat, mehr nicht, als auf 5 Stück die benöthigte Waldſtreue mit 13 Fuder zuzubilligen ſey. HIE | Daß'ich hierunter ſehr reichlich gerechnet, und von 153 Fuder Streu 5 gute und tüchtige Fuder Schafmiſt erzeuget werden können, davon wird ein jeder Wirthſchafts- Verſtändiger, dem ſonſt nur dieſe ſeltſame Wirthſchaftsart einiger- Maßen bekannt iſt, vollkommen überzeuget ſeyn. a). Es iſt bekaant, daß die von den Schafen abgefreſſene Oerte oder Urſche, beſonders, wenn ſie eine Zeitlang über dem Schafſtall gelegen, und. den Dunft der Schafe an fich gezogen hat, allen andern Vieharten, beſonders den Pferden und dem Rindvieh zuwider iſt; wes» halb ſie auch das davon geſchnittene Hexel nicht anders, als aus Noth und Hunger freſſen. Zur Bedachung aber iſt dieſe Schafurſche, wenn anders dieſelbe die gehörige Länge „und Stärke hat, beſſer, als das nnabgefreſſene Stroh, indem durch die annoch daran be- findliche Aehren die Mäuſe gar ſehr angelocet zu werden, und ſolche Dächer in kurzer Zeit zu zerſchneiden und zu verderben pflegen.||;) Die Bedachung ift zwar allerdings in allen Landwirthſchaften eine nothwendige und unentbehrliche Sache.„Da es aber: mehrere Arten von Dächern giebet, und die von Stroß angefertigte nicht ſchlechterdings nothwendig ſind, ſo thut ein Landwirth unrecht, wenn er aus dieſer Urſache den ganzen Düngungszuſtand ſeiner Felder zerrütten, und nicht lieber eis Re andere Bedachungsari wählen will, j G. 833» *%n wie weit auch vor die Schweine. der Bauern einige Waldſtreue auszuſezen ſey.? Ich ſebe voraus, daß die Bauern bey dieſer Beſtimmung der ihnen nöthigen Waldſtreue anch ihr Schweinvieh mit in Anregung bringen,„und davor ebenfalls etwas verlangen werden. Allein die Waldſtreue iſt diefer Viehart auf keinerley Weiſe anpaſſend, and ſe fchicket ſich in den Schweinſtällen faſt noch weniger, als ix den Schafſtällen« Daß Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 0, 555 Daß die Schweine, ſo ſebr ſie auch an und vor ſich zur Unreinigkeit geneigt find, und zum Theil von Koth leben. dennoch ein beſonderes reinliches und trocfenes Lager verlangen, und in deſſen Ermangelung fein rechtes Gedeihen von ihnen zu erwarten ſte- het, iſt einem jeden in wirthſchaftlichen Dingen geübten und erfahrnen zur Genüge bekannt. Die Waldſtreue iſt aber nicht von der Beſchaffenheit, daß ſie den Schweinen ein. trocfenes Lager verſchaffen kann, indem die Pori der Tannennadeln zu enge und'zu ſehr verſchloſſen, als daß die Feuchtigkeiten, ſo die Schweine auf ihrem Lager von ſich laſſen, darin einziehen könnten. Es wird daher auch nur ſelten ein gemeiner Bauersmann, wenn ihm auch das Stroß noch ſo knapp ſeyn ſollte, vor ſeine Schweinbuchten eine andere Einſtreue, als die von Stroh, wählen. Wäre in einer ſolchen Gegend, wo der gemeine Mann, und beſonders das Geſinde, zum häufigen Fleiſcheſſen gewohnet iſt, der Stroßmangel ſo groß, daß man anſtatt deſſelben die Waldſtreue wählen müßte, ſo würde ein ſolcher Antrag der Bauern mehrere Rückſicht verdienen, indem dieſelben a n dergleichen Orten, zur Speiſung für ihr Geſinde eine Menge von Schweinen zu halten, in die Nothwendigfeit geſeßet ſind, wie ich ſolches bereits bey andern Gelegenheiten, beſonders erſt neuerlich in dem ſechsten Bande der Berliner Beyträge zur Zandwirtbſchaftswiſſenſchaft, Abhandlung. 38. umſtändlich bemerket habe. Allein, dem Himmel ſey Dank, daß in dieſen Gegenden das Rechen der Waſd- Streue eine unbefannte Sache iſt, und man davon nichts weiß. Dieſer Fluch haftet nur gemeiniglich auf ſolchen Gegenden, wo der gemeine Bauersmann das. Fleiſch mehr zu riechen, als zu eſſen bekommt, und folglich auch das Einſchlachten der Schweine gegen ven Winter weder überall gewöhnlich, noch nothwen- Dig iſt, und es muß ſchon ein reicher Bayer ſeyn, welcher an den Orten,. wo das Ge- finde nur alle hohe Feſttage mit Fleiſch geſpeiſet wird, ein Par Schweine einſchlachtet, Es ift daher höchſt unwahrſcheinlich, daß er nicht für eine ſo geringe Anzahl von dieſen Thieren das zur Einſtreue benöthigte Stroh übrig haben ſollte, . Will man inzwiſchen die Bauern, welche ſich vielleicht auf die Obſervanz, und daß ſie bisher ihre Schweine beſtändig nzit Waldſtreue eingeſtreuet hätten, berufen wer- Den, Hierunter völlig berubigen, fo kann allenfalls einem Ganzbauer ein ganzes, einem Halbbauer und Coſſaten aber ein balbes Fuder Streue für die Schweine überhaupt zu- gebilliget werden,- SG. 834« Wie viel einem Bauer nach den vor zuzubilligen ſey, wird in einem Bepyſpiel näher erläutert. Wix wollen nunmehr, um das bisher'Vorgetragene durch ein Beyſpiel bin angenommenen Sägen an Waldſtreue jährlich zu erläu tern, einen Bauer, deſſen Viehſtand in 4 Pferden, 12 Stüc Rindvieh und 32 Scha? fen beſtehet, und dem die benöthigte Streug aus dem herrſchaftlichen Walde für dieſen ſeinen Biehſtand angewieſen werden ſoll, annehmen. Aus den vorſtehenden hiebey zum Grunde gelegten Säken ergiebt ſich denn: Aaga 2 3, Daß 556 m"Eilftes HänptftüsF. 7. Daß er vor ſeine Pferde gar keine Waldſtrete erhalten kann. '2. Auf die 12 Stü Rindvieh wäre er zwar 36 Fuder Streu benö- thiget, weil aber mit gutem Grunde vorausgeſcbet wird, daß er die Hälfte davon mit dem von ver Viebfutterung übrig behaltenen Stroh beſtreiten kann, ſo mag ihm auf dieſen ſeinen Nindviehſtand mehr nicht verſtättet wer* den als 4-.---- Gn ICT--- 3. Auf 30 Schafe hätte" er zwar ebenfalls 9 Fuder Streu nöthig. Aus. eben den Gründen aber, die-bey dem Rinvviehſtande vorausgeſeßet wor? den, iſt ihm nur die Hälfte davon zuzubilligen,. mit------ 7. Fuder. 4+ Endlich kommt noch hinzu die Einſtreue vor die Schweine, 83. 1 Fuder« -„Wie dieſes bey den Halbbauern und Coſſaten,„und überhaupt nach eines jeden verhältnißmäßigen Viehſtand., den er mit eigenen gewönnenen Futter auszuwiritern- ver mögend iſt, zu reduciren ſey„geben. die vorhin feſtgeſeßte Säße, von ſelbſt an die Hand- ' SG. 83S- Wie bey. der Anweiſung der den Bauern ausgeſerzten Streue zu verfahren ſey, und was vor -" Maßregeln zu nehmen, damit der dazu beſtimmte Ort die benöthigte Streue. jederzeit hinlänglich liefern könne. Hiemit iſt zwar in der Sache die erſte Bahn gebrochen, und, wie viel ein jeder Unterthan nach dem. Verhältniß ſeines Viehſtandes an Waldſtreue zu fordern berechtiget ſey, feſtgeſeßet worden.; Es. kommt aber auch: ferner darauf an, wie, wo und welcher Geſtalt den Un- terthanen dieſer Bedarf anzuweiſen ſey-, Warum woflte män nicht auch bey der Beſtimmung der in einem Holzrevier ges genwärtig befindlichen Streue eine gleiche Berfügung treffen? 4%, Ich bin verſichert, daß die etwa dabey mit unterlaufende Fehler niemahls von ſo ſchädlichen Folgen, als ſie es bey der Holzabſchäßung ſehr leicht werden können, ſeyn würden, 6. 838» Vorſtehendes wird näher erläutert, und wie dabep zu verfahren ſey, umſtändlich gezeiget. Ih will es, weil ich kein ander Mittel, um hierunter zu einer wahrſcheinlichen Gewißheit zu gelangen, vorzuſchlagen weiß, meine Gedanken hierüber- näher zu ents wickeln, wagen, und, um deſto deutlicher zu werdeu, den oben bemeldeten Saß von einem aus 1000 magdeburgiſchen Morgen zum Streurechen der Bauern beſtimmten Nadelholzreviere beybehalten. Zuförderſt rathe ich, dieſes Reviex in vier beſondere Hauptabtheilungen zu ſeßen, weil daſſelbe pielleicht nicht durchgehends gleich ſtark mit Holz beſeßet, und folglich auch nicht allenthalben mit einer gleichen Menge von vorräthiger Streu verſehen ſeyn wird. In einer jeden dergleichen Abtheilung nun ſind drey magdeburgiſche Probs- Mor: gen. auszuſtecfen, in welchen die vorhandene Streue zuſammen gerechet, und verhältniß- mäßige Fuder, nach der von uns oben davon angegebenen Beſtimmung, geladen werden müſſen.;| Ein richtiger Durchſchnitt von der auf dieſen drey Probe- Morge geſammelten Streue kann denn zum Maßſtabe, wie viel Streue auf einer jeden Morge, und folglich auf einer jeden Abtheilung ſolches Reviers wirklich vorhanden ſey, mit vieler Wahrſchein- lichfeit angenommen werden, Eine voy dieſen Probe- Morgen lieferte 3. B. 4, die zweyte 3, und die dritte 2 Fuder Streu, ſo würde feſt ſtehen, daß eine jede Morge im Durchſchnitt 3, und folglich die ganze aus 250 Morgen beſtehende Abtheilung des Reviers 759 Fuder gewähren würde.( Man nehme biebey ferner an, daß auf einem Landgute 20 mit dem Rechte des Streurechens verſehene Bauern, und 30 Coſſaten oder Halbbauern befindlich wären, wovon ein jeder Bauer 18, und jeder Coſſate 9 Fuder Streu jährlich nöthig hätte,-ſo würde ſolches eine Summe von 630 Fuder betragen.. Wenn nun eine ſolche Abtheilung nach der obigen Berechnung 750 Fuder in ſich enthält, ſo iſt offenbar, daß dieſelbe auf ein Jahr zu dem benöthigten Bedarf der Streue vor die Unterthanen hinreichend iſt. Und wenn ſich alle 4 Abtheilungen des dazu ausgeſekten Reviers darunter gleich find, ſo kann daſſelbe zu der, beuöthigten Streue der Bauern auf 4 Jahre vollkommen hinlänglich ſeyn«| 8. 839+ ae. Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl:c. S59 S. 839» EEE Daß ein hiezu beſtimmtes und in vier Abtheilungen geſegtes Revier, bey Beobachtung einer genauen Oconung, auch in der Folge zu der benöthigten Streue vor die Bauern j beſtändig hinreichend ſeyn könne. Es iſt aber dieſes Recht leider beſtändig fortdausrnd, und man hat wohl wenige. Hoffnung, die Ausübung deſſelben in-den künftigen Zeiten zu hemmen. Billig fräget es ſich daher, woher, wenn nach Verfließung von-4 Jahren'die in dem beſtimmten Revier vorhandene Streue auegerechet worden, nunmehro fernex der nöthige Bedarf genommen werden ſoll? Dieſe Frage wird ſich ein Jeder von ſelbſt beantworten können, wenn er nyr ix Erwägung ziehet, daß in den Kiefer und Tannenwäldern alle Jahre neue Nadeln abge- worfen werden, und daher wohl kein Bedenken vorwalten kann, daß ſich nicht dieſelben in einer Zeit von 4 Jahren dergeſtalt wiederum ſammeln und anhäufen ſollten, damit die Bauern alsdenn abermahl die benöthigte Streue aus den ausgerechten Abtheilungen neh- men, und damit alsdenn beſtändig fortfahren können.:' Daß aber, wenn dieſes-geſchehen ſoll, bey dem Streurechen eine genaue Ord» nung beobachtet, und niemahls mehr, als nur eine Abtheilung des beſtimmten Reviers ausgerechet werden müſſe, verſtehet fich von ſelbſt. Stünde den Unterthanen in dem ganzen Revier nach ihrer Willführ und Bequem- limfeit die benöthigte Streue zu rechen frey, ſo würden die ausgerechte Oerter ſich nie? mahls wiederum erhohlen, noch ſich daſelbſt neue Streue ſammeln können. Eben deshalb habe ich in Vorſchlag gebracht, daß das zum Streurechen für die Unterthanen ausgeſeßte Revier in vier beſondere Abtheilungen geſeßet, und nur eine nach der andern ausgerechet werden ſolle, Die Förſter und Jäger, die in den Wäldern der Privateigenthümer zu Beobach- kung des Holzes beſtellet ſind, müſſen auch hierauf ein wachſames Auge haben, und das Streurechen nur bloß in derjenigen Abtheilung, welche für das gegenwärtige Jahr dazu beſtimmet iſt, erlauben, 6. 840. Was vor Waßregeln zu nehmen ſind, um die Unterthanen auch zur wirklichen Beobachtung dieſer Ordnyng anzuhalten. Die Bauern, die in allen Dingen ſeht ſchwer zur Beobachtung guter Ordnung zu bringen ſind, und ſich ein rechtes Vergnügen daraus machen ,. wenn ſie ſolche heimli- eher und verſtohlner Weiſe unterbrechen können- Werden cewiß auch bey dieſer Gelegen- heit dieſe ihre böſe Gewohnheit nicht ablegen. j Aus dieſer Urſache wird es denn nöthig ſeyn, deshalb eben diejenigen Maßregeln, welche bey dem Holzungsrecht der Unterthanen in den herrſchaftlichen Wäldern angewen- det zu werden pflegen, zu nehmen.| Soll dieſe Ordnung aufrecht erhalten und genau bedbächtet werden, ſo muß es zuförderſt bloß von der Herrſchaft oder ihres zur Beobachtung des Waldes beſtellten Set 6 560 Eilftes Hauptſtü. Bedienten Beſtimmung, in wolcher Abtheilung die Unterthanen jedes Jahr Streu re: chen ſollen, abhangen, 11d ihnen ſolche bey Anfang eines jeden Jahres AIS Äs 3 geben WE 0925% 7 4 jeſe Abtheilungen können vielleicht nicht alle gleich ſtark mit Bäumen be ſeyn, und folglich ſich auch die-Streue in der einen M u qe häufiger meg R Hiernach muß ſich denn ein vernünftiger Forſtbedienter richten, und jederzeit die? jenige Abtheilung, wo die meiſte Streue vorhanden iſt, zuerſt aufgeben, die andern aber ſhſecterdinge FUGH NE IG? Der bloße Befehl und Bekanntmachung, daß es ſolchergeſtalt ge alten we ſolle„iſt nicht im Stande, den Bauer zu Beobachtung einer WEL Ek 520 auch ze lich zu bewegen, ſondern er wird gemeiniglich ,, wenn nicht ein ſinnlicher Zwang Ddahiny ter iſtz nach dem gemeinen Sprichwort, aiumur in yerjtum, dD, ij» das Derbothene cyut man aw liebſten- das gerade Gegentheil davon thun. Die beſtellten Forſibedienten oder Holzwärter können unmöglich alle Stunden und “Augenblicke, um die den Bauern zur andern Natur gewordene Unterſchleife zu verhüten allenthalben in dem Wald? gegenwärtig ſeyn, 2 a 000) Aus dieſem Grunde hat man in allen ordentlich eingerichteten Forſten in Anſeh- ung der Holzmiether oder andern Holzberechtigten wöchentliche Holztage geſeßet, außer welchen niemand, ſich auf der Heide, bey Strafe der Pfändung, um Holz zu hohlen, ai? treffen laſſen muß»| Unmöglich Fann. es wohl einen Anſtand finden, warum nicht auch wegen des Streutechens ein gleiches eingeführet und beobachtet werden fönnte. Die Holztage pflegen gemeiniglich. nur in den Wintermonathen, von Michaelis bis Oſtern verſtattet zu ſeyn, weil alsdenn das Holz am nothwendigſten iſt. -. Bey der Streue waſtet eine gleiche Urſache vor, indem auch dieſe nur hauptſäch? lich im Winter, wo das Vieh auf dem Stall ſtehet, erforderlich iſt, - Sehr füglich kann daher die Einrichtung gemacht werden, daß die Unterthanen auch ihre Streu zu keiner andern, gls dieſer Zeit, und zwar in gewiſſen wöchentlich dazu beſtimmten Tagen, hohlen dürfen, oder, wenn ſie ſich zu einer andern Zeit, und an eis nem andern Tage, in dem Walde mit Streuwagen finden laſſen, der Pfändung und dare auf folgenden Beſtrafung zu gewärtigen haben. Alsdent können die Forſtbediente und Holzwärter auf die Beobachtung der ein- geführten Ordnung halten, und, daß an keinen ändern Ort, als nur bloß in der aufge- gebenen Abtheilung Streu gerechet werde, verhüten» : Wollte man vielleicht. dagegen einwenden, daß die Streue im Winter nicht zu allen Zeiten gerechet-werden könne; und ſolches bey Schneewetter nicht möglich ſey, ſon- dern dazu eine trockene Witterung erfordert werde, ſo iſt dagegen auch in Erwägung zu ziehen, daß die Zeit von Michaelis bis Oſtern 26 Wochen in ſich enthält, und die Unter? thanen, wenn ihnen wöchentlich 2 Tage zum Streurechen-und Fahren ausgeſeßet werden, 52 Tage dazu frey baben. Der Streuausſaß vor einen Bauer beträget nur jährlich: 18, und vor einen Coſſaten oder Halbbauer-9 Fnder« Offent- Von den wirthſchaftlicen Wahrheiten, welche ſowohl 10. 561 Dffenbar iſt es Daher, daß ſie genugſame Zeit, um die benöthigte Streu heran zu fahren, übrig'behalten, S. 841. "Fortſezung und fernere Ausführung des Vorigen. Und auc dieſes wird„nicht genug ſeyn, m den in ſeitien liſtigen Bevortheilynu gen unergründlichen“Bauer hierunter in Ordnung zu halten. - Nur ſelten wird:er ſich an Der ihm ausgeſeßten Fuderzahl, zumabl.wenn der Wald dergeſtalt nahe iſt, Daß er täglich 2:bis 3 Fuder haben Fann, begnügen, ſondern ſolche öfters wohl zwey- bis.dreyfach überſchreiten. Nur zwey Wege ſind, um dieſes zu verhüten. Man muß entweder der ganzen Gemeine die jährlich ausgeſeßte Abtheilung,'ohne ſich,.ob ſie viel oder wenig Fuder her- aus hohlen, weiter zu bekümmern, Übergeben,'und ihnen die Eintheilung davon ſelber überlaſſen. oder mit einem jeden Bauer und Coſſaten über die gbgehohlte Füder einen eigenen Kerbſtock halten. Das erſte iſt zwar allerdings vor die Herrſchaft das bequemſte und Fürzeſte. Es kann aber auch, weil nicht alle dazu berechtigte Einwohner gleich gierig ſind, die üble Folge haben, daß, wenn die Gierigen und wohl Beſpannten eine zwey- und Dreyfach größere Menge von Streufuder, als ihnen zugekommen iſt, weggehohlet haben, die andere weniger Gierige und ſchlechter Beſpannte, das ihnen Gebührende uicht übrig behälten, ſondern der Herrſchaft, welche billig vor alle«hre Unterthanen eine gleiche Borſorge ragen muß, Hierunter aufs neue zur Laſt fallen. 15 Dieſe Präripirung würde verhindert werden, wenn der herrſchaftliche Jäger :odet Holzwärter mit einem jeden einen eigenen Kerbſto> hielte, und auf demſelben jedes Suder, ſo er abhohlte,:angeſchnitten würde,,;) C So-bald die ausgeſeßte Fuderzahlauf dieſen Kerbſto> vollſtändig iſt, muß einem ſolchen Bauer oder Coſſaten vor das gegenwärtige Jahr Fein ferneres Streuhohleiy verſiattet werden.;> Auch würde man durch dieſe Methöde zu einer zuverläſſigen Gewißheit, ob das zur Streureche der Unterthanen.ausgeſeßte Revier wirklich hinlänglich ſey, oder niche vollkommen überzeuget werden. 44 Denn da die vorgeſchlagene Ausmittelungswege mur auf bloße wahrſcheinliche Muthmaßungen und unſichere Proben gegründet werden können, ſo kann es ſich ſehr leicht zutragen, daß dabey ein Jrrthum vorgefallen, und die Unterthanen in der Thät nicht das ihnen nach.dem Verhältniß ihres Viehſtandes zu beſtimmende Streuquäantum erhalten können.| Maun kann ſich leicht vorſtellen, daß ſich die Bauern. in ſolchem Fall bey der An- weiſung des ihnen ausgeſeßten Reviers nicht beruhigen, ſondern dagegen neue Beſchwer- den, welche die ganze. Berfaſſung und Ordnung zerrütten, anbringen würden, und es. könnte ihnen auch ſolches, weil ſie alsdenn in ihrem deshalb habenden Rechte öffenbar. verfürzet worden wären, nicht verarget werden. 3 Qecou. Forens. VII. Cheil, 4 Bbbb Fin- 562 Eilftes Hauptſtü. Findet ſich aber durch. die gehaltene Kerbſtöcke, daß ein jeder das ihm gebührende Streuquantum aus dem dazu beſtimmten Revier erhalten kann, fo werden dadurch alle dieſe neue Klagen und Beſchwerden mit einmahl abgeſchnitten. Sollte ſich aus den gehaltenen Kerbſtöcken wohl gar ſo viel hervor thun, daß die Commiſſarien bey der Beſtimmung des Holzreviers zu der Unterthanen Streue ein meh- reres, als die Unterthanen wirklich dazu gebrauchen, ausgeſelzet hätten, ſo wird ſolches dem Grundherrn in allen Fällen, beſonders aber alsdenn, wenn ein dergleichen Revier die nac der neuen Holzahnußungsart erforderliche Reihe der Abholzung trifft, zu flätten fommen..;. 6. 842: Wie es zu halten, wenn das zum Streurechen vor die Bauern beſtimmte Revier die Reihe der Abholzung trifft. Denn ſo lange, als. die Axt nicht in ein dergleichen zum Streurechen der Unter: thanen ausgeſeßtes Holzrevier kommt, wird die Vollführung dieſer Ordnung, bey ge- nauer Aufſicht niemahls einem Zweifel unterworfen ſeyn können. n Iſt aber. die Zeit herangenahet. wo. dergleichen Neviere nach der neuen Holzab- nußungsart in Anſehung des Holzes benuket,- und dieſes, entweder zur eigenen Noth- durft, oder zum Verkauf, verwendet werden muß, ſo entſtiehet die neue Frage, wie die Unterthanen alsdenn wegen des ihnen zuſtändigen Streulingsrechts auf eine andere be: queme Art zu entſchädigen ſind? Ein dergleichen zum Streurechen. für die Unterthanen ausgeſeßtes Holzrevier, muß über kurz oder lang die Reihe der Holzabnußung allemahl treffen, und ſie ſind ge- meiniglich die nächſten dazu, weil nach meinen oben angenommenen Gruadſäßen das Streurechen immer bloß in ſolchen Holzrevieren, wo das Holz ſeiner Vollſtändigkeit nabe iſt, am wenigſten für ſchädlich gehalten werden kann. Inzwiſchen. verſtehet ſich von ſelbſt, daß nicht ein ſolches Revier mit einmahl abgeholzet werden kann, ſondern ſolches nach der verhältnißmäßigen Größe des ganzen Föaldes nur nach und nach-geſchehen kann.? In einem Kiefer oder Tannenwalde von 5000 Morgen betragen z+ B. die jähr" tich neu anzulegende Schonungen, uach den von uns deghalb feſtgeſeßten Säßen mehr nicht, als 50 Morgen,') Von ſelbſt folget hieraus, daß in einem darin zum Streurechen beſtiminten Revier von 1900 Morgen jährlich auch. nicht mehr, als 52 Morgen wegfallen können, und folglich, ehe dieſes ganze Revier zum Streurechen untauglich wird, eine Zeit von 40, auch wohl 60 Jahren vorbeyſtreicht.| Denn, wenn nach unſern Grundſäßen erſt in demjenigen Holz, welches wenig- 'ftens: 60 Jahr alt iſt, der Anfang mit dem Streurechen gemacht werden muß, und in den zur'zweyten Claſſe gezählten Kieferwäldern die Bäume von 190 Jadren nur für voll- ſtändig zu halten. ſo ergiebet ſich. hieraus. von ſelbſt, daß die vorbenannte Zeit, um die Unterthanen. aus dem ihnen zum. Streurechen angewieſenen Revier gänzlich zu verdrän- gen, erfordert werde> an p=, 0 SE EEE EEE TI STIEG RG ee Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowohl 1x, 563 Dem ſey nun wie ihm wolle, ſo bleibet allemahl gewiß, daß der Grundherr ſich nicht entbrechen kann, den Unterthanen ein ebeu ſv großes Revier, als ihnen jährlich durch die Abholzung verloren gebet, wiederum auf einen andern dazu bequemen Plaß anzuweiſen. Dieſes wird auch bey einer ordentlichen eingerichteten Forſtwirthſchaft niemabls ein Bedenken haben können. Denn nach dem Verhältniß, als ein dergleichen Revier der Ordnung gemäß nach und nac) abgeholzet werden muß, gelanget das Holz auf andern Revieren- dem das Streurechen bey dieſer erſten Einrichtung ſchädlich geweſen wäre /- wiederum zu einer mehrern Vollſtändigkeit, und es kann alsdeun, anſtatt des nach und nach abgeholzten, ohne Bedenken dazu beſtimmet werden. 6. 8+ Widerlegung eines dagegen 0. machenden Linwandes.| I< ſehe den Einwurf, den man mir dagegen machen wird, ſehr wohl ein. Man wird ſagen, daß auf ſolche Art dieſe Einrichtung nur bloß auf einige Jahre, nicht aber auf beſtändig, Statt finden könnte, und folglich. die darauf verwendete Koſten alle 40 Jahre von neuem angewendet werden müßten. Allein, auch ſchon auf eine ſo lange Zeit ein ſo ſchädliches Uebel abgewendet zu baben, wird die daran gewagte Koſten genugſam vergütigen, Ueberdem können auch bey der zweyten Einrichtung die dazu erforderliche Koſten ſich niemahls ſo hoch, als ſie zum erſtenmahl nöthig geweſen ſind, belaufen. Denn die Ausmittelung des Viehſtandes und die Beſtimmung der Streufuder bleiben allemahl einerley, und es kommt bey der nachberigen neuen Einrichtung, wenn ſolche auch nicht in Güte geſchehen könnte, ſondern dazu ebenfalls eine beſondere Come? miſſion nöthig wäre, nur bloß auf die Anweiſung eines andern Holzreviers zu dem jähr- lichen Streubedarf der Unterthanen an. Dieſes einzige Geſchäfte aber kann niemahls ſo viele Zeit und Geldverſplitterung, als bey der erſten Grundeinrichtung der Sache nöthig geweſen iſt, verurſachen. Freylich wäre zu wünſchen, daß Mittel vorhanden ſeyn möchten, wodurch auch dieſes vorgebeuget werden könnte, und vielleicht werden auch ſolche bey billig denkenden Herrſchaften und Unterthanen, die nicht wechſelsweiſe ihr eigenes Beſte verfennen wol- len, nicht unmöglich ſeyn. Wäre aber auch dieſes nicht, ſo iſt es doch allemahl beſſer, die Verwüſtung fei- nes Waldes auf eine ſo geraume Zeit zu verhindern, und dadurch dem darin befindlichen Holzzuwachs die gehörige Friſt, um ſich wieder erhoklen zu können, zu verſchaffen, als wenn man dieſes wirkſame Mittel aus der bloßen Beſorgniß, daß es fünftig zu neuera Koſten Anlaß geben möchte, gänzlich unterlaſſen wollte. S. 844+ Von einem naßartigen Solzboden, und daß derſelbe ebenfalls den Zaupt-en, oder ſonſt einen Schaden in ihrem Stamme haben. Ueberhaupt wird eine Brucheiche'niemahls: die'Dauerhaftigkeit, die man an den Landeichen verſpüret; von ſich. zeigen. Sie wächſet zwar ſchnell.und-ſtark, vergeher'aber“ auch deſto geſchwinder, Bbbb 3' 144 ILA 566 Eilftes Hauptſtück, 8. 847+ Von den dagegen dienſamen Vitteln, und warum die Verwallu E; EIE. ngen- wäldern öfters ſchädlicher ſind, als wenn ſie ihren een Sun EHEN u behalten haben. Auſſer der Verwallung der Ströhme und Flüſſe iſt wohl ſo lei in Mi :! eicht kein Mittel, die IWälder, ſo eine dergleichen verderbliche Lage haben, wider di“ decken, vorhanden. SEE baben pt AAL IREEPET 504M zu Jn unſern Tagen trifft man zwar dieſe Verwa j 4 AER z ſi llungen weit häufiger, als Sie ſind aber nicht immer, weder die nahe belegene Wäld -; SUSE er, noch auch and Gegenden, wider die ſonſt gewöhnliche Ueberſchwemmungen ſicher zu 0 AI vn ve dhe SUE ES 0 Orten noch ſehr oft über den Schaden, den die urch die Durchbrüche der Dämme und Wälle verurſachie Waſſerflut ei IAF EEG ſach ſſerfluthen anrichten, JAZREEE; In dieſem Fall ſind die Ueberſchwemmungen den Wäldern noch faſt ſchädlicher als wenn ein Strohm die Freyheit hat, zu allen Zeiten bey großem Wa, breiten und über zu treten.. 99798 NE AEF Alsdenn ſtehet das ausgetretene Waſſer gemeiniglic< nur eine kurze Zeit, wei :!' eil vaſſelbe, ſo bald es in den Ufern fällt, auch. wiederum von den GR HBIBE Gegen:; den zurück weichet. Z Bey Ueberſchwemmungen aber, die aus einem Durchbruch der Dämme entſte- Hen, hat das Waſſer dieſe Freyheit nicht, ſondern es kann nur bloß durch das Loch, wo- durch es gekommen iſt, wieder zurück treten. NIE ut Natürlich iſt es daher, daß bey dieſer Art von Ueberſhwemmungen das Waſſer weit länger ſtehen bleiben müſſe, als bey der erſtern.? ſe Wenn nun nicht geläugnet werden kann, daß das Waſſer, welches lange Zeit über der Oberfläche ſtehen bleibet, den Wurzeln der Bäume weit mehr Schaden, als dasjenige, ſo nach einigen wenigen Tagen wiederum zurück tritt, und die überſchwemm- ten Gegenden trocken hinterläſſet, ſtiften müſſe, ſo würde es auch niemahls rathſam ſeyn, die Wälder durch Verwallungen der Ströhme gegen die Ueberſchwerinmungen zu decfen, wenn man nicht vollkommen überzeuget ſeyn kann, daß die angebrachte Verwallung je- Derzeit vor allen Durchbrüchen ſicher iſt. Dieſe Durchbrüche geſchehen aber ſehr oft bloß deßhalbg weil die Ausbeſſerung' ver Dämme und Wälle vernachläßiget worden iſt. In ſo weit nun dieſe Ausbeſſerung von dem Eigenthümer des Waldes abhänget, ſo handelt er höchſt unwirthſchaftlich, wenn er dieſelbe unterläſſet, und dadurch ſeinen ganzen Wald in Gefahr ſeßet.| Die Von den wirthſchaftlihen Wahrheiten, welche ſowshl 16. 3567 Die aus den Durchbrüchen der Wälle entſtehende Ueberſchwemmungen rich- ten zwar auf allen Grundſtücken, die davon betroffen werden, einen ſehr wichtigen Schaden an. Niemahls aber iſt er wichtiger, als wenn dadurch zugleich ganze Wälder auf eine geraume Zeit unter Waſſer geſekßet, und öfters den ganzen Sommer hindurch nicht wie? der trocken werden, Bey andern. überſchwemmten Grundſtücken gehen allenfalls nur die Einkünfte - von ein Par Jahren verloren, und öfters wird ihnen ſolche in der Folge wegen der Dün- gung, ſo das übertretende Waſſer bey ſich führet, vortheilhaft. In den Wäldern hingegen geräth gemeiniglich der ganze Wald durch Tergleichen lange dauernde Ueberſchwemmungen insVerderben,; Die Wurzeln der Bäume müſſen nothwendig in die Fäulniß gerathen, und da? durch ſchadhaft werden, Iſt aber dieſes ſchadhaft, ſo iſt auch der ganze Baum, wie ſchon oben erinnerk worden, ſo gut als verloren. Hieraus ergiebet ſich ganz unwiderſprechlich, daß diejenigen Eigenthümer, welche einen nahe an einem Strohm liegenden Wald beſiken, doppelte Urfache haben, auf die Dauerhaftigkeit ihrer Wälle aufmerkſam zu ſeyn, und auch nicht die geringſte Reparatur, wodurch ein Durchbruch des Waſſers verurſachet werden kann, zu unterlaſſen. In dergleichen Gegenden hält es ſehr ſchwer, einen einmahl zu Grunde gerichte ten Wald gehörig wieder herzuſtellen, indem der Anbau des jungen Holzes daſelbſt weit mehrern Schwierigkeiten, als auf hoch liegenden Orten, ausgeſeßet iſt. 6. 848. Voy einem't?ittel, wodurch auch die Verſandungen der nahe belegenen Zütungsplätze, ſoaus den Ueberſchwen:mungen zu entſtelzen pflegen, vermieden werden können. Die Ueberſchwemmungen richten in ſolhen Wäldern nicht allein in Anſehung-des Holzes, ſondern auch in Rückſicht der darin befindlichen Hütung und Weide öfters viele Verwüſtungen an. Beſonders pflegen die großen Flüſſe durch das mit einer gewiſſen Gewalt austre- kende Waſſer eine große Menge von Sand auszuwerfen, und damit einen anſehnlichen Theil der herum liegenden Gegend öfters 1 bis 2 Fuß boch zu überdecken. . Daß hiedurch befonders die Weide in den Wäldern, wo nicht gänzlich, doch we- nigſtens auf viele Jahre, verdorben und unbrauchbar gemachet werden müſſe, iſt nicht allein der Vernunft gemäß, ſondern es lehret ſolches auch die Erfahrung. In den Eichwäldern, von welcher Art gemeiniglich die an den Ströhmen und Flüſſen liegende zu feyn pflegen, iſt die darin befindliche Weide, wegen ihres guten und nahrhaften Graſes, nicht der geringſte Artikel von der Waldnußung- Es 568- Kilftes Hauvtſtü>. Es iſt daher wohl der Mühe werth, daß ein Gutseigenthümer, deſſ, ...! 3 ve; Deſſen Waldung die vorgedachte Lage hat, mit allem Ernſt darauf bedacht ſey, wie"di!? Möglichkeit vorbeugen möge;| Halen SII Ni Male Ich kann nicht läugnen, daß es ſehr. ſchwer fallen wird, hiegegen wirkſa 76 kel anzubringen, indem die.Gewalt eines wider die Gewohnheit Wt HR pod ME zu groß iſt, als daß-derſelben Widerſtand gethan werden könnte. NS «Inzwiſchen Habe ich doch bey einer vor ein Par Jahren nach S leſien gethan Reiſe an dem Oderſtrohm einige gegen dergleichen Verſandungen UNS ER wahrgenommen, von„welchen nan ſchon.nach der Bernuügft, daß ſie hierunter die gehö- Lige Rd 557 müſſen, 47 Herf En kann,„und es hat mir dieſe Erfindung derge? ſtalt ſinnreich geſchienen, daß 4c< unrecht thun würde, wenn ich ſie bey gegenwärti Gelegenheit verſchweigen wollte, 4; DIE DPN ESCH HGN „Man hat das Ufer der Oder, wo eine, Yeberſchwemmung zu befürchten i FEIGE ae an dick mit Strauch beſeßet,- den Strauch aber nicht in die Höhe wachſen laſſen, HE alle Jahre bis auf 2 bis 3 Fuß von der Erde abgehauen; 4vodurch denn zugleich die Stämme dieſes Strauchs eine gewiſſe Stärke, um.einigen.Widerſtand thun zu können, &rlanget haben.: -Nicht bloß der Rand des Ufers iſt damit beſeßet, ſondern es hat dieſe Art der Plantage längſt dem Ufer eine Breite von 50 bis 60, auch mehrern Schritten. Wenn nun der Strohm bey-großen Waſſerfluthen eine Menge von Sand aus? wirft, ſo kann derſelbe, wie ſonſt ſehr oft geſchiebet, nicht über die-ganze Oberfläche der nächſt gelegenen Gegend verbreitet werden, ſondern er fällt in dieſem Strauchwerk, weil die Fluth des Waſſers durch daſſelbe einiger Maßen gehemmet wird, vermöge ſeiner Schwere nieder, und kann alſo von:dem weiter fortrollenden Waſſer nicht mit fortgeriſſen werden, Daß dieſe Erfindung wirklich die dabey habende Abſicht erfülle, konnte man dar- aus ganz merklich abnehmen, weil das Ufer, ſo weit dieſer Strauch ging, voller Sand war, und gleichſam darin gepflanzet zu ſeyn ſchiene, hinter demſelben aber die freye und unbepflanzte Oberfläche des Waldes vollkommen grün und ohne Sand-befunden wurde. Die Sache iſt dergeſtalt natürlich und einfach, daß nicht abzuſehen ſtehet, war? um nicht ſolche an allen Orten, wo Niederungen, die der Ueberſchwemmung unterwors fen; vorhanden ſind, anwendlich ſeyn ſollte. - Es wird zwar ſchon ein jeder, deſſen Landgut eine dergleichen Lage hat, in wie woeit ex von dieſem Mittel einen Gebrauch machen Lönne, zu beuztheilen wiſſen. Inzwiſchen habe ich doch ſolches, da es mir ſehr zweckmäßig geſchienen hat, nicht unberühret laſſen können. j Jur ſelten wird man ein phyſikaliſches Uebel antreffen, wogegen nicht wirkſame Mittel, um ſolches zu verhindern, oder doch wenigſtens in ſeinen ſchädlichen Wirkungen zu mäßigen, vorhanden wären, Die Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten, welche ſowohl 16. 569 Die wenigſten Landwirthe aber beſißen eine Kenntniß, die ſich weiter als die Gegenden, wo ſie gebohren und erzogen worden, erſtrecket, und hieraus entſtehet es, daß öfrers von den beſten Sachen nur ein ſehr ſeltener Gebrauch gemacht wird, 6. 849. Von dem Raupenfraß in den Lichwäldern, daß derſelbe ebenfalls zu deren Verderben gereis He, und wie ſich ein Gutseigenthümer, dem ſolches wiederfähret, zu verhalten habe,!! c Zu den Hauptquellen, woraus in den Wäldern vieler Schaden entſtehet, habe ich 6. 776. auch unter andern den Raupenfraß gerechnet. Dieſes Uebel trifft die Eichwälder am meiſten, und beſonders ſind diejenigen, die an den Ströhmen und Flüſſen liegen, demſelben gar ſehr ausgeſeßet. In den Oderwäldern wird ſelten ein Jahr vorbey gehen, wo nicht dieſes Unge- ziefer Schaden anrichten ſollte. Der Raupenfraß hindert nicht allein die Maſt in dem gegenwärtigen Jahre, wo ſich derſelbe ereignet, ſondern man verſpüret auch in dem darauf folgenden nur wenige Tragbarkeit von ſolchen Bäumen.,| Es iſt dieſes auch ganz natürlich- weil die Raupen nicht allein das vorhandene Laub adfreſſen, ſondern auch, wenn ſie in-großer Menge vorhanden ſind, die vor das fünftige Jahr beſtimmte Trageknoſpen verleßen. Wiederfähret einem Eigenthümer ein dergleichen Naupenfraß in ſeinen Eichwäl- dern einige Jahre hinter einander, ſo iſt nichts gewiſſers, als daß die beſten Stämme zopftrocken werden, und nach und nach ganz und gar abſterben,| Auch dieſes bat ſeine natürliche Urſache. Denn bekannt iſt es, daß die Blätter an allen Bäumen die Hauptwerfkzeuge ſind, wodurch dem Stamm die in der Luft befindliche Nahrungsſäfte zugeführet werden, Wird nun ein Baum durch den Naupenfraß dieſer Säfte einige. Jahre hintex einander beraubet, ſo folget von ſelbſt,“ daß er, aus Mangel zureichender Nahrung, vox der Zeit verdoyren und abſterben müſſe.; H./ 859... Warum gegen dieſen Unglü&sfall nur wenige menſchliche Zülfe Statt findet, und was ein - Bigenthuümer, dem dergleichen begegnet, un1 den Schaden weniger empfindlich zu machen, zu thun habe. Es gehöret dieſer Unglücksfall ebenfalls zu denjenigen, welche,(daß ich mir die- „fes Ausdrucks nochmahls bedienen darf,) ex vi divina herrühren, und zu deſſen Abwend- ung der menſchliche Fleiß wenig oder nichts beytragen Fann, Qecou, Foreus, YI] Theil, Cess; Ganze EE ZEE äber af - een an Zaki See din ir GIES LE 70 Eilftes Hauptſtüt>. Ganze Wälder auf eben die Art, als es in den Gärten bey den Obſtbänmen ge wöhnlich iſt, des Winters abraupen, und die Neſter dieſes Ungeziefers zerſtören zu laſſen, würde eine Arbeit ſeyn, die an. und. vor-ſich- ſelber unmöglich fällt.--? Ueberdem nimmt iman auch währ; daß in den Eichwäldern öfters Naupen entſte: hen, ohne'an den Bäumen: Brut und Raupenneſter verſpüret zu haben. Wahrſcheinlich iſt es,. daß der Samen der Raupen in den Jahren, wo dieſelben ganz vorzüglich überhand zu nehmen pflegen, den. Wäldern durch die- Luft. zugeführet, und derſelbe alsdeun bey heißen. Sonnenſchein eben ſo,. wie es bey dem bekannten Mehl- Thau geſchiehet,. ausgebrütet: wird.. Das einzige, was ein aufmerkſamer Eigenthümer hiebey thun kann, beſtehet le: diglich darin,, daß er in dergleichen Wäldern doppelte Mühe anwenden muß, die durch dieſen Zufall ausgegangene Eichen durch neue Anpflanzungen ungeſäumt wiederum zu er- ſehen, und dadurch ſeinen- Wald. jederzeit vollzählig und in dem gehörigen Stande zu er- halten, wie ich.ſolches- bereits: oben an ſeinem: Orte mit mehrern bemerket habe. 6. 851. Pon der beſonvern-Schädlichkeit des Raupenfraßes in den Rieferwäldern, und. warum man mit der.Einſchlagung und Verkaufung des davon betroffenen Zolzes nicht ſäumen müſſe. In den Kiefer-- und" Tannenwäldern. ereignet ſich zwar ein ſolcher ſchädlicher Raupenfraß weit ſeltener. Die Erfahrung lehret aber, daß er, wenn er in denſelben überhand nimmt, noch viel ſchädlicher. als in. den. Eichwäldern und bey andern Holzarten zu ſeyn pfleget,; Ein Vorfall, der ſich vor einigen" Jahren in der croſſenſchen und nahe angrän- zenden ſchleſiſchen Gegend, in einem gewiſſen daſelbſt befindlichen Revier darunter zuge- tragen, hat mich hierunter beſonders aufmerkſam. gemacht. Die Kieferwälder daſelbſt wurden: von den. Raupen dergeſtalt fahl gefreſſen, daß ſie wie dürre Beſen ffanden,, und auch wirklich“ verdorreten. Dasjenige, was ich vorhin von einem' wiederhohlten Raupenfraß in den ECich- Wäldern angeführet: habe ,. mag zu dieſer Verdorrung der Kieferſtämme wohl ebenfalls das Seinige beygetragen haben. Da. aber dieſe Verdorrung ganzer Holzreviere gleich auf den erſten Ranpenfraß erfolgte, ſo muß. dabey noch eine andere Urſache-vorhanden' geweſen ſeyn, zumahl ſich dabey gewiſſe Erſcheinungen äuſſerten, welche ſonſt bey einem aus Mangel des- Nahrungsſaftes trocken: gewordenen Holze ſich nicht zuzu- tragen pflegen-; Mir ſind beſonders zwey verſchiedene Güterbeſiker, denen dieſes-Schiekſal damit wiederfahren iſt, bekannt geworden. Der Von den wirthſchaftlichen Wahrheiten; welche ſowohl!e; 571 Der eine hatte Gelegenheit eben dazumahl7 als ihm dieſes Unglück wiederfuhr, einen anſehnlichen Holzabſaß nach einem nahe belegenen“Hüttenwerk: zu machen. Es wurde: daher'an dieſem durch den! Raupenfraß“ verdorreten“ Holze in ſeiner innern Güte, nachdem es zu Klafterm geſchlagen worden, kein Fehler verſpühret, ſondern es war zu dem“ beſtimmten.Gebrauch vollkommen. tauglich ,. und. dieſer: hatte denn auch von dem ihm wiederfahrnen Unglücksfall wirklich keinen Scyäden;. Ein Nachbar von ihm aber, der nicht die Gelegenheit hatte, ſein Holz auf gleiche Weiſe abzuſeßen, auch vielleicht noch auf die Wiederausgrünung der verdorbenen Stäm- me hofſte,. ließ daſſelbe erſt.eine'gergume:Zeitnachher in“ Klaftern,- um es zu verkaufen, einſchlagen.] Bey dieſem Einſchlagen aber“ befand ſich, daß das Holz ganz und gar vermor- ſchet, und auch ſelbſt. zum Brennen untauglich geworden war, und er- folglich keinen Abſaß davon nrachen konnte,-; Ih habe" no jälbſt von dieſem Holze einige“ vorräthige'Klaftern geſehen und ſolches von. einer ganz beſondern Beſchaffenheit gefunden. Es war'nicht allein). wie ich vorgedacht5- gänzlich vermorſchet und verolmet, wie man es nach der gemeinen Mundart zu'nennen pfleger, ſondern"es hatte. auch eine ganz unnatürliche röthliche Farbe; die ſonſt-dem kiefern Holz nicht'eigen- iſt,-: Die Gemahlinn des Gutsbeſikers; dem? dieſes" Schickſal wiederfahren war/ hat mir von dieſer“ſeltſamen Erſcheinung eine ſehr vernünftige Urſache angegeben,. die ich hier zu ihrer wahren Ehre"änzuführen nicht unterlaſſen kannsz-; Sie behauptete; und zwar mit Recht;. daß zu der Zeit. als die Raupen ſich" eingefunden: und die: Kiefern abgefreſſen ,- die Bäume-durchgehends-in ihrem vollen Saft geſtanden hätten.? Die Circulation dieſes Saftes wäre nun durch den Räupenfraß und“ dadurch vorgegängene. Beränderung mit einmahl unterbrochen, und folglich der.Saft in den Bäu- men erſticfet worden;- Nichts iſt natürlicher und wahrſcheinlicher als diefes, zumäahl die Erfahrung lehret ,. daß ein jedes in ſeinem vollen Saft erſticktes Holz weit eher vermodert und ver- morſchet, als" ein! anderes ,. welches erſt ,. nachdem ſeine Säfte verdicket: worden, und die natürliche Circulation. derſelben.von ſelbſt auf höret, gefället wird. Dem ſey'nun wie“ihm wolle/. ſo kann ich'aus dieſen verſchiedenen Begebenheiten keinen andern Schluß-ziehen ,- als daß-ein jeder“Eigenthümer.. dem.dergleichen wieder- führet,. den Berkauf. des verunglückten Holzes nicht verzögern, ſondern ſolches, ſo bald als möglich/- zu-verloſen und an“ den Mann zubringen ſuchen müſſe,- Ccec 32*; 6, 8523 472 Gitfres Hauptſti>. Wahrheiten,'c. .. 22068614:85 2% ep Von deim Schäden, der durch dis ſpäte Frühlingsfröſtein allen Zolzarten, Heſdivers(9 5 -+ 4“ aber, den Eichen,-angerichtet.witd,-.. 4; Die leßte Schädlichkeit, welcher das Holz in den. Wäldern ausgeſeßet iſt, beſtehet nach Maßgebung des 8. 776. in den vielen ſpäten Frühjahrsfröſten, wodurch ein großer Tuüeil der verſchiedenen Holzarten, beſonders aber dex Eichen, ebenfalls ins. Verderben zu gerathen pfleget.;*: 4 EE; Dieſe ſpäte Frühlingsfröſte gehören zu den. beſondern Vorfällen, die ſich erſt ſeit 20 bis 32 Jahren ſehr häufig. eräugnet haben, und wovon man zu vorigen Zeiten nur ſehr ſelten etwas gewußt hat.) Die Erfahrung lehret inzwiſchen,'daß ſolche jederzeit den verſchiedenen Holzarten, ſehr ſc<ädlich und nachtheilig ſind, In den Nadelhölzern verſpüret man nur ſehr ſelten etwas davon/ es wäre denn, daß der jünge Ausſchuß dadurch zu Schanden ginge, oder do<“Nznigſtens- etwas länger zurück bliebe,;'; 17 5) Im: den Laubhölzern Hingegen verurſachen dieſe ſpäte Fröſte weit mehrern Scha- den, und beſonders iſl derſelbe in den Eichwäldern ſehr merklich. Nicht allein die Hoffnung zu der Maſt des gegenwärtigen Jähres wird dadurch: vpreitelt;- ſondern es ſind auch dergleichen Frühjahrsfröſte, wenn ſie einige Jahre hinter einander fommen, öfters eine Urſache des gänzlichen Abſterbens der Eichbäume« Es würde überflüſſig ſeyn, hievon nähere Gründe anzuführen, weil ſolches vur), die Erfahrung ſchon. genugſam beſtätiget wird,;; Wenn jemand von mir verlangen wollte, hiegegen wirkſame Mittel in Vorſchlag zu bringen, ſo würde ich ihm aufrichtig zugeſtehen müſſen, daß nach dem gemeinen Sprichwort, mein Lateitß ein Ende hätte.. Es iſt auch dieſes-ein bloß aus höherer auf keinerley Art anzuwendender Macht entſtehender Unglücksfall, und ein Eigenthümer, der daran betroffen wird, kann dabey weiter"nichts thun, als. daß er ſeinen Wald durch fleißige Anpflanzungen, wie oben bey dom Raupenfraß angerathen worden, in dem gehörigen Stande zu erhalten ſuchet, Ende des ſiebenten Bandes, | -in dem tet Bande der Oeconomia Forenflis. Seite 61. iſt an ſtatt der verehrungswürdige Herr Hofrath Be&mayy zu leſen, der - geſchickte Herr Forſirath BeXmann, .*e==> —ÿ—ÿ—ÿꝛꝛ————— 8 4 4 5 9 8 4 1 3 4 6 4 8 8 1 3 5 „„“ — 1 1—.. 2 58 * . 8 F 8 3 — 5 1☛ 8 CIR HeNdeA ———, euul.