— 3b Giessen —— „ Landwirthſchaftliche Reiſe pP durch Schleſien neb?? 9. ege 139 einigen Ausflügen nach der Mark Brandenburg, * Sachſen, Mähren und Oeſterreich, WIND" CEI AA BEE EIER R DERE SIEG 0 3 RER EDE“ 4 vi. Sedohe EB 14 Wepbe, 925 vf 1 520 IEEE I kn in Briefen beſchrieben „+ RD RE FRZ ENDEN IE 52 von I |+. G. Elsner,; 46 Ehrenmitgliede der dkonomiſch- patriotiſchen Geſellſchaft der 4 ;) Fürſtenthümer Shweidnig und Jauer, j" e? r“ 17.4 v. 5 4AE) BE ENIR PED Er 4 Yi! | 141 Erſten Bandes, zweite Abtheilung, 21' 4: | BIBLIOTHERN EU 1 D-KONGLICUN%. II | ACADEXIE"" M | DES 1,3 DRAUS! ZU Ns FAUN) CEL.4.% 2 E Pe| 47 u Zz] ? , Ä F! NE WES UIN ES - "ELIE In DI= ue Breslau 18232,(4 auf Koſten des Verfäſßſers.: 45 9x ür Dl - - .“.“.,- R fr EINER- wma i & u== ds 0“ Rd uad; AERSUGST SSÄ) 2-5 15:60 EIE 2 DÄR 40052 1a 8 fend BÜ eä ======== Sechzehnter Brief. Ihrem Wunſch zu Folge gebe ih Ihnen, bevor ich in der Mittheilung meiner ferneren Reiſebemerkungen fortfahre, erſt eine allgemeine Ueberſicht von ganz Sc des AFerbodens, des Klima's und des Negenfalls der einzel» nen Gegenden zu verſchaffen. Schleſien iſt, wie Sie wiſſen, von Manchen, wegen ſeines guten Bodens in beinah zu großer Ruf gekommenz ſo wie es hingegen wieder andere, und das wohl.meiſt nur ſolche, die ihm ſeine günſtigen Verhältniſſe zu mißgönnen ſcheinen, giebt, die es theils deshalb, theils auch aus Unkenntniß, nicht nah ſeinem wahren Werthe würdigen mögen. Das richtige von der Sache iſt wohl: daß ohn- gefähr ein Drittheil ſeines Bodens von vorzüglicher, ein Drittheil von mittlerer und ein Drittheil von geringer Be- | ier; w--- 4„. ſchaffenheit genannk werden kann. Zu Leßkerem würden dann auch die bedeutenden Waldungen in einem Theile von Ober- Schleſien meiſtentheils zu rechnen ſeyn. Der ausgezeichnete Boden zieht ſich faſt regelmäßig und in wenig abweichender Breite parallel an den Gebir- gen fort, fängt mit dem Nieſengebirge an, geht an den Sudeten und dem Mähriſchen Gebirge hin, und zieht ſich entlang der Karpathen dis nach Gallicien. Faſt durwogen und Ozscilliren der Ge- wäſſer ward höchſt wahrſcheinlich der faſt parallel mit den hohen Gebirgen laufende kleine Hügelzug am rechten Ufer der Oder gebildet. Dies iſt mir um ſo wahrſcheinlicher, da derſelbe meiſt aus Sand und Lehm beſteht. Von den Gebirgen weiter abwärts blieb nun der ſchwerere Sand zurüE, der faſt allenthalben in gleicher Entfernung von den Gebirgen anfängt. Ja ſo auffallend iſt das-Eindäm- men des Waſſers durch die Gebirge und die damit verbun- dene Abſezung des Schlammes, daß da wo dieſelben nie- driger ſind, auch die Güte des Bodens in ihrer Nähe ab- nimmt; wie man dies deutlich bei dem ſogenannten Mäh- riſchen Geſenke von Jägerndorf nac< Troppau zu und auch jenſeit der Oder zwiſchen LoSlau und Pleß 'wahrnehmen kann, welchen leßtern Orten gegenüber die Karpathen erſt anfangen und noch nicht ſo hoh ſind. Auf der Ebene zwiſchen Strehlen, Ohlau und „Breslau hatte beim Abſtrömen das Waſſer höchſt wahr- ſcheinlich, wegen der flachen Lage, zu wenig Abzug.'Es -- 7 emmba bildeten fich daher Sümpfe und Moore, die erſt allmählig troden wurden. Und daher entſtand wohl jener dort be- findliche ſchwarze humoſe Boden, Die verſchiedenen kleinern Abweichungen des Bodens führe ich Ihnen einzeln an, wenn ich Ihnen die Gegenden durch welche mich mein Weg führt, beſchreibe. Das Klima von Schleſien iſt ziemlich verſchieden, und zwar ſo, daß die Erndte der Feldfrüchte in manchen Ges genden gegenaudereumeinen Monatabweicht. So beginnt z. B. in den hohen Gegenden des Gebirges dieſelbe in der Regel nicht vor dem 14ten Auguſt, wo ſie in den Ebenen beſonders von Breslau hinunter nach Gros- Glogau ſchon mit dem 15=- 20. Juli anfängt. Au iſt in le» tern Gegenden der Frühling ſchon in ſeiner ganzen Leben- digkeit da, wenn in den erſteren oft noch tiefer Schnee liegt. Auf dem höchſten Gebirge, wo aber kein Getreide mehr gedeiht, ſind wenige Nächte ohne Reif und Froſt. In Ober- Schleſien, was zwar nicht ſo bedeutend hö her liegt, als Nieder-Sclefien, trifft dennoch die Erndte gewöhnlich vierzehn Tage ſpäter, auch tritt dort der Früh» ling etwas ſpäter ein und die Frühjahrsfaatbeſtellung verz zögert ſich mehr als in den niedern Gegenden der Provinz. Der Regenfall iſt ebenfalls nicht allenthalben gleich. Am meiſten ſind die Gegenden, die längs der Gebirge hin liegen, von demſelben begünſtigt... Im hohen Gebirge, beſonders um Schmiedeberg, eben ſo auch in.mehreren Thälern der Grafſchaft Glaß, ſind heftige Regengüſſe und . Wolkenbrüche nicht gar feltenz daſſelbe kommt auch in den Gebirgen von Troppau hinüber nach den Karpa- then vor.'; Gewitter gehen in dex Regel.über das flache, Land hin ſchnell, deshalb iſt auch der Hagel nicht allzuhäufig. Zie- hen dieſelben abex aus Nordoſt: ſo häufen ſie ſich oft. au - 8= ven Bergen, und richten in der Nähe derſelben nicht ſelten Verheerungen an.. Im Durchſchnitt iſt ver Regenfall in Sclefien aber gewöhnlich bedeutender. als in den öſtlich und nördlich ge- legenen Provinzen. Deshalb gehört auch ein troFenes Jahr mehr als ein naſſes zu den geſegneten. Als ein Zeichen des nahen Regens ſieht man es an, wenn die Schneekoppe(der höchſte Gipfel des Nieſenge2 birges) ſich in Wolken hüllt. Für die Bewohner der ent- fernteren Ebenen vertritt der Zobtenberg deren Stelle. Im Gegentheile hat man auch Hoffnung auf gutes Wet- ter, wenn dieſe beiden Berge ſich entſchleiern. Für ein Zeichen von dauernder guter Witterung halt man es aber, wenn ſie in einen weißlich blauen Dunſt gehüllt ſind. Der gemeine Landmann ſagt dann: ſie haben die Müller») jade an.' Wenn das Nieſengebirge ſehr frühzeitig, und zwar voe faſſen die Königlichen Domänen in ſich. Es giebt wenig Dörfer, die keine Dominia haben, und blos aus Ruſtical- Veſißungen beſtehen. Auch die Käm« m I emen 9 venewand mereien ver-Städte beſißen hie und da ſehr bedeutende Gü- ter und Ortſchäften. Dieſe und die Königlichen Domai- nen werden aber faſt nie aufeigene Rechnung bewirthſchaf- tet, ſondern ſind immer verpachtet. Bei dieſen Verpach- tungen iſt es Sitte, daß ein beſtimmter Beſtand von Vieh, AFergeräthſchaften und zur Wirthſchaft nöthigenUtenſilien, unter dem Namen eines eiſernen Inventarii mit übergeben wird. Was außer. dieſem dem Pächter von ſeinem Vor- gänger überiaſſen wird, das heißt Plus- Invenktarium. Lekteres wird zu einem, nach Einigung beider Partheien, beſtimmten Preiſe übernommen. Uebrigens iſt dies aber keine nothwendige Bedingung, indem es dem Abgehenden auch frei ſteht, daſſelbe, wenn es ihm vortheilhafter dünkt, mit wegzunehmen. Das eiſerne Inventarium wird nach einer von Sachverſtändigen darüber angefertigten Abſchä- kung übergeben, wird aber auch beim Abgange des Päch- ters nach dieſer wieder zurüFgefordert, Bei den König- lichen Domainen iſt es außerdem noh Geſeß, ein Jahr vor dem Abgange weder etwas von dem ganzen Wirth» ſchaftbeſate wegzunehmen, noch zu vertauſchen. Für die ganze Dauer der Pacht aber verſpricht der Unternehmer kein Stroh zu verkaufen; ſondern alles erzeugte in der Wirthſchaft zu verbrauchen. Weniger ſtreng iſt man bei Kämmerei- Pachtungen, ob man ſich gleich jeßt die König: lichen ſo ziemlich zur Norm zu nehmen ſcheint. Bei Privatpachtungen ſind die Abkommen, die man dabei trifft, verſchieden. Jedoch ſind die Hauptbedinguns gen wohl ziemlich dieſelben, wie bei den angeführten. In Anſehung des Erwerbs oder Kaufs eines größern oder kleinern ländlichen Grundſtü>s iſt es allgemeine Sit- te, ein Wirthſchaft- Inventarium mit zu überlaſſen, ohne einen beſondern Werth deſſelben anzugeben, und mit zu bezahlen. Gewöhnlich gehört dazu der völlige Beſatz an 8 550./4--- Vieh allerlei Artz ferner die ndthigen Wagen und A&er- geräthe, und alle zum Betriebe der innern und äußern Wirthſchaft nöthigen Werkzeuge. Bei den kleinern Ruſtikalbeſikungen wird dem Kauf- xontrakt in der Regel ein namentliches Verzeichniß des ganzen Wirthſchaft- Befundes beigefügt, oft aber wer» den auch einzelne Stü>e, als Vieh u. ſ, w. beſonders be» rechnet und bezahlt.! Eine Art. von Fidei- Commiß- Beſißungen, ſind die Pfarr-Wiedmuthen. Sie ſind von verſchiedener Größe, und es giebt deren von einer halben bis zu drei Huben. Bei der Beſekung einer Pfarrſtelle wird dem Neu- Antre- tenden dieſelbe ſpeciell mit allem einzelnen Zubehör über: geben. Alle Fuhren Dünger, die von ſeinem Vorfahren auf die Felder gebracht worden ſind, werden beſonders be- rechnet, und er muß ſie dieſem oder ſeinen Erben vergü- tigen. Deshalb wird es auch Nießnußern zur Pflicht ge- macht, über dieſelben ein genaues jährliches Verzeichniß zu halten..An Inventarium überkommt er nichts, und er muß alles, was er übernimmt, ſeinem Vorgänger nach einer mäßigen Taxe bezahlen. Häufig werden diefe Be- ſizungen verpachtet, oft aber auch von den Pfarrern ſelbſt bewirthſchaftet. Leßteres führt meiſt mehrere Unbequem- lichkeiten mit ſich; denn nicht allein erfordert die Ueber- nahme und Anſchaffung des Wirthſchafts- Bedarfs, da auch die beſtellte Saat mit bezahlt werden muß, ein großes Kapital, was nicht jeder gleich zur Hand hatz ſon» dern es zieht die Bewirthſchaftung folcher Gründſtüe, wenn ſie beſonders von Bedeutung ſind, die Aufmerkſam»- keit des Pfaxrers zu ſehr auf ſich, und von den wichtigern Pflichten ſeines Amtes ab.|' Zur Erleichterung des Erwerbes ländlicher Beſißungen dient der ziemlich bedeutende Credit, den dieſelben haben.; ii Ja es giebt deren, wo oft nicht der zehnte Theil des gan- zen Werthes als Anzahlung nöthig iſt, und wo das Uebri- ge als Schuldenmaſſe darauf haften bleibt. Für Ruſtical- Beſißungen kommt hie und da noch die früherhin faſt all- gemeine Sitte zu Gute, daß man auf Termine kauft. Jeßkt gilt dies freilich nur noch hie und da von Käufen unter Verwandten, Es iſt aber dieſe Art Kauf folgende: man ſest den Kaufwerth feſt, theilt ihn in beſtimmte Theilez wovon der eine bald, die übrigen aber in gewiſſen Zeitz räumen oder Terminen bezahlt werden.-Oft ſeßt man dieſe Termine ſo weit, daß das jedesmal zu entrichtende Quan- tum nicht viel mehr als die Intereſſen des ganzen Rü>- ſtandes beträgt. Da nun keine Zinſen von dieſem bezahlt werden: ſo ſehen Sie leicht ein, wie wenig ſchwierig ein ſolcher Erwerb ſey, und wie leicht es einem da werden müſſe, ein wohlhabender Mann zu werden. Doch kommt dieſe Art zu kaufen immer mehr aus der Mode, ſo wie es 'zurden Seltenheiten gehört, daß man einander auf Treue und Glauben bedeutende Summen borgtz was früher gewöhnlich war. Bei Nittergütern wird nun der Ankauf beſonders durch den Landſchaftlichen Credit erleichtert.. Man hat durch dieſen nicht allein den Vortheil, daß man wegen einer Kündigung nicht beſorgt ſeyn darf, ſo lange man die Zin- ſen nur regelmäßig berichtigetz ſondern dieſe ſind auch un» ter dem gewöhnlichen Zinsfuße, und betragen nur 43 pro Cent. Außerdem entſteht für denjenigen, der den land- ſchaftlichen Credit in Anſpruch nimmt, no< der Gewinn, daß er die auf ſein Gut ausgefertigten Pfandbriefe noch in der Regel über den Nennwerth verkaufen!kann, weil dieſe wegen ihrer großen Sicherheit da die ganzen Stän- de der Provinz für ſich'untereinander in ſolidum!'häften, gewöhnlich über demſelben ſtehen, Dieſer landſchaftliche vv, -“II=- Credit wird aber entweder nach einer von Beauftragten der Landſchaft angefertigten Taxe, oder nach einem Kauf- werthe, den die Güter in den funfziger Jahren des vori: gen Jahrhunderts gehabt haben, gegeben. Doh darf er - nie die Hälfte jener Taxe oder dieſes Kaufwerthes über? ſteigen. Daß aber die Taxprincipien dieſes Inſtituts noch nicht ganz ſicher und zuverläßig ſind, dafür gilt als Be» weis, daß manche von ihm abgeſchäßten Güter bei Ver- kaufen lange nicht bis auf die Taxe kommen, und die Er- werber doch keinen Vortheil dabei haben, wo hingegen an- dere wieder bisweilen für die doppelte Taxe doch noch vor- theilhaft gekauft werden. Hieraus ſehen Sie denn, daß diejenigen, welche als Anhaltspunkt zur Sicherung bei ihren Ankäufen ſich nach jener landſchaftlichen Abſchäßung richten,"oft gar ſehr unſicher ſind, und ſich entweder über: kaufen, oder einen Vortheil aus den Händen laſſen können, Andere, auf Güter aufgenommenen Kapitalien wer- den in der Regel mit fünf von Hundert verzinſet. Es giebt zwar in neuern Zeiten mehrere Fälle, wo man ſichere Hy- potheken gegen Kapitalien zu 6 pro Cent gab, indeß muß große Verlegenheit da ſeyn, um dies zu thun. Eine no< größere Verlegenheit aber entſteht gewiß unter den jekt für den Landbau ſo ungünſtigen Umſtänden aus ſolchen Operationen. Ein verderblicher Schacher mit Gütern von größerer oder kleinerer Ausdehnung, der vor 20=- 30 Jahren in Schleſien ganz beſonders Sitte war, hat ſich ſeit:zjener Zeit etwas verlorenz ob er gleich hie und danoch getrieben werden ſoll. Ich meine den Ankauf von Gütern faſt ohne vieles Geld. Man kaufte dieſelben den hauſirenden Iſrae» liten gleich, und verkaufte ſie oft wieder, ohne ſie einmal geſehn zu haben. Es wurde dabei hie und da ein artiges Sümmchen verdient, mancher ſette aber auch die einmal -- 13=- erworbenen Silberlinge bei einem zweiten/ Schacher wieder zu. Ein für den größern Landgutbeſißer, noc< wohlthäti- geres Inſtitut als die Landſchaft, iſt die jezt mit derſelben vereinigte Privat- Land- Feuer- Societät." Bei derſel? ben ſieht es dem Beſißer, deſſen Aufnahme die Statuten des Inſtituts geſtatten, frei, den Werth ſeiner Gebäude ſelbſt, bis zu einem gewiſſen Maximum, anzugeben. Nach diefem Werthe entrichtet er denn freilich auch die halbjäh» rig auf Alle repartirten Brandhülfsgelder 3 dieſe Beiträ»- ge ſind aber im Ganzen ſo gering, daß nach einem ohn- gefähren Ueberſchlage, man erſt in 200 Jahren das ganze Kapital, was man im Fall einer VerunglüFung durch Feuer für die verſicherten Gebäude erhält, damit bezahlt hat. In manchen Kreiſen, namentlich im Strehlenſchen, hat ſich- ein ähnliches Inſtitut für die Ruſtical- Beſikun» gen gebildet,' Zu bedauern iſt aber, daß nicht ſchon längſt eine An- ſtalt zu Stande gekommen iſt, die auf ähnliche Weiſe den, durch Schloſſen beſchädigten aufhilft. Denn oft iſt für den Landmann dieſer Unfall empfindlicher als das Abbrennen. Denn was die demVerhagelten geleiſtete Remiſſion betrifft: ' fo iſt dieſelbe von ſo geringem Belange, daß man ihr un- möglich den Namen einer Aufhülfe geben kann. Ein gleiches gilt von der Vieh-Aſſecuranzz denn die Entſchädigung, welche derjenige bekommt, dem Viehpeſt ſeinen Viehbeſtand raubte, de&t in der Regel nicht den vierten Theil des Verluſtes. Auch für dieſe Calamität dünkf mich, wäre es möglich, ein Privat--Inſtitut zu gründen, welches ſchnell und weſentlich dem Ruine des Unglü&lichen vorbeugen könnte. - 314= Siebzehnter Brief. Sie muntern mich auf, in der allgemeinen Ueberſicht der Landwirthſchaft von Schleſien fortzufahren. Gebe der Himmel, daß ich Ihnen nicht durch allzugroße Weitläuf- tigkeit Reue über dieſes Geſu abdringe. Jch führe Ihnen nun zuerſt die verſchiedenen Servitute und Mißbräuche an, die hier ſo wie wohl überall, den Fort- ſchritten des Landbaues ſo verderblich im Wege ſtehen. Eins der allerdrü>endſten aber iſt das gegenſeitige Hu- tungsſervitut. Ob dies gleich ſeit der Emanation des wohl- thätigen Edicts über die gegenſeitige Ausgleichung aller ſolcher Servitute hie und da ſchon aufgehoben iſt: ſo wird die allgemeine Abſchaffung deſſelben doch noch ſo manches Hinderniß zu beſeitigen haben, was in der Ferne kleiner ausſicht, ſich aber bei mehrerer Annäherung zu einem Rie- ſen vergrößert. Es gehört nicht in meinen Plan, mich Über die Leichtigkeit oder Schwierigkeit einer ſolchen Aus- gleichung weiter auszulaſſen. Jedoch iſt es nach meinem Ermeſſen Hauptbedingung bei einem ſolchen Geſchäfte, vor allen Dingen das Vertrauen beider Partheien zu ge- winnen. Leider fehlt man aber hierin häufig, und indem man ſich oft, um ſich die Sache doh einigermaßen zu er- leichtern, um das Vertrauen einer Parthei bemüht, macht man ſie beide mißtrauiſch. Iſt dies aber einmal, dann kann man mit göttlicher Weisheit alle Vortheile und Nach- theile erwägen, und keinem auch nur um eine Linie zu nahe treten wollen, und es iſt dennoch alles vergebliche Mühe. Nach meiner Meinung iſt aber die Gewinnung dieſes beiderſeitigen Vertrauens aus dem Grunde gar nicht ſchwierig, weil, wenn beide Theile die Sache aus dem rechten Geſichtspunkte betrachten, ihnen die Augen ſo- gleich darüber aufgehen müſſen, daß ſie beide durch die - 15= Abſchaffung dieſes Servituts nur gewinnen können, Nun kann man ſich aber do<, nach allen Erfahrungen, das Vertrauen eines jeden, des Gebildeten ſowohl, wie des Ungebildeten, auf keine leichtere Art erwerben, als wenn man ihm einen Vortheil in der Nähe zeigt, zu deſſen Er- langung man ihm behülflich iſt. Man hat daher zur Ge- winnung dieſes Vertrauens die Partheien nur durch ver- ſtändige und ruhige Vorſtellungen auf den Standpunkt zu bringen, wo ſie die Sache aus dem rechten Geſichts- punkt betrachten; und das kann in dieſem Falle doch nicht ſo gar ſchwierig ſeyn.] Doch ich komme davon ab, Ihnen zu ſagen, von wel- t. Gewöhnlich haben da, wo Dorf- Inſaſſen und Herr- „ſchaften an einem Orte ſind, lekßtere das Recht ihre Schaa- fe auf einem Theile der|AeFer der erſtern den Sommer hin- durch, meiſt, bis zur Erndte, und auf den Wieſen bis zu Georgi- Tag(den 23. April) weiden zu laſſen. Dagegen ſind dieſe wiederum berechtigt, einen Theil der herrſchaft- lihen Ae>er für ihr Vieh als Weideplaß zu benußen5z oder wo dies nicht iſt, da haben ſie die Raine und Gra-, benränder, auch'hie und da den Wald, zu begraſen. Wel- endeLaſt für die Verpflichteten anſehen, daß ein großer Theil der Beſoldungen an die Geiſtlichkeit auf dem Lande in Natu- xalien, unter dem Namen des Pfarrzehnten, abgeliefert wird. Hier kommt beſonders dem Empfänger das zu ſtat- ten, daß er bei hohen Getreidepreiſen nicht gerade am --4 I7== ſchlechteſten beſoldet iſt, und da darben müßte." Uebrigens hat dieſe Abgabe nur den Namen des Zehnten behalten, und iſt allenthalben in ein“ feſtgeſeßtes Quantum umge-' wändelt worden, was bei guten wie bei ſchlechten Giiwlett immer gleichmäßig entrichtet wird.- "Zu den Belaſtungen der GrundſtüFe gehört dann 4. die Grundſteuer. Da ſie nicht von allen Ländereien gleich»- mäßig" gegeben wird, ſd gebe ich Ihnen hier wenigſtens. eine kurze Ueberſicht von dieſer Abgabe. Sie beſtand ſchon: vor der preußiſchen Beſiknahme von Schleſien, ward aber. auf den Grund einer bereits begonnenen Regulirung mit dem Anfange der preußiſchen Negierung mehr auf einen. gleichmäßigen Fuß geſtellt,"und nach einem beſtimmtern Maaßſtabe vertheilt. Es' ward dieſe Regulirung nach» dem Cataſtro vorgenommen, und in dieſem alle Nußun» gen der Grundſtü>e, ſie mochten ſeyn, von welcher Art ſie wollten, angegeben. Da man nun keinen Aer über das ſechſte'Korn, oder den ſechsfältigen Ertrag, und die meiſten unter dieſem bis zu 3 Korn annahm, ſo ward auch. dieſe Abgabe nicht übertriebenz/ beſonders da noch jeßt der damalige niedere Stand der Getreidepreiſe beibehalten iſt, und der ehemalige Breslauer Scheffel Weißen nur zu 19=- 24 ſgl., der Roggen zu 16=-22 ſgl., die Gerſte zu 14=- 19 ſgl., der Hafer zu 12.bis 16 ſgl, angenommen. - wird.' Die Nutkung einer Kuh iſt zu 2'=- 3 rklr, veran» ſc - Bei den Getreidearten-wird nun zuvörderſt x Korn Ertrag auf.Saamen abgezogen, und von den übrigen nur dis eine Hälfte als Gewinn, die andere aber für Erbau- ungskoſten gerechnet. Daß auf dieſe Weiſe der Rein-Er- trag eines Grundſtü>s nicht hoh zu ſtehen kommt, ſehen Sieſehv bald-ein. Von dieſem Rein- Ertrage nun geben die deifilichen Güter funfzig, die ritterlichen Commenden 403, die Dominia, desgleichen Pfarrer und Sculmei- ſter 28x, und die ſämmtlichen Nuſtical-- Beſikungen 34 pro Cent.ais Grundſteuer und zwar in monatlichen Ratis. Alle andern Leiſtungen, als Kriegs- Contxibutionen?c. werden ebenfalls nach dieſem. Ertrage vertheilt, Da dieſe Grundſteuer einen Anſchlag der GrundſtüFe vorausſekt, ſo richtet man ſich: bei deren Erwerbung hau- fig nach derſelben. Jedoch iſt: dies immer in: mehrfacher Hinſicht ein höchſt unſicherer Maaßſtab, und zwar deshalb, weil an vielen Orten die im Cataſtro vermerkte Ausſaat um die Hälfte ſtärker, ja bisweilen ſogar das doppelte iſt. Mannimmt freilich, wenn man ſich nach der Grundſteuer bei vem Ankaufe eines Gutes richtet, einen höhern Rein- Ertrag an, als aus dieſer dur Rechnung hervorgeht, aber da dieſer höhere Ertrag doch immer auf einer Menge Umſtände beruht, die nur der, welcher mit der Sachege- nau bekannt iſt, richtig würdigen kann, auch überhaupt bei den Grundſtü>en unendlich verſchieden iſt: ſo ſehen Sie leicht ein, daß man ſich die Grundſteuer zwar einiger- maaßen zur Richtſchnur nehmen kann, dies aber doh im- mer nur alsdann thun wird, wenn einem alle übrigen ſichern Wegweiſer zur Ermittelung des Rein- Ertrages eines Gutes fehlen. Nähmen wir aber bei einem Domiz- nial- Gute, was z- B. monatlich 14 rtlr. 4 gx., folglich jährlich 170 rtlr. Grundſteuer zu zahlen hätte, den Rein- Ertrag nur ſo hoh, als ihn dies Steuerquantum ergiebt, alſv zu 600 rtlr, anz rechneten wir dävon die Steuer mit 170 rtlt, ab: ſo würde ſich der Werth deſſelben, zu 5 pro Cent das Kapital gerechnet, auf 8600 rtlt, beſtimmen; und dennoch würde man ein Gut wäs die gedächte Sumnie an jährlicher Steuer giebt, weit über 30,000 rtlr. kaufen. Man nimmt nun äber freilich, wenn man nach der Zrund- ſteuer den Werth eines Gutes bzurtheilen will, nicht den obigen Rein- Erträg änz ſondern rechnet ſich, wenn das Gut in vorzüglichem Stande iſt, gewöhnlich auf jeden Reichsthaler jährliche Steuern 250 rtlr. Kapitäl, was män dafür zahlen kann, Nach dieſem Maaßſtabe würde nun das als Beiſpiel angeführte Gut 42500 rtlr. folglich beinah fünfmal ſo viel werth ſeyn, als was der obige Steuer- Saß und der ihm zum Grunde genommene Rein- Er- trag beſagte, Uebrigens ſind älle dergleichen Berechnungen wohl nur Nothhülfe für Unkundigez denn wer ſelbſt einen richtigen Bli> und hinlängliche praktiſche Kenntniſſe hat, wird wohl nur ſeiner eigenen richtigern Einſicht folgen. Bei der allgemeinen Ueberſicht der Landwirthſchäft eis ner Provinz dürfen denn äuch wohl die Hinderniſſe, welche dem ſchnellern Fortſchreiten der Kultur im Wege ſtehen, nicht übergangen werden, Zum Theil habe ich Ihnen dieſelben wohl ſchon in den läſtigen Servituten, die da und dort ſtatt finden, angegeben; aber außer diefen ges hören hieher auch noch beſonders die Erſchwerung des Ab- ſatzes der Erzeugniſſe, Je leichter und vortheilhafter die- ſer Abſaß iſt, um ſo mehr Luſt und Reiß iſt für die Er- zeuger zur Bermehrüung und Vervollkommnung derſelben da. Erleichterung jenes Abſaßes tragen äber theils die Lage und Verhältniſſe einer Provinz zu den Nachbarſtaa- ten, theils ſchiffbare Flüſſe und gute Straßen bey, Ich : 9* = 082 fage nichts von ver Aufmunterung und Beförderung der Staatsverwaltung, hinſichtlich der Erleichterung dieſes Abſaßes, weil ſich derſelbe meiſt in dieſem Stüc&e nur lei: dend verhalten und vermeiden darf, daß ihm keine Hinder- niſſe in den Weg gelegt werden: indem der eigene Vortheil jedem ſchon von ſelbſt die Mittel und Wege zeigt, die man zu wählen hat, ſeine Producte auf die einträglichſte Wei» ſe anzubringen. Wa3 aber dies erſte, nämlich die Lage und Berhält- niſſe von Schleſien zu den benachbarten Provinzen betrifft: ſo iſt es in Hinſicht des Abſakes ſeiner ländlichen Erzeug- niſſe ziemlich gut daran. Der ganze ſüdweſtliche Strich, der beſonders den von mir oben angeführten guten Boden hat, ſekt einen großen Theil ſeines Getreides in der Negel nach den Gebirgsgegenden der Provinz, die meiſt ſehr. ſtark bevölkert ſind, und nach Böhmen ab. Es kommen freilich wohl auch bisweilen Zeiten, wo dieſer-Abſalz ſtoEt, wie die3 vor nicht gar langer Zeit noch der Fall war, zwo eine Menge Getreide aus Böhmen und Mähren herüber kamz zedoch gehört dies immer zu den AuSnahmen, und kommt ſo ſelten vor, das dies jenen Abſaß auf die Dauer nicht hemmt. Die von der Oder nicht allzuentfernt liegenden Gegen- den haben dieſe zum Zuge, um ſie zur Fortſchaffung ihrer Producte zu benußen. Beſonders wird viel Weißen auf derſelben hinunter, und oftmals auch Roggen nach Stettin und Berlin verſchifft. So wie wir aber ſeit einigen Jah- ren faſt alles Unerwartete und Umgekehrte, beſonders bei der Landwirthſchaft erlebt haben, ſo au jekt wiederz denn anſtatt hinunter, wird jeht eine Menge Getreide die Oder heraufgebracht. Die Hauptſtadt Breslau con» Jumirt aber, da ihre Bevölkerung von Jahr zu Jahre im- mer'mehr ſteigt, eine Menge ländliche Erzeugniſſe; be- SEEN IEE:- Zu ſonders aber bedürfen die Menge Bierbrauereien daſelbſt eine große Maſſe Weißen. Daher iſt auch dieſe Gekreideart bei den öffentlichen Nachweiſungen jedesmal die ſtärkſte. Am übelſten ſind aber die an Pohlen gränzenden Ge» genden daran. Denn aus dieſem Lande kommt faſt immer, da in der Regel die Preiſe dort niedriger ſtehen, eine Men ge Getreide herüber, und da jene Gegenden noh meiſt wes nig bevölkert, auch im Ganzen mehr nahrlos ſind: ſo ſieht dort der Preis aller Erzeugniſſe. faſt, immer in der ganzen. Provinz am niedrigſten. Meiſt iſt auch ſelbſt bei dieſem niedrigen Stande keine Anwehr, und es wird ein Fort? ſchaffen auf nicht unbeträchtliche Entfernungen nöthig. Für eins ver Haupterzeugniſſe der Provinz, d. i. die Schaafwolle, iſt zwar durch den immer bedeutender wer=. denden Breslauer Wollmarkt geſorgt; jedoch giebt es auch bei dieſem noch ſo manche fromme Wünſche, deren Erfüls. lung man wohl, da ſie immer mehr und allgemeiner aus2 geſprochen werden, für die Folge erwarten kann. Die kleinern Woll- Märkte, die] in verſchiedenen Provinz. zial- Städten abgehalten werden und die früher ziemlich bedeutend waren, gehen faſt alle im Breslauer unter. Dies iſtauch für das Ganze eher erſprießlich als nachtheilig, weil ſich eher ein, dem Erzeugniß angemeſſener, allgemein fiche» rer Preis bilden kann. Was die Straßen und Wege anbelangt; ſo-iſt feit ei». nigen Jahren ſo viel dafür gethan worden, und wird mit deren Verbeſſerung ſo eifrig fortgefahren, daß es hö<ſt undankbar wäre, wenn dies nicht allgemein anerkannt“ würde. Manche Kreiſe zeichnen ſich hierin ganz vorzüg» .lich aus, und es.giebt deren, wo es'bald ſo weit ſeyn wird; daß man zu keiner Jahreszeit mehr einen ſchlechten Weg zu paſſiren haben. wird. AxTe ſind ſie freilich noch nicht ſs weit, und es kann wohl hie und da Schuld der Landräthe me Eid, feyn; wenn man den Eifer für dieſe gute Sache nicht ſo xege ſieht, als wie in andern. Aus dem Angeführten ergiebt ſich nun, daß die Fortſchaf- fung der Producte nicht ſo gar ſchwierig iſt, und daß deren Abſaßz dadurch erleichtert wird; daß alſo i in dieſer Hinſicht dem Fortſchreiten des Baba] in Schleſien keine bedeu- tende Hinderniſſe im Wege ſtehen. Dies, und was ich Ihnen weiter unten vom Volkse den Anſchein hatz denn einen Theil der Arbeit er- ſpart man wieder beim Binden, was bei dem abgerafften Getreide bei weitem mehr fördert, als bei dem in Shwa- den gehauenen,% Bon Hafer baut man mehrere Arten. Indeß kommen alle diejenigen welche ausländiſche Arten verſucht haben, immer wieder auf den gewöhnlichen zurü>. Im Gebirge baut man den weiſſen runden Frühhafer.; Hirſe und Heidekorn wird in den leichten Sandlände- reien viel gebaut. Erſterer geräth oft außerordentlich gut und bringt auf geringem Aer eine ſo hohe Rente, als wie oft ein Feld von vorzüglicher Beſchaffenheit nicht bringt., Haidekorn oder Buchweißen wird meiſt da, wo es gebaut wird, zu Grüße gemahlen, und der Ueberfluß davon im Lande verfahren. Der Anbau der Kartoffeln vermehrt ſich immer mehr, und hie und da machen ſie bei der ärmern Klaſſe der Land- bewohner die Hauptnahrung ausz3 daher iſt denn auch das Mißrathen derſelben für manche Gegenden ein eben fo großes, vielleicht noch größeres Unglü>, als das Miß- rathen des Getreides.; Erdäpfel oder Topinamburs verſucht man hie und da, und iſt mit dem Erfolge ſehr zufrieden. Beſonders aber iſt dies dex Fall fm der Gegend von Herxrrnſtadt und Tſchirnau, Dort baſirt ſich die ſtärkere und höhere Schaafzucht in manchen Wirthſchaften ſchon auf dieſe Frucht. Mehreres darüber erfahren Sie bei der Beſchrei- bung der einzelnen Wirthſchaften jener Gegenden.; * Handelsgewächſe, als: Raps, Röthe, Taba 2. baut man hie und da in nicht unbedeutender Menge und. mit - nicht geringem Gewinne; beſonders iſt die Röthe ein ſehr einträgliches Gewächs für die Gegend um Breslau, und ſie wird durc< den Handel für die Provinz noch wichtiger. Auf die Beſtellung des AFers verwendet man zwar nicht allenthalben gleich großen Fleiß; jedoch iſt derſelbe ziemlich allgemein lobenswerth. Nur hat man hie und da noh die hergebrachte Gewohnheit, daß man vor einen Pflug, und das oft.in einem nicht allzuſtrengen Boden, drei bis vier Pferde ſpannt, Man läßt dieſelben dann, wenn ſie gut gehalten ſind, freilich ſehr ſtark zuſchreitenz aber dennoch iſt es nicht zu läugnen, daß dies eine Ver- ſchwendung der arbeitenden Kräfte iſt, Dies wird um fs mehr ſichtbar, wenn män ſicht, daß in andern Gegenden mit zwei Pferden dieſelbe Arbeit eben ſy gut und in nicht viel längerer Zeit geleiſtet wird. Aber ob man lachen oder Mitleid fühlen foll, wenn man in einigen Gegenden Ober- Schleſiens am rechten Oder- Ufer ſechs ja ſogar acht Zug- thiere vor einem Pfluge im leichten Sandlande ſieht, dar- über iſt man im erſten Augenbli>e mit ſich nicht einig. Es ſind.dann auch wohl Zugthiere zum Erbarmen, und es würde keinen crotoniſchen Milon erfordern, um einen Och- ſen dieſer Gegenden wegzutragen. Allgemein aber, blos die Gebirg8gegenden ausgenomz= men, hat man die'Sitte, beim Verfahren des Getreides nicht allzuviel aufzuladen. Auf vier gute Pferde iſt die Lädung von 32 Preuß. Scheffel Roggen eine ſtarke; und es gehört zu den Seltenheiten, und es müſſen ſehr gute Wege zu paſſiren ſeyn, wenn man darüber laden ſoll. Bei Fröhnen werden 12 Scheffel auf eine Fuhre gerechnet. Sind nun bei dergleichen Fuhren Zölle zu paſſiren, die doch nach der Zahl der Pferde bezahlt werden, ſo. wird dadurch dieAusgabe vermehrt, Bei dieſen Fuhren iſt es aber Sitte, ni A ae. raſch zu fahren, und beſonders geſchieht dies auf dem Nü>wege. Daher macht man eine Marktfuhre auf vier Meilen Entfernung, ſelbſt bei nicht gzutem Wege, gewöhn- -Tlich in einem Tage ab, und zwar ſo,- daß man des Abends wieder zu Hauſe iſt, Da wird denn freilich an Zehrungs- koſten wieder erſpart, was durch die geringexe Ladung verlohren geht. Bei ziemlich ſtarken Pferden und guter Haltung der- ſelben, hat man gewöhnlich auf80=- 90 Morgen deren zweiz wo Ochſen» gehalten werden, rechnet man zwei auc wohl drei anſtatt eines Pferdes. Die Bauern halten in der Negel mehr Zugvieh. In den guten und frucht- haren Gegenden findet man aber bei dieſen keine Zugoch- fen, weil ſie es für eine Art von Schimyf achten, mit die: ſen zu pflügen und zu fahren, Sie halten wohl auf 50 bis 60 Morgen zwei Pferde, benußen dieſelben aber oft außer ihren AEerarbeiten zu mancherlei Führen. Kleinere Grundbeſikßer, deren AeFer nicht über 20=- 30 Morgen betragen, beſtellen dieſelben faſt nur mit D<ſen, oft aber auch mit ihren Kühen. Das Geſchirr für dieſe Thiere iſt verſchieden. An manchen Orten haben ſie Kumter, die oben und unten offen ſind, und wo die Thiere nur mit den Schultern ziehenz an andern ziehen ſie im Joche aüf dem Vorderbug oder Widergerüſtz no< an andern ziehen ſie im Doppeljoch, welches eine Art von Leiter iſt, in welche man die Thiere mit den Köpfen ſte>t, und wo ſie notha wendig beide gleich ziehen müſſen. Daß man'ſie mit dem Kopf ziehen, oder vielmehr ſioßen laßt, findet man höchſt ſelten. Man halt zu vier Pferden gewöhnlich einen Knecht und einen Jungen. Letterer hat gewöhnlich das-Amt des Futterns, während erſterer für HäFſel(in Schleſien all» gemein Siede genannt) ſorgt. Neben dem Futtern hat aber --“ 29- der Junge noch die ihm, yom Knechte beſonders auferlegte Pflicht, des Nachts die-Scheuern zu beſuchen, und für ſei- ne Pferde Garben zu holen,- Stehlen nennt man dies nicht, weil es ja das Vieh bekommt. In manchen Wirth- ſchaften iſt dies auch ſo-recipirt, daß.man wenig darauf achtet, wenn die Sache nur nicht zu weit getrieben wirdz ja, ich habe ſelbſt Eigenthümer gekannt, die es gern ſa- hen, wenn die Pferdeleute Garben holten, und wo man, um ſie dazu aufzumuntern, geringe Futter- Portionen gab, und doch gut ausſehende Pferde verlangte. Da kann es denn freilich nicht fehlen, daß dieſe Leute ihr auf dieſe Weiſe ganz beſonders ausgebildetes Talent auch weiter üben, und bisweilen in andern Gebäuden,. als z. B. Schüttböden, verſuchen. Da nun aber die Pferde auf die Scheuern angewieſen ſind: ſo geben ſie die Anweiſung auf den Schuüttboden oder Speicher an ſich ſelbſt, und machen ſich bisweilen ein kleines Trinkgeld. Den Gang der Din- ge finden Sie doch nicht ſonderbar?! Wenigſtens ſcheint es mir ſehr natürlich. Die Sache kommt übrigens oft genug vor, und bei ſolchen Anſichten der Herrſchaften iſt.es wohl nicht zu verwundern, wenn Dienſiboten diebiſch ſind. Ahtzehnter Brief, Die Wieſen- Cultur iſt in Schleſien, wie inſo vielen ändern Provinzen, no ſehr in ihrer Kindheit. Jedoch leuchten auch hierin ſchon einzelne Beiſpiele ſehr rühmlich vor. I< darf Ihnen hier nur die Wieſen-Verbeſſerun» gen des Kammer-Rath Plathner in Camenz, und die des Geh. Ob. Fin. Rath von Prittwiß in Caſimir, nennen. Lektere berühre ich noch umſtändlicher, wenn wir in jene Gegend kommen. Unmittelbar von dieſer komme ich auf die Viehzucht. Sie iſt in mehreren Zweigen ſchon ausgezeichnet zu nen- Gatten 30 Wint 4 gen. Beſonders aber macht ſeit einiger Zeit die Shaäf- zuchtreiſſende Fortſchritte 3; und zwar ſo, daß, wenn ſie noch zehn Jahre mit demſelben Eifer fortbetrieben wird, Schleſien wohl in dieſer Hinſicht mit an der Spite der deutſchen Provinzen ſtehen wird. Manderlei günſtige Umſtände, als Größe der Beſißungen, gute Welden, Wie- ſen, leichter Futterbau auf den Ae>ern u,'ſ, w, helfen ſie' auf alle Weiſe heben. Bei ver Verwaltung und Verpfle- gung der Schaafheerden hat man an den meiſten Orten das Schäferzehntel. Vorvieh iſt ſelten, und ich habe es nur an äußerſt wenigen Orten gefunden, Bei dem Zehn- tel kauft ſich der Schäfer, wie man ſagt, in die Heerde ein; d.h. er bezahlt ein gewiſſes Quantum, was als der zehnte Theil des Werthes der Heerde angenommen wird, welches er gewöhnlich ſeine Caution nennt. Dieſes Quan- tum iſt aber meiſt ſo gering, daß es bei einer guten Heerde oft nicht den dreißigſten Theil derſelben ausmäc ja der Theil, den er in ber Heerde hat, auch verloren iſt, macht ihn eigenſinnig; ſo daß er feinen Vorurtheilen mehr, als der beſſern Einſicht des Her- ren folgt. Daher iſt auch überall, wo man das Zehntheil -- 31= abgeſchafft hat, die Sache beſſer gegangen, und-Heerden, die ſonſt alle Jahre Unglü> und großen Abgang wegen Verhütung hatten, ſtehen nun ſehr gut. Dieſe Abſchaf- fung hat man nun auf verſchiedene Weiſe vorgenommen, und ich führe Ihnen im Verfolge meiner Briefe vielleicht da und dort eine an. Die Rindviehzucht iſt in manchen Gegenden, beſon- ders aber im Gebirge, ausgezeichnet zu nennen. In le» term hat ſich wegen der guten Futterung- und Wartung der. inländiſche Schlag ſehr vervollfommnetz im flachen Lande hat man. an ſehr vielen Orten ausländiſche Racen, zB. Schweißer, Tyroler, Oldenburger, Holſteineru, a. angeſchafft, Mandhe dieſer Heerden ſind ausgezeichnet, und laſſen nichts zu-wünſchen übrigz bei andern aber hat man entweder die Umſicht oder die pecuniären Mittel nicht hinlänglich gehabt, und man iſt auf einer ſehr mittelmä- ßigen Stufe ſtehen geblieben. Die Pferdezucht wird in neuern Zeiten durch die im Lande alljährlich vertheilten Königlichen Beſchäler ſehv gehoben. Anfangs wollte der Nußen dieſer Veranſtaltung manchem Ländwirtye nicht recht einleuchtenz ſeitdem es aber vorkommt, daß hie und da ein Bauer für ein jäh- riges Fohlen von dieſer Zucht 15-=- 20 Ducaten bekommt, ſeitdem iſt der Eifer erwacht, und man läßt ſeine Stuten ſehr gern mit dieſen Hengſten bede&en.* Schweine werden auf der Seite des rechten Oder- Ufers, beſonders in Ober- Schleſien, ſehr viele'gezogen, und von dort her nicht allein in die übrigen Theile der Pro- vinz', ſondern auch in benachbarte Länder getrieben. Hie und da hat man die große Moldauer Race einge- führt, und es iſt nichts außerordentliches, daß ein aus- gewachſenes und gemäſtetes Thier dieſer Art 3= 4 Entr. Fieiſch giebt. << ZO M<=; NN R z= -- 32= i“ Ziegen ſind, wie im Ihnen ſchon bei den Gebirgsge- genden bemerkte, nur in dieſen vorzüglich einheimiſch; man trifft ſie zwar auch nicht gar ſelten im flachen Lande, aber ſie befinden ſich dort weniger wohl, geben auch einen geringern Nußen, 1 Das noch am allgemeinſten befolgte Wirthſchaftsſy- ſtem iſt das der Dreifelder. Es giebt zwar, wie Sie ſchon aus meinen vorigen Briefen geſehen haben, eine ſehr gro- ße Menge Landgüter, wo man das Fruchtwechſelſyſtem eingeführt hat, auch giebt es hie und da ganze Gegenden, wo es das herrſchende iſtz aber dennoch hat man an ſehr vielen Orten, namentlich aber in faſt allen Bauern- Wirthſchaften, noch die Dreifelverwirthſchaft beibehalten. Koppelwirthſchaften nenne ich Ihnen in der Folge einige ſehr intereſſante,) pt) Ich habe Ihnen zwar weiter oben ſchon über den Ab» ſaß der ländlichen Erzeugniſſe einiges geſagt, aber doch hole ich Ihnen hier noch manches über den landwirthſchaft» lichen Verkehr überhaupt na, Für den Abſaß des Getreides giebt es eine Menge Markte, die wöchentlich in den Provinzial- Städten ge- halten werden. In der Hauptſtadt iſt, den Sonntag-aus» genommen, alle Tage Getreidemarkt, Auf dieſen Märk- ten wird das Getreide theils in Sä&en aufgeſtellt, theils in Proben Füm Verkauf ausgeboten. Bequemer für den Verkäufer iſt das lebte, ſicherer für den Käufer das erſte. Auf den größern Getreidemärkten, als in Jauer, Scend iſt der Verkehr in vielen Gegenden Ober- Schleſiens in der Nähe von Polenz denn hier geht derſelbe faſt gänz allein durch die moſaiſchen Glaubensgenoſſen. Nun ſind dieſe zwar, wenn ſie einengroßen Gewinn nichterlangenkönnen,' auch mit einem geringen zufrieden, jedoch wiſſen ſie auch die Verlegenheit des Verkäufers ſo gut zu benußen, daß, ſobald er ſich ihnen nur allein änvertrauen muß, ſie ihm gewiß recmäßigſten zu verſchaffen. Die mancherlei Operatio»- nen und Mandvres, die von Käufern und Verkäufern auf j einem Markte von ſolcher Größe und Ausdehnung getries ben werden, gehören nicht hieher.'"De Schlachtvieh iſt, wegen des, vielen aus Polen naß. Schleſien gebrachten, weniger geſucht, als es ohne dieſes Jeyn würde. Dies iſt auch die Urſach daß man es nicht. von der vorzüglichſten Beſchaffenheit liefern kann, weil die Koſten der Maſtung nicht hinlänglich bezahlt werden. Die Markte von Namslau und Brieg, wo ſehr viel pohlni»- ſches Vieh aufgetrieben wird, verſorgen die Provinz und Machbarländer. Oft aber entſpringt aus dem Einbringen es fremden Viehes für den Landbau der Provinz ein no9' weit größeres Uebel. als der herabgeſeßte Preis des eige- nen zu Markte gebrachten Viehes3 ich meine die Rinder- peſt... Große Verheerungen hat dieſelbe ſchon angerichtet, y d. troß aller Vorſichtsmaßregeln, die man gegen Ein- ſchleppung dieſes Uebels nimmt, wird es dennoch oft ver Hreitetz man hat berechnet, daß dieſe ins Land gebrachte Veſt ſchon mehr Vieh in demſelben aufgerieben hat, als Hon der Fremde her in daſſelbe gebracht ward. Wäre dies auch nicht ganz undnur einigermaßen gegründet: ſo wäre das gänzliche Verbot dieſer Einbringung eine der wohlthä- tigſten Maaßregeln für die Provinz...“M - Butter wird gewöhnlich nach Quarten gemeſſen, und „e3 geht deren viele auswärts, beſonder3 nach Berlinz zu dieſen Verſendungen wird ſie in ſogenannte Eimer gelegt, die ohngefähr 30 alte Breslauer oder 18 neue Preußiſ he Quart enthaltenz im Gebirge wiegt man dieſelbe meiſtent- Heils, und verkauft ſie nach Pfunden, Gs== Die Handelsgewähſe, als Nöthe, Taba> 26, kommen größtentheils in den inländiſchen Handel; jedoch geht vor Letzterem ſehr viel nach Pohlen. Die Nöthe wird größe tentheils in Breslau verarbeitet. Die Obſtcultur iſt in manchen Gegenden ziemlich hoh geſtiegen 3 dagegen in andern wiederum ſehr vernachläs ßigt. Weinbau einigermaßen im Großen wird nur bei "Grünberg betrieben; was ſonſt davon vorkommt, iſt mehr Verſuch und Vergnügen. In neuern Zeiten widmet max aber dem Obſtbaume im Allgemeinen große Aufmerkſam keit, und eine Menge Gartenanlagen und ſehr viele Alleen von den beſten Obſtbäumen zeugen davon, wie ſehr dev Sinn für dieſen Zweig der Landwirthſchaft erwaen, und wenn ſie gut gemächt ſind, auch ſehr warm. Uebrigens iſt ihre Dauerhaftigkeit auch: ' 0 in Anſchlag zu bringenz denn ich ſah deren, die über. IB achtzig Jahr ſtanden und no< vollkommen gut im Stande! )) waren. Bei Feuersbrünſten brennen ſie freilich bis auf- die Sohle ab. Wo aber das Holz ſchon ſeltener iſt, da |/ baut man von Bindwerk, und klebt dieFelder deſſelben mit j| Lehme aus:, Man fängt aber auch ſchon ſehr viel an von Steinen oder Ziegeln zu bauen. Da man an ſo unzählig vielen Orten zu lekteren gute Erde findet, und das Brenn- 4; material meiſt nicht allzutheuer iſt, man beſonders dieſel-| 193 ben auch in den Gegenden, die dem Gebirge nicht allzuent-| ; fernt liegen, mit Steinkohlen brennt; ſo kann man die»| ſelben faſt überall leiht und wohlfeil haben. Kalk iſt eben-| falls an ſehr vielen Orten, und für billige Preiſe. Dies, und. der immer mehr ſteigende Preis des Holzes iſt denn auch 4% Urſache, daßman neu aufzuführende Gebäude viel häufiger VF maſſiv,als von Holze bautz die größere Sicherheit bei Feu- 1'E er8gefahr iſt denn noch ein Hauptbewegungsgrund hierzu. ) Vorzügliche Sorgfalt wendet man jeßt auf den Auf- | bau von Scaafſtällen, und dieſe können an ſehr-vielen “IM Orten, wo gute Heerden ſind, muſterhaft und beinah | Palläſte genannt werden. Veberhaupt ſieht man. in neuern Zeiten bei allen Wirthſchaftgebäuden auf Zwe>mäßig- ; keit und Bequemlichkeit, die man bei den alten meiſt ſo j ſehr vermißt.; Bei den Wohnungen der Bauern, ſelbſt die erſt neu- gebaut werden, ſieht man aber hierauf weniger, und es iſt oft unerklärbar, welche Ideen dieſelben bei ihren Bau-' ten befolgenz denn meiſt bauen ſie ohne Sinn für Schön: heit und Bequemlichkeit, und dennoch ſind die Koſten, die fie auf ihre Bauten verwenden, bedeutender, als ſie ſeyn würden, wenn ſie mehr auf jene beiden Eigenſchaften ge- “FJehen hätten. Anhänglichkeit ans Alte und die im Na- tionalcharakter liegende Genügſamkeit, ſind wohl die ein» zigen Urſachen hiervon. Troß dieſer Genügſamkeit findet aber dennoch unter dieſer Klaſſe ein gewiſſer Neid ſtatt, ſobald einer etwas beſſer hat, als der andere. Um ſich gegen dieſen, ſo wie gegen das Bekritteln zu ſhüßen, b&s ſchreibt man gewöhnlich ein neugebautes Haus mit einer Menge Verſen und Floskelnz manche davon zeigen von der Religioſität des Beſißers, viele aber auch ſollen dem, der ſie lieſt, einen Zaum anlegen, ſein Urtheil über den Bau nicht laut werden zu laſſen. Die Dörfer ſind meiſt in die Länge, und wo es deren giebt, längs-Flüſſen und Bächen fortgebaut. Es giebt welche, die über eine Meile lang und ſehr ſtark bevölkert ſind. Die Gehöfte liegen meiſt in einer Entfernung oft von mehr als einigen hundert Fußenz dies iſt'bei Feuersges fahr ſehr gut und hemmt das Weitergreifen der Flamme, Außer dem Gebirge iſt es ſehr ſelten, Wohnhäuſer von 2 StoFwerken zu finden. Denn meiſt baut man nur einen UnterſtoE, und ſekt ſogleich das Dach darauf. Jedoch hat man es jekt ſich mehr zur Regel gemacht, dieſen etwas höher zu bauen z denn bei den alten Häuſern iſt derſelbe meiſt ſo niedrig, daß ein Mann von 52 Fuß Länge nur zur Noth in der Stube aufrecht gehen kaanz; Erſparung des Baumaterials konnte, da in frühern Zeiten das Holz ſo wohlfeil war, hieran wohl weniger Urſach ſeyn, als meh» reres Zuſammenhalten der Wärme im Winter, In dieſen niedrigen Stuben iſt denn nun zugleich die ganze Köcherei für Menſchen und Vieh angebracht, und es ſpricht für die kräftige Konſtitution der Meriſchen, die in einem ſolchen immerwährenden Dunſte denno< geſund bleiben. - 3- - Kamine findet man auf der linken Seite der Oder „weit ſeltener, als auf der rechtenz auf dieſer ſind ſie aber faſt in allen Wohnungen vorhanden. Die Stallungen für das Vieh ſind in den meiſten bäuer- lichen Beſizungen eben ſo niedrig wie das Wohngebäude, und meiſt mit demſelben unter einem Dache.- Die Scheuern haben faſt überall Quertennenz jedoch ſah ich deren auch, welche die Tenne die Länge durch die - ganze Scheuer hindurch hatten. Dieſe macht denn die eine, und der Banſen die andere Seite der Scheuer aus. Zum Abladen des Getreides eben ſo gut, wie zum Dre- ſchen deſſelben, ſind dieſe Scheuern ſehr bequemz nur bleibt mehr Raum in denſelben unbenußt, als in denen mit Quertennen. I< komme nun auf den Volkst, Schleſien halten die meiſten für den Mittelpunkt'und das größte Land von Europa, aber deſſen ungeachtet halten ſie Meiſtens den Ausländer für etwas Vorzüglicheres als ſich- ſelbſt. Wenn ſie von ihren Familien- Angelegenheiten erzählen, ſo ſetzen ſie voraus: der, dem ſie erzählen, müſſe mit allem eben ſo bekannt ſeyn, wie ſie ſelbſt; und ſie beziehen ſich auf dieſen oder jenen Umſtand, nennen- dieſe oder jene Perſon ſo zuverſichtlich und ohne weitere Erklärung, als wenn der Zuhörer, Augen- und Ohren- „zeuge der ganzen Begebenheit geweſen.wäre,. Geht man nun in ihre Erzählungsweiſe ein, ſo hat man ſogleich ihr „unbedingtes Vertrauenz ſo wie man fich daſſelbe durch eigene Zutraulichkeit ſogleich erwirbt, Will man ihnen die oder jene Verfahrungsart bei ihrem landwirthſchaftliv des Charakters eines Volkes find'aber vorzüglich ſeine Feſtlichkeiten und Luſtbarkeitenz ich'will Ihnen daher auch einige der unter den Landleutenin Schle- ſien üblichen nennen. Ihr Hauptfeſt iſt das Kirchweihfeſt oder die Kirmeßz dem Namen nach ſollte man ſie für ein beſonderes kirt, mit einem Mu- ſikchor an der Spike, ziehen die Erndte- Arbeiter auf den herrſchaftlichen Hof; einige Mägde tragen Kränze, aus Getreideähren, Aepfeln, Blumen und Bändern zuſammen- geſeßt, und überreichen ſie unter einer ſtattlichen Rede dem Grundherrn und ſeinen Angehörigen; vor dem Höfe wird aber erſt Halt gemacht, und der Vorarbeiter holt ſich bei der Herrſchaft die Erlaubniß zum Einzuge z; wenn die Krän- ze überreicht ſind, wird ein geiſtliches Lied geſungen und dänn zu einem Tanze unter freiem Himmel geſchritten. Bei dieſem Tanze hört aller Unterſchied der Stände auf, und die Herrſchaft tanzt mit den Arbeitern, wie mit ihres gleichenz; es hat daſſelbe etwas rührend Einfaches, und trägt ohne Zweifel viel zum gegenſeitigen Vertrauen beider Theile bei. Nachdem die Luſtbarkeit auf dem herrſchaftli- = EE“DS in EINI SENE SI IGER: rn ERES Ewen 42 m mdögensumſtände der Eltern der Braut geſtatten, fo wiry ein großes Mahl gegeben, Bei lekzterm wird nämlich dem allgemeinen Gebrauch zufolge die Hochzeit gehaltenzz; ein „Hochzeitbitter macht dabei ben Hof-Marſcs, leiht zu berechnenz ſagt ein Landmann nun, ich ſäe 50 Scheffel aus, ohne daß er et- was weiter beſtimmt: ſo meint er ſeine Winter- Ansſaat, und er hat mithin ohngefähr 150 Morgen Aderland bei ſeiner Beſikung. Bei einzelnen Käufen und Verkäufen von -eineren Parcelen nimmt man auch häufig dieſe Beſtinve mung bei gerichtlichen Verträgen an, und man ſagt dann: es verkauft dieſer dem, ſo und ſo viel Scheffel Ae&er. Auf Dominial- Beſißungen iſt gewöhnlich ein ſoge- nannter Scirrvogtz dieſer hat die Verpflichtung, da.er mit der Stellmacher- Arbeit umzugehen weiß, alles, was an Wagen- und AFergeräth wandel wird, auszubeſſernz auch baut derſelbe wohl ſo manches neue Geräthz da ihm aber doch die große Uebung und Fertigkeit fehlt, ſo iſt es natürlich, daß er manches etwas ungeſchi>t und gar nicht ſo vollkommen baut, als dies ein Meiſter wohl thut; mit ſolchen Geräthſchaften arbeitet es ſich denn ſchwer, das Bieh wird unnöthigerweiſe mehr angeſtrengt, und die Arbeit fördert doch nicht ſo damit und wird'nicht ſo voll- kommen, als mit ganz guten Geräthenz; die Erſparung auf der einen Seite iſt alſo geringer, als der Nachtheil auf der andern. Ueberhaupt aber iſt es ſeht zu tadeln, daß hier auf dem Lande Stellmacher und Schmiede faſt alle AFerbes ſißungen haben; dieſe beſchäftigen ſie dann mehr als ihr Handwerk, und die Arbeit die ſie in demſelben machen, bleibt unvollkommen. Es iſt freilich ſchlimm, daß ihr Handwerk, ſie allein nicht nährt; im Gebirge iſt dies an» ders, und da werden auch faſt alle Geräthſchaften ohne Ausnahme beſſer gebaut. Noch muß ich Ihnen im allgemeinen einiges über Vieh» und Getreidekrankheiten anführen. Bei den Schaafen kennt man außer dem Drehendwerden, der Blutſeuche und der Eigelkrankheiten, in manchen Heerden faſt keine ande- rez die Räude iſt höchſt ſelten, und in manchen Schäfe- reien ſeit Menſchengedenken nicht geweſen. Die Lämmer» Lähme kennt man an vielen Orten auch gar nicht; die Klauenkrankheit oder Mauke hat ſich erſt hie und da in deu cr wr. Merino-Heerden zu zeigen angefangen; baſſelbe gilt von der Traberkrankheit. Das Rindvieh ſteht im Ganzen ſehr gut, und wenn Rinverpeſt einriß, ſo ward ſie durch ausländi» ſches Schlachtvieh eingeſchleppt, Milzbrand kommt ſelten vor, und die vor zwey Jahren ſo allgemeine Klauen- und Maulſeuche traf das Vieh in Scleſien nicht allein.| Viele und beſondere Krankheiten bei den andern Vieharten kennt man nicht, 6 Das Befallen des Getreides vom Roſte und ſoge- nannten Gifte hat ſich in den leßten Jahren häufig ges zeigt; und man klagt deshalb in manchen Gegenden ſehr darüber, daß es nicht mehr wie ehemals körntz beſonders iſt es dies Jahr wieder der Fall, und haupt» ſächlich in den Gegenden die einen ſehr thätigen Boden haben. Es ſcheint überhaupt, al3 wenn das Getreide in ſolchem Boden ganz beſonders dem Anfalle dieſer Krankheit ausgeſeßt wäre.(Es läßt ſih wohl auch leicht daraus erklären, daß bei einem ſo thätigen Bos: den die Poren der auf ihm wachſenden Pflanzen jeder» zeit mehr geöffnet, und alſo für die nachtbeiligen Nie» derſchläge der Luft mehr empfänglich ſind. Brand im Weißen kommt auch bisweilen vor, ünd es iſt mir'hie und da. die Bemerkung mitgetheilt worden, daß ihm der weiße mehr ausgeſeßt ſei, als ver braungelbe. Was man darüber für beſondere Ers fahrungen gemacht hat, das theile ich Ihnen eine zeln mit.? Das Ausgehen des Wintergetreides kommt meiſt. nur im Gebirge, im flachen Lande aber höchſt: ſel- ten vor. 4 Schne>enfraß gehdrt auch zu den Seltenheiten z jedoch hat er ſich dieſes Jahr in einigen Gegenden, na- mentlich.bei Grottkau und Neiſſe, gezeigt. Neunzehnter. Brief. Indem wir nun bei Breslau über die Oder gehen und ihr rechtes Ufer betreten, machen wir ſogleich die Bemerkung, daß hier die Fruchtbarkeit des Bodens nicht mehr dieſelbe iſt, wie wir an ihren linken Ufern ſie faſt überall fanden; zwar kann man das Land noh keines- weges unfruchtbar nennen, jedoch ſieht man es ihm gar bald an, daß ſein Ertrag doh geringer ſeyn muß, als in dewmeiſten Gegenden, die wir bereits durce von Breslau reicht die Maſſe von Dünger, die aus dieſer Stadt täglich herausgefah- ven wird, und Gartenkultur, die man dem Lande an- gedeihen läßt, verbunden mit dieſem Erſaße von außen, laſſen da noch Handelsgewächſe gedeihen. Wenden wir uns an der Oder ein wenig hinunterz ſo finden wir ei- nen, das Auge ergößenden AnbliE, in der Mannig- faltigkeit der Gegend. Gebüſche mit üppigen Wieſen, gut beſtellten Ae>ern und ſchön gebauten Hofe- Rheden wechſelnd, bieten ſich dar und deuten auf Fleiß und Wohlſtand. Dieſe finden wir beſonders in Ds8wiß, dem Buchhändler Herrn Korn gehörig. Was Liebe zur Sache, verſehen mir den erforderlichen Mitteln zur Em- porbringung und Verſchönerung eines Landgutes ver- . mögen, davon iſt hier ein ſehr überzeugender Beweis geliefert., Bereicherte Ae>er, gut gehaltene Wieſen, ſchöne Obſtgärten, gut genährtes und gepflegtes Vieh, ' Ordnung und ich kann ſagen Pracht in den Gebäuden, und was ſonſt zur Schönheit und Vollkommenheit einer eb. 146.= Landwirthſchaft gehört, das finden wir hfer vereinigt, Freilich iſt nicht jedem möglich, ſolches zu leiſten und nachzuahmen z' aber dennoch iſt es erfreulich, wenn Menſchen, denen hierzu die Mittel zu Gebote ſtehen, darin eine Freude finden, ein Beyſpiel aufzuſtellen, wie herrlich die Landwirthſchaft ſich darſtellen laſſe, und welche höhe Genüſſe ſie ihren wahren Verehrern beut. Von hier wenden wir uns gegen Trebniß, und kommen nach Groß-Raa>e- Herr von Boguslawsky' gehört zu den Landwirthen, die ihr'Fach mit entſchiede2! ner Liebe und dem größten Eifer und ausdauerndem Fleiße betreiben. Er fand bei der Uebernahme! dieſes Gutes ein wahres Chaos einer Landwirthſchaft!" Im Zeit von etwa 10 Jahren war man aus drey Feldern in eine'Fruchtwechſelwirthſchaſt, und aus" dieſer wies! derum in drey Felder übergegangen; dadurch war' nun das Ganze in eine ſolche Verwirrung gerathen, daß faſt kein einziges Aerſtü nach ſeinem wahren Werthe behandelt worden war. Nach mehrern Verſuchen und' Berathſchlagungen fand es nun Hr. v. B. am zwez2 mäßigſten, ſeine Felder in acne, auch ſeine Entwäſſerung bei gehdriger Anlegung von Waſſerfurhen, viel leichter von ſtatten gehe, als bei Beetenz ferner iſt er der Meinung, daß grade bei einem leichten tro&nen Bo- = 4- den, die Beete eher nüßlich. wären, als bei einem ſtrens. gen naſſen, indem durch dieſe die Feuchtigkeit länger im Bodenrerhalten werde.: 8 Der Natur der Sache. und.den meiſten frühern: Erfahrungen und Meinungen gemäß, galt das Gegenz« theil als ausgemacht, und nur mehrere komparative Verſuche könnten einen ſo paradox ſcheinenden Saß bes ſtättigen.+ DerWeißken, nah ſo gut vorbereiteter Brache, die noh dazu ſo ſtark gedungen, wird, kann nicht anders als gut gerathen 3; in der That ſah ich ihn auch aus- gezeichnet. Nach dieſem muß dann wohl auch der Klee einen ſehr lohnenden Ertrag. geben. Hr. V-,B- läßt ihn deshalb ſo nahe hinter der Düngung folgen, weil. er der Meinung iſt, daß es für den Landwirth von wes niger nachtheiligen Folgen ſei, einmal eine ſchlechte Erndte von einer. Getreideſorte, als von Viehfutter zu haben.. Ganz derſelben Meinung iſt der Hr, Baron von Lorenz auf Olbendorf, der, wie ich Ihnen früher ſchon ſagte,-den Klee auch meiſt nach Weißen folgen läßt.- Dieſe. beiden fleißigen und denkenden Landwirthe ſind auch in der. Methode des Abtro>nens des-Klees, da ſie. ihn meiſt auf Kleereutern dörren,, einig,. Der Er- folg derſelben iſt auch über alle Beſchreibung gut, und ich ſah Klee, der in vollkommen dürrem Zuſtande. ſo grün war, als ob er eben gemäht worden wäre,, Bei dem Einſäen des Klees in die Winterung iſt nur darauf zu achten, dies ſo zeitig als möglich im Frühjahre zu thun, um für ſein Aufgehen geſichert zu ſeyn. Um nun den Klee den ganzen Sommer hindurc< bis in den Herbſt benutzen zu können, läßt Hr..v. B, Hafer auf denſelben folgen. Meine vollfommene Billi- gung dieſer Methode habe ich ſchon einigemal. ausge* '- 49= fproöchen. Der Hafer in dieſer Folge wird jedesmal ausgezeichnet. Blattfrüchte(Erbſen und Bohnen) zu denen nun wieder friſch gedungen wird, werden gewiß nur in höchſt ſelrenen Fällen mißrathen. Ich fah ſie im beſten Stande, und fand keine Urſach, die Ausſage des Hrn. v. B. über ihren reichlichen Ertrag zu bezweifeln, Noggen in No. 6. wird gewiß in dieſer Folge faſt nie fehlſchlagen z ſ9 wie Kartoffeln nach dieſem in einen ſo kräftigen AFer gebaut, ohne Zweifel ſtets einen ſehr reichlichen Ertrag geben werden. Nach dieſen wird denn auch die Sommerung ſehr gut, und es iſt eigentlich, wenn nicht beſondere Unglü>sfälle eintreten, faſt im- mer auf eine ſelſr reichliche Erndte aller Früchte zu reh? nen. Daß dies auch in der That der Fall ſeyn müſſe, beweiſen die ungeheuren Strohvorrathe,' die ich hier ſah, und die, Bollwerken gleich, um die Wirthſchaft- gebäude herum aufgetaßt waren. Dieſe großen Vor- räthe geben denn auch einen ſehr. widerlegenden Beweis für diejenigen ab, welche behaupten, daß es bei der Fruchtwechſelwirthſchaft ſtets an Strohe fehle; ſie ſind zugleichein Beweis, daß nicht die übergroße Men- ge der Ausſaat, ſondern die Kraft des Bodens, auf den man ſät, auf die größere, Production vorzüglich wirken.- Denn bei dem angeführten Fruchtwechſel ſind nur die Hälfte der Ae>&er mit Halmfrüchten beſtellt z und grade hatte man bei der früher hier geführten Drei- felderwirthſchaft, wo doch zwey Drittheile des Ganzen mit Halmfrüchten beſtellt waren, niemals Ueberfluß, wohl aber ſtets Mangel an Strohez an Futter hatte man“ denn noch weniger, wogegen die ganze Wirth- ſchaft jekt den größten Ueberfluß verräth. Vorzüglich intereſſant iſt aber die alljährlich ſteigen- de Maſſe des Düngersz3 denn ſie überſteigt jekt ſchou 4 bei weitem das Doppelte von dem, was ſie vor 5 Jah xen bei dem Antritte des Hrn, v. B. war. Er führt, um genau zu erfahren, was ihm jeder einzelne Zweig- ſeiner Wirthſchaft koſtet und einträgt, ſtrenge doppelte Buchhaltung. Da iſt es denn von großer Wichtigkeit und höchſt erfreulich zu bemerken, wie ihm, bei der ſtei- genden Vervollkommnung ſeiner-Wirthſchaft, ein Fu- der Dünger immer niedriger zu ſtehen kommt, mithin die Erzeugung aller Producte immer wohlfeiler wird, und ſo der Reinertrag in doppeltem Maaße ſich erhöht. Am wohlfeilſten aber kommt ihm der Scaafdünger zu ſtehen 3 dies wohl aus dem natürlichen Grunde, weil die verkäuflichen Erzeugniſſe von den'Schaafen den ver- hältnißmäßig höchſten Werth haben. Ein Fuder von 20 Gentnern fam ihm in den lebten Jahren noch unter 6 g3gr. Theurer war der vom Nindviehe, und zwar das Fuder auf etwa 12 ggr., und es würde auch noch einen höhern als dieſen Preis gehabt haben, wenn nicht die - Milchnußung. durch Verfahren nach Breslau bedeutend hoch wäre. Zwar wird dieſer höhere Preis wohl zum Theil dadurch wieder herabgeſeßt, 1daß das Futter für das Vieh auch in der Nähe der Hauptſtadt einen höhern Werth hat, nach welchem es auch dem Viehe verrech- net wird. n„+ Da Hr. v. B. den Dünger von den Zugod<ſen nach dem Werthe berechnet, wie ihm der von den Kü- hen zu ſtehen kommt; ſo ſteigt der Betrag eines Ar- beitstages für einen Ochſen nicht hoch, beſonders da er dieſelben ohne Abwerhſelung arbeiten läßt, und ſie des- halb ſehr ſtark füttert. In den leßten Jahren kam ihm ein Tag mit zwey Ochſen gearbeitet, nicht viel über 6.38r. zu ſtehen. Dieſer ſo ſehr wohlfeile Preis iſt denn auch Urſach, daß Hr, v. B. ſehr für Ochſen iſt/ und -- ZU,= deren ſo viel hält, daß er faſt alle Pflugarbeiten mit denſelben verrichten kann und die Pferde nur zum Eg-“ gen und zu Fuhren über Land gebraucht, Eine ſehr, genaue und aufmerkſame Rechnungsfüh- xung für alle einzelnen Zweige der Landwirthſchaft iſt nun nicht allein höchſt vortheilhaft, da ſie ſo leicht zeigt, welchen man vorzugsweiſe im Auge haben muß z ſon- dern ſie iſt auch für den Beſiker und Wirthſchaftsdirec-. tor höchſt erfreulich, weil ſie jeden Augenbli> den Stand der ganzen Wirthſchaft klar darſtellt, und die Verglei- gewähren. Der Flachsbau, welcher weiter hin nach Trebniß und von da ſüdöſtlich, ſo ſtark betrieben wird, und auf ſehr vielen Gütern als der Mittelpunkt betrachtet werden kann, um welchen ſich die ganze übrige Wirth- ſchaft dreht, fängt hier ſhon, obgleich unbedeutender / an. Bringt män ihn aber auch nicht zu dem höchſten Ertragez ſo lohnt er doch ſehr gut, und er bringt, auc bei nur mittelmäßigen Preiſen des Flachſes, doch ims mer eine ſehr gute Rente. Umſtändlicher ſchreibe ic< Ihnen davon, wenn wir in das eigentliche. Flachsland kommen. Der Boden in dieſer Gegend iſt ein etwas wech» ſelnder: bald fruchtbarer Sandboden mit etwas ans haltender, bald derſelbe mit mehr Thongehalt und bei» nah undurclaſſender Unterlage. Allenthalben hat er eine große Neigung zum Verque>en. Klee bringt er größtentheils recht gut, zum Theil eignet er ſich aber doch auch wenig oder gar nicht zu deſſen Anbaue, Näo hert man ſich: aber Trebniß, ſo erhebt ſich eine ſanfte Hügelkette, die faſt ganz aus mildem Lehme beſteht, und meiſt einen ſehr fruchtbaren Boden darbietet. Dies- ſer Lehm iſt an vielen Orten beinah. ſenkrecht geſchichtet, und enthält, einer ohngefähren Beurtheilung nach, wohl wenigſtens 30= 40 pro Cent Sand, iſt mithin nicht allzuanhaltend, obgleich ſeine waſſerhaltende Kraft nicht gering iſt. Bey Thauwetter wird er leicht flüſſig und fängt Aderweiſe an zu ſt iſt. Vorn auf dieſer Ebene liegt Maſſel, dem Herrn Baron von Kloch gehörig.„An ihm finden wir einen Landwirth, der dies in der vollſten Bedeu- tung des Wortes iſt. Seine Liebe zur Sache, ſein richtiger Sinn und Verſtand, verbunden mit einer ächt weltbürgerlichen Anſicht des ganzen Landbaues, müſſen ihn bei jedem, der es mit dieſem und mit der ganzen Menſchheit gut meynt, zu einem höchſt ehrenwerthen Manne machen. Er hat ſich das ſchöne Ziel geſte>t, bei ſeiner ganzen Wirthſchaftsführung auf das Boll- fommene hinzuarbeiten, und die dabei thätigen Men- ſchen nicht blos al8 Maſchinen und Mittel zum Zwede, ſondern auch als Zwe> ſelbſt zu betrachten. Deshalb führt er eine Art von Aufſicht über ſeine Dorf- Inſaſſen und. deren Familien, und ſucht ihr Bertrauen zu ge- winnen, und ihnen, wo ex kann, zu helfen. Dem Schullehrer des Dorfes hat er zur Pflicht gemacmaßigſten begegnet wird.| 4) Klee. Dieſer gedeiht, nach den angegebenen Vorausſezungen ſehr gut, und ich ſah ihn in hoher Uep- pigkeit.: 5) Klee. Dieſer wird meiſt als Weide benußt, und im Herbſte nom umgebrochen. 6) Reine Braache. Ganz ſo wie oben, 7) Winterung. 8) Hülſenfrüchte. Bei der Kraft und guten Bearbeitung in welchen der Aer ſteht, ſind hiervon nur gute Erndten zu erwarten,; . 9) Winterung. Dreyerlei iſt es vielleiht, was Sie an dieſer Fruchtfolge im erſten Augenbli> bemerken. Einmal, daß das Verhältniß der erbauten Halm» früchte zu gering ſey, indem ſie nur auf vier Neunthei-- len des ganzen Areals erbaut würden, und Zweytens, die ſo ſehr viele Bearbeitung der Aek2 kerz da in neun Jahren zweymal reine Braache vor» kömmt, und dieſe beinah ein ganzes Jahr hindurch im- merfort bearbeitet wird z; und Drittens, daß in der ganzen Rotation keine beha>te Früchte vorkommen. Was das Erſte anbelangt; ſo beweist der allent» halben ſichtbare Ueberfluß des Strohes in den hieſigen Wirthſchaften, daß die Ausſage des Hrn. v. Kloh ge- gründet ſeyn müſſe, nach welcher die Maſſe ſeiner Erndten jeßt bedeutend größer ſey als früher bei dem Dreyfelderſyſteme, wo doch zwey Drittheile des'Gan- zen mit Halmfrüchten beſtellr wurden. Die Sache iſt ganz leicht zu erklären.' Denn bei einem Boden wie der hieſige, der beſonders ſo leicht ganz verque&t, iſt/ die wenige Kultur, in welcher er bei der Dreyfelder- wirthſchaft erhalten werden kann, viel zu gering. Da nun bei dieſer noh obenein die Braache, wegen der Schaafweide, erſt gegen die Erndtezeit umgebrochen wer- den kann z ſo tritt ſehr leicht der Zuſtand der Verwilde- rung ein, den ich hie und da in dem eminenteſten Grade traf, und wobei ich ein recht frohes Gefähl in mir ge- wahrte darüber, daß ich einen ſo verwahrloſten A>er nicht beſtellen durfte. Hr. v. Kloch wird übrigens, ſo- EF MB: bald er durch ſeine ſo ſorgfältige Kultur ſeine Ae>er aus dieſem Zuſtande der Wildheit wird gänzlich heraus- geriſſen haben, wie er„mir verſicherte, zu einem mehr Früchte erzielenden Syſteme übergehen, und auch den Anbau von Handelsgewächſen verſuchen; der ihm, bei dem großen Reichthume/ in welchen ſeine AeFer bei ei- ner zweymaligen Düngung in neun Jahren, bei ſo we- nigen, in dieſer Zeit herausgenommenen Früchten, ver- ſet werden, nicht. anders als in hohem Grade gelin- gen muß. Für bas Zweyte, nämlich die viele Bearbeitung, ſpricht ſHon das Hinneigen des AFers zum Verqueen. Bedenken Sie nun, daß bei dem früher beobachteten, Dreyfelderſyſteme die Ae>Xer ſehr verwildert waren, und daß es, um-dieſen Fehler zu beheben, einer lan- gen und anhaltenden Kultur bedarf; ſo dürfte wohl auf eine andere, als die 085 NIESARE nicht leicht das Beſte erreicht werden. Daß aber Drittens in dieſer Notation keine Ha>- früchte erbaut werden, dazu hat Hr. v. K.'den zurei- er flach und die- ſelben leicht der Näſſe ausgeſeßt ſind.| Ueberdies baut er de8halb nicht ſo viel Wurzelgewächſe, weil er deren bei ſeinem ſtarken Wieſenverhältniſſe nicht allzuviel be- darf, und auch durch den Mangel an Arbeitern leicht in Verlegenheit kommen würde. Darum hat er dieſel- ben blos in Ciner Notation auſgenommen, die in Ih- nen ſogleich anführen werde, Auf einem guten Mittelboden, der aber ſeichter und durchlaſſender iſt, als der eben angeführte, hat er die nachſtehende Fruchtfolge für die zwe>mäaßigſte be- funden. Die Feldmark iſt in acht Schläge getheilt und die darauf erbauten Früchte fol gen in dieſer Ordnung: =. 59 kn 1) Hafrüchte, friſch, gedüngt. 2) Gerſte. 3)„Klee zum Mähen. 4) Klee zu Weide, 5) Hafer. 6) Reine Braache mit ſchwacher Düngung. 7) Winterung. 8) Sommerung. Daß hier nur ein einziger Schlag mit Winterung vorkommt, dürfte in jeder einzeln ſtehenden Wirthſchaft leicht ein Fehler ſeyn, der mancherlei Unbequemlichkei- ten herbei führen könnte, obgleich die ganze Fruchtfol- “ge naturgemäß zu nennen iſt z- da indeß bei der vori- gen Rotation nur ein Schlag mit Sömmerung, da- gegen aber deren drey mit Winterung beſtellt werden, und Überdies eine Wirthſchaft der andern aushilft, ſo läßt ſich dieſe Fruchtfolge ohne Stöhrung des San leicht durchführen, Für den eh Stand der Früchte bürgt aber auch hier die Kraft, in welche der ÄFer geſeßt wird, und die jeder Frucht ſo angemeſſene Folge. Außer den genannten beiden, hat Hr, v. K. aber no< ein Weidewirthſchaftsſyſtem. Dies übt er auf einem Boden aus, der meiſt ein leichter Sandboden, und mitunter ſehr arm iſt. Er hat auf dieſen Ae>ern fünfjährige Weide, nämlich 5 Schläge, welche zu die- fer liegen. Dann folgt reine Bräache, die noch ge- dungen wird, dann Winterungz; Heidekorn und zu- leßt Sommerung, die mit Weidegräſern eingeſät wird. Auf dieſe Weiſe macht er auf dem an ſich. ſehr armen Boden doch Erndten, die denen eines ſehr guten Lan- des wenig nachſtehen, und gewinnt in einem neunjähri- gen Umlaufe von den drey angebanten Früchten nicht 2 Wentine-"50M -5&€-- viel weniger, als Andere, die auf einem ähnlichen Boa- den bei der Dreifelderwirthſchaft in derſelben Zeit ſechs Früchte erbaut haben. Dabei aber gewinnt er die er» * ſparte Arbeit und die Hälfte der Ausſaat, und' hat außerdem eine gute und kräftige Weide 5 Jahre hin» durch, wo bei den drey Feldern in dieſem Zeitraume nur 3 Jahre Weide, und zwar nur eine hö< von Hundert als jährlicher Abgang ge- ſtattet z verliert er. deren mehr, ſo erſeßt er dieſelben, und zwar in ſteigendem Preiſe, je höher die Zahl des Verluſtes geht. Dagegen bekommt er auh für dieje- nigen Stüde,. die er von den drey auf Abgang gerech? darbietet, aufs beſte benubt, und zu dieſem Behufe meh- eb IBB dne neten erhält, eine beſondere Belohnungs außerdem hat er, wie es ſich von ſelbſt verſteht, einen fixirten Lohn,. Deputat für ſich und ſeine Dienſtboten nach der Grbßeder Heerde, und not werden kann. Ehe wir uns von hier aus ſüdöſtlich nach den Anhöhen hinwenden, und uns die dort größtentheils mit vielem Fleiße und Verſtande geführten Landwirthſchaften anſe- hen, werfen wir noh einen Bli öſtlich in eine von der Nutur nicht ſonderlich begünſtigte, von den Menſchen aber - noch mehr vernachläßigte Landſchaft. Ein größtentheils magerer Sandboden mit großen WaldſtreXen untermiſcht, befördert nicht ſonderlich die Luſt, ihn mit Mühe und Sorgfalt zu bebauenz dazu kommt noh der ſchwierige Abſaß der Erzeugniſſe und das "weite und beſchwerliche Fortbringen derſelben: außerdem liegen die Ländereien hier noch ſammtlich im Gemenge, und Frohnen aller Art laſten noch auf den kleinen Grundbe- ſivern; das Licht der beſſern Einſicht und des geläuterten ar M6D: Verſtandes ſcheint in dieſen Waldgegenden noenz un» gemeſſene Frohnen, und faſt nur ſcheinbares Cigenthums2 recht; erwe&en wenig Anhänglichkeit und Liebe an das Be- ſikthum. Der gegenwärtige Augenbli> iſt es meiſt nur, für den ſolc des Lebens für den Einzelnen ſo gut, wie für die ganze Geſellſchaft gründen.- Darum iſt es ſo weiſe und gut gedacht voni einer Staat82 verwaltung, die das ſcheinbare Eigenthum in ein wirkli» , Viez le der Einwohner derſelben ſuchen ihren Haupterwerb in dem Berfahren von Holzkohlen, die ſie allwöchentlich nach Breslau zu Markte bringen. Dies geſchieht in dex Negel des Sonnabends. Ein Paar Pferde, nicht viel größer als jährige Füllen, gehen vor einem Miniatur-Frachtwa- genz das Geſchirr beſteht meiſi aus Baſt: und Hanſfſtrik= ken. Die Menſchen ſelbſt haben die Farbe ihrer Marktwaa- rez; ein Leinwandkittel iſt ihre Bekleidung, der Hals blos, auch im ſtrengen Winter; die Haare hängen in natürli- er und Getreide, welches ſs mit Unkraut angefüllt iſt, daß man beinah Mühe hat, die Getreideart unter de Unfrautſäamereien herauszufin- ven; elende Wohnunzen und Dürſtigkeit in allen Ed>enz das ſind ohngefähr die Bemerkungen, die man hier ſehr häufig macht. Und dennoch lägen die Mittel, dieſen an/ ſich zwar armen Boden zu bereichern, nicht allzufern. Eine Menge Waldſtreu vermehrt alljährlich die Dünger? maſſe, und iſt für.den hieſigen Boden recht heilſam, I< habe ähnliche Gegenden geſehen, deren Boden noh gerin- ger wär, und die nicht einmal jene Aushülfe hatten, und wo dennoer die aus ſehr leichtem Sande beſtehen, und die ſonſt bei dem höhern Stande der Bartſ< ſich im- mer feucht hielten und ziemlich gute Erndten brachten; die aber nunmehr ganz tro&en liegen, und deren Aerkrum- me dadurch zum Flugſande geworden iſt. Es ſind freilich auch in der hieſigen Gegendein großer Theil ſonſt ſumpfi- ger Ländereien jeht tro>en geworden, jedoch iſt der hier- aus entſtandene Nuten dem Schaden nicht gleich. Auch die an dieſem Fluſſe liegenden Wieſen haben bedeutend verloren, indem die ſonſtige Wäſſerung derſelben durch Veberſchwemmung jebt bei weitem geringer iſt. Es iſt hier das Bild des menſchlichen Lebens zu ſchen, wo ſehr oft der Nußen des Einen durch den Nachtheil des Andern erlangt wird.); Außer der Bartſch, die in vielfachen Windungen und Armen durch die hieſige Gegend fließt, ſind hier noch eine Mengegroßer Teiche. Dies iſt eineWohlthat für eine ſan-' dige Gegend. Da nun dieſelbe noch außerdem ſo bedeu- tende Waldungen hat: ſo iſt der Niederſchlag der Luft immer ſehr groß, und trägt zur größern Fruchtbarkeit des hieſigen Bodens weſentlich bei. Sie ſehen daraus, daß es nicht gerade eine ſehr ſchwierige Aufgabe iſt, den Land- bau hier mehr zu heben.- Ein und zwanzigſter Brieſ, Folgen Sie mir nun in die fruchtbare Hügelkette, die ſich von Maſſel: aus ſüdlich hinzieht. Dieſe Hügel beſtehen faſt ganz aus mildem Lehme, der ſelbſt aufden erhaben? ſten Gipfeln ſich ziemlich gleich bleibt, und wo der Boden auch auf dieſen ſich zum Anbau des Weißens eignet... Die Thäler zwiſchen dieſen Hügeln enthalten denn einen Bo- den von der höchſten Fruchtbarkeit. Flachs iſt in der hie- ſigen Gegend ein Hauptproduct, und man ſoll in frühe- ren Zeiten, wo derſelbe noer in einen ausgezeichneten Zuſtand verſeßen. Unter den Do- minial- Beſißungen giebt es aber wenige, wo nicht ſchö- nes, meiſt mit.Schzveißer-Art gekreuztes Rindvieh zu finden wäre,+ Vielfach hörte ich die Aeußerung, daß man es für unmöglich hielte, ohne Klee nur wenige Jahre erträglich zu wirthſchaften. Auch beſtättigten ' alle ältern Landwirthe, daß vor etwa 30 Jahren, ehe man den Anbau des Klees kannte und betrieb, die Aek- ker in einem höchſt geringen Zuſtande geweſen wären und man auch den Flachsbau viel eingeſchränkter.hätte betreiben müſſen. Durch dieſes wohlthätige Futterkraut haben aber auch die Ländereien ſo an Werthe gewonnen, daß Güter, die vor 30 Jahren mit 10,000 Rthlr. be- zahlt wurden, je3t 30-- 40,000 Rthlr. gelten. Und troß dieſes mehr als ums Dreyfache geſtiegenen Kauf-, werthes wird es den Erwerbern dennoch leichter ſich et- was darauf zu erwerben, als in frühern Zeiten. Man ſplte in ſolchen Gegenden, wo eine einzige Pflanze ſo- wohlthätige Folgen hervorbringt, derſelben zu Ehren alljährlich ein Feſt veranſtalten und mit derſelben eine Preisbewerbung für das vorzüglichſte Vieh verbindenz dieſe müßte in der That ſehr intereſſant ſeyn, denn ich ſah hier Viehheerden,; wie man ſie in der Schweiß und Holſtein ſelbſt nicht ſchöner ſehen kann. X Um Ihnen eine anſchauliche Idee von den größern Wirthſchaften der hieſigen Gegend zu geben, führe ich Sie in eine derſelben, die mit beſonderm Fleiße und Aufmerkſamkeit geführt wirdz" es iſt die von Skarſine und den dazu gehörigen Vorwerken. Herr von Keltſch iſt mit vollem Rechte zu den Landwirthen zu zählen, die ſich durc< vieljährige Erfahrungen in der eigenen Praxis . eine Berfahrungsweiſe angeeignet haben, die ihnen ei- nen guten Erfolg faſt immer ſichert. Als denkender Land- wirth hat er, bei ſteter eigenen Direction ſeiner weit- käuftigen Wirthſchaften, ſo manche Beobachtungen ge- f ? wen. 0E em macht, und ſich ſo manche Regeln däaruus abſtrahirt, deren Mittheilung für den, welcher Belehrung ſucht, von hohem Werthe iſt, welches ich ſelbſt mit dem größten Danke. anerkenne. Wir ſehen uns zuerſt in ſeinen Biehheerden um. Dex Rindviehſtapel, welchen er hier hat, iſt äht Schwei- ker-Kreußung, wird aber von dem, welchen er in Do»- briſchau aufgeſtellt hat, noch übertroffen z denn dieſer läßt in Figur der Thiere ſowohl,'als in ihrer Haltung nichts zu wünſchen übrig. Stärke, Wohlgenährtheit und Reinlichkeit zeichnen ihn aus. Bergleicht. man ſol: 20, ſage zwanzig, ja ſogar 21 Stein ſchiert 3; wie dies bei Herrn von Lübbers in Michelwitz der Fall iſt. I< habe dies nicht von ihm ſelbſt; ſondern von meh- rern ſeiner Nachbarn und andern glaubwürdigen Män» nern beſtättigt gehört. Es iſt wahr, daß ſein Vieh von ausgezeichneter Größe iſt, aber dennoch iſt es nicht größer, als wie ich deſſen in andern Schäfereien auch geſehen habe, und wo man doh im beſten Falle nicht Über 16=- x8 Stein kam. Auch habe ich allgemein beſtättigen gehört, daß Schaafe, die von andern Or» ten und von anderem Boden in die hieſige Gegend gez bracht wurden, ſogleich in der jährlihen Wollmaſſe zu? nahmen. I für vie hiefige Gegend, wenn man ſich in dieſem Futterkraute einſt, wie man ſagt, ausbauen ſollte. Doch ich erzähle Ihnen jeht noch einiges über den Flachsbau, da derſelbe hier meiſt das Weſentlichſte der ganzen Wirthſchaft iſt, und ſich alle übrige Einrichtun: gen in dieſer nach demſelben richten müſſen. Die Ausſaat des Leins geſchieht in der Regel erſt zu Ende des Mai's3 verſucht man auch bisweilen eine an- dere Saat, ſo geräth ſie ſelten: weil die Kälte des Bo- dens noch nachtheilig auf ihn wirkt, ſo lange noh rau- he Winde wehen und kalte Nächte vorkommen. Um den Boden ſtets gut und vortheilhaft für den Flachs zu erhalten, pflügt man ihm nur ſeicht, und ſelten über 4=- 5 Zoll tiefz um ihm jedoch eine tiefere milde Erd- krumme zu geben, ruhrt man ihn bis zu 8 Zoll Siefez denn durch das Ruhren wird zwar die Akerkrumme ver- tieft, aber es kommt wenig todter Boden herauf, was bei einem tiefen Pflügen geſchehen würde und was dem Flachſe in ſeinem Wachsthume ſchadet; weil er zu ſtark im Halme wird, was auf die Beſchaffenheit ſeines Ba- ſtes nachtheilig wirkt. Beſonders ſucht man es aber zu vermeiden, daß man nicht mit Kalke oder Mergel die| Ländereien düngt, die Flachs tragen ſollenz denn wenn auch eine dergleichen Düngung mehrere, ja 6=- 8 Jah-| xe vorher gegangen iſt, ſo ſoll ſie doc< noh nachtheilig wirken und beſonders das Zuſammenſc vom Morgen gewinntz bei beſon- ders guten Erndten aber wird deſſen wohl um die Hälf- te mehr, oft aber auch bis 80 Kloben und darüber ge- erndtetz rehnet man nun dazu noch den Leinſaamen, der auf den Morgen bis zu 8 Scheffel betragen kann, ſo konnte man bei frühern guten Flachspreiſen leicht den oben angeführten Brutro- Ertrag erreichen. Auf dem Beete- wird hier wenig Flachs verkauft, was häufiger in andern Flächsgegenden vorkommt, wie ich Ihnen ſpäter angeben werde.| In dem Thale von Skarſine nach Perſchüß utid Dobroſchau herauf kommt neben vortreflihen Wieſen' ein AFerboden vor, wie ihn nur die fruchtbarſten Ge- genden haben; er gleicht ganz den Bruch- und Marſc<- ländereien. Da iſt es denn freilich auch nichts Außeror?2 dentliches zu nennen,' wenn man die größte Ueppigkeit in allem findetz aber lobenswerth iſt es dennoch, wenn die Beſißer eines ſolchen Schaßes denſelben auch gehörig zu. benußen verſtehen z denn nicht immer iſt dies der Fall. Hier herrſcht aber faſt allenthalben, die größte Aufmerkſamkeit und der regſte Fleiß, und es erregt ein wonniges Gefühl, wenn Menſchen, Felder und Vieh, Fülle und Ueberfluß anzeigen. Zu bedauern iſt es aber da, wenn man dennoch hie und da kleine Wirthſchaf- ten ſo ſchlecht geführt ſieht, wo, bei einem Boden,“der Futterkräuter im Ueberfluſſe trägt, und wo die Lände- reien bereits geſchieden ſind, dennoch auf ſchmalen Flu- ren eine- Weidewirthſchaft getrieben wirdz wo denn durch das Treiben des Viehes gewöhnlich mehr Schaden an den Feldfrüchten gemacht wird, als die ganze Wei- ve werth iſt, und wo man ſich dann abſichtlih den. Dünger verſchleppen und die Ae>er darben läßt? Es iſt als ob der Himmel hie und da ſolcen, wo man troß dem, daß der AFer ſehv ver» wildert war, do< no< keinen Ruhrhaken angeſeßt, auch no< keine Wendefurche gegeben hatte. Ueberhaupt habe ich häufig Gelegenheit gehabt, die Bemerkung zu machen, daß da, wo ein weniger fruchtbarer Landſtrich unmittelbar an einen ſehr fruchtbaren grenzte, man grade auf erſterem in der Kultur zurü&geblieben war. Rührte dies nun vielleicht daher, daß man den Muth verliert, wenn man ſieht, mit wie viel weniger An- ſirengungen die Nachbarn die Seegnungen der Erde ge- nießen?= Nühmliche Ausnahmen giebt es zwar auch in Menge, und-ich dürfte nur an den Baron von Kloch *= S1= kürüe erinternz3 der auf ſeinem bei weitem ſcwärts, und bes ſchreibe Ihnen das, was von hier aus weiter ſädlich und öſtlich liegt„ erſt alsdänn, wenn ich Sie mit der Landwirthſchaft von Ober- Schleſien bekannt mache. Von Oels hinüber nah Militſch iſt meiſt mageres Sandland, und die bedeutenden Waldungen machen eigentlich die Haupteinnahme der hieſigen größern Bez fizungen. Charakteriſtiſch iſt äber die zwiſchen Feſten: berg und Militſch ſo ſehr bedeutende Teichwirthſchäft. Die ſehr anſehnlichen Teiche der hieſigen Gegend wer- den in der Regel drey Jahre unter dem Pfluge gehalten, und alsdann wieder 3 Jähre gewäſſert. Wenigſtens iſt dies- die Bewirthſhaftungsart, weler hierdurch alljährlich an Dünger bekommen z denn in Bruſtave z. B. betragen die jährlich beſäten Teichflächen weit mehr als das Doppelte der übrigen beſäten AFer- fläßen. Wenn man nun zwey Drittheile von Lände- teien hat, von denen man immer erndten kann, ohne jemals zu düngen z ſo muß nothwendig das lehte Drit- theil zuleßt in einen Düngungszuſtand verſeßt werden, daß es im vollſten Sinne. des Wortes im Fette ſchwim: men muß. Zwar iſt wohl das AFerland nicht von der vorzüglichſten Beſchaffenheit, der Ueberfluß an Dünger muß es aber gar bald in dieſe verſeßen 3 denn hier iſt es, leicht, den etwas mageren Tonboden zu vertiefen und zu durcers aus. Zwar ſind ſie mitunter ſehr tro&en und bringen einen geringen Heugewinn z; dieſem Mangel wird aber Gr. v. St. durch eine Bewäſſerungsanlag? abhelfen laſſen. Man baut in Bruſtave auf den eigentlichen Ae&ern meiſt nur Roggen„ hält vier Felder und bewirthſchaftet fie auf folgende Weiſe. Das eine liegt brache zu Wei- de; dies wird durcmäßig, hier neben den Pferden.auch viel Ochſen zu halten. Leß» tore wechſelt man des Tages zweymal, und zwar früh gegen 10 Uhr und zu Mittag gegen 2 Uhr. Dies ge? ſchieht doeh ſo,' daß diejenigen welche früh bis 10 Uhr gegangen ſind, Nachmittags wieder zum Zuge kom mem.den Ruheſiunden werden ſie auf vie Weide getrieben. Die Kühe ſind. durch, Kreuzung mit Oldenburger Stieren veredeltz die Schaafe aber ſchon ſeit langer Zeit.durc< Rochsburger Stähre ſchon zu einem ſehr ſchö- newFeinhritsgrade gekommen, auch iſt ihre Figur und Haltung ſehr empfehlend.: Die Pferde werden hier faſt älle ſelbſt gezogen, und find ein: ſehr gedrungener, dem polniſchen ähnlicher, geſunder: Mittelſchlag. j In hieſiger Gegend entde>te ich e ein nicht unbedeu- tondes/Lager von. ſehr kalkteichem Lehm- Mergel: Der Kalk in demſelben iſt neſterweiſe eingeſprengt! und ziem« lich“ bedeutend. Da dem Anſchein näch: keine andere als die im Kalke befindliche Kohlenſäure in ihm vorhan- den iſt; ſo-verräth das Aufbrauſen dieſer Säure wenig- ftens x0'.pro Cent! Kalk. Auf dem hieſigen Boden, der zwar ſandig iſt,:aber.eine anhaltende Unterlage hat, und etwas: zur“ Kälte neigt, muß er außerordentliche Wirkung thun. Auch wird ihn der HerrGr, v, R. noc< dieſes Jahr zu benußen anfangen: Sicherlich ſind in andern Gegenden des' rechten Odernfers noch viele: folhe Mergel- Lager. Spuren davon, habe ich hie und'da gefunden und nur'längere Zeit fehlte mir, um ihn mehr aufzuſuchen. Man ſollte"Prämien auf das Alffinden deſſelben ſegen'da er für jene Gegenden ſo außerordentlich wohl- thätig werden könnte, und dem ganzen. AFerbau ver- ſelben einen Impuls geben würde, den' er beſvuder3 in manchen Gegenden Ober- Schleſiens'noeh ſo ſehr bedarf. Die Teichwirthſchaft iſt beſonders aus8gebehnt auch in der Gegend von Trachenberg. Hier ſind vin- zelne Teiche. die mehr als 1000 Morgen"enthalten. Zu verwundern iſt es aber dennoc<, daß bei den Froßen Aughülfen, welche dieſelbe dem AFerbau"geben, der- ſelbe dennoch nicht auf einer blüherndern Stufe ſteht, und hie und da noch ſo ſehr zurück iſt. I< ſah zwar die Gegend von Srachenberg zunächſt nicht ſelbſt, aber ſie ward mir nicht, als im AFerbaue ausgezeichnet, Fe- rühmt. Eine fehr luſtige Unterhalfung mit einem Wirths ſchaft- Verwalter, die ich in einer Gegend hatte, die der hieſigen ſehr ähnlich war, will ich" Ihnen hier, gleichſam als Supplement dafür, daß ic Ihnen nichts Genäueres über die hieſige Gegend ſagen kann/ geben. Er ſtrebte gegen alles Fortſchreiten des Landbaues an. Als ich ihm einige Winke darüber gab, wie die- ſer oder jener Zweig der Wirthſchaft gehoben werden könne, antwortete er mix, wenn man es mit der Land- (wirthſct, indeß giebt dies den Vortheil einer guten Weide, den er denn auch nicht ges nug rühmen konnte, Welche Wunder müßte ein ſolcher Landwirth bewir- ken, wenn er auf einen Plaß käme, wo er magern und ſchlechten Boden hätte, und nicht wie bei dieſem, im- mer drei Morgen wären, die für einen Morgen tragen und die Düngermaſſe vermehren helfen. Dafür, war- WWP, 7 1000 um es ihm hauptſächlich zu thun zu ſeyn ſchien, näm- lich nicht zu viel Getreide zu erbauen, um es nicht noch mehr in ſeinem Werthe herabzuſeßen, würde er freilich ehrlich ſorgen, und gäbe es deren recht viele, ſo hätten wir die herrliche Ausſiht, das Getreide bald ſo ſelten werden zu ſehen, daß man vor allen Dingen darauf würde ſehen müſſen, den Bedarf des Saamens zu dek- ken, was denn wohl mitunter eine ſchwierige Aufgabe werden dürfte. Uebrigens vermuthen Sie wohl von ſelbſt, daß dieſes landwirthſchaftliche Licht gegen alles Beſſere ein- genommen war,»und vorzüglich ſih auch über das Fruchtwechſelſyſtem luſtig zu machen ſuchte. Zu be» dauern iſt aber der Beſiker von Gütern, der ſoler in gar keinem beſondern Reichthume, Sie begreifen nicht, wie dies möglich iſt! ich geſtehe ſelbſt, * daß ich die Kunſt nicht kenne, durch welche man 9 etwas,* zu Stande bringt. Hier ging mir es umgekehrt, wie in der Wirthſchaft des Herrn Amtsrath Blok zu Schirau, Denn bei dem iſt es einem unbegreiflich, wie er.von ſeiner kleinen Fläche nur mittelmäßigen AFerlandes, bei einer Kleinigkeit, nicht dem zwanzigſten Theil an Wieſen, einen fo ſtarken Viehſtapel in dieſem Ueberfluſſe erhalten und eine ſo große Düngermaſſe produciren kannz aber es lag für mich eine Art Troſt darin, daß, wenn man in einem das Unglaub: liche leiſten kann, dies auch im andern möglich ſeyn müſſe. Drei und zwanzigſter Brief. y Auf dem ganzen Landſtriche von Trachenberg herüber über Prausniß, Stroppen und Wohlau bis an die Oder, wechſelt ein mittlerer Sandboden hie und da mit einem ziemlich milden und fruchtbaren Lehme ab. Kleine Hügel mit abwechſelnden Gebüſchen durchſchneiden das Revierz große Streingeſchiebe, meiſtentheils von Granit, liegen. auf den Feldern zerſtreut, und halten den Pflüger in im- merwährender Aufmerkſamkeitz die weiße Melilote wächſt hier überall in Maſſe, und zeigt, daß der Boden bei guter, Düngung und Kultur grade nicht zu den undankbarſten ge- hört; Wieſen ſind von keiner großen Bedeutung, auch iſt *= 89= vie Kleewüchſigkeit des AFers grade nicht ausgezeichnet. Dennoch hat man durch lobenswerthe Aufmerkſamkeit und Fleiß die Viehzucht auf eine ſehr ehrenwerthe Stufe ges bracht. Beſonders gilt dies aber von der Schaafzuht, und die Heerden von Alit- Wohlau, Mondſchüß, Herrnmot- ſchelniß und Leubus,- nicht minder die von Klein-Kreidel, hie zwar erſt noch im Entſtehen iſt, verdienen die ehren« vollſte Erwähnung. Als einen kleinen Erſatz des Futters wendet man das Laubholz an, deſſen alljährlich eine große Menge gemacht wird, wie die allenthalben ſiehenden Laubholzbäume be: weiſen. Die Ruſtical- Beſiher der hieſigen Gegend aber haben meiſt ſchlechtes Viehz beſonders gehören ihre Pferde zu den Zwergartigen. Da dieſe Landleute auf Futter wenig bes dacht ſind, daſſelbe hier auch nur bei Fleiß und richtiger Behandlung. des Bodens wächſt;- ſo iſt der Mangel, in welchem das Vieh von der erſien Jugend an ſchmachten muß, die Haupturſache des Verkrüppelns deſſelben. Ihre Aeer pflügen ſie in ganz ſchmale Beete, von 6 bis 8 Furz en am Fleiße fehlen zu laſſen, und ich ſah an mehreren Orten, wie man die ausgegrabene Er- de aus den Graben und Tiefen nach den Höhen fuhr. Eine Bemerkung, die ich ſcbauz dieſer iſt aber von keiner Erheblichkeit und beſchränkt ſich oft nur auf den Bedarf des Erbauersz dieſer konſumirt denn ſein Produck, wie es ihm die Natur giebt, und erfüllt bei deſſen Ber- vampfen die Luft mit aromatiſchen Düften.| In Glumbowiß werden Sie es mir gewiß Dank wiſ- fen, wenn wir etwas länger verweilen, Da mache ich Sie venn zuvörderſt auf die Schaafheerden aufmerkſam: denn ſie gehören zu den vorzüglichſten der Provinz. Der Herr Graf von Rödern gehört zu denjenigen Schaafzüchtern, vie bei entſchiedener Vorliebe und dem größten Eifer für die Sache, auch Einſicht und Erfahrung genug haben, um eine Heerde auf den Stand zu bringen, wo ſie alljährlich vorwärts geht, und zulekt die uns bis jekt bekannte höch- ſte Vollkommenheit erreicht."Unter ſeiner beſondern Auf- ſicht und Mitwirkung ſind ſeine Heerden klaſſificirt, und | | HE 153: nach diefen Klaſſen ſtehen ſie auf den verſchiedenen Bor» werken, Die Schaafe ſind fämmtlich durch gewiſſe Zeichen in ven Ohren, zu denen ein beſonderer Schlüſſel iſt, nume- rirtz; neben dieſer fortlaufenden Zahl wird vem Schaafe aber auch noch fein Alter in's Ohr gekerbt; es wird näm- lich immer von jeder zehn der Jahrzahl mit 1 angefangen, und ſo bis auf 10 fortgegangenz; Schaafe, die nun z, B. im Jahr 1310 gebohren wurden, bekommen 1 u, ſ. w. und ſo gieng es bei 1820 wieder an, Zu fürchten iſt übrigens nicht, daß hierbei ein Verſehn des Alters vorkommen könnz te: denn ein eilfjähriges Schaaf iſt doch in jedem Falle von einem zweijährigen zu unterfcen gepaart werden, Pri- ma-Lämmer zieht, was doch bei den Metis- Schaafen ge? wiß zu den Seltenheiten gehört, Die ganzen Heerden ſind übrigens ſchon auf einer ſo hohen Stufe der Vollkommenheit, daß der Gr. v. R. jekt ſchon viele, ja meiſt Secunda- Scaafe verkaufen kann. Auch ſah ich hier Thiere, die in Feinheit des Haares, Re- gelmäßigkeit und Dichtheit des Vließes nichts zu wünſchen übrig ließenz die Wolle dieſer Heerden hat überhaupt viel Sanftheit und Gefälligkeit im Anſehn, ſie ſteht beinah zwiſchen der lang- und kurzgeſtoppelten in der Mitte, -- j92= Der Herr Gr. v. N,-hat Kreuzungen ſeiner Schaafr mütter mit öſterreichiſchen ausgezeichneten Böen ver- ſucht, und iſt mit dem Erfolge ſehr zufrieden. I< ſah einen zweijährigen Stähr, der ein Abkömmling einer Rochsburger Mutter und eines gräflich Lariſchiſchen Stäh- res war, und der bei großem Wollreichthume alle Eigen- ſchaften einer vorzüglichen Wolle hatte. Freilich hatte der Vater deſſelben auch alles, was man von einer guten Es- curial- Wolle fordern kann, Ob nun gleich dieſe Kreußungen als ſehr gelungen an= zunehmen ſind: ſo dürfte der Verſuch derſelben, nach meiner Meinung, dennoch nur mit großer Vorſicht vorgenommen werden, um ſich nicht in der Nachzucht zurüczuſeßenz und Homogenität der Thiere müßte nie aus dem Auge ver» loren werden, Denn ob ich gleich der Meinung bin, die viele Schaafzüchter ſowohl, als Wollverarbeiter haben, daß ein allzugroßes Künſfteln und Wahlen bei der Paas xung oft mehr ſchadet als nüßt: ſo beweiſen“doc verräth. Eine recht gute, meiſt aus Glumbowiß angeſtammte Schaafheerde, beſihbt der Herr Rittmeiſter von Werder in Seiffrodau.. Da er dieſelbe mit großer Sorgfalt pflegt, und auf deren immer mehrere. Vervollkommnung hinar- beitet: ſo iſt nicht zu zweifeln, daß ſie gar bald unter den ſehr guten genannt werden wird. Als Schüler von Thär hat er denn auch Fruchtwechſelwirthſchaft auf ſeinen Fel- Dernz er iſt jedoch kein blinder Nachfolger ſeines Lehrersz ſondern ſucht als wahrer Verehrer deſſelben, ſein Syſtem aufs zwe>wmäßigſte ſeinen Ae&>ern anzupaſſen. Da dieſe aber etwas verſchiedenartig find: ſo'hat er auch mitunter wechſeln, und eine frühere Eintheilung und Anordnung, - vs. 5 die der Erfährung nach, nicht als die zwe>mäßigſte be, funden ward, durc< eine umgeänderte beſſere erſeßen müſſen., Wir wenden uns von hier aus nördlich, und kommen; nach Kutſcheborwiß, Herr von Rieben iſt zwar noch ein junger, nichts deſto weniger aber ein ſehr eifriger verſtän=' diger und beſonnener Landwirth. Er und ſein Bruder in Tſchileſen, wohin wir bald kommen werden, geben den Beweis, was bei Verſtande und richtiger Anſicht dem Landwirthe'in kurzer Zeit zu leiſten möglich iſt. Obgleich nicht Schüler von Vater Thär, ſind ſie doch aufrichtige "Verehrer deſſelben, und durch das klare und richtige Auffaſ-. ſen von deſſen Ideen, und durch die klvge und beſonnene Ausführung derſelben, machen ſie ihm mehr Ehre, als manche ſeiner unmittelbaren Schüler, die im verblendeten Selbſtgefühl ſeine Anſichten und Lehren vollfommen ge» faßt zu haben wähnen, und. in dieſem Stolze darauf los wirthſchaften, und ihm dann Vorwürfe machen, wenn nicht alles nach ihren Ideen gelingt, Da Herr von Rieben meiſt einen leichten, obgleich nicht unfruchtbaren Sandboden zu bewirthſchaften hatt ſo mußte er ſein Wirthſchaftsſyſtem vorzüglich auf Erfri- ſchung und Stärkung ſeines AFers berechnen, und des» halb in ſeinen Rotationen mehrjährige Weide aufnehmen. Zu dem Ende führte er auf den ſandigen Feldern folgende Rotationeinz er heilte ſie in 12 Schläge, und die Früchte folgen in dieſer Ordnung: 1) Ha>früchtez 2) Somme- rung; 3)= 6) Klee bis ins 4te Jahr; 7) Roggenz 8) Stoppelroggen; 9) Brache; 10 Winterungz xx) Stops pelroggen; 12) Sommerung. Beim Ueberblie dieſer Fruchtfolge, die eigentlich eine Koppel-Wirthſchaft iſt, könnte man dieſelbe freilich darum etwas tadeln, weil bei ihr in den leßten 3 Jahren 3 Halm* 8 du 95-- früchte hinter einander vorkommen. Herr v, R, fühlt das auch, kann aber, um ſich in ſeinen übrigen Wirthſchafts« verhältniſſen nicht zu ſtören, nicht füglich eine andere Fruchtfolge ſubſtituiren, Hülſenfrüchte einzuſchieben, iſt deShalb nicht rathſam, weil der Boden nur bei der aller- günſtigſten Witterung auch nur eine mäßige Erndte der- ſelben gewähren würde, Es ließe ſich freilich dem Verſioße dadurch etwas begegnen, daß auf den Brachroggen bald Sommerung folgte und ſomit nur 11 Schläge wärenz aber dies würde eine Umformung ſämmtlicher Schläge nö- thig machen, was mehrere Unbequemlichkeiten mit ſich führen würde, und wodurc< dann auch beſonders zu we- nig Getreide erbaut werden dürfte; da alsdann nur 8 des Ganzen damit beſtellt wären. Da die Ae>er in ziemlicher Kraft ſind und in zwölf Jahren zweimal ſtark gedungen werden, auch überdies der vierjährige Klee, der in den leßten 2 Jahren als Weide benußt wird, beinah als eine Düngung gelten kann, ſo iſt wohl anzunehmen, daß troß der 3 Halmftüchte hinter einander, dieſelben doch gedei- hen können. Mehr iſt aber dabei für das Verqueen des Aers zu fürchten, da derſelbe hierzu vonNatur eine ſtar- ke Neigung hat. Biele und zur rechten Zeit vollbrachte Bearbeitung kann hier nur allein helfen. Auch wird zum Stoppelroggen jederzeit eine doppelte Bearbeitung gege- ben, und zur Sommerung immer vor Winter der Aer gez ſtürzt. Das lange Liegen des A>ers zu Klee und Weide kann äber keinesweges getadelt werden, ſondern iſt grade für dieſen Boden höchſt zwe>mäßigz denn dadurch wird er gleichſam verjüngt und die hieräuf folgenden Früchte ſind in der Regel die ausgezeichnetſten in der ganzen Feldmark. Da wo der rothe Klee nicht gedeiht, wird änſtätt deſſen weißer genommen, Auf ſeinen beſſern und mehr gebundenen AeFern hät Hr. v. NR. einen zehnjährigen Umlauf und darin nur zweijährigen Klee, der allemal im zweiten Jahre zur Weide dient, Anſtatt des lekten Stdppelroggens hat er dann Hülſenfrüchte, Das Uebrige iſt gleich wie in der erſten Eintheilung. Da übrigens ſeine Wirthſchaft ſich im beſten Zuſtan- de befindet, ſeine Feldfrüchte ſich vor vielen ſeiner Nach» barn auszeichnen, ſein Vieh keinen Mangel hat und alles in der beſten Ordnung iſtz ſo beweiſt dies zur Ges nüge, daß ſein Wirthſchaftſyſtem nicht zu tadeln ſet, und. der Dreyfelderwirthſcen muß, um vorwärts zu kommen, ſich un- ter ſeines Gleichen auszuzeichnen und mit Gewinn einer Wirthſchaft vorzuſiehen. Wenn die entſchiedendſte Vor- liebe für fein Fach, die richtige Beurtheilung ſeiner Wirthſchaftverhältniſſe, das verſtändige Auffaſſen und Aneignen fremder Meinungen. und Erfährungen z das wit Vorſicht und reiſer Ueberlegung begonnene Ausfüh» ren des anerkannt Zwe>mäßigen 3 Aufwand von Kapi» EE FE WE ar NIESEN "AZ UM iet tak„“ wo der Gewinn durch den ſichern Erfolg gewiß.iſt, und ſtrenge Ordnung im ganzen innern-und äußern Be» triebe der Wirthſchaft den wahren Landwirth bezeichnen, ſo haben wir einen ſolchen, hier gefunden. Wenn ich auf meinen Reiſen in Wirthſchaften kam, wo ſich auf den erſten Bli alles zu einem.ordnungsvollen Ganzer geſtaltete, da war mir jede3mal ganz beſonders wohl, und ich fühlte mich da, ſo zu ſagen, recht glücklich. Dies Gefühl hatte ih denn auch in Tſchileſen. Freilich mochte wohl' der Eindru>E, welchen die mir im Hofe, begegnenden ausgezeichneten Kühe auf mich machten, davon hauptſächlich Urſach ſeyn. Dieſe Kühe find ächte Holſteiner, und ſo vorzüglich, daß man jede einzelne ein ausgezeichnetes Exemplar nen= nen kann. Hr. v. RN. hat ſich dieſelben alle einzeln aus holſteiniſchen Heerden äusgeleſen, und“ faſt immer aus einem Stalle nur ein einziges Stü> gewählt. Daher könnte denn auch faſt jede einem Maler zum Modell ei- nes vorzüglichen Thieres dieſer Gattung dienen. Mehr noh aber, als ihre ſchöne Figur empfiehlt ſie die vor- zügliche Milk Rindvieh und etwa 15 Pferde- Füllen wohl 120 Morgen betragen. Wenn die Weide anfängt genau zu werden, dänn bekommt das Vieh noch Klee und anderes Grünfutter vorgelegt. Die Kälber ſaugen bis zu drei auch vier Monaten.' Bei der Menge von Nahrung, die ſie bei ihren Müttern finden, wachſen ſie denn auch ſo ſchnell heran, daß ein ſolches Thier von 4 Monaten größer iſt, als ſonſt ein anderes recht gut gehaltenes von einem Jahre. Stellte man ein ſolches Kalb, wenn es abgewöhnt iſt, neben eine Kuh, wie ich ſie in der Gegend von Toſt u, a. D. ſah 3; ſo würde man bei einiger Dunkelheit die Kuh für das Kalb, und dieſes für die Kuh halten. Bei ſeiner Schaafherde hat Hr. v. R. den Beweis geliefert, in wie kurzer Zeit man eine früher ganz ge- wöhnliche Landrace in eine ſchon ſehr vorzügliche Heerde umwandeln könne. Die Wolle dieſer Heerde galt vor etwa 6 Jahren noh 12 Nthlr. der Stein, und dieſes Jahr ward der Centner für x x 5 Rthlr. mithin-der Stein für 23 Rthlr. verkauft. Nun können Sie mir freilich erwiedern, daß dies nichts ſo gar Ungewöhnliches ſey, EEE kian und daß es mehrere Schäfereien"gebe, wo die Wolle jeßt doppelt ſo viel gilt, wie vor 6 Jahren. Dies iſt) allerdings wahr, aber dann find auch ſolche Schäfereien gänzlich umgewandelt, 5. h. der alte Stamm iſt durch einen ganz neuen von Merinos erſeßt worden. Dies iſt aber in- Tſchileſen nicht der Fall; denn Hr, v. RN. kaufte erſt vor 2 Jahren einen kleinen Stamm von etwa 50 Stü> Merinos, die übrige Heerde aber veredelt er ſeit etwa ſechs Jähren durch BöFe."Dieſe waren ihm aber, wenn ſie'von vorzüglicher Beſchaffenheit waren, um kei- nen Preis zu theuer.“ So kaufte er 3. B. ein ſolcs reichlich erſeßt worden 3 denn er'gab ihm bald das erſte Jahr mehr als hundert Mütter zu, und bekam von allen dieſen Läm- merz das ändere Jahr that er daſſelbe, und hatte mit- hin vonihm eine Nachkommenſchaft von mehr als 200 StüF. Dieſe waren faſt alle gut und mehrere darunter waren Elecka und Prima. Wenn nun auc dieſer Bo> jeßt nicht mehr zum Sprunge zu gebrauchen war, ſo hatte er ſich doMm mit hohen Zinſen bezahlt. Umcein ſolches Thier aber ſo ſtark brauchen zu können, wird es nur früh und Abends- immer zu einigen Müttern gelaſ-" ſen, und dieſe müſſen auch vorher erſt bei Probierbö>en geweſen ſeyn. Hat man nun auch nur einige ſolche ausgezeichnete Thiere, ſo kann man durch dieſelben eine ziemlich große Heerde bei der angegebenen Methode in ſehr kurzer Zeit auf eine faſt ungläublich ſchnelle Weiſe veredeln, Ich komme nun zu der Feldwirthſchaft-des Hrn. v. R., daß ſein Zugvieh, Ochſen fowohl als Pferde, in'gu- tem Stande ſey, und er alſo den Aker auf die beſte Weiſe bearbeiten laſſe, ſeen Sie wohl ſchon voraus, X -» 100,=» Der hieſige Boden iſt-von ſehr verſchiedener Art. Von Jeichten Sandboden, dem nicht viel zum Flugſande fehlt,. geht er faſt alle Stufen des Sandes durch bis zum ziem- lich guten und. fruchtbaren Lehmboden. Solche Ae>er ſind nun des8halb ſehr ſchwierig zu beſtellen 3„weil es nicht leicht iſt, ihnen allen ein Syſtem anzupaſſen. Im-, mer wird es nicht möglich ſeyn, jeden grade ſo zu be» handeln, und ihm jedesmal die Frucht zu geben ,- die für ihn unter allen Umſtänden die vortheilhaftſte iſt. Hr. v. R. fühlte dieſe Schwierigkeit und ſuchte einen Aus8weg zu finden, wo er gleichſam eine Mittelſtraße für alle ſeine Bodenarten wählte. Es ſchien ihm des- halb am gerathenſten, feine Ae>er in zehn Schläge zu theilen, und die Früchte in denſelben in folgender Drd- nung zu bauen. Nämlich: x) Brache. zeitig umgebrohen und ge» düngt, 2) Roggen, 3=- 5) Weide, 6) Roggen, 7) Ha- , fer, 8) Brache, 9) Roggen, 10) Hafer. Die Kars toffeln kommen ,in die erſte Brache und hinter ihnen folgt ſodann anſtatt Roggen, Sommerung.. Im Gan- zen iſt dieſe Fruchtfolge der Dreyfelderwirthſchaft ſehr ähnlich; ſie hat aber vor dieſer den großen Borzug, daß fie durch die dreijährige"Weide den Aer gänzlich er- friſcht und verjüngt und denſelben für nachfolgende Früchte auf viele Jahre kräftiget. Die ſtrengen Drey2 felderwirthe tadeln vielleicht hier gerade, was eigentlich das Lobenswertheſte an der ganzen Einthvilung iſt, näm- lich: daß die Weide gleich zu Anfange und ſo nahe nach der Düngung kommt. Dieſelben würden ſie darum vielleicht auch grade vor den lezten beiden Früchten ſeen. Aber es iſt ein großer Mißgriff, wenn man das Land zur Weide ſo ganz entkräftet liegen läßtz denn man hat alsdann nicht nur eine höchſt unbedeutende und dürftige Weide; ſondern der Aer gewinnt auch wenig durch dieſelbe, wo er hingegen bei einer üppigen und kräftigen Weide von Jahr zu Jahr zunimmt und hinter dieſer die ausgezeichnetſten Früchte trägt. Dadurch aber, daß Hr. v. R. ſich dieſe kräftige Weide verſchafft, hat er ſich auch immer gegen Mangel und Nvth für ſeine Schaafe im Sommer geſichert, und er hat das gute Gedeihen und den vortreflichen Geſund- heitszuſtand ſeiner Heerde hauptſächlig dieſer Maaß- regel mit zu danken. In dem zehnjährigen Umlaufe wird ein und eine halbe Düngung gegeben, nämlich in No. 1. eine ganze und in No. 8. eine halbe. Die dreijährige Weide kann aber, beſonders da ſie von ſo guter Art iſt, auch für eine Düngung gelten. Unter dieſen Umſtänden iſt denn auch, wenn nicht beſonders ungünſtige Witterung ein- tritt, das Gerathen der Früchte ziemlich gewiß. In der That ſah ich ſie auch in dem vortreflichſten Stande und ſo ſtark und üppig, wie man ſie nur im fetteſten Boden zu ſehen gewohnt iſt. Zur Weide wird weißer Klee in ven Roggen und zwar ſchon im Herbſte mit der Noggenſaat geſät: Da der Sandboden im Frühjahre dur< die Winde allzu- ſchnell austro>net, ſo iſt die Saat im Herbſte viel ſiche- rer, und er giebt das erſte Jahr in der Roggenſtoppel ſchon eine ſehr aute Weide. Die Kartoffeln läßt Hr. v. R. im Quadrate pflan- zen. Er bedient ſich hierzu keines Markeurs, ſondern nur des gewöhnlichen Ruhrhakens. Zu dem Ende läßt er den AFer vor Winter ſtürzen, und im Frühjahre durch gqure Bearbeitung völlig ebnen. Wenn dies ge- ſchehen iſt, werden quecr, durch das AFerſtü> parallele Furchen ganz grade mit dem Ruhrhaken gezogen 3 hier- ."IBO2-: 2 auf.werden dieſe Furchen der Länge nach mit demſelben Inſtrumente ſenkrecht. oder in lauter rechten Winkeln durchſchnitten 3. da,-wo jedesmal.die Längenfurche die Queerfurct jedesmal die bereits | ji gelegten Kartoffeln. Es verſteht ſich übrigens von ſelbſt, ; daß man auch Menſchen genug bei der Arbeit anſtellen muß, damit der Ruhrhaken nie feiern dürfe, Die Ar- beiter.werden in gewiſſen Entfernungen angeſiellt, und ſie gewinnen, während der Pflüger weiter rü>t, immer wieder Zeit, ſich mit Kartoffeln zum Weiterlegen zu verſorgen.; Das Feld, was ich auf dieſe-Weiſe beſtellt ſah, ge- währte den erfreulichſten Anblik, und-die-Kartoffel- ſtv>e ſtanden ſo regelmäßig, als ob ſie nach dem Zirkel gelegt wären. Auch wuchſen ſie ſo üppig und freudig, NIE 4 da keine die andere im Wachsthume hinderte, daß ich den Ertrag, der mir angegeben ward, und der ſich bei guter Witterung vom Morgen; auf 180 Preußiſche Scheffel belaufen ſoll, gar nicht Urſach zu bezweifeln hatte. Sie werden den Sommer hindurch mehreremal mit der Kartoffel- PferdehaFe bearbeitet, und nur dann damit aufgehört, wenn ſie den ganzen A>er bede>en. Dadurch wird denn das Land ſo gereinigt, daß es ſehr ſchwer iſt, auch nur ein Sprößchen Unkraut zu finden. Die Anwände oder die Enden der Aerſtü>e läßt Hr, v. R. ſo lange liegen, bis die Kartoffeln, ganz durchfahren ſind, um ſie nicht bei der Bearbeitung von dem Zugviehe zertreten zu laſſen. Sobald das Bear- beiten der Kartoffeln aufhört, werden jene denn mit weißen Rüben. beſät, Vier und zwanzigſter Brief. Es iſt mir ſehr lieb, daß Sie mich daran erinnern, daß ich früherhin eher gegen, als für das Pflanzen der Kartoffeln im Quadrate war. Jede Sache hat zwei Seiten, alſo auch dieſe. I< glaubte ſonſt, man müſ- ſe von einem gleich großen Felde in jedem Falle mehr Kartoffeln erndten, wenn man ſie blos in Längefurc brächte, als bei dem Pflanzen in's Quadrat nothwendigerweiſe eine reichlihere Erndte tragen müſſe. Dabei ſeßte ich aber immer die allerbeſte Zubereitung des- Akers voraus, damit die Kartoffeln nicht dur< Unfraut im Wachsthu- me geſtöhrt würden. Wo dies nicht wäre, hielt ich es von jeher für beſſer, ſie in's Quadrat zu pflanzen, weil man als8dann die no< fehlende Kultur des AFers beim Wachſen der Kartoffeln leichter nachholen könnte. Seit- dem ich mich aber an mehrern Orten überzeugt habe, daß bei einer guten Methode, wo man ſie in's Quadrat pflanzt, die Stö>e derſelben ſehr bald das ganze Land bedeFen, und die Erde, welche ſi) um die Stö>e an- häuft, im eigentlichſten Sinne des Worts ganz mit Kartoffeln angefüllt iſt, ſeitdem habe ich mich gänzlich für dieſe Methode entſchieden, und halte ſie für die Boll- Fommenſie die es geben kann. Folgen Sie mir nun nach Herrnſtadt. Ehe ich Sie aber hier mit einem Landwirthe bekannt mache, den ſich jeder, der etwas vorzügliches in dieſem Fache leiſten will, zum Muſter nehmen kann, gebe ich Ihnen noch einige Worte im allgemeinen über die Gegend, e- 104=. Die Bartſch durchfließt dieſelbe, und an ihr iſt ein langer Wieſenzug, deſſen vorzügliche Fruchtbarkeit hauptſächlim von dem Austreten dieſes Fluſſes im Früh- jahre abhängt. Iſt dies bedeutend und von langer Dauer, ſo ſtehen dieſe ſämmtlichen Wieſen unter Waſ- ſer und dann iſt die Graswüchſtgkeit derſelben über- ſchwenglich groß. Iſt aber die Ueberſchwemmung gering, ſo bleibt vorzüglich auf den Theilen, wohin das Waſ- ſer nicht tritt, das Gras ſehr zurü> und der Heuge- winn iſt dann oft weit unter der Hälfte einer guten Erndte. Einen großen Vorzug haben aber dieſe Ueberſchwem- 'mungen vor vielen der andern Flüſſe 3 denn die Wieſen werden nie mit Sand oder viel Erde dadurch überführt, weil die Bartſch ſehr langſam fließt, Aus demſelben Grunde aber, und weil dann ihr Abzug wieder ganz allmählig geſchieht, reißt ſie auch keine Gruben und Löcher. Der Boden zunächſt um Herrnſtadt iſt ein vecht gu- ter Mittelboden und eignet ſich hauptſächlich zum Rog-' genanbau. I< komme nun auf das Amt Herrnſtadt, und hier mache ich Sie in der Perſon des Amtsrath- Hages» mann mit dem Landwirthe bekannt, von dem ich Ih- nen ſo eben ſagte. Wenn ein Pächter nach den Grund- ſäßen des Eigenthümers wirthſchaftet und die engher- zige Rü>ſicht, daß er vielleicht manches Gute und man- ern heraus, und nach den Gehöften geſchaft, hier aber zu Mauern um Gärten und nahe liegende, der Beſchädigung des Vie- hes ausgeſeßte A>erſiü&e verwandt; überall, wo es nur ndthig iſt, ſind Graben durch die Ae>er gezogen, dieſe aber allenthalben, ſo weit es nur thunlich iſt, fo angelegt, daß die AFXerſtü>e in Biere>e geformt werden, um die Bearbeitung derſelben bequem zu machen. Um ſich die|Menge Strohes, welches durc< die Erndte- Mandeln den Ae>ern entzogen ward, nicht fortwährend wegnehmen zu laſſen, löſte Herr H. im Fahre 1808 die Dreſchgärtner für die Dauer ſeiner Pacht unter Bedingungen ab, die für dieſelben äußerſt vortheilhaft waren. Dadurch erreichte er einen doppel- ten EndzweE: einmal wurden die Leute dadurch frei und ihre eigenen Herren und ſie benußten dies auch auf eine loben8werthe Weiſe, ſo daß ſie wohlhabend wur- benz; zweitens aber gewann er dadurch, da die eilfte -- 16= Mandel immer gegeben worden war, in eilf Jahren eine ganze Erndte und hierdurch für ſeine Felder beinah eine ganze Düngung. E53 verdient dies um ſo mehr Lob und um ſo mehr beachtet zu werdsn, da zu jener Zeit man von Seiten des Staats die Aufhebung dieſer Ver- hältniſſe noch nicht empfohlen hatte.; Da Hr. H. dieſe Ablöſung hauptſächlich in der Ab- ſiht unternahm, um dieſe Menge Stroh für ſeine Wirthſchaften zu erhalten,, und dadurch kräftiger auf die Ae>er wirken zu könnenz ſo leitet mich dies auf ſein Wirthſchaftſyſtem. Es nähert ſich dieſes mehr der Kop- pel- als der eigentlichen Fruchtwechſelwirthſchaft.. Er hält nämlich auf den meiſten Vorwerken in zwölf Jah- ren einmal reine Braache, läßt auf dieſe zweimal hin2 . ter einander Roggen folgen, dann kommt drei Jahre hindurch Klee, im erſten Jahre zum Mähen, im zwei- ten und dritten zur Weide. Ummun den hierdurch ets was verraſeten Aer wieder in gute Kultur zu bringen, wird er im Herbſte umgebrochen und oft auch noch ge- wandt, und ſodann im Frühjahre nach gehöriger Vor- bereitung- mit Hülſenfrüchten beſtellt. Nach dieſen folgt dann Roggen,„und dann Hafer. Jet treten beha>te Früchte ein, die oft auch zum Theil mit Wien: futter erſeßt werden, Sodann folgt Sommerung, meiſt Gerſte und zuleßt noch einmal Roggen, Früher- hin ward der Hafruchtſchlag immer ganz mit Kartof: feln und Nunkelrüben bebaut. Erſtere hat Hr. H. des2 halb jeßt blos aufden Verſpeiſungs- Bedarf beſchränkt, weil er keine mehr, wie ſonſt zu Brandweine brennt, und leßtere werden nunmehr aus dem Grunde gar nicht mehr gebaut, weil an ihre Stelle die Erdäpfel oder To- pinamburs getreten ſind. Unſtreitig baut Hr. H. dieſe Frucht unter allen Landwirthen Deutſchlands in der größten Maſſe für jeht an, denn er hat deren dieſes Jahr 2600 Preuß. Scheffel ausgelegt. Dies giebt mäßig berechnet, eine Fläche von wenigſtens 260 Morgen.|: Die Erfahrungen, welche er über dieſes Futterge- wächs gemacht hat, theile ich Ihnen bald mit, wenn wir nach Tſchirnau kommen, und ich vergleiche ſie ſo- dann mit denen des Herrn Kade. Ehe ich Ihnen noch mehr über die hieſigen Wirth- ſchaften ſage, beleuchten wir erſt die angeführte Frucht- folge ein wenig. Werfen wir die erſte nothwendige Frage auf: In welchem Verhältniß ſteht bei derſelben die erzeugte Kraft zu der Ausſaugung? ſo muß ich Ih- nen, um ſie richtig beantworten zu können, vor allen Dingen die Beſchaffenheit des Bodens ein wenig genauer angeben. Es iſt derſelbe meiſt ein ſandiger Lehm, der hie und da den Anbau des Weißens, größtentheils aber nur den des Rosgens geſtattet. Erſterer wird auc< nur in kleinen Quantitäten gebaut. Die Unterlage des Bodens iſt meiſt anhaltend, wenigſtens nicht allzu- ſchnell durchlaſſend 3 daſſelbe gilt auch vom Unter- grunde. Da nun dieſer Boden von Natur nicht grade zu den ganz magern und armen gehört; auch ſeine Fruchtbar- keit nicht ganz gering iſt, da Miſchung, Unterlage und Untergrund dieſelbe eher erhöhen als vermindern, ſo muß bei den genannten darauf erbauten Früchten deſſen Kraft und Reichthum in einem zwölfjährigen Umlaufe gewiß weit mehr zu- als abgenommen haben; denn er be- kommt in dieſer Zeit eine zweimalige ſtarke Düngung, und die zweijährige Weide kann wohl auch als eine hal- be gelten. Dafür trägt er nun viermal Roggen, zwei- mal Sommerung, und eine Hülſen- und eine Wurzel- inn 108--- frucht. Nechnen' wir lektere beiden in Hinſicht der Ausſaugung ohngefähr ein und einer halben Halmfrucht gleich, ſo trägt“der AFer noch nicht volle zwei Dritthei- le ſeiner Jahre ausſaugende Früchte, und mehr als ein Drittheil hat er Ruhe. Dies wäre dann für ihn in Hinſicht der Zeit zur Sammlung der Kraft mehr, als wenn bei Dreifelderwirthſchaft gar keine Brachfrüchte gebauf werden, Und welcher Dreifelderwirth wäre wohl im Stande, bei gänzlicher Unterlaſſung dieſes Anbaues alle ſechs Jahre einmal friſch zu düngen 2!=- Es dürfte ihm alsdann, wenn er nicht faſt eben ſo viel Wieſen als Ae>er hätte wohl ſchwer werden, dies in neun bis zwölf Jahren einmal zu thun. Hierdurch iſt aber, meines Bedünkens, klar erwieſen, daß das an- geführte Syſtem kein ausſaugendes, ſondern vielmehr ein Kraft vermehrendes genannt werden muß.; Es iſt aber noch eine zweite Frage zu beantworten Übrig, die mehr das Allgemeine ängeht. Dieſe iſt: ſtehen aber bei dieſem Syſteme auch die erbauten Früch- te mit dem Aufſwande und den ſämmtlichen Koſten in dem Verhältniſſe, daß kein Schade für den Ausüber deſſelben entſteht?=-| Da es ſo ſehr. viele Landwirthe giebt, die da glaus- ben, bei der reinen Dreifelderwirthſchaft allein ſei nur Seegen, und nur bei der Ausübung derſelben könne der Landmann wie die ganze Menſchheit für ihre Subſiſtenz geſichert bleiben, ſo vergleiche ich daſſelbe wieder mit dieſer Idealwirthſchaft. Winterung wird bei dieſem Syſteme auf eben ſo viel Fläche gebaut, als bei jener, nämlich: auf dem Drittheile“des ganzen Areals. Der große Unterſchied der Düngung iſt hier niht aus dem Auge zu verlieren z denn hier bedarf es keiner großen Aushülfe von Wieſen, (08 „=. 09.= um alle ſechs Jahre düngen zu können, wo dies beider' Dreifelderwirthſchaft ohne jene gradezu unmöglich wäre. Es könnte dies vielleicht ſeyn, wenn man ſehr viele Brachfrüchte baute, aber alsdann iſt es keine Drei» felderwirthſchaft mehr z ſondern wird eine Zwittergeſtalt von dieſer und dem Fruchtwechſel. Hr. H. hat daher bei ſeiner Wirthſchaft eine weit reichere Erndte.an Win- terung zu erwarten, als bei Dreifeldern, und dieſe reichliche Wintererndte wird ihm die geringere in der Sommerung gewiß erſeßben z beſonders wenn man zu dieſer noch die Hülſenfrüchte rechnek. Dagegen hat'er den großen Gewinn einer ſehr reichlichen und guten Weide und einergroßen Maſſe von Winterfutter.. Durch beides. wird ſein Viehſtand in Qualität und Quantität vermehrt und dies iſt der reine Gewinn, den er vor den Dreifelderwirthen voraus hat. Die im Boden geſam melte Kraft iſt außerdem noch als ein Kapital zu bes trachten„ das ſtets ſeine ſichern Zinſen trägt. Wo aber Hr. H. auch eine andere Feldeintheilung 3= B. in acht und in zehn Schläge hat, da iſt alles auf dieſelbe Weiſe berechnet, wie bei jener. Kraft im Vie- he und Kraft im AFer iſt das Ziel, worauf er hinar- beitet. Ob er es erreicht haben mag?=- Wenn meine Augen mich nicht getäuſcht haben, ſo kann ich nur mit der größten Ueberzeugung mit Ja! antworten, /' Die leichten Sandländereien aber, die noc< dazu von den Gehöften-weit entfernt liegen, benußt er als Außenſchläge größtentheils' zu Weide,.und es werden nach dieſer immer nur einige Früchte von derſelben ge- nommen, gedungen' und ſie in größerer Kraft nieder- gelegt.. Da auf dem hieſigen Boden die Erbſen eine ſehr unſichere Frucht ſind, ſo baut Hr, H. deren nie; denn <<" MMO:== er iſt der Meinung, daß es nicht lohne, eine Frucht zu' bauen, die immer dreimal mißräth, ehe ſie einmal ges deiht, Des Winterfutters wegen für die Schaafe be- darf er auch das Stroh derſelben nicht, weil ihm das Erdäpfel- Laub dieſen'Mangel reichlich erſegt. Nah dieſer Darſtellung wäre es nun wohl über- flüſſig, wenn ich mich noch lange bemühen wollte, zu beweiſen daß dieſes Syſtem kein ausſaugendes, ſondern| vielmehr ein Kraftvermehrendes genannt werden muß. Beſonders aber iſt Hr. H. darum viel mehr. zu loben, als etwa zu tadeln, daß er eine einmal eingeführte Ord- nung nur im äußerſten Falle ändert: ſelbſt wenn auch ſein größerer pekuniärer Gewinn eine ſolche Aenderung anrathen ſollte z denn eine ſolche Aenderung hat zweier- lei unangenehme Folgen. Einmal erregt ſie bei denen, auf die man ſich bei der Ausführung einer neuen Ein- richtung verlaſſen muß, beſonders wenn ſie vielleicht mehr als einmal vorkommt, Mißtrauen, und zwei- tens hat man immer bei jedem Uebergänge im Anfange Nachtheil. Conſequenz und Feſtigkeit, nach vorherge- gangener Prüfung und Nachdenken, leitet bei jeder Be» ſchäftigung des Lebens, alſo auch gewiß bei der edelſten deſſelben, der Landwirthſchaft, am ſicherſten zum Ziele. Aber ſo wie Hr. H. ſelbſt in allem auf die ſtrengſte Ordnung hält, und einem einmal eingeführten und für gut erfannten Plan höchſt ſelten ändert- ſo fordert er dies auch von ſeinen Untergebenen. Dies hat denn eine Art von militairiſchen Geiſte in ſeinen ganzen Einrich- tungen erzeugt, der einem im erſten Augenbli>ke wohl etwas ſtreng zu ſeyn ſcheint, der aber, je länger man ihn beobachtet, und mit ihm bekannter und vertrauter wird, um ſo angenehmer anſpricht, Es braucht die- =... II1.= ſe Art dedhalb gar nicht in Despotie überzugehen. Thut es auch dem, welcher vielleicht früher nicht an derglei- hen ſtrenge Ordnung gewöhnt war, im Anfange etwas bange, ſich nach derſelben fügen zu müſſen, ſo gewöhnt er ſich doch gar bald daran und befindet ſich wohl dabei. Auch hat ſich durch dieſen ſtrengen Geiſt der Ordnung Hr. H. ſchön in einen ziemlichen Ruf gebracht, und es iſt für jeden Wirthſchaftverwalter und für jeden Dienſt- boten bei ſehr vielen Herrſchaften die beſte Empfehlung, wenn ſie eine Zeitlang in deſſen Dienſten geweſen ſind. - Dieſer Geiſt der Ordnung hat ſich auch den Dorfs? Inſaſſen des Amtes ſchon einigermaaßen mitgetheilt; denn was ich in der Gegend ſonſt nicht bemerkt hatte, das ſah ich hier. Die Leute reinigen nämlich ihre Fel der von Steinen und haben davon Garten- und andre Schußmauern aufgeführt. Auch iſt bei ihnen die Liebe zu einer verbeſſerten Rindviehzucht erwace vermehrt, ſo daß aus ihm nicht nur für'die Gegend zunächſtz ſondern auch für die Ferne und beſonders in's Poſenſche eine große Anzahl ſolchen Viehes gegangen iſt. Gutes An- ſehen und vorzüglich ſehr reichliche Milce, die den Flugſand hält, und ihn für die Nachbarſchaft unſchädlich machtz ſondern es giebt auch den Sommer hindurc< no< einen reichlichen Einſchnitt und ein ſehr vortrefliches Grüns: futter für's Rindvieh. Wer Scellen dieſer Art hat und wem es dabei nur nicht an dem erforderlichen Schlamme fehlt, für den iſt dieſes Gras eine der vor» . züglichſten Wohlthaten, und es verdient ſeine ganze Aufmerkſamkeit.? Fünf und zwänzigſter Brief. Nördlich von Herrnftadt kommen wir jeßt nach Groß- Wierſewiß, dem Herrn Baron von Die- 8* eezitn mmer fits Eb Es 416-.. bitſch gehörig. Auch er gehört zu denjenigen Lands wirthen, die- längſt das Beſſere erkannten und auszus führen bemüht waren. Auf ſeinem ſehr verſchiedenar2 tigen Boden fand er für gut, Innen- und Außenſchläge 'zu machen. Auf erſteren wählte er einen zehnjährigen Umlauf,. worin einmal Brache und zweijähriger Klee vorkommt. Da außerdem in einem Schlage Wurzel» gewächſe und'in einem Hülſenfrüchte vorkommen, ſo ergeben ſich drei Schläge Winterung und zwei Schläge Sommerung von ſelbſt. Bei einem Boden, der in ges ringer Kraft war, konnte er füglich keine beſſere Cin- theilung treffen. Auf den entfernt liegenden AeFern, die noch dazu meiſt leichtes Sandland ſind, führt er Koppelwirth» ſchaft, und läßt die Weide in der Regel drei Jahr lie» gen, wo der Aer ſodann nach dem Umbruche wieder drei Jahre Früchte trägt. Die behac>ten Früchte, als Kartoffeln, Rüben, Kraut 20., läßt Hr. v. D. in's Quadrat pflanzen und- mehreremal bearbeiten. Auch er hat ſich» überzeugt, daß er bei dieſer Methode eine ungleich reichere Erndte gewinnt, als wenn dieſe Früchte blos in Länge- Furs , im Kreiſe mehrerer Lande-, wirthe der hieſigen Gegend einen ſehr angenehmen Tag zu verleben. Da wurden denn auch mehrere landwirtha ſchaftlie ſeyen, davon habe.ich mich vielfach überzeugen. können. Auch. dürfte ih als Beweis dafür nur die Heerde in Tſchileſen anführen 3 denn. bei dieſer fand ich von. dieſem Ungeziefer ſv wenig, daß immer von 100 Stücken kaum auf fünfen einer zu ſinden wär. Man hat auch geglaubt und behauptet, daß Shaa- fe, die im Walde gehütet werden, ganz beſonders von dieſer Plage heimgeſucht würden. Dies iſt auch aller- dings der Fall z aber ich glaube, daß die Schaafe die Halsbö>e dann weniger im Walde bekommen, als daß vielmehr der viele Staub und die Unreinigkeiten, die ſich ihnen hier auf die Haut legen, dieſelben begünſtigen. Auf jeden Fall iſt es aber nothwendig, daß der Schaafs- züchter alle Mühe und Sorgfalt auf die Vertilgung dies ſes Ungeziefers wende; denn durch das ununterbrochene : Nagen deſſelben werden die Schaafe im ruhigen Gedei- hen geſtöhrt, und ſie kommen dabei offenbar zurüE, Ferner ward über die königliche Stammſchäferei zu Panthen geſpröchen. Sehr erfreulich) war es mir, daß faſt alle Stimmen für dieſelbe waren, und daß diejeni- gen, welche aus dieſer Schäferei gekauft hatten, ihre größte Zufriedenheit äußerten. Ueberhaupt muß ich es ſehr rühmen, daß alle hier verſammelten Landwirthe höchſt richtige Anſichten über die verſchiedenen Zweige des Landbaues hatten, und nfit den Fortſchritten deſſelben in der neuern Zeit, ziem- lich genau bekannt waren. Gehen wir jeßt weiter und wenden uns etwas vſt lich, ſo kommen wir nach Tſchirnau. Dies iſt der Ort, von wo aus die Erdäpfel ſich verbreiteten. HerrKade, MWirthſchaft- Inſpector der hieſigen Stiftsgüter, war in Schleſien der erſte, der auf dieſe ſo wohlthätige Pflanze aufmerkſam machte. In einem kleinen Win- kel des Gartens ſtehen die wenigen Stauden dieſes Ge- wächſes, von denen ſich nunmehr ſchon. ſo viele, ich kann ſagen, hundert tauſende von Scheffeln erzeugt ' DI 1320= haben. Zm Anfange baute. ſie Hr. K. au< nur im Garten, bis er von dem großen Nügen derſelben immer mehr überzeugt, ihren Anbay auch immermehr erwei=' terte.. Jeßt hat er ſie völlig in ſein Feldſyſtem aufgea nommen) und ſie erſeßen ihm ganz die Stelle der Kar» koffeln und aller andern zum Viehfurter dienenden Wur2 zelgewächſe. Sie werden hier im Quadrat gelegt, aß dies ge: ſchieht auf dieſelbe Weiſe, wie man in Tſchileſen die Kartoffeln ſte>t. So lange das Kraut derſelben den AFer nicht bedeEt, werden ſie mit der Pferdeha>e bear- beitet. Wenn der Ader in ziemlicher Kraft iſt, ſo wachſen ſie ſehr ſchnell und breiten ſich ungemein ſehr.+ E35 iſt gar nichts Seltenes, daß ein einziger Sto> 4=- 5 Stengel treibt. Da das Laub nun ſehr breit und lang wird, ſo bede&en ſie die Erde gar bald dermaaßen, daß.man Fen dazwiſchen kommen kann. Auf gutem. Boden erreichen ſie dann eine Höhe, daß ein Reiter ſich darin verſteken kann. I< ſah in Herrnſtadt Stengel, die eine Höhe von 12 Fuß hatten. Ein guter Mittelboden, der übrigens in einiger Kraft iſt, ſcheint ſie beſonders zu begünſtigen. I| er allzuſtrenge, oder der Näſſe ausgeſeßt, dann wachſen ſie nicht ſo gleichmäßig, und ſie bilden alsdann gewiſs ſermaaßen Hügel, wenn man über ſie hin ſieht, wie ich. an andern Orten Gelegenheit hatte zu bemerken. Auf leichtem und troFenem Sande wachſen ſie auch, nur ' muß man ihm-wenigſtens einige Düngung geben kön= nen. Ihre Stengel ſind alsdann freilich nicht ſo lang und ,ſtaxk, aber dennoch geben ſie eine große. Menge Laub. Auf unfruchtbaren Sandhügeln kann man ſie anbauen, und dann iſt die Lochdüngung bei ihrem Aus? legen ganz beſonders zu empfehlen. Hr. K.. wendet Is 1: x ---. I21=( auch dieſelbe auf ſolen. Dieſe hierzu ndthige Moder- Erde verſchafft ſic aber Hr. K. dadurch, daß er allenthalben an-Wegen, Graben und Reinen die Raſen abſchälen und in viere>i- ge' Haufen ſeßen läßt. Wenn dieſe dann ein Jahr ſo geſtanden haben, ſo ſind ſie zergangen und geben auf leichtem Sande eine ſehr gute Düngung ab. Bon die? ſem Dünger hat Hr. K. jederzeit eine ziemliche Menge vorräthig, und er wendet ihn nicht allein zu der ange- führten Lochdüngung anz ſondern läßt ihn auch auf Schrindſtellen auf den übrigen AeFern bringen. Er war in dieſer Gegend der erſte, der dieſe Methode ein» führte, die ihm jekt ſchon von ſehr vielen nachgemacht wird. Es giebt ſehr viele Landwirthe, welche die große Nüklichkeit der Erdäpfel wohl einſehen und ihnen alle Gerechtigkeit widerfahren laſſenz- die aber ihren Anbau aus der Urſach ſcheuen, weil ſie gar zu ſchwer an dem Orte wieder auszurotten. ſind, wo ſie einmal hinge» bracht werden. Es iſt dies eine Unbequemlichkeit, die ihr Anbau alierdings mit ſich fübrtz; jedoch iſt ſie nicht ſo-groß, und die Sache nicht ſo gefährlich, wie ſie ſig manche vorſtellen. Herr Regierungsrath Schwerz hat zu ihrer Ausrottung vorgeſchlagen, unmittelbar hinter ihnen Kartoffeln anzubauen, weil ſie durch die viele Bearbeitung derfelben vertilgt werden würden. Hr. K. verſuchte dies auf einem AFerſtüuE im Garten, aber die Erdäpfel wuchſen, wie ich ſelbſt ſah, freudig zwi- -.- I33=. verflobleibenden Erdäpfel bei zweijährigem Klee-nach Gerſte, die hinter ihnen gebaut wird. Man hat in dieſer freilich eine viel mehr, als wenn der Klee hie und da in einzelnen » Zweigen in die Höhe ſchießt. Zudem ſind ſie dann im Strohe für das Vieh ein angenehmes Futter. Uebri- gens dämpfen ſie die Gerſte bei weitem nicht ſo, als wenn in derſelben, wie dies doh ſo häufig iſt, viel Hederich wächſt. Durch das mehrmalige Abmähen des Klees zwei Jahre hindurch vergehen ſie dann faſt ganz, und es bedarf bei dem Umbruche eines ſolchen Akers nur eine kleine Mühe, die ekwa' noch vorkommenden kleinen Knollen und Zweige der Erdäpfel herauszuleſen, um ſie ganz wegzubringen., E5 wäre aber in der That nicht genug zu- bebaufrky wenn diefe kleine Unbequemlichkeit auch nur einen einzi- gen Landwirth von ihrem Anbaue abſchre&en ſollte; denn ſie ſind auf Boden wo der Klee'unſicher iſt, und wo außerdem noch wenig Wieſen ſind, das wohlthätig» aber nicht, daß man ſie nur auf ſolchem Boden an- bauen müſſe. Auch wo der Klee gedeiht, wird.man ſie mit dem größten Nuten einfähren, und immer wird man Pläße- haben, wohin ſie eigentlich gehören und dis man durch Feine bekannte Frucht ſo hoh nüßen wird, als durch ſie. An Orten aber, wo man Hügel oder andere leichte Sandſtellen hat, und woman mit Shlamm, vder Moder- Erde zuvor dieſe Stellen verbeſſert, känn man dieſelben zu einer Nutzung bringen, die der beſten fchen den Kartoffeln auf, und zwar ſo in deren Stö>e Menge Zweige von Erdäpfeln, aber dieſe machen nicht am> atf 7 iE En Mn ſte Futterkraut, was ich kenne, Damit meine ich nun' ==. 194... Wieſe gleich kommt. Und dort hat man venn nie nb» thig, ſie immer aufs neue zu pflanzen, weil ſie ſich im- mer von ſelbſt wieder beſämen, und im Frühjahr nur. eine kleine Nachhülfe in Bearbeitung erfordern. Welch einen überſchwenglich reichlichen Ertrag aber die Erdäpfel geben, dafür zeugen alle Ausſagen ihrer Anbauer. Herr Kade giebt den Ertrag an getroFnetem Laube vom Morgen auf 50 Centner an. Iſt dies auch nur von denen zu verſichen, die am beſten ſtehen, ſo wird der Mittel- Ertrag, den mir der Herr Amtsrath Hagemann angab, und den er vom Morgen auf 39 Centner beſtimmte, und wobei vieles von ſchlechtem Lande mit eingeſchloſſen war, wohl in jedem Falle zu erreichen ſeyn. Von dieſen.30 Centnern ließ Hr. H. die zurübleibenden harten Stengel wiegen. und bekam 11 Gentner, ſo daß alſo 21 Centner- Laub von den Schaafen abgefreſſen worden waren. Mit welcher Be- gierde dieſe aber daſſelbe fraßen, das konnte eine ganze Geſellſchaft, die mit mir dieſe Fütterung in Herrnſtadt aniah, nicht genug bewundern. Ihre Begierde darauf war ſd groß,«daß ſie gutes Heut, was ihnen daneben gelegt ward, nicht eher anrührten, bis das Laub aufz gezehrt war, und ſie fraßen die Stengel bis ziemlich weit herunter mit ab. Dieſe große Begierde wird aber vorzüglich durch den vielen in ihm enthaltenen Zu&er» ſtoff erregt. den man beſonders im Marke der Stengel ſchme&t, welches eine Süßigkeit hat, als ob es mit Zu&er angemacht wäre. Daß dieſes Laub den Schaa? fen aber auch eben ſo geſund ſei, als wie es ihnen ange? nehm iſt, beweiſen die Heerden auf dem Amte Herrn» ſtadt und die inTſchirnauz denn geſünder und kräftiger können ſie nicht leicht gefunden werden, und ihre Haupt- nahrung beſteht doch in dieſem Futter: Nehmen wir nun an, daß ein Cenkner dieſes Laus» bes an Werthe als Viehfutter volkommen einem Cent- ner guten Heues gleich ſei, was durchaus känen An- ſtand leidet, ſo wird durch dieſe wohlthätige Pflanze ein Morgen geringen Sandlandes beinah den Werth eines Morgens guter Wieſen bekommen; denn wenn man- vom Morgen 19 Centner Erdäpfellaub, die Stengel ausgeſchloſſen, bekommt; ſo muß der Morgen Wieſe wenigſtens 15 Centner Heu geben, um jenem gleich zu ſeyn: wenn ich nämlich 4 Centner auf die Bearbei? „tung des AFers und das Auslegen der Erdäpfel, was Übrigens nur im erſten Jahre nöthig iſt, abrechne., Auf die Düngung mit Schlamme oder Moder- Erde kann man die zurücbleibenden Srengel rechnen, die vom Rindvieh begierig verzehrt werden. Die Erndte dieſes Laubes iſt bequemer, als die des Heues, weil es blos das Abſchneiden, und. das Binden und Aufſtellen der Bündel in.Piramiden bedarf, um es abzutro>nen. Hierbei habe ich aber die Knollen noh gar nicht in Rechnung gebracht. Sie ſollen ohngefähr drei Vier- theile einer Kartoffelerndte betragen. Man würde älſo den Gewinn an Knollen von einem Morgen ſolchen Lana+ des auf 60 Sceffel rechnen können. Sind dieſe nun auch in der Nahrhaftigkeit den Kartoffeln nicht Gang gleich und rechnen wir dieſe3 Verhältniß wie 5:63; ſo gäbe dies immer eine Futtermaſſe die gleich wäre, 50 Scheffel Kartoffeln, die wohl wieder ſo viel Nahrung geben, als 16 Centner Heu: Rechnete man nun auch no< den vierten Theil hiervon für das Aufnehmen ab,- ſo blieben immer noc< x2 Centner und die ganze ge-' wonnene Futtermaſſe betrüge vom Morgen 3 1 Centner. Um, dieſen Ertrag zu geben, muß aber eine Wieſe von der beſten Beſchaffenheit ſeyn.' mm .. --- 125=> Wer im Anbaue dieſes ſo wohlthätigen Futterkrau- tes keine Erfahrung hat, dem kommt die Sache freilich etwas unglaublich vor, aber. man bedenke, wie man vor ohngefähr 40 Jahren auch noch keinen Begriff das "von hatte, bis zu welch einem Flor man durch den An» «bau des rothen Klees die Viehzucht, und. durch dieſe zugleich die ganze Wirthſchaft bringen könnte. Die Knollen der Erdäpfel laſſen ſich ſchwerer auf» bewahren, als die Kartoffeln. Herr von Schöner» mark verſuchte voriges Jahr in Krieblowil ſie in Hau- fen, wie dieſe aufzuheben, aber dieß mißlang ihin ſo, daß er im Frühjahre auch nicht eine geſund, ſondern alle verfault fand. In Kellern halten ſie ſich noh eher. Aber grade, weil ſie ſich ſo ſchwer aufbewahren, ſo hat die Natur dafür geſorgt, daß man dies gar nicht nd» thig hatz denn ſie halten ja den ſtärkſten Froſt aus, und laſſen ſich zu jeder Zeit, wenn die Erde im Winter nur einigermäaßen aufthaut, aus derſelben herausbringen. Vielleicht wäre grade die Methode zu ihrer Aufbewahs2 rung gut, die man für die Erdrüben hat, ſienämlich nicht über ſondern nur neben einander auf einem Plaße hinzulegen, und nur ſchwach mit Erde zu bedeEen,, Uebrigens ſind die Knollen, außer dem Wiederge» brauche zu Saamen, keinesweges ſo weſentlich bei dies ſer Frucht, als das Laub, und der Ertrag des Landes iſt ſchon ausnehmend. lohnend, ſelbſt wenn man dieſe | Preis geben wollte. "Das Erdäpfellaub wird aber niht von den Schaa- fen allein z. ſondern von allen Viehgattungen, ohne Ausnahme mit beſondrer Vorliebe verzehrt. Auch die Pferde ſind ſehr begierig darauf und ſie befinden ſich bei deſſen Genuſſe ſehr wohl und werden fett dabei, = 826-- Baut man nun eine ſehr große Menge von dieſer Frucht, ſo ſchadet es gar nicht, wenn män auch mit der Laub- Erndke ſchon zeitig, d. i. im Auguſt anfängt: Wollte man dies nicht thun,-ſo würde man mit der Zeit nicht auskommen. Der Herr Amtsrath Hage- mann wird, da er, wie ich im vorigen Briefe bemerkte,' gegen 260 Morgen ſolchen Laubes abzuerndten hat, ſchon in der Mitte. des Auguſts den Anfang machen. Dies kann er nun aber um ſo eher, da er ſchon Erdäpfel im März gelegt hat:-: Man rechne nun die Maſſe, die er von einer ſolchen Fläche zu hoffen hat, und die ſich nach ſeiner vorjährigen Durchſchnittöerndte auf nahe an 8000 Gentner belaufen muß!=- Man nehme. hierzu die Knollen und erwäge dann, wie überſchwenglich- durch dieſen Anbau die Biehzucht und durch dieſe widerum der ganze Landbau gewinnt! Dann wird man Herrn Kade Gerehtigkeit widerfahren laſſen, und ihm den größten Dank dafür wiſſen, daß er dieſe wohlthätige Pflanze zum„Seegen und zum Emporkommen der Landwirth- ſchaft ſehr vieler Gegenden in's Licht brachte. Hr. K. beobachtet ein gemiſchtes Wirthſchaftſyſtem, oder eine ſogenannte freie Wirthſchaft. Im Ganzen iſt ſie der Dreifelderwirthſchaft ſehr ähnlich, nur daß er ſich nicht ſtreng an dieſelbe bindet.„An Futter hat er ſtets einen großen Ueberfluß, wie Sie wohl auch ſchon vermuthen, wenn Sie erwägen, was er für eine Men- ge Erdäpfel baut, und was ihm ſeine Kleefelder, die er, wie ich oben bemerkte, zweijährig werden läßt, für eine Maſſe an Futter bringen. Der Klee wächſt. Übrigens hier ſehr gut, und wenn es auch einzelne Stel» len giebt, wo er wegen etwas zu leichtem Boden, grade nicht ſonderlich gedeiht, ſo find dieſe do< immer nur gering. Uebrigens wird durch das ſtarke Düngen und -- 427'= durc< das viele Durcharbeiten des Bodens bey'm Erd- apfelbaue derſelbe für das Gerathen des Klees geſchiFter gemacht, als er es wohl von Natur ſeyn würde. Dieſer große Ueberſiuß an Futter hebt denn aucen giebt, die wenig Vorzüge vor dem ſchlechteſten Lande des rechten Ufers haben. Aber in der Allgemeinheit ſteht doch dieſes ein ganzes Theil hinter jenem: Wenn man aber behaup» ten will, daß dies mit dem Stande der Agrikultur die- ſelbe Bewandniß habe, ſo ließe ſich dagegen docer auch ſo we- nig düngen können, daß dies- immer nur in zwölf Jah ren höchſtens einmal vorkam. In welchem Zuſtande ſich bei dieſer“ Wirthſchaftsart das Vieh befand ,. das darf ich Ihnen nicht erſt genauer beſchreiben. Eine an- ſchauliche Idee bekam ich aber davon in mehrerern Bauerwirthſchaften der Gegend“, die noch jekt ganz die beſchriebene Wirthſchaft beibehalten. ; Um nun dem Ganzen abzuhelfen und dies auf die ſchnellſte und wirkſamſte Weiſe zu können, ordnete ſich Hr. v. F- ſeine Aefer nach ihrer natürlichen Beſchaffen? heit, um für jeden derſelben das Zwec>maßigſte zu wäh- len. Er hat nämlich ein Drittheil, oder ehemals ein Feld von.gutem Boden der bei. guter Düngung und Be- arbeitung faſt keine Frucht verſagt. Auf dieſem führte er regelmäßigen Fruchtwechſel in ſechs Schlägen ein. Das zweite Feld, oder Drittheil hat den Boden faſt eben ſo, wie das erſte, nur daß er um ein Unbedeuten- des wetiiger Bindung hat. Auf dieſem hält er dieſelbe Fruchtfolge nur mit zweijährigem Klee, Das dritte 2 eas 130.. Veld aber beſteht ganz aus leichtem Sandboden. Dies hat er in Weidekappeln gelegt, er läßt die Weide zwei Jahre liegen, bricht ſie dann um und beſät das Feld mit Roggen, läßt dann ein Jahr Brache, die gedun- gen wird, beſät ſie wieder mit Roggen und läßt es dann wieder zwei Jahre zu Weide liegen. Dieſe wird mit weißem Klee angeſät und zwar geſchicht dies ſchon im Herbſte mit der Roggenſäat 3 weil bei großer TroFen- heit im Frühjahre der Klee leicht zurück bleibt. In der Regel iſt der Roggen nach zweijähriger Weide der beſte, und er zeichnet ſich noch vor den in der gedüngten Bra- ,, den er dabei im Auge hat- te, ganz beſonders erreicht, nämlich den, ſich im Som? mer und Winter vor allem Mangel, den ſein Vieh ha- ben könnte, zu ſichernz denn die Weideſchläge geben SE Ile "= -- 131== thm den Sommer hindurcſicht. Ich will verſuchen einiges darüber anzuführen. 34 Es iſt au8gemacht, daß es für ſehr viele Boden- arten vortheilhafter iſt, bisweilen mit dem Dünger zu wechſeln; dann, daß es deren mehrere giebt, auf wel- hen der Dünger einer Thierart vortheilhafter wirkt, äls der andere. Hält man nun auf Gütern, wd z. B. der Schaafdünger weniger vortheilhaft auf die Ae>er wirkt, als der des Nindviehes, fäſt nur Schaafe,-ſo ſchadet man ſich offenbar, und kommt im Landbaue zurü&.*) Dazu kommt denn noch, daß die Maſſe des Düngers, welchen die Schaafe bei übrigens gleicher Futter-Men- ge machen, geringer iſt, als vom Nindviehe. Die Qualität gleicht es freilich wieder aus, aber dies doch nur va, wo Scaafmiſt vortheilhafter auf den Boden wirkt, als Miſt vom RNindviehe. Außerdem wird es früher oder ſpäter immer nachtheilig für die Wirthſchaft,, wenn man eine in derſelben nothwendige Biehgattung ganz oder doch wenigſtens größtentheils abſchaffen will. Und dann iſt noch ſehr wohl zu bedenken, daß, je all- gemeiner dies wird, die Producte der begünſtigten Vieh- art um ſo mehr fallen, und die der zurückgeſeßten um ſo mehr ſteigen müſſen.' Klug und zwe&mäßig bleibt es aber deshalb immer, das Vieh, was am meiſten ein- trägt, vorzugsweiſe zu halten, nur muß hierin eine beſtimmte Grenze ſtatt finden. Dann muß man ſich aber auch darin nicht ſelbſt täuſchen, daß man den hd- hern Ertrag, den eine vorgezogene Viehgattung vor ei- x) Dieſer Fall tritt zwar in Juppendorf nicht ein, denn auf dem, meiſt mit ſZwer vdurchlafſender Unterlage ver- ſehenem Boden, der hier iſt, wirkt der Schaafmiſt weit beſſer, als der des Rindviehes, iy vE/2 ---<--- an ner zurü&geſeßten bringt, ihr ganz unbedingt zuſchreibt. Auf die Begünſtigung und den mehrern Zufluß den ſie erhält, muß man nicht vergeſſen auch etwas zu rechnen. Nicht weit von Juppendorf liegt Groß- Kloden, dem Hauptmann von Borrwiß gehbrig-. Da auch die- ſer das Beſſere ſchon längſt erkannt hat, ſo ſuchte er es auch auf ſeiner Beſikung in Ausübung zu bringen. Auf einem Boden von zweierlei Art führte er auch zweierlei Bewirthſchaftung deſſelben ein. Regelmäßigen Frucht- wechſel, mit zweijährigem Klee, alſo eine Wirthſchaft in 7 Schlägen, führt er da, wo er einen humoſen Sand, der hie und da in Lehmboden übergeht, mit Lehm-Unterlage hat. Wo dagegen dieſer Boden in leichten und magern Sand übergeht, da hält er Bra- . Vorzüglich ſchlecht waren die Schaafe, und die Jährlinge darunter glichen Lämmern von etwa 2 Monaten. Die Wolle war gleichſam aufgetro>net, und viele hatten ſie abgeworfen. Es war im Februar als ich ſie ſah, und da kamen ſie eben aus dem Walde von der Weide. An Ertragung des Hungers und al- ler Widerwartigkeiten ſind dieſe Thiere gewöhnt. Da nun ihre Wolle von der Art iſt, daß dev Stein höch». ſtens mit 8 Nthlr. bezahlt wird, und da vom hundert im beſten Falle jährlich 9 Stein geſchoren werden kön« nen, ſo iſt freilich die Nußung einer ſolchen Heerde nicht groß, und es kann leicht vorkommen, daß tau- ſend ſol INN EA WET RELI - m.ammon eo A E22 Wi ESE“ Wii: Zduen Ei. = --- 135-- wirklich von großer: Bedeutung und ſie liefern das Jahr hindurch eine außerordentliche Menge Mehl. Dieſes wird bei weitem nicht alles in der Gegend verbraucht; ſondern. der größte Theil geht theils in die übrigen Ge- genden der Provinz, und dieß beſonders wenn große Troenheit iſt, und die Waſſermühlen nicht Mehl ge- nug liefern 3 theils wird es von hier an die Dder gefah- ren, und es geht ſodann auf derſelben hinunter naß Berlin. Dadurch nun gewinnt die Gegend nicht blos an Abſaß der natürlichen ſondern auch zugleich der künſtlichen Erzeugniſſe. Von Guhrau hinunter bis gegen Seitſch hin geht ein Zug Landes, den man das Guhrauer Bruch nennt. Dieſes Land iſt größtentheils tro&en, und zum Theil in AFerland, zum Theil aber auch in Wieſen verwan“ delt. Einzelne Parthieen ſind noch nicht gänzlich ent: ſumpft, können es auch nicht füglich werden, da der Abzug des Waſſers gar zu ſchwierig und faſt gar nicht zu bewerkſtelligen iſt. Die Bertiefung dieſes Bruches iſt übrigens gar von keiner großen Bedeutung. Die flache Lage des hieſigen gänzen Landes, und der meiſt undurclaſſende Untergrund ſind wohl hauptſächlich Ur- ſach, daß er ſo ſchwer ganz troen zu legen iſt. E3 iſt überhaupt eine Eigenſchaft des Bodens faſt dieſer ganzen Gegend, daß er eine ſehr ſtark anhaltende Unterlage und einen eben ſolchen Untergrund hat. Für einen leichten Boden, und dies iſt der hieſige größten- theils, iſt dies aber ein großer Vortheil. Dieſer wird aber dadurch noh größer, daß die Unterlage meiſten- theils aus einem milden Lehme beſteht. Aus dieſem Grunde iſt es denn auch ſchr rathſam, den Pflug im- mer etwas tief gehen zu laſſen. =-- 136= Man bedient ſich zur Aerarbeit ſehr viel der Oh: ſen. Da man nun noch, wie dies"überall bei den Bauern der Fall iſt, Dreifelderwirthſchaft hat, ſo ſind dieſe gewöhnlich im elendeſten Zuſtandez3 denn die wenigen Wieſen, die man hat, und' der wenige'Fut- terbau, den man betreibt, machen,- daß“ ſich dieſe Thiere im Sommer'auf einer höchſt elenden Weide'näh=. ren und im Winter mit etwas klarem'Strohe vorlieb nehmen müſſen."Die Weide iſt aber'aus zwei Urſa- hen ſo ſcene Gräſer trägt. "Auf gutem undſehr reichem Boden, oder auf Gü- tern„ wo ſehr bedeutende, und Gragreiche Wieſen ſind/ Fann man die Mangelhaftigkeit der Dreifelderwkrth- ſchaft weniger klar. beweiſen,“ als auf weniger reichem Boden, wobei no< Mangel an Wieſen iſt; denn auf erſterem. wird, bei ſeinem großen»Reichthume, oder bei dem jährlichen“ Zuſchuſſe großer: Wieſenflächen ,die Auſſaugung dieſes Syſtems weniger ſichtbar, und die Halmfrüchte ſelbſt haben da meiſt eine Stärke und Ueps- pigkeit der Blätter, wodurch ſie, den Blattfrüchten ähnlich, fähig werden/ eine Menge Pflanzen- Nah- rungöſtoff ſich aus der Luft, durc< das Einſaugungs- | vermögen, anzueignen!" Dies iſt aber bei einem ma- gern Boden nicht dev Fall: weil da die Halmfrüchte ſs ſchwach und die Blätter ſo dürftig in die Höhe wach- ſen, daß ihnen dieſes Einſaugungsvermögen faſt gänz- lich abgeht. ES iiſtin der Nakur, wie im menſchlichen Leben, wo einmal Kraft und Reichthum iſt, da ſtrömk auch beides zu,'wo ſie aber fehlen, da zerſtiebt zulebt “- RE dent... u - DERIKAEST GES HB 1107 NOTES HARUN EHE KHE EHRRCHER EUET ME II EE wen || alles, wenn nicht die Klugheit des Menſchen die Mit- tel entde>t, ſich dieſelben anzueignen. Nach dieſer Folgerung muß ich es noch einmal wie- derholen, daß man in ſolche Gegenden, wie die hieſige kommen muß, um ſich zu überzeugen, welche unend- liche Vorzüge das Fruchtwechſel- und Koppelwirth- ſchaft- Syſtem vor dem der Dreifelder habe; und wie es auf wenig reichem und leichtem Boden nur bei erſte- ren allein möglich ſei, nachhaltend gute Erndten zu er- zielen: wo man hingegen bei leßterem allmählig im- mer weiter herunter kommt, und zuleßt beinah ſo viel als gar nichts hat, wie dies einzelne Beiſpiele ſchon auf eine hinlänglich traurige Weiſe beſtättigen. Daß aber die Ruſtical- Beſißer der* hieſigen“Gegend faſt allgemein in dürftigen Umſtänden ſind, iſt nicht ſox wohl Folge des Dru>s, unter welchem ſie leben(denn bieſer iſt hier nicht ſo, und vielleicht weniger hart, als an vielen andern Orten) 3 ſondern vielmehr eine Folge ihrer zurü&gebliebenen Intelligenz.. Es iſt zwar zu hoffen', daß das Licht auch ihnen zu ihrem größten Ge- winn aufgehen wird, wenn ſie immer mehr bemerken werden, wie die größern Grundbeſilßer, bei der Wahl einer neuen Verfahrungsart beſſer daran ſind, als beym Verharren bei der alten. Sieben und zwanzigſier Brief. Wenn ich Ihnen in dieſem kleinen Diſtiricte noh ei- nige ſehenswerthe Wirthſchaften auch nur dem Namen nach anführe, weil ich ſie leider nicht ſelbſt ſehen konn- te, ſd werden Sie ſchon aus der Mcnge'gut geführter Landwirthſchaften in einem ſo kleinen Umfange den Schluß machen können, daß hier der Landbau ſchon y rit N) ler 7. zu. 4 SSS<== zaman 138=. auf einer hö des zweiten Bandes, Breslau 1822 ausführlich mitgetheilt hat, weshalb ich hier nur darauf zu verwei- ſen brauche. Daß er zwe>mäßig und mit genauer Be- rückſichtigung der ganzen Localität angelegt ſei, iſt von einem ſo ausgezeichneten Landwirthe ohne weiteres vor? auszuſeßen, BroEau und ſeine Bewirthſchaftung näher kennen zu lernen, entging mir gänzlich die Gelegenheit. Sie ſoll übrigens ganz auf den Boden und die ſämmtlichen Wirthſchaft- Verhältniſſe berechnet ſeyn, und von dem günſtigſten Erfolge gekrönt werden. In Lübchen läßt es ſich der Herr Landſchafts- Di- rector von Lieres ſehr angelegen ſeyn, ſein Bich und ſeine Felder-in immer größern Flor zu bringen. Durch fortgeſeßten Fruchtwechſel auf den guten und dur< Cin- führung einer Weide- Koppelwirthſchaft auf den gerin: gen Ae&ern wird er beide in immer größere Kraft ſekßen und zu immer reichlicherem Ertrage bringen. Dadurch kann ſein Viehſtand nur gewinnen, und da er Koſten und Fleiß nicht ſpart, ſeine in der Veredlung ſchon be- deutend vorgeſchrittene Schaafheerde immer mehr em- por zu bringen, ſo wird grade die weitere Beobachtung dieſes Syſtems ihm dieſes Beginnen ungemein befördern helfen. Außer ſeiner, durch Böe veredelten Heerde, hat er noch einen Stamm Original- Rochsburger Schaas wird, ſo geht ſie mit ſehr raſchen Schritten dem Ziele zu, wo ſie in denen des erſten Ranges mit FIG werden wird. No< verdienen mehrere Schaafheerden der hieſigen Gegend genannt zu werden. Es ſind die von Ober- langer Zeit mit Sorgfalt gehalten, dieſe Sorgfalt auc< reichlich belohnt hat. Sie ſoll beſonders eine große ſtant ſeyn. Ferner die von Mechau, die auch, beſon« ders in den lekßten Jahren fehr empor gebracht worden iſt, und endlich die von Konradswaldau- Der Urz ſtamm von dieſen beiden iſt Rochsburger. Aus der gegebenen Nelation ſehen Sie nun, wie in der angeführten Gegend nicht nur der Landbau im Allgemeinen auf die erfreulichſte Weiſe ſeiner immer mehrerern Vervollkommnung entgegengehtz* ſondern macht, wie dies in wenig andern Gegenden der Fall iſt. Dadurch nun verdient ſie denn auch die Aufmerkſamkeit des Landwirths ſowohl, als des Freundes der Land- leicht nachtheilige Vorurtheile gegen ſie hegte. Ehe ich dieſen Brief und mit ihm zugleich den er- ſten Band der Landwirthſchaftlichen Beſchreibung be? ſchließe, mache ich Sie noch mit einer Wirthſchaft be- kannt, die als der würdigſte Shlußſtein gelten kann. Es iſt die von Radſd> ü5 und Züchen. Erſteres liegt zwar am linken Oder- Ufer, und würde meinem Plane fe. Da Übrigens die ganze Heerde kläſſificirt erhalten Schüttlau, die, ſächſiſchen Urſprungs, fchon ſeit. Ausgeglichenheit haben und in ſich ſelbſt ziemlich kon-; auch ganz beſonders die höhere Schaafzucht Fortſchritte; wirthſchaft, und ſie beſchämt den, welcher ſonſt viel- ] ' zu Folge nicht mit in dieſen Band gehören." Da aber beide Güter zuſammengehören und unter einer Wirth- ſchaft- Direction ſtehen, ſo beſchreibe ich Ihnen auch beide am ſchiklichſten zuſammen. Die Bewirthſchaftung dieſer Gäter leitet der Ober- Amtmann Ueberſchär.„Mit dieſem Namen habe ich Ih» nen einen Landwirth genannt, der mit allem Rechte zu den erſten der Provinz gezählt wird. Wenn Scarf? ſinn mit ruhiger Beſonnenheit, ſtrenge Prüfung und darauf gegründete Wahl des Nichtigen den Menſchen bei jedem Berufe des Lebens ſtets den rechten Weg lei- ten, ſo hat Hr. Ueberſchär denſelben auch beim Land- baue gewiß nicht verfehlt. Dazu kommt, daß er ſchon ſeit mehr als 50 Jahren den praktiſchen Landbau be- treibt und alſo eine Menge Erfahrungen geſammelt hat, die da machen, daß ihm ſelten etwas vorkommen kann, was er nicht aus eigener Anſchauung oder aus eignen Verſuchen ſchon kennen ſollte. Wenn nun ein Mann von ſeinem Scharfſinne und ſeiner ruhigen und richtigen Beobächtung aller nahen und entſernten landwirth- ſchaftlichen Verhältniſſe etwas für gut und zwe>mäßig anerkennt, und ein anderes verwirft, ſo muß ſein Aus- ſpruch gewiſſermaaßen als Autorität und leßte Inſtanz anerkannt werden. Wenn er nun, der das Dreifelder- ſyſtem in frühern Zeiten in allen ſeinen Vortheilen und Nachtheilen durc< eigene Ausübung deſſelben kennen lernte, es als weniger haltbar verwirft, und ihm das ves Fruchtwechſels vorzicht, ſo verſeßt er erſterem damit gewiſſermaaßen den Todesſtoß. Er und ein ähnlicher würdiger Beteran der Landwirthſchaft, der Ober- Amt- mann König in Kuchelna, den wir ſpäaterhin näher ken- nen lernen werden, ſind die würdigſten und kompeten- teſten Zeugen dafür, daß das Fruchtwechſelſyſtem in je- =. 142=.;=* der Hinſicht vollkommner und für das Ganze erſpries-' licher ſei,“als die Dreifelderwirthſchaft.. Dieſe beiden alten beſonnenen und im hohen Grade tüchtigen Land- wirthe muß man den Schreiern und Anfechtern der Fruchtwechſelwirthſchaft entgegenſtellen, um ſie zum Schweigen zu bringen.? Der Einfluß, welchen Herr Ueberſchär auf die hie- ſige Gegend gehabt hat, iſt unverkennbar; auch ward ihm die Einrichtung und Eintheilung mehrerer Güter zum Uebergange in den Fruchtwechſel übertragen. Nach dieſen Vorausſeßungen muß es uns denn auch ſehr wichtig ſeyn, zu erfahren, auf welchen Fuß er die, ſeiner Direction übergebenen Güter bewirthſchaftet. Der Boden, den er hier zu bebauen hat, gehört keines» weges zum beſten, und man ehrt ihn ſhon, wenn man ihn zum Mittelboden zählt. Er iſt auch durhaudSnimäßige Eintheilung etwas erleichtern und be- günſtigen half, iſt dies, daß der größte Theil der nahe ' liegenden Felder von beſſerer Beſchaffenheit iſt, als die entfernteren. Dadurch ward die Eintheilung in In- nen- und Außenſchläge begünſtigt, und es konnte auf leßteren eine Weidekoppelwirthſchaft eingeführt werden. Dieſem zu Folge theilte Hr. Ueberſchär die Innen- Län- dereien in acht Schläge, und ſuchte dem regelmäßigen Fruchtwechſel dabei ſo nahe als möglich zu bleiben. Er EE TESTE. EE a DUD F+ WIE Cee Un: meet =--.-=T 72 zz= beobachtet ihn auch ganz, d.h. er fängt mit beha>ten Früchten an. Nur läßt er den Klee zweijährig werden, und giebt der darauf folgenden Winkterung eine halbe Düngung. Im achten oderte Früchte, ſtark gedungen. 2): Gerſte. 3. 367,4); Kl22: 5.41M ZWEI Jahre zeitig 8 er immer nach einer zweimaligen Roggen- Erndke drei Jahre zur Weide liegen. Bei der Befolgung dieſes Syſtems kann es denn wohl nicht fehlen, daß ſich das Viech im beſten Zuſtan- de beſindet, Bey'm Nindvieh wird die ſehr ſtattliche inländiſche Race mit Oldenburger Stiehren gekreuzt, und die Schaafe ſind ſchon ſeit vielen Jahren durch Böe veredelt. Dadurch ſind ſie nun in der Fein- heit der Wolle ſchon ziemlich weit vorgerü>t. Um EEE RT IRE R. Es ET RTE TTT RERE ITE GZTTZTZTTT TT IEZII UI 2. 2 UIEIRERLHIET Z- W5== aber hierin ein höheres Ziel ſchneller zu erringen, iſt noch ein Original- Rochsburger Stamm angeſchafft. Fn der That hatte ich auch nie von den directe aus Rochsburg gekommenen Schaafen beſſere Thiere in der Wolle geſehen. Herr Ueberſchär baut die Topinamburs auch, und läßt ſie, wie Herr Kade im Quadrat pflanzen. Er iſt mit dieſem Anbaue eben ſo zufrieden, wie es alle dieje- nigen ſind, die ihn nur noch irgend einigermaaßen im Großen verſucht haben. Für die Erweiterung und Vermehrung der Scers, mithin ſeine Productionsfähigkeit. vermehren 10 --“ 146- muß, und die Nahrungsmittel des Menſchen alſo da- durch vielmehr zunehmen werden. i Den Klee gipſt Hr. U., aber er hat nur auf den AeFern- mit mildem Boden gute Wirkung davon geſe- hen: dagegen iſt auf ſtrengem Lehme und auf Sand- boden die Sache faſt ganz ohne merklichen Erfolg g2- blieben. Hierin ſtimmen ſeine Erfahrungen mit denen der meiſten ſchleſiſchen Landwirthe überein, die dieſe Düngung verſucht haben. Ehe ich dieſen Brief ſchließe, mache ich noh einige" allgemeine Bemerkungen über die eben durchwanderten Gegenden. Der Regenfall iſt in denſelben geringer,"als in G- birgsgegenden, und Strichregen, die bei TroFenheit vorkommen, erquiden die Fluren ſelten; höchſtens ziehen ſie an der Trebnißer Hügelkette, oder auch an der Oder hin. Die Gewitter werden. ſelten ſehr heftig, und gehen auch ſchnell über das flache Land hin. Dax- her kommen auch Schloſſen nur äußerſt ſelten vor. Im Frühlinge tro&net das Land, wegen ſeiner ſchwer durchlaſſenden Unterläge nur langſam ab: des- halb verſpätet ſich auch die Frühjahrs- Einſaat immer, und man kann ſie gewöhnlich erſt beginnen/ wenn in ändern Gegenden ſchon viel darin gethan iſt. Dieſe Unterlage macht denn auch den Boden kühl und weniger thätig, als er ohne dieſelbe ſeyn würde. Darum iſt es auch gerathen, die Herbſtſaat ſo zeitig als möglich zu' beſtellen, und die frühe geräth weir öfter als die ſpäte. Die ſogenannten kleinen Leute ſchneiden in der Erndte ihr Korn viel mit der Sichel ab, um weniger zu verlieren. Da wo es ſo ſehr dünne ſteht, iſt dies auch ſehr gut und nöthig, weil es ſonſt unter der Senſe wegfährt und vieles verdorben wird. / zi 15 EEE: Dem Verkäufer ſchadet bei ſeinem Abſaße des Ge- freides die viele Zufuhr aus Pohlen gar ſehr, und dieſe drü>t alsdann, wenn dort eine gute Erndke geweſen iſt, die Preiſe ganz beſonders herunter. Dagegen ha- ben aber auch wieder diejenigen, welche veredeltes Rind- vieh und hochfeine Schaafe haben, meiſt einen ſehr gu- ß ten Abſaß nach dieſem Lande. In meinen nächſten Briefen beſchreibe ich Ihnen die Gegenden von Liegniß und Haynau, die man beinah das klaſſiſche Land des ſchleſiſchen Landbaues nennen könnte: theils weil man dort vor allen Gegenden Schle- ſiens am früheſten anfing, zum Beſſern überzugehen z theils weil der Allgemeinheit nach die Landwirthſchaft auch wohl jeßt noch dort auf der höchſten Stufe ſteht. || | | | | j Namen-Verzeichniß, Erſte Abtheilung. Adelsbach Altmannsdorf Bärsdorf Bankwiß- Schön Barzdorf Bauden Baumgarten Beerwaldau Bernsdorf Bettlern Bielau- Langen Blumenau Bögendorf Brechelshof Breslau| Buchwald Burkersdorf Camenz Canth Charlottenbrunn Crouzberg Damsdorf Dobriſchau Domanze Donnerau Eersdorf Erdmannsdorf S. 29 =-- 217 -- 116 -- 186 == 109 F=2027G -- 80 =-215 --237 -- 176 „= 123 -- 132 +=275 -- 22 -- 44 --- ATIS = 164 Falkenberg S. 125 Faulbrück=== 88 Frankenſtein-- 84 Frauenhayn-“150 Freiburg-.-"30 Friedland 1 SEE Fröhlichsdorf-- 29 Fürſtenau-- 163 Fürſtenſtein- 77/28 Giers8dorf- Wüſte=>- 40 Glambac-- 247 Glaß-- 58 Gnadenfrei,--- 86 Gnichwitß-- T8I Gottesberg- 595 Grädiß--“ 90 Geafenort-- 59 Grüſſau-- 36 Hartlieb<= 105 Hartmannsdorf-- 26 Heinrichau- Alt--235 Hemmersdorf-- 229 Heydau-- 96 Hirſchberg S, 10-- 18 Hohenwaldau S. 23 Hünern--271 Huſſineßs--“195 Jauer- Alt S,. 1x 31x Zerſchen-- 266 Johnsdorf-- 267 Kahriſch-- 249 Kammerau-- 593 Kieslingswaldau= 64 Kleitſch-- 85 Klettendorf-- 176 Kniegniß- Groß-- 205 Königswaldau-- 47 Kohlhöhe-- 147 Korſchwis-=--206 Koſtenblut-- 164 - Kottwik-- 274 Krain-=--250 Kreppelhof--“ 25 Krieblowiß-- 179 Krippiß= 244 Krummhübel- 83 Kummelwiß--- 207 Kunzendorf-- 93 Kynau-- 46 Landeshut-- 24 Lauden- Klein== I89 Lauterbach-= 128 Leiche-- 128 Marxdorf== 153 Moſc Roſen Rothſcau--“139 Maſſel=- 55 Bruſtave-- 8X Medau-- 140 Michelwiß-- 72 Dobroſchau- 71 Militſch-- SI Gleinig 138 Mondſchub 09 Glumbowiß IE IDO::.; els-- 81 Goſchüt=. 32| D6wis-- 45 zul 234 Perſchüß- 78 Hammer eu Bx Pollentſchine-- 72 Herrnmotſhelnis== 89 Raake- Groß-- 46 Herrnſtadt-“-= 103 Radſchüb--140 Juppendorf 2429„bol 71:99 Schüttläu- Ober--140 Kapsdorf BI. 52 Seifrodau-- 93 Kloden- Groß--133 Seitſch Zr309 Konradswaldau 7340;„Skfäxſino-- 70 Kreidel-Klein-- 89 T Sl rachenberg'=> 85 Kutſcheborwib-- 94 Tſchileſen(X 96 Leubus-- 89 Tſchirnau 2519 Logiſchen--138 Wierſewiß-.Groß== 3x5 Lübhen--“139 Wohlau- Alt-- 89 Sach- Verzeichniß. (Die römiſchen Zahlen bezeihnen die Abtheilung und bib grabiſhen die Seite,) LT Aargauer Pflug, I. 61x. Abſatz der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe, 11. 20, 32. Amtleute, I]. 79. Arbeiter, 1. 71. I1. 23. 24. Bandgras, 11. 115. Salnart/-T. 69.5 ABS Beete, 1. 38. Beſißungen, 1. 73., Il. 8-=-10. 42. Bienenzucht, I1. 35.; Boden, 1. 68,., wie er auf Wolle wirkt, 1, 19. 20, 169. =-- rother, 4. 30. 41. 47. -- ſchwarzer, 1. 177. 187. --- Arten deſſelben, 11. 3-6. , Brand im Weißen, 1. 140. Bucführung, Il. 50. 6x. Clima. 1. 67, 24 ZU ME 4 Credit, landwirthſce, deren Werth, E25 Halsbö>e der Schaafe, 11. 118. Heuwende- Maſchine, 1. 174: Hufen, 1. 81x. Huſſiten, 1. 193« Hutungöſervitute, TE"zs Kalkdüngung, 1. 30. 45. 56+ 66. 89+ 260: Kalkbrennereyen, 1. 127. Kartoffellegen in's Quadrat, DH. 307 Kieſiger Weilen, 1. 82. 102«+ Kleebau, 1. 11. 21+ 54+ X16,/ UU. 69. Kleereuter, Il. 48. Koppelwirthſchaften, 1. 129., 11. 94. 100, 100. 116, 130. 143» Lochdüngung, I. 120. Metgeldüngung, 1. 199. 244+- 1.-84+ 11% Milchverpachtung, 1. 174. Obſtbau, 1. 75+ 214+- 1..3%: 176: Pachtungen, 1. 29. Pfarrwidmuthen, I]. xo. Pfarrzehnten, U, 36. -- 154= Queerpflägen, 1. 106. Rapsbau, 1. 105. 166. 204. 254«| Regenfall, 1.74. 107., 11. 7, 146, Rindvieh, gutes, 1. 8. 20, 26. 47 I15, 148, 173. 180. 222. 274-5 11. 71. 93. 96. 97. I11,' Röthebau, 1. 181.|; s-. Saat und Erndte, 1. 72. Säemaſchinen, 1. 55. 60.: Scaafheerden, gute, 1. 19. 26. 50+ 63,+ 115, 134- 1408) 150. 195. 200. 221. 244+ 245, 249, 258.7 UU. 52. 600| 71. 72. 90. 96. LI3+ 127. I31, 139, 140. Schaafwäſchen, 1. 196. Schäfer- Verträge, 11. 6x. 92. Schlechter Weißen hinter mißrathenen H 1. 103. Sennereyen, 1. 8. 64. Spann- und SEEN 11. 36. Ställe, gute, 1. 20. Straßen und Wege, I]. 2x. Taba>bau, 1. 165. 190. 272- Teichwirthſc daß ſich alſo auch hier die vielen mir mitgetheilten Beo2 merfungen über die Wirkung des Gypſes beſtättigen. Bei Damödorf S. x15 und bei Bärsdorf und Groß2 und Klein- Noſen S. xx6 war mir dur<4 Unfundige das Wirthſchaftsſyſtem falſch angegeben worden, Bei erſtetem wird in 6 und 7 Schlägen gewirthſchaftet. Es beſteht nämlich aus 4 Vorwerken, wovon zwei tro>en, und zwei naß liegen. Da ſind immer je zwei und zwei, nämlich ein naſſes und ein tro>enes zuſammengeſchlagen. Auf den tro>enen iſt ganz regelmäßiger Fruchtwedſel, nämlich: 1) Beha>te Früchte in Biehdung, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Weißen in Kalk, 5) Erbſen, 6) Roggen. Auf den naſſen Feldern iſt die Fruchtfolge: 7) Gemenge, Hak- früchte und Hanf- in Viehdung, 2) Gerſte, na< Hanf,» Lein, 3) Klee, 4) Weiten in Kalk und Winter- Raps in Miſt, 5) nach Weiten, Hafer; nach Raps, Weißen, 6) Erbſen, 7) Winter- Roggen. Letztere Fruchtfolge wird auch in Bärsdorf beobachtet. In Groß- und Klein- Ro- ſen ſind ſehs Schläge, auf denen, wie- bei Damsdorf regelmäßiger Fruchtwechſel geführt wird. Die Bemerkung über die Schaafweide von Bred els- hof, S. 132 der erſten Abtheilung, iſt dahin zu berich: ==. I58--- tigen, daß die Schaafe nur nach der Shwemme, um abzutro>nen einen kleinen Plas im Felde als Weide be: kommen, Übrigens aber bis zur Stoppelweide im Stalle gefüttert werden, daß mithin das ganze Feld, was nicht mit Getreide- Früchten bebaut wird, mit rothem«und wei- ßem Klee beſät iſt, Leßterer gedeiht hier vorzüglich gut und hilft die Heumaſſe noch vermehren, Herr Baron von Richthofen iſt der Meinung, daß, wenn der Weide- gang der Schaafe auch für die Qualität der Wolle vor- theilhafter ſeyn dürfte, derſelbe auf einem Boden, der den Werth wie der in hieſiger Gegend hat, dennoch pekuniär nicht vortheilhaft ſei, und daß es höher rentire, das Land auf alle Weiſe zu nußen, und die größtmögliche-Maſſe von Futter auf der möglichſt kleinen Fläche zu erbauen, welches er mit Recht bei Stallfutterung für viel leichter erreichbar hält, als bey'm Weidegange. Bei Aeern, die einen hohen Werth haben, und Überdies ſich zum Anbau von Viehfutter beſonders gut eignen; wird ihm wohl auch jeder rationelle Landwirth hierin unbedingt beipflichten. Die S. 139. aufgeſtellte Meinung des Hrn; v. R. beruht auf einem Mißverſtändniß, und ſoll eigentlich fo dargeſtellt ſeyn, daß es den Belehrung ſuchenden Land- wirth weniger anſpricht und ihn mehr ermüden muß, in ſchlehten und unfruchtbaren Gegenden den Landbau ken- nen zu lernen; und daß eine große Geduld dazu gehöre das Gute und Belehrende auch hier aufzuſuchen. Was endlich-die leßte Moinung betrifft, daß es ſchlimm ſei, daß unſre öfonomiſche Litteratur nur aus ſandigen und ſchlehten Gegenden gekommen ſei, ſo iſt dies ſo zu verſtehen, daß es manchen unglü>lich gemacht habe, der bekannt gemachte Verfahrungsarten, die auf ei- nem leichten und Überthätigen Boden höchſt vortheilhaft ſind, ohne alle Einſchränkung auf einem ſtrengen und unthätigen Boden angewandt habe." Es iſt dies daſſelbe, wovon jeder denkende Landwirth überzeugt iſt, daß näm- hd) etwas, was unter gewiſſen gegebenen Bedingniſſen das Vollkommenſte iſt, denno< höchſt unvollkommen und nachtheilig werden könne, wenn jene Bedingniſſe weg- fallen. eme 159-.- Zoantwortung einiger an mich ergange* nen Anfragen. Man hat mich gefragt, was ich wohl für Bemer- kungen- und Erfahrungen über Scaafraufen geſammelt hätte,: da dieſe doch ſo weſentlich auf die Reinhaltung oder Verunreinigung der Wolle wirkten. Als Antwort hierauf kann ich erwiedern, daß unter den vielen und. mancherlei Naufen, die ich in Schaafſtälz len geſehen habe, diejenigen dem Erfolge nach die zwe- mäßigſten waren, die ich ſo eben beſchreiben will. Der untere Theil beſteht aus zwei Brettern, die in Form eines Daches, unter einem Winkel von ohngefähr achtzig Graden anz einander geſchoben werden. An den untern Kanten dieſer Bretter werden kleinere als- Vorla- zen anbefeſtigt, um eine Art von Tröge zu formiren, da- mit nichts von Futter, als Körner, Kartoffeln 2c. verlo- ren gehn. Die Sproſſen werden faſt in der Mitte der Bretter eingebohrt, und zwar ſo, daß ſie nur um einige Grade von der ſenkrechten Stellung nac) außen abweichen. nter den Oberbäumen wird eine ſchmale Verſchalung, von etwa 6 Zoll Breite angebracht, und nac< außen ober- halb des Oberbaums eine etwas gewölbte Verdachung von höchſtens 6 Zoll Breite gemace von eigener Zuzucht zum Gebrauche in der Heerde ſo wenig als möglich dulden, wenn dieſe Heerde noch mancherlei Mängel enthält. Dieſe Mängel können nun in- der noch nicht ganz entſchieden guten Wolle, oder auß in Schwächen und körperlichen Gebrechen der Thiere lies; gen. Dann iſt es auf jeden Fall ein großer Mißgriff-|) wetin man anſtatt der ſelbſt gezogenen Stähre nicht liez| ber andere aus fremden Heerden nimint.' Ein nicht ge-,; ringerer"Mißgriff iſt es aber, wenn man Thiere aus, 1 = 561. fremden Heerden kauft, die man vielleicht in der eigetieit weit beſſer hat, und wo man noe aus andern Heerden gebraucht habe, weil in jenen Zeiten die Verſchiedenartigkeit der Heerden bei weitem nicht ſo groß war, als jebt, wo die Veredlung ſo all- gemein und auf ſo verſchiedene Weiſe betrieben wird; denn grade die mancherlei Miſchungen und Kreußungen, die man in neuern Zeiten in vielen Schäfereien mit Thieren aus ſehr verſchiedenen Heerden verſucht hat, haben manche Scuten zn Quantität und Qualität ſehr weſentlich verändert. Nach dieſen Vorausſeßungen ließen ſich über die aufges worfene Frage ohngefähr folgende Regeln als Antwort geben? Erſtens muß man bei dex Wahl der Bö>e auf Größe; Geſundheit und Fehlerloſigkeit des Körpers ſehen. Das in dieſer Hinſicht vollkommenſte Thier würde ich, wenn die zwei» te, gleich anzuführende Regel richtig befolgt iſt, ohne Bedene zen wählen, ohne NüFſicht, ob es von eigener Zuzucht oder aus einer fremden Heerde wäre. Zweitens iſt die Art der Wolle, welche das Thier trägt; genau zu betrachten. Unter Art verſtehe ic) den Wuchs und die Bildung: ob man ſie nämlich zu der gedrängt wolligen und kurz geſtapelten, oder zu der mehr dünnwolligen. und langgeſtapelten zählen kann. Ferner ob ſie wegen Sanftheit oder Barſchheit mehr zur Escurial» oder zur Negretti- Art ges zählt werden müſſe. Richtige Anſicht und Beurtheilung des herrſchenden Wollſcharakters der ganzen Heerde zu welches IL ---“- 162== man die Bö>e zu wählen hat, wird freilich dabei vorausges ſebt. Je genauer ein Thier nun dieſem herrſchenden Charak- ter zuſagt,- deſto eher iſt es zu wählen, ohne Rückſicht auf eigene Zuzue ſich ſelbſt ziehen könnte. Dieſe dürfen dann ihre Wahl nur nach den angeführten Regeln bei dem Ankäufe leiten, hauptſächlich aber darauf ſehen, daß ſie, ſo viel als nur immer möglich, bei ein und derſelben Race bleiben, und nicht, wie es wohl auch geſchieht, ein Jahr aus dieſer, und das andre wieder aus einer andern, im Wollcharakter oft ganz verſchiedenen Heerde kauſen, Denn bei dieſer Verfahrungsart bekommen ſie eine Wolle, welche.die Wollhändler eine wilde nennen, und von der ſie glauben,- daß fie noch in den erſten Graden der Veredlung begriffen ſei Der Stapel und das ganze Vließ ſowohr, als die einzelnen Wollhaare ſind bei ſolcher Wolle verſchieden und ſie iſt nac< der Wäſche meiſt filzig und un- ſcheinlich. Auch in ungewaſchenem Zuſtande auf den Schaa- fen hat ſie nie den reinen Glanz einer entſchieden, guten Wol» le, Dies kommt hauptſächlich von der Ungleichheit dex Wollhqare unter einander her. ] Aws 8 I1 I2 21 81 87 -- 103 116 120 125 I41 15,7; 162 BV77 179 184 201 230 251 258 260 DruFfehler, Erſte Abtheilung. 3, 3 von oben ſtatt erſtern lies erſteren. -- 9 v. U, ſtatt Kloppmeierſchen lies Klappmeierſchen. -=-12 von oben ſtatt umſchließt lies umſchließen. == x 1 von unten ſtatt berühen lies berühren. == 2 von unten, fehlt dur< einen Schreibfehler hinter den Wörtern, kieſig wird, folgendes: nachge: dacht, ohne der Sache genau auf den Grund zu kommen. ==. 4 von unten lies kaltgründig ſtatt kalkgründig« -=- 2 von oben lies Rotation ſtatt Rotationen« == 4 von oben ſchreibt== zu lies nimmt=> an+ -=-- 13 von oben ſtatt Barzdorf lies Bärsdorf« == 6 von oben ſtatt ſey lies ſeyn+ -=- 15 von oben ſtatt Barzdorf lies Bärsdorf« =. 21 von oben ſtatt ſtreitig lies ſtreifig. -- 7 von unten fehlt nach nur das Wört