Univ.-Bibi. Gliessen Ueber die ACHSG NENE APEN 7 PEG und „»„Hdepven Verbindung mit der Stallfütterung des Nuß- und Arbeitsviehes, als Fortſeßung oder Commentar des Karbeſchen Werks: 8.0.0:x die mögliche und nüßliche Cinführung der engliſchen Wechſelwirthſchaf von L Friedrich,(u O% M 1. Herzog zu Schleßwig-Holſiein-Be DES c(AN) a Leipzig, bey Gerhard Fleiſcher, dem Jüngern. L E20 Der Königlich Preußiſchen Märkiſchen dconomiſchen Geſellſchaft gewidmet von einem innigen Verehrer und Mitgliede dieſer, um vaterländiſches Wohl und Aufnahme der Landwirthſchaft ſiH äußerſt verdient machenden ehr würdigen Geſellſchaft, Friedrich, + Herzog zu Schleßwig-Holſtein:Be. OD ini.der Mark'Brändenburg und. ändern deutſchen Provinzen mögliche.und nözliche. Einführung,:der engli- ſchen"Wechſelwirthſchafe u:ſ- w. dargeſtellt:-von. Auguſt Kärbeu«ſ. w. iſtſeit der Erſcheinung von Thaers' Einlei? mid zur Kenntniß'der engliſchen Landwirthſchaft'u. ſ. w. eines der:wichtigſten'Bücher-für den practiſchen und) zu? Hleich denkenden Landwirth:" Es handelt gründlich, deute lich umd»practiſch den 5vorgeſezten' wichtigen Gegenſtand aby. und muß und wird für die Gegenden Deutſchlands, iw.denen dieLändwirthſchaft no< gegen manche-andere ſehr zurück-iſt;/-von den!wichtigſten und glüFlichſten: Folgen ſeyn.“Seit: mehrern Jahren ,. und ſchön: vor Erſcheinung de Thaerſchen- Schriften hatte ich den Gedanken gefaßt, daßidie Meklenburgiſche Eintheilung der Felder in Schlä- ge verbunden mit-Futterbau und Stallfütterung, eine der-vollkommenſten-Wirthſchaften geben müßte. Schon'bearbeitete icheinen Plan zur Einrichtung eines möiner/:Güther,(als die Einleitung zur Kenntniß:der eng? liſchen Landwirthſchafterſchienz" und mehrere meiner Freun de“hatte ichs ſchon- vorläufig:mit meinem. Plan befannt geinacht-“ Das:-Thaerſche"Werk ,. noch mehr aber„der Aufſaßz inden Annalen der niederſächſiſchen- YA [5] 4 uwmwanunnnn mee mrt irl ſchaft*) befeſtigte meinen Vorſatz, den entworfenen Plan auszuführen, jedoch einige Abänderungen damit vorzuneh? men. Nach und nach legte ich die allermehreſten meiner Vorwerke in mehr oder weniger Schläge, und gieng zu der Wechſelwirthſchaft über. Obgleich ic) nun hier und-dar Aufſätze über:Wechſelwirthſchaft; Fruchtwechſel;; Feldein? theilungenz uſ»w. zu ſehen bekam, ſo-ſchien es mir doch an einer"ſyſtematiſchen. Behaudlung/- dieſes Gegätſtandes zu fehlen.“ Endlich erſchien:ein Aufſaß von Herrn-Pros feſſor Weber“ über den! Fruchtwechſel«-und die Ein- theilung der“Felder:in Arten'5 aber nur in. einem Aus? zuge ,.(der“:bey) dem vielen Gutem; 7 welches er:zenthaält, dennoch. nicht:„ganz“ ſo» vollſtändig»war/-wiegich die? ſen Gegenſtand'abgehändelt zu ſehen wünſchte; Mehrere Fahre-hindurch-hatterich Über“ die zwei>mäßigſte Einthei? lung derFelder, über Fruchtwechſel und Verbindung der Meklenburgſchen-Wirthſchaft: mit StallſütterungZnd. den dazu erforderlichen.regelmäßigenFutterbau nachgedacht: da ich dieſe"Materie/,nun-practiſch» behandelte; zugleich aber-Behufs dieſer practiſchen. Behandlung;meine; Ge? danken über 1das- ganze Geſchäfte aus'einänder/ſelzen,- und alles mbglichſt genau berechnen'mußtez ſo-glaubte- ich viel- leicht-etwas Guteszu ſtiften; wenn ich ein Werk über;die zwekmäßigſte Eintheilung der Felder; zum Uebergatige.8us der Dreyfelderwirthſchaft zu einer vielfeldrigen Stallfüt2 terungswirthſchaft, bearbeitete."Futterbau uüd daranf.bes *) Zwehten Jahrgangs ztem Stücks Seite 398 ſſs 3 ruhende Stallfätterung ſind die Grundpfeiler dieſes Wirth- ſchafts- Syſtems;. beyde als ſolche darzuſtellen, war mein Vorſaß, und ich hatte mich bereits an meine Arbeit ge- macht, als das oben genannte Werk des Hru. Karbe er- ſchien»; Es handelte meinen vorgeſeßten Gegenſtand ntit wenigen Abänderungen nach einer Eintheilung ab, die-bey- nahe genay).mit der von mir erwählten übereinſtimmte; und es würde;meine Arbeit ganz unndthig gemacht haben; wenn: nicht Eine Verſchiedenheit unſerer Meynungen in Rüfſicht auf. Stallfütterung ſtatt fände, indem Hr. Karo be dieſe nur als. dereinſtige Folge: der Wechſelwirthſchaft betrachtet. Dieſer Unterſchied uuſerer Meynungen, brachte mich auf. den Gedanken, daß eine Gegeneinanderſiellung derſelben. für: die Sache ſelbſt nicht anders als nüßzlich ſeyn) dune,- Auf keine Art aber Fonnte dieſe Gegeneinz- anderſtellung“beſſer bewerkſtelliget werden ,/“ als wenn ich das Karbeſche- Werk zum Grunde legte,.;ihm. in-+ſeiner ganzen-Eintheilung folgte, dasjenige heraushob, was ich daraus-anführen mußte, und ſolchemnach- gewiſſermaaßen einen Commentar über dieſes vortrefliche Buch machte, Dieſes Founte und wollte ich' aber nicht ohne Vorwiſſen.und Genehmigung: des Hrn. Karbe thun.“ Er:-hat-mir.ſeine Einwilligung ertheilt, und ich ſtatte ihm dafür, hier dffents lich meinen herzlichſten Dank'ab. Bey jeder Stelle des Karbeſchen Buchs, welche- im hieher ſeen“werde ,; iwerde ,ich“die Seitenzahl beyfügen, und meine Zuſätze“ und Bemerkungen einklammern,;- A 2 Abſchnitt kv Begtiff und Endzwe der engliſchen Wechſel? wirthſchaft. Seite 9. OD: engliſche Wechſelwirthſchaft iſt dasjenige AFerſyſtem, welches durch das möglichſt beſte Verhältniß zwiſchen künſtlichem Futterbäu“und Geträydebäu, und durchdie'möglichſt vollkommenſte AFercultuk, die der Lo- calität mvglich grdßte'Production abzugewinnen ſucht. (Je mehr ein AFerſyſtem der Localität angemeßen iſt und.derſelben'ängepaßt werden känn, deſto vollkommner kann man es nennen?" Kein Syſtem aber'kann jeder-Gegend, jeder Läge, jeder'Art des Bodens mehr angepaßt werden keines leidet mehrere und'verſchiedenere Modificationen; als dieſes vielfeldrige; Fehdrig angewendet, muß es alſo das vollkoms menſte ſeyn.'Es kann der Verbreitung dieſes'Syſtems nichts im'Wege ſtehen, als Vorurtheile; welche jeder Neurung, ſie ſey fö'Fut/'ſo'nuzbäar 7'ſo' nothwendig ſie wolle entgegen ſindy und"äFuf dieſe Vorurtheile' gegründete Bevenklichkeiten. Dieſs Vowuttheile können nur näch und näch durch glück? liche"Beyſpiele"beſiegt /' und dädurc 424.) 5 Dieſe Hinderniſſe-zu heben, muß der Wunſch jeder' Re- gierung ſeyn.- Vorſchläge, wie ſie am leichteſten gehoben, oder wenigſtens unſchädlicher gemacht werden könnten, ges hdren hier aber nicht her.) S.4x5. Die Dreyfelderwirthſchaft== ich meyne hier zunächſt: die gewöhnliche mit ſchwarzer Brache=- wird von den) beſten Wirthen das.ausſaugende Syſtem ge? nannt. (Der Verfaſſer meynet, gläube ich, durch ſchwarze Brache-einedrey bis vier Mal. gea>erte Brache. Wie viel ausſgugender aber muß dieſes Dreyfelderſyſtem da ſeyn, 1w9-die Brache nicht im Herbſte- nach der Erndte des Sommergetraydes geſtürzet, und im Frühjahr: gewen- det, ſpäterhin gerühret, und alsdann; erſt zur neuen Winz: terſaat gea>ert wird, ſondern wo das Stürzen allererſt nah Johannis anfängt, oft auch bis ſpät im Julius qus- geſelzet'wird 3 wo. die Beakerung oft ſo nachläßig ge- ſchiehet, daß bey. der Saatfahre nichts vom vorhergegan- genen Stürzen zu merkeniſt!. Hr. Karbe ſagt weiterhin große und wichtige Wahrheiten über die ſchwarze Brache; allein orthodoxe Dreyfelderwirthe beherzigen ſie wenig oder gar nicht, Es iſt.den mehreſten Menſchen ſchwer,-ein einmal angenommenes Syſtem, gegen ein neues zu vertauſchen, ſey es in der Landwirthſchaft ,+ oder in der Religion, oder in der Philoſophie“ u;ſ. /w. Theils; hält man ſich-vott/-der, Unfehlbarkeit des. alten bekannten Syſtems durch eine viel leiht falſche Veberzeugung verſichert, theils ſcheuet man- ert wird. Der Vichſrand kann bey einer ſolchen'Wirthſchaft'nur in Menge und Gü- te gering und unzulänglich ſeyn; weun'man nicht Neben? triften hat. S. 15, Einige ſuchen die|Mängel- dadurch" zu heben, daß“ ſie Klee- und Brachfrüchte indie'Dreyfelder-Brache bringen ,“ und dadurch“ mehr Futter zu gewiunen ſuchen, Ueber dieſe Wirthſchaft' mag ich:im: Allgemeinen nichts) ſa- gen, weil ſie meiſtens noch verderblicher iſt,“als die mit ſchwärzer Brache. Der Klee wird in die zweite Tracht ges ſäet„“ und' geräth ſelten;“ und“ſeltner noch'geräth das Ge- trayde,“ welches in ſeine verwilderte Stoppel geſäet wird. Düngung verſchafter wenig, weil er in der zweyten Tracht nicht: Kräfte genug fand, um eigentlich eine gute Erndte zu'geben<.--Winterkorn nachher geſaet),'machte»ſeine bal- dige Uma>erung-nothwendig. Da der Boden:durch zwey Getrayde-Trachten verwildert war, und alſo einer reinen Brache bedurfte z ſo wird der Klee unrein, und hinterläßt das.-Land+ in Feiner: für die Vegetation“ günſtigen Lage, Daher lehret e3die Erfahrung, daß er gewiß mißräth, wenn man ihn nach drey Jahren wieder auf dieſen AFer bringen wollte... Unter dieſen für. den. Getraydebau nachtheiligen Umſtänden ſind viele von. dieſerx- Methode zurü& zur leeren Brache gekommen,„weil ſie. eingeſehen haben, daß. der Klee, auf dieſe Art gebaut, wohl nie ganz; die Stelle der Brache vertreten kann. Ue berfluß an. Wieſen läßt ſich jedoch alles möglich machen allein wenige haben ſie im Ueberfluß. Weberfluß an„Wieſen iſt überdem- ein ſehr relativer Begrif. Ein. Wirth, der gewohnt iſt, ſein Vieh reichlich und gut den Winter über zu füttern, würde das gewiß Mangel nennen; was, ein an die wahre, aber leider ſehr häufige Hungerfütterung, wobey es. nur allein auf die bloße Erhaltung. des Lebens ankömmt, gewohnter Wirth für Ueberfluß hält.. Eine große Menge Wirthe erſchrit gewiß über„die einer. Kuh, in der-2ten, Auflage-von Ber- gens Anleitung zur. Veibeſſerung der Viehzucht S4 599 beſtimmte Futtermenge, und hält. es. für ebenſo unmdg- Lich, daß. eine Kuh die Menge. Futter. verzehren könne,mäßigſten/ weil die Lage des A>ers ſich zu dieſer Eintheilung am beſten qualificirte, indem, mehrere-Schlä- ge anzubringen, die Localität nicht geſtattete, Die Ros tation beſtimmte-ich'auf folgende Weiſe: rt. Miſtbrache, 2, Weißen: 3: Gerſte mit Klee, 4. Klee, zum einmaligen Hauen; und zur Hutung, - wenn'die Brache gepflügt iſt. 5, Klee zur Weide bis.Johännis-, dann gebraacht, 6, Roggen. 74 Hafer, 12 Ein Schlag) konnte gedüngt werden. in Erwartung eines guten, Kleeheugewinnes aber hatte ich-geirrt, Selten konnte ich-ihn mehr, als zur Weide, gebrauchen. Wenn er auch im Frühjahre ſich noch ſo ſchön begrünt-hatte, ſo wuchs er doch nur ſparſam,ſo bald er in die Blüthe treten wollte. 1 Daher konnte nur guf den beſten Fle&Xen. Kleeheu gemacht werden, und das. andere: mußte ich abhüten laſe fen..) Ich that daher auf die Stallfütterung. gänzlich, Ver- zicht„: und befand mich gegentheils ſehr wohl dabey, ihn, vom Frühlinge an, mit den Schaafen und Kühen.in der. Folge abzuhüten, und nur einen kleinen Theil zu Klees heu zu beſtimmen. (E5.:wäre. zu wünſchen, daß. der-Verfaſſer hier ſeine Gründe“ aus. einander geſeßet: hätte,“ nach welchen er bey Eintheilyng ſeines Feldes zu Werke gegangen iſt. Der Uebergang von einem Wirthſchafts- Syſtem zum andern iſt unſtreitig das wichtigſte: Unternehmen eines Landwir- thes, und muß:nach unumſtößlichen, wiewohl:der Locali- tät angemeſſenen Grundſäßzen;, vorgenommen werden. Gleich dem Verfaſſer begann auch ich eine veränder? te Wirthſchaft, welche ich nicht anders als die Viels feldrige- Stallfütterungswirthſc<'aft nennen kann. 1 Ichhatte: zehen Vorwerke von ganz verſchiedenem Boden und verſchiedenen Bedürfniſſen einzutheilen; ſie waren.zum Theil in 3 Feldern, zum Theil ohne eine ganz regelmäßige Eintheilung bewirthſchaftet worden.(Es iſt nicht vernünfriger Weiſe möglich/ allen dieſen Vorwerken ud SR eine und dieſelbe Eintheilung'zu geben. I<'hatte-außer dem, was ich in den Thaerſchen Schriften“fand; keine weitere'Anleitung zu meinem“ Unternehmen.““-Ein- Paar meiner Freunde in Schleſien'hatten ihre Wirthſchaften be- keits umgeformet; allein meine Lage war vvn der ihrigen ganz verſchieden; ich mußte'alſo Fanz verſchieden händeln. Feſte;"beſtimmte Grundſäße", wonach ich handeln konnte, aufzuſuchen" und feſtzuſtellen,“ war- das Erſte, was ich thun mußte." Dieſe Grundſäße waren folgende: 1.'Man verſchaffe ſich dur richtige, ſpecielle Vermeſ- ſungen“des Guths, und Claſſification'des' AFers ge- naue Kenntniß des einzutheilenden Guthes und aller ſeiner einzelnen Theile, 2. Man beſtimme, wie viel AXer jährlich nach gage gäbe der'Güte des Bodens gedüngt werden müſſe. 3. Man berechne genau die zu Bedüngung"der äusge- mittelten AFerfläche erforderliche Düngermenge, mit Rückſicht? auf die jedem'Boden zuträglichſte"Gättung von Miſt und anderm ſich zu verſchaffen bir Dünger. 4. Man berechne, nach dieſem ausgemittelten"Dünger2 bedarf, den zur Erzeugung deſſelben erforderlichen Viehſtand jeder'Art, 5. Dieſe' Berechnung des Viehſtändes zeiget!“uns den erforderlichen Futterbedarf/ welcher nah" richtigen und'ſichern-Grundſäßen“ſo beſtimmt wird 5" daß“ alles Viehjedei“'Art reichliches' md gutes Futter erhälte.. Hierzu gehdren nun ſolche Gewächſe und Futterkräu- ter. welche ſich zugleich in einen guten, dem Locale angemeſſenen-Fruchtwechſel aufnehmen laſſen.. Dieſe Beſtimmung„des-Futterbedarfs: jeder-Art,“den wir überdem, um in keine drückende Verlegenheit-zu gerd then,“annehmen. müſſen, giebt, 6+ die:zum Anbau-der. erwählten Gewächſe“erforderli? „er- ſtü& zu bringen; ſo Xdnnen wir; wiſſen, in„wie viele Theile oder Schläge jedes. Vorwerk, gelegt;werden müſſe.| Die von Hu.:Karbe-S;:27 0. f+ gezogenen Reſultate, x. daß das baldmdglichſte Umpflügen-des A>ers nach ver. Erndte vortheilhaft»ſey; 2."daß der Aer. bey zwe&>mäßiger- Cultur'/“ ohne müößige Brache, in der, ſchdyſten Tragbarkeit er- halten werden könne; 34daß der Anbau. von Runpkelrüben und Kartoffeln zum, Viehfutter ſehr vortheilhaft ſey; 4. daß er durch Erfahrung von den Vortheilen des „Anbgaues der Wicken zu Heu überzeugt ſey; kann ich'geradehin guch aus meiner eigenen Erfahrung be- ſtätigen„+ wenn dieſes noch ndthig wäre, und wir. nicht ſchön ſo. viele Verſicherungen und Ueberzeugungen davon I5 FSS. hätten„daß ein hoher. Grad:von/ Unwiſſenheit: oder Un? glauben. dazu gehört, um ſie-zu bezweifeln. ad 5, Ueber wen Anbau anderer Futtergewächſe: kann ich. nicht aus Erfahrung ſprechen). da, ich-mich, reinen. ſehr glücklichen Verſuch: im Großen-mit,der.Luzerne ,ausge- nommen /blos.auf-den Anbau"des»- großen. rothen: Klees, der Kartoffeln und Runkelrüben eingeſchränkt habe; ad 6. Hr;-Kaybe empfiehlt; den Klee! mit dem-Roggenw in.die erſte Tracht.zu ſäen;+ Ich-habe Roggen in:-gut/ge? düngten Kartoffel-; und: Wienaer„und;im erſten“ Früh» jahr Klee. aufdie. zunge-Roggenſaat, geſäet„dieſe:aber:ſo- dann.-überwalzet.: Der. Roggen.iſt beſſer; als jede: andere, und.der Klee-in den folgenden zwey: Jahren:/vortreflich gerathen..;„Klee; ynter Weißen zu ſäeu,“habe-ich)nicht“ver- ſucht, da mehrere Wirthe, diezes:gethanshaben;,1-ſehr Achlechten: Klee:gebaut-haben., Da; Hrz;Karbe indeſſein.weie terhin ſaget/%*),,5daß der Klee; bey. ihm; mit. Weißen ge- ſaet„gut, gerathen iſt, ſo bezweifle.ich nicht“die| Möglich? keit. davon5..doch. fürchte im immer. daß: der/ſtark: beſtoc>te und. geil: aufwachſende Weißen den jungen Klee ſehr:zurükz2 halten;«und nicht. vor. der Erndte.auffommen laſſen: mdh<- te... Eins,;will ich. hier aber noch erinnern, nämlich: 7daß ſchmale und runde, Beete/-wie-ſie:anden:/mehreſten Orten zum-Wintergetrayde- gemacht werden“, ſich: zum; Kleebau gar nicht ſchicken,;. Theils iſtes-nicb- ten Früchte"auf die, wohlfeilſte Axt! zu bauen 5 daß dieſe die'Maſtung erleichtern, und“die“Düngervermehrung'un- «glaublich“befördern/ auch'der: Veredlung der“Schäafe"die Hand"bieten."Dieſe"iſt eine! Sache“für ſich)«über dierich mich! in/meinem Verſuch' über die Schaaäfzucht in'Preußen Wweitläuftig erklärt“ habe; ad-107 Aeußerſt'wichtig-'und'belehrendiſt" dasjenige, zoas. uns hier*) der Verfaſſer ſagt." ZWaſſertübenz“wel- he in die Stoppel'des frühen Flachſes,"und'inm Roggen? »ſtoppel' geſaet“ würden"/“ hielten"ſich ini Lände"; ohne:zu erftieren, bis zum'Frühlinge:" Sie“häben!'bey' uns" die „härteſten Winter'ausgehälten /“und'häben! ſowohl" für 3;Menſchen 5. als" Vieh/ im Frühlinge;' wehn'“ſie aus 5/dem'A>er'genorimen“ werden,' einen"viel beſſern Ge? ſchma&/' als im Herbſte:' Dieſe Proben'im'Kleinen''ges „ven mit die ſchdnſten"Hofnungen für ihren“Anbau im „Großen,“ Anch *) Seite 32. 17 Auch ich habe dieß Jahr dieſe Erfahrung mit einer kleinen Parthie Teltower Rüben gemacht. Dieſe waren zufällig im Herbſt 1801 in der Erde geblieben, und zeigs ten fich ſchon im erſten Frühlinge wieder. Das. ganze Stü> war mit ihrem Kraute bezogen; die Rüben waren vollkommen gut und unbeſchädigt geblieben, da wir doch bis 19 Grad Kälte hatten, und trugen eine große Menge Saamen. Eben ſo ſahe ich bey einem meiner Nachbaren im Garten Kartoffeln, welche den Winter in dex Erde geblies ben waren, weil ihn der Froſt übereilt hatte, ſo ſchön ſtehen, als wenn ſie gepflanzt worden wären, und ſie gaben eine ſehr gute Erndte, Wie viel Arbeit köunte man im Herbſte, und wie viel Sorge wegen der Aufbewahrung im Winter erſparen, wenn man es wagen dürfte, einen Theil dieſer Früchte den Winter über in der Erde ſtehen zu laſſen! Eine Reihe von-Verſuchen und Erfahrungen muß uns hierüber näher belehren. Doch müßte man nicht zu viel Kartoffeln und Räben in der Erde laſſen, um nicht bey etwan ſpätein- tretendem Frühlinge in Verlegenheit zu gerathen,. Faule Winter dürften jedoch dieſen in der Erde liegenden Früch- ten, beſonders in lehmigtem Boden, tödtlich werden, wenn ſie gleich im Sande weniger leiden würden. ad. 11, S. 33. ſägt der Verfaſſer ſelbſt, daß dieſe Erfah- rungen und Verſuche noch nicht in dem Betriebe einer ſchon völlig eingerichteten Wechſelwirthſchaft gemacht, ſondern aus der beſtehenden Drey? und Siebenfelder-Wirthſchaft abſirahirt find, Er wüüſcht, daß forſchende und prüfende BV „Be, Leſer ihre Meynung darüber mittheilen mögen. Dieſes hat mich hauptſächlich zu gegenwärtigem Commentar ver anlaßt,: indem ich es für das zwe&mäßigſte halte, meh?| rere Meynungen über ſo wichtige Gegenſtände neben einan-| der zu ſtellen, um. durch deren Vergleichung der Wahr? heit immer näher zu kommen, Die Verſchiedenheit der Meynung des Verfaſſers von der des Herxn von Blanken?- ſee übergehe ich ganz, da ich die Wirthſchaft des letztern gar nicht kenne, ihn ſelbſt aber, als einen mir werthen al? ten Bekannten, innigſt ſct zu werden, eben ſo viele '< jele I9 Erndten, und zwar mehrentheils ohne wiederholte Dün2 gung hervorzubringen, zugleich aber auch während dies ſem Ruhejahre eine hinlängliche Weide für das Vieh al- ler Art hervorzubringen„/“ und dem Landwirthe Zeit zu verſchaffen, hinlänglich den Aker zu der nächſten Winter? ſaat zu bearbeiten. Man kann indeſſen drey Arten von Brache annehmen, welche aber weſentlich von einander ver- ſchieden ſind, und zwar durch die Art, wie ſie behandelt werden, und durch die Wirkung, welche dieſe verſchiedene Behandlung hervorbringt. Gewöhnlich liegt der dritte Theil des Feldes brach, und zwar von der leßten davon genommenen Sommergetrayde-Erndte bis im Junius oder Julius des nächſtfolgenden Jahres, ohne bis dähiu ge- gert zu werden, und dienet während dieſer Zeit blos zur Weide, die, je nachdem der Boden beſchaffen,'und die Witterung dem Graswuchſe günſtig oder ungünſtig iſt, beſſer oder ſchlechter, reichlicher oder ſparſamer ausfällt. Zu Ende Junii oder Anfangs July wird eine ſolche Bra- kten Früchten, oderer hat mit dem Sommer- getrayde Klee hinein geſäet, welchen er im Brachjahre nüz- zet. Bey dieſer Behandlung aber fällt der Endzwe> der Brache, Benußzung zur Weide, oder Gewinn an Zeit zu Bearbeitung.und Düngung dieſes A>erſtü>ks weg; es bleibt nichts als der Name Brache übrig, der aber nicht mehr paſſend iſt. Eine Wirthſchaft, wobey ein Theil der Brache mit. irgend einer Frucht regelmäßig beſtellt wird, hdrt auf, Dreyfelder-Wirthſchaft zu ſeyn, und wird, je nachdem der 4te, Zte, oder 2te. Theil: der Brache regel- mäßig Früchte träget, gewiſſermaaßen eine 12, 9, oder 6 Felderwirthſchaft, indem 3. B. wenn der dritte Theil der Brache Erbſen trägt/ 2 des ganzen Feldes Winterge- trayde, 2 Sommergetrayde, 3 Erbſen, folglich 5 Früchte tragen, nur2 brache liegen, und alle drey Jahre ein:an- derer Theil derſelben Brache geſdmmert wird. Der ganze Unterſchied zwiſchen dieſer und der regelmäßigen Wechſel- wirthſchaft iſt dieſer, daß bey der leßteren das ganze Feld 21 in 9 Theile„Fetheilt ſeyn würde, von denen“zwar auch allenfalls drey Winter- und drey Sommergetrayde tra- gen» künnew,«ohne. aber gerade neben einander zu liegen, Auch' würden:die bey der. Dreyfelderwirthſchaft mit ges ſdmimerter Brache, nach dem angeführten Beyſpiele übrig bleibenden zwey Dritttheile der Brache bey der Wechſel? wirthſchaft mit Futtergewächſen beſtellt ſeyn. Eine ſol- aft-zu werden; Eine ſolche Zwitterwirthſchaft hat Vorzüge: vor der'reinen Dreyfelderwirthſchaft, wenn ſie wenigſtens /deny6ten Theildes ganzen Feldes jährlich bedüngen; kann, ohne Kleebau'zu bedürfen, Bedarf ſie dies ſen>ſo iſt ſie:die unvollkommenſie- Wechſelwirthſchaft, in dem fie den Klee früher, älsjede andere, auf daſſelbe A>er- ſtüd“bringen muß< Je mehr'Schläge eine Wechſelwirth2 ſchaft) aber hat, zjeimannichfaltiger ihr Fruchtwechſel ſeyn kannvund- je ſpäter ſieden“ Klee"auf daſſelbe A>erſtüX bringt; deſto'völlkommner iſt-ſie,“Aus dem vorigen erhel: let nunz"daßreine Wirthſchaft in Dreyfeldern, wovon das- jenige; welches Brache"genannt, jedoch" zu irgend ei- ner Frucht angewendet wird,"nicht mit Recht. Dreyfelder? wirthſchaftgenennet werden kann, Ich verſtehe demnach untet»Dreyfelderwirthſchaft blos die mit reiner oder ſchwar- zer“ Brache; /I< wuß hier noch eines Endzwe&s der Brax He erwähnen, nämlich der Vertilgung des Unkrauts, und der Ruhe. des Akers. Die Erfahrung hat'gelehrt'; daß ein AFer- es nicht lange aushält', halmtragende,“ oder grasartige: Getraydeſorten mach einänder zu tragen.“ Man hat daher geglaubt, ihn von'ſelbigen ausruhen zu laſſen, ohne.zu' bedenken, daß er doch andere Gewächſe“die'wir Unkraut nennen; träget.'Wennein ſolc< es, Unkvaut'tra- gendes Stück AFer aber gänzlich unbeweidet'bliebe',"ſo würde“ das Unkrant in Saamen-ſchießen ,/'und' ihn) noch mehr) entkräften. Da. nun.abex die: Brache zur Weide ge braucht-wird„und gebraucht werden: muß; Jo kann das Unfraut nie. in dem Brächjahre zum Saamentragen!kom= men.. Dieſes Abweiden' iſt“ alſo»eine"Wohlthat für“ den A&>er,!'indem wenigſtens in| dem Brächjahre'kein friſcher Unkrantſaamen hinein kömmt;'4 Allein'wenn'man'glaubt, daß durch einjährige Brache»das-Unfkraut vertilget werden kdnne, ſo täuſcht man- ſich. ſelbſt: denn geräde die ſchädlichſten Saamen liegen mehrere Jahre in der Erde, und werden nur dadurch, vertilgt:; daß der“A>ev, dfters umgebtochen, friſcher-Saamen aus der Tiefe'an-'die Oberfläche gebracht, und das“ Kraut vor der» Reife; des Saamens-' es ſey durch wiederholtes'A>ern/„ Abweiden oder Abmähen, mehrere Jahre Hinter einänder zeuſtört wird, Dieſe Zerſtdrung' des Uvfrauts. erreicht der'Me&- lenburgiſche/ Wirth großen /Theils.- durch“ ſeine- mehrere Iaghre dreeſchliegenden Weideſhläge. Er. erreicht noch eis nen Endzwe>z dieſen nämlich, daß der Aer“ in“drey, „Ar, Ner bis" fünf Jahren eine ſtärkere Grasnarbe erhalt und beſſere-Weide liefert. Durch dieſes lange Dreeſchliegen erhält der A>er auch aus der Luft neue Kräfte, die ihn wieder geſchi&t machen, Getrayde zu tragen. Daß er beym Dreeſchliegen neue Kräfte erhält, iſt eine auf Erfah- rung gegründete, unbeſtrittene Wahrheit. Eine Be- ſtimmung der:Art, wie/ und'der Stoffe, durch welche der Aer dieſe neuen Kräfte erhält/'gehdrt nicht hieler; und dem: gemeinen, blos practiſchen Landmann iſt es gleich- gültigz=ob» Kohlenſtoff oder irgend“ein anderer die Frucht- barkeit. ſeines“A&ers befdrdert3"er kennt weder'den einen noch deu andern; und begnüget ſich daran,' den wohlthäti- gen Einfluß: dieſer Einwirkungen der Luft'zu genießen, oh- ne ihre Urſache zu erforſchen.) S. 384 Die Mecklenburger Schlägewirthſchaft ſacht ven Zweck'der-Weide-in eigenött Schlägen, und gewiß mit weit glücklicherm Erfolge zubefriedigen; und der Flächen? junhalt der-eigentlichen Brache iſt“ um die Hälfte kleiner, als in derDreyfelderwirthſchaft> Niemand wird es wohl leugneu;1>daß-der Melenburger'in dieſer Hinſicht'ſeinen Zwe, und die Erreichung deſſelben, beſtimmter vor Augen hat, als:der Dreyfelderwirth. Daher hat auch die MeXo lenburger-Schlägewirthſchaft in ihren Grundlinien.mit der Wechſelwirthſchaft viele-Aehnlichkeit, in.ſo ferne ihr einer? ley Anzahl:von Schlägen zum Grunde liegen. Dieſe leßz» tere aber-unterſcheidet ſich vonder Schlägewirthſchaftwe- ſentlich dadurch, daß die halmtragenden Getrayde-Arten 24 nicht nach einander, ſondern ſo viel, als die/Folgeordnung es verſtattet, in Futtergewächſe eingeſchaltet werden, auch dadurch, daß die Wechſelwirthſchaft keine ſchwarze, noch weniger reine Brache hält, und auf eine ſtärkere Frucht? barkeit und Vegetation des AFers berechnet iſt, daß viele Futterfräuter gebaut werden,die Weide mit-edlem Klee und. Grasſorten angeſäct ,« und; nicht: der“wilden Natur überlaſſen wird. Die grdßere Anzähl Vieh,der mehrere und beſſere Dünger,„der höhere Getraydegewinn, und Überhaupt die in ihr herrſchende. Induſtrie! die“ mehrere Beſchäftigung der arbeitenden Menſchen zu'ſallen Jahres? zeiten) und der-hdhere Ertrag: den ſie verſchaft; könnten ihr wohl den Namen der veredelten Vielfelderwirth- ſchaft beylegen. S. 39+ 1, f. Die, Grundſäße derſelben ſind, wenn man nicht. eine beſtimmte Modification derſelben vor Au- gen hat"nur einer: allgemeinen Beſtimmung, fähig/ und dürfen. keine individuellen Beziehungen auf.einzelne Wechs ſelwirthſchaften, Fruchtfolgen, und anzubauende Gewächſe annehmen. Dieſe allgemeinen Grundſätzewürden ohnge- fähr alſo lauten: TI. Ueberlaſſe feinen Theil deines AFers der wilden.Na- tur, ſondern zeige: ihm durch Saatund Pflanzung die Gewächſe, die erhervorbringen ſoll. 2, Suche dein Feld in.dieiſtärkſte Wirkſamkeit der Ve- getation zu ſeen, um/die möglichſt grbßte-Menge von Production zu erhalten, "55 Emmen 3. Bearbeite den Aer auf die mdglichſt vollkommeriſte Weiſe, und ſpare keine Koſten, wenn es darauf an2 kommt, denſelben in beſſere Cultur zu ſeen, und eine zwe>mäßige Frucht anzubauen. 4. Suche den Aer beſonders dadurch. der Luftdüngung auszuſeßen, daß du ihn vor Winters, und, wo mög2 lich, gleich nach der Erndte in rauhe Oberfläche legſt z den ſchweren AXer nämlich durch den Pflug, dem leichtern durch ein anderes Aerinſtxrument, welches nur die obere Erdſchicht abſchabt, aber nicht bis. zur. völligen Aertiefe eingreift, 5. Die Reinigung des AFXers vom Unkrant' muß haupts- ſächlich durch reinen Sgamen, durch Bearbeitung des Akers mit der Ha>Xe, durch Umbrechung deſſel- ben vor Winters, und durch Gewächſe geſchehen, welche das Unkraut erſti>en, 6, Suche den AFer zu der folgenden Frucht ſchon durch die vorhergehende zuzubereiten, und laß alſo die Früchte ſo auf einander folgen, wie ſie aim be? ſten unter ſich harmoniren. 7. Baue ſo viele Futtergewächſe, und ſuche dadurch den-Viehſtand ſo zu verbeſſern, daß die verlohrnen Kräfte des AFers nicht allein dadurch wieder erſeßet, ſondern, wo möglich, noch erhöhet werden, Warte aber mit den Futtergewächſen nicht, bis der AFer ſchon durch Getraydetrachten entkräftet. iſt, 26 83. Richte dich' in der-Bearbeitung und dem Betriebe der: Wirthſchaft immer in der Art nach der Zeit und nach Local- Umſtänden, daß der möglichſt hdehſte Er- trag von deinem Landguthe zu gewärtigen iſt. 'S. ar. Mangel an Weide, Mangel an Miſt, Ver- ſchwendung des AFers durch die Bräche, und Ausſaugung deſſelben durch zwey hinter einander folgende Getrayde- Fachten" ſind die Uebel,"welche! gewiſſermaaßen mit der Dreyfelderwirthſchaft nothwendig verbunden ſind. Selbſt vie'Haltutig der Brache iſt darinn faſt unumgänglich noth- wendig; denn die Brache ſoll -+L« das, Land. reinigen, 2; Sommerweide verſchaffen, Z+ dem Boden eine ſolche Miſchung und Haltung wie- der.geben, daß, erzur folgenden Winterfyucht weder zu feſt, noch zu lo>er. iſt, 4. Luft, Sonne und Regen ſollen ihre wohlthätigen Einwirkungen dem Aer mittheilen, und ihm einen Theil feiner verlohrnen Kräfte wieder erſeßzen. 5. Brache ſoll Raum für Miſt und Hordenſchlag geben. 6 Das Land ſoll auf dieſe Art geſchickt gemacht wer- den, wieder zwey Getraydetrachten hinter einander auszuſtehen, und gute Erndten, ſowohl in Stroh als Kern, zu geben, (Obgleich ich ſchon, beyErklärung des AusdruFes Brache gach meinen Begriffen, einen Theil des hier geſagten vor? 27 geträgen habe ſo habe ich dasjenige; was"Hr: Karbe hier darüber ſagt, doch nicht'unangeführt laſſen können?) S. 43. u: f.' Da der Wechſelwirth“ dieſe Brache“ nicht kennt, ſo muß er.die Zwee derſelben,' und alſo'die-Be- dürfniſſe des A>ers auf eine andere eben ſo gute Weiſe:zw befriedigen wiſſen;"und daraus ergeben ſich folgende'poe ſitiven Grundſäße und Regeln der Wechſelwirthſchaft:: 3 1, Derurbare Flächeninnhalt eines Landguthes.wird nur zur Hälfte mit Getrayde beſäet; die andere Hälfte trägt Gewächſe, welche zu nichts anders, als zu Som- "mer- und Winterfutter, zur Weide, oder zur Stall fütrerung beſtimmt ſind. Je leichter und ausgeſog» ner'die' Wechſelwirthſchaft' den“Boden fand;» deſto mehr muß“ auf den Anbäu'"der!Futtergewächſe geſe? hen werden.:1- Wenn bey-einenn Landguthe wenig oder gar„keine Wieſen ſind, ſo. ſind. 4 bis 5. Neuytheile nicht.zu viel. zu dieſem Behufe.-. Eingezäunte Hu2 -tungspläße ſind in der Wechſelwirthſchaft nicht mehr ndthig, und können alſo in urbares Land verwandelt, 'und ein Jähr ums andere zu Getrayde und Futterge? wächſen benußzet werden?" 4' (Bereits iar rſten“ Abſchnitte'-habe ich! die-Grundſäße angeführt„nach? welchen'ich:bey der Veränderung meiner Wirthſchaften zun Werke“giengs)?!Dä“ſie. ſich grdßtentheils aber nur aufdie Eintheilungender Felder ,/ dieſe:von Hrn, Karbe gegebenen Regeln aber auf. die Beſtellung der Schlä- ge ſelbſt beziehen, ſo: will: ich ſuchen, jene und dieſe-Stunda ſähe. mit einander zu-vereinigen, und alsdaun/Regeln, dars, aus-zu folgern. Meines Erachtens läßt ſichmicht allgemein beſtimmen, wie viel: Aer bey/der Wechſelwirthſchaft"dem Futterbau: wie: viel dem. Getraydebau, beſtimmt werden Xdnne und müſſe. Als, Hauptgrundſaß-der"Wechſelwirthe ſchaft/; oder der veredeltenzvielfeldrigem:Stallfüt- terungswirthſcer genau nach ſeinen Bex ſtandtheilen, und erwäge gründlich, wie-viel:jähr? rige Düngung ihm bey einem angemeſſenen Fruchtwechſel nothwendig ſey; und wende dann ſo viel Acker zum Futterbau au, daß du mit Sie? cherheit ſo viel Futter zu erbauen hoffen könneſt, wie du brauchſt, um das zu Erzeugung Hes er? forderlichen Düngers ndthige Vieh jeder ,/ nach Localumſtänden erforderlichen Art reichlich und gut zu ernähren, und dadurch mit Sicherheit den für die beſtimmte Ackerfläche nöthigen Dünger zu erhalten.) 2, Die Wechſelwirthſchaft wendet ferner nicht erſt die letzte' Kraft des AFXers dazu an, um Viehfutter zu gewinnen, wie dieſes in der Meklenburgiſchen Schlagwirthſchaft geſchiehet, ſondern ſie ſiehet die Futtergewächſe als die Erhalter der Fruchtbarkeit-an, und giebt ihnen alſo einen Plas in der Fruchtfolge,. wo ſie entweder in friſchem Miſte, oder gleich in der folgenden Tracht nach dem Dünger kommen. Sie betrachtet zwar den Anbau der Futtergewächſe nicht gls den Endzwe> der Landwirthſchaft, wie dieſes“in der Holſteinſchen Koppelwirthſchaft geſchiehet; aber doch als das unumgängliche Mittel, um den End zwe=- den Anbau des Getraydes=- auf die ex? ſprießlichſte Art zu erreichen. Wo der Aker Miſt be- bekommt, darf man wegen eines reichen Getraydea Gewinns nicht Sorge tragen. Es iſt-ihr alſo keines2 weges der Vorwurf zu machen, als ob ſie zum Nach- theil des Getraydebaues den Futterbau begünſtige. Wenn der Dreyfelderwirth erſt zweymahl Getreyde vom Aer nimmt,'und dann noch mit Klee oder ei- ». HES: Frucht kommt, ſo ziehet dieſe die lezte Kraft aüs, giebt aber wegen dieſer Hiutanſezung wenig Tutter, folglich auch ſo wenig Miſt, daß die ver? lohrne Kraft dadurch) unmöglich erſeizet werden kann, Daher iſt bey ihm ſcer, welche vortreflichen| Klee in der dritten, vierten, und ſeldſt in ſpätern Trach? ten tragen. Da es aber nicht aller Orten ſolchen guten Boden giebt, und es nothwendig iſt, ſo viel Klee und an? dere Gewächſe, als möglich, auf der dazu beſtimmten Aer- fläche zu erbauen, ſo, erfolgt hieraus der zweyte Grund- 31 Gönne dem Futterbau ſeine Stelle in friſchem Dünger, um auf der kleinſtmöglichſten Acker- flähe den hüöchſimöglichſten Futterertrag zu er? zwingen.) 3. Die halmtragenden Getraydefrüchte und die Futter- gewächſe müſſen, wo möglich, in einem ſolchen Wech2 ſel ſtehen, daß jene nie zwey Jahre unmittelbar auf einander folgen, ſondern daß immer eine Futterfrucht dazwiſchen eingeſchaltet wird. Iſt aber ja eine Aus? nahme ndthig, ſo kann ſie noch am erſten beym Hafer ſtatt finden; und die Localität muß die Nothwendig2 Feit beſtimmen, ob dieſe Ausnahme in einem neun2 oder zwölfjährigen Fruchtwechſel Einmal ſtatt fin2 den darf. Rundgetrayde und Bucweißen kann gleichfalls zwiſchen halmträgende Getraydearten einz geſchaltet werden, ohne daß man Miß- Erndten von letzteren fürchten dürfte; Die größte Kunſt des Wechs ſelwirths iſt eine zwe&mäßige, und! für ein Land- guth wohlberechnete Fruchtfolge. Dieſer Vortheil zeihnet die Wechſelwirthſchaft hauptſächlich'von der orthodoxen Dreyfelderwirthſchaft, und auch'von der gewdhnlichen. Schlagwirthſchaft aus, ohngeachtet in der leßteren mehrere Modificationen ſtatt finden. (Herr von Engel ſagt in ſeinem ſo eben erſchienenen Buche; Anwendung der engliſchen Landwirthſchaft auf -die'deutſert werden muß, ſo kann die Weide auf einer ſole bedarf, oder durch ihren wächtigen Wuchs und dichtes Laub das Unkraut erſti>t, oder die zu einer Zeit abgemähet oder ab- geweidet wirdy ehe das aufgegangene einjährige Un- kraut ſeinen Saamen zur Reife gebracht hat. Halm- tragendes Getrayde entſpricht, wenn es breitwürfig geſäet wird, dieſem Endzwe>X nicht, weil das Un- fraut ſich ſehr wohl mit demſelben verträgt, oft wohl gar die Ueberhand bekommt, und auf alle Fälle eben ſo reifen Saamen erzielt, als das Getrayde ſelbſt. Aus dieſem Grunde darf es uicht in einen friſchge- düngten Schlag geſäet werden, wo, der Erfahrung nad), der Saame vom Unkrant, welcher im Aker war oderjmit dem Miſte dahin gekommen iſt, am häufigſten auskeimt. Dieſes im Keim zu erſtiFen, qualificiren ſich beha&>te Früchte aller Art, Erbſen C 2 „ man nicht Getrayde, ſondern.!beha>te Früchte in die 36 FS„u und Wien, und beſonders leßtere, wenn ſie in der Blüthe abgemähet, und zur Stallfütterung oder zu Heu verwendet werden, ſehr vortreflich, Nur dann, wenn ein allzuleichter Boden dem Anbau dieſer bey? den Früchte gänzlich entgegen iſt, lehrt es die Noth, in friſchem Miſte Getrayde zu ſäen; jedoch iſt es in ſolchem Boden auch unſchädlicher, weil dieſer an ſich das Unkraut nicht ſo ſehr begünſtigt, und überdieß nicht ſo oft gedüngt werden kann, als in beſſerem Boden, der mehrere Futtergewächſe erzeuget. Ueber- dies muß die ſtärkſte Düngung den beha>ten Früch- ten zu Gute kommen, durch deren Cultur das ſich eingefundene Unkraut vertilgt werden kann. In mit- telm und gutem Boden aber, wo Erbſen und Widen wachſen, findet dieſe Ausnahme nicht ſtatt, weil ſie, je fetter und geiler ſie wachſen, deſio mehr auf die Vertilgung des aufgelaufenen Unkrauts hinwirken. Die beha>ten Früchte müſſen nicht dichte, ſondern ſo weitläuftig, als mdglich, und zwar in Reihen ſiehen, damit eine leichte, dftere und accurate Beha>ung ſiatt finden, und ſo das Unkraut ausgerottet werden kann. Alle Kraft, welche dieſes Unkraut in einer andern Wirthſchafts- Einrichtung ausgeſogen haben würde, kommt den edlen Früchten zu Gute, und iſt alſo reiner Gewinn der Wechſelwirthſchaft, (Mit dem größeſten Recht verlangt der Verfaſſer, daß 378. Schläge bringen ſolle, welche am mehreſten geneigt ſind, Unfraut: hervorzubringen, und daß man ſie lieber, als halmtragendes Getrayde, in friſchen Miſt bringen möge, Behackte Früchte, und grün zu hauende Wien ſchi>en ſich meines Erachtens am beſten zum Anfange einer gut geord- neten Fruchtfolge 3 auf beyde kann ſodann mit Sicher? heit Getrayde folgen, Iſt der Miſt aber voll Unfkrauts- Saamen, ſo wird dieſer ſchwerlich, ſelbſt durc< das ſorg- fältigſte Beha>en mit der Hand, oder durch die am, vor- treflichſten ſtehenden Erbſen und Widen, in einem Jahre ganz vernichtet, weil viele Arten Saamen mehrere Jahre in der Erde liegen, und nur unter den ihnen günſtigen,, durch Witterung oder Beſtellung herbeygeführten- Umſtän- den zum. Vorſchein kommen. Bey ganz leichtem Boden, der weder Erbſen noch Wien trägt, kdunen Spörgel und Buchwaißen. füglich in. deren Stelle treten, Als-vierten Grundſatz kdunte man alſo, annehmen; Sorge dafür, daß ſo wenig Unkrautſaamen, gls möglich, dem Felde: durch den Miſt zugeführt werde. Dieſes wird dadurch erlangt, daß a. Fein Unfrautſaame aus den Scheunen auf die Miſtſtätte geworfen wird, und das Vieh die Scheunen Abgänge nie anders, als geſchrotet oder gebrühet, erhält; b. daß der Miſt in. regelmäßigen Haufen auf demz Hofe ſo lange fanlt, daß die, troß 38 der öbgedachten Vorſicht, dennochhinein gefommnen Unfkrautſaamen erſtickt, folglich unſchädlich werden, Ferner: bringe keine andre Frucht in den friſchen Miſt, als ſolche, deren nothwendig erforderliche Bear- beitung. das Auswachſen und Reifwerden des Unfkrauts hindert. Wenn eine neue Fruchtfolge angenommen wird/ ſo iſt es allerdings eben ſo möglich ,/ als nothwendig,'dahin zu kechen, daß derjenige Schlag zuerſt zu beha>ten Früchten genommen werde, welcher am mehreſten Unkraut hervor- bringt. In der Folge aber iſt dieſes unmöglich, weil jede Veränderung der Fruchtfolge,"oder jede Abweichung von derſelben, einen gar zu großen und zu weſentlichen Ein- fluß äuf die ganze Wirthſchaftseinrichtung hat und dieſe -=- was doh durchaus nicht ohne Nächtheil geſchehen kann=- dadurch geſidrt werden würde. Es müſſen alſo anderweite Mittel zu Zerſtvrung des Unkrauts aufgeſucht und angewendet werden.„Wie wenig eine Brache, welcher Art-ſie ſey, dieſen beabſichtigten wichtigen Endzweck, Zer- fivrung des Unkrauts, erfülle, kann man ſich durch den Anbli>, beſonders der Sommerfelder, bey den mehreſten Dreyfelderwirthſchaften überzeugen, wo man gewöhnlich Unfraut“äller Art, und zwar oft ſo häufig"findet, daß wenig oder gar nichts von dem Sommergeträyde zu ſehen iſt. Wie ſehr der Anban'/beha>ter Früchte!dem Unfraut aaa“"Sona 4+ n 4[Ge] [2] 39 verderblich iſty' kann„man 35 B. im Magdeburgiſchen ſe? hen; und.daß mehrjähriges Dreeſchliegen und Abweiden der Weideſchläge daſſelbe auch zerſtört, iſt in Medlenburg ſehr ſichtbar.) 5. Ale-Schläge, die im Frühlinge beſäet oder bepflanzt werden ſollen,"müſſen vor Winters umgeriſſen- den p-und-guch wohl, wenn es der Düngung wegen möglich. iſt, in ſchwarzer, rauher Oberfläche- und alſo ungeegget, bis zum Frühjahr liegen bleiben. Deu. Nutzen dieſer Arbeit zur Auflo&erung des Bo- dens„zur Ausrottung des Unkrauts, und. zur Em- pfänglichkeit für die Einwirkungen des Dunſtkreiſes wird wohl ſo leicht kein ODeconom beſtteiten ,;; und eben:ſo. wenig die Möglichkeit, weil für Weide oder Viehfutter in eigenen dazu beſtimmten Schlägen ge» ſorgt: iſt. Wenn der Acer dieſe Winterbrache gemeßt, ſo. entbehrt er gewiß gern die Sommerbrache ,, weil die: AufloFerung und, Reinigung vom Unkraute da- durch. bewirkt wird. Leichter Boden. aber würde durch dieſe Behandlung zu leicht und loſe„wexden z und daher macht dieſer eine Ausnahme. Dieſer Bo- den darf nur alsdaun vor Winters umgepflügt-wer- den, wenn der Wirth es in dieſem oder jenem Falle für ndthig hält. Allein auch. dieſer Boden ſoll zum Behuf.der Reinigung vom Unfraut, und zur Cmpfaänge lichkeit für die wohlthätigen; Einflüſſe der Atmoſphä» xe; in der Wechſelwirthſchaft nicht zu furz Fommen, 40 Man hat ein AFer-Jnſtrument, welches vom Hun, Thaer in Vorſchlag gebracht worden, und zum Theil in England, zum Theil ſchon in Deutſchland, und ſelbſt in der Mark im Gebrauch iſt, und Extirpator genannt wird, Mit dieſem AFerwerkzeuge kann auf eine ſchr leichte Weiſe die Oberfläche des A>ers, auf beliebige Tiefe, ſo abgeſchabt werden, daß dadurch die Keime des Unkrauts, etwa auf einen Zoll, abge- ſchnitten werden, Da zugleich die oberſte Krume der Erde umgerührt wird, ſo kann die Luft hinlänglich auf dieſelbe einwirken. In beyden Fällen aber, die Aufreißung geſchehe durch den Pflug-oder durch den Extirpätor, iſt es deſto beſſer, je früher nach der Erndte ſie geſchiehet. Auf die Stoppelweide rechnet der Wechſelwirth wenig; und daher pflügt er ſeinen Ader, wenn er noch am loFerſten iſt, gleich nah der Erndte um. Dieſes erwähnte AFXer-Fuſtrument iſt ſehr vortheilhaft, gehdrt aber gleichwohl nicht noth- wendig zur Betreibung der Wechſelwirthſchaft auf Sandboden, (Meines Erachtens dürfte der hier angeführte Grund ſatz des Verfaſſers einige“Einſchränkungen und Ausnah«- me leiden; und es dürfte nicht geradehin nothwendig'ſeyn, alle Schläge, welche im Frühjahr beſäet werden ſollen, im Herbſte zu ſtürzen: denn die Erfahrung lehrt es, daß an manchen Orten Erbſen und Wien, zu deten im'Herbe, ar fte geſtürzt 7" und im Frühlinge nochmals zur Saat ge- pflügt iſt, nicht ſo gut gerathen, als wenn blos-im-Früh- linge dazu gea>ert worden. Zu Gerſte und Hafer, ſo wie zu Kartoffeln und Wurzelgewächſen im Herbſte, und zwar ſo früh, als möglich, nach der Erndte zu ſtürzen, iſt allerdings nothwendig; und nichts iſt dem A>er=- es ſey denn bloßer Sandboden, welcher feine mit den Aker» werkzeugen zu erreichende beſſere Unterlage hat== nach- theiliger, als die traurige, leider! nur noch allzugemeine Methode 5 einfährigen Hafer, und dieſen wohl gar einige oSahre nach einander auf daſſelbe Feld zu ſäen, ja ganze entlegene Felder zu ewigem einjährigem Hafertragen zu verdammen. Iſt der Boden ſehr geneigt zum Graswuchſe, oder ſoll dazu gedüngt werden, ſo muß auch zu Erbſen und-Wien- im Herbſte geſtürzt werden; und im erſten Fall ſchit ſich kein AFer-Juſtrument beſſer dazu, als der vom Hrn. Thaer empfohlne Extirpator. Schon allein durch Bekanntmachung dieſes Werkzeuges, welches durch die von ihm verſprochene deutliche Beſchreibung und rich? tige Zeichnung bald allgemein bekannt werden und gewiß in Gebrauch kommen wird, hat ſich Hr. Thaer ein großes Ver- dienſt um deutſche Landwirthſchaft erworben; und jeder Wirth, der den Extirpator vorher nicht kannte, wird Hn, Thaer; ſobald er die Wirkung dieſes Werkzeuges kennen wird, gewiß den herzlichſten und wärmſten Dank zollen, Der'aus dem vorhergehenden zu abſirahirende fünfte Grundſatz wäre' alſo dieſer; 421 Bereite deinen' Acker, nach gründlicher Erwägung aller Loeal-Umſtände", durch zwei mäßige Herbſt beſtellung zu der ihm im folgenden"Frühjahre an? zuvertrauenden Saat z beſonders ſuche ihn durch dieſe Beſtellung möglichſt vom Unfraut zu rei? nigen.).. 6“ Fü dieſem Syſtem wird kein Schlag, Und/ wo mbg? lich/ kein einziger Aer der wilden" Natür'ein gan- zes Fahr hindurch überlaſſen, ſondern'der* Mangel an Weide und Sommerfütterung wird durch An? fäung von Futterkräutern gehoben: Daß dieſe deit Mangel an Weide beſſer und geſchwinder erfeßen, als ver"natürliche Gräswuchs bey der Dreyfelderwirth? ſchäft und der Meklenburgſchen, iſt einleuchtend. (Dieſe Wahrheiten bedürfen keines Commentars, und enthalten den bten Grundſgl der Wechſelwirthſchaft: Baue ſo viele Futtergewächſe und Futterkräuter, äls du zu reichlicher Ernährung deines"Viehes al? ler Art das Jahr hindurch, ohne Rückſicht auf das Wieſenheu zu nehmen, gebrauchſt, wenn lekteres nicht in großer Menge vorhanden iſt, Nur wenig Landgüther genießen"des„Vorzuges fo viel Heu zu erbauen, daß ſie ihr Vieh ohue Beyhülfe von Futterkfräutern, gut und reichlich ernähren fönnenz 43 und'-viele Xdnnten ihre Wieſen, wenn es anders nicht den Ueberſchwemmungen ausgeſetzte Flußwieſen ſind, vielleicht beſſer und vortheilhafter, als Aer, nüßen; für ſolche mit guten, ergiebigen Wieſen begabte Güther leidet- dieſer Grundſaß einige. Ausnahme. Da ich der Meynungybin, daß man die mit Futterkräutern- beſäeten Schläge nicht zur Weide einräume, ſondern ſie vortheilhafter zur Stall fütterung benutzen könne, ſo. werde ich wich über.dieſen Gegenſtand in der Folge noch deutlicher erklären.) 7. Die Anzahl der Schläge, welche man in'der Wehe ſelwirthſchaft etabliren will, ſollte ſich wohl immer nach! der, für die Localität angemeſſenſten Fruchtfolge richten. Allein die Cintheilung des Feldes, und die Beſchaffenheit der Localität' machen es oft nothwen- dig, eine andere Schlagordnung einzuführen; z und darnach die Fruchtfolge: zu beſtimmen.'Die Größe eines Landguthes/ die Verſchiedenheit des Bodens unter ſich, die Entfernung und die Lage der Wirth ſchafts- Gebäude, das zu haltende Vieh, der nätüre liche Wieſewachs und“ dergleichen, können auch. auf die Zahl derſelben Einfluß haben, oder wohl gar eine doppelte Schlagordnung ndthig machen. Wenn wil- de Wieſen und Hutungskoppeln, oder noch unchlti- virte Ländereyen und Weidetriften vorhanden: ſind, welche urbar gemacht werden können, ſo iſt es' den Einfichten des Wirthes überlaſſen, ob dieſelben; nicht, Wie 66-wohl gewdhnlich der Fall ſeyn mbhte, ins> 44 „Gebiet des'urbaren Feldes zu ziehen, und daſelbſt durch einen, auf ihnen ebenfalls vorzunehmenden Wechſel hdher benußt werden können, als bisher, va ſie blos dem Graswuchs der wilden Natur über- läſſen waren. In einer ſchon eingerichteten Medlen- burgſchen Sehlagwirthſchaft kann wohl in den meis vſten Fällen die alte Eintheilung des Feldes beybehal- ten ,“ und für dieſelbe eine zwecmäßige Wechſelfolge ausfündig gemacht werden. In der Dreyfelderwirth2 ſchaft iſt aber immer/ eine Zergliederung nothwendig 3 und-damit dieſe deſto leichter geſchehen könue, ſo iſt wohl die Eintheilung. in 9 Schläge am mehveſtien zu empfehlen, weil dieſe leicht möglich, und der Frucht? folge ſehr angemeſſen iſt: Dieſe kann. immer nach vollkommnern Prineipien geſchehen, als bey. 6. Shlä- gen; und die Ueberficht wird nicht ſo ſchwer ſeyn, als'bey 12 Schlägen, obgleich beyde. unter Umſiän- den auch eintreten können,- Die 9 ſchlägige. Wirth- ſchaft finde ich aus folgenden Gründen der Fruchtfolge am angemeſſenſten, weil“ man dann einer jeden der vier Haupt- Getrayde- Arten,| Waißen, Roggen, Gerſte-und Hafer;' einen beſondern Schlag anweiſen kann, und dann noch 5 Schläge zu Futtergewächſen, Erbſen und Wien, übrig behält, die nach Beſchaf- fenheit des Bodens einrangirt werden, (In wie ferne ich über die'zu erwählende/Anzahl Schlä» ge mitdem Verfaſſer übereinſtiimme oder nicht, wird gus der 45 Vergleichung des hier eben angeführten mit dem, ws ich Seite 14 No. 6 davon geſagt habe, erhellen. Stallfät- terung, halte ich dafür, muß das Hauptaugenmerk des Vielfelderwirthes ſeyn, Sie iſt der erſte Endzwe& deſſelben, auf deſſen Erreichung er hinarbeiten muß, weil. er durch ſie, bey dem geringſten Aufwande an Acer und Futter, den mehreſten Miſt erlangt. Indem ſie dieſen aber in grdßerer Menge und Gäte verſchafft, als der Weidegang bey,/Fer gewöhnlichen Dreyfelderwirthſchaft, welche keine übers flüßige Wieſen hat, und ſelbſt als der Weidegang in den Kleeſchlägen, wie Hr. Karbe ihn aunimmt, in dem, ſage ich, wird ſie das Hauptmittel zu Erreichung des Haupta endzwedes einer jeden Wirthſchaft, nämlich zu Errei- chung der höchſtmdglichſten Fruchtbarkeit, folglich des höochſtmöglichſten Ertrages des A>ers, Meines Erachtens müßte der ſiebente Grundſatz ſeyu: Der Vielfelderwirth erwäßle Stallfütterung oder Weidegang in Klee und andern Futterſchlä- gen, ſo muß der Bedarf an Futter oder Weide für den Sommer, und an reichlichem guten Fut- ter für den Winter zuerſt die dem Futterbau zu widmende Ackerfläche, und dadurch die zu währ len möglichſte Anzahl von Schlägen beſtimmen, Nach der gefundenen Anzahl von Schlägen bleibt es dem Wirthe überlaſſen, die ihm am zweckmäs- ſigſten ſcheinende Fruchtfolge zu erwählen, 46 Sehr wahr und richtig iſt es indeſſen, daß, wie Herr Karbe es ſagt, die Localität oft die Anzahl von Schlägen beſtimmt, Oft hindert ſie es auch, den Schlägen eine glei- er durch Teiche, Wie- ſen und Wälder ſo durchſchnitten und von einander ge- trennt ſind, daß oft der geſchiteſte Feldmeſſer nicht weis, wie er ſich bey einem ſo verwickelten Terxain herausfinden, und-eine gute Eintheilung machen ſoll. Ein wichtiges Erforderniß der Schläge iſt dieſes, daß kein Schlag in ſich getrennt ſey: allein dieſes iſt nicht immer zu erlangen, wenn man ſie gleichegroß machen will. Man muß alſo zuweilen entweder den Zuſammenhang eines Schlages in ſich, oder die gleiche Grdße fahren laſſen. Erſteres ſcha- det weniger, wo die Stallfütterung beabſichtigt wird; lez- teres, wo die Kleeſchläge zur Weide beſtimmt ſind, weil es beſchwerlich ſeyn würde, eine Heerde Vieh auf kleinen Kleeſtüken zu weiden. Ih, ſpreche hier aus der Erfah:- rung, die ich bey Eintheilung meiner verſchiedenen Vor- werke zu machen Gelegenheit gehabt habe. Der Ueber- gang zu neun Schlägen, aus der Dreyfelderwirthſchaft, iſt allerdings einer der leichteſten; auch haben neun Schläge den Vortheil, daß ſie eine gute Fruchtfolge in den mehre- ſten Fällen geſtatten;„und mit vollem Rechte ziehet Hr. Karbe ſie beſonders einer Sechsfelderwirthſchaft vor, da I:- 830 dieſs keine recht zwe&mäßige Fruchtfolge geſtattet; und den Klee zu oft auf denſelben Aker bringt, beſonders wenn er zwey Jahre genutzet wird.-12 Schläge erſchweren die Ueberſicht, nach der Meynung des Verfaſſers. I) ver? ſtehe es nicht recht, was er damit meynet, und geſiehe vielmehr, daß, wenn nicht die wichtigſten Gründe für eine andere Eintheilung entſcheiden, die in 32 Schlägen die vollkommenſte in meinen Augen iſt, welche man=- zu- mal der Stallfätterungs-Wirth=“haben kann. Bey Wei- degang dürfte es vielleicht auf kleinen Feldfluren an Raum, und daher auch bald an Weide fürs Vieh feh- len, weil'es einen Theil derſelben zertritt, Hier ſind mei- ne Gründe: 1. Man habe in drey oder vier Feldern gewirthſchaf- tet,“ſo iſt der Uebergang zu 12 Schlägen gleich leicht.; 2. Bey 12 Schlägen läſſet ſich ein ſehr gutes Ver- hältniß des Futterbaues zum Getraydebau denken, ohne dieſen, gegen die Dreyfelderwirthſchaft, in Anſehung der Ausſaat zu ſchmälern,“ Vielmehr muß der Getraydebau durch reichlichere Düngung und beſſere Beſiellung gewinnen. 3. Sollte der Wirth dieſe vielfeldrige“ Wirthſchaft mit oder ohne Stallfütterung=- was mir indeſſen beynahe nicht denkbar iſt= nicht ſeinem davon ges hoften-Nutzen entſprechend finden, ſo kann er ſie eben ſv-leicht, als bey 9"Schlägen, auf drey Felder, MM; und leichter, als bey letzterer Zahl, auf vier und ſechs Felder zurü führen. 4. Bey 12 Schlägen kann eine weit größere Abwech- ſelung in der Fruchtfolge, als bey 9 ſtatt finden, weßhalb ich die Eintheilung in 12 Schläge auf Boden, der alle Getraydearten und Erbſen trägt, beſonders vortheilhaft finde,) 8, Eben ſo wird der Düngerſtaud verſchieden ſeyn, je mehr oder weniger Schläge mit Futtergewächſen an- gebauet werden; aber auch die Ergiebigkeit des Bo den, und ſelbſt die Jahre, werden einen Unterſchied in der reichern Düngermaſſe bewirken. In.einem leich» ten Boden werden fünf Neuntheile des Feldes mit Futterfrüchten, und in einem von Natur beſſern Bo- den werden vier Neuntheile damit beſiellet werden müſſen. Von den in ſolchen Wirthſchaften gewon- nenen Producten wird man eine ſolche Quantität an Düngungs-Materialien ſich verſchaffen können, daß damit wenigſtens zwey Schläge, in einer neun- jährigen Circulation, jährlich ausgedüngr werden können. Auf beſſer gegründeten Landgüthern aber, wo der Boden an Futtergewächſen ergiebiger iſt, werden füglich drey Schläge jährlich unter. Düngung geſeßt werden können; und der Reichthum des vori- gen Jahres muß es hauptſächlich beſtimmen, ob die Düngung ſiärfer» oder. ſchwächer vertheilt werden kann, 49 kann, Die Zeit, wenn der Miſt auf den Aker ges bracht wird, iſt diejenige, wo nicht ſcharfe Sonnen» ſtrahlen und ſchwüle Lüfte die Atmoſphäre durch» Freuzen? der Winter, der Frühling,- der: Herbſt. Damit der Winter;. ſo viel als mdglich, zu dieſem Geſchäfte benußet' werden könne, muß der) Schaaf- ſtall alle Monate einmal ausgemiſtet; und der Miſt aufdem Rindviehmiſte ausgebreitet, mit dieſem aber hernach aufs Feld gefahren werden. Auch der Pfer- dez'und, wo möglich, der Schweinemiſt ſollten zu dieſer Miſchung gebraucht, und dadurch eine gleich- fdrmige Düngung bewirkt werden. Häuptſächlich äber muß dieſe Veranſtaltung getroffen werden, da- mit' der“ Schaafmiſt auf dem Hofe gehdrig'ange- feüchtet werden, verrotten, und noch im Winter, hdc<ſtens im Frühlinge aufs Feld gefahren. werden könne. Der Vorwurf, welchen man der Wechſel» wirthſchaft aus dem Grunde machen könnte, daß man.nicht Zeit genug habe, den Miſt'aus dem Hofe zubringen, trift alſo nicht das Wirthſchafts- Syſtem, ſondern allenfalls nur den trägen Wirth. Nur der Sommermiſt bleibt ſo lange auf dem Hofe liegen, bis der Herbſt: wieder offene Felder darbietet. Da aber zu Winterfrüchten“ nicht gedüngt wird, ſo iſt die Zeit des: Herbſtes hauptſächlich der Pflugarbeit, und die Zeit des Winters hauptſächlich dem Miſtfahren und Miſtbreiten zu widmen. Der Hordenſchlag:wird- die D 50 meiſte Zeit des Sommers auch eineit offenen! Platz finden. Es könnte jedoH der Fall eintreten, daß Feiner dazu vorhanden wäre ,-wenn in der Mitte des Sommers alles mit Früchten beſeßt iſt. Ein ein? ſichtsvoller Wirch kann äber zu dieſem Behufe ſchon Rath finden. Uebrigens muß der Miſt ſo vertheilt werden; daß derjenige:Schlag, welcher.zu behaF2- ten Früchten gewidmet" iſt, die ſtärkſte Düngung be kdmmt, weil dieſe die. meiſte Kraft verlangen, und um ſo mehr begünſtigt werden müſſen, da ihre Cultur die meiſten Koſten an Arbeitslohn verurſacht. Nächſt- dem folgt derjenige Schlag, der im.der erſten Tracht nach friſchem Miſte:'Waitzen, vder im leichterem Lande Roggen tragen ſoll 3 und endlichder,“der zu Roggen beſtimmt iſt, und der, im Fall des Mangels, guch mit halber Düngung vorlieb nehmen muß): und wo dieſe auch nicht vorhänden iſt, muß der Plän der Fruchtfolge verändert werden. (5 merke hier nur no< zuförderſt einen: zweyten Grund, und den wichtigſten an, warum zu den behaFten Früchten am ſtärkſten gedünget werden müß«s Dieſer Grund iſt: weil dem Wirthe| daran gelegen ſeyn: muß, von der kleinſtmdglichſten A>erfläche die möglichſt grdſ- ſeſte Menge Nahrungsſtoff für ſein Vieh zu erhalten. Schon vorher habe ich als Grundſaßz angenommen, vor Eintheilung eines Feldes zu-neten Kartoffeln, u. ſ. w. Daß dieſes, beſonders das letztere, nicht imerſien Jahre, vielleicht nicht in fünf und mehrern Jahren, ge? ſchehen kann, iſt gewiß. Viele Schriftſteller:ſprechen von Futtermagazinen, als von der einfachſten und leichteſten Sache 3 ſie haben es aber nicht verſucht, wie ſ ſchon bey ihrem Ent- ſiehen erreicht ſeyn ſollte.„Ein Guth, welches ſo viele Wieſen hat, und ſo viel Dünger gewinnt, daß es den dritten Theil ſeiner Felder gut und reichlich alle Jahre düngen kann, bedarf weder Wechſelwirthſchaft, noch Stallfütterung, in Hinſicht auf Dünger, wenn man nicht auf die Geſundheit und größere Abnußzung des Milch- und Arbeits- Viehes Rüſicht nehmen will. Wer beyde in Erwägung ziehet, möchte wohl nicht ohne die wichtigſten Hinderniſſe die Stallfütterung dem Weidegange nach: ſetzen. Aus dem eben geſagten läßt ſich der neunte Grundſaß föglich ableiten, obgleich er ſchon ſüllſchwei- gend in dem achten enthalten iſt; nämlich: Um dich gegen Ausfall des Düngers in ſchlech? ten Jahren ſicher zu ſtellen, trage die größte Sorge für Düngermagazine und Futtervorräthe, wo möglich, auf Ein ganzes Jahr, und ſcheue da- bey weder Mühe noch Koſten;„„beyde werden reichlich bezahlt.) SÄEN<< Gange bO EE 7 zwäilen 55 9, Solche'Wirthſchaften, welche viele wilde Weide und Wieſen haben., und auf dieſe Weiſe ſchon eine, nicht auf Rechnung des Acers, ſondern nur zu ſeinem Be» ſten: kommende Menge Miſt ſich verſchaffen kön nen, thun wohl, wenn ſie einen Schlag zum Anbau von Handelskräutern zum Verkauf anwenden. So bald aber nicht ſo viel Producte gewonnen werden kdunen, daß ein Drittheil des ganzes Feldes gehdrig ausgedüngt werden kann, iſt ihr Anbau verwerflich. (Da die Anwendung des hier geſagten blos auf Lox calumſtänden beruhet, und der erwähnte Ueberfluß an Miſt gewiß äußerſt ſelten iſt; ſo finde ich hier für die Wechſel? wirthſchaft: keinen. beſondern Grundſaß zu abſtrahiren. Vebrigens würde auch bey einer Wirthſchaft, die viele wilde Weide hat, die Frage entſtehen: ob dieſe wilde Wei- de nicht mit grdßerem Nutzen. in Aer zu verwandeln ſeyn möchte?) 10. Die Arbeiten, welche zu beha&ten Früchten ndthig ſind, müſſen nicht durch Tageldhner, noch weniger durch Dienſte geſchehen, ſondern durch Leute, welche auf Verdienſt geſeßzet ſind, und die Zeit zur Arbeit wäh- len können, wenn ſie wollen. ieſes iſt ein vortreflicher Rath, beſonders für Gegen? den, wo es nicht an Leuten fehlt, ſondern dieſe dem Wir? the zu: Gebote ſtehen. Wo dieſe aber fehlen, und oft gar nicht für Geld zu haben ſind, da bleibt wohl: der Ge- brauch der von Hun, Thaer vorgeſchlagenen Werkzeuge das ſicherſte Mittel, dieſe nothwendige Arbeit mit dem geringſten Aufwande:an Zeit und Kräften zu beſtreiten.) 11. Stallfütterung im Sommer iſt: nicht. eigentlich eine Eigenſchaft, die zum. Character der Wechſel- wirthſchaft. gebdret. Cs. leidet zwar keinen Zwei- fel, daß dieſelbe in keinem Feldſyſtem leichter mdg» lich iſt, als in dieſem: allein da wir fürs Erſte in der Mark ſie noch nicht mit der Wechſelwirth- ſchaft verbinden werden, ſo ſchweige ic) auch davon. I< hatte auch unter: dieſer. Rubrik noch von den Früchten, welche in der Wechſelwirthſchaft. gebaut werden"müſſen, ein mehreres ſagen ſollenz da ich aber in. der Folge öfter davon ſprechen muß, ſo übergehe ich hier die ſich darauf beziehenden Grund- ſätze, und ſchließe dieſen Abſchnitt mit der Hoffnung, daß wir dann, wenn wir dieſes Wirthſchafts-Syſtem durch mehrere Erfahrungen beſſer haben kennen ler- nen, auch die Grundſätze in einem vollkommnern Ge- wande, als es hier geſchehen konnte, werden darſtel- Ien können. I< begnüge mich, das Weſentliche hier beygebracht zu haben; und das beſteht, um es kurz zu wiederholen, darinns kein Theil des Feldes liegt in ſchwarzer Brache, ſondern alle Theile deſſelben ſind in tragbarem Zuſtande, Die Hälfte des Feldes, oder doch faſt die Hälfte„ wird-allein dem Futterbau'ge? widmet... Klee, edle. Grasſaamen, Spörgel oder 57 Rapsſaät,(äls Hütung) im'Verding gebaute Kar toffeln, Runkelrüben, Mohrrüben und Turnips, zur Fütterung nach der Weidezeit, und Wien zu Heuy oder grün abzufüttern, werden in regelmäßiger Ab2 wechſelung mit Getrayde gebaut. Dadurch wird ei- ne große Viehzucht und Maſtung erzielt, und eine Menge Dünger, der nothwendig den wohlthätigſten Einfluß auf reiche Getrayde-Erndten haben wird, dä er allein die Baſis des ganzen AFerbaues iſt. (Hier iſt die Stelle, wo der Weg des Ha. Karbe und der meinige ſich trennen, Mit Freuden aber kann ich ſas gen, daß unſere Wege ſehr nahe an einander fortlaufen, und wahrſcheinlich bald ganz in einander kommen, und nun einen recht großen und bequemen Weg bilden werden. Hr. Karbe wollte in ſeiner Empfehluug der Wechſelwirth- ſchaft nicht zu weit mit einem male gehen; er begnügte ſich, die Wechſelwirthſchaft ſo leicht, wie mdglich, und ohs ne Stallfütterung darzuſtellen und zu empfehlen. Gleichs wohl iſt er von dem weſentlichen Nutzen derſelben ſo innig, wie ich, überzeugt, und arbeitet in ſeiner neuen Wirthſchaft auf Stallfütterung hin. J< meiner Seits wünſche den Nutzen der Stallfütterung, und ihre innige Verbindung mit der Wechſelwirthſchaft, recht anſchaulich darzuſtellen, und die Bedeuklichkeiten vieler Landwirthe zu heben, wenn öleich ich überzeugt bin, daß unter günſtigen Umſtänden eine gute Wechſelwirthſchaft auch ohne Stallfütterung beſiehen könne, Die vollkommenſte bleibt aber immex die mit'"Stallfütterung' verbundene Wechſelwirthſchaft»"Daß ich: Stallfätterung nur da für ndthig halte, ſo wie Wech» ſelwirthſchaft überhaupt, wo nicht wirklicher:Ueberfluß an Heu iſt, habe ich bereits geſagt. Sie ſind beyde auch nicht ohne große Modification auf jedem Boden und ohne Unterſchied anwendbar. Doch giebt es, glaube ichy we- nig Arten von Boden, die nicht durch Kunſt und anhal- tenden Fleiß dahin gebracht werden fönuten. Oft liegt das Verbeſſerungsmittel ſehr nahes wir werden es, aber entweder nicht gewahr, oder wollen es nicht anwenden. So finden wir 3« B. gewöhnlich Torf und Sand nahe bey: einander.- Beyde richtig mit einander vermiſcht ,. ges ben. einen vortreflichen tragbaren Boden, Die Wechſelwirthſchaft muß, wenn ſie den Weidegang beybehält, einen großen Theil: ihres A>ers dem Futters bau. widmen. Reicht der dritte Theil des AFers nicht da- zu hinz müſſen 3- B+ vier Neuntheile oder die Hälfte da? zu verwendet werden? ſo ſäet ſie natürlich weniger Ge- trayde aus. Demohnerachtet muß ſie, wenn zwar nicht gleich, doch in wenigen Jahren, mehr erbauen, als die Dreyfelderwirthſchaft, weil jene beſſer dünget, und der Bo- den weniger ausgeſogen wird. Die Stallfütterungswirthe ſchaft braucht weniger Land zum Futterbau, um eben ſo vieh Miſt, als die Wirthſchaft, welche Weidegang hat, zu producirenz ſie erfüllt alſo mehr die Forderung, durch Aufwand der kleinſimdglichſten YFerfläche, den. mehreſten Miſt zu erzeugen»- IO halte es demnach für bewieſen, 59 weren daß ſiein dieſer Hinſicht die vollkommenſte iſt. Es iſt ſeit ſo vielen Jahren bereits ſo viel, und. ſo gut über die Stallfüt» terung geſchrieben, dafür und dawidergeſtritten worden, daß ich es für ganz überflüſſig halte, mich weitläuftig darüber auszulaſſen. Ueberdem gehört hier mehr der Futterbau her, als die Lehre von der Stallfütterung; und es ſoll nur vor» züglich ausgemittelt werden, in wie ferne Feldeintheilung, Fruchtwechſel, Futterbau und Stallfütterung, mit einans der vereinigt, die Landwirthſchaft nach und nach zur höchs ſien Vollkommenheit bringen ſollen und kdnnen, Ein je- des dieſer vier Dinge giebt für ſich Stoff genug zu einem ganzen Lehrbuche, Beſonders bedarf die Lehre von der Feld- eintheilung noch einer großen Prüfung und Bearbeitung durch Männer, welche Landwirthe und Mathematiker zugleich ſind? denn es kömmt nicht nur darauf an, eine Oberfläche in 3, 6, 9 und mehr oder weniger Theile zu thei- len, ſondern dieſes auf die vernünftigſte und zwe&mäßigſie Yrt zu thun, indem man den Boden richtig beurtheilt, alle vorfommende Umſtände genau erwäget,- richtig niz vellirt, den'Schlägen die beſte Lage und Geſtalt zu ge- ben ſucht, und dergleichen mehr. Der bloße Landwirth, ſo wie der bloße Feldmeſſer, werden beide oft ſehr fehlen, und durc Mangel an Kenntniſſen, bey der mathematiſch» richtigſten Eintheilung/ große Fehler begehen, und wohl gar die ganze Sache ſo verderben, daß der Wirth.in der Folge die größeſten Unbequemlichkeiten und reellen Schas den davon hat, Ich hoffe aber mit Hn, Karbe, daß mehs 60: rere Erfahrungen, richtige Beobachtungen, und freymüthiz ge Mittheilung derſelben, uns auch hierinn der Vollkoms menheit näher bringen werden. Vielleicht ſchwebte das Ideal- einer veredelten Vielfelderwirthſchaft, mit oder oh- ne Stallfätterung, manchem denkenden Laudwirth,"ſo wie mir, vors«allein er konnte mit ſich ſelbſt nicht dar? über einig werden. Es bedurfte einer Art eines electria ſchen Schlages, um die allgemeine Aufmerkſamkeit auf die Mängel-der gewdhnlichen Dreyfelderwirthſchaft, und auf ihren ſichtbaren Unterſchied von dieſer Wirthſchaft, ſo wie auf die Vorzüge der letztern zu lenken. Dieſer Sin Preußen, mit und ohne Stallfütterung exiſtirtz Jetzo.,'da dieſer, Gegenſtand einmal zur Sprache gekom meniſk, wird dieſes Syſtem: ſich mit Rieſenſchritten ver2 hreiten73 Wenn gleich gegen dieſes neue dconomiſche Syx 61 ſtem, ſo wie gegen jedes neue theologiſche oder'philoſo- phiſche, Schriftſteller auftreten: ſo werden ſie doch 5 1an- ſtatt ihm zu ſchaden, unwillkührlich zu ſeiner Beförde? rung beytragen, indem ſie durch ihre Einwürfe nur noch örbßere Veranlaſſung zu gründlicherm Nachdenken geben, Schriftſteller„die mit keinen beſſern Waffen ſtreiten; wie Leupert in. ſeinem dconomiſchen Taſchenbuche für 1803, werden wenigſtens der guten'Sache weniger, als ſich ſelbſt, ſchaden.) A b:;4 Danatibet: th Fruchtſolge. in der Wechſelwirthſchaft, und insbeſoys dere auf gutem„Boden, S. 62. u. f. Die Wechſelwirthſchaft leidet, nach den veta ſchiedenen Local- Verhältniſſen eine Menge Modificatio» nen in der Fruchtfolge, welche offenbar mannigfaltiger, als in der Dreyfelderwirthſchaft ſind; und dieſe Biegſam- keit nach» den Umſtänden und Ortsverhältniſſen macht ſie ſchäßbar. S- 67. Um die Regeln einer wohlgeordneten Fruchtfol- ge zu entwickeln, ſehe ich mich gendthigt, einige Formulare von Fruchtfolgen in einer beſtimmten Circülation zu ents werfen, und ſie gleichſam als Modelle der in der"Märk möglichen: Wechſelwirthſchaft aufzuſtellen?“ I<"ſeße das beykeineengliſchen AFerwerkzeuge, keine engliſchen Früchte, keine engliſchen Vieharten, kein engliſches Clima, oder Acerland. von beſonderer Güte voraus: alles ſoll deutſcher Stoff-ſeyn 3 und nur.die äußere Form, der Zuſchnitt, ſoll etwas engliſches;an ſich haben.;. Die anzuführende Frucht- folge ſoll blos unvorbereiteten Leſern zum Leitfaden die 'nen.; Eineneunjährige Circulation der Fruchtfolge, ſolg- lich. eine neunſchlägige Wirthſchaft, iſt die paſſendſte für die Dreyfelderwirthſchaft; die Eintheilung und der Ueber- gang ſind am leichteſten, und die Fruchtfolge kann darinn ſo vollkommen, als möglich, werden. Gräben und Wälle braucht es nicht; der Wirthkann ſeine Abtheilung auf dem Papier, und dann auf dem Felde ſelbſt machen. Kein Schlag muß durch den andern eingeſchloſſen, jeder einer freyen Bewirthſchaftung fähig ſeyn. Könnten alle Schlä- ge mit ihren Spißen an die Vorwerksgebäude anſtoßen, ſo. wäre,dieſes. die beſte Lage. (Die Arbeit, ein Vorwerk richtig, und nach den, Local- umſtänden. auf. die zwe>mäßigſte Art in Schläge. einzu- theilen iſt.meines Erachtens, und. wie ich es aus Erfah- rung-gelernt habe, nicht ganz ſo.leicht, als Hr, Karbe es Hier darſtellt, Einem ſo geübten Landwirth, wie.ihm, der ſeinFeld genau kennt, wird, mit Hülfe einigex-mathema- tiſchen Kenntniſſe, jede Eintheilung auf dennPapier,leicht zu entwerfen ,. und auf. dem Felde eben ſo, leicht auszu- führen. ſeyn.. Allein nicht„jeder Wirth kennt, und beur- theilt. ſein Feld. dem Boden nach„ſo genau, oder beurtheilt Wa -es ebert ſo"mathentatiſch richtig'/"" wie' er." Unt än" aller ſicherſten. zu Werke zu gehen," muß bey einer'nenen' Feld» eintheilung, welche für eine dauerhafte Zukunft: beſtimmt iſt, außer einer richtigen, ſpeciellen'Vermeſſung'/ welche ich für ein' Hauptbedürfniß jeder'Wirthſchaft halte/"eine richtige, und mit-gehdriger Sachkenntniß unternommene Claſſification und Bonitirung aller Ae&>er, der Eintheilung ſelbſt: vorgehen,“Nicht jeder'Boden trägt jede"'Frucht, welche in eine zur vielfeldrigen'Stallfütterungswivthſchäft erforderliche!- Fruchtfolge aufgenommen werden" miß. Selten findet man eine Feldflur voy einer einigermäßen beträchtlichen! Größe, welche"einen" ganz gleiche Boden hätte, und':wo nicht eine, oft“ſehr"größe Verſchiedenheit der Erdarten„! entweder in der Oberfläche ſelbſt'7 vder in der Unterlage, ſtattfinden ſollte/ ſo“ daß es' nicht mdg2 lich iſt, auf'zedem/Aerſtüc>ke jede Frucht, 3.'B. Waiz zen, Erbſen, u2ſ- w. mit Sicherheit zu bauen, öhne vem Lande zuvor: durch Kunſt und'Fleiß'zu Hülfe gekömmeit zu ſeyn, wozu aber mehrere Jahre erfordert werden. Es iſt demnach äußerſt nothwendig), diejenigen'Stüeke auszus ſondern“; welche nicht'geeignet' ſind),„in'ihrem jetzigen Zu- ſtande, oder dochin kurzer Zeit! und'öhne gar zu weitläuf? tige„koſtſpielige Arbeit /. jede dem" gFänzen Felde anzuver? trauende Frucht zu tragen,' Es iſt ferner ndthig./ bey Eintheilung"der Felder“alle Schläge"gleich groß einzutheilen,“wenigſtens ſo viel es die Locals Umſtände erlauben/ ohne“ der Natur ven grbß- 63 ten Zwang anzuthun, um; wie ich e8ſchon bey dem ſie» benten Grundſatz geſagt habe, alle Jahre gleiches Bes dürfniß an Dünger, gleiche Arbeit, und'gleichen Ertrag zu haben und hoffen zu'kduynen, Jeder Wirth ſieht es von ſelbſt ein, wie unangenehm es iſt, wenn er ein Jahr viel, ein anderes Jahr weniger Dünger gebraucht;/ wenn er ein Jahr viel, das andere. Jahr: wenig" Düngerfuhren thun mußz wenn er ein Jahr mehr Pflug-'Saat- und Erndtex geſchäfte. hat, als“ im andern; welchen Unterſchied es machen muß, wenn ex ein Jahr 100:Morgen, ein an- deres nur 60.oder 70 Morgen mit. Futtergewächſen be- ſiellt; folglich, ein Jahr reichlich füttern kanu, das andere Jahr aber ſein Vieh darben laſſen':muß z und-wenn er ends Jich,-in gleich guten Jahren, das eine Jahr. viel, das anz dere, wenig Getrayde an Stroh und Körnern erbaut. Nur bey vdllig gleicher G1rdße der Schläge kann die Wirth- ſchaft. einen. ſichern Gang'gehen.-- Giebt ies. nun Stellen in.demFelde, deren Boden, ſich ſchlechterdings nicht zu Hervorbringung aller, zu' der neuen-Wirthſchaft erforder: lichen(Gewächſe qualificiret,/ ſo muß der oder'müſſen die Schläge; in welchem, odex: in welchen dieſe Stellen“ liegen, uach deren Ausſonderung, um ſo viel grdßer' gemacht wer? denz.und dieſe StüFe muß jeder Wirth, ſo-gut'es auf eine andere Art ſeyn kann, benußen, Es wäre freylich zu wünſchen, daß: man/es immer ſo einrichten» könnte, daß„alle'Schläge entweder an die Wirthſchafts-Gebäude ſelbſt, oder wenigſtens'ain das Dorf anz 65 anſtießen 3, allein es iſt ein ſeltener Glü>sfall„wenn diez ſes, zumal bey großen Feldfluren, ſo eingerichtet werden kann. Es iſt ſelten bey Anlage der Vorwerke darauf Rück- ſicht genommen worden, ſie, ſo viel als möglich, in die Mitte ihrer Feldflur anzulegen. Oft ſind. ſie beym. Erbaus eu an einem Ende der Felder, aus damals obwaltenden Gründen, angelegt; no<4 dfter hat ſich ihre Lage aber dadurch verändert, daß auf einer Seite Wälder und Brüs che gerodet worden, oder Weideplätze zu AFer gemacht ſind, wodurch ſie jetzo eine unbequeme Lage haben, Eine ſolche üble Lage am Ende der Flur ziehet große Unbes quemlichkeiten nach ſich. Beynahe eben ſo ſchlimm iſt es, wenn die Felder ein langes und ſchmales Viere& bilden, oder weun ſich kleine Bäche durch die Felder ſchlängeln, wo es denu oft ſehr ſpitze Winkel giebt, die bey dem Pflü- gen beſonders viele Schwierigkeiten und Verſäumniſſe machen, Je näher die Figur eines Schlages einem res gelmäßigen ViereF kömmt, je weniger E&en und Winkel ſie hat, deſio beſſer und bequemer iſt es. Oft liegen auch Feldbrüche und Teiche ſo in den Feldern zerſtreut, daß es durchaus unmdglich iſt, einen ganz an einander hän? genden Schlag heraus zu bringen. Außer dem Erſchweren der Arbeit ſind ſolche zerſtükelte Felder der Weide wegen, wo dieſe ſtatt findet, ſehr beſchwerlich, Es verſteht ſich von ſelbſt, daß bey Eintheilung der Schläge. nur blos das reine, ſich zu dem beſtimruten Fruchtwechſel ſchien? de Land in Rechnung gebracht werden könne, Wenn es E M8 I nicht mdglich ſeyn ſollte, alle Schläge bis an das Vors werk oder au das Dorf zu ziehen, ſo iſt es um ſo nd» thiger, ſie ſo einzurichten, daß man mit dem Viehe-, den Aerwerkzeugen und Wagen zu jeder Zeit in jeden Sc faſſen, was dazu gehdrt, ein Feld, welches bey der Dreyfelder- oder jeder andern. Wirthſchaft in 6- oder gjähriger Düngung geweſen iſt, in zjährige zu ſetzen. Wer über Futterbau und Stallfütterung nachgedacht hat, wer beyde mit deren, einem damit Unbekannten unglaublichen Wirkungen aus Erfahrung kennt, wird es indeſſen nicht unmöglich finden, daß dieſe Forderung erfüllt werden kdune, Aber dieſe For» derung auf einem Guthe zu erfüllen, welches, wie es lei2 der! auf einigen meiner eigenen Güther und bey mehreren benachbarten Dorfſchaften der Fall iſt, ſeine Felder nur in 15, 18, ja wohl 21 oder 24 Jahren durchdüngen fonn2 te, dieſes iſt eine ſehr ſclichern Gegenden dieſes. unz glaublich finden werden; es iſt aber leider! zu wahr, je- doch bey weitem nicht allein in Preußen der Fall, und auch dort, ſo wie in andern Ländern, ſelten. Bey ſolchen verzweifelten Wirthſchaften kenne ic) wahrlich kein ande» res Mittel, als vielfeldrige Stallfütterungswirthſchaft niit ausgebreitetem Futterbau, um den Mangel an Dünz: ger zu heben, und den Aer gründlich zu verbeſſern. Ich zweifle ſelbſt, das es dem größten Vertheidiger der reiz nen Dreyfelderwirthſchaft mdglich ſeyn ſollte, ein gründ- liches Rettungsmittel für eine ſolche Wirthſchaft, mit Beybehaltung der Dreyfelder und der reinen oder ſcten Früchten gerathe, als, Gerſie, muß ich, wenig? ſtens in- Anſehung des'Roggens, einigermaaßen wider- ſprechen, dä mir mehrere Jahre hinter einander der Rog- gen, nach gut gedüngten Kartoffeln, ſo wie der im nach» folgenden Frühjahre in den. Roggen. geſäete Klee vor» treflich„ und zwar erſierer von allem meinen Roggen am allerbeſten gerathen iſt.,-Waitzen habe ich noch feinen geerndtet/ welcher in Kartoffelland. geſäet geweſen wäre. Ich habe- ihn im verwichenen Herbſt 18021zuerſt in Kat» tofſelland geſäet; und ich geſiehe:es/ daß ich. für dieſen Waißzeu beſorgt bin, da er erſt zu Ende Octoders geſaet wer- den könnte, der ſpäte Herbſt anhaltend naß) war, und dann kühle Frdſte folgten: welche noch in-dieſem Augen- bli Cam gten Februar 1803)-anhalten, ohnedaß hinläng- licher.Schnee der Saat eine:hinreichende Decke gemöhret. FE. I< glaube, daß bey der Frucht, welche nach ibeha&ten Früchten, worunter ich Kartoffeln und Rüben- Arten vor“ züglich zähle, gebaut wird, äußerſt viel auf'die Art-des Bo- dens ankommt, worein ſie geſäet wird. Auf loFerm Boden dürſte ſich der Waitzen nach. den behac>ten Früchten leicht lagern, Der Roggen thut dieſes'weniger 5"und"ich glaube, daß es dieſer gar nicht thut,“wenn manihn„wie ich es zum Theil, des'darinn geſäeten Klees wegen ,„. thun muß, im erſten Frühjahr walzet. In ſtrengerm' Bodem hat es mit dem Waißen auch weniger“ Gefahr. Wie beydes, Roggen und Waißen, nach. gedrillten Erbſen und'Wien, welche man'auch unter'die beha>ten Früchte rechnen kann, geräth, kann ich nicht aus Erfahrung»ſagen.| Dac-aber bey dieſen gedrillten Früchten nur die Oberfläche:des Bo- dens aufgelo>ert wird,»ſo glaube ich ,/:'daß“es. mit dem Lagern beyder"Getraydearten. weniger Gefahr, als im Kartoſſellande hat.' Gerſte,':wo ich ſie des Bodens wegen habe hinein ſäen kbnnen, iſt'bey mir im Kartoſfela>er noch immer vorzüglich'gutgeratyen;.'ſo wiees guch mit dem rothen Klee bis jetzo geſchehen iſt, von welchem Hr. Kar- be'S. 74'ſagt, daß es'beſſer'ſey/ ihmunter Wintergetrayde zu ſäen,'weil er zeitiger;»als mit der Gerſte geſäet wer- den kann, wodurch er-mehr:-Zeit gewinnt, ſich-zu beſto>en, dem.Abweiden, und beſonders den ſchlimmen: Wintern zu'widerſtehen, ohne ein Raub des /Froſtes zu'werden. Ichi habe Feinen Unterſchied“ zwiſchen' dem: 1mit'-Roggen auf einem Vorwerk, und mit»Gerſte auf einem andern, 7L auf beyden in. Kaärtoffelland geſäeten Klee, verſpüret 3. doH muß ich dabey ſagen, daß wir keine gefährliche Winter in den Jahreny wo beydes geſchehen iſt, gehabt haben, Klee' unter Waißen zu ſäen, wie Hr. Karbe, S. 76 und 77 anräth, habe ich ſelbſt noch nicht verſucht, weil dieſer Verſuch einigen meiner Bekannten total mißrathen iſt, ino dem der Klee-von dem-Waißeu erſtit-wurde. Eben ſo iſt es-mit- Verſuchen, ihn mit Erbſen zu ſäen, einem mei- ner Bekannten. in Mecklenburg gegangen. Am liebſten aber ſäe ich den Klee mit Roggen, aus den von Hrn, Karbe. angeführten Urſachen ,. und weil. ich ſelbſt frühe Kleeſaat.,. für die beſte halte. Nur kaun man nicht immer thun, was man will 3. unddie ganze-Feldeintheilung und„angenom mene Fruchtfolge muß es-entſcheiden, mit was für Ge- trayde man den Klee ſaeu könne; I< gedenke hier nicht der-Beſgamung der Felder;mit.-andern Futtergräſern zur Weide. da dieſein meinem:Syſtem nicht vorkömmt: ic geſtehe aber, daß. ich das. Abweiden. des Klees, außer im ſpäten-Herbſte,: dem Klee-ſelbſt doch für nachtheilig halte, da-die Pflanze durch anhaltendes. Nachtreiben zu ſehr er-. ſchdpft wird,„Am liebſien„wäre es, mir„wenn er gar nicht abgefreſſen. würde; denn ichglaube= vielleicht mit Unrecht“> daß'der Froſt einer abgefreſſenen Pflanze mehr ſchadet, als- einer unabgefreſſenen.. Doch, könnten faule Winter: dem zu hoh aufgewachſenen Klee quf eine au- dere Art eben ſo ſchädlich werden, als einer zu ſtark be- ſto>kten Winterſaat, Es iſt wirklich traurig für den Land- 72 wirth, daß er in ſo vielen Fällen nicht wiſſen kann; was er äigentlich thun ſoll, um am beſten bey ſeinen/Unterneh2 mungen zu fahren, da er nie wiſſen kann ,- was für Wit» terung erfolgen möchte, und dieſe einen ſo weſentlichen Cin- fluß auf alle ſeine Unternehmungen hat. Sehr wahr und richtig iſt das S. 81x angeführte Thaerſche Urtheil: daß grün abgemähete Wien der reis nen Brache gleich zu ſchäßen, und auf ſehr bindendem Boden gewiß vorzuziehen ſind. Meine eigene mehrjähri- ge Erfahrung hat mir dieß ganz beſtätigt 5 und ich kann es bezeugen, daß ich in der grün:gehauenen Wienſtoppel, wozu im Frühjahre mit gut verfaultem Miſt gedüngt war, ungleich beſſern Waißen, zu welchem nach der Wiken- erndte noch x Mal in die Quere und! 2 Mal in die Länge, alſo in allem 5 Mal gea>ert worden war, im Stroh und Korn gebaut habe, als in der an dieſe WiFenſtoppel ſtoßen- den, eben ſo gut gedüngten, und noch einmal mehr gea>er? ten ſchwarzen Brache, Gut ſtehende Wieu laſſen kein Unfraut aufkommen, und der Boden iſt nach dem'Abmä- Hen derſelben ganz rein davon: er muß aber ſo bald, als möglich, aufgeriſſen werden; weil das ſo länge unterdrüt geweſene Unkraut, ſo bald es Luft'bekömmt, zumal bey Feuchter Witterung, außerordentlich ſchnell aufwächſt. Um allen Mißverſtändniſſen vörzubeirgen; wiederhole ich es, daß hier'nur'von grün, invder bald nach der'Blüthe;'ge- hauener Wicke die Rede iſt.) RT 73 Athißuch: ba. Vorerinnerungen, welche die Tinrichtung einer. ſolchen Wirthſchaft betreffen. Beſchaffenheit des Bodens, welchen Hr. Kar- be vor Augen hat, (Lie von Hn. Karbe angeſtellte, S. 90 u. f. angeführte Unterſuchung des Bodens, welchen er bey ſeiner Beſchreis bung der Wirthſchaft im Auge hatte, verdient von jedem Wirthe mit eben ſolcher Genauigkeit angeſtellt zu werdet, wenn er ſeinen Aer, oder deſſen einzelne Stü>&nach ihrem wahren Gehalte kennen lernen wil. Hier nur däs Reſultat ſeiner Unterſuchungen. 3009 Loth abgedampfter Boden enthielten 0, 03 kleine'-Steine, 0, ox. vegetabili» ſche Faſern, 5, ox Kalk, 0, 38 Töpferthon, 0,'57'grös bern oder feinern Sand; es-iſt alſo'von einem ſandigen Thonboden oder gutem Mittelböden die Rede,' Dieſes iſt bey'Ausführung der von Hun, Karbe angegebenen, zwär ſonſt bekännten, aber leider!“-nicht allgemein. befolgten Regel derjenige. Boden, welchen man zu jeder Zeit be? arbeiten, auf dem man mit möglichſter Sicherheit: alle Gewächſe erziehen Fann, und welchen man durch Lultür zu einem: hohen Grade- von Fruchtbarkeit zu bringen: irn Stande iſt, Die eigenen Worte ves Hn/ Karbe ſind fol- EN. 34000 gende:„es folgt daraus, daß, wenn man den thonigten „„Boden durch Miſt, durch Winterbrache, durch über? 3 ſchattende Früchte, und durch aufmerkſame Cultur in dem „„Zuſtande der Lo>erheit erhält, die Bearbeitung deſſelben „durch Pflug und Egge ſehr erleichtert, und ſeine Fruchts „barkeit ſehr erhdhet werden kann,“) Ausſaat auf ſolXern, den Roggen in der erſten Hälfte des Septembers in die Erde bringen, Mit dem Wai- Ben brauchen wir uns nicht zu übereilen;' weil er ſich Hauptſächlich in friſch gedüngtem Lande leicht überwächſet« Wenn man nun Waitzen oder. Roggen, welches-auch in Preußen häufig geſchiehet, in Erbſenſtoppel ſäet ſo Edmmt beydes zur gehörigen Zeit in die Erde 5 es müßte denn ein Jahr ſeyn, in welchem die Erbſen, der'Witterung wegen, nicht reifen, und daher nicht vor Ende Septembers geerndtet werden kdnuten. Könnte dieſer Schlag in der vielfeldrigen Wirthſchaft aus'dieſen Urſachen nar ſpät be- ſäet werden; ſo würde es"bey der geſdmmerten Brache nit dem in Erbſenſtoppel kommenden Wintergetrayde nicht beſſer. gehen. Bey der: von Hn, Karbe vorgeſchlagenen Fruchtfolge kömmt Waißen in den bten'Schlag nach Wicken, welche in friſchem Miſt geſtanden haben, und grün gehauen ſind. Daß Waitzen hier gerathen muß, kann der Wirth: mit Zuverſicht hoffen; und da die Wien im Anfang July oder in der Mitte dieſes Monats gehauen werden, ſo iſt Fein Zweifel, daß dieſer Schlag nicht ſollte zur gehd- rigen Zeit beſäet werden können. Wer kann alſo von dieſer Wirthſchaft behaupten, daß ſie eine ſpätere Beſtel- Lung und Saat-Zeit nöthig' mache? Man könnte aber auch eine andere Fruchtfolge, wie wir ſie weiterhin finden wer- ven, annehmen, und gleichfalls bey 9 Schlägen Waitzeu 41 dder Roggen in Kleeſtoppel oder nach behaten Früche ten ſäen. Wenn Wintergetrayde in der Kleeſtoppel zu ſpät geſäet wird, ſo iſt es beſtimmt die Schuld des Wire thes: denn wenn der Klee gut geſtanden hat, wie nicht anders zu erwarten, wenn er nach behac>ten Früchten geſäet worden iſt, ſo bedarf es keiner weitern Beſtellung; als der Saatfahrez und hier hängt die Beſtimmung der Saatzeit, wie in dem Wienſchlage, allein vom Wirthe ab. Ferner kaun auch in einer guten Fruchtfolge Roggen auf beha>te Früchte folgen; nämlich nach Kartoffeln und Runkel- oder andern Rüben. Wenn man auf eine gute Art Kartoffeln bedacht iſt, welche nicht zu ſpät reiß werden, ſo kann.man mit ihrer Erndte bald nach Michae2 lis, und mit der darauf folgenden Roggenſaat in der er? ſten Hälfte des Octobers gewiß fertig ſeyn. Um dieſe Zeit ſind die Rübenarten, Stoppelrüben aus8Sgenommen, auch aus der Erde; und die ganze Saat kann alſo in gewöhnlia er genau kennen, und richtig beurtheilen, um ſich nach den Local-Erforderniſſen 79 FSI SIE SEEN richten zu können. Beydes aber iſt ſchwerer,"als es zu ſeyn ſcheint, beſonders für den blos empiriſchen Wirth, In Anſehung der Winterſaat iſt indeſſen das Sprichwort ſehr wahr, frühe Saat trügt ſelten: eben ſo gewiß iſt es aber auch, daß hiet, wie in allem, Uebertreibung ſchadet. Bey der Gerſte iſt es, der Ungewißheit der künftigen Witterung wegen, am allerſchwerſten, irgend etwas beſtimmtes an? zugeben. Näſſe und Dürre, große Hißze und Kälte, alles dieſes iſt ihr nachtheilig; und kein Getrayde verlangt zu ſeinem Gedeihen eine gleichere gemäßigte Witterung.) Arbeiten des Zugviehes, S. 103, Für den Pflug beſtimme ich die Ochſen, für die Egge und den Wagen das Pferd. Beyde Theile uns terſtüßen und helfen ſich aber dann, wenn eine verſpätete Arbeit nachgeholt, oder eine jetzt ſehr paſſende beſchleunigt werden ſoll, indem Verzug Schaden bringen würde, (So nüßlich dieſe gegenſeitige Unterſtüßung iſt, ſo ſchwer iſt ſie an Orten, wo nicht; viele Menſchen ſind, auszuführen; und eben ſo ſchwer iſt es an Orten, wo man nicht gewohnt iſt, die Ochſen vor den Wagen zu ſpannen, die Leute hierzu zu bringen, Letzteres habe ich aus eigener Erfahrung gelernt; und es gehört wirklich eine große Ge- laſſenheit dazu, um nicht alle Geduld darüber zu verlieren, wenn man den gemeinen Mann, der dieſes Fuhrwerk gar nicht kennt, dazu bringen, und alle Schwierigkeiten, die er theils aus Dummheit und Ungeſchi>klichkeit, theils gefliſ- 83 ſentlich, um keine neue Arbeit zu übernehmen, macht, be? ſeitigen will.)' S. 104. Den Gebrauch der Wechſelochſen halteich für ſehr gut und ldblich, ungeachtet ich weiß, daß in vielen Gegenden, außer der Mark, die Ochſen durch gute Füt- terung in den Stand geſeßt werden kdunen, daß ſie Vor- und Nachmittags den Pflug ziehen. Leßzteres geht immer ſehr langſam, und greift. den Ochſen mehr an, als wenn er im Wechſel ſteht. Der Pflug ſtehet hier den ganzen Tag wenig ſtill, weil die Pflugknechte nicht auf das Fut- ter der Ochſen warten dürfen. Daher wollen wir, der beſſern Fütterung der Ochſen ungeachtet, Wechſelochſen berechnen, und zwar auf einen Pflug 6 Stü, Da je- doch in leichrerm Boden auch 4 Stü> hinlänglich waren, ſo wollen wir für die leichtern Fahren nur 4 Stü anneh men, weil daun mit 12 Ochſen 3 Pflüge beſpannt wer- den können. Wir wollen aber dieſes nicht als Regel, ſon- dern nur als Sache des Nothfalls annehmen, und alſo bey unſerer Rechnung immer 6 Wechſelochſen für Einen Pflug zum Grunde legen, und das Stü> nach dem jeßigen Mittelpreiſe(in der Mark) mit 50 Thlr. in Anſchlag brin- gen, Pferde werden auf ein Geſpann 4 StüF, jedes zu 7109 Thl. im Einkauf gerechnet. (Wohl dem Wirth, welcher Wechſelochſen haben kann, An Orten, wo der Arbeitsochſe ſich blos guf der oft ſchlechten Weide, wie es ſo häufig der Fall iſt, vom Ende der Sommerſaat an, auch wohl ſchon während derſelben, erhalten 81 erhalten muß, würde es ſchwer ſeyn, Wechſelohſen zu ha- ben; weil die wenigen, die jetzo gehalten werden;'Xaum Nahrung. genug finden ,' geſchweige daß ſich noch'einnial ſo viel' auf derſelben Weide ſollten ernähren kdunew, Hr. Karbe/nimmt,"gleich nach dem angeführten, 25'Magde- burgſche Morgett für das: Tagewerk eines Pfluges'; auf den er 6' Wechſelochſen rechnet: int Durchſchnitt, näch. den Jahreszeiten aber, im Frühlinge täglich 24 Morgen, im Sommer 3,«im Herbſte'nur 2'Morgen an.- Ich geſtehe, daß mir dieſes: wenig ſcheint,''wenn nicht'vön'ſtrengem Lehmboden(den Hr; Kärbe-aber hier nicht. meynett känn) die Rede“ iſt;-- Dieſer Boden geſtattet keine genaite Betech- nung der Pflugarbeit; weil bey ihm alles auf'die"Witte- rung ankommt, und oft die zwemäßigſte vorhergegange- zie“ Bearbeitung“ nur wenig Einfluß auf die folgende! hat, ſv daß man unter günſtigen Umſtänden viel Arbeit darauf verrichten kant, und unter ungünſtigen nur ſehr wenige, oft ſchlechte."'In Preußen nehmen'wir auf gutem Mittelbo- den, welcher zu jeder Zeit zu behandeln iſt, x"Culimiſchen Morgen, öder'2 Morgen 4755 QT-Ruthen Magdebtrgſches Maaß)' fär'das Tagewerk einer-Zöche, die mit 2 Ochſen, ohne Wechſelgeſpann, beſpannt iſt, an. Unſere Ochſen ar? beiten den'Zänzen Tag, von Sonnenaufgang bis"Sonüen- untergang?" Sie ruhen während dem Frühſtü> der Leute eine hälbe' bis eine ganze Stunde, und erhalten in guten Wirthſchäften'ein Bund Heu," öder grün Futter nach Maaßgäbe"“der'Jahreszeit, Zu'Mittage werden ſie im FT 82 Stalle-mit Klee vder"Heu 2 Stunden gefüttert;" müſſen jedoch an vielen Orten auch wohl auf die Weide gehen. Zur; Veſperkoſt ruhen ſie wieder. eine. halbe, Stunde, er? Haltemetwas Heuz in ſchlechten Wirthſchaften, wie des Morzenb; nur-Stroh; oft guch gar nichts.:-ImFrühlin? ge und. Herbſie bey' den kurzen- Tagen» fällt: Frühſtück und“ Veſperkoſt ganz weg.)„unſere Ochſen ſind daran.ge- wdhutz:aumd halten dieſe, ſchwere Arbeit ſelbſt: imſtrengſten Boden aus. Wenn ich gleichüberzeugt bin,„daß 6:Wech- ſelochſen ungleich imehr Arbeit verrichten; würden 51ſo iſt es doch offenbar, daß: unſere) 2 Ochſen mehr“ Anbeit'- nach Verhältniß»--als'-6 Wechſelochſen in der'Mar|: verrichten, welche.nur..25 Morgen„Magdeburgiſch täglich. pflügen; lebtere„müßten,“ um. mit.den unſrigen gleiche Arbeit zu vollbringen; über 6.Magdepurgſche, Morgen pflügen; wel' ches, iM wenn der. Pflug gleich den ganzen Tag nicht fülle ſtehet»1-ſür unmöglich halte. Die Unterhaltungsto- ſten dev: Wechſelochſen dürften. alſo) leicht den davon ge- hoften] Rutzen in. Preußen überſieigen.| Ice ausſpringen, und alſo ſchlecht ar- beiten'foll:«Hierin haben, glaube ich, die beyden genann- ten Pflüge große Vorzüge, ohne; wenn ſie mechanifch rich- ng gebaut ſind; eine größere Kraft zu erfordern,“ Wenn es darauf&nkdmmt, tief zu pflügen, ſo wird beynähe der Schmalſche Pflug den Vorzug verdienen.'Beym Rühren ſteht"die Zoche gewiß dem Haketi ohne Streichbreter nach, Dieſes iſt meine vorläufige Meynung über dieſe Werkzeuge; Erfahrung muß ſie beſtätigen odey berichtigen! Wo nur Ein AFerwerkzeug allein, es' ſey Pflug, Zoche oder Haken, gebräucht wird;;wo die Walze gar nicht bekannt, oder wenigſtens nicht im Gebräuche iſt; wo mit ſchlechten Eg- gen ſchlecht geegget wird; wo man endlich mit magerm, F 2 RER... 990 unverfaultem: Miſte, der beynahe-nicht dieſen Namen. ver? Dient,, ſparfarm düngt; und wo man, um das Maaß, voll'zu machen; das Vieh ſchlecht und. ſparſam füttert; da-kann/die Wirthſchaft, und gienge ſie noch ſo ordentlichähren Trappen fort, doch wahrlich. nicht. gut. /genaunt werden.;Originals zu dieſem Gemälde findet man gewiß jin vielen Ländern, ohne ſte weit.zu ſuchen, Hr,. Karbe theilet das AFerjahr in 4 Zus ein, üb nimmt die Zeit zwiſchen-der früheſien-und ſpäteſten Soma merſaat als. die erſte Epoche. an. Er. rechnet-ſie/ vom: 25ſten März, bis letzten May; ſie enthält 57; Arbeitstage,, und es können in derſelben miteinem Pfluge"2 423: mags deburgiſche Morgen gepflügt werden.. Wenn diefes gleich, für den größten Theil der Mark, Brandenburg gauz nichtig; angenommen werden kann, ſo.leidet doch dieſe) Annahme; für die, dſilicher an den Küſten der Oſt- See, ſo wie für; mehrere; mittäglicher, aber hoch gelegene gebirgige/Gegen-, den eine. große Abänderung, In Auſehung"der-erſtern ſcheint es, als wenn die.Oder, und weiterhin'die, Weich»; ſel und- der Niemenſtrom oder, die Memel;-;eine Gränze, zwiſchen verſchiedenen Climaten machen.„Auf. demzrech- teu- Ufer dieſer Flüſſe liegt der.Schnee gemeiniglich länger; als auf dem. linken; dieſes habe ich,„ſelbſt an dex„weſte) licher liegenden Elbe, öfter noc<) an den'anderu- genann?) ten drey Strdmen bemerkt, 1! In Oſt- Preußen Fann, manu, unter dem. 54ſten Grade ,/ und weiter nordwärts hiv7 nicht leicht vox. dem x5ten April auf den Anfang-der Atergrbeit, 85 52-22 undder Säatzeit/ im Durchſchnitt mit Gewißheit, reh- nen“obgleich ich's mich:anch-erinnere, daß ohnweit Kd- nigsberg dew 23ſten Februar Erbſen geſäet worden ſind, wel- ern.:- Ih. berühre hier-nur den Unterſchied), welchen: Clima aund. Witterung, zwiſchen der Mayk, undder Gegend;/) worin ic wohne;„machen, weil meine,/folgenden Berechnungen-des ndthigen-Arbeits- viehes. aus; dieſex Urſache,: von;den-Karbiſchen:ganz ver» ſchieden ſeyn-müſſen. Sehr wahr. iſt dasjenige ,/ was. Hr. Karbe vom Eggen ſagt. nämlich: daß es ein. Geſchäfte iſt,,:welches.die grdßte Accurateſſe und Sorgfalt„erfordert, 1von ,dex;-Be2 ſchaffenheit des Bodens, vonder vorhergegangenen Pflug? arbeit, und; vonder. Witterung abhängt,- I, Beſtimmung der Menge des autsge- fahrneu'Miſtes';* und Vermeidung des Verluſies an Miſt und Jauche, auf welche leßtere man'aber noch leider! au ſehr wenigemw Orten hinlänglich Räſicht nimmt, ſondern ſie ſich lieber durch Abzüge vom Halſe- ſchafft.) Die: An- zahl: Fuder ,“ welche ein Geſpann täglich ausführen kaun, hängt wohl ganz von der Localität ab, uud-kann'nurfür jedes Vorwerk genau beſtimmt werdeii? doch ſind 9 bis 10 Fuder das/wenigſte, was man“ auf großen:Vorwerken und bey entlegenen Ae&ern als Mittelzahl rechneu.kann;) S. 108. Hr. 9 Blankenſee: empfiehlt das-Ausfah- ren des Miſtes im Winter auf große Haufen", von»wo derſelbe im Frühzahre wieder abgeholt und verbreitet wird. Dg dieſe Methode eine Verdoppelung der: Arbeit /i&, ſo 88; dürfte ſie wohlb-von denjenigen, Wirthen"die ihn-ſogleich auf. den. beſtimmten“ AXer fahren und alsbald. ausbreiten laſſen können, nichtnachgeghmt werden. Wenigſtens rech- ne-ich in unſerer Wirthſchaft nicht darauf, indem ich ander? weitigen'Nüßzen dieſer Einrichtung nicht einzuſehen. vermag, wo-nicht eine'ganz-beſoydeve Localität ſie nothig machts (Hier Xann-ich mit Hrn, Karbe nicht einer Meyyung ſeyn.;-der-Wechſelwirthſchaft muß die..Miſtfuhre-zu den Erbſen und Wien. im, Herbſte geſchehen ,< und der Dünger untergeſtürzt werden wenn ſie wahren Nutzen davon haben ſollen, Oft kann die Miſtfuhre:aber im Herb- ſte nicht beendigt, noch der Dünger, des, eintretenden Froſtes wegen) untergeſtürzt werden. Alsdaun wird.es nothwen- dig," um mit der Saat im Frühjahr nicht verſpätet;zu wer- den //'oder den. Miſt im ſchlimmſten Wege zu fähren, daß man ihnim Winter.aufs Feld ſchaffe. Wenn man ihn als? denn es ſey:auf den Schnee, oder auf uübede>ten Aer fährt und ausſtreut, ſo läuft man eine zweyfache Gefahr 5 erſtens, daß der Miſt durch.den Froſt ſeine,beſten Theile verliert und unwirkſam wird 5. zweytens, daß bey hefti? gem Thauwetter aller Miſt von den abſchüßigen Stellen weggeſchwemmt wird, und für den AFer, dem-er beſtimmt wär;y verlohren iſt. Beydes vermeidet man, wenn man ihn/auf;große. regelmäßige-Haufen fährt, feſt zuſammen ſchlägt, und im Frühjahr, aus-einander bringt, wie es Hr; v. Blankenſee vorſchlägt. Die Arbeit 5 die: dieſes Verfah» ren; verurſacht, iſt in der That'ſo ſchwer und. laugweittg 89 nicht, wie man ſie: ſich vorſtellt; Mit. zwey:Pferden: kan man jim Winter bey guter Schlittenbahn mehr leiſten, als. 4m Frühlinge bey böſem Wege«mit ſechſen.“ Die Och" ſen 5 welche den Winter hindurch müßig ſtehen, kbnnow die Miſtfuhren beynahe allein verrichten. Auch die Wei ber;haben im Winter wenig Arbeit außer der, Behand lung des Miſtes- Alles erleichtert dieſe Arbeit im: Winter; und läßt weniger für das Frühjahr zu thun übrig ,»Wwels en der Wagen und zum: Nachhar- Xen-vder'|Nachrechen aufs Feld. mitgenommen..„Selbſt Mittelknechte von 11.6 bis 18 Jahren: verrichten das Aufs und. Abladen.-den ganzen Tag, ohne weitere Ablöſung, Bey unſern. langen, ſchmalen Wagen müſſen ,wir..uns durchaus eines|Wede- oder Wieſebaums bedienen, um das Getrayde auf dem'Wagen zu befeſtigen, weil ſonſt»die Hälfte auf. dem Wege herunter fallen*würde,) Bendthigte Menſ Wörunter ich, welchen Nämen ich auch vom'beyden"gebrau? *en mag, eine und dieſelbe Sache verſtehe=-"erfordert un- ſtreitig mehr Menſchen, als die Dreyfelderwirthſchaft/ zumal wenn jene mit Stallfütteruag' verbunden iſt'Der Anbau ver'behä>ten Früchte,== ſelbſt beym Gebrauche der beſten AFerwerkzeuge<==" die"Klee-" und Wikei'-Erndte; das Einbriügen des grünen Fütters, die Fütterung'ſelbſt, die bftere Reitigung der Ställe die Vermehrung'der Dün?- gerfuhren, die Vermehrung des Getraydes ſelbſt,“und älle däraus" folgende mehrere Arbeiten,"alles dieſes“ ſmd Ge? ſchäfte, welche dieſe Wirthſchaft mehr/'oder in größerer Menge"zu beſorgen“ hat /'als"die Dreyfelderwirthſchaft. Boräusgeſeßt daß"ein Guth bey der leztern' ſeine Ta- geldhner auſſer der"Exndte Hicht alle hat beſchäftigen köu- nen, ſo werden dieſe bey der Vielfelderwirthſchaft zu jeder Zeit ſehr gut. angewendet werden können.„.Es giebt aber Wirthe, welche ihre Güther, weder von Seiten des AXer- baus;'noch der Gebäude, in“gehbrigem Stande erhälten, um hur ſö'wenig Taglohn auszugeben, als mdglich« Sie halten'dieſe Erſparniß für reinen Gewinn, uneingedent daß'ſie, durch ſchlechte Cultur und Vernachläſſigung der Gebäude, bey weitem! mehr verlieren;- Solche Wirthe werden aber anch keine'Wirthſchaft anfangen,“bey welcher fie gewiſſe Ansgäben, und keinen offenbaren, augenbliäkis chen, wenn gleich einen; ſicheren ,, aber entfernten-Gewiny vorausſehen.; So,gewiß aver; eine, gut, und zwehmäßig eingerichtete Vielfelderwirthſchaft einige, Ausgaben„mehy hat, als die Dreyfelderwirthſchaft, eben ſo ſicher; Fann-ſtes zumalbey. Stallfütterung» auf-einen/die Ausgaben, Zbers ſteigenden Gewinn und verhältnißmäßig größere."Cinngh4 me rechnen, als die leßtere. So bald-mwan zugiebty, daß derſelbe A>er bey drey- oder ſechsSjähriger„Düngung wmit"beſſerxem Miſte-hdhern Ertrag liefern. nmß1 4315, bey 9- 127: 18- und mehrjähriger:Düugung- mit. ſchlechtem Miſte, ſo iſt kein Zweifel, daß die; ,den mehreſten und beſten Miſt producirende Wirthſchaft die mehreren Koſten reichlich bezahlen muß, vorausgeſeßt daß keine-unndthigen Ausgaben gemacht, und auf Rechnung der neuen Wirth» ſchaft geſelzt werden, welche. ganz. unſchuldig?dgran ſt. Wollte man die Vielfelderwirthſchaft aber. ſo-foſtbär eine richten, daß aller daraus fließende Gewinn auf. vie grdſ- ſern Unfoſten:„gienges„ſo würde man thdrigt,; handeln, Wemti>bey;der Dreyfeldexwirthſchaft ein Guth 4=;B. nach Abzug aller Unkoſten 3000 thlr, reinen Gewinn.trüge; in al. lem jaber:gb920thly, Einnahme gehabt hätte; däſſelbe Guth hingegen ſeine Einnahme)zwar bey der/Vielfelderwärthſchaft auf'8065 Mir. brächtes"Hou: dieſen;aber yur gleichfalls 30506 thlr. reinet Ertrag übrigbliebe,: fö hätte der Beſikex ſeine Mühe»nyd/ angewandten) Köſien. umſonſt verſchwen? det. Dieſes. kdmnte.aber nicht!geradehin der:neupn Wirths ſchaft zur Loſt Falley- ſondernes wurde: an:einer: falſchen; En. Einrichtung“ und"unndthigen Verſchwendung liegen„weil bey einer guten und“ richtigen Einrichtung die AuSgabe, wie'wir es in' der Folge ſehen werden, nicht ſo ſehr" vers mehrt/wird,)| 21 S, 120. Es iſt'demnach zum vollkommnen Betries be einer-ſolchen-Wirthſchaft udthig: 1%. Ein Oeconom; 2, Eine Ausgeberin, 3. Eine Meyer-Fämilie,(Meyer wird auch Voigt, Hof» meiſter und Hofmann Fenaännt)! "4."Ein Ochſenhirte, 11757 Eitt"Kühhirte, "767 Ein''Hofknecht, 2(7. Citie!' Hausmagd, 38. Ein“Knecht auf 4'Pferde, 279%'Ein' Knecht auf 6 Ochſen; 110, Ein Viehmädd)en äuf 20 Kühe/ „AT/'Ein'Dreſcher auf 555'Mandel' Getrayde, C12« Eine'Plänteur='Fäamilie'"guf 45 Morgen„beha>te 1: Früchte.| 1: Sn"der Erndte'werden gerechnet ip eine Perſdu tägliche zum Abimähen der Erbſen'und'Wiken"'2? a s des Waitzens u/Roggens: 3 3 z ce der Gerſte u.“des'Hafers:X j Zum'Sammlen und Aufbinden gehbrt die doppelte An zahl der Mäher- und' zun Aufladen'und' Taſſen die Hälf- te'der Anzahl der Mäher."Man kann. auf die WiFen- und | Morgen Mag- deburgiſch, 95 Getrayde-'Erüdte Ein und:zeinen:halben Mönat rechnen; oder-mit Ausſchluß der. Sonntage und.derjenigen'Täge, wo: ſchlechter:Witterung wegen weder gemähet, noh ges bunden werden kann, ohngefehr 30 Tage, Die: Anzahl der bendthigten Menſchen-mußalſo dergeſtalt beſtimmt'were den daß binnen 30 Tagen.die-Vollendung der He- und Getrayde- Erndte: geſchehen kann, (Bey einer Stallfütterungswirthſchaft würde das zu haltende Perſonale einigermaaßen. anders zu beſtimmen ſeyn,„Ich will es hier anführen, was auf einem meinex Vorwerke*) bey der Dreyfelderwirthſchaft und dem. Wei- degange für Leute erforderlich waren, und wie viel jelzo bey der Vielfelderwirthſchaft und Stallfürterung gehalten wer» den. Es, wurden ſonſt gebraucht: 1,-Ein Oeconom, deſſen Frau die Milchwirthſehat von 20- Kühen„zugleich beſorgte; 2. Ein Hofmann oder-Meyer, u, ſ- w. deſſen Frau die Dienſtleute-ſpeiſete 3 2. Ein Hirt für das Dorfvieh.,„welcher. mit; dieſem. die Ochſen-hütete, wenn ſie nicht zur Arbeitszeit. in„Gär- ten,gieugen-. und welcher die Schweine. und, Dorf- ſchaafe durch ſeine.oder.-fremde Kinder hüten. ließ; 4."Vier'Pferdeknechte und zwey Migpitnets oder Iun: gen bey 26 Pferden; *») Abſchnitt V, litt, g- 96 51 Vier"Höfmägde zu Betreibung der“ Milchwirthſchäft und übrigen häuslichen“ Geſchäfte, ingleichen zum Nachbinden des Wintergetraydes hinter den Knech- tenz 65 Dreyzehn Paar Inſtleute. Den. Nämen Inſtmann,,"ein preußiſches' Provinzial? Wort, muß ich hier erklären.: Inſtmagnu“heißet»derjenige, welcher für Wohnung und Garten weniger, als ein Tageldhner bezahlt, nebſt ſeiner Frau täglich, wenn er "gebraucht wird, in die Arbeit kömmt, und jede ihm auf- 'getragene Arbeit verrichtet. Sie werden vorzüglich zu äl- len Feldarbeiten gebraucht, verrichten ausſchließlich das Dreſchen, wofür ſie den roten Scheffel, aber für die Tage, än welchen ſie dreſchen, kein Tagelohn erhalten, und be- kommen für die Arbeitstage, der Männ 10 bis 12 gr.*) 1:28 vie Stan 6'bis 7% gr. preußiſch Tägelöhn,"Tageldh- ner, Arbeitsleute, oder Hochzinſer'"geben'hdhere“Miethe, "müſſen; wenn ſie' gebraucht werden, jede Arbeit verrichten, haben mit dem Dreſchen nichts: zu thunz-"und“ erhalten, wein ſie in den Güthern"wohnen,“der Männ 15" bis 18 Fr. preußiſch, die Frau äber die Hälfte an Tagelohn. Cs 3giebt- oh eine dritte Art Arbeiter/"welche bey uns Gärt» ner:heißett5 ſie haben Wohnung,"Gärten und etwas weni niges AFer-/ leiſten dafür 2'bis 4 Täge die'Woche Hoſ- dienſte, und haben an manchen Orten auch-däs' Dreſchen; man 2) 30 Groſchen preußiſch machen 8 gute Gröſchent, 97 man findet ſie, aber ſelten.„Die; Juſileute haben auch 1x bis 3 Morgen Aer, oder ſäen zwey Sagten in.ihren,Miſt auf herrſchaftliche Ae>er. Bey der'vielfeldrigen Ställfütterungswirthſchaft wer- den vorläufig gebraucht und ſind angeſtellt: 1. Ein Oeconom, deſſen Frau die Wirthſchaft verſiehet; 2, Ein Hofmann; 3. Ein Futtermeiſter, welcher den. HäFſel(Siede) für die Kühe und Ochſen. ſchneidet, im Sommer das Grünfutter mähet und einbringt, im Wintex auch Kartoffeln, Rüben, u. ſ, w. klein macht, und-Fütte2 rung..der Kühe und Ochſen dirigirt, in der«Stelle des Kuhhirten; 4. Ein Gehülfe für den vorigen bey der HäFſelmühle und,Kgrtoffeln-Schneide, in der Stelle des-Ochſen- hitten; 5% Vier Pferdeknechte.und..zwey. Mittel- Knechte« oder Jungen, da die Anzahl der Weide-Pferde.noch. nicht hat vermindert werden können; 6. Vier Viehmägde bey 45, Stück Kühen, ve Schwei? nen und. dem Jungvieh, welche. nur:in der. Roggens Erndte binden helfen; 2. Zwey Mägde zur Haus- und Feldarbeit; 8. Dreyzehn Paar Inſtleute, deren Zahl aber bis.auf 37 oder 48 wird. vermehrt; werden müſſen„da bereits die Hälfte dex vormaligen Vrache dem Futterbau ge- G 98 wibmet- ift, und noch mehr zu has wird genvm?- mwen-werden, Ich will es berechnen, wie viel die jeßt mehr zu hale' tenden Leute, alles zu Gelde gerechnet, koſten, Eine Magd erhält: a) au Lehn=-.--- 10 thir, -b)/'an Deputat2/ 30 Schff. Roggen, ä x thlr. 8 gl.= 13- 8 ggl, TI-6 Gerſie POOR 127 M 15“ 15 Hafer 7='2'16 gl, Grüße=="16 T'-- Erbſen 2 37 2= 1 DB x vom einer Kuh;-- tg 8 -3x von'einem Schwein,“=--“3- An Salz und Hering,-- ZEUG 12 Summa 34 thl,= Dieſes beträgt alſo auf 2'Mägde, welche mehr gehal- ten werden---- 68 thl. Ein Paar Iunſtleute känn; öhne das Dreſcher-Maoß, Jährlich verdienen: I. der Mann für 205 Arbeitstage a 16 gl. preußiſch/ da ich die übrigen 160 Arbeitstage aufs Dreſchen rechnen muß, 22 thlr. 20 gl. preußiſch oder nach guten Groſchen 92 thl, 5 ggl, 2. die Frau für 300 Arbeitstäge 876'gl, preußiſch 20 2= Sum,"42 thl, 5 ggl+ 99 Dieſes würde auf 4 Paar Inſtleute betragen: Tr68 thl. 20 gal. Die Summe des mehrern Geſinde- und Arbeits-Loh- nes beträgt demnach 236'thl. 20 ggl. Eine Berechnung de3 durch die vielfeldrige Stallfüta terungswirthſchaft zu erwartenden hdhern Ertrages gehört nicht hieher.' Daß der Ertrag von 45 Stallkühen, welche Sommer und Winter hindurch gut gefüttert werden, hd- her ſeyn muß,«als er von x6 bis 20 Kühen bey magerer ſchl&hter Weide ſeyn konnte; daß 45 Kühe, 26 bis 30 Ochſen, und gegen 30 Stü> Jungvieh, nebſt 33 Pferden, welche alle auf dem Stalle gefüttert werden, mehrern und beſſern Miſt geben müſſen, als beym Weidegange und enver Winterfütterung z“ und daß endlich dieſer mehrere und beſſere Miſt einen höhern Ertrag an Getrayde, folg» lich eine vermehrte Einnahme verſchaffen müſſe;“alles die- fes braucht, meines Erachtens, keines fernern Beweiſes. Um mit Sicherheit aber von den Vortheilen dieſer verän? derten Wirthſchaft urtheilen, und gründliche Berechnunz gen anlegen zu kdnnen, muß wenigſtens Ein Turnus oder Umlauf der angenommenen Fruchtfolge vollendet'ſeyn. Vis dahin bleibt jede Berechnung Hypotheſe, obgleich dieſe den höchſten Grad von Wahrſcheinlichkeit haben“kann, weun"man Wh nicht zu ſehr in ſeinen Berechnungen hins reißen läſſet. Man berechne alle vorherzuſehenden Unko- ſten und Ausgaben ſo:hoch, als es nach den drtlichen Verhältniſſen' ſeyn kann;- und' die gehoften Vortheile'nach G 2 1002 eum den gewdhnlichen Anſchlags-Principien, ſo wird man bald ſehen, ob Vortheil oder Nachtheil zu erwarten ſind, I< bezweifle es-ſehr, daß eine ſolche Berechnung;(ſo-einſei- tig ſie auch'ſeyn mag ,) der Dreyfelderwirthſchaft.;- gegen die von Hru, Karbe vorgeſchlagene Wechſelwirthſchaft, oder gegen meine vielfeldrige Stallfütterungswirthſchaft, dew lezten beyden nachtheilig ſeyn möchte. TJ) wiederhole es hier nochmals, daß ich unter Dreyfelderwirthſchaft nur die mit reiner, zur Weide benußter Brache, oder die mit ſchwarzer Brache verſtehe, indem ich die mit der dritten Art Brache, oder mit geſdmmerter Brache, für keine Dreyfelderwirthſchaft gelten laſſe, weil ſie für dem mit irgend einer Frucht beſtellten Theil der Brache nur dieſen Namen beybehalten will, obgleich ſie dieſen Namen nicht behalten kann, weil'dieſes Stü> Land nicht den gan? zen Sommer hindurch gebrachet oder umgebrochen werden kann,"welches doch eigentlich der Hauptendzwe> der Bra? ſel vermiſcht; und ſo bald. als zu Ende des Auguſis- beha>te Wurzelgewächſe wieder zu brauchen ſind, wird das harte Futter vermins dert, und werden dafür frühe Waſſerrüben, Runkelrübenz oder auch) Runkel- und andere Rübenblätter gefätterts Die ſpätern Waſſerrüben, welche im Lande ſtehen bleiben, werden im Frühlinge gefättert, um von dieſen Früchten, ſo lange, als mdglich, Gebrauch zu machen. Auf die Wei- de fommen die Ochſen in der Regel nicht: doch kann dieſe Regel bey einer guten Herbſt- Weide, oder zur Erſparniß des tro&nen Futters, eine Ansnghme leiden, 104 Für. die Milchkühe iſt. eigentlich die- ganze Sommer» weide beſtimmt. Sie werden, je nachdem der Frühling früh oder ſpät eintritt, mit Anfang, oder" in der Mitte Mays. auf die Weide in die beyden Schläge getrieben, und zwar ſo, daß ſie bey Regenwetter auf dem Grasſchlage, und bey'troFnem Wetter auf-dem jungen Kleeſchlage, geweidet werden. Wenn die Getraydeerndten geſchehen ſind; werden ſie zwar auf die abgeräumten Schläge ge? trieben, jedoch nur in der Art, daß ſie dem Umpflügen derſelben nicht im Wege ſind; die Weide auf ſolchen Stop- pelſchlägen kdmmt daher faſt gar nicht in Auſchlag. Hin- gegen die mit Klee vermiſchte Waißzenſtoppel kann mit ih- nen, beſonders bey tro&nem Wetter, ſehr füglich behütet werden. Das Weiden darauf ſchadet nicht/ weil die Schläge überhaupt nicht zum Abmähen, ſondern zum Ab? weiden). beſtimmt ſind. In der Nacht werdet ſie in einen Stall, oder in einen beſtreuten Hordenſchlag auf dem Kuh- hofe getrieben, wo ihnen entweder mit Stroh, mit Farren* Fraut, mit Kiennadeln, oder auch mit Sand und grü- nem abgeſchältem Raſen geſtreut wird. An der Seeküſte Hat man auch einige Seepflanzen dazu brauchbar gefun? den,**) 2) An den Küſten des friſchen Haffes in Preußen brauchen die daran wohnenden Fiſcher den von dem Waſſer ausgewor- fenen Shlämm, der aus zuſammengeſce bey unſerer Berechnung keine RüFſicht nehnten. Ihr Futter iſt den ganzen Winter hindurch Stroh» Hä>ſel, mit beha>ten Wurzelgewächſen vermiſcht. Weit aber das WiFenheu nur irgend mittelmäßig geräth, ſd wird auch davon ihnen etwas zu Theil. (Gh habe aus dieſem Abſchnitte des Karbeſchen Wer- kes ſo viel hieher ſetzen müſſen, weil das hier geſagte den? jenigen Punct betrift, über den ich mit dem würdiget Verfaſſer nicht ganz einer Meynung bin. Seine Lage, ſein ganzer Plan, kdünen ihm die Stallfütterung vor der Händ entbehrlich machen. Gegründete Urſachen köniten ihn veranlaſſen, den Weidegang, auf den zwey däzu beſtim ten Schlägen, der Stallfütterung vorzuziehen, Cine dieſer Urſachen liegt ſchon darinn, daß ſein Klee ſs wenig vör die Senſe gegeben hat. Jc< bin daher weit entfernt, ihm Unrecht geben zu wollen, oder mir es anzumaäßen, ſeine mit nicht genug bekannten Gründe zu beurtheilen. I< bin es vielmehr überzeugt, daß Hr. Karbe in der Folge, Und gewiß ſv bald, äals mdglich, zur Ställfütterung ſchreiten wird, wenn er alles dazu wird eingeleitet haben,) Die gänze Verfaſſung meiner Güther zwang mich aber/ bey 106 dem Uebergänge zur Vielfelderwirthſchaft. alles auf Stall» fütterung einzurichten. Wenigſtens.mußte dieſes auf den mehreſten Vorwerken geſchehen. I< hatte Wirthſchaften vor. Augen, bey welchen die Düngung in 12 bis 15, an- dere, wo ſie, noch langſamer, in 21 bis 24 Jahren herum kam, und wo ich. z. B. anſtatt 25. bis 30. Morgen, wenig- ſtens 7055 Morgen jährlich düngen will und'muß, um den Aerin tragbaren Stand zu. bringen, Hier muß nun ver? hältnißmäßig beynahe nod zweymal ſo viel Miſt, als ſonſt, gewonnen werden. Noch zweymal ſo viel Vieh, konnte nicht bey Weide ganz gehalten werden, wie ehedem gehalten war; ſelbſt wenn ich alle Klee- und Winterſchläge zur Weide eingegeben hätte. Ich mußte alſo meine Zuflucht zur Stall» fütterung nehmen, und blos Weide für die Schaafe behal? ten, oder mußte eine weit größere AFerfläche zu Futterkräus tern beſtimmen, und dem Getraydebau entziehen, welches ih aus. andern localen Gründen weder thun wollte, noch konn- te,:::/-Wenn gleich ich nun ganz auf Stallfütterung hin ar- beitete„ſo ſah ich es gleichwohl ein, daß-Vorbereitungen dazu gehdrten, welche wenigſtens zwey Jahre erforderten; und jene zu machen, dieſe in Geduld. abzuwarten, mußte ich mir gefallen laſſen, Iſt dieſe Periode überſtanden, ſo hat der Wirth die ſchlimmſte Epoche zurügelegt. I< weiß es, daß Hr, Thaer es rathſamer findet, bey einem ſehr ere ſchdpften Boden nicht gleich aus der Dreyfelderwirth2 ſchaft zur Wechſelwirthſchaft überzugehen,. ſondern erſt einen Durchgang. durch die Koppelwirthſchaft anräth, das «|=> TI 2700 M u 3 Zi MD Miki IX 400 mit man aus dieſer, bey einem neunjährigen Turnus, all- mählig mittelſt eines Anbaus von behackten Futtergewächs ſen in der Brache, und eines Kleeſchlages zur Wechſel- wirthſchaft übergehen könne,*) Schon als ich meine Eintheilungen machte, war er ſo gütig, mir dieſe ſeine Mey- nung mitzutheilen: allein ich konnte mich) nur entſchließen; Ein ganz erſchdpftes Vorwerk dieſem Rathe gemäß. zu be- handeln 3; bey den übrigen, denen ich noch einige Kräfte zu- trauen konnte, fing ich ſogleich den Uebergang zum'Futter- bau an, und arbeitete auf Stallfütterung hin. Dieſes iſt mir ziemlich gut gelungen; und ich darf mit gutem Grunde hoffen, meinen Endzwe> glüFlich zu erreichen, da ich ſchon die glüFlichen Folgen meines gewagten Unternehmens hie und da verſpüre. I< halte es für Pflicht, Unterneh» mungen dieſer Art nicht geheim zu halten, ſondern dffentz lich davon zu ſprechen. Mögen die daraus folgenden Ers fahrungen für oder wider mein Verfahren ſprechen„ſv will ich ſie offenherzig und getreu bekannt machen? denn die Landwirthſchaft kann nur dadurch zur hdhſien Voll- kommenheit gedeihen, wenn mehrere Wirthe aus ihren Er- fahrungen kein Geheimniß machen; wenn folglich Erfah- rungen aus allen Gegenden verglichen, und daraus rich- tige Reſultate gezogen werden können. Meine Verſuche wage ich hier mitzutheilen; allein meine Erfahrungen ſind 8) Annalen der N. S. L, W., 4ter Jahrgang ,/ 4tes Stusx Seite 390. 108 noch zu neu, als daß ich ſie im Ganzen vortragen dürfte. Hoffentlich werden ſie ſo ausfallen, daß ſie dereinſt Niemand von dem hier vorgetragenen Wirthſchafts-Syſtem abſchrek» ken, ſondern vielmehr ſeine Vorzüge noch mehr beſtätigen werden. I< wäre nicht ſo raſch zu Werke gegangen, zvenn die Worte, Vita brevis, mir nicht ſo ſehr wahr ſchie- nen, und es nicht ſo viel Geduld erforderte, 9 oder 16 Jah» xe zu verleben, um den Erfolg eines Umlaüfs der Koppel? wirthſchaft abzuwarten, Jeßt will ich nur meine Gedanken über Stallfütte- xung und Weidegang aus einander ſeßen. Es iſt/außer al? Lem Zweifel, daß von ein und derſelben Aerfläche, wenn Klee und Wien einen ihnen'von Natur günſtigen, oder durch Düngung verbeſſerten Boden erhalten, eine größere Anzahl Vieh auf dem Stalle gefüttert werden, als ſich bey Weidegang darauf erhalten kann. Wer nun' nicht Ueber? fluß an Wieſen, und alſo'an Heu zum“Winterfutter hat, der muß alles anwenden, um ſein Vieh, für den oft lan? gen Winter, mit hinlänglihem guten Futter zu verſorgen, Kartoffeln und Rüben- Arten ſind hierzu allerdings vorzüg? lich geſchi&t. Sie ſind aber tauſend Unfällen im Felde, ſo wie im Winter, unterworfenz man darf alſo auf dieſe Gewächſe nicht mit unbegränzter Sicherheit bey der Stallfätterung rechnen;"man muß ſich für jeden Ausfall ſicher zu ſtellen ſuchen. Heu muß alſo, ſo viel als mög- lich, vorhanden ſeyn, wenn man ſicher gehen will. Die wenigſten Güther haben aber ſo viel Wieſenheu, daß ſie, 109 um gut und reichlich zu füttern,- den Klee- und. Wiens bau entbehren kdnnen.“Auf. ſolchen Güthern nun müſſen beyde ſowenig, als mdglich, zur Weide, oder. zum grü? yen Futter, angewendet werden; und. hier kann ein guter Wirth ſich dadurch auszeichnen, wenn er es verſieht, Ne2 benmittel) zu erſinnen, um ſein Vieh mit auderweitigen Futtergewächſen-auf die leichteſte. Art zu ernähren, ohne ſeinem Getraydebau zu vieles Land zu entziehen: und die- ſes kann.er- nur durch Stallfütterung bewirken. Iſt ein, Wirth noch icht ſo:weit, daß, er alle ſein Vieh guf dem Stalle“füttern kann, und muß er. noch, den, Weidegang für einen. Theil deſſelben, gleichviel aus welcher Urſache, bey- behalten; ſo-erfordert es ſicher eine genaue Erwägung und, Vergleichung. aller Umſtände; xine genaue Berechnung, als ley„wirklichen,„nicht ſcheinbgren.. Vortheile, ehe er ſich entſchließt“ ob.-er:-dem Arbeits= oder dem Nußviehe. den Vorzug Febenz und-welches er auf dem Stalle füttern will und muß.+ In deu-mehreſten Fällen dürfte wohl das Arz beit8vieh den Vorzug verdienen... Es gehdret wahrlich eine auſſerxordentlich-gute.;. nahrhafte Weide dazu, wenn Vieh, welches in-den langen heißen Sommertagen, von 4 Uhr Morgens'bis 8-.Uhr. Abends und. länger, mit Ausnahme weniger Stundey/ anhaltend. und ſchwer gearbeitet hat, ſich in der Nacht„auf. der. Weide ſatt freſſen, und zugleich gusruhen-ſoll,- Inder Mittagsſtunde ruhet es lieber, als es frißtz»und.das wenige, was.es vielleicht zum. Veſpers brod verhält,“ Fannes- guch nicht ſättigen 3 ,es„muß. als TIO Emammnmmmenen mmm fo die Nacht, anſtatt zu ruhen, freſſen, und kömmt unz ausgeruht wieder zur Arbeit. Iſt die'Weide'nun'noch wohl ſchlecht und ſparſam, ſo iſt das Vieh noch elender daran. In beyden Fällen aber muß es täglich abnehmen, ſchwächer werden, und die Arbeit leidet darunter, indem ſchlechtes Vieh weder ſchwere, noch hinlängliche Arbeit verrichten kann. Kömmt nun noch"dazu,"daß" das Atrbeitsvieh nicht in eingezäunter“ Nachtweide oder'Kop- peln und Roßgärten des Nachts gehalten,'oder'auf'einer ändern guten Weide durch tüchtige Leute gehütet und bez wächet wird, ſondern daß es Nächts-'fvey indie Brache ünd Wieſen, oder auf die Stoppelfelder gejagt wird, wie Dieſes in Preußen und mehrern Ländern“nür Zu häufig geſchiehet, ſo verläuft es ſich oft Meilen weit", um gute Weide zu ſuchen, verheeret Geträyde-“und Kleefelder und Wieſen zum größten"Schaden der Eigenthümer, und muß von ſeinem Beſitzer ſehr oft Tage lang!" mit großer Mühe und Verſäumniß, geſucht werden, wo dieſer es denn oft im Pfandſtälle findet, und es' mit ſawer verdien- tem Gelde ausldſen muß.“ Die Zäune ind'Befriedigun? gen der Roßgärten, Felder und Wieſen'ſimd“ſchwache Schutwehren gegen die Verheerungen des Viehes, und erfüllen ihren Endzwe> gär nicht"oder"hdhſt uuvolla kommen, wenn ſie nicht ungewdhnlich' feſt,"oder die Graben ſehr breit und tief, und die" lebendigen He>en Fehr dicht, alle aber vollkommen gut unterhalten| ſind, Findet das Vieh güte, hinlängliche Weide in' einem ein- [<--3 ae= 7277D Le»„ BVB iur zf +15 geſchloſſenen Raume, ſo hält es der Zaun, der Graben, oder die He>Xe wohl auf: merkt es aber beſſere Weide in der Nähe, oder findet es an dem ihm beſtimmten Orte keine Nahrung, ſo ſiehet es an allen dieſen Dingen blos ein Hinderniß, ſeinen Hunger zu ſtillen; es ſirengt alle ſeine Kräfte natürlicher Weiſe an, ſolche Hinderniſſe zu über- wältigen, welches ihm denn auch zum ödftern gelingt. Will ein Wirth alle dieſe Uebel vermeiden, alle die Un- koſten und Arbeiten erſparen; verlangt er von ſeinem Viehe, es ſeyen Ochſen oder Pferde, tüchtige, hinlängliche Ar: beit, ſo muß er daſſelbe auf dem Stalle füttern. Leider! kdnnen ſich aber Wirthe aus Gegenden, wo man die Stall» fütterung kaum dem Namen nach kennt, keinen Begriff davon machen, wie ein auf dem Stalle gut gefütterter Ochſe, oder ein ſolches Pferd ausſiehet, und was es leie ſten kann, weil ſie nichts, als Ochſen und Pferde ken- nen, die ſich an vielen Drten=- ich behaupte es dreiſt,= noch in ihrem ganzen Leben nicht reht eigentlich ſatt ge- freſſen haben. Gerne ſuchte i< das Herz mancne Futter nicht mehr recht gerne freſ2 ſen wollen, Dieſem würde aber dadurch. einigermaaßen abgeholfen werden können, wenn man ihnen.um dieſe Zeit Waſſerrüben, wenn ſie ſic) in der Erde wirklich ſo, wie es. Hr. Karbe vermuthet, den Wintex über hielten, geben könnte, Allein dann müßten dieſe. nicht in dem zu Gerſte, ſondern in dem zu-Wi>en beſtimmten. Schlage ſiehen,. von welchem wenigſtens. ein Theil nicnes erhalten ſollen, ſo. iſt ihnen auch noch. vor dem Aufwachſen des Klees. auf andere Art, und. durch andere Gewächſe: zei: tiges. Grünfutter im Frühjahr zu verſchaffen, wie es eis- nem jeden bekannt iſt, der ſich. um Futterbgu bekümmert hat.“ Wir haben geſehen, daß Hr. Karbe ſeinen. Milch kühen die Weide in ſeinem-Klees, und Grasſchlage. aus ſchließlich beſtimmt. Die Kühe, finden-hier gewiß. eine herrliche, nahrhafte. Weide, außer in ſehr tro&nen. Jahren, wo LT3 wo. fie aber" immer noch ſehr viel beſſer, als'die ausge: brannte Brachweide ſeyn muß 5 und ſie müſſen herrliche Milch geben.| Ih fürchte'aber doch, daß dieſe herrliche Weide nicht lange dauern kann, wenn nicht aufs ſtrengſte darauf gehälten wird, daß der Hirt täglich nur einen be- ſtimmten Raum abweiden darf: ſonſt wird gewiß mehr zertreten, als vom Viehe gefreſſen, und es kann nichts nachwachſen: Hr. Karbe wird vielleicht ſo glüFXlich ſeyn, dieſes von ſeinem Hirten durch ſtrenge Aufſicht zu erlan- genz; aber wenig Wirthe dürften eben ſo glüFlich ſeyn, Wenn gleich dieſe Weide mit keiner Brachweide zu vers gleichen iſt;: wenn ich auch zugebe, daß der junge'Klee den Kühen 5 unter gehdriger Vorſicht, nicht ſchädlich ſeyn möchte: ſo komme ich doch wieder darauf zurück, daß doch gewiß mehr Kühe von dem Ertrage dieſer Schläge, der bey der Wirthſchaft des Hun. Karbe unmdgli<ß anders als vortreflich ſeyn kann, bey Stallfütterung erhalten werden kdunten, oder daß bey Stallfätterung des jetzigen Kühſtammes noch viel Kleeheu zum“Winterfutter gewon- nen werden kdnnte, Obgleich ich auch aus Erfahrung ge- ſehen habe, daß derjenige Klee, welcher im Saatjähre nach der Erndte abgeweidet worden, im folgenden Jahre zwey Heuerndtengegeben hat, undimdritten Jahrenoch beſ» ſer geweſen iſt, obgleich er auch im zweyten Herbſte ab- geweidet worden? ſo glaub" ich doch gewiß, daß er noch beſſer geworden wäre, wenn er im erſten Jahre gar nicht, oder doch erſt ſehr ſpät im Herbſte abgeweidet wordcn H 114 wäre, Na meinen bisherigen Erfahrungen hat der in Friſchen Miſt geſäete Klee, beynahe aller Orten, im erſten Nußzjahre nicht ſo gut, als im zweiten geſtanden, welches mich denn auc bewogen hat, ihn in den von mir angeo nommenen Fruchtfolgen, beynahe aller-Orten, als zwey Jahre tragend anzunehmen. Im Jahre 1800 blieb der Klee beynahe aller Orten in Preußen ſo ſehr zuz rü>, daß er gar nicht zum Hauen war; ſpäte, bis in der Mitte Junius erfolgende Fröſte ließen ihn gar nicht aufkommen; im Jahr r8or1 aber ſtand er, wo er nicht un- tergea>ert war, vortreflich. Ich ſage dieſes alles hier, um es zu rechtfertigen, daß ich mit Sicherheit hoffe, mei- nen mit Gerſte oder Roggen geſäeten Klee zwey Jahre zu nußen, obgleich mir ſchon mehrere Wirthe bange ge? macht haben, daß meine Hoffnung nicht erfüllt, ſondern oft vereitelt werden würde. Wenn ich es als ausgemalichſten Folgen für AXerbau und Vieh- zucht, folglich für den Wirth ſelbſt ſeyn. Die furchtbar- ſien Gifte werden zu den heilſamſten Mitteln in den Händen geſchi>ter Aerzte: ſo iſt der Klee das herrlichſte Futter, wenn er richtig angewendet wird'; er wird tddt- liches, ſchnell wirkendes Gift bey unrichtigem Gebrauche; ſollte man darum keinen Klee ſäen wollen? Den Pfer- den wird friſcher Roggen, übermäſſig und unrichtig gefüt- tert, tddtlich; ſollte man ihn darum gar nicht füttern? Viele Wirthe ſagen, der Klee tauge nichts 3 er faule, oder friere aus; er wachſe nicht auf jedem A>er: darum ſäen ſie keinen. Alle Getraydearten mißrathen in ſcte Wurzelfrüchte, 240 Tage lang, 18 Pf. Häfſel, 2 Pf. Streuſtroh, 30 Pf. Kaff, Heu und Strohfutter, nebſt Streu auf 125 Tage. Dieſes beträgt aufs Jahr 9x Scheffel, 4 Metzen be? ha>te Wurzelfrüchte, und 8550 Pf. Rauchfutter. S. 145. Auf eine Milchkuh werden an Klee- und Gras- weide gerechnet 3 Morgen; und zwar in der Art, daß vom zoten May ohngefähr bis zur Zeit, da die Stoppel, und inſonderheit die Waißzenſioppel behütet werden kann, 2 Morgen alt&Klee- und Grasweide gerechnet wird. Da nach dieſer Zeit noch ein Morgen junge“ Kleeweide dazu kommt, und dann auch die Runkel- und Rübenblätter brauchbar ſind, ſo kann dieſe Zeit ohngefähr 175 Täge dau? ern. Da wir im Durchſchnitt des ganzen Jahres aufs Stü> täglich 2 Pf. Streuſtroh rechnen, fo kommt auf 175 Tage 350 Pf. Streuſtroh. Fallen reichere Strohs erndten ein, ſo kann die Quantität deſſelben vermehrt werden. Die Zeit des Winters hindurch erhalten die Kühe mit den Ochſen gleiches Futter, und in der Zeit des Kal- bens noch eine Metze Zulage, da auf gutes, ausgewacſe- nes Vieh gerechnet wird, (Ich übergehe hier die Fütterung des Maſiviehes, da im Allgemeinen nur auf Nußvieh gerechnet werden kann; und fähre nur au, daß Hr, Karbe einem Ochſen in 112 118 Tagen, als der zum Fettwerden beſtimmten Zeit, 60 Schef2 fel behacte Früchte, und 2240 Pf, Rauchfutter zutheilet.) Viehnußung, (Den Ertrag einer Kuh, bey eigener Bewirthſmäßigſte Eintheilung der Felder, und über die Grundſäße einer vielfeldrigen Stallfütte- rungs-Wirthſchaft zu ſchreiben, um die allgemeine Auf- merkſamkeit auf dieſen wichtigen Gegenſtand zu leiten. Die Erſcheinung des Thaerſchen Werks ſchien mix die Ause- führung meines Vorhabens überflüſſig zu machen? er ſprach beſſer über dieſen Gegenſtand, als im mich, es zu thun, im Stande fühlte, Feſt entſchloſſen, meine Wirth» ſchaften nach meinem nun berichtigten Jdeal umzuformen, wollte ich aber noch einige Zeit anſiehen, meine Gedanken öffentlich mitzutheilen, weil das Thaerſche Werk gerade den EindruF machte, welchen ich zu machen wünſchte. Ich wollte nun Reſultate meiner Erfahrungen, als Mate rialien zu Belegen für die Richtigkeit der Thaerſchen Grundſäße ſammeln, und zu ſeiner Zeit damit auftreten. Die Erſcheinung des Karbeſchen Werkes aber, welches die Eintheilung hatte, welche ich dem meinigen mit wenig Abänderungen zu geben gedachte, und welches erſtere bey- nahe alle die Grundſäße enthält, nach denen ich gehandelt habe, dieſe veranlaßt mich, früher aufzutreten; als ich es wollte und mir vorgeſeßt hatte 5; weil ich glaube, daß es jeßt nüßlich ſeyn könne, die Karbeſche Darſtellung mit Beyſpielen von ähnlichen Einrichtungen zu begleiten, Der Eundzwed> des Karbeſchen Wirthſchafts--Syſtems und der des meinigen iſt gleich, nämlich: dem AFer durc< 122 emen e vermehrte Düngung und beſſere Cultur höhern Ertrag abzugewinnen. Die verſchiedenen Wege, welche wir ein- ſchlagen, kennen meine Leſer bereits. Es iſt ein großes und wichtiges dconomiſches Pro- blem, welches die beſte und zwe&maäaßigſte Feldeinthei- lung ſey? Die Beantwortung dieſer wichtigen Frage kann keinen allgemeinen Grundſatz enthalten 3; ſie muß ſich nach der Localität richten. Die Marſchländer kbnnen nicht mit heuarmen und ſolchen Gegenden verglichen werden, wels des dconomiſchen Sammlers, über den Fruchtwechſel und die Eintheilung in Arten, eine ſehr in2 tereſſante Abhandlung mitgetheilt; ſie hat deſto mehr Verdienſt, da er ſie zu einer Zeit ſchrieb, wo noh weniger, als jeßt, und nichts ſyſtematiſches, über dieſen ſo wichti» gen Gegenſtand geſchrieben war. Beynahe alle Schriftſtel2 ler, welche vor Hu, Thaer geſchrieben haben, begnügen 123 ſich, eine Sechsfeldereintheilung vorzuſchlagen, und Klee- bau zu empfehlen, wobey aber ein Sechstheil gewdhn? li< als Brache beybehalten wird; alſo die Wirthſchaft, welche ich bereits Zwitterwirthſchaft genannt, und Über die ich mich an einem andern Orte erkläret habe; Mir ſcheint es aber, daß man, um über die, nicht nur für die Landwirthſchaft, ſondern für die geſammte Menſch» heit ſo wichtige Frage, welches die beſte und zwe>mäßigs ſie Feldeintheilung ſey? ins Reine zu kommen, von allen beſtehenden Feldeintheilungs» Syſtemen ganz und! gar abſirahiren müſſe, um ſich eine neu zu erſchaffende Wirth- ſchaft zu denken. Das Erſte*), was hier zu thun wäre, wäre doch gewiß eine Unterſuchung des für die ganze Fläx er hervorbringen, wie viel Stü>en Vieh ſich auf der kahlen Brache ernähren, wie viel Dünger ſie ihm verſchaf» fen können. Er muß gleichſam ſeinen A>er zwingen, ihm ſeine Bedürfniſſe jeder Art jährlich zu tragen, in ſo fern menſchliche Klugheit, Fleiß und Mühe hinreichen, der Natur Zwang anzuthunz er muß nichts dem Ohngefähr überlaſſen. Er muß Futterbau, Getraydebau und Vieh- zucht in das beſtmdglichſte Verhältniß“ bringen. Wenn wir dieſes nun auf die mehreſten beſiehenden Wirthſchäf? fen anwenden, ſo werden wir finden, daß das obige Ver2 hältniß an wenig Orten beſtehet- Die mehreſten Wirthe, beſonders die geringere Claſſe derſelben, der eigentliche Bauer, ſuchen die ganze Glückſeligkeit ihrer Wirthſchaft im vielen A&er, und, wenn es ſeyn kann, in vielen Wies ſen. Wo letztere vorhanden ſind, gehet es noch am bes ſien; aber wo ſie fehlen, ſiehet es traurig au8. Um das richtige Verhältniß hervorzubringen, iſt es alſo vothwen- dig- daß ein Theil des A&ers dem Geträydebau, wenig? ſtens anſcheinend- entzogen werde, um den übrigen da? durch kräftiger zu unterſtüßen. Dieſes iſt aber der größte Stein des Anſtoßes 3; und wenig Wirthe wollen oder kön nen ſich überzeugen, daß ſie auf einer kleinern, aberi gut bearbeiteten, gut gedüngten Oberfläche mehr Körner, mehr Stroh bauen, als auf einer größern, ſchlecht bearbeites 125 adm ika" ten und ſchlecht gedüngten. Daß erſteres wahr und mög? lich ſey, beweiſet'die'Mecklenburgſche Schlägewirthſchaft, gegen die Dreyfelderwirthſchaft, offenbar. Wenn uun gleich äne vielfeldrige, mit Futterbau verbundene Wirth- ſchäft dem Getraydebau Aer entziehet, ſo thut es doch dis reine Dreyfelderwirthſchaft in weit höherem Grade? denn ſie widyiet ein ganzes Drittheil des A&Fers dem Vieh 6l8 Weide“ welches fich mehrentheils kümmerlich darauf, vom erſten Frühling bis zur Erndte, ernähren muß, den Dünger den Sommer hindurch verſchleppt, und im Win=“ ter"bey dem ſchlechten> ihm zu Theil werdenden Futter, aich nur ſchlechten Dünger liefern kann.“Wir wollen an- nehmen!) däß-die vielfeldrige, mit Futterbau verbundene“ Wirthſchaft die Hälfte des gänzen Feldes dem Futterbau* widmete 5'ſ0' würde“ ſie dem Getraydebau offenbar ein Sechstheil AXer mehr entziehen, als die Dreyfelderwirth=* ſchäft;“ anſtatt äber, daß jene ſchlechtes Vieh ſchlecht ernährte, ſchlechten Dünger gewann, und ich will ihr viel zuſchreiben, alle 9' Jahre ihr Feld durchdüngte, ſo wird dieſe mehreres und beſſeres Vieh beſſer ernähren, mehre=* ren und beſſeren Dänger gewinnen, ſicher alle drey Jahre* ihr Feld durchdüngen, und ihm eine weit größere Frucht bärkeit durch den fetten Miſt mittheilen. Sollte es nun wohl'noch eine Frage feyn/ ob jene Drey- oder dieſe Viel? felderwirthſchaft auf eben demſelben Flächenraum, wo» von jene dem Getrayde vier Sechstheile, dieſe nur drey Sechstheile widmet;“beſſeres- Getrayde“ an. Kdrnerxn und +, 126 und Stroh erbaut, welches Vieh mehr- Einnahme vero- ſchaffe, und welche von beyden überhaupt einträglicher ſeyn müſſe Ueber die Erklärung, was unter Eintheilung der Fel- der und Benennung der vielfeldrigen Wirthſchaft, nach einer beſtimmten Anzahl von Schlägen, zu verſtehen ſey, nämlich, warum ſie 7- 8- 9feldrig u. ſ. w. heiße, kann im mit Hn, Profeſſor Weber nicht einverſtanden ſeyn. Damit nun mein Begriffnicht mißverſtanden werde, muß ich mich hierüber erklären, und mit ihm darüber einzuverſte- Hen ſuchen, Er*) verſteht. unter„„Eintheilung der Feldex in. Arten“== ein YusdruF, der nicht allgemein bekannt vder angenommen iſt,=„diejenige Art der Bewirthſchäaf» „tung eines Guthes, wo ein für allemal die geſammten „Felder deſſelben in gewiſſe, mehrere oder wenigere, gleiche „„Abtheilungen getheilt ſind, in welchen, in einer feſt be- „„ſuimmten Reihe, verſchiedene Früchte nach einander er- „„ogat werden, ohne daß vor Endigung dieſer „Reihe wieder gedüngt würde, Da es hierbey „„Suf einen klugen Wechſel der Früchte beſonders ankdmmt, aſo neunt man dieſe Eintheilung in Arten den Frucht- „weh ſel.“ Meines Erachtens könnte man dieſes folgen- dermaaßen deutlicher beſtimmen. Die Vielfelderwirth- ſchaft iſt diejenige, bey welcher man. ſeinen Aer in ſo viel Theile oder Schläge legt, als ndthig iſt, um bey ei- *) Der Oeconom, Samml, 4tes StüF, Seite 4. nem klugen Fruchtwechſel ſo viele Futterkräuter und Gee wächſe zu bauen, als zu reichlicher Unterhaltung derjeni- nigen Anzahl von Vieh erfordert werden, welche ein Wirth halten muß, um ſeinen Aer in den, den Localumſtänden möglichſt tragbarſten Stand zu ſetzen, ohne den großen rothen Klee, als eines der Haupterforderniſſe dieſer Wirths ſchaft, zu früh wieder auf denſelben Aker zu bringen, Nach der Erklärung des Hn, Profeſſor Webers müßte alſo die Wiederholung der Düngung die Anzahl der Felder oder Schläge beſtimmen, Dieſesiſt aber nicht der Fall 3„ſondern die beſtimmte Auzahl von Jahren, nach welcher der Fruchtz wechſel. wiederum von neuem anfängt, beſtimmt die Be- nennung, Wenn alſo 3. B. die behackten Früchte oder der Klee in 11x Jahren wieder in denſelben Schlag geſäet wer» den, ſo heißt dieſes eine Wirthſchaft in 1x Schlägen. Von dieſen Schlägen aber können 2 oder 3, auch mehrere jährlich gedüngt werden, ohne daß die Fruchtfolge geendigtiſt. Die Dreyfelderwirthſchaft nennt man auch eine Wirthſchaft in 3 Arten; ihre Fruchtfolge iſt zwar in 3 Jahren geendigt: allein wenig Dreyfelderwirthſchaften ſind ſo glü>lich, ihre ganze Brache alle Jahre, folglich das ganze-Feld in drey Jahren zu düngen. Diejenigen, welche daſſelbe in 6 Jahren düngen, ſind beneidenswerth; die mehreſten kbnnen es nur ing. bis 12 Jahren, viele in 15 bis. 21 ja 24 Jahren durchdüngen. Dann müßte eine ſolche Wirthſchaft aber eine Wirthſchaft in 9, x5 oder 24 Arten heißen, wel- ers verſchaffen kann, als Getrayde, Stroh', Futterkräuter und Futtergewächſe. In ſo'ferne die Sämpfe-und Moräſie durch den Menſchen in Wieſen umgeſchaffen werden müſſen)"wein ſie gutes Heu liefern ſollen, könnte man das Heu auch noh zum künfilichen Futter zählen; Da aber jetzo der bey weitem größte Theil ſolcher, ſich zu Wieſen ſchickender Moräſte dem Zuſtande der Natur entriſſen und urbar gemacht iſt, das Heu auch außer 129 auſſer der Gewinnung wenig Bearbeitung koſtet 3 ſo kann man daſſelbe mit Recht natürliches Futter nennen. Iſt nn eine Wirthſchaft in der glüFlichen Lage, ſo viel natürliches Futter oder wildes Heu zu gewinnen, und ſo viel Wieſe: zu haben, daß ſo viel Vieh den Sommer hindurch auß guter nahrhafter Weide, und den Winter hindurch mit reichlichem Heu ernährt werden kann, als zu Gewinnung des Miſies erforderlich iſt, welcher noth- wendig erzeugt werden muß/ um den Aker zum höchſt möglichſten Ertrage zu bringen 3; ſo bedarf eine ſolche Wirthſchaft. keines künſtlichen Futters, indem“ ſie ſelbſt den, grdßten Theil des Strohes zu Vermehrung des Dün- gers, in ſo weit es dazu ndthig iſt, verwenden Fant. Für eine ſolche Wirthſchaft iſt alſo diejenige Felvdeinthej- lung die beſie, bey welcher“ſie:das mehreſte Getrayde er- bauen kann. Obdieſes aber die Dreyfelderwirthſchaft ſeyi ſollte; welche ein Drittheil ihres Ackers gar nicht benußts oder;ob es die Melenburgſche iſt, welche einen nochgröſ2 ſern Theil ihres Landes theils zur beſſern Bearbeitung, theils zur bloßen Weide liegen läßt 5; oder ob es die viel2 feldrige ſeyn möchte, welche keine Brache anerkennt, und, wenn ſie bey Ueberfluß an Wieſen nicht Futtergewächſe braucht, Handelsgewächſe erbauen könnte?' dieſes wage ich nicht zu entſcheiden. Wenn aber eine Wirthſchaft nicht ſo: viel natürliches Sommers und Winterfutter hat,.um die im Borhergehens» den. angeführten Bedürfniſſe hinlänglich zu befriedigen; wenn ſie entweder blos zur Weide beſtimmte Plätze, wels er genußzt werden könnten, liegen läßt, oder keine andere Weide.als die Brache hat, oder Weidekoppeln und Schläge, in denen keine edlen „Gräſer geſäet ſind: ſo taugt ihre Feldeintheilung nichts 5 ſie iſt fehlerhaft; und eine ſolche Wirthſchaft muß ihre Zu- flucht zum Futterbau und zu einer wohlgewählten Fruchtfol- ge nehmen, wenn ſie nicht in ſich zuſammenſtürzen ſoll; ſie muß einen Theil ihrer Felder dem Futterbau lieber, als dem Getraydebau- widmen, um. auf dem übrigen Theile ihres Landes die. größtmdglichſte Menge: Getrayde zu bauen, Sie muß aber zugleich, nach den angegebenen Regeln, Heyde auch in;-das richtigſte Verhältniß zu ſeen bemühet ſeyn, um von keiner Seite zu wenig oder zu viel-zu thun, Da der Getraydebau an den mehreſten Orten der wich- tigſte und unentbehrlichſte Zweig der Landwirthſchaft, und der Hauptendzwe> derſelben iſt und ſeyn muß; ſo erhellet daraus, daß ihm der erſte Plaß gebühre, und dem Futter? bau nur ſo viel Land eingeräumt werde, als.ndthig iſt, um hinlängliches, gutes und.nahrhaftes Futter für das er- forderliche Vieh zu bauen. Um nun nicht mehr Land auf denſelben, als nödthig iſt, zu verwenden, iſt es noth» wendig, daß man diejenigen Futtergewächſe und Kräuter zum Anbau erwähle, welche dem Boden angemeſſen ſind, und zugleich auf der kleinſten AFerfläche den mehreſten Nahrungsſioff darbieten, Es kömmt aber auch darauf an, dieſen Nahrungöſtioff auf. die ſparſamſie und wirthſchaft- lichſte Art'zu verwenden, Er wird auf zweyerley Art ver» wendet: I. in ſeinem natürlichen Zuſtande oder grün; 2. zum Aufbewahren getro>net. Grün kann er wieder, und beſonders können die Futtere Fräuter, auf zweyerley Art angewendet werden; I. durchs Abweiden; 2. durch regelmäßige Fütterung im Stalle, auf dem Hofe, oder in Horden, Die Rübenarten können, wie es in England zwar ge- ſchiehet, im Felde abgeweidet werden; da man ſie aber, wie die Kartoffeln, vorzüglich zum friſchen Winterfutter gebrauchen kann; ſo kann man beyde zum aufbewahrten Futter rechnen.; Daß bey dem Weidegange des Viehes an Orten, wo reichliches Gras oder Futterkräuter dazu beſtimmt ſind, ein großer Theil derſelben vom Viehe, ohne daß es den mindeſten Nutzen davon hat, mit den Füſſen zertreten, durch das Niederlegen zerdrückt, und durch. den darauf fallenden Unrath des Viehes für ſelbiges ungenießhar ge- macht werde, wird wohl niemand bezweifeln oder läugnen können; eben ſo wenig, als daß ein großer Theil des Dünz- gers, wenn zwar nicht ganz für den AFer verlohren gehet, ſo doch ihm unendlich weniger nußbar iſt, als wenn er im Stalle'oder auf dem Hofe geſammelt werden, und gehd- rig verfaulen kann. Es bedarf kaum der Hälfte des Futters bey der Stallfütterung gegen das, was es beym Weides & S2 gange in Wieſen und Kleeſchlägen frißt, zertritt und ver? derbt. Bey der Stallfütterung wird aller Miſt geſammlet 5 beydes ſpricht alſo für dieſe, wenn nicht beſonders wichtige Local- Gründe Ausnahmen machen. Daß Weidegang auf der Brache, wo ſie allein das Vieh ernähren muß, keinen großen Schaden. anrichten kann, daß dieſe nichts zur Stallfätterung liefert, bedarf keiner Erwähnung. Die Einwürfe, daß Stallfütterung der Natur. des Viehes nicht angemeſſen ſey, daß ſie größere Koſten ma- nem Futter zu er- nähren? Die ganze Antwort auf dieſen Einwurf läßt ſich kurz faſſen; Wir finden es unſerm Beutel und unſerer Bequemlichkeit angemeſſener, das Vieh auf der Wei- de, und ſey ſie noch ſo ſchlecht, zu erhalten, als es int Stalle zu füttern, oder ſeine Weide zu verbeſſern- Wer Wechſelgeſpann hat, wer ſeinem Milchvieh ſolche Weide verſchaft, wie Hr. Karbe, und ſein Arbeitsvieh ini Stal- RS e0E << le. eben ſo gut füttert,"wie er,. gehdrt wahrlich nicht in die Claſſe der hartherzigen Wirthe, von; denen ich ſprach. Viele von dieſer. Claſſe. ſind auch nur aus Gewohnheit hartherzig; und es heißt bey ihnen, zung gewohnt, alt ge- than; ſie glauben, es Xdnne nicht anders ſeyn, als gerade ſo, wie ſie-es von Kindheit-an geſehen haben. Ueber den Einwurf, daß es zur Stallfütterung an Menſchen fehlt, habe ic mich ſchon früher erklärt 3; ich ſee hier nur noch hinzu, daß dieſes wahr ſeyn kbunte, wenn alle Wirthe einer ganzen Provinz mit einem Male Stallfütterung einführen wollten, welches aber kein denkbarver Fall iſt. Daß ſie etwas mehr Koſten mache als der Weidegang, iſt wahr. Aber macht uns der-Getraydebau nicht grdßere Koſien, als unſere Vorfahren hatten, welche Eicheln aßen? Ich bezweifle es, daß jelzt irgend jemand der Koſten wegen lieber Eicheln, als Brod, eſſen möchte. Sollte die geſicherte Geſundheit des Viehes, die gewiß grdßere Nußzung deſſel- ben, und der erhaltene herrliche Dünger, ſollte alles die- ſes nicht die grvßern Koſten aufwiegen? Man könnte den Cinwurf gegen den Futterbau im Großen machen, den man der Hollſteiniſchen und Me>2 lenburgſchen Wirthſchaft macht, daß er dem Getraydebau zu: viel Land entziehet.- Allein ich habe es ſchon oft ge- ſagt/ dieſer Einwurf iſt nur ſcheinbar. Es iſt auch ſchon weiter oben geſagt, daß der Me&lenburger Wirth verhält» nißmäßig mehr Getrayde baut, als der Dreyfelderwirth. Gewöhnlich hält man viele und. gute Wieſen für einen groſ» NEE... 3 Fen Vorzug eines Landguthes: und wenn der 4te Theil aller ſeiner Ländereyen aus Wieſen beſtehet, wird man+ nicht leicht ſagen, daß dieſe dem AFXerbau Land entziehen z man freut ſich, die dem Aer abgehenden Kräfte durch Hülfe der Wieſen erſetzen zu kdnnen. Wenn wir nun zwey Güther von gleicher Größe annehmen, die 3. B. 2099 Morgen hätten; das eine hätte 1500 Morgen AFerland, und 500 Morgen Wieſen, das andre nichts als AFerland: würde leßteres nun 500 Morgen zum Futterbau beſtim- men, ſo behielte es gerade ſo viel Land zum Getraydebau, als das erſtere; man könnte hier alſo nichts gegen den Futterbau ſagen, Die mehreſten Wirthe würden, wenn beyde Güther ihnen zum Verkauf geſtellt würden, wahr? ſcheinlich das erſte Guth, wenn es auch vielleicht ſchlech2 tern Boden hätte, dem leßtern vorziehen, ohne zu be- denken, daß ſie ſich auf dem zweyten eben ſo gutes, ja beſſeres Futter verſchaffen können, und daß es dadurch jenes an Werth bald überſteigen müſſe, ohne dem Getray? debau weniger Land einzuräumen. Daß übrigens ein gut- gedüngter kleiner Flächenraum mehr Getrayde tragen muß, als ein etwas größerer ſchlechtgedüngter, iſt ſchon mehr als zu oft geſagt und bewieſen. Dieſes mag genug ſeyn, um die immer noch nicht all- gemein anerkannte Nothwendigkeit des Futterbaues und der Stallfätterung au den Orten, welchen es an hinläng- lichen natürlichen Wieſen mangelt, wenn gleich.nicht vdl» lig zu beweiſen== denn es giebt ja Menſchen, denen gar 136 nichts bewieſen werden kann=- ſo doch aufs neue darzu ſtellen. Wenn wir nun den Futterbau als ein Haupterforder- niß einer gut eingerichteten Wirthſchaft annehmen, und ihnre- gelmäßig betreiben wollen; ſo kann dieſes auf zweyerley Art geſchehen, wenn zufdrderſt ausgemittelt worden, wie viel Land jährlich zum Futterbau, und wie viel zum Getray- debau beſtimmt iſt. Erſtens kann der zum Futterbau beſtimmte Theil des AFers demſelben ganz und auf immer gewidmet werden. Zweytens kann das ganze Feld in eine beſtimmte An- zahl Theile oder Schläge eingetheilt werden, in welchen alljährlich Futtergewächſe abwechſeln, Wollte man nun das erſtere thun, und den einen Theil des Akers ganz zum Futterbau, den andern aber ausſchließlich dem Ge» traydebau beſtimmen; ſo würde dieſes manchen Nachtheil, und manche Schwierigkeit haben. Die mehreſten Futter» gewächſe, deren vorzüglichſte, außer dem Klee, die Karz tofſeln, Kohl- und Rübenarten ſind, erfordern alle ſtarke Düngung. Wollte man ſie nun auf beſonders dazu be- ſtimmten AFerſtücken bauen; ſo würden ſie dem Getray- de eine große Menge Dünger entziehen 5 und alle guten Ein- flüſſe, welche dieſe Gewächſe bey guter Bearbeitung auf das Getrayde ſonſt äußern, würden für daſſelbe verlohren ſeyn. Wenn es gleich den andern Gewächſen nicht ſcer, 5) Erbſen in der halben Brache, und der 6te Theil Brache ſey doch wohl Abwechſelung; ſo has be ich zwar nichts dagegen ,. daß dieſes Abwechſelung iſt, obgleich eine unvollkommnere, als wenn Futtergewächſe ein- geſchaltet wären: allein wenn ich richtig zähle, wie es doch hier ſchwerlich fehlen kann; ſo zähle ich, anſtatt. drey, ſec geſäet: werden müſſen. Da nun aber Theorie und Erfahrung lehren, daß der" Klee-nur unter ſehr günſtigen und äußerſt ſelten eintretenden Um2 ſtänden geräth, wenn er in mehrern Umläufen der Frucht- folge, nach ſo kurzer" Zwiſchenzeit, auf denſelben AFer 143 kömmt; da ich ferner aus meiner Erfahrung geſehen has be, daß der.Klee im zweyten Nutjahre, in gut gedüngs? tem Boden, öfters beſſer, als-ſchlehter, wie im erſten, ge- räth; ſo halte ich es für beſſer und rathſamer, da, wo ein Sechstheil des Feldes Klee tragen ſoll, jährlich ein'Zwdifz theil des Feldes, und wo ein Viertheil welchen tragen ſoll, ein Achttheil damit zu beſäen, und ihn zwey Jahre zu nutzen, folglich das erſte Feld in 12 Schläge zu legen, das zweyte aber in 8, Dadurch trägt das Feld im erſten Falle in 9 Jahren, im zweyten in 5 Jahren keinen Kleez und es kann in beyden Fällen, bey 12 und'bey 8 Schläz gen, eine grdßere Abwechſelung in der Fruchtfolge. ſtatt finz den, als bey 6- oder 4theiliger Eintheilung, Esiſt aber nothwendig, etwas mehr Vieh zu halten, als der Miſtbe- darf erfordert, und etwas mehr Land mit Futtergewäch- ſen zu beſtellen, als nach der Berechnung ndthig wäre, um ſich auf jeden: Fall gegen Mangel an Miſt, und gegen Futtermangel zu ſchützen, weil einer oder der ändere den ſchlimmſten Einfluß auf die ganze Wirthſchaft haben wür» de. Mangel an Miſt ſchadet dem Stallfätterungswirth ſo viel, wie dem Weidewirth. Mangel an Futter aber, beſonders an, grünem Sommerfutter, ſchadet dem erſie2 ren doppelt, da es ſeine ganze Einrichtung über den Hau2 fen werfen würde, wenn er ſein Vieh auf: die Weide jagen müßte. Letterer, der aber ſtets auf gute Weide rechnet, würde bey vielem Vieh und ſchlechter, unzuläuglicher Weia de doch auch in keine geringe Verlegenheit gerathen. ET we waza Nach allem dem bisher geſagten will ih nun zu ei- yer Schilderung: des Verfahrens ſchreiten, welches ich, nach den eben aus, einander geſetzten Grundſätzen, bey meinen beabſichtigten Wirthſchaftsveränderungen beobach- tete, und beobachten zu müſſen glaubte, Eine dreyßigjährige traurige Erfahrung hatte mirs unläugbar gelehrt und bewieſen, daß die Wirthſchaft auf weinen; von meinen Vorfahren ererbten Güthern äußerſt ſchlecht war? denn außer daß ſie nach ihrem Flächeninhalt für eine ſehr geringe Summe verpachtet waren, koſteten ſie mir ſtets mehr, als ich davon einnahm. Ich hatte ſie vor zwanzig Jahren bereits drey Jahre ſelbſt zu bewirths ſchaften verſucht, und fieng an zu hoffen, daß es beſſer werde würde: allein mein Beruf, als Soldat, entfernte mich bald ganz vonmeiner Wirthſchaftz ich-mußte aufs neue verpachten. Während meiner kurzen Wirthſchaft hatte ich indeſſen die Gäther genau kennen gelernt. Ich wußte, ſie hatten guten Kornbodenz ich ſahe. aber bald ein, daß es ihnen an Dünger fehlte, und daß dieſer Man- gel aus Mangel an Wieſen und hinlänglich guter Weide entſtand. Ic<-hatte damals die Schubartſche;Wirthſchaft kennen gelernt; ich. begann Kleebau und Stallfätterung: mit meiner Entfernung hörten beyde bald- auf 3 alles gieng auf die alte Weiſe, und noch ſchlechter ,- weil mich der Himmel mit" einigen traurigen Subjecten von Verwaltern heimſuchte, bis ich wieder alles, wie geſagt, verpachten mußte, zum nur weniger zu verlieren.. Vor ſechs Jah=- ren xen verließ id die militairiſche Laufbahn ganze und da. ich von Jugend auf eine entſchiedene Neigung zur Landwirthe ſchaft, welche ich ſtets für. die nothwendigſte Wiſſenſchaft hielt; hatte; da ich mich dieſer nun um ſo mehr'widmen woll- te, weil ich noch andere ziemlich beträchtliche, aber auch durch Pachter äußerſt ſchlecht bewirthſchaftete Güther, anges kauft hatte: ſo hielt ich es für:nothwendig, meine wiſſen- ſchaftlichen Kenntniſſe der Landwirthſchaft zu vermehren und zu berichtigen, und machte zu dieſem Endzweä eine beynahe dreyjährige Reiſe durc) Melenburg, Sachſen, Schleſien, Mahren und Bdhmen,.. Aus denigeſammelten Kenntniſſen der verſchiedenen:Wirthſchaftsmethoden, die ieh nun genauer kennen gelernt hatte, ſuchte ich mir ein für meine Kocalverhältniſſe paſſendes Syſtem zu. bilden. Ich fand. Feine Wirthſchaft,.welche ganz meinem Bedürf- niß entſprach; nach langer. Prüfung aber: ſchien mir kein Verfahren für mich paſſender“, als auf den mehreſten.mei- ver Göther die. Mc>lenbürgſche Schlägewirthſchaft. mit Futterbau und-Stallfütterung zu verbinden, Gerade in der Zeit, als ich mein Syſiem bildete, erſchien die Thaera ſche Eifileitung'41- f. w., bald darauf der bereits ange führte Aufſaß in den Annalen! der)Niederſächſiſchen Land- wirthſchaft. Beyde befeſtigten meinen Entſchluß, welcher ſpäterhin: durch das Beyſpiel zweyer meiner Freunde in Schleſien," zu ſeiner völligen Reife gedieh. Die noch fort- laufende„Pachtzeit beyder Pachtungen hatte wenigſtens den großen. Nutzen für mich ,. daß ich alle meine vorha- K bende Unternehmungen, als ich endlich auf meine Güther zurückam,'noch ein ganzes Jahr zur Stelle gründlich und eiflich überlegen konnte, Daß ich manches in mei? nen Plane“änderte, manches ändern mußte, war natür? lich: Der-Hauptzwe>X meines Planes, Einrichtung einer vielfeldrigen Stallfütterungswirthſchaft, blieb indeſſen uns verändert, I< überzeugte'mich vielmehr täglich an Ort und Stelle; daß mir kein anderes Mittel übrig blieb, meinen ſo ſehr*heruntergekommenen Güthern zu helfen, Lage und Boven dieſer Güther ſind ganz verſchieden.'Die, welche ich'gekaufthatte, haben'ſtrengen Lehmboden, anſehnliche gute. Wieſen, und ſtanden, zwey Vorwerke ausgenom? men /“in 62" bis gjähriger Düngung; die zwey gedachten Vorwerke aber waren beynahe ganz uncultivirt und in vdllig düngerloſem Zuſtande,„I< werde weiterhin mehr anzuführen Gelegenheit haben.'Ob nun gleich den meh2- reſten! dieſer Vorwerke kein Heu-fehlte; ſo konnten ſie doch nicht, ohne Futterbau und Stallfütterung, dahin kom2 men, wohin ich ſie zu bringen wünſchte, und jeßt, da ala les im Gange iſt, zu bringen hoffe. Meine älteren Güther haben einen lehmigen Sandbo2 den, und viele ſo genannte kaltgründige Stellen. Der Boden iſt ſich in der Tiefe nicht ſo gleich, als auf den erſtern; es ſtehet oft ſehr nahe unter'der Oberfläche ein todter Lets ten, den man nicht ungeſtraft zu Tage bringen durfte, da man ihn nicht gehdrig mit guter Düngung unterſtützen konnte» Im Ganzen fehlt es dieſen Güthern, beſonders 147 dem Hauptguthe, an hinlänglichen guten Wieſen, folglich än hinlänglichem Heu. Außer der reinen Brache, und den wenigen ungleich im Felde zerſtreuten Wieſen, war keine beſondere Weide fürs Vieh, als ein Kiefern» oder, wie wir es in Preußen fälſchlich nennen, Fichtenwald von ohngefehr 450 Cullmiſchen Morgen, der aber nur ſchlechte Weide liefert. In tronen Jahren war die Brache oft ſo kahl, daß das Vieh beynahe verhungern mußte. Manz gel an Miſt war die natürliche Folge von allem dieſem. Medlenburgſche Schlägewirthſchaft wäre hier, nach dem Vorſchlage des Hn, Thaer, vielleicht ſehr zweckmäßig ge- weſen; allein ich konnte es nicht über mich gewinnen, 10 bis 12 Jahre lang mich durch dieſe durchzuarbeiten. Aus Erfahrung wußte ich, daß Klee,'in gedüngtem Aker, auch hier an den'mehreſten Stellen gut geräth: alſo hielt.ich auch hier Futterbau und Stallfütterung für das ſicherſte Hülfsmittel. Noch ein Grund ,! der mich zur Stallfüt- terung führte, war dieſer, daß'ich, um die Vorurtheile des gemeinen Mannes einigermaaßen zu ſchonen,“dem Getraydebau ſo wenig Land,' als möglich, entziehen mußte, Dem größten Theil meiner Leute wurde ſchon bange, daß, da ſo viel Klee, Kartoffeln u. ſ. w. nunmehro"' gebaut werden ſollten, ſie nichts mehr zu dreſchen haben würden 5 und viele, die nicht Unterthanen waren, zogen! aus den Güthern weg.“ So bald ich mich nun an die Berechnun- gen des Dünger- Vieh- und Futterbedarfs machte, ſah ich ſehr bald ein, daß beynahejedes Vorwerk andere Loe KS 2 148 cal- Bedürfniſſe hatte, andere Rükſichten erforderte; daß alſo ſchlechterdings keine allgemeine Form angenommen werden durfte 3 und daß jedes eine verſchiedene, ihm an? gemeſſene Eintheilung, und Anzahl von Schlägen erhalten mußte. Um nichts zu verderben, durſte ich nicht zu raſch zu Werke. gehen, ſondern der Uebergang aus der alten Wirthſchaft in die neue mußte allmählig geſchehen; und erſt im dritten, an mauchen Orten im vierten Jahre konnte die. beſtimmte Fruchtfolge ganz im Gange ſeyn. Die Stallfätterung begann nicht eher/ als im 2ten Jahre des. Futterbaues, und zwar mit einer kleinern Anzahl Vieh. als auf jedem Vorwerke erforderlich iſt,- Bey An- nahme der Gürher fand ich den Viehbeſtand ſchlecht, und bey. weitem geringer ,/ als er ſeyn“ſollte. Das Viehſierben in Neu--Oſipreußen. und einem Theile von, Alt- Oſt» preußen hinderte mich", Vieh aufzukaufen; ich mußte mich entſchließen, mir,; ſo langſam es damit geht, meinen Bedarf an Vieh ſelbſt:zu“ erziehen;(ich ſpreche hier blos vom:Rindvieh,) Auf dieſen Gegenſtand wendete im daher mweine:-größte Aufmerkſamkeit, und Sorgfalt, um zugleich die-Race-zu verbeſſern. Mit. dieſem gufwachſenden Vieh wurde zum. Theil der Anfang der Stallfütterung gemacht, um es: von- Jugend an-daran zu gewöhnen. Auf einigen Vorwerken wurde auch ſchon im 2ten Jahre altes Vieh, beſonders. die Arbeitsochſen, auf dem Stalle gefüttert; und nu wird jährlich die-Stallſütterung auf mehrern Vorwer- ken eingerichtet, ſo daß ich hoffe, 1805 auf,allen meinen 149, Güthern ſämmtliches Rindvieh und die Arbeitspferde;'den Sommer über, im Stalle zu füttern. Schon jeßochabe ich die Freude zu ſehen, daß meine Leute ſelbſt Vergnüs gen an der neuen Wirthſchaft finden, von ihrem'Nußen Überzeugt. ſind, und daß mehrere meiner Nachbarn, wel: er eite Menge Unkraut aller Art jähr- T51 lich aufwuchs, und an manchen Orten, beſonder8 infeuchten Jahren, das Sommergetrayde- ganz verdrängte.- Es war bey"dieſer Beſtellung aber keine Zeit, dem Unkraut durch Pflügen Abbruch zu thun. Zur Gerſte wurde im Herbſie geſtürzt, im erſten Frühjahr gewendet, und zur Saat gepflügt, wobey der Dünger untergebracht wur? de, welcher aber natürlich bey dem Eineggen der Sgat-mit den Eggen heraus geſchleppt wurde, oben auf dem A>er liegen blieb und völlig vertrocknete; um ſo mehr, da dieſer Dünger größtentheils aus unverfaultem Stroh beſtand. Zu dem darauf folgenden Wailtzen wurde gleich nach der Erndo te geſtürzt, und ſpäterhin zur Saat gearbeitet;. doch! oft wurde die Gerſtenſtoppel zum Waißen, wie es mit. der Erbſenſtoppel in der Regel geſchiehet, nur einmal zur Saat gepflügt. Zu den Erbſen wird blos im Frühjahr, nämlich zur Saat gea>ert. Zu dem Hafer wird in den vorigergeſtalt behandelten Feldern im Herbſte geſtürzt, und im. Frühjahr zur Saat gepflügt. Da hier. größten Theils ſolch ſtrenger Boden iſt, daß er, wenn es irgend tro>ne Witterung iſt, ſo hart wird, daß gar nicht:ges ag>ert werden kann, oder daß nah irgend ſtarkem Regen. ſehr bald alles auf dem Felde liegen bleibt; ſo hieng die Bea&Ferung, ſo wie die Saat- Zeit, ganz von der Witte-, rung ab, oder es wurde ſchlecht gea>ert und ſchlecht ein- geſäet. War der AFG ſehr hart, oder hatte ſich, durch ſchnell auf Näſſe folgende Hiße, eine ſiarke Kruſte auf den unten noch ſehr naſſen Boden geſetzt; ſo blieben nach 152 vollendeter Herbſt- oder Frühjahrs- Saat große Klöße auf dem Felde liegen, welche mit den ſchlechten, leichten Eggen und dem wenigen Angeſpann, welches no4 dazu ſchwach war, nicht klein gemacht werden konnten, Die Stächelwalze, ſo wie die glatte, waren ganz unbekaunt; und die Kldße wit Schlägeln zu zerſchlagen, fand mau zu"umſtändlich und zu koſtbar. Rückte die Saätzeit im Frühjahr oder Herbſt bey anhaltender Näſſe heran, ſo wurde beſonders das Wintergetrayde eingeſchmiert; und nicht ſelten ſah man noch gegen Martini ſäen. Ans eggen war denn nicht viel zu gedenken; auch gab man ſich im Herbſte überhaupt wenig Mühe damit. Die Pächter mochten denn doch gefunden haben, daß manche AFerſtäk- ken'ſo voll Unkraut waren, daß ihnen nicht'anders, als durch Bracharbeit, zu helfen war: ſie ließen alſo, wo es ihnen einfiel, mehr oder weniger Land brach liegen. Da aber auf dieſen Stücken ſehr bald viel Gras aufwuchs; ſs benutzten ſie dieſes ſo lange, als mdglich, zur Weide? uud weil darüber oft der wahre Zeitpunct des A>erns verſaumt würde, ſo verwilderte ein ſolches Stü Land nur noch mehr. Man kann ſichs leicht denken, wie der AFer nach ſoleher Behandlung ausſehen mußte, und wie ſchlecht das Getrayde war/ welches er trug. Es hatten bey dem vo- zigen Beſitzer über 100 Stü> Pachtkühe auf dieſem Vora werke geſtanden, als er es ſelbſt bewirthſchaftete: die Pächter=- denn es waren zwey in Compagnie=- hat? ten 90 im Anſchläge, ließen aber bey ihrem Abzuge nur 1t53 73, und bezahlten die fehlenden in Gelde; von) den-73 war aber kein volles SchoX brauchbar; die übrigen muß- ten gleich abgeſchaft werden. Der Düngerſtand war alſo ſchlecht. Mit wenigen Abänderungen befindet ſich und befand ſich, als ich es annahm, das Vorwerk B) in eben derſelben Lage. Seine Ae>ker. ſind zuſame- menhängender, weniger bergigt; es hat große Weidepläße, iſi aber viel kleiner, als das erſtere. Cs hatte keinen Pacht; dagegen ſtand einiges Jungvieh daſelbſt, und die Weide wurde hauptſächlich dem Pachtvieh des Vorwerks A ein- geräumt, welches eine halbe Meile bis dahin. zu gehen hatte. Man ließ dieſes oft den ganzen Sommer auf die- ſer Weide, wo es denn des Nachts in Horden ſiand, ſchickte dreymal des Tages die Mägde zum Melken, und erhielt die Milch gewöhnlich ſchon ſauer in den Keller, Die Fruchtfolge, die Behandlung des Ackers, alles die- ſes war auf beyden Vorwerken gleich ſchlecht. Dieſes Vorwerk war auf dieſen Güthern das erſte, welches ich vornehmen konnte, weil es richtig vermeſſen war: die Übrigen wurden vermeſſen. Für dieſes fand ich, ſo wie für das Vorwerk A, die Eintheilung in 12 Schläge meinen Abſichten, ſo wie ihren Bedürfniſſen, am angemeſ- ſenſten. Dieſe 12 Schläge werden nach folgender Frucht folge beſiellt: 1. beha>te Früchte und etwas Wien in friſchem Dün- ger, letztere zum grün- füttern, oder zu Heu gemacht, 2. Gerſie mit Klee, 154 3:'Klee; 4. Klee, 5, Waißzen, 6. weiße Erbſen, 9. Hafer, deſſen Stoppel im Herbſte gedüngt und ge ſtürzt wird, 8, Wien, welche grün verfüttert, oder zu Heu gemacht werden, 9. Waißen, 10. graue Erbſen, I1. Roggen, 12. Gerſte, theils Hafer. Hier iſt alſo folgendes Verhältniß: 2 Getraydebau, x Futterbau z und zwar trägt x des Ganzen Winterge- trayde, x Sommergetrayde, Z Rundgetrayde,.& Klee, = Wien,<> theils beha>te Früchte, theils noch etwas Wien. Man findet zum Schluß der Fruchtfolge Gerſte nach Roggen in der qten Saat= denn die Wien ent- ziehen dem Aer keine Kräfte: allein theils lehret es die Erfahrung, daß die Gerſte hier noh ſehr gut in der 4ten Tracht geräth; theils ſchaden hier 2 Getrayde- Erndten nichts, da der A>er im folgenden Jahre gedüngt wird. Die Erbſen= graue und weiſſe-=-find bey uns in Preuſ- ſen ein-wichtiger Nahrungs) und Handels- Artikel; ſie gelten gewdhnlich etwas mehr, als Roggen, oder ſtehen mit ihm in gleichem Preiße; man baut ſie daher gerne ſo „8... häufig, als mdglich; und in der Wechſelwirthſchaft find ſie eine wohlthätige Frucht. C) Dieſes ſind zwey kleine, nur durch eine ſchmale Wieſe von einander getrennte Vorwerke, welche jedes-;für ſich zu klein geweſen wären, um in.mehr als 4 oder 5 Schläge gelegt zu werden. Sie haben beyde ganz ver- ſchiedenen Boden; das größte hat äußerſt ſirengen, ro- then Lehmboden, und mehrentheils flache Felder. Das zweyte hat einen milden, ſandigen Lehmboden, der zu jeder Zeit bearbeitet werden kann: wenn er gedüngt wird, trägt er alles, Beyde Vorwerke haben, nach Verhältniß ihrer Größe, viele und vortrefliche Wieſen, welche au die des Vorwerks A anſtoßen, und von denen alles gilt, was ich litt A davon geſagt habe. Fär das Vieh ſind ein ſehr großer Weideanger und mehrere Grasgärten vorhanden, welche aber alle unbezweifelt ſich vortreflich zum Getraydebau, zum Theil auch zu Wieſen qualificiren. Bey dieſen Vor? werken konnte ich mit gutem Gewiſſen den Heuertrag zum Winterbedarf annehmen, und brauchte nur auf den Soms merbedarf zur Stallfütterung Rückſicht bey meiner Ein- theilung zu nehmen; um ſo mehr, da ich beha>te Früchte in das bisherige Weideland bringen kann, welches für ſich, oder mit dem daran ſtoßenden Weidelande des Vorwerks B, eine gemeinſchaftliche, von den beyderſeitigen Vorwerks2 feldern unabhängige Eintheilung, die ich aber noch nicht beſtimmt habe, erhalten ſoll. Die beyden Vorwerke ſind, (ins in 5, das andere in 4 Schläge getheilt, wovon die erſtern um etwas weniges größer,:als die. lelztern ſind; Hier iſt nachſtehende Fruchtfolge angenommein: 32. Widen zur Fütterung in friſchem Miſte, 2. Wäißzen, Z. graue Erbſen, 4. Gerſte mit Klee, wozu im Herbſte vorher gedüngt worden, 5. Klee, 6. Klee, 7. Waißzen, 8. weiße Erbſen, 9. Roggen. Hier ſind alſo 3 Wintergetrayde, 3 Sommergetrayde, 2 Rundgetrayde, 3 Futterbau, Der zu AFer zu machene de Weideplatz wird noch mehrentheils ſo viel, als 3 Win2 tergetrayde, 5 Sommergetrayde, und. beha>te Früchte, in 6jährigem Dünger tragen. Bis jetzt haben auf dem größten dieſer beyden Vorwerke nur 8 Arbeitsochſen und g Arbeitspferde geſtanden, und auf dem kleinen 40 Pacht» kühe, welche, ſo wie auf dem Vorwerke A, 11 thlr. Pacht geben, In der Folge können auf dem größten auch noh ſicher 30 Kühe, vielleicht auch 49 auf dem Stalle gefäts tert werden 3 und ich hoffe von hier aus meine Wieſen mit Dünger verſehen zu können, welches bisher nie geſchehen iſt, oder geſchehen konnte. D) Bey dieſem Vorwerk konnte ich vor der Hand nicht guf Stallfütterung denken, weil die Kühpacht, welche 157 aus 40 Stü> Kühen beſtehen: ſoll, von denen ich aber auch nur. 39 von den Guthspächtern erhielt, einem als ten Manne, zur Belohnung 4ojähriger Dienſte, auf Lebenszeit für 7 thlr. fürs StüF, und 19 Zulege»"oder Ab- ſatzkälber, verpachtet iſt, Es wurde in 9 Schläge gelegt; welche aber vorläufig, und ſo lange, bis die Stallfüttes rung ſtatt finden kann, eine andere Fruchtfolge erhalten, als ſie nachher erhalten müſſen. Der Boden bey dieſem Vorwerke iſt größtentheils ſtrenger, rother Lehm; etliche kleine Stellen haben milderen Bodenz das ganze Feld iſt bergigt, Es gehdren wenig Wieſen zu dieſem Guthe; be? ſondere Weideplätze hat es nicht, außer einem. dazu gehds- rigen Eichen- und Tannen-(eigentlich Fichten-. denn Edels tannen giebt es feine in Preußen wildwachſend) Walde, und freyer Weide in einer königlichen Forſt... Auch hier fand keine regelmäßiſfe Eintheilung ſtatt; alles gieng nach Gutdünken, Die vor der Hand angenommene. Fruchtfols ge iſt-dieſe: 1. Wicken zu Heu in friſchem Dünger, 2. Waißten, 3. graue Erbſen, 4. Hafer, im-Herbſt die Stoppel gedüngt:und ahi Gerſte mit Klee, 6. Klee, 7. Waitzen einfährig, 8. weiſſe Erbſen, 9. Roggen, Hier finden wir folgendes Verhältniß? 3 oder x Wins» tergetrayde,> Sommergetrayde, 5 Rundgetrayde, 3 Futz terbau. Die künftige Fruchtfolge, welche mehr. auf Futterbau berechnet ſeyn mußte, iſt dieſe? 1. beha>te Früchte und Wien im friſchen Miſte, “2; Gerſte mit Klee, "5, Klee, "4."Klee, die Stöppel halb gedüngt, 5. Waißzen einfährig, *6,"weiße Erbſen, 7. Roggen und Waißen, die Stoppel im Herbſte halb gedüngt, 8. graue Erbſen, ''9. Roggen, Vielleicht aber ändere ich dieſe Fruchtfolge noch auf nöchſtehende Weiſe: TI. beha&>te Früchte und Wien in friſchem Miſt, 2. Roggen mit Klee, 37"MITEr 4. Klee, 5. Höfer, die Stoppel im Herbſte ſtark gedüngt, 6. graue„Erbſen, 7. Waißzen, 8. weiße, Erbſen, 9. Gerſte, Im erſten Falle würden vom ganzen Felde trägen: 3 Winkergetrayde, 3 Sommergetrayde, 2 Rundgetraydes 2 Futter-' Imi zweyten Falle wären beſtellt 2 mit Wins tergetrayde, 3 mit Sommergetrayde 5 mit Rundgetraya de, 3 mit Futter; welches Verhältniß mir beſſer zu. ſeyn ſcheint. E) Eins von den durch die Pächter ſo ſehr vernach? läßigten' Vorwerken, Bey' der: Pachtabnahme» fand ich auf demſelben keine Handvoll Wintergetrayde geſäet/keine Fahre im Herbſte geſtürzt;'es hieß,"es wäre:zu naß ges weſen;' doch iſt der AFer/allerOrten abträgig« Den Winter hindurch hatten hier'gewbhnlich Ochſen geſtandens der Miſt war aber ſeit-mehrern Jähren nicht ausgefahren, und lag noch in den Ställen, Ein Theil des-Bödens auf dieſem" Vorwerk"iſt ſtrenger/ gelber Lehms- der/grdßte Theil aber-beſteht aus ſandigem Lehm.“Ein. Theil des zuni AFergehdrigen Landes iſt bis' jetzt noch Weideland, und“ mit' Strauch" bewachſen;' er wird aber geradet/wers den; Wieſen'hat'dieſes Vorwerk'gar feine; aber außer gedächtent“Stü> Weideland hat es noch einen anſehnli? te Früchte für das erforderliche" Vieh erbauen, und endlich zum Futterbau ſchreiten kann, welches hoffentlich ſpäte- ſtens nach vollbrachtem erſten Umlauf wird geſchehen kdn- nen. Bis jeßt fehlt es dieſem unglücklichen Vorwerk noc< an allem, weil ich erſt die beſſern vornehmen mußte, um daſelbſt alles einzurichten; weshalb es erſt im vorigen Jahre eingetheilt werden konnte, Meine ältern, bereits erwähnten- Güther. beſtehen aus 4 Vorwerken, die in ſich, ſowohl an Größe als Be- ſchaffenheit des Bodens und Wieſewachſes, äußerſt ver- ſchieden ſind. Das Hauptvorwerk G) war von allen dasjenige, deſſen Eintheilung mit den mehreſten Weitläuftigkeiten und Schwierigkeiten ver- bunden war, und wobey ſo viele Rü>ſichten genommen werden mußten, daß es wirklich ſchwer war, eine gute, ihrem Endzwee möglichſt„anpaſſende Eintheilung für 163 ſelbiges zu finden, Vielleicht iſt es manchem meiner Leſer angenehm, eine genauere Ueberſicht einer ſolchen neuen Einrichtung hier anzutreffen, um manches auf ſein Lo- cale, auf ſeine Bedürfniſſe anzuwenden, um vielleicht be- gangene Fehler kennen zu lernen und zu vermeiden, I< will hier alſo alles vortragen, was meine Entſchlüſſe be- ſtimmte, und was nach meinen geringen Einſichten ge- ſchehen mußte, JI ſehe mich aber gendthigt, von einem nur in Preußen üblichen Flächenmaaße zu ſprechen, weil alle adlichen Güther darnach vermeſſen“werden, weil mei- ne ganze Berechnung darnach gemacht wurde, und weil es nur zu manchen“ Rechnungsfehler Gelegenheit-gegeben hatte, wenn ich alles auf das gebräuchlichere Magdeburg: ſche Maaß hätte reduciren wollen, Jert werden„und peil die im/Winter2 und Sommerfelde liegenden„Wieſen yicht: vox. der;,Ge- trayde.- Erndte zur Weide genußt werden konnten, auch keine anderweitige Wieſen vorhanden ſindy ſo mußte man mit dem. Brachſtürzen und„Saatpflü- gen, ſich ſo einrichten,“daß, die zuerſt geſtürzte-Bra- en" eingezäunt„' um ſie alle' 6 Jähr'zu düngen; dieſe wurden'alle"Jahre mit Getrayde-beſtellt, und brachten ſehr gute Erndten, aber zum Nachtheil des übrigen“Feldes. I<" ſahe hieraus aber, was der Boden hier bey guter"Düngung und zwe>mäßiger Beſtellung leiſten känn; 167 Vermehrung des Düngers mußte auf dieſem Vorwer- ke mehr noch, als an jedem andern Orte, mein Haupts- augenmerk ſeyn.“Hier konnte ſie beſonders nur durch Stallfütterung erlangt werden: ich mußte alſo ganz auf dieſe hinarbeiten, Nach genauer Prüfung aller Umſtände ſchien mir vor der Hand nur Ein Weg offen zu ſeyn, welchen ich denn auch einſchlug 3 nämlich eine doppelte Feldeintheilung. Das ganze Feld enthält 543 Morgen; davon haben die Guthsleute in jedem der Dreyfelder 31, alſo zuſammen 93 Morgen. Zum Hofe gehören mit Einſchluß des Prediger? a&ers, welchen der Hof in Erbpacht hat, gerade 450 Morgem.: Dieſe theilte ich in zwey ganz gleiche Theile zu 225 Morgen.“ Die eine Hälfte, wozu ich die.dem Hofe zunächſt gelegenen AeFXer nahm, wovon die ſchlechteſten Stellen» ausgeſondert wurden, legte ich in 9 Schläge, je- den zu 25 Morgen.) Die-zweyte Hälfte, welche die ent Fernteſten und/ſchlechteſten Ae>er enthält, mußte ich, um Brache: zur Weide für meine Schaafe und die Dorfs Heerdeun zu behalten, vor der Hand in 3 Felder theilen, deren jedes 55 Morgen Hofa>er enthält, wozu noch in je- dem 3 Morgen, ſo den Leuten gehören, kommen, ſo daß jedes dieſer 3 Außenfelder 106 Morgen enthält... Da nun zufälliger. Weiſe die mehreſten Feldwieſen-in dieſen Außenfeldern liegen, ſo behält das Dorfvieh. nebſt mei- nen Schgafen mit Innbegrif'des Waldes, den.ich leider noch immer'preis geben muß. ungleich mehr) Weide 5? als für dieſe Anzahl Vieh:-principienmäßig erfordert. wird: Voy der Hand beſtimmte ich nur 4 der) Binuenſchläge zum, Futterbau,-um“ den:Guthsleuten nicht/zu bange zw machen, weil ſie überhaupt ſchon fürchteten; bey. der neuen Einrichtung zu verhungern. Der Futterbau muß aber in der; Folge noc< mehr' auSgedehnt werden; und, aus. dem, was/ ich weiterhin hierüber ſage, wird man ſehen"wie ich dieſes mit der beyzubehaltenden Weider mdglich"zu machen und“ zu vereinigen hoffe. Die übrigen 5. Schläge bleiben vorläufig dem Getraydebau“ gewidmetzimund die drey/ Außenfelder behalten fürs" erſte,"aber nür noch ein paar Jahre, die alte Dreyfelder= Eintheilutg« In. Anſehung. der. zu erwählenden. Frychtfolgemußte ich mich nach der Beſchaffenheit des Akers. richten, der bis jeßt nichts als.Noggen und Hafer. leidlich; zu tragen pflegte,'Waißen wurde hier“gar nicht"geſäet-vobgleich- ihn; manche.AXerſtüke ,» wenn-ſie. uuter, Düngung) kom- men werden, tragen können, Erbſen und!Gerſte wuchſen mehrentheils ſchlecht, obgleich leßtere»hier'gewbhnlich- in: der erſten Tracht, gemeiniglich aber.auch“gleich! darauf in der'zweyten geſäet wird.- Das im. A>er-befindliche/Un-- kraut-war-ihr. gewöhnlich ſehr ſchädlich.. Auch konnte ver ſchlechte, unverfaulte Miſt ihr innerſten Jahrs wenig Kräfte: verſchaffen; und der Acker: war'ſo ausgeſogen;/ daß) erſterer: im Zzweyten“ Jahre-wenig mehr-wirktes+7 Vor) 20' Jahren: hatte-ich hier:ſchon ſehr“'viel-Kleemit Hafer in'der/zweyten, 7691 ſekbſt/in der qten Saat geſäet, uüd'er war ziemlich gutigera- then: jeßt verſuchte ich es, ihn mit Roggen; auch mit Gers ſie, nach gedüngten beha>ten Früchten zu ſäen /. und er gerieth noch beſſer; auch war die Gerſte beſſer,.als/ſonſt, Wicken geriethen auf friſchem Miſt ſehr gut„und verſäg- ten ſelbſt nicht auf ganz magerm Boden in einem ziem? lich'tro&nen Jahre, alsich: ſie zum Verſuche.fäete,* Das Einwalzen der'Kleeſaat.auf/dem jungen Roggen"ſo wie der Sommerſaat, thut auf dieſem leichten Boden ſehr ZU- te Dienſte. Die Felder ſind ganz eben,?.und: haben nicht aller“Orten gehdrigen Abzug; ſie ſind daher':zum Theil feucht:und, kaltgründig;»- welches ſich» aber durch Graben wird abhelfen. laſſen,:. Mein HauptzweX bey'dieſem Gu the iſt;(anſtatt 30 Morgen; welcherbisher gedüngt/wurz den, 70 Morgew, und zwär:zwey. Schläge, jeder! zu 25 Morgen,:alſo 50 in'den Bintnenſchlägem;“und:!20%Mox» gen,“oder einen der: Außenſchläge zu düngen:(Es: wers". den indeſſen noch veinige/ Jahre' vergehen, eh& ich dieſen? Endzwe. vollkommen erreiche z!. ich verzweifle; äber/denz noch keinesweges./ an der» Möglichkeit; dieſes zucbewerks* ſtelligen, obgleich. meine Leute!und' Nachbarn es:für.nnz? möglich" halten/< Doch, kann eine Veränderung: der) Bes handlung; der Außenfelder: einen)"anderm J6BEhS if bes wirken.'| Die voiläufig.efür;- die Binnen ſchläge angenommene Fruchtfolge iſt-dieſe:| 1. behaF ce;-Früchterund/ Wien in friſchem: Dünget; 170 2:-Roggens im Frühjahr Klee auf die Roggenſaat ge? ſäet und: eingewalzet, 2. Klee, „4 Klee, 5. Roggen, 62 Hafer, 74. Wicken,,- wozu die, Haferſtoppel im Herbſte. zuvor - gedüngt und geſtürzt worden, zu Futter, 8. Roggen, 9:11Gerſte; und Hafer. Hier ſind 3 dem-Wintergetvayde /- 5 dem Sommerge? trayde ,/'& dem Futterbau gewidmet; folglich.iſt-dem'Ge- traydebau gegen Dreyfelder 5 Hafer entzogen /-(welches durch.den Futterbau in-8 des Feldes gewiß reichlich erſeßet wird: dem/ ganzen Getraydebau wird aber nur 25 entzv- gen ſo! lange die Außenfelder“ in'drey Feldern bleiben. Könnte“ ich mit Sicherheit Erbſen(auf dieſem» Vorwerke ſäen, /ſö Hätte ich eine andere EintheilungyundFruchtfole geerwählt;» ich-muß mich aber jeht begnügen, die. zur Wirthſchaft ndthigen Erbſen in“ den Gerſten-- und Haferz- ſchlag. zu ſäen, oder in dem-Sclage, welcher beha&te Früchte und: Wieken. trägt» oder in dem zweyten Wicen- ſchläge: die zu-Erbſen ſchi lichſien Stellen herauszuſuchen, Wann erſt die bereits eingetheilten Schläge den„ihnen beſtimmten„Dünger werden erhalten kdnneny»ſollen die drey Außenfelder die andere Eintheilung-und/ Fruchtfolge erhalten);"und zwar in xx Schlägen folgender Geſtalt: TI, Dreeſchbrache, E71 2. Roggen, ' 3. Wien zur Fütterung, 4. Hafer,| 5. Mittelbrache, gedüngt, hierin Kartoffeln und Run- kelrüben, 6. Roggen, 7. Hafer mit rothem und weißem Klee ,- auch anderm Grasſaamen, | 8. Klee zur Fütterung, | 9.. | 10.( Weide für das Dorfvieh und die Schaafe. k 6 Da die drey Außenſelder 225. Morgen enthalten, ſo würde jeder Schlag 2055- Morgen enthalten; und davon würden nach obiger Fruchtfolge tragen: a) zwey Schläge Roggen=.= 40x2, Morgen, b) zwey Schläge Hafer== 4022;- c) drey Schläge Futtergewächſe== 61-4,'- d) ein Schlag ſchwarze oder Dreeſchbrache---.- 1: 2055/06 e) drey Schläge Weide== 61%„- Summa Eilf Schläge, 225 Morgen. Jezt tragen von dieſen 225 Morgen; a) Reggen=-- 75. Morgen, b) Hafer--- 75- c) brache liegen und ſind zur Weide 75:: 4 Summa 225. Morgen, Der Unterſchied des Getraydebaues zwiſchen den jeßis gen 3 Außenfeldern, und den künftig zu etablirenden. 11 Schlägen, iſt alſo folgender: Es werden jekt mit Roggen'beſtellet 75 Morgen, 50 S5EUnſtig 2 5-' 4022 is alſo weniger 347+ "Es werden zeßt mit Hafer! beſtellet 75: -- tünftig- 2- 4922 108 alſo weniger 3455 E3 dienen jeßt zur Weide mit Ausſchluß der Zr, den Leuten gehdrigen Morgen=- 75- Es'bleiben künftig zur Weide GG 4 alſo weniger 135* Der Getraydebau verliert demnach bey 11 Außenſchlä- get). gegen 3 Außenfelder, 682 Morgen. Um den Unterſchied in dem Getraydebau der alten Dreyfelderwirthſchaft“ gegen" dieſe doppelte Vielfelder- wirthſchaft, oder vielmehr den Unterſchied" der Ausſaat deutlich vor Auzen zur legen, will ich die Berechnung her- ſetzen/ und zugleich den alten effectiven Ertrag“ gegen den || zu höffenden vergleichen« jy Die Ausſaat und. der- Körner- Ertrag"be9'der alten (114 Drödfelderwirthſchaft warfolgender“: | 156 Morgen wurden mit Roggen beſaet, und zwar der Morgen mit 3 Scheffeln Berlin. Maoß, thut= 450 Ser, zu 3 Schfl. auf den Morgen 75 Scte Früchte und Wien, ſo grün gehauen werden, getragen, 3 3 S 161 Morgen, M 01714 Morgen Klee, angenommen daß"er alle zu Heu gemacht 4 würde; kdnnen tragen, 2:30 Ct. per Morgen,"2139 Ct, pro Ct. 4 gd--- 740 thin, 45; Morgen Wien, gleichfalls »glle zu Heu-gerechnet, können 11511: tragen per Morgen 1800 Pf. vder gerade gerechnet 165 Ct. NLSTICDE, per Morgen, 742X/Ct;, 3:8 gl. 247 thlr.-42:g% 25::: Morgen Kartoffeln+a 225: 1:55 Schfl. per Morgen, können ge- ben“5625 Schfl.. der'S großes, oder beſſer altes, Rindvieh /erfördert werdein: Gegen 2 Kühe oder Ochſen rechne im 3 Pferde; und'2 StüFX jung Vieh oder 15 Schäafe gegen Eine Stallkuh oder einen Ochſen. Zu jährlicher» Ausdüngung von 707 Morgen'würde ich alſo gebrauchen“ 1053, oder,'"den Bruch für voll gerechnet, 106 Stä> ältes-Rindvieh,- Es wurde daher Folgender-Vieh- ſtand ,' als der Bedarf für! dieſes. Vorwerk, angenommen, um den dabey bemerkten Dünger zu erhalten, 1:'500 Mutterſchaafe, 15 gegen eine Stallfütterungs2 kuh, ſollen Dünger geben zu= 3 66'Skung der Auss fälle nothwendig, theils wird auch zu den Gärten der Des putanten Dünger erfordert, Für die herrſchaftlichen Gärs teniſt anderweitig geſorgt. Dieſe meine Berechnung ſtimmt mit der Karbeſchen am mehreſten überein. Auf dieſe Düns gerberechnung und den dadurch ausgemittelten Viehſtamm gründete ſich nun die Berechnung des Futterbedarfs.: Um hierin ganz ſicher zu gehen, durfte ich weder'den Thaerz ſchen, noh den Karbeſchen Berechnungen folgen: ich mußte mich nach meinen eigenen, zur Stelle gemachten Erfahrunz gen, als dem für mich, vor der Hand, richtigſten. Maaß ſtabe richten 3; ob ich gleich mit gutem Grunde hoffen kann, daß der Ertrag an Klee, WiFXen und Stroh mit der, durch beſſere Düngung und zwe>mäßigere Arbeit, zu? nehmenden Fruchtbarkeit des Akers ſehr ſteigen muß und wird. J< konnte daher den Ertrag ſämmtlicher Futters gewächſe nicht höher, als nach den folgenden Sätzen.an- nehmen und berechnen, da der AFer bey 15- 38- und mehr» jähriger Düngung und der wenigen Bearbeitung, die ehe- n o 60 S, alſo von einem Morgen 6 SchvFX Garben erbaut. Von einem SchoF Garben werden in der Regel 12 Bund Richtſtroh, und ein Bund Wirr- oder Krummſiroh uach dem Dreſchen aufgebunden, 6 Scho> Garben, als der Ertrag eines Morgens, geben demnach 72 Bund Richtſtroh und 6 Bund Wirr- oder Krummſtroh, Als Mittelgewicht eines Scheunenbundes Richtſtroh kann ich 24 Pf. eines Bundes Krummſtroh 20 Pf. annehmen. Folglich iſt der Ertrag an Winterſiroh von einem Cullmiſchen Morgen folgender: 72 Bund Nichtſtroh a 24 Pf.-- 1728 Pf. 6 Bund Krummſtroh 3 30 Pf-= 180- Summa 1908 Pf. T83 Dieſes würde auf einen Magdes.-%39 burgiſchen Morgen, oder: 13233 Cullmiſche[] Ruthen betragen“Zz vhngefähr------ 845'Pf2 Nach der Thaerſchen Angabe*) kann ein Magdeburgſcher Mor- 3 gen tragen------ 2000 Pf. Nach: der Karbeſchen Angabe 41a Seite 128------ 1600 Pf, I< baue alſo 1090Pf. weniger, als Hr. Thaer, und etwas über die Hälfte mehr, als Hr. Karbe, Auf andern Vorwerken nähert ſich. indeſſen mein Winterſtroh- Ertrag dex Angabe des Herrn Karbe ſehr, und übertrifft ihn vielleicht“ auf einigen, Dieſer geringe, Ertrag iſt ein auffal? lender; Beweis der ſchlechten Beſchaffenheit des Bodens auf dieſem-Vorwerke.? Da vorhin blos von Hafer- Ausſaat die Rede-geweſen iſt, ſo kann iM auh hier blos von. Haferſiroh ſprechen; »Auch von dieſemiſt der-Ertrag bey weitem geringer, als bey- de genannten Schriftſteller ihn annehmen.€E8 iſt. bereits *) S. Bergens Anleitung zur Verbeſſerung der Viehzucht, te Aufläge S, 693.' et 184 geſagt, daß auf einen-Cullmiſchen Morgen ohngefehr 4 Scheffel Hafer ausgeſſäet werden; Davon/ werden im Durchſchnitt höchſtens 12. Mandeln Garbenerbaut. Eine Mändel Garben giebt nach-dem Dreſchen 4'Bund Stroh, im Durchſchnitt zu 27'|Pf- 3; 12 Mandeln alſo 48 Bund Stroh. Der Morgen giebt folglih= 1296 Pf. Dieſes: würde auf einen- Magdeburgſchen Morgen ohngefehr betragen-- 570 Pf. Nach der Thaerſchen Angabe kann ein ſole mehr iſt, als-ich hier anneh» men dürfte; doch kdmmt der Ertrag der Wiken auf den Vorwerken A,B, und C, ſeiner Angabe ſehr nahe, und mag dieſe, wohl überſteigen, wenn die Wien recht gut gera» then. Dort überſteigt der Ertrag des Klees den von die? ſem Vorwerk bey weitem. Die Kartoffeln beſtelle ich nach der Thacrſchen Methode; nach dieſer gehen ohngefehr 25 Scheffel Aus iaat auf einen Cullmiſchen Morgen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen kann ich mit Sicherheit auf.das 9te Koru, folglich vom Morgen auf 225 Schef- fel rechnen, welches. aber auch auf einem Magdeburgſchen 136 Morgen beynahe 7009 Pf. oder vhngefehr 70"Scheffel wee niger iſt; als Hr. Thaer den Ertrag annimmt."Mit der Kars beſchen Angabe ſtimmt dieſes genau überein."Hr.“Karbe bes rechnet 109 Scheffel auf einen Magdeburgſcer zum Futterban beſtimmt-* 3. 4 Binnenſchläge, jeder zu 25 Morgen. 300 Morgen; 2, 3 Außenſchläge, jeder, zu 20:5 Morg. 61“ Jung Summa 1612 Morg, 187 emen Camememeg Davon trägen a) Kartoffeln und Runkelrüben, 1. Ein nern 1. iG J 2. Ein Außenſchlag b) Klee, 1. Zwey Binnenſchl, 55 2. Ein Außenſchlag ee- 41615 Morg, c) Wien, 1. Ein Binnenſchlag 25) . Ein Außenſchlag 2004 gibs Getraydebau, der hier blos des Strohes wegen in Anſchlag: kommt, iſt an AFer beſtimmt a) zu Winterſtroh, x. 3 Binnenſchl, a 25 Mg,.-=-75 Mg. 2. 2 Außenſchl. 3 20:5 9=-4012 2 11542Mg, b) zu Sommerſtroh, TI. 2 Binneuſchl. 335 Mg.--50 Mg, 2. 2 Außenſchl. 2205-=-4012- 9022Mg Es iſt alſo AFXer zu Erzeugung des Stro- hes beſtimmt 206% Mg, Dieſer zu den verſchiedenen Futtergewächſen bez ſtimmte AFer kann demnach(mit Hinweglaſſung der Beß- 'neten 2109 Ct, oder Ein Morgen Widen kann geben 2) grün gehauen b) oder getro&net alſo geben 45 Morgen a) grün gehauen b) oder getrod'n, über 736 Ct. oder Ein Morgen Roggen kann nach meiner vorſtehenden Berech- nung 1908 Pf. Stroh ge- ben. Der geraden Rechnung wegen berechne ich hier 11522 oder voll 116 Morgen geben alſo oder etwas über 153 Scho>, Ein Morgen Hafer kann nach vorſtehender Rechnung geben 7296 Pf. Der geraden Rech- nung wegen, und da beym Morgen 8 Pf« per Morgen 1900 Pf. 220400 Pf. 189 abgezogen ſind, berechne ich hier 1300 Pfs Alſo können 90+2 oder voll 9x Morgen geben 1183008 Pf, 'vder etwas über 73.Sc Der ganze zu hoffende Futterbau wäre alſo dieſer: 1. Kartoffeln 5625 Snet 727 C, oder 80000- u, etw.-drüb, 5. Winterſtroh 153 Scho>. 6. Sommerſtroh 73 SchoF. Der Viehſtamm dieſes Vorwerks wurde-zuvor gtges nommen zu 1. 500 Mutterſchaafen, 2. 30 Arbeits-Ochſen, 3. 30 Pachtkühen, 4. 14 Depuätatkühen, 5. 30 Arbeitspferden« Der Futterbedarf iſt hier ſo berechnet, wie-ſeit'2 Jahs ren auf den Vorwerken wirklich gefüttert iſt, wo der Futterbau ſchon im Gange war, Er iſt bey weitem gerin» ger angenommen, als ihn Hr. Thaer und Hr, Karbe an- nehmen. Allein„ſo geringe er den Wirthen ſcheinen wird, welche ſchon lange vielleicht inder glä>lichen Lage geweſen ſind, ihr Vieh reichlicher zu füttern, ſo hoch wird er allen denjenigen vorkommen/ deren Vieh ſich den grdß- ten Theil des Winters, mit Stroh und etwas wenigem Heu behelfen muß und beym Anfange der Weide oft nur qus dem Stalle kriechen Fann, und ein wahres Bild'der:7 ma gern Kühe, ein mit Haut bede>tes wankendes Knochenge- rippe darſiellt.- Ein. Bund Stroh wird:an vielen Orten für eine reichliche, tägliche, Ration auf. einen Ochſen ge- rechnet 3 und Heu-erhält der Arbeits-Ochſe an. ſolchen Or- ten nur erſt, wenn die Frühjahrs- Arbeit losgehet<>Dann wird oft mit freudiger. Berwunderung gusgerufen; der Ochſe erholt. ſich recht zuſehends-bey. der Arbeit... Mit den Kühen gehet es-eben ſo; nur gilt bey dieſen dasjenige in der Zeit des Kalbens, was bey dem Ochſen. in der Ar- beitszeit; gilt. Die Schaafe bekommen in der Regel, auſ- ſer der Lammzeit=- einige beſſere Wirthſchaften,„ausge- nommen-=- gar kein Heuz undes giebt Wirthe, die ih- xen Arbeit8-Pferden, außer etwas Wintergetrayde, wenig vder gar keinen Hafer den ganzen Wiuttet.„etwan auf ein Geſpann von 4 Stä> 1 bis 2 Metzen Berliner Maaß geben. Für Vieh, welches an eine ſolche Winterfütterung, die ich-hier:gar-nichtübertrieben habe, gewöhnt. iſt==und meineswar ſehr daran/gewdhut.worden:=- fürſolches Vielx ſind» meine ihm zugetheilten Rationen. ſchr ſiark; Auch, hat IQI ſich mein Vieh bey dieſer, ſehr mäßigen Fütterung wenig?| ſtens ohne Vergleich beſſer befunden, als. ſonſt. 7 Deſſen| ohngeachtet iſt mein ſehnlichſter Wunſch, es jährlich beſ- ſev zu;füttern3, welches ich auch zu bewerkſtelligen hoffe, 1. Die Schaafe erhalten aufs Stück vom 1ſten-«Decem- ber bis den 1ſten May, oder|| auf 151 Tage, mit Inbegriff) des Lammes, aufs Stü>X LZ Centner Kleeheu--dieſes mat 750"Centner. Kleehen, Auf eben dieſe Zeit, auf 1009) 'Stü>, täglich einen Scheffel Kartoffeln; alſo auf. 590St, täglich 5 Berliner Schfloöbes trägt 755 Schk;- Kartoffeln, Auf 100 Stü> täglich.2. Bund 3 Stroh zu Häſel, zum Auf 4 mengen mit den Kartoffeln, und dem gleichfalls zu Häk-| ſel>: geſchnittenen Kleeheu;““| dieſes beträgt in 151. Tagen)| I510 Bund, oder 25. Schock j| 30 Bund, oder voll gerech= Net)„Krb 26 S x Bund, alſo 3. 3 Bund täge lich auf 300 Stu; beträgt in t51' Tagen 11. Die Ochſen. An Kleeheu erhält jeder Ochſe 16 Ct. welche ſie vom xſten März bis rſten Junius,"als dem Anfange der- grünen Fütterung, in täglichen Por- tionen zu 195% Pf. zugetheilt erhalten; dieſes beträgt auf 30 Ochſen An Futterſtroh bekommt ein Ochſe vom 1ſten Novemb. bis rſten' Junius/ oder in 212 Tagen täglich ein Viertel- Bund Stroh zu Häfel ges ſchnitten; 30 Ochſen erhal? ten demnach täglich 7X Bund, und in 212 Tagen An Streuſtroh auf 16'Stü> täglich Ein Bund, auf 32 Stü> alſo taglich 3-Buud z beträgt aufs Jahr NB. Der Stall für die Oc? Streuſtroh, 489 Ceiitner'"Kleeheu, 264S<>7 Fütterſtr, 18% Scho>. Stfeuſtr. Abzügen 793 Abzügen verſehen; wes- halb nicht mehr Stroh er- forderlich iſt; Ferner xechne ich noh zum Ans fange der grünen Fütterung, und wenn der Klee vom-2ten" Schnitt jung iſt, 4x Sho Stroh. Alſo in allem 49 Sche> Fereh. An Kartoffeln erhält jeder Ochſe vom 1ſten Januar bis 1ften Jus nius, alfo 151 Tage lang, tägs lich 2 Metzen; dieſes machttäge lich auf 30 Oc täglich 60 Metzen 32 Schfl. alſo in 61 Tagen 2283 Scheffel, oder gerade gerechnet 229 Snem Wetter; und“ wenn die Weide ſchlechter, oder die Witterung im Herbſie| ungünſtig wird, erhalten ſie bis| den 1ften Novemb. Abgänge von' «ABE. Kohl und Rüben: und«.deren Blätter. IV. Die Pferde, An Hafer erhalten die Arbeits- Pferde, da ſie bis jeßt noch klei- ner Art ſind, vom xſten October bis. den xſten Junius nicht mehr als x Meße das, Pferd. täglich 5 dieſes beträgt auf 39 Stü 39 Mezßzen, oder 1 Schfl..44 Meß. täglich; ich rechne aber. 2 Sc 8 Pf. alſo auf 30 Stü> täglich 2492- Pf. dieſes beträgt auf 243. Tage vom Iſten October bis-4ſten Junius 58320 Pf. oder.gerade gerechnet 530 Ct. Wieſenheu, An grünem Klee und-Wicen wird vom x1ſten Jun. bis zſten Oct. täglich auf jedes Pferd 75 Pf« gerechnet; dieſes beträgt auf 39 Pferde-täglih 2250 Pf. und macht in- 122. Tagen 274500 Pf. grünen Klee und WiFen«s, „198 An Futter» und Streuſtroh bez" kdmmt jedes Pferd vom 1ſten October bis xſten Jun.+ Bund'“ Noggenſtroh; 36 Pferde erhal? ten alſo täglich 15 Bund, und in 243 Tagen 2435'Bund/' oder". b) für die O, B. zur Streu a) für die Schaafe.11:33/ Scho>, b) Fär(die O. Summa. des Strohbedarfs.204 Sc. 4. An Kartoffeln a) für die Schaafe 755 Snes Heu über 115 Ct,=< 561135 Ct. und etwas drüber. Es würden demnach fehlen 95 Et. 2. An grünem Futter wird; 7 gebraucht 746550 Pf. Hierzu werden verwendet a) grüner Klee 5545112281 Pf, b) grüne Wien 142038 4838--- 746550 Pf. 3. An Stroh wird gebräucht! a) zu Futter 1423 Sch>. b) zu Streu D. 614 ZES<>, Hierzu ſind betechnet' *) Die einzelnen Pfunde ſind als unbedeutend weggelaſſen. 261 a) Winterſtroh 153 Scho. b) Sommerſtroh 73 8== 226 Sh>. Es blieben demnach übrig 22 Scmäßiger iſt; gl8-es die ehe» mälige Dreyfelderwirthſchaft war, oder als eine Zwitter- wirthſchaft, nämlich eine Dreyfelderwirthſchaft. mit ge- ſdmmerter Brache, hätte ſeyn können. H) Ein ungleich kleineres Vorwerk, als das vorige. Ohnerachtet beyde an einander gränzen, ſo hat dieſes kleine doch viele weſentliche Vorzügs- Der nach Verhältniß ſei- ger Grdße beträchtliche Wieſeuwachs hat. ihm einigermgaſ- ſen. geholfen. Da aber das Heu größten Theils Pfer- deheu iſt, ſo hat man ſonſt viel. davon auf die.andern Vor- werfe genommen, ohne es indeſſen durch anderes[zu er- ſeen, oder man hat junge Pferde hieher gegeben. Der mehxeſte,, hier gemachte, Dünger beſtand qus Pferdemiſt, der;für. den leichten, lehmigen Sandboden, welchen. man beyuahe, im ganzen Felde. findet,„zu hißzig.iſt. Obgleich dieſes, Vorwerk in gjähriger- Dünguug. war» ſo. ſahe ich doch ein, daß es durch gjährige Düngung mit gutem Rind- vieh» Miſt, der mit dem. Pferde: Miſt„vermengt wird, in eine ungleich beſſere Verfaſſung kommen mußte, Hier konn» te. ich. den„Futterbau und. die Stallfütterung„ein Jahr Früher einrichten, als auf. den übrigen Vorwerken dieſer Güther ,. dg dieſes nict mit den übrigen verpachtet War, 204 Um 63 in gjährige Düngung zu ſeen, myßte.ich es, nach: den angelegten Berechnungen ,. in 8 Schläge.legen,. Da ich hier- Gerſte und Erbſen in die Fruchtfolge, aufnehmen Xonute 5 ſo beſtimmte ich ſie auf folgende Artz] 7. beha>te Früchte in friſchem Dünger,„nebſt etwas Widen;"VN 25:'Gerſte mit Klee, Z. Klee, 4: Klee, 5,/ Roggen, auch etwas. Waißen, an Genäzel Stellen, 6,"Erbſen; zu.welchen. im vorhergehenden Herbſte ges düngt wird, 74"Roggen auch etwas Waißen, 8. Hafer. Hier ſind.folglich& mit; Wintergetrayde,* mit Sem mergetrayde„.%&) mit. Rundgetrayde,. beſtellt, und.Zdem Futterbau gewidmet.- Die Düngung geſchiehet zwar nicht olle Vier Jahy 55 ſondern nach.3 und,5 Jahren. J<< neh me aber die umgebrochne Kleeſtoppel, für den Roggen, als. DüngunZ/ an;>und; bringe. den Dünger. lieber. zu Erbſen guf die Roggenſtoppel, weil mehr. Zeit. im Herbſte, als nach der Klee-Erndte, kurz vor der Saat iſt, wo, ſich,„zu- mäl.in Preußen; alle: Geſchäfte, ſo„ſehr in einenzkurzen Zeitraum drängen, daß man ſie, wenn es irgend. mdglich iſt, lieber vermindern, als vermehren muß,"che 1) Gleichfalls ein kleines Vorwerk, welches. an das letztere gränzet, eben ſo viele, aber noch-beſſere„Wieſen und 504 keſſern Böden äls das vorhergehende, hat. Eine Pacht von 40 Kühen“ konnte hier, außer dem Arbeitsvieh, den Sommer hindurch auf der Weide ſehr gut erhalten werden, Da es ganz nahe an dem vorhergedachten Vorwerk liegt, ſo war es imdglich, das Angeſpatn beyder, auf jenem: zus ſammen zu halten, und die Pacht hier bis zu'65 StüF zu vermehren. Heu war für dieſe hinreichend“vorhanden; und um ſie den Winter hindurch reichlicher zu“ ernähren, bedurfte es nur behacier Früchte. Es lag, wie alle die Übrigen"Lorwerke dieſer Güther, in Dreyfeldern; nirgend äber Wären fie ſo unverhältnißmäßig ungleich“ au Größe, als hier. Die 60 Pachtkühe verſchafftem hier Dünger ge- nug, um in 7 Jahren'2 mal das ganze' Feld“ zu/düngen. Hier brauchte ich nur Klee und Wicken zum Grün: Füttern, um fo mehr, da bey" der""Stalfütterung jährlich alle in der Brache ſonſt'abgewäveten? Wieſen'jeßt zu, Heu genüz gzet werden kbundn." Dieſes Vorwerk würde in 7/'Schläz ge gefegt, er ami FARE Früchtfölge beſtellt werden? 11 behjäckte Früchte und Wien in fn Dünger, '2.*Waißen und Roſh 9 32 Erbſen,; ies 45"Gerfie mit Klee;'wozu die Erbſenſtoppel füh Heibs "UFte Fedünget wird, 5. Klee, "6.“Waißen unv'Roggen;* '>, Gerſte und Häfer. 205 Es ſind hier alſo beſtellt->mit Wiütergetrayde-* mit Sommergetrayde,+ mit Rundgetraydez+ ſind dem Futs terbau gewidmet. Da hier uun+ dem Getraydebau g2s widmet ſind, ſo iſt dieſer hier gegen die Dreyſelderwirths ſchaft noch um 7 vermehrt worden, K) Das letzte der vier, zu dieſen Güthern.'gehdrigen Vorwerke. Dieſes iſt noch keiner Eintheilung, wenigſtens keiner regelmäßigen, fähig. Es iſt auf Land erbaut, wels er und Wieſen ſind noh mit Wald und Geſträuch bewachſen, welches alles erſt geros det werden mußte, ehe eine vernünftige Eintheilung ſtatt finden konnte. Es wird noch bis dahin in 3 ſehr unglei- k Hams mel vorläufig zu ernähren, Angeſpann hat es keins, da es größtentheils mit Schaarwerk oder Hofe- Dienſten bes ſiellt wird. Es bleibt mir noch übrig, eines kleinen, von allen an? dern Güthern getrennten und entlegenen Vorwerks L) zu erwähnen. Dieſes enthält uur 52 Cullmiſche Morgen Aerland, und baut 15 bis 20 vierſpännige Fus der Heu, Da hier kein großer Verluſt zu machen iſt, ha- be ich es zu einem Verſuch beſtimmt, ob der A>er, der hier aus ſandigem, zum Theil ſtrengem rothen Lehm, mit einzelnen, mehr ſandigen Stellen beſteht, wohl in der Läne ge bey 4jähriger Düngung aushalten wird, alle 4 Jähre ePTE 206 Klee zu tragen."'IH habe es daher in 4 kleine Schläge gelegt, welche folgendergeſtalt bewirthſchaftet werden: I. beha&te Früchte und Wien, auch etwas Erbſen in friſchem Miſt, 2. Gerſte mit Klee, 3. Klee, 4, Waitzen und Roggen, 7 Alſo iſt hier die Hälfte dem Getraydebau, die Hälfte| 5 dem Futterbau gewidmet, Dieſes kleine Vorwerk ſchwimmt =- wie man.zu ſagen pflegt=- im Fett; und ich wünſch- te, ich kdnnte aller Orten ſo füttern, wie hier, wo das Vieh dieſen Winter 1802 folgendes erhalten hat?| * aſtens die Ochſen und 3 Deputatkühe., Vom erſten Novemb. bis 28ſten Febr. täglich aufs Stück | 19peD je rub|,-Sönſt-verhielten(ſi8//20% Widenhen; dhmäßigſten Verbeſſerungen machen, iſi es unzeitige Beſcheidenheit z bey andern iſt es, Neid und Mißgunſt, daß andere die ihnen geglückten Verſuche nicht! nach- machen, und auch Vortheil davon haben ſollen; bey an- dern endlich iſt es falſche Scham, mißratheue Verſuche andern bekannt zu machen. Mancher Wirth möchte gerne ſeine Ideen mittheilen; er fürchtet ſich aber, als Schrift? ſieller 8 S NEE GEE AES 209 ſteller aufzutreten. Für:leßtere giebt es ja in periodiſchen Schriften„Gelegenheit genug, ihre Gedanken und Er» fahrungen, Unteinehmungen und Verſuche mitzutheilen, obne ihren Namen dſfentlich zu nennen; wenn ſie es nicht rhun-wollen. Und ſollte man deun wohl mit Billigkeit von einem bloßen Landwirthe verlangen, daß er /-wie ein Gelehrter“oder ſchöner Geiſt ſchreibe? Es kömmt in ei- nem. landwirthſchaftlichen Buche ja nur auf richtige Urs theile und klare Darſtellung des Gegenſtandes. an. Ich. hoffe, man wird mich nicht misverſtehen, wenn ich Stallfütterung für die Grundlage der. Wechſelwinth» ſchaft halte. Sie kann ihr nicht vorhergehen. Die Einz theilung der Felder iſt das Erſte, der regelmäßige Futter- bau das zweyte Geſchäfte der Wechſelwirthſchaft. Dem Futterbau muß ſie ihre erſten Kräfte, nämlich den Dün- ger, gönnen, um ſo reichliches Futter, als möglich, zu bauen. Iſt der Futterbau erſt im Gange, ſo kann die Stall- fätterung beginnen; und nun wird ſie die Stüße und Grundlage der Wechſelwirthſchaft, indem ſie ihre Dauer immer feſter begründet. Von den Vorbereitungen und der Einrichtung einer guten Wechſelwirthſchaft ſchweige ich hier ganz, da wir eine mehr als hinlängliche Menge der beſten und zweE- mäßigſten Anweiſungen dazu haben, und iM wahrlich nichts Neues und nichts Beſſeres darüber zu ſagen weiß, als was ſchon von vielen verdienſivollen Schriftſtellern ge= ſagt und wiederholt iſt, Man kann es, glaube ich, mit - > 210 --------» ziemlicher Gewißheit vorherſagen, daß'=- vielleicht ſchon in hundert Jahren= Stallfätterung allgemein ſeyn wird; und dann werden unſere Nachkommen es unbegreiflich fin- den, wie wir und unſere Vorfahren ohne ſie haben. wirth? ſchaften, und wie unſere Wirthſchaften haben beſiehen Fönnen. So wie alles in der Natur ſeinen langſamen, gemeſſe- nen Gang gehet, ohne einen Sprung zu thun, ſo auch die Landwirthſchaft. Man könnte einen Stammbaum der ver? ſchiedenen Wirthſchafts-Methoden entwerfen, I< denke| mir ihn folgendergeſtalt: ZIE Wintergetrayde und Sommosrgetvayde veranlaſſen| Abſonderung des Winter: und Sommerfeldes,| r- ume 5 Kar amen wnmwnees =» (Mangel an Weide in Gegen:| den, wo die anfommenden An Orten, wo es weniger an Menſchen ſie nicht hinreichend|2Wetde fehlte, benußte man für ihr Vieh fanden; und Ver- jmehrung der Akerfelder er- Jerderten, daß ein Theil Nei die Felder alle Jahre, wech: ſelte aber mit Getrayde und Hülſenfrüchten ab. che blieb. Daher Dreyfel: Jahrfelder, derwipthſchaft.| >| < ||gen Orten ein, daß ies an Dünger fehl-| ſite; um aber we Vieh halten zu können, zum Thei! lauch Brache zu be- halten,verfiel man jauf die ' Man ſähe au dah | | ] Wo man es.. Weide wegen thun! fonnte,entzog man! der Brache einen), Jarößern oder flei-| nern Theil zu Hülſenfrüchten,| auch wohl zu Fut-| | Ueberhandneh-! imendes Unfrgut jund Mangel an |Winterfuatter lei: teten auf Anbau von Futtergewäch: ſen zwiſchen dem Getrayde und den |"Mek:| Hoiſtei- rergewächſen. Hülſenfrüchten;/ lenburg:| niſche“| eine unregel: | ſc zu leiten, dem Ge-| traydebau dabey ſo wenig Land, als möglicy, zu entziehen, und;; jdie Fehler der übrigen Wirthſcmäßigſte. Größe der Landgüther, und die. beßte Benußung der Menſchen und des Zugviehes, zum Behuf der Wechſelwirthſchaft, CS. 228 Wir haben aus dem vorigen geſehen, daß groſ» ſe Landgüther eben ſo wohl. wie kleinere, durch Wechſel» wirthſchaft verbeſſert werden können;. allein über die zwes mäößigſte.Grdße haben wir uns nur im Allgemeinen erklärt. E3 fragt ſich. nun ,. ob dieſelbe vollkommner und beſſer auf Fleinen Bauergüthern,-oder auf größern Vorwerken, oder auf ganz übermäßig großen Landſißen, betrieben werden kann? Iſtes beſſer für, das Staats-Jutereſſe, wenn die Gü» ther.in kleine Portionen vertheilt, oder wenn kleine Güther zuſammengeſchlagen werden? Mit der Beantwortung dies ſer Frage, ſteht: noch: eineyandere in genauer Verbindung, nämlich die 3-ob.die Hofedienſte"der Unterthanen„ſo wohl im Geſpaunz«als mit der. Hand,, dem Flor der Landwirth- ſchaft güuſtig ſind?) Ich'lege hier das Karbeſche Buch ganz bey Seite, und werde jede. der nachfolgenden Fragen, nach. meinen dar- Über gefaßten Begriffen, und nach- meinen Erfahrungen; beantworten, Vielleicht ſtimmen ſie. nicht ganz mit denen des Hn;„Karbe; ich hoffe aber, daß ſie-nicht ganz unver» einbar)mit einander: ſeyn werden, 216 IT. Sind große oder kleine: herrſchaftliche. Güther zur Wechſelwirthſchaft geeignet? 2. Iſt dieſe Wirthſchaft auf Bauergüthern, beſonders auf ſolchen, die in einem Dorfe liegen, und deren Felder in einer Flur/ es ſey-im Gemenge oder aus einander geſeßt, liegen, anwendbar? 3. Iſt es beſſer für das Staats- Intereſſe, wenn die Güther in kleine Portionen getheilt, oder-wenn- Ueine Güther zuſammengeſchlägen werden? N 4. Sind die Geſpann- und Hand- Hofedienſte dex-Une terthänen, der Landwirthſchaft im Ganzen, und der Wechſelwirthſchaft insbeſondere“,“Zünftig oder nicht? 5. Aus dieſer Frage folgt noch dieſe: iſt"die Erbuns terthänigkeit dem Guthsbeſißer'7 oder dem Staate, weſentlich nüßlich, unv kann der Erſtere ,' da wo ſie bisher beſtanden hat, bey“ ihrer“ Aufhebung beſtehen oder nicht? Beantwortung der'Erſten Frage. Meities Erachtens ſind-übermäßig“große'Vorwerke= (übermäßig groß nenne'ich ein Vorwerk, wenn es'mehrals 300 Cullmiſche oder ohngefehr 671 Magdeburgiſche Mot- gen reinen AFerlandes enthält)= bey jeder'Wirthſchafts2 Methode läſtig und ſchädlich. Alle-Arbeiten erfordert wegen des zu machenden Weges mehr Aufwand au Zeit und Kräften,'beſonders bey Dünger- und Getraydes oder Heu- Führen, wenn“eben ſo. viel geſchehen ſoll, als äuf einem kleinen oder mittelmäßigen“ Vöriwerk,““ Bey verſchies 217 denen Arbeiten an den entgegen geſeßtert Enden, z. B. wenn. die Mannsleute an einem Ende hauen, die Weiber aber am andern binden u. ſ. w. iſt es für den Wirth auf einem großen Vorwerk äußerſt beſchwerlich, wenn er; auf zwey oder mehr von einander:abgeſonderte Parthien Arbeiter ein aufmerkſames Auge haben. will; und ohne, Aufſicht gehet ſelten eine Arbeit raſch von der Hand, odet-, ſie wird verhudelt. Er muß oft mehr Zeit mit Hin=-und, Herlaufen oder Reiten verſchwenden, als er bey den, Ar-, beitern zübringen kann;- Zuweilen befindet ſich ein Theil Arbeiter hier, der andere dort im Felde zerſtreut. Ein pld8- licher unerwarteter Regen treibt ſie von der Arbeit; und oft laufen ſie nach, Hauſe, ſo daß ein Theil des Täges vergeht, bis man ſie" wieder zuſammenbringt; und es. iſh? wenig Arbeit, oder ſchlechte verrichtet worden. Alle-Ars,, beiten ſind alſo koſtbärer auf großen: Vorwerken, als auf kleinenz und.es geſchiehet beſtimmt verhälinißmäßig weni? ger» Vorwerke von 5:bis 6 Hufen cullmiſch oder ohnge- fehr 409 Morgen Magdeburgiſch, reinen-AXerlandes, ſind für'mich die angenehmſten in Anſehung. der- Ueberſicht und zur Bewirthſchaftung. Vorwerke. von dieſer Größe vder die wohl nöhfleiner ſind, brauchen indeſſemmnicht jedes ſeine beſondere Wirthſchaft. zu habenz:zwey«oder dreyFfönnen"? zuſammen bewirthſchaftet werdenz das Geſinde und Ange- ſpann kann man äuf dew einen Vorwerße zuſammen haben, und auf dem zweyten: kann eine Kilhpacht, Jungvieh,! oder eine"Schäferey ſtehen; ſp haben ſie!"alle Dünger; Miſt und Getrayde därf nicht'ſo weit gefahren werden, als wenn dafür nur, Ein großes Vorwerk wäre."Die Inſtleute'=1 Dreſcher/ oder'Tägelöhner, u. ſ. w.= wohnen auf je- deim Vorwerk, wo ſie zu dreſchen haben, verrichten aber alle übrigen Arbeiten* unter der Aufſicht'Cines Cämme- rör3 dder"Hofmanns zuſammen, bald auf dem einen Vor- werke„ bald auf dem andern, Man wird mir vielleicht einwenden, daß hierbey auch Verſäumniß durchs Hin- und Hergehen der Leute und des' Angeſpanns“ſtatt findet" dieſes iſt aber wirklich' nicht der Fall5"beſonders gehet es mit"den Miſt- und Erndte-Fuhren ſehr'viel“ geſchwinder; dä dieſe nicht weit zu fahren: haben 5 und'män kaun ſicher darauf rechnen, daß 12-Menſchen auf einet' Stelle mehr Arbeit: verrichten 7"als"'eben ſo viel Menſchen auf zwey over'drey-Parthien;'|Nöch ein Einwänd',/“den man gegen dieſe: Einrichtung'-mächenkdunte) wäre dieſer, daß die Scheunen, wenn ſieiauf mehreren kleinen Vorwerken' zer ſtreut'ſtehen, größever Gefahr der Entwendung ausgeſekzt ſind;-als weni ſie aufs einem"größeren zuſammen ſtehen: I< aläube' aber, edaß?män doch: der Veruntreuung-nicht ganz entgehen würde/-wenn man ſie;»auch auf' großen Gü- thern 5 alle'auf einemeinzigen. Vorwerke zuſammen haben"? könnte, welches doch'unmöglich iſt-“Die Arbeit jeder'Art"| ſie geſchehe mit Menſchen allein; oder guch mit"dem Ano geſpann, auf ſo wenig Puncten als möglich, zu vereini2%i gen, hälte ich: in der Wirthſchaft*für"eine"ſehr wichtige! Sache,. Manche Wirthe wollen gerne'alles zugleiM mas 219 k zu benutzen, Es giebt in jeder Wirthſchaft,Arbei- ten die Mengez und es ſind gewiß immer welche'vorräthig, die man bey ungünſtiger Witterung vornehmen kann, an2 ſtatt daß ein unverſtändiger Wirth ſolche Augenbli&e, ver- ſtreichen, und die Leute müßig: gehen läßt.-Viele Wirthe ſuchen auch eine Crſparniß darinn, nur die vothwendigſien Arbeiten beym Feldbau durch Tageldhner machen. zu laſſen 3 alle Nebenarbeiten wollen. ſie gern mit dem Geſinde beſtrei2 ten, welches aber nicht alles verrichten kann, Darüber vers fallen oft die Gebäude, und es geſchiehet der Wirthſchaft ein unerſeßlicher Schade, oder wenigſtens ein ſolcher, dem nachher nur mit den größten Koſten abgeholfen werden kann. Beantwortung der zweyten Frage: Iſt dieſe Wirthſchaft auf Bauergüthern, u. ſw. anwendbar? Um dieſe Frage zu beantworten, müſſen: wir erſt be- ſtimmen 7--von was für Bauergüthern hier eigentlich die Rede ſeyn ſolle. Es-giebt verſchiedene Arten. derſelben: in Preußen werden auch zuweilen kleinere cdllmiſche oder ſols er noch im Ge? menge, oder in der Gemeinheit; theils ſind ſie aus einan- der geſeßt. In den“ übrigen königlichen Provinzen und in andern Ländern mögen andere Verhältniſſe ſtatt finden; ich kenne dieſe aber nicht genau genug: doch läßt ſich das folgende ziemlich auf alle anwenden. Alle einzeln liegenz den, und alle außer Gemeinheit geſetzten Güther, welcher Art ſie ſind, halte ich der Anwendung der Wechſelwirth- ſchaft, beſonders mit Stallfütterung, für fähig, vorausgeſelzt daß ſie nicht durch Servituten, als Zehendpflichtigkeit, frem» des Trift- und Hütungs-Recht und dergleichen, an freyer Benußung ihres Eigenthums gehindert werden. Nur beym Weidegange des Viehes iſt es für den Wirth beſchwerlich, wenn die Schläge ſo klein ſind, als es bey kleinen Güthern von ein Paar Hufen AFerlandes nothwendig der Fall ſeyn müßte, weil das Vieh ſehr leicht in dem daneben ſtehenden Getrayde Schaden anrichten würde. Uebrigens ſehe ich nicht ein, warum ein Schlag nicht eben ſo gut nur einen Morgen, als 10, 20 und mehrere Morgen groß ſeyn könnte. Je mehrere Bauergüther in einem Dorfe zuſama2 men, und je mehr ihre Ae>er in kleinen Stücken im Felde zerſtreut im Gemenge liegen, deſto mehreren Schwierigkeiten ſcheint es unterworfen, in einem ſolchen Dorfe Wechſet2 wirthſchaft„einzurichten, und ſie in die Stelle der aitzu Dreyfelderwirthſchaft treten zu laſſen. Gleichwohl glaube ich, daß dieſe Schwierigkeiten nur ſcheinbar, und leicht zu Überwinden ſid, wenn es ſammtlichen Wirthen Ernſt iſt, ihre Wirthſchaft zu verändern, Dieſe ſcheinbaren Schwie- rigkeiten" können unter gewiſſen Umſtänden die Verände- rung ſogar erleichtern, Zu Einführung der Stallfütte- rung dürfte es vey ganzen Bauerndörfern in den Pros vinzen, wo ſie kaum dem Namen nach bekannt, und die- ſer einem großen Theil des gemeinen Mannes ordentlich verhaßt iſt, wohl vor der Hand nicht kommen, Wech- ſelwirthſcXen haben. Dieſe Verſchiedenheit erſchwe- ret oft eine Auseinanderſeizung in 3 Feldern gar ſehr, wenn jeder Bauer in jedem Felde nur Ein StüF haben ſoll, und zumal wenn die Lage der Felder ſo iſt, daß ei- nige Stücken weiter vom Dorfe abliegen, als die anderu,. EsJiſt lächerlich anzuſehen, wie ſehr es dem Bauer dar? um zurthun iſt, daß er keinen Schritt weiter zu gehen und zu fahren habe, als ſein|Nachbar, Eine Ausein.::- derſeßung in 9 und mehreren Schlägen, wo jeder Bauer, in jedem Schlage, nur Ein StüF YFer bekäme, würde es möglicher machen, jeden, in Anſehung der Güte und Entfernung der Felder, zu befriedigen. Wenn wir nun ein Dorf mit 10 Wirthen annehmen, deren jeder 45 Mora gen A&erland hätte, und theilten es in 9 Schläge; ſo bes käme jeder Schlag 50 Morgen. Nehmen wir davon mit Hn, Karbe zwey zur Weide an, ſo behält das Dorf, wels ert liegen bleibt, und ſie durch das Bea>ern, der Weide wegen, alſo in keine Verlegenheit kommen würden: ſo würden ſie bald mit dieſer Wirthſchaft, von dieſer Seite, zufrieden ſeyy. Wäre das AFerfeld aber ganz aus einandergeſelzt, ſo daß jeder dieſer 10 Bauern ſeine 45 Morgen in 3 Feldern nußzte, 15 Morgen alſo Brache und Weide wären, und man wollte ſein Feld in 9 Schläge zu 5 Morgen legen, ſo daß er nur 10 Morgen Weide behielte; ſo würde ihm dieſes ſehr ab» ſchreXend ſeyn. JIc< glaube auch, daß bey einer ſolchen Auseinanderſeßung Stallfätterung unumgänglich nothwens? dig wäre, Meines Wiſſens ſind aber königliche Dörfer in Preußen nirgend ſo guSseinandergeſeßet, daß jeder Bau? er ſein Feld ganz für ſich hätte. Dörfer, in denen mehrere Collmiſche Güther liegen, werden ganz auseingüdergeſc 31 20. Kegen ein oder mehrere Cdllmer mit Bauern im Gemenge, ſo"erhalten die Cdölimer ihren AFer/, und gemeiniglich je der alleln für ſich- die Bauern aber in jedem Felde jeder ein Städ. Obgleich ich: geſagt habe, daß es leicht mdg- lich ſey, ein Bauerndorf zu einer Wechſelwirthſchaft, ohue Stallfätterung, aubeinander zu ſetzen; ſo bezweifle ich jedoch, daß es eben ſo leicht ſey, den Bauer, wenigſtens den Preußiſchen, im Allgemeinen zur Annahme irgend eis ner neuen Wirthſchaft, und des Kleebaues, ohne eine Art von Gewalt zu bewegen. Glüliche Beyſpiele können hier- bey indeſſen nach und nach wirken; und mit Freuden kaun ich hier ſagen, daß bereits einige CdlUlmiſche. Guthsbe- fier aus dem eigentlichen Bauernſtande, in der Gegend meiner Güther, Futterbau mit Stallfätterung von mehr als 20 Stuck Rindvieh angefangen haben 3; daß mehrere andere darauf hinarbeiten; und daß ſogar mehrere von venen im 5ten Abſchnitte erwähnten königlichen Bauernddr» fern, welche keine Brache halten, aber große Weide- Gär- ten beſißen, eine Art Wechſelwirthſchaft angefangen haben, indem ſie jährlich einen Theil dieſer Gärten aufbrechen und beſäen, dafür aber einen andern Theil ihres AFers zu Weidegärten einzäunen, wobey ſie ſich ſehr wohl befinden, da ihr Land in einer kleinen Niederung liegt, und die fetteſte Weide hervorbringt, wenn es ein Paar Jahre ungeadert bleibt. Eine regelmäßige Feld- Eintheilung findet in? deſſen bey allen dieſen Leuten noch nicht ſiattz ſie beurtheis len ihr Land jedoch ziemlich richtig nach der Ausſaat. Begnt2- 225 Beantwortung der,dritten Frage: Iſt es beſſer für das Staats- Intereſſe, wenn große Güther in kleine Portionen vertheilt, oder wenn kleine Güther zuſammengeſchlagen werden? Auf eine entſcheidende Beantwortung dieſer Frage, wa» ge ich es nicht, mich einzulaſſen z: es ſey mir nur erlaubt, meine Meynung über dieſen wichtigen Gegenſtand zu äuſ- ſern. Bevölkerung und Reichthum ſeiner Einwohner ſind für jeden Staat gleich wichtig und. wünſchenswerth; es kdmmt alſo dem Staatenicht blos auf die Menſchen- zahl. an,“ ſondern. ſein Streben muß. dahin gehen, wo möglich ,-Wohlhabenheit unter ſeinen Bewohnern zu ver- breiten."Je größer der Staat iſt, je wenigen kann er ſich auf Zergliederung der. einzelnen Bedürfniſſe jeder Claſſe ſeinerBewohner einlaſſenz er kann nur dafür ſor? gen, die ganze Maſſe des Nationalreichthurms zu vermeh- ren; er kann mur die Gelegenheiten herbeyführen, damit jede Claſſe von Bewohnern, jedes Judividuum, Antheil an dieſer Vermehrung des Nationalreichthums nehmen kdnne.- Dieſe Gelegenheit eifrig und dankbar zu ergreifen, iſt die Sache: jeder Claſſe von Staats- Bürgern. und, je- des einzelnen Individui,=- Ob-eines oder mehrere dieſer Judividuen dieſe-Gelegenheit am beſten genußt, und. ſich bez reichert haben; wer einen grdßern Theil des Nationalreich- thums in Händen hat, und wie er ihn für ſein eignes In- tereſſe verwaltet„ dieſes ſind Dinge, die außer der Com? P 236 T petenz des Staates liegen, Jeder Stand muß demStaate wichtig ſeyn: denn nur alle, vereinigt, können zu Erlangung und Erhaltung ſeines größten Wohlſtandes wirken. Kein Stand darf zum Schaden des andern vorzüglich begünſtigt, keiner zum BVortheile des andern unterdrüFt werden, wenn die ganze Maſchine nicht in Sto>ung gerathen ſoll. Der wichtigſte Stand in jedem Staate, der nicht, wie einſt Hole land oder Venedig, ſeine ganze Exiſtenz durch.den Handel ge- wann und nur durch den Handel erhalten konnte, iſt unſtrei- tig derjenige, welcher durch ſeine Arbeit und. durch ſeinen Fleiß alle übrigen Stände ernähren, welcher dem Staate zugleich Menſchen zu ſeiner Vertheidigung verſchaffen muß, und dieſes iſt der Landmann, welcher durch) Anſtrengung ſeiner phyſiſchen und moraliſchen Kräfte ſo viel Producte zu erzeu- gen bemüht iſt, als er und, alle übrigen Stände gebrau- chen, und als er noch überdem zur Befriedigung answär- riger Bedürfniſſe, bey entſtehender Nachfrage, auftreiben kann.- An Erhaltung dieſes Standes, anſeinem blühend2 ſten Wohlſtande muß jedem gut organiſirten Stagte ge? legen ſeyn; und wie ſehr weiſen Regierungen daran gele gen iſt, ſehen wir in den mehreſten großen und kleinen Ländern und Staaten. Je bevdlkerter/ aber ein Staat ſeyn oder werden ſoll., je mehr iſt ihm daran gelegen, in dieſem Stande allgemeinen'Wohlſiand zu verbreiten, Cs iſt ihm nicht genug," daß einzelne Mitglieder dieſes Stan- des, wie ehedem in Pohlen,: ſich durch die angeſtrengteſie, mühſelgiſie Arbeit der-gänzen übrigen ,. ſo junverhältnißz 227 mäßig größeren Hälfte bereichern, daß aber der arbei» tende Theil in Noth und Kummer ſein Leben, gleich einem Laſtthiere, dahin ſchleppen ſoll, Nein! alle ſeine Staats» bürger,«uch die geringſte, mit ſo großem Unrecht von vielen verachtete Claſſe des Bauern, welche doch ſicher ach= tungswerth iſt, auch dieſe ſoll Antheil an der allgemeinen Glückſeligkeit haben. Das ſicherſte Mittel, dieſer Claſſe Wohlhabenheit zu verſchaffen, ſie nach und nach in blü- henden Wohlſtand zu verſetzen, iſt:=- man verſchaffe ihr Eigenthum ,' ſey es noch ſo klein. Eigenthum erxwe&t Luſt zur Arbeit, Kunſtfleiß, mit allen ihn beglü>enden Folgen. Man ſehe das ehemalige Pohlen, wo der Bauer keinen Schatten von Eigenthum hatte; und dann ſehe man Niederſchleſien an, wo der geringſte Tageldhner Eigenthum beſißzt 7 und man wird meinen Saßz bewieſen finden, Dort finden wir großen Reichthum einzelner Beſitzer, ungeheure Landſtriche neben der empdrendſten Armuth; hier finden wir reiche; wohlhabende Guthsbeſitzer, aber auch wohl: habende'Unterthanen, Sollte es nun wohl für einen Staat vortheilhafter ſeyn-- ich ſpreche hier gar nicht vom Kaufmann, vom Künſiler und Handwerker, da dieſe Stände doh nur den bey weitem kleinſten Theil einer Na- tion ausmachen-- ſollte es ihm vortheilhafter ſeyn, die Maſſe eines ſo großen Theils ſeines Vermögens in den Händen weniger Hunderte ſeiner Staats-Bürger, als un- ter Mitlionen vertheilt, jene im größten Ueberfluß, dieſe in der drüFendſten Armuth zu ſehen? Es kann dringende P 2 Fälle geben, wo ein Staat ſo ſehr erſchöpft iſt 7 daß;er zu dem Vermögen ef?zelner Stagts» Bürger ſeine Zuflucht nehmen muß; und wird er da nicht eben ſo reichliche und weit willigere Unterſtüßung finden, wenn Millionen ihn mit kleinen Summen, als wenn jeune wenigen Hunderte, ihn mit größeren, einzelnen. Summen unterſtützen können Und wäre dieſes. auch nicht der-Fall, ſo giebt es zehen'an- dere Fälle für einen ſo dringenden, wo allgemeine Wohl- habenheit als die allgemeine Quelle, des ächten-Patrioti3- mus aller Staats-Bürger, den Staat aus, den größten Gefahren errettet, Ein Rüblie> auf alle neuere und die neueſte Geſchichte, ein unpartheyiſcher Rü>bli> wird die Wahrheit. des geſagten beſtätigen. Nur eine möglichſt ver? hältnißmäßige Vertheilung des. Eigenthums» Fann den allgemeinen. Wohlſtand befördern. und„erhalten; völlig gleichmäßige Vertheilung des erſtern; welche wenigſtens guf die Dauer undenkbar iſt,-würde vielleicht.den-Staat verderben, und bald zu den traurigſien Zerrüttungen füh- ren, weil es immer Menſchen geben würde; welche] nie genug haben können, I< glaube daher, daß., es. nicht gleichgültig iſt, ob in einem Staate, mehrere Millionen Menſchen, als Tagelöhner u, ſ, w. ohne. alles Eigenthum leben und an nichts hängen, oder-ob alle dieſe, Menſchen durch ein kleines, aber wirkliches Cigeuthum um ſo inniger mit dem, allgemeinen Intereſſe. verbunden ſind, Wenn dieſe ein. Haus, ein Paar. Morgen Landes, beſißen--wenn der Bauer Cigenthümer ſeines innezhgbenden Hofes iſt; ſp | | | | | | 229 iſt dieſes hinreichend, alle ſolche Menſchen mit einem ſehr feſten Bände an das allgemeine Intereſſe des Staates zu feſſeln. Alle dieſe Menſchen würden fleißiger, arbeitſa- mer ſeyn, wenn ſie wüßten, mit Sicherheit und Ueber- zeugung wüßten, daß ſie für ſich und ihre Kinder arbeiteten. Man könnte ſehr wohl der arbeitenden Claſſe Eigenthum verſchaffen, wenn man den Bauern die Erbe auf Erb- pacht überließe; und für die übrigen Leute würde ſich bey- nahe bey jedem Dorfe ungenußtes, dreeſchliegendes Land finden, welches ſie mit Freuden annehmen und bearbeiten würden. Große oder mittelmäßige, adliche oder Cöll» miſche Güther in lauter kleine Beſißzungen zu zerſiüFeln; halte ich gleichwohl nicht für rathſam und zuläſſig. Dem Adel bleibt außer Kriegs- und Civil- Dienſten kein Gez werbe übrig, als die Landwirthſchaft, Nur durch zwed- mäßige, richtige Betreibung der leßteren kann er ſeine Um? ſtände verbeſſern. Es gehört aber viel dazu, ſie wirklich zu verbeſſern, weil die zunehmende Theurung aller Bedürfniſſe, und der immer ſteigende Luxus ſeine jeßigen Ausgaben quſ- ſer Verhältniß ſeiner ehemaligen Ausgaben zur ehemaligen Einnahme ſeßen, und ihm Mühe genug machen, ſich mit“ einer zahlreichen Familie, ſelbſt bey anſehnlich vermehrter Einnahnte, zu erhalten, Je mehr die adlichen Güther aber getheilt und zerſtü>elt werden, je ſchlimmer iſt es alſo für den Adel 3 und. es wäre zu wünſchen, daß keine zu große Zerſtüelung ſtatt finden dürfte,"Man ſiehet es in vielen Gegenden, wie ſehr der Adel durch Theilung der Güther 230 bereits ſo weit herunter gekommen iſt, daß ihm.nichts, oder wenig mehr, als Namen und Wappen, davon übrig geblieben ſind, welche ihn oft hindern, auf eine andere Artin der Welt fortzukommen. Die Frage, ob und in wie ferne der Adel zu Erhaltung eines Stagtes nothwendig ſey, oder nicht, liegt auſſer dem Plaue eines landwirthſchaftlichen Buches. So lange aber ein Stand, gleichviel welcher, vom Staate als nüßzlich und, nothwendig angeſehen wird, ſo lange kann er auf ſeine Erhaltung und den Schußz des Staates gegrün- dete Anſprüche machen, Der Adel iſt daher berechtigt, dieſe Anſprüche mit ſo größerem Vertrauen zu machen, als dem Staat darum zu thun ſeyn muß,ihn am wenigſten ſinken zu laſſen, weil er die wenigſten Mittel in Händen hat, ſich zu er- halten und wieder aufzuhelfen, und den Forderungen zu genügen, die man an ihn macht, Die Landwirthſchaft auf Güthern, die ihn, wenn nicht im Ueberfluß, doch reichlich er- nähren können, iſt das Hauptmittel zu ſeiner Erhaltung 5 dieſes wird ihm entriſſen, wenn die adlichen Güther zu ſehr durch Theilungen verkleinert, oder dem Adel 3413 aus den Händen gebracht werden.„Große adliche Güther, in den Händen wohlhabender Beſitzer, ſind zugleich die ſicherſte Scußwehre gegen Getrayde-Mangel und Hungersnoth, weil ihre Beſitzer im Stande ſind, Vorräthe für unglüFliche Jahre aufzubewahren, Sie können, oder ſollten auch die erſten Beyſpiele guter Wirthſchaften geben, und dadurch den kleineren Wirthen zum Muſter dienen, Alles dieſes aber hindert nicht, daß die Unterthanen adlicher Güther = Anierür tide DEI= 231 nicht" auc) Eigenthum von ihren Guthsherren erhalten könnten, da doch ſchon die Bauernerben ohnehin durch be» ſondere Wirthe bewirthſchaftet werden, und die übrigen Leute mehr oder weniger A>er, oder einen Garten zur Miethe haben, den der Guthöherr nicht ſelbſt benußet. Hiervon werde ich bey Beantwortung der folgenden Frage noch etwas zu ſagen Gelegenheit haben. In Anſehung der größeren CdUlmiſchen Beſitzungen gilt ohngefehr daſſelbe, was ich hier von den adlichen Güthern geſagt habe. Sie haben keine Bauern: aber die Taglöh» ner, u. ſ- w. welche die Wirthſchaftsgeſchäfte verrichten, könnten auch auf dieſen Güthern Eigenthum erhalten. Der Stand der Cdöllmer, ein Mittelding zwiſchen dem Adel=-- dieſen als Landmann betrachtet=- und den Bauern, iſt ein dem Staate äußerſt nüßlicher, wichtiger Stand, Zu dieſem Stande rechne ich aber nicht Perſonen aus höhern bürgerlichen Ständen, als 3. B. königliche Officianten, Kaufleute, u. ſ, w. welche CdlUlmiſche Güther größtentheils nur zum Vergnügen beſißen, ſondern blos Landwirthe von Profeſſion? denn die erſteren gehören zu ihren eigenen Ständen, und können um ſo weniger zu dem Stande der Cdllmar gerechnet werden, da viele von ihnen auch adliche Güäther beſißen. Unter den eigentlichen Cdllmarn findet man verhältnißmäßig die tüchtigſten und wohlhabendſten Wirthe« Ihre Bedürfniſſe ſtehen in einem beſſern Ver- hältniſſe mit ihrer Einnahme, als bey dem Adel, Aus dieſem Stande kommen oft die tüchtigſten Pächter der kd- 232 niglichen Domainen und adlicher"Güther. Die Erziehung der Kinder iſt in dieſem Stande oft ſehr gut, und es giebt darinn in der That aufgeklärte Männer, welche mehren- theils practiſche Wirthe ſind. Ihre Kinder ſind cantons2- pflichtig, und machen die beſte Pflanzſchule für die can? tons- Regimenter aus. Aus allen dieſen Urſachen dürfte eine ZerſtüFelung, dieſer Güther für den Staat von ſehr nachtheiligen Folgen ſeyn. In wie ferne es für den Staat nüßlich oder ſchädlich ſey, große landesherrliche Dominia zu dismembriren? dieſes iſt eine andere Frage, welche nur der mit der gan- zen Lage und Verfaſſung des Staates vollkommen be- kannte Staatsbeamte gründlich zu beantworten vermag, Es iſt thdricht, wenn Unkundige und, Stubengelehrte, ſelbſt die größten Philoſophen, dieſe und ähnliche Frägen beantworten, und dictatoriſch entſcheiden wollen. Dieſe Zerſtükelung oder Dis8membration kann einem Staate, eis ner Provinz deſſelben heilſam, einem andern Staate, ei» ner ändern Provinz verderblich ſeyn. Sie kann beydes, unter verſchiedenen Umſiänden, ein und demſelben Staate, ein und derſelben Provinz ſeyn. Dürfte ich hierüber etwas ſagen, ſo würde ich der Meynung ſeyn, daß nicht ſämmt- liche landesherrliche Vorwerke auf Erbpacht verkauft, nicht alle dismembrirt würden, weil beydes für die Ewig- Feit nicht, oder wenigſtens nur mit ungeheuern Unkoſten, wieder abzuändern ſeyn würde. Verpachtungen auf 30 bis 50 Jahre würden den Pächtern Zeit zu den wichtigſien 233 Verbeſſerungen verſchaffen. Gäbe man dieſen gegründete Hofnungen, ihren Nachkommen die Pacht nach Ablauf der erſten Pachtjahre zu laſſen; ſo würden dieſe ihre Luſt zu Verbeſſerungen ſehr vermehren. Dem Staate bliebe es aber zugleich unbenommen, nach Ablauf der erſten Pachts termine, ſeiner alsdann ſtatt findenden Convenienz gemaß, weiter. darüber zu verfügen.. Entlegene, oder von andern ganz getrennte landesherrliche Vorwerke könnten aber mit Nutzen vererbpachtet, oder ganz dismembrirt werden. Die bey den verpachteten Vorwerken ndthigen Tagelöhner könn- ten auf ſelbigen füglic Eigenthum bekommen; und den Bauern könnten die Erbe auch, auf gut überdachte Con- tracte, auf Erbpacht überlaſſen werden. Eine ſolche Zer- ſtükelung halte ic) dem Intereſſe des Staates bey weitem für vortheilhafter, als die Vereinigung mehrerer kleinen Be- ſizungen und Gäther in eine große Wirthſchaft, und Ein- ziehung der Bauerbe, welche ohnehin weislich verboten iſt, weil dadurch die Zahl der Cigenthümer, ſo wie der einzels nen Beſitzungen, vermindert wird. Die Bevölkerung eines Staates: kann nur bey der Vermehrung der Beſißungen, und durch Erleichterung der Mittel, Eigenthum, und ſey es noch ſo klein, zu erlangen, gewinnen. Vereinigung Fleiner Güther muß ihr. hinderlich ſeyn. Die Urſachen hier- von liegen zu klar am Tage, als daß ich ſie hier ausein? anderſeßzen ſollte. In Ländern und Gegenden, wo- die Wirthſchaft noch nicht zu einer Art von Vollkommenheit gediehen iſt, dürfte indeſſen Vermehrung der Beſizungen 0. ven Fortſchritten der Cultur eher hinderlich, als nützlich ſeyn 3 wo aber ſchon mehr Aufklärung, Arbeitſamkeit und Induſtrie unter dem Bauernſtande herrſcht, würde dere gleichen Zerſtückelung, von dieſer Seite betrachtet, nicht ſchaven. Deutſchland ſtellt uns Beyſpiele von allem hier geſagten auf. Beantwortung der vierten Frage: Sind die Geſpann: und Hand-Dienſte der Untertha- nen der Landwirthſchaft überhaupt, und der Wech ſelwirthſchaft insbeſonderxe, günſtig oder nicht? Dieſe Frage ſcheint bereits auf die ſicherſte Art von dem Königlich Preußiſchen Finanz- und Domainen- Departe- ment entſchieden zu ſeyn; indem ſchon bey den kdnigli- er, als irgend möglich! Ihre Erndtewä- gen ſind gewdhnlich um ein Viertheil kleiner, als die Hof- wägen, und müſſen es aus der angeführten Urſache auch ſeyn. Man wird ſagen: ein aufmerkſamer Wirth wird und kann allen dieſen Uebeln und Mißbräuchen abhelfen. Es iſt wahr/ er kann einigen wenigen einigermaßen abhelfen, ſie etwas weniger ſchädlich machen; äber ganz äbhelfen kann er ihnen nicht, und wäre er ein Engel, Nur die an? geſtrengteſte Aufmerkſamkeit des Herrn, oder eines recht guten, nicht gewöhnlichen Verwalters, verbunden mit dem ſtrengſien Ernſie, kaun die fehlerhaften Werkzeuge ver? beſſern helfen, der fehlerhaften Beſtellung mit dieſen ſchlechten Werkzeugen, und den mehrentheils ſchlechten Betriebvieh, beſonders aber dem oft ſchlechten Willen der zur Arbeit geſchiten Bauernknechte zuvorkommen. Auf den mehreſten kdnigl, Amts-Vorwerken, auch“ auf vielen «dlichen Güthern, iſt ſogenanntes Plaan-Schäarwerk ein? gefährt, wobey nämlich jedem zu Hofe dienenden Bauer eine beſtimmte Aerfläche angewieſen iſt, um ſie zu be- ſtellen und zu erndten, Es iſt wahr, die Arbeit geht gee ſchwind dabey von ſtatten:-aber wie elend wird ſie oft ver? richtet! Ich halte dieſe Methode für ſehr verderblih. Der Herr kaun nicht bey allen Arbeitern ſeyn, beſonders der Beamte, der oft mehrere Hünderte von Arbeitern zu über? ſehen hat; er muß ſich auf die Dorf-Schulheißen verlaſs ſen; dieſe mäſſen für ihre Dorfleute haften. Der Verwalter oder: Schreiber: revidirt auch wohl die Arbeit; oft aber-ſind 237 Fehler vorgegangen, welche niemand gewahr worden iſt, und welche, der Menge der Arbeiter wegen, gewdhnlich ins Große gehen, und entweder gar nicht, oder nur mit vieler Mühe verbeſſert werden können, Solche Fehler haben aber zuweilen Einfluß auf das in ein ſolches Feld kommende Getrayde„und. auf die nachfolgende Beſtellung, Werden ſie dannnicht wieder verbeſſert, folgen eine oder wohl mehs rere fehlerhafte Beſtellungen auf demſelben AXer nach ein- ander, ohne«daß der Fehler aus“ dem. Grunde gehoben worden;“ſo, muß der A>er von Jahr. zu Jahr unreiner werden, und bey ſtrengem Boden. gauyz verwildern, In großen Wirthſchafteu, beſonders auf königlichen Vorwer- kon,'wo es oft mehrere„hundert Hofedienſie leiſtende Bauern giebt, verurſacht die große Menge Wagen bey dem) Einfahren des Getraydes nicht: ſelten große Verwirs xung und Schaden,. Jeder Bauer muß das Getrayde von dem ihm einmal. angewieſenen Stücke abfahren: iſt'nün die-Witterung bedenklich, ſo muß mit dem Einfahren'ge- eilet werden; und. da iſt-deun beyeiner iſo großen. Menge Wagen einey: dem1 andern rim Wege.:; Ich habe es ſelbſt mehrere Male geſehen» daß. zeine ſehr große Menge Ges traydewagen vor den) Scheunen-hälten'mußten, weil auf jeder-Diele(Tenne) nur hdöchſtens- zwey" Wagen“ zugleich abladen können.-Knechte hatten ſich in den Schatten gelegt,«und. ſchliefen;:die Pferde warenran die zunächſt vor-ihnen ſtehenden Wagen herangerükkt,, und riſſen vine Menge Garben herunter, welche.-ſie vomnteinanderniſſen, 238 und-hälbauffraßen, halb mit'den Füſſen zertraten. Bey ſolcher. Gelegenheit:muß natürlich der Wirth manches Schock: Getrayde verlieren, Es giebt aber Wirthe, welche in die Hofedienſte ent? ſetzlich verliebt ſind. Dieſes ſind gewdhnlich die großen Gartenliebhaber und Bauluſtigen; ſie berechnen nur die Annehmlichkeit, bey ihren Lieblingsbeſchäftigungen viele Wagen und Leute zu"Dienſten zuhaben; ſie kennen aber und ahnden gar nicht den"Schaden,'den ſie durch ſchlechte Beſtellung des AFers im Felde haben. Es giebt Güther in Preußen, welche eine ſolerbaues nur wenige Hofedienſte ſind, ihelfen] ſie] beynahe gar nichts', und können deſto leichter entbehrt werden,“ Wenn nun die Frage wäre, ob 239 ſie abgeſchaft, oder beybehalten werden ſollen? ſo würde ich der Meynung ſeyn, ſie beym A>erbau, und da, wo ſie ſchädlich ſeyn können, abzuſchaffen, ſie hingegen bey der Erndte, bey Führen, und zum Eineggen der Saat beyzubehalten. Für die zu Hofe dienenden Bauern iſt der Hofedienſt, beſonders der ungemeſſene mit drey Menſchen und. dem Geſpann, äußerſt läſtig und drü>end, weil ſie dieſe Men« ſchen und das Arbeitsvieh blos dazu halten müſſen, ohne einigen Nußen für ſich davon: zu haben, als den Miſt des Arbeitsviehes. Man wird auch finden, daß dieſe Bauern gewöhnlich in armſeligen Umſtänden ſind, und ihr Vieh hdc<ſt elend iſt, auch ihr AFergeraäth ſich gewöhnlich in trauriger Verfaſſung befinder. Beſſerer oder ſchlechterer Boden macht hierbey wohl einigen, aber wenigen Unter- ſchied.: Man könnte freylich ſagen, daß die Hofedienſte ſeit undenklichen Zeiten eingeführt ſind; daß der Bauer das Land dafür genießt, und man alſo die Hofedienſte für nichts hartes halten könne,.: Dieſes iſt wahr.-,-Aber bey Einrichtung der Hofedienſte bekam das Geſinde nicht halb ſo viel Lohn; alle Artikel, die der Bauer kaufen muß, alle Arbeiten der- Handwerker waren nicht halb ſo theuer, als heutiges Tages; er konnte ſich noch einen Knecht, noch eine Magd halten, und ſein Feld beſſer beſtellen,„alſo bef- ſeres oder mehreres Getrayde bauen. Von alten. Leuten habe ich es oft ſagen gehdrt, daß in ihrer Jugend und bey ihren Eltern der Aer beſſer getragen habe, Wo Plaany» 240 Schaarwerk!, oder gemeſſene Hofedienſie ſind, ſtehen ſich die Leute-weit“beſſer; ihr Vieh und ihr Ackergeräthe ſind beſſer im Stande. Um ſie nun. in die mdglichſt beſie Ver- faſſung zu ſeen, wäre es zu wünſchen, daß alle Bauern ihre Erbe ganz eigenthümlich oder auf Erbpacht beſäßen) und dabey beſtimmte Geld- und Naturalabgaben, ſo wie die nothwendigſten Dienſte, leiſteten. Auch eine Zeit-Ber- pachtung der Erbe auf lange Jahre würde die Bauern, bey billigen Bedingungen, ſchomin beſſeren Stand, ſeen, beydes aber der. Bevölkerung äußerſt zuträglich ſeyn« Beym Verkauf der Erbe(oder Bauerhdfe), ſo wie der Woh- nungen der übrigen Leute, würde der Guthsbeſißzer. der läſtigen Bauten überhoben ſeyn. Der. Niederſchleſiſche Guthsbeſißzer iſt beſſer daran.“Die Hdfe gehdren den Bau- ern; und alle Häuſer den Leuten; er bekdmmt ſeine Zinn- ſen und beym Verkauf die Laudemiengelder, und hat mit den Bauten nichts zu thunz die Dienſte ſind beſtimmt, und die Bauern ſtehen ſich ſehr gut. Alles das geſagte macht wenig oder gar keinen Unterſchied zwiſchen der Dreyfelders oder einer andern Wirthſchäft7 außer daß es an den Orten, wo die Bauern das Feld beſtimmte Max? le, und'zu beſtimmten Zeiten a&ern müſſen,-viele'Schwie- rigkeit machen würde, wenn man von der Dreyfelderwirth- ſchaft zur Wechſelwirthſchaft übergehen wollte iüdemyſie ſich, wenn-ſie auf Contracte wohnen, nicht leichteine Ab- änderung!in ihren beſtimmten! Arbeiten gefallen laſſen. Doch ließe ſich'in den mehreſten“ Fällen. wohl ein.Abkom» men „2. I=O 8. iB 828. 886: 48. 6 „zw<< M u 24? men mit-ihnen treffen. 7 Gienge-. dieſes nicht an-,-ſo wäre Abſchaffung der Hofedienſte, gegen eine billige Entſchädis gung für den Herrn, immer das beſte, So wenig ich nun im Ganzen für die Hofedienſte bin, ſo halte ich doch dafur, daß allgemeine pldizliche Abſchaf- fung derſelben manchen Wirth in große Verlegenheit, wenigſtens Für» den. erſten. Augenblick, verſetzen würde, Er.muß ſich theils mehr Geſinde, theils mehreres Ange- ſpann. halten. In Gegenden, wo nicht Ueberſluß, ſondern vielmehr Mangel-an Menſchen. iſt,„muß leßterer bey. einex ſolchen Veränderung„drückend werden, und würde ohne Vergleich hinderlicher ſeyn, als bey allgemeiner Einführung dex Stallfätterung. Am mehreſten würde es an Knechten und Mägden; auf den Vorwerken fehlen, da die Bauern vielfältig ihre Sdhne. und ihre. Töchter, anſtatt fremder Kyechte:und, Mägde, zum Hofedienſte ſchien, dieſe-aber, bey. Abſchaffung derſelben nicht. leicht ohne Zwangs- Gez ſeze würden dienen laſſen.„Die Anſchaffung ſo. vieler Ochſen- und;.Pferde„auf ſo. vielen. Aemtern und Güthern würde mit; ſehr: großen Schwierigkeiten verknüpft ſeyn, und ihre Preiſe zu einer jübermäßigen Hdhe hinauf.treiben, alſo eine/ wahre Theurung. verurſachen. Bey einer ſo.all- gemeinen. Veränderung der Dienſtverfaſſung, und des Vers hältniſſes der Bauern zu der Grundherrſchaft, dürfte aber wohl.eine-ueue. Geſindeordnung, und Lohntaxe, ſo wie ſtrengeyBeobachtung derſelben, doppelt nothwendig ſeyn, und auch. erfolgen. 9 92 " 248 Edeekennenmemenenmeeeiäige, Begantwortung'der fünften Frage: Iſi die Erbunterthänigkeit dem adlichen Guthsbeſißer nothwendig, oder iſt ſie dem Staate weſentlich nüßlich, und kann der Guthsbeſißer. ohne dieſels be. beſiehen? Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich geradehin ver- ſichern, daß die Erbunterthänigkeit für den Beſitzer adli- 4'Her Güther keinesweges nothwendig iſt,-und daß er ohne j- dieſelbe vollkommen beſtehen“ kann. I< beſiße' mehrere !'ädliche Güther', zu denen kein Unterthan gehdrt5 ſie wer? den lediglich mit fremden Leuten bewirthſchaftet, und es 'manigelt mir nie an Menſchen auf dieſen'Güthern;' es mel- ven ſich ihrer vielmehr jährlich mehr, als'ich in Dienſte neh- men, oder als ich Wohnungen geben kann, Doch dieß iſt nicht hinlänglich zu Beantwortung die- ſer wichtigen Frage. Um ſie richtig zu beantworten, müf- “ſen wir zuvor auseinanderſetzen: a) worinne beſteht der weſentliche Unterſchied zwiſchen einem adlichen Erbunterthan und dem freyen Men- ſchen?. b) welche Vortheile hat'der"Guthsbeſitzer,“ welche der Unterthän von der Erbunterthänigkäits uhd welche Nachtheile haben beyde davon? Bey Auseinanderfezung dieſer Fräge“und“ ihrer. Be- antwortung kann ich nur allein von Alt-Oſt-Preußen ſpre- e liefern. Viele adliche. Guths- Beſitzer; beſonders ſolche, deren Güther reichlich und überreichlich' mit Unter- thanen' verſehen ſind, fürchten die Aufhebung der Erbun- teithänigkeit; und es iſt nicht zu läugnen, daß manche adliche Güther, bey ſchleuniger und gänzlicher Aufhebung der Erbunterthänigkeit, ob zwar aus ſehr verſchiedenen Ur- ſächen', ſehr verlieren, und in die größte Verlegenheit, wenigſtens auf einige Jahre, geräthen würden«“ Dieſes würde erſtens diejenigen Güther treffen, welche an ſich zwär hinlängliche Menſchen beſißen, aber übrigens in Ge- genden liegen, wo es im Ganzen an Menſchen fehlt. Die gänze Gegend würde ſich aus ſolchen Güthern mit Men- ſchen zä verſorgen ſuchen; und dieſen Güthern/ würde es am erſten daran fehlen, weil die Leute, wenigſtens der Veränderung wegen, und ohne weitere Urſache, als um den erſten Gebrauch von ihrer Freyheit zu machen, her? umzichen würden, Die Menſchen würden ſichvorzüglich riach beſſeren Gegenden, 3- B- nach den Niederungen zie2 Hen; dieſe aber würden bald ſo. mit Menſchen, an denen 549 es ſchon jeßt dort nicht fehlt, überſchwemmt ſeyn, daß bald wieder ein Gleichgewicht hergeſtellt ſeyn, und nur in den ſchlechteſten, unfruchtbarſten Gegenden, dieſer Urſache wegen, daran fehlen würde, Zweytens dürfte es bey Aufhebung der Erbunterthänigkeit denenjes nigen Guths-Beſißern bald ganz, und vielleicht auf ims mer, an guten, brauchbaren Menſchen fehlen, deren Un- terthanen bisher ausgeſogen und ſchlecht behandelt worden! ſind, und wo ſie unter dem härteſten Drucke geſeufzt has ben. Solcher Guths-Beſißere giebt es indeſſen, zur Ehre der Nation in Preußen, nicht mehr, als in allen andern Ländern; dieſe würden entweder zu ihrem eigenen Beſten anderes Sinnes werden müſſen, oder ſie müßten fich, zur wohlverdienten Strafe, mit-den ſchlechteſten Menſchen undde m Abſchaum der Nation behelfen.) Abſhnitft Vil und IX Uebergang von der Dreyfelderwirthſchaft zur Wech? ſelwirthſchaft; und Wechſelwirthſchaft auf Saändboden, (Is übergehe hier ganz, was Hr. Karbe auf den erſten Seiten dieſes Abſchnittes ſagt, und komme nur darauf zuz rü&, was der Wirth nach S. 226 u. f. bey dieſem Ue- bergange zu thun hat. Er beſtätigt hier, was ich im Vors 250 hergehenden ſchon oft geſagt habe, und. was) er ſelbſt meh? rere, male. eingeſchärft hat, nämlich ,/. daß, Localität eine ſehr. wichtige„Rolle bey Einführung der, Wechſelwirth- ſchaft ſpiele. Er ſagt ferner, daß Sandboden==> woruns ter jedoch nicht Flugſand, oder ganz unfruchtbarer Boden verſtanden werden darf=- die Wechſelwirthſchaft, wo nicht beſſer, ſo doch. eben ſo gut, als Lehmboden„ begünz ſtige/ aber ſeine eigene Behandlung erfordere; weshalb Hr. Karbe auch im 1Xten Abſchnitte ſehr gute und zwe&>mäſ- ſige Vorſchläge thut, denen er ſehr mannigfaltige Frucht- folgen beyfügt, ſo daß mir über, gedachten Abſchnitt nichts zu ſagen übrig iſt, als. daß der Sandboden, meines Das fürhaltens, nur zur Wechſelwirthſchaft mit Weidegang ſo lange geeignet iſt, bis er, durch vermehrte und beſſere Düngung, zur Erzeugung beſſerer Futterkräuter geſchi>t gemacht wird, ſo daß alsdann Stallfütterung folgen kann. Uebrigens kann ich hier nur noch dieſes in Anſehung des Ueberganges zur-Wechſelwirthſchaft;, mit. oder ohne Stallfütterung, wiederholen, daß ich aus Erfahrung je- dem Wirthe anrathen muß, den von Hu, Karbe gegebe- nen,«vohlmeynenden Rathſchlägen zu folgen, und lieber noch langſamer in dem Uebergange zu der neuen Frucht? folge, als ſchneller, zu Werke zu gehen, und ſo viel als möglich jeden Schlag zu der neuen Fruchtfolge dur vor» hergehende zwe&mäßige Behandlung vorzubereiten, beſons ders aber die Stallfütterung, wo ſie ſtatt finden ſoll und Fann, nicht zu geſchwinde anzufangen, Gerne möch? 251 te ich jedem Wirthe änrathen, die Stallfütterung: icht eher anzufangen, als bis er auf ein Jahr trones"Futter im Vorrath hat. Allein ich weiß auch aus Erfahrung nur zu guk, was dazu gehört, imi Anfange'der Wechſel? wirthſchäft ſo viel tro&nes Futter zu bauen, daß'nur;et- was erſpart»wird;' ich weiß, wie viel Mühe es koſietz:»die Leute zur Spatſämkeit in der Fütterung zu" gewöhnen, und ihnen die Nothwendigbeit eines-Futtervorraths begreif- lim. zu-machen,- Wo nicht: verſchloſſene; feſte Behältniſſe ſind, iſt es faſt unmöglich, die Leute vom Verſchwenden des Futters abzuhalten, und welches zu erſparen, Um aber Futter, nämlich Klee» Wien: und anderes Heu und Stroh, auf ein ganz Jahr zu erſparen, gehört eine ununter? brochene Folge geſegneter. Jahre... Noch habe ich es nicht dahin bringen können? gleichwohl habe ic) nicht Geduld genug gehabt, ſo lange mit dem Anfange der Stallfütte? rung zu warten; ich wende aber alle meine Kräfte an, um zu einem ſolchen Futtermagazine zu gelangen, und hoffe meinen Endzweck nach und nach erfüllt zu ſehen, wenn nicht unglü&liche Jahre meine kleinen Futtervorräthe auf? zehren. I< ſchließe hier mit dem ſehnlichen Wunſche, daß die practiſche, rühmliche Bemühung des Hun, Karbe, die ge- gen die Wechſelwirthſchaft und den Futterbau beſtehenden Vorurtheile zu vermindern und zu beſiegen, beſonders von ſeinen und meinen Landsleuten möge erkannt, daß ſeine vortreflichen Rathſchläge mdgen befolgt werden, und das III 252 meine weiterhin, nämlich auf Stallfätterung ausgedehnten Vorſchläge.unſere Mitbürger dieſem wichtigen landwirthz ſchaftlichen"Unternehmen günſtiger und geneigter. machen „mdizen.' Beſonders aber wünſche ic<, daß man, meiue Zuſätze zu dem ſchönen Karbeſchen Werke nicht zu ſtrenge beurtheilen wolle: denn ich ſehe ſie für nichts, als Bruch- fiüc>e, für Materialien und Beyträge zu einer gründli- Hen ſyſtematiſchen Behandlung der wichtigen Materien, welche den Gegenſtand dieſer Blätter ausma