—— —— **— ——— ; der 11742, eſ die verſchiedenen europäiſchen Lävder r |W und) ſ+] auf dem Vorgebürge der guten Hoffnung z| ! ihres;| gegenwärtigen Zuſtandes, ihrer Anzahl; der verſchie? 1 denen Methoden, ſie zu- erziehen, und der Vortheilex"EK "K| welche ſie der Landwirthſchaft und dem Handel 7; gewähren. Von mn EG M Eäſſepyrie, vieler gelehrten und öfonomiſchen Geſellſchaften Mitgliedes | Aus dem Franzöſiſhen überſeßt | und | mit Anmerkungen(begleitet /B | von | Friedrich, -« Herzog zu: Schleßwig- Holſtein- Beck, | Zweyter Theil, Leipzigs, bei Gerhard Fleiſcher, d, Jüng, 1805, Vorrede, FSSSEINIGEIN pr] BD.» Erſcheinung dieſes zweyten Theils has be ich nur wenig zu ſagen, Ich muß mich nur entſchuldigen, mein Verſprechen, dem vierten von den preußiſchen Staaten handelnden Ka- pitel, niht==wie ich es mir vorgeſekßt und ver- S ſprochen hatte=- inehrere Nachrichten, als die in dem franzöſiſchen Werke beygefügt zu IV haben. Durch die Güte und Freundſchaft mehrerer verehrungswürdigen Männer habe ich aber bereits aus verſchiedenen Provins zen ſo viele ſchäßbare Nachrichten erhalten, daß es mir beſſer ſchien, dem Fortgange der veredelten Schaafzucht in den königl, Preußiſchen Staaten einen eigenen Band zu widmen, welcher als Dritter Theil des Laſteytieſchen Werkes, zugleich äber auch als einzelnes Werk wird angeſchen werden können, da er mit jenem nur in ſo ferne zuſammen gehören wird, als ich die Nach- v richten über die Schöfereyen zu Eckersdorf und Cöſiß darinne weglaſſen werde, Die Erſcheinung dieſes dritten Theils hängt aber von zwey Umſtänden ab; erſilich ob ih aus allen königlichen Provinzen die nöthigen > Nachrichten zu erhalten ſo glücklich ſeyn werde? zweytens, ob meine eigenen Ges ſchäfte, dis die Bearbeitung dieſes Werkes geſtatten werden? beydes kann ich nicht ſicher beſtimmen. I< bemerke ſchlüßlich nur | noch, daß das vierte Kapitel dieſes Bandes nicht ganz mit dem Original übereinſtimmend VL iſts da es viele Berichtigungen enthält, die ich der Güte- des Herrn Grafen von Mag-> ni, und des Hertn Oberamtmann Fink verdanke, Der Ueberſeßer, Inhalt des zweyten Theils, Erſtes Kapitel, Schweden.. S Ä S. 3= 21. Zweytes Kapitel, Dännemarkt.„. KAG S. 22= 31. " N ' Drittes Kapitel, | DIL Sachſen. 5. 3 S, 32= 49,.D Viertes Kapitel, Die Preußiſhen Staaten,. S. 53= 127. Fünftes Kapitel, ; Die Deſterreichiſhen Staaten,„ S, 128= 136, Sechſtes Kapitel. Frankreich. 64.008 3 SE PS 70.179. Siebentes Kapitel. Holland.«.+ S. 189= 188. Achtes Kapitel, Italien, I 19 I S. 189=> 197» Neuntes Kapitel, „Von der Art, die Schaafe in einer Heerde zu üu2 MEILEN, 8 4 07.008 S«, 198= 295+ Geſcten Leib; kurzen Kopf; kurze, dünne, rü>wäarts gebogene Hörner; einen dünnen, kurzen, aun der untern Seite niht mit Wolle bewachſenen Schwanz; lange unbewachſene Beine; die Wolle iſt nicht dicht, die Fäden derſelben ſind grob, und mit: 6 als die ſpaniſchen ſind, ſich mit ſchlechteren Nahrungsmitteln als dieſe begnügen, und wes niger Empfindlichkeit gegen das ſtrenge Clima äußern, ſo iſt es doch anerkannt, daß beide telmäßig lang. Die Mutterſcen hatten, ſo ſchrieb ich dieſen den Verluſt der Wolle um ſo eher zu, da auch einige alte, ſchwache, ſpaniſche Mutter» ſchaafe die Wolle abſtieſſen. Da in dieſem Win2 ter 1803. aber bey überaus guter, reichlicher Fütterung die Landſchaafe, alte und junge, die übrigens im vortreflihſten Stande ſind, die Wolle wieder häufig verlieren, dieſes aber bey feinem ſpaniſchen, oder veredelten erſter und zweyter Generation der Fall iſt, ſo muß ich mich überzeugen, daß das Verlieren der Wolle ein Fehler der Race iſt, wie Hr. Fink es behaup- tet; obwohl Kranfheitszuſtand dieſes Verlieren auch bewirket. A, d. Ü. 9 gemein 3) wie in Frankreich. Die aufgeklärte- ſten Landwirthe gehen aber anders zu Werke, Sie haben geräumige Ställe, und laſſen die Schaafe, ſelbſt bey der ſtrengſten Kälte und der rauheſten Witterung, zweymal des Tages her qusgehen, weil ſie den zu-jeder Zeit heilſamen Cinfluß der freyen Luft auf die Schaafe bemers ket haben. 3) Es iſt unbegreiflich, wie bey der allgemeinen Klage über ſchlechte, dumpfige, und finſtere Ställe, welche man nicht blos in Büchern findet, ſondern welche man von ſo vielen Landwirthen beſonders von Pächtern höret, von denen es nicht abhängt dem Uebel abzuhelfen, es möglich iſt, daß man noch in den mehreſten mir bekann- ten Ländern die Schaafe in ſolHe Ställe einker- kert, in denen die Luft im höchſten Grade ver- peſtet, und ungeſund iſt; und no< unbegreifli- her iſt es, daß man neue Ställe eben ſo fehler- haft bauet, wie die alten es waren; daß man ſich nicht davon überzeugen will, daß oft nur dieſe Stäl- le allein ſchuld ſind, daß jährlich ſo viele Schaa- fe an Ausſchlägen und Lungenfäule ſterben, beſon- ders wenn die Schäfer noch unwiſſend und eigen- ſinnig genug ſind, den unglüFlichen Thieren das X0 Die Ställe haben mehrere Fenſter, welche bey Tage geöffnet werden, und die Thüren werden im Frühjahre, und während der guten Jahreszeit mit Gattern oder Horden verſeßt, damit die Luft freyen Durchzug habe, Den Winter hindurch werden die Schaafe im Stalle mit Heu, getro&netem Laube, Gerſten- Saufen zu entziehen. An den mehreſten Orten ge- hen die Shaafe im Winter, wenn es nur irgend möglich iſt, auf die Saaten, oder andre Weiden, ſo wenig ſie auch finden mögen, Das Herausge- hen iſt ihnen gewiß geſund und dienlich, nur nicht die Abwechſelung von Hiße und Kälte, denn im Stalle müßen ſie beynajhe für Hiße erſti>en 5 der ſtinfende erſtifende Dampf, der uns aus den Schaafſtäilen entgegenſchlägt, wenn wir des Morgens früh hineingehen, iſt jedem defannt. Dieſen müſſen die Schaafe einſchlucken, und da» durch wird ein großer Grund zur Fäule gelegt. Die Schaafe, die bis zum Scxersdorf geſehen und nachgeahmt. A. d. U. 6) Dieſes iſt leider nur zu oft der Fall, und die ſogenannten Futterhälſe findet man da am häu- figſten, wo Häc>kſel, beſonders von Haferſiroh, ge- füttert wird, Dieſer hängt ſich vorzüglich in die 14 tet einer wiederholten Wäſche und aller damit unternommenen mühevollen Arbeit, die Wolle gar nicht ganz davon zu reinigen iſt. Cs iſt bes kannt, daß die Schagfe, indem ſie das Futter, welches ſich in die Wolle ſeßt, herausfuchen, Woll- ud mit verſchluFen; dieſes iſt ihnen allezeit ſchädlich, oft ſogar tddtlim 7), Wenn endlich Wolle, beſonders bey feinwolligem Vieh. Bis jeßo habe ich dieſem Uebel noch nicht abhelfen können, ohne vom Hä>ſelfutter abzugehen, wel» en viel Wolle beym Saugen. Wenn die Schaafe Steinſalz im Stalle hängen haben, ſo hängt ſich davon im Vorbeygehen etwas an die Zolle, und macht, daß ſich die Schaafe au unterz einander le>en; dieſes iſt das einzige Uebel beym Aufhängen des Salzes. Man findet dieſe Woll» kugeln in den mehreſten Schriften über die 15 die Schaafe die Köpfe durch die Raufen bringen können, ſo wühlen ſie das Futter um, ſuchen ſich die beſten Halme heraus, das Futter wird aber bald von ihrem Athem durchdrungen, ſie freſſen es nicht mehr, und es gehet für den Wirth verlohren, Die Schaafe werden in Schweden ſelten ge- hordet, es ſey weil man noch nicht genug von denen für den Ackerbau daraus erwachſenden Vortheilen 8) überzeugt iſt, oder weil man die Schaafe beſchrieben; ich will hier nur Instruction pour les bergers par Daubenton Pag- 138, 139 und die Wichmannſche Ueberſeßung S. 268 u, 8 anführen. A. d. U. 8) I< habe nichts gegen das Horden in warmen Ländern, wo die Witterung beſtändig iſt, und Regenſchauer, Nebel und dergleichen ſelten ſind. IY habe mich aber ſchon verſchiedentlich gegen daſſelbe in kälteren Ländern 3, B. in Preußen und denen an die Oſtſee gränzenden erklärt, wo- ſelbſt die Witterung mitten im Sommer oft unz glaublich ſchnell abwechſelt, So ſehr ich die Au= nehmlichfeit und Bequemlichfeit fähle und ein- 16 Wölfe und Luchſe fürchtet, die in manchen Ges genden von Schweden ſehr häufig ſind. Selbſt in der ſchönſten Jahreszeit werden die Schaafe des Abends in die Srälle gebracht. Des Tages werden ſie auf der Brache, auf den Stoppelfeldern, auf Weideangern, ſelbſt auf natürlichen oder künſtlichen Wieſen geweidet. Das Gras wächſet auf den natürlichen Wieſen in Schweden zu keiner beträchtlichen Höhe; es ſtehet aber ſehr dicht, iſt fein, kräftig und von ſehr ſehe, entfernte AFerſtü>ke, ohne einen Wagen anzuſpannen, zu düngen; ſo gut ich die vorzüg» liche, obgleich wenig vorhaltende Wirkſamkeit der Hordendüngung kenne, ſo ſind mir doch meine Schaafe zu werth, um ſie dieſes kleinen Vortheils wegen, jenen ſchnellen Abwechſelungen des Wetters auszuſeßen. Ein Hordenlager in der Nähe des Stalles iſt vortreflich, weil man die Shaafe, ſobald es nöthig iſt, unter Dach brin- gen fann. Allein das gewöhnliche Horden in den entlegenſten Feldern, welches oft bis zum Froſt fortgeſeßt wird, iſt ſicher ein Grund vieler tddtli- licher Krankheiten, Y, d. 1. 17 ſchr guter Beſchaffenheit, Die Aerſtü>e ſind eingezäunt, weshalb man ſelten Menſchen und Hunde zum Hüten der Schaafe ndthig hat, 9?) Während der großen Hitze ſchüßzen große, zu dieſem Endzwe> in den Feldern und Weides plätzen aufgewachſene oder gepflanzte Bäume die Schaafe gegen die brennenden Sonnenſtrahlen, oder man bringt ſie unter die Häuſer*2) wo ſie eine friſche geſunde Luft finden; man thut dies ſes, weil man in Schweden bemerkt hat, daß groſſe Hie den Schaafen mehr als große Kälte ſchadet,; 9) Es giebt wenig Länder, wo matt die Kunſt, ver: ſchiedene Zäune zu machen, ſo gut als in Schwes den verſteht. Auf meiner Reiſe habe ich über vierzig mehr oder weniger verſchiedene Arten der» ſelben gezeichnet, A. d., V. 10) Die Landgebäude in' Schweden ruhen auf gro» ßen Steinblö&en einige Fuß hoch über der. Erde 5 ſo daß zwiſchen dieſer und dem Fußboden ein Zwiſchenraum iſt, welcher zu Aufbewahrung der A&ergeräthe dient, Y, d. V., B 13 W da Die Schaafe werden täglich an Flüßenz Seen oder Quellen getränkt,**) oder erhalten aſſer im Stalle- Maön hütet ſie für faules ſtehendes Waſſer. Die beſten ſchwediſchen Landwirthe halten 8 Salz 22) den Schaafen ſehr zuträglich und 11) Eine gute Lehre für die unbarmherzigen Menz ſchen, die ihren Schaafen das Saufen verwehren. Könute man dieſe Menſchen doch auch durſten laſ- ſen. Meine Schaafe werden täglich zweymal an Teichen, im Sommer und Winter getränft, den Mutterſchaafen wird in der Lammzeit Waſſer in Küwen in den Stall geſeßt, ſie ſaufen ſo viel ſie wollen, ſeit vier Jahren aber habe ich noch kein Schaaf an der Fäule verlohren. A, d. U. 12) Auch die deutſchen Wirthe thun dieſes, wie der Verfaßer es ſelbſt an verſchiedenen Stel- len ſagt. Steinſalz iſt das beſte, Je feuchter und regnichter die Witterung aber zu der Zeit iſt, wenn die Schaafe auf die Weide gehen, je weniger muß man es ihnen geben, damit der Durſt ſie ninen; und ſich wieder aufs Neue etwas Fett in die Wolle ziehe, welches ſie weicher und geſchmeidiger macht, Zweytes Kapitel, Dännemark, S- kürzlich man auch in Dännemark angefans gen hat, ſich mit der Zucht ſpaniſcher Schaafe zu beſchäftigen, ſo nüßlich wird die Kenntniß des Verfahrens ſeyn, welches die Herren Wi- borg und Nelſon, bey ihrer theils früher aus Schweden gezogenen, theils im Jahr 1794 aus Spanien erhaltenen Heerde befolgen. Zufoige derer Kenntniße, welche beide Männer ſowohl von der Landwirthſchaft, als von der Thierarze neykunde beſißen, haben ſie eine Methode ange? nommen„ deren Sicherheit durch die Erfahrung erprobt iſt.; Ich kenne wenige beſſer gepflegte, geſundere, und in einem beſſeren Zuſtande befindliche Heer? den 23 1 Zur Aufnahme der ſpaniſchen Heerde ſind ſchr helle Ställe erbaut worden, worinn die Luft Freyen Zug hat. Luft und Licht hält man mit Recht für die Geſundheit der Schaafe unume- gänglich nothwendig. Der Juſtinkt der Schaafe führt ſie in der That allezeit an'die Thüren und Fenſter der Ställe, wo ſie mehr Luft und Bcht genießen; die Stärkſten nehmen immer dieſe Stellen ein, und verdrängen die Schwächeru. Die Schäfereyen liegen an einer Anhöhe ge? gen die Mittägsſeite, ſie. haben nach allen Sei- ten Feuſter und Oeffnungen. Jnuwendig ſind ſie mit Latten, oder mit Bretter in Abtheilungen getheilt, um die Bd>Xe, Saafe und Lämmer abgeſondert zu halren. Jede Abtheilung haf nach der Mittagsſeite einen, in einen einge? gezäunten geräumigen Hof führenden Ausgang/ worinn die Schaafe herumgehen können, wenn die Witterung und Jähreszeit es nicht geſtätten, ſie auf die Weide zu bringen, Die Thüren der Ställe ſind doppelt; eine iſt von“ Brettern, die andere beſtehet aus einem Gatter, um Luft einzulaßenz die erſtere wird x nur bey ungeſtümen Wetter, und. großer Kälte. zugehalten. Der Boden iſt gut gepflaſtert, und-die obere Dee hat gar keine Zwiſchenräume,“ Die Rau? fen ſtehen ſenkrecht, und ihre Sproſſen ſind ſo dichte, daß die..Schaafe nicht mit den Köpfen dazwiſchen. durchfahren können.' Auf. dieſe Art vermeidet man die Fehler der ſchräge geſtellten - Raufen,, mitgar zu weitläuftigen Sproſſen. Unter den Raufen ſtehen Tröge oder Krips pen ,. welche. durch. Querſiäbe, gegen des Her- einſteigen der-Schagfe, wodurch das Futter ver? ſtreuet wird,„verwahrt ſind, Die Krippen ſind zwey Decimeter(8. Zoll) breit„und eben. ſo tief, Im Stalle erhalten dieſe. /Schaafe, Heu, Roggen- und Haferſtroh, Lezteres wird gewdhn2 lich, zu Häckſel: geſchnitten, und in den, Krippen verfüttert, Der Gebrauch, dem Vieh Häſel zu füttern, iſt in den ndrdlichen Ländern allge2 mein,**) und verdient von- den franzöſiſches 134) Ju Dännetnark und Schweden'mag dieſes wohk allgemein) ſeyn, aber leider iſt es in'den deut: ſchen nördlichen. Ländern bey weitem nicht ſo alls 25 Wirthen nachgeahmt zu werden, denn ex iſt vor- theilhaft fürs Vieh, und für den Eigenthämer wirthſchaftlich.**) Zu Anfange des Winters erhalten die Schaaa fe beynahe nichts als Stroh und Laub, Gex gen den erſten Januar bekommen ſie einmal des Tages Heu, Sie werden drey- bis viermal täg» gemein, als unſer Verfaſſer, der nur gute, vor» zügliche Wirthſchaften ſah, es glaubt; am aller wenigſten iſt es in Bauerwirthſchaften gebräuch- lich. Möchten do< deutſche Wirthe es beherzi» gen, was der Verfaſſer hier ſeinen Landsleuten anräth, die bey weitem nicht ſo ängſtlich für Futter ſorgen dürfen als wir. A, d. U, TI5) Die Spanier und Araber geben ihren Pferden das Stroh nie anders. Man glaubt in Frank» reich mit Unrecht, daß dieſe Thiere das ganze Stroh leichter, als den Häcſel kauen können. Herr Tenon, Mitglied des National-Fuſtituts, welcher ſehr merkwürdige Unterſuchungen über die Zähne der Pferde angeſtellt hat, beweiſet, daß es beßer ſey, ihnen Häc>ſel, als langes Stroh 39 geben, 9, d. U. 26 lich gefüttert, und beym jedesmaligen Einlegen Des Futters, auf den Hof gelaſſen, damit die Molle nicht vollgeſtreuet wird. Sie erhalten an Gewicht, täglich ohngefähr anderthalb Kilogram? men(drey Pfund) trocknes Futter, Man hat beobachtet, daß die ſpaniſchen E chaafe etwas weniger Futter verzehren, als die däniſchen von gleicher Größe, 78) Auf derſelben Weidefläche ernähren ſich auch mehr ſpaniſche, als Landſchaafe, 16) Die Scwärts gebogene Hörner. In den weſtlichen Gegenden von Holſtein auf denen fetten, an die See ſtoſ- ſenden Weiden findet man ungehörnte Schaafe, ght Decimeter( 2 Fuß 8 Zoll) ho<, welchen un» ter der Kehle ein Paar Anhängſel oder Glöckchen Herabhängen. Die Wolle dieſer Schaafe iF fein genug; ſie kann eben ſowohl gekämmelt, als ge2 kraßet weiden. Sie werden nur ein Mal geſcho» xenz der Pelz wiegt vier Kilogrammen(8 27 Oft läßt man die Schaafe auf eingezäunten vder mit lebendigen He&en eingekoppelten AFer- ſiü>en ohne Schäfer weiden. Wenn dieſer ſie auf die Weide bringt, führt ein Leithammel, der eige Glo&e am Halſe trägt, die Heerde an. Man hat auch den Gebrauch der ſpaniſchen Schäfer, die Heerde ohne Hund zu führen, an» Pfund).*?) Die Mutterſchaafe bringen des Jah» res bis vier Lämmer. Dieſe Schaafe, welche de» nen von Guinea ſehr ähnlich ſind, wiegen 69 bis 70 Kilogrammen(120 bis 145 Pfund) 5 ſie werden beynghe das ganze Jahr auſſer dem Stalle gehalten. Die Eyderſtädtiſchen Shaafe aus dem nördli- eltem Fleiſche, und von eingeſalzenen Fiſchen, Die däniſchen Landſchaafe werden jährlich zweymal geſchoren. Dieſes fehlerhafte Verfah- ren, welches wenig Nußen gewähret, die Schaa- fe aber gefährlichen Krankheiten ausſetzet, fin- det bey den Schaafen der ſpaniſchen Race nicht ſtatt. Sie werden nur Einmal geſchoren, und während der Schur bindet man ihnen die Füße mit Tuchborden, oder Erken, oder mit wollenen Strumpfbändern, damit ſie ſich durch das Rüh- ren und Widerſtreben nicht beſchädigen können, Die Bd>e werden vor dem achtzehnten Mo- nate*7) nicht zu den Schaafen gelaſſen; man 17) Obgleich die Böke an vielen vielleiht den mehreſien Orten in dieſem Alter zu deu Schag= fen gelaſſen werden, ſo halte ich es doch zu früh, denn der BoE iſt noch nicht mit achtzehn Moug- 30 giebt ihnen vierzig bis funfzig Stü. Die Ev? fahrung hat es beſtätigt, daß man einem Bo> dieſe Anzahl Mutterſchaafe geben kann, wenn man ihm vor und während der Sprungzeit ge? ſundes und nahrhaftes Futter giebt,**) Einen Monat vor derſelben bringt man ſie auf die be* ſien Weiden, vder giebt ihnen gutes Futter, Man trennt ſie ſorgfältig, um zu verhindern, daß ſie nicht unter einander kämpfen, und ſich daz durch entkräften, Die Lämmer werden nach drey Monaten abgeſeßt, ſogleich von den Müttern getrennt, und auf die beſte Weide gebracht. Es kömmt in ten ausgewachſen; und 40 bis 50 Schaafe hälte ich fär einen ſo jungen Bo> zu viel. Wenn man ihn erſt im dreißigſren Monate zuläßt, wo ſein Wachsthum vollendet iſt, ſo kann man ihm wohl ſo viele Schaafe geben, ohne ihm zu ſchaden, M. dD: 4 18) Zu Neumünſter in Holſtein, wo man eine ſchö» ne Race Schaafe erzieht, ſeht may nicht mehr als acht bis zehn Böcke in eine Heerde von vie» hundert Mutterſchaafen, A. d, Vo ZE der That vieles darauf an, ſiein der Jugend reich lich und gut zu ernähren, um ſtarke kraftvolle Schaafe zu erziehen, und ſie im Voraus für einer Menge Krankheiten zu ſchüßen, welche gez wöhnlich unſere Schäfereyen verheeren. Oft arten die Racen blos aus Mangel an Nahrung in den erſten Jahren aus, oder werden wenig= ſtens ſchwächlicher, Drittes Kapitel, Sachſen, Das Verfahren, welches ſowohl in denenlichen Erfolg haben die, durch die ſächſiſche Regierung eingerichteten und wohl unterhaltenen Stammſchäfereyen, und die von ihr errichteten Schäferſchulen, 22) ſo wie die unter die Landwirthe vertheilten Unterweiſungen bewirkt, wie ich es ſchon in dem erſten Theile gezeigt habe, So viel es Boden und Clima'erlaubten, bes mühete man ſich, die in Sachſen einheimiſch ge? wordenen ſpaniſchen Schaafe, ganz nach der Art zu erziehen, wie ſie in Spanien von der Na? tur erzogen werden, und welche auf denen von mir bereits oft angeführten Grundſäßen beruht; doch weicht ſie hier von jener in einem Punkte ab. Man hält in Sachſen, ſo wie in den übria gen Theilen von Deutſchland, und in Holland dafür, daß die Begattung der Väter und Mät- ter mit ihren Kindern, ſowohl als der, von dena 202) Es ſind deren zu Stolpen, Hohenſtein und qu andern Orten in Sachſen errichtet. Sechs Schä- fer werden in jeder Schule Unterhalten, und jährlich oder alle zwey Jahre durd) neue Zöglinge abgelöſet,* A. d. Y. 34 ſelben Eltern gebohrnen Nachkommen, eine Aus- artung der feinwolligen Race bewirkt; dieſes iſt die Urſache, warum die Schäfereybeſißer ſo oft aus denen rein ſpaniſchen Stammheerden, friſche Bb>e in die Stelle deren ſchon gebrauch- ten kaufen, und daß einige Gutsbeſitzer es de- nen Pächtern zur ausdrüFlichen Bedingung ma? hen, jährlich eine beſtimmte Anzahl friſcher Bd>e anzuſchaffen. Die ohne Unterſchicd ſtatt gefundene Vermiſchung der Individuen ein und derſelben Heerden, in Fraukreich, Schweden und einigen Gegenden von Deutſchland, bewei- ſen auf eine entſcheidende Art, daß die Verän- derung der BdFXe unndthig iſt, wenn man nem? lich Böe beſitzt, welche alle erforderlichen gu- ten Eigenſchaften an ſich haben. Ware dieſe Meynung gegründet, ſo müßte in dieſem Augen- bli& in Spanien kein vollkommenes Schaaf mehr vorhanden ſeyn, weil beide Geſchlechter ſich dort ohne alle Rückſicht begatten, Die Race wird nicht nur in ihrer Reinheit erhalten, ſondern verbeſſert, wena man aus andern Heerden, beſſere Böcke anſchafft; dieſe Verbeſſerung liegt aber nicht in Vermeidung der | Blutsverwandtſchaft ,/ ſondern darinn, daß man vollkommnere Thiere mit einander paart, Manierreichet denſelben Endzwe, obgleich lange ſamer, wenn wan alle fehlerhaften Schaafe ſorgfältig ausmärzet, oder bracket, und nur Böcke zur Zucht gebraucht, welche die erfordere lichen Cigenſchaften im höchſten Grade beſißen. I< wiederhole es, daß man ſeine Heerde nur dann zum höchſten Grade der volltrommenſien Veredlung bringen kann, wenn man die voll- kommenſten=- eigenen oder fremden= Schaa- fe zur Zucht gebraucht, Jeder Landwirth, welcher dieſe Wahl mit Ueberlegung zu treffen weiß, und übrigens die ndthige Mähe und Sorg- falt anwendet, kann ſicher ſeyn, ſeinen Endzweck mit der Zeit zu erreichen. Es iſt ſonderbar, daß eine lange Erfahrung, die ſächſiſchen Landwirthe noch nicht überzeugt hat, daß Blutsverwändtſchaft keinen Antheil an AusSartung der Racen hat z es iſt aber leichter und bequemer geweſen, eine Wirkung, die keine ändere Urſache hat, als die Nachläſſigkeit derer, denen die Vorſorge und Yufſicht der Heerden ans 36 vertraut iſt, auf die Natur zu ſchieben, Inet und gewonnen ſind, verdienen wohl nicht den Namen Stroh ſie ſind, wo nicht beſſer, ſo doch gewiß dem veſten Heu an kraftvollem Nahrungs- ſtoff gleich. Dieſes iſt beynahe das einzige Fut= ter, welches den Mangel an tro>nem Klee er- feßen kann. Es iſt nicht genug anzupreiſen 3 denn jeder kann es ſich verſchaffen. 91,204 Al. 3X Blätter nicht verlieren, welches ſonſt durch das Reifwerden und Abſterben geſchehen würde. Einige Landwirthe erſeßen auch den Mangel des Heues durch Oelkuchen, Kleyen, geſchro- tetes Getreide vder Mehl. Dieſe Dinge wer- den in Waſſer zerlaſſen und in Küwen oder Zv- bern in die Ställe geſeßt. Wenn die Schaafe das Waſſer von dieſem Gemiſche abgeſoffen ha- ben, ſo erhalten ſie den Bodenſaß zu freſſen. Dieſes Verfahren, welches beſonders dazu dient, die Schaafe zu einer Jahreszeit bey guter Ge- ſundheit zu erhalten, wo es ſehr ſchwer iſt, friſches Futter 2?) zu haben, kann ich nicht genug em- pfelen. Die auf dieſe Art verfütterten Körner werden dadurch viel nahrhafter, beſonders wenn der Schrot oder das Mehl mit heißem Waſſer 22) Dur< Kartoffeln kann man den SE des friſchen Futters. 9. d.U. 24) Dieſes wird doch wohl höchſt ſelten der Fall ſeyn, denn die ſächſiſchen Wirthe ſind im All- gemeinen zu haushälteriſc<, um dieſes verz ſchwenderiſche Futter zu geben, wobey man nie weiß was man giebt, Wenigſtens iſt dieſes Futter auf feinen Fall empfehlungswerth. 0 8 für ſämmtliche Schäfereybeſilzer ſchr empfeh- lungswerth. Daß das tro>ne Futter, auf welz= en bleiben, woran das Schaaf erſti>en kann. Die Hammel und das Geldevieh erhalten gewohnlich weniger gutes Futter, mehrentheils nur Stroh; das beſte Futter iſt den Mutter? ſchaafen, den BöFen, und den Lämmern be- ſtimmt, Die Raufen ſind, wie es ſchon geſagt worden, ſo eingerichtet, daß kein Futter vers ſchwendet, und die Wolle nicht verunreinigt werden kaun, Erlaubt es im Winter die Witterung, ſo werden die Schaafe in den Wäldern, oder in Heidegegenden gehütet. Wirthe, die keine ſolche IWWinterweiden haben, halten ihre Schaafe vom Anfange des Novembers, bis im April im 26) Hievon findet man ein merkwürdiges Bey» ſpiel im Verſuch über die Schagfzucht in Preuz ven 1, ſ. W- S. 112 41, Ff, A. d, U. | | 41 Stalle, 27) tragen aber Sorge, daß ſie alle Ta- ge herauskommen, und die freye Luft genießenz auch werden die Thüren der Ställe fleißig ge- dffnet, damit immer reine und friſche Luft die Ställe durchſtreiche. Einige Wirthe, denen es ganz an Weide fehlt, halten die Schaafe das ganze Jahr im Stalle; dieſes ſchadet bey hin- länglicher Vorſorge für gutes Futter, weder ihs rer Geſundheit, noF der Schönheit und Feina heit der Wolle; die Ställe aber müſſen rein und luftig ſeyn, In der guten Jahreszeit bringt man die Schaafe auf Weideplätze, worauf ſie hinlängliche Nahrung finden; wo dieſe abcr fehlt, bringt man ſie auf hohe, troXne Wieſen. Des Morgens läßt man ſie nicht eher auf die Weide, bis der Thau vollig abgetro>net iſt; und wäh. rend der größten Hilze am Tage, ruhen ſie im Schatten. 27) Hierüber iſt keine beſtimmte Regel angenoms men. Die Witterung entſcheidet, wenn einge- ſtallt werden muß, und ausgetrieben werden Faun, 4, d. U. 42 Bey ſtarkem Regen, und dien Nebeln be- hält man ſie im Stalle; auch läßt man ſie nicht zu zeitig nach ſtark gefallenem Hagel heraus, und befolgt in dieſem Stü>e den Gebrauch der ſpaniſchen Schäfer. In einigen ſächſiſchen Schäfereyen läßt man die Schagfe des Winters nicht zur Tränke gehen, ſondern ſelzt ihnen das Waſſer in die Ställe. Das Quell: oder Brunnenwaſſer wird durch Röh- xen in Tröge geleitet, woraus die Schaafe ſo oft ſie wollen ſaufen; dadurch ſaufen ſie dfter, aber zedesmal nur wenig, welches der Geſundheit zu- träglich iſt. Die gewdhnliche Art, die Schaafe am Waſſer zu tränken, iſt mit vielen Schwierig- keiten verfutpft; das zu kalte Waſſer iſt den Schaafen im Winter unangenehm; ſie übereilen ſich, wenn es ſehr windig iſt, und ſaufen nicht genug; ein gleiches geſchiehet bey Hagel und Schneegeſtdber; ſie rühren das Waſſer mit den Füſſen auf und machen es ſo trübe, daß ihnen dafür e>elt; ein Theil der Heerde hindert auch oft den andern am Saufen, oder an die Tränks zu kommen, 43 Das Salz wird von den ſächſiſchen Wir» then nicht allein für ein Mittel zu Erhaltung der Geſundheit angeſehen, ſondern ſie halten auch dafür, daß es der Wolle einen hdöhern Grad von Feinheit verſchafft; es wird gewdhnlich über das Futter geſireut 2*) oder im Saufen aufge- ldſt. Einige vermiſchen es mit Heuſaamen, Schaafgarbe, oder bittern Kräutern, ſelbſt mit etwas Aſche. Das Salz wird beſonders im Sommer, bey trocknem Wetter gegeben; vier bis fünf Wochen vor der Lammzeit wird es den Mutterſchaafen ganz entzogen, weil man der Meynung iſt, daß es bey trächtigen Schaas fen die Geburt erſchwert, 2*) und den Müttern die Luſt benimmt, die Lämmer zu le>ken, 28) In Sachſen hat man blos Sud- oder gewöhn- liches Kochſalz, da die Einfuhre des Steinſals zes im Churfürſtenthume zum Bedauern der Landwirthe verboten iſt. A. d, U. 29) Meine Shaafe haben arößtentheils immer Steinſalz im Stalle hängen 3; ſe ſowohl als die Mutterſchaafe werden erſt, wenn ſie zwey oder drey Jahre alt ſind, zur Zucht gebraucht. Ein Boc> erhält zwanzig bis fünf und zwanzig Mutterſchaafe, mit welchen er während der Sprungzeit Tag und Nacht zuſammen bleibt, keiner meiner Schäfer darüber beſchwert. Wenn die Mütter die Lämmer nicht le>en wollen, darf man dieſe nur mit etwas Salz beſiteuen. dd, Üb 45 Die Sprungzeit ſucht man nach der Zeit zu * beſtimmen, in welcher ſich grüne Kräuter zu finden beginnen,'um den Lämmern friſches Fut- ter zu verſchaffen. Dieſe fallen im März, und werdeu im Jwu- nius abgeſeßt. Von dieſem Zeitpunkt an läßt man ſie nicht mehr mit den Müttern auf die Weide gehen; einige Wirthe behalten ſie bis ge- gen den Herbſt, ja ſogar das ganze Jahr im Stalle, wo man ihnen dann aber auch das aus- erleſenſte Futter an Heu, Grummt, Erbſenſiroh, Hafer und geſchrotete Erbſen u, ſ. w, giebt. Man behält die Lämmer im Stalle, wei man bemerkt hat, daß diejenigen, welche das erſte Jahr ihres Lebens hindurch nicht auf die Weide kommen, ſelten mit der Drehfrankheit be- haftet werden. 39) Doch giebt es Landwirthe, 30) Es iſt ſehr möglich, daß außer der Blutwär- me noc< der Zutritt der Sounenhiße erfordert wird, um die im Gehirn befindlichen Eyer des Blaſenbandwurms auszubrüten, wenn dazu ein beſtimmter höherer Grad von Wärme erfordert wird, welches man durch richtige Verſuche er- fahren fönnte, In dieſem Falle kann das Zus 46 welche die Lämmer, wenn ſie acht Tage alt find, mit den Müttern guf die Weide gehen loſſen. Wenn ein Schaaf zwey Lämmer wirft, ſo läßt man nur eins bey der Mutter, und giebt dem andern eine Ziege zur Amme, weil man findet, daß die Ziegenmilch beſonders ven krans ken Lämmern geſund ſeyn ſoll, Cs werden da? her an manchen Orten Ziegen gehalten, blos um die ſchwächlichen Lämmer zu ſäugen, Man pflegt den Lämmern die Schwänze und Hörner 32) abzuſchneiden; in einigen Schä- hauſebleiben der Lämmer gegen dieſes Uebel helfen 3 vorausgeſeßt, daß die Eyer nicht länger als ein Jahr zum Ausbrüten fähig bleiben. 91:02. 10: 31) Daß den Lämmern die Hörner abgeſchnitten würden, habe im, wenigitens in Stolpen, Lohmen und PYilinis nicht bemerkt, vielmehr ſind mir die Hörner der Böke aufgefallen, da es die er- ſren Spanier waren, die ich ſahe. Die 5 Böcke, die ich im Jahre 1800 aus der Güte des Chur fürſcen erhielt, hatten galle, ihre ganz unver? frümmelten Hörner, M0: 47 fereyen. ſchiert wan ſie erſt im andern Jahres man iſt der Meynung, daß die Lämmer beſſer ger deihen, wenn ſie ihre erſte Wolle behalten; doch halten andere dafür, es ſey beſſer, ſie gleich im erſten Jahre zu ſcheeren,?*) Die Schur wird im Anfange des May's 23) vorgenommen, nachdem die Schaafe gewaſchen worden. Ehedem wurde die Wolle nach ver Schur in warmen Waſſer nach ſpaniſcher Art gewaſchen; man iſt aber davon abgegangen, 32) Es iſt bereits im erſten Theile von deneg hierüber in Franfreich angeſtellten Verſuchen Nachricht ertheilt. 9.0. V. 33) T< vermuthe, daß hier ein Irrthum zum Grunde liegt, und dem Verfaſſer, welenkrankheit der Schaafe, und der Erfindung einer angewandten Jnoculation derſelben zu Cöſikß, aufgeſeht im Herbſte 1797. Halle 1798- 6btens. Erfahrungen über die Kopfwaſſerſuht der Scaafe, genannt das Drehen oder Drehnigt- werden, aufgeſeßet im Monat März 1799 vom Amtsverwalter Fink zu Cöſik im Fürſtenthum Ans halt-Cöthen. aqtens. Ueber die Churmärtſche Schäfer- Ordnung und die Curart des Grindes oder der Rande, A, d. U. 58 ſchdnere, vollkommnere Schaafe, wenn er. ein Schaaf, welches an einem Theile ſeines Körpers grdbere Wolle hatte, mit einem Bocke paarte, welcher gerade auf-demſelben Theile feinere trug. Dieſe Methode, welche man ſeit langer Zeit zur Vervollkommnung der Pferderacen befolgt hat, und vermittelſt welcher die Engländer neue Ra» cen von Rindvieh und von Schaafen erhalten haben, verdient ſorgfältig von jedem beobachtet zu werden, der ſeine Schäfereyen bis zum hd<- ſten Grad der Vollkommenheit zu veredeln wünſcht. Um ſeiner. Race noh immer eine größere Vollkommenheit zu verſchaffen, gebraucht Hr. Fink die Vorſicht, dreymal ſo viel Lämmer zu er- ziehen als er zu Ergänzung ſeiner Heerde gez braucht. Wenn ſie das zweyte Jahr erreicht ha? ben, wählt er ein Drittheil der Beſten aus, und entledigt ſich der übrigen. Er glaubt, daß gute Nahrungsmittel, welcher Art ſie auch ſeyn md- gen, die Fein heit der Wolle nicht vermehren kdunen. Sie tragen nur zur Vermehrung pder Verminderung des Gewichtes der Pel- 36/ folglich zu Vermehrung der Wolle bey, 59 je nachdem ſie reichlicher oder ſparſamer zur Fütterung angewendet werden; oder je Fräfiiger und ſaftiger ſie ſind. Schlechtes und unzurei2 e alle drey Jahre zu wechſeln, ſelbſt alle Jahre, wenn man ſich beſſere als die eigenen, auch allenfglis nur eben ſo. gute verſchaffen kannz es ſchadet aber nicht, wenn man, in dem Fall da man keine beſſeren fremden bekommen kann, diejenigen, welche man beſißt, nicht nur nach drey, ſondern ſelbſt vier bis fünf Jahr gebraucht. Er hatte im Jahre 1779 drey in Spanien gez bohrne Bö>e und zwanzig dergleichen Mutter- ſchaafe bekommen, welche ſich unvermiſcht fort- gepflanzt haben, und deren Nachkommen ſo ſchöne und feine Wolle gegeben haben, und noch geben, daß man' darin keine Veränderung der urſprünglichen Feinheit und Schbuheit wahrneh- men kann, Uebrigens bedient ſich Hr. Fink in ſeinen Heerden jeden Bocks ohne Unterſchied, nur ſiehet er auf die Schönheit und Feinheit alz ler Bd>e, die er in die Heerde ſeßen will; und er iſt es nicht gewahr geworden, daß Blutsver- wandtſchaft die mindeſte Aasartung bewirkt hätte, 61 Die Art, wie Hr, Fink die Veredlung der Schaafe berechnet, verdient hier angeführt zu werden,; Der allmählige Gang der Veredlung iſt der Natur gemäß z ſein Erfolg iſt durch die Beob- achtungen des Hy. Fink, und mehrerer franzd? ſiſcher Landwirthe erwieſen. Es iſt zwar wahr, daß die Natur ſich von dieſem regelmäßigen Gange entfernen kann, ſich auch in der That zuweilen davon entfernt, aber es iſt ſehr leicht, ſie durch gehdrige Sorgfalt, und eine ſtrenge Auswahl der Zuchtſchaafe, wieder auf den Punkt zu leiten, auf welchen derjenige gelangen muß, welcher die Racen veredeln will, Hr. Fink bezeichnet den zur Veredlung be- ſtimmten Bo>X mit 1; das grobwollige Land- ſchaaf aber mit 0, Nun iſt es bewieſen, daß der Einfluß des Bocks bey der Zeugung ſtärker ſey, als der des Mutterſchaafes 3; daß daher die Lämmer, welche von einem ſolchen grobwolligen Scaafe und einem ſuperfeinen BoF fallen, in Anſehung der Wolle mehr Aehnlichkeit mit dem Vater als mit der Mutter haben müßen; wir wollen hier aber nach einer weniger günſtigen 62 Hypotheſe rechnen, um den Grundſatz deſto ſiche rer feſtzuſtellen, indem wir annehmen wollen, daß der Einfluß des Vaters und der Mutter gleich ſtark auf das von ihnen erzeugte Lamnt wirken, Ein Lamm der erſien Generation 33) hat alſo halb die Cigenſchaft des Vaters, welcher mit 1 bezeichnet iſt, und halb die der Mutter, die wir durch o bezeichnet haben; dieſes Lamm iſt alſo 7-:- Z Bey der zweyten Generation iſt der ganz ächte oder völlig veredelte Bo> x Das Mutterſchaaf erſter Generation iſt F Das Lamm bekömmt vom Vater- Z von der Mutter- x Bey der- dritten Generation iſt es mit dem Boe daſſelbe, er iſt-- x Das Mutterſchaaf zweyter Genera- tion iſt z- z 2 38) Man nennt ſie auch an einigen Orten Blend- linge; an andern Halbſchläger. Herr Stumpf zu dem bald anzuführenden Buche belegt erſt die zweyte Generation mit dem Namen Halbedle, aber mit Unrecht; da ſie wirflich ſchon 3 edel ſind, A, d, ÜU. Das davon fallende Lamm hat alſo vom Vater"-- Z von der Mutter die Hälfte ihrer Veredlung mit x- A iſt alſo veredelt um s: Der zur Erzeugung der vierten Ge- neration gebräuchte völlig ächte oder ganz veredelte Bo> it-- x Das Mutterſchaaf der dritten Ge- neration iſt- 2 Z 8 Vom Vater erhält das Lamm X Ep, ver Ncm 205902 Das Lamm vierter Generation iſt alſo veredelt um 2 n Der zu Erzeugung der fünften Ge- neration gebräuchte Bo iſt wie vorher 2:- I Das Mutterſchaaf der vierten Ge- neraton iſt- s IZ Das Lamm der fünften Generation hat vom Vater 2 2 Z Von der Mutter: 8.35 es iſi alſo veredelt um 2: 63 = 64 Seine Wolle wird alſo der des Vaters ai Schönheit und Feinheit beynahe ganz gleich kom? men;**)% “ Went 39) Ein ſikenger genäu rechnendet Kritiker könnte . hier mit arithmetiſcher Richtigkeit»einwenden; daß die veredelten Lämmer nie den ganz äden würde. Die Erfahrung lehrt es, wie es auch in dieſem Buche ſchon oft geſagt iſt: daß bey einer richtig behandelten Heerde, ſchon die vierte. Generation. den ſpaniſhen Vorfahren ganz gleich, und von dieſer Generation an keine Ausartung. und kein Rü>ſchlag bey Anwendung der weiterhin folgenden Regeln, ſelbſt dann zu fürchten iſt, wenn man Böcke dieſer vierten Ge?( neration zur Sucht gebraucht» Eine ghuliche Be22 65 Went man wun aus dieſer und den folgenz Bott Generationen die ſchönſten Schaafe beydet Geſchlechter welche alle verlangten Eigenſchafs ten im einem vorzüglichen Grade beſitzen, ſorg? fältig auswählt, ſo iſt man ganz ſicher/ fort2 während eine den Stammvätern nicht nur völlig gleiche, ſonder eine,"ſie noch übertreffende Race zu erhälten, Die folgeuden Regeln beruhen auf den voret? wähnten Grundſätzen; von dieſen Regeln darf man ſich nicht entfernen, wenn man nicht Gez fahr laufen will, den vorgeſeßten Grad der Ver? edlung zu verfehlen; Berechnung findet man in: Stumpfs prägnmiäti- ſchen Geſchichte der Schäfereyen in Spanien 264 S. 96. welcher noch eine andete beygefügt iſt; woraus man den eben ſo regelmäßigen Gang det Yusartung erſehen kann. Went es darum zu - thun iſt zu erſehen, wie lange Zeit erfordert wird, bis eine ganze Heerde vollfommen veredelt iſt, der findet die Berechnungen ,/ in eben gedäe zu erhalten ſuchen, die ſv feinwollig als mdglich ſind; man verliert Zeit, wenn die zur erſten Generation gebrauchten Böd>e ſchlechter als diejenigen ſind /- deren:mau ſich“ zur zweyten Generation bedient, dte Regel, Jefeiner die Wolle der Mutz terſchaafe beym Anfange der Veredlung iſt, je eher erreicht män den höchſten Grad der Super- Feinheit, 3te Regel, Die Bde, deren man ſich zu den folgenden Generationen bedient, dürfen äber auh nicht grdbere Wolle haben, als die er- ſteren ,. ſonſt wird die gänzliche Veredlung ſps- ter erfolgen.» ate Regel. Will män auf einem gewiſ- ſen Grade ver Veredlung ſtehen bleiben, ohne den hdc<ſten zu erreichen, ſo iſt dieſes ſehr leicht. Es iſt hiezu hinreichend, Bd&>e und Mutter- ſchaafe der- erſten oder zweyten Generation zu 67 paaren, Hiedurch wird eine halbe, oder drey Viertheils- Veredlung erreicht, und die Heerde wird dieſen Grad der Feinheit ohne weitere Vered- lung behalten;**) 5te Regel, Wenn man nicht aufmerk- ſam in Auswahl der Böe iſt, und z, B, ei- uen Bo erſter Generation mit einem Landmut»- terſchaafe paartz das davon fallende Lamm iſt nur um ein Viertheil veredelt; 6te Regel. Wenn man ein Landmutters ſchaaf mit einem ſolchen nur ein Viertheil vers 40) Sollte hiebey in der That kein Rüäſchlag in der Veredlung ſtatt finden? I< habe hierüber Feine eigene Erfahrungen; ich ſollte es aber doch beynahe glauben; beſonders könnte es der Fall ſeyn, wenn man nicht immer die allerbeſren Bds Fe dieſer Race auswählte, und ſorglos den er2 ſten den beſten Bo> zum Springen gebrauchte; Dieſes ſoll weiter nichts als eine Warnung ge gen Sorgloſigkeit ſeyn, denn ich traue dem Zeug» niß des Hrn. Laſteyrie, welches von Hrn, Fink hberſtammt zu viel, um die Möglichkeit dek Fortdauer einer ſolchen halben Veredlung zu bes zweifeln, welche hier angenominen wird, Y.d. UU; 68 edelten Bocke vaart, ſo behalt das davon fallens de Lamm nur noch ein Achttheil der Veredlung, und wenn man ſo fortfährt, kann man beyde Racen wieder völlig trennen, Herr Fink unterhält eine Heerde von ſieben- bis achthundvert Schaafen**), welche einen groſz ſen Theil des Jahres im Stalle gefüttert wer? den müſſen, da es ihm für ſelbige an Winter- weide mangelt. In dieſer Zeit bekommen ſie Hen, Grummt, und Stroh aller Art. Mit dieſen Futterarten wird ſo viel als möglich ab- gewechſelt, weil die Schgafe dieſe Abwech- ſelung lieben, und. mehr Freßluſt bezeugen, wenn ſie ſtatt findet. Körner und Garben er- halten ſie nie, wenn nicht ein zu langer Winter| und Futtermangel dazu ndthigt*?); dieſes nahr- hafte Futter bleibt den Böen während der Syrungzeit vorbehalten, 41) Zu Cöſik. Seine Heerde auf dem Peters- berge bey Halle wird der erſten nichts nacnet ſind... Schwarzgewordenes, welches. beym Dreſchen alle Blätter verliert, wird wenig geachtet, Dieſe Erbſen erlangen im Fele de eine Höhe von vier, fünf bis ſechs Ellen, 4?) alſo nicht an Stroh fehlen. Will man den Heuz mangel dadurch erſeßen, ſo kann man es mit der Hälfte der Körner thun, die beym Garben?2 füttern darauf gehen; wenn man die Körner ſchroten laßt. Beym Garbenfüttern erhält das Vieh nie etwas beſtimmtes; entweder zu viel poder zu wenig, Mv: Ue 43) D(eſe hat Hr. Laſteyrie gewiß nur von Hören- ſag ov gut der Boden in Cöſiß iſt, ſo gut er JM: und gedüngt wird, ſo ſcheint mir doc< dieſe Angabe übertrieben, und ich vermu» the, daß Hr. L. für Fuß Ellen geſchrieben hatz denn ſet iſt, und alſo die Schaafe diefe Weide haben können, begnügt man ſich, ihnen Einmal des Tages Stroh zum Zeitvertreibe, und zugleich zur Streu im Stalle zu geben. Diefer Gebrauch, den ich in Deutſchland häufig befolgt gefunden habe, iſt ein großes Hülfsmittel zu Erſparung des Winz terfutter5, Ueberdem iſt dieſe Art Weide den Schaafen ſehr geſund,**) 7 fen über einander und werden auf der Erde ſce, welche gewdhnlich mit den Läm- dern wo die Schäfer den ganzen Winter, ſobald es nur möglich iſt, auf der Saat mir den Schaa- fen liegen, welche ſie dicht auf dem Voden ab- freſſen, unmöglich dienlich ſeyn kann, da der Froſt deſto leichter in die offuen Nöhr uud zu geil aufgewachſenen Saat ſcheigt das Abfreſſen zuträglich zu ſeyn 3; es vermindert die Pflanzen, hindert das Ausfallen bey anhaltend naſſem Wetter, und verhütet das Lagern des Getrai» des; man darf dieſes aber im Herbſte auc< nur durchs Rindvieh geſchehen laſſen, den Schaafen würde die zu geile Saat ſchaden. Aber iſt dieſes Abweiden nicht ein Nothbehelf? man vernichtet ja einen Theil der Saatpflanzen, um den übrigen zu retten. Es iſt ein heroiſches Mittel, deſſen nothwendigen Gebrauc< man lieber- vermeiden ſollte. A. d, U. mern zuſammen bleiben, ſind Fbrigens von dex Heerde im Stalle getrennt; ſie erhalten Einmal des Tages Winter- oder Sommerſtroh und zwey? mal Heu, oder ein Heu- und zwey dergleichen Strohfutter, und zum vierten Erbſenſiroh. Veberdem giebt wan den ZuchtböFen im Saufen zerſioßene und aufgeweichte Oelkuchen, Die Jährlings- Lämmer bekommen zweymal des Tages Heu, oder Grummt, und einmal Erb- ſenſtroh odey anderes, und ebenmäßig im Sauz- fen aufgeweichte Delkuchen; und zwar auf hun- dert Stü> ſieben Pfund, Die Mutterſchaafe erhalten mehr Futter als die andern Heerden, Sie bekommen Cinmal Erbſenſiroh, und zweymal Sommer- oder Winz terſtroh, oder umgekehrt, wenn genug Erbſen- ſtroh vorhanden iſt, Iſt beydes nicht hinläng- lich, ſo erhalten fie auch Oelkuchen im Saufen, fünf, ſechs bis ſieben Pfund auf hundert Stü, Die Hammel und das größte oder gelte Vieh werden gewöhnlich allein gehalten, ſie erhalten gleichfalls Einmal Erbſenſtroh, und zweymal Winter: oder Sommerſtroh, oder zweymal von erſterem und Einmal von lezterem, nachdem es die Vorräthe geſtatten. Heu erhalten ſie gar keins, dagegen auf 109 StüF Vieh vier bis fünf Pfund Oelkuchen, wenn ſie nicht auf die Saaten getrieben werden kdnnen, Drey bis vier Wochen vor der Lammzeit be- Fommen die Mutterſchaafe täglich Einmal Heu, und zweymal Stroh, dabey auch im Saufen fünf bis ſechs Pfund Oelkuchen. Während der Lammzeit, und ſo lange ſie ſaugen, bekommen ſie zweymal Heu, und Cinmal Stroh, auch das nemliche Saufen, welchem man noch ſechs bis ſieben Pfund Mehl beymiſcht. Dieſes Ges miſche iſt nahrhaft, und erzeugt viel Milch. Man gebraucht hiezu: Bohnen- Erbſen- Weiz: ßen- Roggen- und Gerſtenmehl. Die Lammzeit fängt in der- Mitte des Mär- zes an, und dauert bis zur Mitte des Aprils, zu welcher Zeit man die Mutterſchaafe gewdhn- lich auf die Weide bringt. Mittags"und Abends kommen ſie zu Hauſe, damit die L Lämmer ſau? gen können. Dieſe erhalten entweder Grummt in den Ställen, oder ſie werden auf beſondern Hüs tungspläßen allein geweidet, wenn es die Wittez rung erlaubt. 74 Mit dem wiederkommenden Frühlinge ſchickt Hr, Fink ſeine Lämmer bis zur Aerzeit auf die Brache, dann aber auf Weideanger, oder auf| Kleeweiden, welche er zu dieſem Endzwe>X das| Jahr zuvor mit weißem oder rothem unter Ha- Fer oder Gerſte geſäetem Klee beſtellt hat. Man läßet die Länimer aber nicht zu viel Klee freſſen, bevor ſie ihn nicht gewohnt ſind, beſonders wenn er vom Thau und Regen naß iſt. Wenn ſie nach und nach daran gewdbhnt werden, und ſie nur tro>en genießen, ſo ſchadet ihnen dieſe Wei2 ve nicht8. Die zur Lämmerweide angeſäeten Kleefelder werden damit nur dünn beſäetz dadurch xann die Luft, wenn der Klee erwachſen iſt, die Pflanzen nach einem Regen bald abtro>nen; es wächſet auch anderes Gras dazwiſchen, welches den Lämmern eine angenehme Abwechſelung der Weide verſchafft. Die Lämmer ſaugen nur wie geſagt Mittags, und die Nacht hindurch, Die übrige Zeit ſind ſie von den Müttern getrennt, weil man inne geworden iſt, daß ſie beſſer gedeihen, wenn ſie nicht immer bey dieſen, und mit ihnen auf der Weide ſind, weil ſie ſich mit Laufen zu ſehr er? müden, immer ſaugen, aber kein Graß freſſen wollen, und daher weniger Nahrung genießen, als wenn ſie auf abgeſonderter Weide ruhig al- lein gehütet werden. Gewöhnlich giebt man den Lämmerheerden einige-alte Schaafe zu Führern, vder einige Bd>e,**) um dieſen beſſere Weide zu verſchaffen. Die Lämmer werden bey Hr, Fink erſt im zweyten Jahre geſchoren; er findet, daß man die nemliche Menge Wolle'bekömmt, und daß die Lämmer weniger durch die kalten Herbſtregen leiden. Einige Wirthe verwerfen dieſes Verfahz2 45) Mir ſcheint es nicht rathſam, Böe unter die Lämmerbeerde zu geben z weil dieſe gegen die Hundstage anfangen die Mutterlämmer zu ja- gen, und ſelbige, wenn ſie dazu kommen können, zu beſpringen. Ich ſelbſt habe die unangenehme Erfahrung gemacht, daß ein Lamm durc dieſes Verfahren, im ſechſten Monat empfangen und im eilften ſhon wieder gelammt hat. Um die- ſes zu verhüten, hat man ſchon verſucht, den Läm= mern Schürzen vorzubinden; es iſt ja kürzer, ſie yon den Bb>en ganz zu treunen. A. d, U. ren, Weil ſie behaupten, daß die zweyjährige Wolle ungleich, und ſpröde iſt. Meines Er- achtens ſollte man dieſes Verfahren nur in ven ollzukalten, feuchten Ländern, und in dem Falle befolgen, wenn die Lämmer durch das Behalten der Wolle für dem Blaſenbandwurm im Gehirn, oder das ſogenannte Drehen**) geſchüßt würden, wie ich es ſchon früher ange- merkt habe, Wenn Hr, Fink ſeine Schaafe bis ſpät in den Herbſt in Horden liegen laſſen muß, und dann die Weide weniger reichlich und weniger nahrhaft wird, giebt er ihnen eine Zulage von“ Futter, um ſie beſtändig in gutem Stande zu erhalten. Er hat wahrgenommen, daß Kälte, Regen und Schnee die Freßluſt der Schgafe vermehren, und daß ſie bey ſolchem Wets- ter eine größere Menge Nahrung erhalten 46) Bereits im erſten Theile habe ich meinen Un- glauben an dieſes Vorbauungsmittel an den Tag gelegt; weiterhin werde ich noh mehr über.die- - ſen Gegenſtand zu ſagen Gelegenheit haben. A. d, U. day muy (“ müſſen, als wenn man ſie im Stalle hält. Er läßt ſeine Schaafe aber ſelten im ſpäten " Herbſte horden, denn er findet, daß der gute Zuſtand der im Stalle gehaltenen Schaafe, die Mühe und Unkoſten der Ausfuhre des Düngers reichlich erſeßt,*7) Das Salz hält Hr. Fink den Schgafen nicht beſonders nüßlich, und will es nur als Arzney- mittel angewendet wiſſen, Sobald er bey tro>- nem Wetter bemerkt, daß die Schaafe den an den Wänden anſchießenden Salpeter begierig äufſuchen, dann läßt er ihnen Abends, wenn 47) Tn meinen frühern Schriften, auch im erſten Theile dieſes Buchs, habe ich mich ſchon gegen das Horden der Schaafe erklärt; ich ſehe augen- ſcheinlich, daß.meine Schaafe, die alle nicht gehor- det werden, ſich beſſer dabey befinden, als andere, die gehordet werden; und daß der vortrejliche Dünger, den ich dadurch erhalte, die Fuhren über- reichlich bezahlt. Er hält weit länger im Aker vor als der Hordenmiſt, deſſen Gewinnung dem Wirthe freylich bequemer, aber den Schaafen wo nicht immer, doh ſehr ofte gefährlich iſt. N 0.4. 78 ſie in den Stall kommen, etwas Salz geben; ven folgenden Tag läßt er ſie aber nicht ſaufen, ſelbſt nicht auf eine irgend feuchte Weide gehen, Wenn man die Scaafe: nach dem Genuſſe des Salzes ſaufen ließe, würden ſie zu viel ſaufen, welches ihrer Geſundheit ſchadete, ZE) Hr. Fink behandelt ſeine veredelten Heerden ganz ſo, wie er die Landſchaafe vor der Vered- lung behandelte, außer daß er den erſteren, vie im Saufen zerlaßnen ODelkuchen giebt. Diez ſes beweiſet, daß jeder Wirth, welcher ſeine Landſchaafe mit derjenigen Sorgfalt behandelt, die erforderlich iſt, um jede Art Vieh in gutem Stande zu erhalten, nur wenig Koſten mehr an? 48) In allen meinen Schaafſtällen hängt außer bey feuchter Witterung immerfort Steinſalz; die Schaafe werden zweymwal täglich getränkt, und die Lammſchaafe haben ihr Saufen im Stalle ſtehen z ſeit den vier Jahren, da ich mich ſelbſt genau um meine Schagfe befümmere, habe ich noch fein Beyſpiel gehabt) daß ihnen dieſes ſchade. A, d, U« 79 wenden darf, um eine Race Schaafe zu erziehen, die ſo große Vortheile gewähret. In Behandlung der Schaafe in den preußi- ſchen Schäfereyen bemerkt man Eigenthümlich2 Feiten, welche eine weitere Bekanntwerdung ver- dienen. Gute Wirthe laſſen ihre Schaafe täg» lich, die Witterung möge auch beſchaffen ſeyn wie ſie wolle, auSgehen, Jc< habe Schaafe auf denen mit Schnee bedeFXtren Feldern angetroffen, welche mit den Füßen nac) Kräutern ſcharr» zem: 27 49) Es iſt allerdings ſehr geſund für die S- kunft nur leere Raufen zu Hauſe fänden. Man» ten ihre Schaafe und anderes Vieh unt heraus, damit es ſich eine Mahlzeit, wie ſie ſagen, vergehe. Zuweilen müßen ſie alle Mahlzeiten ſo vergehen. Verdient eine ſolche übel verſtandene Sparſamfeit wohl im Ernſte Lob? 4. d. U. 50) Unter dieſer Benennung finde ich es nicht in der deutſchen Ueberſeßung des Linneeiſchen Pflanz zen- Syſtems nach der 14ten lateiniſchen Ausga7- be. Wahrſcheinlich iſt es das im 12ten Theile | S. zo1 No. 3 angeführte A. phraymetes, oder |"das gemeine Rohr. A, d,-U. 85 für ein geſundes Futter, und als eine große Bey2 hülfe zur Winterfütterung betrachtet. Man hat bemerkt; daß ſchlecht gehaltene Merino3 im Winter die Wolle eben ſo wohl als die Landſchaafe unter gleichen Umſtänden vers lieren; Die Hunde, deren man ſich im Preußiſche bey den Schaaf- Heerden bedient, ſind von einer andern Race, äls diejenigen; welche man in Frankreich Schäferhunde nennt, Sie ſind kleis ner, unterſeßter; ſpißdhrig, und den ſogenanns ten Spißen,(chien- loups) ähnlich; man findet glatt2 und floFXhaarige; ſie ſind ſehr gelehrig, und beißen die Schaafe nie, Der Schäfer kann ſie aufs Wort bey der Heerde hinſchien wo er will; und wenn die Schaafe nicht fortwollen, ſo ſtoßen ſie ſolche mit der Näſe an, und zwin gen ſie dahin zu gehen, wo ſie hin ſollen. Es wäre zu wünſchen, daß unſere franzöſiſchen Schäfer ihre Hunde gewöhnten, die Schaafe niemals zu beißen; dieſe von Natur furchtſamen Thiere erſchreXen; wenn der Hund äuf ſie zus fährt; ſie drängen ſich zuſammen, oder läufen, und verleßett ſich ſehr oft, Die immerwährende & 82 Furcht für dem Hund, ſidrt ſie im ruhigen Freſz ſen, und ſchadet ihrer Geſundheit. Es giebt übrigens wenig Heerden, in welchen man nicht gebißene Schaafe finden ſollte. 52) Einige Wirthe haben mich verſichert, daß ihre Heerden vom Drehen befreyt geblieben ſind, wenn ſie den Lämmern zu der Zeit, wenn ſie auf 51) Meines Wiſſens giebt es in den verſchiedenen Gegenden der vreußiſhen Staaten, beynahe eben ſo. viele Racen von Hunden, deren ſich die Schäfer bedienen. Mehrentheils gebraucht man eine Art Spiße dazu. In den Gegenden, wo es viele Wölfe giebt, müſſen die Schäfer mehrere große Hunde, ſelbſt Gewehre bey ſich haben, um jene abzuhaiten. Dieſe großen Hunde, welche um die Heerde zuweilen ringsöherum wanken und Scildwalos und ſchädlich halte. Es iſt mög2 lich, daß Schaafe, denen man ſie aufgelegt haf, von dem Blaſenbandwurm befreyt geblieben ſind 5 aber warlich! die Pechpflaſter haben ſie nicht dafür bewahrt. Man hat die ſices»blos auf der Wolle, ſo kann die * Fliege von allen Seiten in der Wolle unter das 85 Ein anderes Unternehmen dentſcher Wirthe, deſſen glülicher Erfolg beſtätigt iſt, darf ich Pflaſter kriehen, und dieſe veriteynte Vorſicht vereiteln. Wird dieſes Pflaſter nicht augenblick? lih nach der Geburt aufgeklebt, ſo kann es, wenn es auch den gewünſchten Nußen haben könnte/ nichts helfen; denn es würden ſchon Fliegen ihre Eyer hineingelegt haben, wenn man ſo lange wartete, bis die Lämmer auf die Weide kommen. atens. Man erwäge, daß der Blaſenbandwurm nicht immer in dem unter der obern Hirnſchgale liegenden Theil des Gehirns, ſondern bald an die- ſer, bald an jener Seite deſſelben, bald oben, bald unten gefunden wird. Wie ſollte eins Fliege, oder irgend ein anderes Inſect da ihre Eyer hinlegen? ztens. Man findet zuweilen Larven von Fliegen in den Naſenhöhlen; die Fliegen kriechen durc< die Naſenlöcher hinein, legen ihre Eyer und frie hen na< vollbrachtem Seſchäffe wieder heraus. Die Maden kriechen aus den Eyern; leben dort bis zur Verpuppung, verwandeln ſich und ver- laſſen: als Fliege ihren Geburtsort; ohne daß es möglich wäre, daß aus dieſem“ Blaſenband- würmer entſtehen könnten. Wer die Sache 26 nicht mit Stillſchweigen übergehen. I< muß von der Jnoculation der unter dem Namen der Poden oder der Fäule 5?) bekannten Krank? nicht genau kennt, und ſich überzeugen will, daß Blaſenbandwürmer und Fliegen ſo verſchiedene Thierarten ſind als Schaafe und Mäuſe, den verweiſe ich auf obengenanntes vortrefliches Werk meines unvergeßlichen, verewigten Freun?| des Goeze, mit dem ich zu Quedlinburg ſo| manche anatomiſche Unterſuchungen angeſtellt, ſo manchen Scaafſchedel geöffnet, und die| Oekonomie dieſer Blaſenbandwürmer genau beob- achtet habe 3; man findet die Beſchreibung dieſer Gattung S, 248 u. f. nebſt ſehr richtigen Ab? bildungen, Jn Gotthard's vollſtändigem Unter- Licht in der Wartung, Pflege und Behandlung der Schaafe, Veredlung ihrer Wolle u. ſ. w. Erfurt 1799, S- 374 findet man noen und Pour- riture, Faulſucht, Fäule u. ſ. w. ſind zwey verſchiedene Kraakheiten, die jeder Schäfer und 87 heit einiges"erwähnen 5 dieſe Inveulation wirkt bey den Schaafen, wie: bey den Menſchen die Einimpfung der Blattern, die inoculirten jeder Shaafzüchter kennt, oder wenigſtens kennen ſollte. Die Po>en habe ich. leider ſeit zwey Jahren ſehr genau kennen, und behandeln ge- lernt) da ſie in der ganzen Gegend. meines Wohnortes große Verwüſtungen angerichtet ha? ben, auch eine Mutterheerde bey mir ergriffen hatten. I< habe auswärtig inoculirte Heerden geſehen und hier einige zum Theil mit eigner Hand inoculirt 3 ich habe darüber mit Hun, O. A. Fink, mit Hn. C. R. Niem und mehreren ſach- kundigen Männern in Briefwechſel geſtanden 3 ich habe das Wenige, was bis jeßo über die Ju» oeulation der Schaafpo>en in Deutſchland) ge- ſchrieben worden, geleſen; ich erinnere mich aber nicht; irgendwo gehört oder geleſen zu haben, daß die Fäule inoculirt worden ſey, oder daß die'In- oculation der Pocken dagegen geſchüßt hätte; oder daß man ſie als Mittel dagegen angewondet habe. Der würdige Verfaſſer mag dur Mixrtheilung iner falſhen Nachricht induzirt worden ſeyn; oder aus Mangel an Kenntniß der deutſchen Sprache hat er etwas falſch verſtanden, ſonſt hätte er nicht geſagt, daß man beyde-Ktzakheiten 83 Schaafe bekommen die Krankheit, aber die Kenn? zeichen ſind ſchwach, und die Geneſung iſt ſicher inoculiren könne; und für ein und dieſelbe Krank» keit kann ein Mann, der die Naturgeſchichte des Schaafes ſo genau kennt, ſo gründlich ſtudirt hat, als Hr. Laſteyrie, ſie nicht beyde halten. In dem von Hn. Laſteyrie im erſten Theile an- geführten Buche La maison rustique S, 310 der YAusgabe vom Jahr VI(1798) ſtehet von den Pocken folgendes:„Clavelde, ou Claveau, est „une maladie fort dangereuse quand elle 5e met „dans un troupeau de moutons; c*"est une pe- „tite vErole veritable qui 5e declare au „dehors, par de certains petits clous dont ces „bäetes Sont couvertes et qui les font mourir etc.“ Clavelde, oder Claveau, Poten. Unter dieſem Namen verſteht man eine Krankheit, welche, wenn ſie eine Heerde ergreift, äußerſt gefährlich iſt; es ſind die wirklihen Po>en 3; ſie äußern ſich durch fleine Geſhwüre oder Puſteln, womit die Thiere über den ganzen Leib bede&t ſind, und woran ſie ſterben u, ſ. w. Von der zweyten Krankheit findet man in dem- ſelben Buche S. 313 folgendes geſagt, welches ſehr.deutlich zeigt, daß beyde Krankheiten ganz von einander verſchieden ſind, Es heißet daz 89 und geſen handelt das fünfte Kapitel des vierten Baudes des ganzen Werkes, vder des zweyten Bandes des Handbuchs, und be- weiſet, daß man bey Herausgabe des Originals von der Jnoculation nichts wußte. Von der Fäule handelt das ſec&t werden, da wir ſie in ſo vielen Wäſſern finden. Alle Arten der Fäule, als: Lungenſucſtoſfs, die ganze Urſache dieſer Krankheit ſeyn 2 Obgleich: ſie epidemiſch oder anſtekend zu ſeyn. ſcheint, ſo halte ich ſie nicht dafür, ſondern ich glaube, daß jedes einzelne Thier durc< die oft, und gewöhnlich auf die gan- ze Heerde zugleich wirkenden vorgenannten Ut2 ſachen, erfranft, nicht aber, daß ein Thier das andere anſte>t, außer in dem Falle, wo die von dieſer Krankheit befallenen Thiere in dichte Ställe eingeſperrt ſind, und durch ihre faulichten Ausdünſtungen, die ſhon ohnehin un- geſunde Luft, welche in ſolchen Ställen herrſcht, noch mehr verpeſien, ſie alſo den etwan noch ge- ſunden Thieren völlig ungeſund machen, ſo daß dieſe durch vas Einathmen dieſes wahren Stic>- gaſes auch fäuliſch werden müßen, Die Kopf- 93 einen feinen Einſchnitt an der innern Seite der waſſerſucht, die viele den nemlichen Urſachen zu- ſchreiben, wie es auch in dem dritten Theile des obgedachten Handbuches im ſechszehnten Kapitel geſchiehet, ſtehet mit der Fäule in gar keiner Ver- bindung. Die Poden ſind eine Hautkrankheit, die aus. verdorbenem Blute, oder der verdorbe- nen Lymphe entſteht. Die Jnoculation dieſer leztern, die ſich auch durch individuelle Anſte- >ung 3. B. durch Berührung u. ſ. w, mittheilt wie die Raude 3 die Jnoculation der Po&en, ſage ich, ſcheint mir alſo nicht geeignet, für die Fäule oder irgend eine innere Krankheit ſchüßen zu kön- nen; und ſo ſehr einleuchtend ihr großer Nußen iſt, ſo glaube ich, daß man doch wohlthut, ſich nicht einen größeren Nußen davon zu verſprechen, als der, den ſie gewähren kann, und wirklich gewährt, damit mau dieſen nicht zu geringe achte, und überſehe, wenn ſie unſerer übertriebenen Srware- tung bey etwäniger Anwendnng gegen Pocken und Fäule zugleich nicht entſprechen kann. A, d. U,. 55) Nachrichten über die Jnoculation der Scenkrankheit der Schagfe, und der Erfindung einer angewand= ten Juoculation derſelben zu Cöſiß. Halle 1798. c) In Gotthards vollſtändigem Unterricht in der Wartung, Pfleg: und Behandlung der Shaq- fe u. ſ. w. Erfurt 1799. d) Anleitung die Schaafblattern zwe>mäßig zu behandeln, und der weiteren Yusbreitung der? ſelben vorzubeugen u. ſ, w. von Buſh. Marz burg 1799. Jn mehreren landwirthſchaftlihen Zeitſchrif ten, in ber Landwirthſchaftszeitung, im Reichs- anzeiger u. ſ. w. findet man eine Menge Nach» richten über dieſen Gegenſtand; ſie alle hier an? zuführen, wäre zu weitläuftig. Die großen, wich? tigen und glücklichen Verſuche des Hn. D. Peſſi2 na mit Einimpfung der Schaafpo>en in den kay» fſerlich königlihen Schäfereyen in Ungarn ſind je dem leſenden Landwirth aus den neueren Riem» 95 keln zu durchſchneiden, 58) Man drä>t mit den Fingern den Eiter aus den Pocken eines damit behafteten Schaafes heraus, und bringt ihn ver- mittelſt einer gaüzetteß in den, dem zu inocu- lirenden Schaafe gemachten Einſchnitt. ſchen Schriften befanut. I< füge hier nichts hinzu, als daß ich allen Landwirthen, denen ihre Scaafe lieb ſind, empfehle, ſie bey Annäherung der Po>en zu inoculiren, da dieſes ein ſicheres Rettungsmittel iſt. Weniger ſicher, aber immer noch empfehlungswerth bleibt es, wenn die Po&en ſchon in einer Heerde gusbrec zu ſäumen, weil jez den mehr Schaafe durc< das Pockengift angeſte>t werden, und die Jnoculation dieſen nichts mehr helfen kann. Trächtige Scken mit einer Nähnadel durchſtiht, und einen eingefädelten Faden durch zieht, von dieſem aber, anſtatt einen Einſchnitt mit der Lanzette zu machen, ein kleines Stü, 96 Man macht gegenwärtig Verſuche in Franks teih, um änszumitteln: ob die Kuh- oder Schußblattern die Schaafe füy der Fäule-*7) bewahren können? Die erhaltenen Reſultate ſcheiz an der benannten Stelle; naer zuſammenbinden, das mit ſie nicht heraus fallen, ehe man es haben will. Am dritten oder vierten Tage fann man ſie herausziehen: 91.04. 57) Auch über den Verſu<ß, den Schaafen die Kuhs po&>en zu inoculiren,' finden wir in den neues ſten Zeitſchriften verſchiedene merkwürdige Nach- richten." Ich glaube es gewiß, daß ſie die Schaafe für ihre eigenthümliche Po>en ſchüßen können, doch gehören noh viele richtige Verſuche dazu; um 97 ſcheinen für die Möglichkeit des Erfolgs zu ſprechen. Esiſt wahrſcheinlich, daß dieſes neue Vorbauungsmittel an der Stelle des vorange führten angewendet werden kann, und Vor theile dabey gewähren wird, um dieſes mit Gewißheit und Sicherheit behaup» ten zu können z allein ich glaube mit Gewißheit vermuthen zu dürfen, daß man bey nähern mit Sorgfalt und kaltem Blute angeſtellten und voll» endeten Verſuchen finden wird, daß weder Kuh2 po>en no< Schaafpo>en eingeimpft oder natür»? lic) gegen die Fäule ſhüßen werden. Gute ge»? ſunde Weide, eben ſolhes und hinlängliches Winterfutter und Waſſer, und geſunde Ställe, dieſes ſind die beſten Schußmittel gegen die Fäule; Roßkaſtanien im Herbſte gefüttert ſind das beſte ſpecifiſche Heilmittel bey-ibrer Entſtea hung. A, 0, U. Bemerkung über die entworfene Anmerkan- gen Sr, Dutchlaucht des Herrn Herzogs Friedrich v. Holſtein: Beck als Ueberſeker, Seite 53. 54+ Iſt alles vbllig richtig. Erſt 1797 habe ich das kleine Amt Peter8berg erhalten. Mit dieſem Zeitpunkt fängt die Woll- Verbeſſerung ' im preußiſchen Lande eifrig an, I< verkaufte 71798 die Wolle den Stein für 17 Rthlr.=- 1799 den Stein für 18 Rthlr, näch Cottbus, Die beſte Schäferey mußre im Preußiſchen den Stein für 8, 9= 10 Rthlr, verkaufen, Nun ging es raſch mit der Verbeſſerung der Wolle=- ſo viel als Fink bekommt, muß ich guch haben.= Es geht, die Wolle kann nun im Lande theuer verkguft werden, Die Wolle, welche ich 1752 bey meinem Antritt in Cdſiß aus dem Hanndverſchen gefun- den habe, wurde für 2 Rthlr. der Stein verkguſt, das iſt der Centner 10 Rthlr, 99 Seite 55, Alle Anmerkungen ſind wahr; nur zu ſchmeia ung bekriegen und beſiegen zu helfen! deny mein Credit iſt zu ſchwach darzu, Seite 68, Num. 42. Garben müſſen nicht gefüttert werden, es werden viele Kdrner verwüſtet, beſſer iſt es, Kdr- ner in Krippen zu geben, Seite 69. Es iſt richtig, daß die Erbſen oft, doch nicht allemal, 6 Ellen Länge erhalten, es iſt aber nicht gut, denn ſie liegen alsdann 2=- 3 El- len lang auf der Erde und das Stroh wird fau- lig, ehe die Schoten reif werden. Es iſt eine kleine Sorte weiße Felderbſen, die größere Sorte Felderbſen vder weiße Gartenerbſen treibt nicht ſo langes Stroh, Die kleine Sorte wird ſpät reif, erſt nach der Weiltzen-Erndte, die gröſz ſere Sorte weiße Garten- Erbſen kommt mit der Roggen- Erndte oder gewiß in der Weißen- Rei- fe=“ dann muß man Weißen oder Erbſen ſte- hen laſſen= den Weißen klappert der Wind aus=- oder die Erbſen werden überreif=- als- dann fallen die Blätter ab, und die Erbſen- ſtängel behalten keine Kraft zur Nahrung der Schaafe.= Erbſen laſſe ich mähen, wenn die unterſte Schoten reif und die Spißen der Sten- gel noch grün ſind, Seite 70. Num, 44+ Das Behüten der Weißen- und Noggen:Sag- ten iſt poſitiv nicht nothwendig, aber auch nicht 1ot ſchädlich, wenn es mit einer Schaafheerde ord- nungsmäßig geſchiehet. Die Schaafe purgiren nicht von dem Weißtzen- Laube--- ſie werfen keine Lorbeere aus, ihr Miſt iſt feuchte,, etwas zähe, wie er zu ſeyn pflegt, wenn ſie im Früh- jahre die erſten Gras- Keime-- oder in der Erndte zu viele Körner und viel Nachwachs von auSsgefallenen Körnern freſſen=- das iſt nicht ſchädlich. Erfahrung in jeder Provinz, in je- dem Felde giebt die beſte Anweiſung=- der Weia zen kann mit mehrerer Sicherheit ganz abgehü- tet werden als der Roggen. Geſchiehet das Ab- hüten vor Lichtmeß, ſo iſt es weniger ſchädlich als wenn es nach Lichtmeß geſchiehet, am we- nigſten dem Weißen, mehr dem Roggen. I< häbe niemals vom Schaafhüten der Rog» gen- oder Weitzen-Saat in Anhalt und in Sach- ſen Schaden geſchen. In anhaltendem tro&nem Froſte habe ic) Weitzen 3 bis 4 Wochen behüten laſſen, ſo daß dev AFer ſtaubig geworden iſt=- alsdann aber iſt es nothwendig gaufzuhdren; ſonſt treten die Schaafe die Wurzeln heraus, Hier treiben einige Dörfer, die keine Schaafe halten dürfen, die Kühe und Zug- Ochſen auf 102 die Saat, es verſteht ſich aber bey Froſt oder recht troFnem Wetter 3; damit keine Eintritte werden, In Niederſachſen treiben viele Dörfer, Xleine Städte oder Fle>en, die keine Schaafe haben, ebenfalls ihre Zugochſen auf die Saat, oder treiben die Schweine auf die Roggen-Saat, Iſt Froſt, ſo können die Schweine nur die Rog- genblätter abfreſſen? iſt kein Froſt, aber der Ak2 Fer feſte, ſo wird eine Wiehre, ein Eiſendrath durch den Rüſſel gezogen z damit die Schweine nicht raden können,; I< habe im Deſſauiſchen, in Sachſen hin und wieder geſehen, daß man die Blätter von Winter- Rübeſaat, von Raps, hat mit den Scaafen abhüten laſſen; ich habe geſehen, daß man die Rübeſgat- oder Rapsſaat- Blätter mit einer Sichel abgeſchnitten, oder ſie abgeſchrd? pfet und das Laub' mit Wagen heim gefahren hat.) Bisweilen geſchiehet es ohne merklichen Schaden, bisweilen aber auch mit dem größten Verluſt, nachdem die Fröſte ſtark oder geringe kommen. IJ habe beydes mit Furcht nachge? jmacht== ich nahm nur 3 oder ztel der Breite 103 zur Probe vor, Wo ich hatte hüten laſſen, ging die Saat nicht aus, auch da nicht wo ich hatte ſchröpfen laſſen; aber ſie war dünner im Stängel, machte weniger Bohlen, und wenn jene 2 Ellen lang war, ſo war dieſe nur 13 Cile lang. Man hatte der Wurzel den Stängel, den Nahrungsſaft, abgeſchnitten, der ſich aus den Blättern in ſie hatte wieder hinein ziehen ſollen. So iſt es auch mit dem Weißen- und Roggen- Abhüten oder Abſchröpfen im Herbſt bewandt. Kurz, geſtärft wird weder Roggen noch< Weißen durch das Abhüten oder Sc&er abfreſſen, ſo lange noch ein grüz 464 nes Blatt an der Saat zu ſehen iſt= hernach laſſen ſie ihre geſchonete Weißen- und Roggen? Saaten behüten. Der Fürſt von Deſſau hatte dftern Anlauf von Unterthanen, über die Schonung der Amts- Roggen- und Weißen- Breiten- Im ganzen Lande gab die Kammer Befehl, kein Pachter ſoll im Winter beſäete Bauer= Felder behüten. eder Bauer mag ſeine eigne Ye>er behüten, jeder Pachter oder Amtmann mag ſeine eigne Saat behüten wie und ſo lange er will. Nun iſt alles gut und ruhig, die Schaafe leben doch, man rechnet nicht auf Nahrung von fremden Ye&ernz; macht Einrichtung darnach= und es öeht, und es iſt gut gehandelt= ich lobe es,== I. H. Fink, 105 S hleftenr5 Bevor ich: das in Rökſicht auf. die Schaafs zucht angenommene Syſtem des Grafen von Magni darſtelle, muß ich einige Worte über die ſchleſiſche Landſchaafracen ſagen, und die Art 58) Man wird dieſen Artikel nicht mit dem franzde- ſiſhen Original übereinſtimmend finden. Ih fand ihn nicht ſo richtig, als Herr Laſteyrie ihn gewiß geliefert haben würde, wenn er ſelbſt hät- te Schleſien beſuchen können, Der Herr Graf von Magni hat die Güte und Gefälligkeit gehabt, dieſen ihn allein betreffenden Artikel ſelbſt zu be- richtigen; und mit dieſen Berichtigungen und Anmerkungen erſcheint derſelbe hier. I< hoffe, meine Leſer werden gerne mit mir dem Herrn Grafen für dieſe Berichtigungen und Anmere- kungen danfen; welche ſelbſt dem würdigen Ver- faſſer des Buchs nicht unangenehm ſeyn werden, A, d, U. 106 und Weiſe, wie die Schaafe in Schleſien gewdhn- - Iich behandelt werden, ſchildern."' Die Verglei- chung beyder Methoden iſt lehrreich, und bewei- ſet den wichtigen Einfluß, den Kenntniße und und Einſichten auf die Fortſchritte der Land- wirthſchaft haben.| Die bewundernswürdigen Verbeſſerungen, welche der Graf von Magni gemocht hat, wi- derlegen hinläriglich die aus üblen Abſichten un- gufhdrlich erneuerten, und ans Unwiſſenheit als wahr angenommenen Sophismen. Sie bewei- ſen, daß die Landwirthſchaft nur dann in einem Staate gedeihen kann: wenn Gutsbeſitzer ſelbſt ſie ſtudieren/ und ſich practiſch damit beſchäfti- gen, Dergleichen Beyſpiele müßen uns über? zeugen, und es recht fühlbar machen, wie wich- tig es ſey, den Landmaun mehr in ſeinem Gez werbe zu unterrichten. Die ſchleſiſchen Landſchaafe haben einen klei- nen Körper; langen Hals, hohe von Wolle ent- bldßte Beine; auch haben ſie keine Wolle ſowohl unter dem Bauche, als an dem größten Theil des Kopfes, 107 Man findet in Schleſien zwey verſchiedene Gattungen von Landſchaafen, deren eine der andern in Rückſicht der Wolle bey weitem nach- ſtehet. Die mit der feineren Wolle liefert von allen deutſchen Schaafracen die Beſte, Man findet dieſe vorzügliche Race beſonders in der Gegend von Namslau, und von Oels, Die Schaafe werden in Schlefien zweymal geſchoren, obgleich man das zweymalige Schee- ren für fehlerhaft hält, weil es der Heerde oft nachtheilige Folgen und Zufälle zuzieht, und die Wolle dadurch zu manchen Arbeiten untgug- lich wird, An den Orten, wo man die Schaafe am ſorg» fältigſten behandelt, bleibt das Heu allein den Mutterſchaafen, und den jährigen, oder jüngern Lämmern vorbehalten.» Das übrige Futter be- ſtehet aus Weilzen- Roggen- Hafer- und Erb ſen- Stroh. Die Schaafe erhalten Steinſalz, wovon große Stä>e, an Seilen in den Stäl- len hängen; durch dieſes Aufhängen des Steinſalzes verhindert man das Verletzen der T08 Schaafe, welchem ſie bey dem begierigen Drän- gen um die ſonſt gewöhnlichen Tröge ausgeſeßt ſind. Das Horden der Schaafe iſt in Schleſien in der Regel nicht gebräuchlich. Man hält ſie des Nachts im Stalle, in welchem ſie auch den gröſ- ſeſten Theil des Winters, ohne ausgetrieben zu werden, zubringen, Dieſes leztere iſt den Schaa- fen um ſo nachtheiliger, da die Ställe gewöhn- lich nicht luftig, und mit den Dünſten des ſechs Monate darin liegenden Miſtes angefüllt ſind. Die Schäfereyen des Grafen von Magni ſind theils ganz von Stein, theils von ſteinernen Pfeilern, und leztere mit Holz ausgeſeßt, ſo daß bey einigen Wänden, zwiſchen jedem hori- zontal eingeſeßten Holze ein leerer Raum zum freyen Durchzuge der Luft, von zwey Zoll ge- laſſen iſt. In den ſteinernen Wänden befinden fich Oefnungen von zwey Fuß ins Gevierte, theils auch ſert, dann mit Hafer, und zugleich mit franzdſiſchem Raygras, Honiggras, weiſz ſem Klee, und Bimbernelle(Pimpinella) ange? ſäet; durch Begraſung dieſer Sgamen entſiceht für mehrere folgende eine beſſere Weide, als vorher vorhanden war. Sämmtliche Futterarten werden ſo vertheilt, daß jedes Thier, der Winter mag noch ſo ſtren- ge, no< ſo anhaltend ſeyn, reichlich ernährt wird. Der Graf von Magni berechnet gleich nach der Erndte ſeine erbauten Futter-- Vorrä- the, und beſtimmt nach dieſer Berechnung wie viel jede Viehart erhalten, und was aufbewahrt werden kann, Die dermalige Fütterung iſt der alten Art zu füttern ganz entgegen geſeßt. Zu dem Ende ſind die Ställe durchaus in einen luftigen Terrain verſeßt, und die innere Einrichtung mit Krippen und Raufen, wie ſieſonſt nicht waren, umgeänz2 dert. Dadurch wird die nun längere einſchüri? ge Wolle für ungeſundem Schweiß, und das Ein- 113 Einſtreuen des Futters bewahret. Gewöhnlich werden zwey Theile Stroh, und ein Theil Heu zu Siede oder Häckſel geſchnitten, und täglich viermal damit gefüttert. Unter dieſem Häc>ſel erhält noch jedes Schaaf ein Pfund Kartoffeln, vder auc< weniger, nachdem ſolche zugewachſen, Sie werden mit dem bekannten Eiſen zu Wür- feln geſtampft, und in zwey Futtern, mit dem Hädſel gemengt gegeben, Es wird immer darauf geſehen, daß das Heu nach der Güte von der Einſtallung bis zur Auzwinterung täglich gleich eingetheilt und verz füttert werde; ſo daß es nie ſtatt findet, daß einmal gutes, ein andermal ſchlechtes Heu. ge? füttert würde. Nur bey Mutterſchäfereyen wir» eine Ausnahme, während der Lammzeit und im milchenden Zuſtande gemacht; indem das beſte Heu auf dieſe Zeit aufgeſpart, und als Zulage gereicht wird, Um die Fütterung zu erleichtern, und deren Vertheilung regelmäßiger zu betreiben, nferden in denen Schaafſtällen des Grafen Magni Futs- H 114 tertabellen angeſchlagen, worauf die Gattung der Schaafe, die Futterſiunden, die Art und Menge des Futters u, ſ, w. bemerkt ſind. Die Tabellen A und B ſind nach denſelben ent? worfen, z6 8b 79 08 IG 08 *qunlß ZE pmD gynv 18v1139 g0)3/G: 2910149) wos 493419900 uayovg jogopa€ ie: aun 9 wn 13) pvh9011D joYapD€ 3801111(pviG an b un vonuplovun'no& - 391övguog3 3[401D- uöba1a4“u3mm)ag(33]h JJ pD “pyby1 uvh13 33G un 1un Gn oI wn 31381026 3617 9 wn -- D= *430WUpj)P0ID) SST1 an) 3211399VT+-203308 PV B. Futter-- Tabelle für 109 Schaafe, EITE BEEIN nemen 8>ſel geſchnitten; wiegen 69 Pf. ( 1.Schfl. 9 Ms. Klee m 6 u Morgens 1 TEEN 5 8(2 2'412 Stroh zu S ' ) 2, Um 10 Uhr- daſſelbe- 3. Um x Uhr Nachmittags Klee 2: 2 SR TSERL EG 3. Kartoffeln Um 6 Uhr ehen vom Getraide- 4. Um 4 Uhr [2 SZ 54 CIETEHRERÜKADA RER GENEREHEENSITT HENG 117 Die Mutterſchaafe erhalten täglich aufs Stü>X an Gewicht 33 Pfund 8x) Futter; die Böcke und Hammel 5x Pfund. Wir ſchen hier? aus, daß der Graf von Magni ſeine Schaafe reichlich füttert; er ſucht jährlich das ihnen bez ſtimmte Futter zu vermehren, indem ex die künſtlichen Wieſen vermehrt. Er hält mit Recht dafür, daß die Menge der Wolle allein von der Menge und Güte des Futters abhängt. Seine Schaafe erhalten nie Körner, weil er überzeugt. iſt, daß dieſes Futter, ſo nahrhaft und geſund es ſeyn mag, zu koſtbar iſt; und durc) andere Gewächſe, beſonders durch die Kartoffeln 82) erſeßt wird, durch welche drey 61) 1152Pf. Breßlauer Gewicht betragen 109 Ber- liner Pfund, Der Centner wiegt 132 Breßlauer Pfund, Sie kommen dem Leipziger Pfunde" ſehr ndhe, und ſind nur um ein Geringes verſchie den, denu 115x292 Breßlauer Pfund ſind gleich 115-2 Leipziger Pfundeu, A: d.. U. 62) Soſehr die Kartoffeln für geſunde Heerden an: zupreiſen ſind, ſo ſehr iſt deren Fütterung nach langjährigen Erfahrungen ſolchen Shagfen tödt- LIS Viertheile der Koſten der Fütterung mit Hafer erſpart werden können, Dagegen erhalten die Schaafe ſo viel Steinſalz als ſie wollen. Die? ſes beträgt ohngefähr auf hundert StüF, zwey und einen halben Centner.*?) Durch dieſe vortreffliche Behandlung er- hält der Graf von Magni ſeine Schaafe ge- wöhnlich in beſtmdglichſtem Zuſtande, und ſie kommen im Frühjahr, nach einem langen Win? ter eben ſo geſund und wohlgenährt auf die Weide, als ſie bey der Wintereinſiallung waren, lich, die dur< ein vorhergegangenes naſſes Jaht, oder durc< Verhütung gelitten haben, und deren innern Zuſtand man durc< die blaſſen Augen leicht erfennen Fann. In ſolchen Fällen müſſen die Kartoffeln wegbleiben, und nach Erforderia der Umſtände Körner gutgethau werden. Gr. vy, M. 63) An Orten, wo Stroh im Ueberfluß iſt, darf die Fütterung mit Hä>ſel nicht geradezu em- pfohlen werden. Die Schaafe freſſen daſelbſt nur das Feinſte und Beſte aus dem vorgelegten Stroh heraus 3 das übrige häuft den Dünger. Gr, yv- M. IT9 Er hat ſich mit den größ ßten Koſten fremde Racen, beſonders die ſchönſten ſpaniſchen Bd>e und Mutterſchaafe, aus den kaiſerlichen dſier- reichiſchen Schäfereyen kommen laſſen. Jeder BoX und jedes Mutterſhaaf der Heerden iſt ſorgfältig numerirt; jeder Schäfer bekömmt eine Abſchrift dieſer Liſten in ſeine Hänz- de, Bey der Schur wird die Wolle von jedem StüF gewogen, und in die Liſie eingetragen, Cs dienen alſo dieſe Liſten eigentlich als Namen der Schaafe. Damit die Racen nicht vermiſcht werden, ſind die Ohrenzeichen eingeführt. Bey der Leichtung oder dem Hammeln der Lämmer, er- hält jedes Bo>- und MuttersLamm die fortlau- fende Nummer der Heerde, wie auch das Oh- renzeichen, welches die Abkunft beſtimmt, Zu Ueberſicht dieſer Behandlungsart wird angemerkt, daß durch die Ohrenzeichen bey Auswahl der BöFe und Mutterſchaafe zum Sprunge die Verwandtſchaft vermieden wird, Es werden daher bey einer Matter- Schäferey, drey bis fünf Abtheilungen nothwendig. Die Abtheilung No, x erhält alſo auf den Kopf, fo- T20 wohl der BoFX als auch die Schaafe, einen Punkt mit einer ſc&nung durch den Schaafmeiſter den nemlichen Punkt, Nach dies ſen Punkten werden die Lämmer zum Hammeln ausgehoben, und mit dem Abkunftszeichen an den Ohren verſehen, In Anſehung der Wäſche der Wolle, befolgt der Graf den in Schleſien allgemein angenom? menen Gebrauch des Shwemmens, Die Schaa- fe werden nemlich durch ein fließendes tiefes Waſſer getrieben, in welches ſie von einer Art Brücke, die nicht hoch darüber liegt, hineinſprinz gen vnd durchſchwimmen müßen, Alle verſchiedene Racen der Schäferey wer- den nur einmal geſchoren 3 jeder Pelz wird un- mittelbar nach der Schur gewogen, und die Eigenſchaften, ſo wie das Gewicht deſſelben, wie bereits erwähnt iſt, eingetragen« Nach des nen in dieſen Tabellen enthaltenen Bemerkun- gen wahlt der Graf von Magni die Bd>e und Schaafe zur Sprungzeit aus. Er ſucht die ver? ſchiedenen guten Cigenſchaften mit einander zu verbinden 3; 3. B, die Feinheit, Vielheit oder Länge der Wolle, kd 697 vorzügliche Bil- dung der Schaafe u. ſ. w; und durch dieſe Ver- bindungen bildet ex immer vollkommen ergiebi- ge.Nacen; 54) Unermüdete Sorgfalt in der ganzen Wirth- ſchaft, zwe>mäßige Einrichtung der Ställe, Vermehrung und Verbeſſerung des Futterbaues, Geeenmmnegg nden 64) Alles dieſes, als: das Numeriren der Lämmer und Scaafe, das Eintragen aller Umſiände, und des Gewichtes jedes einzelnen Pelzes in Tabellen, das Wägen ſelbſt, alles dieſes ſcheint, wenn man es nicht kenut, weitläuftig zu ſeyn. Es iſt ſehr leicht, die Sc gebrae zur Begattung mit vielwolligten Mutterſchaafen; dieſes ſind die Mittel, wodurch es dem Grafen von Magni ge- lungen iſt, die jährlichen Einküufte ſeiner Gü- ter wohl viermal zu erhöhen, wornach ſich de- ren geſtiegener Capital- Werth leicht beurthei- len läßt, 55) 65) Dieſe Periode habe im nach den Berichtigun: gen, welche ich der Güte des Herrn Grafen von Magni verdanke, umgeändert. Herr Laſceyrie ſagt im Original alſo?„Vermittelſt dieſer Sorg= „ſalt iſt es dem Grafen von Magni gelungen, „innerhalb vierzehn Jahren die ſchönſte und „zahlreichſte Heerde zu erziehen, welche man in „einem ſo gut angebauten Lande findet, und 123 Dieſes Beyſpiel iſt bewundernswerth, und „ſeine Beſitzungen 110= 120, ooo Franken »(30, 009 Rthlr.) über den Werth za bringen, „den ſie hatten, als er ihre Bewirthſce, mit der In- »duſirie der Wirthe ſteigt. In Schleſien wur- „den die Ländereyen im Jahr 1748 taxiret z ſeit» „dem iſt dieſe Taxe nicht verändert worden.**) „Obgleich Schleſiens Lage, und ſeine phyſiſche „Beſchaffenheit nicht die günſtigſten ſind; ſo iſt „es doc eines der bevölferteſten, und am be- „ſten angebauten Länder in Deutſchland, und es „herrſcht der mehreſte Kunſtſleiß darinn.“ A. d. V. s) Hätte Hr. Graf v. M. ſeine Güter dur ſeine vieljährige mühevolle und raſtloſe Arbeit und die großen, darauf verwendeten Koſtea, nur um 130, 000 Franfen, oder 30, 000 Thaler un: 124 verdient wohl die Nachahmung der franzöſiſchen Gutsbeſißer, 8*) ſeres Geldes, in ihrem'Werthe verbeſſert, ſo wäre ihm vielleicht kaum die Hälfte der Koſten bezahlt. Der reine Ertrag der Schäsferey allein, der ſonſt unbedeutend war, beträgt ja, na< des Verfaſſers ziemlich richtigen Angabe im fünften Kapitel des erſien Theils, 105, 000 Franken, oder 26250 Nthlr. Die Total- Verbeſſerung aller Zweige dieſer muſterhaft eingerichteten Wirthſchaft muß alſo bey weitem betröthtlicher ſeyn, als unſer Verfaſſer ſie hier angiebt. A. d. U. „**) Im Jahr 1780 geſchah eine neue Taxirung der ſämmtlichen Dominical- als Ruſtical:Ländereyen, worauf 1781 eine neue Steuer- Regulirung er- folgte. 2 Gr. vy. M. 66) Und warlich noß mehr die Nachahmung deut-' ſcher Landwirthe. Wir müßten es unszur Schan- de reklichen fremde, ſie ahnden nicht einmal die Freuden, welche die Landwirthſchaft, wenn ſie gleich mit manchen 127 allgemeinen Wohlſtand durch die Wohlhaben- heit und das GlüF ſeiner Bürger anwachſen ſehen. Mühſeeligteiten verbunden iſt, gewährt; und wenn ſie ſich) das Landleben denken, ſo geſchiehet dieſes unker einem grcadiſchen Zauberbilde. Sobald dieſes Bild ſchwindet, wird ihnen das Landleben, wenn ſie ja einen Verſuch damit gez wagt haben, zur Laſt, ſie eilen nac den Städ» ten und deren rauſchenden Vergnügungen zu- rü&, und überlaſſen die Bewirthſchaftung ih- rer Güter Pächtern und Verwaltern. Dieſe wirthſchaften nun wie ſie wollen, dem Herrn iſt es genug, wenn er ſeine Revenüen nur rich- tig erhält. Wie diefes geſchiehet, ob das Gut das Doppelte tragen könnte, ob die Untere thanen gut oder ſchlecht behandelt werden, ob die Gebäude verfallen oder nicht, und wie es mit dem Inventarium ſtehet, alles dieſes fümz mert ſie nicht, ſie denfen nicht einmal daran, weil ſie yon alle dem feinen Begriff haben. Fünftes Kapitel, Die DOeſterreichiſchen Staaten, Eine von allen Reiſenden gemachte, und tau- ſendmal angeführte Bemerkung iſt dieſe: daß A&er- und Kunſtfleiß in einem Lande mehr oder weniger blühend ſind, und das Volk mehr oder weniger glücklich iſt, je nachdem dieſes eines hdhern Grades von Freyheit genießt, oder nach Maaßgabe der Vorurtheile, durch welche es ſei- ne Religion herabwürdigt. Dieſe Bemerkung, welche man bey einer Vergleichung zwiſchen dem Zuſtande von Jtalien, ſowohl als Spanien mit einigen andern europäiſchen Ländern; der Schweiz in ſich; beſonders aber zwiſchen dem ndrdlichen und ſüdlichen Deutſchlande machen kann, iſt nirgend auffallender als in dieſem leßten Lande, Man 129 Man findet Wohlhabenheit und Gedeihen in denen Theilen Deutſchlands, wo der ge- meine Mann geſunde Begriffe hat; während daß dieſer unfähig iſt, Theil an den Fortſchrit- ten der Landwirthſchaft oder anderer Zweige der Induſtrie in denen Staaten zu nehmen, wo Aberglaube herrſcht, wo das Volk unwiſſend iſt, und mehr oder weniger unter dem Druce lebt, Die Wahrheit dieſer Bemerkung iſt beſon? ders in den dſterreichiſchen Staaten auffallend, Der Aderbau wird an allen Orten nachläſ- ſig betrieben, 82) und die zu verſchiedenen Zei- ten angewendeten Bemühungen ihn zu beleben, ſind fruchtlos geweſen und mußten es ſeyn: denn Ackerbau und Handel können nur gedeihen, wenn 68) Ober- Oeſterreich muß hievon ausgenommen werden; dieſes iſt durchaus gut angebaut, In jedem Lande können Urſachen zuſammentreffen, welche die Fortſchritte des A>erbaues und der Induſtrie, ohngeaatet der Fehler der Regie- rung, begünſtigen. So ſind die Gegenden unt Neapel, und Valenzia in Spanien gut ange: baut und liefern reiche Erndten, A, d. V. I ſie auf Freyheit gegründet, und durch Kenntniſs? ſe geleitet werden. 8?) Das weitläuftige Gebiet dieſer Staaten, bie? tet eine große Berſchiedenheit in den Schaafra- cen dar, deren Wolle aber alle von minder guter Beſchaffenheit iſt. Die Schaafe werden allge- mein auf ſchlechten Weiden gehalten; man gönnt ihnen wenig Sorgfalt, hält ſie in engen Ställen ohne Oeſſnungen, aus denen der Miſt nur zweymal des Jahres herausgeſchafſt wird. Dieſe Behandlung und ſchlechtes Winterſutter ziehen den Heerden dfters Krankheiten zu, und es giebt wenig Länder, wo Seuchen ſo häufig und verheerend wären, als in den dſterreichiſchen Länz dern. Der Gebrauch, die Schaafe zu melken 69) Auch in Mähren und Böhmen, welche ſerbau nichts weniger als ver- nachläßigt und unbelebt zu ſeyn. Aller Orten ſahe ich angebaute Felder, und gut unterhal» tene Gebäude, ſo wie viele ſken. Zwey Jahre nach dieſem erſien Befehl ergieng. ein zweyter, um den Seuchen vorzube 1gen. 1) Die Heerden ſollen mit gütem und hin- länglichem Futter verſorgt werden, 334 2) Sie ſollen nicht in niedrigen überſchwemmt geweſenen Gegenden geweidet werden. 3) Vor dem Austreiben müſſen die Thüren und Fenſter in den Ställen 7*) gedffnet werden, Bey gutem Wetter müſſen die Fenſter Tag und Nacht offen bleiben. 4) Bey gutem Wetter werden die Heerden herausgebracht, nachdem ſie Freßen und Sau? fen im Stalle erhalten haben; man läßet ſie ei- nige Stunden auf einem geräumigen freyen Fel- de, worauf ſich weder ſchädliche Pflanzen, noch ſtehendes faules Waſſer befindet, 5) Bey feuchtem Wetter müſſen die Schaa- fe, beſonders die vdllig ausgewachſenen, des, Tages zweymal Steinſalz erhalten, 6) Die Smäßigſte Art, die Fortpflan- „zung der ſpaniſchen Schaafe, und „die Erhaltung der Reinheit in ihrer „Race zu ſichern,“ liefre. Dieſem ein- ſichtsvollen Landwirth war die Aufſicht der Heerde zu Rambouillet beſonders übertragen; 73) Der franzöſiſche Titel dieſer nur 55 Seiten in 3vo. enthaltenden äußerſt lehrreichen Schrift "lautet: Instruction Sur les moyens les plus propres 3 assurer la propagation des betes 3 laine d' Espagne, et la conservation de cette race dans toute Sa purete; publice par le Conseil d'Agriculture et redigde par F. H. Gil» bert, Professeur, an V. Sie iſt ins Deutſche unter folgendem Titel überſeßt:„Ueber die „Fortpflanzung der ſpaniſchen Schaafe, wie da= „bey zu verfahren, daß ſelbige nicht ausarten 5 „herausgegeben vom Wirthſc befolgt. Ich werde damit anfangen, Thatſachen und Bemerkungen mitzutheilen, von denen ich zum Theil durch andere unterrichtet bin, oder die ich zum Theil in Rambouillet ſelbſt habe machen können, Die Scen, Roggenſtroh, Spreu und Hafer; ſie er» halten ſo viel Futter als ſie verzehren können z Stroh wird ihnen nur zum Zeitvertreibe in die Raufen gelegt, es dient nachher zur- Streu, Sie erhalten zu viel Körner, und die Schaafe, welche aus Rambouillet in Pritvatſchäfereyen kommen, müſſen darunter leiden, wenn ſie von einem ſo nahrhaften Futter, zu der ungleich ſchlechteren Fütterung übergehen müſſen, die ſelbſt in den beſten Schäfereyen ſtatt findet, Ein jeder, der Schaafe aus Rambouillet ankäuft, ſollte Bedacht darauf nehmen, ſie nur nach und nach zu derjenigen Fütterung zu gewöhnen, die er ihnen nach einer ſo kräftigen zu beſtimmen im Stande iſt, Es wäre zu wünſchen, daß man in Ram- bouillet an Statt der Körner Wurzelgewächſe zur Fütterung anwendete, als Kartoffeln, Run- kelrüben u, ſ, w. I< habe es bereits in die? I41 ſem Werke erwähnt, warum man Wurzeln dem Getraide vorziehen ſollte, Während des Winters werden die Schaafe täglich ein Paar Stunden qusgetrieben. Von der Mitte July bis Ende Octobers werden ſie gehordet,. Sie ſind in drey verſchiedene Heerden, nem? lich; in die Lämmer- Mutter: und Hammelheer- de, in welcher ſich auch die BdFe befinden, gez theilt. Des Tages bleiben die jungen Lämmer bey den Müttern, des Nachts aber werden ſie allein gehalten, und nach fünf oder ſechs Mo- naten werden ſie abgeſeßt, Die Schaafſtälle in Rambouillet ſind luftig; die Raufen, welche zwar beſſer als die hier zu Lande gewdhnlichen ſind, würden nor mehr Vorzüge gewähren, wenn ſie nach Art derjenigen gemacht wären, die ic in Deutſchland geſehen, und deren ich ſchon oft erwähnt habe, Die Weide zu Rambouillet, Der Park zu Rambouillet enthält viele hohe, abhängige, geſunde, und für die Schaafe ſehr zuträgliche, zugleich aber auch ganz flache, kalte, ſtrenge Ländereyen und AFerſtü>ke; eini- ge Stellen ſind troFen, andere feucht. Die Benußung dieſer verſchiedenartigen Weidepläße iſt ſo richtig nach der Jahreszeit, der Tempe? ratur der Luft, den Tagesſtunden, dem Futter, welches die Schaafe im Stalle erhalten, und allen übrigen Umſtänden berechnet, daß jeder Gefahr vorgebeugt iſt, welche unter einer we? niger ſorgfältigen und einſichtsvollen Aufſicht vorhanden ſeyn würde, Es ſind Stellen, wel: e etwas Hafer erhalten; er giebt ihnen Kraft, und es iſt ſehr gewiß, daß es bey den Nach- kommen, welche ſowohl in Anſehung des Kdr- 144 perbaues als der Eigenſchaften der Wolle mehr nach dem Vater als nach den Müttern fallen, ſehr ſichtbar iſt, wenn ein oder der andere Bo>k mehr oder weniger bey Kräften geweſen iſt, Dieſe Beobachtung iſt vorzüglich bey der Be- gatiung der Landſchaafe mit Ml Bd>en ſehr wichtig. Einen Monat vor der Lammzeit und einen Monat nachher, auch wohl länger, wenn die Mutterſchaafe nicht in den Feldern reichliche Nahrung finden ſollten, oder wenn man den Mangel an Weide nicht.durch gutes Futter im Stalle erſeßen kann, müſſen ſie etwas Kleyen, Hafer, Erbſen, ileine Bohnen, oder anderes Getraide erhalten. 7%) Auch die Lämmer müſ? ſen 74) Alles dieſes müßte aber wohl, um von rech- tem Nußen zu ſeyn, geſchrotet werden. Kar? toffeln erſeßen dieſes alles; x Berliner Scheffel bey hinreihendem Heufutter auf 1009 Scaafe iſt genung. Fehlt es an Heu, ſo gebe man 2 Scheffel auf 109 Stü. A, d, U. 145 ſen Kleyen 7*) erhalten, wenn ſie freſſen könnens; dieſe kleine Ausgabe muß man nicht ſcheuen z die Schdnheit und der Werth der Zuzucht bes zahlen ſie reißlic, Uebrigens muß ſich dieſe Zulage von Kleyen, Hafer u. ſ, w. nach der Beſchafſenheit der Weide richten; iſt dieſe gut und nahrhaft, ſo iſt wenig Zulage ndthig, im entgegengeſezten Falle iſt ſie dringend noth- wendig. Der in Frankreich zu wenig bekannte Ges brauch des Salzes, hat auf die Schaafe, beſon- ders auf die feinwolligen, einen großen Einfluß; man kann ihn den Landwirthen nicht genug em? pfehlen. Man giebt jedem Schaafe täglich eine halbe Unze mit ein wenig Hafer oder Kleyen, 25) Man ſcheue ſelbſt nicht die Ausgabe, den Lätm2 mern Haferſchrot zu geben; es iſt ihnen ge» ſünder und nahrhafter. Kleyen, beſonders von Weißen, zu häufig genoſſen, können leiht Ver? ſtopfungen verurſachen. Ein Berliner Scheffel Haferſchrot iſt für 100 Lämmer mehr als hinreis en, nemlich Lehm, der mit Salz durcnet iſt, Wes nig Schäfer beobachten dieſes; aus Furcht, daß die Schaafe hungern möchten, treiben ſie früh aus, und möchen die Schaafe ungeſund, Ich habe es oft bemerkt, daß Schaafe, welche man ganz frey auf der Weide gehen läßt, niernaſſes Gras freſſen; anders verhält es ſic) aber mit dez nen Schaafen, die des Nachts eingeſchloſſen gez weſenſind, aus HungerFfällen dieſe über das naſ- ſe Gras her; dieſes erſchlafſt die Gefäße, beförz dert das Fettwerden, aber dieſem anſcheinenden Zunehmen folgt die Fäule bald nach, Die vor? x50 geſchriebene Vorſicht iſt, zumal bey der jungen Zuzucht, nothwendig. Man kann leicht denken, daß jede auf den Pflanzen ruhende Feuchtigkeit, woher ſie auch kommen mag, eine ver Wirkung des Thaues ähnliche erzeugt. Iſt es unabänderlich nothwendig, die Schaa2- fe bey feuchtem Wetter auf die Weide zu bringen, ſo muß man durchaus die höchſten, mit Genſter oder Haydekraut bewachſenen Stellen, und die freyeſten Hügel ausſuchen, und die Schaafe, wo möglich, nicht austreiben, ohne ihren erſten Hunz ger durch- ein gutes Futter im Stalle geſtillt zu haben. Niedrige, feuchte Stellen, die im Winter unter Waſſer ſtehen, im Sommer aber abtroX- nen, dürfen nicht mit den Schaafen betrieben werden, wenigſtens darf es nicht eher als Mit- tags geſchehen, wenn ſie ganz tro>en find; aber auch dann muß man die Heerde nur kurze Zeit darauf laſſen. Bey großer Hiße muß man die Schaafe in den wärmſien Stunden des Tages, entweder in den Schatten von Bäumen, oder unter Dach bringen, im lezten Falle aber die Fenſter in den 157 Ställen offen laſſen. Man kann es als Grund2 ſaß annehmen, daß den Schäafen ſowohl in Anſehung der Geſundheit, als in RüFſicht der Schönheit und Feinheit der Wolle, eine gemäſ- ägte Temperatur 73) die angemeſſenſte iſt. Ein ;on dieſem Grundſatz überzeugter Schäfer wird, wenn er irgend verſiändig iſt, bald Mittel fin den, ſich der Erhaltung ſeiner Schaafe zu ver? ichern. Die reichlichſten, den größeſten Ueberfluß on Kräutern darbietenden Weiden, ſind gerade die, für die man ſich am mehreſten hüten mußz 78) Eine Temperatur von 8 bis 12 Graden na< Regaumur, höchſtens bis 15, ſcheint mir die an- gemeſſenſte für die Schaafe zu ſeyn. Im Winz- ter iſt. es in unſerm nördlichen Clima, wo 18 bis 20 Grad Kälte nichts ſeltenes ſind, ſchon glü>- I< für die Schaafe, wenn es in den Ställen nicht friert; denn die allermehreſten haben ſo dünne Wände, daß ſie nicht wider den Froſt ſichern 3 dafür macht man ſie aber ſo dichte, daß feine Luft hinein kaun, und die Shaafe beynghe erſti&en müſſen, A. d.|. 152 beſonders gefährlich iſt e8, die Schgafe auf Fünſtlichen Wieſen weiden zu laſſen. Die Lus zerne, noe, um ſie von der Heerde zu entfernen, auf ein ganz entlegenes Vorwer! gegeben, wo ſie auf dem Hofe herum liefern, ohne geweidet zu werden, Es wurde hier eini: ges Rindvieh auf dem Stalle gefüttert, und dieſe Bö>e giengen nah Belieben in die Futter- kammer bey den Klee. Sie hatten ſchon meh xere Wochen ſo gelebt, und waren ſehr fet. Es beluſtigte mich, es mit anzuſehen, wie unce- heuer dieſe Thiere fraßen; eines Tages befihl ich ausdrüFlich, ſie niht aus der Kammer zu jagen, ſondern im ſeßte mich hinein, un ſie recht zu beobachten. Sie fraßen ſich ganz di>, giengen dann an einen neben dem Hofe vorbcy» fließenden Bach ſaufen, und kamen längſtens in einer Viertelſtunde wieder freſſen. I< er- wartete es wenigſtens, ein yagt dieſer Thiere 3 e hatten beſtimmt yorbher nie Klee geſehen, vielweniger gefreſſen. Man verzeihe, daß im mich ſo lange bey dieſer un- bedeutend ſcheinenden Erzählung aufgehalten habe, fie ſheint mir aber wichtig genug zu ſeyn, ſie hier anzuführen. Doc würde ich auf feinen Fall meine Heerde. ſo behandeln, oder einem an= dern anrathen, es zu thun. J Fehren. j Wenn man ſiehet; daß dieſer Vorſicht ungez achtet Schaafe auflaufen, ſo muß man kei- nen Augenblick anſtehen, ſie ins Waſſer zu werfen, oder ſie zum Laufen zu zwingen 3 man Fann ihnen auch ein halbes Glas voll Oel ge- ben, und wenn das Aufblähen nicht nachläßt, ſo muß man ihnen mit einem Meſſer, an der Vinken Seite unmittelbar unter den Nieren, zwi- ſchen den Hüften und den Ribben in den Wanſt ſioßen; 32) durch dieſes Mittel verſchafft man 80) Dieſe Operation iſt immer gefährlich, und nur im äußerſten Nothfall anzurathen, und dann doch der Trokar dem Meſſer vorzuziehen. Bey dem Nindvieh iſt die Operation ſo wie der Trofar, Stallfütterungswirthen gewiß bekannt, oder ſollte es wenigſtens ſeyn 3 in Anſehung der Scaafe iſt beydes weniger bekannt, da leider no< ſo wenig Wirthe Klee für die Schaafe bauen, alſo für dieſe feine Gefahr befürchten dürfen. Wo es möglich iſt, daß Vieh oder Schaafe durch Klee zu Schaden kommen können, I55 der im Magen qus den Kräutern entwickelten Luft den nöthigen freyen Ausgang durch die Wunde. Um den Ausgang der Luft, nach Maasgabe der fortdauernden Entwickelung zu befördern, bringt man einen Rohrhalm, oder einen hohlen Aſt vom Hollunderbaum, oder ire gend ein anderes Rohr, von der Dicke eines Fingers durch die Wunde in den Wanſt, und überläſſet die Heilung der"Wunde übrigens der Natur alleine, Die Begattung. So allgemein die Meynung iſt, daß die jüngſten männlichen Thiere ailer Art, die frucht» da ſvllte der Hirte oder der Schäfer ſtets einen Trotar bey ſich führen. Sein Gebrauch iſt ſiche- rer als der des Meſſers, welches nur Nothbe- Helf ſeyn darf; denn es iſt ſchwer, eine Röhre neben dem Meſſer in die Wunde, und noch ſchwerer, dieſelbe, wenn das Meſſer heraus ge- zogen iſt, hinein zu bringen. Hinlängliche Vor» ſicht auf der Weide, ſo wie bey der Stallfüttes Fung, macht die Operation unnöthig. A, d, U. 156 barſten ſind, und die ſchönſte Nachkommenſchaft erzeugen, eben ſo irrig ſcheint ſie mir zu ſeyn. Dieſer Saß würde unbeſtreitbar wahr ſeyn, wenn man unter jungen männlichen Thieren völlig ausgewachſene verſtünde, Allein gerade dieſe hält man zur Zeugung am wenigſten tauglich, 3*) 81) Meines Wiſſens iſt dieſe Meynung, wenig» ſtens in Anſehung der Schaafbö>e, in den beſten deutſchen Schäfereyen nie wohl im acht- zehenten Monate zu den Scaafen; aber nur in Bauerwirthſchaften, wo alle Arten von Schaa- fe durc< einander laufen, kommen die jungen Böe früher zum Sprunge. Anders verhält es ſich mit dem Nindvieh. Jn den Niederungen an der Weichſel, 3. B. wo die befannte, große und ſchöne Race Nindvieh anzutreffen iſt, werden die jungen Bollen,(Stiere, Stamm oder Saa- men: Ochſen) in einem Alter von fünfviertel bis anderthalb Jahren zu den Kühen gelaſſen, *„man braucht ſie dabey bis ins dritte Jahr, und 157 Dieſe gegen die erſten Grundſäße einer richtigen Keuntniß der Thiere ſtreitende Meynung, beru- het lediglich auf dem Mißbrauch, den man vonden jungen Thieren macht, Es iſt offenbar, daß ein junger Bo> von acht bis neun Monaten, den man erſchöpft hat, indem man ihm, wie ich davon viele Beyſpiele weiß, hundert, ja hundert und funfzig Sck nicht eher gebraucht bis er ſein Wachsthum vollendet hat, d, h. bis läßt ſie dann verſchneiden; weil man ſie ſpaterhin zu ſchwer findet, Beſonders braucht man ſie ſoy früh aus der angefährten Urſache bey den klei- nen Kühen auf der Höhe zur Verbeſſerung der Race. Es iſt möglich, daß es den jungen Thig- ren ſelbſt im Wahsthum ſchadet; an den Nach» kommen verſpürt man aber in den Niederungen feine Abnahme der Race; und die von ihnen und kleinen Kühen von der Höhe fallenden Käls ber werden viel ſtärker und beſſer als die Mütter. A,'d. U. 358 er beynahe zwey Jahre alt geworden iſt, ſo iſt kein Zweifel, daß er nicht eben ſo fruchtbar ſeyn ' ſollte, als ein jähriger; daß er nicht weit voll- kommnere Lämmer erzeugen, und bis ins ſech? ſie oder ſiebente Jahr zur Zeugung eben ſo ſchd2 ner Lämmer fähig bleiben ſollte, wenn man ihm nicht mehr, als dreißig bis vierzig Muta terſchaafe zugiebt, Die Nachkommen eines jun gen Bo>s, zeigen bald eine Anlage zum Aus2 arten Noch wichtiger ſcheint die Vorſicht zu ſeyn, das mannbare Alter der Mutterſchaafe abzu? warten, ſie können zwar ſchon im zehenten oder eilften Monate gebährenz; man erhält auch oft ſchöne Lämmer, wenn ſie erſt im ächtzehenten oder zwanzigſten Monate beſprungen werden; wenn uns aber darum zu thun iſt, lauter aus- "erleſene große Schaafe zu erziehen, und viele, auch feine Wolle zu erhalten; ſo iſt es nothwen- dig, die Schaafe bis zu einem Alter von zwey und einem halben Jahre von den Böden ge- trennt zu halten; es wäre denn, daß ſie im achtzehnten Monate ſehr ſtark und völlig auss gewachſen wären, Sollten junge/ ungusge* ET 159 wachſene Mutterſchaafe läammen, ſo muß man nicht ſäumen, ihnen das Lamm wegzunehmen und ihm ein anderes Schaaf zur Amme zu gez ben; in Ermangelung einer Amme aber, daſz ſelbe mit Kuh- oder Ziegenmilch aufzuziehen ſu- Hen, Die Erfahrung lehrt es, daß das Tra2 gen und Gebähren eines Lammes, die jungen Schaafe mehr angreift als das Säugeny und daß ſie, weun man ihnen das Lamm gleich wegnimmt, in ihrem Wachsthume nicht ſtehen bleiben, Um alſo die Veredlung zu beſchleuni- gen, zugleich aber den größeſten Grad der Voll» Fommenheit zu erreichen, kann man junge Schaa- fe von achtzehen Monaten zur Zucht gebrauchen, nur muß man Landmutterſchaafe,„deren Läm- mer man dem Schlächter verkaufen kann, zu Ammen bereit halten, wenn man die jungen Lämmer nicht lieber mit Kuh- oder Ziegenmilch erziehen will. Wenn man die BdXe ſowohl als die Mutter- ſchaafe, vorgedachtermaaßen ſchont, ſv fann man erſtere bis ins ſiebente, oder achte, leztere aber bis ins eilfte, ſelbſt ins zwölfte Jahr ohne Nachtheil zur Zucht gehrguchen, Es ſind noch 160 ze3o(1796) Scaafe von denen im Jahr 1786 angekommenen in Rambouillet vorhanden, wel? e, oder den Bo>,== denn ſelten iſt mehr als einer unter der Heerde, ſo ſtark ſie auch ſeyn mag=- das ganze Jahr hindurch unter den Mutterſchaafen 3; ſie werden gewöhnlich alle tragend, aber die Lämmer wer- den zu ſehr verſchiedener Zeit gebohren 3; es ents ſtehen daraus viele Unbequemlichkeiten für den Schäfer, und die Bd>e werden ſehr entnervt. Da die Schaafe mehrentheils gegen Anfang des Monat Thermidor,(Ende July) anfangen den Begattungstrieb zu äußern, ſo folgt daraus, daß die mehreſten Lämmer im Nivoſe,(Ende Decembers) folglich in der kälteſten Jahreszeit gebohren werden, wo die Weide am ſparſamſten iſtz 161 iſt 5 vein ſehr ſchlimmer Umſtand, wenn man den Mangel derſelben nicht durch reichliches tro>nes oder friſches Futter/ als? Wurzeln aller Art, Kohl und“ dergl. erſeßen kann, womit ſich alle Landwirthe reichlich verſehen ſollten, die ſich mit der Schaafzucht beſchäftigen wollen, In den ndrdlichen Gegenden von Frankreich läßt man die Bd>e nicht eher als zu Ende des Vendemigire(im October) zu den Schaafens viele landwirthſchaftliche Schriftſteller haben dieſe Gewohnheit angeprieſen, welche zwar in den ndrdlichen Gegenden, wo der Begattungstrieb bey den Schaafen viel ſpäter rege wird, ſehr gut ſeyn kann; in weniger ndrdlichen Strichen md<- te ein gleiches Verfahren aber mancherley Nach: theil haben. Es iſt Wink der Natur, daß die Schaafe zu? gelaſſen werden, wenn ſie anfangen den Begat- tungstrieb zu äußern; und wenn Umſtände es erfordern, dieſen Zeitpunkt weiter hinaus zu ſetzen, ſo irrt man, wenn man glaubt, die Be- friedigung deſſelben ohne Nachtheil äufſchieben zu dürfen, L 162 Obgleich die Schaafe dieſen Trieb ngen der Schaafe alle die Umſtände eintreten, von denen die Kraft und gute Leibesbeſchaffenheit der Frucht abhängt. Ich habe es wenigſiens bemerkt, daß viele Scaafe unfruchtbar bleiben, wenn man den Bo> lange, nachdem ſie die erſten Zeichen des Bes gattungstriebes geäußert haben, darunter läßt; und die allgemeine Erfahrung beweiſet es, daß die zuerſt gebohrnen Lämmer, allezeit die ſtärk- ſten ſind, und einen beſſern Wachsthum errei? von ohngefähr darunter ge- kommen iſt, A, d. y. MI SHEKEN ume SEE m MERE EEN - ene eiräiitn eä 164 der Winter- Weide zu vechnen, darauf bed dacht iſt, ſich re eichlic) es Futter für die EEE durch Wurzelgewächſe, und Futterkräuter zu verſchafz- fen. Durch den Anbau dieſer ſcyäßbaren Ge- wächſe vermeidet man überdem die durchaus ſchädlichen Folgen eines ſchlenmigen Ueberganges vom tronen zum grünen Futter, und von dies? ſem zu jenem. Das Entwöhnen oder Abſeßen der Lämmer, Da eine reichliche und geſunde Fütterung das Haupterforderniß bey einer veredelten Schaaf- zucht iſt, alle übrigen aber ſowohl in Anſehung der Pflege und Wartung der Mutterſchaafe als ver Lämmer die nemlichen wie bey denen Land- / ſchaafen ſind, ſo ſoll hier nur etwas weniges von dem Entwöhnen oder Abſekßen der Lämmer erinnert werden, da dieſes in Anſehung der Veredlung der Race eine beſondere Vorſicht er? fordert, Die Lämmer müſſen nicht länger als fünf, hd<ſtens ſechs Monate ſaugen 3 wenn ſie dieſes 165 Alter erreicht haben, müſſen die Lämmer ganz von den Mättern entferat, zugleich aber die nicht gehammelten jungen Bd>e von den Muts- terlämmern getrennt werden, Ohne dieſe Vor? ſicht entkräften ſich die Bde ſelbſt, zugleich auch die Mutterlämmer, von denen viele tra- gend werden würden; alle aber würden klein bleiben, und nicht gehdrig auswachſen, die da- von fallenden Lämmer noch ſchlechter, und die Ausartung bald vollkommen werden. Man kann daher nicht ſorgfaltig genug vermeiden, daß die Bd>&e, ſo wie die Schaafe nicht vor ih- rem geendigten Wachsthum zum Begatten ge- langen; und dieſes erlangt man nur dadurch, wenn man die Schaafe in zwey Heerden theilt, wovon nemlich die eine aus den Böen, die an- dere aus dem Muttervieh beſteht. Cs iſt ſelbſt ndthig, während der Sprungzeit eine dritte Heer?- de aus denen Schaafen zu machen, welche man nicht zulaſſen will. Eigenthümer, welche mehrere nahe an einan- der gelegene Güter beſiken, würden ſehr gut thun, jede Gattung von Schaaſen allein zu hals 166 ten. meh 83) Einen gleichen Vortheil könnten ſich rere darüber einverſtandene Nachbarn ohne 83) Bey einer großen Schöferey, und wenn man ſie auf mehrere Vorwerke vertheilen kann, iſt es wohl am rathſamſten, die Schaafe in folgende Heerden zu vertheilen. a) Die Zuchtbö>e, b) Die Zucht- Mutterſchaafe. c) Die gelden oder göſten Schaafe, Zeitſchaafe und Jährlingsmutterlämz mer. d) Die Hammel und jungen Böe; und wo es Gelegenheit dazu giebt, e) die Maſthams= mel allein auf einer Fettweide, wohin man die andern uicht bringen daxf. Auf jeden Fall, und wenn die ganze Schäferey an einem Orte ſtehen muß, ſind drey Heerden den Sommer hindurch durchaus nothwendig, nemlich: a) alles Mutter vieh, b) alle Bö>e und Hammel, c) die Lämz- merheerde. Jn der Sprungzeit müſſen alle die- jenigen Mutterſchaafe, welcxen ohne Graben und Wälle, würden auch nicht viel helfen; weil ſie ſchwerlich ſo dichte ſind, daß ſie die Böe oder Schaafe gegen die Begattungszeit hindern wür- den, nicht irgendwo durcen, Zäune und Wälle ſchädlich, weil der Schnee ſich daran oft ſo ſehr anhguft, daß er, beſonders au der Nordſeite, oft noh ſehr lange liegt, wenn alle Felder ſchon davon befreyt ſind, wodurch den Getraide- und Kleeſaaten, oft auf großen Strichen beträchtlicher'Schaden zugezogen wird. A, d, U. 169 wendig» Geſchiehet es mit einem Male, ſo entſtehen oft Verſtopfungen der Milch in den Eutern, der Mütter, und Geſchwülſte an den- ſelben; die ohne Uebergang auf troc>knes Futter geſeßten Lämmer aber, verfümmern augenz= ſcheinlich, Das Hammeln oder Leichten, & Es giebt verſchiedene Arten dieſe Operation zu verrichten, ſie ſind alle gut, und werden vhngefähr auf ein und dieſelbe Art vorgenom»- men. Hier ſoll von dieſem Geſchäfte nur in ſo ferne die Rede ſeyn, als es auf Entſcheidung der Frage ankommt; ob man die veredelten Bd- &e dieſer Operation unterwerfen ſoll, und in welchem Grade der Veredlung man ſie als voll- kommen veredelte Race betrachten, und ſie mit Sicherheit zur Zucht gebrauchen kann? Abkömmlinge von zweyen Schaafen verſchie- dener Racen, haben immer mehr oder weniger Aehnlichkeit von einer oder der andern, Zuweilen, aber ſehr ſelten, iſt das aus der erſten Generation erzeugte Lamm dem Vater 170 ſo ähnlich, daß es ſchwer iſt, einen merklichen Unterſchied aufzufinden, Man ſollte auf den erſten Avſchein glauben, daß ein ſolcher Bock ſofort zur: Veredlung der Race zu gebrauchen wärez es iſt aber eine bey ollen Thierarten tauſendmal beſtätigte Wahrheit, daß die Kinder mehr nach dem Groß- oder Ael- tervater, als nach dem Vater ſelbſt arten. Da nun die Vorfahren eines ſolhe veredelten Generation weg. Böd>e dieſer Ge- neration, welche alle Eigenſchaften der ganz reiz nen Race haben, und übrigens ſo gebaut ſind, wie es von guten Zuchtbd>en erfordert wird, kann man ohne Anſtand zur Zucht gebrauchen; bis dahin muß man ſie alle, ſo ſchön ſie auch ſeyn mögen, hammeln laſſen, oder aus der Heerde entfernen, ehe ſie zur Vermehrung fähig ſind; 171 denn wenn man ſie blos von den Schaafen ge- trennt halten wollte, ſo wäre doch zu befürchten, daß einige unter die Schaafe kämen, ſie träch- tig machten, und dadurch die ganz vollkommne Veredlung, nach welcher man ſtrebt, verſpäten und aufhalten würden, E3 iſt ausgemacht wahr, daß veredelte Bd- >e, ſelbſt die von der erſten Generation, beſ- ſer zur Zucht als die Gemeinen ſind, und daß ſie eine grobwollige Heerde ſehr merklich ver- edeln; es folgt jedoch hieraus nichts weiter? als daß man dergleichen BdFXe nur dann zur Zucht gebrauchen dürfe, wenn es ſchäechterdings unmöglich iſt, ſi) welche von reiner Race zu verſchaffen. Auch iſt es nicht zu läugnen, daß eine wichtige Rüſicht für die Beybehal- tung der halbſchlägigen Bd>e ſpricht, Der gemeine Mann beſißt einen beynahe unüberwind- lichen Haß gegen Thiere aller Art, deren Ge- ſtalt ihm fremd iſt. Dieſen Haß zu beſiegen, er- fordert der eigene Vortheil aller aufgeklärten Landwirthe, Man kann ihn aber nur dadurch nach und nach beſiegen, wenn man dieſe Men- 'Hen unmerklich au dieſe neue Formen gewöhnt, 172 Dieſes wäre durch die Verbreitung halbſchlägi- ger Böcke am leichteſten zu bewirken, Das Auge des gemeinen Mannes würde ſich nach und nach an die Geſtalt der ſpaniſchen Schaafe gewdhnen; er würde andere„Begriffe von der wahren Schönheit dieſer Thiere bekommen, und dieſe Schönheit zuleßt im höchſten Grade an den ſpaniſchen oder ganz veredelten Schaafen finden, und dadurch ohne ſelbſt zu wiſſen, wie? anderes Sinnes werden. Hätte man ſeit zwan- zig Jahren alle haibſchlägigen Bö>e in Frank- reich zur Zucht gebraucht, ſo gäbe es in dieſem Augenblick ſicher keine Heerde mehr, in der ſich nicht etwas ſpaniſches Blut fände; und man wäre dem Ziele näher gekommen, indem das allgemeine Streben auf. einen Gegenſtand jeder- zeit mehr gerichtet iſt, der einen leichten und ſicheren Abſaß verſpricht, als auf ſolche, die einen zwar großen, aber ungewiſſen Gewinn hoffen laſſen, Der allgemeine Vortheil vereinigt ſich mit dem Privat-Vortheil zu Beybehaltung der halb- ſchlägigen Bd>e; aber demohngeachtet kann wan es nicht genug wiederholen, daß man ſie 173 nur beybehalten darf, wenn man im Stande iſt, einſchaft mit den Schaafen ganz reiner ihre Ge ßBoik: ly 3. Race, dieman beſitzt, gänzlich zu verhindern; im entgegengeſezten Falle, würde die Veredlung rü>warts gehen. dichter und buſchiger, Ihaaf damit über den ganzen Körper ve iG iſt, deſto nothwendi- ger iſt es, dieſe Thiere nach der Schur gegen die ſchädlichen Wirkungen und Einflüſſe der Witte- rung zu ſchüßzen, Die große Hiße iſt in dieſem Zeitpunkte für die Schaafe nicht weniger zu fürch- ten, als Kälte und Feuchtigkeit. Eine gemäſ- ſigte Temperatur iſt ihnen in den erſien Tagen nach der Schur am zuträglichſten, und man muß ſv viel als möglich ſuchen, ſie ihnen zu verſchaf- fen, und ſie darinn zu erhalten, Wenn ſie in dieſem Zeitpunkte gehordet werden, ſo iſt es beſ- ſer, ſie in ofſene Schoppen oder luftige Ställe zu bringen. Sind dieſe aber enge und dumpfig, ſo iſt es ihnen weniger ſchädlich, wenn mgn ſie drauſſen liegen läßt, 174 Eben dieſem Grundſaße zufolge ſollte man die Wäſche der Schaafe, von welcher Race ſie guch ſeyn mögen, abſchaffen, da dieſelbe mehr Schaden ſtiftet, als ſie Naßzen gewähret. Man braucht nur die erſten Kenntniſſe von den Cigen- ſchaften der Thiere zu haben, um die Wirkung zu beurtheilen, welche ein voll Waſſer gezoge? ner Pelz, der auf dem Leibe der Schaafe tronen muß, auf dieſe, von allen bekannten vierfüſſiz gen Thieren gegen die Näſſe am empfindlichſten hervorbringt, Cben ſo ſehr als die Geſundheit der Schaafe, erfordert die Schonung der Wolle die Verbannung dieſes Gebrauchs, den man an den mehreſten Orten nur aus Gewohnheit, und aus Neigung zum alten Schlendrian beybehaält. Vom Abſchlagen der Hörner, und Abſchnei- den der Schwänze, Die Hörner, welche die Natur dem Schaaf- bo& zur Vertheidigung gegeben hat, werden ihm als Hausthier nicht nur unndthig, ſondern un- bequem und ſ<ädlid. Sie hindern ihn, den Kopf durch die Sproßen der Raufen zu ſte 375 &en, 85) das Stroh zu durchwühlen, deſſen guſz ſexſte Enden und zarteſte Theile er nur frißt, und die Aehren oder feinen im Stroh befindlichen Grashalme heraus zu ſuchen, Die Hörner ver- lezen oft die Schaafe, wenn ſie ſich durch die Thore drängen, und es iſt nichts ſeltenes, daß ſie den Bd>en beym Kämpfen gefährlich werden, Es giebt zwey Arten die Hörner zu ampu- tiren; man bedient ſich dazu entweder der Sä- ge, oder des Meiſſels. Im erſten Falle ge- braucht man eine ſehr ſcharfe Handſäge 3 die eng- liſchen mit einem Handgriffe, oder die ſogenannz ten Fuchsſchwänze ſind zu dieſem Gebrauch die 86) Es wundert mich, daß Gilbert dieſes als einen Grund für die Amputation der Hörner anführt, da doch ſo weitläuftige Raufen geradehin nichts taugen. Wir haben bereits im erſten Kapitel von Schweden S, 11, 12, 13, und im zweyten Ka- pitel von Dännemark S. 24, ſo wie im vierten und fünften Kapitel an mehrern Orten geſe» hen, daß unſer Verfaſſer ſole ſind, fünf bis ſechs Zoll tief gemacht; am Ende derſelben wird eine zweyte gegraben, welche mit der erſten ein Kreuz bildet. In dieſe weniger tiefe Grube legt man eine eiz s, drückt mit einer Hand den Kopf def ſelben feſt auf die Plan- ke, während er mit der andern, den breiten, vier bis fünf Pfund ſchweren Meiſſel auf das Horn ſeßzetz ein anderer Mann thut mit einem hdlzernen Schlägel einen bis zwey Schläge auf den Meiſſel, welche hinreichen, das Horn an dem beliebigen Orte abzuſtemmen, Die Vorrichtun- gen, 177 gen, welche dieſes Verfahren erforbert, geben dem Gebrauch der Säge den Vorzug, 87) Man macht dieſe Operation gewdhnlich, wenn die Bd>e ein Jahr alt ſind. Es iſt nichts ſeltenes, daß die Hörner, wenn ſie wieder wache ſen, ſich gegen den Kopf biegen, welches dem Thiere läſtig wird, ſie würden ſelbſt in den Kopf hinein wachſen, wenn man nicht in Zeiten Sorge trüge, ſie wieder abzunehmen, Der Schwanz iſt für das Schaaf eine unbes 87) Obgleich es mir gerade in der Zeit, da ich dieſe Stelle überſeßte, zum erſtenmale geſchehen iſt, daß einer meiner ſchönſten Böcke todtgeſtoſſen worden, ſo geſtehe ich doch, daß mir dieſes Abſtem2 men der Hörner, eine der gewaltthätigſten Opera» tionen ſcheint, die ich mir denken kann. I< halte ſie weit gefährlicher, als jede Art die Schaafe zu waſchen, weil die Hirnſcen mehr Nahrungöstheile zufließen und dieſer dadurch ſiärker wird, Dieſe Mey? nung bey Seite geſeßzt, ſo gewährt dieſe Opera» tion Vortheile genug, um uicht vernachläßigt zu werden. Man wartet damit, bis die Läm» mer 3*) drey oder vier Monate alt ſind; alss 88) Sollte die Natur den Schaafen die Schwänze nicht gegeben haben, um die Fliegen und Brem? ſen zu hindern, in den After und das SGeburts- glied zu riemen, und dort ihre Cyer abzuſeßen? A, d. U. 89) In den Jahten 1802 und 1823 habe ich bey niir den Fall gehabt, daß die Land- Mutter» ſchaafe den mehreſcen Lämmern die Schwänze abbiſſen, ohngefähr ſo tief als man ſie gbſchnei- * 379 dann werden die Schwänze drey bis vier Zoll, von der Wurzel an gerechnet, abgeſchnitten, Es würde gefährlich ſeyn, ſie kürzer abzuſchneiden, det. Dieſes Jahr thun ſie es gar nicht, I< wünſchte wohl die Urſache dieſes Abfreſſens zu wiſſen; bis jeßo kann ich ſie mir nicht erklären, Hunger zwang ſie nicht dazu. 9. d, Uy. Siebentes Kapitel, Holland, Die Art die Schaafe zu erziehen, hängt mit j der natürlichen Beſchaffenheit des Landes genau zuſammen, und weicht daher von dem, an ans dern Orten üblichen Verfahren, ganz ab, Jeder >» Pächter hält einige Schaafe bey ſeiner Wirth- ſchaft, aber nur wenige, Dieſe ſind ſich, ſo zu ſagen, ſelbſt überlaſſen.*?*?) Sie werden mit den Kühen, Ziegen und Schweinen auf Wieſen geweidet, die mit He>en oder Gräben einges 90) In Preußen und mehreren Ländern, werden die Küchen- und Bauerſchaafe auf ähnliche Art behandelt. A, d, U. 181 ſchloſſen ſind, Sie kommen nur in die Ställe, wenn die Wieſen überſt ſind. In Nordholland und im Texel, wo ſehr viele Schaafe gezogen werden, läßt man ſie den ganzen Winter auf den Wieſen, In dieſem Theile von Holland beſitzet ein Bauer gewöhnlich hundert bis dreyhundert Schaafe, da er ſich in andern Gegenden begnügt, ein Du- ßend, und ſehr ſelten über vierzig zu halten, Man findet, daß dieſe Schaafe, beſonders die von der großen Race, weniger fett werden, wenn man deren viele auf einer Wieſe hält; ſo überflüßiges Gras ſich auch darauf befinden möge. Eine Urſache, warum man die große Race vorzugsweiſe hält, iſt: daß die Abgaben von ällen Schaafen**) gleich ſind; man erzie- 91) Man bezahlt 12 Sous holländiſch für jedes Schaaf,*) A. d, V, *) 20 Sous, oder Stüver machen einen holländi- ſchen Gulden; alſo beträgt dieſe Abgabe beynahe einen halben Thaler preußiſch, A. d. U. 182 Het alſo lieber die, welche den mehreſten Nutzen bringen, - I< will hier die merkwürdigſten Racen bes ſchreiben, die ſich in Holland, im Texel und in Frießland befinden. Die frieſiſchen Schaafe ſind ſowohl wegen ihrer Grdpe und ſchönen Geſtalt, als wegen ihres reichlichen Ertrages an Wolle, Milch und Lämmern merkwürdig. Jh habe einige der? ſelben geſehen, welche am Wiederroß acht und einen halben Decimeter(zwey Fuß neun Zoll) hoch waren. Von der Spißze der Naſe bis an den Schwanz waren ſie vierzehen Deci- meter, fünf Centimeter(vier Fuß, fünf und einen halben Zoll) lang. Sie haben keine Hdr- ner; ihr Schwanz iſt zwey Decimeter, fünf Cen- timeter(neun Zoll) lang, am Ende eines kleinen Fingers di>, und ohne Wolle, Ihre Ohren ſind zwey Decimeter,(beynahe acht Zoll) und der Kopf iſt drey Decimeter(beynahe eilf Zoll) lang. Sie haben eine ſeidenartige, für ihre große Län2 ge, welche vier Decimeter(Funfzehn Zoll) be- trägt, ſehr feine Wolle, Dieſe auſſerordentlich T33 großen Schaafe 22) ſind gewbhnlich. ſehr mager, beſonders die Zeit über, da ſie gemolken werden, Sie haben acht, bis acht und ein halbes Kilos gramm(ſechszehn, bis ſiebenzehn Pfund) Wols le.*?3) Das Euter dieſer Schaafe iſt ſo groß al3 bey den Ziegen; ſie werden täglich zweymal gemolken, und geben jedesmal eine Pinte 2*) Milc<. Sie bringen des Jahres drey, vier, ja ſogar fünf Lämmer, Die Schaafe aus dem Texel haben große Aehnlichkeit mit den frieſiſchen 3 ihre Geſtalt iſt dieſelbe, nur ſind ſie etwas kleiner, und ihre Wol- le iſt weniger fein und lang; ſie ſind nicht ſo hochbeinigt, ihr Schwanz iſt kurz, di> und mit 92) Es ſcheint, daß in Jrland eine no< größere Race anzutreffen iſt, welche eine feinere und längere Wolle giebt als die frieſiſchen Schaafe. A. d. V. 93) Ob gewaſchen, oder ungewaſchen im Fett? die- ſes iſt die Frage 3 wahrſcheinlich lezteres. ATV u 94) Ohngefähr ein halbes Berliner Quart. Y9,d- U. 184 Wolle bewächſen. Die Mutterſchaafe geben wes niger Milch als die frieſiſchen, werden aber auch zweymäl gemolken. Sie bringen auch drey bis vier Lämmer jährlich; von ihrer Milch wird vor? trefflicher Käſe gemacht. Die Schaafe im Texel und in Frießland weis den gewöhnlich in den näſſeſten, oft ſogar mit Waſſer bedeXten Weiden, ohne mehreren Krank2 heiten qusgeſeßt zu ſeyn, als die Schaafe in tro&nen Gegenden, Die Größe und Stärke die- ſer Schaafe rührt ohne Zweifel von der vortrefſz lichen Weide her, welche ſie den größten Theil des Jahres haben; und von dem nahrhaften Fut? ter, welches ſie im Winter im Stalle erhalten, Von. beyden hier angeführten Racen könnte man in Ländern, wo' die Weide ſehr nahrhaft, und im Ueberfluß vorhanden iſt, ſehr großen Vortheil ziehen; an jedem andern Orte aber würden ſie ausarten, und weniger Nußzen abwerfen, als Racen mittler Größe, welche auf mittelmäſſi- gen Weiden hinlänglich Nahrung finden, I< habe Schaafe dieſer Race in verſchiede- nen Theilen von Holland, in Holſtein, am mit2 I85 täglichen Ufer der Oſtſee, 2*) ſelbſt in Schweden und Dännemark wiedergefunden; ſie waren aber mehr oder weniger gusgeartet, je nachdem ſie i einem fruchtbaren oder unfruchtbaren Lande lebten. In einigen Gegenden von Holland findet man eine langſcern, Wieſen, Erlen- Eichen? und Ulmen- wäldern beſtehen, ſind mit Abzugsgräben durch- ſchnitten. Man weidet auch die, Merinos an den groſz ſen Landſtraßen, und noch dfter in den Wäl-* dern, wo ſie Gras im Ueberfluß finden. Mitz- tags Fehren ſie bey großer Hilze nach den Schä- fereyen zurüX; des Nachts läſſet man ſie auf den Wieſen, Außer wenn die Erde mit Schnee bedeckt iſt, werden ſie täglich auf die Weide gebracht;- kann dieſes nicht geſchehen, ſo erhalten ſie gleich den Landſchaafen Hen, Nunkelrüben, weiße Rüben, Bohnen und Hafer. Herr Twent hat bemerkt, daß das Futter, welches man den Landſchaafen giebt, ſo wie die Weide in Holland, den Merinos ſehr zuträglich iſt; daß dieſe eben ſo fett werden, als jene; und daß die auf naſſen Weiden gehaltenen Merinos gen, welche ſich auf die Wieſen niederlaſſen, und die tiefen Weiden dadur< weniger ungeſund machen, * A, d,|U. 183 : ii ae] der Fäule weniger als die Landſchaafe untere worfen ſind. Eine nicht minder wichtige, auf zwölſjäh- rige Erfahrung gegründete Beobachtung des Herxn Twent iſt dieſe, daß die Erlenblätter, nach welchen die Schaafe, vorzüglich bey naſſem Wetter, ſehr begierig ſind, ſie gegen die Fäule, ſelbſt dann bewahren, wenn ſie in moraſtigen Gegenden weiden. Es ſcheint, daß der Inſtinkt ihnen dieſes Vorbauungsmittel anzeigt, da ſie, beſonders bey naſſem Wetter, dieſer Krankheit am mehreſten ausgeſeßt ſind. Herr Twent giebt ſeinen Schaafen nie Salz, vennoclich ausgefallen, daß er für die Zukunft eine glänzende Hoffnung giebt. Die in Anſehung der Zucht dieſer herr» lichen Race genommenen Maagsregeln laſſen vermuthen, daß dieſer Theil Italiens, bald ſelbſt ſo viel Wolle gewinnen wird, als zu Ver- fertigung der ndthigen Tücher erforderlich iſt. Die Nachrichten, welche ich hier über die Zucht der Merinos in Piemont geben werde, ſind aus einer, der Academie des AFerbaues zu Turin übergebenen Abhandlung entlehnt, 190 Man entſchloß ſich, gleic) nach Ankunft der ſpaniſchen Heerde im Jahr 1793, auserleſene Mutterſchaafe, aus dem Neapolitamſchen, aus Deutſchland, und der Gegend um Padua an- zuſchaffen 3 und im Frühjahr 1795 vereinigte man dieſe Schaafe mit der ſpaniſchen Heerde, von welcher ſchon Nachkommen vorhanden wa? renz; auf beyde Racen wurde gleiche Sorgfalt verwendet» Bey gleicher Behandlung in Anſe hung der Nahrung und Begattung, gediehen beyde Racen gleich- gut, Denen Lämmern rei? ner Race wurden einige Tage nach der Geburt die Schwänze abgeſchnitten, um ſich in der Fol- ge von ihrer Aechtheit zu überzeugen;*7) ſo wie dieſes auch in Spanien geſchieht, Alle halbſchlägigen Bd>e wurden vor dem ſechſten Monat gehammelt, und die ächten wurden 97) Dieſes iſt ein ſehr unſicheres Mittel, ſich von der Reinheit der Race zu überzeugen. Hätten dort die Mutterſchaafe den Lämmern die Shwän2 ze ein Mal, ſo wie bey mir geſchah, abgefreſ? ſen, ſo wäre es um dieſes Kennzeichen geſchez hen geweſen, A, d. YU. I9L nicht eher als im dritten Jahre, nach ſtrenger Auswahl der vorzüglichſten unter ihnen, zur Zucht gebraucht. Die ſämmtlichen Schaafe wurden ngachſolgendermaaßen in verſchiedene Heerden getheilt: 1) Die Zuchtbö>e reiner Race. 2) Die Hammel, welche man bis nach der dritten Schur behält. 3) Die Zuchtmutterſchaafe aller Racen, 4) Die Jährlings- Mutterſchaafe von allen Racen, 5) Die zweyjährigen und jährigen Bö>ke. Die Schaafe ſtehen in der ſchönen Schäfe2 rey zu Mandria, Ein aus den übrigen Schä- fern genommener Oberſchäfer ſtehet der ganzen Heerde vor; unter ſeinen Befehlen ſiehen die bey jeder Abtheilung angeſtellten Schaafmeiſter, und nach der Anzahl der Schaafe erforderlichen Knechte.) Die Schäferey beſtehet aus einem großen viereXigen, von Gebäuden eingeſchloſſenen Hofe, Das vorderſte Gebaude enthält rechts und links neben dem Eingangs- Portal, die Wohnungen der Schöfer, Drey große Ställe, deren zeder 192 tauſend Schäafe faßt, bilden die drey' an? dern Seiten des Viere>s. Jedes dieſer drey Gebäude hat zwey in den Hof gehende Gatter? thore, jedes vier Fuß breit; die Ställe hängen inwendig an einander, Fenſter und große Oefſ- nungen in den Wänden ringsumher verſtatten der Luft von allen Seiten freyen Durchzug, und und führen die ſchädlichen Dünſte ab. Die Raufen und Krippen ſind rundumher an den Wänden, und in der Mitte der Ställe ſo ange? bracht, daß die ganze Heerde zugleich gefüttert werden kann, ohne daß die Schaafe ſich drängen, Bewegliche Wände dienen dazu, die ndthigen Abſchläge'grdßer oder kleiner zu machen,?*) Am 98) Wenn es mir erlaubt iſt, mein Urtheil über ei- ne ſo ſchöne Nationalanſtalt zu fällen, ſo geſtehe ich es, daß mir der Zuſammenhang der Gebäude in einem geſchloſſenen Viere> nicht vortheilhaft ſcheint. a) Dieſer Zuſammenhang iſt bey etwan ausbre= e werden, wie ſchon erwähnt wor? den, nie vor dem dritten, die Mutterſchaafe nicht vor dem zweyten Jahre zur Zucht gebraucht+ ein 196 kängerer Aufſchub würde ihnen gefährlich ſeyn, da ſie zu dieſer Zeit vdllig ausgebildet ſind. Das Horden iſt wenig gebräuchlit, oder die Weide für die Schaafe nicht mehr ganz hinläng- lich iſt, werden ſie mit dem beſten Grummt (Nachmaht) im Stalle gefüttert; ein anderes Futter hat man nicht verſucht, da dieſes in Pie- mont ſo vorzüglich gut iſt. Man iſt aber Wil- lens, einen Verſuch) mit Kartoffeln zu machen, deren Anbau man in der Ebene ſtark zu betrei- ben anfängt. Jedes Lamm ſaugt nur ſeine Mutter, 22) nach vierzig Tagen treunt man ſie 101) Es wäre zu wünſchen, daß es angeführt wäre, wie die Piemonteſiſchen Schäfer es bewerkſtelli- gen, daß jedes Lamm, nur ſeine Mutter ſauget. Das einzige Mittel iſt: jedes Mutterſchaaf al? lein mit dem Lamm in einem Abſchlage zu ha? ben; wie machen ſie's aber, wenn dieſes nicht der Fall iſc? Mir ſcheint dieſes ſehr ſchwer zu ſeyn. A, d, U. LOT zwar, die Lämmer werden aber nicht eher als Xurze Zeit vor der Wanderung in die Alpen ganz entwöhnt, wenn ſie ſtark genug ſind, dieſe Reiſe von ſieben bis acht Tagen zu ertragen, Neuntes Kapitel. Von der Art, die Schaafe in einer Heerde | zu numeriren, MD rien - FRIE Die Zuſammenbringung einer Heerde muß nicht dem Zufall überlaſſen werden; ſie muß nach richtigen, auf Erfahrung gegründeten Grundſäßen, und richtigen Berechnungen be- werkſtelligt werden, und auf genauen Beobach- tungen beruhen. Es iſt nothwendig, daß der Landwirth jedes Schaaf und ſeine Abſtammung von Geſchlecht zu Geſchlecht kennen könne, <=<=<==uCrz=zem= Man mag eine Heerde ganz reiner Race zus ſammenbringen, oder eine grobwollige Heerde Landſchaafe veredeln; oder verſchiedene Racen TI99 mit einander durch wechſelſeitige Vermiſchungen zuſammenſchmelzen wollen: ſo- iſt es eben ſo nothwendig, die Schgafe ſelbſt, als ihre Abkunft genau zu kennen, Im erſten Falle. muß man nicht nur die Ra- ce in ihrer ganzen Reinheit zu erhalten ſuchen, ſondern man muß, ſich auch bemühen, ſie in Anz ſehung, der Feinheit und Länge der Wolle, ſo wie in jedem andern Betracht, als: in der Grdſ» ſe, Güte des Fleiſches, der Anlage zum Fett- werden u, ſ. w. zu verbeſſern, Man muß alſo die Schgafe kennen, welche die verlangten Ei- genſchaften beſitzen, die beſte. Wolle geben, die ſchdnſten Lämmer bringen u. ſ. w. Durch dieſe genaue Bekanntſchaft mit der Heerde, wird es leicht, die Paarung der Schagfe dergeſtalt eins zurichten und zu berechnen, daß man in dex Folge eine Race erhält, welche vollkommmner iſt, als die Stammheerde es war, Nicht minder nüßlich iſt das Numeriren, wenn man zwey oder mehrere Racen mit einan- der vermiſchen will, Die Ayswahl wird leiche 205 ter zu beſtimmen, da män durch die Nummer die Schaafe leicht erkennen, und wiſſen kann, welche von denſelben die mehreſte Hoffnung zt fortſchreitender Veredlung geben, oder welche ausgeſioßen werden müſſen, Es verhütet jeden &erthum, erleichtert die Mittel, zu beſtimmten Reſultaten zu gelangen, und iſt auf jeden Falk den Fortſchritten der Kunſt nüßlich, Auf welche Art man die Schaafe numerirt, iſt ganz gleichgültig; es iſt genug, wenn ſie leicht ausführbar iſt, und den Beſißer für jeden Irr- thum ſichert» Ich will hier das von mir ange? nommene Syſtem des Numerirens mittheilen z jeder kann es nach ſeinem Gutdünken abändern und modificiren, Man zeichnet gewdhnlich die Pferde und an- dere Thiere durchs Brennen mit einem glühen- den Eiſen auf der Lende. Die Wolle geſtattet dieſes bey den Schaafen nicht; man müßte ſie denn vor der Stirne, auf den Baen,*2*) oder die 102) Sollte dieſes Brennen am Kopf nicht leicht den Knochen ſchädlich ſeyn? Bey ſpaniſchen Sce auf den Hörnern brennen, und zwar nur in dem Falle, wo man einer gewiſſen An- zahl von ihnen das nemliche Zeichen geben woll- te. Es kdmmt hier aber darauf an, jedem Schaafe ſein unterſcheidendes Kennzeichen zu geben. Einige Wirthe gebrauchen hiezu metals lene Platten, woriun die Nummern geſtochen ſind; dieſe Platten werden durchbohrt, und mit einem Bindfaden um den Hals gebunden oder vermittelſt eines Drahtes in den Ohren befeſtigt. Dieſes etwas koſtbare Mittel kann unter gewiſz ſen Umſtänden gar nicht angewendet werden. Die Nummern gehen zuweilen verlohren, wels hes nachtheilig iſt, wenn man richtige Rech- nung über den Zuſiand der Heerde halten, und die Reſultate der angeſtellten Verſuche auf? zeichnen will. Die Ohrenzeichen oder Einſchnit- te in den Ohren ſind das ſicherſte Mittel, den verlangten Zwe zu erreichen, Schaafen, die oft bis unter die Augen und ans Maul mit Wolle bede>kt ſind, würde dieſe Art zu brennen guc in der Geſtalt V aus, die folgenden Nummern bis neun werden glſ?o gezeichnet: Nummer. 6 wird bezeichnet durc< VI. z--- zv 2 SE--„INV. : 0.2- 2"„INV: Die nemlichen Zeichen, welche am linken Ohr die Einheiten bedeuten, zeigen am rechten die Zehner. an. Man könnte guch ein andres Numerirungs- Syſtem erwählen, durch welches man beym er? ſten AnbliFe die ganze Genealogie des Schaas fes erkennen könnte. Wenn man eine Heerde hat, von welcher man Race verlangt, ſo kann man die Schaafe nach obiger Art numeriren z; zugleich aber jedem neugebohrnen Lamm die 204 Nummer des Vaters auf ein Ohr, die der Mutteraber aufs andere ſchneiden, Zu dieſer Ab2 ſicht müßten die Einſchnitte im obern Rande die Einheiten, die im untern die Zehener andeuten. Es wäre leicht auf dieſe Art die ganze Gez ſchlechtsfolge in gufſteigender Linie vom Sohn auf den Bater heraus zu finden, wenn man das Alter jeden Schaafes an den Zähnen unterſuchte. Dieſe Methode wäre vorzüglich nüßlich, wenn man kein Regiſter über die Heerde führt. Es iſi aber ſehr nüßlich, ein ſolHes Regiſter zu führen, worinn die Nummer. eines jeden Schaafes bemerkt iſt. Man zeichnet darin alle Beobachtungen auf, die man erforderlichen Fal? les wiederzufinden wünſcht, und die man nicht nur in Anſehung der Paarung. der Schagfe und Vermiſchung der Racen gemacht hat, ſondern guch alle diejenigen, die man während der ganz zen Zer macht, da man Verſuche mit einer Heerde unternimmt. Cin ſorgfältiger Wirth, welch'r ſeine Kunſt zu vervollkommnen wünſcht, wird dariv gewiß ſowohl die Fehler als die Vor? züge der Schaafe, ihren Geſundheitszuſtand, die Krankheiten, die Art und Beſchaffenheit der „Edo --= 205 Wolle, den daraus gezogenen Nußen u, ſ. w,. aufzeichnen. Hiergus wird man leicht ſehen, welche Schaafe abgeſchafft werden müſſen, oder welche man zur Zucht wählen kann 3; man wird endlich dadurch den beabſichtigten Endzwe>: Veredlung der Race, und höchſtmöglichſte Ab- nußung der Heerde erreichen, Ende des zweyten Theils, 1 — 1 OLN eedae