eee B; /2 3 Uaiv.-Bibl. Giessen alrdirs A, ue / Sdν,, — 3 8 : Die Lehre vom Dünger 16) AI; M gründliche Anleitung zur Production, richtigen Hehaitdlung und zwek- mäßigen Anwendung der verſchiedenen Dünger- arten auf den productiven Boden. Von 1 |+ 5 | D. Friedrich: Schmalz, | Hofrath und ordentl. Profeſſor der Landwirthſchaft und Kammeralwiſſeyuſchaften zu Dorpat, mehrerer gelehrten Geſellſchaften Mitgliede. 3 Ein integrirender Theil der allgemeinen- Encyklopädie der geſammten"* Land= und Hauswirthſchaft der Deutſchen. 2.6.1 31 du in Baumgärtners Buchhandlung, > 13831, Die Lehre vom Dünger, tv Erſter Abſchnitt, Von den verſchiedenen Miſtarten, 6. 1. Wir wiſſen, daß ſoviel, als die Pflanzen dem Was Düns Boden entziehen, ihm wieder an Pflanzennahrung gegeben gen heiße. werden muß, wenn ſeine Kraft ſich nicht vermindern und endlich ganz erſchöpft werden ſoll. In der Natur wird dieſer Erſatz auch wohl ohne unſer Zuthun dem Boden zu Theil; ſo werden z B. die Kräfte des Waldbodens, die ihm durch den Wacdsthum er Bäume und von andern Pflanzen jährlich entzogen werden, durch die abfallenden Blätter, durch die zwiſchen den Bäumen wachſenden Kräuter, Gräſer und Mooſe, und ſelbſt durch abfal= lende Aeſte, auch eingegangene ganze Bäume und dergl. mehr, was alles in Fäulniß geräth, erſetzt; ja auch geſtorbene Thiere, beſonders Inſecten, geben, wenn ſie in Fäulniß übergehen, dem Waldboden Erſatz für das, was die auf ihm wachſenden Bäu- me ihm entzogen, Einen Beweis davon, daß der Waldboden in der Regel mehr empfing, als er gab, gewährt uns die Erfahrung, daß alter Waldboden gewöhnlich ſehr reich an Kraft iſt, und dieß, wenn er als Aker benutzt wird, oft viele Jahre durch den Üppigen Stand der auf ihm gebauten Früchte äußert. Aber beym Ackerbau, wo wir oft jährlich ſolche Früchte vom Boden bis auf die Wurzel wegnehmen, welche wenig oder keine Blätter verloren, die dem Boden hätten zu Gute kommen können, müſſen wir für den Erſatz der beym Wachsthum der er- baueten Gewächſe dem Boden entzogenen Kräfte ſorgen 3 das heißt: wir müſſen den Acker von Zeit zu Zeit düngen. Gemeiniglich wird aber nicht allein das, was in. den Boden kommt, um demſelben neue nahrhafte Materie für die Pflanzen mitzutheilen, Dünger genannt, ſondern im Allgemeinen auch denjenigen Mitteln, welche auf irgend eine Weiſe die Fruchtbare keit des Bodens erhöhen, dieſe Benennung beygelegt. 9. 2, Alle in Fäulntß oder in Verweſung gegan- Humus, gene organiſche Subſtanzen enthalten die Materie zur Hervor- bringung und Vollendung aller und jeder angebaueten Vegetabi- lien 3 durch dieſe Fäulniß oder Verweſung entſteht der Hu- Die Lehre vom Dünger. (232) 4; mus, der auch ſonſt Dammerde, Pflanzenerde, gute Erde u. ſ. w. genannt wurde; er liefert in Verbindung mit dem Waſſer und den in der Atmoſphäre enthaltenen, Stoffen die Hauptnahrung der Pflanzen. Er macht immer einen Beſtandtheil desjenigen Bodens aus/ auf welchem ſich Pflanzenwachsthum äußert) und iſt daher faſt überall auf der„oberen Schicht unſerer Erde anzutreffen, oft wird er aber auch, noch in einer ziemlichen Tiefe gefunden. Der Hu- mus wird in völlig gebildeten, in noh nicht vollkommen-ausge- bildeten, in auflöslichen und unauflöslichen eingetheilt. M Der aus Vegetabilien entſtandene Humus. ſcheint faſt nur als Nahrungsmittel für die Pflairzen zu wirken und. nur wenig zur Zetſehung noch unzerſeßter Stvffe und zur Lebensthätigteit der Pflanzen beyzutragen; der thieriſche Humus hingegen wirkt nährend nicht allein, ſondern befördert auch die Zerſezung des unauflöslichen Humus und reizt die Pflanzen zur größten Le- bensthätigkeit auf. Der völlig gebildete und auflösliche Humus wirkt ſogleich als eine kräftige Pflanzennahrung 3 der noch unausgebildete geht erſt nach und nach in jene über; und der unauflvosliche muß exſt auflvslich werden, bevor er zur Pflanzennahrung geſchickt iſt. Wenn er mit Einwirkung einer zu große Menge Wäſſer gebildet wird, ſo zeigt er eine ſaure Beſchaffenheit. Solcher ſaurer Humus' iſt unfruchtbar und oft ſogar der Vegetation ſchädlich.. Er verliert aber nach und nach dieſe Eigenſchaften, wenn er durch Auflo>ern und Wenden von allen Seiten der At- moſphäre ausgeſezt wird; auch Kalk und Holzaſche und animäa= liſche Subſtanzen,„mit ihm vermengt, machen ihn nach und nach auflöslich. Der mit weniger Feuchtigkeit unter günſtigen Umſtänden durch vollkommene Fäulniß und Verweſung entſtande- ne Humus hingegen hat keine Säure, und iſt daher auflöslicher und fruchtbarer, als zener ſauere.: Noc< nachdem der Humus gebildet iſt, iſt er noch Veränz derungen unterworfen, Aus der Luft zieht er Sauerſtoſf an und läßt dafür kohlenſaures Gas entweichen, was den ihm nahen Pflanzen als Nahrung zu Gute kommt. Wenn blätterreiche Pflanzen den Boden dicht, bedecken, ſo verhindern ſie das Ver- flüchtigen des kohlenſauren Gaſes, was aus dem Humus entwi- Felt wird. Dieſe Pflanzen ziehen es zum Theil durch Wurzeln und Blätter an ſich und mit einem andern Theile wird die Acker= frume geſchwängert, die dann um ſo geſchickter für die nachfol- gende. Frucht wird, indem ſie nicht allein reich an Pflanzennah- rung, ſondern auch durch das eingeſogene Gas mürbe gemacht worden iſt, was beſonders nach üppig und dicht beſtandenen Erbſen und Wicken deutlich ſichtbat iſt. Dann wird auch aus dem Humus die im Waſſer anflösliche Subſtanz, welche man Extractivſtoff nennt, gebildet, die, mit Waſſer verdünnt, von"den Pflanzenwurzeln als Nahrung eingezvgen wird. Liegt Humus tief, unter Erde oder unter Waſſer, ſo daß er der Einwirkung der Luft nicht ausgeſett iſt, ſo verkohlt er gleich: “ 4. Abſchn. Von den verſchiedenen Miſtarten u, ſ, w."? 3 (283) ſat, und iſt dann ſchwer auflöslich; dieſer kann ebenfalls nur verbeſſert werden, wenn er lange genug der Luft ausgeſett und mit friſchem Dünger vermengt wird.: Der Humus bringt, liegt er in der obern Schicht des Bo- dens= in der Aerkrume-- inſdieſer eine innere Wärme hervor, weßhalb auch auf humusreichem Boden der Schnee ſchneller weg- ſchmilzt und der Boden ſelbſt früher aufthauet, als auf humus- armem.; Der Humus macht thonreichen Boden,„welcher an und für ſich ſtreng ſeyn würde, lockerer, begünſtigt die Cinwirkung der Luft auf denſelben, ſelbſt das Verdunſten des überflüſſigen Waſ- ſers, und vermindert auch die waſſerhaltende Kraft überhaupt. Sandreichem- Boden giebt hingegen der Humus Bindigkeit und vermehrt deſſen waſſerhaltende Kraft. ; 6. 3. Da nun der Miſt der Thiere nicht allein aus"Beſtandthei- animaliſchen und vegetabiliſchen, in Fäulniß begriffenen 1!e des Mi- Subſtanzen beſteht, ſondern auch am häufigſten und wohl: ſtes; feilſten zu haben iſt, ſo. wird er auch allgemein als Düngung für den Aker angewendet, und er iſt am meiſten geeignet, den Humus im Boden zu erſetzen und zu vermehren. 6. 4."Der animaliſche Dünger iſt, weil er auch zerſe- Fortſeßung« hend und reizend wirkt. und ſelbſt ſchnell zerſeßt wird., kräftiger, als der aus bloß vegetabiliſchen Subſtanzen beſtehende; aber jener iſt nuch der am wenigſten nachhaltende und-ausdauernde. Darum wirkt der Hordenſchlag(Pferch) der Schafe ſo raſch, kräftig und ſo wenig ausdauernd.; Je mehr kräftiges Fütter die Thiere erhalten und je feiſter dieſe ſind, deſto mehr ſind ihre. Auswürfe thieriſcher Natur, und deſto kräftiger wirken ſie daher als Dünger. Wird aber magern Thieren auch nur kärgliche Nahrung verabreicht, erhalten ſie bloß Stroh u. ſ, w.7 ſo geht dieß faſt ganz unzerſetzt durch die Ein- geweide ab, und der Auswurf iſt, weil der abgemagerte Körper wenig von ſeinen thieriſchen Theilen abſtößt, wenig thieriſcher Natur und als Dünger wenig kräftig. Darum wirkt der Miſt vom Maſtvieh ſo kräftig; aber auch nicht lange anhaltend, 6. 5. Das-Stroh; was wir unſern Hausthieren Fortſetzung. unterſtreuen, dient nicht. allein für dieſe als Bette und beför- dert die Neinlichkeit, ſondern es nimmt auch die Auswürfe der Thiere auf, was in mehrerley Hinſicht vortheilhaft iſt: 1) wer= den ſo die Excremente, beſonders der Urin, transportabler; 2) die ſonſt zu: ſchnelle Zerſetzung derſelben wird aufgehalten, indem an und für ſich das Stroh langſam in Fäulniß tritt, und dann die Excremente auch, wenn ſie in größerer Maſſe beyſam- men liegen, um ſo ſchneller völlig zerſeßt, aber im Stroh ver- theilt und von einander mehr getrennt werden 3 3) wirken die Excremente für dqs Stroh gleichſam als Ferment, was die ſonſt langſame Zerſezung deſſelben beſchleunigt.'So unterſtütt Eines das Andere, und beide vermengt, bilden einen vorzüglichern Dünger, als jedes allein für ſich ſeyn würde, 6. 6. Der Miſt von den verſchiedenen Thieren iſt, wenn auch ihr Futter von gleicher Beſchaffenheit ſeyn ſollte ,' dvcer äußert er ſeine Wirkung minder ſchnell aber deſto nach= haltiger. Nur wenn er in einem wenig verfaulten Zuſtande und im nicht zu geringer Menge untergepflügt wird, theilt er der Bodenkrume eine wirkliche Wärme mit, was beſonders ſichtbar wird, wenn im Herbſte friſcher Rindviehmiſt untergepflügt wurde, indem darauf, trotz der kalten Nächte, doch, ſchnell der Getrei- deſame, ſv wie das Unkraut., keimt, aufläuft und ſich beſtau- detz am auffallendſten zeigt er dieſe erwärmende Wirkung am Auflaufen und Wachſen des Hederichs. Daher bringt es beſonders Vortheil, dem Thonboden ſo viel als möglich noch wenig verfaulten Miſt in nicht zu geringer Menge zu. geben, weil" derſelbe dann dieſem um ſo mehr Wär- ; me mittheilt, und durch das rohrige Stroh der atmoſphäriſchen Luft zugleich freiern„Zutritt verſtattet, und Überhaupt ihn mes: c- ner, als der vom Nindvieh, und entwickelt'deßhalb während ſeiner Gährung viele Wärme, wodurch das Ausdünſtett einiger Feuchtigkeit veranlaßt und ſo deſſen Tro>enheit noch vermehrt wird. Werden die-Schafe nicht auf beſondere Weiſe, während= dem ſie nur trocknes Futter verzehren, zum Saufen gereizt, oder erhalten ſie. nicht ſaftiges Futter, ſo verbrennt der Miſt leicht und ſchimmelt; bey ſaftigem Futter und vielem Saufen hingegen, oder wenn der Schafmiſt bisweilen zur rechten Zeit mit Waſſer begoſſen wird, da fault er ebenfalls in eine ſpe>kige Maſſe zuſammen..; Er entwiekelt während der Gährung vieles Ammonium und auch kohlenſaures Gas, und iſt daher beſonders geeignet, unauf= löSlichen Humus auflöslich zu machen. Im Boden wirkt er ſchnell und kräftig, und in lettrer Hin- ſicht zeichnet ex' ſich ſehr vortheilhaft von anderm Dünger aus z; ſeine Wirtung iſt zwar nicht ſo lange ausdauernd, als der Rin- derdünger, aber doch länger, als Pferdemiſt. Er eignet ſich faſt für alle Gewächſe gleich vortheilhaft, am meiſten aber für Oel- früchte, überhaupt für Kohlgewächſe. Weil er ſchnell und kräftig wirkt, ſo bringt er auch am ra- ſcheſten mehrere, vou einander abhängige Krafts einer Wirth- - 4. Abſchn. Von den verſchiedenen Miſtarten. )(285) ſchaft in Umlauf; und trägt daher auch. viel zur raſchen Ver- mehrung des Düngers Überhaupt mit bey.; Wenn der Schafmiſt 3. B. in drey Früchten das gäbe, was der Kuhmiſt, in fünf Früchten vertheilt, giebt, ſo giebt er auch in den drey Früchten mehr zur DüÜngerpyrodtuction her, als für die Hervorbringung der zwey Früchte, auf/ die der Nindviehdün- ger mehr wirkt, Der Vortheil iſt daher auf der Seite des Schafmiſtes. Zway paßt der Schafmiſt am beſten auf thonigen Boden; aber auch der ſandige bringt nach dieſem Dünger üppige Früchte, nur darf letzterer nicht zu viel auf einmal davon erhalten, ſon- dern er muß überhaupt und beſdnders mit Schafmiſt oft ge- düngt werden. Recht eigentlich paßt der Schafmiſt für recht naſſen kalten Boden und für ſaure Stellen, weil er da am beſten und ſchnell- ſten den unauflöslichen Humus zerſezen hilft und den Boden erwärmt.; 6. 9. Der Pferdemiſt iſt ſchon an und für ſich Pferdemiſt. in der Regel trocken 3 da er aber mit großer Hiße ſchnell in Gäh- rung geht und dabey viel Feuchtigkeit verdünſtet, ſo verbrennt er vft zu einem trockenen Pulver und läßt endlich faſt nur Aſche zurück, Liegt er daher übereinander und iſt mit wenigem Stroh vermengt, ſo bleibt nach einiger Zeit wenig düngende Kraft in ihm übrig; denn& dünſtet während der Gährung nicht allein Feuchtigkeit, ſondern auch düngende Stoffe aus, und jenes trod>e- ne Pulver iſt das Neſultat einer faſt gänzlichen Zerſtörung 3; es iſt dann faſt eben ſo- gut, als würde das Stroh, um es zu Dünger zu machen, zu Aſche verbrannt.= Er verſchimmelt und verbrennt um ſo ſchneller, wenn er von kraftvollen, mit Körnern genährten Thieren fällt. Miſt von Pferden, die mehr'mit Heu und Stroh gefüttert wurden, gährt etwas langſamer, und von Pferden, die mit grünem Klee, Gras oder Kartoffeln gefüttert wurden, iſt die Gährung noch langſamer und weniger hißig. Es iſt daher bey dieſem Miſte beſonders. wichtig, ihn ſo raſch als möglich in den Acker zu bringen/ und kann/ das nicht geſchehen, ſeine Gährung ſo viel, als khunlich iſt, aufzuhalten. Icehnens ſehr merklich bezeichnet. Seine Wirkung kann natürlich nicht lange im Ac>er' vorhal- tenz es erfordert deßhalb, wo er faſt ausſchließlich angewendet wird, in der Regel der Boden eine oft wiederkehrende Dün- gung z doch auf Boden, welcher reich an unauflöslichem Hu- mus iſt, wirkt der Pferdemiſt länger, als wo das nicht der Fall iſt. Seine Gährung kann ſehr verbeſſert werden, wenn er, ſo bald er täglich aus dem Stalle gebracht wird, oder im Stalle ſelbſt- mit ſaftigen vegetabiliſchen Subſtanzen, oder mit Erde, mit Raſen, oder Torf vermengt wird, und darin einige Zeit liegen bleibt. So verbeſſerte ich den Pferdemiſt, den ich in Dresden,/aus den königl: Ställen für einen ſehr tro>nen Sandboden erhielt, gar ſehr dadurch, das ich ihn täglich, ſo wie er friſch aus den Ställen gebracht wurde, mit Lehm durcheinander ſchichten und ſo ziemlich lange liegen ließ, woraus ein ſehr kräftig wirkender Compoſt gebildet wurde. Als mir es hier anfänglich an Streu fehlte, habe ich mit Vortheil Naſentorf mit dem Pferdemiſt vermengt und ihn ſo gäh- ren laſſen, wodurch ein großer Theil des Torfes in auflöslichen Humus verwandelt und das Verbrennen des Miſtes verhindert wurde, Je feuchter ſolches Gemeng gehalten wird, deſto vor- theilhafter iſt es.' Ed, 41." Abſc eine Plumpe vorhanden war, die aus" einem Jauchenbehälter in den andern geſetzt werden konnte, und die unten von einem durch= löcherten Kaſten umgeben war, welcher gröbern Theilen, Stroh U. dergl., den Eingang in- die Plumpe verſperrte, damit feine Derſiopfung und keine Beſchädigung des Ventils Statt finden onnte. Das Faß lag auf dem Wagen hinten etwas weniges tiefer als vorn, und hatte am hintern Boden ein großes Zapfenloch, durch welches die Jauche rein ablaufen konnte. voc 1 10 Die Lehre vom Dünger. (290) Streifen ſo weit. vont erſten begoſſen, als der Wagen zum Um- kehren Platz braucht, und es ſo eingerichtet, daß auch wäh- ANE Umkehrens ein Streifen querüber mit Jauche begoſſen wurde, Sovlſehung« 6. 17. In Holland, in“ der Schweiz und jetzt. auch in Hohenheim wird die Jauche mit Waſſer vermiſcht und dar- in die Streu einige Mal hin und her geſchleppt, damit eines Theils der thieriſche Auswurf durch das Waſſer ausgewaſchen, und„andern Theils: die Strohſtreu durch und durch in dem Schlamme getränkt und damit überzogen werde. Die ſo aus- gewaſchene Streu wird, nachdem aus ihr der'Ueberfluß an Feuchtigkeit in die Jauchengruben zurückgelaufen iſt, auf die MUM gebracht, wo„ſie dann wie anderer Miſt behandelt wird. Die Jauche wird dann noch mehr mit Waſſer verdünnt und in die. Jauchen- Käſten Mlaſſen. Solcher Käſten ſind mehrere angebracht und die Jauche aus einem in den andexen' geplumpt und. nachdem als Düngung angewendet, Fortſetzung. 6. 18, Die Brabanter haben auch, eine beſöndere Vorrichtung, die. Jauche auf den Acker zu vertheiken, ſie beſteht in Folgendem: Ein einſpänniger Karren mit feſtſigendem waſſerdichten Ka- ften, deſſen oberer Boden ebenfalls feſtſizt, und nur einen klei- nen Deckelladen zum Einfüllen der Jauche hat, hat im untern Boden, gleich unter der Ladenbffnung,- das Zapfenloch von 221. Zvll im Durchſchnitt. Der Zapfen, welcher es verſchließt, hat eine ſo lange Handhabe, daß ſie durch. den Deckelladen Jeht, der Zapfen alſo, ohne letztern zu öffnen, gezogen werden kann. Damit ſich das Zäpfenloch nicht verſtopfen: kann, und auch daſ- ſelbe leicht mit dem Zapfen gefunden wird,-im Fall man das Loch plößlich ſchließen wollte, hat der Zapfen eine lange Spitze, welche immer, nachdem der Zapfen ſelbſt oben mittelſt eines Oehrs angehängt wird, im Spundloche ſchwebend bleibt. Mit dieſer Zapfenſpive wird das Zapfenloch, wenn der Zapfen hin und her bewegt wird, von Stroh u. dergl, gereinigt. Unmittelbar unter dieſem, Zapfenloche hängt ſchwebend an 3 Kettchen ein viereF>iges Brettchen von 1x Fuß im Quadrat, hierauf ſtößt der Strahl der aus dem Kaſten auslaufenden Jau- ker und Wieſen in der Nähe der Wirthſchaftsgebäude ha- ben, ſich nicht einen Augenblick bedenken ſollten, zur Güllen- fabrication überzugehen, daß dieſelbe aber bey entfernten Be- ſivungen, des ſchweren und langwierigen Transports wegen, unſerer Erfahrung, nach, weniger räthlich iſt.“. Es'wird hier- bey immer ſehr viel darauf ankommen, ob dieſe. Vortheile wirklich hinreichenden Erſas für den nicht unbedeutenden Äuf- wand, den dieſe Güllenbereitung herbeyführt„ darbietet. Hier in Litthauen. würde dieſer Aufwand durchaus nicht in gro- ßen Wirthſchaften und“ vielleicht auch nicht in kleinen vergütet werden, ' Monatliche Arbeiten für die Production und Benußung des Düngers, S0 20-08 Den Zucht- und Arbeitsthieren wird täglich die gehörige Quantität Stroh untergeſtreuet. Wenn der Dünger bis zum Frühjahr oder Sommer im Stalle liegen bleiben ſoll, muß dafür geſorgt werden, daß Stroh und Excremente gleichmäßig vertheilt und mit einander vermengt werden; beſonders iſt bey angehängten Thieren hier- auf zu ſehen, weil ſonſt leicht vorn unter den Thieren Stroh ohne Excremente zu liegen kommt. Iſt die Einrichtung getroffen, daß wöchentlich einige Mal der Miſt aus dem Stalle geſchafft wird, ſo muß dieß zwar die- ſen Monat auch, aber nicht zu oft geſchehen, weil bey ſtrenger Kälte die Thiere leiden, wenn ſie auf keinem, den Stall in Et- was erwärmenden Miſt, ſondern nur' auf einer dünnen Stroh- lage' liegen müſſen. Beym Ausmiſten darf. nicht zuviel Kälte in den Stall gelaſſen werden. Wo Gypsdüngung angewendet wird, da kann in dieſem Monat vielleicht mit dem Schlitten der Gyps herbeygeholt wer- den. Auch Seifenſiederaſche, Hornſpäne, Düngeſalz können da, wo dieſe Düngemittel in nicht. zu weiter Entfernung, zu haben find und benutzt werden, herbeygeſchafft werden. 19* 1 Die Lehre vom Dünger, -(292) Da - Teichſchlamm wird in dieſem Monat in mehrern Gegenden in den Teichen, ſo tief er gefroren iſt, aufgebrochen, und mit Schlitten auf den Aer gefahren, ' Wo Mergel gefahren wird, und es ſtark in der Grube ge- froren iſt, da muß die erſte gefrorne Schicht mit einiger Schwie- rigkeit, vielleicht mit ſtarken Hauen und Brechſtangen aufge= brochen werden 3 iſt dieß geſchehen, ſo macht ſich die Sache leichter, und wenn jeden Abend eine gehörige dicke Strohde>e übergebreitet wird, ſo kann der Froſt nicht zu tief eindringen, und das, Graben des Mergels macht dann keine Schwierigkeit, Die Lehre vom Dünger. Zweyter Abſchnitt. Von der Behandlung des Miſtes, Verſchiedene Meinungen darüber, 6. 20, Ueber die Behandlung und Über die Zeit der Anwen- dung des Miſtes ſind überhaupt die Meinungen nod ſehr ver- ſchieden. Einige behaupten, der Miſt müſſe lange in den Ställen liegen und weit in der Gährung fortgeſchritten ſeyn, bevor er auf den Acker gefahren und dort untergebracht wird; Andere ſa- gen: der Miſt muß täglich aus dem Stalle und ſo viel als mög- lich auch bald auf und in den Acker gebracht werden; und noch Andere meinen; es iſt am beſten, wenn der Miſt auf der Dünz gerſtätte nur einen gewiſſen Grad von Gährung durchgeht und ſodann in den Aer gebracht wird. Nähere Erörterung. 6. 21. Wenn der Miſt lange, wie es in manchen Gegenden gewöhnlich iſt, ein ganzes Jahr im Stalle liegt, und ſo natür- lich einen zu hohen Grad der Fäulniß erreicht, ſo geht zu viel an Quantität verloren, als daß nicht: auch an der düngenden Kraft überhaupt ein großer Verluſt Statt finden ſollte, Nach Gazzeris Verſuchen ,, 1) verliert der“Stallmiſt,„durch mehrere Monate fortgeſetzte Gährung, die Hälfte ſeines Gewichts5z 2) während. derſelben verſchwindet faſt eben ſo viel auflösliche Materie, als ſich aufs neue bildet, und die eigentlich animaliſche verliere ſich dabey ohne Wiederkehr. Dann behauptet er„3) die vorhergegangene Auflöſung ſey nicht nöthig/ weil die lebende Wurzel auf die todten organiſchen Subſtanzen eine Thätigkeit äußert, welche ihre allmälige Zerſezung bewirkt und ſie.auf die Weiſe und in dem Maaße zur Ernährung der Pflanze aufnimmt, wie dieſe deren bedarf.“ Meine Erfahrungen ſcheinen dieſe Säte ſehr zu beſtätigen 5 ſtets“ brachte ich einen großen Theil des gewonnenen Miſtes in einem ziemlich friſchen, noch wenig oder gar nicht gefaulten ZU- ſtande in den AFer, und ich konnte ſo nicht allein ſehr dicht 17.» Die Lehre vom Dünger. (260) denſelben aufbringen, da“ich eine viel größere Menge Fuder ge: wann, als wenn ich ihn hätte ſehr im Stalle verfaulen laſſen, ſondern ich bemerkte jedes Jahr, daß ſolcher Miſt raſcher und kräftiger wirkt, als anderer, der in einem ſchon ſehr verfaulten Zuſtande erſt untergepflügt wurde, Doch mag es beſſer ſeyn, daß das Stroh im Miſt nicht ganz friſch mehr, Annes bereits von der Fäulniß in etwas ergriffen iſt, bevor man denſelben auf den Aer bringen laſſe; aber vor- theilhaft ſcheint mir es, daß dieſer erſte Grad der Fäulniß erſt auf einer zweckmäßig angelegten Miſtſtätte eintritt und deßhalb die Ställe wo möglich einen Tag um den andern, oder doch wenigſtens. wöchentlich zweymal ausgemiſtet werden; die Miſt- ſtätte“ aber von dem Vieh den Tag über begangen wird.„Nur „möchte idh lieber, wenn es ausführbar wäre, den Miſt täglich aus dem Stall in den Aer bringen, als ihn im Stalle ein Jahr lang liegen laſſen.=- Do habe ich hierbey immer die Sommer» ſtallfütterung und überhaupt eine kräftige Fütterung für Sommer und Winter im Sinte; denn nur durch beides wird eine nicht unbedeutende Maſſe von Streuſtroh mit thieriſchen Excrementen Hinreichend geſättigt und ein kräftiger Dünger gebildet. Beſteht hingegen die Winterfütterung größtentheils aus Stroh, Spreu und in wenigem ſchlechten Heu, und giebt man nur ſo viel, daß ſich die Thiere nothdürftig erhalten und nur vor dem Hunger- tode geſichert ſind 3 jagt man obendrein die Thiere im Sommer auf dürftige magere Weide, von wo ſie vielleicht nicht einmal des Nachts in den Stall kommen, und ſireuet man demunerachtet eine große Maſſe Stroh unter, ſo kann es freilich nicht lohnen, ſo gewonnenen Miſt in unverfaultem Zuſtande in den Acer zu bringen.“ Die wenigen nur aus trocknen, vielleicht ſchlecht ver- dauten Faſern beſtehenden Excremente werden ſich kaum im Stroh halten können und beym Aufladen durchſchlüpfen 3 dem Übrig gebliebenen Stroh würde es auch no< obendrein an dem nöthigen Ferment fehlen, ſeine Fäulniß wird daher unvollkom- men ſeyn, es wird. verſchimmeln oder vertreten. Bey ſolcher Haltung der Hausthiere iſt es daher nöthig, daß der Miſt im Zn liegen bleibt und da einen hohen Gkad von Fäulniß erx- reicht. Fortſezung, 6. 22. Die möglich größte Menge Dünzer auf dem möz- lich wohlfeilſten Weze zu erzielen, das muß ein Hauptbeſtreben eines Landwirths, dem es um einen hohen jet des ihm Zegebenen Areals zu thun iſt, ausmachen. Dieſem Zwee ger mäß handelt man, wenn man einen möglichſt ſchnelten Umſag. des Miſtes zu bewirken ſucht, und dieß geſchieht, wenn derſelbe nicht ein ganzes Jahr im Staſlle liegt, ſondern jährlich mehrere Male, ſo oft als das Aerſyſtem und die andere Aerbeſtellung es erlaubt, ausgefahren und auch ſv raſch als möglich durch Be ſtellung des bedüngten A&>ers mit ſtroh- und futterbringen- den Gewächſen derſelbe benutzt wird. Sv fährt man 3. B. im Spätwinter oder im Frühjahr auf den Aker, der im Herbſte mit Wintergetreide beſtellt werden ſoll, Miſt und nimmt noch ein Futtergewächs vor dem Wintergetreide weg, was man vielleicht noch im Sommer hindurch verfüttert und ſo noch Miſt für ein 2. Abſc Aer giebt, welches ebenfalls mit Wintergetreide beſtellt werden ſoll. Auf dieſe Weiſe kann man mit einem klei: nen Anfang ſehr bald zu einer großen Menge Dünger kommen, der um ſo kräftiger iſt, je reichlicher und kräftiger die Fütterung der Thiere iſt. Denn nicht von einer großen Menge nothdürftig ernährter Thiere, wird viel und kräftiger Miſt gewonnen, ſon- dern nur von ſtets kräftig genährten; und es iſt in der Regel in mkhrerley Hinſicht vortheilhaft, eine gegebene Menge Futter in eine kleinere Anzahl Thiere ſo zu füttern, daß ſie mehr bekom- men, als zu ihrer bloßen Lebensunterhaltung unumgänglich noth= wendig iſt. och iſt es auch nicht räthlich, zu ſtark zu füttern, und die Arbeits- und Nußtthiere immer in einem gemäſteten Zu- ſtande zu exhalten, indem dieß wohl einen kräftigen Dünger giebt, aber in anderer Hinſicht unvortheilhaft, ja wohl gar in mancher» er FEN ſchädlich iſt, was näher zu erörtern nicht hieher gehört. Miſtſtätte. 6. 23. Es8 iſt, wenn die Ställe oft ausgemiſte? werdet ſol- len, nöthig, daß die Miſtſtätte ſo nahe als möglich an dew Ställen angebracht und ſo das Augsmiſten erleichtert wird. Die Miſtſtätte muß etwas vertieft werden, damit die nöthige Feuchtigkeit nicht weglaufen kann; und gut iſt es, wenn der Grund aus Lehm beſteht, und wo das nicht von Natur der Fall iſt, mit Lehm mindeſtens einen Fuß hoc befahren und dieſer feſtgeſchlagen wird, damit auch nicht die Feuchtigkeit zu ſehr in den Boden ziehen, kann. Wenn nicht die Jauche für ſich benußt werden ſoll, iſt es räthlich, ſie in Ninnen auf die Miſtſtätte zu leiten, damit ſie ſich in den Miſt zieht und dieſen verbeſſern hilft. Wenn ſaftige bg ag Z. B. grüner Klee, den Thieren gereicht wird, uriniren ie ſehr viel, und zum Abzug der Jauche müſſen in Ställen, die oft ausgemiſtet werden, gute Vorkehrungen getroffen ſeyn, wenn nicht große Unreinlichkeit Statt finden ſoll. So viel als möglich muß das Waſſer, was ſich im Hofe und von den Dächern beym Regen oder Thauwetter ſammelt, von der Miſtſtätte abgehalten werden. Ueberhaupt darf der Mi nicht zu naß liegen, weil er ſonſt gar nicht fault, ſondern röſtet und ausgewaſchen wird, beym Ausfahren deſſelben zu viel düns gende Theile zurückbleiben, und dieß Waſſer mit auszufahren, viel Arbeit, wofür wenig Erſatz zu erwarten iſt, koſten würde. Es iſt gewiß Unrecht, den Miſt, wie es häufig im fächſi» ſchen Erzgebirge geſchieht, auf hohe Haufen im Hofe aufzue ſchichten, und mit einer gewiſſen Eleganz in der Form dieſer Haufen den Hof auszuputen, indem in ſolchen Haufen der Miſt afle Feuchtigkeit, theils durchs Durchſintern, theils durchs Aus tronen verliert, und er daher verbrennt und verweſet, und nichs in die erwünſchte Gährung eingehen kann, Fortſetzung. 9. 24. Wo mit dem Rindvieh die Sommerſtallfütterung einz geführt iſt, da iſt es räthlich die Miſtſtätte zu umzäunen und darauf das Vieh den größten Theil des Tages:umhergehen, und nur, ſo lange es frißt, im Stalle zu laſſenz dieß dient nicht al- 15 46 Die Lehre vom Dünger. (262) lein zum- beſſern Gedeihen des Viehes, ſondern der Miſt gewinnt dadurch auch ſehr viel, um ſo mehr, je ſchneller er ausgefahren wird; denn das Vieh tritt ihn feſt, wodurc) eine vollkommnere und gleichmäßigere Gährung deſſelben eingeleitet-und das Ver- dünſten verhindert wird, Auf den aus den Ställen gebrachten und auf der Miſtſtätte ausgebreiteten Miſt kann noch Stroh, wenn davon genug vorhanden iſt, und das Vieh reichlich mit ſaftigem Klee gefüttert wird, geſtreuet werden, wodurch nicht allein der Miſt vermehrt, ſondern auch das Ausdünſten deſſel: ben noch mehr verhindert wird. Wenn Miſt ausgefahren werden ſoll, ſo wird der. obere, noh zu ſtrohige, noch gar nicht von der Fäulniß angegriffene, auf die Seite und dahin gethan, wo bereits der in Fäulniß getretene abgefahren iſt; denn ſolchen Miſt in den Aer zu bringen, halte ich nicht für räthlich. Behandlung des Scnere, oft zum Theil verweſete Schicht, 1 2. Abſchn. Von der Behandlung des Miſtes. (263) Untex dieſer auf dem Grunde liegt eine dünnere, mehr ſpeckig verfaulte Schicht, der alle Feuchtigkeit, die ſich durch die lo>ere zweite Schicht durchſinterte, zu Gute kam, Wie die Miſtſtätte anzulegen, 6. 26. Die Miſtſtätte und der Schafſtall müſſen ſo ange- legt ſeyn, daß der Miſt bequem mit dem Wagen weggefahren werden kann; darum muß eine tiefliegende Miſtſtätte Ein- und Ausfahrten haben, und darum iſt es auch gut, wenn keine Mit- telwände in dem Stall vorhanden, und die Säulen im Verband geſtellt ſind, damit der Wagen um ſo leichter in jeden Winkel gebrächt werden kann. Vermiſchung des Miſtes, 6. 27. Für manche Fälle kann es. räthlich ſeyn, den Miſt von den verſchiedenen Thieren noh vor ſeiner Gährung unter» einander zu miſchen ,/ und ſo eine gleichmäßige Fäulniß zu be- wirken und eine gleichartige Maſſe zu bilden. Nur darf dieß nicht zu viele Arbeit und Koſten verurſachen, weil dieſe vielleicht nicht durch den dadurch herbeygeführten, in vielen Fällen gewiß ſehr kleinen Vortheil vergütet werden würden. Am mehrſten Vortheil bringt. es, den Pferde- und Schweinemiſt untereinan= der zu miſchen z denn was der eine zu hitzig iſt, das geht dem andern ab, und es iſt darum gut, die Schweine- und Pferde- ſtälle nahe zuſammen anzulegen. Wenn bey der eingeführten Sommerſtallfütterung die Kühe den Tag Über die längſte Zeit auf der Miſtſtätte ſtehen, ſo wird: dadurch ſchon einigermaßen eine Miſchung veranlaßt, denn die Kühe begehen ja auch den Pferde- und Schweinemiſt. Auswahl des Miſtes, 6. 28. Wird der Miſt nicht auf der Miſtſtätte gemiſcht, ſo iſt es in vielen Fällen räthlich, von den verſchiedenen Thieren für verſchiedene Akerſcüe und verſchiedene Früchte auszuwäh- len, und nach dieſer getroffenen Wahl ausfahren zu laſſen. So gehört der Rindviehmijt«mehr für tro>ne Stellen und den leich- ten.Boden; der Schaf- und Pferdemiſt aber auf mehr lehmi- gen, thonigen Boden, auf feuchte und auf ſolche Stellen, wo er unauflöslichen Humus- zu zerſezen findet.. Auch gedeihet die eine Frucht mehr im Schafmiſt, die andere beſſer im Rindviehmiſt u. ſ. w., und darauf kann bey Verwen- dung deſſelben ſo viel als möglich Nückſicht genommen werden. Auch iſt es räthlich mit den verſchiedenen Miſtarten zu wechſeln, 3+ B. dahin, wo vor 3 oder 4 Jahren Rindviehmiſt gefahren wurde, nun Schafmiſt zu bringen; dieſes wird beſonders da gut ſeyn, wo der Boden eines Areals nicht ſehr verſchieden iſt, 17 Die Lehre vom Dünger. 2. Abſchn. Monatl. Arbeiten. (264) Monatliche Arbeiten für die Production und Benuung des Düngers. Februar. Die Ställe werden täglich eingeſtreuet, nach Befinden aus gemiſtet, oder auf die gehörige Vermengung der Streu mit den Excrementen geſehen, wie im ZN. Auch in dieſem Monate kann noch Nebendünger aus der Ferne berbeygeholt und Teichſchlamm, Mergel und dergleichen kp werden, beſonders wenn der Schlittweg dieß begün:- tiget. Jebt kann auch ſchon Miſt auf entfernte Felder in große Haufen mit dem Schlitten gefahren werden 3; beſonders geſchieht dieſes da mit Vortheil, wo viele Erbſen, Bohnen, Wien und Wickfittter, oder auch Kartoffeln, Rüben u, ſ. w. in friſchen Miſt beſtellt werden. y; Gewöhnlich wird in Sachſen der Tauben» und Hühnermiſft zu Faſtnacht- auf den Klee, oder auf Wieſen oder in Grasgär- u aber auch beſonders auf Spargelfelder gebracht und aus- geſtreuet.; Im füdlichen Deutſchland wird. auch in dieſem Monat vft ſchon mit Vortheil Miſt zu Kartoffeln, Rüben, Sommerrübſen und dergleichen untergepflügt. 50: 4 Sind Compoſthaufen vorhanden, ſo können dieſe mit Jay« he begoſſen werden, ſo bald nicht ſtarker Froſt daran hindert. Die Lehre vom Dünger. Dritter Abſchnitt. Von der Vertheilung des Miſtes«. 6. 29. Die Aufmerkſamkeit des Landwirths iſt beſonders dar- auf zu richten, daß. der Miſt zwe>- und gleichmäßig auf den Acker komme, dieſer in gehöriger Stärke gedüngt, und daß hier- bey auf die. Verſchiedenheit des Miſtes, des A>ers und der Früchte Rückſicht genommen wird. 6. 30, Ein allgemeitter Maaßſtab, hinſichtlich der für eine beſtimmte Fläche nöthigen Quantität Miſt, kann nicht gegeben werden. Das hängt zu ſehr von den Örtlichen Verhältniſſen, von der Beſchaffenheit des Bodens und, des Miſtes, von der beſtehenden Fruchtfolge und am Ende auch von der Menge Miſt, die man überhaupt hat, ab. So viel iſt gewiß, daß ſtrenger, thoniger Boden eine ſtär- kere Düngung auf einmal verlangt, als der leichtere und mil- dere Boden; daß der letztere aber eine oft wiederkehrende Dütt2 gung fordert und in'der Regel auch gut bezahlt. Die größere Maſſe Miſt gährt-in ſchwerem, thonreichen, kalfs freyen Boden vollkommener, als eine kleinere, und die während des Gährens freygewordene größere Menge Wärme theilt ſich der Ackerkrume mit und erwärmt dieſe ſelbſt. Eine größere Maſſe Miſt lo>ert auh natürlich auf ſolcnen Som- mer das Vertro&nen der Gewächſe. Letzteres findet dann"»ft Statt, wenn unmittelbar vor dem Säen mit der Saatfurche der Yeiſt in großer Quantität untergebracht wurde; in tro&nen Som- mern vertroc>net dann die Gerſte, der Klee und andere Gewächſe mehr ſehr leicht, und mißrathen oft auf dem reichſten Boden gänzlich. Auf ſolchem milden oder kalkhaltigen Boden hält aber auch eine'Miſtdüngung nicht lange nach, ſie muß alſo um ſo ſchneller wiederkehren. Den ſtrengen Boden neunt man oft auch mit Recht kalten oder auch trägen Boden; es kommt ihm dann eine ſtärkere Miſt» düngung auf mehrfache Weiſe zu gute, indem ſie ihn zugleich wärmer und thätiger macht. Der milde oder kalkhaltige Boden wird dagegen auch mit Recht warmer und thätiger Boden genannt, und er bedarf daher (En, einer künſtlichen Vermehrung ſeiner Wärme und Thä- tigkeit. 4-4 In dem ſehr viel verfaulten Miſt ſind natürlich die pflanz zennährenden Subſtanzen concentrirter, als im weniger verfaul= ten. Erſterer kann daher dem Volumen nach ſchwächer aufge- fahren werden, als lehterer. Miſt, worunter wenig Stroh im Verhältniß zu den thieri- ſchen Excrementen befindlich iſt, kann in kleinerer Maſſe aufge- bracht werden, als der ſtrohreichere, indem das Stroh nach ſei- nem Verfaulen weniger Pflanzennahrung enthält, als ein gleiches Volumen oder Gewicht thieriſcher Excremente. Aber es iſt auch zu berückſichtigen, daß der Miſt, welcher reich an. thieriſchen Excrementen iſt, und der ſehr verfaulte wes niger lange nachhält, als der ſtrohreiche oder wenig verfaulte, Es hängt aber auch die Stärke und das Wiederkehren einer Miſt- düngung viel von der Fruchtfolge und viel davon ab, welche Früchte in einer Reihe von Jahren gebaut werden, Werden 3. B. nur wenige Früchte unmittelbar nach einer Düngung ge baut, und bleibt dann der Acker einige Jahre als Weide und Brache liegen, ſo braucht die Miſtdüngung nicht oft wiederzu- kehren, und braucht auch nicht zu ſtark zu ſeyn 3 denn erſtens erſchöpfen wenige Früchte den A>er nur wenig, und er be: Fommt auch durch die weidenden Thiere und durch die ſpäter: hin umgebrochene und verfaulte Grasnarbe ſchon eine Dün- gung. Oder es werden in einer Reihe von Jahren mehrere den Boden ſehr erſchöpfende Früchte, 3- B. mehrere Halmfrüchte, nach einander gebaut, ſo muß eine verhältnißmäßig ſtarke Dün- gung oft wiederkehren;„wenn dagegen aber mehrere wenig oder ar nicht düngerconſumirende, wohl gar dem Aer Kräfte ge- ende Gewächſe, wie z. B. der Klee, in einer Reihe von Jahren gebaut worden, ſo braucht die Miſtdüngung im Ganzen weniger ſtark zu ſeyn, und darf vielleicht nicht oft wiederkehren, Es MU aber auch bey einer zweckmäßig betriebenen Wirthſchaft richtig gehandelt, wenn abwechſelnd für die eine Frucht ſtärker, für eine andere ſchwächer gemiſtet wird. Manche Früchte, 3 B Von der Vertheilung des Miſtes. (231) die Oelgewächſe, Rüben und dergl. mehr, verlangen eine ſtarke Düngung, andere, 3 B. die Halmfrüchte, Erbſen, Wien und dgl,, eine ſchwächere. Wird 3. B. in einer Rotation, vielleicht in 7-8 Jahren, zweymal gemiſtet, das eine Mal vielleicht zu Raps und etwa 3 Jahre ſpäter zu Roggen vder Erbſen, ſo iſt das erſte Mal eine ſtarke Miſtdüngung nöthig, das zweyte Mal eine ſchwache hinreichend. Es muß daher gleich bey Entwerfung eines Bewirthſchaf2 tungsplanes und bey Einrichtung irgend eines Felderſyſiem Überlegt werden, wie oft und wie ſtark der Aer gemiſtet wer- den, und auf welche Art der hiezu nöthige Miſt bherbeygeſchafft werden ſoll, 6. 31. Bey der alten Dreyfelderwirthſchaft macht ſich freilich dieſe Vertheilung viel leichter, als in einer mehr complicirten und zwe>mäßig eingerichteten Wirthſchaft 3; aber doch iſt es au da räthlich, zu Überlegen, wohin der Miſt dieſer oder jener Thier- art, wohin der mehr oder minder verfaulte, wohin eine ſtarke und wohin eine ſchwächere Düngung am zwe>mäßigſten zu brin- gen iſt, oder welcher Theil der Brache, im Fall der vorhandene Miſt nicht für das ganze Feld ausreicht, am beſten no ohne friſche Düngung eine Winterfrucht trägt. Bey der Fruchtwechſelwirthſchaft und bey der verbeſſerten Dreyfelderwirthſchaft iſt aber auch noh überdem zu berückſichti: en, welcher Frucht der Miſt dieſer oder jener Thierart am be- en zuſagt, welche eine ſtarke Düngung verlangt, und welche mit einer ſchwächern vorlieb nimmt 3 welche Frucht im friſchen Miſte am vorzüglichſten gedeihet, und welche als zweyte oder dritte Frucht nach friſcher Bemiſtung vortheilhafter gebaut wer den kann. 6. 32. Für mehrere Früchte, beſonders für die Halm- und Schotenfrüchte, giebt es ein Maximum in der Düngung für jede gegebene AFerkrume, dem man nahe kommen muß, aber welches man nicht ungeſtraft überſchreiten darf. Eine allgemeine Regel aber läßt ſich hierin nicht angeben z ſondern der denkende Landwirth wird für ſein Areal die Regel zu finden wiſſen. - Durch eine zweEmäßige Vertiefung wird den Nachtheilen, die aus einer zu ſtarken Düngung hervorgehen könnten, am DA Tmfien vorgebeugt, und der Bau vielex Früchte um ſo ſicherer. Aber man thut auch, wenn es wirklich zu einem hohen Dün- gerſtand gekommen iſt, wohl, nicht zu den Halmfrüchten, ſon- dern zu andern Früchten, z+ B. zu Wurzelgewächſen, zum Kohl, Raps, Rübſen, zu Futterwi>ken u. ſ. w. zu düngen, und einige vder mehrere genannte Gewächſe als Vorfrüchte für die Halm- früchte zu bauen. 9. 33. Mehr Sorge macht es, den Miſt zwe&mäßig zu ver- theilen, wenn es noch im Ganzen daran fehlt z in vielen Fällen iſt es da räthlich, vorerſt den größten Theil des vorhandenen wenigen Düngers auf Vermehrung des Futters zu verwenden, und die noh nicht erſchöpften Ae>er, ohne friſche Düngung mit Stroh und Futter bringenden Früchten zu beſtellen, um ſo am ſchnellſten auf Düngervermehrung hinzuwirken, 21 Die Lehre vom Dünger. 3. Abſchn. (232) Wenn viel erſchöpfter Acker und im Ganzen. wenig Dünger vorhanden iſt, ſo wird es oft Vortheil gewähren, hiervon einen Theil, vielleicht den allerentkräftetſten, vorerſt gar nicht zu bes ſtellen, ſondern ihn ſo gut wie möglich als Weide zu benutzen, und den wenigen Dünger nur auf den Aer zu bringen, der no< einige Kräfte hat; denn jener wird die Beſtellungskoſten nicht tragen, und die Kräfte werden unvortheilhaft verſchleudert, wenn aller beſtellt wird. 9. 34. Gewöhnlich wird die Stärke der Miſtdüngung nach der Fuderzahl angegeben, aber die Größe der Fuder iſt ſehr ver- ſchieden; ſo ladet man im Altenburgiſchen bis 24 Centner auf zwey Pferde auf, und hier in Litthauen ladet ein Bauer auf 3 Pferde kaum 6 Centner Miſt. Es iſt daher für den Land- wirth, welcher gern mit einiger Genauigkeit die Stärke der Düngung ſeines Ackers beſtimmen und Vergleichungen anſtellen will, ſehr nüßlich, wenn er das Durchſchnittsgewicht der Fuder Miſt, ſo wie ſie bey ihm gewöhnlich geladen werden, auszu- mitteln ſucht, was keine große Schwierigkeit macht. Hat man zu dieſem Zwe keinen großen eiſernen Wagebalken, ſo iſt auch ein hölzerner, der für jedesmal leicht juſtirt werden kann, hin= reichend; und es kann ja auch auf einige Pfunde hier nicht an- kommen, es iſt genug, wenn man 3, B, erfährt, daß ein Fuder Miſt 20 bis ,21 Centner wiegt. 9. 35. In'den Schriften unſers großen Lehrers Thaer ſind gewöhnlich die Fuder Miſt zu 2000 Pfund angenommen, und darum will ich auch ſolche Fuder im Sinne haben, wenn ich ferner in dieſem Werke von Miſtfudern ſpreche, damit die Vergleichung erleichtert iſt. 4 9. 36. Für einen Magdeburger Morgen werden 4 bis 5 ſolcher Fuder von 2000 Pfund als eine ſehr ſchwache, 6 bis 8 Fuder als eine mittlere, 10 bis 12 Fuder aber für eine ſtarke Dün- gung angenommen. 9. 37, Es iſt in manchen Wirthſchaften gewöhnlich, beſon- ders da, wo der Miſt vierſpännig gefahren wird, daß ein Mann ſtets den Miſt vom Wagen mit dem Miſthaken herunterzieht, und dieß hat allerdings das Gute, daß hierzu der Verſtändigſte gewählt und darum um ſo beſſer eine gleichmäßige Vertheilung des Miſtes bewirkt werden kann. Doch werden dadurch die Koſten vermehrt und bey einiger Aufmerkſamkeit von Seiten des Aufſehers ſind alle Knechte ſo einzurichten, daß jeder den Miſt in gewünſchter Menge auf eine beſtimmte Fläche abzieht. Am ſicherſten geht man, wenn man vorerſt beſtimmt, in welcher Entfernung die Reihen der Miſthaufen von einander entfernt"gefahren werden ſollen z hierbey dienen die Ac>erbeete am beſten zur Nichtſchnur, und es iſt nur zu beſtimmen, ob auf jedes Beet eine oder mehrere Reihen, oder ob auf mehrere Beete, wenn dieſe ſchmal ſind, nur eine Reihe Haufen kom- men ſoll, Nun ſeßt man- ferner feſt, wie viel Haufen von einem Fuder im Durchſchnitte geſchlagen werden, und wie viel Schritt u Entferaung zwiſchen jedem Haufen in der Neihe betragen oi. Arbeitet“ im März. ;(233) Es iſt beſſer, kleine Haufen näher an einander ſchlagen zu laſſen, als wenn große Haufen weit entfernt von einander zu liegen kommen, weil das Ausbreiten des Miſtes dann um ſo leichter iſt und um ſo regelmäßiger geſchehen kann. Wenn die Fuderzahl, welche auf einen Morgen kommen ſoll, feſtgeſeßt iſt, ſo läßt ſich auch leicht berechnen,„wie viel Pfund Miſt auf eine Quadratruthe kommen, und wieviel Quas dratruthen von einem Fuder gedüngt werden müſſen, wenn eine gleichmäßige Vertheilung des Miſtes Statt finden ſoll: Wenn 3. B. 9 Fudey auf einen Morgen kommen ſollen, ſo gehören für eine Ouadratruthe' 100 Pfund Miſt, folglich ſind mit einem Fuder 20 Quadratruthen zu bemiſten. Sind nun die Ackerbeete 12 Fuß breit, ſo können 20 Haufen von einem Fuder gemacht, und jeder Haufen von dem andern 12 Fuß oder 5 Schritte abge- en werden, wenn die Haufen, dicht zu liegen kommen ollen. 9. 38. Iſt der Miſt, wenn er ausgefahren wird, von ver- ſchiedenem Grad der Fäulniß, ſo iſt ſehr Rückſicht darauf zu neh» men und darauf zu ſehen, daß die Haufen von dem ſehr ver- faulten etwäs kleiner, als von dem minder verfaulten gemacht werden. Einige Strenge macht, daß die Leute ſich hierauf ſehr bald einrichten und den rechten Maaßſtab treffen. 6. 39. Sollen einige Stellen, 3. B. ſehr hochliegende,„et- was ſtärker, als andere gedüngt werden, ſo thut man wohl, dar» auf noch hinterher, wenn ſchon- der Miſt nach dem, für das Stüc Ac>er allgemein beſtimmten Maaßſtabe aufgefahren iſt, einige Fuder Miſt zu vertheilen; man geht ſo ſichrer, als wenn man gleich eine verſchiedene Vertheilung anordnet. Monatkliche Arbeiten für die Production und Benutzung des Düngers. März. Das Einſtreuen der Ställe wie in den vorigen Monaten z nur daß jetzt nicht mehr ſo viel Stroh einzuſtreuen nöthig iſt, indem der Kälte wegen es nicht mehr nöthig und es beſſer iſt, wenn Stroh für den Sommer, wo bey ſaftiger Witterung die SSE flüſſiger ſind, in hinreichender Menge aufbewahrt wird. .„Da, wo der Miſt von Zeit zu Zeit aus den Ställen gebracht wird, kann dieſes nun ſchon oft, vielleicht einen Tag um den andern geſchehen, indem die Kälte nicht mehr ſo eindringend iſt. Auch in dieſem Monate wird Miſt und zwar in nördlichen Gegenden in der erſten Hälfte noch in große Haufen gefahren; in der lezten Hälfte kann er ſchon in kleine Haufen gefahren werden, da nun das Unterpflügen bald erfolgen kann. 23 24 Die Lehre vom Dünger. 3. Abſchn. Monatl. Arbeiten. 34) In ven lezten Tagen dieſes Monats kann in vielen Gegen- den ſchon der Anfang mit Algeinanderfahren der im Februgr gefahrnen größern Miſthaufen in kleine geſchehen.: Hindert der Froſt und die Näſſe nicht, ſo wird in dieſem Monat, beſonders in den letzten Tagen, der Dünger ausgebrei= tet und untergepflügt 3 im ſüdlichern Deutſchland wird auch ſchon zu Schotengewächſen, Sommerrvoggen u. drgl. der Miſt unter- gepflügt. In den leßten Tagen wird ſchon in vielen Gegenden der Gyps, die Aſche und, der Mergel auf den Klee und auf die Wieſen geſtreut werden können, Die Lehre vom Dünger. Vierter Abſchnitt. Vom Ausſtreuen und Unterpflügen des Miſtes, In den kleinen Haufen, von denen im vorigen Abſchnitte geredet wurde, darf der Miſt nicht lange auf dem Ader liegen, denn erſtens wird ſeine Gährung ungleichmäßig, indem der in der Mitte liegende fortgeht, während der nach außen darin unterbrochen wurde, und dann wäſſert er, wenn Regen eintritt, zu ſehr aus, und die ausgeſpülten Düngtheile bleiben auf der Haufenſtätte, wo ſich in den Früchten darn gewöhnlich Geilſtel- len zeigen. Kann ja der Miſt nicht ſogleich ausgeſtreut wer- Vorſicht beym den, ſo muß man, beſonders wenn die Haufen ſchon Ausnreuen« beregnet wurden, dafür ſorgen, daß derſelbe von den Haufen- ſtätten ganz rein wegkommt, indem da doch düngende Theile genug bleiben werden. 9. 41. Je dünner der Dünger aufgefahren wird, Vertheilung und wenn er mit. der lezten Furche vor der Saat unter: des Miſtes. gebracht werden ſoll, deſto mehr iſt es nöthig, ſtrenge Aufſicht Über das Streuen des Miſtes zu führen, damit er möglichſt gleichmäßig und nicht in zu großen Klumpen vertheilt wird. - Wird der Miſt raſch binter dem Wagen her geſtreut, was ich in mehr als einer Hinſicht'für ſehr vortheilhaft halte, ſo ſtreut ſich derſelbe viel leichter und beſſer, als wenn er lange im Haufen lag, wo er dann gewöhnlich in feſte Klumpen zu2 ſammengetrocknet iſt, die ſich nicht leicht zerreißen laſſen. . Wird der bemiſtete Aer noch mehrere Male, vielleicht auch die Quere, vor-der Saat gepflügt und dazwiſchen auch geeggt, alſo" dadurch auch eine beſſere Vertheilung des Miſtes bewirkt, Die Lehre vom Dünger. 4. Abſchn. (252) 4 da iſt eine zu ſorgfältige Vertheilung deſſelben beym Ausſtreuen nicht gar zu nöthig, und es kann, ſogar, wenn, der Miſt in ei- nem wenig verfaulten Zuſtande nicht gar zu di> untergepflügt wird, vortheilhaft ſeyn, ihn nicht zu ſehr beym Streuen zu ver» theilen, damit er in größern Partikeln um ſo beſſer faulen kann, doch muß dieß ſeine Grenze baben, weil ſonſt Pflug, Haken und Egge keine vollſtändige Vertheilung bewirken können, „Muß das Miſtſtreuen von Frauenzimmern geſchehen, und iſt der Miſt etwas feſt geworden, ſo thut man wohl, einen ver- ſtändigen Mann hinter mehrern Frauensperſonen hergehen zu laſſen, welcher die etwa ganz gebliebenen Klumpen noch beſſer vertheilt, und von dieſem fordert man eine vollſtändige Streue«, Unterpflügen 9. 42. Das Unterpflügen des Miſtes muß auch mit des Miſtes. einiger Aufmerkſamkeit geſchehen, damit er.in eine zwedz mäßige Tiefe kommt, nicht vom Aerinſtrument zu ſehr zuſam mengeſchoben, und gehörig mit Erde bede&>t"wird. Fortſekung« 6. 43. Jſt der Miſt etwas lang„ ſtrohig, ſo iſt es immer gut, wenn hinter jedem Pfluge eine Perſon mit einey Forke(Gabel) oder Rechen(Harke) hergeht, welche den Miſt in die offne Furche einlegt z es iſt hierbey beſonders darauf zu ſes hen, daß nicht mehr Miſt jedes Mal in die Fucche gezogen wird; als gerade da liegt, ſo breit vie künftige Furche gepflügt wird, damit es nicht ſpäterhin daran fehle, und die lezten Furchen eines jeden Beetes nicht zu wenig Miſt erhalten, Tiefe des Un? 6. 44. In den meiſten Fällen iſt es Regel, den Miſt terpflügens- nicht zu tief unterzupflügen, damit er, wenn der bemi- ſtete AXex noch vor der Saat mehrere Male gepflügt werden ſoll, um ſo beſſer mit der A>erkrume vermengt, und damit er auch von den Wuxzeln der Gewächſe erreicht werden kann. Je ſchwä« ert und oft auch ausdvrrtz aber bey der Fruchtwechſelwirthſchaft und bey der verbeſſerten D-ey» felderwirtbſchaft u. ſ. w. wird der größte Theil des Miſtes zu den Vorfrüchten gefahren, theils um die Zeit beſſer zu benutzen, theils den Umſaß des Miſtes zu beſchleunigen und theils auch, weil man gefunden, daß in gewiſſen Fällen die Winterfrüchte einen höheren Körnerertrag geben, wenn ſie nicht im friſchen Dünger gebaut werden. un und 6. 47. Sehr verſchieden verfährt man hinſichtlich der wie 28-AUKEN Vermengung des Miſtes mit der AFerkrume 3 bäuſig zubringen. wird er, wenn er unmittelbar für Wintergetreide bes EEE EIENR Vom Ausſtireuen und Unterpflügen des Diſe 27 ſtimmt iſt, mit der Pflugfurche untergebracht, die der Saatfur» er- Frume vermengt wird. Dieß Verfahren iſt nur. dann räthlich, wenn entweder der Aer noch viel alte Kraft beſiht, oder ziem2 lich ſtark bemiſtet werden kann, oder beides zuſammen Stätt findet, indem ſonſt eine ſchwache Düngung in kraftloſem Boden zu ſehr in der AFerkrume und um ſo mehr vertheilt wird, je tiefer die letztere iſt. 6. 49. Selten wird der Miſt zum Wintergetreide unterbringen erſt mit der Saatfurche untergebracht, weil man fürch- mit der Saatz tet, daß man das, Mißrathen der Saat dadurch herbey fr zieht» Ich thue dieß in der Regel alle Jahre mit einem Theil DO Acers, und habe nur Vortheil, nie Nachtheil davon gehabt. - Bey eingeführter Sommerſtallfütterung wird bis zur Zeit, in welcher zur Saat gepflügt wird, eine Menge Miſt gewonnen, der am beſten benutzt und am ſchnellſten in Umſatz geſeßbt wird, wenn er noch mit der Saatfurche für Wintergetreide unterge= bracht wird; ich kann es nicht gut ſehen, wenn kurz nach voll» brachter Winterſaat vieler Miſt auf dem Hofe oder in den Stäl- len liegt. Roggen und Weizen gerieth auf dieſe Weiſe vorzüg= lich gut; beſonders bauete ich in Zangenberg und Ponitz den ſchönſten Weizen, wenn ich die mit Miſt überfahrne Kleeſtoppel einführig beſtellte; der Miſt wirkte hier beſonders mit als Fer ment und beförderte das Faulen der Kleeſtöcke, I< habe weder Geilſtellen bemerkt, noer von den Mäuſen vder ſonſt auf irgend eine Art gelitten. „Nur muß ſchlechterdings der mit der Saatfurche unterge- eue Miſt, hinter dem Pfluge her, mit dem Rechen oder der iſtgabel in die offne Furche mit Aufmerkſamkeit eingelegt und vertheilt werden, und gut iſt es, wenn' der ſo gepflügte Aker noch einige Zeit liegen bleibt, ehe er beſäet wird, damit die Krume ſich zuvor etwas ſeßt. - 9. 50. Zu den Futtergewächſen, welche als Vor» Ntgige Rü» früchte vor dem Wintergetreide gebaut werden, wird ſicht dabey auf der Miſt oft mit der Saatfurche, oft aber auch früher I untergepflügt. Hierbey wird wohl Rückſicht auf die Gewächſe ſelbſt, wie es für ſie am vortheilhafteſten iſt, aber auch ſehx mit auf die Eintheilung der Zeit und Arbeit genommen, 28 nn... vom Dünger. 4. Abſchn. Monatl. Arbeiten. Monatliche Arbeiten für die; Production und Benutzung des Düngers. April, Eingeſtreut und ausgemiſtet wie im vorigen Monate. Wenn in den vorigen Monaten no< nicht genug Miſt zu ven Schotengewächſen, zu den Behakfrüchten, zu dem Sommers rübſen und dergleichen ausgefahren worden iſt, ſo kann dieſes noch in dieſem Monate geſchehen. Auch wird der Dünger zu- den genannten Früchten ausges breitet und untergepflügt.' In dieſem Monate iſt die beſte Zeit, den Gyps, den Kalk, die Äſche, den Mergel und dergleichen auf den Klee und die Wieſen auszuſtreuen. Ei Auch die Düngung mit Jauche geſchieht in dieſem Monat mit Vortheil. Iſt der Kleeacker oder eine Wieſe im Herbſt mit langem/ Miſt überſtreut worden, ſo muß das ausgelaugte Stroh jeht zu- ſammengeharkt und zum Einſtreuen in die Ställe oder auf die vom Vieh begangene Miſtſtätte gefahren werden.; Da, wo die Ueberrieſelung der Wieſen Statt findet, wird ſie in dieſem Monat bewirkt, von den Stauwieſen aber, nach Eintritt warmer Witterung und wenn keine ſtarken Fröſte mehr zu fürchten ſind, das Waſſer abgelaſſen. Die Lehre vom Dünger. Fünfter Abſchnitt, Von der Vertheilung der Miſtfuhren und verſchiede- nen Streumitteln. 6. 51.. Bey der Fruchtwechſel- oder der verbeſſerten Zeit zum Dün: Dreyfelderwirthſchaft iſt eine zweckmäßige Vertheilung 9*fahren» der Miſtfuhren beſonders wichtig, damit die Zeit möglichſt gut benutzt und der Miſt in möglichſt ſchnellen Umſatz geſest wird. So kann 3. B. im Frühjahre ein großer Theil des Winter«2 miſtes zu den Futter- und zu den Schotengewächſen, und wenn Sommerrübſen, Tabak u. dergl. mehr gebauet wird, auch zu die- ſen Gewächſen gefahren werden. Wird Winterraps und Winter- rübſen gebauet, ſo wird hierzu im ſpäten Frühjahr oder im An- fange des Sommers der Miſt gefahren. Auf die Nauhbraache für Winterroggen-und Weizen wird der Miſt im Juny. gebracht. . Die Kleeſtoppel oder der Theil, welcher ungedüngt Erbſen trug, wird im Herbſt kurz vor der Winterſaat bemiſtet, und im Spät2 4350 Fann zu Kartoffeln und Rüben der Miſt ausgefahren werden. Bey der alten Dreyfelder- und bey der Koppelwirthſchaft iſt die Miſtfuhre gewöhnlich zwiſchen der Sommerſaatbeſtellung und der Heuerndte, alſo das Jahr über nur einmal, und ſo hat na- türlich der größte Theil des Miſtes einen hohen Grad von Fäul- niß angenommen, bevor er in den Acker gebracht wird, Ein Haupt- vortheil hierbey ſcheint zu ſeyn, daß ſo der Miſt am Gewicht und Volumen ſebr verliert, folglich weniger hinauszufah“"" und die ganze Miſtfuhre in kurzer Zeit abgemacht iſt, als wt der- ſelbe in einem. minder verfaulten Zuſtande ausgefahren worden wäre. Ob aber dieſer Vortheil nicht zu theuer erkauft ſeyn ſollte?(6, 21.). 9. 52. Es iſt bey der Augsfuhre, dem Streuen und Nöthige Rü: der Unterbringung des Miſtes ſo gut, wie Überall, ns- ſichten. thig, daß der Landwirth es ſo wenig, als möglich, koſtſpielig zu bewirken ſucht;- dieß geſchieht, wenn er erſtens die Miſtfuhre zur zwe>kmäßigſten Zeit anſtellt, und: wenn er die Zahl der Ar- / 30 Die Lehre vom Dünger. 5. Abſchn. (186) beiter ins richtige Verhältniß zur Zahl der fahrenden Wagen und nach Befinden zur Größe der Fläche zu ſetzen weiß. Förderung der+ 53./ Damit weder das Angeſpann, noch die Miſt- EIA lader müſſig ſtehen, iſt ein Wechſelwagen nöthig, der Wechſelwagen. hßoladen wird, wenn die vollen und leeren Wagen hin und' hergehen. Wenn 3. B. bey FE Entfernung des Ackers- von der Miſtſtätte mit drey Geſpann Miſt gefahren wird, ſo muß die Zeit ſo abgemeſſen ſeyn, daß das eine Geſpann auf dem Her- wege ſich befindet, wenn das andere hingeht, und das dritte auf dem Felde zum Abladen befindlich iſt, während der Wechſelwa- gen beladen wird, und daß wo möglich nie ein Geſpann auf das Aufladen warten muß. M 4-, Berechnung Ein tüchtiger Mann kaun in einem Täge 3" bis 170 Fus der Arbeit» der(3 2000 Pfund) und eine Frau 4 bis 6 Fuder"Miſt laden. Es kommt nun auf. die Zahl der gehenden Geſpanne und auf die Entfernung des Ackers an, wie viel Auflader zu beſtel- len ſind. Fortſezung- 6, 54, Um beürtheilen zu können, wie viel ein Arbei- ter von=jeder Art Arbeit verrichten kann, und um auch eine Con» trolle Führen zu können, wenn man nicht ſtets dabey ſtehen kann, iſt es eigentlich nöthig, daß, ein'jeder Landwirth bey jeder Art Arbeit ſich eine beſtimmte Zeit hinſtellt und Acht giebt, wie viel während deſſen geſchah; hierbey muß er freilich berüſichtigen, daß, zumal; wenn die Leute nicht immer unter ſtrenger Aufſicht ſtehen, ſie. ſich dann vft zu ſehr angreifen, wenn gerade der Herr zu: gegen iſt, daß ſie das aber nicht für die Dauer aushalten kwnnem Um nun einiges zur Norm zu geben, will ich immer auf Erfah- xung gegründete Säte zum Beſten geben, und ſv. auch hier noch ſagen, daß ein Mann in einem Tage 3 Morgen unlängſt gefah» xenen Miſt bey einer ſtarken Düngung ſtreuen kann, daß er abey nicht ſo viel verrichten Fann, wenn er zu Klumpen getrockneten Miſt regelmäßig ausſtreuen ſoll z eine Frau verrichtet hier in der Regel mur halb ſv viel, als ein tüchtiger Mann. Zum Einharken des Miſtes; in die offene Furche iſt für jeden Pflug, eine ſchwache Frauensperjon oder ein Knabe hinveichend. ODbenaufdünz- 6. 55.- Den Miſt" nicht unterzupflügen, ſonöern ihn gen. über die Saaten zu ſtreuen, kann nur im Fall dep/Noth/ wenn nämlich vor der Saätbeſtellung der Dänger nicht vorhan- den war, einigen Nuten gewähren; es iſt aber nicht als Negel anzurathen." J< habe in dieſer Hinſicht mehrere comparative Verſuche angeſtellt, und gefunden, daß dieſelbe- Quantität Miſt untergepflügt mehr, als noch einmal ſoviel Effect“äußerte, als der oben auf die Saat geſtreuete; und ähnliche Reſultate habe ich auf den Feldern Anderer bemerkt. Soll es ja geſchehen, ſo muß der Miſt, wenn er wirklich etwas Erhebliches leiſten ſoll, in einem ziemlich verfaulten Zu- ſtande ausgeſtreuet werden, damit Negen und Schneenäſſe ihn auslaugen und den Extractivſtoff der Ackerkrume und den Pflan- zen zuführen kann 3; noch unverfaulter ſtrohiger Miſt kann nur wenig auflösbaren Stoff abgeben, und das Uebrige bleibt un: verfault auf der Ackerfläche liegen, und kommt zum kleinen Theil erſt einer nachfolgenden Frucht zu Gute, oder geht auch wohl ganz für den Zwe verloren. 19149548„1 Vertheilitg“'der-Miſtführent"| 31 ;.(137) Geſchicht! die'Ueherſträtiung“'des Miſtes"erſt; wenn vie Sgat ſchvti"" aufgelaufen iſt /' im Spätherbſt'vder Frühjähr, ſo gehen mehreve Pflänzen, die“-Fganz'"mir Miſt bedeckt werden, verloren 3 dont"'ſte fäulen aus.“ Es iſt'daher nvöthig ,/" raſch nach der Be- ſtellung- den! Miſt aufzufahrem und'zu ſtreuen 3: aber dann war 1a ath" der Miſt: ſchon Pa," ehe der Acer beſtellt wurde; und dann ziehe fich es vor, den Dünger lieber unter die Erde zu hrin- gen, Und ſöllte dieß auch erſt mit der Säatfuiche geſchehen. *' Es iſt auch'verſucht- worden, längern ſtrohigen Miſt im Herbſte über den Klee'zu ſtreuen, um ihn' ſo gegen das Aus- wintern zu ſichern 3; aber der Klee litt durch den Miſt ſelbſt, in- dem'er Anlaß zum- Ausfaulen' gab.; Als Ueberdüngung(Topdressing), paßt* däher. der Miſt am SWOT hierzu eignen ſich mehrere andexe Düngemittel viel beſſer*).=; 6: 66. Tü' großen Wirthſchaften, wozu ein weitläuf- SORGEN hre tiges? Areal gehört, kann es nöthig ſeyn/ einen Theil m Winter. des Miſtes im Winter auszufahren ,/ weil iim Sommer ſich die Arbeit zu ſehr zuſammendrängt, oder weil man vielen Miſt ſchon im Frühjahr unterbringen und benuten will. In dieſem Fall darf der Miſt nicht in kleine Haufen gefahren werden, weil er ſonſt ganz vom Regen und Scmäßig vertheilt, ſo können. einige Geſpanne in einigen Tagen eine große Menge Miſt aus. einander fahren. Zwar verlieren ſolche Haufen, wenn ſie lange liegen, viel an ih- rem Volumen, was aber mehr, eine Folge des Zuſammenſetens, als der Gährung iſt, ſo bald-nämlich der Dünger im Frühjahre aus einander gefahren und untergepflügt wird, Solche große Haus fen bis im Sommer liegen. zu laſſen, iſt in keinem Fall anzurathen. .S. 37, Außer dem Stroh,'was das gewöhnliche Streu: Verſchiedene mittel iſt, werden in mehreren Gegenden auch Lau b, Streumittel. Moos, Tannenſtrauch, Haidekraut, Farrenkraut, auch wohl Torf, Raſen u.'a. mehr dazu angewendet. . Do kann hierzu nur die Noth treiben,.denn das Stroh wird durch keins, der genannten Dinge erſetzt. Im ſächſiſchen Erzgebirge braucht man viele Waldſtreu, weil man in vielen Ge- genden kein Wintergetreide, folglich ſchon deßhalb wenig Stroh, abey.deſty mehr Flachs»bauet 3; und in vielen Gegenden verläßt man. ſich auf die Waldſtreu und verkauft vieles Stroh. Aber es kann auch räthlich ſeyn: ſolche Streumittel zu benußen, um ein niedergeſunkenes Gut deſto früher wieder empor zu beben. (GEZIET 12.220088 420 IEREET AUEL) *) Siehe Eneyklopädie Bd. 111. S. 219. 32 Die Lehre vont Dünger: 5, Abſchn: Monatl. Arbeiten. (483) Fortſetzung. 6. 58.- Das" Laub fault ſehr zuſammen und'giebt ſehr wenig Dünger;- rechnet man daher die Koſten genau zuſammen, welche das Zuſammenrechen und Einfahren verurſachen; ſo wird man finden, daß der„daraus gewonnene Dünger ſehr theuer: zu ſtehen: kommt. Hierzu kommt, daß mehrere Laubarten, 3. B. von den Eichen und Erlen, weil fie vielen Gerbeſtoff enthalten; einen ſehr ſchlechten Miſt bilden.| Nadeln und Zweige von. Tannen, Fichten und Kiefern faus Ien zu langſam, als daß ſie einen guten Dünger geben könnten. Daſſelbe, gilt auch vom Haide- und Farxenkraute, N Das Moos iſt.ein beſſeres Streumittel, als vorgenannte Din- gez es fault aber auch etwas langſam und vertorft ſehr leicht, wenn es zu naß liegt. Raſigen Torf. habe ich, wie ſchon geſagt, mit Vortheil zur Vermehrung des Düngers in die Ställe geſtreut; nur gehört Dazu doch noch, Stroh genug, weil: ohne dieß die: Thiere, ſehr ſchmutig vom Toxf werden ,- und er ſich auch allein nicht gut aus dem Stalle auf das Feld bringen. läßt. Monatliche Arbeiten für die Production und Benußung des Düngers. Ma y. Das Einſtreuen und Ausmiſten wie in dem vorigen Monat. Auch jetzt wird noch Miſt zu Schotengewächſen, beſonders zu ſpäterm Wickfutter, zu Behakfrüchten u. dergl. ausgefahren, ausgebreitet und untergepflügt, wenn dieſe Arbeit nicht in dem vorigen Monat vollendet worden iſt. e Wo Jauchendüngung eingeführt iſt, wird Jauche in den er- ſten»Tagen noch auf die Wieſen, dann aber, wenn ſchon, das Gras zu wachſen anfängt, auf den Acker gefahren. Sind Compoſthaufen vorhanden'9 ſo ſind dieſe jett umzuſte= hen, und es können auch neue angelegt werden. c : Die Teichgräber können nun Teichſchlamm aus den Teichen ahren. y Iſt die Sommerſaatbeſtellung vorbey, ſo kann vielleicht noch in den letzten Tagen ſchon Miſt auf die Braache zu dem Win- tergetreide gefahren und ausgeſtreuet, und vielleicht auch zum Theil untergepflügt werden.. Oder es kann. Mergel aus den Gruben oder Teichſchlamm auf den Aker gebracht werden. 104554 08) j Da, wv das Horden mit den Schafen räthlich iſt, wird, ſobald die Nächte warm genug ſind, in dieſem Monat der An- fang damit gemacht. A 4 Soll die grüne Düngung angewendet werden, ſo müſſen die hierzu beſtimmten Ausſaaten geſchehen, damit ſie früh genug die gehörige Größe zum Unterpflugen zur rechten Zeit erreichen. Die Lehre vom Dünger. Sehster Abſchnitt; Düngerproductions- Berechnung, „9. 59. Wenn des Ländwirths Streben dahin gchen muß, ſich den Miſt auf den möglichſt wohlfeilſten Wege zu verſchaf: fen: ſo darf er für deſſen Production nur diejenigen Thiere wählen, die an und für ſich unter den gegebenen Verhältniſſen den höchſten Erträg geben, und dadurch ihr Futter, vielleicht auch ihre Streu, gut bezahlen. Iſt Letzteres der Fall, ſo wird der Miſt ganz umſonſt erzielt. Daher darf er auch nur ſo viel Arbeitsthiere halten, als er unumgänglich. nöthig hat; und muß durch richtige Zeit.- und Arbeitstheilung die Kräfte derſelben möglichſt zu benutzen verſtehen, damit er dädurch hinreichend ihr Futter und ihre Streu bezahlen, alſo ihren Miſt umſonſt geben, und damit um ſo mehr andere Nutthiere gehalten wer- den können. Wein diejenigen, welche. eine übermäßige Zahl . Zuchtthiere halten, dieß, damit entſchuldigen, indein ſie ſägen: „Es koſtet mir ja nichts, ii Sommer geht es auf die Weide; und bekommt höchſtens Klee oder Wickfutter, und im Winter befommt es nur Heu und Stroh, und es iſt doch hübſch, wenü ich mit einew Mal mit eiter großen Menge Pferde und Ochſen ins Feld ziehen kann u. ſ, w.,/“ ſd. beweiſt dieß weiter nichts; als daß dieſe Landwirthe ſich noch nicht die Mühe gaben, eine Berechnung anzuſtellen, wie theuer ihnen ihr Zugvieb ein Jahr hindurch zu ſtehen kommt, went ſie ihnen Weiden, Futter und Streuſtroh ſo hoch auſchlagen, als ſie es mit edleren Zucht: thieren benugen. könnten; und ſie würden dann auch finden, daß der von den Arbeitsthieren, deren Kräfte nicht gehvrig be- nußt werden, gewonnene Dünger ihnen theuer zu ſtehen kommt. 9. 60. Es iſt für unrichtig gefunden worden ,/ tach Berechtüng der Stü>zahl die Production des Miſtes„zu berechnen, gas. der indem es hauptſächlich darauf ankommt, wie viel ein= 92 Stü> als Futter bekommt, ob es reichlich oder knapp gefüttert wird, vb es viel oder wenig Streu bekommt, VI. 17 34 Die Lehre vom Dünger... 6, Abſchn. (258) Berechnung 5. 61, Sicherer"und zwe&mäßiger verfährt man, den nach Futter Düngergewinn nach der Futtermenge und nach dem Streue und Streu. ſtroh zu berechnen, indem es durch Verſuche und durch Erfahrungen im Großen bewieſen iſt, daß die Quantität des Dün- gers immer mit der Quantität und der Nahrhaftigkeit des Futters, verbunden.mit der Quantität des Streuſtrohs im Verhältniß ſtebt. Zwar hat es deßhalb, weil dev Feuchtigkeitsgrad des Miſtes ſehr verſchieden ſeyn kann, einige Schwierigkeit, das Verhältniß des Miſies zu der Fütterung und Streu auszumitteln, und- es wird deßhalb keine Unterſchiede in den Reſultäten der angeſtell- ten Verſuche Statt finden; äber es kann überhaupt bey dieſem Gegenſtande keine gar zu große Genauigkeit im Großen Statt finden/ und es kommt auch wahrhaftig nicht darauf an, ob bey einer Quantität von ungefähr 1000 Fudern Miſt, 50 Fuder mebr oder weniger in der Wirklichkeit werden, als vorher durch eine Berechnung des Futters und der Streu- ausgemittelt wurde. Näher wird hier gewiß die-Wirklichkeit dem Reſultate dieſer Bes rechnung kommen, als dem Reſultate, was durch Berechnung nach der Stückzahl der Thiere hervorging. Dlingergewinn 9. 62, Durch viele Verſuche hat man gefunden, daß aus tronen ſich die Maſſe der trocknen Fütterung und-der Einſtreuung Sutter, zuſammen im Miſte um 2:2 vermehre. Hierbey wird aber vorausgeſetzt, daß Fütterung„und“ Eins» ſtreuung im richtigen Verhältniß ſtehen, und gerade ſo viel eino geſtreuet wird; als nvthig iſt, um die Excremente aufzunebmen 3 aber auch nicht mehr, als von dieſen durchdrungen werden kann. Dümngergewinn 6, 63. Man 40) gefunden, daß aus dem Abgänge aus nahrhaf- yon Thieren, welche nahrhaftes Futter, wenn auch in fem Futtern geringerer Menge, erhalten, eben ſo viel Miſd wird, als aus dem Abgange von ſolchen Thieren, die weniger nahrhaftes, wenn auch in größerer Menge, erhalten-z indem die Abgänge von nahrhaftem Futter mehr thieriſche, überhaupt mehr düngende Stoffe enthalten und gewöhnlich auch mehr Streu verlangen, als die von minder nahrhaftem Futter, welche größtentheils aus Träbern und Hülſen beſtehen. Thiere, welche neben ſehr nahrhaftem Futter auch noch Stroh vorgelegt bekommen, freſſen aus. dieſem nux das Veſſere heraus und das Uebrige kommt zur Streu, die alſo um ſo viel vermehrt wird, und daher, wenn ſie auch nür eben ſv viel Streuſtroh zugetheilt erhielten, als bey ſchlechterem Futter, doch im erſten Fall mehr Streu bekommen. Darum iſt bey dieſer Düns gerberechnung mehr die Nahrhaftigkeit ,- als das trockne Gewicht des Futters zu berückſichtigen. s Düngergewinn 9. 64. Nur wenn neben der Hauptfütterung auch aus gemiſch?/ ſaftiges Futter, oder gar ein Getränk, was neben ſeinex tem Futter: Jahrhafrnigkeit auch für die Thiere einen großen Wohl- geſchmac> beſibt, ſcheint die Miſtgewinnung nicht mehr in dem: ſelben Verhältniß zur Nahrhaftigkeit und Milchergiebigkeit der gereichten Fütterung zu ſtehen.: 4“ Mehr als wahrſcheinlich iſt es, daß ſaftige, flüſſige Fütterung, 3. B. Branntweinſpülig, neben Heu gegeben, eine größere Nahr= haftigkeit und Milchergiebigkeit äußert, als ſie an und für ſich Hat, indem ſie zur beſſern Auflöſung, Verdauung und Aſſimilas tion der im Heu befindlichen, abex zum Theil verhärteten Nah- rungstheile ſehr viel beyträgt. v Düngerproductionsberechnungs 35 (259) Wenn wir nun die Nahrhaftigkeit der flüſſigen und ſaftigen Fütterung nach ihrer Wirkung auf Fleiſchanſaß, Mil<- und Wolle erzeugung u. ſ. w. ausgemittelt haben, ſo kann ſie, nach Obigem zucurtheilen, nicht bey der Ausmittelung der Miſtproduction zum Grunde gelegt werden z und es hat ſich auch in der Erfahrung beſtätigt, daß von-einer flüſſigen Fütterung„>welche neben Heu gegeben, nicht die Menge Miſt gewonnen wurde, welche manz nach der Milchergiebigkeit verechnet, bätte erlangen ſollen. 5. 65, Es ſcheint daher ein richtigeres Verfahren Was däbey in zu ſeyn, wenn man von ſehr ſaftigem und flüſſigem Fut: AWitHing zu ter nur die trockne Maſſe deſſelben bey Berechnung, der eb Miſtproduction berücſichtiget: es 9. 66, Zu" dieſem Zwe theile ich hier mit, was Cramuige von ich durch Verſuche ausmittelte:+“ erſuchen. 100 Pfund Roggenbranntweinſpülig Nen Pfund 10“== 7 Biexträbern: 7% 64.2108 5.25 j trodiie 100= ſächſiſche Kohlrüben.= 14,6= Subs 100=< Strünte vom Strunkkohl<= 15,41=< ſtal 100-=- Blätter von dieſem Kohl= 45,6 LONZ| 100 Kartoffeln. 5 = 6 E00 2 1167 META.-- 6. 67. Man kann als. Mittelſaß annehmen, daß fich Verhältnig das Futter- und Streuſtroh zum verfütterten Heu oder des Futters andern auf Heu reducirten Futter verhalte, wie 2 zu 1, 31 Streu, wenn gleich bey einer kräftigen Fütterung das umgekehrte Ber» hältniß Statt finden kann. Für letztern Fall, wenn nämlich mehr (nach dem Gewicht und Nahrhaftigkeit berechnet) verfüttert, als eingeſtreut wird, iſt es in der Regel nöthig, daß der Miſt oft, vielleicht einen Tag, um. den andern, aus den Ställen gofchafft werden muß, weil-außerdem die Thiere zu ſehr im Kothe, ſtehen würden z dann. fault der. Miſt. nicht ſo weit zuſammen,-als der; welcher bey mehrerer Stxeu lange im Stalle liegen bleibt; und darum wird. doch. wenigſtens eben dieſelbe Quantität Miſt, von der verfütterten und e:ngeſtreueten Maſſe, erſteres nach der Nahrs haftigkeit und troFnen Subſtanz angenommen, als' wenn meh reres Stroh: untergeſtreut worden wäre,; 9. 68, Eine mittelmäßig genährte'Kuh, die täglich IJäyrtiche, Ere 10 Pfund Heu vder, anderes auf Heu reducirtes Futter zeugung des und dabey noch 20 Pfund Futter- und. Streuſtroh im- Düngerzs« Durchſchnitt erhält, giebt jähr<=- wenn alles mit 2,3 multie plicirt wird=- 25185 Pfund oder etwas„Über 12x Fuder Miſt. Eine ſtärker gefütterte giebt über 16 Fuder Miſt. Es erhielten bey mir 47 Stüc Rindvieh, worunter 33 Milch: fühe waren, in einem Jahre:% 1082993 Pfund-Spülig, hat tro&ne Subſtanz 87722 Pfund, 20348= 13.7488--=„ Bierträbern- haben: 25 5-4 779740= grünen Klee auf Heu reducirt« 455948.-<- 467533.-==;„Kraut--und Nübenblätter-“" 4. 55843= 30162+4 NUubent:, U. Verg rein 1140.0:5.4 9%: 086586 aue 74013-- Kleeheu, Grummt und Ueberkeht 74013-- 65182-- Kobhlſtrünke, reducirt auf Heu, 16298-- 390920."==>..05 SpreW8 44 Dok1675e 44:44-46 440%3 B663) 1% 435403 Pfund, Hierzu Futter- und Streuſtrob..., 1483876 ae Summa 584279 Pfund, 17 Die Lehre vom Dünger. 6. Abſ 124313 Pfd. z dieß mit 2,3 multiplicirt, giebt 28592 Pfd. oder 143 Fuder, folg» lich auf 47 Stü> 680 Fuder Miſt; ich erhielt aber nur von allen 47 Stü>en 500 Fuder zu 2292 Pfund, daber einen großen Theil weniger, als nach jener Berechnung hätte werden ſollen 3 dieſe Differenz kann dadurch nur entſtehen, daß das Streuſtroh nicht in demſelben Verhältniß zum Futter gegeben wurde, als ange- nommen werden muß, wenn jene Formel richtige Reſultäte ge ben. ſoll, und, daß, der Miſt in einem nicht weit verfaulten Zu- ſtande ausgefahren wurde. Der Miſt blieb nur 2 bis 3 Tage im Stalle liegen, und das Vieh ſtand den größten Theil des Tages auf dem Miſthofe im Freyen z die Streu im Stalle reichte deßhalb vollkommen hin, um das Vieh reinlich zu halten. Auch muß ich noch bemerken, daß der größeſte Theil der Jauche hinter den Stall in Behälter lief, von wo aus ſie in Fäſſern ausgefahren wurde, Bey der reichlichen Fütterung und nicht reichlichen Streu mußte der Miſt außerordentlich kräftig ſeyn 7 und äußerte auth wirklich eine außerordentliche Wirkung,, Monatliche Arbeiten für die Production und Benußung des Düngers. T.0 19 Dä, wo die Sommerſtallfütterung eingerichtet iſt, muß ſeht öfter, auch-mehr, äls bey der Winterfütterung, eingeſtreut wer= den, da die Thiere jebt mehr Uriniren, und die Excremente über- Haupt bey der grünen Nahrung flüſſiger ſind. Auch muß einen Tag um den andern,«uch wohl gar täglich, der Miſt aus dem Stall geſchafft werden:;; Wetin- die im Stalle gefütterten Kühe einen großen Theil des Tages auf der Miſtſtätte ſtehen; känn auth da, wenn Stroh genug vorhanden, zuweilen eingeſtreut werden,: In dieſem Monate iſt gewöhnlich Hauptmiſtfuhre auf die Braäche, und da, wo noch die gewöhnliche Dreyfelderwirthſchaft mit völlig unbeſtellter Braache im Gange iſt, wird im Juny bis auf eine Kleinigkeit; die im Herbſte noch gefahren wird, aller Miſt, der gewonnen wurde, ausgefähren. Der ausgefahrene Miſt wird ausgeſtreut und untergepflügt. Es kann jetzt Mergel auf die Braache gefahren werden; auch der Compoſt, ſo wie die Seifenſiederaſche, Hornſpäne, ſchwefels haltige Braunkohle u.. drgl. werden jeht. auf die Ae>er gefahren und untergepflügt.; Wenn mit Kalk die Brääche gedüngt und derſelbe mit der HINO Aerkrume vermengt werden ſoll, ſo muß er jeht herbey- geſchafft und auf den A&er gebracht, gelöſcht und ausgeſtreut werden. /Mit den Schafen kann gehordet werden. Die Lehre vom Dünger. Siebenter Abſchnitt, Vom Hordenſ zeichnet ſich darum jedesmal in Hinſicht des milden Zuſtandes der Acterkrume vortheilhaft gegen das nebenliegende, unbehordete aus. Selbſt das Feſttreten der Ackerkrume ſcheint ihr Vortheil zu gewähren 3; aber auch die Ausdünſtung der auf dem Boden liegenden Thiere ſcheint vortheilhaft auf denſelben» zu wirken. 9. 71, In Ponit wurden mit 1000 Stü> Schafvieh Jortſetung« 70 Morgen behordet; aber nur 55x Morgen mit dem Miſte, welchen ſie den Herbſt, Winter und das Frühjahr, alſo in einer viel längern Zeit producirten, bedüngt, Das Horden dauerte vom VILL 16 Die Lehre vom Dünger. 7, Abſchn. (242) 21. M y bis ungefähr 10. October, alſo ungefähr 140 Nächte, und wenn kalte oder regnigte Witterung einfiel, ſtanden ſie auch im Stalle. - Zugegeben, daß der Pferch nur 3 Früchte,. aher der Miſt bis 5 Früchte hinaus Wirkung äußert, ſo geht doh" aus Obigem hervor, daß man mit den Horden eine größere Fläche bedüngt, als dieß mit dem in derſelben Zeit producirten Miſt möglich iſt. Hierzu kommt, daß die drey Früchte, welche mit dem Pferch er- zielt wurden, mehr an Körnern, Stroh und anderem gewonnen wurde; als in den 3 erſten Früchten", die durch den Miſt erzielt wurden z; was nicht allein einen unmittelbaren Vortheil brachte, ſondern auch die Düngermittel vermehrte. Jc< wechſelte mit dieſer Düngung: dahin, wo vor 3 Jahren gehordet worden war, wurde nun-'Miſt gefahren. Wie Wu ſie 6. 72.- Man kann ännehtnen, daß 1000 Schafe in ei- , au geen: ner Nacht einen halben preuß, Morgen mäßig bedüngen können 3 und es müſſen demnach ſo viele Horden ſeyn, daß mit ihnen ein halber Morgen eingezäunt werden kann. Eine dichtere Einſiallung und alſo eine ſtärkere Düngung darf nur. dann gegeben werden, wenn der Acer entkräftet iſt z hat er aber noch alte Kraft, ſ& wird nach ſtarker Hordendün- gung leicht Lagergetreide. Nas dabey zu 6.173, Gut iſt es; wenn die Schafe einigemal des beobachten. Nachts, oder doch wenigſtens früh einmal aufgejagt wer- den, weil ſo' eine gleichmäßige Bedüngung bewirkt wird. Den mehreſten Dünger laſſen die Schafe früh, wenn ſie aus den Horden getrieben werden ſollen und zu dieſem Zweck aufgejagt werden, fallen. Engeſtellen 6. 74. Die Safe in den Horden enge zu ſtellen, und Fortſchlä- Und die Horden einmal in jeder Nacht fortſchlagen zu gen der Hvr/ nE e 3 joe 3 2.. den in der. laſſen, halte ich nicht für vortheilhaft: 1) weil.es ſchwer Nacht. iſt, dieß Fortſchlagen regelmäßig zu bewirken 3; manche Nächte wird es gar nicht geſchehen, oder wenn doch mit Strenge bierauf gehalten wird, geſchieht das doch nur dann, wenn ge- rade die Schaffnechte vom Schlafe-aufwachen, oder wenn der eine, welcher vielleicht das Cſſen holte, oder ſonſt ſeine Gänge gemacht hat, eben zu den Horden kommt z;. und ſo- kann: un- möglich eine gleichmäßige Bedüngung des- Ackers Statt finden z 2) iſt es auch für die Schafe nachtheilig, wenn ſie zu dicht ſte- ben und alle Nächte geſtört werden. Untexpflügen 6. 75. Am'beſten wirkt der Pferch, wenn auf ge- des Pferchs. vAügtem, aufgelo>ertem Acker gebordet wird, und derſelbe nicht zu lange ununtergepflügt liegen bleibt. Wird auf feſtem Acker gehordet, ſo muß das Unterpflügen raſch hinterdrein kommen, damit nicht theilweiſe der Pferch von einfallendem Regen weageſpült und die aufſteigenden luftartigen Pungeibelle von der Ackerfrume um ſo beſſer abſorbirt werden önnen. Es iſt daher gut, wenn möglichſt ſchmale Striche behordet werden, weil eben das Pflügen um ſo ſchneller und bequemex folgen kann 3 die Schafknechte ſchlagen aber den Hotrdenſtall lie- ber breit, als ſchmal, weil dann eine um ſo größere Menge Hor- den ſtehen bleiben kann, ihnen däher die Arbeit erleichtert wird. << SEI Zer anzuwenden, weil ſv we- nigſtens die erſte Frucht in der Regel einen guten Ertrag an Kornern und Stroh giebt, was nicht der Fall iſt, wenn der Pferch in der ganzen Akerfurche vertheilt und ſo der erſten Frucht zum großen. Theil“entrückt wird. Hatten die Schafe den Saato>er ſo feſt getreten, daß die Egge die Krume nicht gehörig auflo>ern konnte, ſo wendete ich den Baſtard(Scaxificator) an,|| 6. 78. Auch ſehr nützlich“ habe ich es gefunden, die Behorden der eben! geſäete. Winterſaat zu behorden; auf mildem, nicht ZBUUerſute zu ſchwerem und naſſem Boden hat man dabey kein zu feſt Tre: ten. zu befürchten. Doch“kann dieß Behorden nur ſo lange ohne Schaden geſchehen, bis. das Getreide aufgeht; 6. 79. Auf Kobl- und Oelgewächſe wirkt der Pferch„ Welchen am Voriheilbafteſten; ich habe darum immer zum Weiß- BVG kohl und auch zu den Rüben horden laſſen, uüßd danach ſten ſey« einen vorzüglichen Ertrog gebabt, und Sommerrübſen geräth nur nach dem Horden mit Schafen ganz vorzüglich. Getreide, wozu gehvordet wurde, wird von vielen Bäern und Brauern nicht gern. gekauft, weil die Gährung deſſelben nicht wünſchenswerth iſt. Wer aber ſeine Sache verſteht, be- handelt ſolct es eben ſo gern, als anderes. 6. 860. Seitdem die Merinoſchafe eingeführt ſind, Vorſicht beym iſt das Horden etwas ſchwieriger geworden, und viele 23den mit Schäfereybeſitzer haben es ganz abgeſchafft, weil ſie da: SPICE von Nachtheil für die Schafe bemerkten/ öder dieſen doch be: fürchten. In einem Clima, wie Sachſen hat, halte ich das Horden wenn die gehörige Vorſicht dabey beobachtet wird, den Schafen; welche feine Wolle tragen, nicht für nachtheilig 3 denn nicht als lein ich, ſondern auch viele andere Schäfereybeſißer Sachſens haben vom Ende May ab mit ihren Heerden horden laſſen, und ich habe nie gehört oder bemerkt, daß ein Schade daraus ent- ſtanden wäre, obwohl Ponitz am Fuße des Erzgebirgs liegt und WE 0 etwas kälter, als in mehrern andern Gegenden Sach: ens iſt. Aber in einem rauhern Clima und wo kalte Winde ſo ges wbhnlich ſind, und in der Regel die Temperaiur ſo ſchnell und grell wechſelt, als 3. B. hier in Litthauen, da wagt man viel, wenn mit Merinoſchäfen gehordet wird. Oft trifft es, daß nach einem«fehr beißen Tag eine ſehr kalte Nacht kommt, und dann iſt die Erkältung der allerdings etwas weichlichen Merinos ſehr leicht herbeygeführt. Weil ich Nachtbeil ſpürte, habe ich bald das hier bereits angefangene Horden einzettel!t. Auch iſt bier 46'* Die Lehre vom Dünger. 7. Abſchn. Arbeiten im July. (244) die Zeit, in welcher gehordet werden könnte, viel zu kurz, als daß ein erheblicher Vortheil damit herbeygeführt werden könnte; ich habe einen Sommer hindurch kaum 80 Nächte horden laſſen können.. Jn den naſſen, kalten Sommern, die wir mehrere vor kurzem hatten, würde das Horden kaum in 560 Nächten möglich geweſen ſeyn. eee Monatliche Arbeiten für die Production und Benußung des Düngers, 6.401.007 Das Einſtreuen und Ausmiſien wie im vorigen Monat. - Wenn im-Juny der Miſt nicht ſämmtlich auf die Braache efahren, dort ausgeſtreut und untergepflügt wurde, ſo kann Dieß no< in dieſem Monat geſchehen. Auch andere Düngemittel können jeht nocer Raſen mit gebranntem Kalk und Miſt ſchichtweis ſo auf große ſchmale Haufen bringen, daß der Kalk nicht unmittelbar mit dem Miſte in Berührung kommt. Solche Haufen bleiben ſo lange ruhig liegen, bis die bald nach Anlegung derſelben erfolgte Erhitzung vorüber iſt; dann werden ſie ſorgfältig ſo umgeſtochen, daß der Theil der Miſchung, welcher zuvor im Innern lag, nun der Einwirkung der Luft näher gebracht wird. Andere mengen noch Teichſhlamm( Moder), Taubenmiſt, Ofenruß, Seifenſiederaſche, Torfaſche u. drgl. mehr, auch Torf, Sägeſpäne u. drgl. unter.!: 6. 83. Wenn Raſen u. dergl. von einem entfernten Fortſeßung. Orte nach dem Hof geſchafft und Miſt dazu genommen wird, der auch von dem Miſthofe zum Compoſthaufen gefahren werden muß; da möchte wohl die darauf gewendete Arbeit in den wenig: ſten Fällen durch die Wirkung des Compoſis bezahlt werden. Hierzu kommt noch, wenn Miſt darunter gemiſcht wurde, daß dieſer ein Jahr ſpäter, als wenn er unmittelbar in den Aer kam, erſt benutzt wird und in Wirkung tritt, was ge gen die Regeln einer guten Wirthſchaft, der es um einen ſchnel: len Umſaß des Düngers gelegen ſeyn muß, ſtreitet, 43 Dio Lehre vom Dünges, 8. Abſchn. (280) Bereitung des* H, 84, JT>< habe mehrere Male einen Compoſthaufen Compoſts. nahe an die Jauchenbehälter auf fdlgende Weiſe anles gen laſſen, Wöchentlich wenigſtens einmal wurde der vom Viebhof getrennte Theil des Hofes gefegt, und das Zuſammen» gefegte: auf den Compoſthaufen gebracht; bierzu wurde fernev das klare. Geröll aus dem Holzſchuppen, dasjenige, was im leeren Kartoffelkeller zuſammengeputßt wurde, Torfaſche, Laub, Stubenkehricht, der Schlamm aus den Zauchenbehältern und dergl. mehr ſchichtenweis gemengt. Ein ſolcher Compoſthaufen erhielt eine muldenförmige Oberfläche, in welche von Zeit zu Zeit Miſtjauche aufgeplumpt wurde. Nach einiger Zeit wurden dieſe Haufen einmal umgeſtochen und wiederholend mit Miſtjauche begoſſen. Auf dieſe Weiſe erhielr ich binnen einem Jahre eine Menge Compojt, welchen ich hauptſächlich zur Ueberdüngung ſchwacher Saaten oder der Luzerne gebrauchte, aber ihn auch mit Vor- theil mit der Sgat zugleich eineggen ließ. Hornſpäne. 6, 35, Ein ſehr wirkſames Düngemittel ſind die H orn- ſpäne, welche man von den Horndrechslern bekommt, Sie werden ziemlich dünn auf ten Aer zerſtreut; 20 bis 24 Schef- fel ſind für den Morgen hb nreichend 3; ihre Wirkung iſt mehrere Jahre nachhaltend. Schneller wirken ſie, wenn ſie zuvor auf großen Haufen mittelſt Feuchtigkeit., am beſten mit Miſtjauche, in Gährung geſetzt werden. ieſes Düngemittel iſt aber nur da anzuwenden, wo viele Horndreher in der Näbe ſinb, was ja in vielen Gegenden, beſonders in Sachſen der Fall iſt. Andere thieriz 6, 86, Unter den thieriſchen Subſtanzen werden noch ſ am beften vorbereitet, wenn ſie in ausgemauerten Gruben, mit ge- branntem Kalk, ſchichtenweis gelegt werden, wo ſie nach eini- ger Zeit ihren Geſtank verlieren, und«als Düngung ſehr kräfz- tig wirken, Schade, daß hiervon ſo wenig Gebrauch gemacht wird. Die Abdec>ker ſollten dergleichen Düngerfabriken anlegen z ſie würden ſo bereitetes Düngepulver ſehr gut und mit großem Gewinn abſetzen können. 4 L Die Fiſche werden, wo man ſie in Menge fängt, häufig als Düngung angewendet z; am vortheilhafteſten geſchicht dieß, wenn ſie ebenfalls einige Zeit, mit gebranntem Kalk gemiſcht, liegen. . Die Klauen der Thiere wendet man zum Düngen der Wieſen an, indem man ſie mit ihrem ſpitzigen Ende in die Erde ſteckt, ſo daß ſich in ihrer Hohlung Waſſer ſammeln kann. Die Abfälle von den Schlächtern, von den Löhgerbern, von den Schuhmachern, Leimſiedern, aus den Zu>erſiedereyen u, ſ, w. werden zur Düngung benußt. Knochenmehl. 6. 87. In neuern-Zeiten iſt, beſonders in England, das Knochenmehl mit Vortheil-zur Düngung benußt worden: In England hat man Mühlen zur Verkleinerung der Knochen, wovon eine täglich 12 Tonnen, jede 2000 Pfund robe Knochen enthaltend, pulveriſirt, Zu dieſem. Zweeke ſollen viele Schiffs: ladungen mit Knochen aus Deutſchland nach England gegangen ſeyn 3 zuerſt werden ſie. dort ausgekfocht, und das Ausgekochte zur/ Seife benubt, Vom Nebendünger. 43 (281) Dſe Gypsmühlen würden vielleicht auch zur Zerkleinerung der Knochen, wenn auch mit einiger Abänderung, benußt-werz: den können. Seit einigen Jahren wird auch in Deutſchland Ges brauch von den Knochen gemacht, und es ſind in mehreren Ges genden Mühlen zur Pülverung derſelben angelegt- worden. 9. 88. Auch Mehreres aus dem Pflanzenreiche wird Vegetabiliſche als Dünger benutt; zu dieſem gehört: SISTERS Das Oelku chenmehl, welches über die. Saaten, auch wohl mit Kalk vermiſcht, geſtreut wird z; es ſoll ſehr kräftig wirkten„. was wohl vorzüglich dem darin enthaltenen Eyweiß:- ſtoff zuzuſchreiben- iſt. Ich balte- dieſe Düngung aber für eine ſehr theuere, und darum füttere ich die Oelkuchen lieber in meine Haugsthiere. Auch der Molzſtaub iſt als Düngung empfohlen 1007 den; ich bay keine ſonderliche Wirkung davon geſpürt, und ihn“ daber auch Weber verfüttert.; Die Sägeſpäne und das klare Geröll aus den Holzſchup- pen wird als Dünger benutt; es geht aber beides ſehr langſam in Fäulniß über, und dieſerhalb ſind ſie mehr als ein LoXerungs- mittel für ſebr ſtrengen Boden, denn als ein Düngemittel anzus ſehen, und werden zu dieſem Zweck oft in Gärten gebraucht. Daſſelbe gilt auch von den Lohkuchen, die in vielen Falz len beſſer als Brennmittel zu benußen ſind. 9. 89. Zu den Düngemitteln aus dem Pflanzenreiche Fortſetzung. gehört der gemeine Armleuchter, Chara vulgaris, welcher bäufig, beſonders in Melenburg unter dem Namen Poſt, zup Düngung benutzt wird, In vielen ſtillſtehenden Gewäſſern, in Seen, Teichen, Grä- ben, mit Waſſer gefüllten Torflöchern wächſt dieſe Pflanze häufig. Die graugrünen Stängel ſind fußlang und länger, ſehr dünn, beynabe fadenförmig, äſtig und blätterig, geſtreift, häuz fig mit einer kalkartigen Kruſte überzogen und dicht unterxein» ander gewachſen, ſo daß ſie oft beträchtliche Flächen im Waſſer einnehmen. Die Blätter ſtehen quirlförmig, gewöhnlich zu 8 um den Stängel und die Yeſte; ſie ſind ebenfalls graugrün, kurz pfriemenförmig, gegliedert und geſtreift, Die Blüthen, wel- ge- Grüne Dim ſäete Gewächſe als Dünger unter, z. B. Wicken, Erbſen, 9018- die Lupine, Rüben, Klee, Spörgel, Buchweizen u. ſ, w. Es iſt dieſes unter der Benennung:„grüne Dün gung“ bekannt. Die Rüben pflüat man im Herbſt unter, und ſolien ſie atm beſten wirken, wenn mon keine Winterfrucht, ſondern exſt im Frühjahr eine Frucht in den damit gedüngten Aker ſäet. Die Lehre vom Dünger.. 8. Abſchn, 32) Die übrigen Gewächſe pflügt man unter, wenn ſie in vol- ler Blüthe ſtehen. Dieß Pflügen gebt leichter, wenn ſie kurz zuvor nach derſelben Richtung, in welcher gepflügt wird, näm- lich das halbe Beet hin und die andere Hälfte her, mederge- walzt werden. Ihre Wirkung wird ſehr vermehrt, wenn, ſie vor dem Un- terpflügen mit gebranntem Kalk beſtreut werden. Am beſten iſt es, dieſe Gewächſe erſt mit der Saatfurche nicht zu tief unter- zupflügen, aber den Aer noch einige Zeit„' bis zur Beſamung, epflügt liegen zu laſſen, damit ſich die Krume ſee und die äulniß eintritt, und ſo das Eggen leichter gebt. Soll die grüne Düngung mehr mit der AFerkrume vermengt werden, ſo müſſen die dazu beſtimmten Gewächſe ſehr früh geſäet und bald untergepflügt werden, damit ſie Zeit zum Faulen haben, und der Acker dann noch einige Male gepflügt hubs 2 Groß iſt die Wirkung dieſer Düngung, wenn nicht debſBoden ſchon vorber Kraft hat, nicht; und ic) ziehe es vor, da, wo no< dieſe Gewächſe wachſen, ſie zu bauen, aber raſch zu verfüttern, und den dadurch von den Thieren gewonnenen Dünger auch gleich wieder auf denſelben A>er anzuwenden. I< habe, als mir es anfänglich in Ponitz an Dünger fehlte, ein entfernt vom Hofe liegendes Stü> A>er, wohin no< oben- drein der Miſt ſchwer zu bringen war, da es auf einem ziemz- lich hohen Berge lag, auf folgende Weiſe ſehr in Kraft geſetzt: Ich ließ Wien ſäen, die zwar nicht ſehr üppig wuchſen, aber doh auch nicht zu ärmlich ſtanden« Als ſie anfingen zu blühen, ließ ich die Horden darauf ſchlagen, aber dieſe nicht allein des Nachts einmal fortſchlagen, ſondern ich ließ auch die Schafe den Mittag über einige Stunden lang in einem friſchge- ſchlagenen Stalle ſtehen, was ſehr leicht anging, da die Schafe in der Nähe weideten, und au außerdem des Mittags einige Stunden rubeten. So wurde binnen 24 Stunden mit 3 Stäl- len eine große Fläche behordet; die niedergetretenen Wien bil: deten mit dem Pferch zuſammen einen ſehr kräftigen Dünger, und ihre Fäulung wurde dadurch ſebr beſchleunigt. Wo Gyps zu haben iſt, da iſt es räthlich, die zur Düngung geſäeten Widen u. ſ. Ww. damit, wenn ſie aufgegangen ſind ,, zu beſireuen, um dadurch ihren Üppigen Wachsthum berbeyzufüh- ren, und ſo eine größere Düngermaſſe zu gewinnen. Auch der ſchwefelhaltige Torf wirkt, wenn er in nicht zu geringer Menge mit den Wien zugleich untergeeggt wird, zu ihrem Wachsthum ſehr, und hilft av an und für ſich den entträfteten A>ey mit verbeſſern.; Ruß« 6. 91. Eine ſehr raſch und kräftig wirkende Ueberdün= gung iſt der Ruß aus den Oefen und Schornſteinen 3 er wird beſonders mit Vortheil auf movrigen Wieſen angewendet, und äußert oft, in einer ſehr kleinen Quantität dünn ausgeſtreuct, eine verhältnißmäßig große Wirkung. 3 bis 5 Berliner Scheffel ſind für einen Magdeburger oder preuß. Morgen hinreichend. volzaſhes 69. 92. Auch die Holzaſche wirkt auf mancker und Wieſen angewendet, auf man- en mit Ha>ken und vft auch mit Brechſtangen losgebrochen und auf den Schlitten geladen. Aber oft wird auch der Schlamm im Winter unmittelbar aus dem Teiche mit Schlitten auf den Aker gefahren, und mir Hacken und Brechſtangen Stücken ſo tief, als es gefroren hat, aufgebrochen und 46 Die Lehre vom Dunger. 8. Abſchn. Arbetten im Auguſt. (284) aufgeladen, In vielen Gegenden Sachſens iſt man hierin ſehr ge- Übt, und da fahren fleißige Landwirthe faſt jeden Winter eine große Menge Schlamm auf nah und fern von den Teichen liegende AeFer,. Iſt der Schlamm ſehr mit Rohr und Schilfwurzeln durchwach- ſen, To thut man wohl, ihn einige Jahre auf großen Haufen liegen zu laſſen, bevor man ihn auf den Aker bringen läßt. Wie ſtark der Teichſchlamm aufzufahren iſt, das richtet ſich zum Theil nach der Güte des Schlamms, theils nach der Beſchaf- fenheit des Bodens; theils aber auch danach, ob man viel oder wes nig Schlamm hat, und ob nahe um den zu ſchlämmenden Teich viel oder wenig Aer liegt, oder aber mit großen Koſten und Umſtänden weit verfahren werden muß, Es iſt immer gut, erſt auszumitteln, wie die Wirkung des Shlamms mit den Koſten in Verhältniß ſteht. BEAUNE 6.96. Ein aus vegetabiliſchen und mineraliſchen Sub» und Torf. ſtanzen beſtehender, ſehr wirkſamer Dünger iſt die vitriol- haltige Braunkohle, welche in neuerer Zeit und beſonders in der Lauſitz mit großem Vortheil benutzt wird. Die Braunkohle wird theils zum Ueberdüngen, theils untergepflügt. angewendet, und ſie ſoll eine ſtarke nachhaltige Wirkung äußern 3 ſie wirkt wahrſchein: lich hauptſächlich durch die ihr beygemiſchte Schwefelſäure; doh enthält ſie auch Humus, welcher aber ſäurehaltig iſt, nach und.nach aber im Ader ſäurefrey und“auflöslich wird.| Auch der Torf, beſonders wenn er viel Vitriol enthält, was ſehr häufig der Fall iſt, wird-als Dünger benutzt. Er enthält vielen, aber ſauern Humus, der jedoch nach und nach entſäuert und auflö8- lich wird. Den Thonboden verbeſſert der Torf auc< mechaniſch, in- dem cr ihn lo>erer und wärmer macht. j Fn Monatliche Arbeiten für die Production und Benutzung des Dungers. Fusu ſt. Das Einſtreuen und Ausmiſten wie.in den vorigen Monaten, In dieſem Monat wird wenig Zeit übrig ſeyny welche auf den Dünger verwandt werden kann; ſollte aber zwiſchen der Erndte des Wintergetreides und der des Sommergetreides etwas Zeit übrig ſeyn, ſo kann der bey der Sommerſtallfütterung ſeit der lezten Miſt- fuhre wieder gewonnene Miſt vielleicht auf die Kleeſtoppel, oder auf die erſte oder zweyte Furche des Braacha>Xers gefahren und dort ausgeſtreut und untergepflügt werden, Jetzt kann auch Kalk, der ſpäterhin mit der Saatfurcerkrume befindlich iſt, eine immerwährende Wechſelwirkung zum Vortheil der Ge: mwächſe Statt zu finden, und der Kalk ein ſich immer wieder fül- lendes Magazin für Kohlenſäure zu ſeyn, deren ſich die Ge- wächſe nach ihrem Bedürfniß aneignen können. Wenn die Kohlenſäure im Kalk wirklich bey der Vegetation die größte Rolle ſpielt, ſo ſollte man glauben, der ungebrannte Kaik ſey zur Düngung dem gebrannten vorzuziehen, und es ſey darum nicht nöthig, demſelben erſt die Kohlenſäure künſtlich zu entziehen. Dem iſt aber nicht ſo, denn der ungebrannte Kalk wirkt faſt gar nicht vortheilhaft auf das Wachsthum der Ge- wächſe, und thut das nur, wenn er im reichlichen Maaße ſehr fein zerkleinert angewendet wird, indem er ſtrengen Boden me»? er ungemiſtet gelegt werden. Auch auf Erbſen, Bohnen und Wien wirkt eine Kalkdüngung oft ſehr vortheilhaft, ſo wie auch auf Klee, Luzerne und Esparſette, Wo er anzu? 9. 100, Die Kalkdüngung wird nur unter gewiſſen wenden iſt, Bedingungen mit Vortheil angewendet werden können z beſonders müſſen die Koſten derſelben mit deren Wirkung und mit dem dadurch erzielten Mehrertrag in einem richtigen Ver: hältniß ſtehen; Day, wo Kalk in der Nähe wohlfeil zu erlangen und der Boden. bey erhöhtem Ertrag hoch zu benutzen iſt, wird die Kalkdüngung immer Vortheil gewähren, beſynders da, wo es dem Thonboden an Thätigkeit fehlt. 12 bis 20 berliner Scheffel gebrannter Kalk, aber ungelöſcht gemeſſen, werden für einen magdeburger Morgen angewendet. Die Koſten einer Kalkdüngung laſſen ſich daher leicht berechnen, wenn man den Preis des Kalks, die Anfuhre mit inbegriffen, weiß. Nur der durch ihn bewirkte Mehrertrag läßt ſich nicht ſo leicht im Voraus ermitteln, und man thut wohl, in dieſer Hinſicht zuerſt Verſuche nicht zu ſehr im Großen, aber auch nicht zu ſehr im Kleinen anzuſtellen, und die Theorie dabey zu Hülfe zu nehmen. Ich habe in Ponitz in 3 Früchten, nämlich in Roggen, Gerſte und Erbſen, in jeder 3 Körner mehr durch eine Kalkdüngung ge» wonnen, und in den nachfolgenden 2 Früchten war das mit Kalk gedüngte StüFX Acker immer noh zu kennen 3; nur habe, ich ſie nicht für ſich mehr erndten laſſen, kann folglich den durch den Kalk bewirkten Mehrertrag nur in den erſten 3 Früchten ange- ben. J< mußte aber den Kalk ſehr theuer bezahlen, und es wurde ſehr- bald eine hinreichende Menge Miſt producirt, und ſo wen- dete ich lieber mehr Geld auf Ar:kauf des GSypſes, der im Ver- hältniß ſeines Preiſes mehr leiſtete. Von der Kälk- und Mergeldfingung. (311) Es kommt hierbey zwar ſehr auf die örtlichen Verhältniſſe an; nur zweifle ich doch, daß es viele(Gegenden giebt, in wel- tz ſo bleibt er einige Tage liegen, während er ſich ſelbſt löſcht und in Pulver zerfällt. Dieß Verfahren iſt beſſer, als wenn er mit Waſſer gelöſcht wird, was man freilich thun muß, wenn man ihn bald nach dem Ausfahren ausſtreuen laſſen will, Das Ausſtreuen ſelbſt; geſchieht mit bölzernen und eiſernen Schaufeln; mit der AFerkrume muß ex mit Egge und Pflug gut vermengt werden, - Mit der Kalkdüngung darf man böchſtens alle 9 bis 12 Jabre einmal auf ein und daſſelbe StüF Aer fommen, und mit ihr zugleich oder zwiſchen zwey Kalkdüngungen muß auch der Acker Miſt in hinreichender Menge bekommen, wenn er zehrende Früchte tragen ſoll, weil außerdem bald eine gänzliche Erſchö- pfung der AFerkrume Statt findet. 6: 1022 ND&r Mergel wird noh häufiger, als der Kalk' angewendet, indem er ſich häufiger findet, ſeine Anwen- dung weniger koſtſpielig, als die des Kalks iſt, und er auch in vielen Fällen beſſer, als dieſer wirkt. Am häufigſten wird er jetzt im Hollſteinſchen, Melenburg- ſchen und in der Mark, aber auch ſehr häufig in Sachſen ange- wendet. Er wirkt wahrſcheinlich wie der Kalk und oft auch nach- haltig, er darf aber auh, wie dieſer, nicht zu oft und nicht, daß der AÄFer auch den nöthigen Miſt erhält, angewendet werden, weil ſonſt ebenfalls eine Erſchöpfung des Ackers eintritt und-die- ſer, wie man zu- ſagen pflegt, nicht ausgemergelt wird. F Es iſt wahrſcheinlich, daß dem im Mergel fein zertheilten Kalk die Kohlenſäure auch nicht ſo feſt, wie dem gewöhnlichen ungebrannten Steinkalk anhängt, und daher er ſie leichter an die lebensthätigen Pflanzen abgiebt. Sonderbar iſt es aber, daß der Erdkalk, welchen man gewöhnlich auch zu den Mergelarten zählt, weldher faſt nur aus Kalk beſtebt, und ſich leicht in ein lo&eres Pulver zermalmen läßt» auf das Wachsthum eher nach- theilig, als wohltbätig/wirkt. Aber auch durch vielfältige Ver- ſuche iſt es erwieſen, daß aus dieſem Erdkalk ſich die Kohlen- ſäure, ſelbſt durch das Feuer in dem Kalkofen, nur äußerſt ſchwer austreiben läßt, daher feſt an. ihn gebunden ſeyn muß, und da- ber auch dieſer Erdkalk ungebrannt nicht zum Dünger geſchi>t iſt. Es kommt auf ſeinen Gehalt an Kalk an, wie ſtark man ibn aufzuſtreuen hat. In Hollſtein fährt man ihn ſo ſtark auf, daß er die ganze Fläche des Bodens einen balben Zoll hoch bede&t, 51 zu? Mergel. Die Lehre vom Dünger. 9. Abſchn. (312) Im Altenburgſchen fährt man 30 bis 120 einſpännige Karren(je- der 8 bis 9 Centner enthaltend) auf den magdeburgſchen Morgen. Wenn der Mergel bis 60 Proc. Kalk enthält, ſo ſind 20 bis 25 Ladungen a 18 Kubikfuß für den Morgen hinreichend z enthält er ungefähr 25 Proc. Kalk, ſo werden 60 ſolcher Ladungen für hin- reichend gehalten, und er kommt dann 3 Zoll boch zu liegen; der bloß merglige Lehm wird ſtärker aufgefahren, bis 120 ſolcher Ladungen, wobey er einen Zoll hoch zu liegen kommt. . Da das Mergelauffahren in vielen Fällen mit Vortheil zu einer Zeit geſchehen kann, wenn gerade nichts anders mit den Pferden und Leuten zu thun iſt, ſo ſind die Koſten für dieſe Düngung des Aers daher auch nicht hoch anzuſchlagen. In manchen Wirthſchaften werden aber auch Angeſpann und Leute eigends für das Mergelfahren gehalten, welche den gan- zen Sommer hindurch, zuweilen auch im Wintex dabey bleiben. Dieß verurſacht. ſchon größere Koſten, wie jene Verfahrungsart. Ob das Mergeln bey einem gegebenen Local mit Vortheil anzuwenden iſt, das muß durch Verſuche ausgemittelt werdenz zuerſt iſt es nöthig, die Wirkung der gefundenen Mergelarten zu verſuchen, und dabey auch die' Koſten des Ausgrabens, Aufladens, Ausfahrens und Ausſtreuens" genau zu berechnen, dann wird man leicht finden, ob der durch die Mergelung herbeygeführte höhere Ertrag nicht allein die Koſten de>t, ſondern auch vielleicht noch einen Gewinn übrig läßt. Nur muß bierbey berüsſichtigt werden, daß der Mergel länger, als ein Jabr, und oft im 2ten und 3ten Jahr mehr, als im erſten wirkt. Fände man, daß der dadurch berbeygeführte hs- here Ertrag in der erſten Frucht ſchon die Koſten vergütete, ſo würde das Mergeln ſehr vortheilhaft ſeyn, indem ſeine Wirkung auf die nächſtfolgenden Früchte als reiner Gewinn anzuſehen ſeyn würde. Aber es iſt gewiß ſchon ein großer Vortheil, wenn nu in 2 SADDEN die Koſten des Mergelns durch den Mehrertrag erjeht find. Wären 3. B. 30 Fuder Mergel für einen magdeburger Mox- gen nöthig, und koſtete das Fuder 2 Sgr., ſo würde der Morgen 2 Thlr.' zu mergeln koſten 3 es würde daher z.B. jeht das Mer- geln in bieſiger Gegend, wo der Scheffel 3 Thlr. gilt, das Mer: geln einen Mehrertrag von 3 Berliner Scheffel Roggen bervor- bringen müſſen, wenn dieſe Koſten im erſten Jahre vergütet ſeyn ſollen. Im Altenburgſchen kauft man die unausgeſtochene Ruthe Mergel für 1 Thir, 10 Sgr. ,. ſticht ſie aus und fährt ſie bis xz Meile weit, und berechnet ſich doch nod) einen Gewinn von der Mergeldüngung. Auf Boden der ſchon an und für ſich Kalk enthält, werden in der Regel die Koſten des Mergelns durch einen Mehrertrag nicht bezahlt. Fo!gendes ſind die Erfahrungen mehrerer Landwirtbhe, welche hier zum beſten gegeben werden: Wenn der Mergel ſtark genug aufgefahren wurde, ſo. dauerte ſeine Wirkung auf reichen, ſchwe- ren Boden 12 bis 13 Jahre„im leichtern magern Boden nur 6 Jahre. Er hält auf ſchwerem Boden die AFerkrume loFer. Feu: ter Boden läßt ſich ſo leicht nicht übermergeln. Dagegen iſt bey leichtem, tro&nen Boden um ſo mehr Vorſicht nöthig, Feuchte: Von der Kalk» und Mergeldüngung. (313) rer Boden braucht längere Zeit vorher nicht bemiſtet worden zu ſeyn, und dennoch wirkt der Mergel ſehr vortheilhaft.1 Vortheilhaft zeigte es ſich, wenn zu Erbſen Miſt und hin- ter den Erbſen zu dem nachfolgenden Roggen Mergel aufgefah- ren wurde. 6. 103, Die Beſchreibung des Mergels gehört nicht Wo er zu hierher, ſie gehört in die Lehre vom Boden; aber einige den. Anleitung zum Auffinden deſſelben ſoll hier mitgetbeilt werden. Mergel findet ſich an vielen Orten, und er iſt in neuerer Zeit, wo ſeine Anwendung allgemein wurde, an Stellen aufge: funden worden, wo man früher ihn nicht vermuthete. Als Wegweiſer zur Auffindung können einige Gewächſe, die vorzugsweiſe einen mergelhaltigen Boden zu ihrem Standort wählen, dienen; z. B. wo Tussilago farfara, Salvia glutinosa und pratensis in großer Menge und in einer gewiſſen Ueppigkeit wachſen, da findet man gewiß unter ihnen mergelhaltigen Boden. Findet man an der Oberfläche und dem thonigen Boden Kalk-* körner zerſtreut, ſo liegt gewiß tiefer wirklicher Mergel. Am leichteſten findet man ihn in Hohlwegen, in tiefen Grä- ben und än Bergabhängen, ſo daß man bierzu keines Bohrers bedarf. Sollten aber nirgends auf dieſe Art ſich Anzeigen auf- finden laſſen, und iſt doch viel an der Auffindung eines Mergel: lagers gelegen, ſo muß man ſich eines Erdbohrers bedienen. Er liegt ſehr verſchieden, oft nur neſterweis 3 oft auch in mehr oder minder di>en Schichten. Obenauf enthält er gewöhn- lic) weniger Kalk, als unten. Der Mergel hat faſt alle Farben, und ſie ſind daher ein NUDES Kennzeichen, welc Acker, was bemergelt werden ſoll, befin- det, paſſendſten Mergel benuten! Iſt der Boden leicht, ſand» reich, ſo muß man den thonreichſten Mergel wählen, wenn er auch nur wenig Kalk enthalten ſollte z denn ſchon der Thon hilft in Verbindung des Kalks den ſandigen Boden mit verbeſſern z nur muß er natürlich um ſo ſtärker aufgefahren werden, je wes niger Kalk der Mergel enthält. Auf ſchwerem, thonigten Boden hingegen kann man mit größerm Vortheil ſandreichen Mergel auf- fahren; und für ſolchen Boden kann der Mergel nicht reich ges nug an Kalk ſeyn. Sandmergel auf leichten Boden in großer Menge aufgefah» ren, würde vielmehr ſchaden, als nützen; ſoicher Mergel würde ſolchen Boden noch tro>ner und bitziger machen, als er von Na- tur ſchon iſt, und in tro>&nem Sommer würde er das Mißrathen der Gewächſe noch mehr begünſtigen, Wie er zu gra? 6. 105, Da, wo Mergel gegraben werden ſoll, muß ben, zuvor der, Plat bis auf den eigentlichen Mergel, und wo dieſer den größren Kalkgehalt- beſibt, abgeräumt werden 3 denn den Abraum, wenn er auch einigen Kalk enthält, weit von der Mergelgrube wegzubringen, würde in ſeltnen Fällen die Koſten bezahlen; aber dieſer Abraum wird vielleicht in der Nähe zur Ausfüllung der Vertiefungen im AFer benutzt werden können z außerdem läßt man ihn in der Nähe der Grube liegen, um mit ihm ſpäterhin, wenn der Mergel an einer Stelle völlig ausge- fahren iſt, dieſe wieder füllen, und ſo vielleicht wieder als A>er u. ſ. w. benuten zu können. Wenn ſich auf ſolcliche Stelle abgefahren werden, ſo braucht auch die Stelle, wo er ſonſt nahe an der Mergelgrube liegen mußte, nicht unbebaut zu bleiben. Nur muß gleich anfänglich RÜkſicht darauf genommen werz den, wie tief wohl der Mergel aufzufahren iſt. Oft liegt erſt in einer beträchtlichen Tiefe der beſſere Mergel, und dann müſſen gleich anfangs Vorkehrungen zum tiefen Ausfahren der Grube getroffen werden.! ß Da, wo es im Großen gebt, wird das Abräumen gewöhn:- lic) im Verding von ſchon geübten Leuten bewerkſtelligt 3 ſonſt kann es aber auch in vielen Fällen, in Jahreszeiten, wo nichts notbwendigers zu thun iſt, durch eigne Leute geſchehen. Ausfahren 6. 106, Beym Ausfahren des Mergels muß ein rich: und Unter? tjgog Verhältniß zwiſchen den Fuhren und den Aufladern VE eſe Statt finden, damit jeder Theil immer beſchäftigt iſt. Von der Kalk- und Mergeldüngung. (315) Iſt der Mergel weit zu fahren, ſo wird es Vortheil ge: währen„einen Wechſelwagen zu nehmen, damit immer ein Wa- en in der Grube zum Laden ſteht, die übrigen ſters im Gange bleiben, und die Pferde nie ſtehen dürfen; beſonders iſt dieß da vortheilhaft, wo nicht überflüſſiges Zugvieb gehalten wird, und die Kräfte des vorhandenen möglichſt benubt werden ſollen. Damit das Abladen des Mergels raſch gebt, ſind ſvgenonvte Keppkarren und Wagen ſehr vortheilhaft, weil von ihnen mit einem Male die Ladung heruntergebracht wird. Man hat 2rä: drige und 4rädrige Keppwagen. Die erſtern ſind deßhalb in man» en des Mergels ab. In vielen Fällen möchte es aber räthlich ſeyn, nicht zum Mergelfahren beſondere Pferde und Leute zu halten, ſondern lieber im Ganzen eine verhältnißmäßige größere Anzahl Ange: ſpann zu halten, mit dieſem zur rechten Zeit die verſchiedenen Arbeiten beym Feldbau zu verrichten, und dann auch, wenn nichts anderes zu thun iſt, mit allen an das Mergelfahren zu gehen. Die Altenburger fahren alljährlich eine Menge Erde, Moder und Mergel, obne daß ſie dazu beſondere Angeſpanne halten. Gewöhnlich wird da die Zeit zwiſchen der Sommerſaatbeſtel- lung und dem Heumachen, auch die Zeit zwiſchen der Heu- und Roggenerndte, oder auch im Herbſte nach beendigtem Pflügen der Stoppel und Vorbereiten des zu den Behakfrüchten beſtimmten Acers, dazu angewendet; beſonders wird der Mergel zur Dünz- gung des Klees im Herbſt auf die Kleefelder gefahren; zuwei:- len ſogleich ausgebreitet und gewalzt, oder beides auch bis zum nächſten Frühjahr verſchoben. Im zweyten Falle leidet nur oft 55 56 Die Lehre' vom Dünger. 9. Abſchn. Arbeiten im Sept. (316) der Klee auf den Stellen wo ein Mergelbhaufen liegen bleibt.=- Der im Herbſt zerſtreute Mergel wird gewöhnlich im Frühjahr tüchtig beeggt und wobl auch noch einmal gewalzt, damit er mög= lichſt gleich vertheilt wird und auch nichts beym Hauen hindert. - Der im Sommer gefahrene Mergel wird gewöhnlich zum Wintergetreide benutzt und auf die leere Braache gefahren, dort bald ausgeſtreut und untergepflügt. Es wird aber auc< mitun:- ter Mergel auf die Saatfurche gefahren, dort ſogleich ausgeſtreut und mit der Saat zugleich unter und augeinandergeeggt, da: mit er ſo beſonders der erſten Frucht zu Gute kommt. Dieß kann aber nur mit Mergel geſchehen, welcher ſehr leicht zerfällt, da- mit er gut mit der obern Schicht der Ac>erkrume vermengt wer- den kann. Auch zu den Kartoffeln wird mit Vortheil der A>ker gemer- gelt; erſtens gedeihen die Kartoffeln ſelbſt in der Regel ſehr gut nach Mergel, und dann wird derſelbe ſo auch am beſten und ſchnellſten mit der AFerkrume vermengt, indem vor der Beſtel: lung der Beha>früchte und während des Wachsthyums derſelben der Aer oft bearbeitet wird.;' Beym Ausfahren des Mergels iſt Obacht auf die verſchiede- nen Schichten deſſelben zu nehmen z; oft iſt eine Lage viel reicher an Kalb, als die andere. Entweder muß er dann ſo herunterges hat oder gegraben und aufgeladen werden, daß er währenddem gut vermengt wird; oder es muß jede von der andern verſchie- dene Lage beſonders, die eine ſtärker, die andere nach Befinden ſchwächer auf den AFer aufgefahren werden. Das Ausſtreuen: des Mergels muß mit einiger Sorgfalt ges ſchehen ,, damit eine möglichſt gleichmäßige Vertheilung deſſelben bewirkt wird. Nach dem Ausſtreuen wird er geegst und gewalzt, und nach Befinden das Cine oder das Ander?, oder beides wiederholt. Auf der Braache wird ſodann der Mergel nur flach unter- gepflügt, und hinterher noch 2- oder 3mal in der Quere und. in die Länge gepflügt, um eine möglichſt gute Vertheilung mit der AFexerde zu bewirken. emwenmennengnnngnn, Monatliche Arbeiten. September. Einſtreuven und Ausmiſten, wie in vorigen Monaten, Jetzt muß aller Miſt, der im Sommer hindurch noch gewon nen worden iſt, und noch zum Wintergetreide benutzt werden ſoll, ausgefahren und mit der Saatfurche untergebracht werden. Der etwa aufgefahrene Kalk, der Mergel, die Seifenſieder- aſche, der Compoſt u. ſ. Ww. wird nun geſtreut und mit der Saat zugleich untergeeggt.. 8 - Mit den Schafen wird in Gegenden, wo die Nächte. noch nicht zu kalt ſind, n9< gehordet. 3 4 Yuch wird die Jauche, da, wo fie für ſich zur Düngung benutt wird, ausgefahren. Die Lehre vom Dünger, Zehnter Abſchnitt. Vom Gypſen und Erdefahren, 6: 107, Unter allen den ſogenannten künſtlichen Düngemit- teln wird wohl keines ſo häufig und mit ſo ſicherm und großem Erfolg angewendet, als der Gyps. Sachſen hat unſtreitig eis nen großen Theil ſeiner Wohlhabenheit mit dieſem Mineral zu verdanken; denn ohne ihn würde ſebr viel weniger Klee erbaut, ohne dieſen mehr erbauten Klee könnten weniger Schafe und Kühe gehalten, folglich weniger Wolle, Milch und Butter erzielt, weniger davon ins Augland verkauft, auch weniger Miſt pros ducirt und alſo auch weniger Getreide erbaut werden. Am meiſten wirkt der Gyps als Ueberdüngung für den Klee, für die Erbſen und Widen 3; weniger unmittelbar auf den mit Getreide beſtellten Ae>Xern, und auch wenig, wenn er unterge: pflügt wird. s Eg Der ungebrannte Gyps, wenigſtens der ſächſiſche, wirkt viel beſſer, als der gebrannte. Er wird entweder gleich als Mehlgyps, wie 3. B. bey Pößne> und Jena in Sachſen, oder als Steine, welche erſt geſtampft oder gemahlen werden müſſen, gefunden. Je feiner er zermalmt iſt, deſto mehr wirkt er, und um ſo dün- ner kann er ausgeſtreut werden. Der als Mehlgyps gefundene wirkt etwas geringer, und muß daher etwas dichter ausgeſtreut werden, als der zermalmte Steingyps.] 4 Man ſäet ihn gemeiniglich wie das Getreide mit der Hand aus dem Säetuch, und gewöhnlich ungefähr 1 Berliner Scheffel auf den Magdeburger Morgen, oft auch weniger. Man ſtreut ihn gern im Früdjahr dann erſt aus, wenn. ſchon der Klee einige Zoll gewachſen iſt, und ſieht es gern, wenn derſelbe einige eit auf den Blättern liegen bleibt und nicht vom Regen abges pült wird, weil: man ſo eine beſſexe und ſchnellere Wirkung geſpürt haben will, Die Lehre vom Dünger, 40, Abſchn. (350)| Seine Wirkung auf Klee iſt oft ſehr zu bewundern 3 wenn auf ziemlich kraftvollem A>er der ungegypſte Klee nur 8 Zoll war, wenn er in voller Blüthe ſtand, ein Sto>X tiur wenige blätterarme Stängel trieb und eine gelblich grüne Farbe hatte, ſo ſtand nebenbey auf demſelben Boden der gegypſte Klee mit einer Länge. von 23 bis 3 Fuß hoch, trieb Stauden von 12 blät: terreichen ſtarken Blüthen, und ſeine Farbe. war dunkelgrün, kurz er trug alle Kennzeichen der größten Ueppigkeit,* Der Gyps erhöhte, z. B. in Ponitz, den Ertrag eines Klee- aFers um mehr als das Doppelte. Erfahrungen 6. 103.- Noch habe ich folgende Bemerkungen über ſeiner Wirk- 975 Wirkung des Gypſes gemacht. y ſamkeit, Am auffallendſten zeigt er ſeine außerordentliche Wirkung bey troFner Witterung und da zeigt ſich der mit Gyps über- ſtreute Klee am meiſten und auffallendſten gegen nicht damit beſtreuten aus. Wie ſehr der Gyps beſonders den Klee begünſtigt, iſt am ſichtbarſten auf Wieſen, die damit beſtreut wurden 3„denn da, wo vorber kaum eine Kleepflanze ſichtbar war, ſab.es nicht mehr wie Wieſe, ſondern wie auf einem ſchön beſtandenen Kleefelde aus. Daß der Gyps nicht allein dem Klee, den Erbſen und an- dern Gewächſen durch ihre Blätter, ſondern wohl größtentheils durch ihre Wurzeln zu Gute kommt, beweiſt die Erfahrung, daß die Wirkung des Gypſes, wenn er im Frühjahr aufgeſtreut wurde, nicht allein auf den erſten Schnitt, ſondern auch auf den zweyten, und auf Wieſen auch ſogar in dem 2ten Jahre, nei einen ſehr üppigen Wuchs.des Klees und des Graſes ſicht- ar war, Der Gyps wirkt aber nicht allein unmittelbar auf den Klee, ſondern auch mittelbar auf die darauf folgende Frucht z denn der Weizen auf gegypſien Kleeac>er geſäet, brachte einen böhern Er- trag, als der im ungegypſten Kleeac>er erbaute, Wahrſcheinlich wird die Akerkrume von dem dicht und üppig ſtehenden Klee be- brütet und auch durch die abfallenden Blätter und üppigen Wurzeln um ſo mehr bereichert.| Bekanntlich haben viele Landwirthe erfahren, daß der Klee, wenn ex zu oft auf ein und daſſelbe Stü> Aer wieder kommt, endlich ganz fehlſchlägt; im Altenburgſchen babe ich.g. oft bemerkt, daß Klee alle 3 Jahre auf ein und daſſelbe Stü wieder geſäet werden kann, und doch immer einen guten Ertrag giebt, wenn er nur jedesmal mit Gyps gedüngt wird, Es ſcheint, als wäre es im Gyps hauptſächlich die Schwefel: ſäure, welche dieſe große Wirkung hervorbringt 3 indem au andere ſchwefelſäurehaltige Dinge, 3« B+ die ſchwefelſäurehal? tige Braunkohle, das Glauberſalz 1, ſc W-y eben ſol, was unlängſt zuvor ſchon Klee gab/ gedeiht, weil er aus der AFerkrume etwas völlig herau8308- was dieſe durch Vom Gyps- und Erdefahren. 59 (351) oder mit dem Gyps wieder erhielt. Aus den gemachten Erfah» rungen geht auch hervor, daß der. Gyps den Kleepflanzen Feuch- tigkeit zuführen muß ,' da er bey tro>ener Witterung am meiſten wirkt. 6, 109, Auf welche Art aber der Gyps dieß alles Wie er wiree. wirkt, das iſt no< ein Geheimnißz nur Hypotheſen können wir deßhalb aufſtellen, die aber doch weiter führen und manche Winke für den praktiſchen Landwirth darbieten können, weßhalb ich auch hier eine Hypotheſe zum Beſten gebe. Scwefelſäurehaltige Mineralien, 3. B. das ſchwefelſaure Natrum(Glauberſalz), der ſchwefelhaltige Torf, der ſchwefel: ſaure Kalk(Gyps) verlieren an der Luft und in gelinder Wärme ſehr bald ihr Kryſtalliſationswaſſer und zerfallen in Pulver. Eine Art Gyps verliert das Kryſtalliſation 8waſſer ſchneller, als die andere; ſo zerfällt der Gyps, welcher unweit Jena ge- funden wird, ſchneller an der Luft in Pulver, als der unweit Gera und Köſtritz gefundene, Sollte nicht das entweichende Waſſer dem Klee und andern Pflanzen zu Gute kommen? Sollte nicht gerade an heißen Sommertagen der Gyps am meiſten ſein Kryſtalliſationswaſſer fahren laſſen? Sollten. nicht die lebensthätigen Gewächſe dieß Entweichen des Kryſtalliſationswaſſers befördern? Nicht vielleicht gerade der Kiee und einige andere Pflanzen dazu, am geſchi>kte- ſten ſeyn? Oder ſind die blätterreichen Gewächſe, beſonders bey dichtem Stande, geſchi&t, das Verdunſten des aus' dem Gypſe entwichenen Kryſtalliſationswaſſers zu verhindern und es mit ihren Blättern und Wurzeln einzuſaugen? Bekanntlich wirkt gebrannter Gyps nicht ſv. gut, wie der Ungebrannte auf:das Wachsthum der Gewächſe z; jener verlor ſein Kryſtalliſationswaſſer beym Brennen, und kann es daher nicht mehr an die Pflanzen, wenn ſie es brauchen, abgeben. Mehrere Landwirthe haben erfahren, daß der als Meblkalk gewonnene Gyps, welcher bereits an der Luft zerfiel, und alſo ſein Kryſtalliſationswaſſer wenigſtens größtentheils verlor, nicht ſo ſtark wirkt, als der. Steingyps, welcher durch Stampfen und Mahlen zerkleinert wurd.'! Aber der Syps wirkt gewiß nicht allein durch Abgabe ſeines Kryſtalliſationswaäſſers, ſondern auch noch auf andere Weiſe.; Wahrſcheinlich giebt er durch Feuchtigkeit, Wärme und Licht begünſtigt, einen Theil des Sauerſtoffs der Schwefelſäure an den Kohlenſtoff des im Boden befindlichen Humus ab, wodurd) die pflanzennährende Kohlenſäure gebildet wird. Das aus dem Waſſerſtoff des Humus und einem Theil des Sauerſtoffs der Schwefelſäure gebildete Waſſer wird in tro>nen Tagen gewiß auch dem durſtigen Klee zu Gute kommen.; Der aus dem freygewordenen Schwefelſtoff und Licht ent- ſtäandene Schwefel bildet Hydrothionſäure; und dieſe, glaube ich, dient manchen Pflanzen als wirkliche Nahrung. I< halte die Bildung dieſer Säure für eine Art fauliger Gährung des Schwefels, wodurch dieſer zum Uebergang in die Pflanzen ge- ſchiter gemacht wird. Wahrſcheinlich düngen aus gleichen Ur- ſachen auch die faulen Eyer ſo außerordentlich, wie ich zu bes merken Gelegenheit hatte. 60 Glauberſalz» Düngeſalz« Lehmwände«. Miſchung an? derer Erdarz wenn eine, in der Nähe liegen! beſſern Beſtandtheil in überwiegender Die Lehre vom Dünger. (32 Daß 10. Abſchn. ) Es Der ebenfalls freygewordene Kalk wirkt wie anderer Kalk, er zieht Kohlenſäure an ſich und giebt ſie auch wieder an die Pflanzen ab. bey ſolchen.hemiſchen Wechſelwirkungen Wärmeſtoff frey wird, und daß dieſer auch den Gewächſen zu Gute kommt, iſt auc der aufgefahrene Torf. Sandboden gefabren werden, 1 um eine möglichſt innigſte Vermiſchung m wirken, worauf es hauptſächlich ankommt, Pflügen und Egge und immer von verbeſſert werden, Menge hat, der t ihr möglichſt gut So iſt ein Sandboden ſehr nachhaltig zu vev= zu erheben, wenn mit aufgefahrenen nd damit milder zu machen, indem dieſer n mit dem Thon Waſſer, oder durch ſeine eis Beſſer wirkt zu dieſem Soll Lehm oder Thonboden auſ ſo iſt große Sorgfalt anzuwenden, vglichſt bald zu bes wenn der Zweck erz reicht werden foll. Es iſt da räthlich, daß die Erde im Herbſt oder Winter aufgefahren wird, damit und die Klöße leichter zerkleinert werden können, im Frühjahr gut ausgebreitet, ſo bringt, der Froſt ſie mürbe macht, Iſt dieſe Erde bevor ſie untergepflügt wird, das Walzen mit einer ſchweren Walze Vortheil, damit u Vom Gyps- und Erdefahren, (333) eine möglichſt feine Zerkrümelung bewirkt wird. Das Unter» pflügen' darf nicht tief geſchehen, damit ſie ſovyiel als möglich in die Mitte der ganzen AFerkrume gebracht wird. Gut iſt es, wenn die beſtimmte Quantität des Lehmes auf zwey Mal auf- gebracht und untergepflügt wird, wodurch ein um ſo beſſeres Vermengen Statt finden kann. Wenn der ſo mit Erde befah- xene Aer drey Mal gepflügt und wenigſtens eben ſo viele Male dazwiſchen tüchtig beeggt oder mit dem Baſtart, oder einem an- dern Scarificator bearbeitet worden iſt, ſo iſt die Vermiſchung ſchon ziemlich vollſtändig bewirkt., Auf allen Fall muß die aufzufahrende Erde ganz nahe am AFerſtü> liegen, auf welche ſie kommen ſoll, denn außerdem möchte in den ſeltenſten Fällen der Erfolg den Koſten angemeſ- ſen ſeyn. In hieſiger Provinz, wo die Getreidepreiſe- in der Regel ſehr niedrig ſtehen, werden die Koſten des Erdefahrens wohl in keinem Falle bezahlt werden. 61 6. 114, Das Erdefahren, was in Sachſen in Erdefahven. einigen Gegenden, beſonders im Altenburgſchen ſo häufig und eifrig betrieben wird, iſt verſchieden von jenem im vorigen Paragr. angeführten, Der Hauptzwet dieſes Erdefahrens iſt der: Humo=. ſe Erde, welche von den Höhen durch das Waſſer in die Tiefe geführt wurde, wieder auf die Höben und überhaupt auf Stellen des Aders zu bringen, die ihrer bedürfen, Zu dieſem Zwe ſind an dem-- im Altenburgſchen an jedem-- AFerſtü>X, auf der tiefſten Stelle ein Fanglod) angelegt, wo hinein alles vom Aerſtü>, bey ein2 fallendem Regen- oder Thauwetter ablaufende Waſſer durch die Beet- und Querfurchen geleitet wird. Hier ſetzt ſic die mit abgeſchlämmte Erde, welche gemeiniglich eine Menge humöſer Theile, Extractivſtof, Kalk u, ſ. w. enthält, ab. Iſt ein ſolcher Erdfang voll Waſſer, ſo läuft daſſelbe in angebrachte kleine Abzugsgräben ab, oder es verdunſtet. In 3 bis 6 Jahren füllt ſich der Erdfang ganz mit frucht- barer Erde an, die, wenn dieſe Vorrichtung nicht getroffen iſt, unbenugt in Gräben und Flüſſen fortgeſchwemmt wird. . In den Jahren, wo das an ſolche Erdfänge liegende Aker- ſtü& braach liegt, oder ſonſt eine paſſende Zeit, ohne mit einem Zewächſe beſtellt zu ſeyn, leer iſt, wird die Erde nach den öhern Stellen und überhaupt da, wo die fruchtbare Erde nicht nächtig liegt, hingefahren, 6. 115, Auf leere Braache wird die, Erde im Monat Zeit des Erde; 'uny und July, zwiſchen. der Sommerſaatbeſtellung und 021» „x Roggenerndte gefahren, Soll aber der Aker im Frühjahr it einer Frucht beſtellt, aber die Erde aus dem daran liegen= zn gange gefahren werden, ſo geſchieht letzteres gemeiniglich im erd. j . Zu dieſem Erdefahren werden am zwe>mäßigſten die einſpän- nigen Keppkarren gebraucht und überhaupt dabey ſo verfahren, vie bey dem Mergelfahren angegeben worden iſt. Soll das Erdefahren im Winter Statt finden, ſo muß im | Herbſt zuvor die Erde in Dämme aufgeworfen werden, von wo ie leichter bey ſtarkem Froſt losgehauen werden kann, als wenn ie unauſgeworfen bleibt, X. 23 62 Die Lehre vom Dünger. 40; Abſchn. (354) - Zum Ausgraben hat man breite hölzerne Spaten, die unten ſpivig zulaufen und gute eiſerne, wohl gar ſtählerne Schärfe ba- ben 3; zum Zuſammenſchaufeln hat man eiſerne Schaufeln mit krummen Stielen, womit leicht, ohne daß ſich die. Arbeiter zu büden nötbig baben, das beym Graben abfallende kleinere Ge- rüll aufgeladen werden kann. - JOP„die Erde dicht oder dünn aufgefahren werden ſoll, das richtet ſich theils nach der Menge der vorhandenen Erde, theils nach der Größe. der Stellen, die dieſer Erde bedürftig ſind. Auf Bergrücken z. B. liegt gewöhnlid) die fruchtbare AFer- krume nur flach, da von ihnen die gute Erde am erſten durch das Waſſer und dur) die AFergeräthe nach der Tiefe zu gebracht wird; auf ſolche Stellen kann und muß die Erde dicht aufgefah- ren werden; Die Erde wird auf den Aer gut geſtreut und dur Pflü- gen und Eggen gut mit der Aerkrume vermengt. Pa 30 vs 16:5 446."Die Wirkung dieſes Erdefahrens iſt unter rdefahrens. gewiſſen Umſtänden oft groß. und"anhaltend, und die Wie die Vor? 614738 darauf verwendeten Koſten werden dann ſehr gut erſeßt: Auf Stellen, wo die AFerfrume nur flach liegt, kann auch die ſtärkſte Miſtidüngung nicht viel wirken; wollte man aber die Ac>erkrume durch tieferes Pflügen vertiefen, ſo würde man nur den unfrucht: baren Untergrund heraufpflügen und dadurch die Sache verſchlim- mern; wird aber durch Auffahren fruchtbarer Erde die Akerkrume erhöht, ſo bringen der Miſt und dieſe Erde in Verbindung oft einen hoben Ertrag hervor. Doch kann die gute Sache übertrieben werden, und ich habe wirklich geſehen, daß einige Altenburger Erde fuhren, um nur als gute Wirthe zu gelten, und ſolche legten die Schlammfänge ſo tief und ſteil an, daß ſie dadurch das Herabſchwemmen der A&&erkrume dadurch abſichtlich beförderten, um nur recht viele Erde fahren zu können: Auch werden die Vorbeete, auf welchen ſeit beete zu be: Jahren gute Erde mit dem Pflügen geſchleppt worden iſt, Dammerde Wieſen« weit ſie nicht mehr für da handeln« Tinen Spatenſtich tief abgefahren und die Erde davon auf Stellen, wo die AFerkrume flach iſt, hingebrächt. Dieß bat in vielen Fällen ſein. Gutes z; oft kann das Waſſer der hoben Vor» beete(QuerrüFen) hälber nicht gut aus dem Aer abziehen, durch das- Abfahren der Erde wird dieſer Uebelſtand gebobenz auch läßt ſich bey hoben Querrüden das AFerinſtrument nicht gut in den Acer anſetzen. Aber mehrere Altenburger übertreiben auch dieſes Erdefahren, indem ſie die Vorbeete zu oft und zu tief abgraben, und ſo veranlaſſen, daß das Walſer die Aer- Xrume in der Nähe der Vorbeete' abſchwemmt und tiefe Grä: ben reißt. 6. 118. Auch kann zuweilen mit Vortheil auf tief von liegenden Wieſen die allzuho< liegende Dammerde, ſo 1.0 8 Wachsthum der Wieſenpflan- zen nöthig iſt, auf den nächſtliegenden Aer gefahren und ſo die Ac&erkrume ſehr erhöht und verbeſſert werden; wodurc wirklich der Ertrag des A>ers ohne Nachtheil der Wieſen ſehr erhöht werden kann. PEIN Vom Gyps- und Erdefahren:;; (355) Iſt die Grasnarbe der Wieſe, von welcher Dammerde wegs defahren werden ſoll, gut, ſo kann ſie dadurch erhalten werden, wenn ſie, wie es zuweilen von fleißigen Altenburgern geſchieht, einige Zoll tief in 8 bis 10 Zoll breite Streifen abgeſchält und nach einer Seite der Wieſe zu, zuſammengerollt wird. Jſt die- ſes geſchehen, ſo wird die gute Erde ſo weit weggefahren, daß nur nomäßigſten iſt. Das Berieſeln beſchleunigt hinterher das Zuſammenwachſen des aufgelegten Raſens. Das Raſenabſchälen geſchieht auf folgende Art: Zuerſt ſchneidet ein Mann mit einem ſcharfen Spaten die Raſennärbe in Streifen von 8 bis 10 Zoll Breite z ein anderer ſchneidet dieſe Streifen 3 bis 4 Zoll tief mit einem beſondern Inſtrument von unten ab; ein dritter rollt den Naſenſtreifen vor dem, welcher ihn unten abſchält, wie Tuchballen zuſam: ve Es geht dieſes von fleißigen und geſchi>ten Leuten ſehr raſch. Das Jnſtrument, womit der Raſen unten abgeſchält wird, Fleicht einer eiſernen Schaufel mit krummem Stiel; das Eiſen iſt hinten am Stiel 8 bis 10 Zoll breit, und läuft nach vorn in ei- ner Spitze zu und bildet ſv ein DreyeX, deſſen beide vordern Seiten ſcharf und gewöhnlich vorgeſtahlt ſind. Iſt die Grasnarbe nicht gut, ſo wird ſie aufgegraben und auf Dämme geworfen, worin ſie ſo lange liege bleibt, bis ſie ver- fault iſt, wonach ſie dann auch auf den Aer gebracht wird; Aber da iſt es nöthig, daß wenigſtens 8 Zoll hoch die gute Erde auf der Wieſe liegen bleibt, die dann gepflügt und ge- wöhnlich mit. Hafer, worunter Klee und Grasſamen geſäet, be: ſtellt, wird; Die abgegrabene Grasnarbe kann auch zu den Compoſthau- fen genommen werden, die vielleicht gleich auf der Wieſe ange- legt werden können, wenn A>er um ſie herumliegt, auf wel: er hindurch ziehen, und gute fruchtbäre Erde von Gräb dieſem aufnehmen, iſt mit Vortheil Erde auf die umliegenden Aetker zu fahren. Oft enthält ſolcGrabenerde vielen Humus; der dann den Feldfrüchten' zu Gute kommt; 23* en. 64 Die Lehre vom Dünger, 40. Abſchn, Arbeiten im Oct. (356) Monatliche Arbeiten, October. Das Einſtreuen und Augsmiſten wie früher; nur kann jetzt am Streuſtrob abgebrochen werden, da die Excremente nicht mehr ſo flüſſig ſind.| Yuch jet kann in Gegenden, wo eine ſpäte Winterſaat noh tbunlich iſt, noch Miſt beſonders auf. die Kleeſtoppel, oder auf die Erbſenſtoppel, oder auch noer gefahren, und mit der Saat zugleich eingeeggt werden..; y j Das Horden mit den Schafen wird nun, da die Nächte zu kalt werden, eingeſtellt und die Feldgeräthe vom Aer unter Dach gebracht.;:? Jſt Dünger übrig geblieben, ſo wird dieſer nach vollbrach- ter Winterſaat zu den Beha>früchten auf den Ader gefahren, geſtreut und untergepflügt. 4 ee] Auch jet können neue Compoſthaufen, für das künftige Jahr angelegt werden. Die Lehre vom Dünger. Eilfter Abſchnitt. Vom Erdefahren auf die Wieſen, oder das Wieſen- ! verjüngen. 6. 120. Jn mehreren Gegenden und zwar ebenfalls Das Gera im Herzogthum Altenburg, werden auch die Wieſen mit 7" DE EAEG Erde überfahren, Es kann damit eine Wieſe auf mehr- fältige Weiſe nachhaltig, in manchen Fällen für immer verbeſ: ſert werden, Wieſen, welche von Dünger mit ſich führendem Waſſer we- der überſtauet, no< überſchwemmt werden, auch ſonſt nichts pflanzennährendes, als den Regen und Schnee, welcher auf ſie fallt„ erhielten, müſſen endlich, wenn alle Jahr ein oder zwey- mal Heu von ihnen geerndtet worden iſt, erſchöpft werden und einen immer geringern Ertrag geben. An die Stelle der früher vorhandenen beſſern Futtergewächſe kommt Moos hervor, und dieſes vermehrt fich von Jahr zu Jahr, ſo wie auch andere, we- nig und ſchlechte Thiernabrung gebende Gräſer und Kräuter. Iſt die Lage ſolcher Wieſen ſo, daß ſie in Aer verwandelt werden können: ſo iſt wohl in den meiſten Fällen am beſten, ſie umzupflügen, ſie nöthigenfälls mit Gräben zu durchſchnei- den und ſie zu dem Ader zu ziehen, Läßt ſich das aber nicht, mit Vortheil thun: ſo kann die Verbeſſerung dergleichen Wieſen vielleicht auf keine Weiſe leich ter und nachhaltige? bewertſtelligt werden, als durchs Ueberfah- ren hümmwsreicher Erde. Entbält dieſe auch etwas Kalk, ſo wird um ſo vollkommener ver Zweck. erreicht werden. 6. 121, Hierzu kann Teichſchlamm, Moder, gute Was am val? Walderde, Erde aus der Miſtſtätte, aus Srällen, aus"üeverfahren. Gräben, auch Compoſt u. drgl. mehr gebraucht werden. d. Wieſen iſt, Es iſt natürlich, bey der Wahl deſſen, was aufgefahren werden ſoll, die mehx oder mindere Entfernyng von der Wieſe, und die XI. 17 Die Lehte vom Dünger, 41. Abſchn. (258)' mehr oder minder koſtſpielige Aufbringung wit zu berückſichtigen, Hat man aber in dieſer Hinſicht freye Wahl, hat man mehreres in gleicher Nähe der Wieſe: ſo iſt für dieſe und ihren Boden das Yaſſendſte zu wählen. Hat ſie leichten ſandigen Boden: ſo wird es gut ſeyn, etwas aufzufahren, was mehr Thonerde und waſſerhaltende Kraft beſiht. Hat die Wieſe aber ſtrengen oder auch torfigen Boden: ſo wird Kalk und mehr ſandhaltige Erde paſſerid ſeyn 3 auch Erde aus der Miſtſtätte, aus den Ställen wird auf torfigem Boden gute Dienſte thun, und aum Wald- boden wird auf thonreichem Boden eine erwünſchte Wirkung bervorbringen. Soll Compoſt auf eine Wieſe gefahren werden, ſo muß dieſer, ſo viel als thunlich iſt, aus Theilen zuſammen- geſept werden, die gerade für den Wieſenboden und für die Lage der Wieſe am paſſendſten ſind, Wie hoch die 6. 122. Wie hoch die Erde auf eine Wieſe gefahren Erde aufzu? weyden ſoll, dieß hängt davon ab, was man beſonders fahren iſt Samit bezwe&en will, und auch von der Beſchaffenheit deſſen ab, was aufgefahren werden ſoll.= Soll die alte Naſen» narbe ganz vertilgt, vielleicht an mehrern Stellen die Fläche zu? gleich erhöht werden: ſo kann die aufgefahrene Erde ziemlich - mehrere Zoll hoch liegen 3; dann muß aber die aufgefahrene Erde, wenigſtens die obenauf liegende Schicht, ſo viel Fruchtbarkeit haben, daß ſie im Stande iſt, nachhaltig einen guten Ertrag an Heu zu geben. In den meiſten Fällen wird es aber gut ſeyn, die Erde nuy ſo h9oH aufzufahren, daß ſie, wenn ſie ſich völlig geſeßt hat, nur ein bis zwey 22911 boch zu liegen kommt.-- So werden nicht allein vie beſſern, noer und hohl liegt, die Klöße no< nicht zerdrückt ſind, ſcheint es, als läge fie 3 und mehrere Zoll hoch, obwohl ſie, bat ſie ſich vollig ge- ſetzt, vielleicht nur einen halben Zoll boch liegt, Das Ausfül- 6. 123. Soll mit der aufgefahrenen Erde zugleich die ten der tiefen Ipjeſe geebnet. werden, und ſind mitunter tiefe, ſumpfige telle. Stollen vorhanden„wo hinein Über 5 Zol hoch Erde ge- bört, um es mit den Übrigen gleich zu machen, ſo tbut man wohl, in dergleichen Vertiefungert vorerſt: ſo viel ſchlechtere Erde zu' fähren, daß nur nod) ungefähr 3 Zoll boch fruchtbare pbeyauf nvibig iſt, um. es mit der übrigen Fläche gleich zu wagen, Das Wieſendüngen, 67 (259) Durch ſolches Ausfüllen können tiefe Stellen, die zeither nur ſchlechte Sumpfgewächſe, vielleicht obenein in geringer Menge brachten, ſehr verbeſſert werden. Zur Grundlage kann vielleicht Erde von Hügeln, die auf der Wieſe ſelvyſt ſind, oder in- deren Nähe liegen, genommen werden, wodurch nicht allein Koſten erſpart, ſondern auch vielleicht die Stellen, wo der Hügel war und die zeither ihrer hohen Lage halber wenig Heu. gaben, nie- driger gelegt und ſo verbeſſert werden. Nur darf man es hier- bey nicht verſehen, wieder fruchtbare Erde auf dieſe Stellen zu bringen, wenn, wie gewöhnlich, der nun hervorgekommene Un» tergrund nicht fruchtbarer Boden ſeyn ſollte. 9. 124, Die beſte und vielleicht für die meiſten Fälle Beſte Zeit bequemſte Zeit zum Auffahren der Erde auf Wieſen iſt NUGEAUNCE wohl der. Herbſt; denn erſtens ſind da die Wieſen abge- erndtet, zweytens gefriert den Winter hindurch die Erde, und wird dadurc, mürber, läßt ſich darum im Frübjahr um ſo voll- kommener zertheilen, die Gragpflanzen können dann auch um ſo beſſer durch/ und"ſie iſt überhaupt dann um ſo geſchi>ter, Pflanzen zu tragen und zu ernähren z; drittens iſt nach vollbrach- ter Wintergetreideſaat mit einem Theil des Angeſpanns und der Leute vielleicht nichts Vortbeilhafteres zu thun, als dergleichen Verbeſſerungen des Grundſtüc>s zu unternehmen. 9.425. Wohl thut man, wenn man die auf die NING Wieſe gebrachte Erde auch ſogleich oder bald nach dem SIUERKES Auffahren, ſo gut es ſich thun läßt, aus einander brei: Walzen der ten läßt, damit ſo der Froſt um ſo beſſex darauf wir» Cxde, ken kann. Im Frühjahr kann wan dann ein volkommneres Augbreiten vornehmen, wenn die vielleicht im Herbſte noch harten Erden= klöße recht mürbe gefroren und theilweis ſchon zerfallen ſind. Dann wird die Wieſe tüchtig in die Länge und Quere 62: eggt, hernach mit dem paſſendſten Gras- und Futterkräuterſamen beſäet und noch einige Male beeggt,-- Te höher die aufgefah- rene Erde liegt, um ſo ſchlechter die Gragxnarbe vorher war, deſto dichter muß der Same aufgeſtreut werden. Wenn aber die Erde ganz dünn aufgefahren wurde, die Gragsnarbe nicht ganz ſchlecht war, nur alles dürftig wuchs: ſo. iſt vielleicht gar- kein Beſäen der Wieſe nöthig, indem die Gragarten, die zuvor ſchon da wa» ren, leicht durch die dünne Schicht der aufgefahrnen Erde hinz durch wachſen: Iſt alles eben und eingeeggt, ſo wird die Wieſe mit einer es ſchweren Walze gewalzt, was mehr als einmal geſchehen ann. Vor Bewäſſern der Wieſen. 9. 126, Selbſt das Waſſer wird zur Düngung an- Das Beſtauen gewendet, und zwar theils in natürlicher Beſchäffen- BEAN 2 Db theils wird es auf künſtliche Weiſe dazu vorbe: einBedüngen. . Das Beſtauen und Berieſeln der Wieſen iſt gewöhn: lich nichts anders, als ein Düngen mit Waſſer; denn nur in ſeltenen Fällen wird dabey das Waſſer bloß zum Befeuchten des Bodens, zum Tränken der Wieſengewächſe dienen: denn ſo wür- ' FEE Die Lehre vom Dünger. 114. Abſchn, (260) den in den meiſten Fällen die aufgewandten Koſten nicht durch den herbeygeführten höhern Ertrag vergütet werden. Der gute Erfolg einer Wieſenbeſtarung oder Berieſelung wird immer größ2 tentheils der düngenden Kraft des gebrauchten Waſſers zuzuſchrei- ben ſeyn 3 denn wäre dieß nicht düngend, ſo würde bald auch der beſte Wieſenboden ſo erſchöpft werden, daß er troß allem Feuychthalten wenig oder gar keinen Ertrag mehr geben könnte. lleber das 6. 127, Wenn eine Wieſe beſtauet werden ſoll, ſo DEGEN der wird ihr= gleich einem Teiche= an ihren tiefern Wieſen.' Grenzen ein Damm, woran eine Schleuſe angebracht iſt, gegeben. Dieſe Schleuſe wird im Herbſte theilweiſe oder auch ganz geſchloſſen, damit alles Negen- und“ Schneewaſſer, was beym Aufgehen des Winters von den angrenzenden Acker- und Weideländereyen, vielleicht auch aus den Dörfern, von den Landſtraßen u. ſ. w. nach“ der Wieſe zuläuft, in derſelben auf: gehalten wird,=- Der Schnee, welcher lange lag,“nthält meb- rere düngende Stoffe, die theils) aus der Atmoſphäre niederge- ſchlagen, theils von Thieren und Menſchen mitgetheilt wurden. Das Schnee- und Regenwaſſer nimmt aber auch während des Aufthauens von den Stellen, worüber es wegläuft, düngende Theile aus der Erde, ja vielleicht aus den Miſtſtellen in-den Höfen. mit fort. Je reicher der umliegende Aker iſt, und 12 mehr Waſſer aus den Gehöften, von den Dorf- und Landſtra- ßen, von den Viehweiden, Aengern u, drgl. m. in die Stauwieſe kommt, deſto reicher an düngenden Beymiſchungen wird das Waſſer ſeyn. Solches Waſſer enthält Kohlenſäure, Humus, Extractivſtoff, no< unzerſeßte thieriſche Excremente u. dgl. m, 3 es laugte auch vielleicht, wenn es aus Dörfern, aus Gehöften kam, Holz- und Torfaſche aus, die= wie es 3. B. häufig in Oſtpreußen und Litthauen der Fall iſt= vielleicht in Menze auf die Dorfſtraßen geworfen werden, und dann enthält es aud Kali, Gyps u.ſ. w. Bleibt nun ſolches Waſſer einige Zeit auf det damit be- ſtaueten Wieſe ſtehen, ſv ſchlagen ſich mehrere der genännten Stoffe nieder, urid der Wieſenboden wird guch zugleich tie“ mit dieſem düngenden Waſſer geſchwängert, und. ſo auf eine lange Zeit in einem fruchrvarfeuchten Zuſtande erhalten. Dieſes Ueberſtauen hat auch not und darum weichlich geworden ſind, und vielleicht auch in der einige Tage eingetretenen warmen Witterung zu vegetiren anfingen, daher um ſo leichter erfrieren würden,= Dieß Erfrieren würde aber um ſo mehr. der Fall ſeyn, wenn das Stauwaſſer zu früh. von den Wieſen gelaſſen würde, weil unter demſelben die Pflanzen um ſo weichlicher, und darum um ſo empfindlicher gegen den Froſt wurden.' Nur darf. das aufgeſtauete Waſſer auch nicht zu lange auf den Wieſen ſtehen, weil ſonſt mehrere der beſſern Pflanzen 102 ſten, verfaulen, alſo verloren gehen, und an deren Stelle leicht Sumpf- und Waſſerpflanzen empor kommen! Es iſt darum nicht ganz leicht, den rechten Zeitpunct zum Ablaſſen des Waſſers von den Stauwieſen zu treffen 3 es erfor- dert dieß eine genaue Bekanntſchaft mit dem Gegenſtande und ENEN EEN IEEE Das Wieſendüngen. (261) viele Aufmerkſamkeit. Geübte Wieſenbeſtauer haben ihre Merk- male, woraus ſie ſchließen, daß kein ſtarker Froſt mehr kommen wird, und andere, woran ſie ſehen, daß die Pflanzen unterm Waſſer ſchon zu leiden anfangen,'= Wenn ſchon an dem Rande ſich grünlicher Schaum auf dem Waſſer zeigt, dann iſt es Zeit, das Waſſer raſch herunter zu laſſen. Wenn durch die Wieſe ein Bach geht, deſſen Waſſer zu Gunſten derſelben aufgeſiauet werden kann, ſo iſt zuvor zu un- terſuchen, ob dieſes Wäſſer düngende Theile enthält und mit ſich bringt.== Entſpringt es vielleicht ganz in der Nähe der Wieſe, vielleicht in einem torfigen, ſehr eiſenhaltigen Grunde, enthält es weder Kalk, noh Gyps u. ſ. w., nimmt. der Bach nicht zuvor Waſſer auf, was von fruchtbarem Boden, aus Dör- fern, von Viehweiden kommt, ſo wird es ſelten lohnen, einiz germo3en bedeutende. Koſten auf die Anlage einer Beſtauung ei- ner ſolchen Wieſe zu wenden z denn wenn das Waſſer ſehr we- nig oder gar keine düngenden Theile enthält, ſo wird die Er- tragserhöhung der Wieſe entweder gleich Null, oder doch ſehr unbedeutend ſeyn 3; denn das Waſſer wirkt dann nur tränkend, aber nicht näbrend,. Bey der Anlage einer Beſtauung muß geſucht werden, alles Frühjahrswaſſer, was Gefälle nach der Wieſe zu hat und dün- gende Theile mit ſich führen kann, durch Gräben nach der Wieſe hinzuleiten. Es trifft ſich häufig, daß das Thauwaſſer im Frühjahr aus den Dörfern, Höfen und von den Ae>ern, ohne daß es das Mitgenommene irgendwo abſetzen kann, in einen Bach oder Fluß läuft, was mit wenig Koſtenaufwande auf eine Wieſe geleitet und dort aufgeſtauet werden könnte. Würde das überall be: nubt, ſo würde oft der Heuertrag bedeutend erhöht werden, Auf dieſe Weiſe kann man ſich Dünger, den man nicht ex- zeugt hat und der ſonſt ganz verloren gehen würde, aneignen und zu Nute machen, und ſo der Wirthſchaft eine große Bey» bülfe verſchaffen. 69 6. 128. Das Berieſeln, Bewäſſern der Wieſen iſt Ueber das Be- auch eine Bedüngung derſelben, ſobald das dazu benutzte ZE EC: T ang Waſſer kein reines iſt, ſondern düngende Beſtandtheile HERNER in ſich enthält. So enthält manches Quellwäſſer, beſonders das, was an bohen Gebirgen bervorkommt, viel Kohlenſäure, Gyps, Kalk u. dgl. mehr. Können damit Wieſen berieſelt werden, ſo iſt in vielen Fällen die Wirkung auf den Heuertrag ſehr groß. Im ſächſiſchen Erzgebirge ſind auf dieſe Art an hochgelegenen Ab» hängen die ſchönſten Wieſen entſtanden, wenn die Berieſelung zwe>mäßig angelegt und geleitet wird, einen ſehr hohen Ertrag an Heu gewähren. Wie ſehr der Boden ſolcher Wieſen im Stande iſt, ſich die im Waſſer ihm zugeführten düngenden Stoffe anzueignen, geht daraus bervor, das das Waſſer, was bereits über bedeutende Wieſenflächen wegging, und dann nod zu anderweitigem Bewäſ- ſern benutzt wird, entweder gar keine, oder doch nur eine ſebr geringe Wirkung auf den Heuertrag hervorbringt, So wollte ich in Sachſen einen Bach, welcher aus einem nahe gelegenen der 70 Dis Lehro vom Dünger, 144. Abſchn. (262) Dorfe kam, zur Berieſelung einer bedeutend großen Wieſenfläcße benuten: um aber ſicher zu gehen, machte id) vorerſt einen Ver» ſuch auf einer kleinen Wieſe3 aber leider war auch nicht die ge» ringſte Wirkung von dieſer Bewäſſerung zu ſpüren, ungeachtet ich ſie zwey Jahre nach einander anwendete, und von meinen NRochbarn den Bewohnern, jenes Dorfes!, hörte, daß ihnen das Bewäſſern ihrer Wieſen mit dieſem Bachwaſſer großen Vortheil ſeit vielen Jahren ſchon gebracht habe, IT< konnte vorerſt nicht begreifen ,/ wie die Wirkung oberhalb meiner Wieſen ſo erwünſcht ſeyn, und auf dieſen gar keine ſichtbare ſeyn könnte: ich ſchob es anfangs auf die Verſchiedenheit des Wieſenbodens; aber ſpäs terhin, als ic e en, Dämme und freilich eine ſolche abhängige Lage haben, welche es zus Gräben. läßt, daß das Waſſer überall bingebracht werden kann. Gemeiniglich hat der Fluß oder Bach, welcher zum Berie» ſeln benubt werden ſoll, ſich in der tiefſten Stelle der Wieſe ſein Bettie gewacht, zu beiden Seiten deſſelben befinden ſich in naher oder weiter Entfernung von ihm Anhöhen, zu welchen hin das Waſſer, ſo weit es ſein zuvor unterſuchtes Gefälle zuläßt, geleitet werden kann.;:? Dur eine Schleuſe, vielleicht in Verbindung eines Dam- mes, wird an der höchſten Stelle, wo der Bach.in das zum Gute gehörige Areal tritt, das Waſſer aufgeſtauet; doch muß vorher genau unterſucht werden, wie hoch das- Waſſer geſtauet werden kann, ehe es dem oberhalb liegenden Grenznachbar Scha» den verurſacht. Oberhalb dieſer Schleuſe, wird durch einen Canal, wenn die Berieſelung nur auf der einen Seite des Tha- les Statt finden ſoll, und durch zwey Canäle, wenn auf bei» den Seiten bewäſſert werden ſoll, das aufgeſtauete Waſſer in Das Wieſendängen, (283) möglichſter Höhe, wit einem ſehr geringen Gefälle fortgeleiiet, Die unterhalb dieſer Canäle liegende Fläche kann nach einer ſol: e leine Schleuſen, die ſehr einfach und wenig koſtſpielig ſeyn können, angebracht. Oberhalb dieſer Schleuſen wird ganz nahe daran ein kleiner Graben angebracht, welcher in mehrern Aeſien nach verſchiedenenen Seiten hin ausläuft. Dieſe Schleuſen und kleinen Gräben(Krippen) müſſen mit vieler Ueberlegung immer an den rechten Stellen angelegt, und dann kann in den Letztern das Waſſer überall hingeleitet ynd ſo jede Stelle der Wieſe bewäſſert werden, Dieſe rechten Stellen ſind entweder durchs Nivelliren, aber auch, und oft beſſer mit dem bloßen Augenmaaße und durch verſchiedene Verſuyc ver Mehrmalige 6. 131. Da, wo nuv wen ERTE aber eine große Fläche damit b zum Berie- es nöthig, daß daſſelhe ſehr 72 Die Lehre vom Dünger. 41. Abſchn. (264) Ueber'die höl- 6. 130. In. mehrern Fällen kann es auch räthlich AED EZA ſeyn/ ſtatt der Hauptcanäle hölzerne Waſſerleitungen an- beym Berie- zubringen. Es kann dieß 3. B. nothwendig oder doch ſeln der vortheilhaft ſeyn, wenn der Boden ſebr durchlaſſend iſt, Wieſen. und ſich darum vieles Waſſer im Untergrunde verlieren würde; denn das Ausſchlagen der Canäle mit Thon oder Lehm würde in ſolchen Fällen wohl auv< angewendet werden kön- nen, aber koſtſpieliger und weniger dauerhaft ſeyn, als die hölzernen Ninnen. Dann können dieſe auch nöthig ſeyn, wenn das Waſſer über Vertiefungen wegzuführen iſt; zuweilen wird es wohl angehen, wenn das Waſſer um ſolc 1 dem es ſchon eine Fläche bewäſ nem Canale oder Naum eine Strecke for? eleitet, bis es ſeinem Gefälle gemäß an den- höheren Rand der Wieſe gebracht iſt, und von da aus von Neuem wieder zum Berieſeln benutt werden kann,= Da aber auch di genfläche bewäſſert werden ſoll, ſo kommt es wohl vor, daß ſich die Canäle. und Gräben durch: Freuzen, was natürlich mittelſt bölzerner Rinnen geſehen muß. Nur wird, wie ſchon bemerkt' wurde, das Waſſer, was ſchon früher mehrere Male zum Bewäſſern gebraucht wurde, i rum hat die wiederholte Be- nußung eines und deſſelben Waſſers ſeine Grenzen.|| Die Lettung 6. 132; Iſt die Vorrichtung zum Berieſeln einer der Berieſe: Wieſe vollſtändig, ſo kann dieſs ſchon im Herbſt, bald fung: nach deyGrummterndte, over auch erſt, wenn ſie abgewei- det worden iſt, berieſelt werden. Zuerſt aber muß das, was etwa das weidende Vieh übel gemacht hat, gut gemacht werden. Die große Schleuſe wird dann zugemacht, und ſo das Waſz: ſer bis zur rechten Höhe geſtauet; hiernach werden die zunächſt dieſer Schleuſe in den Canälen angebrachten kleinen Schleuſen ebenfalls entweder ganz, oder zum Theil verſchloſſen.= Iſt näm- lim nur wenig Waſſer da, ſo reicht es vieleicht nur ſo weit, daß eine kleine Fläche auf einmal damit bewäſſert werden.kann, und da muß die erſie kleine Schleuſe ganz verſchloſſen werden. Iſt aber vieles Waſſer zur Dispoſition da, ſo werden die erſten der klei: nen Schleuſen nur zum kleinen Theil ſo verſchloſſen- daß nur etwas Waſſer in den erſten kleinen Gräben berausläuft, das Uebrige aber in dem Canale fort, den andern Schleuſen zuläuft. Im Herbſte kann die Wieſe lange und ſtark berieſelt werben, damit der Boden ſich recht vollſaugen, ſich feſtſeben und das Das Wieſendüngen. 73 (265) Waſſer ſeine düngenden Beſtandtheile an denſelben abgeben kann. Nach etwa 14 Tagen legt man ſie wieder auf einige Tage tro>en, läßt aber nachher, wenn noch kein Froſt eingetreten ſeyn ſollte, das Waſſer nochmals darüber hinlaufen, um dem Boden, ſo viel es nur die Zeit erlaubt, düngende Theile zuzuführen. Es kann eine Wieſe im Herbſt nicht leicht zu viel bewäſſert werden, und es iſt gut, wenn das Waſſer ſo weit reicht, daß eine öfters wiederholte Bewäſſerung aller Stellen Statt finden kann. Es ſchadet nichts, wenn die Bewäſſerung einfriert und die ganze Wieſe mit. Eis bede&>t wird. Im Frühjahr muß, ſo viel als nur mögli iſt, das Thau- waſſer NEN verden, weil dieſes die meiſten düngenden Theile mit ſich führt. Darum müſſen zuerſt mehrere Menſchen zur Lei- tung der B? 908 angeſtellt werden, damit keine Zeit verſäumt wird, und ſich nicht das. beſie V Waſſer unbenußbt verläuft. Nochdem alle Stellen 14 Tage bis 3 Wochen lang berieſelt worden ſind, werden ſie unge fähr 8 Tage tro&en gelegt, bernach aber' wieder etwa 14 Tage hindurch bewäſſert, und dann wieder damit auf“ einige Tage ausgeſepbt.. Dieſe Wieder PS(UDA kann mehrere Male Statt finden, nur iſt jedes Mal die Bewäſſerungs2 zeit abzukürzen, ſo daß ſie am Ende nur 4-- 6 Tage lang dauert. IWWenn das Gras ſchon Ziemlich in die Höhe gewachſen iſt, legt man die Wieſe eine Zeit lang ganz tro&en. Späterhin, wenn die Wit» terung ſehr trocken iſt, kann man die Berieſelung wiederholen, und dieß nie länger, als eine Nacht, und nur alle 3 Tage an- halten kaſſen.= Ader dann muß dieß bey troF&ner Witterung bis einize Tage vor vem Graghauen fortgeſezt werden, weil ſonſt die an die| Feuchtigkeit gewöhnten Pflanzen welken und umz fallen würden. Nach dem Aberndten des erſten Schnitts kann die Berieſe- lung in derſelben Art, wie für den erſien Schnitt angegeben wurde, von Neuen angefangen und fortge ebt werden. Dieſe Art der Bewäſſe rung iſt aber nicht allein zur Bedün- gung, ſondern auch zur“ Trän tung der Pflanzen geſchi>t. Aber vielfältig geſchieht die Bewäſſerung nur im Frühjahr bis dahin, wo die Vegetation ſtark eintritt, und zu erwarten iſt, daß die Witterung obne Unterbrechung warm bleibt z dieß geſchieht bloß, um dem Boden düngende Subſtanzen zDaUFÜBren, Jenes iſt nur auf ſehr. trocke ſ vtbi!| Letztere hinreiche nd. Wenn Weideflächen berieſelt werden, ſo darf man nicht fürch- ten, daß es den Schufen 9 od der andern Thieren nachiheilig iſt, wenn bald danach ſie varauf geweidet werden. Nur wird es doch gut ſeyn, die Weide vorher gut abtro&nen zu laſſen, beſonders deßs halb, weil ſonſt die Thiere in den naſſen Boden tief eintreten, und ſo Scaden thun würden. Vom Düngen mit künſtlich zubereitetem Waſſer. 6.133. Außer dieſer Düngung mit Waſſer im natür: ZUE Dun8908 lichen Zuſtande, wendet man auch no< künſilich zuberei- mie Fand zubereitetem tetes Waſſer zum Düngen, beſonders der Obſtbäume an.* Waſſey. So bediente ſich der Eig gentyümer eines Gartens des gelöſch- ten Kalks, um unfru äre Pfirſichbäume tragend zu machen z rx miſchte nämlich Sand"daruntes, und verdünnte ibn, mit Wab 74 Die Lehre vom Dünger. 44. Abſchn, (266) ſex zu einem dünnen Brey, und begoß damit reichlich die zuvor bis auf bie Wurzeln von Erde entblößten Bäume, welche hernach wieder wit der Erde bedeXt wurden. Zum nächſten" Frühjahr brachten dieſe Bäume nicht nur kräftige Triebe, ſondern auch viele Blüchen und viele ſchöne Früchte, und das zwar gerade in einem Jahre, wgs den Pfirſichen nicht günſtig war.=- Gerade die Bäumwe trugen die meiſten Früchte, welche den Sah des Kübels, alſo den vi&ſten- Guß erhielien. Auch ich habe die E-fahrung gemacht, daß ein Begießen mit Kalkwaſſer recht wohlthätig auf die Obſtbäume, und, beſonders auf die Apfelbäume wirkte, und dieſe zum Tragen vieler Früchte bringt. Dieſe Erfahrung machte ich ſogar auf einem kalkhaltigen Sandboven, deſſen Krume mit Miſt oft bedüngt worden war, Hermbſtädt empfiehlt, kränkelnde Obſtdäume mit Chlor- Falt zu düngen 3 man ſvl ſich deſſelben rein oder mit Kalk ver» wiſcht, bedienen; auch ihn im flüſſigen Zuſtaude bey. kraftlos 302 wordenen Bäumen, oder bey ſolchen, die nach dem Verpflanzen ſich nicht erholen können, oder vey denen, die von Blattläuſen gelitten haben, oder vom Hagel beſchädigt worden ſind, gebrauchen. Ingenhbous fand das Begießen der Pflanzen mit Chlor ebenf?ls"chr vortheilhaft. Einige“ Saxtner bereiten auf wancherley Art düngendes Waſſer zum Begießen der Pflanzen, beſonders der in Töpfen ſtehenden. Pim gewöhnlichſten weichen ſie thieriſche Excremente im Waſſer ein, und laſſen es ſo einige Zeit bis zum Gebrauche ſtehen. Einige ſollen auct, und unter dem Na» men Urate verkauft. In der Fabrik zu Berlin ſoll die Poudrette und Urate auf ähnliche Weiſe bereitet werden. Vier Scheffel Kalk oder Gyps mit gleichem Maaß Urin ge- ben 6 Scheffel Urate- Man nimmt an, daß ein erwachſener Wienſch im Durchſchnitt, ohne das, was außer dem Hauſe verlos ren geht, 1x berliner Quart Prin giebt. Eine Familie von 4 ero wachſenen Perſonen giebt alſo in einem Jahr ungefähr 45 Scheffel und dieſe mit gleicher Menge: Kalk oder Syps vermiſcht, geben windeſtens 60 Scheffel Prate, womit 20 preußiſche. Morgen ge- vüngt werden ſollen, Dieſe Düngung ſoll 2 Jahre nachhalten. Gonach könnte eine Familie 40 preußiſche Morgen mit ihrem =] Bou der Poudrette, (267) Urin und 45 Scheffeln Gyps in Kraft erhalten,=- Aber es iſi wohl zu erwarten, daß ohne eine dazwiſchen angewendete Miſt» düngung, dieſe Uratedüngung nicht gar zu oft wird wiederkehren vürfen 3; und iſt dieſe dabey nöthig, ſo möchte vielleicht dieſelbe Quantität Kalk oder Gyps für ſich allein alle 4 Jahre bey einer dazwiſchen angewandten Miſtdüngung ausgeſtreut, dieſelbe Wirkung hervorbringen, als dieſe Urate,=- Sowohl Poudrette, als auch Urate, wurde größtentheils im tro>nen Zuſtande gebraucht, Für leichten Boden ſoll auf einen Morgen 3 Scheffel, für ſchweren Weizenboden 4 bis 5 Scheffel, für feuchten, ſtrengen Boden bis 7 Scheffel hinreichen, Doch iſt dieß nur für eine Frucht, und Klee ſol nach jedem Schnitt von neuem damit überſtreut werden.= Wenn die Sewächſe mit flüſſiger Poudrette begoſſen werden ſoll,-ſo rechnet man auf 4 Yfund Pulver 12 bis 14 Quart Waſſer.: Herr von Hazzi empfiehlt, den Urin in eine waſſerdichte Grube zu ſchütten, dann zu demſelben, ſogleich neun Neal ſo- viel Waſſer und einige Hände voll ungelöſchten Kalk hinzu zu thun, wodurch man in einigen Tagen ven beſten flüſſigen Dünz ger erhalten ſoll. Hermbſtädt theilt als Generalreſultat ſeiner mit der Poudrette und dem gemeinen Dünger angeſtellten vers gleichenden Verſuche Folgendes in dem Monatsblatte der Königl. preußiſerungsmittel für fe ſten Thonboden angeſehen werden kann.: Hermbſtädt ließ unter andern„gemachten Verſuchen im Jahr 1822 2 Morgen Aer Land mit 20 Berliner Scheffeln Pouy» drette und 2 daneben liegende Morgen mit: 15 zweyſpännigen Fu» dern gewöhnlichem Dünger vorbereiten und jede einzelne Fläche mit 2 Scheffeln Staudenroggen beſäen. Die Halme der mit Poudrette gedüngten Fläche ſchritten den; der andern Fläche des deutend vor, und jene gad ein 5 Zoll längeres Stroh, als die weyte.. Der Kornerrrag war um anderthalb orn grö» er, die Körner ſelbſt von guter geſunder Beſchaffenheit. Herr Poſtmeiſter Becker theilt im Archiv der tentſchen Landwirthſchaft, Julyſtü> 1829, das Verfahren mit, welches ey anwendet, um fic) ein Düngpulver, was er Urate compozee nennt, zu verſchaffen. Ex läßt in die unterw APbtritre-angebrachie Grabe 76 76 Die Lehre vom Dünger. 41, Abſchn. Arbeiten im Nov, (268) ſoviel Kalk mit Aſche einſchütten, als er für nöthig findet, daß die vorhandenen Excremente eingeſaugt werden. Es erſcheint dann eine breyartige Maſſe, die einen. ſalmiakaliſchen Geruch bes kommt. Zu mehrerer VerdiXung ließ er noch Mergel, Gyps, troXnen Straßenſtaub, Ruß und ſonſtige ihm zu Gebote ſtehende Erde hinzumiſchen. Hernach wurde die Maſſe aus der Grube unter Bedachung zum Austro>knen gebrocht. Hr. Be&>er wandte ſeine Urate composee auf verſchiedene Weiſe an: 1) im tro>- nen Zuſtande, 2) in Waſſer aufgelöſt; im erſten Falle als Düngung, 1) bey Beſtellung der Körner: und andrer Früchte 2) zum Ueberſtreuen grüneönder Saaten und Futterkräuter z; im zweyten Falle, 1) zum Begießen allerley Gartengewächſe, auch Obſt- und anderer Baumanpflanzungen und Weinanlagen, 2) zum Einkalken des Weizens und andrer Körner, die zur Aus- ſaat beſtimmt ſind.=- Bey der Herbſtſaat wird. auf 1 Scheffel Ausſaat auf, guten Mittelboden 3. Schfl., auf ſchweren 4 Schfl. Urate composee ausgeſtreut und dann mit der Körnerausſaat zugleich untergeeggt. Hr. Beer wendete dieß Pulver auch mit Vortheil zur Sommergetreideſaaf, für Oelgewächſe, bey den Blumen- und Gartengewächſen, für die Kartoffeln, Rüben, Mohren u. ſ. w. 3 bey des Ueberdüngung der Futterkräuter, als Klee, Luzerne, Esparſette u.ſ. w,. an; ſo gewann er den doppelten Ertrag.= Zum Begießen ließ er 15 bis 20. Pfund Urate in ei- nem halben Eymer oder 40 Kannen Waſſer auflöſen und hierzu kam noh die Hälfte Miſtjauche. Monatliche: Arbeiten für die Production und Benutzuug des Düngers. November. Den Thieren wird eingeſtreut wie in den übrigen Monaten. Im wärmern Clima wird in dieſem Monate nod Winter= getreide geſäet, alſo hierzu nod Dünger zu fahren ſeyn. Der Miſt zum Ueberdüngen der Winterſaaten wird ausgefah- ren werden können, Pouvdrette und Urate kann über die Winterſaaten geſtreut werden. Zu den Kartoffeln, zu den Rüben, zu dem Sommerrübſen, zum Weißkohl und dgl. mehr, kann Miſt gefahren und unter- gepflügt werden. NE Es können neue Compoſthaufen«angelegt und die ältern um- geſchaufelt werden.; E8 kann Erde, Schlamm, Moder und-.dgl. mehr auf die Ae&er und Wieſen gefahren werden. Das Berieſeln dev Wieſen kann jet Statt finden. Die Schleuſen an den Stauwieſen ſind in Ordnung zu briygen, und wenn ein baldiges Einwintern zu fürchten iſt, auch zu ſchließen.; N Wo Streu für die Ställe aus dem Walde geholt wird, da iſt dieſer Monat hierzu die beſte Zeit, Beſonders iu das Laub zu rechen und einzufahren. Die Lehre vom Dünger, Zwölfter Abſhntte, Vom Kütrtisbrennen, 6. 135, Nun muß ich nokute hat, der Bo» den zwiſchen den Stoppen ein oder zwey Mal gepflügt. Was ich ſah, ſchien alles nur ein Mal gepflügt zu ſeyn. Dieß Pflügen wiſchen Strauch- und Baumſtoppen und ihren Wurzeln macht ich wohl etwas ſchlecht und iſt nur mit einem ſolchen kurzen einſpännigen AFerinſtrument möglich, doch braucht es wohl auch, wie mir es ſcheint, nicht gar zu accurat ausgeführt zu werden z; es iſt nur darum zu thun, den größten Theil des Na- ſens, der Graswurzeln los zu bekommen. Iſt ſowohl der Strauch und das geſpaltene Holz, al8 auch der aufgepflügte Rafen u; ſ, w. 78 Die Lehre vom Dünger. 12, Abſchn, (298) in etwas abgetrocknet, ſo werden Strauch und Scheite auf- dent gepflügten Boden in Reihen, einige Bunde aufeinander gelegtz hierauf bede>t man dieſe Neihen mit dem aufgepflügten„Boden, vder eigentlich mit den lo8gepflügten Raſenttücken, 10, daß auf der Seite, wo der Wind herkommt, einige wenige Strauchſpiten unbede&t bleiben, alles andere aber ſehr gut und dicht zugede>t iſt.=-An dem Ende, woher der Wind kommt, werden die Strauch» reihen mit Stroh, Spänen oder Sdhleußen(in Livland Pergel genannt) angezündet, damit der Wind das Feuer in die mit Erde und Raſen bedeckten Strauchreihen hineintreibe. Je dichter die Haufen gelegt ſind, deſto fruchtbarer ſoll der Küttis werdenz wenn hierzu nicht genug Strauch auf der Stelle, wo er unter». nommen wird, ſand, ſo wird oft noch Strauch anderwärts ber, vielleicht ous damit beſtanrenen Wieſen u. ſ. w., geholt. Auf Fahle Dreeſchländer wirds aller zum Küttis nöthiger Strauch aus xen Buſchländereyen, aus dem Wald geholt, hierzu die Aeſte von gefallren Bäumen genommen.' Das Feuer muß ſo unterhalten werden, daß zwar ſo viel als möglich) alles Holz verbrennt, aber nirgends durch den aufge= leg:en Raſen die helle Flamme durchbricht, der Raſen alſo nicht anz, und-der Strguch und die Scheite ohne vielen Luftzug allmahlich verbrennen. Es iſt mir verſichert worden,'daß es viel - guf den Mann, der das Feuer bey dem Küttis leitet, ankomme, op» der Boden mehr oder weniger fruchtbar dadurch würde, und daß man“darum nur eingoübte Leute dazu benuße, die mit vie- ler Sorgfalt und Aufmerkſamkeit das Ganze leiteten. Vom Holz und Strauch darf wenig oder nichts unverbrannt geblieben ſeyn, Sobald Strauch und Holz verbrannt ſind, werden die Aſche und die mürbe gewordenen Raſenſtücke mit hölzernen Schaufeln augeinander geſtreut.= Sollte ja noch etwas Holz unverbrannt feyn, ſo wird dieß von Neuem zuſammengelegt, mit den noc< pufgefundenen feſten Raſenſtü>en bede&t und angezündet; hintere her&benſalls die Aſche gusgeſtreut. Dann wird die Saat ein: gepflügt, der Boden beeggt und die etwa ſich nun noch aufge? fundenen groben und feſten Raſenſtücke auf Haufen gebracht. Beſſere Art 6.- 4366.44, 9exr Kirchſpielsrichter von Menſenkampf des Küttis- giebt in dem neueſten vkonomiſchen Repertorium für brennens- Lipland, cim 4ten Stü des 8ten Bandes 1822, eine be[- ſere Methode, Küttis zu brennen, mit folgenden Wor? ten an: „„Es werden drey Bunde Strauch, welche eine Arſchine lang ſind, und im Durchmeſſer circa 15 Zolt zuſammengebunden, betragen, ſtehend im Dreye>& aneinander gelegt, ſo, daß ſie auf der Erde einen arößern Flächenraum einnehmen, als oben, und alſo. pyramidenförmig zu ſtehen kommen. Um dieſe Strauchpy- Lapide werden die bereits ausgepflügten Raſen dergeſtalt, auf- einander gelegt ,, daß dieſe Pyramide von denſelben bis obenzu gänzlich eingeſchloſſen wird. Zum Anzünden des Strauchs muß zinten eine kietine Oeffnung geiaſſen werden, dabey aber während » des Brennens beſonders eine genaue Aufſicht. ſeyn, daß dieje- nigen Stellen,„die durc< das Feuer eine Oeſſyung betommen, gleich mit Raſen zugede>t werden, ſo, daß am Ende durch dieſe Procedur glie auf dem Feldſtü>e befindlichen Raſen verbrannt werden.“ cd SERER<< iuiie IIM Vom Küttisbrennen. 79 (299) „Dieſe Art, Küttis zu brennen, hat den Vortheil, daß ſehr wenig Srrauch, und kein Scheit: oder grobes Holz dazu ex- forderlich iſt, und beſonders bey niedrigem Boden, der ſtark mit Unkrautwurzeln durchwachſen iſt, ſo viele Aſche erzeugt wird, daß man ſie weaführen muß uud damit andere Stellen im Felde dünaen kann. Die Vortheile dieſer Art, Küttis zu brennen, ſind einleuchtend, und ſie verdienen wohl, dem Landmann bekannt zu BEST) y werden. 6. 137. Hupel' ſagt in ſeinem ökonomiſchen Wirkung des Handbuche für Liy- und Ehſtländiſche Guts- Küttivbren- herren undihre Disponenten, Riga 1796, Folgen: 0 des über den Küttis: „Dieſe wirklich ſehr beſchwerliche Arbeits giebt ſelbſt bey uns günſtiger Witterung reichliche Erndten; man baut 12 bis 20fäl2 tig, auch wohl drüber. Daher iſt dieſe Art der Fruchtbarma»- en die Erde vers wandeln, zerſtören und ganz unfruchtbar machen? Nichts vera brennt dabey, als die rroFenſten Sragswurzeln: aber die Aſche giebt eine ſchöne Düngung, und das Feuer erwärmt den Erdbo» den und brinat vielleicht ſein fruchtbares Salz in Bewegung,=- Oft läßt der Ehſte ein Stü> von ſeinem Bruſifelde**) eine Zeit» lang liegenzund beraſen, weil es ibm an Viehdünger fehlt; dann' brennt er es zu Küttis 3 aber nie hat man bemerkt, daß dadurch der Boden ſchlechter wird z nach etlichen Erndten legt der Bauer wieder Miſt darauf und nutt dieſe Stelle wie ſeine übrigen Bruſtfelder.= Sogar ganze Hoflagen(Vorwerke) haben ihre *«) Buſchländer nennen die Livländer“die Außenländereyen, welche nach einer Zwiſchenzeit von 12 bis 20 Jahren etwa 3 bis 4 Erndten geben und dann eine Zeit lang keine Früchte tragen, ſeldſt in dem Fall, wenn kein Strauch(Buſch) darauf zu ſehen iſt. Iſt kein Strauch darauf, der ge- ſchont wird, ſo dient ſol Nur mache man nicht auf ſandigem oder grandigem Boden, dem es an. Erde fehlt ,"Küttis 3; denn ein ſolcher giebt magere Erndten, nd da das Feuer die bindenden Graswurzeln verbrennt, ſo kann leicht eine Art Triebſand und Unfruchtbarkeit entſtehen.“ >„Ein weſen'licher Gewinn für das ganze Land iſt, daß jähr» lich vurch Kürtiſſe viele tauſend Laſten Getreide mehr geerndtet werden, als die bloßen Bruſtfelder liefern würden. Wenn Viehe- ſeuchen auf etliche Jahre die Düngung rauben, ſo rettet ſich der Bauer gegen den Hunger vurch ſeinen Küttis. Wer ſeinen Ges b:ietsleuten das Ki>igbrennen unterſagt, der zwingt ſie, einen Tpeil ihrer Ländereyen, nämlich das Buſchland, wofür ſie doch Yogaben und Arbeit. leiſten, ungenußt zu laſſen. Nur der Holz» mangel kann ein ſolches Verbot rechtfertigen 3; aber dann ſuche wan die Buſchländer in Bruſtfelder zu verwandeln(wozu frei= lich ein großer Viehſtond gebört, um ſie bedüngen zu können), pder man laſſe, um den Holzmangel zu mindern, Stravh dare auf wachſen. Allenfalls könnte man, wenn der Küttis zum lebs ten Mule beſäet wird, Holzſaat darunter miſchen, oder auch Fut? Be um die Weideplähe und Heuſchläge(Wieſen) zu ve eſſern.“>12 „„Den Küttis beſäet man gemeiniglic< zuerſt mit Gerſte, oder mit Sommerweizen, oder mit Rüben; dann mit Noggen, Hafer, wieder mit Roagen und zuletzt mit Hafer oder Buchweis» en. Andere ſäen zuerſt Winterweizen darauf, und dann die Übrigen Getreidearten.“ So weit Hupel. Auf meiner Reiſe, welche ich im Jahre 1827, in Begleitung von drey recht«gebildeten Livländiſchen Edelleuten, burd) einen großen Theil von Livland machte, habe ich mich überzeugt, daß das Küttisbrennen von außerordentlich gutem Erfolg iſt und darum da, wo es nicht an Holz fehlt, ſehr in genannter Provinz getrieben wird und einen ſehr weſentlichen Einfluß auf die ganze Lands wirtbhſchaft ausübt 3; denn nicht allein, daß man 4 und 5 Früchte aus dem Boden, auf welchem Küttis gebrannt worden iſt, ohne Miſtelung zieht und darin einen ſo ſehr hohen Körnerertrag, ſelten unterm töten, aber oft bis zum 20ſten Korne erzielt, ſon» dern das auf dieſen Flächen in Menge erbauete Stroh kommt den Binnenſchlägen zu Gute und bringt da ebenfalls einen ho» hen Körner- und Strohertrag hervor, wodurd eine fortgeſetzte progreſſive Vermehrung des Düngers Statt fand, da die Kür- ner in der Brennerey verarbeitet wurden, und alles Stroh in den Maſtſtällen Dünger wurde,= Dadurch wurde es möglich, daß die Livländer auf einem kleinen Theil ihrer großen Beſihun= gen mehr erndteten und mehr reinen Gewinn zogen, als mancher preußiſche Gutsbeſiter von ſeinem ganzen Areal, was vielleicht 4 und mehr Mal größer iſt, als dieſe Binnenſchläge eines livländi- ſchen Gutsbeſizers. Wenn der Livpländer auf ſeinen Küttislände- reyen ſowohl, als auch auf zwey Drittheilen ſeiner Bruſtlände- reyen, ſelten unter dem löten Korne erndret, iſt mancher preußiſche Landwirth auf ähnlichem"oder gleichem Boden mit dem 5ten und 6ten Korn vielleicht zufrieden, obwohl ſein Gut 3 und mehrere Vom Küttisbrennen, (391) Grade ſüdlicher liegt.= Nur leider haben viele preußiſche Land» wirthe keinen. Wald, kein Stroh, kein Holz mehr, was ſie zu Gunſten ihres Akers zum Küttisbrennen verwenden können, da der größere Theil ihres Areals oder das Ganze in Acker„ Wieſe und Weide längſt verwandelt wurde, da man früher das Heil der Wirthſchaft in einer recht großen Ausſaat ſuchte. Aber gewiß giebt es noh viele Gegenden in Deutſchland, wo das Küttisbrennen, wenigſtens einige Jahre lang'mit ſehr großem Vortheil angewendet werden könnte, Z. B. wenn ein bisber wüſt gelegenes, mit Strauch beſtondenes Terrain in die AFerrotation mit aufgenommen werden ſoll, ſo würde gewiß in manchen Fällen der Ertrag auf ſolchen Flächen um das Doppeite durch Küttisbrennen gebracert. 4) Werden gewiß durch die Hiße eine Menge Jnſecten getöd2 tet, ohne daß ſie gänzlich verbrannt werden, die hernach= ep auch vielleicht um ein Geringes= den Humus vermehren elfen.; 5) Iſt der Boden kalk: oder mergelhaltig, ſo wird ein Theil des Kalkes gebrannt werden, und ſo auch in Gemeinſchäft mit der Aſche den ſauern Humus im Boden in nährenden Humus umwandeln,; 6) Der gebrannte Thon wird zugleich als waſſereinſaugen» des Mittel wirken. 7) Wird aber hauptſächlich der Boden dadurch, daß er ge- räuchert wird, ſehr viel gewinnen. Alle die beym Verbren- nen frey gewordenen, ſonſt im Nauche fortgehenden Stoſfe wer- den von dem aufs Holz gelegten Raſen abſorbirt. Da die Küt» tisbrenner ſorgfältig jedes Durchbrechen heller Flamme zu ver: hindern ſuchen, indem ſie jede entſtandene Oeffnung ſorgfältig mit Raſen bede>en, ſo“indet nur ein Verſchwelen und wenig Verbrennen mit heller Flamme Statt. Mit einem Theil. des untergelegten Holzes und der.Sraswurzein geht wohl auch ei: 82 Ueber die in„I N; j| x Livland Ubli- liche Weiſe, bereitet man in Livland Wa!dboden ,- der Ye Nödung« mit Bäumen beſtanden iſt, zum Getreidebau vor, die Die Lehre vom Dünger. 12. Abſchn. (302): gentlich nur eine troFene Deſtillation vor ſich, wobey alles, was ſonſt beym Verbrennen im Freyen als Ruß und Rauch davon gebt, vom aufgelegien Raſen aufgefangen wird. Dieſe aufgefams genen Stoffe, nämlich kohlenſioffſaures Gas, das Kohb- lenwaſſerſtoffgas, die brandige Säure und das bran- dige Oel werden als Düngermittel dienen, Aber auch da, wo belle Flamme auflodert, aber dieſe an den aufgelegten Naſen ihre Schranken findet, werden ſich an dieſe Raſen düngende Sub- ſtanzen als Ruß anhängen. 8) Wird aber auth die zurückgebliebene Kohle den hinterher wachſenden Pflanzen nüßlich ſeyn.= Bekanntlich zieht die Koble ſehr ſtark Feuchtigkeit aus der Luft an ſich und bält ſie lange feſt, aber bey erhöhter Temperatur dünſtet ſie wieder aus, wo ſie den Pflanzeawurzeln bey heißer tro>ner Witterung zu Gutes kommt, 9) Die Raſenſtüke werden durchs Feuer mürbe, zerfallen dann leicht und ſo wird mit wenigem Pflügen und Eggen die Krume ſct ges macht, und' zwar auf eine viel vollkommnere Weiſe, als ſonſt ?eubruch, alte Dreeſchländereyen dur viele Bearbeitung urbar werden. Alles Unkraut wird auf lange Zeit vertilgt. Da man das wirkliche Verbrennen der Raſenſtücke möglichſt vermeidet, ſo kann auch, beſonders bey thonbaltigem, lehmigem Boden, keine Zerſtörung des vorhandenen Humus Statt finden.=, Nur bey ſehr leichtem Sandboden wird der wenige darin ent- haltene Humus zum großen Theil zerſtört werden und auch iſt ſolcher Boden nicht geeignet, die beym Verbrennen des Holzes und der Grashalme und Wurzeln frey werdenden düngenden Sub- ſtanzen zu abſorbiren, wozu nur thonhaltiger Boden geſchi>t iſt.== Ich glaube daher wobl, daß Sandboden, der ſehr wenig un enthält, durchs Küttisbrennen eher verlieren, als. gewin? nen kann. Ich glaube, daß die"günſtige Wirkung des Küttisbrennens no< beträchtlich erböht werden kann, wenn auf das Holz und den Strauch auch Torf, beſonders wenn dieſer ſchwefelbaltig iſt, gelegt und mit verbrannt wirdz was gewiß in mehrern Fällen, wo Torf in der Nähe iſt, mit weniger Koſtenvermeh- rung geſchehen könnte.= Der Boden würde in der Torfaſche auch Gyps erhalten und manen. werden. Hernach wird bey günſtigem Wind“ und tro>nem Wetter das- Ganze angezündet, ſo, daß ſich das Feuer Über die ganze Fläche verbreitet. Die zulebt noch unverbrannten Holzſtücke werden weggenommen, wonach ohne weiteres der Same eingeſäet und untergepflügt Vom Raſen s oder Plaggenbrennet. 83 (303) wird. Die Krume wird unter dem brennenden Holze ganz mürbe und zerfällt beym Pflügen und Eggen ſehr gut. Es werden bierz auf ohne weiteres Bedüngen 3' bis 4 Exndten weggenommen, Do< wird, wie mir von Mehrern verſichert worden iſt, und wie auch. Hupel in der angeführten Schrift ſagt, nie der hohe Kör: nerertrag erlangt, der nach dem Küttigbrennen gewonnen wird. -- Was mir auch ganz natürlich vorkommt, indem ja der Haupt- gewinn für den Boden, nämlich- das Räuchern des Raſens anz verloren-geht, da das Feuer in frever Luft ſtets mit heller lamme brennt und viel Düngendes im Rauch verflüchtigt wird. = Auch bin ich der Meinung, daß man in, vielen Fällen die Bäume und ſtarken Sträucher, auf irgend eine andere Weiſe wird vortheilbafter, als durch eine ſolche Rövung benußen fonnen,= Der Hauptvortheil ſcheint mir nur einig darin zu liegen, daß ohne vieles Pflügen und Eggen der Waldboden zur Aufnah- me der Saat geſchi>kt gemacht wird; glaube aber“ daß ſolcher Boden obne ein ſolches Verbrennen des Holzes eben ſolch hoben Ertrag geben würde, wie nach der Nodung. Hupel giebt in genannter Schrift mit folgenden Worten noch ein Verfahren an:? „Die zweyte VerfahrungLart ſieht man häufig in Lettland (dem lettiſchen Thei! von Livland), auch am Peipusſee und no< anderwärts. Sie unterſcheidet ſich von der vorhergehenden da durch, daß man die Bäume und das Geſträuch nicht über den ganzen Boden ausbreitet, ſondern ſie reibenweiſe in lange, ziem= lich hobe Haufen, wie Wälle, Überemander thürm:. Wenn dieſe gehörig tro>en ſind, ſo zündet man den erſten an, und rollt odr wälzt ihn, ſobald er in voller Flamme ſteht, über das daneben liegende unbedec>te Land, bis zu dem folgenden Haufen, und ſo fort über das ganze Stück, damit daſſelbe überall durch Aſche und„Wärme fruchtbar werde. Dieß iſt abermals eine beſchwer- liche Arbeit.=- Wer den unbedeckten Boden zwiſchen den Hau- fen vorber umpflügt, ehe er die NRödung anzündet, der befördeit deſſen Fruchtbarkeit. Auch bey dieſer Verfahrungsart geht der Hauptgewinn, den das Küttiebrennen gewährt, verloren. Es verſteht ſich, daß das Pflügen zwiſchen den Baumſtoy- pen nur mit dem livländiſchen kleinen Pfluge oder mit einem ähnlichen AFerinſtrumente thünlich iſt.- Die Ha>waäaldwirthſcmäßig angelegte Gräben entwäſſert erden. Dann wird, der Raſen entweder mittelſt eigends dazu be- ſtimmter Pferdeinſtrumente, oder mittelſt Handinſtrumente ab2 geſchält. Das Erſtere geht nur, auf ebenen Flächen und auf Fel: dern, die nur einige Jahre beraſet ſind, aber weniger oder gar nicht auf alten Dreeſchen und völlig uncultivirten Flächen an, . Die Handinſtrumente ſind entweder Schaufeln, oder Hauen, Er- ſtere ſind mehr in England, die zweyten mehr in den Nieder« landen im Gebrauch.| Die Zeit des Raſenſchälens zu Sommerfrüchten iſt von Mitte Aprils bis zur Mitte Mays; für Winterfrüchte die Monate July, Auguſt und September. Das AugstroFnen des Naſens muß möglichſt befördert wera den, was durch üfteres Eggen, nachdem der mit Pferdeinſtrus menten geſchälte Raſen in die Quere ebenfalls mit Pferdeinſtiru- menten durchſchnitten iſt, geſchieht. Auch werden, beſonders bey unbeſtändiger Witterung, die Raſenſtüken zwey und zwey dach= förmig gegen einander aufgeſebt, ſo daß die Grasſeite nach in: nen kommt; nur iſt dieſe Methode, das Trocknen zu beſchleu? nigen, koſtſpielig. Wenn. die Raſen hinlänglich ausgetro>net ſind, ſo werden ſie in Haufen gebracht, und zwar bey windigem, doh trocknem Wetter. Man bedient ſich, zum Zuſammenbringen des Raſens in Holland eines Inſtruments, die Brandegge, Alleman, ge? nannt, wovor zwey Pferde geſpannt, die von einem Knaben ge» führt werden.| 6| Die Haufen werden mittelmäßig groß gemacht; 2, 23 bis 3 Fuß bey 13 bis 23 Fuß unterm Durchmeſſer, iſt nac) Arends ſehr. angemeſſen. Mit dem Anzünden der Haufen darf nicht lange gezögert werden, weil ſie, wenn ſie nur 24 Stunden ſtehen, dann nicht mehr ſo gut brennen 3; es geſchieht an dem Ende der zu brens nenden Fläche, von wo der Wind kommt. Je langſamer die Haufen brennen, um ſo beſſer iſt es, weil, wie Arends ſagt, man dadurch mehr Aſche, und dieſe von beſſe rer Qualität erhält, als wenn das Feuer raſch mit Flammen brennt. Die Aſche wird ohne Verzug ſogleich ausgeſtreut, ſobald die Haufen niedergebrannt ſind. Dieſe Ausſtreuung muß ſorg- fältig geſchehen, und auf den Stellen, wo die Haufen geſtanden, muß ſie rein abgenommen werden, und es darf nicht das Min- deſte liegen bleiben, weil, wie Arends ſagt,„dieſe Stellen durch die Erhitzung allein ſo ſtark befruchtet ſind, daß, würden auch ſie mit Aſche überſtreut, zu befürchten ſtünde, daß'das Korn darauf zu geil wüchſe und ſich lagern, oder wenigſtens eine un- gleiche Reifung des ganzen Feldes erfolgen würde, daber gerin- gerer Ertrag*), «) Dieſe Bemerkung iſt von Wichtigkeit, da fie ſich, wie vvn Arends nicht anders zu erwarten iſt„ auf Erfahrung Küßt 3 ſie beweiſt, daß die Erd- krüme durchs bloße Crhizen an Fruchtbarkeit gewinnt, alſo das wirkliche Verbrentten des Rarens,= wie es beym Küttiobrennen geſchieht,= ver? mieden werden ſollte, weil dabey auch Humus zerſtört wird« Brü meme üm > Einfluß der Düngungsmittel auf die Pflanzen. (30 E38 iſt am beſien, die Aſche gleich unterzupflügen z ſie muß flach untergebracht werden. Am vortheilhafteſten hält man es, gebranntes Land mit üben, Kartoffeln, Kohl u. dal. zuerſt zu beſäen 3 ſonſt kann es auch in vielen Fällen gut ſeyn, zuerſt Getreide oder Oelge2 wächſe zu ſäen, Die meiſten guten Landwirthe in den Niederlanden beſäen ihr gebranntes Land nur zwey Jahre und laſſen es dann mit Klee beſäet zu Graſe liegen. Hiernach giebt es mehrere Jahre eine mehr oder weniger Üppige Wieſe oder Weide, verſchlechtert ſich aber darauf und ſinkt in ſeinen vorigen Stand zurüF, wenn man es ſich ſelbſt überläßt. Sonſt kommt man auch der Natur mit Dünger zu Hülfe. Daß dieſes Raſenbrennen ſehr verſchieden von dem in Liv- kand gewöhnlichen Küttisbrennen iſt, liegt wohl klar am Tagez ebenſo, daß es nicht ſoviel leiſten könne, als dieſes. Do< da das Küttisbrennen nur in holzreichen Gegenden anwendbar iſt, ſo wird dadurch das Raſenbrennen in'bolzarmen Gegenden nicht verdrängt werden. Doh fragt ſichs, ob es nicht Vortheil brinz gend ſeyn würde, wenn man ſuchte, daß der größere Theil des Raſens nicht wirklich verbrannt, ſondern nur geräuchert wird. Vielleicht wöre dieß möglich und gut ausführbar, wenn nur ein kleiner Tyeil des Raſens möglichſt gut ausgetro>knet und dieſer in Verbindung mit tro>nem Torf auf Haufen geſeht würde, die dann ſogleich mit dem übrigen, weniger ausgetro>neten Raſen zu bede>en wäre, damit dieſer von dem, aus dem Verbrennen des Torfes und des ganz trocknen Raſens kommenden Rauche, ſich fruchtbare Theile aneignen kann, und dabey erhivt wird. Veber den Einfluß der Düngungsmittel auf die Pflanzen im Allgemeinen und auf die nähern Beſtandtheile der Getreidearten insbeſondere. 6. 140. So außerordentlich wichtig es für den denkenden Landwirth iſt, zu wiſſen: wie wirkt der Dünger und welchen Einfluß äußert er überhaupt auf die Vegetation und auf die einz zelnen Beſtandtheile der Pflanzen, ſo ſind wir doch leider hierin noch gar nicht weit gekommen. Wir wiſſen durch Erfahrung, durch angeſtellte Beobachtungen, dieſes und jenes Dünges mittel, dieſe und jene Subſtanz befördert das Wachsthum der Pflanzen, macht den Boden fruchtbarer; wir wiſſen ebenfalls aus Erfahrung, daß das eine Düngemittel, beſonders in dieſem oder jenem Boden, beſonders für dieſe oder jene Pflanze ſich wirkſam zeigtz aber wie und warum das ſo und nicht anders iſt, darüber haben wir noc< wenig Befriedigendes erfarhen, und die Meinungen ſind noch ſehr verſchieden. So behauptet Sauſſure, und nach ihm viele Andere: die Pflanzennahrung beſtehe nur aus Kohlenſäure und Waſſer, vielleicht auch aus et- was Stickſtoff, und die in der Pflanzenſubſtanz enthaltenen, oder aus ihr darſtellbaren Erden, Metalle u. ſ. w; werden nicht unz mittelbar aus dem Boden aufgenommen XN"„Andere. 3. D+ FIFI TS eee 8 5 +) Siehe d. Encyklopädie ſter Bd, S, 45% Vergleichende Phyſiologie« XII. 20 3 deR ei: nN IZT Die Lehre vom Dünger, 12. Abſchn. (306) Sprengel*), gehen bey ihren Unterſuchungen von dem Grundſaße aus: ,,daß die Pflanzen keine einfachen Körper durch ihre Lebensthätigkeit in ſich erzeugen, ſondern daß ſie dieſe vers mittelſt der Blätter und. Wurzeln, nur aus der Luft und dem Boden entziehen.“ Räch Sprengel /,dienen den Pflanzen 20 Stoffe zur Nahrung, ſie heißen: Sauerſtoſf, Kohlenſtoff, Stick- ſtoff, Waſſerſtoff, Chlor, Schwefel, Phosphor, Jod, Calcium, Talcium, Alumnium, Silicium, Barium, Zirconium/ Kalium, Natrium, Eiſen, Kupfer, Mangan, Fluor. Außerdem giebt es noch drey Agentien, die zum Pflanzenwachsthum gehören, dieſe ſind: Wärme, Licht und Elektricität.“= Da wir äus Erfah- rung wiſſen, daß mehrere Pflanzen nur auf Boden vorkommen, oder nur da"gedeihen, der gewiſſe Beſtandtheile enthält, und vielfältige Unterſuchungen erwieſen haben, daß Pflanzen, die dies ſen oder jenen Stoff vorzugsweiſe enthalten, auch auf Boden, welcher dieſen Stoff in der Krume oder im Untergrunde enthält, auch am beſten gedeihen, wenn ſonſt die übrigen, zu ihrem Ge- deihen nöthigen Bedingungen da ſind, ſo müſſen wir wohl Sprengels Grundſatz für den richtigern annehinen.. Darum ſcheint mir es für den Landwirth ſehr wichtig, daß er die Be: ſtandtheile ſeines- Bodens und der Gewächſe ,' die er bauen will, genau kennt; dann entweder aus dieſen diejenigen wählt, die für ſeinen Boden am mehrſten' geeignet ſind, oder durch zwe mäßige Mittel den Boden dahin zu bringen“ſucht, daß ex die Gewächſe, die der Landwirth braucht, oder am höchſten benüßen kann, in einem vollkommnen Zuſtande liefern kann z dem Boden das zu geben ſucht, was ihm zum Gedeihen dieſer Gewächſe fehlt.= Daß wir hierin viel tbun können, iſt durch> Thatſa- dann verfehlt wird, oder er zu theuer. erkauft würde, Jedenfalls erfordert die'er Gegenſtand die größte Aufmerk2- ſamkzit des. praktiſchen Landwirths und jeder Denkende ſollte darüber Beovachtungen und wo möglich comparative Verſuche anſtellen, um immer mehr Gewißheit. zu erlangen, damit wir immer mehr im Stande ſind, der Natur durch Kunſt zu Hülfe zu kommen und ſie ſo immer beſſer zu benuten verſtehen lernen. 6. 441, Die Mittel, welche wir anwenden, um den Boden fruchtbarer, zum Gedeihen irgend eines oder mehrerer Gewächſe geſchi>ter zu machen, ſind nicht immer wirkliche Nahrungsmit- tel der Pflanzen, denn auch das Pflügen, Eggen, Behacken u, ſ. w. helfen den Boden zur Hervorbringung nüßlicher Pflanzen ge= ſchit machen, und manc === Kuühmiſt 3117- 62,34== Pflanzenerde 7--. 65,94.== 3 EE, erbaut ohne Dünger 66,69 Procent, Hermbſtädt theilt bhierbey unter andern folgende intereſ: fante Bemerkungen mit; „Die Hauptbeſtändtheile im Weizen bleiben immer der Kle: ber oder das Triticin und das Amylum., Jener iſt rein animaliſcher, das Lehtere rein vegetabiliſcher Natur,“ „Es iſt aber der Kleber oder das Triticin zuſammengeſett aus"Kohlenſtoff, Sti>ſtoff» Waſſerſtoff, Sauer: ſtoff und Ph osphor, als ſeinen „Da aber Branntwein, Bier und Eſſig nur allein aus vem Amylum gebildet werden, da der Kleber zu deren Erzeugung nichts' beyträgt: ſo muß auch die Ausbeute der 3e- nannien Erzeugniſſe mit dem Gehalte des Amylons im Wei- zen(ebenſowohl auch in den Übrigen Getreidearten) in Ver» bältniß eben.“: „Anderä dagegen verhält es ſich mit dem Brode, zu wel-