getonomie/ 4] E | die Lehre von den Verhältniſſen der einzelnen Sheile der Landwirthſe zum Vorſchein kamen, ſo daß das eigentliche Object ganz ent- ſtellt, der Wirklichkeit nicht mehr entſprach und oft ganz unver= ſtändlich wurde, woraus alſo auch der Beweis der Richtigkeit und Wahrheit nicht hervorging, was doch gefordert wird. Die Kunſt, die bey der Anwendung der gemeinen Rechen- xunſt auf die Operationen des Landhaushalts gefordert wird, be= ſteht darin: daß man einen gegebenen Fall in ſeinem ganzen Umfange und ſeine einzelnen Theile in ihren Verzweigungen mit dem Ganzen auf und zuſammenfaßt, ihn rein wirthſchaftlich be- urtheilt, und zwar unter der beſtehenden Wirthſchaftsform, da- bey die Ertragsquanta oder ſonſtigen Größen. nach erfahrungs= mäßigen Durchſchnittsſäten aufſtellt, hiernächſt die Einzelbeiten in einen planmäßigen, einfachen, möglichſt kurzen Zuſammenhang bringt, der nac Umſtänden mehr oder weniger Raiſonnement zur Erläuterung der Zahlen enthalten darf, und deſſen Schluß dasjenige ergiebt, was man durch dieſe Operationen hat darthun, finden und beweiſen wollen. Die Wichtigkeit dieſes Rechnungsweſens ergiebt ſich, ſo wie ſeine Unentbehrlichkeit, wenn man einen Blik auf die Lage des Landwirthſchaftsgewerbes überhaupt und auf das in Deutſchland inbeſondere wirft, Schon die bisher in dieſem Werte und in dem Artikel„Oekonomie“ abgehandelten Gegenſtände haben ibre Nothwendigkeit in Beyſpielen dargerhan 3; noch mehr ergiebt ſich dieſe, wenn man die Verfaſſungs- und die aus alter Zeit herrüh- xenden Beſitesverhältniſſe, Betriebsformen, Gerechtigkeiten und Belaſtungen des Grund und Bodens" erwägt, deren Auflöſung theils bevorſteht, theils ſchon eingetreten iſt, welches ohne Nechts- ſtreitigkeiten, Schäzungen und allerhand Berechnungen nicht er- folgen kann, Das Creditweſen, der Kauf und Verkauf, der Pacht und Erbpacht nehmen die ökonomiſche Rechenkunſt in Anſpruch, und fortdauernd im Gebrauch erſcheint ſie bey der Buchführung über die Bewirthſchaftung„der Landgüter z endlich“ bedarf ihrer der Staatswirth ſowohl in Beziehung auf die Verwaltung der Staatsgüter, als zu höhern Verwaltungszweken,; Man kann das ökonomiſche Rechnungsweſen unter verſchie- denen Geſichtspuncten betrachten, je nachdem es zur Anwen- dung kommt; und obgleich bäufig eins in das andere eingreift und es erklärt, ſo ſcheint doch eine Trennung nach den Zweden um ſo angemeſſener, weil ſie die Ueberſicht erleichtert 3z man unz terſcheidet alſo:" 1) Die Veranſchlagungs: Rechnung.= Man bedarf ihrer, ent- weder um ſich über ſein Eigenthum ſelbſt zu belehren, oder um den Werth der„Güter und Grundſtücke eines Dritten auszumitteln. Sie hat es ſtets mit der Meſſung der Proz ductivität des Bodens zu thun, und eben ſo mit der Pro- 8 PEN 1 Oekonomiſcmäßig angelegt, nicht nur überhaupt den wah- ren'Werth' eines Guts oder Grundſtü>s angeben, ſondern auch ein treffendes Bild vom ganzen WirthſcBoden2 kraft erfordern, die aber theilweiſe auch viel Düngermaterial zu: rüdliefern, 3. B. Weizen, rother Klee, Luzerne und Esparſette, große Gerſte, Kartoffeln, Rübſen, Raps, Täbak und Noggen 3 im Boden, der ein Uebermaaß von Sand gegen Thon hat, bauet man nur Roggen, Hafer, Buchweizen, höchſtens kleine Gerſte und Kartoffeln, als Futterkraut gewöhnlich nur den weißen Klee; (ſiehe Bd, IV. über die Betriebsform und die Wirthſchaftsſyſteme den ganzen Artikel), Jſt nun die Ueberzeugung gewonnen, daß die hier genannten verſchiedenen Früchte für dieſe oder jene Ge- gend angemeſſen ſind und: durchgängig gebauet werden, ſo wird der Durchſchnitt der Erträge und der Koſten von jeder einzelnen Oekonomie, 3. Abſchn, (590) Frucht den Generaldur<ſchnitt von den Erträgen und. Koſten aller Früchte vorbereiten, und eine ſichere Schätung berbeyfüh- xen z und es wird bierbey von keiner erheblichen Bedeutung ſeyn, wenn in der Wirklichkeit in dem einen oder dem andern Ver- hältniſſe nicht alle genannten Früchte vorkommen, weil. ohne- dieß aus dem Anbaue mehrerer die Fähigkeit erbellt, auch noch andere hervorzubringen; wer z. B. gewöhnlich mit Erfolg Nog- gen, Erbſen, kleine Gerſte erzielt, kann eben ſo gut auch Hafer, Wien, Lein oder Waſſerrüben bauen, und niemand wird ver- nünftigerweiſe behaupten wollen, daß ein Boden deßhalb ſchlech- ter, wie ein anderer ſey, weil man leßtgenannte Früchte nicht anbauet. Es wird nur, noch zu erwägen ſeyn, daß allerdings manche Wirthſchaftsarten noch reine Braache halten, und daß alſo immer ein Theil des Ganzen in einem Jahresumlaufe nichts trägt, als höchſtens einige wilde Weide 3; da aber bey Annahme der rohen Erträge nicht allein auf die Wirkung des Braachens, ſondern auch auf die Koſten der Braachbearbeitung Rückſicht ge- nommen wird, da eine gleiche Rüſicht auf die Koſten Statt findet bey den angeſaamten Weideſchlägen, welche einerſeits mit der Getreideſaat zugleich beſorgt werden, 3. B. Klee unter Nog- gen oder Gerſte, da die Bearbeitung aufgebrochener Weideſchläge u den darauf folgenden Saaten weniger Koſten verurſacht, als ie gewöhnliche Bearbeitung, ſo gleicht ſich hierdurch der Aus- fall des Braachſchlages binreichend aus. Dieſes. Verfahren führt offenbar die nöthige Gleichbeit in dieß Rechnungsweſen ein 3 die Productionsfähigkeit des Bodens kann ſo leicht nicht überſchäbßt werden 3 der Anbau änderer Früchte, als dex, bekannten und gewöhnlichen, müßte erſt als allgemein nachgewieſen werden, wenn er behauptet würde, und eine bin und wieder- Statt findende Abweichung von der gewöhnlichen Regel würde nichts beweiſen, Bey Beurtheilung der P+oductionsfähigkeit des Bodens kann es nur bedingungsweiſe in Betracht kommen, wie ſich ein ge» gebener Boden verbaiten würde, wenn er eine reiche Düngung erhielte 3 die Productionsfähbigkeit an ſich aber wird dahin ver- ſtanden: in wiefern eine Bodenart die Mittel, aus ſich ſelbſt gewährt, das ihr eigne Maaß der Ergiebigkeit zu erhalten und wiederherzuſtellen, oder mit andern. Worten: wie viel Dünger: material die angemeſſene Cultur eines gegebenen Bodens zurüc- liefert, um dieſe Cultur immer wieder erneuern zu konnen, Die richtige Beurtheilung findet ſich alſo nur innerhalb dieſer Grenze z daher beurtheilt man ihn am richtigſien, wenn man nach erfolgter Ausmittelung ſagt, der und der Boden lie: fert im Durchſchnitt der Jahre ſo viel Düngermaterial ohne fremden Zufluß, daß in ſo und ſo viel Jahren eine friſche Dün- gung von ſo und ſo viel Gewicht und Volumen erfolgen kann z; von ſelbſt verſteht ſich, daß der erneuerten Düngung die Bear=- beitung und ſelbſt das Niederlegen manchen Bodens zu künſt: licher oder natürlicher Weide oder Futterbau, endlich auch ,, je- doch bedingungsweiſe, eine ſchic>liche Fruchtfolge(ſiehe dieſen Artikel in Bd. IV. S. 149) und die Wirkungen der Atmoſphäre hinzutritt und den Fruchtbarkeitsgrad wiederherſtellt und ver- ſtärkt. Dieſes Alles beruht lediglich auf Erfahrung, welche dar- gethan hat, wieviel Trachien oder Erndten nun von ſo einer Oekonomiſcerx- fläche(vorzüglich, wenn ſie etwa an ſich arm iſt), in Cultur ſeen, und ſie früher, als ſonſt möglich ſeyn würde, zum hin- reichenden Ertrage bringen; das Verdienſt iſt aber den Wieſen und Weiden, nicht dem Aer zu berechnen. Eben ſo kann man auf dieſe Weiſe den vorhandenen Aer in eine beſſere Cultur ſehen, um andere Früchte zu bauen, als man außerdem würde baben bauen können, z. B. Tabak, Hopfen u. drgl. 3; dann nubt man ſeinen Aker mittelbar etwas höber, je nachdem dieſe Artikel geſucht und bezahlt werden, d. bh. der Dünger von den Wieſen macht ſich beſſer bezahlt; dieß kann indeſſen immer no< keinen Grund abgeben, den Düngerwerib, noch weniger den Bo- denwerth in einzelnen ſolchen Verhältniſſen bedeutend höher zu Haben; man muß vielmehr auch hierin den mittlern Werth feſt- halten. Aus dieſer Darſtellung der natürlichen oder derjenigen Ver- hältniſſe, unter welchen im Allgemeinen, unter geringen Abwei- en) zu bedürfen(ſiehe Bd. I. Oekonomie S. 21 die Bemerkungen bierüber von Koppe). Da aber ein allgemein anwendbares Nechnungsprincip aus ſolchen Materialien, die vermöge ihres ſchwankenden und zum Theil willführlichen Weſens, ihrer unpaſſenden und theils zwe&widri- gen Verfahrungsart zur Sache nicht paſſen, auch nicht hergelei- tet werden kann, ſo glauben wir daſſelbe auf die vorbezeichnete Art am beſten feſtgeſtellt zu haben. Die vorſtehende Anſicht von der Sache führt zu mehrerer Veberzeugung, ſobald wir den Aerbau für ſich und als ſelbſt- ſtändig betrachten, und dieß können wir, da es viele Länder und Diſtricte giebt, wo erhebliche Wieſen und Weidereviere gar nicht exiſtiren, wo man alſo auch von den aus Wieſen und Weiden hervorgehenden Culturmitteln nichts weiß, und dieſe alſo im Ackerboden ſelbſt ſuchen und finden mußz beruht aber die Exiſtenz einer Aerwirthſchaft lediglich auf der Exiſtenz ei- ner Wieſen= oder Weidefläche daneben: ſo iſt ihre Exiſtenz nicht Oekonomie, 3, Abſchn; (592) ſelbſtſtändig, und dann iſt ſie nicht mehr, als viele ändere, ge» eignet, ein richtiges Rechnungsprincip herzugeben, und dieß um ſo weniger, als die Bedingung, unter welcher ſie dazu geeignet ſeyn ſoll, nicht überall erfüllt wird, und folgerecht würde mati dann für jedes Land, Kreis, oder gar für jedes einzelne Gut ein beſonderes Rechnungsprincip ausmitteln müſſen, um endlich zum Zwee zu gelangen.' Da dieſer Gegenſtand bisher wiſſenſchaftlich zwar wobl erör- tert worden, aber viel bändereiche Schriften unabgefchloſſen dar- über vorhanden ſind, ſo war das hier Vorgetragene auszuführen, weil etwas Feſtſtehendes darüber nicht exiſtirt, Das angenom mene Princip: die natürliche Ertragsfähigkeit der Bodenarten zur Grundlage der Schätzung zu nehmen, erhält ſeine praktiſche An: wendung und rechnungsmäßige Ausführung, indem man 1) den Erbau aller, für jede Bodenart geeigneten bekannten Früchte, nach erfahrungsmäßigen Mittelſäten,»hinſichtlich der Quantität auf einer beſtimmten Fläche angiebt. 2) Eben ſo den Stroh- und wilden oder künſtlichen Weideer- trag. 3) Den Betrag der Beſtellungskoſten und Zinſen bey jeder Bodenart, für jede Frucht ausmittelt. 4) Von den rohen Erträgen unter 1. und 2,, nach mittlern Geldpreiſen, einen Generaldurchſchnitt des Jahresertrags bes iechnet, und den Generaldurchſchnitt aller Koſten und Zinſen unter 3 davon abzieht 3 wonach 5) der reine Ertrag übrig bleibt, welcher nach üblichen Säßen zu Capital erhoben, den Bodenwerth ergiebt. Nach dieſein Verfahren werden auch die Wieſen, die Weis deländer und die Servitutweidenuzungen behandelt, und zwar jede Claſſe für ſich unmittelbar. Dieß iſt nothwendig, weil man den Werth von jedem einzelnen Grundſtüce wiſſen will, und weil es in den mehrſten Fällen ungenügend iſt, zu wiſſen, was ein ganzes Landgut. mit allem Zubehör koſtet, wenn es darauf ankommt, die Einzelheiten deſſelben richtig zu beurtheilen. Nach den Taxationsgrundſäten aller deutſchen Länder werden die Schä: pungen nur von ganzen, Gütern gemacht(ſ: Bd. 11. S. 560), ohne Rückſicht darauf, welchen Antheil am totalen und reinen Ertrage und davon ſich ergebenden Capitalwerthe, die Cinzelhei- ten haben; eine ſolche Taxe erfordert allemal viel guten Glau- ben, gewährt aber niemals«volle Ueberzeugung, weßhalb ein Verfahren, welches ſowohl den Werth der Einzelheiten, als den der Totalität umfaßt, nothwendig vorgezogen werden muß, weil es bey Nachweiſung des Territorialinhalts und ſeiner nußbaren Qualität, zugleich den ganzen Mechanismus des Wirtbſchafts- verkehrs aufſtellt und nachweiſt, und alle Gegenſtände zur An- ſicht bringt, und folglich nicht bloß bey der tronen, oft ungez nügenden Berechnung ſtehen bleibt, welche letztere jedoch auf dieſem Wege an Evidenz und Beweiskraft nothwendig gewinnen muß. Aus dieſer Einrichtung folgt denn auch, daß eine Werths- berechnung oder Veranſchlagung dieſer Art zu verſchiedenen Zwe- >den auf lange bin brauchbar iſt, zz. B. bey Verkäufen, Verpach- tungen, Erbverpachtungen, Rechtsſtreiten, Vertauſchungen, Cre- ditgeſuchen u: ſs: W+ 2 S aws Oekonomiſche Rechenkunſi. (593) Indem dieß Rechnungs8verfahren das Einzelne und. das Ganze umfaßt, wird zugleich noch ein früher entſtandenes Bedenken ges hoben, welches Veranlaſſung, zu der Frage gab:„ob der Werth der einzelnen Grundſtü>e nach ihrer Ertragsfähigkeit im iſolirten Zuſtande, oder nach ihrem Ertrage in derjenigen Wirthſchafts- verbindung, in der ſie dermalen ſtehen, abzuſchäßen und zu hbe- rechnen ſey?=- Die Frage bezeichnet bloß die natürlichen Folgen eines Inbegriffs von Grundſtücken, die eine Wechſelwirkung auf einander haben, alſo daß das Product des einen dem andern äls Culturmittel dienen kann und wird, 3. B. die Wieſen dem Acker; da aber alle Taxation und Berechnung an dem Beſite und dem Complexus des zu taxirenden Objects nichts ändern kann, jeder etwa ausgeſchieden werdende Theil wieder ein ſelbſt: ſtändiges Object, oder der Theil eines andern Ganzen wird, ſo iſt es hinreichend, wenn die einem ſolchen Einzelweſen für ſich allein anhängende Werthseigenſchaft» geſchäzt wird. Außerdem wird in der Regel die Integrität eines Landgutes vorwalten, welche die Abtrennung einzelner Theile nicht zuläßt, und fände dieſes auch nicht Statt, ſo wäre die Frage doch unerheblich, denn durch. Feſtſtellung der Ertragsfähigkeit eines ſolchen einzel: nen Grundſtückes an ſich, wird ja ſeine Wirkung auf das Ganze nicht verändert, und dieſe Wirkung iſt, wie wir vorbin bemerk2 ten, oft eine ſolche, die die Cultur anderer Grundſtü>e in der Zeit beſchleunigt, und dieſe Fähigkeit wird dem einzelnen, ſo qualificirten Grundſtü>e zu gut gerechnet, nicht aber demjenigen, deſſen Culturſtand dadurch beſchleunigt und verbeſſert wird, da- mit iſt den Berhältniſſen ein unvollkommenes Genüge geleiſtet. Die Zugrundlegung der natürlichen Ertragsfähigkeit des Bo- dens bey Berechnungen über denſelben, die Maaßregel, jeder Bo- denart das zuzurechnen, was ſie unmittelbar hervorbringt, ſchließt das bisberige bey Dreyfelderwirthſchaft übliche Verfahren aus, nach welchem man erſt einen gewiſſen Düngungszuſtand des Ackeys einer Beſizung vorausſette, folglich eine gewiſſe Düngerquantität, die nicht bloß vom Ader, ſondern hauptſäch: lich von Wieſen- und Weiderevieren herkommt, annahm, unter deren Erzeugung und Verwendung dann die anzunehmenden Erträge erfolgen konnten. Dieß Verfahren, welches auch ſchon im 1ſten Bd. S. 623 angedeutet iſt, geht jedoch mehr auf den ſpeciellen Fall, als auf allgemeine Anwendbarkeit hinaus, denn wir müſſen nach unſerm bier angenommenen Grundſaße jede Vor» ausſezung vermeiden, und können auf ein Vorhandenſeyn ans derer Futtermaterialien, folglich anderer Düngerzuflüſſe, als ſol: Xen, wo dann vielmehr der Dünger einen Theil der Koſten mit übernehmen müſſe. Dieſe Rechnungsart, wäre ſie auch ,/ was doch nicht iſt, an ſich ganz richtig ,- würde doch im ökonomiſchen Anſchlagsrechnungs- weſen ein verwi>eltes Verfahren herbeyführen, was zu vielen Irrthümern Anlaß geben, und der nöthigen Klarheit ermangeln würde. Wir geben von der Anſicht aus, daß niemand mehr Vieh halten könne und werde, als ſein Grund und Boden eben hinreichend ernähren kann 3. iſt die Fähigkeit des Bodens, iehfut« ter hervorzubringen, ſo gering, daß er nach Abzug deſſen, was das Arbeitsvieh bedarf, für das nötbige Nutvieb wenig oder nichts an Futter ausgiebt, ſo iſt die Beſitzung an ſich nicht culturwürdig, vorausgeſett, daß nicht etwa ein ganz verkehrtes Verfahren dieſen Mangel hervorbringt 3; bringt ſie aber das nöthige Futter für das Arbeits-, und eine gewiſſe Zahl Nubvieh hervor, ſo können dieſe Futtermittel ebenfalls nur dem Boden zugerechnet werden, nämlich der Ertrag davon, der mittelbar durch das Vieh 4 13:7 wird, alſo beym Arbeitsvieh durch den Werth der Arbeit, und beym Nutvieß durch den Werth ihrer verkäuflichen Producte 3; auf den ſich erzeu» genden Dünger kann man aber keine Koſten berechnen, denn will man Futter produciren und durch Vieh conſumiren, ſo muß man fich auch gefallen laſſen, daß das Vieh Dünger macht, und es kann dieſen nur im Verhältniß zu dem ihm gegebenen Futter machen, und will man dieſes jährlich reproduciren, ſo muß man den Dünger wobl in Acht nehmen und auf den AFer verwenden, und darauf halten, daß er ſich in Güte und Menge niemals vermin- dere. Dieſe Futter- und Düngerproduction un Conſumtion dreht < alſo ſtets in demſelben Kreiſe, und man erſicht aus dem Zu- ammenhange, daß die Düngererzeugung von Seiten des Viehes etwas Unwillkührliches, die Zurüc&gabe der Düngermaſſen an den Boden aber etwas Nothwendiges zum Beſtande dex Cultur, ein anderweitiger Gebrauch, der jährlich fich zu erzeugene den Düngermaſſen aber undenkbar iſt, folglich hat der Dünger in dieſem Verhältniſſe eigentlich keinen Geldwerth, obgleich er an ſich unſchätzbar iſt; es iſt alſo ganz überflüſſig, dem Dünger einen Theil der Koſten des Viehfutters zuzuſchreiben, und noch mehr, wenn, wie in unzählig vielen Fällen, weder Wieſen und Weiden dem AFer Dünger liefern, noch Futtermittel angekauft werden 3 die Düngermaſſen gehören alſo nur in das Düngeregiſter, um den Culturzuſtand zu controlliren; wer den Werth des Dün- gers fixirt und in ſeiner Einnahme und. Ausgabe unter oben an- gedeuteren Umſtänden aufführt, kann ihn hierunter nur als ei: nen durchlaufenden Poſten berechnen, bey welchem Cinnahwe Oekonomiſche Rechenkunſt. (595) und Auggabe ſich gleich bleiben. Einen Geldwerth des Düngers feſtzuſetzen, iſt aber bey Veranſchlagungen zuweilen dennoch in ſofern nöthig, als es düngerliefernde Grundſtü>e giebt, die ihn nicht ſelbſt wieder conſumiren, die ſich alſo in ihrer Produc: tivität erhalten, ohne Düngung. Dieß ſind in der Regel die Wieſen und die Weidereviere z es giebt ferner ſo reichen Aer- boden, der eine, ſich alle 3 oder 6 Jahr wiederholende Dün- gung gar nicht ertragen würde, ſein Stroh: und Futterproduct kann alſo, in Dünger verwandelt, andern leichtern Grundſtü>en M2050.00] werden, und daher ſtehen ſolche reiche Grundſtü>e en reichen Wieſen gleich, und der von ihnen herkommende Dün- ger muß ihnen zu gut gerechnet werden. 42 Auch bey gewiſſen beſondern Beſites- und Wirthſchaftsver« hältniſſen iſt es einer richtigen Buchführung ganz angemeſſen, den Werth des Düngers, und die verwendete Menge deſſelben u vermehren; hier kann der beſondere Werth, der dem Dünger eygelegt wird, aus ſpeciellen Culturfällen und als das Reſultat ſpecieller Operationen und Unternehmungen eines einzelnen Land= wirths hervorgehen, bezüglich auf die Art und Weiſe aus der vorhandenen Düngermaſſe den höchſten, und alſo einen höhern, als den gewöhnlichen Nuten zu ziehen, und ſich von- dieſen Operationen eine rechnungsmäßige genaue Ueberſicht zu verſchaf: fen, wir beſißen hierüber zur Zeit nur ein einziges ſehr ſchätba» xes Werk, unter dem Titel:. Reſultate der Verſuche über Erzeugung und Gewinnung des Düngers, wie" ſolcher unter beſtimmten Verhältniſ- ſen aus Futter und Einſtreu bey den Pferden, dem Rind- . vieh und den Schafen entſteht, nebſt einer Berechnung oder Ausmittelung des Gewichts und Maaßes von denjenigen ländlichen Erzeugniſſen, welerbauerzeugniſſe nac< Roggenkörnerwerth, wie ſolche bey Ertragsberehnungen der Erndten, bey Abſchäs bung des Aderbaues, der Wieſen, der Ertrags- und Koſten= Arabi Pb der thieriſchen Ernährung und Gewinnung des Düngers bey dem GSute Schierau angenommen und be» rechnet werden. Vom königl. Amtsrathe Blok in Schierau, mit einem Vorwort und Anmerkungen vom Staatsrath Thaer.-- Beylage zum 2ten St>. XIUten Bds, der Möge linſchen Annalen. Berlin bey Aug. Rüder 1823. Dieſer Autor giebt als das Reſultat ſeiner Düngerwerths» berechnungen Folgendes: Ein Fuder Schafdünger von 40 Cubikfuß= 15 Ctr. 37 Pfd. preuß. Gewichte, iſt 1 Schfl. 11 Meß. preuß, Maaß Roggen werth; letztern zu einen Thaler angenommen, iſt der Werth des Fuders 1 Thlr. 22 Sgr., der Centner alſo 32 Sgr.= Ein Schaf liefert ihm, bey ganzer Stallfütterung 1322 Ctr. Dünger, oder 75 Fuder a 40 Cubikfuß. Ein Fuder Kuhdünger von 17 Etr,= 113 Pfd, oder 1 Shfi. 5 Met. Roggen oder dieſen 3 1 Thlr.= 1 Thlr. 10 Sgr. 10 pf., der Ctr.= 25, Sgr, Eine Kub liefert bey ganzer Stallfüiterung (nämlich ſo wie dieſer Autor füttern läßt, nach S. 56 und f.) 295 Etr, 16 Pfd,, welches a 17 Ctr,= 175 Fuüder Dünger beträgt. 38* 12 Oekonomie. 3, Abſchn. (596) ZEHEN zweyſpänniges Fuder„Pferdedünger 3 12 Ctr.-59-Pfd, iſt= 73 Pfd.= 14 Metz. Roggen 2a 1 Thlr,= 263 Sgr. und ein Pferd giebt jährlich 822 Fuder. Ueber dieſe Werthe, nach der beſondern Anſicht des Autors und nach den beſondern, wiewohl wahrſcheinlich von ibm ſelbſt ausgebenden Verhältniſſen ſeines Guts berechnet, und nach, der Anzeige des Titels zur Anwendung gebracht, giebt derſelbe S. 52 folgende Aufſchlüſſe: Unter 1. Nur ſo lange, als ein richtiges Verhältniß zwiſchen den Maſſen der erzeugten; angeſchafften oder umgetauſchten Pro- ducte Statt findet, iſt es mödlich, jedem einzelnen Producte durch richtige Verwendung im Betriebe der Wirthſchaft den (hier) angenommenen Werth durch eigenen Umſab zu verſchaffen, und unter 4, Bey der Veranſchlagung werden die Thiere als Ma- ſchinen betrachtet, an welche der Ackerbau alle Futtermittel nach den(hier ausgeſprochenen) Werthsſätben verkauft, wo- gegen der A>erbau den Dünger an den Viebſtand, nach den eben ausgeſprochenen Werthsſäten bezahlen muß. Wenn gleich nun auf dieſem Wege ein Düngerwerth aus- geſprochen worden, wovon in vielen Fällen Gebrauch zu machen iſt, und wenn ferner auch ein einzelner Landwirtb Gründe ha- ben kann, eine ſolche nach den Regeln der doppelten Buchhala tung anzelegte Berechnung über ſein Gut zu führen, ſo begrüns det doch dieſe Jdee kein Princip für unſern hier abgehandelten Gegenſtand, ſondern enthält bloß eine Rechnungsform, die der Verfaſſer für ſein Verbältniß anwendbar findet, und die auch in manchen andern Wirthſchaften anwendbar ſeyn mag. Für den hier abgehandelten und einige andere Fälle hat der Verfaſz ſev dieſes Artikels ſchon im Jahre 1821 in ſeinem Werke: Grund» ſähe der Gemeinbeitstbeilung, Berlin bey Maurer, 1ſte Abthei- lung S. 176, dieſen Gegenſtand ausführlich behandelt, und den reinen= Ertrag des Bodens zum Maaßſtabe des Dünger» werths angenommen, in Betracht nämlich, daß das Zurügeben der vom Boden erzeugt werdenden Futtermittel, in der Form von Dünger die conditio zine qua non ſey, unter welcher die reine Bodenrente erzielt werden kann, dieſe letztere daher nicht bloß das Product der angelegten Capitale ſey, weil dieſe ohne den Be- ſcand und die Verwendung jenes ſogenannten eiſernen Inventa- xii des Bodens(Strob und Futter) gar nicht bätten angelegt werden können, und daß die Einwirkungen der Atmoſphäre, der Bearbeitung und der Fruchtfolge, da wir ſie nicht genau meſſen können, nicht genau in Berechnung kommen, weil ſie ohne Hin2 zukommen des Düngers unwirkſam ſeyn würden, ihre Wirkſama keit daher nur durch dieſen und in Verbindung mit ihm möglich wird, und alſo bedingt iſt. Hiernach iſt, da der Durchſchnitt aller NReinerträge von 20 verſchiedenen Bodenarten 75 Thaler, und der Durchſchnitt alles Düngergewinnes von eben ſo viel Fällen 25 Fuder iſt, der Werth eines Fuders 3 Thlr, 3 Sar. 8 Pf., welcher ſich aber, aus eben angegebenen Gründen, um 8 ver- mindert, folglich auf 243 Sgr. zu ſtehen kommt,= Der Verfaſ- ſer hält hierdurch den allgemeinen Werth, den der Dün- ger in der. Landwirthſchaft bat, für hinreichend ausgeſprochen und fixirt, und denſelben geeignet in Berechnungs« und Taxa- Oekonomiſerbodens(ſ. oben unter 1 und 2) müſſen auch die Erträge an Stroh und natürliz , der in vielen teutſchen Ländern fremd iſt), alſo fünfs- malige Vermehrung der Ausſaat, giebt nur eben ſoviel Ertrag, als 13 Schfl, zum vierten Korn, daher kann und ſoll vielmehr der Ausſpruch der Abſchäter nur dabin gehen: wieviel Getreide, Stroh, Futtergewächſe aller Art auf einem gegebenen Boden, nach dem beſtimmten Flächenmaaße, erzeugt werden können, zu welchen Früchten er ſich vorzugsweiſe eignet, welcher Nebenerz2 trag an wilder Weide, oder welche Quantität angeſamte Weide, für Schafe oder Nindvieh davon zu erwarten iſt, und für welche Claſſe derſelbe alſo angeſprochen werden kann. Vor dieſem Aus- ſpruche treten dann die Rückſichten ein, die hinſichtlich der Lage, des Untergrundes u, ſ. w. vorkommen, und nach welchen Um- ſtänden, zuſammengenommen, ein Boden entweder für die Claſſe unbedingt angeſprochen wird, für welche er gehört, oder vermöge welcher, und alſo warum, er in eine niedere Claſſe zu rangi- ren iſt; ein Verfahren, welches jederzeit mit Thatſachen und dar- aus hbergenommenen ökonomiſchen Gründen belegt werden muß, und deren Reſultat mit dem Kunſtaugsdrucke einer Localitäts- abweichung bezeichnet wird, Jeder Bonitirung einer Feldmark muß eine Vermeſſung und Chartirung vorangehen, wenn ſie nicht unvollſtändig bleiben ſoll, Man hat zwar behauptet, daß die Vermeſſung füglich mit der Bonitirung zugleich vorgenommen werden, könne, es iſt dieß aber, erfahrungsmäßig, nicht zu rühmen, da es zu unendlichen Fehlern und Verſtößen Anlaß giebt, indem dabey der Feldmeſſer oft gar zu viel Bemerkungen in ſein Journal einzutragen hat, um nun auch noc die Angaben der Boniteurs über den Befund darin mit aufzunehmen, was ibn denn hinterher beym Auftragen auf die Charte und in das Regiſter in Verwirrung bringt.- gegen iſt die in Vorſchlag gebrachte Methode, die Bonitirung mit Hülfe eines Dreyecnetzes, worauf die Grenzen der Feldmark, und ihre erkennbarſten Puncte angegeben ſind, der ſpeciellen Ver- meſſung vorangehen zu laſſen, an den Orten ausführbarer, wo der Boden in ſeiner Beſchaffenheit weniger oft abwechſelt, viel- mehr in großen Flächen gleichartig bleibt; gleichwohl iſt auch bierbey eine Koſtenerſparung weiter nicht abzuſehen, worauf es am Ende nur allein hinaus läuft, und auf welche nichts ankom- men darf, wenn man durch die vorangehende Vermeſſung, bey nicht größern Koſten, die Gefahr der Unrichtigkeiten beſeitigt. Der Act der Bonitirung ſelbſt beſteht darin, daß der Com- miſſarius des Geſchäfts mit den Boniteuren die Feldmark meh2 rere Male nach allen Richtungen übergeht, den Boden durch Auf= grabungen und auf ſonſt mögliche Weiſe(nach den im 1, Bande gemachten Andeutungen von ſeinen Eigenſchaften) unterſucht, und ſich nun mit ibnen über die vorgefundenen und anzunehmen- den Bodenclaſſen vereinigt, welche denn namentlich auögeſprochen und feſtgeſezt werden. Ueber dieſen Befund und Annahme, wird eine Verhandlung aufgenommen und darin die Claſſen nament- Br pal Oekonomiſen veranlaßt. 18 Oekonomie. 3. Abſchn. (602) Man unterſcheidet: 1) Wieſen in Stromthälern, Aue, Marſch, Bruch- oder Luchwieſen genannt z auf ihnen trifft man die vorzüglichſten Wieſengräſer an, nämlich den'Schwingel, das Schwadengras, die Milizarten und Lotus. 2) Wieſen an kleinen Flüſſen, ebenfalls gewöhnlich mit guten Gräſern, als Wieſenfuchsſchwanz, Schwingel, Lotus, Vo- gelwi>en, Wieſenklee, Zittergräs, wolliges Roßgras. Erſtere pflegen gewöhnlichen jährlichen Ueberſchwemmungen ausgeſetßt zu ſeyn 3 bey letztern hat man bäufig eine zu vers anſtaltende Bewäſſerung in ſeiner Gewalt. 3) Wieſen in den Senkungen der Felder, in den preußiſchen Marken Mäſch- oder Feldwieſen genannt, welche auch im WEHE zu Sommerfrüchten, auch zum Flachsbau, benutt erden. 4) Wieſen, die an Abhängen durch oberhalb entſpringende Quels len entſtanden ſind. 5) Wieſen buf Moor- und Torfgrund in gerodeten Elslaken und Lüchern, 6) Bergwieſen in der mittlern Region der Gebirge, 7) Waldwieſen, oft gleichartig mit denen unter Nr. 5. Man bat bey einer Wieſenhütung zuvörderſt die oben bes merkten allgemeinen Eigenſchaften zu berückſichtigen und zu un» terſuchen; geſchieht dieſes im Frühjahr, ſo wird es in den mehr- ſten deutſchen Ländern vor der Mitte des Maymonats mit Er- folg nicht vorzunehmen ſeyn, beſonders wenu die Wieſen mit eie nem Frühjahrsaufhütungsrechte bis dahin belaſtet ſind. Die Eine wirkung des Waſſers bey Flußwieſen muß nach ſeiner Nühlich» keit oder Schädlichkeit genau unterſucht und allenfalls hiſtoriſch ermittelt werden. Da ſich in früheſter Jahreszeit ſelten beurtheilen läßt,„ob und welche gute oder ſchleen die Qualität des Bodens, bin- ſichtlich ſeiner Graswüchſigkeit, und die Qualität und Ouantität Des Graſes no beſonders ermittelt werden muß, welches im Bonitirungswege allein nicht möglich, und übrigens jeder poſitive Ausſpruch bierunter nur willfüödrlich iſt. und durch nichts ver- bürgt ſeyn würde, Daher müſſen nach erfolgter gewöhnlichen Bo= nitirung die Ausſprüche der Boniteure darüber:; wie viel Flächenraum von der vorhandenen Weide. zur Er- nährung eines Stücks Vieh, nämlich Nindvieh, Schafe, vor- züglich Lämmer u. ſ, w, über Sommer für resp. 5,52 oder 6 Monat, je nachdem an dem betreffenden Orte die Weidezeit dauert, erforderlich iſt, 93200 vernommen und ſolche mit den hiſtoriſchen Nachrichten von dem bisher auf die Weide getriebenen Viehe verglichen werden z dieſe Nachrichten werden von den Verwaltern, Hirten, Schäfern ein- gezogen, das Weidevieh nach Qualität und nach ſeinem auf Cent» ner Heu feſtzuſezenden Futterquanto unterſchieden/ und ſobald dieſes alles gehörig geprüft iſt, wird die Ergiebigkeit des Weide- bodens nach Claſſen angeſprochen, und alſo beſtimmt, wie groß eine Kuh- oder eine Schafweide, nach Morgenzahl, ſeyn muß, um eine volle Weide zu geben. In Anſehung der verſchiedenen Arten der Viehweiden iſt fol» gendes in Betracht zu ziehen, um ſie richtig zu veranſchlagen und nach ihrem Ertragswerthe zu berechnen. Ueberhaupt gilt hierbey der leitende Grundſatß:„den Werth der Sommernahrung dem der Winternabrung gleich zu ſchäzen,“' Wenn gleich ſich derſelbe nicht gegen die Erfahrung rechtfertigt, daß die Frühjahrsweide, ſo wie die grüne Fütterung; beſonders ergiebig auf die Milcherzeugung, minder auf Fleiſch?, Fett: und Wollerzeugung, wirkt, ſo iſt doch auch gewiß, daß ſie dieſen Er- folg im Allgemeinen nur höchſtens bis Jobannis bat, bis wo die Vegetation in erſter fortſchreiten der Kraft iſt, nicht aber bis in den Herbſt, denn ſobald die Gräſer in den Samen ſchießen, SEE R Ge GERE ODekonomiſcerboden, in ſofern nämlich ein guter Abſatz des fetten Viehes dieſe Nutzunggart empfiehlt, welches ſelbſt dann noch Statt findet, wenn die Märtte für fettes Vieh etwas entfernt ſind. Uebrigens hängt es von den Umſtänden ab, ob man Nindvieh oder Schafe darauf fett weiden ſoll. Außerdem liegt es in der Natur der Sache, daß Fettweiden ſehr gutes und höchſt nahrhaftes Gras in Fülle und unter an-* haltendem Nachwuchs liefern müſſen, weßbalb man ibre Lage richtig beurtheilen muß z denn, ſind beide Erforderniſſe nicht ver- bunden, dergeſtalt, daß das Fettwerden des Viehes in einer m0g2 lichſt kürzeſten Zeit nicht zu erwarten iſt, ſo thut man beſſer, ein ſolches Grundſtü> als Wieſe zu nutzen, im Fall nicht die Nähe einer großen Stadt, ſtarke Nachfrage nach fettem Viebe, und vorzüglich gute anhaltende Preiſe, einen Grund für die Beybe- baltung als Weide abgeben, 22 Oekonomie. 3. Abſchn. (606) Die AFerweide iſt zunächſt vom Fruchtumlauferabhängig außerdem. hat die Qualität, die Oerfläche und Lage des Bodens Einfluß darauf. Der Umlauf beſtimmt die Dauer der Weidezeit, weil vor Räumung des Feldes nicht geweidet werden kann z die Bodenqualität, Geſtaltung der Oberfläche und Ortslage beſtim- men dagegen, mit RüFſicht auf die nach der friſchen Düngung EE davon gezogenen Früchte, die Ergiebigkeit dieſer wilden eide. Für Hornvieh iſt wilde AFerweide ſelten hinreichend; dage: pin mehrentheils für Schafe, oft aber auch für beide nicht brauch- ar. Je ſtrenger und thoniger der Ackerboden, deſto weniger trägt er wilde Weidegräſer. Wenn das Getreide auf ſolchem ſehr dicht geſtanden bat, ſo erzeugt ſich erſt ſpät nach der Erndte ein weniges an Weidegras und dieß vermehrt ſich nur, in ſofern Regen entritt. Iſt der Boden feucht gelegen und. ſandig und durch umgebende Höhen vor austro>nenden Winden geſchüßt, ſo iſt er reich an Weide z dieß trifft jedoch nicht zu beym kalt- gründigen Thon und Schluff, auf dem gewöhnlich nicht gewei- det werden kann.' N Die künſtliche AXerweide durch Beſamung mit Fut- terkräutern iſt diejenige, die für den Landwirth am ſicherſten iſtz denn die Zubereitung des Bodens befördert ihren Wachsthum und ihr Gedeihen eben ſo, wie jede andere Cultur dadurch beför- dert wird. Da Futterkräuter eine gute Vorfrucht für das darauf folgende Wintergetreide ſind, Veranlaſſung geben, das Samen- unkraut zu vertilgen, die Productionskraft des Akers verſtärken und Arbeit, hinſichtlich der ihnen nachfolgenden Setreidefrucht, erſparen, welches gewöhnlich, ausgenommen bey ſtrengem Boden, nach ihnen nur nach 1 u Pflügen(auf,eine Furche) geſäet werden kann, ſo iſt ein auf künſtliche AFerweide gerichteter Um- lauf ſtets vortheilhaft; dazu kommt noch, daß der regelmäßige Wachsthum der künſtlichen Weide eine ſchiliche Berechnung und Vertheilung der Fläche auf die Stückzahl des Viebes am ſicher« ſten macht, was bey der wilden Aerweide, mit Augnahme des eigentlichen Dreeſches, nur auf das Ungefähr hinaus läuft, weße- halb dann auch die Dreyfelderwirthe ſich über dieſen Punct ſehr vft verrechnet haben.- Die Dreeſchweide, Der Begriff hiervon iſt ſehr unbe» ſtimmt 3 das Dreeſchliegen des AFers heißt eigentlich das Ruhe- liegen, Ledigliegen deſſelben, wo er nur als wilde Weide benutt wird, iſt eigentlich eine abſichtliche Veranſtaltung der Koppel- wirthſchaft und wird der AusdruF uneigentlich beym Dreyfelder- „ weſen ebenfalls gebraucht. Es kommt beym Niederlegen des Aers zu Weide- Dreeſch auf die Bodenart und darauf an, wie viel Früchte derſelbe ſeit der lebten Düngung getragen hat. Beym Zuſammentreten aller bey der AFerweide überhaupt nöthigen, günſtigen, und vorhin angedeuteten Umſtände, kann die Dreeſch= weide auf 2 Jahre als die beſte natürliche A>erweide betrachtet werden, nach dieſer Zeit nimmt ſie ſichtbar ab; auch läßt wobl niemand, der ſeinen Vortheil verſteht, Dreeſchä>er länger als 2 Jabr liegen. Auf Thonboden iſt Dreeſch unfruchtbar an Weide. Das Wort iſt niederdeutſchen Urſprungs und zwar aus Gegenden, die keinen Thonboden, ſondern mehr ſandigen Boden in gro- ßen Flächen haben. Dreeſchä>er zeigen Landüberfluß, künſtliche Oekonomiſcten Früchte und der Tabak hinterlaſſen ſchon wegen. des öftern Beha>ens, und weil ſie. am ſpäteſten das Feld räumen, faſt gar keine Weide. Waldweide erſc>eint bloß als eine Nebennutzung des Wahn des und iſt ihm oft ſchädlich, was man indeſſen verhindern kann. Sie erſcheint, je nach der Zuſammenſetung eines Landgutes, oft ſehr nüßlich, ſogar unentbehrlih, Man unterſcheidet ſie nach Maßgabe des ſtehenden Holzes. „Nadelholzweide iſt oft ſehr karg, tro>en und unergiebig, weil tro>ner und ſteiniger Sandboden und der Schatten der Bäume nicht viel Gras aufkommen läßt, und das gemeine Heie- dekraut, auch das Heidels und Preußelbeerenkraut den Boden ganz überziehen, Nur erſteres iſt für Schafe genießbar und nüße= lich 3; leßtere beide werden vom Viehe verſchmäht und höchſtens aus DU gefreſſen.. Der Buchenwald läßt, wenn er dicht ſteht, gar kein Gras aufkommen, theils wegen des ſtarken Schattens, theils wegen der Bede>ung des Bodens durch die ſchwer verweſenden Blätter z eu erzeugt er in unbedeutender Menge einige nahrhafte anzen. 2 Eichen-, Birken- und gemiſchte Waldung pflegt die beſte Schafweide zu erzeugen; doch wird ſie, bey niedriger feuchter Lage auch für Rindvieh brauchbar. Wälder, die übermäßig mit Wachholderſtrauch und Haſelholz- bewachſen ſind, geben die wes nigſte Weide. Elſenbrücher oder Laken eignen ſich nur für Rindvieh, Schweine und Bauerpferde, in ſofern ſie überhaupt nicht zu tief und ſchlammig ſindz in dieſem Falle wird man ſie lieber allein auf Holz benutzen, und deſſen Wuchs durch hungerndes Vieh nicht unterdrüen, Moräſte und Löcher ſo tief liegend, daß der Boden ſtets größe- tentheils hoh überſchwemmt iſt, können höchſtens als ſchlechte Schweineweide gelten, und ſind überhaupt nur als Nebenweide H: betrachten, und ſind oft ganz unbrauchbar, wo die Unmöglich: eit der Entwäſſerung einleuchtet und ſie von ſelbſt keinen Anz wuchs von Elſen, Weiden und Werft bekommen. . Die Gebirgsweiden machen in Gebirgsgegenden die einzige Benutunggart des Bodens aus. Sie unterſcheiden ſich nach der Höhe, der Lage gegen'.die Sonne und der oft Statt | findenden natürlichen Bewäſſerung, welche den Graswuchs un» 24 Oekonomie. 3. Abſchn. (608) unterbrochen erhält; je höher die Gebirge, deſto ſchlechter rentirt die Weide, weil Schnee und Thauwaſſer ſich erſt ſpät verlieren 3 daher dauern ſie gewöhnlich nur 4 Monate, beſonders an der Mit- ternacht- und Morgenſeite. Deſſen ungeachtet pflegt ſie ,.wo ſie durch zu viele Felſen nicht zu ſebr beſchränkt wird, der Niedes= rungsfettweide am nächſten zu ſteben, weil die Gräſer gewöhn- lich die nabrhafteſten ſind, die exiſtiren, und weil ſie auch nicht einmal Einkoppelung zuläßt, folglich als bloße rohe Naturgabe die wenigſten Koſten macht. Große Entfernung vom Wirthſchafts- hofe allein kann hierunter ein Anderes bedingen. Die Angerweiden ſind Grundſtü>e von ſolcher Beſchaf: fenheit, daß entweder ihre Bodenquantität eine Capitalsverwen» dung darauf, zum Zweck beſonderer Cultur, nicht zuläßt, weil ſie nicht rentiren würde, oder weil beſondere natürliche Hinder- niſſe, auch Rechtsverhältniſſe eine ſolche ſonſt allenfalls ausführ- bare Cultur verhindern. Man nutt ſie alſo, der mindeſten Ko- ſten wegen, als Viehweide, falls der Eigenthümer' nicht im Stande iſt, Obſervanzen und Belaſtungen, welche darauf ruhen, aufzuheben, in ſofern ſie nämlich überhaupt verdienen meliorirt zu werden. Gewöhnlich erſcheinen ſie nur als Hülfsweiden, und Ortslage ſowohl als Gemeinnutung mit andern macht, daß ihr Werth ſebr herabſinkt, weil jeder Nutungsberechtigte dabey oft nach Willkühr verfährt, und daher alle Arten von Vieh unter einander aufgetrieben werden. Hierher gehören nur die im nörd» lichen Deutſchland ſogenannten Gemeinweiden, Koppelhütungen, Hütungslöcher im ſüdweſtlichen, die unter den Namen der Allz menden, Vöhden(in Weſtphalen) u. ſ. w. bekannten Stellen, worunter levtere jedoch der Abweichung von der Regel unterlie: gen, daß ſie von der ganzen Gemeine oder Bauerſchaft mehrere Jabre zum Getreidebau ſehr ſchlecht bearbeitet und folglich auch ſebr ſchlecht benutzt und ganz ausgeſogen, dann aber auf gewiſſe Jahre wieder zur Gemeinweide benutzt werden. Die Koppel- und ſonſtigen Servitutweiden ſind den eben berührten Verhältniſſen ſo nahe verwandt, daß, falls ſie auch auf beſſerm Boden Statt finden, doch oft der Name der Sache mehr ſcheint, als die Sache ſelbſt iſt 3 denn nur zu oft gewährt ſie nur einen eingebildeten oder doch nur einen ſehr ge- ringen Nuten, weil gewöhnlich die aufgetriebene Viehzahl mit dem Graswuchſe im Mißverhältniſſe ſteht. Uebrigens iſt in Anſehung der Berechnung der Weidenu- bungen zu beachten, daß ſich in der Regel bey jedem Gute eine Erfahrung darüber gebildet hat, wie ſtark der Viebſtand zur Weide ſeyn kann und darf, und hierin findet man denn, obne alle Rüficht auf das Durchwinterungsvermögen; durch Aer- und Wieſenertrag, ſchon einen Fingerzeig, nach welchem Verbält- niſſe der gefundene Weidefutterwerth auf die einzelnen Reviere zu vertheilen iſt; wogegen man einen falſchen Schluß machen würde, wenn man annähme, daß, weil ſo und ſoviel Vieh durch- gewintert werden kann, auch für daſſelve Weide genug im Some- mer vorhanden ſeyn müſſe; im Gegentheil fehlt oft ſehr viel am hinreichenden Bedarf der lettern, und die Viehſtände leiden ER: oder müſſen zum Theil auch im Sommer Stallfutter erhalten. Oekonomiſche Rehenkunft. (609) Das fernere Erforderniß zur richtigen Ausführung des Ver- anſchlagungs- Rechnungsweſens nach der im Anfang dieſes Arz tikels gegebenen Darſtellung unter 3. iſt die Feſtſtellung der Beſtellungskoſten und Zinſen, auch, in Anſehung des Acer- baues, die Productionskoſten genannt 3 da dieſer Artikel ſchon im 3ten Bande dieſer Encyklopädie S. 563 u. f. augsgeführt iſt, ſo übergehen wir ihn hier und beziehen uns auf jene Ausfüh- rung. Dagegen haben wir zur Auffindung richtiger Durchſchyitts: Rechnungsſäte zu betrachten: die Viehſtände und ihr Futterbedürfniß und Unkoſten; die Preiſe der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe überhaupt, und den Werth der zum Wirthſchaftsbetriebe verwendeten, ſelbſts erzeugten Producte, endlich den Mittelpreis der thieriſchen Producte und den ſich daraus berleitenden Anſchlagspreis der Futtermittel. Die Viehſtände hat man, in Anſehung einex richtigen Schä- bung, nach ihren verſchiedenen Raſſen und der ſich danach erge: benden verſchiedenen Größe, mithin nach der ſich hieraus beſtim2 menden verſchiedenen Futtermenge, zu betrachten, Es giebt im Allgemeinen nach dieſer Anſicht=- wenn man nicht, wie gewöhn» lich geſchieht, bloß nach der Stüzahl rechnet-- wenigſtens 6 Claſſen Rindvieh, und.»der ficherſte Unterſchied ergiebt ſich für das vorliegende Bedürfniß obne Zweifel aus dem Gewichte im le: benden Zuſtände; man findet alfo Kühe von 200 bis zu 800 und Ochſen von 400 bis zu 1000 Pfunden z die gewöhnlichen Land- ſchafe der Niederungen und der Klaygegenden auf der Höhe wies: gen an 70 Pfund, das ausgewachſene Marſchſchaf iſt noch ſtär- ker, die der ärmern Sand: und Heidegegenden wiegen nur 50 Pfund und noch weniger, und ſehr verſchieden ſind die feinern Schafe von ſpaniſcher Abkunft. Dieſe Verſchiedenbeiten beſtim«- men nothwendig ſowohl den Capital- als den Nutungswerth, und endlich den bloßen Fleiſchwerth des Viebes,. Bey der Art des Viehfutters finden die größten Verſchie: denheiten Statt, die ſich nicht bloß auf die Größe des Viehes, wie. es ſeyn ſollte, ſondern auf Gewohnheiten gründen; was man an einem Orte eine reichliche Fütterung nennt, erſcheint an einem andern als eine ſehr karge; daher iſt nur in großen Wirth2 ſchaften, wo man den Werth der Viehſtände und der Düngung gehörig erkannt hat, die Sache auf ihr rechtes Maaß gekommen; wovon äber die'ökonomiſchen Rechner Notiz zu nehmen nicht für nöthig erachtet haben; ſie halten ſich vielmehr gewöhn- lich an alte. Futterſätze nach der StüFzahl des Viehes, ohne Nüſicht„auf deſſen Bedürfniß z die ritterſchaftlichen Taxa2 tionsprincipien für die Chur: und Neumart Brandenburg vom 19ten Auguſt 1777 beſtimmen folgende Futterſähe für 6 Win» termonate, wobey zu bemerten, daß eine Mandel Stroh von 15 Bunden zu 300 Pfund Gewicht angenommen iſt, wiewohl im GENE! eine ſolche Bundezahl gewiß ein geringeres Ges wicht batte. VILL 39 Oekonomie. 3. Abſchn. (610) Mandel macht Heu Summe Futtergabe Stroh: CEntr. Cntr. Entr. auf 1 Tag« Für einen großen O<ſen 30. 82; 15, 974 59 Pfd. Für einen mittlern Ochſen 25: 68. 122, 80. 49- Für einen kleinen Ochſen 20. B9 10:5 90806: 27395 Für eine große Kuh 18. 50, 42; 62; 374=. Für eine mittlere Kuh 4 GISERGEG 1 D9108& 1 NUEDE. 2 SDI 28 Ka; Für eine kleine Kuh 85. 2026 De RT25 S8 Oder auch nur 6. 16, Zz 19, 133=- Für 100 Schafe ohne Un- terſchied 40," 109, 45, 154, 94- Man kann bieraus die Verſchiedenheit'des Viehes und ſeis ner unzulänglichen Ernährung, zum größten Theil mit Stroh, bey Schafen auf den Tag no auf 6 Wintermonate 3; Hinſichtlich des erſtern Sates iſt das obige Werk von Blok über den Dünger, nachzuſehen, hinſichtlich des zweyten: Karbe, über die Einführung der Wechſelwirthſchaft in der Mark Bran- denburg und andern deutſchen. Provinzen, Prenzlau, 1802,=- Auch bey den Schafen findet! jett ein anderes Verfahren Statt, da die Nubbarkeit dieſer Thiere hauptſächlich von ihrer binrei- mäßigſten ſeyn, und dieſe geben wie hier im Folgenden: Neductionsſäte der verſchiedenen Arten des üblichen Vieh- futters auf gutes Heu, von welchem 1 Cntr,= 133 Meß. Ha-= fer iſt, als vergleichender Maaßſtab, und zum Zwe einer Rech- nunggseinbeit. Beſtes Wieſenheu L Verhältniß, Röther Klee J Su eiher Klee ucerne. Esparſette zu Heu Wicen gemacht Spörgel Haferwi>en Die Samenkapfeln vom Raps Winterrübſen Sommerrübſen wan + Jak [SV Oekonomie, 3, Abſchn. (612) Verhältniß. Winterungsſtroh T 6 2 8.81: Sommerungsſtrob js 4 016.03 21 10 und Wienſtrob. 8..4, Winter- und Sommerrübſenſtrob| Evn, Di Rübenarten mit den Blättern 2 M 7 Kartvſſeln Ä N Ä; 2.7.47 Weißer Kohl E 5%| 65248; 3.21 Hoher Kohl' 2 4; Der Mittelpreis aller landwirtbſchaftlichen Producte, und der zu ihrer Erzeugung verwendeten Arbeit, iſt ein nothwendiges Erfor- derniß richtiger Berechnungen z; es handelt ſich aber in allen Verhält- niſſen um die Art und Weiſe, denſelben richtig auszumitteln. Ges treidepreisliſten und ſtatiſtiſche Nachrichten ſind nicht überall zu ba- ben, vder verdienen wenigſtens nicht überall vollen Glauben 3 außer» dem mangelt es im Publicum über dieſen Gegenſtand an richtigen Anſichten, in Abſicht auf den wenn und die abgeleiteten Be- griffe. Man wird nicht beſtreiten, daß derſelbe in das Gebiet der Volkswirthſchaftslebre gehört 3 dieſe iſt aber an ſich eine neue Wiſſenſchaft, und da ibre Grundſäte und Wahrheiten nicht all- gemein geworden, ſo iſt man auch noch weit davon entfernt, zu Überſehen und anzuerkennen, daß und wie ſich alles im großen Nationalhaushalte nach gewiſſen Geſetzen regelt, und dieſen ſind auch die Productenpreiſe und' dex Lohn der gewöhnlichen Hand= arbeit unterworfen. Alle Länder, die durd) die Bodencultur, durch Fabrication, Manufactur und Handel beſtehen, können dieß nur durch eine im Ganzen ſehr große Thätigkeit und Arbeit aller Art 3; dieſe liefert die Unterbhaltungsmittel aus dem Boden und eine Maſſe minder vergänglicher anderer Producte z indem das Bodenproduct alljährlich zum größten Theile conſumirt wird; bis auf die Santenvorräthe und einige übrige Beſtände, vorzüglich die Viebheerden, muß ſich"Op: in Anſehung ſeiner eine fortlau2 fende Arbeitsleiſtung erhalten 3 da alle Producenten zugleich Con- ſumenten ſind, ſo folgt von ſelbſt die beſtändige Nachfrage nach Producten, folglich näch Arbeit, indem erſtere ohne leßtere nicht beſchafft werden können. So lange die Maſſe der vorhandenen Producte die Nachfrage nur eben befriediget und dieſe keinen gro- ßen Ueberfluß daran findet, werden die Marktpreiſe ſich auf einer gewiſſen Höhe erhalten, und beym Gegentheil werden ſie berab- finken; Angebot und Nachfrage werden alſo eine beſtändige Wech- ſelwirku ng auf einander hervorbringen und unterhalten; da aber die M taſſe des Volks die Hauptproducte, welche zum Lebengun- terhalt, zur Kleidung und zu den erſten Bedürfniſſen überhaupt geh! ören, niemals entbehren,»und höchſtens ihr Bedürfniß an einem oder dem andern in etwas beſchränken kann, ſv kann auch der Prodncienpreis niemals auf-einen Unwerth herabſinken 3 er kann ein Maximum und ein Minimum erreichen, indem verſchie» dene äußere Urſachen dieß veranlaſſen, aber nac Aufhebung. die- ſer wird der mittlere Preis„fich von ſelbſt wieder herſtellen; die- ſex Letztere wird alſo das Reſultat der verſchiedenen Fälle in ei- nem gewiſſen Zeitraume ſeyn, wo jene Wechſelwirkung frey, uyd von äußeren Einflüſſen ungebindert, ſich äußern konnte, und in« Oekonomiſche Rechenkunſt, (613) dem man dieſe genau beobachtet, wird man jenen in Zahlen ausſprechen können, Die Nationaltbätigkeit an ſich hängt zu- nächſt vom phyſiſchen Bedürfniſſe ab 3; dagegen wird ihr Maaß und Umfang durch andere Umſtände beſtimmt. Der Reichthum und die Güte des Grund und Bodens, das Verhältniß zwiſchen den culturfähigen und den der Cultur nicht bedürfenden Lände- reyen, folglich Aer gegen Wieſen und Weideländer, beſtimmt einen großen Theil der jährlich erforderlichen Arbeit, die bloß für den Lebenüunterbalt geleiſtet werden mußz iſt dieß Verhält- niß günſtig in einem gewiſſen Lande, ſo wird das verrichtete Maaß von Arbeit vielleicht drey bis viermal mehr Früchte erzeu: gen, als in einem anderen Lande, von einex gleich großen Erd- fläche, unter weniger günſtigen natürlichen Verhältniſſen, bey derſelben Arbeit8verwendung, gewonnen werden können, Wir wer- den alſo das erſtere Land reich nennen, wenn gleich das andere deßhalb noch nicht arm, ſondern nur minder reich iſt. In beiden Ländern werden die Arbeiter verſchieden gelobnt werden, und angenommen, daß im erſtern 1 Tagewerk mit 8 Metzen Brodge- treide, und im letztern nur mit 4 Meßen, gelohnt würde, ſo iſt es doch möglich, daß jene höhere Löhnung nicht mehreren Sach- werth hat, als dieſe geringere, daß alſo die Arbeiter in beiden Ländern gleich gelohnt werden, Dieß erklärt ſich durch die übri- gen Arten der Nationalthätigkeit, und der: zu derſelben erforder- lichen Arbeit; denn die Summe der Arbeiten im Manufactur- und Fabricationsweſen und im Handel beſtimmt gleichfalls den Preis der Arbeit, und zwar nicht ſpeciell für dieſe allein, ſon- dern ſie wirkt auch überhaupt auf den Preis aller und, jeder Art von Arbeit, nicht nur deßbalb, weil ihre Producte in die allgemeine Conſumtion gehen, ſondern auch, weil die Arbeiter Überhaupt ſelbſt eine Concurrenz veranlaſſen, und ibre Dienſte dieſem oder jenem Stande widmen. In der Negel pflegt die mercantiliſche Production in einem Lande, das reichen Boden bat, von größerem Umfange zu ſeyn, als in einem mit minder reichen Boden, oder ſie könnte wenigſtens größer ſeyn, wenn gleich das aus andern Urſachen nicht überall der Fall iſt; es wer- den alſo zur geſammten Nationälwirthſchaft mehr Arbeiter erfor- dert, als vergleichsweiſe in einem minder reichen Lände(und dieſe finden ſich im erſtern Lande eher, als im letztern), das daher ent- ſtebende Angebot der Arbeit ſept alſo ihren Preis auf ſein natür- liches Maaß, welchem der Beſtand der arbeitenden Claſſe, und zwar in beiden hier erwähnten Fällen, zum Grunde liegt, denn jeder Arbeiter muß durch ſeine Arbeit ſoviel verdienen, daß ſein und der Familie Subſiſtenz geſichert bleibt, und da bierunter alle Arbeiter im gleichen Falle ſind, ſo kann in der Regel der Arbeitslohn niemals unter ſeinen natürlichen Preis ſinken, weil, wenn dieß durch beſondere Mittel erzwungen werden ſollte, bald ſchlechtere oder weniger Arbeit geliefert werden, und dieſelbe alſo in der Wirklichkeit theurer zu ſtehen kommen würde, wo dann zu erwarten ſtünde, daß dieſe Neaction die Sachen bald wieder auf ihren frühern Standpunct zurükführen werde, 4 Dieſex natürliche Verlauf der Dinge ſett aber eine natürliche Verfaſſung der Rationalwirthſchaft voraus, das iſt eine ſolche, in welcher perſönliche Freybeit, und kein Monopol- und Privile:- gien- Weſen, kein Verfaſſungs: und Polizey» Dru exiſtirt, 30 Oekönomie. 3, Abſchn. (614) wo alſo jeder Arbeiter die Arbeit ſucht und finden kann, zu der er Geſchi> hat, wd alſo die Arbeiter für den Landbau nicht an die Scholle gebunden, die für die Fabrikation und Manufactur durch unnatürliche Verbältniſſe nicht in eine knechtiſche Abhän- gigkeit ihrer Arbeitgeber verfallen ſind. - Daß der eben geſchilderte Zuſtand nicht überall, vielleicht in keinem Lande, in einiger Vollkommenheit angetroffen wird, iſt eine bekannte Sache, undo es ergiebt ſich, daß in dieſer Bezieyung in neuern Zeiten viele Staaten ſich durch beſondere Einrichtun- gen theils verbeſſert, theils, ſelbſt mit den beſten Abſichten, ſich in Mißverhältniſſe geſezt haben, die auf die Nationalwirtbſchaft vom entſchiedenſten Einfluſſe ſind. Da aber jeder Staat in die- ſer Beziehung nach ſeinen Einrichtungen betrachtet werden muß, ſo fragt ſich nur, welchen Einfluß die Nichtbeachtung jener, auf der natürlichen Ordnung der Dinge beruhenden, Principien auf den Arbeitspreis haben werde, und die Erfahrung hat noh im: mer ergeben, daß theils Arbeitsmangel, theils ſchlechte und daz ber tbeure Arbeit die Folge davon geweſen; den eben genannten Effect hat indeſſen auch zu Zeiten eine Uebervölkerung und die Demvraliſation des gemeinen Mannes hervorgebracht, und dieſe Bemerkung macht man in unſern Zeiten nur zu häufig in Län» dern, die große Kriege überſtanden haben, während welcher Zucht, Ordnung und Unterricht der Jugend der unterſten Stände auf- hörte, und die keinen Begriff von ihrem Berufe und von ihrem Verhältniſſe zur übrigen Staatsgeſellſchaft baben, wobl aber deſto mehr Anſprüche machen, und durch die unbeſchränkte Freyheit, in den Eheſtand treten, und wieder daraus ſcheiden zu können, ſobald es ihnen beliebt, die Volksmenge in ſo ſchnellen Fort ſchritten vermehren, daß die Folgezeit, und theils ſchon die Ge- genwart, an rechtlichen und ordentlichen Arbeitern Mangel, aber an müſſigen Koſtgängern und Verbrechern deſto größern Ueber- fluß haben dürfte,; Es iſt däher in vielen Ländern der Fall, daß der Arbeits- preis ſich keineswegs ſo regelrecht feſtſtellt, wie wir vorhin aus» führten, daß zx vielmehr oft ſehr ungleich, und durch die Schlecht- heit der Arbeit gewöhnlich theuer iſt. Aber es wirkt noch ein zweyter Umſtand auf den Arbeitspreis ein, und zwar der Preis des gewöhnlichen Brodgetreides z; dieſer würde unbedingt der al2 leinige Regulator des Arbeitspreiſes ſeyn, wenn die vorerwähn«- ten Mißverbältniſſe nicht ihre Einwirkung zeigten z. in längern Zeiträumen würde man nach dem Mittelpreiſe des Brodgetreides den Preis der Arbeit mit ziemlicher Genauigkeit abmeſſen können, und dieſer Regulator iſt um ſo zutreffender, da er ſich auf das unentbehrliche Bedürfniß der arbeitenden Claſſe gründet, deren „Standpunct in. der Geſellſchaft in der Regel unveränderlich iſt, die alſo aus' eignen Kräften nichts zu Erhöhung der Löhnün- gen im Allgemeinen beytragen kann, wenn ſie auch wollte, und die dagegen einer willtkübrlichen Erniedrigung" der Lohnſätze nu guf oben- angedeutetem Wege zu begegnen permag." In vielen Ländern bat es leider die arbeitbedürfende Claſſe, beſonders in neuern Zeiten, dabin zu bringen gewußt, aus der dem gemeinen Manne in der Geſellſchaft vom Schi>ſale zu Theil gewordenen" unabänderlichen Stellung die möglichſten Vortheile zu ziehen, und die erwähnte ſittliche Verdorbenheit dex arbeiten- Oekonomiſſal ver- urtheilt iſt, ihr Lebelang auf der unterſten Stufe der Geſell ſchaft ſtehen bleiben zu müſſen, um im Alter oft in Dürftigkeit und Hülfloſigkeit unterzugeben, iſt es dieſer Claſſe in der Regel nie möglich, irgend auch nur ein kleines Capital zu ſammeln, iſt ihre phyſiſche Kraft die einzige gebrechliche Garantie ihrer Exiz ſtenz, die mit dem Alter dahin ſchwindet, ſo iſt-es obne Zweiz fel ſoviel, als dieſen Zuſtand noch precärer machen, wenn. die Po* lizeygeſeze vieler Staaten die Arbeiterclaſſe can den Ort, oder doch an den Kirchſprengel bindet, in welchem ſie geboren, oder in welchem ſie die längſte Zeit gelebt hat. Dieſes Band= in dem freyen England gerade am feſteſten=- verpflichtet den Ort oder Sprengel allein zur Unterhaltung der aus dieſer Claſſe ent- ſtehenden Armen, eine Auswanderung oder.Ortsveränderung fin- det entweder gar nicht Statt, oder wird erſchwert und unmög= lich, da ſie nur auf ovrigkeitliche vortheilhafte Zeugniſſe gel'che- ben kann, und da die Obrigkeit in den meiſten Fällen zugleich bisheriger Arbeitgeber iſt, ſo wird ſie taugliche Arbeiter nicht entlaſſen, und wird die Entlaſſung erzwungen, ſo fragt ſich noch, ob am andern Orte Aufnahme erfolgt, welche häufig ſchon dann verſagt wird, wenn, wie gewöhnlich, eine zahlreiche Familie dem Hausvater folgt, Aus dieſen Verhältniſſen entſpringt für die Arbeiterfamilien der Zwang, bleiben zu müſſen, wo ſie ſind, und den Lohn als hinreichend anzunehmen, der ihnen geboten. wird. Erniedrigt dieß, wie nicht zu läugnen, den Lohn der Arbeit, ſo bedarf es weiter keiner Frage, ob dieſe inhumanen und ihre Ur- beber ſelbſt beſtrafenden Geſetze geeignet ſind, den ſittlichen Zu- ſtand des gemeinen Volkes zu verbeſſern. Was auf dieſem Wege an Arbeitslohn erſpart. wird, gebt auf der andern für Armen- pflege und Armenbausbeyträge, oft auch für Criminalunkoſiqn, tauſendfach wieder drauf, und dieſes Uebel wirkt krebsartig ſchnell für die folgenden Geſchlechter fort, Daß ſol zu geben, die, ſobald ſie unmittelbar von kriegeriſchen Vorfällen entſtehen, au- per Nechnung bleiben müſſen, wogegen die gewöhnlichen Schwan- kungen des Preiſes lediglich als die verſchiedenen Reſultate des Angebotes und der Nachfrage, folglich der reichen, mittlern oder Oekonomiſc Es ſcheint hiernach, daß in einem Zeitraume von 50 bis 60 Jahren die Preiſe der erſtern Lebensbedürfniſſe in einer Abwech- ſelung vdn 33 bis 50 Procent über den gewöhnlichen Mittelpreis ſchwanken, Fa ene Sn R . ich die in 3 gi der Perivde ſind, NE SCHEN Mera EING fie BANAT von 11 Jahren umfaſſen, die erſte Periode dagegen 50 Jahre« Dekonomie. 3, Abſchn. (620) Zum Zwe> eines richtigen Verfahrens in Anwendung der Productenpreiſe hat man nöthig, ſich über das, was man den Nominalpreis nennt, und was man dagegen unter dem Sach- preiſe verſteht, zu unterrichten und ſeine Begriffe zu berichtigen. Der Preis der Sachen, in Gelde ausgeſyrochen, heißt No- minalpreis, er beſtimmt ſich durch die Menge des vorräthi- gen Geldes in einem Lande, in Verbindung mit den Wirkungen des Angebotes und der Nachfrage, oder der zur Zeit größern vder geringern Vorräthe von Producten z; der Sach- oder Neal- preis der Dinge drückt dagegen überbaupt den Ver- gleichswerth aller nutzbaren Producte unter ein- ander aug, Der Natur der Dinge nach ſchwankt der Nomi- nalpreis in kürzern Zeiträumen bald mebr, bald weniger», wäh- rend der Sachpreis ſich gleich geblieben ſeyn kann 3; die Gewohn- beit, den Werth der Dinge nur nach ihrem Geldpreiſe zu meſſen, läßt gewöhnlich überſehen, daß das Geld ebenfalls Waare iſt, wenn gleich es uns nur als Werthsmaaßſtab erſcheint. Die Maſſe des in einem Lande vorhandenen Goldes und Silbers bedingt in der Regel die Summe des umlaufenden Geldes, und letzteres iſt ebenfalls ein Product der Arbeit, ſo wie jedes andere Product z durch den Gevrauch wird es Waare,, und ſetzt ſich die vorban- dene Summe deſſelben in ein Verhältniß zur Summe der übri» gen vorhandenen Producte, und dieſes Verbältniß ſpricht ſich im Preiſe aus. Vor der Entde>ung von America lieferten nur die europäiſchen Bergwerke den Bedarf an edlen Metallen, und es war damals weit weniger Geld in Umlauf, als jetzt z aber es exiſtirten auch bey weitem weniger andere Producte und Genußa mittel, als jeßt; wenn alſv damals ein Scheffel Roggen in man- hem deutſchen Lande mit 2 Groſchen bezahlt wurde, ſo war das damals weder theurer, noch wohlfeiler, als jett, da dieſe Quanti- tät Über einen Thaler gilt. Die Summe der edlen Metalle und der natürlichen und künſtlichen Erzeugniſſe iſt ſeit der Entde- Fung von America bedeutend vermehrt worden; aber auch die Mörkte für beide ſind mit der Zahl der Menſchen ebenfalls un- geheuer vermehrt, indem eine Menge neuer Länder entde>t, be- völfert und in Cultur geſept wurden, der Handel ſich erweiterte, und die Bedürfniſſe ſich vermehrten. Eben die EntdeFung jenes Welttheils, die Bearbeitung ſeiner Silberminen, das Fortſchrei- ten der Künſie, Wiſſenſchaften, des Handels, und die Berbeſſe= rungen der Staatsverwaltungen machte, daß die ungeheure Maſſe der von dorther kommenden edlen Metalle in ein neues Verhält- niß zur Summe und Maſſe der ſchon in der Welt vorhandenen Producte treten mußte z3 denn es war unmöglich, daß letztere in derſelben Progreſſion ſich ſofort. vermehren konnten, äls jene, die damals noch von den goldgierigen Späniern nur als Kriegsbeute, nicht ais eine Augbeute der Bearbeitung der Bergwerke erſchien 3 es mußte hiervon die nothwendige Folge ſeyn, daß der Werth der edlen Metalle ſich anders ſtellte gegen den Werth der übri- gen Kunſtiproducte, weßhalb leßtere theuer wurden, d. h. man mußte mehr Gold oder Silber geben für eine gewiſſe Quantität Waare oder Getreide, als man ſeit Jahrhunderten gegeben batte, der Silber- und Goldwerth(der eigentliche Sachwerth derſelben) fiel alſo(von 1570 an), weil die Staatenbevölkerung' und Cul- tur Curopa's nicht mit gleicher Schnelligkeit vorging, weder ODekonomiſche-Rechenkunſt. (621) eine ſo große Maſſe anderer Künſtproducte, noch Lebensmittel er- zeugt werden konnten, um mit der angeboten werdenden Maſſe von edlen Metallen im richtigen Werthsverhältniſſe zu bleiben 3 Lebensmittel, Kunſtproducte und Arbeit wurden alſo theuer, der Sachwertb der edlen Metalle, folglich des Geldes, ſank bis auf den 3ten oder 4ten. Theil ſeines ehemaligen Werth3, alſy um mehr als 60 Procent, Dieſes Sinken des Sachwerths der eblen Metalle und des Geldes bat mancherley Folgen gehabt und beſondere Meinungen erwekt. Da nämlich die nach früherm Geldwerth nominell beſtimmten Renten der' damaligen Zeit gleichfalls um ſo viel, als das Geld, im Werthe fielen, ſo batten die Empfänz= ger empfindliche Verluſte zu tragen, welchen ſie entgangen ſeyn würden, wenn ſie, ſtatt Geld, Getreide oder andere Producte zu erheben, berechtigt geweſen wären; dieß hat in ſpätern Zeis ten noc< Veranlaſſung zu dem Glauben an ein erneuertes Sin- ken des Sachwerths des Geldes gegeben, 3. B. in England während des Bürgerkrieges, der durch die neue Dynaſtie 1688 beendigt wurde, und während der Jahre 1760-- 72, in Deutſch land während und nach dem dreyßigjährigen Kriege, und neuer- lichſt am Ende des 18ten und Anfang des 19ten Jahrhunderts, und man glaubte alſo, alles anwenden zu müſſen, um ſich dage= gen zu ſchüßen 3; und dieß wurde bey fortlaufenden Renten da- dur) bewirkt, daß man ſie auf ein gewiſſes Maaß von Getreide fixirte, deſſen Preis damn allemal zeitgemäß in Gelde berechnet wurde, Dieſe Beſorgniſſe waren Beſen ungegründet, da wäh- rend der angezeigten politiſchen Verhältniſſe keine neue vergrö:= ßerte Ausbeute der europäiſchen und americaniſchen Bergwerke erfolgte, die der des ſechszehnten Jahrhunderts gleich) geweſen wäre; vielmehr das Steigen der Lebensmittel und andern unent- behrlichen Producte nur ſeinen Grund in den Zerrüttungen batte, denen jene Länder unterlagen, wo am Ende nur nod) das Unentbehrliche einen Werth behielt, und zwar einen um ſo grös ßern Geldpreis, je mehr der Ackerbau gelitten hatte, und zu Grunde gerichtet war.' „Um alſo den: Sachpreis des Geldes und der Lebensmittel mit Sicherheit zu beurtheilen, darf man ſolche Zeiten, wie die angezeigten, nicht in Berechnung bringen, auch hat die beſte- hende Handelsfreyheit in. den verſchiedenen Ländern, oder ihre Beſchränkung, großen Einfluß, beſonders in England, welches als eine Inſel ſein Bedürfniß durch. Handel nur erſt ſpät ſtillen kann, und deſſen Abhängigkeit vom Meere in dieſer Beziehung einen ganz andern Effect hervorbringt, als in Continentalſtaaten unter gleichen Umſtänden" der Fall ſeyn würde. Der Sachwerth der Dinge, wie ihr Nominalwerth, richtet ſich aber zugleich nach Ort und Zeit, oder, was daſſelbe ſagt, die Bevölkerung, die Induſtrie und die Handelsverhältniſſe eines Volks, oder auch wohl nur einer einzelnen Provinz, beſtimmen im dieſem Kreiſe, wenn er von bedeutender Größe ilt, den Sach- werth der Bodenproducte, ohne eigentlich den Sachwerth des Geldes zu verändern. Man weiß, daß von jeher in Polen das „Getreide um ein großes woblfeiler war und noh iſt, als in Deutſchland, was ſeinen Grund nur in dem Unterſchiede hat, der zwiſchen den“ polniſchen und den deutſchen nationalwirtbſchaftli- ker mehr Vieb, als bisher, zu erzeugen und zu ernähren; die Getreideproduction wird der Fläche nach, wenn auch nicht der Quantität nach, beſchränkt werden; die Mehlfrüchte werden bey ſteigender Bevölkerung eben- falls ſteigen, und von derſelben Fläche, wird eine größere Maſſe von Lebensmitteln aller Art, als vorher, erzeugt werden, während der Producent nun in den Stand geſeßt werden wird, auch ſeine Bedürfniſſe an Manufacturerzeugniſſen beſſer, wohlfeiler, als bis- her, und aus erſter Hand zu beziehen.: „A. Smith trägt dieſen Gegenſtand in ſeinen Unterſuchungen über die Natur und die Urſachen des Nationalreichthums, Bres- lau und Leipzig bey Korn, 1810, Band 1. S. 397 bey Gelegen- heit der Darſtellungen über die Landrente, ſehr überzeugend vor* = Jede Verbeſſerung in dem Zuſtande der bürgerlichen Geſell- ſchaft trägt mittelbar oder unmittelbar dazu bey, die reelle Land- rente zu ſteigern(das heißt überhaupt den Sachwertbh, Realwertb, der Producte des Bodens zu ſteigern), oder die Wohlhabenheit des Grundeigenthümers zu vergrößern.“ „Von der Erweiterung und Verbeſſeruttg des AFerbaues iſt das Steigen der Landrente eine unmittelbare Folgez der An» 39 Oekonomie, 3. Abſchi. (624) theil des Eigenthümers von Grund und Boden an den Er- zeugniſſen deſſelben muß ſic) nothwendig vergößern, wenn dieſe Erzeugniſſe ſelbſt ſich vermehren.“ „Eben ſo unmittelbar, und in einem noch höhern Grade, wird die Landrente dur die ſteigenden Preiſe ſoicher rohen Pro- ducte, dergleichen das Vieh iſt, vermehrt, die nur in Folge des verbeſſerten und vermehrten Akerbaues im Preiſe ſteigen Xönnen, und hinwiederum durch-eben dieſes Steigen die künfti- gen Verbeſſerungen befördern. Nicht nur iſt der Anthyeil, welchen der Grundherr von den Erzeugniſſen ſeines Bodens be- kommt, mehr werth, wenn dieſelben einen höhern Werth ha- ben, ſondern dieſer ſein Antheil macht in unſerem Falle auch ei- nen größern Theil des ganzen Products aus. Jene Erzeug» niſſe nämlich koſten nicht mehr Arbeit(nicht mehr, ſondern ſogar im Ganzen vft weniger Betriebscapital), nachdem ihre Preiſe'ge= ſtiegen ſind z ein kleiner Theil davon alſo iſt hinlänglich, das die Arbeit in Gang ſehende Capital mit dem Gewinnſte wieder zu er- ſtatten 3 ein größerer fällr daher dem Grundeigenchümer anheim.“ „„Mittelbayx vermehren die Landrente auch alle Verbeſſerun- gen, die in den hbervorbringenden Kräften der Manufacturarbeit vorgeben und den Preis ihrer Erzeugniſſe vermindern. Der Land- eigentbümer vertauſcht den Theil des rohen Products, den ex ſelbſt nicht braucht, oder, welches gleich viel iſt, er vertauſcht den für dieſen Theil erhaltenen Preis gegen Mauufacturwaaren.. T as nun dieſe im Preiſe herunterſetzt, giebt jenem(Theile der dem Landmanne verbleibenden Landrenie nämlich, ebenfalls) ei- nen größern Werth. Eine geringere Quantität roher Producte (deren Erzeugung im Ganzen nicht mehr Arbeit gekoſtet bat) wird das Aequivalent für eine größere Quantität Manufactur- waaren, und der Landeigenthümer iſt alſo im Stande, mit ſeinem Antheil eine größere Menge von Gegenſtänden der Bequemlich- keit, der Zierde und"der Pracht, als zuvor, anzuſchaffen.“ „Eben ſo trägt jede Vermehrung des währen Reichthums ver Geſellſchaft*), jeder Zuwachs an der Summe nüßblicher Ar- beiten, die in ihr verrichtet werden, mittelbar zur: Erhöhung der Qandrente bey. Von dieſer vermehrten Arbeit kotmmt immer ein Theil dem Grund und Boden zu gute. Wenn die beym Land- bau beſchäftigten Menſchen und Thiere ſich' an Anzahl vermeh- ren, ſo, vermehren ſich die Erzeugniſſe, welche das Land giebt, und mit ihnen die Rente, welche es an den Eigenthümer zah- len kann.“ „Aus den entgegenſtebenden Urſachen entſpringt die entgegen- geſetzte Wirkung, wenn der Landbau vernachläſſigt wird, wenn irgend ein Theil der rohen Erdproducte im Preiſe fällt, oder wenn durch Verfall der Manufacturen die Manufacturwaaren im Preiſe ſteigen, wenn, mit einem Worte, der reelle Reich- thum der Geſellſchaft abnimmt, ſo muß auch die Landrente fal: len, und der Grundeigenthümer muß ſeinen Wohlſtand-- ſein FEEN +) Der wahre Reichthum der Geſellſchaft beſteht in der Summe und Maße der verſchiedenarrigſten Güter, deren Inbegriff wir Capitale nennen; Ader- beſit allein und Geldbeſitz ailein ſind nicht unter allen Umſtänden wahrer Nativnalreichthum und befördern den Wohlſtand ihrer Inhaber oft ſehr IE wovon Poley für das Eine, Südamerica für das Andere Zeug»? niß giebt. Dekonomiſche Rechenkunſft, (625) Vermögen== anderer Menſc Mittelkühe|362211|19360| 8| 94130626! 6k 5| 8 Der Durchſchnitt iſt|7| A4-= 412| In Betracht aber, daß die ganz fei: nen Schäfereyen, bey nicht bedeutend ver:| mehrten Koſten, die Viehmaſt und das| gewöhnliche Haushaltsvieh den Werth| mindeſtens um. A) 3&- D2:1410 ſteigern, darf man den Preis von.. 110 j- und die Koſten im Durchſchnitt auf 284 Procent, alſo-..? 5: Ps E49 2100 Den reinen Nutßungswerth alſo auf]. 1-9.|.1-+4 712 füglich annehmen. Aus dieſer Ermittelung, über deren zum Grunde liegende Formen man noch die folgenden 2 Specialanſchläge vergleichen Xann, werden nun die Preiſe der verſchiedenen Futtermaterialien feſtgeſest, und wir haben das Verhältniß jeder Futterart zum veſten Heu oder Normalfutter, nach den bekannteſten Erfahrungen| der ſachkundigſten Wirthe und Viebzüchter, hierbey angenommen,| nach dem Thaerſchen Satze aber 1 Ctnr. des beſten Heues= 133 Mbh, guten Hafers: s i Verhält:| Roh Unkoſten zy Rein 04 ved Wieſenheu,"8 es Werth 2518(ERES € 1 Ctnr. Procent fAnſchlage Luzerne, Esparſette, ſar.| pf.-Äſar.| pf. Ear.| pf. Rapsſamen- 1) Kappen oder)| 1:1,[10|--| 2110[72 "vſon) Schoten Sommexrübſen,, Wicken, Spörgel, Miſchling, Winterungsſtroh+: 5:14121]j-f-) 6811| 52 Sommerungsſtroh* 8 3,4:25.116 1-88 4.1102..104 4098 Erbſen- und Wienſtrob. 5:4. 1|81|-| 2| 11] 5|102 Winter: und Sommerrübſenſtroh| 3: 1.1 3| 4]--|112] 2| 42 Die Rübenarten mit den Blättern| 4: 1,12| 64--| 41] 2 112 Kartoffen, 5 N 2:1 15|-k1/51317 Weißer Kobl KBE. 63.4.1111 81-1] 520428 Hoher Kohl DERE DE) 4. Rf. 3:1131|41-|11112| 43 Oekonomiſche Rehenkunſt. ?(631) Dieſe Preisbeſtimmung des Futters im Allgemeinen iſt, wie ſich von ſelbſt verſteht, zu verſchiedenen Zweden zu gebrauchen, wo es- nur auf einen Durchſchnittswerth im Allgemeinen an- kommt, dagegen in beſondern. Fällen allerdings der jedesmalige wirkliche Werth ermittelt werden muß, wo ſich denn zugleich auch findet, daß die auf das Futter zu vertheilenden Koſten im - ge höher zu ſtehen kommen, als dieſer allgemeine Durch» nitt. i Eine ſolche Erhöhung der Koſten wird auch in den Fällen eintreten, wo die Heugewinnung durch Ueberſchwemmurigen unſi- en nach inhalt| fica-| dem Vermeſſungs- und Bonitirungs- Regiſter tion| des Geometers N. von 1815 und der dazu Morg.|D. R. gehörigen Charte: De 4 4) Dieſe Felder liegen auf der Höhe über dem 252| 61 14|(Stromthale, haben keine Fehler; die Feuchtig- 89|130| 15.|(keit läßt ſich durch wenige Waſſerfurchen ablei: 197|44ag| 18.|jten. Der Wirthſchaftshof liegt ziemlic) in der 11 115| 21.|/ Mitte der Felder. 1162| 60 Acker, 72141 Wieſen am Strom 3 138 Etnr,, ſind zu Zeiten ſchädlicher Ueberſchwemmung ausgeſett. 87| 60 dergl. im Bruch a 9 Ctnr. 4074.92 dergl. auf der Höhe 3 16 Ctnr, 169[123 An privativer Weide beſibt die Domaine nichts; dagegen übt ſie mit Nind- und Schafvieh ein Weiderecht in dem ganz nahen Forſt von J., welcher 5400 Morg. gemiſchten hohen Holzes enthält, obne beſondere Einſchränkung, als die, die Scho- nungen zu reſpectiren, welche indeſſen ver- agenda nicht über 1/3 der zur Waldcul- tur geeigneten Fläche betragen dürfen. Receß d. d. den+44. 1786.; Dieſes Weidere, von Feldſteinen erbauet, mit eiter Futterkammer; die Dee iſt mit Lehmſtaken gemacht und mit Kalk verſtrichen„. der Boden gedielt, und kann zu Getreide oder andern Sachen benutzt werden. 3) Ein Kuh- und Ochſenſtall auf 100 Stü>, von Holz und Lehmſtakwänden, nebſt Futterboden, Futterkammer und STRN? lebtere in der Länge und Mitte des Ge- äudes. 4) Ein Schafſtall auf 1500 Stü>, von gebrannten Steinenz die De>e von Lehmſtaken, der Boden zum Heugelaß mit 2 Dachluten, in der Vorderfronte ein Thorweg, ein der- gleichen auf dem Giebel gegen Morgen, eine Pforte im Giebel gegen Abend. 5) Einen Schweinekoben auf 8 Stü> von Holz. 6) Eine Scheutte mit Dreſchtenne in der Mitte und zu jeder Seite ein Taß, von Granit erbaut, 150 Fuß lang, 60 Fuß tief, in der Front zwey Abladeluken, im Dach mit zwey Luftzügen.!' ; Vorſtehende Gebäude haben ſämmtlich Ziegeldächer in Kalk elegt. 6 7" Eine Meierwohnung nebſt 2 Geſindeſtuben und Schlafkam- mer von gebrannten Steinen und Ziegeldach, daneben un- ter demſelben Dach ein Waſchhaus mit Pumpe und Keſ- ſelfenerung. 8) Die Schäferwohnung von 2 Stuben, 2 Kammern von ge- ſchlagenem Lehm, mit Ziegeldach.| k 9) Ein Ofen zum Ziegelſteinbrennen theils von Granit, theils von Bacſteinen, eingerichtet auf 80tauſend Stü> für je» den Brand, und ein Streich- und Troc>kenſchuppen. 10) Die Wohnung des Ziegelmeiſters von gebrannten Steinen und Ziegeldach, 2 Stuben und 2 Kammern, 11) Ein Schuppen zum Aufbewahren des Torfs von Holz und Stakwerk mit Strobdach, 120 Fuß lang, 60 Fuß tief. Der Bodenraum wird zum Trocknen der Tabaksblätter genußt. N| 1) 0 12) Ein Getreide- und Wirthſchaftsmagazin, maſſiv, einſtö>ig, mit Fußboden von Gyps und in 2 Abtheilungen, 54 Fuß lang, 20 Fuß tief. Inventarium T. lebendes: 14 Stü> ſtarke Aerpferde, 28 Stü> ſtarke Zugochſen, “: Niede- 3 Stü Zuchtſtiere, 5 60 Stü> Kühe,) 10708 16 Stü> junges Hornvieh, 1200 StüF Merinoſchafe, wel- de ſeit 15 Jahren in der Ver- edlung begriffen find. IT. todtes: 8 Hakenpflüge, 8 Paar eiſerne Eggen, 4 große Erndtewagen, 7 tleine Wagen, 2 Walzen, Haus:, Küchen- und Stallge- räthe laut beſonderer Speci- fication, 20 complete Knechts- u. Mäg: debetten, j 14 Stü> compl. Pferdegeſchirre, 28 Em dergl. Ochſengeſchirre 1555007 Oekonomiſche Rechenkunſt. (637) Wirthſchaftsverfaſſung. Da dieſe Wirthſchaft keine eignen und hinreichenden Weide- reviere hat, ſondern zum Theil mit dikſem Bedürfniſſe auf frem- des Territorium verwieſen iſt, welche den Bedarf nicht de>t und die Ernährung des Weideviehs ungewiß macht: ſo iſt durch Ca- meral- Verfügung vom..... definitiv beſtimmt worden, daß der Feldbau zwiſchen Getreide- und Futterbau wechſeln und folgen- de Feldeintheilung Statt finden, auch der jedesmalige General- Pachter hieran contractsmäßig gebunden werden ſoll. Mrg.| O.R. 15 60 85 122 36 85 12.1 1471 133"| 168x LEISUDM 30 457 41| 1602 41| 1602 83| 1411 41| 1602 ſind von den Schlägen geſondert und mit Luzerne beſamet. Aus dem folgenden beſten Boden Claſſe 12, 14, 15. ſind folgende 7 Wechſelſchläge formirt: Claſſe 12, Davon tragen jährlich Weizen u. Roggen 2. „5 44: große Gerſte“. 1. 7% 40% LotBen R126:::»; 4, 7 25 Kartofgeln"5% 4% Tabak 1 1 Erbſen z, 36EE SEEN 73 Der Klee wird unter den Weizen und die Gerſte geſäet. Aus dem folgenden leichtern Lande ſind 5 Schläge formirt, nämlich: Claſſe 21. = 18. Schlag 1. 7[Claſſe 18. Schlag 2:7 mit Roggen. = 18, Schlag 3 und 4. mit Hafer. = 18, Schlag 5. Dreeſchweide, wobey der Dün- ger der Deputanten hierher verwendet wer» den ſoll. Wenn obige Luzerne, die bereits 8 Jahr alt, in der Folge im. Ertrage nachläßt, ſo ſoll das Land in die Schläge verwendet, und dafür eben ſo viel an- deres beſtes Land neu. beſamet werden.= Bey der Düngung ſoll dahin geſehen werden, daß, nach nun erfolgtem evſten Umlaufe der 7 Schläge, ein ganzer Schlag der andern 5 Schläge ausgedlngt werde. 53 54 Oekonomie, 3. Abſchn. (638)- Veranſchlagung der Geſpann- und Handarbeits- Koſten bey der Domaine N. 170 97 133 +, Z,R. „41427 125 173 1142 124 131 163 Die 2 Winterungs-Scläge, 3mal zu Weizen pflügen a 2 Morgen. EE ER Eid an der Kleeſtoppel nur 2mal A. E 7; (2mal zu. Roggen pflügen a 3 Mrg.. WEBE 3 4% Der eine dieſer Schläge, der keinen Klee getragen, erhält friſche Düngung pro Mrg. 8 Fuder= 133 Mg: 168 Zb 21.070*FÜDEr TAMM 044%% 8 n Zum Miſtladen und Breiten 3 BERGE FIG Beide Schläge 3mal eggen a 12 Morg. EE - 2mal walzen a 7 und 12 Mrg 147 364 Säen 212x Schfl. Weizen u. 97 Schfl. 13 Mt. Roggen, täglich 18 Schfl. E ö« Die Saat auf das Feld fahren, 17 Fuhren. 8“ Weizen mähen a 1x Mrg. 3 S 1%. barten und binden:. 5. 3.. Roggen mähen, harken und binden a 2 Mrg.. 7 Erndtefuhren, 1361 Schfl. Weizen a 96 Pfd,= 1137 Etr. Weizenſtroh 2722-- -“-- 704 Se nach2 arbeiten a 1 Morg...:. Das Zweytemal a 31 Morg. 4 Die Frucht mit dem Pfluge ausnehmen. a2"Mrs. pro Morg. 4 Weiber zum Aufſuchen 14966 Schfl, einzufahren, 24 pro Ladung und täglich 8 2 Mann zum Laden und Abtragen«+ ....-. Summ Ein halber Tabaksſc-->-- 2121|-=- 74-- 3----------| 277|- ; 6 63-=-= er<=-- 1.1540 6 4=- BIZ-----=-- 4 Wi WP2 EU Bernd EB 9744| 613 596 7-0 25 89| 13 2 10 36---- 45 da) 2 00.053| 0828 3 35. 6-- 36------- 7.1161.-- 39 7 7 zr-- 11x 14| 28 9 ; 8 11X-== IE-=--=-- 3 2,1 225: 6-- 23-=- Ee--- 4|13|- (3 23--==-- 6 4|- 76-- 46------- 9 6|-- 10 29= 700 5---- 9| 20|- 6-=- 29---=5--- 5 1 22|-- 19“ 5---==-.=.- 11720|= 6-- 5-- 25"-- 11-=-1--« Oekonomie, 3. Abſchn. (643) Vorſtehender Berechnung ſind noch diej-nigen Tagewerke deys zufügen, welche zu den Marktfahren des verkäuflichen Getreides nöthig ſind,'wobey die Tavatksfuhren, als ſc Rindvieh 360 Ctr.= 27000 Ctr. die Domaine weidet 60 Stü> Rindvieb 3 60 Ctr,= 3600-=- die 4 Gemeinden weiden 800 Stü Schafe a 37x Ctr.= 2618-- die Domaine weidet 1200 StüX Schafe a 5 Ctr.= 6000-=- Futterbedarf Summa 39213 Ctr. Es ſind aber nur abgeſchätzt worden: 180 Kuhweiden a 60 Ctr.=< E* N 10800 Ctr. 1682 Schafweiden im Durchſchnitt a 47x Cir.=(8005 ; Summa 17757 Etr. wonach noch nicht die Hälfte des Bedarfs erreicht wird; in Be- tracht aber der oben ſchon angegebenen Vortheile, die die Schafe vor dem Rindviehe haben, kann die Ergiebigkeit der Weide für die Domaine, die ſolche ohnehin nur durch Schafe benutzen läßt, auf den halben Bedarf oder 2x.Ctnr. für 1 Schaf angenommen werden, und in ſofern man ſtatt 60 Stü&X Rindvieh 600 Schafe rechnen will, iſt der Futterertrag von dieſer Weide auf 4500 Ctr. feſtzuſezen, welches indeſſen hier ohne Präjudiz für den eigentz lichen wahren Werth, der erforderlichen Falls noh genauer würde auszumitteln ſeyn, geſchieht. Mit Hinzurechnung des übrigen, vorhin angegebenen, beſteht alſo der ganze Futtergewinn in 24839 Ctnr, z davon würden das Jahr über zu ernähren ſeyn: Dekonomie. 3, Abſchn. (652) 28 Zugochſen 8 120 Ctur..;|.. 3360 Etr. 60 Kühe, 3 Zuchtſtiere u. 16 Stü> Jungvieh, welches=2:1. 8 Stü> großes Vieh, und 71 Stü> im Ganzen, beträgt 8 120 Etnr,=. 8520-- 15"'Pferde a 354 Cm. 7 5 8 S* 537 2 1200 Schafe 3 10 Cin,=-. 4;.. 12000-- Summa 24417 Ctr. Special- Veranſchlagung des jährlichen Ertrags und der Koſten der Nutßviehſtände. 1) Des Kuhſtandes. 1) Berechnung des Abgangs und Zugangs zum Stammbeſtande: Von 60 Stück Kühen und 3 Zuchtſtieren 6 63 Stück iſt nach den 12jährigen Regiſtern bisher Abgang geweſen: a. durch Krankheit jährlich 5 1 Stü, b. durch das Alter I, 4 5 12,025 Dieſe 13 Stüc> Abgang werden aber durch die Fortzucht volle ſtändig gede&t, indem in der Negel 16 bis 18 Stü> junges Vieh aufgezogen wird. An Kälbern ſind jährlich nach den Regiſtern von 12 Jahren durchſchnittsweiſe zu berechnen, 8 N 45 Stü, davon gehen ab durch Sterben und Unglücksfälle 10 Procent,“ 43 Stü, zur Completirung der Heerde und mit Beachtung möglicher Unglücksfälle iſt zu berechnen. R? 8.18- als Kälber werden verkauft.=. 22-- 45 Stück, 2) Von 60 Stüc> Kühen ſind im Durchſchnitt 3 friſchmilchende, alſo 45 Stü, und die bleibenden 15 Stück güſte Küke*wer- den nur zum halben Nuten berechnet, welches nach der Stüzahl ſich im Ganzen auf 52 Stück berechnet. Das Stüc> giebt bey der voranſchlagten guten Fütterung täglich mindeſtens 8 Quart Milch, jährlich 2920 Quart, wovon 13 Quart 1 Pfund Butter und 2 Pfund Käſe geben. Es kommen alſo jährlich: vom Stü> 2241 Pfd. Butter>< 52,, 11674 Pfund, ---- 449 Pfund Käſe>< 52,, 23348 Pfund, Der Mittelpreis der Butter im Großhandel iſt 16 bis 18 Tha- ler für den Ctnr., das Pfund alſo 4 Sgr. 5 pf. bis 4 Sar. 10 pf.; die Tafelbutter gilt 7 bis 9 Sgr., daher der mittlere Durchſchnittspreis auf 5 Sgr. zu berechnen iſt. Der Ctnr,. roher Käſe iſt nach Mittelpreiſen a 2 Thlr. 22 ſgr. 6 pf. oder das Pfd. zu 9 pf, zu berechnen. Hiernach ſind zu veranſchlagen: 11674 Pfund Butter 3 5 Sgr. R 1945 Thlr. 20 ſgr. 23343 Pfund Käſe 3 9 pf,« R 583- LE 22 Kälber 3 2 Thlr.'.| ä 44 zi er 12 Brak- oder Merzkühe 3 15 Thlr. 180- Der Abgang an Molkenwerk zur Benu- bung für die Schweinemaſt iſt für jede Kuh mit 1 Thlr. zu berechnen N 52% 45 144062 Summa 2805 Thlr. 11 ſgr: Oekonomiſche Rechenkunſt. (653) Auggaben,. An Grundcapital 65 Stü> a 30 Thlr.=..« 1950 Thlr. Der Werth des Viebſtalls, Z H 8.- Das todte Inventarium laut beſonderer Specification 350=- = 58300 Thlc. 1) Hiervon Zinſen a 4 Procent„.< 21 Thy,= 2) Feueraſſecuranz f. die Stallung a 2 Proc, 15« 25 0E 3) dergl. für den Viehwerth 1950 Thl. den Werth des Winterfutters a 60 Ctr. Heu pro Stück,-wel- (nämlich mit Einſchluß des jungen Viehs) 4260 Ctr, 3 74 Sgr, beträgt 1065« den Werth des todten In- ventariums GE 22.00.28. 3307/8 = 3365 Thl. a 14 Procent NT SE LREO 42 Thl. 1ſg. 10 pf. 4) für Niſico 2 Proc. des Viehwerths. 24007 NGE EN SEI 5) Steinſalz pr. Stü 2 Ctr. 9 Ctr. 34 Thl. 38 6) Salz 3. Molkenweſen 4 Touynen 3.15 CHTE 605.26 6"lieh 7) Lohn und Unterhalt des Hirten. 80 3%== 8) deßgl. eines Knechts N hp 4 65.41/= 9) degßgl. für 4 Viehmägde 3 60 Thl. DAN EE Ne we 10) 200 männliche Hülfsragewerke für das Futterſchneiden im Winter 3 6 Sgr. 40 6=- 11) 9 Klaftern Hokz zum Keſſel und Mol- kenbereitung a 2 Thl. s 18== +.» Et 12) 12 vierſpännige Fuhren DAZU 04 Are 0150/24..2.0:24 13) Gebäude- Unterhaltungskoſten 1 Proc. 30-2-- 14 An Jnsgemein zur Unterbaltung der Utenſilien,'Medicin und Curkoſten pro Stü> x Thlr. ,.; t' 6 37 55..200 2522 N= 916 Th[l. 15 ſg. 10 pf. 15) Zinſen a 4 Proc. von vorſtehender Summe 36- 19-- Wd Summa aller Unkoſten 953 Thl. 5ſg.-7PYf. Die Einnahme iſt. T ö GE IRD BOE CL 1 148 . bleibt reine Einnahme 1852 Thl. 5 ſa. 5yf;: wonach jedes der 71 Stü> im Durchſchnittauf 26 Thl. 2ſg. 8pf reinen Ertrag, und auf 8 ä. 13 Thl. 12 ſg, 9pf, Koſten veranſchlagt iſt. 2) Des Schafſtandes, Nach den bisherigen Wintereinzählungs-Negiſtern von 6 Jah: ren beſteht die Schäferey im Durchſchnitt aus 1260 Stü>k aller Sorten. Im Fortgange der Veredlung der Schäferey ſind bis- her ſtets einige neue und vorzügliche BöFe angekauft worden z dagegen iſt die Aus&merzung nicht nach dem Alter, ſondern nach dem Ausfall in der Wolle geregelt worden, dergeſtalt, daß man nicht gut ausfallende Zuzucht bald nach erlangtem gehörigen Al- ter in den Brakhaufen gebracht und verkauft 3; dagegen aber'ne- ben guten Böen auch noch Mutterſchafe, nach Gelegenheit da- zu, angekauft hat. Unter dieſen Umſtänden beſteht die Heerde: Oekonomie, 3, Abſchn. (654) 1) aus 18 Böden verſchiedenen Alters, 2) aus 450 Hammel und Brakſchafen, 3) aus 732 Mutterſchafen, 1200 Stü>. Hiernach ſtellt ſich Ab- und Zugang, wie folgt: Von obigem durchſchnittsweiſe anzunehmenden Beſtande wurden jährlich ausgemerzt 30 Procent 2»„ 360 StüF, der Abgang durch Sterben iſt 2 Proe,.:: 24= der Zugang an Lämmern iſt«.+ 400 Stü>, davon 5 Procent Abgang N is N 6 3 20“= Summa 400 Stü>.---404 Stü, bleibt Beſtand 1196 Stü, Berechnung des Grundcapitals. 4) 18 Böe ſind im Alter von 2 Jahren angekauft und hat das Stü> im Durchſchnitt 60 Thlr. gekoſtet 1080 Thl,= davon Zinſen ſeit 2 Jahren a 4 Proc, 86: 1i=7 42107. 2) An Mutterſchafen ſind im 2jährigen. Al- ter angekauft zum SUO IUWEHEPNUG von 25. Thir22 25 Stu>- 1,> 625 davon Zinſen ſeit 2 Jahren. 3 4 Procent 3 50 3) Die zur Fortzucht-geeigneten Mutters ſchafe, welche jet Lämmer bringen, ſind in der Veredlung den angekauften bey- nahe gleich, und werden daher im Preiſe zu 20 Thlr, angenommen z je vrttonen 47 JSI 208 1.428 8500== 4) Der Reſt der Mutterſc Hare Jun 307"Stüc enthält das junge Vieh, deſſen Qualität jedoch zur Zeit noch nicht als feſtſtehend anzunehmen iſt; daher wird DOE zu 10 Thlr, angeſchlagen: T 4.2 48070] ut wa 5) 450'Brakſchafe werden veranſch(ate a 0 Stü> Hammel, als SRUONNNN 07 ERE FIThblr 1.5 2 ir STR 8). 1 157 4 Mutterſchafe, als nußbar und zum DEI 794) 196201: 106 26721 I NEE EENGEDENEN 1200.*= Summa 14986 Thl. 12 ſgr. Hierzu ferner: ü 6) Werth der GN EEDOWADDE und der SIE ferwohnung Ä. 700:= 7) Werth der hängenden WHH“ mit„M0 fen, Hoxden und andern Stall- Utenſilien 300-= Summa des Grundcapitals 22286 Thl. 12 ſgr. Betterkwng. Die Zinſen bey 1. und 2, ſind zum Grundca- pital geſchlagen, da angenommen werden muß, daß das angekaufte junge Vieh nur erſt nach 2 Jahren den vollen Nutzen gewährt, folglich dieſe Zinſen lediglich zum Grund capitale gehören. Oekonomiſche Rechenkunſt. (655) Berechnung des jährlichen Betriebscapitals. 1) Intereſſen von 22286 Thlr, 12 ſg, Grund- capital a 4 Procent; S+ 891 Thb 1335 6,pf. 2) Feueraſſecuranz- Beyträge für die Ge- bäude a x Proc. 2 K 8 R drgl. für den Werth des Viehes 14986 Thl. dral. f. d. Werth der Utenſilien 300. drgl. für den Werth des Win- terfutters 6000 Ctr. a4 Thl. 2000- =17286.THl, a 12 Procent 2 EE 12270 3) Salz pr, 100 Stü>k 1! Ctr.=3 Ctr. a 4Thl, 12 4) An Futterzulage für die Böe und Mut- terſchafe 3 Wigp. Hafer a 9 Thlr. 18ſgr. 28 5) An JInsgemein für Stall- Utenſilien und kleine Auszaben N“ X A 25 6) Gebäude-Unterhältungskoſten 1 Procent vom Werth| s 6 s 4 7) Deputat dem Schafmeiſter mit 2 Knechten: 43 Wep. Roggen.a 13 Thl.= 81 Thl,=- 16 Schfl. Gerſte 3 182 ſar.- 9 26 ſg. 6 Schft. Erbſen a 22x ſgr. 4 15- 3 Mrg. Kartoffelland a 5 Thl, 15> TYNLOF LEUTLAUD: 4 1-47 550 8 Klaftern Holz a 2 Thl., 16 Dem Schafmeiſter contract- mäßige Tentieme von den verkauften Schafen 371 ſg. pro StüEX, macht auf 450 RAN 4 3 2 20 EIKE WORT MSN TAPETE 4 75 DEI YGE 15 8 Lohn der 2 Knechte a 40 Th, 80Thl,-- 324 8) An Arbeitsleuten beym Waſchen und Scheeren 46 Weiber und 10 Männer im Durchſchnitt a 7% Sgr. 0 2 5 9) Zum Saen der Wolle 3 Männer.-= 10) Wollſä>ke, Bindfaden u. ſ,w.+. ö 11) An nothwendigen Fuhren zum Stroh un Heueinrü>en, Salz-, Holz: und Knechts- anzugs- Fuhrent-6 Pferdegeſpann- Tage a 39x Sgr. n: K ä x deßgl. 5 Ochſengeſpanntage 3 22x Sgr. 3 12) Die Wolle zum Markte zu fahren mit 2 Viergeſpannen 3 6 Tage, mit Hin- und Herreiſe= 12 Tage a 39% Sar,. 13) Dazu eine herrſchaftliche Verwalterfahre 2 Pferde 12 Tage 3 23x Sgr.; 9 14) Dem Verwalter 12 Tage Diäten 12 Thl. dem Schäfer deßgl. a 20 Sgr. S8Thl, Unkoſten-auf dem Markte u. auf der Reiſeincl. f, einen Hülfsknecht 15Thl. 35 15) Zinſen von den Koſten Nr. 2= 14. im Betrage von 818 Thl. 17 ſg. 9 pf. 34 Proc. 32 35 TET EIER, OO (* RNY "oa 9% 250% 24-= 26:== 2: 62 12-- 272. 2044 24:-- 12:- -., S3: er Summa aller Ausgaben 1742 T hl. 5 2 2 9 3ſ3. 6pf+ 72 Oekonomie. 3. Abſchn. (656) Ertrag. 1) Wollertrag: a. 18 Böe geben im Durchſchnitt nach der Wäſche 3 31 Pf.= 63 Pfd, H. 425 Mutterſchafe geben im Durchſchnitt a 23 Pfd. 40622-- &. 307 dergl. junges Vieh a 13 Pfd. R S.« 460%=- .. Summa der feinſten Wolle 1586 Pfd. d. 450 Stü> Brakvieh a 22 Pfd.€.. Ar Ee pa[5 2,3[O0 Summa 2711 Pfd. oder 24 Etnr. 71 Pfd. preuß. Gewicht a 110 Pfund. Die Wolle ad a. und b. 10 Etnr, 25x Pfund iſt nach den Durchſchnittspreiſen von 6 Jahren zu 100 Thlr, für den Ctnr. bezahlt worden, und dieſer Preis ſtebt in ſofern ferner zu hof- fen, da die Veredlung noch immer fortſchreitet. Daher iſt der' Betrag für 10 Ctnr. 25x Pfd.:+. 1023 Dh:“5ſg. 5pf. 4601 Pfd. ad co. bat den Durchſchnittspreis von 80 Thlr. zu berechnen, indem ein Meh- xeres bisher ſich davon nicht ergeben hat. 4 Ctnr. 202 Pfd, a 80 Thlr.,-. 3. 334 1125 Pfd. ad d.= 10 Ctr. 25 Pfd. a 50 CDl: 014.55 2) Für verkauftes Brakvieh: Für 150 Brakbammel 3 22 Thl.= 375 Thl. Für 300 Mutterſchafe a 4 Thl. 12005Thl. 4575 u= 1== 3) Für Sterblingsfelle im Durchſchnitt 44 Stü> aller Sorten a 6 Sgr.-. 7 8: 24:- Summa 3453 Thl. 7[g. 6pf. Hiervon gebt ab der Werth des Ertrags des geſtorbenen Viehs im Durchſchnitt 44 Stü>, a 2x Pfd, Wollertrag und durc alle Sorten gerechnet= 1 Ctr. Wolle a 69 Thlr.. 60 2:=> 1.= bleibt Ertrag 3393 Thl. 7 ſg. 6pf. Die Ausgaben betragen. SDA TAI 4 22521 3 MIE S0 bleibt reiner Ertrag 1650 Thl. 14 ſg.= u 2w Veranſchlagung der Ziegelbrennerey, Grundcapital, Der Ziegelofen, welcher 5 Jahre alt iſt und ſich in vollkommen QUTEM Stade"PENN DE eu IE 4 1 DN LEN EID 0 SDI7: Das Wohnhaus des Ziegelmeiſters;. 900- Der Strei)- und Tro&enſchuppen| 7 v 150,- 2 Plumpen...:.. 4 v VDE 6-7 Summa 3700 Thlr. Jährliches Betriebscapital. 1) Die Zinſen von vorſtehendem Grundcapitale a 4 Proc. 148 Thlr. 2) Löhnung des Ziegelmeiſters und eines Gehülfen 300,- 3) deſſen freye Wohnung| 3 6543 0700. 30 2 4) An Unterhaltunzskoſten: des Ofens 2 Proc, des Werths 50 Thl.-- - des Schuppens 1 Proc. JEET ABE DTT 5 ſA der Zieglerwohnung 3x Proc.- 4Thl,. 15 ſg. Der IVM pen: 44 2 WE WES 925 140 Thl.= des Handwerkszeugs+«+ 7'Thl.= NS LatusY 551 Thlr. 9 25959 Oekonomiſckens in den Schuppen im Durchſchnitt 200 Tage: werke a 8 Sgr. AD DENE PORN WEHE 299% 0 28 Mte 0110 Summa 1902 Thlr. 24 ſgr. Zinſen vom Betriebscapital Nr. 2. bis 4. werden nicht berech ZE da alles Product nur ſofort gegen baare Zahlung verkauft wird.+ 1750 e«-=- Einnahme, 1) An die Ziegeley werden 240 Haufen Torf abgelaſſen und der- ſelbe der Ziegeley mit 3 5 Thlr. 18 ſgr. zur Laſt geſchries be= ii. 8 2 a N..+ 1344Thlr,-- ſar. 2) Zur Hauswirthſchaft werden zu gleichem Preiſe verrechnet 6 Haufen N 3 6 33: 18- 3) 254 Haufen werden im Durchſchnitt auf der Stelle a 6 Thlr. verkauft? LZ BELHEE 4) An Torfabgängen oder Broken werden an die Dorfseinwohner verkauft für. 4 60 2.= Summa 2951 Thlr. 18 ſgr. Die Augsgäben beträgt== 5,, 1902€ 24- bleibt reiner Ertrag 1048 Thlr, 24 ſar. - Special- Anſchlag der nußbaren Ländereyen der Domaine N. EEE 17 2, 3; 4. 44 6. R 8. 9. 10. man. 13; 14. 45, 16. Flächen:: Namen der Augſaat Ertrag Strohertrag ſFeldwei- j Anſchlagspreis Geldertrag Summa Koſten Viehſtands- Bleibt reiner Ertrag inhalt: rüchte;. e des ganzen E; koſten 13: 6507„öroz| m| dro im in[beträgt Rn des| des vom vom E57 der Allgemeine| Dreſcher: Summa 34:7 Meet vom vol"! Qualität NE TE Mor-|Ganzen jNatu-| auf Futter Getrei-| Fut:|f Getreide| Futter Beſtellungj Wirthſchafts- lohn aller Koſten| vom rohen Ackerbau der Vieh: x gen ra|Heu re: gleich des| ters 263 Proc. y koſten pro vom AFerbau Ertrage nutzung |ducirt|* Heu von Nr. 8. iMg. 282 Sar. und Wieſen Nr, 7 z * (S E S Ctenr,| Etnr. Centner Sgr. 3(4+| pf AThlr>|ſg. Thir:|ſg.|pf äThlr.|ſg+|pf.|Y Thlr. f.„|ſg+ Thlr. Thlr. pf. Thtr.| ſq.|pf.. Thlr. 8.3 X + tragen Luzerne Weizen Gerſte --| 460:|-|-| 153 153; 14 2722| 5442| 255 266! 2107 56: 162 1020| 680| 127x 269 1112|: 81 294,5| 196 72 24 294: 34 733| 49 251 24 99 12 5103 1701 1701 5: 162 2162 720 720 c 68 464 154 154|20||. 24 1701]1 1701 53|26 81 6001 600| 34 192 192 12 Wiz 1700 3 40 450 17 120 5 475 23| 40 175 3,2: 17 28 6 657|22 5 68 147|: 24 443 69 58|15; 10 330|1 80 100 28 11 69 93 59 48 45 1033 458 156 52 637 270 69 620 240 76 493 137 37 222 86 18 330 91 261 34 218 28 I 126 146 -.- " uonv as“ anpn u . OD RS x PO „a . . [uV » OD we a roihen Klee 2 „» r Sp » / > uu Ounnunnon OEADODGWPH= Bn BnuvBnu nn Bum uonn vu »2=-2070 S20w NO OODd-=- -Tabal Bumnvunon NE ununvunu Or. 5u nn uweua gu var un Erbſen Go [an] - [iN 1 ) | Kartoffeln| | | un uvunon vun [S1] QR = = =< [22] S vm 8 u SS Ei Do Hl Ian Hafer 54 Noggen| EE REERA) 202 aun uns DRV EOEPODOMHUL 1 v Hem ol v. [ST] d2“!-' 03 vonn nunSoSoOoVAaRODONQuunununnnG . [47] O2OOPARLOWRWOHGQ WD Go Hffep: 2,24 Dreeſchweide Z den Deputanten Stromwieſen,. andere Wieſen. Servitutwa!dweide Acer,; 31 Wieſen. Summol:- Z 3|2933x| 159973: n 5 15566 3: 1272 3861: 5936 &e FP [my COODIHEBEOaLPD"Q [IV & ONE PNAIAGS]AO - uV MBMMSOuRnunnnoBnnuSQonunBunG oa ODAPRPDGSNIEOETL 282 316 1500 G&G Es EU bn un on „= unuoon ume nn I jd. bade SO FAO-erne: 6.0.0708 Oritter Abſchnitkt, Oekonomiſche Rechenkunſf, Fortſetzung.) Landwirthſ ankommen läßt, wie am Jahres Schluſſe die Ein- nahme die Augsgabe überſteigen werde, wobey man in den meh- reſten Fällen auch nicht einmal das Wie und Warum wird ein- ; ſehen können. Gleichwohl ſind viele Landbeſizungen höchſtens nach dieſen Formen berechnet und beurtheilt, theils aus Ge- wohnheit, theils aus Trägheit und Mangel an Kenntniß des Beſſern. Wenn dieſe Dunkelheit, die ſolchergeſtalt ſelbſt über em kleines Eigenthum waltet, groß iſt, ſo muß ſie noch-viel größer und bedeutender ſeyn, wo der Complexus ganzer Gü- ter oder Herrſchaften die verſchiedenartigſten Nutzungen umfaßt z Atkerbau auf großen Flächen mit Servituten auf fremden GSrund- ſtüFen, viel Wieſen, Branntweinbrennerey und Brauerey und dadurch vermehrter Viebſtand, Naturalzins: Einnahmen, Hof- vder Frohndienſte ſind angenehme Verhältniſſe, die den Vermö- genſtand des Beſitzers auf einen guten Fuß zu ſetzen vermögen z allein ſie ſind oft nur ſcheinbar, wenn man tiefer eindringt, je- der Nutung ihre Koſten richtig zuſchreibt und das Reſultat zieht, wo dann oft die eine oder die andere ins Paſſive verfällt, d. h. mehr koſtet, als fie einbringt, darin aber von andern Wirthſchaftstheilen Übertragen wird, 3. B, von den keiner Cul- turkoſten bedürftigen Wieſen, und von den gleichfalls koſtenfreyen Servituten; man achtet in ſolchen Fällen wohl das Ganze, aber nicht gehörig die einzelnen Theile; in der Regel ergiebt ſich, 78 Oekonomie, 3, Abſchn. (618) daß der eigne Akerbau da am ſchlechteſten bedacht iſt,'wo viel Servituten exiſtiren, und daß er nur dann erſt beſſer wird, wenn dieſe abgelöſt ſind, welches Ergebniß dann oft auch einen Fingerzeig für die Ablöſung ſelbſt giebt. Man hat ſich vielfach bemübt, dieſem Mangel abzuhelfen, und durch“ eine angemeſſene Buchführung Klarheit und ſchnelle Veberſicht in die wirthſchaftlichen Operationen zu bringen, ſo daß man ſie in Abſicht auf Vortheil oder Verluſt ſtets gehörig beurtheilen könne ,/und hierzu hat man die Anwendung der itas lieniſchen Doppelbuchhaltung, als das beſte Mittel, in Vor» ſchlag gebracht. In der That iſt auch dieſe Rechnungsform dies jenige, welche am erſten und' beſten geeignet iſt, allen Anfordes rungen zu entſprechen, die man an eine ſolche Buchhalterey maa e 3; dieſer dagegen treibt ſein Hauptgeſchäft außer ſeiner Woh- nung, und bat, bey einem großen und mannichfaltigen Beſite, ſeine Aufmerkſamkeit das ganze Jahr über auf die verſchiedens ärtigſten Dinge zu richten, muß dieſe alle im Auge behalten, ſich vor Zerſtreuangen ſichern, und muß mit ſeinen Gehülfen genau die Stunden wahrnehmen, wo er ſeine Handlungen, Ar- beiten und Verwendungen zu Buche tragen kann, während jez ner ſeine Bücher den ganzen Tag nicht bey Seite legt. Der Kaufmann übt alſo ſeine Buchführung unmittelbar während ſeines Geſchäftsbetriebes, der Landwirth kann erſt nach dem Geſchäftsbetriebe daran denken, und um ſo mebr hat er Veran- laſſung, das Rechnungsweſen ſo viel, als möglich, zu vereinfas 30 Dekonomie, 3, Abſchn, (620) t leicht, wie ſehr dieß auf den Privatcredit und beſonders auf die Verbindung Einfluß baben mußte, in welcher die Güterbeſizer mit den Creditinſtituten ſte- ben, nicht minder bey Gelegenheit von Hypotheken-, Communal- und Landſteuer- Sachen.| Um für jede Localität eine richtige Buchführung zu begrün- den, muß man durchaus planmäßig verfahren und von richtigen Principien ausgeben. Bey der Mannichfaltigkeit der Wirthſchaf= ten und ihrer Zuſammenſetzung iſt jedoch das Auffinden der rich- tigen Methode für einen einzelnen Fall weit leichter, als es für die Lehre wird, etwas auf alle Fälle Paſſendes für dieſen Theil des Wirthſchaftbetriebes anzugeben. Das encyklopädiſche Wiſſen über' dieſen Gegenſtand iſt zur Zeit noch beſchränkt, und wenn gleich es an Schriften darüber nicht fehlt, ſo müſſen wir bier doh der Schwierigkeiten der Sache an ſich gedenken, wor- Über ſich Thaer, wie folgt, ausſpricht(Grundſäte der rat. Land= wirtbſchaft B. 1. S. 212):„Die vollſtändige landwirtbſchaftli- mäßigen und Vollkommenſten darin gelangen wollte, Andere aber, die ihre Zeit und Kräfte ins- beſondere dem Rechnungsweſen gewidmet baben, beſiven=- we- nigſtens iſt mir bis jeht noch kein Fall bekannt-- nicht die all» gemein umfaſſende Kenntniß und klare Anſicht von dem böhern - und rationellen Betriebe der Landwirthſchaft, oder üben ſie doch nicht praktiſch aus. Das Lettere aber ſcheint mir nöthig zu ſeyn, um die Methode wirklich an verſchiedenen complicirten Wirthſchaf» ten verſuchen zu können, weil ſich bey der Ausführung oft Schwiez rigkeiten ergeben, die man ſich bey der Theorie nicht denkt.“ Oekonomiſc muß er die Fähigkeit beſitzen, die Wirthſchafts- operationen auf jedem Puncte durchſchauen zu können. Nach meiner Anſicht kann dieß der Nichtbeſiter beſſer, als der Eigen- tbümer, ſowohl in Bezug auf die Feſtſtellung von Principien, als in Bezug auf einzelne RNechnungsanlagen, weil er, gehorige Kenntniſſe Überhaupt vorausgeſebt, und in einem gegebenen Falle mit dem Plane und den Abſichten des Beſitzers vertraut, bey der Sache weit unhefangener iſt, als der Beſitzer ſelbſt, Müßte dieß Ebengeſagte überhaupt als unmöglich betrachtet wer- den: ſo-würde folgerece Vieh, und welcher Art, ſich über Sommer auf der vorhandenen wilden Weide ernähren, und daſelbſt volle Weide haben, worüber die bigherigen Viehregis ſier, oder Hirten, Schäfer und Verwalter ſtets Auskünft geben werden, deren Betrag dann erſt nach den Üblichen Futterſäten auf reines Heufutter reducirt wird, und der ſich vermindert, ſo bald die Weide etwa mit Servituten belaſtet iſt, ſo, daß z+ B. die volle Weide des zu verrechnenden Viehes ſich dadurch um+, 3 oder x verminderte; weiß man nun, wie viel Futter an Gewicht, zu gutem Heu berechnet, ein Stü> Vieh täglich zur vollen Nahrung bedarf: ſo weiß man auch, wie viel Centner Heu das Weiderevier zur vollen Weide jährlich gegeben hat; wvil anzunehmen iſt, daß ein Stü> Vieb im Sommer eben ſo viel als im Winter an Nahrung bedarf. Weiß man ferner, daß z, B. die Weide nur halbe Nahrung gäbe, und alſo entweder die auf: zutreibende Viebzahl um die Hälfte verkleinert, oder derſelben das Feblende als Stallfytter zugegeben werden, oder andere Weidereviere aushelfen müßten: ſo iſt man über die Sache eben ſv im Klaren, und man iſt alſo jedenfalls der Mühe überhoben, willkführliche Werthsſäte für das Futter anzunehmen. Unter den angebaueten Gewächſen iſt die Kartoſfel allein Nahrungsmittel für Menſchen und Vieh zugleich, auch iſt ſie ferner ein Matexial zur Branntwein-Erzeugung, ſie iſt oder kann alſo tbeils unmit: telbar, theils mittelbar Marktwaare ſeyn, und es iſt gleichviel, unter welcher Geſtalt ſie zur Berechnung kommt. Es wird alſo genügen, ſie als Natural-Deputat und Lohn, äls Speiſefrucht in der Wirthſchaft und zur Ausfaat mit 25 Procent unter dem Marktyreife in Anſatz zu bringen; als reines Viehfutter wird fie und alle übrigen angebaueten Futtermittel in ihrem Werthe durch VII. 4 40 Dekonortte. 3. Abſchn, (626) den Werth. der Producte beſtimmt, die von ihr herkommen, und daſſelbe gilt beym Verbrauch zu Branntwein, und wo. dieſe letz: tern beiden Fälle zugleich in einer Wirthſchaft vorkommen, kann man den Durchſchnitt von beiden nehmen. Den Werth der thie- riſchen Producte ſelbſt, wo er vorläufig angenommen wer- den muß, wird man nach den Durchſchnitts- Marktpreiſen vor» hergehender Jahre beſtimmen, die Wirklichkeit aber nach dem Jahres- Abſchluß, wenn alle Beſtände verkauft ſind, nachträg= lich ermitieln. Dieſem hier empfohlenen Verfahren ſteht der mögliche Ein- wand nicht entgegen, daß durc< Annahme eines Preiſes"der Speiſefrucht, der Ausſaaten, des Dreſcherlohns und der Naturäl«» Deputate von 25 Procent unter dem Marktpreiſe der Ertrag der Felder willkührlich herabgeſeßt werde;, denn zuvörderſt iſt zu ers wägen, daß diejenigen Productionsgmittel, die man in der Wirth» ſchaft ſelbſt erzeugt, do< nothwendig im Durchſchnitt dem Proz ducenten wohlfeiler zu ſteben kommen, als wenn er ſolche kaufen oder Alles mit baarem Gelde abmachen müßte,.und die vorläu- fige Annahme von 25 Procent Sewinn daran dürfte ſchwerlich zu hoc) ſeyn z andererſeits liegt es in der Natur der Sache, daß erſt durc) die Verwendung dieſer Naturalien eine Production überhaupt vollendet werden kann, mithin auch dieſe Verwendung die nothwendige Bedingung wird, um verkäufliche Producte zu erhalten z. ſie machen alſo einen Theil des Betriebs-Capitals aus, der alljährlich aus dem rohen Ertrage erſtattet wird; und da man überdem von dieſem Werthe Zinſen berechnen muß, und darauf zu halten hat, daß dieſes Betriebs: Capital aus der Wirth- ſchaft ſelbſt erhalten werde: ſo muß man in Anſehung ſeiner, und ſo weit es Natural: Product iſt, auf den gewöhnlichen Ges winn Verzicht leiſten, letzterer findet ſich am Schluß immer über- haupt nur in dem Verbältniſſe, in welchem die Quan- tität des Betriebs- Capitals durch eine geſchi&te Wirthſchafts- führung vermindert wird. Dieſe Annahme des Preiſes der Natural-Productionsmittel giebt nun zum Theil mit die Grundlage ab, um die eigent= lichen Productionskoſten aller erbaueten Früchte in der Folge augszumitteln, denn für den Anfang des hier in Rede ſtehenden Rechnungs Verfahrens muß man ſich für irgend eine Preis- An- nahme entſcheiden. Ergiebt nun ein mehrjähriges Fortführen“der Rechnungen die nach den Jahrgängen verſchiedenen Koſten: ſo kann man mit Sicherheit einen Etat machen, nicht nur, wie hoch die Productionskoſten der Wirthſchaft im Durchſchnitt zu ſtehen kommen, ſondern ſogar auch, welcher Productionspreis für jede Frucht anzurechnen iſt, und alsdann bedarf es nicht mehr der willkübrlichen Annahme der in der Wirtbſchaft verbrauchten Ge- genſtände zu 25 Procent unter dem Durchſchnitts- Marktpreiſe. - Dieſer Productionspreiß iſt, nun auch bey Berechnung derje- nigen Artikel anzunehmen, bie am Jahresſmäßig, wenn man bey Entwi>elung der Anſichten über die Anwendbarkeit und Nühlichkeit der Dop2 pelbuchführung auf den Wirthſchaftsbetrieb. den Beweis ſtets durch den Gegenſaß- zu führen ſucht, vermittelſt weichem der Kaufmann dem Landwirthe gegenüber geſtellt wird; denn der Kaufmann iſt kein Producent, er erſchafft keine Producte, er er: eugt alſo nichts Neues, ſondern er vermittelt den Vertrieb und Abſaß der Producte unter das Publikum, und der davon bezo: gene Vortheil iſt der Lohn ſeiner Arbeit; daber nannte man auch in der alten Schule nur bloß die Landwirthſchaft ein proz ductives Gewerbe, alle übrigen Gewerbe aber unproductive, wel: k2 fichtsnahme auf die Anſichten Einzelner, und giebt ein ganz rich- tiges Rechnungsprincip ab, nach welchem man alſo ſelbſtgewon= nene Producte, von denen man nur erſt mittelbar Nuten ziehen kann, nur zu dem Preiſe anrechnen darf, den ihre Hervorbringung ergiebt, denn ein Product muß hier erſt ein zweytes erzeugen, NUDEUE dieß zweyte kann anhaltend Marktwaare werden und eiben. Auch der Jnbegriff und die Beſtandtheile eines ganzen Gu- tes tragen zur Erhöhung oder Verminderung der reinen Erträge viel bey, Denkt man ſich bey einem Gute zugleich den Betrieb einer Branntweinbrennerey, und den Beſitz eines Forſtes, ſo treten zwey und mehrere Vortheile davon ein, die ein ſtädtiſcher Brannt weinfabricant entbehrt, nämlich der Landwirth producirt das Gea treide ſelbſt, wovon er Branntwein brennt, und womit er ſeine Leute. beköſtiget, auch das Holz dazu gewinnt er ſelbſt, wogegen in der Stadt dieſes Alles gekauft werden muß, und zwar' nach den Marktpreiſen z was alſo der Landwirth unter dieſem Verhälts niß' ſelbſt gewinnt, entbehrt der ſtädtiſche Producent, Um aber nun die Reſultate eines ſolchen aus dem Beſitz hervorgehenden Verhältniſſes richtig aufzufaſſen und recnes Geſchäft es auch an ſich iſt, ſogar zu einer Art von Leidenſchaft, beſonders unter Mathematikern, werden kann und oft geworden iſt, ſo muß man für die rationelle Landwirthſchaft, das Wort im eigentlichſten Sinne genommen, und alſo für eine Kunſtwiſſenſchaft, nur von feſten, auf der Natur der Dinge beruhenden Principien augsgehn, dieſe hier nur allein iim Auge behalten, und alle Vorausſetun- gen und Willkühr ausſchließen, zu welchem Zwe wir hier noch Folgendes an- und ausführen. j Die Geſchilichkeit des Beſitzers eines Landgutes, welches aus vielerley Theilen zuſammengeſetzt iſt, beſteht nicht blos dar- in, daß er Getreide bauet und Vieh züchtet, um von beiden 89 90 Oekonomie. 8. Abſchn. (630) möglichſt ZIE Markt bringen zu können, ſondern auch haupt« ſächlich in> ſole, die dieſe erzeugt baben, und ie ſolche der Regel nach in der Geſtalt von Dünger zu- rüerhalten müſſen 3. 2) die Beſtimmung des Werths des Düngers, in ſofern es nöthig, dieſen in GSelde auszuſprechen. "Daß mau Über das Maaß des gewonnenen Düngers und ſeine Verwendung ein Regiſter führe, iſt in jeder Wirtbſchaft Gebrauch und nothwendig; dagegen iſt es keineswegs ausge- macht, in wiefern es nützlich und nothwendig iſt, den Geldwerth des Düngers ſelbſt dann auszuſprechen, wenn es möglich wird, ihn auf die vortheilbafteſte Weiſe zu verwenden, das beißt: qu- per dem laufenden Bedarf an Dünger, noch ſo viel übrig zu bas en, daß man davon noch andere Felder düngen kann, die bis ber entweder gar nicht, oder nur halb gedüngt wurden, oder daß man in einem gewiſſen Zeitraume gewiſſe gedüngte Felder dergeſtalt benutzt, daß man von denſelben, unter gleichem Ko- ſten- und Düngeraufwande, in zwey Jahren drey Erndten zu machen, oder nach Wahl der Früchte den Dünger vortheilhaf2 ter zu nutzen im Stande iſt. Beide Fälle ſeen eigentlich bloß Fleiß, Glük und Combinationsvermögen des Wirthes voraus, und der Werth des in ſolchen Fällen verwendeten Düngers wird durch die erlangten mehrern oder ſtärkern Erträge ſogleich mit bezahlt 3 denn ohne die auf angegebene Weiſe verwendete Dünz kung hätte ja dieſer Mehrertrag oder ſtärkere Ertrag gar nicht Statt finden können. Da es nun ſehr häufig der Fall iſt, daß man weit mehr Acker beſitzt, als man im Stande iſt, alljährlich mit der. gehörigen Düngung zu verſehen, und da jener mebrere Acter gewöhnlich nur nach gewiſſen Jahren, während welcher er in Ruhe, und. gewöhnlich als Weide dreeſch liegt, Früchte trägt, weil ſeine natürlich e Productionskraft ihm früher ent- 91 92 Dekonomie, 3. Abſchn. (632) zogen und nicht erſezt worden, ſo folgt aus der ausgedehntern üngerverwendung weiter nichts, als daß man einem Theile der FDBitren Grundſtü>e ihre Kraft zurückgegeben hat, und dieß erſcheint gewiſſermaßen als eine Melioration. Man bedient ſich mehrerer Mittel, um denſelben Zwe zu erreichen, nämlich wo Gelegenheit dazu iſt, fährt man Thonmergel auf, oder Moder, ſucht die Düngermaſſe durch Scallfütterung und Waldlaub. zu vermehren, ja ſelbſt die gewählte Beſtelungsform, der Umlauf vder die Schlagordnung muß dazu beytragen, wie wir ſchon frü- ber gezeigt haben, den Krafizuſtand des Bodens zu vermehren, und ſonach recen an, macht die nötbigen Erfahrungen(die bey Meliorationen gewöhnlich den vorher ha- benden Vorſtellungen vom Erfolge des Unternehmens widerſprez hen), ſeht keine bedeutenden Koſten aufs Spiel, und. kommt dahin, daß man die präſumtiven Erträge des meliorirten Grund»- ſtüs mit den Koſten vergleichen, folglich beurtheilen kann, ob das ganze Unternehmen nicht eher nachtheilig, als vortheilhaft iſt. Iſt aber die Melioration gelungen, ſo erſcheinen die dafür verwendeten Koſten als ein Antheil des Grundeapitals, deſſen Zinſen aus dem Ertroge mit exfolgen müſſen, und alle dieſe Operationen und Reſuliate müſſen rechnungsmägßig mit durchge: führt werden. 94 Oekonomie. 3. Abſchn. (634) Alle Buch» und Rechnungsführung berubt auf der Wahr- nehmung und Beachtung aller, auch der kleinſten Einzelheiten, und daß man jede derſelben gehörigen Orts vermerkte. Wenn alſo der Hauptſache nach über A. das Capitalvermögen des Beſiters und über 1) die Aecker, 6) Branntweinbrennereyen, 2) die Wieſen, 7) Brauerey, 3) die Weiden, 8) Ziegeley, 4) die Forſten, 9) Schenken, 5) die Fiſchereyen, 10) bgare Gefälle u. ſ. w.| ſeines Gutes eine Rechnung geführt werden ſoll, ſo müſſen die Special» oder einzelnen beſondern Rechnungen dazu die Mate» rialien liefern 3; indem alſo die Rechnung über obige Beſitzthü« mer im Ganzen, jedom< nach obigen Abtheilungen getrennt den Inhalt des Hauptbuches ausmachen, ſo erſtre>en ſich väöugen die beſondern Rechnungen im Hauptbuche auch noc< über B. 1) den baaren Geldaufwand und Einnahme,. 2) über das todte Inventarium, Geräthſchäften und Geſchirr, 3) über das Getreide, 4) über die Scheunen, 5) über die Nuvviebſtände nach den Arten, 6) über die Arbeitsviebſtände, 7) über die Arbeiten, die fie leiſten,; 8) über die Arbeiten des Geſindes, der Tagelöhner und vt» waigen Froknadiener,| 9) über Fütterung der Viehſtände, 10) über allgemeine Wirthſchafts- und Verwaltungskoſten, 11) über den Dünger und ſeine Verwendung, 12) über öffentliche Abgaben und Laſten, 13). über die Haushaltung der Familie des Beſiters, “und zerfallen vorſilehende Gegenſtände nach den Umſtänden noch in mehrer? Poſten und Abtheilungen, 3. B. in Anſebung des todten Inventarii iſt noch eine Specialrechnung für die Untere haltung deſſelben zu fübren u. ſ. w. Als Grundlage und Vor«- bereitung zum Hauptbuche dienen die Journale, als diejenigen Rechnungsbücher, worin alle täglichen Vorgänge ſofort emerkt werden müſſen, um daraus in der Folge in das Hauptbuch auf jede Specialrechnung übertragen zu können 3; ſie betreffen, der Na« tur der Sachen gemäß, theils die laufende baare Geldeinnahme uud Ausgabe, theils den Verkehr mit den Naturalien, und de- zen Abgang und Zugang, gleichviel ob er durch Geld beſchafft worden, oder aus eigner Zeugung hervorgegangen iſt.' Bigher bediente man ſich in den mehrſten Güterverwaltungen bloß eines Geldjournals oder Caſſenbuchs, nebſt einer Regiſter: führung über die Naturalien, obne die Vortheile davon zu ba- ben, die ſich aus denſelben zieben laſſen, ſobald man eine der Doppeibuchbaitung„ähnliche Buchführung anlegt. Gewöhnlich kommen alſo folgende Regiſter oder Journale vor, nämlich:/ über die Scheunen, folglich über das robe Getreide ſammt dem Stroh und Abgang. I+.= „«ullni.50: Been Zau, dug WÄRE ES Oekonomtſce oder Sriege zum Dreſchen angelegt, wieviel von jeder Getreideart ausgedroſchen und aufgemeſſen worden, nebſt Vermerk des Afterkorns, des Strohes in Bunden zu einem ge- wiſſen Gewichte, des Kaffs, der ſogenannten Kreuzbunde oder des Kurzſtrohes u. ſ. w., wogegen der Betrag des gewöhnlich ſofort davon in Abzug gebracht werdenden Dreſcherlohns paſſen» der in die Kornbodenrechnung gehört. Die Kornbodenrechnung. Dieſe ſoll den Ertrag an (llen Getreidearten im verkäuflichen und nutzbaren Zuſtande, und deſſen Verwendung, nachweiſen. Man legt ſie alſo in Einnahme und Ausgabe nach den Getreidearten-an, und ſonach iſt eine ſolche Rechnung ſehr einfaM. Da. indeſſen in jeder Wirtbſchaft auf den Feldern nicht bloß Getreide, ſondern auch andere Pro» ducte gebaut werden, ſo kann man dieſer Rechnung allenfalls auch noh eine größere Ausdehnung geben, wo ſie dann paſſender tigentlich Feldproducten-Rechnung beißen würde; z. B. in Bezug auf die Kartoffeln, Rübenarten, Flachs und deſſen Samen, Tabäk u. ſ. w., wobey nur allenfalls das Kleebeu oder das ſonſt angebaute Futterkraut, einer beſondern Rechnung vor» behalten bleiben könnte; dergleichen Einrichtungen, welche bezwe- ten, die Zahl der Journale, unbeſchadet der Ordnung, zu bes ſhränken, hängen indeſſen von den Verhältniſſen jeder Wirth: ſhaft und den Anſichten des Beſitzers ab, Mit dieſer leztgedachten Einrichtung würde: das Viehfutterjournal einigermaßen in Verwandtſchaft ſte- hen. Es erhält die Notizen zur Einnahme aus den-Scheunenre- ziſtern, in ſofern es auf bloßes Stroh ankommt, biernächſt aber aus dem Wieſenregiſter, und aus den beſondern Regiſtern über den Wurzelgewächs: und Futterkräuterbau.' Man wird auch dieſem Journal eine größere Ausdehnung und Vollkommenbeit geben können, in Betracht nämlich, daß unter Futter nicht bloßes- Stroh, ſondern auch alle zu dieſem Zwe> erbauten Wurzelges» wächſe, Futterkräuter, das Wieſenheu und. ſelbſt die wilde Weide begriffen wird. Bedient man ſich einer ſolchen Einrichtung, ſo wird man dadurch-um ſo vollſtändiger über alle dahin einſchla- zenden Nutzungen unterrichtet werden. In der Beyläge iſt ein ſolches Regiſter enthalten, woraus man zügleich erſieht, wo und wie lange geweidet worden, wodurch denn dargeihan wird, wie 96 Oekonomie,- 3, Abſchn. (636) ſich die einzelnen Weidereviere verhalten haben, und wieviel und in welcher Art die Winterfuiterbeſtände conſumirt find. Ein ſol: en nah ihrem angenommenen Taxwerthe abge: ſchrieben. Mit dieſem Reaiſter oder Journale ſteht aber dasjenige, welches man in großen Wirtbſchaften über die Geſchirrrepa- xaturen hält, in naher Verwandtſchaft, und es ſcheint nicht unangemeſſen, diejenigen Gegenſtände, die man im Ganzen zur Unterhaltung von Schiff und Geſchirr ankauft, als Schirrholz, Eiſen, Nägel, Pflugſchaare, Zugleinen, Stränge u. ſ. w., jenen Inventarienſtücken mit beyzufügen und ihre Einnahme und Ver- wendung in Natura im Journal des todten Inventarii mit zu begreifen, weil man ſonſt eine beſondere Vorrathsrec der Buchfübrung. Ueberhaupt iſt es dieſe Angemeſſenheit des Verhältniſs ſes zwiſchen den Koſten und den von der Natur durchſchnitts2 weiſe geſchenkten Erträgen, was dem Wirthſchaftsbetriebe eine dauernde Haltung giebt, und die richtige Erkenntniß davon iſt ſogar einer der wichtigſten Theile der Staatswirthſchaftslehre, und im engern Sinne der Sraatsverwaltungsfunſt, nicht minz der aber, vielmehr in weit größerer Ausdebnung, iſt dieſe Er» kenntniß der Lehre vom Nationalverkehr wichtig, weil ſie dem Intereſſe jedes einzelnen Landwirthes entſpricht, und weil ein Oekonomiſcerbau aus8geſchloſſen wird; wie z B«. ile Hollands, die Viehzucht nicht willtübrlich ver in einem Theile Oekonomiſerbaren Oberfläche zur Volkszahl die Beſtimmüngsgründe abgeben werden, welche Viehart vor- zug8sweiſe zu erzielen ſey, um das, Bedürfniß in Maſſe zu vers ſehen.- Die Volksſitte übernimmt bierbey wahrſcheinlich nur eine untergeordnete Einwirkung; wenn man vom Engländer ſagt, daß er ein größeres Fleiſchbedürfniß habe, als der Franzoſe, ſo läßt ſich dagegen Manches erwiedern, indem-mati zugeſtehen kann; daß die Küſtenbewohner einer kräftigern Nahrung bedürfen, was jedoch im Jnnern des Landes wegfällt, wogegen äber auch in Betracht kommt, daß! England viel Land hat, das ſich nur zur Viehzucht und nicht zum Getreidebau eignet, ſo wie Schott» lands Gebirge ebenfalls dem Getreidebau wenig' Raum laſſen; Woraus der Schluß gezogen. werden darf, daß der Engländer nur deßhalb mehr Fleiſch conſumirt, weil er deſſen mehr bat, als andere Völker, und väß. dieſes Nahrungsmittel, bey der be- ſchränkten, für Getreidebau Üübrigbleibenden Bodenfläche„+ als Ergänzung der nicht augreichenden theurern, und häufig von andern Völkern mit bezogen werdenden Mehlfrucht, dienen muß. Man würde alſo irren, wenn man behaupten wollte; England könne ſich ſeinen Bedarf an Mehlfrucht und an feiner Schafwolle auf ſeinem eignen Boden verſchaffen, wenn es nur wolle, denn; indem die Bodenfläche zu. erſterim Bedürfniſſe ſchon an ſich zu klein iſt, würde ſie durch„die Zucht des feinen Schafes, dem niedrige Weide verderblich iſt, noch bey weiten mehr verkleinert werden. Großbritanniens Inſelſtaat wird alſs, ſo lange ſeine ſtarke Bevölkerung exiſtirt, wenn auch ſeine übrigen auf ſeinen Landbau nachtheilig einwirkenden innern Einrichtungen äufgeho- ben werden ſollten, ſo gut wie Holland, von andein Völkein Getreide beziehen müſſen. Ganz anders geſtalten ſich die Ver2 bältniſſe Frankreichs, das, unerachte? die Kunſt des Ackerbaues dort noch ſehr unvollkommen iſt, ſeine Brodfrucht gewinnt, welz "em dadurch nicht widerſprochen wird, daß in verſchiedenen Hä- fen Fremdes Getreide eingeführt wird, und an manchen Orten Unordnungen aus angeblichem Brodmangel vorgefallen ſind, weil erſteres durch“ Localumſtände berbeygeführt wird, und letztere wahrſcheinlich aus andern Urſachen entſtanden ſind. Man kann „ſichy veranlaßt finden, in ein Getreidebau freibendes Land fremz2 des Getreide einzuführen, weil in allen Ländern Gegenden ſind; die nicht ſo viel(oft gar nichts) produciren, als ſie bedürfen, 3; B. in Frankreich) die Champagne und die Heideländer(Departement des landes), deren Bedürfniß auf dem Hande!lswege weit ſicherer geſilt wird, als etwa durch Regierungsmaßregeln, die den Be- darf aus dem Innern zuzuführen beabſichtigten; hier thut der Kaufmann weit. mebr, äls eine Regierung je zu thun vermag; denn er führt dei bedürftigen Provinzen das Getreide am wohl- feilſten zu, ohne Zweifel, weil es durch“ den Seehatidel wohl- feiler zu“beziehen iſt, als durch den Binnenhändel; fände das Gegentheil Statt, wäre es alſo möglich, eine Mängel häbende; nicht producirende, Provinz aus den ihr benachbarten Provin- zen mit Getreide zu möglichſt billigen Preiſen zu verſehen, ſs 41* 104 Oekonomie. 3, Abſchu. (644) würde dieß der Handelsſtand, oder. die benachbarten Landwirthe ſelbſt, ſofort.-vewirten. Man begreift, daß, wenn ein ſolches Verbältniß Statt findet, die Freyheit des Handels hier abermals ihre Vertheidiger finden muß 3 denn, wäre das Getreide des Auslandes in ſolchen Fällen nicht bedeutend wohlfeiler, als das inländiſche, dergeſtalt, daß jenes ſogar neben dem Gewinne und den Frachtkoſten des Kaufmanns noc< eine hohe Eingangsſteuer tragen kann," und dürfte es endlich gar nicht eingeführt werden, ſv könnte die Folge davon keine andere ſeyn, als daß die an Ge- treidemangel leidenden, und überhaupt nicht producirenden Pro=- vinzen: ihren Nachbaren tributair würden, indem, ſie ihnen den Nothbedarf um jeden Preis,.abbaufen müßten z hätten aber dieſe nächſten Nachbaren. ſelbſt. zum Verkauf keine Ueverſchüſſe adzu» laſſen ,- ſ9 könnte dadurch allerdings in den betheiligten Provinz zen Hungersnoth entſtehen. Die Bodencultur Frankreichs aber hat das ÜUnterſcheidende, daß ſie'von den Einzelnen auf oft ſebr kleinen Flächen betrieben wird, welches verhindert, Vorräthe in Maſſen zu ſammeln und Viehzucht, beſonders Schafzucht, mit einigem Erfolge zu treiben; das Erſtere iſt kein Uebel, da die Er2 träge, nämlich die Fruchtmaſſen, in dem Verhältniſſe zuzuneh- men pflegen, in welchem Arbeit, Capital und Kunſtſleiß auf eine gewiſſe Bodenſläche verwendet werden- die erzeugten Maſs» ſen bleiben ſich alſy, auc bey kleinerem Beſibſtande, im Gan» zen gleid) obſchon ſie ſich in mehreren Händen befinden 3; eine ſtarke Viehzucht kann aber nur auf ausgedehnterem Beſitthume Statt: finden; in ſofern die Beſitzer es nicht theilweiſe vorziehen, ihr kleinexes Beſivthum lediglich der Viehzucht zu widmen, und dagegen den eignen Brodfruchtbedarf zu kaufen, ein Verhält- niß, welches man als local in den Niederlanden und in eini- gen Theilen Deutſchlands antrifft. Bey der Mangelhaftigkeit ſeines Culturverfahrens aber, wird Frankreich noch auf lange hin ſich genötbigt ſehen, noch außer oben gedachten nothwendi- gen Fällen, Qebensmnittel von ſeinen Nachbarn zu kaufen, wie es denn wahrſcheinlic) auch ſeinen innern Einrichtungen nach für immer dürfte behindert ſeyn, es in der feinen Schafzucht Deutſchland gleich zu thun, Der Handel zwiſchen zwey Völkern erzeugt und vermittelt fich nun aber lediglich dur) den Unterſchied des"Preiſes der Waare, den der. Verkäufer ſtellt, gegen den Preis, den der Käu= fer in ſeinem Lande dafür zu boffen hat, welcher die Koſten und Profite zugleich mit inſich ſchließen muß. Wenn der Marktpreis des Getreides in teuiſchen Häfen= 50 iſt, in einigen Theilen Frankreichs aber= 75, und das locale“ Bedürfniß„in letzterm Lande dringend iſt, ſv wird wan ſich für den Ankauf in Deutſch» land entſchließen, und dieſer Handel wird ſich oft wiederholen, weil jener Einkaufspreis ſich auf die Länge conſtant erhält, was feinen andern Grund. hat, als daß in Deutſchland Productions koſten und Abgaben, alſo auch Unkoſten und Sransport, wohl» feiler„ als in Frankreich ſind, folglich dem Ankäufer no< einen Gewinn übrig laſſen. Wenn dieſe Umſtände vom Producenten und, Kaufmann, vom Stoatswirthe und Geſetzgeber richtig! ge: würdigt ſind, dann ergiebt ſich ſebr bald, wie leicht«der Ver? kehr. zweyer Völker zerſiört und aufgehoben werden kann ,, ſobald Oekonomiſche Rechenkunſt." Buchführung. (645) mit beſchwerenden Verfügungen, keinporairen Sperren und ho hen Zöllen eingegriffen wird, und hierin liegt alſo die Beſtäti: gung der vorhin angeführten Nothwendigkeit,"auch in Bezug auf den Landbau umfaſſende Kenntniſſe für alle'Stände zu ,ver- breiten. Der Geſetsgebung liegt, von dieſer Seite betrachtet, eine genaue Kenntniß des Nationaivermögens und der Volks kräfte zum Grunde,'und in dieſe Kenntniſſe/ wird auch das.Re- ſultat einer verſtändigen„gründlichen ökonomiſchen Rechenkunſt mit einbegriffen ſeyn müſſem,“weil der Landbau ein Haupttheil des Nationalvermögens iſt;'aus der Umfaſſung aller dieſer Vers hältniſſe eines gegebenen Landes aber, und. derjenigen eines, oder mehrerer, andever Länder, entſpringt eine, politiſche Arith- metik, welche zum Gegenſtande hat, auf den Grund der allſeitig ermittelten Factoren der Production und des Handels nac den Regeln der Klugbeit die gegenſeitigen Handelsverhältniſſe der. be- treſfenden Nationen in Tractaten zu beſtimmen, ſo wie auf der andern Seite jene politiſche Arithmetik, indem ſie die Bevölke- rung und die moraliſchen Kräfte des Staats mit in ihren Cal- cul zieht, die Entſchließungen für die Vertheidigung des Staats gegen andere Staaten“an die Hand giebt, und überhaupt ſeine äußerlichen Verbältniſſe regulirt, Es iſt bey nur oberflächlicher Betrachtung einer angemeſſenen Buchführung ſchon einleuchtend, daß durch dieſelbe, beſonders bey großen,„aus vielerley Theilen beſtehenden Beſigungen die Ueberſicht des Activ: und Paſſiv» Vermögensſtandes des Befibers ſehr erleichtert wird, aber es kann diefer Vortheil auch noc< nach vielen andern Seiten hin ausgedehnt werden, je nachdem der Eigenthümer den Sinn dafür und den Willen dazu hat. Hier- über dient noch Folgendes: "So wie das angefertigte Junventarium über das Grund- und Capitalvermögen des Beſivers, wie das Schema in den Beyla- gen ergiebt, den auf Geld berechneten Stand ſeiner Sachen zu einem gewiſſen Zeitpuncte angiebt, ſv kann. in gleicher Art eine Charte von der ganzen Beſizung die Qualität derſelben in meh- reren Beziehungen. angeben, z. B. in Abſicht auf die Felderein- tbeilung und Frucht“olge, Wieſen und deren Erträge, Weidet, Hote und ſo weiter. Eben ſo können auf dieſer Charte die vdenarten nach den Bonitirunggabſchnitten verzeichnet, Gräben, Wege, Triften, Meliorationen angegeben werden, auch däs Nivel- leiment, wo ſolches in unebenen Gegenden nöthig iſt, um Bebufs Her Waſſerabzüge Maaßregeln nehmen zu können, Das Ganze dieſer Bezeichnungen dient in der Folge dazu, um den Grund- werth der einzelnen Theile der ganzen Beſihung auf den Grund der darüber geführten Buchführung und der aus ſolchen gezoge» nen Durchſchnitte zu beſtimmen, und feſtzuſeen, welche Opera- tion ſchon in dem Betracht nicht als überflüſſig, vielmehr als ſehr nüßlich erſcheint, daß man dadurch in den Stand geſeßt wird, beurtheilen zu können, welche Stüc>e den größern oder gez ringern zeitgemäßen Werth baben, oder auf welchen Stellen der Cultur nod nachzuhelfen und deßhalb- größere Verwendungen rathſam ſeyen, oder, wie ſich der Kaufwerth des Ganzen auf die einzelnen Theile vertheilt, wodurch iman denn auch einen paſſen? 109 ) Oekonomie; 23, Abſchn. (646) den Maaßſtab für die Vertheilung der laufenden. oder temporä. ren Öffentlichen Abgaben und Laſten erhält. Thaer, der dieſe Art Charte die Nutzungscharte nennt, bezeichnet ſie im erſten Bande der Grundſäte der“ rationellen Landwirtbſchaft 5. 226., und empfiehlt 6. 228, zugleich die Nüßlichkeit einer Abſchätzung der Felder, mit Hinſicht darauf, daß man dadurch in den Stand geſebt wird, vollſtändige Productionsrechnungen von jeder Guts- abtheilung anlegen zu können. Dieſes Letztere auf den Grund der Buchführung zu thun,'wird aber voliſtändiger ausführbar, wenn die Erndten, wenigſtens einige Jahre-hintereinander, nitht nur nach Schlag: oder Feldereintheilung allein angezeichnet, ſon* dern auch die Erträge der Unterabtbeilungen in dieſen Schlägen oder Feldern, nämlich die der verſchiedenen Bodenclaſſen darin, 11 quanto bemerkt werden, was allerdings viel Genauigkeit im An- zeichnen, in den Scheunen, und beym Ausdreſchen der Früchte und Wägung des Strobes erfordert, wobey indeſſen durch Probeman- deln und Probedreſchen viel Abkürzung Statt finden kann,-Obi- ger 6. 228. ſpricht indeſſen nur von einer Vertheilung des an- genommenen Grundwerths, und von einem Ueberſchlage, was der Morgen jeder AFerclaſſe, nach proportionalen Zahlen ange: nommen, werth ſey, Zur Erreichung wirklicher Erfahrungs- ſähe über die Sache ſcheint es aber keinem Bedenken zu unz terliegen, daß man die Abzeichnungen auf den Grund der Buch- führung mehrerer Jahre macht und davon Reſultate zieht, die um ſo genauer werden, je nachdem man die Einzelheiten gehö- rig beachtet hat, wo dann allerdings der Fall eintreten kann, den Thaer dort bezeichnet, daß nämlich eine Production dadurch um ſo vortheilbafter werden kann, daß ſie auf einem Boden von ge= ringerem Werthe bewirkt wird, als man ſonſt in der Negel dazu erfordert 3; ein Umſtand, der ſich gewöhnlich durch Localität be- ſtimmt, und“ daher auch nur ein locales Intereſſe erlangt, aber keine Norm, ſondern eine Ausnahme begründet; nichtsdeſtowes: niger ſind aber ſolche localen Reſultate dem Eigenthümer von Bez: deutung. M ds Wenn man zum Zwe> einer Rechnungsführung diejenige Ueberſicht vom Ganzen erlangen und ſtets zur Hand haben will, welche nach Thaer durch die Nutungscharte und das Lagerbuch erreicht werden ſollen, ſo kann man, nach dem, was im vorlie: genden Werke über dieß Nechnungsweſen bereits ausgeführt iſt, auh der im 7ten Bande S. 635-- 637 angegebenen Form folz gen, wo dann die da befindlichen Materialien benutzt werden, um jene Reſultate zu zieben, deren vorhin. gedacht worden iſt; wir können hier, um alles zuſammenzufaſſen, nur auf die Bo- nitirung, nicht auf Reſultate aus mehrjährigen Rechnungen, zurüFgehen, was indeſſen ein Jeder nach und nach einführen kann, wo ſich dann nach beiden Verfahrungsarten die verhältnißmäßigen Grundwerthe ergeben, und ein Maaßſtab gefunden wird, nach welchem man. die Koſten und Abgaben des Suts auf die Einzel- beiten vertheilen kann.»Hierbey find wir der Meinung, daß der Werth der Wirthſchaftsgebäude nicht beſonders genommen, ſon- dern im Grundwerthe mit begriffen wird, da ſich dieſer ohne die einmal nöthigen Wirthſchaftsgebäude gar nicht denken läßt; es enthält aber keinen Widerſpruch, wenn in den Specialrechnungen OekonomiſcDie oben gedachten Productionsrechnungen der Früchte jedes einzelnen Schlage3 oder Feldes loſſen ſich aber aus den Special: rechnungen am ſicherſten und einfachſten machen,„und. ſobald ſie von einem ganzen Umlaufe geſammelt ſind, werden ſie Gele- denbeit geben, entweder mit den Reſultaten eines frübern Um- laufs und einer andern Feldordnung verglichen zu werden, vdex ſie werden einen künftigen Vergleich vorbereiten. Die richtigen Anzeichnungen in den Specialreci werden, mit Dae NRec<ßnungsweſen nicht in Unordnung kommt. Wer fie aber einmal verſucht und ſich ganz 3n den Geiſt derſelben hin- eingeſzzt bat, wird ſie RE nicht wieder aufgeben,„109 die Beſchwerde bereuen, die ſie ihm zu Anfang machte. Die klare Ueberſicht, weiche ſie über jeden einzelnen Theil der Wirthſchaft nicht nur, ſondern auch über das Cingreifen des einen in den andern insbeſondere giebt, und die Fdeen, welche ſie über die Berichtigung der Verhältniſſe erwe&t, die genaue Controlle, welche man aus ſeinem Zimmer und ſelbſt abweſend über die wirtbſchaftlichen Arbeiten und Verwendungen führen kann, die Fingerzäige zur Richtung der Aufmerkſamteit auf dieſen oder je: nen Punct, werden die Mühſamkeit, welche ſie nur im erſten Jahre verurſacht, überſc M8 SE OB 1:(580554 WEN GU IEN HW-| 5,| Knecht Lobe: NU SOSE EE 15 NE 9E 1 CarbP 985 054 ID EE 03:[IG„146 58!„- 00 verſetbe. 258... 12 LENA EE SPO 25 220.70 0008| 6,| Tagelöhner 3|| (24301047 6 188864 5. I 85 688 96 185 197 74 19ANN AOEE. SEB 1.(0:4 1869" 3 e Dörfelbe ur| 20 Nez Ie] 2 82108 298062.18...2.4- Z0M8| 7.| Tagelöhner SDA ERL ESE dr EOS EPS NEEB DCM EI MIS derſelbe vb Es 1 Ee LEER TD ESS USES S 008 8- 20 10 2.200081 ja fad, - [ST] „+ 8.| Knecht Süß| verfelbe EB EIT 47 E21 IW AES 3? 2.10 Summa|| 77| 1| || Anmerk. Die, Geſindelöhnungen und der Werth der Geſpann- tage in Nr. 12. werden erſt am Jahresſchluſſe ausgeworfen, weil ich erſt dann, alle Koſten überſehen laſſen 3; will man die Geſpannkoſten bier weglaſſen, ſo dürfte doch nöthig ſeyn, 6 ven Nachweis von der Beſchäftigung des Geſindes eben ſo genau Tu führen, wie den über die Beſchäftigung der Tage- löhner. „Wit1| mit 2| mit 4 ODekonomiſche Rechenkunſt. Buchführung. 111 ; 9, April 1829 geleiſteten Arbeiten und deren Verwendung, 7, 8. 9 SCENE 10. „itdenen Geſi „aner gearbeitet uben „Werde Wech: Geſinde ſel;[Ochſen wohin und worden? wozu gearbeitett Holzhauen, Brennerey. Miſtaustragen j gepflügt auf Schlag 1. Graben gemacht auf der Wieſe Miſt auf: u. ab- laden in Schl. 3. Holzladen in dem Forſt, Getreide verfah- BENT 0.5.00718 gepflügt zu Schlag 2. für die Schäfe: 1. IIB 4:8 WO als Byte verſen: ver%:& Holz gehauen gepflügt in Sclag 2. Miſt gefahren daſelbſt. „> WD DD Häckſel geſchnit- ten für die Kühej, für die Brenne-1 (651) 127 133 des| Geld- Haus:| betrag| Anmerkungen getinz? des a Sgr. EIh1. 159g. Ipf. 2 ) Zu 406(6!.| Felder- Rech: N nung. ||; : ij.|16)„j Wieſen-Rech: nung. ERA 258.287"(281 3 " jp Allgemeine «|: 4.(15). Wirthſchafts- h koſten- Rech» 4 nung. + Fa 1.1.1 Kornbodenz- Rechnung. | Allg. Wirth- ſchaft8koſten- . 4 1 1.1.3 Rechnung. .|. 10|,4 deßgleichen. 112 Oekonomie. 3. Abſchn. (652) Np; 52. Tagelohns- Berehnung füt) 20. bis 30.1 1. bis 6.| 1. bis 14. jj 9. bis 15/ſ,bi ; Juny July July July| Ju ns 100n Art Tage Tuge Tage Tage| TZ egenſtan der Arbeit|; R Ges. genſt 8, Ia Groſchen» Groihenſa Groſchen a Groſchenſhr) 6:5: 4'316 5 434,65 4 316 5 9 Mb Stromwieſe jmähen.« ſtl015..1.Y.|1.[+(-ſ+]-]- KEN EN IM heuen, auf: uU.|| die Neiher- MPlaDEeN+X 93 45 M0 27 51 4.00) ZU SIEDT 44)-s„|P. Wie ARräben 14 7 41512510. 05(cboclte Dalla 44:45 FI heuen, auf: U«| IHlADEN: 5 277 DUN 2 EEE 57| KOI 01.G BU eH«|+| Wb, Schlag 1. Weizen jmähen«. f7|]«|«|«Poſol+[+h+oſ+j+j-+«Mh 4.«Zub Jwenden ,; bin: den, laden, ein:| ; fahren u. taſſenjt0|10/10|20)„|„|+|«J+ſ.j+|-4-„|B | Schlag 2.| Roggen ämöhen=- fb-ſcſ feſcloj-oßſeſe|+]+ m 3 403 11: wenden, bin: den, laden, ein: fahren u. taſſenß 9| 9| 91189,.]„Jol-Yoj.f+f- 3 1/08 Schlag 3.| grüner Klee jmähen«++ j10]„|+]. fl0 je]. 10] 1.|„J10t ,|„JN --= grün einfahrenjt0|„|.|„j10]|+]+jt0)|+„J10]|. 19, Schlag 4.| Hafer mähen«+"5 104 145 SU WBB CH 7 1a-|+ Ml, 8004 PWEeENDEN DIN: den, laden, ein- fahren u. taſſenß„|«|«|„Yo|+|-9+ 0 En 8 Sc= VU. f- w- ju. ſw. Summa finad) bemerkte Tage, 1828. Oekonomiſche Rehenkunft. Buchführung. 113 ( 653) 145, bis 22. 23. bis 29.9 4. bis 7. jDarunter ſind y- July July Auguſt| Geſindetage| Geld- ( Tage Tage Tage betrag WSroſchenja Groſchenſa Groſchenſtnechte| Mägde W6 /4 38 0/5 4386 /5-4 3 Thl. gr- pf. Bemerkungen 9!| EBE 17 8(9(BV MY(WI 199 WE WIDE| h|| EPAL. 174) M 20/04 173(DY 89(WU SAR] 5 " 5 BEBE 25 PY DS 26 DY DN 688 W8 230-0)] ) KEEN 2 20.031 ZU EMO 168 MN 2Pill|! j Der Werth der Ge- ſindelohn- Tage wird«uch hier : nach den geleiſtee ten ÜArbeitstagen berechnet, der ſich nad) dem Lohnbee trage und den Uns terhaltsfoſten exs giebt, wie ſich abex von ſelbſt verſteht, muß dieſer Koſtens betrag auf 365 Ta- ge vertheilt wer- den, jedoch allere dings ſo, daß ein 7 Erndtetag verhälte | fnißmäßig höherzu | ſtehen fommt, als jein Sonn: u. Feſt- hrag oder ein andes hk rerminderanſtrene 8 zender Arbeitstag, oder man läßt Sonn: u. Feſttage weg und vertheilt die Koſten bloß auf die Arbveitsta- ge- nad) Verhält- uiß. Algo Wirth- ſchaft deßgleichen Felder Kubſtand Schafſtand Garten Tabak Kuhſtand Felder Schlag 1. WD . Außenſchlag Holz fahren Holz hauen Kartoffeln aus: ſuchen Kartoffeln ſchneiden deßgleichen verſchiedene Ar- beiten zu Markt mE HäFſel ſchnei-ß den Gräben machen Pflügen mit Pferden 7] j Pflügen mit| Ochſen Horden. abfah ren Summa DETER a Cia 114 Oekonomie. 3, Abſchn; (654)+ Nr. 43% Tazelohns- Berechnung für W 7 October November Januar ö! Ort und Art=| I Z ß Tage Tage|) Gegenſtand der Arbeit a Groſchen] Groſchen a Gra 5,4 3.2[5-4 ZM Wirthſchafts-| l| Gebäude jSteine ſprengen? deßaleichen jLehm fahren| Allg. Wirih-| ſchaft Wege beſſern| Felder Miſt austragen| 1i nachſtehenden Wintermonate. Oekonomiſche] Rechenkunſt,;;„Buchfährung, Darunter ſind Ge- : Februar ſindetage GÜdbE >- tra “ des der der g "„aGroſchenſMeiers[Knechte| Mägde 5 4 3 4a Gr.ja Gr.|a Gr. Th!l. ſq. yf. Anmerkungen, wohin die Ausgaben im Hauvtbuche zu verrechnen | 4 * allgem, Wirtbſchaftskoſten. wird künftig jedem betreffenden Schlage pro„rata zur Laſt geſchrieben. davon pro herrſchaftl. Haus2 wirthsrechnung= pro allg. Wirtbſchafts- rechnung= ) ( iy ) geht mittelbar auf den bes |) treffenden Schlag, indem es | in die Viebrechnung gehöri- gen Orts aufgenomnien wird, ) in ſo weit die Kartoffeln nicht theilweiſe Marktwaare ſind. unmittelbar zum betreffenden Schlage. wie bey den Kartoffeln. trifft unmittelbar den vder die Sqcläge. deßgleichen; 116 Oekonomie."3. Abſchn: (656) Nr. 4. Ausfaat- Tadelle. Tracht| o H NE EIn Sröße Tag der Cyan Frucht:| nach Bemerkum| Schläge und Einſaat| ver| at her fri gen hr Stüc>e Einſaat Dünn: Myra: DR. Sch.Mzz- YI. 1328, Binnen: Schlag 1.4 139|- 15-23. Sept.j151|« jWeizen] 1ſte 13829, deßgl. 2. 146 21-29, Märzi164|» kleine 3te Gerſte 3-2 4 70 10-13, April 781 12 Hafer jf 3te -- deßgl. „5: 70 12-22. Aprilj360„s|Kartof-| friſche feln| Dün- gung 1329. dgl. 4-34 79 15-17. Märzy 79 Erbſen|f 2te HE IIBER E END SU 87 496: U+'ſ. W+ Oekonomiſche Rechenkunſt. Buchführung, (657) - Tabelle. Bemerkungen über Quantität, Qualität und Abgang bey den -| Taſjes Früchten Eine Garbe Weizen hat im Durch- ſchnitt gewogen= Pfd. An Ausdruſch hat ergeben: ein Scho Weizen)= Sc > 62 | 1 Pflugräder? nene 007 108 1."425P Tit. 3,5 Eggen 7 eiſerne neue..++«+= fd Paarh dergl. alte braümbare.+«« J9.Dral, Tit. 4. Miſtwagen, alte brauchbare.« f6St. 5=|; Ti4,-5. Fertige Stü>e:“; Speichen! 0. 2004+1 0.55. DEO. DT 5,08 Ww | 1 TelREN Pi+5 Bo 8 /,00. 5 4% 1201.00 EEDTAKE W31== 108' PARgbAlten ds Shen 51% 88 4 1 1055| „14 131% BEZIOL EWE DED WB: DEI 7.28: 2-|10|5 WIE Ar000 11 1 AMELIE Dell WEECIND CD: M 2 1| vale€! Eggenbplfen> 44h 4441758040 24 21-|=| Pv MEADEY:; Hen 94 4.24.4640 8.44 20.-455 087 Beſchlagräder, alie brauchbare. 8 1 161-|= Oct. 1 FTit. 6. An Boden- Geräthſchaften von mirj yeu angeſchafft:| ein ganzes Scheffsekmaaß. 1 2-14 eins Vierter: varu1a., 5 3...4.570% 1 1/15|- RPE ppM KS 40 6: 7 6 1| 6|- eine Bodenwinde angebracht. 1 8|15|- bu. 7... Dekonomiſche Rechenkunſt. Buchführung. 6 70-465 758 daS: 10.4909 663) e) fedten Inventarii. Abgang in Natura und Geldwerth des Be:| Zahl SD 01107 ſtandes am Jahresöſchluß der| Werth Stücke Th!l. ſa. vf. VAHLEN 4 3 3|120 - WEM 22) 7 v 3| 75 "+ DECEE: 35. N t 620 4b 7... 804+50 4 144 8 8 SG 2008 E 3 3 3 für altes Eiſen zu verrechnen|== s S 7 0 0.4. 39 .:... 4 Paarj 4 .... z 5 Vaarß 18| ..... 5 Paarß 91- .?.. 3 76 St. 4108 .... 550 8 7 “«% 12 dgl.j 401 alte Hammel. JTährlingsham:=] l me“5.28 8 güſte Schafe.| IDEE. 2561 304 Jährlingszibben? Mutterſchafe) Anmerk. Die Fortführung dieſes Journals durch alle Winterfütterungsmonate giebt die Summe des Wine futters im Ganzen, dem dann noch die etwan verblei:| benden Beſtände am Jahresſchluß hinzugefügt, legtere| aber auch in der folgenden Jahresrechnung wieder über: tragen werden müſſen. Dekonomie. 3, Abſchn, (664) Nt..7 Viehfutter- Journalſym En Stroh| Heu| Rog-| Hafer| Kaff.| Kar» Wwib: gen toffelny 1828. 4 Sept, S NG Stü> Ctr.| Ctr.|Sc 61-| derſelben 1:3: R N ö T.., 30 4KGb2 3 2.4.55 EF N 8 4 N.; 10|drgl. Güſte. G. 4 7;.-" 16|Jungvieh... 5.;.«85 10|aroße Dtn 14|kleine Schweine 4%|: 2 uw“ H Oekonomiſzahl die Nahrung hinreichend geweſen. Oekonomte, 3. Abſchn; Flächen: Inhalt. Mrg. 2.R. 170) 24 haben erhalten: Nr. 1, Weizenſchlag. Beſtellun DU n dem abzie- benden Pächter bezahlt. An Saatkorn 212x Schfl. a 13 Thlr. demſelben.+++ An--Ernbtekoſten 1.42% 44 94 An Dreſcherlohn für 1361 S Oekonomie- 3. Abſchn. Hat erhalten: > Arpt. a.4.20 10 >äfere/! I fen Qunn NEN Mee Kaufte vom beut abziehenden Pachter Storc< 1200 Stü>X Schafviehin allen Sorten auf Handel im Ganzen«+ Von demſelben an Raufen, Horden, Karr: HiFfte M3. fs PO7E 4 35 ENSURE LS AM Feuer: Aſſecuranz-Beytrag für 1 Jahr für den Schafſtall und die Schäferwohnung a 4000) Thlr. Werth.= 4+++ Dal. für den Werth des Viebes, den ich jedom zu 6000 Thl, verſichert habe, 214'PYoOCCNTI4 4.5545 40) 721078 106.4 187 5 SURENS Dal. für 6000 Ctnm, Winterfutter- Heu, am Werth zu 2000 Thl..+++ Deputat und Lohn dem Scafmeiſter u. 2 Knechten: 108 Sch, Roggen a 1 Thl.. 103 Thl.- ſg. 16- Gerſte 318%ſg-+» 9* 26- 87. 7 DExbſog- 3 Deb 7+10 EN 3 Morgen Kartoffelland a5T 15 7 z Leinland; 28 8 Klaftern Holz++++» 46 Lohn der Knechte a 40 Thl. 80 vun 15101 EA, 3 Ein, Salz 34 Thl;.+«2». An Holz: u. andern Fuhren 6 Pferdege: ſpann-Tage a 1 Thl, 11(gr. 9 pf.> Steine u. Maurerlohn atm Schafſtalle An Arbeitslohn Sandte durch Frachtfuhrmann N. 24 Etn Straßengeld 3 Thl.« laut Nechnung, erſtere zu 3 Procent« 4 Procent«++ Der Kaſſe verbleiben Dem Capitalfond wachſen zu An Baureparatur-Koſten, Kalk, Fuhren, bey der Wäſche u. Schur Für Wollſa>-Leinwand, 140 Ellen a 5 ſar. Wolle nach Berlin, auf 30 Meilen, in Fracht verdungen pro Ctn. 2x Thl. nebſt Dem Woll: Commiſſionär H. Täge in Ber: lin für Verkaufsprovijion U, Unkoſten, Jahreszinſen pro 8253 Capitalwerth a An Verluſt durch Sterben 10 Stü> im Abertue' an 4 R SEEDER IN 928,1 1- Oekonomiſc+[ 330916 3.|Für Felder-Nechnung:;) 8000 Ctn.'Rauchfutter uind Feldweide,| 968| 1| 8 4. jFür Wieſen-Rechnung:; 1009/7Gentner- DEU 1.04.47 DL AU ILL AE ILL TE EE 5. ijFür Angerweide-Rechnung: 8: ) 3000 GentnereDemn"n 4077p 700441456 358|10|= 6, jFür Betriebscapitäl-Rechnung: 3| | FEW ÜWEGPOJIEM 7. Dei) 10002.250 ZS IAM EREULS 513110] 6 7. jFür Gewinn- u. Verluſt- Rechnung| 27|=|- 8, jFür Capitalwerths- Vermehrung 2316 ZU 14 SU1829:4: 2.2.4044 1 0 POP 208+ 24 2 002400 'q. vy eu) Oekonomiſche Rechenknnſt. Buchführung. |(671) Ghäfere9y und deren Nugüng. 1828 biß Haben geliefert: 2829 SSEN Thi. ſq9+.0f-4 Thlr. fa, vf. = 1379 j Sulyi1) Für Capital-Rechnung: Wertb des Viehes, welcher durch den 6e diehenen Zuwachs von 6-dreyjährigen fei- nen Böen u, 50/ Mutterſchafen Um 400 MOTZ UAE Vm 1,0 3.>b 06-4 ID Werth der Gebäude und des Inventarii, 2) RÜDERN EReONnUng: 5-5 6++ 0 3): WE SEITEN ZDDS ON UNG: 0) 6406.28 141.5,,,4 4) FB Wigſen€ Me ſq. pl nal Sui 4jKaufte vom Pachter Srorch 3 Zuchtſtiere 1. und 60 Stü> Kühe, nebſt 20 1 u. 2 jäh- 1 rigen Färſen im Ganzen erhandelt für 1495|.|. An Jahreszuwachs des Zugviebes, Werth| 81.4|+ „IDeßgleichen. von demſelben 110 Stü höl: ß zexrte Milchnäpfe, 2 Käſetröge, einen' kupfernen Keſſel u.-ſ. W. fÜr++++ 1801 4% „jDeßgl. von demſelben eine große Häcfſel: N und eine dergleichen Kartoſfelſchneide: Maſchine FL 2:0545..4..0 5408 I 17018 16 1853|. 319 Cir. Steinſalz 3 4 Thlr.++»* 36].|+ 9-144 Tonnen Salz zum Moltkenweſen a 5 Thbl.| 60|.|- 13-18i2Lohn und Unterhalt des Hirten und des ONE LBA: 25. AGFA 2.10 15 E01 08 102 M 145]«| 19-251 Deßgl. für 4 Viehmägde«++»++ 240|.|.| 26)Wintertagelohn für 200 Männer Tage: 1118 werke zum Futterſchneiden a 6 Sar. 40|-|."M 2719 Klaftern Holz zum Keſſel und Molken in a 2 Thlr. 18]: 14" 23; Anfuhr derſelben 12 Fuhren a 39x Sgr.| 15/24|+ 29-31/Reparatur der Ställe, an Fuhren, Kalk, Arbeitslohn und Steinen«+«++»» TANTE 32Medizin- und. Thierarztlohn»««+- 8,15 31]10 neue Bindeſtränge«"++»*»*.|25]|. 39ſMerth einer krepirten Kuh. 22]+13 5jAn Vieh- Aſſecuranz- Geldern dem Pachter Storch erſtattet für den Capitalbetrag ad 1495 Thlr. auf 1 Jahr.++» 14/28] 6 38-40jFeuer» Aſſecuranz für Stallung u. 1,0: laut 2 Ausſhreiben.++»--YP+ Deßgl. für das Winterfutter««++ ABN Fin Böttherlohn für Milchnäpfe«+++ Dem Sc Jungvieh eingeſtallt ſind, 1373|. Werth von 3 zweyjährigen Färſen.. 88 Wertb von 3 ein und ein halbjährigen dergl.4 42 Werth des todten Inventarii, welches, als in ſehr tauglichem Stande, noch zum Ankaufspreiſe berechne..... 8 320.1. 185315|+ 4578112] „Die auf den linken Seiten ſpeciell ver: zeichneten Betriebsausgaben würden in der Wirklichkeit unter mehrere Titel zuſam- menzufaſſen ſeyn, bier ſind ſie beyſpiels- weiſe ſpecificirt, im folgenden Hauptab- ſchluß iſt die Rechnung vereinfacht. | 4 k|| 134 Oekonomie. 3. Abſchn. (674) Nr. 12. Hauptabſchluß meines Kuhviehſtandes 1828 I hat erhalten: 1.Jul. Thlr.|ſa-[pf-fEhlr.[ſg.[pls 1.|Für Capital-Rechnung: Werth des Stallgebäudes«++++ 3000|--|- SEGER ba 3 1 13,3 02-2009 WISL-a6 568 1 89.24 1503|--|- +|=. tobten Inventarit.=.%..%/+ 1390-15 | Ja853|-|- 2, Für Kaſſen-Rechnung: Zinſen ad 1,24 Procent? 54446 eus 194| 4|- 3, iFür Felder-Rec] zz ouluomn „ co]| 2725 Thlr. 12ſ 7'KZ2 pf-IThlr.'ſg.pfs 4853--|-- 12725112] 7578/12|=- 136 (676) Nr. 13. Oekonomie. 3, Abſchn. Allgemeine Wirthſchaftskoſtens 1328 bis 1829 Hat erhalten: Thl.ſar. pf. TIh1l. ſar. pfs . 1) vem Verwalter Wehalt+«492%» demſelben Unterhalt des Reitpferdes; -"= ſeine Beköſtigung und Heizung 2) dem Meyer die Hälfte der Löhnung und des Unterhals ue 2 6 20.02.25. 22.1098 3) die Löhnung und der Unterhalt der Köchin 4) an Brandaſſecuranz.- Beytrag für Geſpann, Vieh, S brauchbare Sie-| lengeſchirre nebſt Zäumen und 4 Sättel| 110|=|=-| deßgl: 18 Halfter mit Ketten.+« 181-+|=|| Stall Utenſiliet/s 4 WINK«9 4 15|-|-|| Wagen, Pflüge, Eggen, Schlitten u. ſ. w.| 280|=|-= 12, 2 braune Wallachen gekauft, G6jährige|| a 80 Thlr.. wv EZ 20O 2 7 EODGSED“€ 160=|=| 11 EH 113|-|| Futter pro Jahr 525 Sch. Roggen a 1 Thl.| 525|-|-| 525-=- Hafer a 12 Sg.| 210|--|-| 651 Etr, Stroh a 13- 27| 3| 1819 731-- Heu a 7 Sg. 86|17|-- 348/20| 9 Knechtslohn: 3 Großknechte 3 32 Thlr.| 96[--|-- 2 Kleinknechte 324- 481-2| Miethsgeld, Weihnachts-| geſchen? 81, ſ+.W+„. 1. 49i ſtarke A&erpferde in Pauſch und Bogen erhandelt für.«=«« 560Thlr. b. 23 Stü> ſtarke Zugochſen deßgl. 504» c&c. 3 Zuchtſtiere und 60 Kühe, Nie: PEHUMASLAME+ 447 2 110010542500 1893.57 m d. 16 Stü junges Hornvieb. 160- e. 1200 St. Merino- Schafe, welche ſeit 15 Jahren in der Veredlung begriffen ſind, kommen nad) Sor- ien und Alter im Durchſchnitt auf 3x Thlr. pro StüF zu ſteben 4200= 3, An todten Jnventarien- Stü>en von demſelben Pachter laut Specification gekauft««+++ 4, An beſtellten Saaten von demſelben übernommen a. an Weizen 2123 Sch.a 1Th.20ſg.=354Th. 5ſg:- PEU RDAAeÜ-4077) 2. 4 B 2 2 INR IEE UTE c. än Gerſte 166- a=- 25:=138- 10--=- ad. an Erbſen 7]: WER EE: u 1 aud 8 1 ares FE EN Se IS Se e. an Hafer 901=» a--- 15:==459= 7,5 6 fan Kleeſamen 6 Ctr. 310»s==>= 60-=-= g. an Kartoffeln 1071 Schfl. a 3==107- 21== h. an Heu 285 Ctnr. MT 22.00.52 2 40.2177 ;i. an Stroh 16 Scho> a 3 Thlr.= 48 Thlr.|:a.lvel) Thlr.[ia] WH | 160000|--|- & . Für Beſtellung vorſtehender Früchte bezahlt . für den Weizen««+« 200 Thlr, 25 Sg.9 pf. „für den Roggen««++» 1418 M 2.8, . für die Gerſte mit Klee 193 „ für die Kartoffeln.« 311 e. für die Erbſen und Hafer 4162 €. für 2Furchen zum Tabak 48 20.52 unuoBgmns LM= 2020 5, An Brod- und Futtergetreide vom Pachter erkauft 150 Sch. Rogzen 31 Thl.-- Sg. 150 Thl.= Sg. 150-'"erſte--4=, 25:=!' 125-= 75- Hafer-42,.15 2 37-2726.205 (7, ff | pm 8, deſg 0, In ==e= 55 6319|--|--(.?, Yz 1070|28| 6| 1037128 (97%) > 5 „--- 312,15 Latus 170040/11 9 Dekonomiſche Rehenkunſt, Buchführung. Weyndgen, Activ- und Paſſiv- Schulden, Activa: - Erſtattete dem Pachter Vieb- Aſſecuranz- Beytrag yro bevorſtebendes Jahr 3 5900 Thlr. Werth 5. deßgl. für 12 Klafter Brennholz incl, Anfuhrlohn AUE UeDergabeBpſe En, 1. 6 0059.% 19, An Kapital hut Obligation vom,+.. Erbtheil von meiner ſtel. Mutter, eingetragen auf ihr vormaliges, ſbt meinem Bruder gehöriges Gut N. zur 1ſten Hypothek a 4 Procent EMSER. 2,532 L 3n Staats-Shuldſcheinen 3000 Thlr, 3 92 Proc. Obligation des Fäbricanten H. auf ſein Haus Ir, 5, in B, a 5 Procent 1ſte Hypothek.. Obligation des v. OC. auf ſein Rittergut A. 3 5 Newen WTOFSAONDTBEL* 54*,/4.4 5 0.00 220 E Ine Actie an der Chauſſee: Bau-Geſellſchaft in BBC I WENNDE 15 83.) 23 4400.08 M UBNDAUSMBSNUF 4 2 0.00.06. 5 Paſſiva: Un auf das Gut eingetragenen Schulden, ſo ich mit demſelben übernommen habe a, Obligation des y, R. über., b. Obligation des Waiſenbauſes zu... &. An Pfandbriefs-Schulden, die ich mit über- nommen. Eu TI. 88.2-8 ſämmtlich a 4 Procent Zinſen. d. Obligation für rüFſtändige Kaufgelder an die Creditmaſſe des vorigen Beſitzers 3 4 MUT OTENESIIEN: 2%. 2: 3-21. Ww 4 WE 2 22 ſ. zur Terminial: Zahlung übernommen ſind Jndem ich umſtehende Activa ad 44360 Thlr. laß baaren Kaunfgeldes cedirt, bleibt mix. incl. Jn- eiiiarium an, Activ- Vermögen|. und zu verzinſen ſind jährlich 3 4 ehbeyde 115640 Thlr, mit= 4625 T 143 (683) Thlr. pf.ß Thlr. ſg.[pf. Trangport 1170040 c 50- 28 Ai 110: 8 8 9 20000-- 7360-- 5000-- 8000-- .... 4000 M7 - 4 44360/--1-- 171010 epn aum Hauptſumme 214938|11| 9 FAR ME 6B M 001) 118 Cs H 11000- WEINE BAILE 60640- 00 68 BRO 11.0517 1005 2 " SEBDEG', 99345|11| 9 Procent. vor: hlr. 18 Sgr, 144 Oekonomie. 3, Abſchn,; (6384) E Nr. 17. Feldereintheilung und vorläufige Werthfcen, nod) von den verſchiedenen Verfaſſungen bat, in welchen ſich der Srundbeſit und die Bodencultur bey uns und in unſern Zeiten befinden. Der Grund und Boden, culturfähig und cultivirt, oder nicht culturfähig, folglich wüſt, iſt in den mehreſten europäiſchen Län- dern, und in Deutſchland vorzüglich, ſchon ſeit wenigſtens tau- ſend Jahren in feſter Hand und Beſitz, und die verſchiedenen Rechtstitel, unter welchen er beſeſſen wird, haben ſich längſt feſtgeſtellt und berichtigt; an ein AFervertheilungsgeſetz, wie es die Römer beabſichtigten, iſt alſo bey uns nicht zu denken, ſo» bald von agrariſcher Geſetzgebung die Rede iſt, Eine Geſepgebung, die den Srund und Boden als einen beſondern Theil des Nationalvermögens zum Gegenſtande hat, kann ſich daber nur beziehen:. 1) Auf die Eigenthumsverhältniſſe und die Rechtstitel, unter welchen das Eigenthum und der Beſitz ergrigen wird, 1350 Oekonomie, 4, Abſchn, (662) 2) Auf die rechtliche Qualität des erworbenen Eigenthyms und die daraus folgende beſchränkte oder unbeſchränkte Nutungs- befugniß 3; dieſe'wird im Laufe der Zeiten durch die Verfaſ: ſung der Völker beſtimmt, und vererbt ſich fort. Die Geſchichte giebt über den Urſprung dieſer Verhältniſſe nur erſt ſeit den Zeiten Karls des Großen Auskunft; was jen- ſeit dieſes Zeitpunctes und bis zum Verfall des Römerreichs zurückliegt, iſt, wenigſtens in Bezug auf Deutſchland, größten= theils unbefannt; die Begründung des Lehnweſens-geſtaltete ganz vorzüglich die redtliche Qualität des Grundeigenthums, derge- ſtalt, daß der freye Eigenthümer ſein Beſitthum ſeinem“ Landegs2 herrn überwies, und es von dieſem als ein Lehn zurükempfing, und dieſe Belehnungen dehnen ſich ſogar in andere Stände aus, Indem auch die größern Landesherren und die Biſchöfe, Prälaten und Aebte Güter zu Lehn austhaten, over freye Landeigenthüs mer-ſo lange plagten,' bis dieſe jenen ihre Güter, als Oberherren darüber, anboten, und ſie von ihnen zu Lehn zurüFempfingen. Dieſes Verfahren hat ſeinen Urſprung in dem kriegeriſchen Geiſte Unſerer Vorfahren und in ihrer Kriegs- und Staatsverfaſſung 3 leßtere gewährte im Innern feine Sicherheit des Eigenthums und der Perſonen, und dieſe ward endlich nur nothdürftig erreicht, indem ſich der freye Mann in die Hörigkeit des"größern Guts: beſizers begab, von ihm aber dann ſein eignes Grundſtü>.zu Lehn annahm und ihm die Lehnspflicht leiſtete. Die Augdeh- nung und Ausbildung dieſer Verfaſſung führte endlich zur förm: lichen Sclaverey der Perſonen, und eben ſo zur Unfreyheit des Grundeigenthums, indem die Fürſten ihre Kriege mit“ andern Völkern und ihre Privatfehden lieber mit ihrer Lehnsmiliz, als mit dem ganzen verpflichteten Heerbanne ausführten, weil ihnen erſtere ergebener war, und weil die meiſten Mitglieder des Heer» bannes, alſo die Maſſe des Volks, eigentlich die Ernährer der Großen, folglich unentbehrlich waren, und ihr Verderben auch das ihrer Oberherren nach ſich 30g 3; woher es endlich kam ,' daß die geringern Leute ihre Verpfiichtung, in den Heerbann einzus- treten, mit Aufopferung ihrer Freyheit abkauften, Sie wurden alſo nur Nießbraucher ihrer Güter, und verloren die freye Diga poſition darüber. Hieraus entſtanden nun ſowohl die Staats2 Lehngüter, als die Privatlehne, und in dem Laufe dex Zeiten die mancherley Beſitverhältniſſe freyer und unfreyer Beſiper, mit und obne Dienſtleiſtungen. In unſern Zeiten ſind bedeutende Verändexungen hierunter vorgegangen, und hin und wieder ſind die Belohnungen abſeiten des Staats aufgehoben, 3. B- in den preußiſchen Provinzen Brandenburg und Pommern unter der Regierung König Friedrich Wilhelm I., wodurch alle ade« lige Lehngüter freye Allodien wurden; wogegen in Sachſen und andern Staaien der Landesherr noch Oberlehnsherr iſt. Als eine Trümmer oder Nachlaß aus jenen ältern Zeiten ſehen wir nun noch die Familienlehne, Majorate, Fideicommiſſe und an- dere, ein beſonderes beſchränktes Eigenthums: und Nutßungs- recht mit ſich führende Rechtsverfaſſung, ſo wie ſich in An» ſebung der ehemals zu den großen Gütern gehörenden Hin» terſaſſen bauterlichen Standes ebenfalls wiederum mit der Zeit ganz neue eigne Rechtsverhältniſſe gebildet haben und noch ilden, € (663) 3) Auf den Schutz des Landbaugewerbes an ſich und des Srunde- eigenthums überhaupt. Dieſer Theil der Geſebgebung umfaßt größtentheils die Feldpolizey, die Geſundbeitspolizey und die öffentliche alls gemeine Sicherheit der Perſonen und des Eigenthums auf dem Lande, 4) Iſt aber nunmehr in unſern Zeiten die Herſtellung eines freyen und unbeſchränkten Beſiyes des Grundeigenthums mehreren Claſſen von Staatsbürgern, beſonders aus dem Bauern- und Bürgerſtande, die Regulirung ihrer perſönli» Fe in ſofern frey zu verfügen, als nicht Rechte, welche Dritten darauf zuſtehen, und aus Fideicommiſſen, Majoraten, Lehns- verband, Schuldverpflichtungen, Servituten uv. dergl. herrühren, dadurch verletzt werden; und daß dem gemäß,„jeder Eigen- thümer ſein Gut oder ſeinen Hof durch Ankauf.oder Verkauf oder ſonſt auf rechtliche Weiſe willkürlich vergrößern oder verz kleinern kann; eben ſo kann er die Zubehörungen an einen oder mehrere Erben überlaſſen, vertäuſchen, verſchenken, oder ſonſt nah Willkür im rechtlichen Wege damit ſchalten, ohne zu eis EE Veränderungen einer beſondern Genehmigung zu bes ürfen.“ Dieſer Ausſpruch verheißt Alles, was man verlangen kann, und iſt in voller Uebereinſtimmung mit der ſonſtigen Freyheit der Gewerbe, die- die preußiſche Regierung nun ſchon längſt ge- ſtattet und beſchützt hat, und deren Erfolge uns kürzlich in dem Agrariſe zu verbeſſern. Indem alſo dieſes Geſetz die Hauptmomente feſtſtellt, die zu 2. vorſtehend erwähnt worden, geben die übrigen, auf den Landwirthſchafts- betrieb Bezug habenden und in der Folge zu erwähnenven Ges ſetze 26 AE an die Hand, wie zur Herbeyführung eines ſol: ten und fanden, eröffneten der letztern mit verſtändigem Etn-= ſchreiten ihre geſetzliche Bahn, ohne Zerrüttung aller Beſtandtheile der Geſellſchaft, zu ihrem augenſcheinlichen Heil und Nuten, So erſieht man 3. B. nun nicht, daß im Königreich Preußen die Aufhebung des Zunftzwänges und die dagegen eingeführte Gewerbefreybeit dem Staate den Untergang gebracht hat, wie ſchwache Köpfe ſeiner Zeit behaupteten und weiſſagten 3 wir er- ſehen ferner andern Theils nicht, baß in dieſem großen Staate die Emancipation der Bauern die Rittergutsbeſitzer verleßhte, viel2 mehr floriren beide Stände, wo ſie von einander geſondert und unabhängig gentacht wurden. Eben ſv wenig iſt zu bemerken, daß in dieſem Staate die Aufhebung des Gemeinſchaftsverbandes der Dorfgemeinen, welche aus bäuerlichen Wirthen beſtehen, ei- nen, Nachtbeil auf die Woblhabenheit derſelben hervoraebracht hätte, im Gegentheil jeder Einzelne befindet ſich ſehr wohl, weil er ſein eigner Herr geworden, dem ſein Grundeigenthum in Malen und Grenzen zugetheilt iſt, auf welchen kein Dritter mehr Rechte augszuüben hatz; die nicht Aer beſizenden Leute, gewöhnlich Büdner, oder mit Häuſern angeſeſſene, zur Gemeinhütung be- rechtigte Tagearbeiter, ſind für ihr Hütungsrecht abgefunden, und werden, indem ſie in der Negel als Aequivalent für ihr oft unbedeutendes Recht etwas Acker erhalten, Gärtner von Profeſ- ſion, oder ſie benutzen ihr Aequivalent gartenmäßig zur Verbeſ- ſerung ihres Nahrungsſtandes. Die Hütungs- und ſonſtigen Rechte der Nittergutsbeſiber auf bäuerlichen Feldmarken ſind bäufig, wenn auch no< nicht überall, aufgehoben, die Berech: tigten ſind für ihre Rechte, oft zugleich mit Aufhebung ihrer Berechtigungen zu Perſonaldienſten der Bauern, in Ländereyen, in Renten oder in Capital entſc<ädigt, und jeder Theil hat hier in friedlichem Uebereinkommen nach Möglichkeit ſeine Lage ver- beſſert, ſein Grundeigenthum und ſeine Perſon von allen läſtigen, die perſönliche Freiheit und die Dispoſition über das Grundſiü> beengenden Feſſeln entledigt, und alſo erhalten, was nach dem Begriffe von einer vernünftigen Freyheit in der Staatsgeſellſchaft verlangt werden kann, und dieſe Freyheit iſt nicht ausſchweifend, ſondern ſie bewegt ſich innerhalb der Grenzen des Rechts z; ſie iſt in praxi das Recht ſelbſt: denn ein Jeder hat das Seine erhalten, unbeläſtigt von Anſprüchen eines Zweyten oder Drit- ienF und es iſt ſeiner Einſicht und ſeinem Willen Überlaſſen, wie er es benutzen kann und will, Möge ſich ein ſolches Ver- hältniß immer mehr ausdehnen über die ganze Fläche des Staats, und dem keine Hemmung, entſproſſen aus falſchen Staatswirth- ſchaftsgrundſäten, oder unter der Maske von Grundſätzen über- haupt, entſproſſen aus Herrſchſucht und Stolz, entgegen treten z der Skaat wird alsdann immer um ſo mehr in froher Herrlich- keit blühen, und die Eimancipation aller Gewerbe wird in dem Maße zum Vortheil der ganzen Nation und zur Steigerung des Nationalvermögens bis zum wirklichen Nationalreichtyam füh- Agrariſche Geſeßgebung, 153 154 Oekonomie, 4, Abſchn, (666)| ren, als das landwirthſchaftliche Gewerbe die Baſis aller übri: gen Gewerbe iſt; und es wird mit der Zeit nur noch als eine Antiquität in der Geſchichte der Staatswirthſchaft erſcheinen, daß man früherhin den Zwe&> ohne die rechten Mittel gewollt, daß man Handel und Manufacturen ſchaffen wollte, welche nach Decreten und Reglements ſich richten ſollten, daß man AFerbHdu und Viehzucht verbeſſern und ſteigern, hohe Getreide» preiſe erzwingen, und.dem Auslande jeden Geldzufluß entziehen wollte, indem man die alten Feſſeln des Landmanns„(die oft einer dem andern ſelbſt anlegte) von ſogenanntem Rechtswegen nod) ſchärfer anzeg, und noch neue hinzufügte; um das Sum- mum jus, Summa injuria nod ſtärfer zu beweiſen. Bey jenem Stande der Sachen bedarf es nunmehr, wes nigſtens im Königreich Preußen, auf einer 5000 Quadratmeilen umfaſſenden Fläche ,+ hinſichtlich des Landbaues keiner Mandate mehr, in welcher Art die Hütungsrechte der Rittergutsbeſiter auf bäuerlichen und bürgerlichen Feldmarken auszuüben ſind, und in wie weit die Belaſteten zu Gunſten der Berechtigten die Felder beſömmern, die Braachſtüke umpflügen,„Klee und Lus zerne bauen, Dreyfelderwirthſchaft oder Schlagwirthſchaft füh» ren, Wieſen düngen und einſchnittige Wieſen in zweyſchnittige verwandeln können und dürfen, oder nicht. Verfügungen ſolcher Art müſſen alſo das an ſich ſchon beſchränkte Beſitrecht noch vielmehr beſchränken, weil der Nutzbarkeit der Grundſtücke Feſ: ſeln angelegt ſind, die durch keine Provocation auf Ablöſung gegen Entſchädigung gelöſt werden können, weil überhaupt das ſo natürliche Provocationsrecht gar nicht geſtattet iſt, vielmehr das alte Herkommen und die Gewohnheiten geſetlich eiſern gemacht worden z ein Zuſtand, der nothwendig einen großen Minderertrag eines ſehr großen Theils des Nationalvermögens nach ſich ziehen muß. Es iſt- nicht zu verkennen, daß in Staa» ten, wo ſolche Einrichtungen gelten, es theils an Rechtsbhän- deln nicht fehlen werde, die ſich verewigen, wenn gleich ſie nur bey feſt ſtehenden Verträgen über die beſtehenden Rechte zuläſ: ſig ſeyn ſollen 3 theils wird aber auch das polizeyliche Einſchrei- ten beym Uebertreten der Verbotsgeſeze und des ſogenannten Verbietungsrechts zu ewigen Plagen und Händeln führen, nir- gends aber einen verbeſſerten ruhigen Zuſtond und Genuß des Eigenthums zulaſſen, weil die Herſtellung des Rechts des freyen Vertrags über die Grundſtücke geſetzlich unterſagt iſt, dieſelben alſo dieſe Wohlthat nicht erlangen können. Glülicherweiſe herrſchen Knſichten und Grundſätze der vor- bemeldeten Art in Deutſchland nur zum kleinern, vielleicht nur zum kleinſten Theil. Schon längſt und im vorigen Jahrhun- erte waren ſowohl Regenten/ als aufgeklärte und unterrichtete Staatsmänner und Privatperſonen von. der Nothwendigkeit über- zeugt, daß dem Landwirthſchaftsweſen theils im Ganzen eine an- dere Verfaſſung nöthig ſey, theils daß einzelne Einrichtungen aufgehoben, abgeändert und dem Ganzen anpaſſender gemacht werden müßten,'Es konnte indeſſen nicht fehlen, daß die das hin abzieienden Geſetze, Verordnungen und Vorſchläge häufig ihren Zwe verfehlten, indem das landwirthſchaftliche Publicuim ſelbſt, theils aus Gewohnheit und daher'entſtehender Indolenz, theils aus einer gewiſſen Eiferſucht für Beybehaltung des Alt» Agrariſche Geſetßgebung. (667) hergebrachten nicht ſtets auf beſſere Vorſchläge einging, endlich auch die Vorſchläge und Verordnungen ſelbſt nicht allemal über- all paſſend und ausführbar waren z; das Beſſere konnte ſich alſo nur mit Mühe und in langen Zeiträumen Bahn brechen, und iſt noch bis auf den heutigen Tag nicht überall anzutreffen. Die eigentliche Feldpolizeygeſehgebung(zu 3.) hat nun aber durch. die eben gedachten neuern geſetzlichen Einrichtungen eben» falls eine große Veränderung erlitten, indem ſie nämlic) der neuen Geſtaltung der Wirthſchaften mehr angepaßt wurde.“ In den Ländern nämlich, wo letztere eingeführt wurde und nach und nach ins Leben trat, mußten die alten Formen und Vorſchriften nothwendig als ferner unpaſſend erachtet werden, zumal das früz here Verhältniß ſich urſprünglich ſo geſtaltet hatte, daß die pers ſönlichen Rechte endlich ſtets auch auf den Grundbeſitz mit über» pingen und zu Realrechten wurden, die in Beziehung auf an- dere Perſonen und deren Grundſtü>e als Vorrechte erſchienen, woher denn manches als Feldpolizey widrig erachtet und anges- ſprochen wurde, was bloß gegen hergebrachte Vorrechte des eis nen Theils, oder auch oft nur gegen Meinungen und Gewohn- heiten anlief, Allein noh ehe jene veränderten Polizeygeſetze eintraten, äne derte ſich ſchon manches von ſelbſt ab, was fernerhin nicht bes ſiehen konnte, weil es mit dem Fortſchreiten der Kunſt des Lands baues unvereinbar blieb, und ſelbſt die auf den Grundſtü>en eis nes Andern zu Servitutsaueübungen Berechtigten wohl einſahen, daß es nicht überall ihr Vortheil ſeyn könne, ſich ſolchen Fort: ſchritten mit Nachdru> zu widerſezen. So bat ſich z. B. das Necht der Braachhütung, und:die Befugniß des Hütungsberechs tigten, verlangen zu können, daß das Braachfeld vor einem bes ſimmten Zeitpuncte, und niemals ganz auf einmal, umgeadert werden dürfe, ſchon längſt von ſelbſt beſchränkt, wenigſtens iſt dieſes in einem großen Theile des preußiſchen Staats geſchehen, weil dex Anbau der Kartoffeln, Erbſen und Wicken der Negel nach nur allein im Braachfelde geſchehen kann, ws vämlich die dreyfeldrige Wirthſchaft exiſtirte, und man wohl einſah, daß die vermehrte Verwendung von Dünger hierzu die Kraft des Aers im Ganzen, folglich auch deſſen Weideertrag vermehre, die Be- ſchränkung der Weidezeit folglich im Ganzen durch die dadurch erzeugte beſſere Weidenutzung compenſirt werde.“ Dieſe näch und nach ſich von ſelbſt"*findende Einrichtung entſprach andererſeits aber auch der geſeßlicers-- insbeſondere alſo hier die der Cultur zunächſt ſo nöthige und wichtige Braach» beardeitung-- zum Vortheil des Hütungsberechtigten zu ver: ſhieben nicht ſchuldig iſt; und eben aus beiden Urſachen hielten die Berechtigten nicht ſtreng mehr auf beſtimmte Braachtermine, ſelbſt wenn ſie durch Vertrag feſtſtanden. Das Geſetz geſtattet überdem(a, a. O. 6. 119.) jedem Eigenthümex in einer mit Hü- tungsjervitut belaſteten Feldmark einen Theil ſeines A>ers mit Futterkräutern oder Gartengewächſen zu beſtellen und einzuhe- pen, und es kommt, ſobald alle Beſitzer einer belaſteten Feid2 nark ſich dieſes Rechts bedienen wollen, auf das Gutachten von Sachverſiändigen über die Größe dieſer Einhegungen dahin ay, 156 Oekonomie.. 4.. Abſchn, (6638)) daß dieſelben ſolche mit Rükſicht auf eine noch zur Hütung über- bleibende hinreichende Flähe beſtimmen.= In gleicher Weiſe haben ſich die Anſichten über die die Viehheerden betref- ' fenden Polizeymaßregeln in vieler Hinſicht geändert, und man» die der letztern haben von ſelbſt aufgehört 3 gegen Ende des vo» rigen Jahrhunderts wurde in Preußen eine Verordnung wegen Abſchaffung des Vorviehes der Schäfer und wegen Vergütung ihrer IJnventarienſtüke, bey Gelegenheit ihres Umzuges, in Folge der Anträge und Vorſchläge der Schäfereybeſiper gegeben, wel: e des belaſteten Grund- ſtü>s nicht entgegenſtehen und denſelben nicht verhindern dürfe. Dieß kann zunächſt und in der Ausübung als eine polizeyliche Maßregel betrachtet werden, weil dadurch dem unbefugten Um- ſihgreifen der Weideberechtigten ein Ziel geſetzt wurde, Das preu- ßiſche Edict über die Beförderung der Landcultur vom 14. Sept. 1811, bringt dieſes Princip dahin zur Anwendung,„,daß die da- mit 1m Widerſpruch ſtebende Beſtömmung, welche die Scho- nungsbefugniß der Waldeigenthümer auf einen gewiſſen Theil des Waldes einſchränkt, aufgehoben und feſtgeſebt wird, daß die Schonungsfläche hauptſächlich durch»as Bedürfniß der Wie- dercultur beſtimmt werden ſoll; und das Gemeinheits- Theilungs- edict vom 7. Juny 1821 giebt im Titel von Einſchränkung der Gemeinheiten 6. 171. die hierauf Bezug) habenden Vorſchriften dahin, daß die unter den Eigenthümern vermiſchter, mit gegen: ſeitigen Dienſtbarkeiten belaſteter Ländereyen, und unter den Mit- eigenthümern von Gemeingründen- beſtebenden Einrichtungen, wegen Benutzung der ihren gemeinſamen Rechten unterworfenen Grundſtü>e der Unterſuchung auf ihre ZweF&mäßig- keit unterworfen werden ſollen, wenn auch nur ein Viertheil der Berechtigten(nach dem Werthe der Theilnehmungs- rechte berechnet) darauf anträgt, und es ſollen, ſobald ſich die Theilnehmer wegen deren Abänderung nicht vereinigen können, Agrariſche Geſetzgebung, 157 158 Oekonomie. 4. Abſchn. (670) die an ihrer Stelle einzuführenden Ordnungen und Anſtalten feſte geſetzt werden; dieß gilt insbeſondere 1) von der Benußung der gemeinen Weideanger, 2) der Schlageintheilung bey vermengten Ae>ern, 3) der weiter als polizeylich ſchön beſtimmten Einſchränkung der Wieſen- und Saathütung, 4) der Schlageintheilung bey Forſt» und Torfnußungen, wie denn auch ferner darüber, 5) ob vermengte, mit gegenſeitigen Dienſtbarkeiten belaſtete Ae&er auf mehrere Jahre, als bisber üblich war, oder gänzlich beſäet, oder unbeſäet zur Hürung oder zum Holz- andau niedergelegt werden ſollen, 6) vb Sandſchollen-gede>t z 7) IIR zu Wieſen eingeſchont oder zu Ae>ern aufge2 rochen, 8) Wieſen mit der Hütung gänzlich verſchont, 9) gewiſſe Weidepläße für beſtimmte Viebarten gehegt, 10) A Vieharten von den Gemeinhütungen ganz auUsges dhloſſen, 11) gemeinſchaftliche Forſten abgeholzt und gerodet, 12) DEW RLIUNGS und Abwäſſerungsanſtalten angelegt wer- en ſollen, ein gleiches Provocationsrecht und Verfahren geſtattet iſt.| Wenn gleich der Rechtsgrundſatz: das Servituten ohne Nach: theil für die Subſtanz des damit belaſteten Grundſtückes aus geübt, und niemals vom Berechtigten ausgedehnt werden ſollen, allgemein in Deutſchland herrſchend ſeyn möchte, und man daher aud) ſchon Geſetze über dieſen Gegenſtand aus ältern Zeiten genug vorfindet*),ſo haben die vorſtehenden doch den Vorzug, daß dem Betbeiligten nicht bloß der Weg der Beſchwerde, ſondern ein wirk: liches Provocationsrecht zuſtebt, zufolge welchen er alſo Unterſuchung der Sache und die Negulirung neuer erleichterter Ein- richtungen verlangen und erhalten kann„- wodurch alſo“ die Unbe: weglichkeit und Beſtändigkeit in der Ausübung veralteter Rechte aufhört, ohne das Recht ſelbſt zu verletzen. Denn offens bar gehen dieſe Vorſchriften nur auf Erleichterung des Belaſte- ten und, ſogar auch des Berechtigten, indem binſichtlich' des Er- ſteren die Servitutsausübung. in die geſetzlichen Schranken ge- wieſen wird, der Berechtigte aber di? zuläſſige größere Bequem» lichkeit bey Ausübung ſeines Rechts, nach Maßgabe der je- desmaligen Oertlichkeit zu erlangen vermag; welches um ſo mehr Gewicht erhält, als ſowobl dem Belaſteten, als dem Berechtigten überdieß noch-- falls er von jener Einſchränkung der Gemein- heiten und Regplirung neuer Verhältniſſe keinen Gebrauch ma- , ſo findet man, daß das Durcheinanderliegen der Grundſtücke verſchie: dener Beſitzer, folglich der Mangel an Abrundung der Beſitzungen in feſte Grenzen, der gewöhnliche Grund davon geweſen, der freilich mit der Zeit durch Verjährung und auch hin und wie- +) Der Nechtsgrundſaß iſt urſprünglich dem römiſchen Recht qangehörig« Agrariſche Geſetzgebung, .(671) der durch Verträge, in ältern Zeiten aber oft durch Gewalt fei: nen Urſprung und ſeine Haltung erhielt z dieß Verhältniß mußte in den Zeiten Beſtand behalten, wo die techniſchen Kennt- niſſe zu einer Augeinanverſezung eben ſo ſehr ermangelten, als im Streitfalle die Geſee und das Gerichtsverfahren höchſt man- gelhaft waren, und daher entweder von den Intereſſenten gänz: lich vermieden wurden, oder doch nicht zum Zwecke führten; außerdem blieb man. aber bey den hergebrachten Verhältniſſen, weil überhaupt der Boden und die landwirthſchaftlichen Producte wenig Werth batten. In unſern Zeiten dagegen bat jeder Theil der landwirthſchaftlihen Cultur ſeinen Werth, und der Grund und Boden ſeinen Preis erlangt, mit welchem der Inbaber ſteht oder fällt, je nachdem ſeine Vermögensverhältniſſe, ſeine Kennt» niſſe und ſein Fleiß, das eine oder das andere mit ſich führen z; und da man eingeſehen hat, daß die gemeinſchaftlichen Nutzungen einer Sache den Fleiß des Eigenthümers und die glückliche Ver: wendung ſeiner Capitale und ſeiner beſondern Kenntniſſe und Mühe hemmen, überdem auch noch oft zu Collifionen, Verwick» lungen, und daher zu einer mittelbaren Beſchränkung der pers ſönlichen Freyheit Anlaß geben, die Erfahrung aber ferner er» gab, daß es ganz vergeblich ſey, dergleichen Nußungsverhält= niſſe durch polizeyliche Vorſchriften regeln zu wollen, deren Nicht- erfolg endlich dennoch zu“ Proceſſen ohne Ende führte, ſo zog man es mit Necht vor, allen Betheiligten das Recht der Provocation entweder auf Einſchränkung derGemeins2 beiten und gemeinſchaftlicher Nutungen auf eine und dieſelbe ache, im oben angegebenen Sinne, oder auf gän zliche Auf- hebung dieſes Verhältniſſes, unter zu bewirkender Abfindung Tder einzelnen Intereſſenten, einzuräumen, und die Negulirung dieſer Geſchäfte beſondern Behörden zu Übertragen, ohne einen gerichtlichen Inſtanzenzug für Streitfälle aus8zuſchließen. In Preußen beſteht dieſe Einrichtung ſeit 1811 duch die Generalcom- miſſionen, welches techniſch- polizeyliche Negulirungsbehörden ſind, denen die Entſcheidung in erſter Inſtanz zuſteht; die zweyte Inſtanz bildet das dafür beſonders errichtete Reviſionscollegium, und die dritte Inſtanz iſt bey dem geheimen-Obertribunal. Hier- nach iſt nun ſowohl eine ſachkundige polizeyliche Regulirung der betreffenden Gegenſtände(erſte Inſtanz), als eine rein juridi: ſche(zweyte und dritte Inſtanz), geſichert, Wenn man ſich über die neuere landwirtbſchaftliche Polizey: geſeßgebung, wovon hier beſonders die Rede iſt, genauer und in einiger Ausdehnung unterrichten will, ſo iſt man genöthigt, auch diejenigen Geſeze und Verordnungen mit in Betracht zu ziehen, die Eingangs unter Nr. 4. erwähnt wurden, weil ſie die polizeylichen und juridiſchen Momente zugleich umfaſſen. Dieſelben erſtre>en ſich faſt über alle deutſche Staaten/ und es kann davon derjenige Theil ebenfalls nicht füglich getrennt wer- den, der die perſönlichen Verhältniſſe des gemeinen' Landmanns betrifft, theils weil dieſe mit in den Geſetzen berührt werden, theils weil überhaupt das Rechtsverhältnig des gemeinen Land- manns auf ſein Gewerbe und ſeinen Beſiß vom entſchiedenſten Einfluſſe iſt, und bier beſonders einleuchtet, wie tdööricht das hergebrachte Trennen dex Perſon von der Sache erſcheint, da lebtere gewöhnlich nur nac< Maßgabe der perſönlichen Ver: 160 Oekonomie, 4, Abſchn. (672) hältniſſe ihres Inhabers genutzt werden darf. Jn einer ſolchen Lage findet man zum größten Theil den Bauernſtand z man kann denſelben in den freyen und in den leibeignen, oder doch wenigſtens in ſeinen perſönlichen Verhältniſſen“ ſehr beſchränkten, eintheilen, und wiewohl es unzählige Benennungen giebt, durch welche man die verſchiedenen-Arten von Bauern bezeichnet, ſo geben dieſe Benennungen do) der Hauptſache nach keinen an- dern allgemeinen Begriſſ. Es iſt von den älteſten Zeiten an, da wirklicher AFerbau in Deutſchland getrieben wurde, die eigentliche Beſtellung des Ackers durch Knechte und Leibeigne verrichtet worden, weil uns ſern Vorfahren ſelbſt dieſe Beſchäftigung erniedrigend erſchien, Arbeit ihre! Sache nicht war, und ſie nur Krieg und Jagd für ihrer würdige Beſchäftigungen hielten 3; es feblte auch den gro- ßen Landbeſitern nie an Sklaven zu dieſen Zwe>ken, da der Krieg zur See und zu Lande,= beides Raubkrieg-- Kriegsgefangene und andere Unglü&liche genug lieferte, mit denen verſchiedent- lich ein regelmäßiger Handel getrieben wurde. Diejenigen'die- ſer Unglü&>lichen, welche dazu verwendet wurden, das Feld zu beſtellen, mochten vielleicht noch einiges voraus haben vor denen, die zu unmittelbaren Dienſten ihrer Gebieter verwendet wurden, indem die Beſchäftigung, der ſie gewidmet waren, an ſich keine gänzliche Feſſelung der perſönlichen Freybeit zuließ.. Das Vor» handenſeyn der Kriegsgefangenen und Sklaven und der durch kein Geſe gebundene Handel mit letztern, bat in Verbindung mit dem kriegeriſchen und hberrſchſüchtigen Charakter, nicht bloß der Deutſchen, ſondern auch aller andern Völker der Vorzeit, ohne Zwei- fel Anlaß zur Sklaverey und Leibeigenſchaft im Bauernſtande. gegez ben, und dieſe erhielt ſic Jahrhunderte lang, und es bildete ſich bis zur Gründung der Städte nirgends ein Verhältniß, oder eine Kraft, die jene zu mildern vermocht bätte. Es lag gewiß nicht im- Geiſte und Sinne der Landherren, ihren Leibeignen eine Erleich- terung zu verſchaffen, als ſie dieſen Wohnungen und Ländereyen anwieſen,*es geſchah dieß nur, um ſie nicht täglich ſelbſt füttern zu müſſen 3 denn jene Ländereyen batten„für den Herrn keinen Werth und man überließ ſie dem Sklaven, um ſich ſeinen Un- terbalt daraus ſebſt zu verſchaffen» obgleich er daran niemals ein Eigenthumsrecht erlangte, für ſeine Perſon ſelbſt Sache blieb und ſich gefallen laſſen mußte, daß ihm Wohnung und Land wieder genommen wurde. Indeſſen lag do) in dieſer Seßz- haftigkeit der Grund einer künftigen Emancivyation; welche gleich= wohl Jahrhunderte zu ihrer Entwieklung bedurft hat.„Als der Menſchenbandel in Deutſchland ſich mit der Zeit verminderte, mußte man größern Werth auf die Arbeiterfamilien uyd auf die Erhaltung ibrer Nachkommenſchaft legen, und die noc< immer arbeitsſcheuen 7 aber dennoch bedürftigen Landherren ließen jene ſeßhaft gemachten Knechte nicht nur im Nießbrauch ihrer Lände- reyen, ſondern thaten nach Gelegenheit noch mehrere Ländereyen an Leute aus, die dafür einen Naturalzins geben wollten 3 jene nannte man nun Ggutsbörige, ein» etwas mildere Bezeich- nung der Sklaverey, Heſe waren theilweiſe freye Leute, deren ſich mit der Zeit eine große Anzahl vorfanden; auch gab es ändere freye kleine Landbeſitzer, die ſich unabhängig zu erhalten gewußt hatten. Allein das Lehnsſyſtem und die kriegeriſchen. geſevloſen (673) eiten ſchlugen faſt Alles in Feſſeln und zwangen den größten heil der kleinen freyen Landbeſiter in Hörigkeit, Zinsbarkeit, Hofdienſtpflicht„und Leibeigenſchaft; um der Lebengerhaltung willen mußte der freye Landmann ſein Eigenthum der Oberherr2 lichteit eines Mächtigern hingeben, ihm dienſtbar und unterthä« nig ſeyn, und es als eine. Gnade betrachten, daß man ihm ſo viel Shuz und Sicherheit zugeſtand, um ſein eignes Brod bauen, und einen Theil davon ſeinem ſogenannten Beſchüßter abgeben zu können, ? Dieſer Zuſtand hat eine-bedauernswürdige Länge gehabt; er hat ſich nur ſehr langſam geändert durch die größere Ausbildung der Geſellſchaft' und ſelbſt durch die Folgen des kriegeriſchen Uebermutbs der Leib- und Landherren. Dieſe Aenderung erfolgte aber hauptſächlich noch dadurch, daß der geiſtliche Stand eine neue Stellung in der Geſellſchaft annahm. und, zu einea ſols zeugende, Hauswmanufactur ihre Kleidung z; der Berührungspuncte im Volke ſind alſo nur ſehr wenige, die vorhandene Kenntnißwaſſe iſt gering, ihre Ver: breitung noch geringer. Die Herrſchaft des Geiſtigen im Volke eziſtixt alſo nvc< gar nicht, ſie, die ſo unentbehrlich iſt zum Fortſchreiten, zur Dämpfung der Brutalität und inet 2M vd Mildexung der Sitten. Allerdings konnten dieſe Ordensgeiſtliz erbau und Viehzucht, weit hin- ausgingen. Noch weit mehr kam ihrem Wirken aver der Umſtand entgegen, daß. Könige und Landherren- ſich beeiferten, Klöſter und Stifte, freywillig mit Ländereyen auszuſtatten, theils aus Devo- tivn» theils um ſich dadurch der Männer zu verſichern, die auf das Bolk denygrößten Einfluß hatten und augübten z'war der erſte Grund religiöſen Urſprungs, ſo hatte der zweyte einen po- iitiſchen Zwe für die Könige, und ſogar für die großen Land= herren 3 dieſe wollten nämlich den Einfluß der Geiſtlichkeit auf das Volk für fich benuten, und dieß iſt der erſte Anfang einer Staatsklugheit; die aber in der Folge untergraben wurde, da der geiſtliche Stand ſelbſt die Zügel der Regierung an ſich zu rei: jen und ſich wenigſtens unabhängig zu machen trachtete. IX. 43 Agrariſche Geſeßgebung. 161 162 Oekonomie. 4. Abſchn. (674) - In dieſen Zeiten war der Grund und Boden faſt das einzige No'ionalcapital, die Grundlage der Exiſtenz aller Staatgein»- wohner, folglich von allen benutzt. Geld, Handel und Verkehr alex Art gab es wenig oder nicht, die Arbeit konnte und mußte lediglich auf den Boden für den Lebengunterhalt verwendet wer- den, es konnte alſo auch der geiſtliche Stand mit nichts anderm, als mit Ländereyen ausgeſtattet werden, und dieſe erhielt»er an» fänglich freywillig durch Schenkungen der Könige, ſpäter auf den verſchiedenſten Wegen, durch Speculationen aller Art,„durch Vermächtniſſe zum Heil. der Seelen, für Abbüßung begangener Frevel, dur; Schenkung und Tauſch, endlich durch Liſt und Gewalt, durch welche dann der freye Landmann am Ende ge- zwungen wurde, ſich mit ſeinem Eigenthume in die Mundſchaft und Höxigkeit der Prieſter, Prälaten und Stifter eben ſo zu bes geben, wie dieß früber ſchon und gleichzeitig andere unter die Landberren magnatiſchen Standes gethan hatten. Da im Laufe der Zeiten der Prieſterſtand ſich zu einer Cor- poration, ſdäter ſogar zur Reichsſtandſchaft ausgebildet, ſo ſtand er hiernach mit den Magnaten und Reichsfreyherren auf einer Stufe z er war großer Landherr geworden, mit-dem Unterſchiede, daß er die ihm von den Königen, unter"Vorbehalt der Oberberr» lichkeit darüber, unter dem Titel Beneficien, gegebenen Läns2 dereyen endlich zu ſeinen eignen machte, ſie mit ſeinen Allodialz Beſitzungen verband, ſich Immunitäten aller Art, das eigene Wahlrecht ſeiner Vorgeſetten(Biſchöfe und Aebte), geiſtliche und weltliche Gerichtsbarkeit, Abgaben an Zehnten-und Zinſen, Anlegung von Zöllen bey eigener Zoll- und Abgabenfreyheit, eigne Gürerverwaltung u. ſ. Ww, erwarb, und nun als ein beſon» derer Staat im Staate daſtand. Unerachtet der Bedrü>ungen, die ſelbſt die Geiſtlichkeit ge- gen die geringern Landbeſiver eben ſo übte, wie die weltlichen Landberren z unerachtet auch erſtere im Fortſchreiten zu ihrem Ziele Leibeigenſchaft, Hörigkeit und alle Abſtufungen der Unfreyheit der Perſonen und der Digepoſition über die GrundſtüFe ein-'! führte und feſthielt, ein Zuſtand, der mindeſtens vom fünften Jahrhunderte an durch das ganze ſogenannte Mittelalter dauerte, ſo waren doch die kleinen Grundbeſitzer, beſonders zu den Zeiten Carls des Großen ,. noch immer in einer beſſern Lage, wenn ſie ſich unter der Herrſchaft und Mundſchaft der Geiſtlichkeit befan- den, als wenn ſie unter den Königen und dem Adel geſtanden hätfen. Denn in dem Kampfe, den die Regierung und der Adel gegen den Clerus führte ſowohl, als im Drucke der Militair- pflicht zum Landaufgebot, fanden ſie in ihren geiſtlichen Ober- herren fräftige Beſchüßer ihrer Perſonen und ihres Eigenthums, und eben. darum hielten ſie in dieſen Zeiten der Unruhe und Verwirrung an ihnen feſt, ſo daß das Sprichwort, unterm Krummſtab iſt gut wohnen, ſich von jenem längſt ver- floſſenen Zeitpuncte berſchreiben könnte, wenn man nicht anneh» men müßte, daß es ſeinen Urſprung in einigen wenigen milde re» gierten geiſtlichen Staaten der neuern Zeit hat. Die überhaupt nur ſehr langſame Ausbildung der Geſell- ſchaftlichkeit und der wirklichen Staat8verfoſſung und Staats- wirthſchaft gewann ohne Zweifel durch das Auftreten des Clerus als Corporation und als Reichsſtandſchaft, und wenn man Über (675) die datnit verbundenen Weben nicht hinwegſehen kann, ſo muß man doch auch beachten, daß auf dieſem Wege Kenntniſſe mancher Art, ſowohl im Landbau, beſonders durch die Mönche des Bene» dictiner Ordens und den Stifter ihrer Negel-, den heiligen Be- nedict ſelbſt, als auch in der Verwaltung und im Nechtsweſen entwiekelt und verbreitet und dadurch der Stäaatsgeſellſchaft ein beſſeres Gedeihen verſchafft, ein Rücſchritt aber und ein gänzli- ten hervorging, und neue Formen und Verhältniſſe in der Geſellſchaft ſich geſtalteten, gewann das Recht einige Vortheilez; aber es gehörten Jahrhun-= derte dazu, um das Gegengewicht der Mächtigen, das beißt, der begüterten regierenden Stände und der oft nicht begüterten und nicht regierenden Regierung zu überwinden, wenigſtens mit dem= ſelben ſich ins Gleichgewicht zu ſeen. Es gehört nicht bierber, den langen Zeitraum zu ermeſſen, der dazu gehörte, däs Recht der Geſellſchaftlichkeit, welches mit der perſönlichen Freyheit in gewiſſem Sinne gleichbedeutend iſt, allgemein geltend zu machen; und es folglich auch auf die niedern Stände der gemeineti Land2= leute zu übertragen, es iſt genug, wenn bemerkt wird, daß voti der Mitte des abgewichenen achtzehnten Jahrhunderts an erſt mit Nachdru>k für dieſe Säche geſtritten und nur theil2 weiſe Erfolg davon geſehen wurde.: Dieſer Streit in den Elementen der Staatsgeſellſchaft erhielt fortdauernd Nahrung, nachdem ſich das Städteweſen mehr aus- bildete, und die Kenntniſſe in der Nation ſich vermehrten, Die Städte gaben Zufluchtsörter für die Unterdrü>ten ab, und ſie wurden zugleich Pfleger der Wiſſenſchaften und Künſte, die in 43* Agrariſche Geſetzgebung. 163 164 Oetonomie, 4. Abſchn. (676) dem Clerus ihre Erhalter und Beförderer in einer gewaltthätigen Zeit gefunden hatten. Die Städte waren das eigentliche Aſyl des dritten Standes, ihre Bewohner gelangten nach und nach zu völliger perſönlicher Freybeit, das Stadtrecht und überhaupt die Rechtswiſſenſchaft ,+ ſowohl nach römiſchen Grundſäten, als endlich: nach dem gemeinen Rechte, bildete ich mehr aus, und verdrängte nac) und nach das Fauſtrecht. Es konnte nicht feh- len, daß die Früchte dieſer neuen geſellſchaftlichen Inſtitutionen vortheilhaft für die Geſellſchaft, beſynders für die unterſten Stände wirkten, und ſo geſchah es endlich doch; daß auch in Anſehung des gemeinen Londmannes nicht bloß mehr vom Rechte des Landhberrn auf die Perſon des erſiern und auf ſeine inneha» benden Felder, ſondern auch vom Rechte des Bauers und von- den gegenſeitigen Pflichten und Rechten beider die Rede war. So entſtand endlich ſtatutariſches und Sewohnheitsrecht, es wure- den Rechtsſprüche ertheilt- und ſchriftlich aufbewahrt, endlich ge- ſtaltete ſich das Provincialrecht und überhaupt eine förmliche Ge- richtsverfaſſung, die viele Jahrhunderte ermangelt baite, ſtatt welcher die Gewalt und die bloße Willkühr den Ausſpruch über die Nechtshändel der'untern Stände that, und die obern Stände Partey und Richter in einer Perſon waren. Die Rechtslehrer und Nichter der neuern Zeit haben nicht ermangelt, die Rechtsverhältniiſe der Landleute und ihrer höchſt verſchiedenartigen Beſivthümer nach den oft wunderlichen Benen- nungen zu claſſificiren und genau zu unterſcheiden, auch über die Art und Weiſe, wie die beſchränkteſten Nutungsrechte aus- zuüben und hinſichtlich ihrer das Recht zu finden, die Meinun- gen der Rechtslehrer, ſowohl noch dein römiſchen, als nach dem gemeinen Nechte, geſammelt, worüber Handbuch des Landwirthſchafiärecs eben ſv, wie die von ihm eingeſetzten Advocaten, durch welche vermöge ihrer Gelds gier"das Uevel ärger und eine ordentliche Gerechtigkeitspflege nicht erreicht wurde, unerachtet er Räuber hängen und feſte SE hlöſſer zerſtören, mehrere kleine Städte aber befeſtigen ließ. Ex exreichte indeſſen ſoviel, daß er böhmiſche, lauſihiſche und Oekonomie. 4. Abſchn. (678) ſchleſiſche Landesproducte unter ſeinem Schube auf der Elde und Oder den Hanſeſtädten zuführen ließ, und den Waarenzug vom Mittelmeer über Nürnberg und Prag nach der Oſt- und Nord» ſee erleichterte und begünſtigte, weil man damals noch nicht direct von den deutſchen Nordſeeküſten nach dem Mittelmeere ſchiffte,= Im Allgemeinen ſieht man, daß der gemeine Land» mann mit geringen Ausnahmen überall Sklav oder Knecht war, der ſeinem Herrn nicht bloß das Brod gewinnen, ſondern ihm auch auf Raub- und Fehdezügen mit den Waffen dienen mußte, ein Verhältniß, was ziemlich allgemein war, und deſſen Dru> man in dem bekannten Bauernkriege abzuwerfen verſuchte. Dex Clerus war abergläubiſch, lüderlich und herrſchſüchtig, endlich gegen die Zeit der Neformation aller der Achtung verluſtig ge» gangen, die ihn früher über die andern Stände erhob; die Ne» genten waren ohne Beyſtand, und yur durch kluges Einverſtänd» niß einiger mit den Städten kamen ſie zu einiger Befeſtigung ihrer Herrſchaft. Alles aber, was auf die Geſellſchaftsbildung Einfluß haben konnie, war vom Geiſte des Jahrhunderts erfüllt, Rohheit, Gewalt, Eigennutz. und Aberglauben durchdrang alle Stände, und ſo waren denn, nachdem die Wiſſenſchaften kaum ſich wieder zu erheben anfingen, die Rechtsgelehrten nur darauf bedacht, die Sung des römiſchen Rechts einzuführen und ihre Habſucht mit ihren Spihfindigkeiten ſiets im Gange zu er: halten, und Möbſen ſagt von ihnen(Beſchichte der Wiſſen» ſchaften), daß Gloſſatoren und Richter Gelegenheit, gaben, daß die neuen italieniſchen Künſtler in ihren Kllegorien die Gerech» tigkeit mit verbundenen Augen vorſtellten, weil ſie mit der Jus 13 a cieca mosca oder Blindekuh, ſpielten, die ſich von ihnen müſſe führen und hinſtoßen laſſen, wohin ſie wollten z die Aus: leger der Geſee fanden auch hier einen Ausweg, der ihrem Wite und ihrer Erklärungskunſt angemeſſen iſt; fie gaben näme lich den verbundenen Uugen die Bedeutung der gewünſchten Unparteylichkeit; und bieſen äußern Schein der Unpar« teylichkeit findet man auch in unſern Tagen noc< Gufig offer Orten, wo nur die Juſtiz allein ſi mit verbundenen-Augen darſtellt, während alle Welt ſieht, wie ſchlecht ſie ihre Pflicht thut. Das canoniſche und römiſche Recht war in ateiniſcher Sprache, die die deutſchen Beyſipher der Gerichte ſo wenig ver- ſtanden, als die lateiniſchen Gebete in der Kirche, an die Stelle des Sachſenſpiegels getreten und die Verwaltung der Gerechtig» keit war für Richter und Advocaten nur eine Fehde gegen das Vermögen der ſtreitenden Parteyen, Die Städte, als neu ent» andene Corporationen und als ganz neue Beſtandtheile der Ges ſellſchaft, hatten ſich ſeit ihrem Entſtehen in Deutſchland im 9ten Jahrhundert, vermöge ihrer gefährlichen Stellung zu den andern Geſellſchaftstheilen, abgeſondert gehalten, ſie hatten einen ſtren» gen, vielleicht damals nöthigen, Zunftzwang unter den Hand» werksgenoſſen eingeführt, vermieden anfänglich alle Berührung mit dem Adel, deſſen leibeigne Diener, als z. B, Leinweber, Jäger, Förſter, Müller, Pfeifer unb Trompeter, Feld- und Thurmwächter, Gerichtsdiener, Schäfer und Zöllner, nebſt ihren Kindern, für unfhig erklärt wurden, in die Zünfte aufgenommen zu werden, Allein das ſtädtiſche Weſen beſtand nur durch einen corporativen Verband unter einer Municipalverfaſſung nach dem Agrariſche Geſetzgebung. (679) Muſter der. lombardiſchen Städte, es konnte ſich nur in demos catiſchen Formen geſtalten und erhalten, es mußte ſtets zum Fampf. gerüſtet ſeyn, und ſo geſtaltete ſich alles in Cinungen d.der Snnungen, die für ihr Intereſſe kämpften z ſo auch der große Zund der Hanſa, der nur ſtets bedacht war, im Lande und in der Fremde ſich Privilegien und Immunitäten, gleich der Zeiſt2 lichkeit, zu verſchaffen, und endlich als Kaufmann die Rechte der Regenten auszuüben; nur allein der, viele Millionen Ein» wobner in ſich faſſende Stand der gemeinen Landleute, die den Boden bearbeiteten, und für die ganze Bevölkerung die erſten Lebensbedürfniſſe erzeugen mußten, entging jeder Woblthat, die die Zeiten für andere Stände erſchaffen und zugelaſſen hatten z er blieb in ſeiner. ſtrengen Abhängigkeit vom größern Landherrn, er war höchſtens armer Nivvbraucher der ihm eingeräumten Länz- dereyen und leibeigner Knecht ſeines Herrn 3 nicht ſelten entflob er und begab ſich in den Schuß der Stödte, was viele Fehden der Landherren gegen die Städte veronlaßte, denn jeder nahm ſich ſein vorgebliches Recht mit der Fauſt, oder wie er konnte und wollte.' - Dieſem Zuſtände der Unordnung, Verwirrung und Ungerech» tigkeit, entſprungen aus blinder Robheit und allen entfeſſelten Leidenſchaften, ward durch weltliche Macht keine Schranken ges ſetzt, weil„eine dazu hinreichende Macht und Gewalt nicht vors handen war, auch, ſelbſt nach Erfindung des Schießpulvers und der Kanonen, ſich kein ausgezeichneter Mann fand, der etwa durch ſein Genie und hervorragenden Eigenſchaften jene erforder- liche Macht zu begründen und in Anwendung zu bringen ver- mocht hätte; es lag aud) wohl in dem Plane der Vorſehung und in der Natur des menſchlichen Geſchlechts, daß Milde der Sit- ten, Duldung, Fleiß, Unterwürfigkeit und Gehorſam gegen eine beſtimmte Obrigkeit nicht im Wege der Gewalt, ſondern im Wege der Belehrung und Ueberzeugung, und dur das Gefühl des Wohlbefindens und der perſönlichen Sicherheit, die aus je* nen Eigenſchaften mit der Zeit entſpringen, bervorgeben ſollten 3 und in dieſen mildern Weg lenkten verſtändige und großmüthige Fürſten ein, und zwar nicht ohne Erfolg.; Kaiſer Maxmilian. 1... war„es, der auf dem Reichstage zu Worms 1495 zuerſt den Antrag machte, daß jeder Churfürſt in ſeinem Lande“ eine hohe Schule errichten ſollte, und"hiexunter thatenm ſich die Regenten aus'dem glorreichen Hauſe Hobenzol- lern zuerſt hervor indem Churfürſt Joachim von Brandenburg 10 Jahre nach jenem Reichstage, 1506 die Univerſität zu Frank- fürt an der Oder ſtiftete. Ueberhaupt aber fällt den Fürſten des Haufes Hohenzollern das Verdienſt zu, ſchon früher mit großer Kraft und Umſicht nicht nur auf ihre Erbſtaaten, ſondern auf ganz Norddeutſchland, folglich auf das halbe Deutſchland, ein- gewirkt zu haben. Sie achteten ſchon im ganzen Laufe des funf- zelnt n Jahrhunderts den Gelebrtenſtand, flößten Achtung für d eG ſeße ein, bändigten den rohen Adel und unterdrü&ten oder ſchlüdteten ſeine Streitigkeiten, die er mit den Städten und der iſtlichkeit ſtets erneuerte.-“ Der Adel fand durc ſolche Veranlaſſungen Selegendheit, Sinn für"einen andern Grad der äußern Ehre zu erlangen, als der bloß durch perſönliche Tapferkeit, die auf Privatfehden und 163 Oekonomie, 4. Abſchn. (830) Räubereyen verſerkunſt ſchon damals exiſtirt hätte, würde ſie doch auf den unterſten Stand, der nicht leſen konnte, und der ſeinen Kalender ſich in Form eines Kerbholzes, nach Sonn-, Feſtz- und heiligen Tagen, die ihm durch das Slod>engeläute angedeu» tet wurden, ſelbſt verfertigte, noch lange ohne erhebliche Wir- kung geblieben ſeyn, weil die Jdee der regierenden Stände, daß der Bauer nur zum Dienen vorhanden ſey, und feine. gleiche Anſprüche mit den Übrigen Ständen bave, noh gar nicht ange- foende Krankbeiten zu verhüten z dieſe poli- zeyliche Maßregel konnte aver durch Zwäangsmittel und Strafen nicht ausgeführt werden, daher mußte dex Aberglaube helfen, die Bäder wurden zum Heil der Seele für nbthig erklärt, daber Balnea animarum, reſrigeriae animarum, die endlich auch etz was für den Säckel der Prieſter eintr ugen, und wenn gleich durch das Sittenverderben aus dieſen Badehäuſern endlich ſogenannte Frauenhäuſer wurden, wie in Ulrich von Huttens Lebengsbeſchrei: bung zu leſen, ſv war doch der urſprünglich beabſichtigte Zwe ziemlich allgemein erreicht worden, Die Anmaßungen des Prieſterſiandes, nochdem er zur Grund- und Standexherrlichkeit gelangt, war zum Theil eine Schutzwehr für die ibm unterworfenen Leibeigenen, Hörigen und Lehnleute, theils eine Schule für dieſelben, in welcher ſie wenjgſiens eini2 gen Sinn für Ordnung in ihren Beſchäftigungen erhielten, und hin und wieder eine neue Jdee bekamen, auch zu einem geſetz» mäßigen Gehorſam angeleitet wurdenz die Geiſtlichkeit ſelbſt gab eigentlich die erſten Grundſätze der Verwaltung, ſowohl im Aer» ſtagte, als im wirklichen Staate an, was vielleicht unterblieben wäre, wenn ſie weniger Habſucht gehabt, und wenn ſie ſich nicht in ſtetem Kampfe und. Händeln mit den Negierungen, dem Adel nd„den Stadtobrigkeiten befunden bätte. Das Wiederaufleben der Wiſſe nſchafien begann mit-ſcholaſtiz ſcher M FER I: mit abergläubiſchen Satungen, mit den Spie» gelfechtereyen der Rechtsgelehrten, die nichts beſſeres wußten, als ihr römiſches Recht auf deutſche Völker und ihre unbeſtimmten, größtentheils ſklaviſchen Verhältniſſe zu ü vertragen, was nirgends paſſen. wollie und. nicht verſtanden wurde. Der neu„entſtan- dene Stadteinwohner hatte ſich ſein eignes Staat8we jen hinter UE n, Thürmen und.Schießiharten gebildet, abgeſondert von der Übrigen Welt, verachtend den leiheignen Landmann und den raus beriſchen Adel, der nichts durc) Mühe und Arveit erwerben. wollte, Er führte. ſein St adtrecht. und die ſtädtiſche Ebre 40; die ihren Grund pa ſelbſtſtändiger Kraft und Herrſchaft batte, und daber niedere, verknechte te, leibeigne Landleute nicht Bulbeid: am wenigs ſten in 5 Gewerben, und in dieſem, Puncte. waren ſie klüger, als die alten Römer, die freilich, weil ſie Heiden waren, die Wir» kung moraliſcher Kraft nicht erkannten, wenn gleich ſie ſie an» fangs„hatten. Daher errichteten ſie Gild 6. und Innungen mit vielen Bedingun gen und Föxmlichkeiten, wie e- obe n gedacht, und böchſtens fand hinter ihren Mauern kes laufene Leivbeigne, als Mannie Schwvtzverwandter oder Schüßling, ſeine Sicherheit und Freyheit.“ Die Regenten wollten dem jirengen Zunftzwange der Städte adbel fen„zZ weßhalb ſie.z, B. den Biſchöfen und Für- ſten erlaubten, die Söhne der Barbiere(unfreye. Leute) in den geiſtlichen Stand aufzur zehmen, ja durch den Reichstagsabſchied von Augsburg 1548 und deſſen 37. Titel 6. 1. wurde das ganze veſchränkende Weſen aufgehoben, dies aud in der Re NEP RUB EN- ordnung von 1577, Titel 33, 6. 1, unter Käiſer Rudolyh 11. noe nichts auszurichten, vielmehr moraliſche Kraft=- die nur unter Bee dingung völliger perſönlicher Freybeit exiſtiren kann=- nur allein dasjenige ſey, was ibnen nützen könne, Dieſe ſehr richtige Uever» zeugung der ſtädtiſchen Obrigkeiten wurde von den Rechtsgelehre ten unterſtüßt und verfohten, und dur< ſie wurde der Zunftzwang als eine'unverleßbare Gerechtigkeit vertheidigt; und wenn man ihnen hierbey den Vorwurf macht, daß ſie ſich zu ihrem Zwee Wortkläubereyen und Spißfindigkeiten bedient, daß fie Anhänger ihrer Clienten wgren, ſo thut das zur Sache nichts, denn ſie vertheidigten, eine gute Sche, weil ſie für das Zeitalter gut war, wenn gleich ſie je'bt, nach 5-- 600 Jahren, theilweiſe noch exiſtirend, nichts unbe taugt. Es war alſy für die Geſellſchaftsbildung ſchon unendlich viel gewonnen, daß das Beſtehende nicen Aberglauben mächtig entgegen» gewirkt zu haben. SHE 4 Endlich waren es aber vorzüglich die Kaufleute, die, vers möge ihres Standes und ihres Verkehrs, eine Wirkung auf die Geſellſchaft hervorbrachten, die ſich bey weiten ſchneller äußerte, als alle Saungen der Geiſtlichkeit, der Juriſten, der Aerzte und Naturgelehrten; bloß deßhalb weil des Kaufmanns Thun und Laſſen ſofort und unmittelbar auf den Vortheil, den Nuten und das Wohlbefinden des Volks einwirkt. Wenn gleich es im Mittelalter noch nicht ſolche Communi- cationsmittel im Volke und unter den Völkern gab, wie heuti» ges Tags durch Poſten zu Wagen und zu Pferde, durch Tele- graphen, Dampfſchiffe, Chauſſeen, ausgebildete Schiffahrtskunſt, Correſpondenz, Zeitungen u. ſ, w. dargeboten ſind: ſo gewährten doh die ſogenannten Meſſen oder die in den Städten, neben Stiftern und Klöſtern und unter ihrem bewaffneten Schutze und Geleite entſtandenen großen Jahres: Märkte und die dadurch ent- ſtehenden Handelszüge einigen Erſaß für die Entbehrung jener Hülfsmittel des Handels, und es war überhaupt ſchon ein Ge- winn, daß ſich der Handel bildete, daß Sinn und Geſchma> für mehrere und edlere Bedürfniſſe entſtand, welche, wenn gleich bäufiz überflüſſig, doch von der Robheit und dem Müſſiggange obleiceten, und zu einer vernünftigen, einen reellen Zwe> ha- benven Thätigkeit hinführten'; wir ſehen alſo bier wiederum ein (633)- von den Moraliſten zu allen Zeiten angefeindetes und für ein Ungeheuer erklärtes Weſen, den Luxus nämlich, der eine ſeez gengreiche und höchſt erhebliche Folge nach ſich zog, die näm» lich, daß er die Völker in körperliche und geiſtige Thätigkeit brachte, und vom rohen Jagd-, Kriegs- und Räuberhandwerk abzog, die Arbeit als ein neues großes Triebrad der Geſell- ſchaft in ihr Recht ſebte und tauſend Erfindungen hervorbrachte, die zur Verſchönerung und Sicherung des Lebens dienten, wenn leich das. Uebermaaß des Genuſſes, alſo der Mißbrauch, üble Solen nach ſich ziehen konnte und natürlicherweiſe immer wirk: lich nach ſich zog. Der Geſammtvortheil aber, den die Nation von den Künſten, dem Handel und der geregelten Thätigkeit zog, war nicht nur damals, ſondern zu allen Zeiten größer, als. die Nachtbeile, die der Luxus dem Einzelnen, der ihm ergeben war, zufügre; und aus dieſem einfachen Grunde haben die ſtrengen Moraliſten, als Tadler der Production eigentlich überflüſſiger Dinge, ſtets unrecht: denn der perſönlichen Freyheit eines Jes den ſteht es zu, zu verbrauchen, was und wie viel er will; und ſo gab denn in den Zeiten Churfürſt Albrechts von Branden« burg, der 1470 zur Regierung gelangte, der Hof des Herzogs von Burgund, ſoy wie heutiges Tags Paris, den Ton in den Kleidertrachten an, die höchſt koſtbar waren, und als dieſer Re» gent ſich zum zweyten Mal verheirathete, waren die eingelade» nen Fürſten mit dreytauſend Pferden verſehen, was allerdings ein Luxus iſt, der heutiges Tags bey einer ſelbſt königlichen Hochzeit nicht angetroffen wird, Alle Luxusgeſetze haben keinen Erfolg, dieß gilt von Churfürſt Johann Georgens Geſet vom Jahre 1580, welches die Einwohner in 4 Claſſen theilt, und eine Hochzeit- und Kindel- Bierordnung feſtſetzt, bis auf alle neuern Geſetze der Art. Mehr Nuten brachte es, daß der große Chur» fürſt 1650 in ſeinem Lande die Poſten einführte, ſolche auch, gegen den Vortheil davon, in Sachſen übernahm, wie denn ſchon im Jabre 1515 durch Joachim 1. eine neue Kammerges- richts: Ordnung und die Landſchaft eingeführt wurde. Der Handel alſo war es, der zur Herſtellung eines geregel» ten Geſellſchaftszuſiandes ſehr viel, vielleicht mehr beytrug, als Geſetze und Verordnungen z wenigſtens iſt ausgemacht, daß, in» dem er den Sinn für Ordnung und Nechtlichkeit erhob, den Ge- ſeen, ſo zu ſagen, in die Hände arbeitete, was denn ſeine Wir» kung auch nicht auf diejenigen verfehlen konnte, die ihm unmit» telbar nicht betrieben, und dieß ſind die Landbeſitzer, denen in früheren Zeiten für ihre Producte nicht einmal ein regelmäßiger Markt offen ſtand, weil es keinen gab z denn ſelbſt die mehre: ſten Städte baueten ihre Lebensmittel ſelbſt.; Der Mangel des Geldes, alſo der Ausgleichungsmittel, der früher Statt gefunden, konnte allein keinen Grund für die Nicht» exiſtenz des Handels abgeben, weil erſt Producte verſchiedener Art vorhanden ſeyn müſſen, ebe ein Umſatz und Austauſch der- ſelben möglich iſt, Getreide und andere Lebensmittel aber keinen Markt machen, wo es lauter Landwirthe giebt, die nur für ihre eigne Ernährung, nicht für den Bedarf einer zahlreichen Claſſe von bloßen Conſumenten produciren. Wie ſehr ſich nun die Se- ſtalt der Dinge hierunter verändert bat, ſeinudem Sicherheit und Ordnung, Liebe zur häuslichen Ruhe und zur Töoätigkeit die Agrariſchs Geſeßzedung, 171 172 Dekonomie, 4, Abſchn. (684) Overhand gewannen, und ſeitdem die Entde>ung von America dem Bergbaue große Ausbeuten darbot, dafür erhält man einen Maaßſtab durch eine im Jahr 1773 zu Kiel gemachte Berech- nung(M öhſen Geſchichte der Wiſſenſchaften S: 463), wonach derjenige Hauswirth, der, nach den damaligen Kornpreiſen und DE Curſe der Münzen berechnet, für eine Familie von 5 Pex- onen im Jahr 1500 an Brodgetreide für 5. Thlr, 5 gr. 8 pf. R ehs F33- 2: SIMS z 150-=---- für PIRAT We --= 1600----=-=-- für 63 s 3 v,4,me ==. 12 41650 4 Nh um dr 5 EI„BDE= 5-4 m M5 „eniiger< 447007.-=-- für 123 z 4-» 4» em mrt AT 50.) 0 102 oem) wp FÜRDEN 50:7 ig=-=-- bedurfte, welches in 250 Jahren eine 30fache-Werthsverminde» rung des Geldes, aber auch eine hinreichende Erklärung des ver- mehrten Verkehrs und der hochgeſtiegenen Induſtrie. in dieſem Zeitraume abgiebt. (Hierüber vergleiche man den Artikel Oekonomie und öko» nvymiſche Rechenkunſt S, 616 und 620 im YVI1]. Bande d. Landwirthſchaft.) Der Erfolg von dieſen veränderten Umſtänden mußte noth» wendig auch auf die perſönlichen Verhältniſſe der Landleute ein» wirken z; man erkannte den Werth der Arbeit und der Production, und dieß gab dem Boden einen Werth, den er früher nicht ge» habt; er wurde nun käuflich, und die an ein ganzes Lands gut gehörenden ſonſtigen Einkünfte wurden es nicht minder z da ader dieſe. Einkünfte von Gutshörigen, Unterthanen, oder gar wohl. Leibeignen herrühtten, ſo mußte man dieſen doch mie der Seit gewiſſe Rechte, wenigſtens ſtillſchweigend, zugeſtehen, wenn man die Erfüllung von Pflichten von' ihnen erwarten wollte, bey deren Nichterfüllung der Berechtigte ſelbſt den. größten Schaden haben Ffonnte, Aber nicht bloß die perſönlichen Verhältniſſe der Landbewob- ner änderten fich, indem, man forthin von ihuen nicht bloß die Erfüllung von Pflichten forderte, ſyndern ihnen auch. gewiſſe Rechte zugeſtehen mußtez auch der Grund und Boden ſelbſt wurde der Herrſchaft des Rechts unterworfen z; es entwielte ſich das Recht auf den Grund„des Herkommens, der Gewohn- heiten, und der Rechtstitel der Verjährung formirte ſich neben andern und kam- zur Anerkennung, wo früher nur das Recht des Stiärkern entſchieden hatte; man ſchloß Verträge und ex- richtete Statuten, und es fand ſich eine Macht, die ſie aufrecht zu erhalten und zu ſchützen vermochte z die Benußung und der Beſib des Grundeigenthums erhielt alſo eine legale Geſtalt, die nothwendig und ganz natürlich auf die Perſonen der In» haber und Beſiter zurü&wirkte. Aber dieſe Perſonen, in ſofern darunter die Maſſe des Volks und der Landbeſiper oder, Land- inhaber gedacht wird, welche eine geringe Bodenfläche für ſich und ihren Oberherrn bearbeiteten und benußten, waren nicht Perſonen, ſondern Sache, und die Zeiten führten einen Streit erbey, in welchem eniſchieden werden ſollte, ob der Bauer, ſeit jeber Sklavy“+ ohne Beſigfähigheit, zur Perlönlichkeit"gelangen dürfe/ könne und müſſe. Dem Dürfen widerſprach die Un- wiſſenheit des Zeitalters und die Aumaßung der Mächtigen, dem Agrariſche Geſeßgebung. 173 (685) Können die Armuth und Ohnmacht' des gemeinen Mannes, dem Müſſen die Unwiſſenheit der Regierungen, die nicht im Stande waren, einzuſehen, noch die Mittel beſaßen, es geltend zu machen, daß, nach der Schrift, jeder Menſch, als ein ver» nunftbegabtes Weſen, mit dem ihm anvertraueten Pfunde, das beißt, mit dem ihm gewordenen Maaße geiſliger und körperlicher Kraft zu wuchern berechtigt ſey, welches wiederum in der ge: wöhnlichen Sprache und im Leben nichts anders ſagen will, als daß der Menſch jeden Standes, mit geiſtigen und körperli- t, vielmehr die Verhältniſſe der Landgüter mehr feſtgeſtellt und in eine gewiſſe Ordnung ge» bracht wurden ,- dergeſtalt, daß nun von einem willkührlichen Zugreifen des einen gegen den andern Beſitzer nicht mehr die Rede ſeyn konnte, jeder Anſpruch vielmehr im Rechtswege gel» tend gemacht werden mußte. Hierdurch erbielt zunächſt jede Beſihung ihre rechtlichen Srenzen, nicht minder jede Befug- ER die der Eine auf den Beſitzungen des Andern in Anſpruch nahm. Es war ohne Zweifel viel gewonnen, daß nur die, Sichere heit des Beſipes und dex Nutzungsrechte feſigeſtellt war, aber für den Landbau ſelbſt, als eine Kunſt betrachtet, war da- mit noch ſebr wenig erlangt z in Rückſicht auf die techniſche Be» nutzung des Bodens galt im Nechte die uralte Gewohnheit 3; man ſonderte ſcharf die Begriffe von gemeinſchaftlicher Nutvung der Gemeingenoſſen, von den Rechten des einen Gutes auf den Boden des Benachbarten„, Koppelweide, Triftzwang, Holz» ſchlag u. ſ. w., von der Freyheit der Landherren, von ihren Jmmunitäten und Privilegien bezüglich auf ihren Grundbeſitz und gegen ihre Hinterſaſſen, und das Necht kleidete ſich über- all in das Gewand vnd in die Farbe der Jahrhunderte, in wel: chen es hergeſtellt wurde, worüber man ſich nicht wundern muß, da jedes Gebaude eine Grundlage verlangt, und hier keine an» dere vorhanden war, als das Beſtehende, welches etwa ganz um- zuwerfen keineswegs Abſicht war. So wie die Geſtaltung jeder Staatsverfaſſung ſich aus der herrſchenden Beſchäftigung und Le- bengart der Einwohner originirt und entwi>elt, ſo konnte auch der Fortgang dieſer Entwi>lung nur denſelben Charakter haben, und ſo war die deutſche monarchiſch, weil ſchon jeder einzelne Landhof eine kleine Monarchie für ſich war, in welcher, der Na» tur der Sache nah, ein democratiſches Princip nicht Platz grei- fen konnte, der Beſiber, mit Grundherrlichkeit und richterlicher Gewalt verſehen, war Regent und ſeine Untergebenen das Volk in dieſem kleinen Staate, der aber ſein anderweitiges Gepräge durch das noch beſtehende Lehnweſen und die Heeresfolge erhielt. „Wenn indeſſen über alles dieſes ſchon ſeit dem Wiederauf- blühen der Wiſſenſchaften andere Jdeen in Umlauf kamen, beſon- ders aber über die Regierungswiſſenſchaften, und die verſchiede nen Regierungsformen vielmehr Einſicht erlangt worden war, ſo konnte es nicht fehlen, daß das monarchiſche Princip immer mehr zur Selbſtſtändigkeit und Einbeit gelangte, und daß mit der Zeit jeder Staat im Staate aufhören mußte, Hierzu trugen die Wiſſenſchaften und viele neue Erfindun- gen das Ihrige hinreichend bey. Die Erfindung des Schießpuls vers und der daraus folgende Verfall der alten Kriegsmethode und, die Einführung ſtebender Heere machte dem Lehnsſyſtem ein Ende, das jeßt mit allen ſeinen noch beſtehenden und daraus Agrartſcmäßigern Rechtspfiege gelangt, und das Landweſen hat eine ganz veue GSeſtolt gewon» nen. Indeſſen zeigt daſſelb? immer noch faſt in allen Ländern in rechtlicher und in rein wirtbſchaftlicher Beziebung, theils das Ee: präge früherer Jahrbunderte, theils die Verfaſſungsformen und die beſchränkenden Einrichtungen, die die Mangelbaftigkeit der Staat8verwaltungskunſt, beſonders im 16ten und 17ten Jahbr- hunderte, herbeyfühbrte, und ihm oft wider Willen aufdrang, welches äuf den Beſitz, die Nutzungen, die Cultur, und“auf die Freybeit und Digspoſitionsfähigkeit der Beſißer den größten Einfluß batte. „So findet man, daß die Krone, der Adel und die höhere Geiſtlichkeit nebſt den Stiftern und Prälaturen, nicht nur ſebr große Güter beſitzen, wogegen an ſich zwar gar nichts einzu- wenden iſt, aber tbeils erliegen ſie mehreren Beſchränkungen der Digpoſition, theils wird ihre. Cultur durch Servituten beſchränkt, oder dieſelbe beruht theilweiſe auf der Augübun von Servituten auf fremdem Grunde. Die freye Dispoſition i häufig beſchränkt dadurch, daß der Beſitz lediglich an den Stand des Beſitzers gebunden. iſt; daher giebt es adelige oder Ritter- üter, die nur von Perſonen aus dem Adelſtande erkauft und eſeſſen werden können, und dieß iſt wahrſcheinlich das Aequi- valent für dieſen Stand dafür, daß er in der Regel keinem an- dern Gewerbe ſich widmen darf, als dem der Landwirthſchaft oder dem Staatsdienſte-, wiewohl in neuern Zeiten davon auch Ausnahmen. vorkommen. Dieſen Rittergütern hängen in der Regel ſogenannte Hinterſaſſen an, das ſind Leute bäuerlichen Oekonomie, 4. Abſchn. 176 (688) Standes, mit Laudbeſiß, ſelten auf eigenem Rechte beruhend, größtentheils nur im Nießbrauch und dem Servitutrechte des Grundherrn unterworfen, auch mit Dienſten und Naturalab» gaben an den Grundherrn belegt, ein Ausfluß der frühern Leibeigenſchaſt, Hörigkeit„ſpäter mit der mildernden Benennung Erbunterthänigkeit bezeichnet, die noch größtentheils beſteht, Der freye Beſitzer war und iſt ferner beſchränkt durch herr» ſchende Regierungsmaximen aus den Zeiten, in welchen man niemals genug regieren zu können glaubte, und wo man alle Privathandlungen, Gewerbe und Beſit einer vormundſcwidrige Verhältniß bervorging, welches ſchon im 4ten Bd. d. W. bey dem Artikel WirthſcZeit der Geſchichte übergeden, dahin gehören, außer den ſchon genann= ten, der Graf von Reventlau, Chef der Rentkammer, Oes der, Tyge Rothe, Chriſtian Colbiörnſen, C. U. D. von Eggers und Andere, welche theils durch gediegene Schrifs tein„theils durch Nath und That einwirkten. Der jüngere Bern- ſtorf hatte nicht wenig>Schwierigkeiten und Hinderniſſe zu be: ſiegen, ebe er die Aufhebung der Leibeigenſchaft dur<ſezen konnte, und ſein feſter Wille, unterſtüpt durch den regen Eifer des Kron- prinzen und deſſen Nechtsgefühl, konnte demungeachtet nicht ſoz IX.' 44 177 178 Oekonomie. 4, Abſchn. (690) fort zum Ziele gelangen, weil-ſich unter den Gutsbeſitern, une erachtet viele ſich ſelbſt für das Gelingen und die Ausführung der Sache bemühten, doch auch eine Gegenpartey gebildet hatte z; ſeine Feſtigkeit aber, die mit eigenen Worten ſich dahin äuserte, „daß ein Miniſter in gewiſſen Fällen nicht auf ſeinem Poſten bleiben könne, wenn er, mit Verluſt ſeiner eignen, Achtung und des Zutrauens ſeines Regenten, gegen, ſeine Ueberzeugung hban- dele„'“' beſiegte alle Hinderniſſe, und ſo ward endlich die Ue- berzeugung und die Einwilligung aller Gutsbeſiter gewonnen, am 8. Juny 1787 durch eine Verorbnung das Verbältniß zwi- ſchen Sutsherren und Päachtbauern beſtimmt, und am 20. Juny 1788 die Leibeigenſchaft und Glebae adscriptio in Dänemark aufgehoben. Zebn Jahre nach dieſem waren noch erforder» lich, ehe es auch in den Herzogthümern eben dabin kommen konnte, und Bernſtorf ſowobl, als die für die Sache geſtimm- ten Güterbeſiper und Staatsmänner ſcheinen hier noch mehr Hin» derniſſe, als im eigentlichen Dänemark gefunden zu haben, Bern- ſtorf ſetzte ſeine Jdeen in Briefen an die bedeutendſten Mitglie- der der Nitterſchaft augeinander, wobey er die beiden Fragen weſentli unterſchied, ob der leibeigne Bauer perſönliche Frey» heit oder Eigenihumsrecht ſeiner Hufen haben ſollte? und in» dem er ſic) für Bewilligung der erſtern unbedingt erklärte, weil nicht nur der Gutshberr, ſondern auch der Landesberr ihm ſolche von Rechtswegen ſchuldig ſey, ſprach er ſich in Anſehung des zu gewährenden Eigenthums dahin aus, daß ſolches nur allein vom Gutsherrn ousgehen könne, Der Etfolg war endlich, daß die verſammelte Nitterſchaft am 11. März 1797 dem Könige das Reiultat ihrer Beraihſchlagungen einreichte, welches durch das Kanzleyſchreiben vom 30. Juny 1797 des Königs Beyfall erhielt, wonach dann die Leibeigenſchaft in den Herzogtbümern Schleswig und Holſtein in den nächſten acht Jahren zur Aufhebung kommen ſollte 3; dennoch verzog ſich dieſe Wohlthat bis ins Jahr 1804, wo das Ende der Sklaverey eintrat. So wie die Bauern des Grafen Johann Hartwig Ernſt von Bernſtorf demſelben am 28. Auzuſt 1783 auf den Feldern ſeines Gutes eine Ehrenſäule für die ihnen verſchaffte Freyheit ſetzten, ſo wurde am Vermäblungstage des Kronprinzen, nachherigen Königs Friedrich VI, am 31. July 1792, in Gegenwart des letztern und Bernſtorfs des Jüngern, der Grundſtein zu dem nun längſt vollendeten Monumente für dieſe Geſetzgebung vor dem Weſter» thore Kopenhagens gelegt, mit der Inſchrift:„der König ers kannte, daß Bürgerfreybeit, beſtimmt durch gerechte Geſete, Liebe zum Vaterlande gebe, Mutb es zu ſchüßen, Luſt zu Kennt» niſſen, Neigung zum Fleiß, Hoffnung des Erfolgs.= Der Kö»- nig gebot, Gutspflichtigkeit ſoll aufhören, die Landweſensgeſetze ſollen Ordnung und Kraft erhalten, damit der freye Bauer muthig und aufzeklärt werde, fleißig und gut, geachteter Bürger, glück lich.““ Bernſtorf ſah nicht mehr den Erfolg ſeiner Bemühungen, denn er ſtarb ſchon am 21, Julius 1797 z indeſſen hatte er für die Landweſens: Angelegenbeiten hinreichend und mit großen Bemür bungen geſorgt, und die Hauptſache im Wege gütlichen Ueberein« kommens zwiſchen den Grundherren und: der Regierung zu Stande gebracht. Unter den von ihm ausgegangenen Verordnungen im Juſtizweſen befändet ſich auch diejenige, welche zur Beförderung Agrariſche Geſetzgebung, (691) der Landäuftheilungen und Einkoppelungen„- und zur Abkürzung der dabey vorkommenden Streitigkeiten vor den Obergerichten, im Jahr 1773 gegeben wurde, S. viel beſprochen wird, und viele Regierungen von ſich behaupten, daß ſie nur dieſen unadläſſig verfolgen, wovon indeſſen nur ſelten Reſultate zum Vorſchein kommen. Man begreift bey dieſen Umſtänden weder die Regierungen, noch die Stände, wo ſolche exiſtiren, und eben ſo wenig die bevorrechteten Güterbeſiter in Hinſicht auf eignen Vortheil, Gebt man daven aus, daß dem Oberberrn das Obereigenthum und eine Revenüe an undvon einem Bauerhofe zuſteht, und der In- baber. des Hofes nur ein erbliches Benutzungs-/ oder ein dem nußbaren Eigentibume ſich näberndes Realrecht(nach Golonal: Rechtsgrundſöten) bat, ohne wirklicher Eigentbümer deſſelben zu ſeyn: ſo begreift man in unſern Zeiten, daß die Revenüe die Hauptſache bleibt, und die Oberherrlichkeitäsrechte des Obereigen= thümers an ſich im Verlaufe dieſes Verhältniſſes eigentlich uns fruchtbar ſind z; es fragt ſich dann, ob, um eine Revenüe von ausgethanem Landeigentbum auf Seiten des Oberherrn zu bezie: ben, ſo viele Verpflichtungen und Beſchränkungen"des Hofinbha» bers nöthig ſind, als das Colonal- und Meyerrecht in vielen Ländern vorſchreibt und verfaſſungsmäßig beſiehbt; man kann dieß vernünftigerweiſe nur verneinen, denn da dem Colono oh- nehin kein Eigenthum zuſtebt und er über das Gvundſtü> nicht frey verfügen, ja viele andere Dinge nicht ohne Genehmigung des Gui8berrn vornehmen kann,„wenn gleich. ſie eigentlich die Bewirtbſchaftung betreffen(worüber ſelbſt nur zwey Perſonen ſelten eine und dieſelbe Meinung haben), ſo iſt es vollends übers flüſſig, daß der Sutsherr ſich in die Familienrechte des Colonus miſchen kann, und ſelbſt über die Anwendung der Revenüen des Colonats eine Stimme hat. Im Ganzen iſt das gutsherrliche Recht, es werde nun Colonal- oder Meyerrecs, in Verbin: dung mit der nach den. gewöhnlichen Kräften eines gemeinen Landmannes darauf zu verwendenden Arbeit, den Ausſchlag dars Über geben wird, in welchem Verhältniſſe dieſer Ueberreſt zu thei- len iſt, dergeſtalt, daß der Grundherr einen angemeſſenen Werth des GSuts durch. die Pachtrente, der Bauer aber ſeinen nothdvürf- tigen Unterhalt und die Bezahlung und Erſtattung ſeiner Arbeit und ſeiner Augslagen erhält. Steht das Maaß der Abgabe an den Oberherrn hiernach feſt, ſo würde er ſeine Revenüe" vom Hofe mit der Zeit nicht vergrößern können; dieß iſt aber bey klei- nen Höfen, wenn ſie nicht ſehr reichen Boden haben, ſelten wöglich, und muß auch überhaupt ſeine Srenze haben, und nur Agrariſche Geſetzgebung. (697) eine Abgabe, die in Getreide feſtgeſetst iſt, deſſen Werth jedesmal nach den Marktpreiſen bezahlt, ſtatt in Natura abgegeben wer- den muß, ſichert wenigſtens den allgemeinen Durc<ſchnittsertrag, indem dadurch die Nente bald ſteigend, bald fallend wird. Gehen wir nun, nachdem von den. perſönlichen Verhältniſſen des Landmanns geredet worden, auf die Verhältniſſe des Srund und Bodens Über, ſo finden ſich folgende, die noch in den mehrs= ſten Ländern faſt allgemein, nicht bloß beym Bauerſtande, ſondern auch auf großen Gütern angetroffen werden: 1) Vermengte Lage der Grundſtücke, d. h.- die Beſitzungen ſind in viele einzelne Stücke Landes, oft bey unbedeutender Größe getheilt und liegen unter den Beſivungen„anderer Beſitzer zerſtreut, 2) Die zwangsweiſe Regel einer gewiſſen Feldordnung und Be- 109,8 für alle Beſiber von Grundſtücken in einer Feld» mark. 3) Die darous folgende und gleichfalls zwangsweiſe beſteben- de Gemeinhut auf den Feldern, Wieſen, Weiden und Allmenden. 4) Die Servituten benachbarter Eigenthümer auf einer ſolchen Feldmark. Man ſieht leicht ein, daß hier Bann und Zwang iſt, der der gewöhnlichen Benutzung und dem Geiſie Feſſeln anlegt, und dem Eigenthum ſeinen Werth entzieht z ein Fremder kann in eine ſolche Gemeinſchaft nur- eintreten, indem er ſich derſelben und ihren Geſetzen unterwirft, und indem er eine ganze Beſitung er- wirbt, wo dergleichen nämlich verkäuflich ſind; Trennung und Vers kauf einzelner Stücke iſt faſt unmöglich, und eben ſo wenig Abſonderung aus dieſer Gemeinſchaft, die an ſehr vielen Or-= ten nicht geſetzlich begründet werden kann, weil von den Genoſſen ſelbſt die Gemeinſchaft häufig als'die erſte Bedingung der Cxi- ſtenz ohne alle Ausnahme betrachtet, und deren Verluſt für un- erſetzlich gehalten wird, Auch in dieſen Verbältniſſen ſind erſt in. neuern Zeiten ge- ſebliche Abänderungen eingetreten, aber bäufig mit eben ſo we? nigem Erfolg, als die Maßregeln hatten, die man zur Herſtel» lung der perſönlichen- Freybeit des Landmanns< nahm. Dä- nemark ſcheint auch hier den Anfang gemacht zu haben, und theilweiſe folgte Oeſtreich, Bayern, Preußen und Hannover 3; doch dürften. wir mit gleichem Rechte auch das Herzvgthum Cöthen nennen. c Maria Thereſia gab am 21. November 1768 ein Edict zum Zwe& der Aufhebung der Gemeinweide und Verhinderung der dadurch entſtehenden Viebſeuchen, mit Anweiſung, die Weide- grundſtü>e unter die Intereſſenten zu vertheilen z Friedrich II. gab um dieſelbe Zeit das Edict zum Zwe> der Gewmeinbeitsauf- hebung und der Separationen der Felder zwiſchen den Güterbe» ſivern und ihren"Bauern, welche Operation bis zu ſeinem Tode guten Fortgang hatte, jedoch«auch noch manches zu thun übrig ließ, was in unſern Tagen erſt zur Ausführung kommt. r Friedrich Auguſt, Fürſt zu Anhalt Zerbſt, wollte ſchon im Fahre 1770 den K>erbau in ſeinem Lande verbeſſern, und gab Oekonomie, 4, Abſchn, (698) dazu eine Verordnung, die ohne Erfolg blieb, weßhalb er ſolche durch eine andere unterm 29, April 1775 ergänzte. Die Abſicht war zunächſt die Theilung der Gemeinweiden und der Futterbäu im Felde, auc der Obſt: und Hopfenbau, Aber auch dieſes Ge ſetz fand keinen Eingang bey ſeinen Unterthanen, die dazu noc< nicht durchgängig reif zu ſeyn ſchienen, ja ſeine eigenen Domai» nen- und Juſtizbeamten nebſt den Advocaten ſtellten ſich der Sache entgegen, die ſolbeſetzt, wobin wahrſcheinlich auch die entſtandenen 701 neuen Häuſer mit zu rechnen ſind z; außerdem wurden 113 Arrons dirungen vollendet, und ſogenannte Mooſe, in Norddeutſchland Brücher genannt, ausgetro>net, urbar gemacht und mit Land: wirtben beſetzt, Braunſchweig-Lüneburg, oder jet das Königreich. Hannover, gab faſt gleichzeitig mit Bayern eine neue Geſetzgebung in die- ſem Zweige heraus, wovon die Lüneburgiſche Gemeinheitstbeis- lungsordnung und die Bemühungen des vormaligen Landegöko» nomie- Commiſſarius Meyer Zeugniß geben; jedoch änderte diee ſer Staat nichts in den perſonlichen Verhältniſſen ſeiner Unter thanen, In dem Sachſen-Coburg: Soalfeldſchen Lande erſchien unterm 80. May 1809 ein Reglement über die Vertheilung der Gemein» beſivungen unter die bisherigen Jutereſſenten, Das Großherzogthum Sachſen- Weimar- Eiſenach verordnete dur ein Edict vom 2. März 1821 die Aufbebung der Seſinde- zwangdienſte gegen Entſchädigung der Berechtigten, und unterm 11, May 1821 die Aufhebung aller Frohndienſte ebenfalls gegen Entſchädigung der Berechtigten, Endlich ging unterm 3, April 1821 von dieſer Regierung auch ein Hut- und Triftgeſes aus, worin theils die Rechte der Berechtigten und Verpflichteten genauer bes ſtimmt Werden, um jedem Weiterumſichgreifen zu begegnen und die Cultur der Futterkräuter im offenen Felde zu ſchüben, theils die Rechte der Aerbeſiter in Anſehung der Braachbear- beitung feſtgeſtellt ſind z außerdem dehnt ſich der Inhalt auch auf die Wieſen- und Waldhütung aus, Cin Provocationsrecht auf Ablöſung einer Hütungsſervitut iſt aber dem Belaſteten nicht eingeräumt, vielmehr ſcheint das Geſetz nur dahin zu geben, das Hutweſen gehörig zu regeln und in gewiſſe Schranken zu verweis ſen, um Vexationen und Streitigkeiten vorzubeugen. - Unter den neueſten Geſetzen dieſer Art zeichnet ſich das Köo nigl, Sächſiſche Mandat, die in Hütungsſachen gn zuwendenden Rechtsgrundſäße und das daryiu zu 188 Oekonomie, 4, Abſchn. (700) beobachtende Verfahren betreffend, vom 4,October 1828, beſonders aus ,'welcer gebracht werden darf(voraus: geſetzt, daß der Hütungsberechtigte auf ſeinen eigenen Broachfel: dern daſſelbe thut), und daß die Landesart bey dem Hü: tungeleidenden ein Anderes nicht erfordert, ſoy kann auch dieſes Verhältniß in ſehr vielen Fällen zu ſebr erheblichen Colliſionen und ſogar Rechtsverlezungen führen; denn die Beſtimmungen in 6. 48. und 49, dürften oft nicht augreichen, und dem Ermeſ? ſen der Landesregierung würde die Sache anheimgeſtellt bleiben müſſen, ohne dadurch einem weitläuftigen Verfahren ausweichen zu können. Ohne hier einen Tadel augsſprechen zu wollen, hält der Ver- faſſer, nach dem Zweeke dieſes Werks, und als Vorbemerkung zum nächſten Bande für dieſe Abtheilung, dafür, daß das Re» geln ſo ungleichartiger Nutzungen, als die eigentliche A>kercultur und die bloße Hütung geven, eine Aufgabe iſt, die gerade im Rechtswege am ſchwierigſien zu löſen ſeyn dürfte. Das vorliegende Geſetz ſtimmt, den Principien nach, mitder preußiſchen Geſetzs gebung überein, und das allgemeine Preuß, Landrecht drückt ſich Über dieſen Gegentand wie folgt aus. Th. 1. Tit: 22. 6. 29, Eine Grundgerechtigkeit, welche ohne Nacen eines andern Guts zu hüten,.muß ſich deſſelben ſo bedie- nen, daß der Eigenthümer dadurch an der Subſtanz der Sache keinen Schaden leide, und an der nach Landes- art SENT OG NEE Cultur und Benußung nicht gehindert werde. 81. Andere Arten der Benutzung kant der Beſiter des be:| laſteten Guts nur in ſofern augüben, als der erforderliche| Weidebedarf des Berechtigten dadurch nicht geſchmälert, vder, der entgehende Bedarf, durch"Anweiſung eines an: 42h gleich gut gelegenen Stü>s, vollſtändig vergütet wird. 107. Der Berechtigte darf, durch unzeitige Bebütung der Felder und Wieſen, den Eigenthümer nicht beeinträch« tigen, 107. Die Behütung iſt für unzeitig zu ächten, ſo lange dadurch das belaſtete Gut in ſeinen übrigen Nutßungen würde beſchädigt werden. 115. Der Eigenthümer des belaſteten Gründſtü>s iſt die Cultur ſeines A>ers zum Vortheile des Berechtigten zu verſchieben nicht ſchuldig. 6. 116. Er darf aber auch ſeine Brääche, zur Schmälerung der Hütung, nicht anders als lan düblich benuten. Mati wird geſtehen müſſen, daß, ſobald man zunächſt das Verfahren bey der AFercultur auffaßt, und dieſe gegen das Hüs tungsweſen abwägt, erſtere bedeutend überwiegt, und ſchwerlich iſt es möglich, einem AFerwirth= beſonders wenn er einzeln aus mehrern Communaenoſſen auftritt= gegen einen Weidebe:- rechtigten ſein volles Recht zu verſchaffen, wenn nach vorſtes| henden Beſtimmungen allein verfahren wird ,- denn immer iſt wahrſcheinlich, daß einer von beiden Theilen verkürzt wird. Man darf hierbey frägen: was iſt Landegsart und land» übliche Benutzung der Braache? Man wird darauf erwiedern, daß es das aus der Dreyfelderwirthſchaft hergenommene Verfah- ren ſeyz; allein die alte reine Dreyfelderwirthſchaft, exiſtirt faſt nirgends mehr, ſie iſt in eine abnorme Wirthſchaftsform überge: gangen, welches ſchon die Beſömmeruüng der Braache beweiſt [. Bd, 4. S. 625. d, W.), folglich paßt das Geſetz nicht mehr darauf, oder man hätte in Zeiten dieſer Neuerung der Land» wirthe, zum Beſtande der Geſetze8paragraphen, Einhalt thun müſz- ſen, und in der That enthält der 9. 31. eine dahin deutende Bes ſtimmung 3; wenn aber auch die jeßige Landesart eine ändere, als die Frühere iſt, ſo iſt ſie doch die jeht landübliche, und wenn nach 56. 115, der belaſtete Eigenthümer nicht: nöthig hat, zum Vortheil des Berechtigten die Cultur ſeines Akers zu ver- ſchieben, ſo kann er auch= im Widerſpruch mit 6. 81. und in Vebereinſtimmung mit 6. 80.= Braache pflügen„- Miſt fahren und beſtellen,'wann und wie es dieſe landübliche Wirtbſchafts» art mit ſich bringt und fordert z hindert man ihn nad ß. 31. daran, ſo kann er für ſich, in Uebereinſtimmung mit 6. 80,, an= führen, daß er Schaden an der Subſtanz ſeines Guts leide; denn alle Theile und Eigenſchaften einer Sache, ohne welche (703) dieſelbe nicht da 8 ſeyn kann, was ſie vorſtellen ſoll, oder wozu ſie beſtimmt iſt, gehören zur Subſtanz; L. R. Th.1. Tit. 2. 6.4., und in der That iſt das Braachfeld allemal ein bedeutender (der dritte) Theil vom Ganzen, und ſeine Eigenſchaft, die es durch das Braachen erlangt, iſt deßhalb noch nicht als unnütz u betrachten, weil einzelne, beſonders kleine, Wirtbe die Braachs2 R ichhiGuen nicht immer als ſolche(reine Braache) für ſich benu- ben, ſondern das Braachfeld ſofort wie das Sommerfeld be: ellen. ſ Däs Sächſiſche Geſe ſucht beiden Theilen ihre Rechte däs durch ſicher zu ſtellen, und den bekanntlich in Sachſen üblichen unregelmäßigen und ſelbſt, wirtbſchäftlich betrachtet, theilweiſe übertriebenen Beſommern der Braachfelder, ſo wie der zur Un- gebühr von Seiten'der Hutberechtigten ausgeübten Weidenutung auf fremden Grundſtücken, mit ungebührlicher Schonung ihrer eignen, dadurch zu begegnen, daß das im 6. 44, erwähnte Reci- procum Statt finden muß, und daß nach 6. 43. und 49, die Hälfre des Braächfeldes oder x des ganzen AFerdeſites zur Wei- debenutung für den Berechtigten unaufgeriſſen, folglich unge- braadt, liegen bleiben muß, nebſt den übrigen dort getroffenen läſtigen Beſtimmungen z allein, es ſind die Folgen davon ein2 leuchtend genug, um beurtbeilen zu können, daß die getroffenen Maßregeln zur ausgeſprochenen Beförderung der Landcultur nichts beytragen können, denn es ergeben ſich davon nothwendig fol: gende Reſultate: 1) Die Feſtſetzung beſtimmter Braachtermine beſchränkt deni Wirthſchaftsplan, und iſt einer Unterſagung gleich zu achten, da es nach Johanni viel zu ſpät iſt, den Ader noch binreichend für die zu bauenden Sommerfrüchte, ſonſt hier auch Braachfrüchte genannt, zu bearbeiten, beſonders in ſchwerem Boden. 2) Die allgemeine Feſtſetzung von x des Ganzen, welches dem Hütungsberechtigten zur Weidenutzung vorbehalten bleiben ſoll, dürfte nicht immer mit dem Rechte des Berechtig» ten übereinſtimmen, und oft zu viel oder zu wenig ſeyn. 3) Verliert der Belaſtete ſein offenbares Recht, das vorbebal- tene 3 braachen zu dürfen, denn er ſoll ſoles weder auf- reißen, noh mit Dünger, Kalk u. dergl. befahren, auch weder Flachs, no< Hanf darauf auslegen. Die Bräaache iſt hier alſo keine Braache, welches beſonders bey ſchwe- rem, und noch nicht in rechte Cultur geſegtem Boden, ei- nen Verluſt für den Beſiter gewährt, der mit dem Nuten des Weiderechts des Berechtigten in gar keinem Verhält: niſſe ſteht. 4) Das fortwährende Beſtehen des Servitutweide- Rechts, be: ſonders in ſofern ſich deſſen Ausübung' auch nach 6. 49. 4. ſelbſt auf angeſamte Futterkräuter, nicht bloß auf den wilden Gräswuchs, erſtre>t, verleidet den Fortſchritt äller beſſern Cultur und giebt zu Vexationen und Nachtheilen aller Art Anlaß, gegen welche niemals ſogleich ſchnelle obrigkeitliche Hülfe zu erlangen iſt, wie ſich z. B. beym Beweiden des jungen Klees im Frühjahr auf ſtrengem Bo» den vor dem 31. März nur zu oft ergeben dürfte, wo, bey Agrariſche Geſeßgebung. 191 192 Oekonomie. 4, Abſchn. (704) Wu; der alsdann noch im Aer befindlichen Winterfeuchtigkeit, durch das Vieh mehr Futter vertreten und vernichtet, als conſymirt wird. Dieſen Folgen der- geſehblichen Beſtimmungen treten diejeni- gen bey, die aus den Übrigen Dispoſitionen des Geſetzes- ſich ergeben, die im Ganzen dahin gehen, daß Alles beym Alten bleibe, und daß die hergebrachten Hütungsgerechtſame auf'alle Fälle obrigkeitlich geſchüßt, im Streitfalle von neuem feſigeſeßt und regulirt werden ſollen, Es darf alſo eine Lebde, oder ein Stü> Hütungsland, welches oft durch Hütung nur einen einge- bildeten Ertrag gewährt, nicht zu AFXer gemacht werden, oder doch nur unter ganz befondern Verhältniſſen 3; es dürfen einſchnit- tige Wieſen nichtxin zweyſchnittige verwandelt werden, und ſelbſt bey Dreyfelderwirthſchaft das Stopyeipflügen im Herdſt nur theilweiſe geſchehen; bey Anwendung des Durchwinterungs- Prinz cips ſoll das Abſehen dahin gerichtet werden, daß der Futterbe- darf nur auf die in der Gegend gewöhnlichen Viehbraſſen, an Mindvieh und Landſchafen, berechnet wird, woraus eine Normal- zahl der triftberechtigten Stü&e gezogen wird, welche auch dann beybehalten werden ſoll, wenn der Berechtigte die Raſſen verz ändert und oſtfrieſiſches und ſchweizeriſches Rind-. vieh und ſpaniſche Schafe auftreibt, wobey derſelbe auch das März- und Brakvieh noch Über die Durchwinterungszahl mit aufireiben kann. Es ergiebt ſich, eine hinreichende Würdi- gung dieſer Verfügung, wenn man bedenkt, daß das gewöhnliche Landvieh zu jenen genannten fremden. Raſſen, in Bezug auf Fut- terbedarf, gewöhnlich in einein Verhältniſſe wie 2 zu 1 ſteht, und daß die, Noxmalzahl alsdann in vielen Fällen das Duplum der Weideconſumtion herbeyführen muß z; zu geſchweigen, daß der Zuſatz von März- und Brakvieh noch zu großen Mißbräuchen führen dürfte. Wenn nun ferner 6. 28, feſtgeſebt iſt, daß, gleichwie der Hütungsleidende etwas, ſo zur Schmälerung der Hütungsgerech- tigfeit gereicht, nicht vornehmen darf, alfo auch der Hütungs- berechtigte auf ſeinen eigenthümlichen Grundſtücken eine Veränderung zum Nachtheil des Hütungsleidenden nicht machen, noch das. Hütungsrecht in ver Mäaaße, daß dadurch die. belaſteten Grundſtücke in ihren übrigen Nutzungen beſchädigtyverden wür den, ausüben, daher auch insbeſondere durch unzeitiges Behüten der Felder und Wieſen ven Eigenthümer an der, nach der Lanz Degart gewöhnlichen Cultur und Benutzung weder hindern, noh ſonſt beeinträchtigen ſoll, ſo wird kein Zweifel ſeyn, daß, ſo wie die Landesregierung die Verminderung dex Nächiheile des Hü- tungsweſens überhäupt nach ihrem Ermeſſen.(9. 31) zu bewirken verbunden ſeyn ſoll, dieſelbe, bey dem hierunter indirecte her- vorgerufenen Zwange für beide Theile, doch wahrſcheinlich weit mehr Klagen und Beſchwerden vernehmen, als Abhülfe leiſten wird, Dieß liegt unbeſtreitbar in der Natur der Sache. „Die Geſchichte der Landwirthſchaft der lezten 50-60 Jahre ergiebt offenkundig, daß, troß aller. Beſchränkungen der Perionen und des Grundeigenthums auf.dem Lande, dennoch„die gemach» ten Erfahrungen über Verbeſſerung der Bodencultur, ſicy Bahn gemacht, und bis zu den unterſten Ständen hinab gedrungen Agrariſche Geſetzgebung, (705) ſind, und daß hierunter noch immer ein Fortſchreiten Stait fin- det. Man weiß auch, daß beym jJetbigen Stande der Sachen das Weideweſen nicht die Hauptſache, ſondern ein Ueberreſt aus dem nomadiſchen Leben der Vorzeit iſt z der Gewinn von Mehlfrüch- ten und Nahrungsmitteln, unmittelbar verbrauchbar, wird durch das dringende rägliche Bedürfniß gefordert, und wenn Viehzucht zwar ebenfalls hierher gehört, ſo iſt dieſelbe jedoch einerſeits ein Product des A>erbaues und andererſeits ein Erbaliungsmittel deſſelben 3 den Aerbau theilweiſe überwiegend wird ſie, wenn, wie in unſeren Zeiten, ſie nachhaltige Handelsproducte liefert G- B. die Wolle)z; ſie bleibt aber bey alledem ſtets in einem gewiſſen quantitativen Verhältniſſe zum culturfähigen Grund und Boden, Dd, hb. eine gewiſſe Bodenjläche kann'nur eine gewiſſe Quantität Vieh produc1iren und ernähren, und bey Adb- wägung dieſes rein landwirthſchafrlichen und national- ökonoini- ſchen Verhältniſſes iſt die Betrachtung. von untergeordneter Art: wie weit die rohe Naturgabe in Forſten, auf Wieſen und Feldern das Viehquantum zu vergrößern vermag, und zwar aus zweyerley Gründen z denn erſtlich iſt die rohe Naturgabe nicht productiv, ſondern nur theilweiſe erhaltend; der A>er producirt das Vieb, weniger ſchon die Wieſe, der Forſt, und der wüſte oder dreeſchliegende Acker, die Lebden und Anger, gar nicht, weil der Acker das Hauptproduct der Erzeugung und Ernährung für das ganze Jahr liefert, der wilde Graswuchs aber nur einige Erhaltungs- over Unterſtüßungsmittel für den Sommer z die AFercultur ernährt die Menſchen und dieſe leiten die Vieh- zeugungz beſäßen wir bloß Wälder ohne AFer, ſo würden wir wieder zum Jagerleben zurückkehren und uns mit wenigem ſchlechten Vieh vegnügen müſſen, wie es die wilde Natur liefert z anderntheils und in Betracht, daß die jetzigen Staatsgoſellichafs ten ihren Lebengunterhalt nur auf eine kunſtgerechte Weiſe zu beſchaffen vermögen, muß alles verbannt werden, was vie Voiks- ernährung erſchwert, und was ſchlimmſtenfalis gecignet ſeyn könnte, den Nahrungsſtand im Ganzen und im Einzelnen in Gez: fahr zu bringen; dieſe Sefahr kann aber eintreten, wo Hemmun- gen der Production jeder Art, ſelbſt der Viehſtände, eintreten könnte, ja wo dieſe Hemmungen ſogar privilegirt werden. Was iſt es aber anders als eine Hemmung der eigentlichen Urproduc- tion, wenn dieſe, um eines Theiis der Nahrungsmittel für wies derum nur einen Theil der Urproducte(das Vieh) verpflich: tet wird, den beſten Theil nicht nur ibrer Felder herzugeben, um im Sommer dem Viehe eine elende Nahrung zu verſchaffen, ſondern auch einen vorzüglichen Theil derjenigen Unternehmun- gen and Arbeiten zu unterlaſſen, die die Urproduction directe und hauptſachlich befördern und zum Ziele führen.(Braachbe- arbeitung, Düngung, ſäen, pflanzen zur rechten Zeit.) Bringt man die hiernach wegfallende Cultur und Production des ſolcher- geſtalt in zden Bann gethanen Feldes in einem gewiſſen Lände in Anſchlag, und vergleicht damit den Nutzen, den das Weide: ſervitut“ gievt, ſo ergiebt ſich bloß, daß die. Nation ſich“ ſelbſt veſtieblt. Man wird einwenden, daß es keine Kleinigkeit ſey, ov dieſe und jene große Schäferey: eine gewiſſe Weide benuten dürfe, oder IX. 45 Oekonomie, 4. Abſchn, (706) nicht; dieß kann im einzelnen Falle zugegeben werden, unbe- ſchadet unſerer Anſicht; in Erwägung ader, daß dieſe Heerde überhaupt producirt und bis hierher erhalten wurde, ergiebt ſich, daß die Mittel dazu vorhanden ſeyn mußten und ſind, daß nur die Erhaltungsmittel theilweiſe ſchlecht gewählt ſind, und daß daher hierunter eine beſſere Einrichtung zu treffen ſey. Wenn die Landwirthſchaft überhaupt in unſern Zeiten als eine ſehr zuſam: mengeſezte Maſchine erſcheint, wo Ac>er, Wieſen, Anger, Lehden und Forſten mit den Viehſtänden, und den vielen Werkzeugen und Menſchen, die ſie handhaben und die die Anordnung machen, zuſammen in enger Verbindung ſtehen, ſo iſt es nicht anzurgrhen, eine Hemmung in dieſe Maſchine zu bringen, und' einen Theil auf Unkoſten des andern zu begünſtigen, und z. B. die Forſten und die andern productiven Grundſtücke auf Koſten des Beſitzers und der, menſchlichen Arbeit zu decimiren, vielmehr verlangt die Urproduction und folglich das geſellſchaftliche Bedürfniß(als eine nativnalöfonomiſche und ſtaatswirthſchaftliche Forderung), daß jedes Ding, gedvrig an ſeinen Ort geſteät, in freye Wiredſam»2. keit komme und bleibe, und der Culturgrad und die Sitte der Nation verlangt, daß die perſönliche Freyheit zu dieſem Zweck nicht gefeſſelt werde, ſondern Allen gleich ſey. j Es iſt eine lange erkannte Wahrheit, daß es ein vergebli» en entſtanden, dieſe ge- wöhnlich nur zur Nothdurft des Berechtigten bewilligt wurz den, was ſchon a priori geſchloſſen werden muß, da nicht verz muthet wird, daß Jemand ſein eignes Recht zum Vortheil eines Andern ganz aufgegeben bat. Schreiben ſich aber dergleichen Rechte, wie gewöhnlich, aus einer frühern Vorzeit her, ſo kommt in Betracht, daß, während damals die Beſitzungen, folglich die hütungsfähigen Flächen, ſehr groß waren, die Viehſtände ſehr Flein waren; wozu noch kam, daß ſie auc ſehr ſchlecht waren, weil der ſchlechte: A>erbaubetrieb auch nur eine elende Viebzucht (707) y brachte, In jetigen Zeiten hat ein verbeſſerter AFerbau ven Biebftond an Dualität und Quantität, nicht aber die Bo: denfläche, vermehrt, folglich kann eine Reduction der berechtig- ten Viehſtände nicht außer Betracht bleiben, um ſo weniger, als die vermehrten und verbeſſerten Viehſtände offenbar ein Pro- duct des verbeſſerten Ackerbaues auf gleich großer Fläche ſind, nicht aber ein Product der wilden Weide, die die Natur als Nebenproduct des Aers liefert, Staatswirthſchaftlich betrachtet, würde es nun„an ſich ganz unzuläſſig ſeyn, das Product einer verbeſſerten Bodencultur, als welches ein größerer und-beſſerer Viehſtand im Allgemeinen ex- ſcheint, wiederum dazu zu verwenden, dieſer beſſern Bodencul- tur auf einem Theile des Bodens(dem Belaſteten) Feſſeln an- legen zu wollen; aber auch nach dem gemeinen Rechte kann das gewöhnlich nur zur Nothdurft eingeräumte Weiderecht nicht an- ders ausgelegt und beſonders nicht ausgedehnt werden, weil, wenn der Berechtigte in-der Gegenwart ſeinen Biebſtänd durch beſſere Bodencultur verbeſſert und vermehrt hat, doch dieß ge: wöhnlich nicht der Fall iſt mit beſtändigen, keiner“Cultur fähigen, Weiderevieren, und die Weide auf Aec>ern, der Fläche nach ab: und der Süte nach in dem Maaße zunimmt, als deren Cultur vorſchreitet. Hieraus folgt ſchon von ſeldſt, und indem die Ge- genſeitigkeit im Hütungsweſen und in der Acerbeſtellung von deiderſeits Intereſſenten beobachtet wird, eine Reduction des Weidewerths und Quantums8 nach der Stückzahl des Viehes berechnet, und wenn alſo die urſprünglich eingeräumte Nothdurft einer'kleinern Viehzabl befriedigt worden war, ſy kann doch in der Gegenwart die Nothdurft einer größern und in ihrer Quali: tät verbeſſerten Viebzahl, die nothwendig mehr Futter bedarf, nicht mehr befriedigt werden. Hierzu kommt, daß das Verbeſ- ern der'Viehraſſen ein willkührliches, von dem landüblichen Verfahren oder der Landesart abweichendes, Unternehmen edes Beſibers iſt, und da er mittelſt ſolcher Verbeſſerung ſeit Recht auf den fremden Grund und Boden ausdehnt, ſo handelt r gegen den oberſten, bey Servituten-und Gerechtigkeiten gelten: en Rechtsgrundſatz, welcher jede Ausdebhnung des Rechts zum Rachtheil des Belaſteten ausſchließt, Dieſer Umſtand iſt offen- jar mit dem geſetzlich angenommenen Principe der herkömmlichen andüblichen Wirthſchaftsart in Widerſpruch, Das preußiſche Land: echt hat Tit. 19, Th.1. 6. 24 und 25 feſtgeſetßt, daß, wenn Nechte uf eine fremde Sache Jemanden zum Gebräud) nach ſeiner dothdurfe eingeräumt worden, allemal auf die zur Zeit der finräumung vorgewalteten Umſtände Rücſicht genommen erden muß, und daß durch bloß willkührliche, in dem vorher- ehenden Zuſtande nicht gegründete Veränderungen' der perſön: e einen großen Theil'des beſondern Vermögens des Staats ausmächen.“ Es iſt daber, beſonders in Bezug auf das Weide- weſen, das allgemeine Rechtsprincip, daß die Augübung der Servituten die eigentliche Beſtimmung der damit bela- ſteten Grundſtücke nicht hindern darf, angewendet, und dieſe Beſtimmung des Landculturedicts liegt der Gemeinbeitstheilungs2 und Ablsöſungsordnung vom 7, Juny 1821 überall zu Grunde, Es iſt bereits Eingangs dieſer Darſtellung S. 669. gezeigt worden, welche landwirthſchaftlichen Verhältniſſe bier in Bezug genommen werden, und unter welchen Formen ſie in Bezug auf ihre Zweckmäßigkeit unterſacht, feſtgeſtellt, eingeſchränkt oder ganz aufgeboben werden können und ſollen, und bis hierber hat dieß Geſe nur ſegenreiche Folgen gehabt und wird deren ferner nach ſich ziehen; ob die Beſtimmung des 6. 31. in dem ange- zogenen ſächſiſchen Geſepe ähnliche Folgen haben könne, und werde, dürfte nicht zu erwarten ſeyn, da ſich der Ausführung Überall Hinderniſſe in den Weg ſtellen werden, die theils aus dem Willen der Intereſſenten, theils aus Vorurtheilen und Lei- denſchaften derſelben ent'pringen, und denen nichts weiter entz gegengeſtellt werden kann, als»das Ermeſſen der Landesre2 ierung. 5. Aber auch die vortrefflichſten Geſetze, ſobald die darin ent- haltenen Vorſchriften von den Staats8bürgern nicht ſofort uns mittelbar befolgt werden können, erfordern Ausführung, und dieſe"ſeht wieder ein Perſonal voraus, welches mit Sach» kunde in die geſetzlichen Vorſchriften einzugebn, und ihre An- wendung auf die betreffenden Verhältniſſe mit Geſchicklichkeit zU leiten vermag. Dieſem Bedürfniſſe iſt nicht unter allen Um- ſtänden ſogleich abzuhelfen, und die Zwe>e der Geſetzgeber ſind, wo nicht theils ganz unerreicht geblieben, doch auf lange Zeit binaus8geſeht worden. Außerdem hat die Erfahrung ergeben, daß ein ſehr großer Theil des landwirthſchaftlichen Publicums auf die„aus jenen Geſetzen ihnen erwachſenden Vortheile gar nicht eingeht, und ſich durch Vorurtheile dagegen verblendet, daß wies derum ein anderer Theil dieſes Publicums auf Koſten jener in vielen Fälken Vortheile aus der Unwiſſenheit und dem Vorurtheile zu ziehen weiß, und daß am Ende alle Leidenſchaften gegen die Sache von denen rege gemacht werden, die entweder ihren Vortbeilin der Beybehaltung der alten Verfaſſung finden, oder die, der Sache an ſich abhold, ſich derſelben nur um deßhalb widerſetzen, weil ſie nicht ibr Werk iſt. Es. iſt daber eine zu voreilige Meinung, die aber jetzt herr: ſchend iſt„daß ſchon die bloße Exiſtenz der ſeit einer Neibe von Jahren in Deutſchland beſtehenden Eulturgeſeßgebung den AFer- bau bereits von„ſeinen Feſſeln erlöſt habe z; was Maria There- fia, die Könige von Dänemark und ihre„beiden großen Mini- ſter, theils gar nicht, theils nur erſt nach einer langen Reibe von Jahren ausgeführt, was ſelbſt Friedrich Il. während ſeiner Agrariſche Gefeßgebung, 197 Oekonomie, 4, Abſchn; (740%-> langen Regierung nicht durchzuſetzen vermochte, und Maximilian Joſeph unbeendet gelaſſen, das dürfte in unſern Tagen nod) weit größere Anſtände finden, wie ein Rückblick auf die Sache ſelbſt ſchon ergiebt;.man darf ſich daber den ſanguiniſchen Hoffnun-= gen nicht hingeben, die in dieſen Beziehungen die öffentlichen Blätter ausſprechen, deren Verfaſſer indeſſen niemals einen Blik in die Sache ſelbſt zu ihun vermögen, weßhalb ſie auch ſtets nur vom todten Buchſtaben des Geſetzes reden, den ſie mit der Sache ſelbſt verwechſeln. Die Zeit kann das große Werk.der Emancipation der Landleute und des Grund- und Bodens voll- bringen, ſie kann aber eben ſo gut alle ſchon begonnenen Schritte dazu hemmen, und den Gegnern derſelben Mittel und Wege dar bieten, Alles wieder auf den beliebten alten Stand der Dinge zurü&zubringen, E)...04B. 0: 0 7 0.-m 4€ Fünfter Abſchnitt.; Von der Aufhebung und Ablöſung der Frohndienſte und der-Natüralabgaben der bäuerlichen Landbewoh- ner, und von Verleihung des Eigenthums der Höfe, wo ſolches bisher noch nicht Statt fand. Die dem Bauernſtande obliegenden Verpflichtungen zur Leia ſtung von Frohndienſten aller Art an die Nitter- oder Herren- Güter ſind in den letzten Jahrhunderten zu einer auf den bäuer» lichen Höfen haftenden Real- Laſt geworden, die davon niemals getrennt werden konnte, und folglich wurde jeder Uebernehmer eines ſolchen Hofes“guts- und dienſtpflichtig 3; daſſelbe gilt von den auf ſolchen Höfen haftenden Naturalabgaben. Ein jedes Mittergut hatte und bat ſehr häufig jetzt noch eine Anzahl ſol2 erbaukunſt ſtand und zum Theil noh ſteht, wie an mehreren Orten in die- ſem Werke und kürzlich noH im IX, Bande gezeigt worden, Daß beym Fortſchreiten der Gewerbe und dem Steigen des Na- tionalreichthums dieſe Dienſtleiſtungen zum großen Theil nicht augreichten, oder aus mancherley Urſachen nicht mehr genügten, mußte in dem Verhältniſſe ſich offenbaren, in' welchem die Euls tivatoren die reine Bodenrente zu erhöhen ſtrebten, weil dieſe leptere offenbar ſich nur in dem Grade vermehrt, in welchem Arbeits» und Capitalaufwand erſpart wird. Es laſſen ſich aber bey dieſer Art von Dienſtleiſtungen und bey ihrem Gebrauche temporaire Erſparungen nicht machen, da dieß aus matncherley Urſachen nicht möglich iſt, und die Stellung des Bauers mora- liſche Hinderniſſe in den Weg legt. Beſonders war es das lange genährte Verlangen des Bauernſtandes nach perſönlicher Freyheit und nach Eigenthum, welches ihn nicht nur veranlaßte, ſeine Dienſte ſchlecht zu verrichten, ſondern auch die in dieſem bes ſchränkten Zuſtande unterhaltene Unwiſſenheit und die Abgeſchie- denheit, in der dieſer Stand erhalten wurde, waren es nicht minder, die ihn ſelbſt zu einem ſchlechten Verwalter der ihm zum Nießbrauch eingeräumten Hofesländereyen machten 3; daher entſtand Trägheit,'Verdroſſenheit und ein langſames Dabinges- ben in dem althergebrachten Verhältniſſe, ohne Nachdenken über das mögliche, dem eignen Nuten angemeſſene Beſſere, und ohne allen äußern Anreiz zur Nachahmung eines anerkannt beſſern Verfahrens. Der Dienſtbauer erſcheint alſo gewöhnlich als ein" armer Mann, deſſen Vorfahren ſchon die Hofländereyen'ausges bauet, das heißt, erſchöpft haben, der alſo gewöhnlich ſchlechte Erndten macht, ſchlechtes Nut: und eben ſo ſchlechtes Geſpann- vieh hat, mit welchem letztern er dänn ſeinem Gutsherrn auch ſchlechte Dienſte leiſtet. 7 4 Die von Seiten der Dienſtherren ergriffenen Mittel, den Dienſtpflichtigen zur angemeſſenen Dienſtleiſtung nach Maaß und Art anzuhalten, und die ſelbſt deßhalb ergangenen Judicate und Geſeße, Urbarien und Receſſe haben aber die Erfahrung nicht aufhalten können, daß durch ſolche der Zwe& nicht erreicht wer-= den könne, und daß am Ende nichts übrig bleibe, als den ge» zwungenen Dienſt aufzuheben, und die nöthigen Arbeitskräfte auf andere Weiſe herbeyzuſchaffen. Dieſer letztern Anſicht mußs- ten ſich aber» vorzüglich zunächſt die Regierungen um deßhalb hingeben, weil ſie, bey ihren Anſprüchen an die ganze Staats- geſellſchaft zum Staatshaushalte und zur Staatsvertheidigung den zahlreichen Bauernſtand nicht ausnebmen konnten, ſondern ihn, ohne erhebliche Rü>ſicht auf ſein unpaſſendes Verhältniß, zur Übrigen Staatsgeſellſchaft mit heranziehen mußten, und weil ſie bey den Staatsdomainen zeitig genus die Erfahrung gemacht batten, daß die Dienſtleiſtungen wenig Werth hatten, ja oft in: direct mehr koſteten, als ſie werth waren. Dieſe Erfahrungen ſink bereits alt, und datiren fich mindeſtens von der Zeit, wo mar ſtehende Heexe einführte. Nichts deſtoweniger beſteht das Dienſt weſen noch in unſern Zeiten, welthes theils aus Mangel a! Von Aufhebung und Ablöſung der Frohndienſte, 201 (699) Veberzeugung von dem Vortheile, der aus ſeiner Aufhebung er- wächſt, herrührt, theils ſeinen Grund darin bat, daß man der Mittel entbehrt, fich ſelbſt ſofort ein Betriebscapital anzuſchafz fen, endlich“ weil man aus der alten Gewohnheit nicht heraus- gehen will; und dieſe leptere Urſache dürfte ſich am bäufigſten ergeben 3 ja ſelbſt viele Dienſtverpflichtete bleiben, im ſeltſamen Widerſpruche mit ſich ſelbſt, lieber in ihrer alten Lage und Ar-= mutbh, als daß ſie zu einer Verbeſſerung und Abänderung der- ſelben Schritte thun möchten. In vielen Ländern bat man die Sache weder vom moraliſchen, noch vom ſtaatswirthſchaftlichen Geſichtspuncte aus würdigen mögen, und man ſtellte die Be- hauptung auf, daß der Dienſtpflichtige und für ſeine Leiſtungen mit Ländereyen oder deren Nutzung bezahlte Bauer nicht ſchlech. ter geſtellt ſey, als jeder andere freye Arbeiter, ja daß er ſich ſogar in eine? weit vortbeilhaftern Läge befinde,>Die Unhaltbar» keit dieſer Behauptung hat ſich durch die Erfahrung nur zu oft aufgedrängt, um bey derſelben noch feſthalten zu können: denn man vergaß dabey die dem Dienſtleiſtenden obliegenden Pflichten im Verhältniß zu den ihm eingeräumten Nechten. Wenn gleich die eigentliche Leibeigenſchaft größtentheils aufgehört. hatte, ſo war doch die an ihre Stelle getretene ſogenannte Erbunterthä» nigkeit nur ein anderer Name für ein eben ſo drü>endes Ver- hältniß, aks die Leibeigenſchaft war; ja. es war letztere in manz er, noh iſt der Be» trag ihres Aufwandes in irgend einem annähernd richtigen Ver- hältniſſe mit dem Werthe ihrer Leiſtungen. Dieſe Differenz iſt ſo bedeutend, daß ſie, in ſelbſt nur mittelgroßen A&erbau trei- benden Staaten, jährlich viele Millionen Werths beträgt, die dem Nationalvermögen verloren gehen.); Man kann die Bemerkung hierbey zar nicht unterdrücken, daß, nach dem die Leibeigenſchaft aufgehoben“ oder in Erbunter» thänigkeit verwandelt, nachdem die Zeitumſtände das National2 vermögen: von allen Seiten iy Anſpruch genommen hatten, nach= dem. der AFerbau der größern Güter ſich ſo verändert und ver» beſſert hatte, daß deſſen Beſtellung durch“ Frohnen nicht mehr ausführbar war, der Beſtand des Frohnweſens eben ſo undank- bar geworden iſt, als der Beſtand der Erbunterthänigkeit. Invem man alſo aus der alten Bahn'herausging, mußte man au< den Grund und Boden freyſprechen, weil er mit der Fähigkeit der Dienſtbelaſteten in der engſten Verbindung ſteht; oder vielmehr jene Fähigkeit bedingt z eine halbe Freyheit konnte man nicht bewilligen, unbedingt mußte dem Fröhner„ den die Regie- rungen als activen Staatsbürger in An“pruch nahmen, neben der FRN “ Von Aufhebung und Ablöſung der Frohndienſie, 203 (701) perſönlichen Freyheit zugleich Grundeigenthum gegeben werden, weil ſonſt der Frohnherr gar nicht entſchädigt werden konnte, und ein allgemeines Einziehen der Frohnbauerböfe dieſe ganz-werthlos gemacht haben würde, während ihre Inhaber ſämmtlich Bettler geworden wären. EN I. Die Art und Weiſe, wie dieſe Emancipation in Deutſchland durch Geſetze beſtimmt worden, iſt theilweiſe im IX. Bde. dargeſtellt, hier wird nunmehr von dem Verfahren gehanz NN die Dienſtaufhebung und Ablöſung zu bewir- ken ift. Es kommt vor Allem dabey auf die beſtehende Einrichtung an, die unter.dem Dienſtherrn und den Dienſtleiſtenden Statt finden, und die ſich häufig auf. die beſtehenden Urbarien, NRe- ceſſe, Judicate u. ſ., w. gründen.. Außerdem modificiren wirklich ſchon beſtehende Rechtsverbältniſſe die gegenſeitigen„Anſprüche, und dieſe Umſtände ſind in allen Ländern verſchieden, und von einander abweichend. Eine Ausmittelung und Feſtſtellung“ muß daher allemal vorangehen.-Da bier äuf die Geſetzesvorſchriften, die in verſchiedenen Staaten Über das Ablsöſungsweſen gegeben ſind, nicht eingegangen werden kann,[ſv gründen ſich die nachfol: genden Darſtellungen nur.auf die allgemeinen, in der bkonomi- ſchen Nechenkunſt und in der Bewerbslehre enthaltenen GSrund- ſätze und in ökonomiſchen Exfahirungen. „Die erwähnte Ausmittelung und Feſtſtellung der Leiſtungen wird dahin zu richten ſeyn, vb die Dienſte gemeſſene,.d. h. auf beſtimmte Tage- werke, oder auf Zeit-; und Flächßenmaaß und gewiſſe Arten von Arbeiten geſetzte Dienſte ſind, oder ob ſie ungemeſ- ſen, und alſo zur Beſiellung eines ganzen Gutes oder et: nes Vorwerkes davon, gewidmet ſind, ohne Rückſicht dars auf, wie viel Tagewerke, und wozu, überhaupt geleiſtet werden. Die gemeſſenen Dienſte ſind in ſo fern dem Empfänger nüß= licher, als die dadurch zu leiſtende Arbeit nicht bloß nach Tage- werken, alſo nicht bloß nach der gewiſſe Stunden dauernden Arbeit gemeſſen wird, ſondern beſtimmt iſt, daß in dieſer Zeit auc eine gewiſſe Arbeit vollſtändig verrichtet werden mußz es iſt alſo eine Dienſtverpflichtung, 3.-B. zum Pflügen. von täg- lich 2 Morgen Aer in der Braac-, Wende- und Saatfahre, zum Düngerfahren täglich 6 Fuder mit einem Wagen von ſo und ſoviel Cubikinbalt- u. ſ. w.,, beſſer, als wenn die Verpflich» tung, nur auf bloßes Pflügen, Düngerfahren u. ſ. w., lautet, vhne Beſtimmung darüber, wie viel geleiſtet werden muß, Die mehreſten Dienſte werden indeſſen bloß nach Tagewerken geleiſtet, und eben deßhalb ſind ſie gewöhnlich ſchlecht, weil der Dienende nur die Zeit hinzubringen ſucht, ohne Rückſicht. darauf, was er leiſtet. Dieß kann indeſſen keinen Grund abgeben, die Dienſte zu emem ganz geringen Wertbe anzuſchlagen, denn der Dienen- de konnte in der beſtimmten Zeit"ein gewiſſes Quantum Ar- beit leiſten, und es iſt ihm ſelbſt wenig Vortheil, daß er ſie nicht vollbracht hat, inſofern man ihm nicht etwa die ver- ſchwendete Zeit und ſeine Faulheit und Verdroſſenheit zum Vor- theil rechnen will, 204 Oekonomie, 5. Abſchtt. (702) Die ungenteſſenen Dienſte dagegen pflegen in der Regel voti ganzen Getneinen zu einem beſtiinmten Gute gewidmet zu ſeyn, und vertreten- dann die Stelle des eigenen herrſchaftlichen Geſin: des, Geſpannes und der Lohnarbeiter. Doch giebt es auch ein: zelne Hyfdiener, die zu ungemeſſenen Spann: und Handdienſten verpflichtet ſitid, - Es iſt niemals oder doch ſelten der Fall, daß ein zu ſolchen Dienſten. Berechtigter damit den we& erreicht, zu dem ſie ges widmet ſind, denn obgleich die Äufſicht dabey und die Anwei: ſung der Dienenden nicht fehlt, ſo wird die Arbeit doch ſchlecht verrichtet, und gewöhnlich iſt der Dienſtherr genöthigt, außer dem Verwalter und Meyer noch beſonders Geſpann und Knechte zum Vorpflügen, und überhaupt zum Vorarbeiten zu halten, wö man dann verlangt, daß die Fröhner dem herrſchaftlichen Ges ſpann folaen, das heißt eben ſo ſchnel und gut wie dieſes, arbeiten ſollen, wos indeſſen doch nur ſelten erreicht wird. . Ov die Dienenden den Dienſt an Ort und Stelle, oder iti einer gewiſſen Entfernung von ibrem Wohnorte zu leiſten baben, und ob der Empfänger etwas» an Beköſtigung für die Arbeiter; Futter öder Weide für das Geſpann und dergleichen zu geben babe, iſt gleichfalls Gegenſtand der Ermittelung 3 wenn beides Statt findet, ſo verringert ſich dadurch der Werth, der Dienſtarz- beit atiſehnlich. Abgeſehen von dieſen die Leiſtung an ſich betreffenden Ums ſtänden, bedingen in manchen Ländern tio< die beſonders beſte: henden Rechtsverhältniſſe das Weſen des Ablöſungsgeſchäfts 3 dieß iſt z. B. in den ältern preußiſchen Provinzen der Fall, wo die bäuerliche Verfaſſung größtentheils ſchon längſt, theils durch einzelne Geſetze beſtimmt wav, theils'in Beziehung auf die Dienſt: leiſtungen durch die ſogenannten Urbarien: Commiſſionen; beſonders während der Regierung Friedrich I1., vollends regulirt wurden; Hieraus hat die preußiſche neuere Beſesgebung die Regeln abgelet= tet, nach welchen geſetzlich abgelöſt werden kann und ſoll, und je nachdem das Rechtsverhältniß zwiſchen beiden Theilen iſt, wird die Ablöſung vollzogen 3 ſie ſeßte daher zwey Hauptnormen feſt, nämlich bey denjenigen Bauerhöfen, deren Inhaber bisher nur erb: liche Nutnießer ohne Eigenthum waren, muß 5 ihrer Ae&er, Wieſen- und Weideländer,-mit Augnahme des Gartens, abge= treten werden„ bey denjenigen Höfen dagegen, deren Inhaber kein erbliches Nugungsrecht hatten," die vielmehr nur auf gewiſſe Jahre gegen gewiſſe Dienſtleiſtungen und Abgaben angenommen waren, muß die Hälfte der Ländereyet zur Entſchädigung des Gutsherrn äbgetreten werden. Hiernach formiren fich nun die gegenſeitigen Anſprüche gewöhnlich in folgender Art: Auf Seiten des Berechtigten, nämlich der Anſpruch 1) auf das Eigenthumsrecht am. bäuerlichen Hofe z 2) abif Dienſte vön demſelben z j 3) auf die'Geld: und Naturalabgaben, die darauf haften 3 4) auf die ſogenannte Hofwehr, oder das bey den Höfen befind» liche, dem Gutsherin gehörende Vieh- und Feldinventarium« Auf Seiten des Verpflichteten dagegen 1) der Anſpruch auf Unterſtüßung be Unglü&Fsfällen 3 2) der Anſpruch auf Raſf- und Leſeholz oder ſonſtige Wald berechtigungen, nämlich Streuharken, Weide+[+ W+5 (703) 3) die Verpflichtung des Gutsherrn zum Aufbau und zur Re: haratur der Gebäude des bäuerlichen Dienſtgutes, und zur Gewährung der dem Hofwirth dieſerwegen gewöhnlich zu- kommenden Beneficia./ beſtehend in Dienſt- und Abgäbener» laß auf einen gewiſſen Zeitraum z 4) die Verpflichtung des Sutsherrn, bey entſtehendem Unver? mögen des Hofwirtbs, die Steuern und andern öffentlichen Abgaben und Leiſtungen deſſelben zu vertreten, Da" dieſe Verhältniſſe in andern Staaten nicht, oder doch nur theilweiſe, Statt finden, oder auch ſehr verſchieden ſind, und da auch im Preußiſchen freye'Eigenthümer ſind, die jedoch nog Dienſtleiſtungen haben, ſv verſteht ſich, daß bey ſolchen die Ab-= löſung obne RüFſicht auf irgend eine-geſetßliche Norm erfolgt, vielmehr nach einfacher Weiſe, dutch Gewährung eines Aequivä» lents geſchieht. Das Aequivalent für den aufgehobenen Dienſt kann in ver- ſchiedener Art gewährt werden, je nach freyer Uebereinkunft, oder je nachdem die Geſehe eines Landes den Berechtigten, wie z, B; in Preußen, die Wahl hierunter geſtatten. Man löſt alſo ab, gegen Geld- oder gegen Getreiverente, oder gegen Ac>er, Wie- ſen und andere Grundſtüe, Dagegen iſt die Feſtſtellung des Werths der abzulöſenden Leiſtungen und des damit übereinſtim- menden Aequivalents dasjenige, was am genaueſten zu ermitz teln iſt. Da die Ablöſung gewiſſer Dienſte und Abgaben den Real- werth des berechtigten Gutes nicht vermindern darf/ ſo muß der Werth der abzulöſenden Gegenſtände genau ermittelt werden z es iſt bereits im 3ten“Band d. W. der Werth der Arbeitslei- ſtung angegeben worden, worouf im Aſſgemeinen Bezug genom- men wird; die ſpeciellen Fälle und Verhältniſſe ergeben aber, ob die Leiſtungen zum vollen Werthe zu ſchätzen ſind,' oder ob ge- wiſſer Urſachen wegen, der Werth heruntergeſeßt werden' muß, oder ob gewiſſe Gegenleiſturigen des Berechtigten, ebenfalls nach ihrem Werthe, in Abzüg gebracht werden müſſen z; Geſpanndien- ſte in armen Gegenden, wo der Dienende, kleine, kraftloſe Pferde oder Ochſen hat, erreichen den wahren»Werth eines Tagewerks, welches von ſtarkem Vieh geleiſtet wird, oft nicht zum dritten Theil 3; ferner, Dienſtleiſtungen, die z. B. auf die Entfernung ei- ner Meile vom Wohnorte des Dienenden zu leiſten ſind, müſ: ſen in ſofern zu einem geringern Werthe gerechnet werden, als der Dienende die Arbeit erſt ſpäter als gewöhnlich anfängt und auch früher, beendet, weil ihm zum Hin- und Herziehen Zeit ge: laſſen werden muß, beſonders bey Spanndienſten. . Die'genaue Schätzung wird in dem Falle, daß das berech- tigte Gut Hypothekenſchulden hat, um ſo unerläßlicher, weil durch eine ſolche Operation der Realwerth des Guts, zum Nach: theil der Hypothekgläubiger, nicht vermindert werden darf; man zieht es daher auch vor, den Betrag, des Aequivälents auf eine Getreiderente zu ſtellen, die dann gewöhnlich zu einem gewiſſen Preiſe in Gelde abgeführt wird.) Hierbey kommt in Betracht, was im 7ten Bande dieſes Werks S. 612 u. f. und S. 626 vom Sa- oder Realwertbe geſagt worden iſt, worauf hier Bezug genommen wird. Von Aufhebung und Ablöſung der FLöhndienſte, 205 206 Oekonomie, 5. Abſchn, (704) Zur Firirung des wahren Werths der Leiſtungen hät die preußiſche Geſebgebung die Martini: Dut<ſchnittsmarktpreiſe des Roggens zur Anwendung vorgeſchrieben, und dem zufolge wer» den dieſe Maärtinipreiſe von 14 Jahren genommen, davon die zwey theuerſten und die zwey wohlfeilſten ausgeſchieden und von den 10 überbleibenden der- Durchſchnitt genommen/ welches Re- ſultat dann für die vevorſtehenden zehn Jahre gilt. Da ſich die Martinipreiſe- ziemlich gleichmäßig halten, ſo repräſentiren ſie erfahrungsmäßig den Nealwerth der Rente oder des Aequivalents am ſicherſten,« Die Abfindung eines Berechtigten für gewiſſe Leiſtungen er- folgt ällerdings am leichteſten und auf dem kürzeſten»Wege ge- gen Gewährung einer'gewiſſen Rente in Getreide oder in Gelde, und. es kann letztere hiernächſt auch, nach dem Abkommen der Intereſſenten, in Capital verwandelt und gänzlich abgelöſt wer» den,-wo dann Über den Zinsfuß das, Nöthige vorher beſtimmt wird 3; eine Neunte alſo, die zu 4 Procent abgelöſt werden ſoll, muß.fünfundzwanzigfach, und eine Rente, die zu 5 Procent ab: gelöſt wird, zwanzigfach erlegt werden. Die. Ablöſung der Geſpann-- und Hand- Dienſte oder Froh- nen erfordert auf Seiten der dazu berechtigten Güter den nöthisz gen Vorbedacht auf diejenigen Einrichtungen, die-in Folge der- ſelben nothwendig, und. beſonders alsdann eintreten, wenn eine bedeutende Anzahl Dienſte Statt finden, und aufgehoben werz den ſollen. Dieſe Einrichtungen“ beſtehen darin: Z 1)'daß man'die nöthig werdenden Arbveitskräfte in Zeiten.er- ſetzt, folglich das nöthige Capital zu dem vermehrten Ge- ſpannvieh, Aergeräthe, Löhnungen U. ſ. w. dazu dis ponibel macht; 9) alſo auch den Gebäuderaum an Stallung Und Wohnung vermehrt. Dieſes Lettere iſt in um ſo größerer Augdeh= nung nötbig, wenn die Dienſtleiſtungen gegen Entſce und des Ganzen, und iſt im Stande, ſofort ſelbſt auf die Gez meinheitsaufhebung und Specialſeparation einzugehen, und in ſofern eine ganze Gemeine in einem ſolchen Falle dazu ſchreitet, vermeidet ſie eine künftige mögliche wiederholte Umwälzung ihrer Feldmark, und iſt alsdann jeder Einzelne für immer im un» geſtörten Beſitz ſeines Eigenthums, und in dem Beſite legaler Documente über die Größe und Güte derſelben, nämlich durch die Charte und die Vermeſſungs: und Bonitirungs- Regiſter. Da die Art und Weiſe einer ſolchen Abfindung durch Län2 dereyen hier nicht dargeſtellt werden kann, weil die Grundſäte des Gewmeinheits» Theilungsweſens erſt im nächſten Abſchnitte abgehandelt werden, ſo wird auf leßtere hingewieſen,„indem dort gezeigt werden wird, in welcher Art und Weiſe der Län« dereywerth gegen den Werth der Dienſte, die zur Ablöſung ſtehen, abgewogen wird, II. Voi der Ablöfung des Zehentrechts, oder der Zehentabgabe von Ae>ern, Wieſen, Weide, Vieh u, ſ. w. Das Zehentrecht exiſtirt in ſehr vielen Ländern, in manchen iſt es dagegen auch ganz unbekannt; es beſteht in der Befugnigß, von den Früchten einen gewiſſen Theil erheben zu können, wel» t ſich häufig auf alle Vieharten und >94 45 208 Dekonomie.“ 5. Abſchn, (706 ) ſelbſt auf die BienenſtöXs, wobey dem Zehntheren entweder ein Wahlrecht zuſteht, vder nicht, ſo daß er lebtern Falles die Stücke nehmen muß, wie ſiefallen. Die Zehntabgabe von Neuländern heißt"Neubruh- oder Rodezehnt, nämlich von, durch den Pflug neu aufgebrochenen, vder durch Augroden zur Cultur geſchickt gemachten, Ländereyen 3 man nennt ihn auch Novalzehnt, Das Zehntrecht iſt für die Landwirthſchaft hö<ſt beläſtigend durch ſeine Augsübung, indem dieſe zu vielen Mißhelligkeiten und Chicanen- Anlaß zu geben pflegtz. anderntheils" legt: es der Cultur ein großes Hinderniß in den Wes, da ein Theil der Düngungsmittel für die Felder verloren geht, mithin in dieſer Beziehung der Ertrag auf ein Mindermaaß berabgeſezt wird 3 dieß wird zwar durch die Macht der Gewohnheit erträglich gez macht, und am Ende nicht mehr bemerkt 3; indeſſen hat die Aug» übung'dieſes Rechts doh auch noch den Nachtheil, daß, wo es in einem Gemeinſchaftsverbande ausgeübt wird, der Berechtigte dadurch in den Stand geſeßtt iſt, einen größern Viehſtand zu bals- ten, als er ſonſt nur von ſeiner eignen Feldmark zu halten im Stande ſeyn würde 3; und da- er für dieſen vergrößerten Viehſtand auch zur Gemeinweidenutung berechtigt zu ſeyn pflegt, ſo deci- mirt er auf dieſem Wege auh die Weide. Ferner beſchränkt und hindert das Zehntrecht jede neue Wirtbhſchaftsunternehmung und die Wirthſchaftspläne, denn, indem bier hergebrachtes Recht ſich hergebrachter Wirthſce, in eine Maſſe, geworfen, Abfindungen in Lände» reyen davon beſtritten und das Ganze in neuen Verhältnißg70- ßen unter die Inhaber und Beſißex wieder vertheilt wird. Dieß Alles kann indeſſen, wie ſich von ſelbſt verſteht, nur da Statt inden, wo ein Provocationsrecht auf Gemeinheitstheilung und Zehntablöſung geſetzlich exiſtirt. Die preußiſchen Geſetze ſprechen ſich hinſichtlich des Zehnt» rechts häufig zum Vortheil der zehntbelaſteten Beſitzer aus 3 Allg. Landrecht Th. 2. Tit. 11,=> Z+ B. muß derjenige, der zehntfreye Ae>er neben zehntpflichtigen erwirbt, oder zehntfreye Von Äblöſung des Zehents, (707) Wieſen, Weiden und Holzungen in Säatland verwandeln, unß mit zehntpflichtigen Ländereyen vereinigen will, dem Zehntberrn davon Anzeige"machen, und in Gegenwart deſſelben, ddex deſſen Bevollmächtigten, das zehntfreye Land von dem zehntpflihtigen durch: Grenzmale abſondern: Außerdem iſt aber beſtimmt, daß der“ Zehntberechtigte dem Zehntverpflichteten nicht vorſchreiben kann, wie derſelbe das'Grundſtück beſtellen und nußen ſolle z bauet aber der Pflichtige eine atidere"Art von Erzeugniſſen, als wozu das Grundſtü> gewöhnlich genutbt worden;: ſ& muß er auch davon den Zehnt geben, und falls dieß nicht Statt finden kann; muß dafür ein Aequivalent gegeben"werden; Früchte, die im Bräachfelde 6ebauet werden" ſind in der Regel ehntfrey; hat aber der Zehntpflichtige das Braachfeld ſo genußtt; aß dadurces in Körnern, Stroh: u; f. w. 2) Das Riſico, wäs- der Berechtigte alljährlim in Rüſicht der möglichen. Mißerndten und Hagelſchlages trägt. 3) Die Koſten des Einfahrens und Einſcheunens, wenn er zu erſterem ſelbſt verbunden iſt. 4) Die Berechnung der Dreſcherquote. 9) Die Veranſchlagung des Ertrages und der Koſten in Gelde: Es iſt einleuchtend,-daß ein Feld, dem jährlich z. B.;. des Düngermaterials durc die Zehntabgabe verlozen geht, min- der ergiebig leyn müſſe, als wo dieſes nicht Statt findet; und wo dieſes nicht bemerkbar wird, da iſt der Grund davon nur 210 Oekonomie, 5. Abſchn. (708) darin zu ſuchen, daß dem Felde von andern Grundſtü>en her Dünger zufließt, 3. B.'wo- eine. anſehnliche Heugewinnung exi» ſtirt, und wo alſo die Wieſen den Erſatz liefern 3 in dieſem Falle erſcheinen aber die Wieſen als, mit bezehntet, wenn gleich ſie es. in der Wirklichkeit nicht. ſind. Man hat daher den hier ſich ergebenden Minderertrag auf eine beſtimmte Größe zu fiziren und in Abrechnung zw bringen 3 daſſelbe iſt beym zweyten Puncte erforderlich/ 1 aber ſehr ſchwer, wo nicht langjährige Erndte: oder Zehnt: Regiſter exiſtiren, und bey Ermangelung beider muß man ſich wenigſtens hüten ,/ den Ertrag überhaupt zu hoch anzuſchlagen ,. oder man muß vom, als bekannt anzu nehmenden, und von den Intereſſenten auch genehmigten Ero trage gewiſſe Procente für das Niſico abziehen. Man kann eine ſolche Ablöſungsberehnung in folgender Art anlegen, wenn man den vereinfachten Rechnungsformen und. Abſchägungsarten folgt, die in dieſem Werke bereits aufs geführt ſind, Von einer in drey Feldern bewirthſchafteten Feldmark von 4000 Morgen, bey welcher ſich nicht viel Wieſen befinden, ſind Hie Erträge, mit Rü&ſicht darauf, daß 25 des Düngermaterials Durch die ſich auf ſo hoch belaufende Zehntabgaben verloren ie folgt, nach den Bonitätsclaſſen veranſchlagt: ehet, wie f En Im Winterungsfelde: Claſſe 14.= 133% Mg. 3 5 Schfl, Roggen 6663 Sc öl-= 20= 2= für 3152 Ctr. Stroh, welche zuvor auf den Nutungswerth des Heues reducirt werden, nämlich von 2140 Ctr.25=214 Etr.= 5: 1= 427 Etr, Heu SODEN SEAN 122 67352025 Summa 100zCtr. a 3Tbl. 33= 15== Summa 347 Thl. 20 ſgr. 8 pf. Hiervon iſt noh ferner abzuziehen der Bex trag der Koſten des Einfahrens des Getreides und des Einſcheunens 47 vierſpännige Fuder 11 Tagewerke 8 1 Thlr. 10 ſgr. 14Thl1.20 ſgr.. 11 Tagewerke zum Einbringen in die Taſſen oder Banſen 1 Mann NUHSESZELAURNN 40 De I LS IR e 23- 3-'»- bleibt zu vergütigen 324 Thl, 17 ſgr. 8 pf. Dieſe Summe repräſentirt nan das immerwährende Aequi- valent für den Naturalzehent urwd hat, nach dem vorhin an- genommenen Martinipreiſe des Roggens 3 1 Thlr, 16 ſgr, 41 pf. einen Sachwerth der 207% Scheffel Roggen gleich iſt, welche nun im nächſten Jahre dem Zehntherrn nach dieſem Preiſe be- zahlt werden, im folgenden Jahre wird der Preis zu=> des vorhergehenden und+ des dießjährigen Martinipreiſes berech- vet und ſo alljährlich fortgefahren, dergeſtalt, daß im Zeitver» laufe ſtets der Realwerth. der Abgabe feſtgehalten wird. Es ſoll zwar geſetzlich der Preis des Strohes ebenfalls nach Martinipreiſen berechnet werden, und dieſe ſtehen in großen Staaten, beſonders Reſidenzen, oft ſo ho<, daß ein SchoF Strob, oder 1200 Pfund, einen Werth von zwey und mehr Scheffel Roggen haben, weil der Strohwerth gewöhnlich nur von den Preiſen berechnet wird-, die die Zufuhr zu Lande hat, nicht von der, die die zu Waſſer anlangende hat, welche eben- falls billig mit in den Durchſchnittspreis gezogen werden ſollte 3 rechnet man aber hierbey, wie ſich von ſelbſt verſteht, die Koſten der Zufuhr bis zum Marktplatz ab, die bey ſo voluminöſer 241 "Oekonomie. 5. Adfchn. (210) Waare ſehr bedeutend ſind, ſo fällt der Werth gewöhnlich um die Hälfte bis zu zwey Drittheile herab, und erreicht an den mehr= ſten. Orten nur den-Futterwerth„-und-daher kann man eigentlich aud) nar dieſen lehtern berechnen. 111... Gemeinheits- Theilung, In ſehr vielen Ländern wird die Landwirthſchaft unter einer Verfaſſung? betrieben,- die man den Gemeinſchafts-»Ber»- band, die Communiyn, die"Wemeinſe erſtre>en, z. B, auf einzelne Weidereviere, welche. dann die Gemein2: weide, die Ailmende(im Süden), Vöhden(im Weſten) genannt werden, deren Grund. und Boden der Gemeine im Ganzen gehört, und) den ſie durch gemeinſame Viehweide benußt, wogegen die ebenfalls mit auf GSemweinweide benubten YeFer und Wieſen ihre beſondern Beſitzer baben, Daß und warum dieſe veraltete- Verfaſſung ſchädlich, in unſern Zeiten gänzlich unpaſſend und dem Emporkommen der Landwirth/cen noc< außerdem haftenden Dienſtbarkeitsrechte anderer- Perſonen/ die"nicht zu der Ge» meine gehören, in Verbindung ,- als'' des Aufhütungsrechtes auf Feldern und Wieſen, der Koppelhut, des Zehnten, der Zin- ſen;"Pächte mi. w] N Die Auflöſung des Gemeinſchafts- Verbandes gebt eigentlich nur auf die Abänderung der bieher. berriebenen Benußungsart derjenigen Grundſtüce, die ein jedes Mitglied der Geweine in dem Verbande hat, oder in dem Antheile den bey gemeinſchafts lich benutzten Grundſtücken, 3- B.«1 bey einem-Weideanger, jedem einzelnen Nutnießer daran zuſteht; ſie erſtre>t ſich alſv nicht eigentlich und immer auf diejenigen GrundſtüFe und deren Zupung, die eine Gemeine, als ſolche, zu ihren beſondecn BR ER HR SES RR Rues: )(7141) Zweeken nußbt, 3. B. zur Beſtreitung der gemeinen Laſten, zu polizeylichen Einrichtungen, und die, alſo zum eigentlichen Ge- meinevermügen gehören. Ueber einen Gegenſtand der letztern Art kann, bezüglich auf die Art der Benutzung, eine Verän- derung beliebt und ſolche durch Gemeinebeſchluß feſtgeſetzt werden z- doch kann das Grundſtück ſelbſt in der Regeb nicht zur Theilung unter die Gemeinegenoſſen kommen, muß vielmehr in ſeiner Jntegrität»erhalten werden, wogegen das Weſen. der erſtgedachten Auflöſung des Gemeinſchaftsverbandes wvarin be- ruht, daß jedem Beſitzer ſein in dem Gemenge des Verbandes liegendes Eigenthum und ſein Antheil an bigher gemeinſchaft- lic) benußten Grundſtücken, wovon er nur den Nutzen pro xata 30g, in natura überwieſen und zugetheilt wird, und dadurch befugt wird, in der Folge damit nach ſeinem eigenen Gefallen zu verfahren, und"alſs9 ſolches zu bewirthſchaften, wie er es am beſten findet, ohne darin von andern Gemeinemitgliedern geſtört werden zu können. h Man hat bey dieſem Geſchäfte das Weſen einer Gemeine aus zwey beſondern Geſichtspuncten aufzufaſſen, nämlich die Gemeine als Corporation oder im Staate gebilligte Geſellſchaft, alſo als bürgerliche und kirchliche Gemeine, moraliſche Perſon, und die Gemeine als eine Geſellſchaft von Landwirthen, die dſe Cultur ihrer Grundſtüke näch gewiſſen gemeinſchaftlichen alt= hergebrachten Regeln führen, alſo die Baugeſellſchaft, häufig au<-das Baugewerk genannt. Nur das letztere Ver- bältniß begreift den eigentlichen Gemeinſchaftsverband in' ſich, welcher, unbeſchadet den ſonſtigen Rechten und Pflichten der Gemeine, als ſolche, aufgehoben werden kann und ſoll, weil er erfahrungs8mäßig dem vortheilhaften Betriebe der Landwirth- ſchaft entgegenſteht. Hieraus folgt die nothwendige Unterſchei- dung der verſchiedeten Arten der vorkommenden Grundſtü>e, als dan find: Culturfähige Ae>er und Wieſen, die in Malen und Grenzen liegen, und beſtimmte Beſitzer haben 3; gemeine Weideanger, Moore, Brücher Lehden und Heiden, in der Benutzung der ganzen Ge- meine, no<. Maßgabe ihres Nutzungsrechtes daran, welche nach Aufhebung der gemeinſchaftlichen; Benutßung unter die Inter- eſſenten, nac; Maßgabe ihres Nutungsrechtes oder Theilnahme- verhältniſſes, getheilt werden ſollen. Grundſtü>e der eben genannten Art, welche der Gemeine, als moraliſcher Perſon, im Ganzen gehören, ſogenannte Gemein- gründe, deren Ertrag zu öffentlichen Zwe&Xen beſtimmt iſt; dieſe können zwar Gegenſtand der Gemeinheitstheilung ſeyn, indem ſie durch eine ſolche aus dem Verbande ſcheiden und+ſepagrirt werden, ſie kommen aber nicht zur Theilung unter die Gemeine- glieder? In Stadtgemeinen gehören dergleichen Grundſtü>e oft zum Kämmereyvermögen, oder doch zum beſondern Bürgerver» mögen, in welchen beiden Fällen der Magiſirat als Vertreter des Semein-Intereſſes einſchreitet, weil in einem ſolchen Falle die Rechte der einzelnen Bürger mit den Rechten der ganzen Geitieine bezüglich auf das beſondere Gemeine- oder Kämmereygut, in Col- lifion kommen können.„58. Die Rechte der geiſtlichen Inſtitute, welche GrundſtüFe in der Gemeinſchaft liegen haben, werden von den Nubnießern vertre- Gemeinheits- Theilung. 213 214 Oekonomie. 65, AbſFe aus eigenem Rechte beſiht oder durch Uebertragung unter einem läſtigen Titel, wonach dann freye Eigenthümer, Erbpächter, Erbzingleute, zu Meierreht ſibende Colonen, erbliche Bauern ohne Eigenthum, u. ſ, w, vor? kommen, deren Obereigenthümer mit jugezogen werden müſſen. Häufig befinden ſich noch Rittergüter im Gemeinſchaftsverbande mit Bauergemeinen, wonach dann Allodial- und Lehngüter, Fidei2 commiß-, Majorats-, geiſtliche und weltliche Stiftsgüter u. ſ. W« vorkommen. Wer eigentlich'als Mitglied einer Gemeine anzu ſehen, iſt nach den Verfaſſungen, und bezüglich auf den Act der Gemeinheitstheilung beſonders, verſchieden z in der Regel iſt nur der mit wirklichen Wirthſchaften verſehene Bauer als Mita glied der Gemeine anzuſehen, wogegen die gewöhnlich nur zur Gemeinweide mit berechtigten Einwohner, die nur ein Hays mit einem Garten beſiten, gewöhnlich Gärtner, Häusler, Brinkſißer benannt, keine Mitglieder der Gemeine ſind, welches indeſſen unerheblich zu ſeyn pflegt, da ſie jedenfalls doch mit ihren Rechs ten gehört werden müſſen. Der Pfarrer wird nicht als Mitglied der Gemeine, ſondern als Eximirter angeſehen. Da die Gültigkeit des Acts der Gemeinheitstheilung der Rea' gel nach durch die erfolgte Legitimation der einzelnen Theilneh- mer zur Sache mit bedingt wird, ſo iſt dieſelbe unerläßlich, und die Prüfung der Rechtsverhältniſſe. zu dieſem Zwe&e begründet den formellen Theil des Geſchäfts; man würde alſo bey Bürgers und Bauergemeinen, bezüglich auf das mit vorkommende) Ge» meingut, die Gemeinevorſteher und Magiſtrate, bey Stiftungen die Curatoren, bey Fideicommiſſen uud Lehnen die Agnaten und Gemeinheits- Theilung, 215 (713) Anwarter, bey Erdpächtern die Erbverpächter, bey Erdzinsleuten und erblichen Nutnießern die Obereigenthümer, bey Minderjähri» gen die Vormünder, mit zuzuziehen, überhaupt und beſonders abex ſich hierunter nach den in dieſer Beziehung gegebenen geſetzlichen Inſtructionen zu, richten haben. N Die vom wirthſcX, Keil, Oblon2 „SUM M8 T4. WW. 7 kleinſte, mittlere, größte Entfernung der Felder, Wieſen und Weiden von den Wirthbſchaftshöfen, 3 Vorhandene oder für die Zukunft anzulegende und zu beſtimz „„mende Abzugsgräben nach Maßgabe des Terrains, Höhenmeſſungen und Nivellement zu eben genannten und an dern Zweden, beſonders in Anſehung etwa zu verſchaffen? der Vorfluth bey Gewäſſern. Von der Nothwendigkeit und Nüblichkeit der genauen Beach2 tung dieſer Verhältniſſe wird man ſchon dadurch überzeugt wer» den, wenn man auf dagjenige zurüFgeht, was ihrerwegen ſchon bey Gelegenheit der Darſtellung der verſchiedenen Wirthſcſicht genommen werden mußz doch beſtimmen hierunter die Geſetze jedesmal das, was zuläſſig iſt. Die preußiſche Gemeinheitstheilungsordnung vom 7. Juny. 1821 beſtimmt im 6.'88 die Ausmittlung des gemeinen Werths, und daß, nach 6. 37, hierbey der Grund und Boden in dem Zuſtande ange- nommen werden ſoll, in welchem er ſich zur Zeit der Augeinanderz ſetzung befindet. Die Grundlagen dieſer Schätzung in eben ange- gebener Art, ergeben fich nach Auffaſſung der vorangeführten Ber=- hältniſſe, und der Unterſuchung, in welchem Maaße ſie in jedem Falle Statt finden, wobey ſich dann oft findet, daß ein ſonſt untadeliches Grundſtü& dennoch wegen gewiſſer äußerer Umſtände im Werthe herabgeſebt werden muß, Das- Gemeinheits- Theilungsgeſchäft beginnt mit der Auf«- nahme einer vollſtändigen Information und darauf folgenden Er- mittlung und Feſtſtellung der Theilnahme, Rechte aller und jes der Jntereſſenten, und die vorangeführten Verhältniſſe geben ei- nen Leitfaden ab, worauf die Verhandlungen und zu ſellenden Fragen zu richten ſind. Es leuchtet ein, daß dieſe Verhand= lung die Grundlage aller folgenden wird, und daß ſie eigentlich nur von einem wirklichen ökonomiſchen Sachverſtändigen zwe? mäßig aufgenommen werden kann, da nur dieſer" im Stande iſt, alles dasjenige gründlich zu erforſchen, was ihm zweddienlich ſcheint 3; wogegen-ein RNechtsgelehrter, der nicht im Beſit von Sachkenntniſſen iſt, ſich zu dein Geſchäft nicht eignet, oder noch einen Sachverſtändigen zur Seite haben muß, um zu erfahren, worauf es eigentlich ankommt. Man vervollſtändigt dieſe Infor= mation8v?7bandlüug bierauf noch durch eigene Anſicht der Feld- mark und durch erforderliche einzelne Localunterſuchungen, welche in dem Falle leichter ſind und auch in ihren Ergebniſſen leichter angemerkt und bezeichnet werden können, wenn von der Feld- mark bereits eine Charte vorhanden iſt. Das Theilnahmerecht jedes einzelnen Intereſſenten bey einer Gemeinheitstheilung ergiebt ſich quantitativ und qualitativ durch die Summe der Grundſtüe, die er in bie zu theilende Geſammt= maſſe einwirft, durch deren Qualität, und außerdem zuweilen noch durch beſondere Privilegien, Vergleiche, Rechtsſprüche und Verjährung.„Das Theilnahmerecht iſt von zwey Seiten aufzu» faſſen, einmal-in Anſehung des Anſpruchs auf diejenigen Srund«= ſtüe, die ein Theilnehmer in die Maſſe einwirft, und in Natura zurü& erhalten muß, und dann in Anſehung des Anſpruchs auf Eifen Antheil an der Gemeinweide, für den ex in der Folge ent- ſchädigt wird, und in der Regel ebenfalls eine Abfindung in Na» tura erhalten muß. Der erſtere Anſpruch und danach ſich erge- bende Forderung, ſteht ſchon durch die legale Beſizesnachwei- ſung und dur die Vermeſſung und Bonitirung feſt 3 der zweyte (715) kann nur erſt durch Nehnung feſtgeſtellt werden, weil hier eine bisherige Nutzung aufgeboben und- ein Aequivalent dafür in Grund und Boden gegeben werden ſoll, Beide Anfprüche müſ- ſen aber in Zahlengrößen angegeben und feſtgeſtellt werden. Die Feſtſtellung des Theilnahmerechts an der Gemeinweide, bezüglich auf das Maaß und Verhältniß der Theilnahme des ei» nen Intereſſenten gegen, den andern, geſchieht nach der Vorſchrift der' preußiſchen Gemeinheits- Tbeilungsordnung vom 7. Juny 1821 in folgender Art. Weun nämlich bey gemeinſchäftlichen Hütungen die Theilnahmerechte ſelbſt“feſtſtehen, dahingegen aber das Maaß und Verhältniß der Theilnahme eines jeden ein» zelnen Intereſſenten nicht durc) Urkunden, Judicate oder Statu- ten beſiimmt iſt, ſo ſoll dieſes Maaß und Verhältniß in der Re- gel nach dem Beſitſtande in den letzten, der Einleitung der.Thei- lung vorbergegangenen zehn Jahren feſtgeſtellt werden.“ Dieſer Beſibſtand wird"nach der Zahl des Viehes, nach der Art deſſel- ben, und nach den Zeiträumen, mit und in welchen jährlich je- der Theilnehmer die Hütung agusgeübt hat, dergeſtait berechnet, daß dabey der Durchſchnitt aller drey Sätze. aus den vorgedachten zehn Jahren zum Grunde gelegt wird. Es. werden jedoch dabey a) die Viebzabl verarmter oder durch Unglücksfälle betroffener Mitglieder bis zu der Mittelzabl erhöht, die andere ihrer Claſſe gewöhnlich gehalten haben, und bis zu eben dieſer Zahl der Viebſtand derjenigen vermindert, welche denſelben darüber hinaus erweitert haben, und b) Unglü&sjahre, in welchen durch Seuchen, Krieg u; ſ. w. der Viebſtand vermindert worden, übergangen, und dafür die unmittelbar'vorhergehenden frühern Jahre zur Berech- nung gezogen. Nur dann, wenn entweder der zehnjährige Beſipſtand nach vorſtehenden Regeln nicht zuverläſſig auszumitteln iſt, oder von einzelnen Theilnehmern erwieſen wird, daß ſie von ihrem(übri» gens feſtſtehenden) Nechte in den letzten zehn Jahren gar keinen, oder doch einen mindern Gebrauch gemacht haben, als wozu ſie erweislich dufd< Urkunden, Judicate und Statuten befugt wa- xen, ſoll das Theilnahmeverhältniß nach den Vorſchriften des allgemeinen Landrechts Th. 1, Titel 22. 6. 90 und folg. berech» net, jedoch dabey Nachſtehendes beobachtet werden. Das Futter von Ländereyen, welche außerhalb der Feldmark des berechtigten Gutes belegen ſind, iſt alsdaänn mit zu berü>s» ſichtigen, wenn die Ländereyen entweder ſchon bey der Verlei» bung des Rechts zu dem berechtigten Gute gehört haben, oder ſeit rechtsverjährter Zeit dabey benutzt worden.; Das Futter von Zehnten wird bey der Durces ſeit rechtss verjährtey Zeit hergebracht iſt, beſtellten Ae>ern, und auf den Heugewinn von natürlichen Wieſen, ingleichen auf den Scheu-' nenabgang, an Kaff u. ſ. w., Rü>ſicht genommen werden 3; wo» gegen das Futter aus Abgängen einer zum berechtigten Gute gehörigen Brauerey und Brennerey, oder einer andern Fabrica» tionganſtalt, bey der Ausmittlung der Durchwinterung nur dann Herücſichtigt werden ſoll, wenn das Recht: das aus den Abgän»- gen/erhaltene Vieh auf die Weide zu bringen, durch einen beſon- dern Titel erworben worden iſt.' Dieſe, die ökonomiſchen Mowente, oder das Mehr odey Weniger in der Sache beſtimmenden Seſebesſtellen, können, bey gleichartiger Wirthſchaftsführung unter allen Inz tereſſenten, und bey einem gleichfalls obwaltenden gleicharti» gen Beſitverbhältniſſe zwiſchen Aer und Wieſen, auch eine gleichartige Stellung der Theilnahme- Rechte, das heißt, die Ausmittlung der verhältnißmäßigen Anzahl weidebe» rechtigten Viebes der verſchiedenen Beſiber, zur Folge babenz dieſer Fall wird aber nicht Statt finden, wo Beſitzverhältniſſe und Wirthſchaftsart. nicht durchweg gleichartig ſind, wie ſich 3. B. ergeben würde für den erſteren Fall, wenn ein großes Gut und eine ganze Bauergemeine in einem Gemeinhütungs- Vera bande ſtänden, ſämmtliche Fntereſſenten Dreyfelderwirthſchaft nach feſtgeſehter Art trieben und der Wieſenbeſit eines jeden Einzelnen in einer beſtimmten Fichte> Größe zum AFerbeſib' ſtände, die Qualität des Biehes auch g eich wäre z bier würden die Erträge an Stroh, Koff und Heu ſich ebenfalls verhältnißmäßig gleich ſeyn; wäre aber, bezüglich auf den zweya ten Fall, das große Gut mit ſeinen Grundſtüken nicht mehr in der bezeichneten dreyfeldrigen Ordnung bewirtbſchaftet(in welcher ewöhnlich 2 mit Halmfrüchten, und noch 5 oderZ mit Schoten» rüchten beſtellt zu werden pflegen) und dennoch zur Mithut berechtiget, ſo kann nach Maaßgabe ſeiner Feldeintheilung, und der tanach beſtehenden Fruchtordnung, vielleicht nur Z oder? u f. w. mit Halmfrüchten, folglich mit Strohgewinn, zum An- ſchlag kommen, wonach unter den Theilnehmera ein großes Miß2 verhältniß entſtehen muß, da die übrigen, Futter gewährenden Productionen, 3. B. Kleebau und Kartoſfeln ,/ nicht in Betracht ezogen werden dürfen, andere aber, z. B. Tabak, Raps, Rüba2 en, wenn ſie ſich in einem ſolchen Umlaufe befinden, keine Futtermittel geben; bey alledem aber wird dieſes Gut doch weit beſſeres und größeres Vieh haben können, als die übrigen Theilnehmer.| vnn Wenn die berechtigten Viehſtände auf Grund des Durch» winterungsvermögens der- einzelnen Beſivungen augsgemittelt ſind, ſo ſteht zwar die Viehzahl dadurch feſt, aber noch eigent» lich nicht deſſen Qualität, folglich' auc) noch nicht ihr Weide: bedarf; denn es iſt einleuchtend, daß in Wirthſchaften, die ſelbſt (717) einen ergiebigen Strohertrag liefern, wenn nicht eine bedeuten» de Quantität Heu hinzukommt,'doh nur ſchlecht würde ge- füttert werden, wenn nur ein geringer Zuſa an Heu, oder ar keiner Statt fände, und in dieſem Falle würde auh nur feines und ſchlechtes Vieh können. vorausgeſeht werden, wäh- rend doch daſſelbe in der Wirklichkeit, durch Verwendung andes rer Futterarten, z. B. der Kartoffeln u. ſ. w., großes und ſtar» kes Vieb vorhanden ſeyn könnte; auch dieſer Umſtand erlediget ſich„nur dadurch, daß Gleichartigkeit im Beſitz. eine verhältniß= mäßige Zahl gleichartigen Viebes ergiebt, und derjenige, der größeres und beſſeres Vieh hielte, als hier die Rechnung ergiebt, würde dann, ganz abgeſehen von der Zahl ſeines bisherigen Viebes, durch eine größere StüFzahl entſchädigt werden, indem die Mehrzabl der Stüe die Güte erſetzte, die Vertheilung des mit der Gemeinbut belaſteten Weidereviers ergiebt, alsdann den Betrag an Fläche auf ein Stü> Vieh, gleichviel, ob dadurch der eigentliche Weidebedarf gede>t iſt, oder nicht. Anders geſtal» tet ſich aber die Sache, wv das Theilnahmerecht und der Beſitz ungleichartig iſt, und theilweiſe eine Abfindung nach dem Be- darf gefordert werden kann. Es ſcheint ein Widerſpruch, in einem ſolchen Falle das Durchwinterungs- Princip überhaupt= wenigſtens nach obigen Grundſätzen-- anzuwenden, denn let2 teres wird eine größere Anzahl Vieh angeben, ſo wie ſolches in dieſem Verhältniſſe beym Bauernſtande wirklich und gemeinhin angetroffen wird, oder wenigſtens wird man, wenn man die gene Strohmaſſe auch äuf eine kleinere Viebzahl vertheilt, olglich vorausſäbli< beſſer füttert, doch nur eine in der Einbildung beſtehende Ausgleichung machen, da bloßes Stroh allein niemals binreichendes Futter erſeßt, ſondern nur in der Rechnung vorſtellt, wodurch dann wieder der Factor verän2 pars würde, außerdem aber in dieſem Falle ferner zwey ungleich. rtige und in ihrem Werthe ſebr verſchiedene Dinge zur Ausa2 gleichung kommen, nämlich Stroh, als Winterfutter, und Gras, als Sommerfutter; denn, wenn ein zur Gemeinweide Berechtig» ter 10 Kühe zur Weide treibt, die auf Grund der Durchwinte2 rung feſtgeſezt worden, ſo geht er mit ſeinen Mitintereſſenten Yemer Claſſe zu gleichen Rechten; wäre dieſem Viebſtande pro tü 15 Ctr. auf Heu reducirtes Winterfutter(d, h. eine dem entſprechende Quantität Strob) berechnet, ſo'würde, die Wei- dezeit gleich der Winterfutterzeit berechnet, 150 Ctr. Heu auf die Sommernahrung fallen, folglich eine Fläche von der Weide, die ſo viel liefert; wäre ein zweyter Intereſſent nach dem wirk» lichen Bedarf abzufinden, der pro Stü> 25 Ctr. beträgt, ſs wäre für 250 Ctr. Weidefläche nöthig z;, in den mebreſten Fällen wird letzterer Umſtand die Natur eines Vorrechtes annehmen, wo nämlich der eine, den vollen Bedarf zu fordern habende, Berechtigte in dem Falle, wo das der Hut unterliegende Revier nicht notoriſch-zureichend iſt, vorweg abgefunden werden muß, und hur erſt der dann verbleibende Ueberreſt unter die übrigen Intereſſenten pro rata vertheilt werden kann. Die Rechnung wird alſo unterſcheidend nah dem Bedarf, in dem einen, und nach den Kräften der Weide oder gleichartiger Vertheilung in dem andern Falle, zu machen ſeyn. Wollte man einem ſol» eine gewiſſe Maſſe Styoh gleich ſey einer gewiſſen Maſſe Heu,„in. der Wirklichkeit allema! da Ver- luſt bringend für denjenigen Intereſſenten ſeyn, der nicht, wie bäufig ganze Bauergemeinen' thün, ſein Bieh über Winter bloß mit Stroßb erhält, und der Überhaupt-beſſeres Vieh hält, Die Anwendung eines Princips alſo, durch welches beab= ſichtiget wird, das Maaß der Theilnabme aller und jedes In» tereſſenten, feſtzuſtellen, muß nicht, etwa aus Bequemlichkeit, einem Rechnüngsexempel preisgegeben werden, um'nur gleich» artige Größen» zu erhalten 3 denn. da ungleichartige Viehſtände auch ungleichartige Futterbedürfniſſe nach ſich ziehen, und gutes großes Vieh deßhalb nicht- weniger Weide bedarf, weil es mit ſchlechterem'und kleinerem zugleich auf dieſelbe Weide getrieben wird, ſo folgt von ſelbſt die Richtigkeit dieſer Behauptung z das Maaß der Theilnahme iſt aber das Theilnahme: R echt ſelbſt. Jn Anſehung eines beſondern Vorrechts eines einzelnen In= tereſſenten, enthält das preußiſche Gemeinbeits- Theilungsgeſeß eine Digspofſition im. 9: 833 dieſelbe erſtre>t ſich indeſſen nicht auf“ vas Verfahren über die Teſtſtellung des Maaßes der Theil» nahme in oben angegebener Beziehung, und kann ſich nicht dar- auf erxſtreXen; da die 56: 77, 87 und 88 dem entgegenſtehen. Abgeſehen von dieſer Legislatur aber treten Fälle der Art im Allgemeinen unter verſchiedenen Geſtalten hervor, und ſind be= ſonderer Aufmerkſamkeit wvhl werth; weil ſie leicht durch ein fehlerhaftes Rechnungsverfahren zum Nachtheil eines Intereſſen2 ten verdunkelt werden können, wodur ſehr leicht'Verkürzungen von Bedeutung entſtehen. Hierher könnte gerechnet werden, wenn unter vielen Intereſſenten einer oder mehrere ſind, deren Wirthſchaftsverfaſſuns und“Form ganz verſchieden: von“ der: der Mehrzahl iſt, wie oben beyſpielsweiſe ſchon angegeben worden z hier würde, im Falle der Ermittelung des Durchwinterungs- vermögens, die Veranſchlagung auf zweyerley Art geſchehen müſſen; und beide Anſchläge müßten und würden den gemeiz= nen Werth ergeben; wiewohl dadurch keinesweges gleichartige Reſultate hervörgehen würden und könnten, wo alſo nicht, wie im obigen Geſeße 6. 37, beſondere Geſetze den Gang der Sache beſtimmen,“wird immer die Verfaſſung der Wirthſchaft der Be= rechtigten die Rechnungsform beſtimmen; und es werden ſich häu- fig RechnunFsanlagen nach zweyerley Formen rechtfertigen laſſen; um gegen die Rechte der Einzeinen nicht zu verſtoßen: / OeXonomie Fünfter Abſchnitt, Von der Aufhebung und Ablöſung der Natural- abgaben u, ſ, w, 11. Gemeinheits- Iheilung. (Fortſetzung.) Da vielleicht keine Kunſt oder Geſchäft ſo viel verſchiedene Anſichten und einzelne veränderte Fälle und Beziehungen darz bietet, als die Landwirthſchaft, oder vielm-hr derjenige Theil dieſer Kunſt, den man wiſſenſchäftlich die Oekonomie oder die Lehre von den Verhältniſſen nennt, und das richtige Auffaſſen derſelben nebſt der Erkennung ihrer Wirkungen auf das Ganze, und endlich auf den reinen Ertrag, den Vortheil oper Nachtheil des Beſitzers ergiebt: ſo kann man, um wenigſtens den Nahe» theil und Verluſt nicht zu ſpät zu erkennen, und diur< Schaden oder wohl gar durch gänzlichen Ruin belehrt zu werd ſorgfältig genug zu Werke gehen, um ſich bi Vielſeitigkeit die vollkommenſte Kenntyis und 1 berzer geometriſchen Verhältniſſe formiren jene Vielſeitigkeit zwar nicht jete8mal, doch in ſehr vielen Fällen, und man muß ſie zuſam- ſen Combinätion8gavbe, der Sache ouf den Grund geben, welz- Intereſſenten ſich in letztere nicht gut finden und darüber verſtändigen würden, wenn man nicht die Verhältniſſe der verſchiedenen Werthe unter ſich vorher feſt ſtellte und zur Anſicht brächte; dieß muß indeſſen auf eine mögs lichſt einfache und klare Weiſe geſchehen, ſo daß jeder Intereſs ſent, und beſonders Perſonen aus dem Stande der gemeinen Landleute, ſich darin finden und daraus vernehmen kann, wo= bey denn allerdings eine Erklärung, daß und warum dieſe Opez ration Statt findet, gemacht werden muß. I NE Hinſichtlic) der Veranſchlagung ſelbſt gehen wir auf die im VIE. Bde. S,. 586 u. folg, vorgetragenen Grundſäße zurü&, bes merken aber binſichtlic) der Form und Methode Folgendes: Da bey jeder vorzunehmenden Gemeinheits- Theilung, das u theilende Object gewöhnlich in ſehr vielen einzelnen. kleinern eld- und Wieſenſtü&en vertheilt beſteht, welche im Gemenge| durcheinander liegen und wit der Gemeinhut belaſtet ſind, auch| gewöhnlich nach der Ordnung von 3 oder 4 Feldern bewirths| ſchaftet wird: ſv hat man die Veranſchlagung auch na Maaßs| gabe dieſer Verfaſſung zu machen, weil dem Intereſſenten dies| ſelbe am bekannteſten iſt, und ihre bisherigen Nuzpungsrehte| ſich auch lediglich hierauf gründeten 3 daber auch. die preußiſche| i Gemeinheitstheilungs- Ordnung bierüber 9. 87, vorſchreibt, daß bey der Beſtimmung des Werths des Grundes und Bodens die Gegenſtände des Regel näch in dem Zuſtande angenommen wers ben ſollen, in welchem ſie ſich zur Zeit der Augeinanderſezung ' befinden, eine Beſtimmung, die ohne Zweifel auf die Cultur verfaſſung und den ſic) daraus ergebenden Zuſtand zU deuten iſt, wie der Ausnahmefall bey den Forſten 9, 132, au< beſtätigt. (369) Es würde zwar an ſich unſchädlich ſeyn, wenn die Veranſchlas gung na der im VII. Bande angegebenen Methode erfolgte z imdeß ſind in dieſem beſondern Falle die Gründe für die An: wendung jener Überwiegend, wenn an dem Orte der Theilung die Dreyfelderwirthſchaft noch regelrecht ausgeübt wird;- ſen iſt das an vielen Orten und beſonders da nicht mehr der Fall, wo die Feldmark einen Theil ſchweren, neben vielem ſans digen Boden enthält; hier pflegen ſtillſchweigende Uebereinkünfte getroffen zu ſeyn, nach welchen die Beſter den ſcyweren Boden gewöhnlich ganz außer der Negel und beynahe gartenmäßig bes nuten, ihn mit der Viehhut verſchonen, und ihn alſo ganz ana ders behandeln, als den leichtern Boden, wo ſie, nach dem KunſtausdruFe,„„Feld halten ,/““ d. h. die gewöhnliche Felders ordnung beobachten. Wollte man' hier ebenfalls die Veranſchla2 gung durchweg nach der Dreyfelderordnnng: machen, ſo dürfte es keinem Zweifel unterliegen, daß der ſchwere Boden im Wera the gegen den leichtern unverhältnißmäßig berabgeſeßt, und das durch mit Recht Unzufriedenheit unter den Jntereſſenten ver- anlaßt würde. Man that in dieſem Fall immer beſſer, den wahren Werth nach den Angaben im VII]. Bande zu ermitteln. Jene Boden- und daraus folgende Werthsverſce für beſſer oder ſchlechter ana unehmen, als die ihrer Nachbarn: denn bey der Schätung at man auf die Perſönlichkeit des Beſitzers nicht zurüFzugehen, ſondern ſich bloß auf den Befund der Srundſtü>e zu beſchräns ken, wie er ſich nach deren natürlichen Geniengtheilen ergiebt z und daher wird auch der Überwiegende Düngungeſtand eines AFerſtü&s vor dem andern nicht berü&ſichtigt z ohnehin bleibt dieſex(auc nad) dem preußiſchen Gemeinheitstheilungs- Geſet 6. 89.) Gegenſtand beſonderer Vergütigung. Außerdem giebt es noch ſehr verſchiedene Fälle, bey welchen man eigentlich gar nicht ſagen kann, daß nach einer Regel gewirthſchaftet werde. Dem Verfaſſer ſind Gemeinen bekannt, die im Aer theils nicht Feld halten(im Sinne der Dreyfelderwirthſchaft), theils auch no< wiederum zugleich eine Nebenwirthſchaft treiben, z. B. alls jährlich einen Theil ihrer Wieſen und Weiden aufbrechen und aFermäßig zu Lein, Kartoffeln, Klee, Hafer u. ſ. w. benußen, ja ſogar Winterung an ſolchen Stellen bauen. In andern Or2 ten exiſtirt bey vermengter Lage der Grundſtü>e die Gemein» but nur noh de jure ,. aber nicht de facto; hier iſt ein reichere Düngungsſtand die Urſache des Verdrängens der Gemeinhut, weil der Fruchtbau mehr bringt, als die Hütung, und daber niemand hütet. Wilk aber ein Jntereſſent aus dem Gemenge ſcheiden, d. h. mit ſeinen zerſtreueten Grundſtücken auf eine Stelle, mit Befreyung vom Rechte der Gemeinhut, ſeparirt. wer» Gemeinheits- Theilung. 923 224 Oekonomie. 5. Abſchn. (570) den: dann machen die übrigen Intereſſenten gewöhnlich erſt/ ihr Gemeinbütungs: Recht gegen den Ausſcheidenden geltend, wenn die Theilnohme-Nechte nicht gleichartig ſind, allo. dur) Com- penſation nicht aufhören, Hier giebt es dann gewöhnlich erſt einen Proceß, bezüglich auf: Verjährung der Gemeinhut, abzu» machen- bey welchem das Objectum litis in der Regel eine Kleinigkeit 1ſtz„indeſſen ſtreitet man über Gerechtigkeiten ge» wöhnlich am liebſten, ſollten» ſie auch in der Wirklichkeit ſchon längſt micht mehr exiſtiren. IF aber der Proceß über das Recht ſe4bſt gewonnen, dann; kommt der zweyte über ven Werth der Nußung des Rechts. Dem»Verfaſſer ſcheint es nicht zweifelhaft, daß in den hier bezeichneten Fäßten die Bodenſchätzung(außer dem Proceßwege) nah dem wahren Werihe geſchehen müſſe. Auggleichungsſäße. Rechnungs: Die Berechnung des, Werthverhältniſſes einer Bo» Ginheit» denclaſſe gegen die„andere, iſt diejenige Operation, durch welche man die Ausgleichungsſäße erhält, und durch de» zen Anwendung man diejenige Rechnunggeinheit ſchafft, deren ſchon vorhin erwähnt worden, und die zur Erleichterung des Geſchäfts unentbebrlich iſt. Die Ausgleichungsſäße. können nur richtig ſeyn, wenn die vorhergehende Veranſchlagung und die nachher folgende Verhältnißberecer anzunehmen, und nach ge» wiſſen Säten zu taxiren z allein da ſich in vielen Teldmarken eine Menge Fläche befindet, die niemals Acker geweſen, ſo kann man ſie auch nicht als A&Xer anſprechen, und ſpricht man ſie durc< Beylegung eines Ertragwerths als Acker an, ſo iſt dieß eine bloße Fiction, da gewöhnlich niemals Acer dar» aus werden kann, eben, weil dergleichen Grund und Boden nicht bauwürdig iſt, Unter Aker känn nur derjenige Boden verſtanden werden, der als ſolcher ſich ſchon in Cultur und Ertrag befindet, oder derjenige nur kann künftig ſo genannt werden, der vernünfti» gerweiſe einen Ertrag hoffen läßt, folglich der Cultur werth iſtz wertd iſt er aber der Cultyr, ſobald er die Möglichkeit eines erheblichen Ertrags erfahrungsmäßig in ſich ſelbſt verbürgt, d. h. natürliche Productionskraft hat, die von den Erndten. eine angemeſſene Menge Dünger zur wiederholten Beſtellung zurü- läßt. S. Band VII. Seite 599. Dieſer Fall tritt aber nicht ein, bey den 3. B. in der preußiſchen Provinz Brandenburg häufig vorhandenen, und in der wirthſchaftlichen Sprache ſecer angeſeßt und Beyſpiele, daß er zu Vier Pfennige reinen Ertrag vom Morgen veranſchlagt, und 60= 70 Morgen zeſſelben für einen Morgen Gerſtenland zum-Austauſch gebracht wurden 3; man überzeugt ſich leicht, wohin dieß führen kann, wenn auch die Beſtimmung der preußiſchen Gemeinheitstheilungs-Ordnung 9. 67,, nach wel: er ein Intereſſent gehalten iſt, nöthigenfalls für einen Ausfall in der Güte des ihm bisher gebörigen, umgetauſcht werdenden Ackers einen Zuſa. in der Fläche anzunehmen, nur theilweiſe angewendet wird. Wenn man aber auc einwenden. wollte, daß dergleichen Sandſchollen durch Düngerzuflüſſe zu A>er gemacht werden könnten, was allerdings in vizlen Fällen ſchon geſche: ben iſt: ſo iſt dieß doh. in den gewöhnlichen Fällen, und alſo in der Regel, unmöglich, auch darf eine Gemeinheitstheilung, und insbeſondere eine Taxation und Verhbältnißwerthsfeſtſiellung keine künftigen Meliorationen der Art ſupponiren, die auc< Überhaupt bis jet nur da möglich geweſen ſind, wo man allen» falls den Dünger umſonſt haben Nin wie dieß bey„großen Städten der Fall iſt. Der Sandboden ſolcher Art kann, wo er in großen Flächen bey einer der Semeinheitetbeilung unterworfenen Feldmark vor» kommt, nur im Ganzen augsgeſondert', unb den Intereſſenten, nach ihrem bisherigen Beſitbſtande“, belaſſen' werden, und allen falls iſt er nach. den beſondern etwa habenden Zwecken nur ei- ner. neuen geometriſchen Eintbheilung zu unterwerfen, z. B. zu Bauſtellen, oder zur Holzcultur, ſelten zur Schafweide, da auch dieſe nur in der Einbildung zu beſtehen pflegt, weil die- Schafe trift ſelbſt den wenigen Graswuchs in dem loſen Boden ge» wöhnlich wieder zerſtört. Bey dcr Beſtimmung des Weidewerths finden itm gewöhnli- . 675 L) IM DDP ue 2.05.04. 0 40000 33. g) bis zum letzten April«++ 258 Z Summa 700, Dieſe 700 deuten den ganzen jährlichen Graswuchs an, wo- von ſoviel auf die Weide berechnet wird ,, als auf die Zeit ihrer Augübung fälltz 3. B. wenn auf einer Wieſe, deren Heuertrag ohne Abzug der Koſten 80 werth iſt, die Weide vom H. Oc= tober bis zum letzten April ausgeübt wird, ſo beträgt dieß 58, und für den Graswuchs, oder vielmehr für den Heuges winn, bleiben 642, wenn letterer alſo 80 werth iſt, ſo ſind 58, werth 7,227. Ohne Zweifel iſt dieſe Progreſſionsrechnung des verſtorbes nen Meyer eine Frucht der Beobachtung in einem engern Kreiſe, für welchen ſie nah Localverhältniſſen und dem daraus erzeug= ten Zuſtande der beobachteten Wieſen, ſehr richtig ſeyn konn, denn ſchon die Bodenmengung und die Beſtändigkeit oder Unbe= ſtändigkeit des Feuchtigkeitsgrades beſtimmen bey Wieſen das Mei- ſte, eine allgemeine Regel und eine Annäherung zur Wahrheit, kann aber davon unmöglich hergenommen werden, da in größern Diſtricten nur einer Provinz ſchon die allerverſchiedenſten und äbweichendſten. Wahrnehmungen über den Graswuchs zu ma- e ſeyn, und darauf komint es ganz eigentlich anz; wären die mehr- en vorfindlichen Bodenclaſſen auch ohne Tadel richtig, einige aber unrichtig geſchätzt, ſo folgt von ſelbſt, daß dadurch faſt alle Werthe aiterirt werden, weil ſolche bier gleichſam als baares Geld verwendet, und jeder einzelne Intereſſent, mit dieſen auf ihn treffenden verſchiedenen Werthen-- die, zuſammengerechnet, ſein Eigenthum repräſentiren=- bezahlt werden ſoll. Ob bey der erthsermittelung die Productenpreiſe zu einem böhern vder geringern Werthe angenommen ſind, darauf kommt bierbey nichts an, ſondern nur darauf, daß die Naturalerträge richtig ausgemit- telt ſind; denn ob dabey ein Scheffel Roggen zum Werthe von einem Thlr,, oder nur von 3 Thir. angenommen, iſt gleichgültig, ſobald dieſe Säße= und für die andern Setreidearten in eben 228 Oekonomie., 5, Abſchn. (574) der Art= nur durchgäng ig behbehalten werden, weil alsdann gleiche Reſultate erſcheinen, d. hb. richtige Verhältnißgrößen. Wenn 10 Morgen Gerſtenland erſter Claſſe, a 185 E ausgetauſcht werden ſollen, ſo iſt:: NG"00 die Forderung, gleich 1850. gleich 10 Mrg. dafür wird gegeben Gerſtenland 2ter Claſſe, A 134. gleich 13 Mrg. 140 Q.R. wäre lepteres nur geſchäßt zu 124. gleich 14 Mra. 160 QO.R. ſo. iſt die Differenz DIRE 1 Mrg- 20 0.M- zum Nachtheil des Abgebers der Letztern» oder 112 Procent(ſ. die Auggleichungsſäße Claſſe 7 und 8). Dieſer Nachtheil würde allemal ſich da wiederholen, wo Gerſtenland 2ter Claſſe gegen dagjenige 4ſter Claſſe ausgetauſcs ſelbſt von der Weidebenutßung ausgeſchloſſen iſt, auch wohl die Verpflichtung hat, ſeine A&erbeſtellung und Be- nubung zum Vortheil ves Weideberechtigten 31 beſchränken.> In beiden Fällen iſt die Feſtſtellung der berechtigten Viepzahl das erſte Erforderniß, wonach dann in Frage fommt: ob die Heer» den auf den belaſteten Grundſtüken, nach Maaßgabe und in Betracht der anderweiten Benußungsart derſelben, ihre volle Nahrung finden oder nicht; wie viel dieſe volle Nahrung für die Weidezeit, auf Heu berechnet, betragen müſſe, richtet fich nach der Qualität des Viebes und iſt nach den"Säten Bd. Es iſt demnächſt VII. S. 609 und 610 näber zu beurtheilen, eſtalt gefundene Weide- oder Futters angemeſſen das ſolcherg:' quantum auf die verſchiedenen pelaſteten Grundſtü&e zu verthei- len, wenn nämlid) vorher eine gutachtliche Schätzung der Weide gemacht und jenes Totalquantum mit dieſen Schägungsreſuls taten verglichen worden, ſo- daß der Weiveertrag allein, morgen= weiſe, in einem gewiſſen Heuquanto angeſprochen wird 3 dieſe 3 aber in Anſehung des Ackers unterbleiben, wenn i Aer allein hr nur der Communweide der Eigen» Specials fr Gemeinheits- Theilung, (072) ſeparation der einzelnen Beſitthümer die Weide nicht zur Be- rechnung gebracht werden. darf, weil ſie ein Jeder in natura mit dem Ader übereignet erhält. Es iſt gewöhnlich, die Weidequoten auch nach Knhweiden augzuſprechen, ſo daß 1, 2, 4, 6, 8 Morgen auf eine Kuh-vei- de gerechnet werden; dieß Verfahren verbürgt indeſſen keine. Ge: nauigkeit, da die Kühe ſehr verſchieden an Größe, folglich an Fut: terbedarf ſind, andererſeits gewöhnlich auch Schafe, Schweine, Gäuſe an der Weide Theil nehmen, und die Verſchiedenartigkeit dieſes Biebes niemals cime richtige Gleichung zuläßt, da z. B, der Satz, 10 Schafe ſind gleich 1 Kuh u, ſ. w., ſelten zutreffend iſt, und. die Oualitat des Viebes nach den Gegenden, der Be- ſchaffenheit des Bodens, der größern oder geringern Weidefläche und Güte nach, ſehr verſchieden ſeyn kann; es verdient daher die ErmirtelUng des Weideertrags nach dem Heugewicht, wie oben angegeben, den Vorzug. So wie die im X, Bande S. 713 angegebenen wirthſchaft- lichen Verhältniſſe, die beym Separationsüverfahren vorkommen, gleich Anfangs bey der Einleitung feſtgeſtellt werden können und: müſſen, ſo werden im Laufe-des Seſchäftes auch die dort bezeichneten geometriſchen Verhältniſſe näher ermittelt und feſt: geſtellt, und hierbey kommt es zunächſt darauf an, ob die Grund» ſtü>e bereits vermeſſen ſind und eine Charte und ein Meſſungs- regiſter darüber vorhanden iſt; dies pflegt ſelten der Fall zu ſeyn, oder es werden veraltete fehlerhafte und nicht brauchbare Docu- mente dieſer Urt. vorgelegt, und da die Intereſſenten die Brauchz barkeit ſollichſten anzufangen 3 welche Fragen er zu ſeiner Information an jeden Beſißer zu richten 3 was er in An- ſehung der äußern Feldmarksgrenzen, ſo wie in Betracht der Grenzen zwiſchen einzelnen Beſibungen der Theilnehmer zu bes obachten habe z er muß nicht minder darauf aufmerkſam ſeyn und im Voraus beurtheilen, ov und wo auf der zu vermeſſenden Feldmark bedeutende Terrainverſchiedenheiten, Defileen und der- gleichen, die auf der Charte künftig aufgezeichnet werden, und hin- ſichtlich welcher vielleicht leztere überhaupt in einem größern Maaßſtabe angelegt werden muß, vorhanden ſind 3 weil in Bezug - hierauf die künftigen, noc< nicht überſehbaren neuen Pläne, Wege, Triften und Grenzen projectirt werden und dieſe Projecte der Art ſeyn müſſen, daß die Lage, beſonders dem gemeinen Manne mittelſt der Charte ganz deutlich gemacht werden kann, indem die Charte ein Bild der Feldmark iſt, mittelſt welchem alle Operationen der Separationscommiſſion, in ſoweit ſie die nene Eintheilung und Einrichtung betreffen, den Intereſſenten nachgewieſen und erklärt werden können, ohne daß es nöthig wird, bey jeder ſol» t, und daß die darüber zu führenden und auszufertigenden Regiſter und Berechnungen mit. einander und mit der Charte genau übereinſtimmen müſſen, weil hier jeder Fehler und Irrthum ſehr unangenehm nachwirkt. Eine gleiche Rücſicht' iſt auf die folgende Bonitirung und die aufzuzeichnenden Bonitirungsabſchnitte zu nehmen, welche leß» tern künftig, bey der neuen Beſitzeseintheilung, von neuem, oft in ſehr kleine Abſchnitte, getheilt werden, welches Umſtandes wes gen es immer nöthig und gut iſt, daß der Maaßbſtab der Charte Gemeinheits- Theilung. 231 (577) nicht zu klein und winzig genommen iſt, weil dieſes das Berech- nen der Flächen erſchwert, zu Rechenfehlern Anlaß giebt und die Ueberſicht verdunkelt. Die Grenzen der zu ſeparirenden Feldmark müſſen Feſtſtellung bey dieſer Gelegenheit feſtgeſtellt werden, falls darüber der Grenzen« Zweifel Statt finden z; ob dieß der Fall iſt, findet ſich ſchon bey der Informationsaufnahme/ und bey der Vermeſſung müſſen ſie unter Zuziehung der GSrenznachbarn erledigt werden, es ſey nun durch gütliches Abkommen; oder durch den Recht8weg 3; daſ- ſelbe findet Statt, wenn einzelne Intereſſenten unter ſich wegen der Grenzen ihrer einzelnen Ackerſtüke ſtreitig ſind. Hinſichtlich des Actes der Bonitirung wird bier auf dieſen Artikel Band 7. S. 598 verwieſen. Der Vermeſſung und Bonitirung folgt die Anfertigung der Charte und des Regiſters darüber, und dieſe müſſen den Intex» eſſenten vorgelegt werden 3; es werden allemal zwey Charten an» gefertigt, nämlich die eigentliche Meſſungs- und Bonitirungs- erreichen zu können, nämlich bequeme und zugängliche Feldſchläge anz zulegen, und es muß dieſer nicht mit einer zu größen“ Aufopferung an Boden zu den nöthigen Trifjen, Wegen und Wäſſerungen erkauft werden müſſen, 2) Die Größe der Beſißung ſolcher Theilnehmer, folglich auch ihre größern Viehſtände und das ihnen gewöhnlich zuſte= hende Schäfereyre der Gemeinheitstheilung und Specialſe:- paration der iſt, alle Beſchränkungen des Eigenthums aufzuhe- ben, die dieſem entgegenwirkenden Einrichtüngen. zu beſeitigen oder abzuändern, und jedem wieder. ſoviel nach LQualität und Quäntität zuzutheilen, als er zur Maſſe eingeworfen hat ſo fo!3t daraus der allgemeine Grundſatz, daß das neuentſtehende Verhältniß der Einzelnen, oder auch ganzer Körper/ zus2 theile, als er von ſeinem Erblaſſer überkommen hat; indeſſen ergiebt das eben Geſagte mit Rückſicht auf das, was über Abfin- dung und.-Ausgleichung vorgetragen worden und noch ferner er: wähnt werden wird, daß beym Separationsverfahren höchſtens die äußere, Geſtalt der Grundſtücke geändert, deren Werth aber erhalten und eben durch die verbeſſerte Lage und durch erlangte Freyheit der Digpoſition, noch vermehrt wird z; die Erlangung dieſer Freyheit aber und die erreichbare Verminderung der Bes triebskoſten wachen den.Zwe> aller Separationen ausz lebhtere läßt ſich nach Gelde ſchäßen, erſtere iſt aber unſchäßbarz; und in» dem beides nur lediglich, anzuerkennen iſt, weil die Ueberzeugung der Intereſſenten von der Nübßlichkeit dex Separation ihre Auss führung motivirt, folglich ein ſich immer wiederholender Bes weis jenes Saßes iſt, ſo müſſen auch alle Bedenken dagegen ſich auflöſen. Bevor von dew« Verfahren über die Planabtheilung geredet wird, iſt es nicht überflüſſig, der beſondern Umſtände zu geden» ken, unter welchen Separationen verlangt und ausgeführt wer- denz'Umſtände, die aus der Zuſammenſetzung der Feldmarken bervorgehen und die die Geſichtäpuncte ändern ,' unter welchen die Sachen aufzufaſſen ſind, ſo wie ſie das Verfahren motiviren, welches durchaus nicht überall nach einem und demſelben Leiſten ausführbar iſt. Die Zuſammenſezungen der Feldmarken pflegen ſich folgender? maßen zu unterſcheiden: 1) Bloße AFerfeldmarken ohne Wieſen und Weidereviere, ohne Hütungsrechte auf fremdem Territorio. Wenn hier nicht wenigſtens ein Theil des Bodens kleefäbig iſt, ſo pflegen die Wirthſchaften. ſich in einer kümmerlichen Verfaſſung zu befinden.|! 2) AFerfeldmarken mit einigem guten Boden und Wieſen, be: ſonderem Weidereviere, Hütungsberechtigung. Das Verhältz niß der Hütungen und Wieſen zum Ader tritt hier beſon: ders hervor.? t 3) Andere Feldmarken, wo Aer, Wieſe und Weide in der Fläche gleich groß ſind z hier überwiegt vollends der Umſtand, ob alle Grundſtu>e auch von vorzüglichem Ertrage ſind, be» ſonders die Wieſen z denn es giebt oft großen Wieſenbeſiß, von welchem das Heu nur bloßer Einſtreu gleich zu achten iſt. 4) Feldmarken, in welchen der AFerbeſtand kleiner iſt, als der der Wieſen und Weiden. Genmteinheits- Theilung« (581) 5) Feldmarken von größtentheils kleefähigem Boden; 6) ſolche mit größtentheils ſerwirthe zu bey welchen zugleich Sitte und Gewohnheit mit un kommen, die bey Behandlung und Ausführung der( mehr Hinderniſſe in den Weg legen, als die Derraing Die oben ſchon hbinſichtlic) der kleinern Aerwirthe unter a, b und c angegebenen Hauptregeln gründen ſich zum Theil auf ge0o- metriſche Verhältniſſe,-und- ſie entſprechen um. ſo mehr dem Verhaltniſſe des Bauernſtandes im Allgemeinen, als dieſer zU- nächſt immer auf die möglichſte Koſtenerſparung bey feinem Wirthb'c= 72, KER EZ 5 erfor: 55 570 Noch dieſen Säßen und Adferz| ver en ft Mn noch der angenommenen claſſe| Fuß.| dem: Brach Wirth' 70 b.d Slai,<.|10115| 1|315|-|408|'1 1120| 12114| 88 37 SEE INST EE 9.|23| 61 294|=(10011|141|1131|4| 108 PE ENTE SEEN 91271 90278 172 21495|%45:160:1:10671+4.: 1124 4,|Reicher Mergel 7'105)=| 225|= END)-2604 9861226216 5.| Moor und Torf 6|14|-| 194|= 6642251 02770 7442-0476 182 SIMRRS GEZ UTB 1122886210 2- 1066017 1671 2-01.07 ENCR 67-42.. 838. 6 4|18/11i 1391|- 43; 3 1140| 53131 68 7.|Lehm- beſtes Ger: ſtenland. 61" 51: 21'485 1"= 63.02 16504 271179005097 8.|Berſtenland 2. Art| 4113| 81 134|- 46-1. 341651. 514953| 91 9.|Sandiger Lehm: be: ſtes Haferland 3:1 76:84 9858.2 33| 5| 64| 35| 4|143 a. leichteres,. 2 ERL UN DE 2 2000 ZI 1520) ZI ONEG 1.48 b. dritter Art 2911017 56127: BE T.4701 25671 21 10.|Noggenboden.| 1115| 6| 461-| 16111| 74| 18110| 39 EIE S2 UE 4 1211512858 x 8|22| 148 9,20:|: 78 240 Oekonomie, 5. Abſchn. (5636) Anmerk. Es ſind bier nur in der Colonne 2. nach zwey Normalzahlen, nämlich 525 und 470, die Verhältnißſäße berechnet worden, und verſteht ſich, daß, wenn in Praxi verſchiedene Bodenarten vorkommen, der höchſte Ertragsſaß allemal dann die Normalzahl abgiebt, von der berehnet wird, oder mit andern Worteti, daß dieſe Normalzahl die Rechnungs- Einheit angiebt, auf welche alle folgenden Claſz ſen reducirt werden ,/ 3. B. es ſey in Gleichung zu bringen 2 12 Mg. 1. Cl, a 525. a 18029 ,R.= 1 Mg. 90Q.R. 1. Claſſe, 1 3 IS 8. B:17'3 Mg. 3,5 42.294. a 100==:,"20,4 6:10 Mg. M5. 8 225: 1 ES 7 AEN==i6 EI 50'--= da. 85. M. 75.5.44 183, PEEK! 04: NW SANIE---=90- 10 M 1: SCRIBE 0.70 = 22x Morgen betragen««» Summa 10 Mg. 44D2,R,= Dafür werden angewieſen: 3. 8Mg.= QR, 5. Cl. 3 194. a 66 Q.R.=2 Mg. 168 Q,R,. 14, El, 6 62== 96---- H. B:- 2134, 246-: 0-40 DAO 251-2 2 0 2780.4.09.205.02287 2020 - 24M+ 170Q,M, betragen, wie oben.; 10 Mg. 44 2-Re>=>= uvm Tera Werths-, Verhältwiß- und Ausgleichungs-Säßbe zur Separation der SrundſtüF>e und Ablöſung der Weide-Servitute zu N.N. Gemeinheits- Theilung, (587) 241 L 2% 3% 4. 9 Reiner|Beträgt|1 Morgen| Danach Bezeichnung Ertrag in jlovder 180| müſſen für der pro Silber? 2.R. auf 1 Morgen Elaſfe|:* Grünhſtüge-| ofen[aroſchen/ die Cin:| ſter Glaſſes nach dem Re»- ZE werden von i ebracht| folgenden giſier ebf Elaſjen E A&der, Th1./ſg-ſpf. QO.R.|Mrg.|Q2.R. 4 NMerketboden 5, 4| 7 151:|-223 180 41.2 5,[Moorboden.,«++ 6|14 194 154 1.11.29 65. PENDNVDDEN://+7 5 7416 12412 4 184 145 441.44 7.|Gerſtenboden 1ſte Cl.| 6| 5|--| 185 148 14.44.39 8.'|Gerſtenboden 2te Cl.| 4(13| 8| 134 107 4122 9. 1Haferboden 1ſte Cli 31'171 81 98 7 2 53 10.|Haferboden 2Wte Cl.| 2|14| 71. 75 60 3]. 11,|Roggenboden+-| 1|15| 61 46 37 4|160 1. Wieſen. 1, ja 20x Ctnr.-a 7 Sgr.| 4|22|«| 142 180 BF.5 Ky s: 8 051-0 4 2 1 FA MOBTCHN 3 18715 107 136 1 59 SHAPE GIAF; 55:4 zee) 2 12471..604.4.488 112 1.1140 2 40 408 ORE 27... 0 2.114.091. 65 82 R 17:83 DS SEE OINY. 16.4.5,.403 4 41201 01.761 64 2 1141 III. Angerweide, |. ME| 81648 97 NONNE EUSIEEN 1445172 35 180 i z ZZ ABFSEDENEN.;* 9:47 8..29«|28|» 28 144 1 45 ZE AST NDWINL:. 6062-9 14 8(2761 547% 90 210.3 IV. Forſtweide, 4. junter Eichen a 3 Ctnr.|«[21=|- 21[7,55 1 2, jaunter Birken a 3 Ctnr.|-|21|=| 241-; deßgl, a 2Ctnr.-|14|: 14 120 1 90 3, junter Fichten a 2 Ctnr,|=[14]=| 14| 120 4190 deßgl. azCtnr|-| 316 31 30 6 3 Anmerk. Die Gegenſtände I. I1. III. IV. bilden hier Ver» hältniſſe unter ſich; da aber Umtauſche zwiſchen I. und Il. oder 1. und IV. Statt finden können: ſo ergeben die Er» träge in Colonne 2. ſogleich die Verhältnißzahlen. Wäre z- B. 1 Morgen Aer 4ter Claſſe gegen Wieſen 1ſter Claſſe umzutauſchen, ſo iſt das Verhältniß= 225: wird für 1 Morgen Aer 4te Wieſen 1ſier Claſſe umgetauſch 142, alſv r Claſſe. 1 Moxgen 105 Q,R. t; u. ſ, w5 242 Oekonomie. 5. Abſchn. (688) NICE Weid Schä Weide Weide Beſitz: eide- abung vo im NE der PE Ganzen| Bemerkungen. Feldmark N. E50 4 Za E Schafe|Kühe Drg-[D R. L AFer. Gtnre| Grur.(Crur. 500|=|El. 4. Mergelboden.- Z5P1 25081 elt 30018: 19%: mp4 98+ SIUNRDODen 944,8 iur nn ZE IRENE. 1257 540|:= k='6; Dhonboden"41+ Ahr. 2577| E59) ZUGE OODSCORD, 900]. 5) 7. beſtes Gerſtenland'| 42,|-225|“ 100|'u- außer der Res 1209|=|= 8. Gerſtenland 2ter Cl.| 13|1000| 300| gel Lenußt, wels 7001|=|- 9. beſtes DAnn X| 350 786 EDEN SII 400|=|- 9,2. deßal. 2ter Claſſe 260.100=-| keine Weide Statt 2601 E24=- 10. Rogpenboben 24.51.0135 00829(922 FE 4800|-= 2150| 535 N H. Wieſen... 1En 30) 300|= jCl.T. zweyſchnittig a 20Ctr,|=-| 75| Es wird im Frühs 150|-(-I1. zweyſchnittig a 15- Z EEN BE EN ANSE IE 02 50)=|-IIL1 einſchnittig a 12- X-=-| 25| Herbſt nac) abges 400)::5|= IV. einſchnittig 29.+--| 4100| vraer, Ac>ker|=[2150| 535 1200|-|Wieſen, Wieſen|= 754|:.235 1800|- Anger, Anger|=-|3420 /3000 DOGMEN)+) 7e ZISUMMN 10208. 16500|62380 (539) Die Theilnahme an der Gemeinweide auf allen vorſtehenden Grundſtü>en haben folgende Intereſſenten mit denen ſtatuten» und judicatmäßig nach Stückzahl feſtſtehenden Heerden, Kühe, DOcſen, Schafe. 1) Das benachbarte Nittergut N..---- 1500, 2) Die Pfarre... y" 12, 6, 7.10 3) 30 Bauern reſp, a 8, 6 und 90:StüE. ö;* wier 280, 180. 2700, 4) 15 Koſſäten reſp, a 4, 3 und 45 Stü... N y 60. 45. 675. 5) 10 Haugbeſiber und Gemeine» diener N.. N; 10.---- 322. 2914 49385. 553, Da die Hütung ohne beſondere Beſchränkungen oder Re» geln ausgeübt wird: ſo iſt die Nutpung gleichmäßig, und nach dem Heuertrage der Weide, der durch vorſtehende Schätzung 4.59 9 Kh von den Intereſſenten auch für richtig angenoms men iſt, fällt auf ein Stü>X Rindvieh 11 Ctnr, 40 Pfund Heu, auf ein Schaf.,.«. 4 Etnr. 33 Pfund Heu, wonach alſo, unerachtet der Kleinheit des Viehes, der volle Weidebedarf nicht erreicht wird, welcher für ein Stü> Rind» vieh mindeſtens 20, und für ein Schaf mindeſtens 3 Centner würde betragen müſſen, Gemeinheits- Theilung« 943 244 Oekonomie. 5. Abſchn. (590) , M 2.9.99 Ausmittelung der Viehweide auf der Feld* mart N. Der Beſibſtand ift folgender: 1) An Aer aller Art: nach dem Regiſter«+< 4500 Morg» 2) An Wieſen nN. 3 v|%; 1300-+ 3) An Angerweide 7 ß 2 N 5 33 1200== 4) An Gemeinforſt von Fichtenholz,++ 2000= pt,: Summa 9500 Mors. a. Die AFerweide iſt im Ganzen geſchätt worden auf Heu: 3 4< 4;. s 3000 Ctnr,. b. Die Wieſen unterliegen der Hut nicht.. Rindvieh und ZM NEIN UfE 2.85) 8 08.292 ACME DUR ERRT AT ZE 3) für 22 Koſſäten a 3 Stü&F Rindvieh und 20 SWD MAFE Me 8 Ai 121-9406) 6534 MUW ERLIDSREUGEN 4) für 9 Hausbeſiper, Schullehrer und Gemeine: diener...-“.. 9, 2470 5) Das benachbarte Gut-N. hat auf dem An- ger und dem Forſt ein Aufbütungs- Recht in Gemeinſchaft mit den Eigenthümern mit 1500 Schafen wöchentlich 3 Tage vertrags: mäßig und berkommlich auszuüben, dieſes macht 156 Tage, und wenn die Weide auf alle Tage berechnet und die StüFzahl da» nach reducirt wird, ſo beträgt ſie 3 von 4500 StüF. KEEN ME Le BE BINZ SRETU! CENSUS An Weidevieh« 08 1 4 Eumma,- 2975..2 2045, 42. 210. 66. 440. 643. Gemeinheits- Theilung, (591) Nach Vorſtehendem beträgt der Heugewinn der Weide fol: gende Summen: 4 Für Kühe« Für Schafe. im Aker 5+& 4' 1500 Etnx, 14500 Etnr, auf dem Anger« 3* 4000=- 700- SUSDENNIFONIG 32.4...-4.5. 0.4700“=- 4164<-- Summa 82009 Ctnr, 3364 Ctnr. Hiernach würde im Durch- ſchnitt für ein Stü& fallen, 27 Ctnr. 1 CEtnr, 71 Pfd, In Betracht aber, daß das Gut N. ſein Weide- Recht nur auf dem Anger und in dem Forſt“ und zwar ſtets in Gemeina ſchaft mit den Eigenthümern augüben darf, hierbey auch we» der Vortriftsrecht, noch eine, ſonſtige Begünſtigung eines Thbls Statt findet: ſo müſſen dieſe belaſteten Reviere beſonders bes xehnet werden, und es kann hierbey nicht weiter auf Kuhs» und Schafweide ankommen, da im Wechſel oder Gemenge aufs getrieben wird, eine Sonderung der Nutßung für jedes Stü Vieh alſo nicht füglich auszumitteln ſteht; es werden daher die Schafe nach dem hier für zutreffend angenommenen Satze, daß deren 10 Stü> ſo viel Weide bedürfen, als eine Kuh, als Kühe berechnet, welches beträgt: 1) für 2043 Schafe z.." 3 204 Kühe, 23 NUT Kube uk Daura 5.05%.& 297=- Summa 501 Stü, Dieſe finden Weide? a. äuf dem Anger= Ctnr., Heu=« 5 4700 Einr, b. in' dem Forſt* VIN DICHT DEORE VAE UT WER: 12; 077 RE | Summa 8564 Ctnr, Hiernach kommt im Durchſchnitt auf ein Stü> Rindvieh 177x Ctunr. Heu, und folglich auf 1 Schaf 5= 188 Pfd. vder 1 Ctnr, 78 Pfd, Dagegen werden 3000 Ctnr, Heu als Aerweide der Ei: genthümer unter ihren Viehſtand vertheilt, wobey ebenfalls 10 eg"D EN Beten 5.6= 437 Stü>, und wonach [ſo für tü& Rindvieh 6 Ctnr, 4 Pfd, Heu kommen, oder für 1 Schaf 5, mit 662 Pfund. M4.; "Es iſt alſo geſchätt eine Schafweide im Anger und Forſt 1 Ctnr. 78 Pfd, Heu 23 7 ſgr. reinen Ertrag eine Schafweide im AFer 662 Pfd. eine Kuhweide im Aer 6 Ctnr. 4 Pfd. 1 Thlr. 12 ſgr. 3 pf. eine Kuhweide im Forſt u, Anger 173% Ctr;= 4Thlr.== Im Durchſchnitt liegt jedem Morgen vertheilt werdenden Acers der Werth von 73x Pfund Heu für Weide mit 437 Sgr, bey. + ED ſat. z 4 ſar. 2 pf. Wl Uy 245 246 Oekonomie, 5. Abſchn. (592) Die von den Intereſſenten genehmigte Bonitirung in ihren Reſultaten mit dem Bedürfniß der feſtſtehenden Viebzahl ver» glichen, ergiebt, daß die Weide für das Bedürfniß. nicht hin» reicht; es iſt alſo überflüſſig, den wirklichen Bedarf auszumit2 eln 3; es iſt nur zu bemerken, daß die Weide für das zur Mit» hütung berechtigte Sut bloß als eine Hülfsweide"erſcheint, die Eigenthümer aber ihren fehlenden Weidebedarf entweder dürch Benußung ihrer privativen Graskoppeln und Wörden, oder durch Stallfutter ergänzen müſſen, daß aber übrigens das Futter von beſter Qualität iſt, Se 4 0.4...07M 1:€. SehsterAbſchmitt. Von den Verhältniſſen des Landwirthſchaftsgewer- bes zum Staate, und von dem Seandpuncte, den es im Nationalverkfehr überhaupt einnimmtr, Schon die große Autsdehnung des Raumes, auf welchem Landbau getrieben wird, müßte dieſem den erſten Rang unter allen Gewerben beylegen, wenn nicht ein anderer Maaßſtab vor» handen wäre, der, an ſich ſchi>licher, zugleich darauf hinführt, wie die Beſitnahme von Grund und Boden, und die Verwenz dung der Arbeit darauf, eigentlich die Grundlage zur Geſittung geweſen, und wie der Bodenbeſit noc< heute eins der weſent2 lichſten Bindemittel der Geſellſchaft iſt. Im gewöhnlichen Les ben wird hieran wenig gedacht, wan wird aber daran erinnert, wenn man ſich in Gedanken. in die Zeiten des nomadiſchen Zu- ſtanides der Völker zurü> verſetzt, over wenn man die noch ießt beſtehenden Jäger= und Hirtenvölker betrachtet. Von dieſem Puncte aus bis zu unſern Zeiten, würde man dann nod) die, viele> Jahrhunderte lang oft vergeblich fortgeſehten Beſtrebun- gen, den unbeſchränkten Beſih zugleich mit der perſönlichen Freyheit zu erringen und zu erhalten, bemerken, und erſehen, wie eben über dieſe Anſtrengungen die Vervollkommnung des AFerbaues ſelbſt zurükbleiben mußte. Die ältere und neuere Geſchichte=- wahrſcheinlich jedoch einen viel zu kurzen Zeit- raum in Anſehung des factiſchen Bodenbeſipes und der Boden- cultur umfaſſend=- liefert nur ein Bild von Vorrechten und von Sclaverey 3; eine legale Beſitergreifunzg des Bodens zum 3we& ſeiner Cultur unter freyen perſönlichen Verhältniſſen, ohne Ctymiſchung von Sclaverey, bat nur die neuere Zeit in Rordamerika aufzuweiſen. Das Verhängniß vergeſellſchaftete mit dem Bodenbeſig und mit der Bodencultur faſt überall und AL 42 Oekonomie. 6. Abſend und weniger dauernd 3 denn ſie waren die erſten, welche ſich der Sclaverey entzogen und freye Stadtbürger wurden. Was nun aus jenem frühern ſclaviſchen Verhältniſſe im Landweſen bis auf unſere Zeiten gebracht wurde, iſt früher ſchon berührt 3 der Fortgang der Staatenbildung und der Civiz liſation hat dem Landmanne endlich eine mehr ſichere Stellung angewieſen, die Beſitverhältniſſe zwar mannichfach geregelt, aber ſie auch zugleich unter den Schuß des Rechts geſtellt; das her giebt es jeht Recht der Perſon und Recht der Sache, und dieß leptere allein ſchon bewirkt beſonders eine Gewährleiſtung für die Fortdauer der Cultur, ſelbſt unter den verſchiedenſten Beſigesformen. Es hat ſich alſo ein Beharrungszuſtand gegrün» det 3 die Anwendung der Kräfte auf die Erde iſt conſtant ges worden, und ſteht mit allen. ihren Einzelheiten unter der Obhut der Geſezez man bat eingeſehen, daß das größte und unver=- gängliche irdiſche Gut durch den Beſiß zu einem Capitale ges worden, welches wieder andere Capitale erzeugt; der arme Na» turmenſch iſt auf dieſem Wege zum Eigenthümer mehrerer Ca» pitale geworden, die ſich tauſemdfach verändert und reproducirt haben, und eben auf dieſem Wege iſt die Sonderung der Ses ſellſchaft in verſchiedene Stände entſtanden, Eine Abſtufung dieſer Stände, nam Maaßgabe der Beſchäftigungs8art, war in frühern Zeiten durch die öffentliche Meinung feſtgeſebt, und man verband mit dem unbeſchränkten Beſitze einer gewiſſen Bo» denfläche auch zugleich eine gewiſſe Verdienſtlichfeit um den Staat, der indeſſen bey der größern Verbreitung der Kenntniſſe oller Art, und bey der Möglichkeit, ungehindert Landbeſit zu ex» werben, in neuern Zeiten von ſelbſt ſich heben mußte. Nichts deſioweniger iſt es auch im Stande der Landbeſtper ein Natio» nalgewinn; wenn es viele wohlunterrichtete, fleißige und unver» ſchuldete Landeigenthümer giebt, und Eigenſchaften der Art gras duiren den Mant in allen Beſchäftigungen.. Wenn aber gleich der Landbau, wie.alle übrigen Gewerbe, gleichen Rechten und Geſeßen unterliegt, ſo offenbart er dens noch ein eigenes Verhältniß zur übrigen Staätsgeſellſchaft, wels erbau immer die Hauptſache, und nur in ein» zelnen Küſtenländern überwiegen die übrigen Beſchäftigungen 3 | dahin gehört 3. B. das ehemalige Holland. In den meßreſten Ländern geht der Ackerbau Hand in, Hand mit den übrigen Nahrungszweigen, und wenn in Holland, als einem Küſten» was demnach ihre Freybeit und Gedeil (661) lande, der Handel überwiegt, ſo giebt es doc< ähnliche Län- der, die, wie 3. BV, Kur- und Livland, reiner AFerſtaat ſind, wiewohl dieſes einige Handelsplätz mit Häfen bat, die je- doch mehr Stapelpläze für den allgemeinen nordiſchen Hanz del ſind. Die Dichtigkeit der Bevölkerung und der Wohlſtand derſel» ben geben zunächſt die Grundlagen des Gedeihens der Land- wirthſchaft ab; denn der Markt iſt unter ſolchen Verhältniſſen ſtets belebt und verſorgt 3;. es, kann ſich aber allgemeiner Wohl- ſtand nicht erzeugen, wenn zu einer Vervielfältigung der Be- ſchäftigungen nicht der Antrieb vorhergegangen z; wir ſehen da» her keinen allgemeinen Wohlſtand, wo die Bevölkerung zum größten Theile nur aus Familien von Landbeſitern mit ihren Arbeitern beſteht, vielmehr wird er nur da eintreten, wv ſich zu- gleich eine bedeutenpe Volksmenge aus andern Ständen und Ge- werben vorfindet; dieß findet man in einzelnen großen Staaten ſehr oft auf beideriey Weiſe beſtätigt. Cine Statiſtik der Land- wirthſchaft giebt genügende Aufſchlüſſe über das eben Vorgetra- gene z vorausgeſept nämlich, daß man die gegebenen ſtatiſtiſchen Momente überhaupt in treffende Beziehungen mit dem Land- wirthſchaftsverkehr zu bringen verſteht 3 man kann mittelſt den» ſelben manche Probleme erklären, die bisber als ſolche galten, ohne es eigentlich zu ſeyn. Der Grund, warum in einzelnen Staaten, oder in größern einzelnen Provinzen, oft der Y>ecebau und die einzelnen wenigen andern Gewerbe, die man betreibt, verfallen, daß vie Bodenproducte einen ganz geringen Werth ba- ben, und die Verdienſte beym Landmann, wie beym Stadtbewoh- ner, bis zur Unerbeblichkeit berzbgehen, kann, einige äußerliche politiſche Veranlaſſungen abgerechnet, aus der ſchwachen Bevölz kerung und Manael an allen induſtrivſen Geiſte hervporgehen, be- ſonders wo es:an Aufforderung dur< den Handelsſiand fehlt, um eine vermehrte Arbeit auf die mögliche Production zu ver: wenden vnd-die Producte ſelbſt geltend zu machen- Man fin- det alſo Mangel an Jnduſtrie in allen den Gegenden, die ſich in dieſer Lage befinden, und dieſer Mangel wird vergrößert, wo etwa noch ſchlechte Communicationen oder Handelsſperre, ſchwere Abgaben und Verſchuldung des Grundeigenthums. hinzukommen z alsdann fällt der Werth allex Producte im Preiſe, und ſelbſt der Sachwerih derſelben iſt bedeutend niedriger, als er in Gegenden iſt, die ſich in einer entgegengeſeßten Lage befinden, Es iſt hierbey allemal nothwendig der Fall, daß ein Stand.mit dem andern lei- det, weil alle mit einander, und mit dem Landwirthſcwirkt. Wo aber bey ſteigender Bevölkerung, -=- und falls ſonſt nicht andere drü>kende, zum Theil oben er- wähnte Hinderniſſe im geſellſchaftlichen Zuſtande obwalten, die eine unglückliche Vermehrung der Kopfzahl der ärmſten Claſſen oft dennoch nicht hindern=- Antrieb zur E ortſetzung einer verbeſ: ſerten Production, und folglich auch einer verbeſſerten Viehzucht vorhanden iſt, da muß dieſer Antrieb nothwendigerweiſe in der Geltung ſolcher Producte ſeinen Grund haben, folglich auch in der Nachfrage. Könnte man in einer gegebenen Periode den Sach- werth der Arbeit eben ſo leicht für ein gewiſſes Land,'Provinz oder Diſtrict ausmitteln und feſtſtellen, als man die Bodens fläche, die Bevölkerung, und die Durchſchnittsgetreidepreiſe era mitteln kann, ſo würden dieſe Gegenſtände, zuſammengeſtellt, den zuverläſſigſten Maaßſtab-zur Abſchägung des temporären Wohlſtandes eines ſolchen Landes abgeben. Folgende Provinzen des preußiſchen Staates ſtehen hier, auf den Grund amtlichſtas tiſtiſ damit zu erre 1734 ſtand, welches da- ber kam, doß man das Weſen der Landypi irthſcha ft ſelbſt vnd ib- xen unmittelbaren Zuſammenhang mit der Nationalwirthſchaft Überhaupt verkannte.. Man wird ſich eber immer in jenen Wün- ſchen und Hoſfnungen vergeblich, wiederholen, ſo lange man die wichtige Erkenntniß von jevem uſammenbange entbehrt. Ab geſehen davon, daß freye Dispyoſit ion über den Boden und Fre beit der Perſonen überall die erſten unentbehrlichen€ Erforderniſſe ſind, mithin jedes Privilegium und jeder Vorzuz ausdeſc bioſſen ſeyn muß, ſiebt feſt, daß ſich der Landbau in ſeiney ganz eige- nen, ziemlich abgeſchloſſenen Grenzen bewegt, in ſofern nämlich von. Cultyr und Production an ſich die Rede iſt; die Producen- ten beſchreiten aber ſofort ein anderes Verhältniß, ſobalv es auf deu Productenhandel ankomwt. 256 Oekonomie, 6. Abſchn. (666) Bey'der Cul?fur und Production regelt ſich alles nach dem erfahrungsmäßigen Kunſtverfahren, nach den Jahreszeiten, dem Orte und den allgemein bekannten Bedürfniſſen; dagegen macht der Productenhandel= der Markt= ganz andere und oft ab- wechſelnde Forderungen. Wobhlfeil produciren, und. möglichſt theuer verkaufen, iſt der oberſte und ſehr natürliche, auch' ganz richtige Grundſaß aller Producenten ohne Ausnahme, allein dem ſcenheit oder harten Wintev des eben ahlaufenden Jahres, minder ergiebig ſeyn werde, MUTE Vorräthe aus der reichen Exndte willkommen ſeyn müſſen. Die Cultivatoren können ihrerſeits nur die möglichſte Kunſt und Geſchi>lichkeit aufbieten, reiche Erndten vorzubereiten, der Seegen aber kommt allein von oben, und noch iſt nicht entde>t, ob es Mittel. giebt, das Maaß der Productivität des Bodens et- wa in geometriſcher Progreſſion zu erhöhen, mithin ſtehen der nöthige Capitalaufwand und die beſtimmte Fläche mit der jähr» lichen Erndte davon ſtets im gleichen Maaße find Verhältniſſe, und das allgemeine Bedürfniß derſelben Zahl von Conſumenten iſt unabweislich, die Erndte mag reich oder karg ausfallen, die Nachfrage am Markt bleibt ſich im Ganzen alſo gleich durch alle Jahre, während das Maaß des Angebots ſehr verſchie: den ausfallen kann, und daher die Abwechslung"der Preiſe, De DOH EBFAAMN Vorräthe, oder theilweiſer, oft nur localer angel.; 4 In Betracht nun, daß die Cultivatoren die Natur nie zwin» gen können, den angewendeten Fleiß alljährlich überſchwenglich zu ſegnen, ſo wenig wie die Maſſe der Conſumenten umhin ann, ihren Bedarf an Lebensmitteln anzuſchaffen, gleicht ſich Production und Bedarf mit einander aus, und die theilweiſett Veberſchüſſe der reichen Jahre wachſen dem Nationalcapitale zu; ſie verwandeln ſich in Geldcapitale, wenn ſie vielleicht dem Aus- ande verkauft werden, ſie bleiben Naturalcapitale, wenn“dieß einſtweilen nicht geſchieht, und zeigen ihre Wirkung als Capi- Verhältniß des Landwirthſhaftsgewerbes zum Staate. 257 (667) tale in der Zukunft z immer iſt das Nationalvermögen dadurch um ſo viel vermehrt, als der reine Ertrag' davon ausmacht.| In ſoweit regelt die Natur, die Kunſt des Producenten, die Geſetzgebung, bezüglich auf Handels= und Gewerbsfreyheit und das nothwendige Bedürfniß des Volks, den ganzen Landwirth=2 ſchaftsverkebr z die gehabten rohen Erträge müſſen die Verlags» capitale(baares Geld, Zinſen, Naturalien, Löhnungen u, ſ,. w.) urücerſtatten, und der Ueberſchuß der dann noch bleibt, giebt die reine Bodenrente, oder denjenigen Gewinn, der allein bey der Bodencultur möglich, und reine Naturgabe iſt, ſie wird |" niemals ſehr hoch ſeyn, ſie wird aber in der Negel nie man- eln, Durch die Möglichkeit des Gewinns dieſer Rente ſteht as Landwirthſchafts: Gewerbe über den Übrigen techniſchen, auf Veredlung der Producte hinarbeitenden Gewerben, weil dieſe von der Concurrenz weit mehr leiden, und die Gewinne daran zwar oft boch ſeyn, oft aber auch ganz ausfallen können. Sehen wir in dieſer Darſtellung*) den natürlichen Verlauf der Dinge und ſeine Reſultate, ſo fehlt gleichwobl noch viel daran, daß er überall und bey allen Völkern eintrete und zus träfe, weil Umſtände vorhanden ſeyn können, die dieß verhin» dern 3; dieſe Umſtände ſind ſehr mannichfach und verſchieden, ihr Weſen beruht aber darin, daß ſie die veine Bodenrente ver: mindern, oder gänzlich abſorbiren, ja zu Zeiten die Betriebs» Guat ſelbſt angreifen und theilweiſe vernichten können z dahin gehören 1) totaler Mißwachs, dieſer iſt jedoch gewöhnlich nur local, folglich nie allgemein. 2) Mangel an Credit nah vorgängigen Kriegen, daher ge» ſchwächte oder gänzlich vernichtete Betriebscapitale und Ju» verſtaria. 8)- Uebermäßige Benutzung des Credits in opulenten Zeiten, daher hohe Anlages und hohe Grundcapitale, und beym Rückgange des Bodenwerths und der Preiſe der Producte auf ihr natürliches„Maaß und Verhältniß, übermäßige Zinſenlaſt, die die Nente verſchlingt, 3) EZNOhung der gewöhnlichen Landesabgaben durch Kriegs- ſteuern, Lieferungen und DeFXung der Staatsſchulden, oder auch durch fehlerhaft angelegte Grundſteuern. 5) Hoher Zinsfuß, Geldmangel und Wucher durch Krieg und Unruhen berbeygeführt. 6) Hohe Rrheitslöhne, durch„contractliche Verbindiichkeit ian opulenten Zeiten eingegangen, an deren Wechſel nicht ge» dacht wurde, und die in der Gegenwart drückend werden. 7) Regierungsmaximen, die in einzelnen Fällen zur Abhülfe tewporairer Calamitäten in Anwendung gebracht werden, und die nur zu bäufig 41% den Organismus der Geſell- ſchaft, und gegen alle geſunden Grundſäße der Verwal- tung anlaufen, EN R RS SIR STI Y *) Es giebt viel Perſonen, die eine ſolche Darſtellung mit der unpaſſenden Benennung,„theoretiſche Daritellung“ bezeichnen würdeu; ſie weinen damit, daß dteſe im praktiſchen Leben nicht zutreffe; wix laſſen da- ber den ins praktiſche Leben gethaneu Bli>(ogleuh folgen. 58 Oekonomie. 6. Abſchn, (668) 8) Die Stellung und Verfaſſung der übrigen Gewerbe im 0000 und der Grad der Ausbildung, den ie erreicht jaben. Die genauerere Betrachtung dieſer Umſtände läßt einen tie: fen Blick in das Ganze des landwirtbſchaftlichen, ſo wie des Voltsverkehrs überhaupt thun. Vor allen wird erfaheungsmäßig zugegeben werden können, daß totaler, Über weite Länderſire&en ſich ausdehnender Mißwachs, und alſo Ausfall der Erndten, in neuerer Zeit zu den unerhörten Dingen gehört, aber auch in frühern Zeiten. in ſolchem Maaße nicht Statt gefunden hat. Das Andenken an Plagen der Art aus frühern Zeiten, hat ſich wohl ſelten mit der Unterſuchung der Ausdehnung des Uebels verge» ſeltſchaftet. Als die Leute im Jahr 1771 bis 72 in Sachſen gro= ßen Mangel litten, fand dieſer Fail im übrigen nördlichen Deutſch- land keineswegs Statt z aus der armen Mark Brandenburg ver- mochte Friedrich der Große dem bedrängten. Sachſen Zuführen, wenn guch von nicht im eigenen Lande producirten, LebenLs= mitteln, zukommen zu laſſen. Im Jahre 1819 verdorrte ein gros ßer Theil von Früchten auf Hühegegenven von ſchwererem Bo= den, während die Sandcultur in den Ebenen der Mittelmark faſt allgemeines Gedeihen erreichte 3 in naſſen Jahren ſind die Sandbländer im Vortheil gegen die Klaygegenden. Selbſt die nach mehreren Jahrhunderten ſich jebt wieder eingefundene Heu ſchreXenplage hat keine allgemeine erhebliche%achtheile gebracht. Mit Zuverſicht darf man vom jevigen Stande der Landwirthſchaft behaupten, daß er die Mittel in ſich faßt, jedem localen und vartiellen Mangel, wegen eintretenden Mißwachſes zu begegnen z denn einmal vproduciren die ſchwächer bevölkerten Staaten des nordöſtlichen Preußens und Deutſchlands immer noch Über ib- ren eigenen Bedarf, und die Cömmunicationen ſind jeht von der Art, daß ſelbſt der Landtransport nach Südweſten ſchnell genug geſchehen kannz anderntheils tritt ſchon die große Maſſe derje- nigen Producte, vie gewöhnlich nicht allgemein»in Handel kom- men, jeder Verlegenheit entzegen 3 dahin gehören die Kartoſfein, die Erbſen, Linſen und die hisweilen vergrößerten, zur Zucmt beſtimmten Viehbſtände, die aizährlic) nur einen Theil als Maxktwaare abgeben, aber ſchlimmſten Falls einten weit grö: ßern Theil davon-würden hergeben können. Daß hierüber Ge- wißheit vorhanden, geht ſchön aus der großen Anzahl von Brannt= weinbrennereyen hervor, deren Product, au8 Karkoffeln und Ge= treide, zum arößten Theil ins Ausland eeht, nur da dieſes Pro- duct zu den durchaus unentbehrlichen nicht gehört, ſo würde der Producent, im Fall einer Hungersnoth, wo ohnehin alle Preiſe enorm zu ſteigen pflegen, nicht Anſiand»nehmen ,- ſeine Bren- nerey zuſchließen, und die Früchte, die ſonſt in Branntzvein ver- wandelt worden wären, auf den Markt zu bringen, Der Mißwachs und die Fehlerndten, ſind nicht immer an und für ſich ſelbſt die Urſachen der Noth einzelner Gegenden, die davon betroffen werden„ſondern die beſtehenden Einrichtun: gen, beſonders in den kleinern deutſchen Staaten, ſind es, die dem Ausfalle der Erndte erſt eine verderbliche Folge geben, hauptſächlich durc< Unterſagung des freyen Getreidehandels und aller andern Lebensmittel, oder durch hohe Zölle und Abgas ben von denſelben. Verhältniß des Landwirthſce, oder. durc) eigentliche Landverbeſſerung, zumal die hier gewöhnlich beſte- hende Größe der Güter ſchon immer große Anlagecapitalien erfordern würde; das unter ſols hervor z für den erſtern Zweck würde in den mehreſten Fällen, außer dem Werthe des Grundſtücks, immer auch die Perſönlichkeit“ des An» leiheſuchenden, mit in Betracht gezogen werden, beſonders wo der halbe Gutswerth ſchon verſchuldet iſt. Genau betrachtet, wird der Darleiher doh in beiden Fällen auf die Perſönlichkeit des Anleiheſuchenden, mit achten, dieß geſchieht auch in allen andern Fällen, wo Handel und Gewerbtreibende Darlehen aufs nehmen, und eigentlich liegt dieß in der Natur der Sache, man leihet gern quf Grundſtü>e, weil ſie als ſolcken geräthe, weil demungeächtet alle Bedürfniſſe des Lebens befriedigt werden müſſen, und der Handel ſtets neue Canäle ſucht, überdem aber auch ſchon das einmal beſtehende nothwendige und FEN +) Anleitung zur Verfertigung der Grundaufchläge von EC. W, H, Klebe. Leipzig bey Baumgärtner, 1828. S. 110. --->.> Verhältniß des Landwirthſchaftszewerbes zum Staate. (675) unabweisbare Bedürfniß dafär Bürgſchaft leiſtet, daß ein Herab- ſinken der Producte bis zum Unwerth unmöglich iſt; dieß haben die lezten drey Jahre gegen die ihnen unmittelbar drey vorberge- gangenen binreichend bewieſen, und dieſe, ſo wie obige Erfah- rung, nebſt dem nicht unbedeutenden Unterſchiede in den obett beimerften Preiſen innerhalb 50 bis 60 Jahren, dürften,in dieſer Beziedung jede Furcht beſeitigen, und der ganze Mechanigsmus des Nativnalverkehrs vielmehr nur dazu auffordern, Alles zu ver- meiden, was die arbeitenden Nationalkräfte zu lähmen vermag, dergeſtalt, daß daraus eine unnatürliche Verſchiedenheit der Ges winne und Löhnungen, nach Gelde berechnet, hervorgeht, weil dieſes allemal nothwendig zu einer Calamität für einzelne Skände führt, und ſelbſt die Gewinne der einzelnen Claſſen imaginär macht: Wir begegnen indeſſen auf dieſem Wege no< einer Anſicht der Staatswirthſchaftslehrer, die obiger Meinung entgegentritt, und alle Erfolge beſtreitet, indem ſie ſich in der Beſorgniß ause ſpricht: „daß, da alle Production, beſchleunigt durch die Vermeh- rung der Naturkenntniſſe und überhaupt. durch wiſſen» ſchaftliche und techniſche Kunſtausbildung, und durc<-Ge- werbefreybeit nothwendig auf Wohlfeilbeit tendire, und die große Concurrenz zu letzterer zwinge, da alle Völker der- ſelben Richtung. folgten, und zugleich bey der folcherges ſtalt geſteigerten Production, ſich in ihren Grenzen rein abzuſchließen bezweten, ſo werde am Ende der freye Ge- werbvertehr im eigenen Uebermagaße der Producte unterge: ben.“ Dieſe ſen ver: mag, bey dem es hieße: bis hierher und nicht weiter, Weder politiſche Grenzen, noh Meere und Gebirge haben die Men» (677) ſclichkeit ſeyn 3 niemand kann dabey am Ende verlieren, als nur diejenigen, die Rechtsverbindlichkeiten aus ältern Zeiten Verhältutß des Landwirthſchaftsgewerbes zum Staake, 67 268 Qeronomie. 6, Adſchn,| (678) her zu löſen haben, und deren Nominalwerth feſt, aber im Miß- verhältniß mit den Zeitpreiſen der Dinge ſteht, z. B. hohe-Geld- vnd Getreidezinſen, Erbpacht- Canon, Erbzins u. ſ. w. Au- ßer dieſem doch auch mit der Zeit ſich ſelbſt löſenden Falle, kann die Wohlfeilheit der'Kunſtproduction nur dazu dienen, daß ſie in größerer Menge verbraucht werden, weil mehr Menſchen im Stan- de' ſeyn werden, ſie bezahlen zu können; ſeine Unterſtüzung aber und zum Theil ſeine Haltung, zieht das Kunſtgewerbe durch die Producte des Landbaues, indem die Preiſe derſeiben ebenfalls in dieſer Weiſe wohlfeil werden, d. h. ſich in einem Verbhaltnißpreiſe zu jenen halten, dergeſtalt, daß die Erhaltungsmittel der arbeiz tenden Claſſen nicht einen enormen Geldpreis beſchreiten kön- nen.= Von ſelbſt verſteht ſich, daß dieſer Stand der Induſtrie uweilen Augnahmen oder vielmehr locale Unterbrecrkungen er-= ſeiden fann, dahin gehören, als Veranlaſſungen dazu, große Un- glü&gfälle, z. B. Ueberſcwemmungen, Sturmfluthen, ſebr harte Winter, und Krieg; Dinge, die indeſſen die hier entwickelten Grundſäße nicht zu alteriren vermögen, Indeſſen haben die Getreideproducenten ſehr häufig ebenfalls die Beſorgniß einer zu großen Wobhlfeilheit des Getreides geſebt, und dieſe als das nothwendige Verderben alier Landwirtöſchaft geſchildert; allein ſowohl die Erfahrung, wie die Natur der Sache ergiebt, daß Werthloſigkeit des Getreides nie eintreten kann, und daß es mit den Bodenprodncten, fich überhaupt ganz anders ver- bält, als mit derl/ übrigen, häufig ſehr entbehrlichen, Kunſterzeug- Niſſen, Dieſelbe Bepölkerung eines Landes, mit Einſchluß der gewöhnlich alljährlich hinzutretenden Ueberzah!l der Lebenden Übex die Verſiorbenen, wird von derſelben Bodenfläche ernährt, und' da glle Kunſt in der Landwirthſchaft, die auf Verbeſſerung, folglich auf eine Vermehrung der Productenmaſſe hinarbeitet, fich nur nach und nach ausbvildet, ſv kann aud) der Ueberfluß an Producten, die'auf dieſem Wege erzielt werden, immex der Ueberzahl der jährlich ſich erzeugenden Conſuwenten. gegenüber geſtellt werden; wäre dieß nicht der Fall, ſo müßten die entſchie- denen Verbeſſerungen im Landhaushalt unv in der Viehzucht al- lerdings im Laufe der Zeit eine außerordentliche Preigerniedrigung gller Producte, auch des Viehes, hervorgebracht haben; man bes Merkt aber davon nichts, und folglich ſind.derg'eichen Beſorgniſſe ungegründet z; nicht weniger ſind ſie dieß auch deßhalb, weil die größern Exndten fich mit aller Konſt nie erzwingen laſſen, und die Production überhaupt an gewiſſe Zeiträume und Jahres- zeiten gebunden iſt, die abgewartet werden.wüſſen, während die Conſumtion täglich Ffortageht,-auch im Bezug auf einen beſondern Staat, nie vorherzuſagen iſt, welcher Theil der jähr- Unen Exndte in den auswärtigen Bedarf und- Handel gehen wird. Die Productenpreiſe, die im vorſtehenden ven entwickelten Begriff der Wohlfeilbeit in ſich faſſen ſollen, müſſen der Art ſeyn, daß ſiexdie Zinſen des ſtehenden und des umlaufenden Capi» tals, das umlaufende vder Betriebscapital ſelbſt, erſtatten, und überdem eine reine Bodenrente, als Ueberſchuß, hinterlaſſen. Es wird hierbey eine gewiſſe Beziehung„mit dem Gewinne aller übrigen Erzeugniſſe gedacht, und dieſes Alles conformirt ſich Verhältniß des gandwirthſchaftsgewerbes zum Staate. 269 (679) dem eigentlichen Sachpreiſe der Dinge. Man kann dieſes am deutlichſten durch Zahlengrößen darſtellen, wenn man die ver- ſchiedenen Productionen im Nationalverkehr, im Großen und. im Ganzen, für einen gewiſſen Zeitraum und für einen gewiſſen Staat, in welchem Gewerbe und Handelsfreyheit und möglichſt freye Dispoſition über den Grund und Boden beſteht, auſſaßtz es ſey alſo 3. B Im Landhaugshalt: Arbeitslohn. MALEN I DUE 5-7 Sgr, Capitalzins 4' Procent;, Rober Ertrag im beſten Boden 26 Thlr. Productionsfoſten 52 Procent Ä: 13z Thlr? Reine Neunte« ß;> f,.; 1235 Thlr. Roher Ertrag im Mittelboden N 97. Thlr. . Productionskoſten 55 Procent. 7 55 Dhlr. Reine Rente. 3 4 3 s. 21 Thlr. Noher Ertrag im leichten Boden« 4 Thlr. Productionskoſten 50 Procent.. 2 Thlr. Reine Rente..... 2 Thlr. Im Manufactur- und Fabrik: und ſonſtigen Kunſtgewerbe, das"eine Kenntniß gewiſſer Wiſſenſchaften erfordert, als der Mechanik, Chemie, Phyſik, und Mathematik(Zeichenkunſt): DBE u 01 7e 0.0:0 0 0135.220,/ Opt, Capital-(Handels:) Zinſen« 6 Procent, Gewerbsprofit= zwiſchen- 29- 60 Procent, Gemeine Handwerke, mit Ausnahme der Bauhandwerke: Arbeitslobn.. x. 7--12 Sgr. Capitalzinſen. 6 4 Procent. Gewerbsprofit zwiſchen..“15=- 20 Procent. Dieſe Gewinne werden immer im Ganzen übereinſtimmen mit den Preiſen der Bodenproducte(der Lebensmittel) in einem ge- gebenen Lande, und in einem nicht ganz kurzen Zeitraume; dieſe Uebereinſtimmung iſt aber dahin zu verſtehen, daß nämlich in die- ſem Zeitraume die Bedürfniſſe der arbeitenden Claſſe einen ſolchen Preis haben, wobey ſie beſtehen kann, d. b. einen Preis, der mit den Geldlöhnungen im landbaulichen, ſo wie im übrigen Kunſt- gewerbe, im angemeſſenen Verbältniſſe ſteht, ſo, daß der Werth der jährlichen Geldlöhnung und des dafür anzuſchaffenden Bedürf- niſſes nicht unter das vorbin gedachte Minimum herabgebt, vielmehr ſich noch etwas über daſſelbe erhebt. Wenn nun dieſe Erträge, Löhnungen und Gewinne gegen diejenigen ans einer frü- bern Periode h o< erſchienen, anſcheinend alſo dem Begriſfſe der Woblfeilheit widerſprächen, ſo darf doch nicht überſehen werden, daß bey vorgeſchrittener Ausbildung eines Volkes unter freyen Verhältniſſen, die Gewinne-in dieſer Art hoch, Zinſen und Löh- nungen mäßig ſeyn können, ohne daß die erſten Lebensbedürf- niſſe und, die übrigen Producte theuer find, weil: dieſetben ver- wendeten Mittel und Kräfte, zwe>mäßiger geleitet und verwenz det, die Maſſe der Producte ungemein zu vermehren vermag, ſo, daß hierbey eine Vergleichung mit einer frübern Periode nur das 270 Oekonomie. 6. Abſchn. (630) Gegentheil, alſo theurere Preiſe, nachweiſen wird, während da- mais die Gewinne gering waren,: Vergleicht man aber dieſe Ergebniſſe der Induſtrie und des Handels in einem Staate, mit denjenigen eines andern Staates, ſv wird man, wenn die Verfaſſung unddie Sitten nicht zu ſehr verſchieden find, auf ein Reſultat kommen, welches den Stand der Ausbildung darthut, worauf jede Nation-ſteht, und man wird, erſehen; auf welcher Seite die größte Wohlfeilheit herrſcht, phie daß die Löhnungen verkürzt und gedrückt werden 3 in allen Fällen 5 wo die Freyheit die Induſtrie belebt, wird es ſchon an den Nominalpreiſen der erſten Bedürfniſſe erkennbar werden, in welcher Auedehnung die Induſtrie fortgeſchritten iſt, folglich wie die Löhnungen und Gewinne ausfallen können. Es würde ein Irrthum ſeyn, wenn Jemand hiervey den Gedanken hegte, kaß man es allenfalls in ſeiner Gewalt habe, die Höhe des Lohn- ſaßes in Gelde zu beſtimmenz allein dieſe Kurzſichtigkeit würden doch nur Einzelne haben; die übrigen würden einſehen, daß, wenn ſie auch die Höhe des Geldlohns beſtimmen konnten, ſie doch niemals die Preiſe der Lebensbedürfniſſe zu beſtimmen ver- mögen, und von dieſen hängt zeitgemäß alles ab, Im Gebiete der Freyheit regeln ſich die Dinge von ſelbſt, bey der Unfreyheit durch Sperren, Monopole und verfaſſungsmäößige Vorrechte einer Claſſe vor dex andern, entſteht nichts als Noth, Mißvergnügen und Aufruhr. Auch in dieſem Puncte giebt England eben in un- ſern Tagen,„und indem dieß geſchrieben wird, ein nur zu un- glüFliches und ſchauderbaftes Beyſpiel, denn indem dort der Preis der Lebensbedürfniſſe durch das Monopol der Bodenbeſiz ber und die ihnen zu Gebote ſtebenden verfaſſungsmäßigen Hülfs2= mittel hoch hbinaufgetrieben wird, iſt der Geldlohn der Arbeit tief herabgedrü>t, und ſelbſt, oft mit Beyrechnung der Unter- ſtüßungen aus den Kirchſpiels- Armencaſſen nicht hinreichend für das Bedürfniß des gemeinen Handarbeiters, der, um nur nicht Hungers zu ſterben, ſelbſt ſeine unerzogenen Kinder ſchon ar- beiten und ſie“ körperlich und geiſtig verkrüppeln laſſen mußz das Bedürfniß wird alſo nicht erreicht, und ſtatt der abhelfen» den-Regierung, tritt die Criminaljuſtiz ein, in dem thörig- ien Wahne, daß der Hunger ſich durch Strafen unterdrücken laſſe. Aber ganz abgeſehen von dieſem extremen Beyſpiele ariſto- Fratiſcher Verblendung und ſeiner Folgen, iönnen im National- verkehr, ſobald die Freyheit nicht gleichmäßig beſteht, und ab und zu durch temporaire Negierungsmaaßregeln bedrängt wird, fehr verſchiedene Erſcheinungen eintreten, die ſelten auf der Stelle richtig erklärt werden. Man ſetze, wenn obige beyſpieisweiſe angegebenen Löhnungen und Gewinne für einen gegebenen Zeitz raum und in einem„zewiſſen Lande Statt ſinden und conſtant ſind,-daß' aus irgend einem Anlaſſe Maaßregeln genommen werden, die den techniſchen Verkehr beſchränken, z. B. durch das Verbot der freyen Einfuhr gewiſſer, zu den Manufactur- und Fabrikgewerben unentbehrlicher, ausländiſcher Artilel, durch hobe Beſteurung derſelben, durch Monopole, die die Production von Surrogaten befördern ſollen,“durch Sperrung der Ausfahr nach gewiſſen Staaten, oder durch Sperxung dieſes oder jenes Stro» (681) mes oder Hafens, ſelbſt durch Aufhebung des bigher freyen Ge- treidehandels, ſo werden in dieſen Kunſtgewerken alle Anlage- capitale in ihrem Werthe bedentend ſinten, und bey langer Dauer eines ſolchen Zuſtandes werden ſie danz vernichtet wer» denz; denn unter Anlagecapitalen werden hier nicht bloß baare Geldſummen verſtanden, ſoridern die für den Betrieb angeſchaff- ten Mittel„als Gebäude, Geräthſchaften, Werkzeuge, ſetbſt die vorräthigen Waaren und Producte werden ohne Abgang dalie- gew und-am Werthe verlieren 3; dieß wird bie nothwendige Folge baben; daß eine Menge aus der arbeitenden Claſſe brodlos wird, daß jeder ſich einſchränkt, daß die Preiſe der Lebensmittel ſich war auch nach und nach vermindern, falls auch für ſie die Aus- fuhr unterſagt iſt, daß ſie aber dennoch immer noch eine Zeit lang zu hoch für das Bedürfniß von Leuten ſeyn werden, die, indenr ſie wenig bder nichts verdienen, doch derſelben. nicht ent2 behren können. Tritt aber, in Folge eines ſolchen Zuſtandes, auch ein bedeutendes Herabgehen der Preiſe der Lebensbedürfniſſe ein, ſo werden auch die Producenten derſelben in gleichen. Fall, mit jenen koimmen, während überall der Zinsfuß daſtehen bleibt, wo nicht wucherhaft ſteigt, und die unmögliche Erfüllnng beſie- hender und fortlaufender, Verbindlichkeiten, nebſt der Fortdauer derſelben Lande8abgaben, wird die allgemeine Calamität vergrö- ßern. Man nehme ferner den Fall, daß der Grund und Boden in großen Beſihthümern in den Händen weniger Perſonen ſich befindet, und der Handel mit Producten frey iſt, alle Übrige Gewerbe aber dem Zunftzwange unterliegen und durch Mono- pole und Privilegien beſchränkt werden, der Handel mit den Producten dieſer Claſſe aber auch mancherley zwängender Ver- fügungen, Vexationen und hohen Abgaben unterworfen iſt, da wird die ſtädtiſche Bevölkerung zurückbleiben, Nahrungs- und Wohlſtand wird niedergedrückt, und die Producenten der Lebensmittel werden nur in ſofern nicht mit darunter leiden, als ihre“ Producte fortdauernd einen angemeſſenen Preis auf den Märkten des Auslandes finden, was ſich niemals'mit Gewiß= beit erwarten läßt 3; Verfaſſungsverhältniſſe ſolcher Art beſtehen zur Zeit>viele, in und außer Deutſchland. Die producirenden Kräfte eines Volks erfordern unerläßlich die nöthige Freyheit, um ſich zu entwickeln und in Thätigkeit treten zu können, der Handel unterſtüpt dieſe Thätigkeit/ und liefert auf der einen Seite die nöthigen Hülfsmittel, während er auf der andern das Geſchäft über ſich„nimmt, die Produkte den Märkten zuzufüh- ren und dieſe Märkte auszuforſchen, ja zuweilen ſelbt ſolcelt, die nach jenen Geſetzen, und auch nach dem Zwecke des Staats, entwickelt werden ſollen und müſſen, Man nennt in poliniſcher Beziehung, einen Staat ſtark oder. ſchwach, je nach ſeinem Umfange, ſeiner Bevölkerung, Staatseinkünften, Heeresmacht und Laage; man würde dieß deutlicher ausſprechen, wenn män ſeine Einwohner nach ihrem Grundeigenthumsbeſth, und nach ihrer Beſchäftigung laſſinicirte, um ſofort beſſer zu Überſehen ,; welche Bedeutung es darnach mit dem Heere und den Staatgeinkünften, nicht minder mit dem Glü> der Einwoh- ner ſelbſt habe. Wo viele Staaten neben 2inänder liegend ihre Producte gegen einander austauſchen können, da erweitert ſich der Markt, die verſchiedenen Bewohner lernen ſich ſchon eini« germaßen durch die Producte kennen, es entſtehen mehr Berüh- rungsvuncte, was man im Süden nicht gekannt hat, lernt mani von Norden her kennen und genießen, und umgekebrt. Die kurzſichtige Beſorgniß, daß die Gewerb- und Handelsfreyheit durch die vermehrte Concurrenz fich ſelbſt vernichte, beſtätigt ſich nirgends; nicht deßhalb macht Deutſchland bedeutende Geſchäfte in roher Wolte und wollenen Waaren, weil der Krieg die fei: nen Schafe in Spanien vernichtet hatte, ſondern deßhalh, weil' in Deutſchland und Oeſterreich, die Wollenproduction ungemein verbeſſert worden war, und dieſes konnte nur durch vermehrte Einſichten und Arbeit geſchehen, und weil die in neuern Zeiten vermehrten Kenntniſſe und Thätigkeiten unmittelbar darauf hin- führten, dieſes Product unſeres Bodens. möglichſt vortheilhaft zu benußben, und es dem weit verbreiteten Bedürfniſſe theils roh, theils in anpaſſender Kunſtform, entgegenzuführen, Die Menge der Schafe iſt bedeutend geſtiegen, ohne die Summe der andern Vieharten zu vermindern, es kleiden ſich jeht bey weisz ten mehr Menſchen in Tuch, als ehedem, und es hat auf die- ſem Wege eine envrme Vergrößerung des Nationalcapitals ſtatt gefunden, über deſſen Beſtand und Dauer man wohl ſchwerlich mit einigem Grunde Beſorgniſſe haben darf, da fremde Concur- renten doch erſt die Stufe erreichen müſſen, auf der wir uns bereits befinden, und Überdem nicht jedes Land, mit gleichem Erfolge daſſe!be treiben kann, wie denn Z. B. England nie mals eine Schafzucht, nach deutſcher Art treiben kann und wird. Die Vermehrung der Kenntniſſe, vermehrt nothwendig die Thyätigkeit und die Arbeiten, und die Theilung des Bodens bis auf gewiſſe Größen, begünſtigt Thätigkeit und Arbeit in einem hoben Grade z; unſere Vorfahren beſaßen häufig große Herrſchafs- ten vom Umfange mehrerer Geviertmeilen ,. dennö< brachten ſie häufig nicht ſo viel ein, als ein Landgut vvn mittlerer Größe in unſern Zeiten 3; aber auch noh jett iſt im Ganzen der Bo- denbeſivs in einer Hand viel zu aroß, um dem Zwecke zu ents ſprechen 3 ein Landgut von 4000 Morgen Flächeninhalt, bringt mit Gewißheit nicht halb(o viel ein, als wenn dieſe Fläche au (633) vier Beſiter vertheilt wäre; es treten auch hier zuweilen Ausnahb- men ein, die von der Zuſammenſetzung der Güter hergenommen ſind, aber Übrigens iſt es an ſich ſchon einleuchtend, daß die vergrößerten Betriebscapitale und"die verdoppelte Aufſicht den Übergroßen Beſtb läſtig, und ſchlecht rentirend machen müſſen!z man findet davon die Beſtätigung häufig in einem und demſel- ben Lande, noch vielmepr in verſchiedenen Ländern; ſchwerlich dürften die großen niederdeutſchen iter einen Vergleich zu ih- rem Voxtheii in dieſer Beziehung mit den bey weiten kleinern, mittel- und weſtlichen deuiſchen Gütern beſtehen. Die Theilung des Bodens in kleinere Beſitzthümer, als die jebigen in manchen Länzern und Provinzen ſind, konn ſowobl aus.- dem Standpuncte des Privatvorthei!ls', als gus dem der Nationalwirthſchaft und der Nationalwohlfahrt, der Staatk- Fröfte u. ſ. w. betrachtet werden. Man hat lange darüber ge- ſtritten, ob es wobl einem Bauer erlaubt ſeyn könne, von ſei- ner Beſitzung einige Morgen Landes zu trennen und zu verfau- fen, oder das Ganze in zwey oder vier Beſigungen zu theilen, und man bat dieß wegen der Beſorgniß für unzuläſſig erklärt, weil dadurch eine einzige, grenzenloie, und nur Armutb erzeu- gende Zerſtükelung des Bodens geſchaFen. werde z indeſſen be- rührt man bier das Extrem, und zu kieime Bodenparcellen, wie in Frankreich, ſind even ſo ſehr zu tadeln, rote die ungebeuren Beſizungen in Deutſchland, Polen und Ungarn z; kann man alſo die entſcheidende Antwort hierauf nach Orr und Zeit nicht un- bedingt geben, ſo muß mon doch als allgemeinen Grundſag anerkennen:„daß dte Größe der Beſitvung der Größe der Mittel und Kräfte entſprechen müſſe.“ Bey der in der Welt beſtebenden Vertheilung des Vermögens erſcheint es wünſchenswerth, daß jedes Vermögen*) ſeine Verwendung finden möge, dieſe findet es aber häufig nicht, wegen. der Größe der Beſigungen, wegen des Schuidenzuſtandes derſelben ,, und wegen des, in Verbindung mit letztern, nur zu häufig- beſtehen- den unnatürlichen, dem Sachwerthe der Dinge nicht entſpre- omom ſ9lchen Falle nür durch Erſparniſſe an den Betriebs2 koſten jich erholen können, unter welchen der Lohn für ſeine eis gene Arbeit mit verrechnet iſt, und. durch die Beſteurung würde er zum größten Theil zu der Claſſe der Handarbeiter herabſtei- gen 3; außerdem kann eine unvermuthete Steigerung der Commu- nalkoſten durch Krieg und andere Unglücksfälle, gegenüber dem beſtehenden bleibenden Steuerſaße, das Mißverhältniß nur noh vergrößern 3 dieſe Vergrößerung wird aber gewiß noch mehr da eintreten, wo die Specialſchäßung und Beſteurung Statt fin- det, weil manche Objecte zwar an ſich productiv ſeyn können, ihre Productivität aber nur in Verbindung mit den übrigen Be- ſitestheilen beſteht, für ſich genommen aber die Culturkoſten nicht tragen würden. Dieß iſt bey dem ſandigen Boden der uns terſten Art gewöhnlich der Fall, die nur durch den daneben'be- ſtehenden Wieſenbeſit culturfähig werden, Beſteuert man einen | Ertrag von ſolchen ſchlechten Grundſtü>en, ſo beſteuert man of= *fenbar eigentlich die beſſern Grundſtü>e(z+ B. die Wieſen) höher, Ler man beſteuert zugleich die Arbeit. Der letztere Fall findet a, bäufigſten bey den Steueranlagen von kleinen AFerbeſigungen S:tt, deren Inhaber gewöhnlich Koſſäthen u. ſ. w. genannt wer- den; durch Beſteurung der Arbeit wird aber der Zwe der Grund- ſteuer verfehlt, weil mon dadurch das Mittel ſchwächt, durch welches der Grund und Böden erſt ſteuerbar werden kann. Auch die Dyppelrechnungen, die die Anſchlagsprincipien ver- anlaſſen, erzeugen eine erböbete Grundſteuer; werden 3. B, 100 Schafe zu 16 Thaler reinen Ertrag ſteuermäßig veranſchlagt und davon 20 Procent Steuer berechnet, ſo fällt auf ein Schaf“ unz- gefähr ein Silbergroſchen Steuer; kommt binzu, daß ein Centner Heu zu 102 Sgr, und 20 Procent Steuer davon veranlagt wird, ein gewöhnliches Schaf aber jährlich an 6--7 Cntrx, Heu Gie XII. 44 . 42 Procent, EI IR 2 . T 2... Oekonomie. 6, Abſchn. (690) Weide als Heu mit eingerechnet) bedarf, ſo fallen no< 15 Sgr. Steuer, im Ganzen alſo eine Abgabe, die beynahe 3 des Vieh» wertbs, alſo an 33 Procent, erreicht; die Abgabe bleibt aber gleich hoch, wenn man ſie auch auf Wieſen und Weide vertheilt und das Vieh außer Anſatz läßt; indem nämlich der Steuerſaß auf das Vieh und auf das Futter überall derſelbe bleibt. Die hohe Steuer, die auf die Koſten der Viehhaltung keine Rü>ſicht nimmt, wird dann zum Theil zur Capitalſteuer, denn das Vieh iſt ein Copital, das ſich aus dem Boden erzeugt hatz dagegen iſt Heu und Weide noch kein Capital, ſondern nutzbare Dinge, die durch Verbrauch ein Einkommen gewähren, das nach Nbzug der Koſten ert nach und nach zum Capitale anwächſt. Cine Grundſteuer iſt in ſehr vielen Fäßen nur dadurch erträglich, daß ſie auf einer fehlerhaften Schätzung des Bodens beruht und daß die ältern Anlagen dazu dem jehigen Sachwerthe der Dinge nicht mehr entſprechen; dabey findet indeſſen aber auch nicht ſelten fehlerhafte Anlage im Einzelnen Statt, ſv daß auffallende Un- gleichheiten unter den Beſteuerten offenbar werden, wonach denn Einzelne gewinnen, was die Mehrzahl verliert und übertragen muß.=- Es erhellet, daß das Verhältniß des Landbeſizes zum Staate von Wichtigkeit iſt, durch ſeine Eigenthümlichkeit-und Vielſeitigkeit, und es ſcheint in unſern Tagen mehr als jemals nöthig, daß man mit Umſicht darauf eingehe, und darnach ſeine Stellung vehme«, Cefwromie. Jar. DZ. | | LIF: LL. T Y Y S Y| "H XY VI LZ Brogyc/opuedlte Es lden 2. <==== A=<0<2,QQ aaa<< f mob; 7“ <======z=====-d 155.4" J N m ? 0 "58 KN EEN% —— 0 eI8 1000/9 enU MAM eruebeM pPo8 MOIIA 40 ueKO enlG S010uundee 61 31 91 91 81 00 2 2 1 —— gE——.——— † 5 9 4 1 Sun