Wee e, 4 vks, b ———— Slessen — „ 1 4 4 1 Ocfonomic/ H 26 | Ne MA- die Lehre von den Verhältniſſen der einzelnen Theile der Landwirthſchaft zu einander und zum Ganzen bearbeitet DIE“S 3 J. G, Koppe„DLS PSDZGN königl. preuß» Oberamtman ZV MOKGLE 6“„nE | und> C. W. H, Klebe, fdnigl. preuß« Oekonomie- Commiſſarius im Departement Brandenburg- - upd Dg Ei, ELT Rie IISEE RET EE SE VA WEIS CEGERSEGSTTGIGENEEN L25 TS h"16.00 Mit zwey Kupfertafeln und mehreren Tabellen." Ein integrixender Theil der allgemeinen Encyklopädie der geſammten Land- und Hauswirthſchaft der Deutſchen. Leipzig, | in Baumgärtners Buchhandlung, 1.8.30 ves x Z wd ies Dur"WTV ar."0 SIDE- m b."EE 2,00 MIE vad 6]«Dire ua = wr bt ge ZE ibi, ve EEN 4 ee ef = me meme dw 22. ale ge vd H ade KER SETRA GOET RI DE IIHN DUIRSRDE GESTE GAENDUGT U- FEGAOGE R SWR AEE ERG G CIP NEEE I0E ED. 0-0 m 4-65 oder die Lehre von den Verhältniſſen der einzelnen Theile der Landwirthſchaft zu einander und zum Ganzen. Eren Ter ng: Die Landwirthſchaft iſt ein Gewerbe, welches die gewinn- vollſte Erzeugung nutzbarer Pflanzen und deren vortheilhafteſte Berwandlung in thieriſche Producte zum Zwe hat. Nit dem Betriebe der Landwirthſchaft, vorzüglich auf gro- jen Gütern, ſind in der Regel noch andere Gewerbe verbunden, eſtimmt zur Veredlung der rohen Erzeugniſſe des Pflanzenreſchs, »ie Brauereyen, Brennereyen, Stärtefabriken, Mühlen u. ſ. w. der zur kunjtreichen Berarbeitung roher Mineralien, wie Zie- eleyen, Kalk- und Gyps- Brennereyen.' Dieſe landwirthſchaft2 &bau ein heiliges Amt nennen, und ſo gern es zur Staats- und Gewiſſensſache machen möchten, den Ackerbau nur von der Seite zu betrachten, wie ihn die Feudal- Verfaſſung des Mit- telalters darſtellt, und wovon die meiſten nördlichen Länder in Europa noch ein anſchauliches Bild liefern. Der Aerbau in dieſem Sinne iſt nur ein Mittei,"die Arbeit der zu einem Gute gehörigen Leibeignen zu verwerthen. Da nun der Eigennuß die meiſten Menſchen beherrſcht, ſo iſt unvermeidlich, daß der Be- ſüßer eines Landguts nicht ſollte die möglichſt höchſte Benutzung der ihm zu Gebote, ſtehenden Arbeitskräfte zu verlangen ſuchen. Dieß führt zu Bedrücekungen der Arbeiter und macht ſie ſtumpf- ſinnig. Der Bauer, welcher durch die beſte Ausrichtung ſeiner Geſchäfte nichts weiter erlangt, als ohne Strafe davon zu fom-= men, hat nicht den geringſten Sporn, ſich anzuſtrengen und darauf zu ſinnen, wie er etwas beſſer mache. Daher die allge= meine Klage der Güterbeſizer in den Ländern, wo der Ackerbau nur durch Dienſtbauern betrieben wird, daß ſich mit dieſen Leu- ten nichts augrichten läßt, wenn nun der Wunſch zu Berbeſſerun=- gen erwacht.. Der Ackerbau im Geiſte des vernünftigen Gewerbsbetriebes befördert die Ausbildung der urſprünglichen Anlagen der Men- ſchen. Er macht, daß ſich der Reiche dem Armen liebreich nähert und ſo beide beſſere Menſchen werden. Der Reiche wird beſſer, indem er die Erfahrung macht, daß er der Kräfte und Geſchi>: lichkeiten des armen Arbeiters zur Erreichung ſeiner Abſichten be- darf. und dieſen deßhalb achten muß. Der Arme dagegen wird mit ſeinem Looſe zufriedener ſeyn, da ihm in der freyen Benutung ſeiner Thätigkeit die Mittel gegeben ſind, ſich ſein Schickſal zu verbeſſern. Er wird ſeinen reichern Mitmenſchen nicht ſo leicht wegen ſeines Reichthums beneiden, indem er deſſen Sorgen in Verwaltung ſeines Vermögens kennen lernt. Beide, der Reiche, wie der Arme, werden durch das wechſelſeitige Bedürf- niß leichter Verbindungen eingehen, wodurch ſie ſich unterſtüßen, als es bey dem Dienſtverhältniß der. Fall ſeyn kann/ wo keinem von beiden die Freyheit gelaſſen iſt. Jener unfreywillige Betrieb der Landwirthſchaft iſt es nicht, dem wir unſere Aufmerkſamkeit ſchenken. Nur die freye Ver- bindung und Zuſämmenſtellung derjenigen Objecte, die zum Weſen dieſes Gewerbes gehören, ſoll hier gelehrt werden, =,| 1. Abſe zu. dem Wirthſchaftshofe, zu- großen volkreichen Städten, zu bevölkerten*Gegenden, Canälen, neuen Straßen und. der Culturzuſtand der Ackerländereyen ſelbſt im Laufe der Seit eine große Veränderung erleiden und ihren Werth unend= lich erhöhen können.? Der Preis der AFerländereyen iſt ſehr von“ ihrem Werth verſchieden. j Der Werth. eines AFerſtücks begründet ſich auf die demſel- ben beywohnende Fähigkeit, im Durchſchnitt mehrerer Jähre ſo viel nutzbare Erzeugniſſe zu liefern, daß nach Abrechnung der Culturkoſten noch- ein Ueberſchuß( Grundrente)- bleibt, Ein Acterboden, der nur die Beſtellungskoſten vergütet;- hat gar kei= nen Ertragswerth. Unter Preis des Ac>erbodens verſteht man Oekonomie.>. Abſchn, (606) dasjenige Capital, welches erforderlich iſt; um ſich in den Beſitz eines ſolchen zu ſeen, Der Werth des, Ackers iſt für längere Zeit gleichbleibend, in ſofern derſelbe aus den natürlichen Verhältniſſen hervorgeht. Weit veränderlicher iſt ſein Preis. Letzterer regulirt ſich nicht allein nach allen den Umſtänden, die den Werth des Ackers er- höhen vder vermindern, ſondern auch nach den Preiſen der Acker- erzeugniſſe. Fallen dieſe durch beſondere Conjuncturen, ſo fällt der Preis des'Ac>ers mit. Preis und Werth des Ackers ſtehen zuweilen in gar keiner Verbindung mit einander. Zur Anlage von Gebäuden oder zu anderem Behuf wird oft ein ganz werthloſes Grundſtü> zu ho- hen Preiſen bezahlt, wogegen in uncultivirten Gegenden Grund- ſtücke von hoher Ertragsfähigkeit ſelbſt für die größte Kleinigkeit nicht zu verkaufen ſind. Bey der Werthſchäzung des Bodens, um ein ganzes Land- gut zu taxiren, thut, man wohl, daß man zuerſt den Ueberſchuß an Naturalien zu ermitteln ſucht, den die Grundſtücke nach Ab- zug der Beſtellungskoſten nach, einem weniäſtens zehnjährigen Durchſchnitt zu tragen vermögen. Dieſe Naturalien werden auf das in jedem Lande gebräuchlichſte Verbrauchskorn reducirt, wel- erkrume zunächſt ruhet, Die Akerkrume wird durch mannichfaltige natürliche und künſtliche Einflüſſe in ihrer Urbeſchaffenheit abgeändert. Die Luftausſezung derſelben durch die immer wiederholte Beackerung und den Einfluß der Atmoſphäre, die Düngung, Aufbringung von mancherley Subſtanzen und die Pflanzenwurzeln, von den dieſer Theil. des Ackers durchdrungen wird, machen, daß durch die Länge der Zeit die Ackerkrume eine gänz andere Beſchaſfen- heit, als der Untergrund erhält. Auf den Letzteren kann der A>kerwirth nur in ſehr ſeltenen Fällen einwirken. In den meiſten Fällen muß man ihn als un- abänderlich anſehen. Die Aerkrume iſt eine Vermiſchung von Thou, Sand, Kalk und Humus, der ſich noch einige andere mineraliſche Be= ſtandtheile zugeſellen, y Der Maſſe nach ſind Thon und Sand die bedeutendſten Be- ſtandtheile der Aerkrume. Ganz fehlen ſie nie. Humus wird zuweilen in großem Verhältniſſe angetroffen, zuweilen iſt ſein Daſeyn kaum wahrzunehmen. Kalk“ wird in vielen Gegenden gar nicht in der Aerkrume gefunden.|! Eine verhältnißmäßige Miſchung dieſer Beſtandtheile der Acerkrume begründet den fruchtbarſten Boden. Ein Ueberfluß des einen oder des andern Beſtandtheils iſt ſelten zuträglich. Acerländereyen. (697) Der Thon wirkt wohlthätig, weiler die Fruchtbarkeit an« hält und"aus der Atmoſphäre anzieht. Er giebt den Pflanzen- wurzeln einen feſten Stand, befördert die Bildung des Extractiv= ſtoffes aus dem Dünger, verhindert die Verflüchtigung der gasförmigen Stoffe deſſelben und unterhält eine dem Wachs- thum der meiſten Pflanzen zuträgliche Temperatur. Der Thon ay als der wichtigſte Beſtandtheil der Ac>kerkrume angeſehen werden.- Rachtheilig wird der Thon durch ſein Uebermaß, weil ſol: ertrume und die Einwirkung der Atmoſphäre auf dieſelbe. Er ſaugt die Feuchtig= keit leicht ein und läßt ſie ſelbſt bey niedriger Temperatur ſchon verdunſten. Naßkaltes Wetter ſchadet daher den Früchten auf allen Bodenarten, wo der Sand vorherrſcht, wenig. Die Be- arbeitung ſolchen Bodens wird weit ſeltener unterbrochen. Ei- nige heitere Tage entfernen die größte Näſſe von demſelben, ſo daß ex für das Zugvieh! zugänglich iſt, Die Dürre kann ihn eben ſv wenig, in einen Zuſtand bringen, der die Bea>erung unmög- lich macht. Dieſe erfordert deßhalb auf allen Bodenarten, wo der Sand vorherrſcht, bey weitem weniger Aufmerkſamkeit und Anſtrengung in einzelnen. Perioden, und iſt auch im Ganzen mitz geringeren Kräften zu vollführen. Die höhere, gartenmäßige Gartencultur, bey der-ein Theil der angebaueten Früchte während ihres Wachsthums- bearbeitet wird, läßt ſich weit leichter auf allen mehr ſandigen Bodenarten einführen. Der geringere Zuſammenhang der Beſtandtheile einer Ac>ker- Frume, in welcher der Sand vorherrſchend iſt, und die angeführte Eigenfchaft des letzteren, die überflüſſige Feuchtigkeit leicht ver= dunſten zu laſſen, macht, das die Lufttemperatur ſich der Ackex= Frume leichter ,mittheilt und dieſelbe ſchneller erwärmt. Die Samen keimen hier früher, und die Zerſezvung des Düngers geht roſcher von ſtatten. Die Wirkung des letzteren iſt alſo frü- her ſichtbar, und es läßt ſich ſchon mit einer geringeren Quanti- tät ein günſtiger Erfolg bewirken. Im Uebermaß wird der Sand nachtheilig, weil eine ſolche AFerkrume zu wenig Zuſammenhang hat, und deßhalb alle Feuch- tigkeit in die Tiefe verſinkt oder.in Dunſtgeſtalt, ſich der At- moſphäre mittheilt." Mangel an der nöthigen Feuchtigkeit iſt es, was den meiſten Sandboden ſo unfruchtbar macht. Kann der- ſelbe auf künſtliche Weiſe beliebig mit Waſſer verſehen werden, ſo iſt er zur Cultur brauchbar, Oekonomie. 14. Abſchn, (608)! . Das Verhältniß, in welchem der Sand mit Thontheileit ge- miſcht ſeyn muß, um als Ackerland noch einen Werth zu haben, begründet ſich vorzüglich auf den Umſtand, ob die Feuchtigkeit fehle oder nicht. Iſt dieſelbe durch den Untergrund und durch die Lage der Oberfläche für die Akerkrume den größten Theil des Sommers hindurch zu erhalten, ſo kann ſelbſt eine Ackerkfrume, die nicht mehr, als 5 Procent Thon enthält, noch einen Werth als Ackerland haben, Fehlt die Feuchtigkeit aber, ſo iſt ein Boden ſchon ſehr unfruchtbar, in welchem 10 Procent'Thon enthalteh ſind. . Der Humus(Modererde, Dammerde) iſt der Beſtandtheil der Akerkrume, welcher die organiſche Natur mit der anorganmi- ſchen in Verbindung ſett. Er iſt gebildet aus thieriſchen Abfäl- len und verweſeten Pflanzen und Thieren, Obgleich noh nicht erwieſen iſt, daß die Pflanzen ſich gar keine Stoffe aus demt Mineralreiche aneignen z ſo iſt man doch darüber nicht im Streit, daß der Humus beym Aerbau derjenige Beſtatndtheil iſt, wel- cerkrume reich, d. h. fähig zur Hervorbringung eines Üppigen Pflanzenwuchſes macht. Das Verhältniß, in welchem der-Humus der Aerkrume beygemiſcht ſeyn. muß, üm dieſelbe zur höchſten Erträgsfähigkeit zu erheben, iſt nach dem Verhältniß der übrigen Beſtandtheile und nach Beſchaffenheit des Humus ſelbſt, ſehr verſchieden. Der Humus wirkt auch mechaniſch und vermehrt die Poroſi- tät der Akerkrume, Thoniger Boden erfordert deßhalb ein grö- ßeres Verhältniß der humoſen Beſtandtheile, als der ſandige, wenn er zur höchſten Fruchtbarkeit gebracht werden ſoll. Im Sandboden kann em Üeberfluß des Humus daher nächtheilig werden, indem er ſeine urſprüngliche Lockerheit noch vermehrt und den Pflanzenbau-auf demſelben bey anhaltend. trockener Wit- terung mißlicher mächt. Im Thonboden wird der Humus viel: keicht gay nicht in ſolchem Uebermaß angetroffen, daß ſolches nach? theilig wirken könne. Indeſſen iſt keinesweges ſo zu"ſchließen, daß Thonboden, weil er noch einmal ſo viel Humus hat, auch einen doppelten Ertragswerth habe. Unter übrigens andern gün- ſtigen Miſchungsverhältniſſen genügen 3 bis 7 Procent Humus ſchon vollkommen, um einen Aerboden in die vorzüglichſte Claſſe zu ſeven, - Die Beſchaffenheit des Humus ſelbſt, über die eine genaue Zergliederung hier nicht hergehört, iſt ſo verſchieden, daß der Umſtand erklärbar wird, warum oft ein Boden mit geringem Humusgehalt früchtbarer iſt, als ein anderer mit größerem. Es xommt nämlich darauf an/ ob der Humus milder Natur, ver- kohlt, oder ſauer iſt, ob ſeine Theile leicht in Extractivſtoff aufs löSbar, oder mehr faſerig ſind. 200| Milder, ſäurefreyer Humus iſt die mächtige Trieb- feder des Lebens- Der verkohlt- ſauere und faſerige dagegen wirkt entweder nur mechaniſch als Auflo>erungsmittel wohlthä- tig vder ein Uebermaß davon wird ſogar nachtheilig, Der faſerige, dem Torfe ſich nähernde Humus muß nothwendig von Zeit zu Zeit ganz vom Waſſer überſchwemmt werden, oder eine Acker- krumme, die ihn enthält, muß nur wenig" über dem Niveau des Waſſers ſtehen,„wenn ſie nicht durch die Soimmerwitterung in dürren Staub verwandelt werden ſoll, auf dem alle Vegetation aufhört und der dem Eindringen"des Negens gänzlich widerſteht, AFerländereyen. (609) Der ſauere Humus ſagt nur einigen wildwachſenden, harten Gewächſen, wie dem Heidekraut(erica vulgaris) zu, und iſt den meiſten angebauten Pflanzen zuwider. Kann die Säure entfernt werden, ſo wird Boden ſolcher Art auf eine unglaub- liche Weiſe verbeſſert, Der ogenannte Moorboden gehört hieher, und. dieſer iſt durch Brennen zu hoher Fruchtbarkeit gebracht worden,* Der Kalk wird in der Ackertkrume theils mit dem Thon und Sand innig gemiſcht, theils bloß mechaniſch gemengt angetroffen. Das Lettere iſt der Fall, wenn dem Boden kleine Kreideſtücechen beygemengt ſind, Es iſt jedoch ſelten, daß der Kalk in dieſer Form auf der Oberfläche angetroffen wird. Man findet ihn auf dieſe Weiſe mehr in tiefern Erdſchichten, Der Chemie bleibt es noch vorbehalten, über die Art und Weiſe, wie der Kalk:auf die Vegetation wirkt, in die geheime Wertſtatt der Natur zu dringen, Alle bisherigen Theorieen dare Über ſind nicht haltbar. So viel hat die Erfahrung gelehrt, daß die Art der Verbite dung, welche die Kalkerde eingegangen iſt, ihre Wirkung ver- ändert.- Der kohlenſaure Kalk wirkt anders, als der ſchwefelz ſaure 3; der äende Kalk anders, als der kohlenſaure, welcher im Mergel enthalten iſt. Anders iſt bey dem letteren 3. B. wie- der die Wirkung, wenn er in einer Erdart vorherrſcht, anders wieder, wenn nur 15 bis 20 Procent davon darin enthalten ſind. Damit ich jedoch nicht in das Gebiet der Agrenomie und Chemie hinüber gehe, ſo kehre ich dahin zurück, den kohlenſau= ren Kalk in ſeinen Eigenſchaften als Beſtandtheil der Ackerkrume zu betrachten,; Bey allen lehmigen und thonigen Bodenarten iſt ein gerine ger Zuſaß von kohlenſaurem Kalk wünſchenswerth. Die damit verſehene Ackerkrume iſt in ihrem ganzen Verhalten bey der Be- a>erung und während der Vegetation anders,-als wenn der Kalk ganz fehlt. Ein Zuſatz von 1 bis 2 Procent macht den Lehmboden ſchon weit mehr zur Zerkrümelung geneigt, und verz hindert die Erzeugung von freyen Säuren, die der Vegetation nachtheilig ſind. Boden mit einigem Kalkgehalt troc>net nach der Winternäſſe und nach anhaltendem Regen früher ab. Mehz rere Pflanzen vegetiren in ſolcher Krüme freudiger, 3. B. die Oelſaaten, Klee, Luzerne und alle Diadelphiſten, Da die Wur- zeln mehrerer Gewächſe, als die der Esparſette und mehrerer Lu- zernearten, in großer Tiefe die kalk- und mergelhaltizen Erd- ſchichten ſuchen, ſo läßt ſich nicht anders annehmen, als daß der Kalk dieſe Pflanzen unmittelbar und ohne Dazwiſchenkunft des aus dem Humus bereiteten Extractivſtoffes-. nähre. Der wichtigſte Grund für den vortheilhaften Einjluß des Kalks ſcheint aber die durch ſeine Beymiſchung entſtehende Wech- ſelwirkung der Atmoſphäre mit der Ackerfkrume zu ſeyn. Der in der Tiefe liegende Kalk, ſey er mit Lehm und Thon gemiſcht, oder für ſich allein eine Steinmaſſe bildend, hat dort einen groe ßen Zuſammenhang und läßt ſich ichwer loshauen. Aber an die Luft gebracht, verliert er die Cohaſionskräft. Der mit K1ik durch: drungene Lehm vder Thon wird mürbe und zerfällt in ein leicht: SITO Pulver. Kalk in Steinform löſet ſich in kleinen lättern ab, je länger die Luft auf ihn einwirkt, Kleine Krei 1. 39 AP Oekonomie. 4. Abſchn. (610) deſtü>chen, die in den Mergelfchichten häufig vorkommen, zev- fallen ſchon, wenn ſie einen Winter hindurch an der Luft. gele- gen haben. Dieſelben Erſcheinungen bemerkt man in der Ackerkrume, wenn fie gemergelt wurde. Statt daß die Winternäſſe Lehm- und Thonboden foſt macht/ ſo erſcheint aller gemergelter Boden un mittelbar nach dem Aufthauen als eine-gährende Maſſe. Es heben ſich einzelne Erdtheile hervor, die Krume iſt voller kleiner Riſſe und Vermehrung der Lockerheit iſt an mehreren Kennzeichen wahrzunehmen. Es iſt alſo eben ſo wahrſcheinlich, daß der in der Aerkrume enthaltene Kalk die Vegetation unmittelbar befördere, indem er gasförmige Stoffe aus. der Atmoſphäre anzieht und ſie an die Pflanzen zurückgiebt, als daß er zerſezhend und auflöſend auf die humoſen Theile der Akerfrume einwirke. Dieſe leptere Er- xlärungsart der Wirkung des kohlenſauren Kalks iſt die gewöhn- liche. Es laſſen ſich durch dieſelbe aber bey weitem nicht alle Erſcheinungen einſehen, die. durch das Vorhandenſeyn des Kalks in der Ackerkrume bemerkt werden. Es, iſt noch nicht ausgemacht, bis zu welchem Betrage der Gehalt in kohlenſaurem Kalk in einer AFererde vorhanden ſeyn kann, ohne nachtheilig zu werden, 8 bis 10* Procent werden noch in ſehr fruchtbaren Bodenarten angetroffen. Iſt der Haupt- beſtandtheil Thon, ſo iſt gewiß ein größeres Verhältniß an Kalk erwünſcht, als wenn-der Sand vorherrſcht. Iſt die Kalkerde: aber in zu überwiegender Menge in einer Ac>erkrume enthalten, ſo wird ſie dadurch unfruchtbar. Der Kalkboden leidet leicht durch Dürre und conſumirt den ihm ge- gebenen Dünger, ſchnell, ſo daß man im gemeinen Leben den Kalkboden hißig nenat. Die außer dieſen 4 Hauptbeſtandtheilen der Acerkrume noch zn derſelben vorkommenden Theile ſind in der Regel ſo unerheb= lich, daß ſie hier keiner beſondern Erwähnung verdienen. 2) Dex Untergrund oder die zunächſt unter der Aer- xrume liegende Erdſchicht wirkt mächtig darauf ein, eine fehler- hafte Miſchung der Akerkrume für den Zwe> des Acerbauers unſchädlich zu machen. Aber eben ſv leicht wird ein gutes Vers Hältniß der Beſtandtheile in der AFerkrume durd) einen unpaſſen- den Untergrund wieder aufgehoben, Ein thoniger, die Feuchtigkeit anhaltender Untergrund dient als Waſſerbehälter. Er läßt das aus der Atmoſphäre niederge- ſchlagene Waſſer nicht in die Tiefe verſinken, ſondern hält es der Aerkrume nahe. Bey anhaltender Dürre und warmer Wite teruna ſteigt es in Dunſtgeſtalt empor und wird von den Pflan- zenwurzeln begierig eingeſogen, Ein ſolcher Untergrund verbeſ- ſert aus dieſem Grunde. eine lo&ere Ackerkrume ſehr. Iſt aber die oberſte Erdſchicht, wie der Untergrund, thoniger Art, ſo treten alle die Nachtheile in erhöhetem Maße ein, die vben von ſolcher Bodenmiſchung, wo der Thon vorherrſchend iſt, ange- geben wurden. Boden ſolcher Art leidet ſehr leicht von anhal«= tender Näſſe und läßt ſich ſchwer bearbeiten.] Dagegen verbeſſert ein durchlaſſender Untergrund eine tho- nige AFerkrume und macht ſie geſchiäter zum Pflanzenbau, » AFerländereyen. .(611) Für mehrere tiefwurzelnde Pflanzen, die Luzerne, Esparſette, den Krapp, Hopfen u. ſ. w., iſt der Untergrund wichtiger, als die Ackerkrume. indem ihre Cultur leichter bey fehlerhafter Be- ſchaffenheit der letzteren iſt, wenn jener nur die, Eigenſchaften VEN welche zum Gedeihen dieſer tief wurzelnden Gewächſe ehören. "4 Allem Pflanzenbau nachtheilig iſt ein Untergrund, der aus Ortſtein(Raſeneiſenſtein) beſteht, ſo wie überhaupt ein felſiger Untergrund wegen der Unmöglichkeit, ihn je zu verbeſſern, dem Akerbauer immer ſchädlich iſt. Die Geſteinart, aus welcher dieſer Untergrund beſteht, macht jedoch auch hierin einen Un- terſchied. Thonſchiefer und Kalkſtein werden durch die Atmo= ſphäre allmählig aufgelöſet, und die Krume wird durch fortge- ſezten Anbau tiefer, wogegen von Granit und Sandſtein nur ſehr unmerkliche Abtrennungen erfolgen. Die Tiefe der A>exkrume, welcho den Werth eines Bodens weſentlich) verändert, wird bauptſächlich von dem Unter- grunde bedingt. Iſt dieſer von ſolcher Beſchaffenheit, daß die Ackerinſtrumente ihn allmählig mit der Ackerkrume vermengen können, ſo iſt dadurch der ſteigenden Aercultur ein ſehr weites Ziel geſte>t.'Bey nachtheiliger Beſchaffenheit des Untergrundes, wenn derſelbe nicht berührt werden darf, weil er die Ackerkrume verſchlechtern würde, oder ſeiner felſigen Beſchaffenheit wegen nicht berührt werden kann, muß die Ackerkrume nur ſeicht bleiben. Viele Culturpflanzen dringen 10 bis 12 Zoll tief in den Boden ein, und wenn andere, wie die Getreidepflanzen auch mit einer geringern Tiefe ſich begnügen, ſo läßt ſich doch nicht ableugnen, daß aud) ſelbſt der Getreidebau lohnender auf einer AFerkruine iſt, welche je zuweilen auf 10 bis 12 Zoll tief gerührt wird. Da gerade der lohnendſte Anbau der Behackfrüchte, der Fut- terpflanzen und Handelsgewächſe nur auf Boden mit tiefer Aker- kXrume Statt finden kann:. ſo[otgt von ſelbſt, wie wichtig der Untergrund, auch von dieſer Seite betrachtet, iſt.'Da die meiſten Unkoſten bey dem Aerbau dieſelben bleiben, ob eine 3 oder 8- zöllige Krume bearbeitet wird, ſo iſt ein Aker mit tiefer, gut Durchgedüngter Krume ſeinem Ertragswerth nach einer doppelt ſo großen Fläche mit ſeichter Krume vorzuziehen. 3) Die Form der Oberfläche, ob ſie eben oder hüge- lich iſt; ob ſie dem erhabenſten Puncte einer Gegend näher oder weit niedriger liegt z; ob vorliegende Gebirgszüge oder Hügel- ketten den Zug des Windes hemmen, kommt bey der Werth- ſchätzung des Bodens ebenfalls in Erwägung. Bey gleicher Beſchaffenheit der Akerkrume und des Unter- grundes iſt eine ebene Läge der Aerländereyen ſtets der hüge- lichten vorzuziehen. Die Beakerung läßt ſich auf ebenen Flä: erkrume haben müſſen. 3 Bildet hügelichtes AFXerland den höchſten Punct einer Ge- gend, ſo iſt es den Stürmen mehr ausgeſett. Es wird dadurch kälter und die Vegetation nimmt im Frühjahr ſpäter ihren An- fang. Auch richten anhaltende Winde nicht unerhebliche Verwü- ſtungen in den erwachſenen Halmfrüchten an, die ſte zerkni>en 39* - 10 FIESER TE zuni WAR ZI INEE Zucken Oekonomie. 4, Abſchn; (612) und verwirren. Ein zur Näſſe hinneigender Boden, wird. durch ſolche Lage weniger fehlerhaft; dagegen aber iſt ein loſet, dür- rer Boden, der in einem Thale liegend vor ausdorrenden Winden durch vorliegende Hügelketten geſchützt iſt und dem das Waſſer aus höher gelegenen Ländereyen. zuſtrömt,„oft ſehr tragbares Ackerland, Eine ſolche geſchüßte Lage des lo>ern Bodens führt aber auch Nachtheile herbey, der eine erhaben liegende Fläche nicht ausgeſett iſt. Die im Früh 2 oder Spätſommer einfallenden Nach- fröſte zerſtören die in Thälern ſtehenden Saaten weit leichter, als die auf den danebenſtehenden Hügeln. Oft erfriert in ſol- ers bezweckt wird, immer mit vielen Weitläuftigkeiten verknüpft iſt; und, ſo wie dieſe Angelegenheiten in einigen Ländern jetzt auf geſeßlichem Wege betrieben werden, ungeheuere Koſten verurſacht, welche immer erſt von dem Werthe ſolcher umzulegenden Ländereyen in Abzug gebracht werden müſſen. Kann einer fehlerhaften Lage des Wirthſchaftshofes nur durch Anlage neuer Gebäude abgeholfen werden, ſo ſind die Koſten noch bedeutender, es ſey denn, daß ein Neubau jeden- falls Statt finden müßte. In allen großen Gemeinden, wo eine gemeinſchaftliche Be- nutzung der Ackerweide Statt fand, und wo vvn uralter Zeit alle Feldſtücke der einzelnen Ackerbeſitzer in kleinen Theilen zer- ſtückelt lagen, iſt nach der Zuſammenlegung des einem Beſitzer gehörenden A>ers der Werth deſſelben und die Cultur häufig um das Doppelte, ja Drey- und Vierfache GEM Ien. Dieß iſt erklärbar, wenn man erwägt, daß bey großen Gemeinden meh- Tere Felder häufig x bis 3 Meile von dem Hofe entfernt liegen müſſen. Ein großer Theil des Capitalwerthes wächſt alſo den Ackerländereyen durch Evſparung der Beſtellungskoſten zu. Ein noch größerer Theil wird ihm durch die erhöhete Induſtrie zuge- fügt, die erwe>t wird, wenn der Aerbeſitzer ſeine Felder als einen großen Garten betrachtet. Er überſieht ſeine Beſizung im ganzem Zuſammenhange 7 und kann die Verbeſſetungen in dem 12 Oekonomie. 4, Abſchn. (614) Bereich ſeiner Grenze vollführen, ohne einen neidiſchen und fau- len Nachbar zur Hülfe anzurufen. Er kann das ihm nachtheilige Waſſer ableiten, oder in die Tiefe verſenken. Er kann Grund- ſtücke, als die Wieſen zum Heugewinn nicht rentiren, untern Pflug nehmen, und dagegen feuchte Weiden, die das Gemeinde- vieh ſchonungslos bey naſſer Witterung voller Löcher trat, zu Wieſen benußen. Auf den ſchmalen Caveln oder AFerſtreifen konnte ein kräftiges Querpflügen niemals Statt finden. Bey zu- ſammenliegendem Grunde kann der Ackerbauer diejenige Nichtung in der Beackerung nehmen, die ihm die zuträglichſte ſcheint. Der Anbau der Ha>früchte mit Inſtrumenten zur Erſparung der Menſchenarbeit hat überall Eingang gefunden, wo die Zuſam- menlegung der Aecker vvllführt iſt. Die Wahl der Saaten nach| ihrer Zweckmäßigkeit für jede Art des Bodens iſt bey einem zer-| ſtüelten Beſitz nicht in dem Grade auszuführen. Jſt das in einem Herbſt oder Frühling von einem Hofe aus zu beſtellende Ackerſtü> von bedeutender Breite, ſo lohnt es der Mühe, den Weizen dorthin zu ſäen, wo dieſe Frucht mehr Vortheil bringt, als der Roggen. Bey ſchmalen Streifen läßt ſich dieß ohne andere Unbequemlichfkeiten nicht ausführen, Wer den Einfluß dieſer hier berührten Verhältniſſe auf den Erfolg des Ackerbaues kennt, wird daher die Wertherhöhung des Ackers durch eine nähere, zuſammenhängende Lage zu dem Hofe nicht in Abrede ſtellen. 6) Der frühere Culturzuſtand des Akers darf bey der Werthsbeſtimmung nie überſehen werden. Gerade dieſer ſo wichtige Umſtand wird von Unkundigen entweder gar nicht, oder doch ungenügend gewürdigt. Die Beſtandtheile der Ackerkrume kann man durc) eine Unterſuchung kennen lernen;„der Unterz- grund zeigt ſich an gezogenen Gräben, die man vorfindet, oder er wird durch Eingrabungen in die Tiefe wahrgenommen. Die Lage der Ae>er zu dem Hofe und in Beziehung auf die umlie- 20% Gegend, ſo wie die Form der Oberfläche fallen leicht in ie Augen, Dieß iſt aber nicht mit allen Kennzeichen der Fall, welche auf die frühere Cultur einen Schluß machen laſſen, Es gehört wenigſtens ein durch Erfahrung und Uebung geprüftes Auge und eine überſichtliche Auffaſſung mehrerer Erſcheinungen| dazu, um mit einiger Sicherheit einen A>er in der fraglichen| Abſicht zu würdigen. Ob die A&erkrume auf eine mittlere Tiefe von 6 bis 8 Zollen frey von Steinen ſey? und wenn dieß nicht der Fall iſt, ob große,| kleine oder mittlere Steine die Krume verunreinigen? iſt ein[4 höchſt wichtiger Umſtand. Eine ſaubere, kräftige Cultur kann| vor Entfernung dieſes Hinderniſſes nicht Statt finden. Nicht zu| pn gedenken, daß die Entfernung der Steine Koſten macht; ſo iſt noch wichtiger, daß darüber Zeit verloren geht, in welcher ſich für die Vermehrung der Ertragsfähigkeit durch beſſere Düngung und Beackerung wenig thun läßt. Einzelne Steine mittler Größe, von, ſolchem Gewicht, daß 2 oder 3 kräftige Männer ſie aushe- ben und aufladen können, ſind weniger nachtheilig, als diejeni- en, welche nur durch Pulver geſprengt oder in die Tiefe ver-| enkt werden können. In dieſem Falle iſt die Arbeit ſehr groß, wenn ſich viele Steine der Art in der Krume vorfinden, und es 0,0 viele Jahre dazu, bevor ein großes Gut in den Zuſtand| gebracht iſt, daß auf ſeinen Aec>ern eine gute Cultur Statt fif- Akerländereyen. (615) den kann. Iſt die Krume mit ſehr vielen kleinen Steinen von 3. bis 10 Pf. Gewicht verunreinigt, ſo verräth dieß in der Regel nicht allein eine mangelhafte Grundmiſchung, ſondern es iſt eine Nieſenarbeit, eine ſolche Krume davon zu befreyen, In jedem |E müſſen vor der Werthsbeſtimmung die Koſten, welche die Entfernung dieſer Hinderniſſe verurſachen, nach dem Befund be- rücſichtigt werden. Der Umſtand, ob eine Akerkrume voller Unkrautſamen, oder davon. ziemlich frey iſt, vermindert oder hebt ihren Werth ſehr, Die Samen vom Schoten'- Hederich(Raphanus Fäphanistrum), von dem Acerſenf(Sinapis arvensis), der Wucherblume(Chry- anthemum Seget) und, dem Flughafer(Avena fatua) ſind die- jenigen Unkräuter, die in Deutſchland dem Aerbau ſo läſtig fallen, und wogegen alle bisher vorgeſchlagenen Vertilgungs- mittel, das Jäten ausgenvmmen, nur Jalliative ſind. Die Richtung, welche der Ackerbau ſeit 25 Jahren genommen hat, wird der fernern Vermehrung dieſer und anderer Unträuter zwar Grenzen ſeen und ſie allmählig vermindern. Kann man aber Bodenarten bekommen, die weder von dem einen, noch andern leiden, ſo ſind dieſe von einem bedeutend höhern Werthe, in- dem ein Menſchenalter dazu gehört, um'eine Krume von den hartnäigſten Samenankräutern ganz zu befreyen. Perennirende Unkräuter, die Quecke(Triticpm repens), me&h- rere Agroſtisarten, die man häufig auch Quec>en nennt, die ranfende Brombeere(Bromus caes1us), mehrere Diſtelarten u. a. m. ſind dem Ackerbau zwar auch beſchwerlich, ihre Ausrot- tung iſt aber bey weitem uicht ſo ſchwierig, als die Vertilgung der Samenunkräuter. Eine kräftige Beackerung, ſie werde dem Lande bey einer reinen Sommerbrache oder bey dem Anbau der Beha>früchte gegeben, ſet ihrer Vermehrung immer Grenzen. Die Kunſt der Bearbeitung des Bodens- muß in Deutſchland große Fortſchritte gemacht haben, weil man die früher ſo ſehr gefüvchtete Quede nur noch auf quelligen Feldern. antrifft, odev dort, wo man eine kräftige Ackerbeſtellung nicht kennt. Das Vorhandenſeyn dieſer Wurzelunkräuter in ſolcher Menge, daß ſie dem Ertrage, der angebaueten Pflanzen hinderlich ſind, iſt für den erfahrnen Ackerwirth ſtets ein Zeichen, daß es an einer ſorgfältigen Cultur auf ſolchen Grundſtü>en gemangelt habe. Am wichtigſten iſt für den Erwerber eines AFerſtücks in Bezug auf frühere Cultur der Umſtand, ob daſſelbe bis auf eine gewiſſe Tiefe, etwa auf 6 bis 8 Zoll mit Düngerrückſtänden ver-= ſehen iſt, die in der Sprache der Landwirthe alte Dung- kra ft genanat werden. Alle Bodenarten mit geringer Thätig= keit ſinken ohne dieſe alte Dungkraft ſehr in ihrem Ertragswerthe. Eine einmalige Düngung derſelben iſt nie hinreichend, werde ſie auch noch ſo ſtark gegeben, um dem angezeigten Mangel abzuhelfen. Das Verdrießlichſte iſt obenein noch der Umſtand, daß alle Pflan- zen, welche, zur Vermehrung des Düngers angebaut werden, als die Futterpflanzen, Beha>früchte und Schotengewächſe, auf ſolchen Bodenarten noch weniger gedeihen, wie die Halmfrüchte, welche nach einer guten Düngung und Beſtellung hier eher einen genü genden Ertrag geben. Es läßt ſich dieſe Erſcheinung recht füglich erklären, wenn man ſich die Mühe giebt, die Urſachen 31 erforſchen, Rur die- Oekonomie, 4, Abſchn. (616) jenigen Bodenarten haben geringe Thätigkeit, welche einen un- durchlaſſenden, wenigſtens änhaltendeu Untergrund haben. Das Eindringen des Pfluges zu einer größeren Tiefe erfordert daher immer mehrere Kraftanſtrengung, als auf mehr lo>ern Boden- arten. Bey der gewöhnlichen Trägheit der Arbeiter iſt alſo hier ſtets nur ſehr leicht geackert worden, und die Krume hat in den meiſten Fällen keine vierzöllige Tiefe. Jſt dieſe flache Krume nun durch fortgeſetzten Anbau, ohne dazwiſchen gegebene Dün- ung, bis aufsß Aeußerſte erſchöpft, und Grundſtücke ſolcher Art llen zu eine" lohnendern Cultur genommen werden, ſo muß eine allmählige Vertiefung mit zu Hülfe kommen. Aber bey der- ſelben wird nothwendig eine ganz unfruchtbare Erdſchicht mit der Krume vermiſcht und das Verhältniß der humoſen Theile, ſelbſt nach einer einmaligen ſtarken Düngung, iſt zu den rein mineraliſchen viel zu geringe, als das eine lebhafte Vegetation möglich ſeyn ſollte. Die äußeren Kennzeichen, welche auf dieſe Beſchaffenheit der Ackerkrume, ohne daß dieſelbe mit Früchten bedeckt iſt, ſchließen laſſen, ſind folgende: a) Dunklere Farbe. Da die ſchwarze Farbe in den mei- ſten Fällen ein Zeichen von einem günſtigen Verhältniß der hu- moſen Theile in einer Ackerkrume iſt, ſo wird der hier in- Rede ſtehende Zuſtand des Ackerlandes am häufigſten auf Thon-, Lehm- und lehmigem Sandboden angetroffen, und vergleichungs- weiſe wird Boden der Art, welcher in alter Dungtraft ſteht, im naſſen Zuſtande immer dunkler ſcheinen, als der magere. b) Größere L erheit der Krume. Am auffallendſten wird ſich dieß nach dem Winterfroſte wahrnehmen laſſen, wo un- mittelbar nachher alle in guter Dungkraft ſtehenden Aecker in einem lo>kern Zuſtande angetroffen werden, wogegen die magern län- ger in einem ſchliffigen, näſſenden Zuſtande verbleiben. c) Dürftiger Wuchs der natürlichen Pflanzen. In naßkalten Frühlingen vergeht hier eine geraume Zeit, bevor ſich etwas Grünes zeigt. Wenn die Poa annua, das Triticum re- ens und andere auf ungeackerten, aber in guter Dungkraft ſtehen- Din Feldern bereits im Februar und März ausgrünen; ſo zeigen ſich auf magerem Boden nur einige harte Gräſer vom vorigen Herbſte, die das Weidevieh verſchmähet hat, d) Niedrigere Temperatur. Es iſt auffallend, wie beym Schmelzen des Schnees auf allen in guter Dungkraft ſtehen- den Aeckern dieſe ſo viel früher die weiße Dee verlieren. Auch keimen und reifen hier alle Saaten etwas früher. Jcer- den in alter Dungtkraft ſtehenden gleich komnten, Die Gelegenheit, ſolche Grundſtücke ohne große Koſten mit Mergel und Moder zu befahren, iſt daher als ſicheres Mittel, ſie ſchnell in einen mit ihrer Bodenmiſchung in Verhältniß ſtehen- den Culturzuſtand zu brißgen, von hohem Werthe. Eine un- „ne Theorie über die Wirkung des Mergels war dieſer Weiſe er Grundverbeſſerung entgegen, indem ſie lehrte, daß gerade auf magere Felder dieſe von der Natur in ſo großer Menge er- ſchaffne Subſtanz nicht gebracht werden dürfe, Die vieljährige Anwendung des Mergels in allen Ländern, wo ſie Statt gefun- den, hat, lehrt aber gerade das Gegentheil, in ſvfern man näm- lich den Mergel nur als Mittel betrachtet, eine magere Krume durch ſeine Aufbringung in den Zuſtand zu verſetzen, von wel- Gelegenheit zum Waſſertransport und die Nähe guter Handelspläte Fönnen auch denjenigen Boden im Werthe erhöhen, der weit von dem Orte entfernt liegt, wo ſeine Erzeugniſſe verzehrt werden. Daher werden alte neuen Colonien an den Seeküſten angelegt, und von ihnen aus verbreitet die Cul- tur ſich in das Innere des Landes. Es ſind nicht die Erzeug- niſſe ſelbſt, um welche das Gewerbe des Aerbaues getrieben Oekonomie. 4. Abſchn. (618) d wird. Dieſe ſiad nur: das Mittel, wodurd) der AFerbeſitzer ſeine übrigen Bedürfyiſſe eintauſcht. Die Gelegenheit, den Tauſch, oder was gleich iſt, den Umſatz in Geld zu vollführen, muß alſy vor- handen ſeyn, wenn ein lebendiger AFerbaubetrieb Statt finden und ein ſolcher ſich nicht allein auf Erzeugung der erſten Lebens- bedürfniſſe einſchränfen ſoll. Liberale, erleuchtete Regierungsgrundſäte, nach welchen es jedera Einwohner eines Landes erlaubt wird, ſeine Thätigkeit, ſein Bermögen und ſeine Induſtrie beliebig anzuwenden, und das Vertrauen, dieſelben werden unverändert befolgt werden, erhöhen den Werth des Akerbodens ebenfalls.' Wo einzelnen Einwoh- nern Monopole verliehen werden 3 wo eine engherzige Regierung den Gewerbsverkehr willkürlich hemmt, ſey es durch Aus- und Einfuhrverbote, oder durch oft wechſelnde Auflagen 3, wo einzelne Gewerbetreibende auf Unkoſten der andern begünſtigt werden z wo ehrgeizige Handlungen gegen Nachbarſtaaten ausgeübt wer- den„die über kurz oder lang verheerende Kriege herbeyführen müſſen 3 da fehlt der Muth- zu großen Anſtrengungen. Die In- duſtrie zieht ſich aus ſolchen unglücklichen Ländern hinweg und begiebt ſich dahin, wo vas Geſetz einen jeden in dem Beſitz ſei: ner durch Arbeit und Capitalaufwand errungenen Güter ſchübt. 8) Au< der Umſtand verdient Erwähnung, daß der mit Berechtigungen belaſtete Boden dadurcc in ſeinem Werthe ſehr verliert. Bis hieher betrachte- ten wir das Ackerland im natürlichen Zuſtande, wo dem Eigen- thümer allein das volle und uneingeſchränkte Benutßungsrecht zuſteht. Dieß. Letztere iſt durch Obſervanzen, durch förmliche Verträge und auf andere Weiſe mannigfaltig beſchräutt worden. Es giebt ganze Länder, wo das uneingeſchräntte Benutungsrecht von keinem einzigen Grundbeſiter ausgeübt werden kann. Erſt in den letzten 509 Jahren iſt der Wunſch laut ausgeſyrochen worden, dieſe Inſtitutionen des Mittelalters aufzuheben und den Ackerbau von den harten Feſſeln des Zehnten und Weiderechts zu befreyen«. Zehntpflichtige Ae>er müſſen überall, wo wirklich der zehn- xe Theil des rohen Ertrags dem Zehntherrn abgegeben wer- den muß, und wo demſelben noch'ein Einſpruchsrecht über die beliebige Benutung zuſteht, in ihrem Werthe mehr verlieren, als der Zehnten beträgt, der von ihnen gezogen wird» Die Abgabe des Naturalzehnten ſollte nur auf ſolchen Grundſtücken Statt finden, welche ohne Arbeitsaufwand einen Ertrag geben, wie „B. die Wieſen. So wie er aber von Aerländereyen erhoben wird, ſelbſt wenn auf ihnen die roheſte Cultur Statt findet, ſv trifft die Abgabe nicht mehr die natürliche Erträgsfähigkeit des Bodens allein, was ſie urſprünglich ſollte, ſondern auch die Arbeit des Ackerbaues. Denn bey dem roheſten Ackerbau, wo keine Düngung Statt findet, wird ver Ertrag doch immer ſehr verſchieden bey gutey und bey ſchlechter Bea>erung ſeyn. Der- jenige Ackerbauer, welcher dieſe Arbeit mit mehr Anſtrengung, alſo gut vollführt hat und dafür durch einen höhern Ertrag be- lohnt wird, muß einen Theil der Belohnung für ſeinen Fleiß an den Zehntherrn abgeben. Der Zehnten iſt daher eine Abgabe auf die Induſtrie, und wenn dieſe dennoch bey dem Anbau der ene upd EL HÄO UHDE TIED IREeE m+ II IIS WR 7.=

er Statt findet, ſo folgt daraus bloß, wie ſtark die Neigung des Menſchen zu ſeinem natürlichen Berufe, die Erde zu bauen, iſt. in Dieſe Induſtrie, welche auf zehntpflichtigen Ae>Xern ange- troffen wird, beſchränkt ſich indeſſen in der Regel auf einen her- kömmlichen, handwerksmäßigen A&erbau. Vor Ablöſung des zZehntenrechts kann eine wahrhaft hohe Cultur nicht eingeführt werden. Eine ſolche iſt ohne Aufopferungen oder Vorſchüſſe nicht zu beſchaffen, und dieſe wird Niemand für Grundſtü>e machen,.wv der Vortheil nicht ihm, ſondern einem andern zu Theil wird, der ſeinerſeits immer erndtet, ohne zu ſäen. Selbſt das Beſtehen einer hböhern Cultur wird durch das Zehnten- ſyſtem unmöglich gemacht, indem auch nur neun Zebntheile derjenigen Erzeugniſſe, welche in Dünger verwandelt dem Aer zurükgegeben werden müſſen, weny ſeine Ertrags fähigkeit erhal- ten werden ſoll, in dieſer Art zurückfehren', oder, was einerley iſt, er entbehrt in jedem zehnten Jahre der Düngung ganz. Nur diejenigen zehntpflichtigen Ae>er, welche mit hoher, natürlicher Ertragsfähigkeit verſehen ſind, haben daher einen ver- hältnißmäßigen Werth. Aber alle mageren Felder, wo die Be- ſtellungskoſten zu dem Ertrage in keinem Verhältniſſe ſtehen, und wo bey geringen Getreidepreiſen vielleicht nur 5%, des NRohertrags als NReinertrag übrig bleibt, werden durch die Zehntabgabe ganz werthlvs, Sie ſinken zu Grundſtücken herab, die nur Gelegen- heit zur Anwendung ganz gemeiner, kunſtloſer Arbeit geben und dieſe nothdürftig bezahlen, aber dem Nationaleinkommen ſind ſie nicht förderlich, Sie würden gerade in dem angenommenen « armen Zuſtande eine Gelegenheit darbieten, Capitale zu ihrer Verbeſſerung zu hohen Zinſen anzulegen. Dieſe Capitalsanlage kann aber der Zehntabgabe wegen nicht Statt finden, weil der Capitalsbeſiver die höheren Zinſen mit dem Zehntherrn theilen muß. Sehr ſelten wird in Deutſchland ein Verhältniß gefunden, wo wirklich der zehnte Theil der Erndte abgegeben werden muß. Gewöhnlicher findet ſich dieſe Verpflichtung bis auf ein Dreyßigtheil ermäßigt. Das, Weiderecht, welches einem Dritten auf Aerländereyen entweder ausſchließlich oder mit dem Eigenthümer gemeinſchaft: lich zuſteht, iſt nicht ganz ſo verderblich, als das Zehntenrecht 3 der möglichſt hohen Cultur und Benutzung ſteht indeſſen auch dieſe Beſchränkung im Wege. Das Weiderecht„kann nicht füg- lich anders qausgeübt werden, als daß dem Ackerbeſiner eine herkömmliche Beſtellungsweiſe des AFers- vorgeſchrieben iſt, die er ohne Zuſtimmung des Weideberechtigten nicht aufgeben darf. Der Eigenthümer kann auf Grundſtücken, wo.eine Weideberech- tigung ruhet, dieſelben zur privativen Weidebenutzung nicht lie- gen laſſen, weil dann der Berechtigte darauf Anſpruch machen würde, dieſelbe zu theilen, Jener iſt daher, ſo lange dieſe Be- rechtigung nicht abgelöſet iſt, gezwungen, einen unvortheilhaften AFerbau fortzuſetzen.; Dey verſtändige Landwirth kann daher mit Vortheil ſolche Grundſtücke, die Servituten unterliegen, nicht erwerben, es ſey denn, daß mit Sicherheit auf die Ablöſung derſelben gerechnet werden kann, «eten SITE wee ZEITers fehlt. In mancyen Ländern kennt man bis dieſen Tag im gemeinen Leben nur die drey Claſſen des guten, mittleren und ſchlechten Bodens, und es fehlt häufig an geſetblichen Beſtimmungen, bey Ackerumtauſch, Rechtsſtreitigkeiten und Beſteuerungen einen an- dern Maßſtab anzunehmen, als dieſen unvollkommenen. Im preußiſchen Staate hat man bey Gründung der Creditſyſteme in den verſchiedenen Provinzen zuerſt beſſere Grundſätze bey der Werthſchäßung productiver Grundſtücke in Anwendung gebracht, die bey öffentlichen Verhandlungen noch jeht zur Baſis dienen, Obgleich dieſe Claſſification des Ackerlandes manche Mängel hat, ſo iſt ſie doch noch von keiner beſſern geſetzlichen übertroffen. Da ſie durch öftere Anwendung in den alten Provinzen des preußi2 ſchen Staates zur allgemeinen Kenntniß der Einwohner gelangt iſt, ſo iſt ſie für die Erleichterung des A>kerumtauſches ſehr zu- träglich geworden. Der gemeine Landmann, der unfähig iſt, ſich zu höheren Anſichten zu erheben, hat hier häufig von den verz ſchiedenen Ackerclaſſen einen ganz klaren Begriff. Es wird da- ber zweckmäßig ſeyn, die Grundſätze der brandenburgiſchen Acker- ſchäßung zuerſt anzugeben. Nach derſelben kommt aller Aer in folgende Claſſe zu ſtehen: 1) Weizenland erſter Claſſe 3 9) Weizenland zweyter Claſſez 3) Gerſtenland erſter Claſſe z; 4) Gerſtenland zweyter Claſſe z 5) Haferland erſter Claſſe z 6) Haferland zweyter Claſſe z 7) Roggenland, Die Einwohner anderer Länder haben häufig an dieſer Be- nennung Anſtoß genommen und nicht begreifen können, warum einer ſo wichtigen Frucht, als der Roggen iſt, erſt bey der leßz- ten und ſchlechteſten Claſſe Erwähnung geſchieht. Dieſe Benen- nung gründet ſich aber auf die in den Marken zur Zeit der An- nahme dieſer Taxprincipien beſtehenden Fruchtfolge und Ac>kerbe- nußung und iſt ſehr wohl begründet. Als Weizenland erſter Claſſe, auch ſtarkes Weizen- land genannt, wird derjenige Boden verſtanden, der bey einer ſechsjährigen /Düngung und bey der Dreyfelderwirthſchaft nach jedem Brachjahre Weizen mit Vortheil zu bringen vermag, und auf em als Samenfrucht die zweyzeilige Gerſte vollfommen edeihet. 3 Weizenland, zweyter Claſſe iſt derjenige Boden, welcher nur nach der friſchen SUnZINE mit höherem Vortheil Weizen und nach der mageren Brache bey der Dreyfelderwirth- ſchaft in der Regel mit Noggen. beſäet wird. Unter Gerſtenland erſter Claſſe wird derjenige Bo- den verſtanden, dem zum ſichern Anbau des Weizens'der Thon- gehalt fehlt, der aber übrigens eine humoſe, tiefe und reiche Krume hat und mit allen Eigenſchaften verſehen iſt, die die Gerſte und den Roggen zur Hauptfrucht machen.. Auf dieſem AFerländereyen. (621) Boden wird häufig mit hohem Gewinn Weizen gebauet, und die Ha>früchte, Schotengewächſe und Futterpflanzen finden auf demſelben ſehr ſicheres Gedeihen. Gerſtenland zweyter Claſſe iſt derjenige Boden, der entweder im Thongehalt, oder in dem Reichthum und der Tiefe der Ackerkrume dem vorigew nachſteht, Auch derjenige Boden, der wegen mangelhaften Untergrundes der Trockenheit gusgeſett iſt, gehört hieher. Wenn man als Negel annimmt„Fdaß auf dem ſtarken Gerſtenboden im Sommerfelde der. Dreyfelderwirth- ſchaft nur Gerſte gebaut wird, ſo wird auf dem ſchwachen Ger- ſtenboden nun Gerſte nach der gedüngten Winterung, dagegen als lezte Frucht vor dem Dünger Hafer berechnet. Zu der erſten Claſſe des Haferlandes zählt man den widerſpenſtigen/ zur Näſſe hinneigenden Thonboden, der nicht allen Anforderungen entſpricht, die man an Weizenboden zweyter Claſſe macht. Da auf demſelben Hafer die ſicherſte Frucht iſt, ſo hat er dieſen Namen erhalten, Haferland zweyter Claſſe oder ſchwacher Haferboden iſt derjenige Acker, auf dem wegen Magerkeit der Krume oder wegen eines zu ſehr durchlaſſekden Untergrundes ſelbſt die ſechs- zeilige Gerſte keinen genügenden Ertrag mehr giebt, ſondern auf dem mit einigem Erfolg nur der Hafer, als die gegen Wi- derwärtigkeiten am wenigſten empfindliche Sommerfrucht, ge- bauet wird, Es wird hier nur eine neunjährige ſchwache Dün- gung angenommen und. fällt nach' der dritten Roggenſgat die Sommerfrucht ganz weg. Roggenland wird derjenige Boden genannt, auf dem wegen geringen Thongehalts, wegen ſchlechten Untergrundes oder wegen fehlenden Düngers mit Vortheil gar keine Sommer- frucht gebauet werden kann. Dreyjähriges Roggenland iſt dasjenige, welches noch natürliche Ertragsfähigkeit genug beſizt, um in jedem drit- ten Jahre nach der Brache wenigſtens eine Erndte zum dritten Korn zu liefern. Wo dieß nicht der Fall iſt und wo man nur in jedem ſechs- ten Jahre auf eine ähnliche Noggenerndte rechnen kann, da Wird ſolcher Boden ſechsjähriges Nvoggenland genannt. Tſt der Thongehalt noch geringer, ſo daß der Roggen nur in 9 Jahren wiederkehren darf: ſo nennt man ſolchen Boden neun- jähriges Noggenland. Für den Zwe des Credit- Inſtituts und mit Rückſicht auf Eine Provinz iſt dieſe Acker- Claſſification in den meiſten Fällen genügend, vorzüglich, wenn- die ſpeciellen Vorſchriften bey der Bonitirung ganzer Landgüter berückſichtigt werden, die das Re- "glement für die einzelnen Kreiſe vorſchreibt, . Für andere Zweeke, namentlich für den Akerumſatz bey Ge- meinheitstheilungen, Dienſtablöſungen u, ſ. w. und zur poſitiven Werthbeſtimmung eines Landguts iſt dieſe Claſſificätion ſehr mangelhaft, Es giebt Bodenarten, die in keiner der Acerclaſſen paſſen und das relative Werthverhältniß des Ac>kerbodens iſt weit größer, als daß es ſich durch die angegebene Claſſification aus- drücken ließe. Oekonomie. 4. Abſchn. (622) Herr Staatsrath Thaer, dem der Landbau ſo viel verdankt, hat daher zur Abhülfe vieler Mängel der bisherigen Aer- Claſ- fification vorgeſchlagen: bey allen Gelegenheiten, die das erwähnte Credit-Inſtitut nicht betreffen, dieſe Claſſification aufzugeben und ſich 6i= ner neuen, verbeſſerten zu bedienen, welche alle in Deutſch- land bekannte Bodenarten einſchließt und den allmähligen Uebergang auszudrücen verſtattet, wieihn die Natur dar- ſtellt. In ſeiner Schrift:„Verſuch zur Ausmittelung des Reinertrages productiver Grundſtücke," ſind die leitenden Grundſätze zu folgender Aer- Claſſification enthalten: IT. Claſſe. Reicher Niederungsbodet, Ange- ſchwemmter humoſer Thon z fehlerfreye Miſchung, ſichere Lage, in vielen Fällen Zuſatz von-Kalk.. Zu Raps, Weizen, Klee und allen Früchten, die eine reiche, tiefe Krume verlangen, vollfom- men geeignet. 11. Claſſe. Humoſer Lehmboden. Geringeres Thon- verhältniß, als in der vorigen. Claſſe, ſonſt tief, reich und ſicher. Zu Gerſte, Kartoffeln und Klee noch mehr, als zu Weizen ge- eignet.,; IL Claſſe. Thonboden mit genügendem Humus, auch einigem Zuſätz von Kalk, um eine gute Beſtellung zu erlauben, theils in Stromniederungen, theils auf der Höhe anzutreffen, und vorzugsweiſe zu Weizen, bey gehöriger Düngung auch zu Naps geeignet, IV. Claſſe, Lehmboden mit tadelloſem Untergrund und tiefer Krume zu Weizen nur bey vorzüglicher Cultur geeig net, ſehr ſicher zu Noggen, Gerſte und Kartoffeln,(Gerſten: boden erſter Claſſe.) V. Claſſe. Sandiger Lehmboden mit anhaltendem Untergrunde. Wird, gewöhnlich bey hügelichter Oberfläche ange- troffen. Auch gehört der humoſe Wieſenboden hieher, der ſich in einigen Niederungen findet, und der wegen ſeiner faſerigen Beſchaffenheit und trocknen Lage nur guten Hafer und leidli- erkrume, Trägt nach guter Düngung die ſechszeilige Gerſte, ſonſt Hafer. Der Moorboden, wenn der Untergrund nicht fehlerhaft iſt, wird, dem Reinertrage nah in dieſe Claſſe zu ſeen ſeyn, VIIL Claſſe. Magerer Thon- oder Lehmboden bey fehlerhafter Lage und undurchlaſſendem Untergrunde« Kalter Haferboden, auch Bergboden und Schluff: genannt. Sehr un- ſicher und der Verbeſſerung widerſtrebend. IX. Claſſe Lehmiger Sandboden mit anhaltendem Untergrunde. g X. Claſſe, Gewöhnlicher Sandboden mit ſchlech- tem Untergrunde, Sehr zwe>mäßig iſt, um den Werth einer jeden Ackerclaſſe feſtzuſtellen, daß man ſich der von Herrn Thaer zuerſt vorge- [] Aerbau nach obigen Grundſäten dauernd beſtehen kanm« Zur'Berechnung des Reinertrags der verſchiedenen Aer- claſſen dienen folgende Säße: Der Werth eines Scheffels Weizen iſt 4 R 0 30. Der Werth eines Scheffels Roggen iſt. 3 N 24. Der Werth eines Scheffels großer Gerſte vollkommen:- ſter Art iſt N 20. .... Ferner vom Niederungsboden iſt.»++«+ 9 148 Der Werth eines Scheffels kleiner Gerſte iſt«« 16 Der Werth eines Scheſfels Hafer iſt WINE ZEW* 7) war 1-5 Der Werth eines Scheffels Erbſen iſt DH 6.15 RESI Der Weidewerth, den die Benutung der Brache und Stop- pel ergiebt, iſt nach den Sätzen angenommen, welche ſpäter anz gegeben werden, AFerländereyen. (625) Die Arbeitskoſten ſind pr. Morgen: Das Pflügen im Durch« Y, ſchnitt der Furchen auf ſchwerem Marſchboden zu..,, 9, auf Thonboden zu 0080. 0858, MESS DRE DED auf ſtrengem Lehmboden zu GE AEILNEN LET 1 auf mildem Lehm zu. 2 55.158. 6. ; FUN Sandboden: zu-:,-, RIDE ARME 1550 Das Eggen. bey vollkommener Vollführung QUNNEHr"JADE. Bdben ZW 28 2204 4500 auf, ſehr ſtrengem„Boden«zu*-%,90D 31.55-3 auf ſandigem Lehmboden zu!= 6 0% 2 auf leichtem Boden zu»... 4, Das Laden, Fahren und Breiten einer vierſpännigen Düne gerladung a 22 Centner in einer Entfernung, daß täglich durch ein Geſpann 410 bis 12 Fuder hinaus geſchafft werden können, zu 4. . Das Säen, Grabenaufräumen, Waſſerfurc. Die Erndtearbeit und zwar das Abbringen pr. Morgen ſtarken Wintergetreides* ... 8. ſchwachen Wintergetreides MIENE UNIS SIEGT€ ſtarken Sommergetreides Er EDE Weg fe 7 8 ſchwachen Sommergetreides+ Fe AIN NED IEE Das Einfahren und Banſen pp Schormann id, Das Dreſchen wird mit., ,. ENEN"PERE 3 berechnet, Für das“ Verfahren des Getreides werden 10 Procent des 1 Bruttoertrags, jedoch nach Abzug der Einſaat und des Dreſcher= lohns, in Anfaßz gebracht. Als Zins von dem Capitale, welches zur Errichtung der zum Betrieb des Ackerbaues unumgänglich nöthigen Gebäude verwendet iſt, ſo wie zur Ded&ung der Reparaturkoſten an diez fen“ Gebäuden, werden 5 Procent des Rohertrags angeſeßt. Unter hieher gehörige Gebäude ſind die Ställe für das Nutzvieh nicht begriffen. „. Andere 5 Procent des Nohertrags für Niſico und Aufſichts- führung in Abrechnung gebracht, Beiderley Abzüge werden in den folgenden Berechnungen unter dem Titel: Insgemein, mit. 10 Procent zuſammenberechnet werden. X: 40 y Oekonomie. 14. Abſchn. (626) TI. Claſſe. Neicher, ängeſchwemmter Niederungsboden. GE Ste - 41) Reine Brache, gedüngt z 1492) Weizen; 5 ie 3) Gerſte; ''4) Bohnen 3 *"5) Weizen z 6) Gerſtes 3. 9:08; Scfl 2) Weizen, a 12 Schfl,> N 2 Beiz 148 15-) 22 Scheffel'& 30,-+ 660. 3) Gerſte„a 16 Schfl, N] 6). Gerſte, 3.12,= 28 Scheffel ä 18.-.""50% 4) Bohtien"4. 10 Schfl, 3. 2%.+»,+. 4. 240, ' 1404, Naturalabzüge* Einſaat 3 Scheffel Weizen i“+ N 90. 4“= Gerſte.; s 72. ( ER ZL:| MB DNNE 4-2 43. Dreſcherlohn 3%x- BLE MLSH. BINDER? 310,4 ; s/ Es bleiben-«+ 1093,6. BeaFerungs-“und"Erndtekoſten: 10 Fuder Miſt aufzubringen a 4, F- S 5 40. Fünfmal zu Weizen zu pflügen a%+" S 45. Sechsmal zu Gerſte zu pflügen 3279417. E 6 54. Zweymal zu Bohnen zu pflügen 2.06:...5.< 18. Dieſe Pflugfurchen zu eggen 34 N 4. 39. Zweymal. mit Winterfrucht zu beſäen und Waſſer- furchen' zu machen a 4++»++ 8. Dreymal mit Sommerfrucht 2 28.00 N Ä? 6. Zwey Winterungserndten abzubringen a 8.+ X 16. Drey. Sommerfruchterndten a 7+*+.:. 21. 15 Scho> von allen fünf Erndten einzufahren und 60. wegzubanſen a 4.+ 4 6 N 3 Verfahren 10 Procent von der Totalerndte, nach Abzug der Einſaat und des Dreſcherlohns 4109,34 Insgemein WEER ENE INE NUE S(E PANE 0 87 109,3. 525,6. „Dieſe Koſten abgezögen von obigem Brutto- Erträge, bleibt Reinertrag in 6 Jahren- 5 Z iS 3 440008: .+. BADkerungs- und Erndtekoſten: 10 Fuder Miſt aufzubringen 3 4, EIT NUE 40. Fünfmal zu Weizen zu pflügen 3 8, 4. 40, Sechsmal zu Gerſte a 3.|“ 4 Ä+ N 48. ZWE Wal ZM Gbf! M0 LSD 448 08. 46 Dieſe Pflugfurchen zu eggehn 38 3, NE TIB AC PETER 2,0 Zweymal mit Winterfrucht zu beſäen, Waſſerfurchen zu ziehen und Gräben aufzuräumen 3 4. 8. Dreymal mit Sommerfrucht in ähnlichex Art 3 2. 6. Zwey Winterungserndten abzubringen 8 8... 16. Drey Sommerungserndten 37.-. 4 112091 028 145 Scho> von allen, 5- Erndtet einzufahren und wegzubanſen 3 4, ,. 6 1 NEU DADUT: Us 60. IREN 3250 M8 KUH 1). H S7 A HOT EED SU WEHE SIRENE S1086; Insgemein 10 Procent,. 5%> y 44.1407,68, 499,2. . Dieſe Koſten abgezogen votn' obigem Brutto Ertrage,- bleibt Reitnertrag in 6 Jahren,.“. N+ 537,63 HUDADOHFAHMNT 4- SAD 2: 4 2a 04.07 8.1. 5 6.:.185,9 Hierzu der.Weidewerth auf der Stoppel und Brache 60, giebt für 1'GINBEI TN(IE 3 1-314 A 0 040, Jährlicher Ertragswerth für 1 Morden, 4 5 50....% TIT. Claſſe, Gewöhnlicher Thonboden mit 3 bis 8 Procent Humus und etwas Kalk, Fruchtfolge: 1) Reine Brache, gedüngt; 2) Weizen; 3) Gerſte z 26 Oekonomie. 14. Abſchn. (628)* 4) Bohnen z „ 5) Weizen z 3 6) Gerſte. Ertrag: 2) Weizen 3 12 Sc von allen 5 Erndten einzufahren und weazubunſen a As: eue 1540 2008,00 Verfahren 10 Procent«.... N 96,2, Insgemein 10 Procent« N.. S" 96,2%| „ 515,4.( - Dieſe Koſten abgezogen von obigem Brutto- Ertrage, bleibt| Reinertrag in 6 Jahren«++» Z 280,07| 11nd Deträgt fuelgahr ee E20 ZEE 7) 2000:| Hierzu der Weidewerth auf der Stoppel und| DINAHT AUF+L: JADE Es 2 0 Ee 2.20 NI PURE 8.% Ä“»„“ Lan=+7 ÄRGERE: 35 Zahl( Jährlicher Ertragswerth für 1 Morgen 2 NAZ AH IV. Claſſe. Gewöhnlicher guter Lehmboden mit tadelloſem Untergrunde,(Gerſtland 41ſter Claſſe.) Fruchtfolge:; 1) Brache, gedüngt 3 2) Roggen 3 - 3) Gerſte 3 4) Erbſenz 5) Roggenz 6) Gerſte. Ackerländereyen. ) Mog0en- 4 10: Schff 2) Noggen 3mäßiger Beſtellung einen hohen Ertrag giebt. Da dfeſer Boden außerdem einen hohen Strohertrag giebt und ſich äußerſt leicht bearbeitet: ſo kann er, wenn im Untergrunde Thon liegt, der durch ſehr tiefes Najolpflügen zu erxeichen iſt, durch fortge- ſetzten Anbau und Zerſtörung der Faſer ſehr verbeſſert und der Claſſe II. näher gebracht werden.. h V. Claſſe. Sandiger Lehmboden mit anhaltendem Unter- grunde.(Gerſtland zweyter Claſſe.) Fruchtfolge: 1) Brache, gedüngt z 2) Roggenz 3) Gerſte; 4) Erbſen; 5) Roggen z 6) Hafer. Rog. Schfl 2) Roggen 3 8 Schfl, u EZA pi 14 Scheffel 7 116 1850 3) Gerſte 3/7 Scheffel 3 16, 5 x 6... x. 00 4) Erbſen 3 5 Scheffel a 25..... 125; 5) Hafer 3 7 Scheffel a 14,.€. ä 98, Naturalabzüge: GERs Einſaat Noggen 2x Scheffel. PE FEM 5-15 Gere: 14-=-.. 16. Erbſen 1-. T. 25. Hafer 14= VE R NEN 7 E31 DLEſMerlDNN Ea. 6 4.1.8. 9 01 MEIEN 164, Es bleiben" 48057008 Bea>erungs- und Erndtekoſten: 6 Fuder Miſt aufzubringen a 4... 8.; 24. 1 Fünfmal zu Roggen zu pflügen a 6/-4000..4.3 Dreymal zu Gerſte a 6,." d 4 ü 18. Zweymal zu Erbſen a 6.. 4 2 N 12; Zweymal zu Hafer a 6...+.„6% d7s Dieſe Pflugfurk von allen 5 Erndten einzufahren 3 4.. 36. Verfahren des Getreides auf den Markt 10 Procent 50,7. EMS SEIEN. 1.0! PEDVENL: 6. 7 2.101.05.. C4 212008, M BE AEZ IEE 296,4. Dieſe Koſten abzogen von obigem Extrage, bleibt Nein- ertrag in 6 Jahren«..... 4„240,6, und beträgt für 1 Jahr.“ 7*"„(2 205 Hierzu den Weidewerth auf der Stoppel und Brache. 08.1. GAME, 4 0e50.e. BEES 0.41 282185)& 6. Jährlicher Ertragswerth für 1 Morgen. 6 41,1. FES SNES ISSES Aerländereyen. (631) Der: beſſere Moorboden, welcher zwar nur Nosggen und Ha- wird wegen ſeines reichen Strohertrags, fer genügend trägt, und bey feuchter Lage wegen des Gräswüchſes eben ſo viel Reinertrag geben, als der für dieſe Claſſe'bezeichtiete Boden. VI. Claſſe. 6 Strenger Thonboden mit geringem Hum us gehalt und anhaltendem Untergrunde, (Nach den märkiſchen. Taxprincipien Weizenland zweytex: Claſſe,) Fruchtfolge: 1) Brache, gedüngt z 2) Weizens 3). Gerſtez 4) Erbſen 3 5) Roggenz 6) Hafer; Ertrag: 2) Weizen. 8 Schfl. 8:30 a 24 2207 8. 25 A 44% 5) Roggen 6= 3) Gerſte 7 4) Erbſen 6 6) Hafer 10 Naturalabzüge: Einſaat Weizen 13 Noggen 12 Gerſte 12 Erbſen 1x Hafer 2 Dreſcherlohn 4%-+ Zweymal zu Nogge Viermal zu Gerſte Zweymal zu Erbſen Dreymal: zu Hafer Die Pflugfurchen zu eggen- 34:.. FTU Zweymal mit Winterfrucht:zu beſäen, Waſſerfurchen zu ziehen und Graben. aufzuräumen a 4;' Dreymal mit Sommerfuricht in ähnlicher Art 1a 2: Zwey Winterungserndten abzubringen! a 7.+"+ Drey Sommerungserndten 3 6. 10 Scho> von allen 5.-Erndten einzufahren und wegzubanſen a 4,+ Scheffel . n . Verfahren 10 Procent Insgemein 10 Procent Dieſe Koſten abgezögen von Reinertrag in 6 Jahren und" beträgt Fur: 4. Fahn peds Hs ewerth auf der Stoppel und Hierzu der Weid Brache für 1 Jahr . . . . . . . . . . . . 2.2...». >.... EM 8-0 . . . Jährlicher Ertragswerth für ..2.20.v.*.* .* a=-=.- »d 24 0..20.0 28: 585164 5 1217,3: obig ..».2*'..". . + .+ 1 Morgen>. . Es bleiben,. Beakerungs- und Erndtekoſten: N 8 Fuder Miſt aufzubringen a 4. Viermal Weizen zu pflügen a 9 mid. 05 M 8 M + + ... 596,7. 32. 36. 18. D-62.62..0.44 & [>] - e*..*.“““'.'-. .. . . 4. ve 7: em Brutto- Ertrage, 426, bleibt „T. 401964, +. Ti: 35,9 .+ mien a emen> weenmmageen peg Oekonomie. 4.; Abſchn. G32) Boden, der in dieſe Claſſe gehört, täuſcht ſehr, zwie dieß Reſultat ergiebt. Sehr viele Landwirthe aus Thongegenden preiſen ihren. Thonboden gegen den lehmigen Sandboden, und ahnen kaum, daß ſie.einen Boden bebauen, der einen geringern NReittertrag, als der erwähnte Sandboden giebt. Jeder erfahrne AFerwirth weiß, daß der angenommene Erträg der Wahrheit ſehr nahe kommt, und“ daß zur Erzeugung des angenommenen Düngerbedarfs ein' ſehr großes Wieſenverhältniß vorausgeſett werden muß, indem Boden der Art gar keine reichen Stroh- erndten giebt. 1 VII. Claſſe. Sandiger Lehmboden mit dürrem Untergrunde, auch wechſelnder AFerkrume, die bey einem hügelichten Terrain auf den Höhen grandig, kieſig(ſchrindig) wird. Von dieſer AFerclaſſe an kann die Dreyfelderwirthſchaft nicht mehr als Baſis zur Berechnung des Reinertrags dienen/ indem auf Boden ſolcher Art, die Erbſen keinen"genügenden Ertrag ge- ben. Es wird daher, um den oben angegebenen geringſten Düngerbedarf zu erlangen ,.wenn Ackerland nach den Regeln der Dreyfelderwirthſchaft behandelt werden. ſoll, ein größerer Heu- zuſchuß erfordert, welchen die thieriſchen Erzeugniſſe nur in ſehr wenigen Fällen vergüten. Es muß daher nothwendig ein ande- res Verfahren Statt finden, wenn hier ein ſelbſtſtändiger Acer- bau betrieben werden ſoll. Wo die Noth die-Regel gegeben hat, da bekommt ſolcher Boden unter dem Namen-Haferland gewöhnlich in 9 Jahren eine leichte Hordendüngung; und trägt in folgender Folge; 1) Brache, mit den-Schafhorden gedüngt z 2) Roggen z 3) Hafer z 4) Brachez 6) Noggen z 6) Hafer z 7) Brachez 8) Noggeu z; 9) Weide.; Wo aber die aus der Erfahrung und vernünftiger Zuſam- menſtellung aller Verhältniſſe abſtrahirten Grundſäte den Acker- bau leiten, da verläßt man bey den Anbau der geringern Bo- Ddenarten die Dreyfelderregel ganz, und nimmt das Beweiden (Eindreeſchen) zu Hülfe, um ein richtiges Verhältniß zwiſchen entzogener Ertragsfähigkeit durch die abgeerndteten Früchte, und den Erſatz jener durch den aufgefahrenen Dünger herzuſtellen. Wenn Acerland in mäßiger Düngerkraft zur Weide nieder» gelegt wird,. und 3 oder 4 Jahre lang Vieh ernährt: ſo ſammelt es während dieſer Weidejahre ſo viel Kraft, daß es 1 oder 2 Getreideerndten zu lohnendem Ertrage liefert. Es wird dann ſo viel Stroh geerndtet, daß mit Hülfe des Zuſchuſſes von Kraft- futter ſo viel Dünger erzeugt werden kann, um dauernd, ohne Verringerung der Subſtanz, A>erbau treiben zu, können. Von dieſen Anſichten ausgehend, iſt folgende Fruchtfolge zur Berechnung dieſer Acerclaſſe. gelegt: y 1) mürbe. Brache, gedüngt 3 2) Winterung z Aerländereyen. 3).Sommerung z; 4) 5)| Weide z 6 ) 7) Dreeſchbrachez 8) Winterung z 9) Sommerung,» Ertrag: 2) Roggen a 6 Schfl, 81499008 M) 12 Scheffel u 2%,++ 288, 3) Hafer a 7 Schfl, x MERLE' 13 Scheffel 3 14.++ 182: 470. Naturalabgänge: Einſaat: Rogge 2 S von allen 4 Erndten einzufahren und. weg- zubanfen 3 4.. EE EE EE inna Ee IRRE Verfahren des Getreides 10 Procent. WIE): ZUSGETENT AN MUDTenF 41 0 ee 3 EEE NS 232, Dieſe Koſten abgezogen von obigem Ertrage, bleibt Nein» ertrag in 9 Jahren....“. 4 4 4152 und beträgt für 1 Jahr ,..... N 13,1. Weidewerth:? 4 Morgen Dreeſchweide werden auf Reſen Boden den Weix debedarf für eine gewöhnliche Landkuh geben, und die Nutung derſelben von der Weide wird angenommen zu+10 705 Der Morgen Dreeſchweide iſt alſo werth.+ 2458 3 Morgen Dreeſchweide a 18,, 4 ä« 54: 2 Morgen Brachweide 3 6. aN BoE 0 8.20 00 Die Weide auf der Stoppel 5% zur vollen Weide und viermal ,.. ö N. 7 0,22 Weidewerth in 9 Jahren 5. 6. SGT beträgt für 1 Jahr IUR Wi NDEN 854. Reiner Ertrag des Getreidebaues N:. 5 13,14. Ertragswerth für 1 Morgen und 1 Jahr überhaupt 21,2. en aw"hee ener IEEE 14. Abſchn, VIII. Claſſe. Oekonomie, (684) Magerexr, naſſer Thon- und Lehmboden mit un- durchlaſſendem Untergrunde, Fruchtfolge: 1) Brache, gedüngt z 2) Noggenz 3) Haäfer; (4 4) halb Erbſen, halb Roggen mit Kleez 9) 6);„Weide, 7) 9082.4 2) Nvoggen a 7 Schfl. eis 4) M gen zur Sa 3.22 Schl) 9+ Scheffel 4:24, 228 3) Hafer a 10 Scheffel a 14. bills DEE EITEL EN ENIE SEAN 4) 1 Erbſen 2 Scheffel- K. 5«: 50: Naturalabzüge: 418. Einſaat Roggen auf 1x Morgen a 2 Shfl, 48. afr==== 138.= 4,5. : Erbſen auf x Morgen 9 Metßen 14. Dreſcherlohn zw-++ a 20984 116,3. Es bleiben,«- 301,7. Beaderungs- und Erndtekoſten: 5 Fuder Miſt aufzubringen a 4,«" N ös 20. Viermal zu Roggen zu pflügen a 9%,«“ x 36. Dreymal zu Hafer zu pflügen a 9,“ 3> 975; Zweymal zu Erbſen oder Roggen a 9, 2" 18. Dieſe Pflugfurchen zu eggen a 4.«“ 8& 36. 17mal mit Winterfrucht.zu beſäen, Waſſerfurchen zu ziehen und Gräben aufzunehmen a 4.- 6. 12mal mit Sommerfrucht in ähnlicher Art a 2,« 05; 13. Winterungserndten abzubringen a 7. ö x 10,5. 11 Sommerungserndten a 6. 3 9. 6 Scho von allen 3 Erndten einzufahren und wegzubanſen a 4%.+... SEEBE Verfahren bes Getreides 10,Procent%+ 30,1. ISnsgemein 10- Procent+ 400 u 6 4 10,4 9,7. Neinz= . 24 Dieſe Koſtem' abgezogen von obigem Ertrage, bleibt ertrag in 7 Jahren..... 5. AnRHDErraoe fur SCP 10. 478484 FIR 2 oja Weidewerth: Wegen der beſondern Graswüchſigkeit dieſes Bodens werden 3 Morgen Dreeſchweide für eine gewöhnliche Landkuh hinreichen. Drey Morgen Dreeſchweide ſind alſo gleich. SAN INDE Ein Morgen Brache x des Werths der Dreeſchweide 8. Weide auf 3 Morgen Stoppel zu 2 des Werths der Dreeſchweide pr. Morgen alſo für 3. 7,% Weidewerth in. 7 Jahren ö ö N 6 SULSNEEEZ Beträgt für 1 Jahr. N.'' 3 ö 12,4. Hierzu der Neinertrag des Ackerbaues-= 7,4. Ertragswerth für 1 Morgen und 1 Jahr überhaupt 19,8. REHE GGG RENNEN SEINEN NER Aerländereyen, (635) IX. Claſſe. Lehmiger Sandboden mit anhaltendem Unter- grunde, Fruchtfolge: 1) Brache, gedüngt; 2) Roggen z; . Hafer oder Sommerroggen mit Klee und Grasſamen z 5| Weide z; | Dreeſchbrache z 8) Roggen, 2) Rogge Sc einzufähren und wegzubanſen? 4:45..5 42; Verfahren des Getreides 10 Proceit ,. ö. 21,8. SA9emen 10 Procent...... 2458. 437,64 Die Koſten gO40g0gen von Wor IME? bleibt Nein- ertrag in 8 Jahren.. 31735 und beträgt für 1 Jahr.,. X. Ä“ 8, 13 Weidewerth: Auf Boden dieſer Art davf, wenn man die Abſicht hat, nach Grundſätzen zu verfahren, kein Nindvieh mehr gehalten werden, Ein Morgen Dreeſchweide ernährt höchſtens 1 Schaf, und rech- nen wix deren 10 auf eine gewöhnliche Landkuh, ſo“ der Werth der 3 Morgen Dreeſchweide. HOLE. 1,6, Zwey Morgen Brachweide...+. 4,8, Drey Morgen Stoppelweide S+. 8 E 2,1 Weidewerth in 8 Jahren.“ j:.. 28,3. Beträgt für 1 Jahr ö p 3,5, Hierzu der Reinertrag des AFerbaues. SE Dame CA Ertragswerth für 1 Morgen und 1 Jahr 33 34 Oekonomie. 1. Abſchn. (636) X. Elaſſe. Sandboden mit durchlaſſendem Untergrunde. Ich betrachte hier den Sand iſolirt von andern Verhältniſſen und ſo, wie er für ſich allein in großen Flächen benutt werden kann. I< kann hier nicht darauf Rückſicht nehmen, welchen Ertrag Boden dieſer Art giebt, wenn er in Verbindung mit Niederungsweiden und einem reichen Heugewinn bebauet wird, Vder dort, wv der Miſt weit unter ſeinem Erzeugungspreiſe zu kaufen iſt. Jn allen dieſen Fällen kann der Sandboden einen Brutto- Ertrag geben, welcher den hier angenommenen weit überſteigt. Dieſer Ertrag iſt dann aber kein Erzeugniß des Bo- dens, ſondern des von andern Grundſtücken herrührenden Dün- gcr8. Wenn man den Ackerbau auf Sandboden der Art zerglie- dert und alle Elemente des Betriebes für ſich allein betrachtet, ſv wird das Reſultat immer daſſelbe bleiben. Unter der Voraus- ſebung., daß die Gebäude, das Inventarium und die Saaten zum Y>erbaubetrieb auf Sandboden vorhanden ſind, und daß deren Werth nicht beſonders berechnet wird, ſo iſt der Sandboden freilich Mittel, die Zinſen von dem urſprünglich aufgewendeten Einrichtungs- Capitale'auch fernerhin zu erlangen. Allein ein ſelbſtſtändiger Ackerbaubetrieb nach oben aufgeſtellten Grundſäten kann hier nicht beſtehen. Zum Grunde der Berechnung dieſes Bodens lege ich die ge- wöhnlichſte Benutzung deſſelben, wobey freilich durch Entzie- hung des auf ihm geerndteten Strohes die Ertragsfähigleit ver- mindert wird,- Fruchtfolge: 1) Noggenz 2) 3)':-Weides 4) 5) Brache, Ertrag: 1) Noggen 2x Scheffel a 24,| R+ N 60. 400 Pfund Stroh«+.. HEN 19757 M T 79,5. Naturalabzüge: Einſaat 12 Metzen Roggen.. 5.2.2480 „OPENMOD EEE: I 640 0200,38 25008 4, ZN Es bleiben.| 57,5. Beakerungs- und Erndtekoſten: Zweymal zu Noggen zu pflügen a 5«.+ 10. Zweymal zu eggen a 2. HERE DIE 43007. 14:> 108 LETNTENEN TIS SOR ONEN Reinertrag für 1 Jahr EARN APHR SET49G 4, AFerländereyen. ;(637) Weidewerth:| 4 Za Es gehören- mindeſtens 13. Morgen Dreeſchweide auf dieſem Boden, um ein Landſchaf zu ernähren. Die 3 Morgen ſind alſo werth/ 008. 0 7 14 Dreeſchweide. ä 2 0 7 4. „1 7 ? Die Brache 4x des Werths der Die Stoppel 25»+ 4 3 4-:; Weidewerth in 5 Jahren. N?. GAT. 5 Beträgt für 1 Jahr 3 ..... 8 3,8. Hierzu der Ertrag des AFerbaues% 5 5 4,6. Ertragswerth für 1 Morgen und 1 Jahr überhaupt 8,4. Es wird leicht ſeyn, diejenigen Bodenarten, welche den Uebergang von einer Ackerclaſſe zur andern machen, nach- ihrem Ertragswerthe durch Anwendung“ vorſtehender Säße zu berechnen. Bald wird der Reinertrasg ſteigen, indem die Koſten des Acker- baues nicht ſo viel betragen, als hier angenommen iſt, vder weil ein höherer Durchſchnittsertrag erlangt wird.' Aber eben ſo wird der Reinertrag auch wieder fallen, wenn die Koſten größer und der Durchſchnittsertrag geringer iſt,| Diefe Berechnungen ergeben, daß die gewöhnliche Annahme bey Veranſchlagung von Aderwirthſchaften, bey welcher nach Abzug der Einſaat von dem Körnerertrage die Hälfte auf die Wirthſchaftskoſten gerechnet. wird, einen unhaltbaren Grund hat. Vorzüglich reichen dieſe Koſten auf allen Bodenarten nicht zu, in welchen! der Thon vorherrſchend iſt. Hier iſt der AFXerbau mit ſo großer Anſtrengung verknüpft, daß eim weit größerer Antheil des Brutto-Ertrages erforderlich iſt, uft die Bea>kerungskoſten zu decken. Findet dieſe angeſtrengte Bea&>erungsarbeit nicht Statt, ſo kann auch der angenommene Ertrag nicht erlangt werden. Es wird vielleicht auffallen, daß durch Hinzurechnung der Koſten für die Gebäude und für die Aufſichtsführung der Rein- ertrag des Ackerbaues herunter gefet wird, ein Verfahren, wel- < ein ganz Jahr ohne Auf- ſicht laſſen. Und ſollte man den Umſtand, daß der Beſitzer von 15 bis 20 Morgen Ackerland gezwungen iſt, in der Saatzeit und Erndte ſich auf ſeinen Feldern zu halten, um den günſti- gen Zeitpunct zur Vollführung der Feldgeſchäfte wahrnehmen zu können, nicht in Anſchlag bringen?=- Berückſichtiget man dieſe Störung, wie ſie es verdient und die einen künftigen Arbeiter zwingt, zu der Zeit des beſten Verdienſtes in ſeiner Wirthſchaft zu bleiben; berechnet man die dazwiſchen eintretenden Tage, welche nicht volle Beſchäftigung gewähren: ſo wird ſich ergeben, daß die unter Insgemein verzeichneten Koſten des Acker- baues, vertheilt auf die Fläche, welche ſie veranlaßt, bedeuten- der auf kleinen, als auf großen Beſitungen ſind. Hinſichtlich, der leszteren, wo ihr Betrag wegen Größe der Summe ſo ſehr in die Augen fällt, iſt zu verwundern, daß bey Berechnungen, den Ackerbaubetrieb betreffend, ſo wenig Rüc- ſicht 087 die Koſten der Aufſicht und für das Ganze genom- men iſt. Reſultate der Erträgsberechnung der verſchiede- nen Ackerclaſſem. Die I. Claſſe giebt einen Reinertrag von 105 bis 120. Die Il. Claſſe=--=== 9..-110, Die TI1. Claſſe=----==>2,4/79"2900, Die IV. Caſe====- 50- 75. Die V. Caſe===== 35= 50, Die VL. Claſſe=-------= 25- 40 Die VII Claſſe.=---===“ 15- 25. Die VII. Claſſe=------“ 10-=- 20, Die IX. Claſſe=-“=--- 8= 15. Die R... Claſſe m in= Sir(0: Ss Umſtände, welche den Werth des AFerbodens erhöhen, ſind: 1) Nähe des Abſatzes der Producte. Die Koſten des Verfah- rens ſind hier mit 10 Procent berechnet, wofür ſie bey einer Entfernung, von 5 bis 8 Meilen beſtritten werden können, je nachdem die Wege einer Gegend beſchaffen ſind. Werden die Producte aber abgeholt, oder liegen die Grundſtü>e'vor den Dhoren einer großen Stadt: ſo fallen. natürlich die Koſten des Verfahrens faſt ganz weg, und der Werth des Bodens ſteigt um den ganzen Betrag, dieſer Koſten. Aber eben ſo muß der jährliche Ertragswerth ſinken; wenn die Producte 12 bis 20 Mei- len weit zur Achſe verfahren werden müſſen. Ackerländereyen, (6:39) 2) Gelegenheit. zur Benutßung des Bodens zu theuren Pro- ducten kann den hier berechneten Ertragswerth ebenfalls ſelt er- höhen. Der Anbau der Handelspflanzen, der Futterkräuter und der Behackfrüchte iſt vorzüglich in der neueſten Zeit weit einträg= licher geweſen, als der Getreidebau, Wo die Oelſamen einen guten Abſatz finden, und wo Tabak, Cichorien, Krapp und an- dere Färbepflanzen leicht zu verſilbern ſind, oder wo Kartoffeln zu Branntwein, Stärke und zur Maſtung ſtark geſucht werden, da ſteigt der Werth der erſten, zweyten, dritten und vierten Claſſe um 10 bis 20 Procent. Boden der ſechsten und achten Claſſe, der wegen der Schwierigkeit, ihn zu bearbeiten, ſich zu den Ha>fruchtbau nicht wohl eignet, kann daher auf eine ähn= liche Werthserhöhung nicht Anſpruch machen. 3) Das Vorhändenſeytn der Meliorationsmittel erhöhet end- lich auch den Bodenwerth um 5 bis 10 Procent, Die Veränderungen, welche der Boden in ſeiner Ertrags- fähigkeit durch Aufbringung von Mergel und Moder(Teich- ſchlamm) erleidet, ſind ſo groß, daß die Nähe dieſer Verbeſſe- rxungsmittel ſehr in Anſchlag zu bringen iſt. Obgleich ſolche Verbeſſerungsarbeiten ohne Tapitalaufwand nicht zu beſchaffen ſind, ſo iſt in vielen Fällen der Erfolg derſelben doch ſo bedeu- tend, daß man die Nähe dex Mergel- und Moderlager füglich in Anſchlag bringen kann. /Daſſelbe gilt von der Gelegenheit, Dünger wohlfeil anzukaufen, oder Düngermaterial von außer- halb zu erlangen. Auf directem Düngerankauf iſt freilich nur in der Nähe großer, volkreicher Städte zu rechnen. Weit häu- figer findet fich aber Gelegenheit, vielen Dünger von bloßen Häuslern, die Vieh halten, ohne Ackerland zu beſiten, gegen Benutzung des Ländes zu einer Kartoffelerndte zu erlangen. Wo dieſer Dünger auf Boden einer geringeren Ackerclaſſe ver- wendet und ſtark aufgefahren wird, da giebt es keine wohl- feilere Art, ſich den Dünger zu verſchaffen. Anwendung dieſer Cläſſificationsſäte bey AFkervertauſchungen, Nachdem eine Feldmark gehörig vermeſſen und aufgenommet iſt, um eine Zuſammenlegung der Ae>er zu bewirken, ſo wer- den alle zur Theilnahme gehörigen Ae>er bonitirt. Nachdem ſich die dazu erwählten Perſonen über die Claſſen ſelbſt geeinigt haben, in welche ein, jedes einzelne A>erſtü> zu ſeten iſt, ſo müſſen ſie alle die Umſtände, welche den Werth einer jeden Atcterclaſſe entweder" erhöhen, oder herabſezen, in Erwägung ziehen, und die Verhältnißzahl, welche den jährlichen Ertrags- werth ausdrücken ſoll, feſtſetzen. Sie erlangen auf dieſe Weiſe Gelegenheit, die allmähligen Uebergänge einer Claſſe in die andere nicht nur, ſondern auch alles Andere, was den Werth des Ackers erhöht oder vermin- dert, genau auszudrüken. Nach Vollendung dieſes Boniti- rungsgeſchäftes wird das Verzeichniß über den Aerbeſitz eines einzelnen Jntereſſenten ungefähr in folgender Form angefertigt werden müſſen: penn hep eramn uren A 4 50% 4 Oekonomie. 4. Abſchn, (640) " N. N: beſißt 5 Morgen Ackerland I1. Claſſe 3 100. 1 3:55 500; 5 Morgen deßgl.-==-'966 5% 480, 5==== JL Cloſe 3 2 5 5.4.460, 3---= Ei ESEEN 2002 2 0005» N 270. 122.---=- YI. Claſſe a 38. Ä 4 456. NO EAS EEE NEMG Zn(BEE 0€ 21330, 14-“-=- VIHILClöſſe a 17.«+ 238. 16,--=-- WE ke mu JA 6 42 20007 WEI MRR IE R: Claſſe 2a: 169 s 4 144, 94 Morgen. 3102, Nach vollführter Bonitirung iſt es nun die Sache des Feld- meſſers, die Vertheilung des neuen Beſitzes ſo einzurichten, daß eines jeden Antheil in demſelben Werthverhältniß zuſammenge- legt werde, als er zur-Theilung gebracht hat. Es fragt ſich nur: Iſt ein Ackerbeſiter für völlig abgefunden zu erklären, wenn ihm ohne Berückſichtigung der Fläche der Bonitirungswerth an Acker Überwieſen wird? Dieſe Frage könnte man nicht anders-, als bejahend beant- worten, wenn man die Angelegenheit ſtreng theoretiſch betrach- tet. Denn wenn die Bonitirung wirklich den reinen Ertrags- werth des Ackers,, der zur Theilung gekommen iſt, ermittelt und feſtgeſtellt hat, ſo. müßte es ganz gleich ſeyn, es bekpymmt ein Theilnehmer ſeinen Antheil durch 30 Morgen a 100, oder durch 800 Morgen a 10, In der Wirklichkeit verhält ſich die Sache aber anders. Die verſchiedene Ertragsfähigkeit des Bodens be- dingt eine ſehr abweichende Benutzungsart, zu der die bereits ex- richteten Gebäude und das Jnventarium eines Landguts paſſen. Der gemeine Bauer, der ſein Gewerbe handwerksmäßig und auf dem Wege der Uebung erlernt hat, vermag nicht, ſich zu höhern Anſichten empor zu heben und ſein bisheriges Verfahren zu ver- laſſen. Er kann nicht, wie der wiſſenſchaftlich gebildete Land-= wirth, mit Sicherheit die» Einrichtungskoſten einer neuen Be- nutzungsweiſe des Ackers überſehen, und eben ſo wenig den Rein- ertrag des veränderten Betriebes berechnen. Es. iſt auch nicht vorauszuſeten, daß er das Vermögen beſitzt, die Veränderung zweckmäßig einzuleiten. Aus allen dieſen Gründen muß bey Ackerſeparationen die Regel gelten, daß die Entſchädigungsfläche an Acker, die ein Jntereſſent erhält, nicht: allein an Qualität derjenigen gleich ſey, die er zur Theilungsmaſſe gebracht hatz ſondern ſie muß ſich auch in der Quantität nicht ſehr von dem frühern Beſitſtand entfernen. Nach der preußiſchen Geſehbgebung braucht bey Acerſeparationen kein. Intereſſent anderes Abfin- Ddungsland anzunehmen, als ſolches, welches gegen ſein zur Theilung gebrachtes nur um eine Claſſe höher oder niedriger ſteht. Den Grund dieſer geſetzlichen Verfügung ſieht man klar ein, wenn man das oben angezogene Beyſpiel des zu einem Bauern- gute gehörigen Ackers ſich nach der gewöhnlichen Weiſe bewirth- ſchaftet vorſtellt, und dagegen die Veränderungen erwägt, die mit der Bewirthſchaftung eintreten müßte, wenn ſtatt 94 Mor- gen eine Fläche von 310 Morgen Landes a 10 zu bebauen wäre, Bey der jetzigen Zuſammenſezung der Ackerländereyen aus Boden der höhern und geringern Claſſen kann der Eigenthümer Ackerländereygen, Jattttat, (641) dieſes Gutes beliebig Rindvieh oder Schafvieh als Nutvieh hale ten. Sein Boden erlaubt ihm, Futtergewächſe und Handels- pflanzen mancheyley Art anzubäuen. Wenn jene die Nahrungs= mittel für den Viehſtand ſowohl im Winter, als Sommer zu beſchaffen vermögen, ſo geben dieſe dem Vater einer zahlreichen Familie Gelegenheit, ſeine Hau8genvoſſen in der eigenen Wirths ſchaft zu beſchäftigen. Einem ſolchen iſt daher mit einer dreyz fach größeren Fläche nicht geholfen, ſondern er erleidet für ſeine beſonderen Verhältniſſe durch Ueberweiſung einer ſolchen einen Unerſetlichen Verluſt. Der geringere Boden, in welchem er in dem angenommenen Falle ſeine Abfindung erhält, iſt nur zu eis ner beſchränkten Benutzung geeignet. Es kann außer Roggen und Kartoffeln faſt kein anderes Gewächs mit einigem Erfolg: auf ihm erbaut werden, und er iſt vorzüglich zur Schafweide zu benutzen. Was ſoll ein Bauer, der Kühe halten muß, um But- ter, Käſe und Milch zur täglichen Nahrung zu erhalten, mit dieſem dürren Boden anfangen? Wo ſoll er den Lein und Hanf erbauen, den ſeine Töchter oder Mägde im Winter verſpinnen Z Denten wir uns dagegen dieſe 300 Morgen tro>nen Bodens zu einem größeren Landgute gelegt, welches bisher nur undurch= laſſenden, feuchten Thonboden oder feuchten humoſen Boden: hatte, Cin ſolches Landgut bietet den größten Theil des Jahres hindurch Gelegenheit genug dar, um Schafe zu ernähren.'Sie finden nicht nur auf der Stoppel gute Nahrung, ſondern es wird" auch Stroh genug-geerndtet, um damit dieſe Thiere im Winter zu füttern. Allein für naſſe Witterung fehlt es an ei= ner paſſenden Weide, ſo wie auch bey einer ähnlichen Witterung die Gelegenheit mangelt, die Beac>erungsarbeiten fortzuſetzen. Es kann daher der Beſitzer eines Gutes mit dem angezogenen naſſen Boden für den Eintauſch ſolchen tro>nen Bodens ein nam= haftes Opfer bringen, und er wird durch die beſſere Verbindung er Grundſtücke dem ganzen Gute einen höhern Werth beylegen. Der neue Beſitſtand eines Bauers, welcher obige 94 Mors gen zur Theilungsmäſſe brachte, wird dagegen in folgender Zue ſammenſetzung keine Hauptveränderung der Wirthſchaft veranlaſſen. 8 Morgen Aderland I1. Claſſe a 98 3 44 07846 10=- deßgl. IV. Claſſe a 73 730. 44.502 NV Claſſe: 00148 4 01 0 PU697 15=> VIT Glaſſe 3 20 14 4220755463008 28'-=---. IX. Claſſe a 14 0. x 392. 28=- X.“ Claſſe a 8; 142027,90.% 103 Morgen, 3102. Es wäre hier kein Grund vorhanden, dieſer Abfindungs2 weiſe, ob ſie gleich in den einzelnen Aerclaſſen ganz abweicht, zu widerſprechen, und würde die Zuſammenſetzung des Ganzen den Hauptſachen nach der vorigen gleich ſeyn, y & 50 0.0.0 06 Der Dirigent einer Wirthſchaft muß jetzt über neue Bauten vder bedeutende Reparaturen, die im nächſten Sommer ausgeführt werden müſſen, einen Entſchluß faſſen, und dafür ſorgen, daß die Froſtwege zur Herbeyſchaffung der Baumaterialien benutzt werden. L 41 Oekonomie. 4. Abſchn,-Akerländereyen. Januar, (642) Da in dieſem Monate das Ausdreſchen des Getreides noch lebhaft fortgeſetzt und betrieben wird, ſo m man ſich"die Auf- ſicht auf die Scheunen und Getreideböden beſonders empfohlen ſeyn laſſen und die Scheunen= und Bodenbvoigte fleißig con= trolliren. Der bis hierher vollführte Abdruſch des Getreides wird mit dem Voranſchlage, der nach der Erndte gemacht wurde, vergli= ſel ſchneiden, Pfähle zuſpiten und in Vorrath machen, Ac>er- und Wagenlei- tern, Pflüge und Eggen, Miſtgabeln und Rechen ergänzen, und ſo alles vorrichten, damit die Arbeit nachher beym Beginnen kein Hinderniß finde.' Bey Brau-- und Breynereyen har der Dirigent der Wirth- ſchaft fleißig nachzuſehen,* ob die Arbeiter nicht etwa ihre Ge- VYchäfte. vernachläſſigen, Malz, Bier, Branntwein oder Spü- licht von den Ihrigen verſchleppen laſſen, für die Fütterung und Wartung des Maſtviehes mit möglichſter Aufmerkſamkeit ſorgen 3 und da mit. dem Anfange dieſes. Monats das- Geſinde ſeinen Dienſt aowöhnlich wechſelt, ſo hat man auf die neu angezoge= y Dienſtboten vor allen: Dingen zu ſehen,“daß ſie ihre Gez ieguite genau nach der Vorſchrift verrichten 3 denn wie das Ge- Kibo beym Anfange ſeines Dienſtes gewöhnt wird, ſo bleibt es während der ganzen Zeit deſſelben; wenn es ſich nicht durch Mangel. der Aufſicht oder dur Verführung verſchlechtert. Es iſt auch für den Dirigenten und Vorſteher der Wirthſchaft ein weſentlich wichtiges Geſchäft, nach Feuer und Licht ſorafältigſt zu ſehen, daß nirgends damit leichtſinnig umgegangen werde, Oekonomie Erſter Abſchnitt. zum Betriebe der Landwirthſchaft B. Von den Wieſen. Wieſen nennt man diejenigen Grundſtücke, welche wegen ihrer feuchten Lage und Beſchaffenheit die Gräſer und andere, den Hausthieren angenehme Pflanzen, ohne Cultur in ſolcher Menge erzeugen, daß ihre Gewinnung zu Heu durch Sichel vder Senſe möglich iſt, Die Art der Entſtehung, ob nämlich eine Wieſe durch Bewäſſerung,"wie bey den Schwemmwieſen geſchieht/ oder durch Entwäſſerung entſtanden iſt, nehmen wir hier für gleichgültig an, wenn nur die oben als Bedingung ge*- gebene Regel Anwendung leidet, daß ein Grundſtü>X, ohne von Zeit zu Zeit wiederkehrende Beacerung und Beſamung, nähren- des Viehfutter trägt. Es folgt hieraus, daß diejenigen Grundſtü&e, welche ab- wechſelnd Futterkräuter, Luzerne, Klee und angeſäete Gräſer, mit Getreide und Beha>früchten tragen und welche von Einigen künſtliche Wieſen genannt werden, nicht hieher gebören. Wir rechnen ſie zu den Äcerländereyen, und würden nur demje- nigen GrundſtüX den Nämen einer künſtlichen Wieſe beylegen, bey dem der natürliche Graswuchs dur) menſchliche Hülfe her- vorgebracht iſt, Dieß kann dauernd nicht anders, als dadurch geſchehen, daß man ſich zum Herrn des Waſſers macht, es ent- weder den Grundſtücken zuführt, oder, falls es in Ueberfluß vorhanden iſt, es von ihnen zu rechter Zeit entfernt hält. Die Wichtigkeit der Wieſen für das Nationaleinkommen iſt zuweilen überſehen worden, wenn man ihren Ertrag mit'dem rohen Ertrage des Ackers verglichen hat., In Zeiten, wo die Erzeugniſſe des A>erbaues einen hohen Preis haben, oder in Gegenden, wo die Cultur wegen geringer Bevölkerung noch in der Kindheit iſt; da wird der wahre Werth der Wieſen„nicht gewürdigt. In beiden Fällen legt man einen höhern Werth auf die unmittelbaren menſchlichen Genußmittel, die der Aer durc Korxnbau liefert. 42 Dekonomie.-x. Abſchn. (380) Aber überall, wo der A>erbau ſich zu einem Gewerbe er- hoben hat, bey dem es nicht mehr-auf die Befriedigung des dringenden phyſiſchen Bedürfniſſes ankommt, ſondern wo zur Aufgabe die höchſte, nachhaltige-Benutung der aufgewendeten Capitale und Thätigkeit gegeben iſt, da iſt der höhere Werth der Wieſen gegen Ackerland außer Zweifel geſeßt. Wenn das leßtere, um einen Ertrag zu geben, einen gro- ßen Aufwand von Capital zur Errichtung der Gebäude, Anſchaf- fung des Inventariums, der Saaten und übrigen Betriebsmit- tel nöthig macht; ſo iſt. eine Benutzung der Wieſen durch Ver- kauf des Graſes„ohne jede Arbeits- und Capital- Verwendung nicht nur denkbar, ſondern ſie findet auch hin und wieder Statt. Jeden Falls iſt eigentliche Landrente von Wieſen leichter, als von Ackerland zu erlangen, geſepbt auch, man müſſe den Ertrag der, Wieſen erſt durch Viehnutung ſich zu verſchaffen ſuchen, weil hier die Arbeitskoſten weit geringer ſind und ſich nur auf Gewinnung des Heues beſchränken. Als Urſache, warum der wahre Werth der Wieſen ſelbſt von vielen landwirthſchaftlichen Schriftſtellern Überſehen worden iſt, läßt ſich nur der bey den Deutſchen übliche Gebrauch angeben, daß ſie ein Landgut als ein Ganzes veranſchlagen und nicht feſtſe: ven, welchen Antheil am reinen Ertrage die Einzelnheiten haben. Die Ackerländereyen werden in der Regel als der wichtigſte Be- ſtandtheil angeſehen, und alles Andere ſcheint näch den gewöhn- lichen Anſchlägen bloß betrachtet zu werden,'als ſey es des Akers wegen da, Weit richtiger wird der wahre Werth aller Theile, auch das lettere, ermittelt, wenn man den reinen Ueber- ſchuß ſucht, den die verſchiedenen Grundſtücke hervorbringen. Bey dieſem Verfahren wird man oft das, Reſultat erhalten, daß bey der Organiſation mancher Wirthſchaft allein die Wieſen eine eigentliche Landrente geben, und daß der Aker nur Mittel iſt, dieſe zu erlangen, y SRE Die Fruchtbarkeit der Wieſen hängt eben ſo, wie die des AFerlandes, von den Beſtandtheilen des Wieſenbodens, vow dem Untergrunde und vor allen aber“von ihrer Lage in Bezug auf die Feuchtigkeit ab. Der vortrefflichſte Wieſenboden nüßt nichts, wenn es an der nöthigen Feuchtigkeit fehlt, oder wenn man das Waſſer nicht beliebig ableiten kann, ſondern daſſelbe dulden muß. 4) Unter der Vorausſezung, daß es einer Wieſe nicht zur rech ten Zeit an Feuchtigkeit fehle, iſt ein Wieſenboden mit humoſen, thonigen und ſandigen Beſtandtheilen, im gerechten Verhältniß demjenigen weit vorzuziehen, wo ein Beſtandtheil auffallend vorherrſcht, Das herrliche Gemiſch der Wieſenpflanzen, beſtes hend aus Gräſern, Klee-, Luzerne:, Lotus- und Wicenarten, wird wenigſtens nur auf ſolchen Wieſen angetroffen, wo der Wieſenboden ſich jenem glücklichen Gemiſch nähert. Der humoſe Wieſenboden liefert zwar ſehr reiche Heuerndten 3 aber ſein Erzeugniß hat einen geringeren Werth, weil es faſt allein aus Gräſern beſteht und obiger Vermiſchung der breit= blätterigten, Pflanzen entbehrt.; Der thonige Wieſenboden, wenn er auf einem durchlaſſen- den Grunde ruht und nicht verſäuert, giebt geringere Erndten z allein es wird hier ſchon eher eine größere Mannichfaltigkeit der Von den Wieſen. (561 Wieſenpflanzen angetroffen. Auch nährt das auf dieſem 0 gewachſene Heu vöffenbar mehr, als das des humoſen Bodens, Die Faſer des letztern, welche ohne Nahrung iſt, beträgt weit mehr, als von den ſpärlich erwachſenen Pflanzen auf Thon« wieſen. Der Sandboden, mit Bezug. auf obige Bedingung der zu« reichenden Feuchtigkeit, kommt bey den Wieſen günſtiger zu ſtehen. Der Thonboden ſcheint“der Bildung einer Wieſennarbe hinderlich zu ſeyn. Sie wird" wenigſtens immer flacher, als auf jenem angetroffen, Fehlt indeſſen das Haupterforderniß, das Waſſer, ſo muß der ſandige, ſelbſt der humoſe Wieſengrund dem thonigen weie enen Wieſen mit fehlerfreyer Bodenmiſchung, wenn ihre Narbe„auf keine andere Weiſe, als durch den gewöhnlichen Regenfall mit Feuchtigkeit zu verſorgen iſt. Ihr Graswuchs iſt nach der Winterfeuchtigkeit oft ſehr lebhaft; er läßt aber im Spätſommer, wenn die Narbe einmal von anhaltender Dürre gelitten hat, nach oder verſagt ganz. Der Werth ſolcenen Lage einen ſo geringen Heuertrag“ geben, wird man nicht lange als Wieſen benußen. Man„wird ſie. umter den. Pfing' nehmen" und in Ackerland umwandeln. Die Movx=, Sumpf=, und! Luchwieſen-, welche in die bei: den letzten Claſſen gehören, haben dann einen höchſt geringen Werth, wenn ihre. Entwäſſerung unmöglich iſt. Man-findet ſie in den an der Oſtſee gelegenen Ländern in großen Strecken. Obgleich die Claſſification der Wieſen nach ihrem'Ertrage in gewiſſer Hinſicht die einfachſte iſtz ſo iſt durch dieſelbe noch keineswegs der Benutungswerth' dieſer Grundſtücke in richtigem Verhältniſſe angegeben, Dieſer wird erniedrigt oder exhöhet durch folgende Umſtände: 1) Durch die Beſchaffenheit des Heues.; Heu"von der beſten Art hat einen ſolchen Futterwerth, daß drey Pfund. Ein: Pfund Roggenkörner. erſetzen, wogegen alles auf ſumpfigen Wieſen gewonnene: Heu ſich mehr: dem Guiofe nähert. Ja es gicbt Grundſiüc>e der Art, die ſvgar ein für die HFus- thiere ſchädliches Futter. liefern, wie alle Wieſen, auf denen Equiszetum itt Ueberflüß wächſt... Heu mit dieſem' Gewächs ver- mengt, iſt für-Rindvieh' gär nicht brauchbar:“ Nicht vi?l veſſer iſt das Heu von ſolcheit' Wieſen; äuf welchen! die Gärax: Arten dominiren:; Selbſt auf ſolchen Wieſen; wo.nur„die beſſert Wieſenpflan- zen angeiroffen werden., wird ein geringes„Heu erzeugt; wenn ſie immer reichlich mit Feuchtigkeit verſorgt. ſind, als auf denen, wo ſie fehlt. Es iſt. alſo die vermehrte Quantität nicht ünter allen Umſtänden reiner Gewinn; 2) Die Koſten der Heuwerbung;. Sie ſind, geringer auf nähett, als auf entfernten Wieſen; Wenn die Wieſen entfernt von den 36* Oekonomie. 3 1, Abſchy. (564) Wirthſchaftshöfen und“ den Wohnungen der Arbeiter liegen, ſo können die Koſten der Heuerndte das Drey- und Sechsfache ge« gen nah. liegende Wieſen betragen. Muß das gemähte Gras nun gar.// wie zuweilen Jeſchieht, auf 50 und mehr Ruthen Entfer- nung. von dem Grunde, der es erzeugte, weggetragen werden, theils um-e8,-zu tro>nen, theils um es aufeine Stelle zu brin- gen; die dem Zugviehe zugänglich iſt; ſo können die Koſten der Heuernte, mit Berückfichtigung der ſchlechten Beſchaffenheit ſol: +08, NoiE DE 14,3. 163,3. Koſten: Zweymal zu| mähen und das nE zu werben a 10, 2. 20, Einfahren des Heues bey der hitte leren Entfernung a Cntr, 0,5“; 8,25. Auf- und Abladen<% 4. Inſtandhaltung. der Gräben 2“ 6. An allgemeinen Wirthſchaftskoſten 2.8 8,16. 46,41. bleibt Neinertrag«+ 1416,89. 3,“Claſſe, Zweyſchürige Wieſen zu 12 bis.15 Centner Heue- ertrag. a) Tro>ne Wieſen dieſer Art, Ertrag:' 13,5 Cntr, Heu-'a 10: 2.;. 135. Weidewerth 10 Procente* 2 ä N y 13,5. 148,5, Koſten: Zweymal zu mähen und das Heu zu werben a9: 5 088, Einfahren des Heues bey der mitt: leren Entfernung" a Entr, 0,5 Ä 6,75. Auf- und Abladen 3 2 T j;; 4. Inſtandhaltung. der Gräben 7c...& 6, An allg. Wirthſchaftskoſten 5 Pro- cent des. rohen Ertrages? K 7,4 42,15. bleibt Neinertrag« 406,35. 43 Dekonomie. x. Abſchn. (566) b) Feuchte Wieſen dieſex Art. Ertrag: 13,5 Heger Heu 37. 5 x 4«35.004,53 Weidewerth X«+ x N GIE s 9,4. 103,9 Koſten: Zweymal zu mähen und as Yeu Zu werben a9-. 2 19. Einfahren des Heues bey einer mitte leven Entfernung a Entr, 0,5“ 6,76. Aufs und Abladen a-2 ö d 2 4. rg der Gräben 26.«' 6. n allg. Wirthſchaftskoften KANDER 6,01. 39,76. bleibt Reinertrag. 64,14, 4, Claſſe. Einſchürige Wieſen zu 9 bis.:12 Centner Heu» ertrag. 5 a) TroFne Wieſen der Art. Ertrag: 410,5 Centner Heu 38.10« 4.. 4 105. Weidewerth 15 Procent 4« 4 5 N 15,3. 120,3. Koſten: Einmal zu mähen und ab 08 ZU Werben? 1-64%+ 544% Einfahren des Heues bey einer mitta leren Entfernung a Cnutr. 0,5« 5,25. Auf- und Abladen 4 5 Ss. 8. Inſtandhaltung der Gräben 2c.. T 6. An allgemeinen Wirthſchaftskoſten 5 Procent des Ertrages 6% 6,01, 32,26 Nach Abzug dieſer Koſten bleibt Reinertrag TRE: 7 7 4DNTM für einen Morgen“; 3 ä 4] 88,04.| b) Naſſe DR der Art. Ertrag: 10,5 Cntr. Heu 3 7 ZS g? 1]+ 4 1355 Weidewerth 15 Procent.: L N€? 115 84,5. Koſten Einmal zu- 05pe und das Heu zu werben.=+1“ 2, SEIEN Einfahren bey der mittleren Entfernung 5,254. Auf- und Abladen y«" 3 Inſtandhaltung der Gräben wn 6 6, Anu allg. Wirthſchaftskoſten» r 4,2. 30,45.| bleibt Neinertrag pr. Mrg,. 54,05.| Von den Wieſen. 49 (567); 5. Claſſe. Einſchürige Wieſen von 6 bis 9 Etnr. Heuertrag; a) Tro>ne Wieſen dieſer Art, Ertrag: 7,5 Cntr. Heu. 3a 10“% 4 4 4. 75. Weidewerth 15 Procent 7 0;. Z? 11,25. 86,25. Koſten: Einmal zu mähen und das Heu 20.3 3969379 94:44 Shai SCHADET IEL ES NIMEC SENE: 7 3. Einfahren des Heues bey der mitt» leren Entfernung«& N N 8,75. Auf- und Abladen 2 7?“„A Inſtandhaltung der Gräben s X 6. An allgemeinen Wirthſchaftsköſten 3 4,31. 24,06. Nach Abzug dieſer Koſten bleibt Reinertrag für einen Morgen.. 7 3 5 E54 264%. 5162,44: b) Naſſe Wieſen dieſer Art. Ertrag:) 7,5 Cntr. Heu a 6;..%;: 45. Weidewerth 15 Procent 4+ G;? 6,7. Koſten: 4410 Einmal zu mähen: und das Heu zu werben N N. 270530, Einfahren des Heues bey der mitt- leren Entfernung 4 H+ 3,75. Auf- und Abladen 8 H 4.% Inſtandhaltung der Gräben 5 E 6. An allg. Wirthſchaftstoſten: N%,98; 24,33. bleibt Reinertrag. 27,37. 6. Claſſe Wieſen von 6 Centner Heuertrag. Von der Annahme ausgehend, daß niemand ein Grundſtück, welches dem Pfluge zugänglich ſt, als Wieſe benußen werde, das nur einen ſv geringen Heuertrag giebt, mache ich bey dieſer Claſſe den Unterſchied zwiſchen naſſen und trocknen Wieſen nicht, ſondern rechne in dieſe Claſſe diejenigen Grundſtücke, die wegen ſtauender Feuchtigkeit nur dieſer einen Benuzung fahig ſind. Ertrag: 6 Centnex Hu 35 4» 6;+ 30. Weidewerth.+ 4 y“ 8.; 5 4,5. 34,5. Koſten: Einmal zu mähen und das Heu zu werben 4 4518 10. Einfahren des Heues« o) n 3. Auf- und Abladen;' 2 6 2. Inſtandhaltung der Gräben 8 p 6. An allg. Wirthſchaftskoſten 8 1 Ts . 99:7 bleibt Neinertrag 11,8. Dekonomie. x. Abſchn. (368) Auf dieſe Weiſe läßt ſich der Benutungswerth einer Wie« ſenfläche berechnen. „Der Preis der Wieſen wird außer dieſer natürlichen Ertrags- fähigkeit noch durch folgende Umſtände beſtimmt. 4),„Durch die Gelegenheit zum vortheilhaften Abſaß. des Heues, Der Preis einer jeden voluminöſen Waare von gerin: gem“Werth hängt von dem Begehr nach derſelben in einem ge- ringen Umfkreiſe ab. Einen weiten Markt kann ſie durch Land fracht nicht ſuchen, weil die letztere den' Werth ſehr bald ſelbſt verſchlingt. Iſt eine Gegend alſo überflüſſig mit Srundſtücken verſehen, die vernünftiger Weiſe nur zum Heugewinn zu benu- ben ſind; ſo wird der Preis des Heues unter ſeinem Benutungs- werthe ſtehen, und dieß muß natürlich auch auf den Preis der Wieſen ſelbſt zurü&>wirken. Die Nähe einer großen Stadt hingegen, oder die Seltenheit dey Wieſen in einer ackerbauenden Gegend, treiben den Preis des Heues weit über ſeinen Benugungswerth hinaus. Es wird theils aus Vourtheil, theils aus- gewichtigen Gründen, von vie» len Leuten Heu conſumirt,: die keine Wieſengrundſtü>e haben. Dadurch kann es ſo im Preiſe ſteigen, daß man nicht immer für 1 Scheffel Roggen zwey Centney Heu erhält.„Wieſen, welche ſolchen günſtigen Abſatortey nahe liegen, oder durch bequemen Waſſertransport die Communication dahin haben, müſſen alſo weit theurer ſeyn, als diejenigen, wo der Heuwerth nur durch Verfütterung an das Vieh zu erlangen iſt. R 2) Durch die Beſchaffenheit der'A>erländereyen in einer Gegend. „Wo dieſe von ſolcher Art ſind, daß ſich auf ihnen außer Spörgel und Buchweizen kein Sürrogat des Heues erbauen läßt 3 da findet man/ daß ſelbſt ſchlechte Wieſen ſehr hoch geſchäßt werden. Wo. der Boden aber Klee, Luzerne“oder Hül« ſenfrüchte mit Sicherheit erzeugt, da werden Wieſen von ge: ringem,'wenn ſie des Umbruchs fähig ſind, von ver» ſtändigen Landwirthen. nicht geduldet. 3)'Durch die Gelegenheit, ſie zu verbeſſern. Obgleich der Werth einer Sache, den fie anzunehmen fähig" iſt, wenn noch eine directe Auslage auf ſie verwendet wird, im Augenblick des Kaufs noch keine Veränderung erlitten hatz ſo wird bey der Ex- werbung von Grundſtücken. doch häufig darauf Nückſicht genom» men,'ob ſie verbeſſerungsfähig ſind vder nicht. Die Wahrſchein» lichkeit, daß das aufzuwendende Meliorations- Capital viel ge- ringer ſeyn werde, als der durch ſeine Verwendung erhöhete Gründwerth, beſtimmt den Käufer oft, ein höheres Kaufgeld zu zahlen, als die bisherige Benutzung rechtfertigt. . Da das Waſſer auf den Ertrag der Wieſen einen ſo großen Einfluß ausübt; ſo beziehen ſich die folgenreichſten Verbeſſexun- gen dieſer Grundſtücke- hauptſächlich auf den willkührlichen Zu- und Abfluß des Waſſers auf dieſelben und von ihnen, alſo auf die Bewäſſerung. Wo ſie mit geringen Koſten einzurich- ten iſt, da erleidet der Grundwerth der Wieſen dadurch aller- dings eine ſehr bedeutende Veränderung. Häufig iſt die Locali- tät dieſev großen Verbeſſerung günſtig 3; aber ſie iſt aus Un- kunde des Beſitzers der Wieſen nicht ausgeführt worden, Noch Von den Wieſen. (569) viel. öfter kann die Wieſenbewäſſerung aber. deßwegen nicht ein- gerichtet werden, weil nachbarliche Grundbeſiher oder Müller dabey betheiligt ſind. SEE Die Lehre über Anlage der Bewäſſerung, ſo wie Über den Unterſchied der Berieſelungs-“ und Stauwieſen, gehört in das Gebiet des Wieſenbaues. Die einfache Entwäſſerung mancher WieſenſtreXen, die bis» her zu naß lagen, hat ſolche oft um das Doppelte und Drey»- fache verbeſſert. Jedoch iſt die Entwäſſerung dort am wirkſam- ſten geweſen, wo der Wieſenzrund ſelbſt;in der. Miſchung ſei: ner Beſtandtheile dem Graswuchſe günſtig war. Dagegen lei- den Moox-. und Torfwieſen- durch zu große Entziehung der Feuchtigkeit. Der Graswuchs iſt nach der Entwäſſerung gerin- ger, als vorher. Bey ſolcher Oberfläche iſt. die Trockenlegung erſt der Anfang der Verbeſſerung. Es muß in der Regel noch eine neue Operation eintreten, bevor ſie als vollendet angeſehen werden kann, Dieß iſt entweder das Brennen oder Austorfen. Wo ſich die Trockenlegung der Moor: und Torfwieſen nicht bewerkſtelligen läßt, da iſt ihre Ueberführung mit Sand und Erde die wirkſamſte Verbeſſerung, und in gewiſſem Betracht der gänzlichen Trockenlegung vorzuziehen, Soll dieſe Verbeſſerung ausführbar ſeyn; ſo muß die Wieſenfläche nur ſchmal und die aufzubringende Erdart ganz nahe ſeyn, damit dieſe Arbeit durch Handkarren bewerkſtelligt. werden kann. Wo. wegen Entfernung der Wieſenfläche Geſpaun zu dieſer Arbeit. verwendet werden muß, da iſt man von der Witterung abhängig, indem man des Froſtes zu Ausführung derſelben bedarf, weil diejenigen Wie» ſen, die ihrer Beſchafſenheit nach am meiſten-durch dieſe Ver» beſſerung gewinnen, nur durch den Froſt für das Geſpann Zu- gängig werden. Die Aufbringung. einer Torfivieſen 5; um. dieſe, fe Wacsthum. der beſſern W :<-> andigen Erdärt auf Moor-. und zu, machen und. dadurch das ngräſer auf ſolchen Grundſtücken ) wird. Sie beſteht in einer, von Zeit zu Zeit, wiederholten Auf- bringung fruchtbarer Krume auf die Wieſennarbe,. und dient deß- halb zur Verbeſſerung des Graswuchſes, weil ſie die Wieſen- pflanzen zur Erzeugung neuer Ableger und, Triebe reizt. Am wirkſamſten ſind hierzu der Grabenauswurf-, nachdem er ein Jahr in Haufen geſtanden, und die in den Schlammgruben ge- ſammelte Erde, welche von abhängigen AeFXern durch das Waſ- ſer herunter geführt wird. Die Möglichkeit, andere düngende Subſtanzen zur Erhöhung des Graswuchſes wohlfeil anzukaufen,. kann ebenfalls auf die Steigerung des Kaufpreiſes für Wieſen einwirken, Eigentlicher Dünger zu dieſem Behuf. iſt freilich nur in der Nähe großer Städte zu bekommen. Torf- und Seifenſiederaſche aber ſind zuweilen ganz wohlfeil auch fern von volkreichen Orten zu ha- ben, wern ihre Benutzung als Düngemittel noch nicht bekannt iſt. 4) Ein gewiſſes Verhältniß der Wieſenfläche zu den Acker- ländereyen iſt nicht ohne Einfluß auf den Werth der Wieſen- grundſtücke, Oekonomie. 1. Abſchn. 570) ( Viehhaltung und Miſtbereitung von bloßem Getreideſtroh kann für die Dauer nicht beſtehen. Das Vieh muß neben dem Strohe nahrhafteres Futter haben, wenn es das Stroh in nußh» bringenden Dünger verwandeln und aus demſelben thieriſche Producte liefern ſoll, Bey guten Viehraſſen und beſonderer Ge- legenheit zum vortheilhaften Abſaß der thieriſchen Producte, fin- det die höchſie Benuzung des Heues und Strohes Statt, wenn jenes zu dieſem in dem Werhältniſſe wie 1 zu 2 verfüttert wird. Wo man thieriſche Producte weniger vortheilhaft erzeugen kann, da wird eine Verzehrung des Heues in dem Verhältniſſe, wie 1: 3, das Heu erſt bezahlen. Bey großer Seltenheit des Heues iſt die äußerſte Grenze, in welcher es bey der Conſumtion des Strohes vorhanden ſeyn muß, wie 1 4 5,5. Hierbey findet noch. die Annahme Statt, daß ein großer Theil des geerndteten Strohes von Sommerfrüch- ten. ſeyn müſſe, welches fich dem Heue in Anſehung des Futz terwerthes nähert, und daß ein Theil des Strohes äls Streuma» terial verwendet werde, während das Vieh von der Weide lebt. Kann„wegen Theurung oder Seltenheit des Heues daſſelbe nicht in dieſem geringſten Verhältniſſe herbey geſchafft werden, ſv. muß es durch ein Surrogat erſebt werden, wozu Getreide- körner, Wurzelgewächſe oder Heu, auf den Acerländereyen er: baut, dienen, Um ſo theurer dieſes Erſaßmittel des Heues einer AFexr- wirthſchaft zu ſtehen kommt, um ſo höher wird man Wieſen» grundſtücke ſchäten, auf welchen das Heu bis zu dieſem uoth=- wendigſten Bedarf erbaut wird, Umgekehrt ſinkt der Werth der Wieſengrundſtüke für eine AFerwirthſchaft, wenn ihr Verhältniß zu den Akerländereyen zu groß iſt. Alles Nutvieh, welches bloß von Heu lebt, bezahlt ſolches durch ſeine Producte nicht ſo leicht, als wenn es nebeu dem Heu einen großen Theil ſeiner Nahrung von Stroy erhält. Sv richtig alſo auch der Grundſaß iſt, daß kein auf Ackerlän- dereyen erbautes Stroh denſelben entzogen werden dürfe, ſon- dern in Miſt verwandelt ihnen zurückgegeben werden müſſe, wo man keine Gelegenheit zum Miſtankauf hat; ſo irrig würde man verfahren, wenn man denſelben auch auf alle Wieſengrundſtücke aiisdehnen wollte, In ſehr vielen Fällen iſt vielmehr der Ver- kauf eines Theils des Heues, wo es in Ueberfluß vorhanden iſt, eine ſehr zu empfehlende Maßregel. Deun, wenn das Heu bey der Verfütterung ſich nicht unmittelbar durch die thieriſchen Pro- vucte bezahlt macht; ſo wird der darats erfolgende Miſt bey dem gewöhnlichen Ackerbau das Deficit ſelten decken. Eine, mit den Aerländereyen in Verhältniß ſtehende Wie- ſenäläche bietet noerbau auf Boden Statt; der kaum die Beſtellungskoſten vergütet, und der nur wenig reellen Vor- fheil von dem auf ihn gebrachten Dünger gewährt. Dieß iſt der Fall mit ganz loſem Sande, der mit Hülfe des auf Wieſen- grundſtücken erzeugten Düngers bebaut wird, indem er aus ei- genen Erzeugniſſen nie das Material zu ſeiner Bedüngung lie: fern würde. Hier kann allerdings der Fall vorhanden ſeyn, daß der Dünger auf den Wieſengrundſtücken eine größere Production hervorbringen würde. Hingegen wird die Wirkſamkeit des Düt- gers für die Production auf dem beſſern Ackerboden weit bedeu- zender, als auf Wieſen ſeyn, und eine aus beiderley Grundſtü« Fen beſtehende Wirthſchaft wird an die Wieſen nur die Jauche, Aſchenabfälle und dergleichen verwenden können. Wo man das entgegengeſehte Verfahren anempfohlen hat, da hat man ſicher: lich die Koſten des Düngers und den daraus erfolgenden Ertrag, ſowohl auf Wieſen, als auf AFerland, nicht gehörig erwogen. Wieſen, die durchaus des Viehdüngers bedürfen, um einen ge: nügenden Ertrag zu geben, verwandelt man ohne Zweifel zwe: mäßiger im Aferland,. enb nemen nnen 54 Oekonomie. x. Abſchn. (572)!; Wenn die, Lage der Wieſen die Düngung derſelben mit, Jaus de(Gülle) erlaubt; ſo wird der dadurch ewirkte Mehrertrag ſelten bedeutender, als die mit einer ſolchen Düngung nothwen- dig verbundenen Koſten, ſeyn. Da dieſes. Material aber in den meiſten Fällen eine Laſt iſt, von der man ſich nur durch einigen Aufwand los machen kann, und. die Jauche auf Ackerboden nur ſelten eine Wirkung äußert; ſo wird ein ſcharf rechnender Land wirth ſich doch bewogen finden, dieſe Düngung den Wieſen zu- zuwenden,: Daß man Wieſenwirthſchaft für ſich allein und daneben gar keinen Ackerbau treibe, gehört in Deutſchland zu den Seltenhei- ten. Wo Gelegenheit zum Verkauf des Heues iſt, da wird aus den Wieſen durch dieſe Benutungsart mehr Ertrag zu erlangen ſeyn, als durch Verfütterung ihrer Erzeugniſſe an das Vieh. Bey Verwandlung der WieſengrundſtüFe in A>erland muß man ſehr behutſam ſeyn. Es giebt allerdings Wieſen, wie“bey dem Wieſenbau dargetchan wird, die man durch Umbruch und Zerſtörung der Narbe verbeſſern kann. Aber in den meiſten Fäl- len muß man nach dem Umackern auf die Benußung des Grund» ſtücks als Wieſe Verzicht leiſten. Es gehört ein halbes Men- ſchenalter dazu, bevor ſich eine neue Wieſennarbe gebildet hat, d. h. jenes dichte Gewebe von den Wurzeln der Wieſenpflanzen, wodurch ſich eine gute natürliche Wieſe vor den durch'die Kunſt beſamten Graspläßen auszeichnet. Hier iſt es die eine: odey andere Gragart, welche den Boden einnimmt z aber es iſt-nicht die ſammtartige, dichte, grüne Decke, beſtehend aus den mannid: faltigſten Gewächſen, welche die Natur ſelbſt hier erzeugt hat, C. Von den Weiden. Unter Weiden verſtehen wir hier diejenigen Grundſtücke ei- nes Landguts, die ausſchließlich nur zur Ernährung des Viehes im'Svimmer dienen, und die weder zum Heugewinn benußt, noch vom Pfluge berührt werden. Aus' der Feſtſtellung dieſes Begriffes geht alſo hervor, daß hier nicht von der Beweidung des Aerlandes, während es droeſch liegt, im Brachjahre, oder nach Aberndtung des Getrei- des, die Rede ſeyn könne, Eben ſo wenig ſoll hier der Weide- berechtigung Erwähnung geſchehen, welche in fremden Holzun:- gen und auf Wieſen ausgeübt wird. Davon wird ſpäter bey den Berechtigungen gehandelt werden. Wir beurtheilen hier alſo bloß diejenigen Grundſtücke, die mit Vorbedacht, aus Obſervanz und um eine Berechtigung auf denſelben auszuüben, auch weil ſie ihrer Lage wegen eine andere Benutung nicht erlauben, mit dem Viehe beweidet werden. In Gegenden, wo eine hohe Cultur Statt findet, werden GrundſtüFe zur immerwährenden Beweidung, wenn ihrer an- derweitigen Benutzung kein natürliches Hinderniß im Wege ſteht, faſt gay nicht angetroffen. Sie nehmen aber in allen den Län- dern den größten Theil der nutzbaren. Oberfläche ein, wo der Aerbau no< in der Kindheit iſt und wo es an Capital und Menſchenhänden gebricht, einen intenſiven Ackerbau zu treiben. Von den Weiden. (573) Jene Art des(Akerbäites, wie ſie im öſtlichen Europa theilweiſe Statt findet, iſt keine Aufgabe für die deutſche Landwirth- ſchaft. »„Wir unterſuchen alſo auch nicht, wie ſich die wilde Weide nach der verſchiedenen Grundmiſchung des Bodens anders fge- ſtaltet, ſondern nehmen an, daß eine abwechſelnde Benutung der Grundſtüke zum Ac>erbau und zur Weide überall und auch dort Statt finden könne, wo es an Menſchenhändern! fehlt, um den größten Theil der Oberfläche mit cultivirten Saaten zu be- ſtellen. Was ſich aber von den abwechſelnd, zur Weide benußten Grundſtücken ſagen läßt, wird ſeiner Zeit nachgeholt werden, wenn von der Kyoppelwirthſchaft die Nede ſeyn wird. Diejenigen GrundſtüFe, die bey einem geordneten AFerbau ais Weide benutt werden, kann man in folgende fünf Claſſen ringen: 1,''Fettweiden 3' 2. Andere Niederungsweiden z 3. Gebirgsweiden z 4, Heideweiden z ß 5. Grundſtücke, die eine Berechtigung dulden müſſen. 1. Claſſe: Fettweiden. Sie werden an"Strömen und Flüſſen auf Boden beſter Grundmiſchung angetroffen 3; jedoch vorzugsweiſe dort, wo Ge- legenheit iſt, die auf ihnen erzeugten thieriſchen Producte ſchnell uiid zu"angemeſſenen Preiſen abzuſetzen. Jc<- erinnere hierbey an die Elbniederungen bey Hämburg, an die Fettweiden am Niederrhein und an die Weiden in Lincolnſhire. Fettweiden der vorzüglichſten BeſchaFenheit werden höher, äls die beſten. Wieſen und als Aerland erſter Qualität geſchätt. Sie ſind in der Negel Geſchenk der Natur. Die Kunſt kann ſie nicht hervorbringen, weil gerade" das zarte und feine Gras, was eine natürliche Naſennarbe giebt, ſich nur auf GrundſtüFen fin= det, die ſich allmählig-durch Anſchwemmung gebildet haben. Wo man dieſe Fettweiden hoch benutzt, da ſcheut man ſich, ſie zu mähen, indem man'“ fürchtet, daß dadurch'das feine Gras verdrängt'werde«- Wenn. die Fettweide beſter Art iſt, fo wird 1 Ochſe voin 400 bis 600 Pfund Fleiſch Gewicht auf Einem" Morgen fett, wenn* er''vom May. bis October darauf“ weidet. Aufmerkſame Eigenthümer“hauen dann aber noch etwas'bey fruchtbarer Wit- terung empor! geſchöſſenes-Gras“>b und tro>nenves für den Win- ter:'"Bey" minder" vorzüglicher»)-Beſchäffenheit' werden 1%, 1, auch wohl 13 Mörgen zum Fettinachen eines Ochſem gebrauchte Eine Kuh„braucht etwas mehr„als ein''Ochſe 5 wenn ſie zum höchſten Milchertrage gebracht werden ſoll. „Die'Cultürkoſten, welche"von dem rohen Erträge einer" Fett? weide in''Abzug kommen," beſtehen a)"in den Zinſen“ von! dem Capitäle, welches in dem Viehe ſtet 3; b)'in'' den Koſten' dev Einzäunung ABefviedigung) der Weide; c> in'demRNiſico« Es liegt ift dev*"Naätur der-Säache/ daß! das: Anlage='Capitaln nach den wechſelnden Preiſen“des Viehes ſehr' verſchiedenrfeyn' müſſe. Bititietn 20“ Jahren haben fie eine unerhörte: Höhe» erreicht und Oekonomie. x. Abſchm (574) ſind wieder ebenſo. geſunken, daß es ſchwer hält, einen Durch» ſchnittsſat anzugeben. 2 Die Einzäunungskoſten ſind bedeutend, da der Ei8gang an den. Strömen natürliche Einzäunungen ſchwer auffommen läßt, mithin die Eigner der Fettweiden gezwungen ſind, ſolcen ableiten kann, ſey es, daß die Natur dieß verhindere, oder. daß"die Nachbarn die Anlage der Abwäſſerungsanſtalten nicht erlauben. In beiden Fällen iſt die Benutzung ſolcher Grundſtüke vom Zufalle abhängig 3 ſie iſt hoch, wenn» ſie einen"oder mehrere Sommer hindurch tro>en; bleiben“ und ſehr„gering zin„naſſer Jahren, n Auch kann man ſolche Grundſtücke hierher zählen, auf wels e ,' deren Krume auf einem felſigen Unter- grunde zu flach rrhet, als daß ſie gea>ert werden könnte 5 2) in die ſteilen Abhänge, welche den AFerwerkzeugen unzu- gänglich ſind, und 3) in die höher gelegenen Theile der Gebirge, welche nur ſpät von Schnee befreyt werden(Alpen), . Alle dieſe Weiden ſind faſt die einzige erdenkliche Benubung, die ſich von ſolchen Grundſtücken erlangen läßt.“. Sie finden ſich in Deutſchland am häufigſten. am Harze, im Würtenbergiſchen, Tyrol, Vorarlberg u..ſ. w.“ Daß. die Schweizer. einen großen Theil ihres National- Einkommens von ihnen ziehen, iſt be- kannt, R 4, Claſſe Heideweiden, Der grandige, ſcharfe Sandboden erzeugt bey einer ebenen, von Wäldern eingeſchloſſenen Lage das Heidekraut Cerica vilga- ris). Dieſe Pflanze hat das Eigene, daß ſie mit Ausnahme ei= niger Mooſe und weniger Gräſer andere Gewächſe neben ſich ver- drängt und ſehr bald den Raum allein einnimmt. Ob nun gleich die Nahrung, welche die Hausthiere auf ei= ner Heidefläche finden, verglichen mit der auf beſſeren Weiden nur höchſt gering iſtz ſv läßt ſich doch nicht ableugnen, daß Schafe und Rinder, welche hier erzogen ſind, dennv< einige Nutzung abwerfen. -' Meyer rechnet, daß 4x Morgen der Heideweide beſter Art für eine Kuh hinreichend ſey; verſteht aber Kühe darunter,'wel- nen, auch bey naſſer Witterung zugänglichen Weiden für die Schafe z ſo wird eine gut? beſtandene Oekonomie. x. Abſchn. (576) Heideweide doch immer auf einen Ertragswerth von 4 bis 6 un- ſerer allgemeinen Werths-Verhältnißzahlen zu rechnen ſeyn. Bey einer beſonders niedrigen Lage der Felder, oder bey undurchlaſ= ſendem Untergrunde, ſteigt der Werth ſolcher Heideweide, wenn bey dieſer Localität Schafe gehalten werden ſollen. In dieſem letzteren Falle kann ſie 10 bis 15 an jährlichem Ertragswerthe gleich zu ſchäten ſeyn. Wenn die Heide einen ſcharfgrandigen Boden mit durchläſ» ſender Unterlage hat; ſo iſt ſelten rathſam, die Heidenärbe zu ZEWO, und dergleichen Grundſtücke in AFerland' zu verwandeln: Boden dieſer Art liefert von den Culturpflanzen ſo geringe Ernd- ten, und ſein Bedürfniß an Dünger iſt ſo groß, daß der Zuſchuß an Düngermaterial viel zu bedeutend iſt, als daß ſich von' ihm durch A>erbau eine Nente erlangen ließe. Iſt die Heide aber auf mehr feuchtem Boden mit anhalten- dem"Untergründe beſtanden, ſo läßt. ſich auf, demſelben. durch Umbruch eine weit höhere. Benutung erlangen. Bey der Tayxa- tion ſolcher Weiden muß alſo hierauf genau geachtet werden, 5. Claſſe. Gemeinweiden, auch Weideänger ge- nannt Zu vielen Landgütern gehören diefe Grundſtücke, auf welche der Grundeigenthümer nur ein beſchränktes Nüutungsrecht hat. Er darf ſie nicht allein beweiden, ſondern muß mehreren Andern geſtatten, daß ſie ſolche ebenfallsmity ihrem"Viehe betreiben. Die Art und Weiſe der Beſchränkung. iſt nach. dex Obſeyvänz vder nach feſtſtehenden Verträgen ſehr verſchieden. Bald ſind die Weide- Intereſſenten, zu gleicher Theilnahme berechtigt;“bald.daxf der- Eine nur Schafe, ein Anderer“ nur Schweine und Gänſe, ein: Dritter nur Rinder. und Pferde: aufe treiben; in einigen Verhältniſſen iſt die Stü>zahl des, aufzutrei- benden Weideviehes. beſtimmt, in andern nicht; wieder an us dern Orten ſind gewiſſe Tage vorgeſchrieben, von welchen. ab der eine oder andere Weivdeberechtigte in die Mitbenutzung eintritt, und wie lange ſie dauert, Alle dieſe- Verhältniſſe müſſen bey.den Weiden dieſer Claſſe wohl erwogen werden, bevor ſich etwas Über ihren Benußungs- werth für. den Grundeigenthümer feſtſtellen läßt, In allen Ländern, wo die Ablösbarkeit ſolcher Verpflichtun- gen geſetzlich ausgeſprochen iſt, da läßt ſich nach den darüber ekannt. gemachten Beſtimmungen der muthmaßliche privative Antheil, der nach Ablöſung: dex Mitbenuhung dem Grundeigen- thümer verbleibt, ermitteln, und. man erhält danw ein Grundſtüi>k, welches ſich in eine der vorigen Weideclaſſen bringen läßt. Ws9 die Ablssbarkeit nicht durch die Geſebe' erleichtert iſt, da muß der dem Grundeigenthümer zufließende Behuhunägantheil entwe? der aus der Erfahrung oder nach Principien feſtgeſtellt werden, Am leichteſten geſchicht dieß, wenn mai den Betrag der Beuu- bung auf einen gemeinſamen Magßſtab reducirt, zu welchem man gewöhnlich Kuhweiden änmmmt. WoÖ'in der Benutzung“ der Weideänger keine“ Beſchränkung Statt findet, ſondern wo" es- deim: Einzelwen frey ſtehet, ſo viel Vieh dufzutreiben/ als er hat 3 day wird ſich gewöhnlich! finden Von den Weiden. (577) daß dasjenige Vieh, womit eite ſolche Weide betrieben wird, ſich keinesweges auf derſelben hinlänglich ernährt, ſondern daß es entweder auf derſelben darbt und kaum das Leben friſtet, vder nebenbey noch Futter erhält. Dieß letztere iſt gewöhnlich der Fall, wenn kleine Grutideigenthümer ihre Kühe, Schweine und Gänſe auf eine Angerweide treiben. In dieſem Falle kann die Anzahl des wirklich äufgetriebenen Viehes zu keinem Maaß- ſtabe für den Benutzungswerth einer Weidefläche dienen. Hier muß näch der Beſchaffenheit der Weide ſelbſt erſt principienmä- ßig feſt geſtellt werden, wieviel Kühe auf derſelben gehörig ihre Nahrung finden würden. Nachher wird nach dem Betrage des Benutzungsrec junges Rindvieh, 10 Schafe, 8 Schweine, 24 Gänſe k Es können jedoch dieſe Sätze nicht für die Beſchäffenheit aklex Weiden gelten. In den Niederungen hat die Weide für Schweine und Gänſe einen höhern Werth, wozegen dieſe Thiere auf den troFenen Heideweiden wenig Nahrung finden. In Niederungen, die einen großen Theil des Jahres unter Waſſer ſtehen, findet das gewöhnliche Gragpferd eine lauge Zeit im Jahre eine ihm zuſagende Nahrung und auf einer ſolcyen Weide dürfte das Recht, 20 bis 24 Schafe auftreiben zu düvfen, kaum. ſo viel werth ſeyn, als das Recht, ein Pferd dort zu weiden. Ferner wird man auf troFXenen Sändflächen, die mit Heide oder Bocks- bart bewachſen ſind, von 6 Schafen auf der Weide mehr Vore- theil haben, wie von einer Kuh, die man hieher treiben darf, vorzüglich wenn die Schafe mit dem Rindvieh zugleich ausge- trieben werden dürfen. Schafe, Gänſe und Schweine machen die Weide dem Rindvieh unangenehm, indem dieſes ungern dort frißt, wo jene Thiere geweidet haben, In Bezus auf eine Akerwirthſchaft kann der Werth einer Weidefläche größer vder geringer ſeyn,"je nachdem die Beſchaf- fenheit der AFerländereyen iſt. Wenn die AFerländereyen aus mägerem Sandboden„beſtehen, der dem Nindviehe keine ausreichende Weide giebt; da(ſt ſo viel Niederungsweide von hohem Werthe, als zur Ernährung der Haugshaltskühe und der Zugochſen im Sommer erforderlich iſt. Wo ſie nicht vorhanden iſt, da muß man Nindvieh von mitt- lerer Schwere im Sommer mit Heu und Stroh oder anderem anker args ernähren, wodurch"ſeine Erhaltung ſehr koſtbar wird.; Daß bey der Schäfereywirthſchaft im umgekehrten Falle, bey niedrigen, der Näſſe ausgeſetzten AFerländereyen, eine tro>kene Heideweide im Werthe ſteige, iſt bereits geſagt. ER: 37 60 Oekonomie. 1. Abſchn. (578) Die Benutzung der geringen; Weiden hängt in der Negel von einer A>erwirthſchaft ab. Die Fettweiden„+ die guten Nie- derungs- und Gebirgsweiden geben für ſich allein ohne eine Acker= wirthſchaft eine Neunte, können ſie. wenigſtens geben, wetn ſie in einer gehörigen Fläche vorhanden ſind.» Die geringen Niederungs- weiden, die trockenen Heideweiden und. Gemeinweiden laſſen ſich höchſt ſelten anders, als mit dem Haushaltsviehe einer Ac>er- wirthſchaft benutzen. Beiderley Grundſtücke, die Ackerländereyen, wie die Weiden, ziehen aus dieſer Verbindung Vortheil. Jene durch den Dünger, der: ihnen von auswärtigen Grundſtü>en zugeführt wird. Dieſe durch den Umſtand, daß ihr Ertrasß ganz vhne Capitalsanlage erlangt werden kann.„Denn ſollte ein Unternehmer ſolcher geringen Weiden wegen Vieh anſchaffen und etwas Gebäude errichten 3 ſo würde der natürliche Ertrag der Weiden von dem Aufwande verſchlungen, der- durch eine ſolche Art der Benutung erforderlich iſt. Dieſer Aufwand fällt aber bey der Verbindung mit einer Akerwirthſchaft dem Acker- bau allein zur Laſt. Dieſer bedarf des Nutviehes, um das er- bauete Stroh in Miſt zu verwandeln. Offenbar wird dieſer Zwe leichter erreicht, wenn der nächtliche Dünger von aus- wärtigen Weiden zu Hülfe kommt. Es leuchtet ein, daß dieſe Vortheile nur bey einem gewiſſen Verhältniſſe der Weide zu den Akerländereyen Statt finden fön nen. Wenn dieſe Weiden im Sommer mehr Vieh ernähren, als mit dem auf dem Acker erbaueten Strohe im Winter nußbbar erhalten werden kann 3 wenn alſo ein Aufwand nöthig iſt, um das fehlende Stroh zur Durchwinterung anzuſchaſfen 3 ſv geht der geringe Ueberſchuß, den die ſchlechten Weiden gewähren, wie- der verloren. Dieß geſchieht auch, wenn die Weiden zu ſtark oder'mit einer unpaſſenden Viehart beſetzt ſind. Wenn man Zuchtſchafe„auf moraſtige Niederungen treibt, und Kühe auf magere Sandflächen"und. dürre Heideweiden 3 ſo wird der Be- nußungswerth der Weide ſehr gering jeym.| “ Der gemeine Mann üÜberſchätt den Nutungswerth einer Weide in der Negel. Aus dieſem Grunde kommen- Gemeinwei= den ſelten zur Theilung, obgleich in dem Falle, wenn Grund- ſtücke dieſer Benutzung unterliegen, welche als Wieſe oder Aker: land benußt werden können, für das Nationaleinkommen großer Verluſt entſteht. Derſelbe beſchränkt ſich nicht allein auf die geringe Benutzung des Weidelandes ſelbſt, ſondern er geht auf die ganze Wirthſchaft der mit Gemeinweiden verſehenen Grund- ſtücke über. So lange ſie beſiehen, findet ein ſtarres Feſthalten am Herkommen Statt. So ſehr man auch von manchen Sei:- ten her das beſtehende Alte vertheidigt und ſo oft Neuerungs- ſüchtige auch das Beſſere angegriffen haben z ſo iſt doch darüber unter wahrhaft aufgeklärten Landwirthen kein Streit, daß Acker- bau in Verbindung mit großen Gemeinweiden, die einer ande- ren Benutzung fähig ſind, ſeine Theilnehmer in Armuth, Gleich- gültigkeit und Dummheit erhalte und die heranwachſende Gene: ration, weil ſie bey dem Weiden des Viehes verdorben wird, zur Unmoralität erziehe. Von den/Gärten. (579) D. Von den Gärten. Unter Gärten verſteht man eingezäunte oder eingefriedigte Grundſtü>e zu ſehr verſchiedener Beſtimmung, deren Cultur nicht durch Geſpannarbeit, ſondern durch Metiſchenhände be- ſchafft wird. Man hat Luſt- und Ziergärten', Blumengärten, Gemüſe- und Küchengärten, Obſt-, Gras-, Kohl- und Hopfen- gärten, auch Thiergärten, botaniſche u; ſ. w. Hier kann nur die Rede von Grundſtü>ken der Art ſeyn, die möglicher Weiſe eine Rente gewähren können." Die dem Vergnü- gen oder einer wiſſenſchaftlichen Forſchung gewidmeten Gärten liegen außer unſerem Bereich. Ein Gemüſe-' und Küchengarten iſt bey jeder Land wirthſchaft, ſie ſey klein oder groß, erforderlich, um darin die- jenigen Gewächſe zu erziehen, die größere Sorgfalt, als die Feld? früchte erfordern und zu ihrem frühen Gedeihen des Schübes der Gebäude oder Mauern und Zäune bedürfen; Wvo nur"der eigene Bedarf an Küchengewächſen berückſich tigt wird, da iſt gewöhnlich auch der Küchengarten mit dem Obſtgarten verbunden. Beſondere Grasgärten- zur Sommerſtallfütterung des Viehes anzulegen, wird wohl. nur in ſehr wenig Oertlichkeiten rathſam ſeyn, vielleicht dort, wo man die Miſtjauche vom Wirth- ſchaftshofe über ein zur Grägerzeugung paſſendes"Grundſtü> leiten kann. Die gewöhnlichen) Grasgärten, die man bey Wirth- ſchaftshöfen antrifft, haben mit einem Garten oft nichts, als den Namen gemein und gehören zu den Wieſen; Die ſogenannten Hauskoppeln, Wöhrten, Achterhöfe, oder welchen Provinzialnamen man Grundſtü&en giebt, die abwech- ſelnd mit Klee, Luzerne uud Wickengemenge und wieder mit Beha>früchten' angebaut werden, ſind nur dort von den Aer? ländereyen verſchieden, wo man eine freye Benutzung des ge: wöhnlichen Akers nicht kennt, und dort kann man ſie allenfalls zu den Gärten reern humoſe, düngende Theile in ihn geführt werden, wodurch er die Mittel zum fortwährenden Beſtehen die- ſer Wechſelwirthſchaft erhält und in den Jahren, wo er tro>en liegt, ohne Düngung reiche Erndten trägt z ſo iſt er ohne Zwei- fel ein ſehr ſchäßbares Grundſtü>,; Es gehört aber freilich zu einer regelmäßigen Benußung ei- nes Teiches entweder ſichere und bequeme Gelegenheit, gute Saßbfiſche ankaufen zu können, oder eine Verbindung mehrerer Teiche, ſo daß man ſich die Satzfiſche ſelbſt erzieht. Ein iſo- lixter Teich ohne dieſe Gelegenheit bey einem Gute bringt auch ſchon aus dem Grunde weniger Neinertrag, weil die Koſten der Aufſficht und. die Zinſen von dem Fiſchergeräthe bey einer unbe- deutenden Fiſcherey für jeden verkauften Centner Fiſche weit mehr, als bey einer großen, zuſammengeſetzten Fiſcherey betragen. Denn wenn die Teiche bey einem Gute nicht ſo viel Flächenraum ein- nehmen, daß ein Teichmeiſter mit ihrer Wartung hinreichend»be- ſchäftigt iſt 3; ſo wird entweder ihre Beaufſichtigung vernachläſ: ſigt, oder dieſelbe iſt zu koſtbar. Meyer in ſeinen Pachtanſchlägen berechnet den reinen Ex- trag von Einem Morgen der Teichwirthſchaft gewidmeten Lan- des mit 2 Thlr. 30 Mariengroſchen 4 Pf. hannöveriſch Caſſen- geld, welches noc mit Holzarten bewächſen, die entweder Nuß-, oder Brennholz liefern, oder beides zugleich, heißt ein Forſt. Forſte und Waldungen. (5383) Ein Wald iſt hiervon bloß dadurc< unterſchieden, daß darunter eine größere Fläche dieſer Benutßung gewidmeten Landes ver- ſtanden wird, Es hat eine Zeit gegeben, wo man die mit nußbaren Holz- arten beſtandenen Grundſtücke als einen unantaſtbaren National- ſcha betrachtet wiſſen wollte, auf den man die gewöhnlichen Grundſäte über vortheilhafte Benußung des Grundes und Bo- dens nicht anweiyden dürfe. Man fühlte wohl, daß ein der Holzzucht gewidmetes Grundſtü> die Coneurrenz anderer nuß- bringenden Grundſtücke ohne dieſe Augnahme von der Regel nicht beſtehen könne. Eine geläuterte Forſchung über die Quetlen des Nationaleinkommens hat die Unzwe&mäßigkeit jener Anſicht dar- gethan, und die eifrigſten Waldwirthe geben zu, daß richtigen Gewerbsgrundſäten nach kein Grundſtü&E der Holzceuttuy gewid- met werden ſollte, welches durch dieſelbe weniger reinen Ueber- ſchuß als bey Feiner ehemaligen Beſtimmung gewährt. Bey. Ermittelung der Frage: ob ein gegebenes Grundſtü> vortheilhafter', als, Acker oder Wald benußt werden könne? muß zunächſt. unterſchieden werden, ob die Rede von einem mit ſchlazbarem Holze beſtandenen Grundſtück ſey, oder ob ein bis- her als Ac>er benutztes Grundſtü> der Holzzucht gewidmet wer- den ſoll, Im. erſteren Falle wird bey einem forſtmäßigen Betriebe, der die Erhaltung der Benutung berückſichtigt, bey einigermaßen gün- ſtigen Holzpreiſen, die Neunte des zur Holzzucht gewidmeten Grundſtücks nicht geringer ſeyn, als die Nente, welche daſſelbe als Aerland geben würde. Ganz anders verhält es ſich jedoch, wenn der letztere-Fall zur Betrachtung kommt. Die Beſamung des bisherigen AFerlandes iſt ohne einigen Capitalaufwand nicht zu vollführen. Das Wundmachen des B0- dens und Aufſtreuen des Samens koſtet etwas, mehr nv) der Samen ſelbſt. Es iſt ferner die junge Holzſaat unter Aufſicht zu ſtellen, wenn ſie gedeihen ſol. Dieß alles zuſammengenom- men verurſacht einen directen Aufwand. Noch bedeutender iſt die entbehrte Nuvung, welche dieſes Grundſtü> als Ackerland brachte. Sey ſie auch noch ſy gering geweſen, und habe jährlich nur 3 bis 6 3G. pro Morgen be- tragen; ſo eniſteht in 49 Jahren durch Anrechnung der Zinſes- zinſen ein ſv bedeutendes Capital, daß es ſelbſt bey hohen Holzpreiſen durch den Holzwerth nicht aufgewogen wird, der ſich dann anf dem Grundſtücke vorfindet. Es folgt hieraus, daß bey allem Geſchrey über Holztheu» rung dieſes Product noc vor der Verwandlung in Ackerland zu ſchüßen, wenn es auch erweislich bey dieſer Benutzung eine genügende Rente abwirft, Findet ſich eine Gelegenheit, den ganzen Wald loszuſchlagen und das in demſelben befindliche Holz in Capital zu verwandeln z ſo, können nur andere Rückſichten den Waldeigenthümer beſtim- men, die biSherige, regelmäßige und pflegliche Benußung eines Waldes dem gänzlichen Niederſchlagen deſſelben vorzuziehen. Denn bey der Leichtigkeit, für ein Geldcapital in jebiger Zeit hobe Zinſen zu erhalten, iſt nicht ungewöhnlich, daß die Zinſen für ein aus dem Verkaufe des Holzes. gelöſtes Capital dem reinen Ertrage des Waldes bey ſeiner vorigen Benußunz ganz, gleich ſind, und daß ſo noch der-Eigenthümer'des Waldes zum Ackerbau einen zeichen Boden gewonnen hat, der bey dieſer andern Benutzung keine geringere Nente, als bey der ehemaligen Forſtnuznng abwirft. Der übermäßigen Verringerung der Forſten bey einem Land-= gute wirkt die Betrachtung entgegen, daß ein ſo voluminöſer Artikel/ als das Holz, zum eigenen Bedarf durch die Schwie: rigkeit der Anfuhr aus einiger Ferne ſo vertheuert wird, daß die Fuhrkoſten ba!d mehr, als den Werth des Holzes betragen, und dieſen leicht um das Doppelte, ja Dreyfache überſteigen können, Wir nehmen z, VB, an, daß eine Klafter oder 108 Cubikfuß tro- &enes Holz die Ladung für 4 Pferde betrage, Die Arbeit eines ſolchen Viergeſpannes koſtet dem Landwirth im Durchſchnitt in der Regel täglich 1 Thlr. 15 Sgr, Muß das Holz alſo zwey Meilen weit gefahren werden und koſtet im Walde ſelbſt pr. Klafter zwey Tha!er; ſo hat es am Orte des Verbrauchs einen Werth von 3x Thlr. Das Holz von Forſtgrundſtücken, dem Verbrauchsorte ſo nahe gelegen, daß in Einem Tage mit Einem Geſpanne vier Klaftern angefahren werden können, ſteigt dann ſo im Werthe, daß in'dem nahen Forſt die Klafter 3x Thlr. werth iſt. Muß das Holz aber 4 Meilen mit gefahren werden, ſo beträgt das Fuhrlohn ſchon 3 Thlr,, und dann iſt die Klafter Holz, am Orte des Verbrauchs erzeugt, 48 Thlr. Zuweilen können Forſtgrundſtü>ke dem Betriebe der Land- wirthſchaſt dadurch Vortheil bringen, daß ſie eine Gelegenheit Torfmoore, Braun- und Steinkohlenlager u. ſ, w. (585) zum Verdienſt für die Geſpanne im Winter darbieten. Bey dem langen Winter in unſerem Clima, in welchem die eigentlichen Acterbauarbeiten ruhen, vermindert eine ſolche einträgliche Nez benbeſchäftigung, als das Verfahren des Holzes im Winter iſt, die Wirthſchaftskoſten ſehr und hebt dadurch den reinen Ertrag des AFerbaues. Nicht weniger einflußreich iſt das Vorhanden- ſeyn des Brennholzes auf einem Landgute für die Anlage der einträglichſten techniſchen Nebengewerbe, als Branntweinbrenz: nereyen, Bierbrauereyen und Ziegeleyen. Es macht einen groz ßen Unterſchied in dem Betriebs- Capital, welches zu ſolchen Anlagen gehört, ob der Unternehmer Beſitzer des Brennholzes iſt, oder ob er es kaufen muß. Im erſten Falle verwandelt er häufig ein todtes Capital in ein zinstragendes. Im zweiten Falle gehört ein um ſo größeres Anlagecapital zum Betrieb eines Gewerbes, als der Ankauf des Holzes. koſtet. Bey Mangel an Abſaß für das Holz giebt der Betrieb ſolcher holzbedürfenden Nebengewerbe die erwünſchteſte Gelegenheit zur Verſilberung des Products der Forſtgrundſtücke. Außer dieſen weſentlichen Vortheilen, die die Verbindung der Forſten mit AFerländereyen hat, gewährt dieſelbe auch meh- rere Annehmlichkeiten. Der Freund der Jagd findet bey derſel: ben mehr Unterhaltung, die Wälder gewähren den Feldern etwas Schut gegen Stürme, und die Exiſtenz der ärmeren und arbei- tenden Claſſe iſt durch das Vorhandenſeyn einiger gut beſtandes- nen Forſtgrundſtü>ke erleichtert, Bey der Veranſchlagung der Einnahmen aus denſelben kommen nur immer die als Verfkaufs- waare brauchbaren Brenn- und Nutzhölzerx in Anſa. Die vielen kleinen Abgänge an Brennmaterial, die ein gut beſtandener Hochwald an troFenen Zweigen giebt, obne daß die geringſte Mißhandlung der Waldbäume Statt findet, ſind ſehr bedeutend, Aber ſie gewähren deßhalb dem Forſteigenthümer keine directe Einnahme, weil ihre Einſammlung gerade ſo viel koſtet, als ihr Werth als Brennmaterial beträgt." Deſſen ungeachtet hat dex Eigenthüner eines Landguts bedeutende indirecte Vortheile von dieſen Abgängen, Sie befriedigen für die ärmere Volksclaſſe in ſeiner nächſten Umgebung ein ſehr dringendes Bedürfniß, verhin: dern dadurch den Ruin an Zäunen, Brücken und Pflanzungen, und erleichtern offenbar dem Arbeiter ſein Beſtehen. Die Arbeit des Holzeinſammelns wird in ſolchen Zeiten verrichtet, wo es vhnedieß nichts zu verdienen giebt, Erwägt man dieß alles; ſo wird man die gut beſtandenen Forſtgrundſtücke ihrem wahren Werthe nach. würdigen und nicht zu voreilig für Vermehrung der AFerländereyen allein ſorgen, G. Von Torfmooren, Braun- und Steinfohlenlagern, Gyps8-, Kalf- und Steinbrüchen, Von dieſen oft ſehr einträglichen Gegenſtänden eines Land- gutes iſt hier nur in ſofern. die Nede, als ſie in das Ganze eingreifen und die Nugungen anderer Grundſtüce erhöhen,"Ein Torfmoor verdient dieſerhalb doppelte Berückſichtigung Ein- mal kann ein ſolches Grundſtü nach dem Austorfen jn eine 63 Oekonomie. 1. Abſchn. (536) gute Wieſe verwandelt werden, wenn die Beſtandtheile des Bo- dens und der Waſſerſtand dieſer Verwandlung günſtig ſind, Zweytens erleichtert der Beſitz eines reichen Torfmoors die An- lage von techniſchen Gewerben, zu welchen Brennmäterial erfor- derlich iſt. Sowohl dieſer letzteren Rückſicht wegen, als auch zur Anlage eines Torfſtichs zum Verkauf kann ein zu jeder an- dern Benutung ganz unfähiges Grundſtü> hohe Wichtigkeit er- langen. In Gegenden, wo der Holzwerth gering iſt, ſind bey weitem nicht alle Grundſtü>e bekannt, die einen brauchbaren Torf enthalten. Je mehr die Induſtrie ſteigt, um ſv ſorgfälti- ger forſcht man nach unterirdiſchem Brennmaterial, und es wer- ven noch ſtets bedeutende Entde>ungen in dieſer Hinſicht ges macht. Bey dem Kauf eines Gutes iſt das Vorhandenſeyn, eines brauchbaren Torflagers ſtets eine ſehr wichtige Sache. Ebenſo gehören Braun- und Steinkohlenlager zu den An- nehmlichfeiten eines Landguts ,. wenn bey ihrer Erwerbung in pecuniärer Hinſicht dort, wo ihre Benußung im. Gange und der ſich ergebende Ueberſchuß bekannt iſt, auch ein eigentlich lucra- tiver! Handel nicht zu machen iſt. Gyps und Kalkbrüche gewähren außer ihrer baaren Einnah- me, wenn ſich zum Verkauf Gelegenheit findet, den Vortheil, daß man beide Materialien in größerem Maaße als Düngungs- mittel anwenden könne, wie es dort möglich iſt, wo ſie aus weiter Ferne zur Achſe herbeygefahren werden müſſen. Kalk und Steinbrüche zur Benutzung als Baumaterial im Bereich des eigenen Gutes zu haben, hat nicht minder hohe Wichtigkeit. Je näher ſolche Gegenſtände bey dem Orte ihrer Anwendung angetroffen werden, je mehr beträgt der natürliche Werth derſelben. Er wird ſehr bald gleich 0, wenn ſie weit transportirt werden müſſen. H. Von den gewöhnlichſten Berechtigungen der Landgü- fer, die eine Rente gewähren. Es gehören hierher alle Nutzungen, die der Beſißer. eines Landguts von Grundſtücken hat, die nicht ſein Eigenthum ſind, ſondern einem Andern gehören. Selbſt auf Perſonen und auf den Betrieb. mancher Gewerbe erſtreckt ſich nach dem Feudalſy- em die Befugniß der bevorrechteten Güter, Abgaben zu erhes- en oder Dienſtleiſtungen zu verlangen. Die bekannteſten Berechtigungen dieſer Art ſind: 1) Das Recht auf Frohnen(Hofedienſte/ Robott), 2) Das Zehntenrecht. 3) Das- Weiderecht. 4) Der Getränkebannm. 5) Das Mühlenrecht. 6) Der Geſindezwang. 7):Das Jagdrecht, Jurisdiction und Patronatsrecht gehören in ſofern nicht hieher, da ſiezeigentlich nie-ein Einkommen gewähren ſollten. Wo dennoch durch die erſtere ein ſolches erlangt wird, da iſt entweder die Geſezgebung eines Landes mangelhaft, oder ſie Von. den Berechtigungen. (587) wird von dem JFnhaber nicht als ein moraliſches Inſtitut he: trachtet, 1) Das Recht, Arbeitsleiſtungen von Andern zu verlangen, war ehemals faſt bey allen großen Gütern in Deutſchland anzutreffen, In neuern Zeiten ſind dieſe Verhält- niſſe in einigen deutſchen Staaten geſetzlich aufgehoben. Die Belaſteten haben ſich dieſer Verpflichtung entweder durch Land, Rente an Geld oder Getreide, oder durch Bezahlung eines Capi- tals entledigen können, Wo dieſe Dienſte noch geleiſtet werden, da beſtehen ſie in Geſpann: oder Handdienſten, zuweilen in beiden zugleich, ſind gemeſſen, d. h. die Arbeit, welche ein Dienſtpflichtiger leiſten muß, iſt beſtimmt; oder die Dienſte ſind ungemeſſen und. wer- den nach Tagen verrichtet. Die gemeſſenen Dienſte, wo feſtſteht, daß der Dienſtpflich- tige eine Fläche Aer pflügen, eggen, mit Dünger befahren, auch wieder aberndten muß z daß er eine namhafte Quantität Getreide nach einer gewiſſen Stadt fahren, oder aus einem Walde eine beſtimmte Quantität Holz heran holen muß, ſind dem Berech: tigten vortheilhafter und.dem Dienſtpflichtigen nicht ſo unange- nehm, als die nach Tagen zu verrichtenden Dienſte. Jn ſofern die Beſchaffenheit der geleiſteten Arbeit nicht in Betrachtung kommt, wie z. B. bey Fuhren, haben ſolche Dienſte einen feſt- ſtehenden Werth und ſind andern Naturalgefällen ganz gleich zu ſehen, Kann man einen Wispel Getreide z. B. nicht unter zwey oder drey Thaler zur Marktſtadt ſchaffen, ſo darf man nur die Zahl der Wispel, die durch die Hoſedienſte verfahren werden können, mit dem Fuhrlohn multipliciren, um den Betrag des von einem Dienſtyflichtigen. jährlich zu fordern habenden Dien- ſtes dieſer Art zu ermitteln. So' iſt es mit Holz und andern Fuhren, Nicht denſelben Werth haben die Bea&erungsdienſte, weil die Art der Arbeit und wie ſie verrichtet wird, einen ſo, großen Einfluß auf die Erndte hat, daß durch ſchlechte Ausrichtung leicht ein viel geringerer Aerertrag erlangt wird, als der ganze Werth der Arbeit, wenn ſie gut verrichtet würde, beträgt. Gewiſſe gemeſſene Handdienſte in der Erndte, wenn die Pflich- tgen eine beſtimmte Fläche Getreide abbringen müſſen, ſind von großer Wichtigkeit für den Berechtigten bey großem Grundbeſiß, weil er ſeine Früchte durch ſolche außergewöhnliche Hülfe in der paſſendſten Zeit und ohne Verluſt unter Dach bringen kann, Wenn beide Parteien, die Berechtigten und die Pflichtigen, von dem Geſetz gleich behandelt werden; ſo habcn die gemeſſenen Dienſte weiter nichts Gemeinſchädliches, Die nach Tagen zu leiſtenden Hofedienſte. aber ſind ſitten- verderbend und koſten dem Pflichtigen mehr, als ſie dem Berech- tigten nüen. Der Lebiere und ſeine Aufſeher ſinnen ihrerſeits ſtets darauf, die Kräfte der Pflichtigen auf alle Weiſe zu benu- ben 3 dieſe dagegen ſuchen fich zu ſchonen und den Tag mit ſo geringer Arbeit hinzubringen, als möglich." Wenn dieſe da- durch unmerklich zur Faulheit und Indolenz geführt werden, ſo ärtet das Beſtreben jener nicht ſelten in Herrſchſucht und ljeblo- 70 Oekonomie. x. Abſchn. (533) ſes Betragen gegen die Arbeiter aus und führt das unglückliche Verhältniß herbey, was im noxdöſtlichem Europa das herrſchende iſt... Der Dienſtyflichtige betrachtet den Gutsherrn als ſeinen Unterdrücker, gegen den jede Liſt und heimliche Selbſthülfe er- laubt ſey. Dieſer hält den dienſtpflichtigen Bauer für einen ausgemachten Schurken, gegen den man ſich auf alle mögliche Weiſe ſicher ſtellen müſſe,„Die Entwickelung wahrer Humani- tät, wozu das Menſchengeſchlecht beſtimmt iſt, wird durch die: - fes unſelige Verhältniß in doppelter Hinſicht aufgehalten, Ein- mal weil ein Volk, welches ſeinen Boden größtentheils in ſol- erbau mit ſehr geringem baa- ren Gelde betrieben werden kann. 2) Das Zehntenre:, auch Körnerzehnt, wenn der Zehntherr nur auf die Körner Anſpruch hat; Naturale zehnt, wenn er von allen Erzeugniſſen des AFers ſeinen An= theil erhält; Blutzehnt, in ſofern dieſe Abgabe das zugezo= gene Vieh betrifft; Bey der Lehre über Werthſchätung des.A>erbodens iſt ges zeigt, wie ſchr die zehntpflichtigen GrundſtüFe an Werth ver- lieren. Dagegen gewinnen die zur Erhebung des Naturalzehn- ten berechtigten Güter durch den Zuſchuß an Dungmaterial von außerhalb ſehr. Da der Betrag dieſer Abgabe eben ſo ſehr von dem Cultuürzuſtand der pflichtigen Grundſtücke, als von dem. bey der Erhebung des Zehnten gebräuchlichen Herkommen abhängt, vb nämlich dem Zehntherrn eine große Strenge zu Gebot ſteht, ſich den nominellen Antheil zu ſichern,*oder ob die Zehntpflichtigen ſchon Mittel gefunden haben, eine weniger ſtxenge Erhebung einzuführen; ſo laſſen ſich keine Grundſätze zur SRONUNG des Zehnten nach der Fläche der zehntpflichtigen Aecker feſtſtellen, ſon- dern mati muß denſelben nach dem Durchſchnitt der Zehntregiſter berechnen.| 3) Das Weidereckerländereyen, Wieſen, Weide- grundſtücken und Forſten; die einem, Fremden zugehören, in der Regel mit dem Grundeigenthümer gemeinſchaftlich 3 zuweilen iſt dieſer aber ganz von der Weidebenutzung ausgeſchloſſen.„Vor- zugsweiſe bezieht ſich in dem größten Theile Deutſchlands dieſe Berechtigung auf die Schafhaltung, Die Bevorrechteten, in der Regel die größeren Güter, dürfen allein Schafe halten und die triftleidenden Ae>er müſſen zur Schafweide nach Fewiſſen Re- geln liegen bleiben. Der Beſitzer darf ſie»in jedem dritten oder Brachjahre weder beſäen; no beliebig a>ern, ſondern muß damit ſich näch gewiſſen Termitien richten. Nach der Aberndtung be- treibt ſie der Weideberechtigte entweder ſogleich mit ſeinen Vieh- beerden, oder er muß dem Eigenthümer die Vorweide geſtatten, und darf ſeine Berechtigung erſt nach einem beſtimmten Termine, Michaelis, Gallus oder Martini ausüben. Dieſe Berechtigung hät eine Zeit lang, wo die Schäfereyen einen ſo hohen Ertrag gewährten, einen großen Werth gehabt. Wer ſie mit bedeutenden Schafheerden ausüben darf, iſt durch den nächtlichen»Weidedünger im Beſitz eines großen Zuſchuſſes für die Cultur ſeiner privatw benutßten Grundſtü>ke. Da aber die Eigenthümer der der Weideberechtigung unterworfenen Grund= ſtücke alles thun, um die Benutzung des Berechtigten zu ſchmäs- lern 3; da überhaupt jede Verbeſſerung von Grundſtücken mit ge- theiltem Benutungsrecht fern gehalten wird, und da das Weide- vieh auf ſolchen Grundſtü>en wenigſtens eine ſehr ungsleichmäz: ßige Nährung findet, in jedem Falle der Aufſicht entzogen wird 5 ſo iſt eine Abfindung durch Land, wenn ſie im Wege des Ver- gleichs zu erlangen iſt, in den meiſten Fällen der Augühung dieſer" Cultur hinderlichen Berechtigung vorzuziehen. Seitdem die aus dem Mittelalter herſtammenden Verhältniſſe des Grund- beſites theilweiſe wieder aufgehöben ſind, und der natürliche Zu- ſtand der Dinge wieder eingetreten iſt, ſind merkwürdige, vorher 72 Oekonomie. x. Abſchn. (590) zie geahnete Aufgaben gelöſet wordert. Man hat durch zweck- mäßige Vorbereitung des Landes zur Weide dieſe ſo nahrhaft zu machen gelernt, daß man mit Einem Zehntheil künſtlich angeſäe- ter Weide daſſelbe leiſtet, was das Ganze. bey einer&eniein- ſchaftlichen Benutzung kaum gewährte. Vor dem Verfahren, den Werth einer Weideberechtigung auszuntitteln, und danach: die Entſchädigungsfläche zu beſtim- men, iſt hereits oben bey der Werthſchäzung der Weidegrundſtü- >e ſelbſt geredet worden,' - 4) Der Getrännkebann. Es wird hierunter die Berech- tigung verſtanden; für einen gewiſſen Bezirk'Bier und Brannt- wein ausſchließlich anfertigen zu dürfen. Da dieſe Einrichküng der allgemeinen Gewerbefreyheit entgegen iſt und gewinnſüchtige Inhaber dieſer Berechtigung veranlaßt, durch übermäßige Preiſe für'Getränke den Einwohnern des Bezirks eine Perſonenſteuer aufzulegen, ſo hat die Geſeßgebung in neuerer Zeit dieſe Berech- tigung entweder ganz aufgehoben, oder wenigſtens beſchränkt. Wo dieß nicht geſchehen iſt, da greift die Augübung der Bier- brauerey und Branntweinbrennerey durch die Gelegenheit zur Düngererzeugung bedeutend in den Akkerbau ein. Der käufliche Werth dieſer Berechtigung kann nur aus rich- tig geführten Nechnungen entnommen werden, Selbſt dieſe ſind ein ſehr unrichtiger Maaßſtab, indem es ſchwer iſt, zu ermit- teln, welchen Antheil am Abſaße die Billigkeit und Sachkennt- niß des Jnhabers,; und welchen dagegen die im Bannbezirk befind- liche Einwohnerzahl darauf ausgeübt hat; Wer ſchlechte Getränke anfertigen läßt und ſolche theuer verkaufen will, wird die Bann- pflichtigen reizen, beſſere und wohlfeilere Getränke von außer- halb-einzuſchleppen, was nicht leicht verhindert werden kann. Bey der Würdigung dieſer Berechtigung wird alſo der Werth der Gebäude und Geräthe und ihre zweckmäßige Einrichtung die hauptſächlichſte Rü>ſicht verdienen. /Nächſidem iſt es freilich ſehr viel werth, ſolche Gewerbe mit einem bequemen und ſichern Abſatz anfangen zu' können. Nur darf man für die hieraus ent- ſpringende Einnahme, wegen der Unſicherheit in der Fortdauer, kein größeres Capital zahlen, als ſich nach der Berechnung zu 15. bis 20 Procent. Zinſen ergiebt. 5) Das Mühlenrecht, darin beſtehend, daß ein Guts- beſitzer verlangen kann, daß die Einwohner eines gewiſſen Be- irks ihr Getreide in ſeiner Mühle mahlen oder ſchroten laſſen, iſt, wie der Getränkebann, durch* Uſurpation ſehr aus8gedehnt worden. Denn wenn der Müller ſich mit dem geſetßlichen Lohne begnügt und das Mehl gut anfertigt; ſo wird jeder Einwohner am liebſten in der nächſten Mühle mahlen laſſen. In dieſem Falle würde aber das Mühlengewerbe keinen Vortheil abwerfen, auf. dem ſich ein Capitalwerth der bloßen Berechtigung wegen baſiren ließe. Dieſer in einigen Ländern ſehr hoch getriebene Capitalwerth der Mühlengrundſtücke war bloß daher entſtanden, daß die Müller gegen die Geſetze ein höheres Mahllohn nahmen, als ihnen dieſe feſtſezen» Es iſt daher auch gar nicht zu ver- j wundern, wenn der Capitalwerth der alten Mühlengrundſtü>e durch Einführung der Gewerbefreyheit wieder auf ſeinen eigent- lichen Betrag berunter ging. Von den Berechtigungen, (591) 6) Der Geſindezwang. Dieſe aus dem Mittelalter ſtam- mende Berechtigung erlaubt dem Gutsbeſiter, ſich ſein Geſinde aus einem gewiſſen Bezirk für einen feſtſtehenden, ſehr geringen Lohn auszuwählen. Wo dieſe Berechtigung etwas gemildert iſt, da hat jeder in dem Bezirk eines bevorrechteten.Gutes-ge- borne Menſd) die.Verpflichtung, ein oder zwey Jahre dem(Guts- herrn für den feſtgeſehten geringeren Lohn zu dienen, und erlangt nachher ſeine Freybeit, ſich beliebig einen Dienſt zu ſuchen., Wo ſie ſtreng ausgeübt wird/ da wählt der Bevorrechtete aus dem ganzen'"Dienſtperſonale ſeines Bezirks ſich ſeine Dienſtvoten aus, und er kann eine Perſon mehrere Male zu dieſem Zwangsdienſt auffordern, wenn ſie noh unter den Dienenden iſt. Durch Ver- heiratung erlanzt ſie Befreyung von dieſer Verpflichtung, Erfahrne und intelligente Landwirthe, die da wiſſen, daß det freye Menſch, ſelbſt als gemeiner Dienſtbote, mit gutem Willen unendlich mehr leiſtet, als der gezwungene Sclav, machen vo dieſer Berechtigung jetzt gar keinen oder doch nur einen ſehr ein- geſchränkten Gebrauch. Sie zahlen dem zwangsweiſe ausgewähl= ten Dienſtboten einen ſolchen Lohn, als er anderwärts erhalten haben würde, verſteht ſich bey guter Aufführung, woraus alſo Srl daß dieſes Recht jebt gar keinen Capitalwerth mehr abe. 7). Das Jagdrecht, beſtehend in dem Vorzug, in einem gewiſſen Bezirk zur Erlegung des Wildes befugt zu ſeyn, hat auf den Betrieb der Landwirthſchaft nur in ſofern einen Ein- fluß, als es unangenehm. iſt, auf Grundſtücken A>erbau zu trei- ben, und einem Andern geſtatten-zu müſſen, daß er. das ſich dort vorfindende Wild erlege, vdex ſich gar über die Gebühr vermehren laſſe. Die directe Einnahme aus der Augsübung dieſes Rechts iſt nur in wenigen Fällen von Bedeutung, Fe HF. 0 Der Abdruſch des Getreides wird ſo weit vorzerü>kt ſeyn, daß der Wirthſchafts- Director überſehen kann, was ey verkaufen kann, um zum Verfahren die guten Wege und geſchäftsfreye Zeit zu benuten. Das auf dem Boden liegende Getreide wird indeſſen fleißig umgeſtochen. Die Ankäufe von Arbeitsvieß werden beſorgt, um Zeit zu haben, daſſelbe allmählig an das Localfutter zu gewöhnen und es in ſeinen Kraftäußerungen bey mäßiger Arbeit kennen zu ler- nen, damit man wiſſe, zu welchen Anſtrengungen die angekauf= ten Zugthiere bey der bevorſtehenden Beſtellung gebraucht wer= den können. Die Bea>kerungswerkzeuge werden ſorgfältig nachgeſehen, ausgebeſſert vder die ganz unbrauchbar gewordenen ergänzt. Das Maſtvieh wird verhandelt, wenn die Conjuncturen nicht ein längeres Zögern erheiſchen, damit der Verkauf vor Verzeh- rung des Futters, bewirkt werde, und man nicht gezwungen wird, aus Futtermangel um jeden Preis zu verkaufen, 74 Oekonomie: x. Abſchn. Februar. (592) Man. fängt nun auch an, Malz in Vorrath zu mächen und 94790: zu brauen, da beides in dieſem Monate':am beſtet geräth. Die Branntweinbrennerey wird ununterbrochen fortgeſetzt und der Viehhandel dabey mit Klugheit und Sorgfalt betrieben, Gegen die Uebervortheilungen der Schlächter ſichert man ſich durch ſchriftliche Accorde. 4 Das männliche Geſinde kann mit Häſelſchneiden in Vor: rath und andern häuslichen Arbeiten beſchäftiget werden, Oekonomie: Erſter Abſchnitt. Erforderniſſe zum Betriebe der Landwirthſchaft, (Fortſetung.) 2) Von den arbeitenden Kräften zum Betriebe einer Land- wirthſchaft. ad Menſcke, ſo wie 6). die Vorausbeſtimmung, Berechnung und Hinterlegung ol- ler nöthigen Wirthſchaftsbedürfniſſe für das laufende Jahr. Endlich und hauptſächlich 7). die Anordnungen über den Gang und die Ordnung der ein- zelnen Geſchäfte nach Maaß und Zeit. Von den arbeitenden Kräften. (565), Hieraus ergiebt ſich, daß der Dirigent einer großen Land- wirthſchaft vic“? nur bloß Landwirth, ſondern auch mit man- nichfachen Kenntniſſen ausgeſtattet, und Überhaupt ein gebilde-= ter Mann ſey, denn ex bedarf zu 1 und 2 Kenntniß der beſte- benden Lande8geſeze und Verordnungen, und vorzüglich in An- ſebung der Wahl ſeiner Gehüifen, Menſchenkenntniß und Prü- fungsgabe, vorzügliche Kenntniſſe in der praktiſchen, und insbe- ſondere, in der noch ſo wenig bearbeiteten ökonomiſchen Nechen- kunſt, und diejenigen Eigenſchaften, die man eigentlich bey ei: nem Finanzier verlangt, welche die Kunſt in ſich Faſſen, einen Inbezriff nutzbarer Dinge ſo zu behandeln, doß ſie ihrem Eigen- hülmer den möglichſt größten Vortheil gewähren; endlich wird ein Wirtbſchaftsdirigent dieß alles nur-alsdann 0 leiſten ver- mögen, wenn er wirklich ein wiſſenſchaftlich gebildeter Land= wirrh iſt. Rus der Natur'dieſer Geſchäfte gebt von ſelbſt hervor, daß alles auf die Integrität eines ſolchen Geſchäftsführers ankommt, und daß dieſe durch ſeine Stellung nicht gefährdet, dur unzei- tige Ein- und Zwiſchengriffe des Eigenthümers nicht zerſtört werde, weil ſich durcelungen zu gerathen. Die beſte Art und Weiſe, ſich die nöthigen arbeitenden Hände bey dem Landwirthſchaftsbetriebe zu ſichern, und dabey ſelbſt freye Hand zu behalten, wird immer die bleiben, neben dem unentbehrlichen Geſinde, eine Anzahl freyer Tagelöhner zu hal- ten, die, im Orte in gutsherrlichen Wohnungen ,. gegen billige Miethe wohnend, die Ausſicht haben, im ganzen Jahre hinreiz lichkeit erlangt haben, und nur diejenigen pflegen ſich dazu zu appliciren, welche bey ſtarker körperlicher Conſiitution bisher in guter Nahrung geſtan= den und nicht durch Dürftigkeit verkümmert ſind, und für der- gleichen kann auf obigem Wege jeder Gutsbeſitzer ſelbſt ſorgen. Der Geldpreis der gewöhnlichen Handarbeit in den ländli- ' 4"--/<4 Gemüſe E p'. 2. SN 1:7 iB NI ELIS 2 Scho> Käſe ö 4 2 0); 2-=<-=-=- Branntwein 4==== Leinwand zu- Schürzen u. ſ.. w. 24 Elen O3 SEE EIE 1 316.170 7 SORG DRHEP EIN DEU RR HÖ T. SE TW RE HRMGGENN 2I0D8SS Lohn-, Mieth- und Jahrmarktsaeld. W2-=-=<=-==<=- Für Licht, Wohnung, Bett, jährlicheyAb- nutung 4 5 J EE 0 75 Thir. 15 Sgr.=Pf. wonach das Tagewerk. aus 7% Sax. und im Mitteipreiſe des Roggens zu 1 Thaler auf x Schefel zu ſiehen kommt."Dage- gen iſt Lohn und Beköſtigung in denjenigen Gegenden, welche nur leichten, armen, ſandigen Boden haben, an 29 Vrocent ge- ringer, als der eben angegebene Saß, weil bekanntlich dort die Arbeit leichter und die Betöſtigung mindern Umfangs iſt, auch bedürfen die Arbeiter hier in der Thät weniger zum Lebensun- terbalt, weil man allemal finden wird, daß in Ländern, wie z+ B. Oſtfriesland, die Magdeburger Börde, das Fürſtenthum Halberſtadt, die Anhaltiſchen Herzogthümer, der gemeine'Mann bedeutend ſtärker von Körperbau iſt, als in den Sandgegenden der Mittelmark Brandenburg, des Fürſtenthums Lüneburg u. w., und da erſtere auf gleicher Bodenfläche bey weitem mehr lei- ſten müſſen, und ſolches auch können, als leßtere, ſo verſteht ſich von ſelbſt, daß auch ihre Nahrungsmittel der Maſſe näch größer ſind.; Die Lohnſäte und der Betrag für den Unterhalt des Geſin- des ermäßigen ſich ferner noch nacy Maßgabe der Qualität der Dienenden, nämlich Kleinknechte, Enken(in der Provinz Sach: ſen und in Anhalt), Ochſenjungen u. dal. pflegen bedeutend ges ringer in Lohn zu ſtehen, weil ſie, oft noch unausgewachſen, weniger leiſten können, und alſo auch weniger zu unterha!ten koſten. Manche, z. B. die Ochſenjungen, welche bloß das Hü» ten und Vortreiven der Wechſelochſen beſorgen, werden da, wo .. öpper ginnen energe nnr nner IETI eer Oekonomie. 1. Abſchn. (570) man mit Ochſen pflügt, gewöhnlich nur für den Sommer ange» nommen, Eine gleiche Ermäßigung findet in Anſehung des weiblichen Geſindes, nämlich der Haus- und Viehmägde Statt, wo der Lohnſatz in Gelde von 10 bis 24 Thaler ſteht, und im Ganzen der Unterhalt mit dem Lohne auf 59-- 70 Thir, zu ſtehen kommt. Außer den hier in Bezug genommenen Abwechſelungen in den Koſten des Geſindes, erſcheint der Geldwerth der Arbeit in denjenigen Gegenden geringer, wo bey geringer Bevölkerung auch die Lebensmittel und Bedürfniſſe einen geringern Sachpreis baben z in ſolchen Gegenden kommt der Mittelpreis des Noggens nur auf 2 Thaler zu ſtehen, und es richten ſich hiernach auch die Lohnſäte und Unterhaltskoſten des Geſindes und der Arbei: ter. Nach dieſen Umſtänden und Unterſcheidungen kommt der' Preis der Arbeit nach Tagewerken folgendermaßen zu ſtehen, wenn der Mittelpreis des Roggens 1 Thaler iſt: männliche Tagewerke Getreidedreſhen x Scheffel oder.- 3++ 73 Sgr. Erndtearbeit 5 Scheffel 7 Metzen.-+ 93 bis 13x= gewöhnliche Arbeit 23 Metze. X?« 5= im Durchſchnitt aller Arbeit auf 4 Meten.. SEINER Knechtsarbeit in guten Gegenden im Durchſchnitt aller Arbeiten 4 Mepen.. 8. FE 7.= dgl, in armen Gegenden 3x Mete« 350 6- weibliche Tagewerke der Mittelſaß aller Arbeiten kommt hier zwiſchen 22=- 32 Metzen oder auf«+» 56=7 Sgr. zu ſtehen, in ärmern Gegenden aber auf 27%-- 22x Meten oder auf.. 4-4= und es ermäßigen ſich dieſe Säße um*, wenn der Mittelpreis des Roggens provinzenweiſe nur auf 3 Thaler ſteht. Dagegen ſind die Lohnſäte und die Unterhaltungskoſten für das Aufſichtsperſonale allerdings größer, und richten ſich dieſel ben allemal nach der Stellung des Dienenden und nach einem beſondern Vertrage; man kann darüber alſo keine treffende An= gabe für alle Verhältniſſe machen. Die Schafmeiſter mit ihren Knechten pflegen in der Regel nicht ganz auf den Fuß des gemeinen Geſindes behandelt zu wer- denz; gewöhnlich bekommt der erſtere einen beſtimmten Geldlohn nebſt einem Deputat in Naturalien, und iſt verpflichtet, ſeine Knechte ſich anzuſchaffen, ſie zu lohnen und für ſie zu haften, wogegen er aber auch Miteigenthümer an der Schäferey iſt, in- dem er einen Theil eigne. Schafe beſigt und von dieſen den Nu- ben bezieht, 5yne jedoch für Futter und Weide etwas zu bezah- len. Dieſes Verhältniß, welches aus ſehr frühen Zeiten her- ſtammt und ſehr allgemein iſt, hat jedoch ſeit Einführung der feinen ſpaniſchen Schafe, da, wo die Schäfereyen aus ſolchen beſtehen, manche Abänderung erlitten und exiſtirt theilweiſe nicht 4500 weßhalb anderweitiges Abkommen getroffen zu werden yflegt. Die Viehwärter, in ſofern ſie nicht Viehhirten ſind, pfle- gen mit den übrigen Knechten in Lohn und Koſt gleich zu ſtehen, wogegen Hirten bey anſehnlichen Heerden etwas höher gelohnt Von den arbeitenden Kräften. (571) werden, und gewöhnlich, wie die Schafmeiſter, auf Contract zu ſtehen pflegen, b) Geſpann. Man bedient ſich zu den verſchiedenen Geſpannarbeiten ſo- wohl der Pferde, als der Ochſen; es können jedoch erſtere durch letztere niemals ganz entbehrlich gemacht werden, weil die Pfer- de einen mannichfaltigern Gebrauch geſtatten, und die Arbeit mit denſelben raſcher von ſtatten gebt; die Ochſen werden daher in der Regel nur zum Pflügen und Düngerfahren und zu andern nicht preſſanten Nebenfuhren gebraucht.. M: Das Geſpann muß ,. in Abſicht auf ſeine Tauglichkeit und Angemeſſenheit, nach der Bodenqualität ausgewählt werden, und ſonach kann man die Pferde, welche in Aerwirthſchaften verwendet werden ſollen, zu. drey verſchiedenen Arten annehmen, nämlich die. größten und ſchwer- ſten Ackerpferde für den ſtärkſten Marſch- und Klayboden) wo- zu man häufig nur Hengſte nimmt, einen mittlern Schlag für minder ſtarken Höheboden und den kleinen Schlag für Mit- tel- und leichten Boden z; und nach dieſem Bedürfniſſe unter» ſcheiden ſich allerdings auch die Koſten der Unterhaltung und der nöthigen Werkzeuge, folglich auch der Preis der damit zu leiſtenden Arbeit. Bey Veranſchlagung dieſer Koſten wird hier bevorwortet, daß die Zinſen vom Werthe des Schiffs und Ge» ſchirres(ſiehe dieſen Artikel unter 3.) ſofort mit in den Anſchlag aufgenommen werden, in ſofern nämlich dieſe Gegenſtände le- diglich auf die Geſpannärbeiten berechnet ſind. Der natürliche Abgang an Pferden wird nach dem dienſtfähigen Alter der Thiere berechnet und alſo angenommen, daß, wenn ein Aerpferd vor dem fünften Jahre nicht angeſpannt werden darf, es acht Jahre brauchbar bleibt, wonach mithin jährlich x ſeines Werths auf Ergänzung des Geſpannes gerechnet wird. Die Preiſe des Kör- nerfutters ſind nach dem muthmaßlichen Selbſtkoſtenpreiſe, und die des Rauhfutters nach dem Werthe, zu welchem ſie gewöhn- lich beym Nutzwerth ausgebracht werden, angenommen; hiernach kommen zu ſtehen:/ 4 Pferde a 120 Thlr,. 480 Thlr. Scuiff und Geſchirr 2 DOI auf 730 Thlr, Davon Zinſen a 4 Procent, 4 4 An Futter pro Stü&>X 13 Metze Roggen und 1x Mete Hafer, 8 Pfund. Heu, 14 Pf. HäFſel und Streuſtroh, im Ganzen alſo auf 1 Jahr. 31 Thlr, 18 Sgr.--Pf. 136 Sc). 14 Mz. Nog. 3 20 Sgr. 91 12=--- 436 5:5 14 5=:'+Hafer ar 12: 1=<9> 54 25- 1062- Ctr. Heu 3 7 Sgr. 2 Pf. 24 18 186 Ctr. Winterſtroh 3 15 Sar. 9 Abgang an Pferden x des Capitalwerthes 60 Abgang an Schiff und Geſchirr 20 Procent 50 Medicin und Curkoſten- pro.Stü> 15 Sgr. 2= Ganzer: DUBTIHeR: 2. 34 2105%.-48 8-0 Smi 331 Thir, 22 Sgr.--Pf. SKS ZS | 84 Oekonomie. 1x. Abſchn. (572) Uebertrag 331 Thl. 22 Sgr.=Pf. Hierzu der Unterhalt und die Löhnung eines Knechts und eines Enken a 752 711 PHI g NENE WERE TIW SDWDERY. 1 2200072 022 115 2053 462 Thl..7 Sgr.= Pfs Davon Zinſen a 4 Procent 18(1978 19 1.44 2 400767 betragen ſämmtliche. Koſten 470 Thl. 21 Sgr. 9Pf. Bey'Annahime von 300 Arbeitstagen koſtet ein ſolcher mit 2 Menſchen und 4 Pferden im Durchſchnitt 1 Thlr. 17 Sgt. Dieſe verrichten täglich: Pflugarbeit beym Umbruch höchſtens 3 Mrg. koſtet ver Mrg. 15 Sgr. 3 Pf. beym Wenden-- 4-- ai 1 urn NEI DE CMLTGE EID.NEIN beym Saatpflügen= 5-- DE BE EPI IS EREN 13 Gee IGE 135 Durchſchnitt E 12 Sgr. 3 Pf. wobey indeſſen vorauszuſczen, daß weder zu naſſes Wetter, noh zu große Dürre den Boden, im erſten Faile zu ſchwer, und im andern zu feſt gemacht habe, Umſtände,' die jedoch nicht in der Regel ſind, wie es dena übrigens auch noch darauf ankommt, daß die Feldertheile nicht zu kurz und ſchmal ſind, weil ſonſt durch die öftern Pflugwendungen viel Zeit verloren geht 3; Berge und andere Terrain-Hinderniſſe bringen dieſelbe Wirkung hervor. Eggem y Bey dem hier in Rede ſtehenden ſchweren Boden iſt dazu die Vorarbeit des Zerſchlagens der Erdklöße und Schollen nöthig, und ein Mann pflegt hierunter 1= 13 Morgen täglich zu be- ſchien; indeſſen wird dieſes weit leichter durch das Walzen ex- reicht, was do< obnehin geſchehen muß, es iſt indeſſen zur Zeit noch nicht in allen Gegenden zur Regel geworden. Wieviel Mor- gen man tägli) eggen könne, bängt zum großen Theil von der geometriſchen Figur des Feldes ab; da aber in vielen Gegenden, die ſchr reichen Boden haben, die Felder noch dergeſtalt in viele lange, ſ 112. 01 55) 2m a 80-6 0DZ Durchſchnitt 1:20250 4 Sgr. 8 Pf. Dieſe Sätße werden jedoch nur erreicht bey ſehr tro>&nem Wetter und mittelmäßig ausgetro>netem Boden, und bey einem Werkzeuge von angemeſſener Größe und Sc B32. 4.2. EE R Ee 3 El AARE 11 15 Das Einfahren des Heues kann gewöhnlich nicht in ſo ſtar- ken Ladungen beſtehen, theils weil die Wieſen oft entfernt ſind, und weil die Leichtigkeit des Heues ſein Volumen vergrößert, welches bey den ſchlechteſten Gräſern, 3. B. den Seggearten, ſehr ins Große geht, ſo daß ein großer Wagen doch oft nur halb ſo viel faſſen kann, als er Getreide faſſen würde. Etwas ähnliches findet beym Verfahren der Wolle und des Hopfens Statt, ſo fern man die Kunſt des Aufladens. nach Art der Frachtfuhrleute nicht verſtebt. Bey dieſen und den Getreide: markt- Fuhren kommt jedoch Entfernung und die guten oder ſchlechten Wege in Betracht, und wenn gleich man beym Fracht: fuhrweſen auf Kunſtſtraßen auf jedes ſtarke Pferd 13-18 Ctnr. Ladung rechnet, ſo kann doch im landwirthſchaftlichen Verhält: Oekonomie. x. Abſchn. (574) niſſe hiervon keine Norm entnommen werden, weil theils Unge- wohnheit beym Vieh, theils zu großer Zeitverluſt dieß verbietet z wiewohl auf der andern Seite es ebenfalls zu wünſchen ſeyn möchte, die Ladungen den Geſpannkräften gehörig anzupaſſen, aber auch das Geſchirr danach einzurichten; wogegen gewöhn» lich der entgegengeſezte Fall Statt findet, und alfo die Koſten unnüßb vermehrt werden. Wie ſchon vorhin angezeigt worden, vermindern ſich die Koſten) des Pferdegeſpannes nach der Stärke des Bodens, der hierunter das Nöthige beſtimmt", indem nämlich bedeutend min» der ſtarke Pferde, leichteres Futter, wenn auch der Quantität nach nicht wenigeres, endlich leichtere Akerwertzeuge erforderlich ſind, und ſonach beſchränkt ſich ein ſolches Viergeſpann auf circa 300 Thaler, und in den leichten ſandigen Gegenden auf 250 Thae ler jährliche Unterbaltungskoſten, jedoch ohne den Knecht. Wenn gleich aber die Stärke des Bodens den angezeigten Maaßſtab hierunter andeutet, ſo darf man doch, wie die Zablgrößen auch ſchon andeuten, nicht eine abſteigende Progreſſion vorausſeten, welche mit den Erträgen im graden Verhältniß ſtände, weil al- lemal die Flächengröße, ihre Geſtaltung und mancherley Locali- täten dabey mit in Betrachtung kommen, wovon hier nur das Mittel angegeben werden kann. Dieß gilt nun auch zum Theil noch im vergrößerten Maaßſtabe bey den Geſpannarbeiten der ODO<ſen; und man muß alſo auch bey dieſen auf das bey den Pferden Geſag= te Bezug nehmen. Häufig kommt das Ochſengeſpann, oder deſſen Arbeitsleiſtung, über Verhältniß theuer zu ſtehen, weil man ſchwa- großes Vieh einen Knecht, der im Winter die Fütterung und im Sommer das Hüten beſorgt, und Von den arbeitenden Kräften. (375) die eue pn a den Tagelöhnern zum Umſpannen vortreibt, für welches alles er«nicht anders, als ein Grasknecht ge:ohnt und gehalten werden kann, Hiernach ergeben ſich folgende Kos ſtenſäte: 24 Stück Ochſen der größten Art ,- köſten im vierjährigen Alter, in welchem man ſie gewöhnlich einkauft, nach jetzigen Mittel- preiſen zu 50 Thaler 1200 Thlr. Schiff und Geſchirr 288- 1488 Thlr, davon Zinſen zu 4 Pro,,-++ 59 Thlr, 15 Sgr, 7Pf. pro Stü>k 120 Centver Futter a 2880 Ctnr, 2.7 STT2PD. 5. 633= Abnubung durch Alter und Krankheit, in- dem die Mehrzahl doch am Ende noch einen Kaufwerth be- hält, 4 Proc. vom Einkaufscapital ,. 43=- Abgang vom Schiff u. Geſc Pf. wogegen, wenn ſie allein zum Pflügew dienen ſollen,(was je- doch nicht allgemein iſt) die Koſten der Tagewerke höher zu ſtez ben kommen. Eine mittlere Qualität der Zugochſen beſchränkt, vermöge des geringern Preiſes, und eines Futterſaßes von gewöhnlich nur 60 Ctnr., endlich“ des minder theuern Geſchirrs, den Ko= ſtenſaz auf 41 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf. für die Arbeit vor ein Paar Wechſelocl1lg e- mein zur Arbeit gebraucht, da ſie ohnehin, bey richtiger Ver- pflegung, durch ihre Erzeugniſſe mehr einbringen, äls durch ihre Arbeitsleiſtungen; man findet daher dieſe Gewohnheit auch nar in kleinen bäuerlichen Wirthſchaften,. 3) Von den erforderlichen Geräthen und den Saaten zum Betriebe einer Landwirthſchaft. Dieſe Gegenſtände ſind ſtets ein nöthiges Zubehör" einer Landwirthſchaft, und ihr Werth macht in der Regel einen Sheil des Kaufpreiſes der Güter aus; aber. auch ohne Rückſicht auf ein Kaufgeſchäft iſt es nöthig, den Bedarf zu kennen, um im Falle neuer« Anſchaffungen oder neuer Wirthſchaftseinrichtungen eine richtige Dispoſition zu treffen.; Auch bier kommt, wie bey Berechnung der menſchlichen und thieriſchen Arbeitskräfte, Vieles und beynahe Alles auf die Bo- denqualiiät an z; mehr untergeordnet erſcheint dabey die Felderge: ſtaltung und die Wirthſchaftsform. Die Zujammenſetzung jeder Wirthſchaft nach der Größe und Bodengüte bedingt alſo einen m. 87 Oekonomie.' x. Abſchn. (578) 3 .“größern oder enngen Bedarf ,“ eine ſtärkere oder ſchwächere Qualität der Geräthe und Werkzeuge; dieſe beſtehen gewöhnlie en, Forken, Maſchienen zum Futterſchneiden., dergleichen zum Reinigen des Getreides u. ſ. w. In manchen Gegenden wird nicht der ge= wöhnliche, ſondern. der WEGEN Hakenpflug gebraucht, z. B. in den Mecklenburgiſchen Ländern und in einem Theile der Pro- vinz Brandenburg 3; ein ſolcher iſt weit einfacher, als jener, und beſteht nur aus einem Balken, an welcher? die Pflugſchaar befes ſtigt iſt; geht dieſer Balken über ein Vorgeſtell mit zwey Rä- dern, ſo wird er Karrhaken genanntz der ſogenannte Nührha- ken iſt nicht ſehr verſchieden von jenem. - Die, Pflugſchaare und Hakeneiſen werden gewöhnlich, wie die Senſen, im Großen auf den Eiſenhämmern fabricirt, und als. dann nach dem Gewicht in den Handel gebracht, und nach dem Bedürfniß für Klay- oder Sandgegenden ſind ſie äußerſt verſchie- denz; derſelbe Fall findet Statt bey den Eggen und bey den Erndtewagen,. und. zwar in dem Maaße, daß man 3. B. einen Erndtewagen in Klaygegenden, ſeinen Dimenſionen und ſeiner Stärke nach, gewiß viermal größer findet,„als einen ſolchen in Sandgegenden. Jn letztern bedarf man mehrentheils nur Eggen mit hölzernen Zähnen, man hält Wagen ohne Eiſenbeſchlag, die ſehr leicht ſind, weil die zu exndtenden Maſſen nicht groß, die Wege ſchlecht ſind, und das Geſpannvieh klein iſtz der Koſten- aufwand hierunter wird alſo zum Ertrage in ein angemeſſenes“ Verhältniß geſebt. Man begreift dieſe Gegenſtände gewöhnlich unter der Be- nennung„todtes Inventarium“, au<„Schiff und Ge- ſchirr“z indeſſen gehören dazu doch auch noch mancherley an- dere Gegenſtände, nämlich die Pferde- und Ochſengeſchirre, Sättel, Halfter, Leinen, Taue, Riemen ,. Sä>e, Saatlaken (Säetücher), Korn- und Grasſenſen, Sicheln, Eymer, Molden, Schwingen, Körbe, Stri>e, Laternen, Tränktröge, Gefäße zur Butter- und Käſebereitung, nämlich Milchnäpfe, Käſetröge, ku- pferne Keſſel, Töpfe u. ſ. w.; Ihrer Natur.nach ſind alle dieſe Gegenſtände theils dem ei- gentlichen Feldbau, theils dem Nutviehſtande, theils der Wie- EDU gewidmet, oder werden auch für alle dieſe Branchen nöthig. Eine höher getriebene Cultur erfordert auch noch mauncherley andere Werkzeuge; dahin gehören vorzüglich der ſo nüßliche Ex- ſtirpator, die Drillſäemaſchiene, und andere Maſchienen der Art, die PferdehaXe oder der Häufelpflug, und mancherley andere Arten von Pflügen, als der Wieſenhobel, der Pflug mit dop- peltem Streichbret u. ſ. w. Die Anwendung dieſer Inſtrumente beruht indeſſen, wie ſich von ſelbſt verſteht, auf einem eigends darauf berechneten Culturplane, und auf der bereits als feſtſte- bend anzunehmenden“ Erfahrung für ihre Zweckmäßigkeit. Es kann daher zur Zeit, wo dieſe höhere Culturart noch bey weitem nicht ſehr allgemein geworden, auch deßhalb keine Norm für ihren Bedarf gegeben werden.] Es iſt bereits im Vorhergehenden gezeigt worden, daß es der verſchiedenen Bodenqualität wegen unmöglich ift, allgemei- Von den nöthigen Gebäuden. (579) ne Säße anzugeben, die den Bedarf an fodtem Jnventarium ausdrücken, zumal jede Wirthſchaft aus verſchiedenen und oft aus den ungleichartigſten Theilen zuſammengeſetzt iſt, dergeſtalt, daß ſchwerer uyd mittler, wie leichter Boden, nebſt reichen und ſchlechten oder" gar keinen Wieſen, das ganze Beſihbthum aus- machen. Dieſe Umſtände haben gleichfalls den größten Einfluß auf den Bedarf an. Saatgetreide und andern Sämereyen, welche ebenfalls zum todten Jnventario gehören; denn man ſieht ein, daß deren Quantität und Werth auf gleichen Flächen ſehr verſchieden ſeyn muß. Das Bedürfniß großer Wirtbſchaften in reichem Boden, 3. B. im humoſen Klay und andern dahin gez hörigen thonigen Bodenarten, erfordert eine ſtarke Einſaat bis auf zwey Scheffel für den Morgen, und zwar Früchte von hö: berm Werth, näm!ich Weizen, Rübſaat, Lein-u. ſ. w., woge« gen der Sandboden nur Früchte geringern Werthes trägt, und die Einſaat bey demſelben bis unter die Hälfte des obigen Maas ßes herabſinkt. Die Feldereintheilung und die Fruchtfolge maa X mit und zu andern Orundſtü>en ſteht. Dieſes Vere fahren gehört der Grundveranſchlagung„an, und dürfte für dies ſen Ort am meiſten geeignet ſeyn; wir führen indeſſen dieſen Gegenſtand an dieſer Stelle noch nicht aus, ſondern wenden u zuvor noh zu den fernern Betriebgerforderniſſen z dahin ges jvren 4) die nöthigen Gebäude. fß Auch in Anſehung dieſer kann, aus denſelben Gründen, die vorſtehend angeführt ſind, kein allgemeiner Maaßſtab des Beo darfs angegeben werden. Kommt es auf Herſtellung ganz neuer Gebäude- und Gründung einer neuen Wirthſchaft an, ſo' muß ein vorläufiger Bauanſchlag gemacht werden; dieſer kann ſich jedoch nur auf einen vorhergehenden Anſchlag vom wahrſcheins| lichen Ertrage der Fläche des Gutes gründen. Letterer muß nachweiſen, die zu gewinnenden Maſſen an Getreide im Stroh, an Wurzelgewächſen, Heu und allen ſonſtigen Früchten, woz= nach ſich denn auch, auf den Grund gewiſſer Futtergaben,“der Art des Futters und der vorhandenen Weide, das erforderliche Geſpann= und Nutvieh, nach Art und Zahl, ergiebt, worauf der Raumbedarf, folglich Umfang und Größe der Gebäude, bes rechnet wird, Bey Ermittelung dieſes Raumbedarfs„haben indeſſen die Baukundigen ſelten den rechten Weg gewählt; denn, indem 37* Shim winngentnreroneen“ GEE" 92 Dekonomie. x.'Abſchm (580) man es ihnen» gewöhnlich überließ, jenen bkonomiſchen Vorätt: ſchlag ſelbſt, nach einem allgemeinen Leiſten, zu machen, unbe kümmert ob..er auf den'gegevenen Fall"'paßt oder micht/ unter» ſchieden ſie das Volu ven gewöhnlich nach Schatken, Stiegen, Haufen, Mandeln ,' welches. überall unbeſtimmte Größen findz ſo; wie. es. denn auch nicht“hinreicht, bloß die StütFzahl'des Viehes, ohne Rückſicht auf ſeine Qualität, nämlich Größe, Stärke und Fytterbedarf,. zu berechnen,- Wenn 3. B.. für ein Schoc> Garben 240 Cubikfuß, und. für einen Centnex. Heu. 14:Cu- bikfuß Räum berechnet werden., ſv dürften höchſtwäahrſcheinlich ſelbſt ſtarke“Weizengarben weniger, und ſchlechtes Heu bey weiz tem mehr Räum, andererſeits das. leere Stroh wiederum mehr, als Heu"utid Garben erfordern. Es muß aber bey Berechuung dieſes“ Bedarfs" auch auf die Gelegenheit und die vrtliche Ge: wohnheit"Rüſicht genommen werden... ſowohl Getreide, als Heu und''Stroh, in ſogenannten] Mietben vder Diemen, in der Nähe der'Scheunen„aufzubewahren, welches auch ſehr haufig beym Kartoffelbau. geſchiebt, wo dieſe. Miethen auf.;dem. Felde ſelbſt"gemacht werden. Es kann. alſo nur ein vichtiger vfonomi= ſcher Voranſchlag"einen richtigen Bäuanſchlag begründen, wenn man nicht Gefah laufen will, entweder zu große,„oder, zu leine Gebäude zu bauen, Der degenwärtige Zuſtand der Viehzucht erfordert ebenfalls ändere Rückſichtsnahmen bey Bauanlagen ,.:als in frühern Zeis ten genommen zu werden pflegten... Ein. Schafſiall für gemeines Lätndvich Fämn anders eingerichtet. ſeyn. als. ein ſolcher. für. feine Raſſe Schafe, wv man beſonders den Mutterſchafen mehr Plaß, als gewöhnlichem Vieh einräumt, auch zwe>mäßigere, und etz was mehr. Raum einnehmende Raufen anbringt; und ein. Maſt» M bedarf wieder andere Einrichtungen, falls die Mas tung dieſer"Viehart anhaltend. betrieben wird„. wodey wieder die Rückſicht auf die Raſſe, wegfällt. Bey dem Bau-dey Rind= viehſtälle“ kFomint zes, neben..der raſſenmäßigen Stärke. des.Viec hes„auf“ die möglichſte Nähe der Futtervorräthe und zum Theil auf das Futterwaterial ſelbſt an, 3. B. bey der Verfütterung der Abgänge aus einer: Bray=, und. Brennerey, weßhalb die Futz tergänge, die Abzüge und Canäle darauf-angelegt. werden. müſs ſex„.:y0d/- din nauf- Zuzucht' berechneter Nindviebſtand erfordert noch„mehzere: Räune für! das Jungvieh verſchiedenen Alters 3 etwas Aehnliches. findet bey"Stütereyen Statt. "VVey Güterkäufen und Pächtungen, tritt häufig. der; Fall, ein» die Wivthſchaftsgebäude nicht bloß auf ihren brauchbaren baultz djen Zuſt&nd', ſondern auch auf ihre Zweckmäßigkeit in. der. Au» lage! zu prüfen,"und es können. auch biebey, obige allgemeinen Momente als Wegweiſer für dasjenige. dienen, was man abzuz ändern und zu ergänzen oder zu erweitern hat, welcher letztere Fall bey Uebernahme ſehr alter Wirthſchaftsgebäude. und Anla» gen, in unſern Zeiten gewöhnlich einzutreten pflegt, wobey es denn wohl kommt", daß dergleichen Gebäude oft nur einen ſehr geringen Werth haben, wodurch dann ein neuer Capitalaufwand erforderlich wird, Von.dem erforderlichen Nußvieh. (531) 5), Von dem erforderlichen Nutvicehe in den Landwirth- „“ ſchaften. Unter'Nutzvieh verſteht man diejenigen Vieharten, welche einen unmittelbaren Nußven, entweder ſofort durch Verkauf gan- zer Stü>e(Maſtvieh, junges Zuchtvieb), vder durch. ihre Pro- ducte(Wolle, Milch, Butter,'Käſe', Fleiſch,“Talg, Häute) ge- währen, und alſo dem YArbeitsvieh entgegengefebt ſind, weldjes ſeinen Nuten durch die Arbeitsleiſtung ausbritgt. Die Nußviehhaltung iſt ſehr verſchieden, und richtet ſich nach der Zuſammenſetzung der Beſizung.; Im Allgemeinen wird dieſe ſtets zwey Hauptarten, der Nutviehhaltung an die. Hand. geben, nämlich, man richtet dieſelbe entweder. auf die Schafzucht, oder auf den Rindviehſtand, leztern mit oder ohne. eigne Anzucht, und nicht immer wird der Fall eintreten, daß beide Vieharten von derſelben Fläche mit Vortbeil in einiger Menge können gehalten werden. Hierbey verſteht fich, daß, wenn von Vieb- zucht überhaupt die Rede, damit nicht das Halten einiger Haus- halts- Kühe oder Schlachthammel zu verſtehen iſt, Außerdem iſt noch die Pferdezucht in großen Anlagen, Stu» tereyen genannt, Gegenſtand. der landwirthſchaftlichen Thä- tigkeit 3 ſie hängt jedoch mit dem eigentlichen'Feldbaue nicht ſo nothwendig zuſammen, als jene beiden Vieharten, und ihr Be- trieb ſezt vielmehr eine beſondere:Localität und Beſitzesverbält- niſſe voraus. Daß Übrigens. hin. und. wieder“ in eigentlichen Getreidewirthſchaften ebenfalls einige Pferde gezogen; werden, iſt eime Ausnahme von der Negel, und nur unter beſondern Umſtänden vortheilhaft, Ferner endlich geſtatten die Verhältniſſe auch öfters noh, neben jenen beiden Haupt- Vieharten Schweinezucht: zu trei- ben, oder Schweine zur Maſtung zu halten ,' indem ſie ma= ger eingekauft werden; endlich in gleicher Art Federvieh zur Zucht und zur Maſtung.| Da alle Viehhaltung den Zwe hat, das in der Beſitun erzeugt werdende Futter am zwe&Emäßigſten und mit möglich geringen Koſten conſumiren zu laſſen, um daraus Producte für den Markt zu gewinnen, auch den nöthigen und für die Wirth- bt) ſich 9 daß man IB ſchaft tauglichſten Dünger zu erhalten, ſo ergie ſowohl die aus dem Feldbaue hervorgehenden Winterfuttermaſ- ſen, als au!) die vorh8ndene Weide auf dem Felde, im Walde vder ſonſtigen Revieren, gebörig Überſchlagen und nach ihren Eigenthümlichkeiten beurtheilen muß, um abnehmen zu können, für welche Viehart beides ſich am beſten eigne. Felder von ſan= digem Gemenge und hoher Lage eignen ſich am beſten für Scha- fe, weil" nür dieſe die dort wachſenden feinen Gräſer zu conſy- wiren vermögen; auch die Nade!lholz-, Birken- und Ei enwal- dung, Welche"eine kurze trockne Weide giebt, iſt ihnen angemeſ- ſen, weil überhaupt dem Schafe eine naſſe tieflicegende Weide ſchädlich„iſt 3 qualificirt ſich hiernach das Grundſtü>“ vorzugs- f tität des'für den weiſe für das Schafvieh, ſo wird die Qua NN"7De) Winter gewonnen werdenden Futters, mit Rückſicht auf die I Weide für den Sommer, die Summe des Viehſiandes beſtim- men. Man würde dagege in demſelben Falle, wenn die Wei- ENE EE EEE EHS ABEC A:. J I Dekonomie. x. Abſchy. (582) dereviere niedrig belegen wären, Waldweide krmangelte 7 und das Acerfeld den Mangel beider durch hinreichende Größe, wels zahl beur« theilt 3 deßhalb ſind darüber im Allgemeinen folgende Reſultate der verſchiedenen und am meiſten vorkommenden Verhältniſſe zu beachten und zwar beym Hornviehſtande.-- Kühe--Molkereywirthſckt, Das junge Vieh muß hierbey allemal beſonders geweidet, oder in beſondere Koppeln eingehegt werden, DiEPRS Dieſe Molkereywirthſchaften findet man vorzüglich in Strom» thälern, oder auch in Höhegegenden mit ſchwerem Boden und gu- ten Wieſen und Weiden, wo ſich der Ackerboden zur Schäferey Nicht eignet. Bey dergleichen Boden kann es aber auch auf den Fall vorgezogen werden, einen Kuhſtand, und nicht Schafe zu alten, wenn die natürlichen Weidereviere, und ſelbſt die Wie- ſen, ganz oder zum größten Theile, fehlen 3; denn da jener Bo«- den nicht ſtets geeignet iſt, dem Schafvieh eine geſunde Acker- weide zu gewähren, weil er gewöhnlich entweder nicht hinrei- chenden, oder ſchlechten natürlichen Graswuchs hat, indem ſich auf demſelben oft nur ſolche Pfkanzen vorfinden, die einen rei- ergemenge mit andern Beſitzern, keine Gemein- weide und Triftrechte Statt finden), eine Schlagwirthſchaft ein= uführen, wobey man gewöhnlich Klee, Luzerne oder Esparcette bit, einen. Theil dieſer Futterkräuter zu Heu macht und einen Schlag für den Weidegang auf Klee liegen läßt, oder auch. das Ganze auf vollkommene Stallfütterung anlegt, und einen Theil Futterkräuter grün conſumiren läßt, Der leßtere Fall muß in ſofern als die beſſere Wahl gelten, da jene Futterkräuter auf dergleichen reichen Boden-einen ſtarken Ertrag geben, und es unangemeſſen ſeyn würde, dieſen durch Weidegang conſumiren w laſſen, wobey durch den Viehtritt zu viel verloren geht. enn dagegen das eben erwähnte Verhältniß auf Mittelboden Statt findet, und es aus ähnlichen Gründen auch hier vorzu- ziehen wäre, einen Kuhſtand, und keine Schäferey, zu halten, ſo würde hier doch die Nutung des angeſaamten rothen Klees durch Weidegang vorzuziehen ſeyn, weil hier die Schläge ge2 wöhnlich weit größer, dagegen die Erträge weit geringer find, und die Koſten des Hauens oder Grünfutters auf dem Stalle die Sache minder vortheilhaft machen. Außer dieſen Fällen kann man Veranlaſſung haben, Wolke: reywirthſchaft im Großen, ſelbſt bey einem Beſizthume zu trei= ben, das leichten A>erboden hat, falls nur die Wieſen und Weidereviere von guter Qualität ſind, und zwar wird man die- ſes thun, wo der AFerboden an ſich keine gute Schafweide ge- währt, Nebenhütungen in Wäldern u. ſ. w. fehlen, und die eig- nen Weidereviere für Schafvich zu tief liegen, außerdem aber auch das Bedürfniß an nöthigem Dünger groß iſt; letzteres kann allerdings der Fall ſeyn auf leichtem kaltgründigen Boden, wo zwar der Schafdünger vorzuziehen ſeyn würde, wenn man ihn Unter dieſen Umſtänden nur in Menge beſchaffen könnte; in diez * ſer Beziehung iſt es, wenn die Beſitung groß genug iſt, oft paſſend, den Kuhſtand zu beſchränken, und neben demſelben we- nigſtens eine Hammelſchäferey zu halten, weil für dieſe, da ſie nur zum Schlachten geweidet werden, ſelbſt eine fehlerhafte Wei- de noch nüßhlich iſt. Es wird alſo ſtets die Zuſamwmenſezung der Beſitung, oder die Qualität ihrer einzelnen Theile, den nächſten Beſtimmungs- grund für die Wahl der einen oder der andern Hauptviehgatz= tung an die Hand'geben z entfernter liegt die Nüdſicht auf den Betrieb einer Brauerey und einer Branntweinbrennerey, deren Abgänge ſich ſtets mehr zum Hülfsfutter für Hornvieh, als für Zuchtſchafvieh eignen, wobey man indeſſen auf hinreichendes Rauhfutter bedacht ſeyn muß, wenn man von jenem den res ten Nuten ziehen wilt. - Wenigfr wichtig erſcheint bey der Wahl des Viehſtandes die wohl in neuerer Zeit aufgeworfene Frage: ob das natio2 nale Bedürfniß an thieriſchen Producten überhaupt für die Horn2 viehzucht ſpreche 2 Wir müſſen für Deutſchland überhaupt, und für Norddeutſchland insbeſondeve, dieſe Frage unbedingt beja- hen, da unſer Hornviehſtand noch keineswegs unſern Bedürfniſ- ſen an Producten davon entſpricht, und wir zum großen Theile noch vom Auslande mit guter Waare, zu theuren Preiſen, verſehen werden, unſer eignes preiswürdiges Product alfo, 96 Dekonomie. x. Abſchr. (534) ſich noH auf lange hin und um ſo mehr guter Preſſe zu erfreuen Haben wird, als die Schafzucht in der That Yung auf Koſten des Nindviehſtandes, am unrechten Orte und mit Schaden, bes trieben wird. Außer der obengedachten, im Großen zu treibenden, Molke» reywirthſchaft, pflegt dabey noch beabſichtigt zu werden die Anzucht jungen Viehes zum Verkauf, zum eignen Bedarf und die Nindviehmaſtung, Erſtere pflegt da am vortheilhafteſten zu ſeyn, wo hinreis in Deutſchiand überhaupt, und der gelähmten merkantiliſchen und induſtridſen, Thätigkeit, wels t, und ſo ſteben wir jebt auf»dem Puncte, wo die Summe der Schafe, beſonders in Norddeutſch» land, ſid) alsbald verdoppelt*), und hauptſächlich dazu beyge- tragen hat, daß der geſammte Landbau eine ganz andere Ge- ſtalt gewinnen konnte. Schon für den preußiſchen Staat allein, der jeht an 14 Millionen Schafe hat, iſt dieß eine Sache von großer Bedeutung, da man, den Wollertrag eines Stü>s im Durchſchnitt nur auf 2 Pfund angenommen, 254,545 Centner Product berechnen darf, deſſen Mittelpreis zu 80 Thaler die anſehnliche Summe von mehr als zwanzig Millionen Thaler, Und nach- Abzug eines Drittels Productionskoſten, noh. über 13x Million reinen Ertrag gewährt. Dieſe Veränderung iſt indeſſen gerade nicht durchaus als das Product genauerer vorhergegangener merkantiliſchen Specu- lation und Berechnung anzuſehen, ſondern als ein Reſultat mannichfaltiger Veränderungen im Gebiete der Nationalwirth- ſchaft„ worüber hier ein Mehreres nicht geſagt werden kann z es iſt indeſſen auch für jetzt nicht überflüſſig, beym Berricbe ei- ner Wirthſchaft die Frage: welche Vieharten und in welchem Maaße und Verhältniß unter ſich und zum ganzen Beſitthume man halten ſolle? aufzuwerfen, und zutreffend zu beantworten. Wir baben. vorſtehend bereits die Fälle angedeutet, in welchen man Schafe halten könne und müſſe, ſv wie diejenigen, in wel- e an gu» tem Fleiſche, welches indeſſen wohl weniger in den Sitten, als in dem Umſtande liegt, daß im. Allgemeinen dem Publicum kein utes Fleiſch dargeboten wird, und die Ausnahme hiervon auch fiets mit ſehr hohem Preiſe vergeſellſchaftet war 3; Producenten haben es- daher bis jezt im Ganzen noc< immer mit Verſor- gung des Marktes durch altes Brakvieh bewenden laſſen, und die Conſumenten haben damit zufrieden ſeyn müſſen, Es ifi nE ena EEN zar ähem 100 ODekonomlos. x, Abſchn. (583) indeſſen aber anch in Bezug auf. lehkere nicht zu längen, daß die Märkte für fettes und gutes Fleiſch nur in großen und volks reichen Städten zu ſuchen ſind, und daß in volksarmen Gegen: den hierauf kein ſonderlicher Etat zu machen iſt. Ta das Viehmäſten im Großen überhaupt als eine Kunſt betrachtet werden muß, in ſofern ſie nämlich nicht bloß auf Fettweiden betrieben wird, ſo. ſteht ihr Fortſchreiten alsdann zu erwarten, wenn die Producenten es vermögen, den Markt mit utem Fleiſche zu mäßigen Preiſen zu verſehen 3; denn nur dieß ann vermehrten Begehr und Conſumtion veranlaſſen 3 in einem ſolchen Falle wird nicht mehr das Alter der Thiere allein den Beſtimmungsdrund für das Augmärzen abgeben; man wird im Gegentheil auch junges Vieh, welches zum Fettwerden und zum Fleiſchanſeten ſich erfahrungsmäßig„und nach ſeiner Con» titution am beſten eignet, für die Maſtung und für den Markt beſtimmen, und dadurch dieß Nebengeſchäft zu einem Hauptges ſchäfte erheben, wenigſtens in den Gegenden, wo einer zahlz reichen Bevölkerung der Vortheil davon vald bemerklich wird. Sc war, und dieſer ſich mit dem Mel- ken der Schafe, aus ganz natürlichen Urſachen, nicht vereinigen läßt; man findet daher dieſe Nutungsart nur noc< hin und wieder beym gemeinen Mann für ſeine kleine Haushaltung, nie- mals aber in veredelten Schäfereyen 3 jedoch pflegt man ſelbſt proße Heerden gemeinen Landviehes in der Nähe volkreicher Städte noch auf Milch zu benutzen, weil man zuweilen daran beſondern Geſchma> findet und ſie gut bezchlt wird, welches nur allein dem daraus entſtehenden Verluſte an Wolle die Wage halten kann 3; voraus8geſetzt nämlich, daß das mehrere und kräf» tigere Futter, welches dem Viehe in der'Milchzeit gegeben wer- den muß, durch den Milchpreis auch noch mit übertragen wird. Es bat mit dieſer Benutzungsaxt ungefähr eine ähnliche Be» wandtniß, als mit der ehemals allgemein, jezt nur no in wes nigen Fabrikgegenden Üblichen zweymaligen Schur der Schafe, welche ebenfalls deren Kräfte, wo nicht zwiefah, doch zur Un- zeit gegen den Winter hin, und dadurch vermehrten, Futterbe- darf in Anſpruch nimmt ,' ein Verfahren, welches. indeſſen nur durch jebt nicht mehr haltbare Meinungen verſchiedener Fabri- kanten, welche die zweyſchürige Wolle unentbehrlich finden wol: len, bis jebt oM unterhalten, ſich aber ganz, verlieren wird, wenn die Kenntniß von den ſo verſchiedenen Wollſorten im Lande, und die Kunſt des Sortirens der Wolle weiter verbrei» tet ſeyn werden. Schweinezucht und Maſtung. Dieſe hängt von beſondern localen Verhältniſſen ab, und das Schwein gehört nicht zu denjenigen Vielharten, die, wie gezeigt worden, als nothwendig und u nentbehrlic bey jeder Landwirthſchaff vorhanden ſeyn. müſſen. Dieſe Unent- behrlichfeit gebt aus der Natur des' Vodens und ſeiner Erzeug» niſſe hervor; lektere beſtehen größtentheils in Pröducten,= in ſofern dieſe nämlich auf den Viehſtand bezogen werdeu,= die Von dem erforderlichen Nutßvieh. (589) nur für wiederkäuende Thiere nußbay ſind; da aber die Schwei- ne weder Heu, noch Stroh conſumiren, vielmedr ganz anderes Futter und eine"verſchiedene Behandlung erfordern:' ſo iſt die pd dieſer Dhierart: allemal von beſondern Umſtänden- ab» gängig. s"ote dieſelbe mit dem Hornvieh» und Schäfftande in glei: ebe Rechte treten; das heißt» in verhältnißmäßig gleicher Quantität in jeder Wirthſchaft erzeugt werden, ſo würde, we: nigſtens für mehrere Srenzländer und Provinzen, däzu zuvor nöthig ſehn)"daß fremde Länder", dere“ Bevölkerung, Kunſtge* ſchi>, Bedürfniſſe" und Ac>erbau"gegen den Deutſchlands" noh weit zurück ſteht, uns nicht mit dieſer Viehart zu wohlfeilen Preiſen verſorgten, oder mit andern Worten: es müſſen dieſe Preiſe nicht ſv gering ſeyn,'daß wir, vermöge unſerer künſt: lichen Production, nicht im Stande ſeyn ſollten, ſie nvo< wohlfeiler zu liefern, das einzige Mittel, ausländiſche Vera käufer vom dieſſeitigen Markte auszuſchließen, Die Frage: warum dergleichen Völker dieſes Vieh wohl: feiler, als wir, produciren? liegt in dem noch keineswegs rich» tig, gewürdigten- Umſtande, daß ein Nachbar(Volk, Staat näm» lich), deſſen. Boden, der innern ſocialen Verhältniſſe des Volks und deſſen. eigner Uncultur wegen, noch gar feinen oder einen ſebr geringen Werth bat, ſich nur eben ſo: verhält, wie etwa ein noch auf der Stufe des Hirtenlebens ſtehendes Volk, mit dem, wegen. ſeiner nur ſehr geringen Bedürfniſſe, ein wirklicher. Han» velsverkehr nicht zu treiben iſt, und. dem: man nur ſein. Vieh, welches in der Regel entweder ohne allen Geldverlag, oder vers mittelſt ſehr geringen producirt wird, der Wohlfeilheit wegen obfauft, welche leßtere uns die Koſten eigner Productivn und auf dem Böden oder dem Gewerbe haftenden'Staatsabgaben zum Theil erſpart z; ein Verhältniß; wodurch dem Producenten eine Gelegenheit genommen wird, Boden, Arbeit und Geld auf dieſe Production mit Erfolg zu verwenden, dem Conſumenten aber zu nichts hilft, da er vom wohlfeilen Einkaufe nichts pro- fitiren kann, weil dieſer durch Handelsprofit, Staats8abgaben und Transportkoſten dennoch in die Höhe getrieben wird. In ſolchen eben"geſchilderten Ländern lebt das Schwein über Sommer. äuf Feldern, Lüchern', Lehden und Wäldern, wo es die Erde' aufbricht, und daſelbſt Gewürme, Wurzeln, Gras, Eicheln- und Buchenſamen aufſucht, Dinge, die an den Stel- len, wo fie ſich finden, ſonſt gar keinen Werth haben würden. Jn unſerem Lande dagegen hat eine beſſere AFercultur die WÜ» Feneyen, großen Wälder und Lücher beſchränkt; genaue Land- wirthe laſſen kein Schwein. auf die Felder; und es kommt vaber in Anſehung der Schweinezucht darauf an, ob für die Sommers nahrung derſelbem hinreichende Lücher, auch Brücher genannt, d. i. mit Waſſer angefüllte niedrige Gegenden oder Lehden, die weder zur Nindvieh-, noch Schafweide paſſen, vorhanden ſind andererſeits darauf, ob man durch gewiſſe Abgänge in der Wirth- ſchaft, durch Gelegenheit zum WObiban im Stande iſt, das Wiwy»- terfutter in Maſſen wohlfeil genüg zu beſchaffen.| Man wird alſo Schweinezucht im Großen treiben können, wo oben angedeutetermaßen Sommerweide iſt; und dieſe muß uothwendig mit Waſſer verſehen ſeyn, weil das Schwein, ſeiner 102 Oekonomie. 3x. Abſchn. (590) Natur nach, ein Thier von reizbarem Temperamente, das Waſe« ſer inſtinctmäßig liebt, und dadurch vielen Krankheiten, vorzüg« lich der ihm eignen entzündlichen Halsbräune entgeht; mit Vor» theil wird ſie in ſolchen Gütern getrieben, wo große Molkereyen ſind, und wo ſich zum Kohlbau geeigneter Boden vorfindet. Die Abgänge der Molkereyen, die Molken, Wadeke genannt, ſind ein vorzügliches Futtermittel in Verbindung mit geha>tem Kohl, außerdem mit Schrot von Gerſte, Hafer oder Abgangs- Xorn, und man iſt in ſolchem Falle ſelbſt für die Sommernahe- xung gede>t, an der es oft am erſten fehlt. Außerdem wird durch den Betrieb der Bier- und Branntweinerzeugung, in ſo» fern eine große Maſſe Futter für dieſe Viehart das ganze Jahr Hindurd) gewonnen, als man es nicht vorzuziehen hat, dieſe dem, Kuhbviehſtande zu widmenz exiſtirt aber eine große Mol- Ferey mit Brennerey zugleich, dann iſt die Schweinezucht je» denfalls rentirend, da die Abgänge der erſtern auf keinem an» dern Wege genußt werden können. Dieſe Gelegenheit vervoll-= Xommnet ſich auf alle Fälle da, wo noch Eichen- und Buchen- wald iſt, und folglich im Herbſt die Maſt davon genutt wird. Unter ſolchen günſtigen Verhältniſſen iſt die Schweinezucht, mit der dann gewöhnlich auch Maſtung verbunden, ein nicht Unvortheilhaftes Geſchäft, und erzeugt guten Dünger, Außer ſolchen, aber do zu bringen. Nach den Grundſäten der Nativnalwirthſchaftslehre, auch Nationalbkono- mie genannt, welche ſich mit den Verhältniſſen der Gewerbe eis nes Volks und mit den Grundſätzen beſchäftiat, nach welchen ſie überhaupt betrieben werden müſſen, um Beſtand und guten Erfolg zu haben, weiche Lehre daher das ganze Staatsgebiet, ſeine Weltlage, Verfaſſung, Rechtsverhältniſſe, Volksſitten, ſeine climatiſchen Eigenheiten, die Natur ſeines Bodens, das Kunſtge- ſchi& und die intellectuelle Augsbildung des Volks in Betracht zu ziehen hat, unterſcheidet man in Vezug auf Landwirthſchaft, das Grundcapital und das Betriebscapitak 404 Hekonomie. 3x, Abſchn. (592) Das Gruüdcapitak; Da in>viliſirten und gehörig formirten Staaten aller Grund und Boden bereits ſeinen Eigenthümer und Beſitzer hat, und dies ſer Boden einen Theil, ja oft den größten Theil, des Natio- nalvermögens ausmacht, folglich ſelbſt Capital iſt, weil er be- nutzt wird, und Zinſen bringt, ſo kann er nur durch ein ande- res Capital, welches nach Maaßgabe der Größe und Qualität des Objects ſich) beſtimmt, erworben werden, Die Erwerbung geſchieht in der Regel durch Geld, und, alſo durch Kauf, folg» lich durch Austauſch gegen ein anderes, ebenfalls zum Natio« nalvermögen gehörendes Capital, Bey jeder Erwerbung der Art werden aiſo zwey Capitale gegen einander in ihren Werthen auss geglichen. Im gemeinen Leben überſicht man gewöhnlich die Na- tur des Geldes und ſeinen beziehungsweiſen Werth, und daß aller Kauf im Grunde doch nur Tauſch iſt; denn alle nutbaren Dinge ſetzen ſich=- in Beziehung auf. ihren im Lande allgemein anerkannten Werth= in ein Verhältniß zu einander, wodurch ihr Werth ausgedrükt wird, und welches ſich aus dem Stande der Cultur in der betreffen» den Nation und aus allen»den Factoren originirt, die wir oben benannt haben, Hieraus folgt 3. B., daß in Volhynien, Podolien und in Südamerica, wo der reichs ſte ergiebigſte Boden vorgefunden wird, doch eine gleiz mäßige Geſetze und Einrichtungen, des vermehrten Credits vder der, durch paſſende Inſtitutionen herbeygeführten Neigung der Capitaliſten, ihr Vers mögen zum Betriebe der Landwirthſchäft anzulegen, das beißt, es an Landbeſitzer auszuleiben. Obsleich män nun detiſelben Morgen Landes, den man ehedem mit 20 Thaler. bezahlte, jett vielleicht mit 60 Thaler bezahlt, ſo ſind dennoch die Producte davon nicht im gleichen Verhältniſſe in ihrem Nomitialwerthe geſtiegen, welches beweiſt, daß man jett von derſelven Fläche weit mehreres, als ehedem, und mit geringern Koſten, Fn produciren vermag. Dieſe Anſicht von der Säche gewinnt ür diejenigen, welche in dergleichen Unterſuchungen nur ſelten eingeben, vollere Ueberzeugung; wenn man, zu B. die Zeiten des Mittelälters mit den unſrigen vergleicht z es mächte in. je: nen keine Glückſeligkeit aus, daß ein Scheffel Roggen um we: nige Groſchen zu kaufen war, denn der in feſtem Beſiß befind- liche, faſt überall unverkäufliche, von Leibeignen gebaute Boden lieferte weniger Productenmaſſen, als die damäls weit geringere Bevölkerung bedurfte, die vft der Hungersnoth preisgegeben war, die Summe der Arbeit und des Verdienſtes war Überall bey weiten geringer, und das Leben der Menſchen, in enge Gren» zen gebatünt, gar vieler Noth augsgeſeßt. Schon die Suinme der jeht jährlich, bloß im landwirthſchäftlichhen Betriebe, gelei- ſtetert Arbeit macht ein uügeheures unſichtbares, nur nach ſei: 88* 108 Oekonomie. x. Abſchn: (596) nen Wirkungen zu bemeſſendes, Capital aus, welches dadurch einen größern Realwerth hat, daß dieſe Arbeit größtentheils frey2 willig geleiſtet wird, da es Xeine Leibeignen mehr giebt. Jene Veränderungen alſo, die das Grundcapital im Wer- 4he erleiden kann, ſtehen nur ſelten zu erwarten, und in Staa- ten, deren Gewerbsinduſtrie im Fortſchreiten begriffen iſt, darf nur eine Erhöhung jenes Werths, nicht Verminderung, gehofft werden, der naclicher nach der Bodengüte und Fläche vertheilen laſſen, dieſe Koſten originiren ſich aus fol- genden Titeln: 1 H) Die Zinſen vom Werthe der Wohn- und- Wirthſchafts8ge- bäude. 2) Die Löhnung und der Unterhalt eines Meiers, wo ein ſol»? ergemenge und Gemeinſchaftsverband, Statt finz den können. Eine ſolche Berechnung gewährt allerdings ein treffendes Bild der ganzen Verwaltung eines Grundſtücks und der dabey benußten Capitale, und ſichert am erſten vor Verluſten und Jrr- thümern in den Dispoſitionen z ſie ſollte aber nur ſtets auf den Grund einer genauen Rechnungsführung über mehrere Jahre, Umläufe oder Rotationen, angelegt werden, in ſofern man näm- lich nicht eines Voranſchlages bedarf; von dieſem handelt es ſich aber eigentlich hier allein,„indem man bey allen Unternehmun:- en nothwendig vorher-zu Überlegen hat, wie die Sachen wahr=- (MINE zu ſtehen kommen werden, oder wie ſtark die Ca: pitale ſeyn-müſſen, die angelegt werden ſollen. Hat man alſo auf dieſem Wege den Durchſchnitt des jährlichen rohen Ertrags für jede Bodenart ausgemittelt, ſo folgen gleichfalls die durch- ſchnittsweiſe verwendeten Koſten, welche-man. unter allgemeine Wirthſchaft8:, Geſpann= und Handarbeits- Koſten, Ausſaaten, Dreſcherlohn und Unkoſten des Viebſtandes, endlich Zinſen von dieſen Verwendungen, rubriciren kann... Man wird. auf dieſem Wege, ſelbſt bey der verſchiedenartigſten Claſſification des Bo- dens, am leichteſten auf einen vollſtändigen Etat des rohen Er- trags, der Koſten und endlich des reinen Ertrags kommen, wor- aus, ſich dann auch die Größe des Betriebscapitals. ergiebt. Es iſt bey jeder Unternehmung nothwendig, daß die zu ver- wendenden verſchiedenen Capitale in einem richtigen Verhäli- niſſe zu einander ſtehen müſſen z wenn das verwendete Grund= wn 10 ARB. neunten-..- Von den Kenntniſſen zum Betriebe eines Landguts. 11 (699) capital dem zeitgemäßen Bodenwerthe entſpricht, ſo iſt doch da- du zu ſehen, daß das darunter mitbegriffene lebende und todte nventarium der Bodenfläche und Qualität angemeſſen, alſo nicht zu klein, noch weniger aber unnöthigerweiſe überſetzt ſey, im erſten Falle find neue Anſchaffungen nöthig, im letztern wird das Betriebscapital auf Koſten des reinen Ertraas vergröüßertz uß dem Betriebscapitale nichts zur Laſt fallen, was eigentlich aus dem Grundcapitale ein für allemal beſtritten Werz» den ſollte, z«. B- der Eingangs. erwähnten Meliorationen und Deteriorationen, weil dadurch. wiederum erſteres, zum Nac 7) Von den Kenntniſſen, die zum Betriebe des landwirth- ſchaftlichen Gewerbes gehören:=- Kenntnißcapital. - Die Einleitung zu dieſem Werke hat bereits die einzelnen Disciplinen der Wi enſchaft: und die HÜlfs= und: Nebenwiſſen- ſchaften aufgeführt, und es muß. alſo darauf zurüFgewieſen wer- denz dagegen berühren wir hier die erforderlichen Kenntniſſe nä- her in Beziehung auf die Verhältniſſe dex Landgüter= Beſißer, in ſofern ſie ſelbſt wirthſchaften oder nicht. und« in. Beziehung auf das Pachtweſen 3 nicht minder aber iſt zu unterſcheiden, was für den kunſtgemäßen Landwirth- gehört, und- was dex wiſſen= ſchaftliche Betrieb wird fordern dürfen: Daß“ aine gute Schulbildung auch“ für: den Landwirth die Grundlage aller Fort= und. Ausbildung in. ſpätern. Jahren giebt, iſt eine allgemein anerkannte Wahrheit. Gleichfalls allgemein unentbehrlich iſt Menſchenkenntniß, in Beziehung auf die Anſtellung der Arbeitet“und" den Umgang mit ihnen S. Bd. 1. Einleitung S. 1t und. 12. j Die Güterbeſiter, welche nicht ſelbſt Landwirthſchaft treiben und dieſes Geſchäft„nicht verſtehen, ſollten' daſſelbe eigentlich doh von der adminiſtrativen. Seite, kennen 3. fi beziehen eigentz lich nur eine Rente vow ihrem Grundcapitale„ welche fich nach der Höhe des letztern und nach Verträgen richtet. 11 ſofern Pach= tung Statt findet, welches der gewöhnliche Fall zu ſeyn pflegt. Gebt die Verwaltung ganz für Rechnung des Eigenthümers, ſo iſt ſchon eine ausgedehntere Kenntniß nöthig, um dieſelbe controlliren zu können. 112 Dekonomie. x, Abſchy. (600)| Der ſelbſtwirthſchaftende Eigenthümer beabſichtigt, den höch: ſten“reinan Ertrag von ſeinen ſämmtlichen angelegten Capie talen zu erhalten, und das Maaß ſeiner Kenntniſſe wird ſei: nen Operationsplan beſtimmen, ob dieſer nämlich, abweichend vom gewöhnlichen Verfahren, einen kunſtgemäßen Betrieb bes zwecken ſoll, und dabey die eine oder die andere Branche vor» ln zu cultiviren ſey. Der Pächter kann nur beabſichtigen, as Betriebscapital, ſey es ſein eignes, oder das des Eigen- ihümers, möglichſt hoh zu benutßen, um dem leßtern die Zinz ſen des Grundcapitals und einen angemeſſenen Preis für die Nüußung" des Bodens bezahlen zu können, für ſich ſelbſt aber nod) eine ſolche Rente übrig zu behalten, die ſeiner Arbeit und ſeinen ſtandesmäßigen Bedürfniſſen entſpricht. Alle. dieſe Fälle"bedingen vorzüglich die Kenntniß der öko nomiſchen Nechenkunſt, die ſich auf die Lehre von den Verhältniſſen der einzelnen Theile der Landwirthſchaft zu ein- ander. und zum Ganzen gründet, welchen Theil der Wiſſenſchaft Wir im/engern Sinne Oekonofiie nennen. S. d. Art, Bd. 1. Seite 603,"Beym Pachtweſen wird ſie, wie weiterhin gezeigt werden wird, ganz vorzüglich in Anſpruch genommen, da mit ibrex. Hülfe das Unternehmen gegründet. wird, 8 1.“Eine höhere Ausbildung macht das Studium der Natioe nalökonomie, von. welcher die landwirthſchaftliche Gewerbs- lehre die Hauptmomente zux praktiſchen Anwendung ents» De wo nicht nöthig, doch ſehr nüßlich und wünſchenss werth. 11-*"Die Kenntwiß der ökonomiſchen Rechenkuuſt, ſo wie blo» ße theoretiſche Wirthſchaftskenntniſſe, ſind indeſſen für Güterbeſiter, die nicht ſelbſt wirthſchaften können, ſo wie für Domainen-Adminiſtratoren ohne'praktiſche Kenntniſſe, nur höchſtons als Wegweiſer anzuſehen, und ſie werden fich in' bielen Fällen doch noch des Rathes eines Prakti- kers bedienen müſſen; in vielen Ländern ſind es die öffent« lich“'ängeſtenten Oekonomiecommiſſarien, welche hierunter Dienſte leiſten und ſich dadurch empfehlen, daß ſie als Öffentliche Beamte die Vermuthung der Unparteylichkeit für ſich haben, vorausgeſeht, daß ſie Überhaupt theoreti» ſche und praktiſche Kenntniſſe beſiven; und vorzüglich ſich 'einer Rechenkunſt" befleißigen, die ſich„nicht Jedermanns 19:1; Willen und Abſichten unterwirft und. hinziebt. . Nach dem Begriffe vom wiſſenſchaftlichen Betriebe der Lands Wirthſchaft,, wie er iw dieſem Werke gegeben iſt, verſteht es ſich von, ſelbſt, daß- der wiſſenſchaftliche Landwirth die ganze Lehre FDNIEEEN mit allen Hülfs= ,und Nebenwiſſenſchaften umfaſſen müſſe. Der wiſſenſchaftliche Betrieb iſt aber überhaupt in unſern agen noh new, und in der Regel geht er von den landwirth- ſchaftlichen. Academien. und Inſtituten aus, die in neuern Zei» ten in Deutſchland gegründet worden. ſind/ unter denen die von dem. Begründer des Syſtems und der Lehre, A. Thaer zt Myglin„in der Provinz Brandenburg, geſtiftete Academie der Landwirthſchaftswiſſenſchaft, den erſten Plat einnimmt, die Na- men von Fellenberg und Schwerz, und ihre auf die wiſe ſenſchaftliche Behandlung gerichteten Beſtrebungen in der Schweiz REIFENS NSNNENIINCIIINT TIGEN SS SEINE SONST<=«pencaECH 22720>- 601) und' in“ Würtemberg ſind, ſo wie ihre Inſtitute und Lehranſtal- ten, hochberühmt. Als. Privatgelehrte., Praktiker und Schrift: ſteller nennen wir vor allen J. G. Koppe, F. Schmalz, S. Schweiter, F. Teichmann, Körte, Elsner, Kreyßig, B. Petri. Der Natur der Sache nach kann die Zahl derjenigen, die die Landwirthſchaft wiſſenſchaftlich betreiben und zugleich lehren, nicht groß ſeyn, und es iſt auch dieß nicht erforderiich; denn da in jedem Lande nur ein ſehr kleiner Theil der Männer ſich den wiſſenſchaftlichen Studien widmen kann, wovon wiederum nur der kleinſte Theil zu den Landwirthen gehört, ſo iſt es ſchon für ein Glü>X zu achten, daß ein Theil der letztern fich entſchlie: ßen, ihre Zeit und Vermögen dem allgemeinen Nutzen zu wid= men, indem ſie die Ausbeute ihrer Beſtrebungen als ein natio- nales Gemeingut hinterlegen. Aber auch die Zahl derjenigen, die das Gewerbe als-eine Kunſt betreiben, und denen eigentlich die zwe&mäßige Ausfüh rung des Erfundenen zuſteht, kann aus eben erwähnten Urſa=- der rationellen Landwirth- Von den Kenntniſſen zum Betriebe eines Landguts. 113 114 Oekonomie. x. Abſchn. (602) ſchaft kein anderer, als: die einzelnen Ergebniſſe jener drey ſinnlichen und geiſtigen Thätigkeiten des Landwirths unter beſtimmte Principien zu ordnen, und die Geſammt«- heit derſelben in eine wiſſenſchaftliche Ueberſicht und in innern Zuſammenhang zu bringen, und ihr ſo den bele-| benden Odem. der Wiſſenſchaft einzuhauchen.“(Ueber| Wahrnehmung, Beobachtung und Erfahrung in landwirth- ſchaftlichen Dingen, vom Profeſſor Dr. Körte in Möglin. Annalen der Landwirthſch. 15. B. S. 422), Für die Ausführung. des rein. Mechaniſchen-- des von der Wiſſenſchaft Wahrgenommenen, Beobachteten und Ex» fahrenen, folglich in ſeinen Reſultaten Feſtſtehenden=- giebt es noch eine andere Claſſe von Landwirthen,. die man als eine vierte Claſſe annehmen kann, die mit ihren Begriſſen über den Betrieb weit. über den gemeinen Mann ſtehen, indem ſie wenigſtens die Größenverhältniſſe, die Berechnung der Mittel und überhaupt den ökonomiſchen Calcul verſtehen, daher gewöhn2 lich ihr Kräftecapital ſehr richtig würdigen und verwenden z; ihr Wiſſen beſchreitet daher allermeiſt und recht eigentlich das„Ge» biet der Betriebskräfte mit paßlicher Anwendung derſelben und techniſchen Fertigkeiten, welches allerdings mit dem reinen Nu- ben und Gewinn am nächſten verwandt iſt; ihre Zahl iſt indeſ- ſen auch nicht übermäßig groß, es ſind diejenigen Leute hierun- ter zu verſtehen, die ſich bey natürlichem geſunden Menſchen- verſtande erhalten haben, der hinreicht, ſie ihre Verhältniſſe Übers ſeden und. unter allen Umſtänden richtig ſchätzen zu laſſen, und ſelbſt beym Ortswechſel pflegen ſie dieſe Eigenſchaften zu bewäh- ren, oder doch. das, wenigſte Lehrgeld zu zahlen z Studium, Lec2 türe iſt ſelten ihre Sache, und dieß bewahrt ſie wenigſtens vor| | der Untreue an ihren eignen Grundſäten z; ſchreiten ſte nicht ſon2 derlich vorwärts, ſo gehen ſie doch aud) nicht zurück. Bey gu- ten moraliſchen Eigenſchaften ſind ſie: die beſten Pächter, und beſonders das. Pachtweſen giebt die Veranlaſſung, daß Ideen| und Erfahruagen, die von dieſer Claſſe mechaniſch oder nächahz=| mend ausgeführt worden und Erfolg gehabt haben, ſich nach und nach allgemein verbreiten und den beſten Glauben finden. Sollten wir die Kenntniſſe andguten, die der dritten und vierten Claſſe der hier genannten Cultivatoren angemeſſen wä- ren, ſo müſſen wir in Anſehung der kunſterfahrenen Landwir- tbe durchaus die Forveinng machen, daß ſie wiſſenſchaftlich| ) gebildet ſeyenz die Üübrigen/ bedürfen freilich zuvor dev Eingangs j gedachten guten Schulbildung, um ſich wenigſtens. zu befähigen, richtig zu calculiren und das.Erfahrene nachzumachen, Außer«- dem auf dieſe Claſſe zu wirken, giebt es. zur Zeit kein. Mittel, denn der: einzige Weg wäre die Lectüre z. da man aber nicht lieſt, ſo würden ſelbſt die zwe>mäßigſten und beſten: Schriften für ſie nicht vorhanden ſeyn; es bleibt daher nur Übrig, jene vierte Claſſe vorerſt zur Theilnahme zu veranlaſſen, und dieſe iſt in einem ganz abgeſondert lebenden Stande ſchwer zu erwecken z ſchon ein loßes Avertiſſement von dem, was. in der Welt vorgeht, iſt ihnen ſchwer allgemein. beyzubringen 3 einmal beygebracht aber, würden ſie- wahrſcheinlich dieſer Anreizung nachgeben und ſo für ſich und. ihre Umgebungen aus der unterſten Claſſe vortheilbaft wirken. Daß eben dieſe Theilnahme nicht anders, als durch Von den Kenntniſſen zum Betriebe eines Landguts. 1415 (603) Schriften zu bewirken iſt, leuchtet ein, und es gilt die Aufga- be, ſie: ſo zu faſſen,“daß ſie Eingang finden; daß letteres ſel: is der Fall iſt, liegt wohl größtentheils an den Schriftſtellern elbſt. || Übgeſehen von den nach ihren Kenntniſſen und Fähigkeiten verſchiedenen Claſſen, welche als Grundbeſitzer. oder Pächter den Landbau treiben, kann, wie eben erwähnt worden, doch nur der Unterricht durch. Schriften und Lectüre die möglichſt allge- meine Erwerbung nöthiger gemeinnütziger, wenn auch nicht gelehrter, Kenntniſſe veranlaſſen, und dieſer Weg iſt daher aller- dings zu empfehlen z. zur Zeit aber ſtellt ſich dieſem noch ein Vorurtheil: entgegen, welches aus ganz irrigen Begriffen ent- ſpringt.+» Die mehreſten Landbeſitzer hegen die Meinung, daß nur derjenige von der Landwirthſchaft Kenntniſſe beſiven könne, der wirklich ein Landgut. hat, und hiernach., ſo' ſchließt man, iſt derjenige ſofort ein Landwirth ,“ der. ſich ſeit geſtern ein Gut angekauft oder erbeiratbet hatz gleichfalls nennt man in die- ſer Weiſe denjenigen-einen Theoretiker, der Über dieß Gewerbe ſchreibt, indem er kein Landgut beſitzt oder beſeſſen hat, ohne jedoch! einen richtigen. Begriff mit dem Worte Theorie zu ver«- binden z man trauet ſolchen'Scribenten nicht;'und hat dazu aller- dings„oft-Grund, den man.jedoch: in den meiſten Fällen nur im Nichtbeſit. findet, welches aber“ein Fehlſchluß iſt; denn ein ſolcher Theoretiter kann ſehr gute techniſche Fertigkeiten im Landbau„baben, er. kann alſo alle Einzelheiten des Betriebes bis zum kleinſten Handgriff«kennen; verdindet“ er'damit Kenntniß des Bodens nachſeinen Gemengtheilen und Eigenſchaften, nicht bloß nach der Beſchaffenheit in der Umgebung. ſeines Aufent- haltsortes, ſondern nach Provinzen oder Ländern; iſt ihm die Ertrag sfahigkeit des Bodens nach den verſchiedenen Früchten bekannt, kennt er die Behandlungsart im Einzelnen und nach Localitäten, unterſcheidet er die verſchiedenen Wirthſchaftsfor- men nad) Ländern, Provinzen, Diſtricten, iſt ſein vkonomiſcher Calcul; richtig auf die Einzelheiten des Geſchäfts angewendet (der ſicherſte Probierſtein) 3; ſo fehlt zum wirklichen praktiſch-theo- retiſchen Landwirth weiter nichts, als der Beſitz eines Gutes, wiewobl es auch begüterte Theoretiker giebt. Für: die Wiſſenſchaft, wie für den gemeinen Betrieb wären rech viele ſolcher ſogenannten Theoretiker ſehr wünſchenswerth; man könnte ihnen zwar noch einwenden, daß ſie, als Nichtbeſiter, doch nicht im Stande„wären, in der Sache mit der Zeit fort- zugehen z man ſieht aber nicht ein, weßhalb ſie deſſen unfähig ſeyn ſollten, da ſie. im Gegentheil am erſten geeignet ſind, die Erfahrungen aller Länder zu ſammeln, und, was dabey die Hauptſache iſt, ſie critiſch. zu prüfen in Rückſicht auf ihre Wahr- beit und Ausführbarkeitz denn in keinem Gewerbe findet ſo viel Aufſchneiderey. Statt, als im landwirthſchaftlichen, wo Manche ſich übev den wiſſenſchaftlichen Betrieb luſtig machen, oder durch Vertkaufsſpeculationen über das Maaß gewinnen- wollen;«und ſolchen Dingen iſt nur durch Oeffentlichkeit und Critik zu be: gegnen.;)' Die ſchriftſtelleriſche Bearbeitung der Landwirthſchaft, theils der Lehre, theils der Technik und des Calculs, hat von jeher eine Menge Köpfe und Federn beſchäftiget 3 aber weit gefehlt, daß dar: pn med wenn oonerenenenmen?="7 iE"us. - 116 Oekonomie. 1x. Abſchn. (604) unter viele ſol endlich Feſtſtellung der Erkennt- nmißz3 fie kann alſo die Summe der feſtſtehenden Erkenntniſſe enthalten, von denen Regeln abſtrahirt werden für die Praxis z ſie kann und ſoll aber auch neue Säte aufſtellen, zu welchen ſie den Stoff aus den natürlichen Eigenſchaften der zu bear- beitenden Gegenſtände nimmtz dieß iſt leichter bey Wiſſenſchaf= ten, deren Gegenſtand körperlich iſt, als bey ſolchen, die rein veiſtiger Natur ſind 3 bey erſtern exiſtirt ein ſinnlich wahrnehm- barer Stoff von bekannten Eigenſchaften, die man nicht ignori- ren darf; bey letztern muß der Verſtand alles durch eigne Kraft, durch Vernunftſchlüſſe entwickeln, wobey er vielfach dem Jrr= thum unterworfen iſtz ſchon die Syſteme ſovl in der Theorie ein, und nicht alles Theoretiſche behält Beſtand, welches weiter nichts beweiſt, als die Unvollkommenheit menſd- licher Dinge z; und wenn daher die alten Praktiker über die Theo- retiker mitleidig die Achſeln zucken, ſo beurkunden ſie nur, daß ſie ſelbſt doch ebenfalls unvermögend ſind, das ſchneller zu fin- den, was jene ſuchen, Im Vorhergehenden glauben wir nachgewieſen zu haben, daß Wiſſenſchaft und Kunſt in der Landwirthſchaft ſich bey der prak: tiſchen Behandlung ſo ſcharf nicht ſondern laſſen, als es die Schule will; ferner, daß das ſyſtematiſche Studium das beſonders befördernde iſt; und endlich, daß die Theorie eine wichtigere Stelle einnehme, als man ihr bisher hat zugeſtehen- wollen. Wäre dieß bisher beſſer und allgemeiner erkannt worden, ſo wäre auch die Literatur darüber reichhaltiger ausgefallen: denn die wiſſen- ſchaftliche Behandlung verlangt eine Univerſalität, die allein im Stande iſt, alle Hauptmomente und Geſichtspuncte aufzuſtellen, um keine Lücke zu laſſen; in dieſer Beziehung hätten viele Schrift: ſteller nicht größtentheils Compilatoren ſeyn müſſen, vielmehr hätten ſie zunächſt über den Zuſtand der Wirthſchaften in ein- zelnen Ländern, Provinzen, Diſtricten, über die Natur und Ertragsfähigkeit des Bodens, ſeine natürlichen Culturmittel, über Maaß, Gewicht, Geld, mercantiliſche und Staatsverhält- niſſe, Sitten und Gewohnheiten, Bildung und Unwiſſenheit, unterrichten ſollen, um in den Stand geſeßt zu werden, wenig ſtens über Deutſchlands Landwirthſchäft zu einer genauen, um- faſſenden, abgeſchloſſenen Kenntniß zu kommen, welche ein Ganzes darzuſtellen vermöchte, Allein dieß iſt, unerachtet öfterer Aufforderungen, nicht geſchehen, und Sch werz Beyſpiel in den Beſchreibungen der belgiſchen, elſaſſiſchen, pfälziſchen und weſtphäliſchen Landwirthſchaft iſt ohne Folge geblieben; daher ſind nun Localeigenheiten des Bödens und des Climäs, Orts2 gewohnheiten, Verſchiedenheit der Feld- und Getreidemaaße, des Gewichts und des Geldes, höchſte Verſchiedenheit der Kunſtſpra- mäßigen Benutzung richtig auffaſſen, und Übrigens Vorurtheite fahren laſſen. Uebrigens gehört für den augsübenden Landwirth, ſo. wie für den Theoretiker, die genaue Kenntniß aller wirthſchaftlichen Arbeiten, ſowobl in Anſehung des Kraftaufwandes, als der Zeit und der Hülfsmittel zur guten Ausführung, und dieſe Kenntniſſe ſind ſowohl in Bezug auf die Behandlung der Ar- beiter, als in Bezug auf die thieriſchen Kräfte nöthig." Hin- ſichtlich des Arbeits- und auch des Nutviehes, iſt naturhiſtori- ſche Kenntniß derſelben durchaus nöthig, und muß'man ſich auch mit ihren Krankheiten bekannt machen und die gewöhnlich- ſten Krankheitsfälle und die bekannten Mittel dagegen kennen, um ſich ſofort auch ohne fremden Rath,. der oft nicht ſchnell zu haben iſt, helfen zu können, Da mit großen Landwirthſchaften in vielen- Ländern oft auch andere Kunſtgewerbe verbunden ſind, z. B. die Branntwein- brennereyen und Brauereyen, ſo müſſen dieſe ganz aufers Rube, mit Bearbeitung verbunden, gönnen müſſe, um ſeinen Unterhalt gewinnen zu xönnenz. wenn gleich dieß ſchon tauſend Jahre früher eingeſehen worden, ſo. hatte man doch, beym Ueberfluß an Boden, davon nicht allgemein kunſtgerechten Gebrauch gemacht. Nur erſt ſeit neuerer Zeit, d. i. mit dem Ende des ſechszehnten Jahrbunderts möchte angenommen werden dürfen, daß ſich in Anſehung der Feldbeſtellung eine Art von Syſtem gebildet habe, und zwar ein ſogenanntes Felderſyſtem unter Beybebaltung des uralten Gemeinſchaftsverbandes, nämlich der Negel: nach abgebrachten Früchten die gemeinen Viehheerden auf ſämmtlichen Feldern, Angern und Wieſen weiden zu laſſen, die Bearbeitung der Braache auf einen beſtimmten Termin zu ſeßen, um der Feld- weide von. Seiten Einzelner keinen Abbruch thun zu laſſen, für die Nahrung des Zugviehs im Aer den beſten Theil, der näm- lich am mehreſten und in neueſter Düngerkraft ſteht, auszuſon- dern, welches durch Ziehung einer Pflugfurche geſchieht, und dieſen Theil während der Winterungsbeſtellungszeit mit dem Verſchiedene Arten des landwirthſch. Betriebes. 125 (6 21) Zugvieh ausſchließlich als Weide zu benußen. Dieſe Zugvieh- weide auf dem Ader heißt die Hegeweide, auch die Heu- ung oder Heuing, und die ſie begrenzende Pflugfurche die Hegefurche genannt, wird alljährlich unter Autorität der Ges meinevoörſteher durch däs Winter- und Sommerfeld gezogen, und erſt nach beendeter Winterſaatbeſtellung wird das ganze Feld, mit Ausſchluß des neuen Winterſaatfeldes, zur Gemein» weide für alle Vieharten öffen gegeben: j Unter ſolchen Verhaltniſſen wurde die Felderwirthſchaft in den preußiſchen Staaten, und wohl größtentheils in Norddeutſch» land, Hollſtein und Mecklenburg gusgenommen, allgemein und bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts betrieben, und waren bis dahin die größern Gutsbeſiger mit ihren Bauern in dieſem eben geſchilderten Gemeinſchaftsverbande 3 Verhältniſſe, die die Freyheit des Grutndeigenthums ungemein beſchränkten, den Werth deſſelben niederhielten und die intellectuelle Ausbil= dung der Landwirthe allet Claſſen, als ſölche, unmöglich machten. Verglichen hierüber: Lehrbuch der Landwirthſchaft in 4 Thei- len von J. A. F. Block, Prediger. Leipzig bey Jacobäer 1774. S. 121|f.| Gedanken über Gemeinheitstheilungen u. ſ. w. von A. F. Jahn: Juſtizrath. Berlin in Commiſſion bey Starke, und Leipzig dey Mittler. 1806; S. 30. Grundſätze der Gemeinheitstheilujng, zu dieſem und zum Zwe& der Dienſtregulirungen, Ablöſungen uU. f. w. von E. W. H. Klebe, Oekonomie- Commiſſarius. Berlin bey Maurer 1821. 1. Thl. S. 236. Das Übrige Deutſchland, und ſeine ihm in Oſten angrenzen= den Länder, hat indeſſen dieſelbe ländliche Gemeinſchaft8sverfäſ= ſung mit mehrern oder mindern Abweichungen, und die Feſtig- keit, mit welcher ſie in Sitte und Verfaſſung eingetwurzelt iſt, bis auf den heutigen Tag, ſcheint noch für die Kraft jener zwey Schwerter, nämlich das geiſtliche und das weltliche, zu zeugen; die(nach dem Sachſenſpiegel 1. Bd. 1. Art.) Gott der Chriſten2 heit hinterließ, um dieſelbe zu beſchirmen, Es gewinnt den Schein, däß dieſe Hinterlaſſenſchaft eine Abweſenheit der Vorſehung andeute, in Folge welcher es möglich wurde, daß dies ſes Unweſen, troß aller Bemühungen der größten und beſte Regenten, bis auf unſere Tage kommen, und die Chriſtenheit, und ähr irdiſches Erbe; in Feſſeln halten könnte.| In der That hat mat in unſern Tagen dieſe Ausgeburt dex Noth, des, Zwanges und der Unwiſſenheit zu einem Syſtem ges ſtempelt, und es alſo zu einem reinen Verſtandesproöducte erho: ben, und überſehen, wie ſchon vielfache einzelne Erfahrungen bes urkunden, daß ſeine allgemeine und nothwendige Anwendung Überflüſſig und ſchädlich ſey, und daß folglich die Menſchen öhne daſſelbe ſehr wohl beſtehen können; es erhielt ſich auch haupt= ſächlich nur ſo lange durch drey beſondere Umſtände; nämlich 8| DI die, bey dem äusſchließlichen Getreidebau nothwendig | leibende Brache, ohne welche Samen- und Wurzeluükraut am Ende den Getreidebau überwältiget haben würde, durch die Un- ; Dpinkeit der mehreſten Beſitzer, an die Stelle deſſelben, unter ufbebung der großen Zerſplitterung des Bodens in einer Dorf- gemeinde, etwas. anderes zu ſezen und auf eine ſchickliche Art 4128 Oekonomie. 2. Abſchtt- (622) aus dem vorhin geſchilderten Gemeinſchaftsverbande zu ſcheiden, was im größten Theile von Deutſchland bis jeht faſt noch zu den Unmöglichkeiten gehört 3; endlich aber aus der notoriſchen Armuth des Ackerbodens ſelbſt, die in dieſer Verbindung recht eigen unterhalten. wurde, und der etwas anderes entgegenge- ſetzt werden mußte, ſobald der Ausſcheidende an der Gemein-, huütung und daher kommenden Viehhaltung nicht mehr Theil nahm. Man katin nicht umhin, dieſen letztern Umſtand in ſeiner gänzen Blöße zu erbliEen, ſobald man zurückdenkt, daß bey dieſer Felderwirthſchaft die Ernährung des Viehſtandes nicht auptſächlich auf dem Acker, ſondern auf nothwendig vore andenen Wieſen. und beſondern Weiderevieren beruht, und daß ieſelbe gleichwohl überall in ſolchen Gegenden und Diſtricten gleichmäßig und in genau Üübereinſtimmender Form beſteht, wo weder Wieſen, noch Gemeindeweiden, noch Wälder ſind, Eine ſolche Situation.mußte in einer eit doppelt abſchreckend ſeyn, in welcher man mit einer andern Cuilturmethode nur unvollkom- men bekannt war, in welcher das eigeiitliche Betriebscapital höchſtens in einem ſchlechten Viehſtande und einigen Akergeräs» ihen*), und faſt gar nicht in baarem Vermögen beſtand, wo alſo äußere Hülfe zur verbeſſerten Cultur nicht zu beſchaffen war. Die Mehrzahl der Menſchen blieb alſo verurtheilt, in dieſer mit vieler Arbeit und kargen Erträgen verbundenen Culturmethode zu verharren; bis die Bedürfniſſe und die Entde>ungen dex neuern Zeiten den Eigennutz und die Unwiſſenheit einigermaßen Üüberwältigten. Dieſe Veränderung bewirkte hauptſächlich die“ aus America ju uns herübergebrachte Pflanze; die bekannte Kartoffel, eigent- ich Erdapfel, die Knollenwurzel des Solanum tuberosum; wogegen die Knolle des Heljanthus tuberosus an, vielen Orten Erdbirn, heutiges Tages aver auch hin und wieder' Erdapfel ge- nannt wird. Die Einführung dieſes Gewächſes im Feldbau ver- mochte es beynahe allein, die Menſchen aus idrer ſtarren Unbe» hülflichfeit herauszureißen, und die eiſerne Negel der Felder aufzuheben« Gegen ihren Anbau erhoben ſich Anfangs viel Vor- urtheile, ſogar Widerwille, aber das Beyſpiel einzelner Perſonen, die ſie in Särten bauten, die NRahrbaftigktit der Frucht, und ihre Qualification zu einem Brodſurrogate, endlich der beym Getreidebau in der verfaſſungsmäßigen, oben geſchilderten Form, ſo oft wiederkehrende Mißwachs und Hungerönoth vollendeten ihre Einführung, in Preußen ſogar, im ſiebenten Jahrzehend des verflöſſenen Jahrhunderts, durch Regierungsverordnungen: Ihre erſt- ſpätere und allgemeinere Verbreitung in Deutſchland fand ihren Grund ohne Zweifel in dem Umſtande, daß man ei- gentlich nicht recht wußte, welchen Platz in den Feldern man ihr anweiſen ſolle, ohne dem ſo nöthigen Getreidebau, deſſen notv- riſch geringer, und oft ſebr precairer Ertrag gewöhnlich dem Be- dürfniſſe der Nation nicht entſprach, und vor Hungersnoth nicht ſicher ſtellte, Abbrurv zu thun z auch konnte die Felderwirth- ſchaft, ihrer Natur nach, keigen Ueberfluß an Dünger abwerz: FE +) Bey den größerti Landqlitern beſtand es häufig n der Banern und deten ſegenannter Hofwehr oder i ſchoftlichen Geräthe; ur in den Höfdienſten hrem gegebenen herr: 623) fen, um ihn den. Kartoffeln zu widmen, und hierdurch kam es ohne Zweifel, daß die ſchon gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Ttalien angebaute Kartoffel dennoch erſt um die Mitte des 48. allgemeinere Anerkennung in Deutſchland" fand%). Dennoch mochte die Noth des gemeinen Mannes, weniger der Geiſt der rüfung„und Unterſuchung, gefunden haben, daß die Kartoffel fich allenfalls auch ohne Dünger anbauen laſſe, und einen Er trag gebe„"der den des Getreides, auf gleicher Fläche, vielfach Überſteige, und zwar auch in dem Betracht, daß das Getreide; um Nahrungsmittel zu werden; erſt einer mechaniſchen, mit Koſten verbundenen Behandlung(durch Mühle und Bäcker) ers fordere, und dadurch theurer werde, wogegen dieſe Knollen* wurzel durch bloßes Kochen binnen 10 Minuten“ als Nahrungsz mittel zu dienen vermag, Kommt nun hinzu, daß die, freilich erſt nach und nach gemachte, aber dö< ſchon beym erſten An» fangsverſuche gewiß bemerkbar geweſene„ ſtarke Vermehrung die: ſer Frucht dem-Ertrag vom Getreide, auf gleicher Fläche/ viel» fach übertraf, ſo konnte nunmehr nichts ihrer Einführung und Hervorbringung mehr widerſtehen. Wenn man bedenkt, daß, nach nunmehr feſtſtehenden Erfahrungen, zu einem preußiſchen Morgen lehmigſandigen Bodens eine Cinlage von gewöhnlich 8 preußiſchen- Scheffeln, oder circa 800 Pfund, Samenkartofs feln gehören, daß davon, mäßige friſche Düngung voräusgeſett, mittdeſtens 96=- 100 Scheffel, alſo das Zwötiffache, wieder gez wonnen werdenz wenn ferner erwogen wird, daß dieſe beynabe 10,000 Pfund betragende Maſſe ſofort Nahrungsmittel für Menſchen abgiebt, deren Ernährungskraft nicht viel geringer, 6ls die der Getreidearten, und dabey viel wohlfeiler iſt, und va endlich ferner ein ſolcher preußiſcher Morgen Landes doch nur in einem Jahre höchſtens, und bey vorausgeſetter, nach der Dreyfelderregel erfolgender Behandlung, nür 6 Scheffel Roggen, und im folgenden Jahre- 9 Scheffel Gerſte, im dritten, dem Brachjahre aber, gar nichts giebt, ſd iſt einleuchtend, dgs dieſe Frucht die Maſſe der Nahrungsmittel im Ganzen ins, Ungeheure vermehrt hat.' Wenn wir hier das Neſultat beider Culturarten näher darzuſtellen, an ſeinem Orte erachten, ſo geſchieht= es auch hauptſächlich deßhalb, um dorzutbun, welche große Veränderun gen das Landbaugewerbe, vorzüglich aber der Getreidehau, ſeit 70 bis 30 Jahren erfahren bat, und um alſo ſeinen Stand und die innern Verhältniſſe zu überſehen. Nach Abrechnung eines Scheffels Noggen zur Saat erträgt der vorhin erwähnte lehmig: ſandige Boden im erſten Jahre b Schfl. Fogagen im zweyten, nach Abrechnung der Einſaat zu 1x Shfl., 75 Schfl. Gerſte, welchen gleich ſind an Noggen 58- 9 Meßben im Brachjähre trägt er Nichts, und es iſt mit- 4 45 hin der Durchſchnitts- Ertrag im Jahre 3 S<. 85 Mzm, *),Es läuft auch- bey dieſem Gegenſtande, nämlich bey. der unter urolten Verfayungsformen erſtarrten auf däs Jean Paul. ſägt: es jind in T 3 um einen Mißbrauch aufzt führen), eines: um ſeinen“ Nachth (| x zu e einzujehen, und eines, um 1hu abzuſchaffen. Verſchiedens Arken des landwirthſchaftl. Bekriebes. 1427 498:* 5 Oekonomie. 2. Abſchn. (624) Wenn ſtatt der Brache Kartoffeln gebaut werden, ſo iſt der Gewinn, nach Abzug der Saat, 88 Sc ſagt in ſeinen Beyträgen zur Vers beſſerung des deutſchen Landbaues:„„die Kartoffel, ohne Dünger erbauet, hat insbeſondere den bedeutenden Vorzug, durch ihre kräftige Nabrung für düngergebende Thiere, neuen Dünger für künftige Früchte zu erzeugen ,“ ohne: zu ihrer eignen Erzeugung Dünger gebraucht zu haben.“?- S. Mittheilungen aus dem Gebiete der Landwirthſchaft von I, G. Koppe, F. Schmalz, G. Schweiter und F. Teich: mann, 1ſter Band, Leipzig bey Gleditſch 1818, S, 234. Ueber Kartoffelbau ohne friſche Düngung.| y In eben dieſer Periode entſtand auch der Kleebau ünd die ihn begleitenden Culturverbeſſerungslehren; es begann alſo ein neuer Kampf zwiſchen den Anhängern des Alten und Ver- jährten und denen, die dem Meunſchengeſchlechte etwas Vortheil: bafteres, ihre Exiſtenz Erleichterndes„ zuwenden. wollten, Die Sache lief. auf dieſelben Streitpuncte hinaus, detin die einmal ſeit beinabe zweytauſend Jahren gangvare- Feldordnung, uralte Sitte und' Gewohnheit,'wollte ſich den an ſie gemächten An- forderungen nicht fügen, und da jene, in die Berfaſſung aller Länder tief eingewurzelt-war, ſich mit den Menſchen und ihren Grundbeſit überall verzweizt, und die Staatsverfaſſung, Ges ſehe und Gewohnheiten für ſich hatte, ſo war es natürlich und vollfommen der deutſchen Natur entſprechend, daß die Neuerungen großen Widerſtand fanden und- daß nad) ſechzig Jahren, alſo bis auf den heutigen Tag, in den mehrſten Län= dern. Deutſchlands die Sachen noch auf dem älten Fuß ſtehew. Nur ſo viel war dem Alterthum abgewonnen worden, daß man nicht mehr der Meinung blieb, der dritte Theil des Feldes müſſe nothwendig reine Braache ſeyn, und bier ſiegte im Allgemeinen der notoriſche Vortheil, nicht der Verſtand; über- dem hatte man ohnehin/ dieſe reine Brache in der Wirklichkeit ſchon längſt nicht- mehr gehalten, weil der Weidemangel, bey vermehrter Ausrottung der Wälder und dem fortdauernden, oft ſehr unzeitigen Abzapfen“ und Ableiten aller Quellen, durch augenſcheinliche Dürre des Bodens in ganzen Provinzen täglich zunahm, und dieſe Zunahme gebieteriſch forderte, die A>erweide nach Möglichkeit zu benutzen, welches zur Folge hatte, daß man das Braachfeld- nur erſt mit dem Julius oder Auguſt bear= beitete, ſtatt daß man damit, der Regel na, theils vor Win- ter, theils im Frühjahre hätte anfangen ſollen. Die großen Güter, welche es durchſezen konnten, ſich aus der Bauerge- meinſchaft mit ihren Grundſtücken zu ſcheiden, behielten ſich dennoch in der Regel, für den damals ſich vermehrenden Scaf- ſtand, die Aufhütung auf den Bäuerländereyen vor, und da ibre eigenen, aus der Gemeinſchaft entnommenen Felder, weder in ſtarker Dungkraft, noch in gleichartiger Verfaſſung, durch vorhergegangene gleichartige Behandlung, ſeyn konnten, ſo fehlte es nicht an theilweiſem Mißwachs, Mangel an Winter- futter und an guter Weide. Man wollte zwar den ZweE, nämlich verbeſſerte, erleich terte Cultur durch vermehrte Viehſtände und deren Unterhalts- mittel, mann wollte ſich aber gegenſeitig keine Conceſſionen machen, um dieſen Zwe> zu erreichen, und nur die Nückſicht, daß der Bauer doch in ſeiner bisherigen Lage nothdürftig ver- IV. 40 Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 429 I amar Oekonomle. 8. Abſchik (626) bleiben müſſe, wenn er dienſt- und abgabenfähig für ſeinen Gutsherrn und den Staat bleiben ſolle, erhielt den Bauernſtand, wiewohl in- ſeiner precairen bisherigen Lage und Verfaſſung. Langjährige ruinirende Proceſſe über die Separationen der größern Güter, und über deren Anſprüche auf andere, ihrer neuen Wirthſchaftsform mehr anpaſſende, Dienſtleiſtungen der Bauern, bezeichnen dieſe, nur den Juſtizkaſten und Advocaten er fn vielen Jahre, Aber im Ganzen war man mit ſi elbſt zerfallen, indem man nutt über den neuch Streit, 0 man der alten Felderwirthſchaft entſagen oder Koppel- yder Sclagwirtbſchaft einführen müſſe, nicht aufs Reine kommen konnte, wobey mißglückte Verſuche, und Mangel an Capitalien, die die Einbußen der erſten Uebergangsjahre hätten zu de>en vermocht, die Verlegenheiten vermehrten und Manchen um ſein Erbe brachte.;? Dieſe Streitigkeiten", ſo wie die vielen Schriften über die Nothwendigkeit der Brache, über Kleebau, Feldereintheilung, Stallfütterung u. ſ« w. brachten einige Bewegung in den durch Rechte, Gewohnheiten, Herrlichkeit und Unterthänigkeit ſchon ſeit Jahrhunderten ſtagnirenden Aerſtaat, wobey es nothwen- dig nicht bey der Erörterung techniſcher Gegenſtände bleiben konnte, da die Sachen und die Perſonen zu ſehr in eins ver- ſchmolzen waren, Berechtigte und Belaſtete einander gegenüber ſtanden, und hettere gewöhnlich nicht einmal vollbürtige Staats» bürger waren. Die hierdurdh veranlaßte Bewegung war indeſſen eben ſo nüblich, als unvermeidlich, und man kann ſagen, daß erſt auf dieſem Wege der. Grund zu vollſtändigeren Wirthſchafts- ſyſtemen gelegt worden iſt, indem doch wenigſtens dem orthodoxen Felderweſen theilweiſe ein Ende gemacht wurde, weil durch Beſamung der Brache, dur Anbau verſchiedener anderer Gee wächſe, außer der alten Ordnung, dieſe ihre Bedeutung verlor. Man nannte dieſe neue Wirthſchaftsart„die Dreyfelderwirth- ſchaft mit beſamter Braache z allein auch dieſe Benennung ent» ſpricht eigentlich nicht immer der Natur der Sache, und hierzu gab die Größe der Rittergüter und der bäuerlichen Feldmarken Anlaß 3 die entfernt liegenden, gewöhnlich ſandigen, von lange ber ausgebauten Feldertheile konnten niemals gedüngt werden, weil der gewonnene Dünger ſo weit nicht reichte, dieſer wurde vielmehr regelrecht in die Braache gefahren 3 gleichwohl wurde das Stroh von jenen armen Feldern mit in die Düngermaſſe verwendet, und ſolcſicht auf einen angemeſſenen 2008 ſtand, conſervirt worden wäre, und dieſes veranlaßte der Glaube an eine ewige Dauer dieſes übexſchwenglichen Getreidehandels und der hohen Preiſe. Das mit allgemeinem Unglü>k begleitete Ende dieſer Periode fand nun im Allgemeinen den Boden durch Korn- ſaaten aus der alten Kraft geſeßt, die neuen, auf AFerbau und Weide im Wechſel- berechneten Einrichtungen waren an vielen Orten theils unterblieben, theils nach dem Zeitbedürfniß (dem Kornbegehr) willkührlich abgeändert, theils nicht zeitgemäß durchgeführt und alſo nicht überall und nicht ganz ins Leben getreten, und dieß traf den Bauer, der bey der alten Einrichtung verblieben war, doppelt; es waren alſo nunmehr die lepten bis hieher ſeit jener; Zeit verlaufenen 16 Jahre lediglich der Reſtau» ration zu widmen, welche beym Beſtande der alten Einrichtun«- gen und dem Nichtanbau des Braachfeldes ganz unmöglich wäre, odder doch wenigſtens eine längere Zeit erfordern würde. Wir haben dieſe kurze hiſtoriſch- techniſche Entwi&elung der Uralteun Culturverfaſſung vorangehen laſſen, um die Leſer in das Weſen der Sache beſſer einführen zu können und um zu zeigen, wie eigentlich ein Wirthſchaftsſyſtem nicht beſchaffen ſeyn müſſe, theils aber auch, um darzuthun, wie der Uebergang zu beſſern regelmäßigen Feldordnungen ſich theils nach und nach geſtaltete, theils ſofort erfolgte/ und welches die„Exfolge davon für den Culturſtand überhaupt geweſen. Erforderniſſe einer guten Feldordnung, oder ei- nes guten Wirthſchaftsſyſtems. Es iſt bereits Eingangs dieſes Kapitels der Nothwendigkeit und Unentbehrlichkeit der Feldordnungen oder Syſteme gedacht worden, wir müſſen aber jenen kurzen Andeutungen hier noch Nachſtehendes zur nähern Erläuterung folgen laſſen. Jede landwirthſchaftliche Beſigung, ſie ſey groß oder klein, worunter jedoch eigentliche Gärtnerey nicht mit begriffen wird, iſt in der Negel, in Abſicht auf ihren Beſtand und Fortdauer, auf ihre eignen innern Kräfte gegründet, das heißt, ſie muß 40* 131 „ääkieenen Oekonomi?. 2. Abſchn. (628) die Mittel zur Fortdauer und zum Beſtande aus“ den eignen Beſitzungen entnehmen, und kann ſich nicht auf Unterſtüpung von außen her verlaſſen. Wenn gleich es Ausnahmen giebt, wo ſolche Unterſtüßungen von außen eintreten, ſo ſind dieſer Fälle doch ſo wenige, daß ſie gegen das Ganze nicht in Betracht kommen. In Deutſchland, und in allen mit ihm auf gleicher Culz turſtufe ſtehenden Ländern, beruht in der Regel der A>erbau auf der Viezucht und dieſe auf jenem, eine Trennung beider iſt im Allgemeinen nicht mö lich, und obwohl man bloße Vieh- wirtbſchaften findet ohne AFerbau, ſo findet man dagegen doh nicht im Gegenſaß bloße A&erwirthſchaften ohne verhältnißmäßi» den Viehſtand, und die ſchon obenerwähnten, beſonders in Städten, ſich findenden Ausnahmen hiervon ſind unerheblich. Die beiden Haupttheile der Production liefern Getreide als Hauptproduct und Futtermittel für den Viehſtand, dieſer liefert den Dünger, der die Getreideproduction fyrtwährend unterhält und möglich macht, der Ackerbau und, wo ſie daneben vorhan- den, die Wieſen und Weiden, producirt aber auch das Vieh ſelbſt, welches einen Werth an ſich, und vermöge der Nutßungen von ſelbigen, hat; eine gewiſſe Fläche Grund und Boden bedingt alſo jederzeit eine ihm angemeſſene Zahl Vieh, und daher kann und ſoll man die Kraft des Bodens, die dieſe zwiefache Produc- tion, vermittelſt der darauf zu verwendenden Arbeit, möglich macht und unterhält, als eiſern betrachten, d. b. nichts thun, waz fie ſlichen Wechſels mit den Früchten hervorgebracht, welcher gegen Mißwachs, folg- lich gegen Ausfälle und Kraftverluſt des Bodens, ſchübt. Das Verhalten der verſchiedenen zu producirenden Pflanzen gegen die verſchiedenen Arten des Bodens und gegen die friſche Düngung, oder gegen die ſchon ältere Düngekraft im Boden, ward daher möglichtt beobachtet und davon Regeln entnommen, die bey der Wahl einer Feldordnung zum Grunde gelegt werden können, Wenn gleich die Erforſchung dieſer Regeln no< nicht als abgeſchloſſen zu betrachten iſt, im Gegentheil der Beobachtung hierunter ſtets noch ein weites intereſſantes Feld verbleibt, ſo iſt doch die Sache an ſich, nämlich die Nothwendigkeit des Ab- wechſeln8' der Früchte, eben ſo wahr, als es ohne allen Streit iſt, daß A&erbau und Viehzucht unzertrennlich auf einander beruhen. Das, was nun über jenes Verhalten der Culturpflan- en zum Boden erforſcht worden, iſt mehr außer Zweifel, als überbäupt die praktiſche Anwendung davon, oder die Einrich» tungen, die man darauf gründete, weil man gewöhrtlich nicht alle Umſtände und Einzelnheiten genau genug auffaßte, um aus öfters wiederholten Beobachtungen und Erfabrungen etwas Ueber- einſtimmendes, und folglich eine allgemeine Regel, zu abſtrahiren. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. DET un 133 (62 Welche Wirthſchaftsform auch in Anſpruch genommen werz- den möge, ſo kommt es doch bey jeder auf die vorgängige Un- terſuchung und Beurtheilung folgender Gegenſtände dabey an: 1) auf die Größe der Beſizung;./ 2) auf ihre leuch Ke durch Ae>er, Wieſen, Weide, Forſien U. ſ. W.z3?; 35a die gewöhnliche und yft ſehr verſchiedene Ertragsfähig« keit dieſer Grundſtü>e an ſich und von Natur, und auf 4) die Qualität derſelben, welche durch ihre bi8sherige Bez nutßung und Behandlung, zur Zeit, begründet worden z 5) auf die hohe oder niedere Lage des Terrains z 6) auf die Lage des Wirthſchaftshofes, nicht minder endlich auf 7) die merkantiliſchen Verhältniſſe des Landes oder der Pro- vinz, worin das Grundſtü> belegen. Wir haben hierüber Folgendes ie auszuführen, und zwar Zu-1. Je kleiner das GrundſtüF in der Fläche, deſto mehr nähert ſich die Cultur der Gärtnereywirthſchaft, und der Inha- ber iſt gewöhnlich aus den untern Ständen, wo die die Arbeit be- treibenden Hände der ganzen Familie ſtets disponibel ſind, und alſo, ausnahmsweiſe, mehr zu leiſten vermögen, als beym Feldbay im Großen jeder andern Familie möglich ſeyn würde; in dieſem Falle befinden ſich die vielen tauſend kleinen Landes» einwohner, die bis 20 Morgen Landes beſipen. Indem hier die ganze Familie Herr und Knecht in einer Perſon iſt und ihre ganze Kraft nur auf ihr Eigenthum verwendet, wird erſtlich die Viehhaltung davon größer, als im Durchſchnitt bey jeder andern Beſitung möglich iſt; das Vieh wird gewöhnlich auf dem Stalle ehalten, und folglich iſt Düngung und Bearbeitung ſchon weit Kärfer, als ſie bey größern Beſitzungen ſeyn kann, voraugsgeſetzt nämlich, daß ein ſolches kleines GrundſtüFX außer irgend einem Gemeinſchaftsverbande,„und ohne Servitutbelaſtung, exiſtirt. Man findet alſo- gewöhnlich, daß Beſizungen der Art in einer guten Verfaſſung, d. h., in gutem Düngungsſtande und wohl deeignet ſind, ihren Beſitzer nebſt Familie in ſeiner Art zu ernähren 3; er bedarf dabey keiner beſondern Feldordnung und Regel, und ſelbſt die Fehler, die hier ohne Zweifel häufig ge gen die Negel der Fruchtfolge und in andern Dingen begangen werden, bleiben unerheblich, da Arbeit und Düngung alles EUEINGN: wenigſtens in dem Maße, als es des Beſiters Stand erheiſcht. ) Anders geſtalten ſich die Sachen ſchon bey Wirthſchaften von größerem Umfange, namentlic) bey dem eigentlichen deut- ſchen Bauernſtande, deſſen Beſitzſtand ſchon von 50 bis 300 oder 400 Morgen zu berechnen iſt, dieſe, ſo wie alle größern Güter von mehreren tauſend Morgen Flächeninhalt müſſen eine Ein- theilung und Disyoſition, zum Zwe einer Ordnung, treffen z dieſe Größe an ſich beſtimmt nun auch a) die Größe der Abtbeilungen im Aer z hb) die Wege und Triften zu ſelbigen z dagegen beſtimmt zu 3. die Ertragsfähigkeit des AFXerbodens von Natur, a) die Zahl der Abtheilungen, Felder, Schläge, Koppeln, oder wie man|ie ſonſt nennen will, und zwar um ſo noth- 134 Dekonomio. 2. Abſchn. (630) wendiger, im Fall ſich beym Gute keine Wieſen, noh Weide: reviere befinden, der Aer alſo ganz aus und durch ſich ſelbſt. in Cultur erhalten werden ſoll und muß.- b) Beſtimmt die Ertragsfähigkeit auch die Wahl der anzus bauenden Früchte und der Viehart, jedoch immer auch mit Rückſicht auf vorhandene oder ermangelnde Wieſen und Weiden, welche Wahl jedomäo» Bigfeit zu verſchaffen, zuvor auf die Eigenſchaften des AFerbodens zurückzugehen, und überhaupt den Acker tin Anſehung der Qualität nach 3 Hauptabtheilungen zu unterſcheiden, welche geeignet ſind, aud) die danach gebildet werdenden Syſteme, mit Nückſicht auf die übrigen vorhin bezeichneten Gegenſtände, genauer zu claſſiz ficiren, ohne deßhalb Verwirrungen zuzulaſſen. v Unerachtet im 1ſten. Theile dieſes Werkes, S, 626 bis 636 nur 10 AFerclaſſen oder Bodenarten angenommen ſind, ſo vera anlaſſen doch die dort auch(S. 637) berührten Uebergänge„und einige nicht mitgenannte Bodenarten-mindeſtens die Annahme von 10 verſchiedenen Arten des zur AFercultur fähigen und ſich unterſcheidenden Grundes und Bodens in Deutſchland. Man muß daher annehmen die ſchweren Klay- Bodenarten in den Niederungen und auf Höhen, den thonigen reichen und ärmern Mittelboden, in welchem die Thonerde das Vebergewicht vor dem Sande hat, endlich den ſandigen Bos den, in welchem der Sandgehalt größer, als der Thongehalt iſt. Der Klay iſt, mit wenigen Ausnahmen, faſt zu jeder Culs tur geeignet und zeichnet ſich durch reiche Futtererträge ganz vorzüglich aus; es iſt daher beym Beſitz eines Gutes-von ſol» e der Braache laſſen ſich'anderweit und auf eine Art erreichen, die Nuten bringt, gewöhnlich durch den Anbau behackter Früchte, wozu nod) kommt, daß er in vielen Fällen ſofort zu ſehr guter Weide oder zur Wieſe niedergelegt werden- kann, und in alle Wege einen ſchnell hinter einander folgenden Nutungswechſel erträgt. Aehnliches läßt ſich vom thonigen Boden behaupten, nur findet es nicht in derſelben Ausdehnung Statt, und erleidet mehrere Ausnahmen, weil die thonigen Bodenarten theils oft kaltgründig und roh ſind, und ſich ſchwer in nachhaltige Frucht» barkeit ſetzen laſſen, theils auch, weil ſie nicht ſo reiche Futter- erträge liefern und ſich nicht anders, als auf künſtliche Weiſe, unter Vorausſezung möglichſter Fehlerloſigteit und alter Cul» turkraft, zur Weide nie darlegen laſſen, wie denn gleichfalls der Bau der Futterkräuier zum Ueberwintern zuweilen mißlich iſt, wogegen der Wurzel» und Tabacksbau, als Sommerge- e-.m- venen,"enn Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. SEE 435 wächſe, ihnen zuſagt. Daraus folgt nun, daß Arbeit und Ertrag hier nicht ſtets in einem gerechten Verbältniſſe zu einandor ſtehen, und das die Größe des Viehſtandes ſchon mehrere Bez denken- hat, mithin auf mögliche Futterverlegenheiten bey großer Dürre oder großer Näſſe Bedacht zu nehmen iſt. Die ſandigen Bodenarten, vorzüglich die beſſern, haben vor den eben bezeichneten thonigen, zuweilen auh vor manchen Arz ten von Klay, das voraus, daß ſie in der Regel ſehr ſicher ſind, und ihre Bearbeitung ſehr. leicht fällt 3 wiewohl es Aus2 nahmen hiervon giebt, welche indeſſen ſo häufig nicht ſind. Wenn dagegen der rohe Ertrag davon ebenfalls nicht gerade ſehr in die Augen fällt, alſo nicht voluminös iſt, ſo iſt ihm doch nicht abzuſprechen, daß die auf ſolchem Boden gewachſenen Gez treidearten, mit Ausnahme des Weizens, nicht nur zu großer Vollkommenheit auswachſen, ſondern auch gewöhnlich außerordent2 lich ſchwer, alſo mehlreich und gediegen find 3 dieß gilt vorzüglich vom Roggen, von der kleinen Gerſte, den Rübenarten,. artofs feln und ſelbſt dem Rübſen, welche Früchte daher, da die Käus fer jede Gegend wohl kennen, ſtets guten Markt zu machen pfle- gen 3 außerdem ſtehen Ertrag und Unkoſten gewöhnlich, und da dergleichen Boden mehrentheils in Ebenen anzutreffen iſt, in ſebr angenehmen Verhältniſſen zu einander. Die vorhin berühr- ten. Ausnahmen von dieſem Verhalten finden Statt bey großer Dürre auf hohen oder bergigen Ebenen; man kann aber der Einwirkung der Sonnenſtrahlen und. ausdürrender Winde ſehr viel Abbruch thun, weng man tiefe AFerkrume und den Ges brauch der in vielen Gegenden ganz unbekannten Walze eingeführt hat. Ueberwiegende Feuchtigkeit ſchadet dieſen Bodenarten weit weniger, als den andern beiden: denn, iſt ſie local, ſo kann man fichrihrer durch Abzüge oft entledigen 3 iſt ihr nicht abzuhelfen, ſo ſeht dieſer Boden ſchnell eine Raſende>e, und giebt entweder eine gute Weide oder eine mittelmäßige Wieſe 3 überhaupt aber giebt dieſer Boden auch eine gute wilde Schafweide nach dem Getreide.*) - Hiernach, und mit Bezug auf die vorhin GEH IME 7 vers ſchiedenen Hauptmomente, die ſich beym Landbeſiß offenbaren, bilden ſich nun die verſchiedenen Wirtbſchaftsſyſteme im Allge meinen, und indem wir uns hierüber auf das beziehen, was im 3. Bde S. 117. 3*) von den Vortheilen des Syſtems bemerkt iſt, müſſen wir noch binzufügen, daß, wie auch dort ebenfalls geſagt worden, alle Speculatioy(theoretiſches Feſtſtellen) hierbey zunächſt nur von den natürlichen Eigenſchaften des Stoſfs aus- geben, und- daß daher ein Syſtem nicht eine reine geiſtige Schöpfung ſeyn kann, die jene Momente zu ignoriren hätte. Von eben jenen 3 Hauptunterſchieden im Boden gehen nut auch die Beſonderheiten aus, die in den Syſtemen ange- troffen werden, und man ſiebt von ſelbſt ein, daß dieſe Beſon= derheiten nicht von vem umfaſſenden Einfluſſe ſind, daß durd dieſelben nothwendig ganz beſondere, und. von der allgemei2 nen Regel abweichende Syſteme gebildet werden müſſen, denn die uſammenſetzung einer gegebenen ländlichen Beſitzung iſt, nach“ obigem 3ten Hauptpuncte,(chou ein Hauptbeſtimmungs= (2EiaE S4=D IL MIER I IIC IED *) Eneykl. Bd. 111. S. 607. ..) Eueykl. Bd. 111. S. 605 Oekonomie. 2. Abſchu, (632) gram: füv; die Wahl eines gewiſſen Syſtems, und nicht ohne liche Vertheilung, auf die Gleichmäßig» keit der Erndten, in Bezug auf die Erträge an Winterfutter und an Weide, und auf die möglichen Ausfälle bierbey, endlich auch auf den Umſtand zu nehmen hat, in wiefern durch die getroffene Wahl der A>erboden nicht nur nicht erſchöpft, ſondern viel- mehr in einem kräftigen Zuſtande erhalten werde. Man erſiebt hieraus, daß die Wahl und Einführung eines gewiſſen Feldſyſtems viel Umſicht und Bedachtnahme auf vieler- ley Gegenſtände vorausſezt, um ſo mehr, als das Schwanken darin, und gar das vftere Abändern des Plans, nur zum offen- baren Schaden führen muß.] Da wir nun im Vorhergehenden geſehen haben, wie man den Landbau in Deutſchland ſeit dem graueſten Alterthume bis auf unſere Zeiten üher einen und denſelben Leiſten behandelt, und nur erſt in den jüngſten Zeiten dahin gelangt iſt, die alte Form zu zerbrechen, und eine neue einzuführen, ſo betrachten wir nun die neuern ſogenannten Syſteme, die Eingangs auf= gezählt worden ſind, nämlich die Schlag:, Koppel-, Wechſelz wirthſchafts- oder auch Frucht wechſel: Wirthſchafts8ſyſteme. Es iſt ſchon vorhin bemerkt worden, daß die Noth diy Cul- tivatoren dahin führte, dem Dreyfelderſyſteme häufig untreu zu werden, daß dieſes durch die Einführung der Braachfrüchte noch mehr geſchab, und daß endlich aus der dreyfeldrigen eine 6, 9 und 12feldrige Eintbeilung entſtand; ſtatt alſo auf der ganzen Flur nur Braach-, Winterungs: und Sommerungsfeld zu halten, hielt man: 42. 6. und dieſe Eintheilung mußte nothwendig den eigentlichen Ge- treidebau, zwar nicht gleich anfangs ,- doch mit der Zeit vermeh- ren, wentgſtens ſichern, in alle Wege aber mehr Viebfatter ab2 werfen, als die frühere. Die Eintheiluug der Felder ward ferner theils auf Weide- gang des Viehes, theils auf reinen Futtergewinn, ſowobl zur Winter-, als auch zur Sommer: Stalifütterung berechnet und angelegt, und danach reine Braache 2 Schläge oder Braache 1 Schlag Winterung 4- Winterung 2- Sommerung 4- Sommerung 2-=- Klee 1- Erbſen, Klee Erbſen 1.5.8 oder Kartoffeln 1-- Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 4137 (633) Wechſelwirthſerboden ſette, der eigentlich zur Braachbe: artung beſtimmt, nothgedrungen als eine ärmliche Viehweide Über die gebührende. Zeit hinaus dienen mußte, deſſen nachberige Bearbeitung ſich durch den geringen Ertrag oft gar nicht bezahlt machte, und der dem Viehſtand in keine Weiſe aufzuhelfen ver- mochte, daher dieſe Aushülfe von beſondern Wieſen und Weide; revieren entnommen werden mußte, in welchem Fall jedoch dieſen und nicht jenem der reine Ertrag mehrentheils beyzu= meſſen iſt. Man kann jene vorhin bemerkte 6, 9 und 12feldrige Wirth2 ſchaft mit, Futrerbau oder Weideſchlägen als'den Uebergang zur eigentlichen Wechſelwirthſchaft betrachten, und es fommt hierbey ſtets zunächſt auf eine angemeſſene geometriſche Abthei- AEZ 438 Oekonomlo, 2, Abſchn. (634) kung der ganzen Feldmark oder Flur anz bevor wir aber hierauf weiter eingeden; müſſen wir nochmals auf jene drey Hauptune terſchiede des Bodens. zurükfommen, um zu zeigen, in wie weit die an ei1 ſmic>kliches Wirthſchaftsſyſtem oder Feldordnung zu machenden Anforderungen mehr oder weniger eintreten. Wiewohl wir bisher auch von der Fruchtfolge, oder von der Zeitordnung, in welcher die Früchte aufeinander folgen, und unter ſich abwechſeln, folglich wie oft dieſelbe Frucht auf dere ſelben Stelle erbaut werden könne und dürfe, noch nicht geban- delt baben, unerachtet dieſelbe in jedes Wirthſchaftsſyſtem we» ſentlich eingreift, ſo dürfen wir doch dieſen Gegenſtand, der in weiterer Ausvehnung in das Gebiet der Agricultur SE; vor der Hand noch zurüFſteben laſſen, und werden zwec>mäßiger in ver Folge Daran zurü&kommen. MULSMTO TIES NON EM ur Marſch« oder Klayo oden. Man findet bey Benutßung dieſer Bodenarten eigentlich keine feſte/ Regel oder Syſtem, die als Norm aufgeſtellt werden könnte 3 wir. ſehen dieſeiben oft zur Gartencultur, bald als Wieſe„-Fettwzide, bald zum Getreidebau, im regetloſen Wech» ſel, benußt 3 dieſes liegt auch in der großen Verſchiedenheit dieſes Bodens, der ſich nicht ſowohl aus ſeinen Gemengetbei- len, als vielmehr aus ſeiner ürt!ichen Lage und den Gewohn» heiten unb Bedürfniſſen ſeiner Beſiter originirt, Die Beſitunz gen, inſofern ſie in geſchloſſenen Höfen beſtehen, ſind gewöhn» lich der Fläche nach, gegen Höhegüter verglichen, klein und ZIE ipren größern Werth durch die reiche Ergiebigkeit des Bodene?. Der eigentliche Marſchboden, der in Höhezegenden mehr Unter der Benennung Kl ay bekannt iſt, finder ſich an den Meeo rxesfüſten und in Stromthälern; die Benennung kommt her von dem bey den alten Belgiern und Franken üblichen Worte Mar, welches einen Sumpf bedeutet, der zuweilen austro&net, und den man daher theils als Wieſe, theils als Weide benutzt, da» ber Heu- Mar, Weide- Mar, Wald- Mar*); als ein Product der Aufſchwemmung unterliegt er mancherley Abweichungen ſeiner Gemengtbeile, welche aber ſeine Culturfähigkeit nicht allein beſtimmen, ſondern über welche zugleich ſeine örtliche, höchſiverſchiedene, oft precaire Lage entſcheidet. Nach nationalen oder merkantiliſchen Verhältniſſen und Ges wohnhbeiten(ſ. Nr. 7, der vorber aufgeſtellten Säße) wird er oft nur, ohne alle Cultur, als Fettweide benußt, wo er auf mög lichſt kleinem Naume einen böhern Neinertrag giebt, als jede Cultur, oder man benußt ihn allein zur Viehzucht, wechſelt *) Das Wurzelwort iſt nicht, wie wohl angenommen wird, mare, das Meer, vder das Land an den Meeresküſten, denn es ſtammt nicht von der Bekanntſchaft der Belagen und Franken mit den Römern her, viel? mehr findet ſich das Wort als Ortsbezeichnunqg in. Schweden und in Norddeutſchlaud, z- B. Horſtmar, Galmar, Amar, Weimar; ſelbſt VWommwern dürfte nicht aus dem ſlaviſchen Po-mware, am Meere, en durch am Sumpfe, diejenigen Stkaven, die zwiſchen den Süm- en, überſetzt werden, im Gegenſaß derjenigen, die an der Elbe ſaßen,»- Labe, Polabier, im heutigen Medlenburg; das fraazöſiſche Wort Marais möchte daher wohl germaniſcher Abkuuft ſeyu. 635) daber zwiſchen Heugewinn und Weide, alſo für den Sommer«- und Winterbedarf des Viehſtandes 3 dieſer Fall tritt haupt ſächlich bey etwas niedriger Lage ein. Bey höherer Lage, und in Gegenden, wo größere Märkte ſind, z- B. in den Oſtfrieſiſchen. und benachbarten Seemarſchen, in der Danziger Niederung und im Oderthale, wo gute Ent- wäſſerungs= Anſtalten exiſtiren, iſt der Bau der Getreidearten des Tabaks und des Winterrapſes gangbar, welche Früchte in unbeſtimmter Ordnung auf einander folgen. Man hält feine Braache, und legt ihn, nach Bedarf, und nicht als Folge anz erfannter Nothwendigkeit, wieder auf ein oder zwey Jahre zur Weide nieder, nah deren Aufbruch die Getreideſaaten-- bey dem reichſten Boden o h ne Düngung=- wieder vor ſich gehen. Der Dünger iſt bey ſeiner Cultur wenig in Anſehen, da er deſſen weniger bedarf, und da jene niedrigen Gegenden gee wöhnlich Holzmangel haben, ſo wird, wo Torfſtiche dieſen nicht ausgleichen, eine Menge anderwärts dem Futter und dein Dünger nothwendig anheimfallenden Strohes zur Feuerung verwendet.; N Mancher Marſchboden taugt nicht für Wintergetreide, theils wegen ſeiner Gemengtheile, theils wegen ſeiner niedrigen Lage, weil es diFhülſig wird und weniges und ſchlechtes Mehl giebtz hierzu kann, bey reichem Humusgehalt, der Mangel an einge? mengter Kieſelerde und nicht abzuleitende Feuchtigkeit, auch der Untergrund Anlaß geben 3 alsdann pflegt er nur zu Sommer» gedreide, Wurzelgewächſen., Tabak, Wieſe oder Fettweide bes nubt zu werden, Nur der Weizen macht auf reichem tadelloſen Boden eine Ausnahme, und wird nebſt dem Naps, vorzüglich gebaut 3; dennocliche und dauernde Waſſerabzüge zu machen, und der Gebrauch des Kalkmergels, ja des reinen Kalkes ſelbſt. Jn- dem jene Abzüge überhaupt erſt dem Pfluge Zugang und Wirk- ſamkeit verſchafften, ward durch die Mergelung der Zähigkeit und Unbändigkeit, der bleyernen Schwere und der Säure des Bodens ein Ende gemacht, auch die Sterilität aufgehoben, die aus oft vorfommendem Uebermaße an beygemengtem, mehr oder weniger oxydirtem, Ciſen entſtand. Dieſer, Boden gewährt nicht, wie der Sandboden, viele natürliche Weide nach den Erndten, im Gegentheil iſt er oft, wenn das Getreide dicht geſtanden und gut gerathen iſt, ganz von allem Graswuchſe'entblößt, und die ſpäte Jahres8zeit und verhärtete Oberfläche begünſtiget auch alsdann den Graswauchs (637) nicht mehr.'Es iſt daher bey dieſem Boden auf natürliche Schafweide, als Nebennußung, nicht viel Rechnung zu machen, dagegen begünſtiget er künſtliche Futter- und Weideſchläge it Klee, Wien und Mengefutter oder Miſchling, und wenn der Boden geſund, ohne Säure und in guter Cultur iſt, gedeihen dieſe Futterarten und die Wurzelgewächſe im vorzüglichen Maße; aud) die Stroherträge, beſonders der Erbſen, ſind an- ſehnlicd, und der Boden liefert daher gewöhnlich eine ange meſſene bedeutende Düngermaſſe, kann alſo in gutem Dün» gungszuſtande erhalten werden. Ein Hauptvortheil des Thon- bodens iſt aber der, daß er die ihm gebührende Düngermaſſe minder ſchnell abſorbiren läßt, als der Sandboden.« Dieſelbe Quantität Dünger auf gleicher Fläche untergebracht, wird im Thonboden vier bis fünf Erndten abtragen, während ſie im Sandboden nur drey zuläßt und eine vierte in der Regel miß- lich iſt und" oft die Koſten nicht det. Dieſer Umſtand iſt bis- ber weniger allgemein erkannt worden, als er es verdient, und wir werden in der Folge ſehen, wie viel Nüſicht derſelbe ver- dient, wenn man eine richtige Dispoſition machen will. Jndeſſen iſt dieſes Verkennen der Kraft dieſer Bodenart weniger ſchäd= lich, als der umgekehrte Fall, wo man nämlich einem Byden, beſonders vem ſandigen, oder auch ſelbſt dem noch nicht gar gemachten vder fehlerhaften Thonboden, eine zu große Pro» ductionskraft beymißt, und alſo auf Erndten rechnet, die er nicht liefern kann. Indeſſen iſt nicht zu vergeſſen, daß jene größere Kraft des Thonbodens auch mit von der Art und Weiſe ab= bängt, wie er behandelt wird, nämlich von der Tiefe der pflug» baren AFerkrume und der Qualität des Düngers 3; erſtere darf nicht flach, lepterer darf nicht ganz verrottet, ſondern mus lang ſeyn, wodurch eine Urt von Gährung, oder eine gewiſſe(ter Früchte vorzuziehen, welches letztere indeſſen in dem Betracht mißlich iſt, als ein ſolcher Boden, ſo lange er nicht meliorirt und nicht gar'ge- macht, oder in gehörige Cultur geſezt worden, die Behandlung mik dem Häufelpfluge nicht wohl zuläßt, weil er nach eingetre- tener Abtronung zu feſt wird, nur in ganzen Schollen bricht und alſo die Arbeit erſchwert, welche daher zu dieſem Zwecke alsdann mit Handha>en koſtſpieliger zu verrichten ſeyn würde, Im Ganzen bat alſo ein ſolcher Fall, beſonders bey großen Beſitungen, in den erſten Jahren viel Einfluß auf die Wirth- ſchaftskoſten, die dann wohl im umgekehrten Verhältniß zum Ertrage“ zu ſtehen kommen, welche Verwendung indeß, wenn ſonſt abzuſehen, daß ſie mit der Zeit von Erfolg ſeyn werde, eigentlich. zu den Meliorationskoſten gehören würde, und man würde alſo ganz nichtig verfahren, wenn man das in ſolchen| Anfangsjahren ſich ergebende Minus am ſonſt gewöhnlich an- zunehmenden Ertrage ſolchen Bodens, zu dem Grundcapi- tale ſck hervortreten, als man auf die Idee kam, den Dreyfelderumlauf mit einer andern Methode zu vertauſchen, und die neuen Wirthſchaftsformen würden vielleicht leichter Eingang gefunden haben, wenn man ſich davon nicht leich) Anfangs, durch übertreibende Behauptungen verleitet, zu Datiniſche Hoffnungen gemacht, und wenn die Mehrzahl der Cultivatoren, die große Flächen beſaßen, die Einſicht oder die Mittel gehabt hätten, den Düngungsſtand für die Uebergangs» jahre dergeſtalt zu vergrößern, daß dadurch die Feldertbheile, die früher ſchon mit Getreideſaaten hinreichend abgetragem batten, und alſo ohne Kraft waren, für den neuen Umlauf ſofort wieder hätten in Stand geſetzt werden können. Dieſer Fall könnte nur bey einem großen Nebenbeſit von Wieſen und Weide, oder bey binlänglichen Geldmitteln Statt finden, welche es geſtatteten, im Voraus durch angekauftes Futter dieerforderliche Düngermaſſe zu beſchaffen. Da dieſe Hülfsmittel an den mebreſten Orten nicht exiſtirten, der geprieſene Kleebau auf ſandigem ungedüng- ten Boden mißrieth, der Kartoffelbau im Großen noch nicht eingeführt, und die Kartoffel ſelbſt noch nicht allgemein als Viehfutter anerkannt war, ſo fehlte es natürlich nicht an miße- lungenen Verſuchen und daher entſtandenen Verlegenbeiten in Anſehung des Winterfutters, und überhaupt auch des Geſammt:- ertrags, und dieſes Mißlingen gab um ſo mehr zu literariſchen Verſchiedene Art21 des landwirthſchaftl. Betriebes. 443 iri Eugen Are Zaren 144 Oekonomie. 2. Abſchn. (640) Fehden Anlaß, als die Schriftſteller ſelten den Boden, von welchem ſie redeten, genaumäßi dargethan ,, ſo, daß endlich die dagegen ſonſt beſtandene hon ärmliche Wirthſchaf? aufgebört bat; man findet daher jeht häufig große Flächen nach 7, 10, 11 vder 14 Schlägen eingetheilt,- wor= Unter Braach- und Weideſchläge ſind, auf welchen allerdings nun weit mehr Vieh ernährt wird, als im frühern Verhältniſſe, und alſy auc< die Kraft des Bodens ſehr vermehrt wird. Da bier hauptſächlich vom eigentlichen A&erbau im Großett, wie er auf den mehrentheils ſehr großen Landgütern in Deutſch= land betrieben wird, die Rede iſt, ſv- können wir hier nicht auf diejenige Sandcultur zurückgehen, die in kleinern Beſitungen getrieben wird, und die von der Ertragsfähigkeit des Sandes allerdings eine ganz andere Vorſiellung geben, als wir hier davon zu erwe>en uns befugt halten. Was der Belgier, der Engländer, der Deutſche in der Provinz Brandenburg, in Schles ſien und in Bayern bey Bamberg', in dieſer Beziehung auf kleinen Beſitzungen leiſtet, gehört mehrentheils ins Gebiet der Gartencultur, begünſtigt dur) örtliche Lage und'die mögliche, oft ſelbſt koſtenfreye Herbeyſchaffung reichlichen Düngers5 der nicht Product des in Cultur habenden Bodens iſt, und der da2 ber unter ſolchen Umſtänden allerdings ein ganz anderes Ver- fahren und eine Cultur geſtattet, die vom eigentlichen Feldbaue im Großen niemals erreicht werden kann, auch ſchon deßhoalb nicht, weil in kleinen Beſitzungen die arbeitenden Hände der ganzen Familie den größten Theil des Betriebscapitals aus- machen, was keine Zinſen koſtet und ohnehin unterhalten wer- den muß, und dieſe Familie eine andere Beſchäftigung weder kennt, noch bat, ſich keinen Preis für,ihre Arbeit beſtimmt, indem ſie ſich dadurch ſelbſt bezahlt, daß ſie ſich unmittelbar von ihrem Eigenthum ernährt. Die Sandcultur unter den eben geſchil- derten Verhältniſſen, hat daher in Anſehung des Beſtandes der Cultivatoren viel Aehnliches mit ven Verhältniſſen der kleinern Verſchiedene Arten des laudwirthſchaftl. Betriebes. 445 (641) j Beſitzer in„Marſch.- oder Auegegenden, mit dem Unterſchiede, jz daß hier die natürliche Ergiebigkeit des Bodens das Bedürfniß a fremden Düngers entbehrlich macht, während gleich viel Arbeit, 8 wie bey- jenen, verwendet wird, n a Die Abſicht der Landwirthe, aus der ungenügenden und oft n Schaden bringenden Dreyfelderordnung bheraugzugehen, bat end= e lich die mannichfachen Formen herbeygeführt, die man jebt mit ' dem Namen Wirthſchaftsſyſteme bezeichnet, und die, genau bes |» trachtet, ihrem Weſen nach theils geometriſche, theils aritchme= 3 triſche Verhältniſſe offenbaren*), ein Gegenſtand, deſſen Betrach=- 2 tung alſo füglich für dieſe Abtheilung gehört, und der ſich bey | der Flächeneintheilung, dem rohen Ertrage, den Koſten u, ſ. w. Ye einzeln ergiebt. n Das Hauptſächlichſte der Form nach beſteht bey dieſer Wirth- ec ſchaftsart darin, daß man das ganze Feld in eine gewiſſe An- 8 zabl Fleinerer Felde?, Schläge oder Koppeln genannt, eintheilt, |: deren jeder alljährlich anders genutzt wird, ſo daß alſo 3, B. bey 3 7, 10 oder 14 Schlägen nach 7, 10 oder 14 Jahren, jeder einzelne | Schlag alle diejenigen Früchte abgetragen hat, die man plan» n mäßig beabſichtigte.“Dieſer Umlauf der. S gewöhnlich ein Vorwerk, eine Vorwertswirtdſchaft, welche ſich ſehr oft von der Haupt= > peda 1 MM. m. (EWWEEET TTZIMA AUER AIR 2 00 *). Das gevmetriſche Verhältniß ſpricht ſich aus durch z..B. 1. 2. 4, 8. 16 1. : 1» Ww., das arithmetiſche durch 1, 2. 5: 4+ 5 6 U. ſ+ w. IV. 41 4126 Oekonomie. 3. Abſchn. (62) wirthſchaft auf dem Wohnſitze des Eigenthümers nicht weſentlich . unterſcheidet 3; jedoch pflegt man den Anfang einer ſolchen Me- lioration gewöhnlich im Kleinern zu beginnenz daher beſteht der Viehbeſas anfänglich gewöhnlich" nur aus den Zugochſen', und der Pflugmeyer iſt der Vorſteher des Ganzen 3 ſpäter kann es möglich werden, einen Kuhſtand hinzuzufügen, oder wenn die Umſtände es zulaſſen, den Hammelhaufen der Schäferey dahin"En zu verlegen, endlich wohl gar eine vollſtändige beſondere Schä-"4 ferey daſelbſt zu etabliren, und dem Ganzen einen beſondern Verwalter vorzuſeben. Bey der Wahl und Gründung eines Wirthſchaftsſy= 14 ſtems müſſen wir auf die vorhin angedeuteten 7 Hauptmomwente| im Allgemeinen zurückweiſen, die Specialien ergeben ſich dage- gen im Folgenden: Geometriſche Erforderniſſe 1) Die Lage des Wirthſchaftshofes im Centro, am Rande oder am äußerſten Ende der Beſigung wird aewöhnlich die ged» metriſche Eintheitung des Feldes in Schläge, deren. Figur, Zuſäm= menhang, Zugang mit dem Arbeitsvieh, Triften für. das Weide» vieh, Anlage von Viehtränken u. ſ. Ww. beſtimmen. Ein jeder Schlag oder Koppel muß ein für ſich beſtehendes Ganzes bildenz die Figur deſſelben muß alſoy dem Pfluge und dem Geſpanne mit Wagen freyen-Zugang und Bewegung geſtatren3 ſchmale länge| Schläge geben zwar weniger Pflugwendungen, erſchweren aber das Querpflügen, zu welchem vann eine Umwende, oder ein ſolches StüFX Land liegen bleiben muß, das zur Pflugwendung dient, und ſpäter beſonders nachgepflügt werden muß, welches wenigſtens ſehr unbequem iſt. Beabſichtizet man Fruchtbau und Weide ganz im Wechſel, ſo muß die Eintheilung bezüglich auf letztern, wegen des bequemen Zuganges der Heerden; mit| Umſicht getroffen werden, weil bey dem Wechſel der Schläge| auch die Weideſchläge wechſeln 3 indeſſen gilt dieß auch, wenn das Ganze auf Stallfütterung berechnet iſt, wo man zum Ab- fahren des Grünfutters Gelegenbeit haben muß 3 es folgt hier= bey von ſelbſt, daß man die Schläge nicht hintereinander legen beiden Seiten! Zugänge möglich ' darf, es wäre denn, daß/von; T ſind, ohne deßhalb Land. zu verſchwenden 3; zu dieſem Zweck iſt es N daher bey der geometrifehen Abtheilung von großer Bedeutung, ND auf die vorhandenen, die Feldmark durchſchneidenden oder be= | grenzenden Landſtraßen umd Dorfwege ſein Augenmerk zu rich= | ten, weil ſie gewöhnlich Gelegenheit geben/ Land zu erſparen, indem man dann beſondere Wege und Triften nicht vom eignen Boden zu entnehmen braucht. Auch in Anſehung anderer Umz ſtände des Terrains iſt Vorausſicht erforderlich;' Bäche, Flüſſe, Seen geben zuweilen gute Grenzen ab und erſparen die Anlage ) künſtlicher Viehtränken, veranlaſſen dagegen aber auch zuweilen 1) eine unbequeme Theilung der Schläge, die Erbauung von rüden, | die Vorſorge vor Ueberſchwemmung U.+ ſ. w., und dieſe und au-= ! dere Terrain- Hinderniſſe veranlaſſen dallerdings ſehr häufig eine Geſtaltung der Schläge, die ſehr zerſplittert und unbequem er» ſcheint, aber gleichwohl nicht immer geändert werden kann. 2): Nicht weniger Beachtung verdient die Lage der neben den Feldern vorhandenen Weidereviere der Wieſen und der Forſten, Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 447 (643) lettere, inſofern ſie zugleich zur Weide dienen, und wir gehen Dr nicht auf die Eigenheit einiger Gegenden ein, keine beſon» ern Weidereviere und keine Waldweide zu geſtatten, weil dieß theils zu local/ theils auch ſeit dem. bedeutenden Fortſchreiten der Schafzucht, und der Reduction des Getreidebäues auf ſein natürliches Maaß, nicht mehr allgemein iſt. Liegen dergleichen Grundſtücke im Anſchluſſe der Schläge,“ſo muß wegen Fahr: wege un Triften Vorbedacht genommen: werden, und ob ge: ringhaltige Angerweiden als ſolche zu belaſſen oder aufzubrechen und in den Feldbau mit aufzunehmen, das wird in jedem ein- zelnen Falle ſich aus der Größe und den Verhältniſſen des Gan- zen ergeben.' 3) Gleiche Rückſicht iſt bey der geometriſchen Eintheilung auf etwa noh beſtehende Servituten zu nehmen, 3. B. auf vorhandene von benachbarten Grundſtü>en herkommende noth- wendige Abzugs- oder Vorfluthgraben, Triftgerechtigkeiten, wor» unter hier das Recht zum Uebertreiben fremder Heerden nach einem dritten Grundſtü>e, und das dafür nöthige Niederlegen eines beſtändigen Triftweges, verſtanden wird, u, ſ. w. 4) Gleichheit der Schläge. in Anſehung der Fläche und der Bodengüte iſt eine Hauptanforderung, die an eine ſchi>liche Feldeintheilung zu machen iſt, weil von ihr die nöthwendige Gleichheit der jährlich zu erndtenden Frucht- und Futtermaſſen und die Gleichheit der Summe der Arbeit abhängt, und es von ſelbſt einleuchtet, daß ohne eine gewiſſe Feſtſepung darüber gar kein beſtimmter Etat gemacht werden kann z- denn da die auf das Ganze zu berechnenden Viebſtände nicht willkührlich nacdy den größern oder kleinern jährlichen Futtererndten verklei- nert oder vergrößert werden können, da man gleichfalls Ge- ſpannkräfte, Geſinde und Arbeitsleute nac) den Erforderniſſen des Ganzen hält und anſetzt, ſo müſſen für erſtere die Futter: maſſen alljährlich'gleich, und für letztere in jedem Jahre-hin= reichende Arbeiten und Beſchäftigungen vorhanden ſeyn. Dieſe Gleichheit herbeyzuführen, iſt aber ſehr häufig die aller- ſchwierigſte Aufgabe, beſonders wo die Lage des Wirthſchafts- hofes am äußerſten Ende der Beſitzung liegt, wo alsdann die entfernteſten Schläge ſchon der: Entfernung wegen die Arbeit verlängern,"noch„mehr aber durch die in einigen Ländern: ſich findende äußerſte Verſchiedenheit der Qualität des Bodens 0 7 im ſchnellen Wechſel von einigen Rutbenlängen auf kleinerer Fläche, oder wo durchſtreichende ſterile Sandſtellen, Moxlaken und Sumpf das Ganze in ein buntes Allerley zertheilen. Der- gleichen Hinderniſſe können nur, gleichzeitig-mit dem Entſchluſſe Über die Anzahl der Schläge, wiewohl dennoch oft nur unvoll: ſtändig, beſiegt werden, und man iſt daher nicht ſelten genöthigt, bloß wegen dieſer* Hinderniſſe die Zahl der Schläge zu verdop- peln, oder gar zwey beſondere Umläufe einzurichten. mn 5) Aus dieſen Andeutungen ergiebt ſich von ſelbſt die Noth- wendigkeit, eine neu einzutheilende Feldmark oder Flur vorher geometriſch aufnehmen, vermeſſen und in eine genaue: Charte RN zu laſſen, alsdann muß dieſelbe bonitirt, d. i. die. ver- ter Früchte vorläufig noch an Dünger Elt, nur auf dieſem Wege, falls nämlich der Boden mehr thonig, oder wenigſtens mehr lehmig, als bloß ſandig iſt, bezwungen werden kann'5 wogegen beym zu ſandigen Boden die Sommerbraache nur verderblich wirkt, indem ſie den Boden zu ſehr lockert, und die atmoſphä- riſche Einwirkung dig. darin enthaltene Culturkraft faſt gänzlich abſorbirt, außerdem aber ven Que>enwurzeln, die dieſen Boden lieben, nur noch mehr Spielraum giebt; in einem ſolerbau erwartet werden muß, um für den muthmaßlichen künftigen Viebſtand auf 5 oder 6 Wintermonate auszureichen. Dieß wird alſo mit Nücſicht auf die Weide, die Zahl der Schläge beſtimmen helfen,'und auf welche Hauptfrüchte dieſe zu berechnen ſind. Noch mehr wird dieſe Vorausſicht eintreten müſſen, wo keine Wieſen ſind, folg- lich der ganze Wirthſchaftsbeſtand auf der Cultur des AFerbo- dens beruht, welcher dann den Viehſtand das ganze Jahr er- halten muß. Die Fruchtfolge iſt nun bey jedem Feldſyſteme“ eine weſentliche Sache, und man muß ſich in der Regel, in Bezug auf die im Vorhergehenden vorgetragenen mancherley Umſtände und Erforderniſſe, zu einer entſchließen. Die Negeln, in welcher Ordnung die Früchte auf- einander folgen ſollen, wie oft alſo bey einer Feldereintheilung dieſelbe Frucht wieder auf derſelben Stelle erbaut werden darf, ohne zugleich durch die ihr unmittelbar auf dieſer Stelle voran- gegangene im Ertrage zurückgeſezt zu werden, gründet ſich beym Feldbau im Großen auf mancherley Erfahrungen, die ſich jedoch, wenn. man ſie aus den verſchiedenſten Gegenden ſammelt und vergleicht, oft ſehr widerſprechen; dieß kann indeſſen nicht an- ders ſeyn, wenn man bedenkt, unter welchen verſchiedenen For» men'und Verhältniſſen der Landbau betrieben wird, und wie wenig bey den Angaben von der Natur des Bodens geſagt iſt, Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 149 150 Oekonomie. 2. Abſchu. (646 Man findet Länder und Diſtricte, in denen eine ſogenannte freye Wirthſchaft getrieben wird, in der man ſich nämlich an keine Regel bindet, ſondern nach Bedürfniß, auf demſelben Bo» den bald dieſe, bald jene Früchte erzielt, während-anderwärts ge= naue Regeln befolgt werden z in erſtern Gegenden befindet man ſich wohl dabey, in den andert glaubt man bey der geringſten Abweichung von der Regel ins Verderben zu gerathen 3 während man bey: der ſogenannten freyen Wirthſchaft ſich um die die Box denkraft erſchöpfenden Eigenſchaften gewiſſer Pflanzen nicht küms ; mert, ja ſogar beſtreitet, daß dieſe erſchöpfende Kraft dieſen Pflanz zen in dem behaupteten Maaße eigen ſey, glaubt man in an= ern Gegenden im Gegentheil an ſolche Gewächſe, die eine die Bodentraft verbeſſernde Eigenſchaft beſiven ſollen. Die, Wahrheit iſt hierunter gewöhnlich an einem ganz anz dern Orte;zu finden,'als wo man ſie„eben ſucht. Sehen wir die ganz beſondern und von einander abweichenden Fruchtfolgen an, die in allen Gegenden Deutſchlands mit Erfolg ausgeführt werden„ſo müßten wir, ob des Widerſyrechenden, was darin liegt, das; ganze Weſen der Fruchtfolge für ein leeres Phantom halten;. dieſe Widerſprüche haben aber ihren Grund nur in dem gewöhnlichen Fehler der landwirthſchaftlichen litterariſchen Mits theilungen, welcher darin beſteht, daß man für einzelne mitge- theilte Fälle weder den Boden, von dem die Rede, genauJahren gewonnen werden köngen, ſo führt der Wechſel zwiſchen dem Anbau Dünger erzeuygender und Dünger conſuttirender Früchte, endlich das. Ruheliegen des Bodens als Weidelänv zu dieſem Endzweck hin. Fruchtfolge und Fruchtwechſel beym Ackerbau im Großen rechtfertigt ſich. alſo in zweyerley Weiſe 3; einmal dadurch, daß die mehrſten angebaut werdenden Gewächſe beſſer ge- deihen, wenn ihr Standort wechſelt, dann dadurch, daß eine gewiſſe erfahrungsmäßige Wedhſelord- zung. der Früchte, auf dieſer oder jener Bodenart, Arbeit, Zeit und Dünger zu erſparen vermag, und dabey- doh beſſere Erndten gewährt, als wenn die Ordnung- an- ders wäre. Es iſt in Anſehung des. erſtgedachten Erfolges noh lange nicht über allen und jeden Zweifel- erhaben, was von der Eigen- heit der gewöbnlichen« Culturgewächſe, ſich in dieſer oder jener Ordnung, auf dieſem oder jenem Boden, nothwendig folgen zu wollen, um zu gedeihen, zu halten, und wie bierunter beym AFerbau ver Ratur zu. folgen, oder entgegen zu kommer ſey z; wenn indeſſen die Sache an ſich durch Erfahrungen in der Gärtnerey feſtſteht, ſo kann es nur noch darauf. ankommen, dieſe Erfahrungen ins Große augszudeh- nen, nämlich beym Feldbau. Indeſſen. dürfte dieß nur ein Ge- genſtand der Experimentalökonomie ſeyn, und dieſe fällt ledig- lich den landwirthſchaftlichen Inſtituten anheim, die für Rech- nung des Staates gegründet, ſich ihr widmen können, weit der gewöhnliche Producent, wenn auch die Fähigkeit, doch ge- wöhnlich weder Mittel, noch Zeit dazu hat. An ſich betrachtet gehört aber der Gegenſtand in. das Gebiet der Pflanzenyphyſiolo- e; die Pflanzen, als organiſche, mit Lebensthätigkeit ausge- Fiattete Weſen, offenbaren in ihrer Entſtehung Wachsthum, Retfe und Abſterben nachten Früchten oder mit Klee beſtellt, und gun nicht mehr Braache genanut iſt, kann die darauf folgende Winterung mehrentheils, oder doch oft, nach einmaligem Pflügen untergebracht werden. Man ſäet den Klee auf die 80:70, vder auch unter die Sommerung obenauf, ohne. eine deßhal beſonders nöthige Bearbeitung des Bodens, und benußt ihn biernächſt ein oder zwey Jahres, Die Gerſte bringt man gern nach beha&ten Früchten, weil dieſe den Böden rein von Unkraut maden und ihn fein gepulvert hinterlaſſen, welches das nac:-= malige Pflügen erleichtert und abkärztz; auc iſt der Dünger nach dergleichen Früchten völlig aufgetöſt, gut zertheilt und für die Gerſte das Feld auf dieſe Art in beſter Verfaſſung. Die ſandigen Bodenarten erfordern, ihrer Natur nad), ein mehrjäh- riges Niederlegen zur Weide, wodurc die Qued&enwurzeln er- vn werden, und dieſer Boden mit der Zeit mehr Conſiſtenz efkommt, inſofern man dieſe durch ein überflüſſiges Pflügen nicht wieder aufhebt, welches bey ſeiner frühern Behandlung im Braachjahre ſtets geſchah. Der Wechſel in dieſem Boden iſt ebenfalls ſehr mannichfaltig, je nachdem ex bereits in hoher Eultur ſtebt, oder nicht; jedoch iſt es erfahrungsmäßig, daß, ſelbſt beym geringern Culturſtande, die Winterung nach Dreeſch- weide am beſten geräth, und dieſe alſo wenigſtens die Stelle einer halben. Düngung vertritt.- Einige andere Erfahrungen über das Wachsthum und das Verhalten der Pflänzen, haben gleichfalls Einfluß auf eine gute Wabl bey der Ordnung der Früchte. Je beſſer eine Frucht ge- deihet, deſto mehr Hoffnung hat man, daß auch die ihr folgende gut“ gedeihen werde 3 umgekehrt findet oft das Gegentheil Statt z jene Erfahrungen ſtüßen ſich jedoch mehr auf Localeigenheiten gewiſſer Güter oder Gegenden, als auf beſondere Eigenſchaften (651) der Gewächſe, denno< hat man darauf NüFſicht zu nehmen z ſo ſind z. B. hochgelegene dürre Ebenen im Norden und Oſten vom 50ſien Breitengrade aufwärts zum Nogzgenbau vorzüglich geeignet; die Gerſte gedeihet' hier nur auf vorzüglich cultivirtem Boden, der Weizen findet hier ſelten Boden, der ſich für in eignet, noch weniger der rothe Klee, der durch die austro>nensz den Frühbjahrswinde und den bis Johanny in dieſen Gegenden gewöhnlich ermangelnden Negen, ſehr häufig entweder ganz mißräth, oder doch nur einen kargen Ertrag giebt; in ſolchen Gegenden ſind der Roggen, der Hafer, der weiße Klee als Weide, Kartoffeln, Spörgel, Miſchling oder Futtergentenge, die- jenigen Früchte, welche am beſten rentiren. Sehr niedrige, und daher naſſe oder doch feuchte Ebenen, die langſamen Waſſer- abzug baben, offenbaren-zum Theil das Gegentheil von jenen Gegenden z; liegen ſie unter eben jenen Breitegraden, ſo iſts mit der Cultur des Winterroggens hier mißlich, theils, weil man ſich beeilen muß, ihn nothwendig mit Ende des Septembers BT zu haben, theils weil die Näſſe ihn mit vielem Windhalm ereichert 3; dann auch, weil eben die Näſſe viel Gelegenheit zum Augwintern giebt. Behac>kte Früchte, Hafer, Gerſte, Lein, Hanf, Wicken und Weide ſind hier an ihrem Orte. Unter ſol: mäßige Abwechſelung der Früchte und eine gere- gelte|Folgeordnung einzuführen, denn indem hierzu noch andere Erfahrungen kamen, z. B. daß Weizen und Noggen nach gut bes andenem Klee, ſelbſt nur nach ein- oder zweymaligem Pflügen, eſſer geräth, als wenn der Klee ſchlecht geſtanden; daß manche Gewächſe, z. B. der Spörgel und die Wien, Erbſen, grün und vor der Reife abgebracht /" den Boden nur wenig, ſonſt aber bedeutend mehr, erſchöpfen, ſcheint ſich unſere obige Mei- nung zu beſtätigen, daß die Pflanzen ſich die im Boden vors handenen Stoffe nach dem Geſetze der Wahlanziebung aneignen und in ſich nach ihrer Eigenthümlichkeit verarbeiten, dergeſtalt alfo, daß während eine- gewiſſe Pflanze die im Boden befind- liche Culturkraft ſtark in Anſpruch nahm(z. B. rother Klee), doh für die ihr folgende, und ſogar. für eine Dritte(z. B. Weizen, dann Gerſte) noh hinreichender productiver Stoff im SE RE WR RDEEE8T *) Dieß findet man in der Gegend ſfüdli< von Berlin, die der hohe Flemming heißt, eine große tro>ne Ebene von leichtem Boden. Zerſchiedene Arken des landwirthſchaftl. Betriebes. 455 wem IH<< rmmeeZa- 156 Oekonomte. 3. Abſchn. (652) Boden zurück blieb, um dieſe leßtern Früchte ebenfalls gut ge- deiben zu laſſen, daß dieß aber im andern Falle, nämlich beym Ausſchluß- eines ſolchen Wechſels, nicht in demſelben Maaße FSE Dieſe Erfahrungen ſind um ſo auffallender, wenn in eiden Fällen die, Maſſen der Producte nach dem Gewichte ver- glichen werden, die man nach einer friſchen Düngung von derſelben-Fläche bezieht, und uneracotet wir zur Zeit noch nicht wiſſen könnem, wie viel, beym Wechſeln dreyer oder meh- rerer verſchiedener Früchte in drey oder mehr Jahren, die er- forderliche Bearbeitung und deren Mehr oder Weniger, wie viel die atmoſphäriſche Einwirkung, nämlich Feuchtigkeit und Wärme, wie viel die nac< Gewicht beſtimmte, in den Boden gebrachte Düngermaſſe, nebſt der etwa noch im Boden befindlichen alten Culturkraft, wieviel endlich die mineraliſchen Gemengtbeile des Bodens ſelbſt, und jede dieſer Kräfte für ſich und zuſammen: genommen, beyträgt, um jene Geſammtmaſſen zu produciren, ſo fordert doh ſchon unſer eigner Vortheil, dieſer Erfahrung zu folgen, weil ſich offenbar findet, und bey der bloß debauenden Dreyfelder- Wirthſchaft mit reiner Braache Hhinrei- er abwechſelnd zu beiden Bedürfniſſen nußt„Fund es wird alſo beym Mangel au Wieſen und Weide in' jedem einzelnen Falle nur darauf ankommen, das ſchiFliche Verbältniß zu treffen, um das eine Bedürfniß gleichzeitig und im Vortheile des andern zu befriedigen, und hierzu möchte die eigentliche, genau abgewogene, Fruchtfolge das Wenigere bey- tragew, denn wer 3. B. ſeine Beſivung an Aker, ohne daneben beſtehende Wieſen, ſelbſtſtändig in Cultur erhalten und gehvrig nußen will, muß nothwendig. Sommer- und Winter-Futter vom Acker gewinnen, und von ſelbſt führt dieß zu der Frage, wi? groß die Fläche zur Sommernahrung des Viehes ſeyn müſſe, indem diejenige, von der das Winterfutter(zum Theil als Nebenproduct), und das Getreide zu gewinnen iſt, ohnehin die größere bleibt; beſtände die Beſitzung aus Boden der 13ten bis lezten Claſſe, ſo würde man ſich: wahrſcheinlich zu einer 7, 9 oder 10ſchlägigen Eintheilung entſchließen ,.und es würden alſo beim Weidegange beha>te Früchte, Gerſte, Noggen mit Klee, Klee, 161 162 Oekonomie, 2. Abſcht. (658) Klee, Roggen, % Hafer u. ſ«>; folglich 2 vder 3 zur 7 Sommernahrung des Viehes verwendet werden, 5 aber zum Getreidebau und Wintecfvtter verbleiben, wogegen bey Boden von den beſſern Claſſen, wo dann die Be- ſivung auch gewöhnlich kleiner iſt, det Weidegang des Viehes „nicht, ſondern Stallfütterung und dem Boden möglichſt viel ſofort verkäufliche Früchte würden abgewonnen werden, ohne dem Bedürfniſſe des Viebſtandes zu ſchaden; man würde alſo 3» B«+ beha>te Früchte, Gerſte, Weizen mit Klee, Mädheklee, Mäheklee, im zweyten Jahr bis Sohanni,: Rübſen, Noggen, Hafer,;]; nehmen, und dadurch ſeinen Zwe> zu erreichen ſuchen, und dieſer würde auch um ſo ſicherer erreicht werden, als dieſer Boden, nach dem, was wir bereits von demſelben erörtert, ans ſehnliche Futtermaſſen.: liefert und ſeine Kraft weniger leicht ab: giebt. Unerheblich würde es indeſſen ſeyn, ob man hierbey die Ordnung und Folge anders, als hier gegeben, einrichtete, und wenn man es, bey dem Reichthume des Bodens nur vermiede, den Weizen, wegen des Lagerns, in friſche Düngung zu brin= en, ſo würde die Gerſte eben ſo gut nach dem Weizen folgen önnen, ohne Nachtheil davon zu haben. Die Löſung der Frage, wie die mehrerwähnten Zwecke am nächſten und beſten zu erreichen, iſt nun auf den allerverſchie- denſten Wegen und auf die manigfaltigſte Art, in Anſehung der gewählten Früchte, verſucht worden z; doch iſt vieles davon nicht abſichtlicher Verſuch zu nennen, ſondern es beruht auf Orts», zum Theil auf provinciellen Gewohnheiten z' da wir urs aber auf leßtere bier nicht einlaſſen können, ſo führen wir nur das: jenige an, was als zweckdienlich zu erachten und den in dieſer Abhandlung entwickelten Grundſäten entſprechend iſt, wir geben alſo beyſpielsweiſe folgende Feldordnungen und Fruchtfolgen mit dem Bemerken, daß diejenigen Modificationen deſſelben, die nach Lage und Ort eintreten müſſen, freilich bier nicht bes rührt werden können, und daß wir daher, in Beziehung auf dieſelben, auf die allgemeinen Grundſäße zurüFweiſen müſſen. Wirthſchaftsarten, Umlauf und Fruchtfolge in ſandigem Boden, Claſſe 14,15, 18-24 gewöhnlich auf Schafſtand, als Haupt- Viehart, berechnet. 1, Gedüngte Braache 3; Wenn der Boden mehrentheils 2. Winterung z; von der 14. und 15. Claſſe iſt. 3, Sommerung mit weißem, und 1. Kartoffeln gedüngt 3 zum Theil mit rothem Klee, 2, Gerſte mit Kleez lehtern in Claſſe 143 3 MORE und Hexbſt- Schaf- weide. |] Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 463 I|(659) 4, Mähe: und Weidekleez 3%, Weide bis Johanni, dany Umbruch z; 5. und 6, Schafweidez 5. Winterung z;; 7. Dreeſchbraachez 6. Erbſen, Wien, Bohnen in Düngung z 8. Winterung z 7. Winterung; 9, Sommerung z 8, Sommerung« Wenn der leichten Bödenarten in einer Beſitung viele ſind, und alte Dungkraft noch nicht vorhanden, ſo kann man anfäng: lich nicht umhin, bey Wahl der Früchte ſich nach der vorhanz= denen Bodenkraft genauer zu richten und die Felder mit meh- rerer Mannigfaltigkeit zu nuten, ſo daß ein Schlag mehrere Früchte trägt, z, B. 1,(a. Kartoffeln, Rüben und MIT 11. reine Braache z 2, y(a. Gerſtez it. Wintecung z 3, ja. Erbſen z ht. Hafer z 4. Winterung mit röthem und weißem Klee z 8. und 6, Kleeweide; und zum Theil Kleeheu z 7. Dreeſchbraache z- 8, Winterung z; 9, Sommexung. Sind die Felder ganz arm und von Dungkraft entblößt, ſogenannte Außenfelder, auch denſelben damit von Außen nicht zu dienen, ſo können ſie nur einen Wechſel zwiſchen einigen etreidetrate Früchte 3 1, Dreeſchbraahe 3 2. Gerſte mit Kleez 2. Winterung mit überz 3, Raps oder Rübſen z 3, Sommerung(Hafer) cp 2 Mäheklee z 4, 5. 6, Weide:von weißem Klee« 6, Weizen mit Klee5 7. Roggen. Es wird biernach. immer deutlicher, weßhalb die Wirth- ſchaftsformen ſo erheblich verſchieden ſind, beſonders, wenn wir auf die im Eingange angeführten Hauptmomente zurückgehen 3 die Mannigfaltigkeit wird aber auch noch dadurch vergrößert, daß man in vielen Gegenden noc< ein Verfahren beobachtet, was jenen allgemeinen Grundſäßen theils geradezu widerſpricht, theils nicht angemeſſen iſt. So wird 3. B. in manchen Gegen den Deutſchlands das Dreyfelder: Syſtem mit beſtellter Braache nur um deßhatb beybehalten, weil man den, auf die Felder, Weide- Servitutberechtigten gern ihre ganze Nutßung davon entz2 aMen möchte, welches auch gewöhnlich gelingt, unerachtet der oden nicht ſtets von der Art iſt, daß er zur hinreichenden Ausdüngung des Braachfeldes auch Material genug lieferte, w0= durch denn nur verkümmerte Früchte im Ganzen erzeugt wer- den, unerachtet die übrigen Verhältniſſe es geſtatten würden, die Feldeintheilung und die Düngervertheilung zwe&mäßiger zu machen. Wiederum an andern Orten und Gegenden klebt man an gewiſſen Culturen, weil man keine beſſern kennt z ſo iſt z.B. in Waldgegenden mit armem Boden, wo man ſich der Laub- düngung bedient, der Stoppelrübenbau mehr, als der Kartoffel* bau, gebräuchlich, und unbekannt daß, letterer, ſelbſt bey ſchwa- nen Zeiten vollends unbedeutende Ausbeute giebt; man glaubt, auf leichtem Boden mindeſtens ſtets drey 768: Sd nach einer ſchwachen Düngung von ungahrem Laubdünger, nehmen zu müſſen, und der Hafer muß hierunter nothwendig den Beſchluß machen, wodurch der Boden denn nie zur nöthigen Kraft kommt, und ſeine Beſitzer in Ar- muth erhält. Es iſt alſo von dieſen localen Gewohnheiten und den ſich aus ſolchen ergebenden Wirthſchaftsarten gar kein Schluß zu machen, und eben daher darf man ſich durch beſtehende Gebräuche nicht zum Irrthum verleiten laſſen, da ohnehin kraft- (661) löſe Felder der Art lange Zeit erfordern, ehe ſie dur< eine beſſere Benutzung den wahren Werth erhalten. Wirthſchaftsarten, Umlauf und Fruchtfolge auf thonigen Bodenarten, Cläſſe1- 13. Die Formen ſind nicht erheblich abweichend'von den ſchon angegebenen, aber andere Früchte und größere Futtermaſſen auf derſelben Fläche geſtatten eine Cultur, die ſchneller zur Selbſt2 ſtändigkeit gelangt, als die Sändculturz davon ſind die Gründe ſchon entwickelt und die Reſultate werden im Folgenden näher angegeben werden. Das Braachehalten iſt: nicht ſtets, ſondern nur. bedingsweiſe nötbig, Der Viehſtand iſt oft gemiſcht, theils Horn», theils Scte Früchte, nämlich Kartoffeln, Nunkelrüben, Moor» und andere NRübenarten z 4 2. große oder auch kleine Gerſte mit übergeſäetem Klee z 3. Klee zum Heumachen z 4. dergleichen z-; 5, Winterung auf 2 Furchen, wenn der Boden nicht zu ſtreng iſt z 6. Gerſte mit Klee z 3. Erbſen.; Oder: Oder: 4, Braache gedüngt 1, Wien zu' Heu, im Dünger 5 2. Raps oder Rübſenz 2. Winterung 3; 3. Weizen z; 3,'Sommerung; 4. Gerſtez 4. Rübſen, im Düngerz iG Erbſen und Hafer mit Klee; 5. mliche Ordnung:' REREN EN 1. Dreeſchbraache. 9, Weizen, auf dem feuchtern Theilez * b. Noggen auf dem tro&nern z 3. PEE Fel (a. Kartoffeln;“ N M1. Taba.'] im Dünger z 5. Gerſte z 6. Erbſen z 7. Roggen 3 8. Miſtbraache 3 9. Roggen und Weizen z 10. Sommerung mit Klee 3 11, Mäheklee3 12, und 13. Weide. Daß man in kleinern Beſitzungen von. ſehr gutem Boden eine ſolche Zertheilung des Feldes in 9, 10, 13, oder 14 Schläge nicht eintreten läßt, verſteht ſich, von ſelbſt und liegt in der Z7atur der Sache, und ſo hat man denn in der Marſch z, B. 1. Hakfrüchtez| oder 14. HaFfrüchte; 2. große Gerſte mit Klee, 2. Raps z 3. Mäbeklee 3 3. Winterung 3 4, Weizen 3 4. Hafer oder Gerſte z oder auch bey etwas größerem Beſite 4. Kartoffeln, Tabak, Bohnen z 2. Gerſte mit Klee; y 4 3. Klee, ein Schnitt, darauf umgeſtürzt und gedüngt 3 4. Naps 3; 5. Weizen z 6, Gerſte und Hafer. Dieſe Eintheilunzen und Folgen werden in See- und Strom2 marſchen durch den Umſtand unterſtüßt, daß oft neben dem Felde noch ein Theil niedriger Boden, theils als. Weide, ſogar Fettz weide, theils als Wieſe liegt, und man entſagt alsdann dem Kleebaue zu Gunſten des Getreide- und Oelſaatbaues 3; in den Strommarſchen der Oder und zum Theil der Weichſel iſt der Boden zum Kleebau häufig nicht geeignet, aber auch aus ange- führten Gründen nicht durchaus nothwendig, und. in ſolchen Gegenden findet dann gewöhnlich der obige 4feldrige Wechſel, mit Ausſchluß des Klees, Statt. Um die Jdee von den Wirthſchaftsſyſtemen anſchaulicher zu machen, zugleich aber auch, um unſere oben geäußerte Meinung: Nu m. 1; 1:58 3. u 5% 6. TEL SEE SSSYNZ, TDK Reduction des Total-| Procente vom rohen Mor| Ein-|Erkrag pr, Mrg.| Totalerirag erxtrags 4 auf Noggen| Ertrage 5als Koſten|Sum-| bleibt| gen:| faat| Ge-(Stroh|Wei MW 9. u EB 9, 7 4,| vom| vom| Berragen 10 Erber 4 | zahl 3 EN de| Ge|Stroh| Wei-| Ge-| Heu Heu| Sum- EING DIR Roggen 870294 9 Mme -. Z AEN ENT= reid d /treide auf[j 4 7 Dreyfelderwirthſchaft, Heu Ww LE HID) StE AB td 2, EMDE MEIERS N R Vg? gen IGN 0 - Heu 400"Sch.| Sch. Sch.| Ctnr.|Ctnr.| Sch.| Ctnr.| Ctnr.| Sch.| Ctnr.| Ctnr.| Sch.(A|-[21[Rag[Ragen| 4- GIA LE 1332117 2(ES 4 0EE- 5; Nach KERLE 4 ge: N 53h(S0 7.2.04 M W7 7 3- en Stroh und Weide = EI: 662 4== Z| E 7„7 26 5. 2. SINA - EIN SENSE I 7? I PET EL n: MOESEN TE 9,8M|> 1-415.2.1. 15:91 3015136965617.>12. 7212 Brachfeld.: 04+ 2 1 NE DUUNBN+ BU7 N6621 12 SASE HU 166510 995 3 Da DN 2 LIEHE Dinger 2 AN SSD 124170 zt; der; es fommt alſo im H? 10.05 1515 X Braachfelde noch nicht 3331 ein Ger pro Morgen 7 jährlich. )- SUE 2 3+77 992| 311|2531| 5231 7 E1.42:16 13331. 151291 40 666311333| 6632| 6663| 2662| 6632| 777 222| 31; Eu E02 20 14.066“d DUANE NG82N. DE 12162467 2662| 433| 33| 2662| 862| 33| 3063 882| 14*|100| 2068 SEIN PERUDEN und 6 1 06508 667 NA; 238 EIS OE.| 139210 33111538 202] 14 1,592.1 792|O ;;; 0567)5 74 637| 15|bleiben übrig 625 Ctr., EL. 14.| 4332| 12|- 5 1 4 6662| 532.| 66-| 5711| 354|, 66| 711217 1901| 392|230x) 4843|b 2719 FUr Gerſte) 2045,12.882 11' 33) 267. 216 33| 22 33| 288| 233 762| 163 937 19418 REIN 03. 04 fünf 6 y ID Z| DEN-|i981 GE EE 2X Haushaltskühe genügen SMARTEN ln) 3 191 6621 3) 4| 3|(*| 267| 200| 33| 1603| 135| 33| 21521 25|(*93] 40| 152| 552| 160[würde;. ſonſtiges Nut- Dv ZEE EE Id iO EIE|] 3; 3 Y 2 2 SENI AUSL 72 5j/vieh kann nur von etwa GE WIESE WSAE 17 DM IEE| 7 ZIE 7 221.007 He DANE"Slvorhandenen Wieſen u. SE 13(ABS, GN RENNEN WEESES--|---|-- Weiden gehalten wer- den. [| 5-» Summa 1000 1-2 I 12- 12474|3110 1 496|2234|1064| 496|27632|=-|731|159|890 148732== SEN 5 1 Morg, giebt 12 Sch. EDE; reinen Ertrag. 3606 1560 Koſten 142 Mh, oder nahe an 33 Procent vom rohen Ertrage ad 5,«. Num. 17.2 3')| 36> 4. 5. in DEE 6. 7 8.| Fetrag pro S Reducti Procente"ohe iG rac|; duction des Total- vom rohen Mor:| Gin Moigen Totalertrag ertrags 4 Geer Ertrage ad 5,1.2,3. : gen?| ſaat 4 betragen Summa] bleibt Birthſchaftgart im 9 Schla 1.1 pe Ge[Stroh Wei:| 1,| 2| 3.| 1| 2| 3| 4!==. aller reiner gen mit Weide, gen de e 4/; Sum“ vom| vom M FE EN 1: EEE. Ge| Stroh| Wei- a|Ader-|BVieh-| 0 WO vggen/ in ſandigen Bodenarten. HEU EFABEN 70 3 1600 ne j4 ng M EIN WI FE ARIEN Anmerkungen, = Stroh] Weide Ee de ad de Hi j jung 5 1. 1 ad 5 Sa Rv9gg« 2108; Sch.|S<.| Ctnr.|Ctnr.» Y v Schlag 1 Claſſe 14.| 45) ve. Sh. Gin.[Gm S0 Om CI Sch.| Sch.| Sch.| Sch. nr 106 1. 5 1520.22( 3 i Mie Ge.: 22 16 ID 11085'" NE Nach Col. 4, 2. 3, iſt ad) 4 Nn 7| 7%= z 28 S- 28 94jſ- 2381|- 25 95. 617 Stroh u. Weide 7869Ctr. aw 4- 2228. SE 57 21 SE WTE ZUE 477| SE DEN ZTUNSGN 15738ECtr, S oder Fuder a Claſſe 14. 45 11 6 12 5. 16 Ctnr= 983 ! 5 B 2| 270| 54 ES- Schlag 9,: ARNE| 01.42 19 750 1008 4 8 I: 29 270| 108| 90 336|) 331 90 1 19| 109| 227 jkommt pro Morgen im wagen. 4840249. 599| 4 1240018 Ei iu 14 R Da 2| 110| 44/ 22| 132(9 2|(5g1|. 363 GES HIS 5892 Braacbſchlage beynahe 9 S 214.| 2223| 3 5|. 188|. 132.|“ 142| 88| 262] 1437] 1015 82|' 79| 3483| 1.258 6|Fud 1“. 51: 3.) Ms| 20.165.199 41-1143) 68:| 1482| 8 771028 22| 378 255| 76 jSuder, Z EN 2, me. 22 E] 258 5275"M j;(22114457 9002 07 0 41082!; Das auf Heu reducirte Schlag 3. Gerſte 12 LDE 27 MS.+ 55 102 3 A 2454| 90| 459)331|) 1152| 313| 1473| 3115 Sommer- und SIE| Weng:| eee 0 UEG u 2| 132 34| 22| 167199311 311.44| 93| 533| 1137, futter conſumirt ſich für DAfer 5 0095605 4440 a ce 4401 1% 2443 15172817 2801 1471 104005 283| 18.9! 81| 272.| 778.1da8s Geſpann “5 2»Q 41 3„? 5 T6ö Had fa G DE I 3 83 142] 491|..59 4. 144] 7434 is 195.| 6131 19261 397 a We AN AN. 2 35. 2.1554 18' irc. Schläge 4,5.6.| 810(=| 66| 5|+|| IEE WIE ENH EN 730 024700 13 WIE 107 1 GIE eeweide.(Wei en(7 66| WEN. 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" z 208: 258 DENE 4 7418. 9L6 db7 EE gebenDünger 17416 Ctr. oder 1088 SEN om; Claſſe 14.| 57| 43] 6112|2|342 684| 114| 342| 138| 114 426|) M| 334.1. 12741 0880 R IZ IE G Schlag 2.: 281.40 611011..1118).20| 28 1804) 36] 28 1468|23210.4„62| 7231 4642| 143.277 Morgen TEU Roggen.- 19.09 29.11. 2[5 231 20 1112[4 746.| M|. 1212] 246,7(7 38681. 21,1 435. 098(233090.| 52| 343| 1008 DE NIASE 236) 2448 1: 3541 2 20517 2011-87 713803): 2121 87 PI REDE BU 8 054(1377 5| JESSE IE 18365 EE ;;] 2 ' Gerſte Cl. 14.| 57| 13| 9| 8722| 2| 513| 466| 114| 4395| 310| 114| 581| 1462| 40| 1864| 3942| Das- 145 Schlag 3. ſte 7.145) 28| 1 7| 52/1| 196| 160| 28| 168| 106| 28 2122138 1)2 186| 13,41. 69 11492.| be ONE Deen ommerung, wafer 018.19.| 29| 1|.6| 5| 2174| 145| 22| 973| 96| 22| 137 1/9.(75 4x| 112| 3543| 1013| durch nen HEBEI D) E42 211 BIEN IRC M WI! 5 PIE he 3 4 22000 264220 270510822.|. 97510 16 9725| 253| 725| 6Pferde, 215 Etr, Gn 4 6 Ochſen 72,085: SE: 14; 7 134“ 4 2 F 4 2 14 7 21> 4 3 c 11 G 8 67 SIS, e es 18 y 23 2 WE 466| 114| 288:%| 310| 114| 4297 53510 9625| 40| 1367| 29343) 10 Kühe, 1200= Hafer; 4 18, 491112921: 411 6 45141: 1 SEI MD) 23|- 4928„|. 190-1. 487 1.270 1155« a PEL DEE"n(aeh ib Ei- c, y; 2 4|“E„(25 eſexve bleibt 3: EME 242 21 ANE COON 22 OP DS 1 290607.-1. 22.17.6421: 496,45" 22:41:.975)) 16.2; 93] 255.1 72x HEN EIR | Schläge"GEM LElaſe 14. 174 R| WIRE DOS 1702)- D.13078- 513078:-(40261 5>.|29022| 29012| 735% | 526.7. 8; ei AL Dif 1408 11-;„18.194. 29 Kartoffeln gehen ab zur| KENN 95 508| 45 408 SUL20E- 331:- 331 54071= 8 1-283014 7s 31 31| 73(Saat 536 und zur Con- raache(- 3 nE EE blei- en als Viehfutter 6000' g 5 WIND EN MET DIEL) 2179.1)331 592 p„1|Scheffel oder Centner, Schlag 2(Serſte 14, u. 4547-67 559| 4942| 112| 4791| 2291|:112| 62631331 134 1592|-418[72011 4257 welche 2 ihres Gewichts he [Roggen 18,49,21.|1 24214141.=| 49=| 1541|.231" 11 291.454. 1.146211.29| 179 125(“3| 44| 6158| 5018| 12855 Dünger geben 4000 Ctr.|| 7940 Centner Stroh u. Heu Schlag 3 Wi 14, 11.15.11 67-:-=| 4029038 24 1248221: 7902|1= 7322|334| 283 134 708| 2048.| 5272) jgeben Ee„u v 2 N'Safer 18.49.2141 44)= 1:42| 45001 24] 220/1:498| 291 1232| 182|. 2971097831 20081128%|) S0E20 19517 208(1978 GIEREN SELET j oder 1242 ee Schlag 4. 5. 6. 18- Kommt pro Morgen FIENE: 333x|--- 12 z= WENZ SSZIECE- 13883|12941| 21-4 282|= 136671 366-721. 9273 im ganzen Braachſchla-' 0 248(58 3 n ge 2.111 Mrg, 11 Fuder, Schlag 7. wie in)| EI El Dreeſchbraache. 2) 1008 DBE 13 MEER 189283 87-* ES ES- 2190) EI IM 01987 91]-|-| 2821= 1 28| 28| 621. Futterconſumtion? ſ) h An- 5 4 28- 8 3 Z 8[5 ZA für 6 Pferde 215 Ctr. N Schlag 8. ſchlag 331) für 10 Ochſen 1200- Winterung,' 1113|--==.| 534 1: 991 441-534| 1982| 141| 647(5-3| 283| 1703 321| 2023:| 4451|für 10 KÜ 1200- Nr. 2. 141 5 95f 4295 3 E 4 a jfür 10 Kühe i BEN 3); f. 1000 Schafe 6945= ke 331) 98; Nn 9160- . MIG 1873M S7» in r; 3051 1 0. 5 101055 Sommerung, ASTE.= ENE-| 779| 6922| 141| 6022| 4613| 141| 8053|5516| 283 190:%| 57| 2475%| 5571|hſeibt Reſerve 403-[ 7; 75516 7(EEN BDEIEG SIE m IEE< Summa 99563 Ctr.) S SE ZENAE/».| 034818 4 NE AE ESSL U PIEP PEN 1|- 3 1 Ein Morgen giebt im Summa 11000]=|-|-|- 19348[3544 14396|34933|18173|7746|56008|=||- 110643|911 119757[36243| Durchſchnitt reinen Er- ==--=== trag 3 Schfl. 10 Mb.| 7940 0563/:.4 Koſten pro Morg. 128 Sch. oder eirca 351 Pro- cent vom rohen Ertrage AMD, hs N um 5.' 5 Reduction des Lotal- ertrags auf Roggen und Heu Procente vom rohen Ertrage 5, 1,2 3, zU 1; 2 3 4. des hes- ===|. Heu Rvg-| Heu 8 iE Sch:| Ctnr.| Ctnr.| Sch. E des des der|Summa Getrei:| Stro|Weide.] 1.2. 3+ --|Roggen Anmerkungen, nn u nun 8 »„ ww=< uno 4% Mor Wirthſchaftsart in thonigem|%64 Boden, in 7 Schlägen bey Stall- fütterung. '» Wlaſſe€ 9 (Tabak WUR 4 SS)* der“ Schlag 1.) Kartof-1022% 4151.46 ( Vel+1 T-425] 247 138 Schlag 2.(El, 9, 11,1.413 Gerſte mit rothem/' Klee. 1271105 113560-25 El 20 Schlag 3. KE 5 36 rothen Klee, als 4 12) 47 Heu.( 5 115: 25 Schlag 4.-.. rothen Klee, ein Schnitt(2),| 138 dann Umbruch. % 5E>-70.4.72 Schlag IW.(Ol 11 46 Raps, in friſche; ESE Düngung.| 20.045.140. (El. c 20 Schlag 6; P'=- 184.17 46 Beizen! mit. Klee, j-= 12.|: 47 voz" 448 25 FEE>:9497.20 Schlag 7. 10481546 Bohnen, Ko=> 349| 47 v Zz t13, 25 Summa 966 920 27112760 17 920 2111622110542) 16922350 Totalertrag 1% O2 Ge- Weide treide= Heu .| Sh. Gtnr. (450)- 5520 z 4700 2 1356 169 150 422 2 2 1200 € 2 2070 - a 1410 2 2 375 - 25271 280 20 460 46 376 47 125 121 280 20 460 46 376 47 150 121 230 z 460 z 376 Z 125 z 5254 8017 12935 2:[78622 2350| 7834 Bu: 0 POREN E28 WE 1285| 100 1221| 1657 z 2[1200| 400 : 2 2070| 690 -' 2 1410| 470 : 2 375| 125 B 2. 1252711 8425 Mi) ol Al uoununu 420| 120| 20| 4662 690| 2022| 46| 7223 564| 1502| 47| 6293 18721 6221| 4221| 2015 RI0:4GE 420 690|- 44-4690 564 1= 57.4.5964 1874|=- 187% vonn 9141 122773|80174|13350 Von 10220 Sch. Kar- toffeln bleiben, nach Ab= zug von 836 Schfl, zur Saat und 300 Sch, zur Conſumtion, noch) 9194 Schfl. als Futter übrig, „jwelche 2 ihres Gewichts Dünger geben, alſo 7128 Ctr, 12935 Ctnr. Stroh und Weide geben 25870- Summa 32998 Ctr. „joder 2062 Fuder, Es werden 276 Mox- gen ausgedüngt, und al- ſv fallen pr. Morgen 7% Fuder. Stroh, Weide u. Kar- z|toffeln(lettre 9194Sd).) ötbeiragen reduct, Futter T5 15092 ECtr. dieß wird conſumirt von 8 Pferden-. 286 tr, 51975112 Ochſen a 180. 0:4..2400:8 5120 Kühen a 1802."22-4 3600-8 900 Schafen Ai;+2 9009% = 15046 Etr. Ein Morgen giebt im [Durchſchnitt reinen Er-= jtrag 8435 Schfl. | Koſten 43 Schfl, oder 1355 Procent vom roben Ertrag ad kz Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes“ 167 (663) daß ihr Weſen ſtets) geometriſche und arithmetiſche Verhältniſſe offenbare ,. näher: zu begründen, laſſen wir hier einige Berech» nungen folgen, welche die Hauptmomente alles Wirthſchaftsbe= triebes darthun, nämlich den Totalertrag, die Koſten, den rei- nen Ertrag, und daneben die»möglichen Futtermittel und den davon zu erwartenden Dünger... Daß dergleichen Berechnungen nur im Allgemeinen gelten können; daß ſie dem noch Unkundigen hauptſächlich nur der Form nach nuten. und. ihm Anleitung zu geben vermögen, ſein eignes Beſitverhältniß einfach in ſeinen Reſultaten rechnungsmäßig darzuſtellen, möge hier den Leſern genügen, indem. die unzählig vielen veinzelnen Fälle ſich in-der Regel nach dieſer Form werden behandeln. läſſen, folglich einer andern nicht bedürfen werden. Wir haben uns» dabey als Nech- nungseinheit des Roggens bedient; und- die Getreidearten und Früchte nach den oben angegebenen Sätzen darauf berechnet. Die Futtermittel, nämlich das Stroh ,- die Feldweide, die Kartoffeln ſind zuerſt'auf Heu reducirt, nämlich in dem Verhältniſſe, daß Winterungsſtroh wie 5: 1, Sommerungsſtroh wie 3: 2, Kars koffeln wie 2: 1, in preußiſchen Centnern zu 110 Pfunden, wilde Braachſtoppel;- Dreeſch= und Kleeweide, wie 1: 1 ange nommen worden iſt. Drey Centner ſolchen Heufutters ſind gleich einem Scheffel Roggen angenommen, indem nämlich das Heu zuvor gegen guten Hafer in Nahrungsſtoffe balancirt, und hierauf der“ Hafer gegen Roggen, im Verhältniß von 46: 9 ausgeglichen worden. Wird dieſer Roggen, nach einem Mini- mum zu einem preuß. Thaler berechnet, ſo kommt der rohe Werth eines Centners. Heufutter auf x Thaler oder 8 gar. z und da ſich, nach einer großen Anzahl einzelner berechneter Falle, ergeben hat, daß die Koſten der Viehhaltung im Allgemeinen auf: 28x Proc. vom rohen Ertragswerthe der Futters zu ſtehen kommen, ſo be» trägt der reine Ertrag eines. Centners Futter: im Durchſchnitt und ohne Rückſicht auf das Vieb, welches ihn verzehrt, 5 ggr. 82 pf. vder 7 Silbergroſchen 2 pf.- Hiermit ſtimmen auch die meiſten Erfahrungen überein. Die Colonnen der Tadellen ſind hoffentlich ſv deutlich, daß es überſlüſſig ſcheint, noc< eine Erklärung hinzuzufügen, wir bemerken daher nur, daß die Procentſäte in Colonne 6 ſich z. B. beym. AFXerbaui bloß auf die Coloynne 5, 1. reduc?k. Ro ggen beziehen, und die fernern auf Colonne 5, 2. 3. zurü&verweiſen, Colonne 5, 4: aber den Reductivtotalertrag nachweiſt, dem mithin alle Koſten in der Colonne 7 abgehen, wonach ſich deun Colonne 8 der reine Ertrag ergiebt. Eben ſo ergeben Col. 4, 2. 3. den Naturalertrag an Futter, wovon die Düngermaſſe am Rande berechnet iſt, Col. 5, 2. 3. giebt dagegen am Schluß den Reductivbetrag des Futters, wor, aus ug; die Stärke des Viebſtandes ſofort leicht überſchla- gen kann. .„Die einzuheftenden Tabellen Nr. 1, 2. 3. 4, b. gehören hieher. NNN WENN lumen mee unte Oekonomie. 2. Abſchn. 664) Bey dieſen Berechnungen haben wir für nöthig erachtet, mehrere Bodenarten, als in einem Beſive vereinigt,„anzuneh» men, weil nie eine Feldmark ganz nur aus einer Bodenart zu be= ſtehen pflegt. Der Boden iſt als völlig geſund und tadellos voraus- geſetzt, und eben ſo wird angenommen, daß das Ganze wenig: ſtens ſchon einen Umlauf gemacht habe; denn es iſt, um nicht mißverſtanden zu werden, hier nicht die Abſicht, durch Berech- nungen zu zeigen, wie' die Erträge“ durch den Uebergang aus einer Wirthſchaftsform in" die andere ſich nach und nach ſteigern, welches' an dieſem Orte"zu- großen Weitläuftigkeiten für jeden einzelnen Fall nach den Jahren führen' müßte, ſondern es ſoll nur der Unterſchied der Reſultate der verſchiedenen Wirthſchafts2 formen gezeigt werden, welche Reſultate allerdings verſchieden von denen ausfallen, die man in den erſten Jahren einer ſolchen neuen Einrichtung erhält, Eben. ſo wenig kann und ſoll mittelſt dieſer Berechnungen eine Anleitung gegeben werden; was als das Beſſere zu wählen fey, weil: in den unzählig vielen Fällen es ſich unmöglich treffen kann, daß eine ſolche Berechnung grade auf ein gewiſſes Gut paßte, denn was außer der Feldeintheilung noch bey der Wahl einer beſtimmten Wirthſchaftsform zu bedenken iſt, haben wir S. 133. und S. 448. ausgeführt*), und verweiſen darauf zurü, und ſo. wird ſich im einzelnen Falle ſtets ergeben, was zu thun vder"zu läſſen iſt, folglich, wenn zu einem Gute von 1000 Mg. ſandigen Bodens, wie“er in den erſten. 4 Berechnungen darge: ſtellt iſt, noch 300 Mrg. Wieſen, 200 Mrg. gute Angerweide und einige tauſend Mrg. Fichten, Birken und Eichwald gehör» ten, ſo würde man ohne Zweifel nicht wie in Nr. 2. bey 9 Schlägen zwey reine Braachen, ſondern höchſtens nur eine bey» behalten, man würde auch nicht die Fruchtfolge wählen, die in Nr. 4. im ſiebenſchlägigen Wechſel angegeben iſt, ſondern je= denfalls den Winter- Getreidebau mehr augdebnen, weil es an Düngerzuflüſſen von Außen und an natürlicher Nebenweide nicht fehlt. Eben ſo würde der 7ſchlägige Wechſel im Thonbos ven Nr. 5+ eine Stallfütierung des nebenberechneten Schafſtan- des. erfordern, weil die Fruchtfolge wenig Weidegang verſtattet 3 da dieß aber nicht allgemein gebräuchlich und nicht unter allen Verhältniſſen vortheilhaft iſt, ſo verſteht ſich auch hier, daß dieſe Cultur, als eine ſold| vom|. fel|Schfl.| Jahre fication| te=| Heu|Schfl.| rohen| Rog- Fudexr a Schfl. Novgg.|Ertra-| gen 16 Ctnr. R0gg+ ge 3. Nb 2, 12113|-335.|. 3855| 47 15%.| 175 45 9x Gan 102 19 1.41 BEK 0883 MESSE 2 ELIA 1 OBEN DENE E22 R 10) DOE REH ESSCHN BESEN WEER REB IEE TE 221..0.5.-| 192: 21 9025| 20 IE 0672 117.0 0422 5 2.26 1.123 21-3027| 224,| 4654244102.7-[00258 106 ==. 85 14228 ZES ZIE 49 1175| 1114 5 <=15. 95[8423 41 3025| 22299538 1:12 4, 10x 5 0 40851 2141, 27 7 1205 1. DUS PLILE JUSOS 43 2 124.410 02-1224, 4 48 596,40 82| 94 3 == 2062147 7035 PiLGE[1333 458 672.4+08 IL 28,254] 4,45. 1.232 1,122)| 552, 18 6421146720 43 ="112.17 833.1 85| 115| 4677|"950.| Gas 1L <477 44 Bil 5561 6,25 1:40 STARKEN 6.432511 ME vn 24 AA PE 4522. 191 61504 24020211 301 208 vA 15,08 2x DEHNE HREN ERZE SN KR 743.|: 402 3 41,5 715„ds 23 08 0 2.1282 0410 541) 43 SAH IH ERR> EDE ZINO ELZ SUCHTE 4%| 42 4%+ 12% 41. SIDE A2U68 BE 17149.87 3942 42.040228| 3. Sn 11 9006940, 004410 ZL 2AWZAS En 12: 2 auch Ee be 17x| 205| z8 IE ö Abänderung der beſtehenden Wirtſchaftsform und.Uebergang zu einer neuen, Wer ſich zu einem ſolchen Unternehmen entſchließt, dem' iſt nichts nöthigzer, als zuvor die im] Vorſtehenden vorgetragenen Verbältniſſe und Wahrheiten genau kennen gelernt, und daraus dasjenige entnommen zu haben ,- was. auf ſein Verdältniß und auf die Localumſtände paßt. Aus der Natur der Sache ergiebt ſich von ſelbſt, daß es höchſt ſchwierig iſt, hierüber allgemeine Regeln aufzuſtellen, deren ſpecielle Anwendung überall ausreich- te; bey der unendlichen Verſchiedenheit der Fälle, laſſen ſich nur Beyſpiele aufſtellen, die von einem gewiſſen Objecte hergenom- men ſind, und wir verſuchen hier=- da der Naum nicht geſtattet, hier ein Mehrexes auszuführen-- einige ſolche Beyſpiele zu geben. Vor allen gelten die allgemeinen Regeln hierbey, daß man möglicht bemüht ſey, einen großen, wenn auch nur vorübergehen- . den, Verluſt an der Erndte und am Viehfutter zu vermeiden, daß man die Geldmittel beſive, um einen etwa nöthigen Vorſchuß NR RSS NER R R R EIDG AE EIN Verſchiedeno Arten des landwirthſchaftl. Betriedes, 474 (667) für anzukaufendes Futter machen zu können, und daß man ſich mit Geſpann- und andern Arbeitskräften in einer ſolchen Ver- ſaſſung befinde, allenfalls, wo es nöthbig, ſofort mehr als. die zewöhnliche Arbeit, nämlich zu den nöthigen Meliorationen und neuen Einrichtungen, verrichten zu können, wozu oft nicht mehr ehört,"als'die Anſchaffung eines neuen Geſpannes auf einige Zeit, und das Zubehör zu ſolchem, nebſt den nöthigen Arbei« tern. Nicht immer, und wenigſtens nicht ſogleich, iſt.eine Ver» zrößerung der Wirthſchaftsgebäude erforderlich, es wäre denn, daß man ein neues Vorwerk gründete, wo denn allerdings hierzu und zum Beſatz mit dem nöthigen Viehſtande und todten Jnvens tarium das erforderliche Capital disponibel ſeyn muß. Die ver» mehrten Koſten der neuen Einrichtung ſind nicht durchaus immer fortlaufende Folge derſelben, wie ſich von ſelbſt in den Fällen irgiebt, wo ein Theil der Ae>er zur Viehweide gewidmet wird, und man iſt alſo oft in der Lage, mit den bisherigen Arbeitskräf- ten, oder mit wenigern, das Ganze beſtreiten zu können. Gleichfalls gilt die Regel, die größte Vorſorge im Vorans (uf den ſich ſammelnden Dünger zu richten und deſſen Quantität möglichſt zu vermehren, weil der Uebergang. in die neue Wirth» ſhaft grade den Dünger vorzüglich in Anſpruch nimmt, und mat deſſen da braucht, wo man ihn ſonſt nicht nöthig hatte. Kann (lſo die Quantität auf irgend eine Art, 3. B. durch Plaggenhieb, Moder, Schilf oder ſonſtigen Streuling vermehrt werden, ſo huß dieß ſchon im Jahre vorher mit allem Eifer geſchehen, ohne jedoch dabey ſeine Oualität zu ſchwächen. Die hier beygefügte erſte Kupfertafel zeigt eine Feldmark, wel- früchten, 1- mit Erbſen, 2 Schläge mit Winterung, 292- mit Sommerung, 2-- mit Klee oder Grasweide. Die Eintheilung gebt zwar auf 9 Schläge, da aber der Schlag V. Boden enthält, welcher ſich zur Winterung nicht eignet, ſo muß er beſonders behandelt werden, und iſt hier gleichſam als ein Hülfsſchlag, beſonders bey dem Uebergange, zu betrachten, weßhalb er nur Weide und Sommergewächſe abträgt. Man erſieht aus folgender Tabelle, womit die jetzigen Schlä» ge im Jahre 1826, als 3 Felder, abgetragen haben, und wie ſie nun im folgenden Jahre, nach Maaßgabe der Vorfrüchte und des Düngungsſtandes behandelt werden, um damit nach und nah in eine beſtimmte Folgeordnung zu kommen z hierbey bedeu- tet* friſche Düngung« 2 VD 2 D ... 8. = Ee wl Ts u- 2 < = * > 2 (2 = 2] wes 2 gy L.-] = Dv * & rT = u 42 is = M- - 8 An [2] OO WD - Äbtrag«. 1826, 1827. 28. 29. 30. 31: SPE Z35 34. Schläge, 1. Winterung. IT. Winterung. 1IIT, Hafer. IV. Hafer, VI. Gerſte,“; VII, Jgedüngte Braach- VIII./ früchte, IX. Braache, Lein. V- 7 Weide, Somme- rung Somme: rung Dreeſchwei- de Kartoffeln* Erbſen* Winterung Winterung Dreeſchwei- de Weide Weide Weide Winte- rung* Erbſen Winterung Somme» rung Somme rung Dreeſchwei- de Kartoffeln* Winte- rung* Winterung Somme: rung Dreeſchwei- de Somme- rung Weide Weide Kartoffeln* Weide Soinine- rung Somme rung Weide Winte- rung* Weide Winterung Kartoffeln* Erbſen Hafer Weide Weide Winterung Somme:- rung Winte- rung* Kartoffeln* Somme: rung Weide Hafer Winte- rung* Winterung Somme rung Weide Erbſen Somme- rung Weide Kartoffeln* Weide “|Sommme:- rung Somme- rung Weide Weide Kartoffeln Erbſen Hafeyx Winterung Winterung Weide Weide Winte- rung* Winterung Somme: rung Somme: rung Erbſen Somme: rung Kartoffeln* 4 Oekonomie. 2. Abſchn. (670) Im Jahre 1827 bleiben die Schläge 3, 9 und 5, als Dreeſch, zur nöthigen Weide liegen, alſo x des. ganzen Feldes, die Sommerung wird mit Klee Üüberſäet, der nach. dem Ab» bringen- der Gerſte das Weidequantum, wenigſtens für das fol: gende Jahr, ſichert, und zwar wird weißer Klee für diejenigen heile der Schläge gewählt, die den ſandigſten Boden haben und am wenigſten gedüngt ſind. Die magerſten Schläge 3 und, 9 kommen hier am. ſpäteſten in die„ordentliche Folge, weil die Düngung zunächſt dem beſſern Boden gewidmet wird, und nicht anzunehmen iſt, daß man mit dem vorhandenen Dünger Anfangs mehr als 2 Schläge jährlich werde ausdüngen können, auch darauf gerechnet werden muß, daß dem zu machenden Neu: lande in der hohen Seite einiger Dünger im zweyten oder dritten Jahre zugewendet werde. Der Düngungsſtand muß aber bey dieſer Eintheilung ſchon während des erſten achtjähe rigen Umlaufes vothwendig ſteigen, wenn. nicht beſonderer Mißwachs der Halmfrüchte eintritt, indem 3 der Feldmark in der: Negel angeſamte Weide hat, welche entſchieden beſſer iſt, als die ehemalige Braachweide, und erhebt ſich-durch dieſen Wechſel auch die Stoppelweide im Werthe z folglich it im Gan» zen mehrere und beſſere Weide vorhanden, als im frühern Ver? hältniſſe. Die 4 neu anzulegenden Schläge der hohen Seite werden nun in den erſten beiden Umläufen reine Braache*, Weizen, Gerſte, Klee, oder abwechſelnd Braache, Kartoffeln, Gerſte, Klee abtragen z jedoch kommt es allerdings auf die Urbarma»- früchte zu bauen und ſtatt Gerſte Hafer zu nehmen, den Klee aber nur da zu nehmen, wo mit Sicherheit auf ſein Gedeihen zu reerfläche ſteht, ſv daß alſo biöher über ein Sechstheil des Ganzen nicht hat reichlich gedüngt werden können, Der Beſitzer macht den Plan, für die entfernten Feldertheile eine Vorwerkswirthſchaft zu errichten, jenes verſumpfte Land urbar zu machen und zu dieſer Wirthſchaft zu ſchlagen, die andern Feldertheile zum Hauptgute zu nehmen, und den Weide- Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 475 (671) anger. in einen Feldſchlag zu. verwandeln. Man erſieht alſy in Folge dieſes Plans am. andern Ende des Feldes, rechts, den Vorwerkshof, Jenes mittlere verſumpfte Land, welches an einer Seite mit den Wieſen und dem Anger grenzt, iſt nach der Zeichnung beynahe rechtwinklig ausgeſchieden, und bes merken wir neben den Schlenken fünf Gräben, vermöge welcher, da ein Abzug des Waſſers vor der Hand noch nicht gut mög= lich zu machen, daſſelbe doch auf gewiſſe Puncte fixirt, und dadurch das Ganze trocken gelegt und die Schlenken mit der Zeit ausgetroc>net werden. Wir finden dieß Vorwerksfeld mit den Zahlen I-- VII bezeichnet, welche die projectirten Schläge andeuten und wonach jenes Meliorations-Land die Schläge V, VI und VII enthält. Die Felder des Hauptgutes ſind durch 1.-- VI bezeichnet, indem man aus der Dreyfelderwirtbſchaft mit zum Theil beſtellter Braache in eine Wirtbſchaft von 68 Schlägen mit Braache übergehen will, welcher Uebergang 05 auf dieſem Wege am leichteſten macht; weßhalb hierbey auc weiter nichts zu bemerken iſt, denn der Uebergang iſt hier um ſo leichter, da ein Schlag von neuem Lande, der Anger No, VL, hinzukommt. Uebrigens ſind beide Wirthſchaftshöfe mit den Schlägen durch neuangelegte Viehtriften, die zugleich Fahrs wege abgeben, verbunden. Die Bewirthſchaftung des Vorwerkslandes ſoll in 7 Schlä: zen erfolgen, allein dieſer Plan kann in den erſten Tahren noch nicht ſtreng durchgeführt werden, weil das Meliorationsland nicht mit einemmale eulturfähig gemacht werden kann, der Boden, wenn gleich er noch niemals getragen, doch der in ibm ſivenden Naſſe wegen kaltgründig, und Dünger zu ſeiner Verbeſſerung in dieſem Verhältniſſe nicht vorhanden iſt, im Gegentheil gehofft wird, daß dieſes Land künftig die Düngermaſſe bedeutend vermehren ſoll. Unter dieſen Umſtänden kann nur nach und nach vorgeſchritten werden, um dieſes Vorwerksfeld in einen neuen angemeſſenen Umlauf zu bringen, welches bey den Schlägen 1-4, die bisher nur Außenſchläge ohne Dünz- zung geweſen, allerdings-nicht ganz leicht iſt. Man hat nun die Meliorationsarbeiten im Jahre 1825 vollendet, deren Er- folg aber noch nicht ganz eingetreten iſt; daher iſt der Zuſtand des Ganzen im Frühjahr 1826 folgender, Cchlag 1.1.2, ſind mit Roggen beſtellt ohne Düngung 3 / 3,01,4. liegen Dreeſch z; 7. iſt zur Hälfte tro>en gelegt und kann dieſe Hälfte gepflügt werden, die andere Hälfte iſt Weidez 6. iſt noch ſehr naß, und muß mit Weidevieh ver» ſchont werden, um nicht von neuem moraſtig zu werden 3; 6, kann als Weide für Hornvieh dienen, jedoch nur erſt von« Johanni an. Zur Ausführung] des Plans geſchieht Folgendes. Das Haupts. zut giebt zum Beſatz des neuen Vorwerks den güſten Haufen der Schäferey dahin, welcher in 300 Stü beſteht, deßgleichen 176 (672) 12 Ochſen zum gender Art. 1826. Schlag 1. u. 2. ZT V. 4. 5. 6, 1827. Schlag 7+ 3. U. 4, 1,1. 2 5,0. 6. rechnung des wird alſo im beſtellt werden Schlag 1 und 3 5 6 7 Düngermaſſe im Frühjahre 1828; keit gelangt iſt. Da nun ferner der 5te Schlag im Jahre 1828 ebenfalls ganz abgetrocknet und cutturſay ſich nun ſchon ein feſter Wechſel für die folgenden Jahre ent- werfen, und die Viehſtände können Frühjahr 1828 folgendermaßen, beſtellt ſeyn und Hekonomie. 2. Abſchn. Pflügen u. ſ- Ww. ,' und man operirt' nun in fols Noggen wie obenz erhalten im Herbſt den ſeit dem Frühjahr vor obigem Vieh geſammelten Dünger zu Noggen z 7. wird halb mit Witken zu Heu beſtellt, die ans dere Hälfte iſt wilde Weide für Hammel z dient über Sommer lediglich zur Ochſenweide und für einige Haushaltskühe 3 da nun dieß Vieh, wie gemeldet, vor Johanni eben nicht hinreichen: de Weide findet, ſo verſteht ſich, daß es bis dahin vom Hauptgute auf dem Stalle ernährt werden muß z iſt für dieſes Jahr unnußbar,. iſt nun total abgetro>net und dem Pfluge zus| gänglich 3 er wird daher ganz mit Kartoffel ohne Dünger beſtellt, welche in dieſem Neulande| eine gute Erdte gewähren 3 werden Roggen abtragen, und da ſie einigen Dünger erhalten haben, eine beſſere Erndte, als bisher liefern, und alſo aud) die Strohmaſſe vermehren z werden in dieſem Herbſt den Dünger zu Roggen erhalten 3| erſterer dient noc< ganz, lehterer zum Theil zur| Weide. Dieſe Behandlung berechtigt anzunehmen, daß die Schläge 3, 4, 7. ſoviel Futtermaterial liefern, Winter 1823 reichlich ernährt werden daß der Viehſtand im kann, und daß mit Hinzu- Weidedüngers vom 5ten und 6ten Schlage die ſchon zu, einiger Beträchtlich- lturfähig ſeyn wird, ſo laßt vermehrt werden 3; das Feld 1328 y und 1829. 5 Roggen" 4 os+ Gerſte 4 Hafer SEHE EEE DIO WANLHIT END Kartoſſeln ohne Dünger. Roggen. Wilde Weide,„ Roggen und Weizen Gerſte mit untergeſäetem rothen Klee zum Mähen. Kleeheu. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. (673) Die Ausfährung dieſes Plans /,wird durch trodne Jahre ihre Beförderung erhalten, wiewohl man auf das Gegentheil und das theilweiſe Fehlſchlagen, 3. B. auf eine anfängliche ſchlechte Roggenerndte und daber Strohmangel, auf einen Ausfall der Cultur des Jahres: 1829 im Schlage 6 vorbereitet ſeyn muß, wonach denn allerdings der einzuführende regelmäßige Gang der Beſtellung um einige Jahre verzögert werden kann; denn von ſelbſt leuchtet ein, daß, wenn trockne Jahre die Cultur und Melioration der naſſen Schläge befördern, die alten tronen und ungedÜngten Außenſchläge dagegen darunter leiden müſſen. Dieſe und ähnliche Rückſichtsnahmen treten nothwendig bey jeder ſolchen Operation ein, und man hat ſie um ſo mehr zu neh» men, wo man bey bloßem AFerbeſig, bey leichtem Boden und bisherigem ſchlechten Düngunggzuſtande, und bey Ermangelung gleichzeitiger Wieſen und Weidebeſitpes, in eine neue Schlagord- nung übergehen will, in welchen Fällen mehrentheils gar nicht anders auszufommen ſeyn wird, als daß man, wenn anders es zu erträglichen Preiſen zu haben iſt, das Futter für einen Win» ter anfauft; eine Augslage, die ſich eines Theils durch den Viehs ſtand bezahlt macht, und in ſofern ſie nicht bezahlt wird, zum Meliorationscapital gerechnet, alſo dem Grundcapitale zuges ſchrieben werden muß. Durch einen ſolchen Futteranfauf erſpart man, ſelbſt wenn er etwas koſtſpielig ſeyn ſollte, doch eine Haupt- ſache, nämlich die Zeit, und hieran iſt um ſo mehr gelegen, als begreiflich iſt, daß eine magere Dreyfelderwirthſchaft mit armem Boden, ohne äußere Düngerzuflüſſe, aus ſich ſel bſt in eine mehr Ertrag gebende Feldordnung umwandeln zu wollen, ein Unternehmen iſt, was viele Jahre erfordert, in welchen man theils weniger Ertrag, theils endlich, in der Zeit des erſten Umlaufes, wenig mebr Ertrag bat, als vorher, daher es faſt als gar tein Opfer erſcheint, wenn man zu ſolchem Zwe>e eine Quanti- tät Futter anſchafft, denn die daher entſtehende vermehrte Cul- turkraft bleibt fortdauernd. Es iſt überflüſſig, nach dem, was in dieſem Artikel über Feldordnungen und Eintheilungen überhaupt und beſonders qus- geführt. worden, hier noch weiter augeinander zu ſeen, wie bey dieſer oder jener andern Zuſammenſetzung eines Ganzen operirt werden müſſe, welches zu ſehr ins Weite führen müßte, und wir haben für hinlänglich gehalten, in vorſtehenden Veyſpielen den Leſer in das Weſen der Sache einzuführen, überzeugt„“ doß in den vielen einzelnen vorkommenden Fällen die Einſicht des Ei- denthümers, das richtige Verfahren, geſtüßt auf die vorgetrage- nen Grundſäße, von ſelbſt finden und daſſelbe nach ſeinen Ver- hältniſſen zu modificiren wiſſen werde; denn da wir uns das zu bearbeitende nahe Material, den Grund und Boden, nicht ſelbſt machen und geben können, da wir eben ſo wenig überall vermögen, einen Inbegriff gewiſſer Grundſtü>e in eine Beſitzung zu vereinigen, ſondern jede Beſitzung nehmen müſſen, wie ſie iſt, io offenbart ſich nirgends mehr, als bey dieſem Theile der Land- wirthſchaft, daß ſte poſitive Negeln am allerwenigſten geſtattet, und daß die Anwendung anerkannter Grundſätze(welche letztern die früber bezeichnete Claſſe von Landwirthen Theorie nennen) die- jinige Umſicht und denjenigen prüfenden Verſtand erfordern, auf IV. 43 4178 Oekonomie. 2. Abſchn. (674) welche beide wir in dieſer ganzen Abhandlung hindeuten, und ver« mittelſt welcher geiſtigen Kräfte, die auch wohl mit dem gelehrten Ausdruke Intelligenz bezeichnet werden, die Theorie mit der Praxis auf die ſchilichſte Art in Uebereinſtimmung gebracht werden kann; eine Unternehmung, die ſelbſt denjenigen zur Ehre gereicht, die biSher der Theorie gewöhnlich den Krieg erklärten; 50 ſie eigentlich nicht wußten, was ſie darunter zu verſtehen Q ei. wnn zib IT eee Oekonomie, Zweyter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Arten des landwirthſchaftli- en Schulden haften, die vom neuen Käufer-mit übernommen werden, oder wenn dieß nicht der Fall iſt, ſo pflegt nur ein Theil des Kaufgeldes baar ange2 ahlt zu werden„> während der Ref hypothekariſch verſichert auf uu Gute ſtehen bleibt und verzinſet wird; jene baare Anzab- lung pflegt in jetzigen Zeiten die Hälfte oder auch wohl zwey Drittheile des ganzen Kaufpreiſes zu umfaſſen, wiewobl die Fälle oft vorkommen“, wo ſebr verſchuldete Güter mit wenigem Angelde, und Uebernahme der darauf haftenden Hypothefenſchul- den, getauft werden; ein Unternehmen, wag. freilich oft mißlich iſt, ſobald mehrere Hyvotheken gekündigt weiden, und der Käu- fer ſich nicht im voraus hierauf. vorbereitet hat. Auf alle Fälle iſt zu einem ſolchen Kaufe nicht zu rathen, wo die Hypotheken capitale hohe Zinſen tragen, indem in unſeren Zeiten der Land» wirth nicht im Stande iſt, höher als 4 Procent zu gehen, wenn er beſtehen will; dieß wird indeſſen auch. in einem großen Theile, von Deutſchland nicht nötbig ſeyn, weil der Zinsfuß bey Grunde hypotheken da nicht höher ſteht, wovon das preußiſch& Pfand- briefsweſen einen Beweis abgiebt. * Indem wir bey dieſem Gegenſtande auf dasjenige zurü&- weiſen, was darüber ſchon im 111, Bande S, 3592 geſagt iſt, gehen wir zu den übrigen Erforderniſſen über. | Gevgraphiſche Lage, Wenn man ſich für eine gewiſſe Provinz oder Land entſchieden hat, ſo muß das Augenmerk auf die bürgerlichen und Verfaſſungs- Verbältniſſe der Einwohner, nicht minder auf Bevölkerung, Marktſtädte, ſchiffbare Flüſſe und Landſtraßen, und auf den beſtehenden merkantiliſchen Verkehr ge: richtet werden. Wirthſchaftliche Lage, deren Vortheile und Ge: fahren. Nicht minder hat man ſich von der Arrondirung der 182 Oekonomie, 2. Abſchn. (5409 Grundſtücke zu unterrichten, ob nämlich Ae>er, Wieſen, Weide und Holzreviere gehörig arrondirt und von fremden Grundſtü>Fen ſepaxirt ſind, oder ob nicht vielleicht einzelne Zubehörungen ges trennt und in weiter Entfernung von einander liegen, welches durch Einſicht der Charte, wenn eine ſolche vorhanden, am leiche teſten geſchieht. Auch die bequeme Lage des Wirthſchaft8hofes und die Qualität der Gebäude kommt hierbey in Betracht, auch daß der letztern weder zu wenig, noch deren Überflüſſig ſind, wohin hauptſächlich unverhältnißmäßig große Wohngebäude odey Schlöſſer gehören. Ob, wenn die Lage an ſich vortheilhaft iſt, dieſelbe doch nicht zugleich den Gefahren der Verſandung, Ueber« ſchwemmung, Augreißen der Flußufer und daher entſiehenden nothwendigen jährlichen Werbauten und unterbrochener Commu« nication ausgeſeßt iſt, oder auch wohl gar Waſſermangel hat, wodurch die Koſten ſehr erhöht werden könnten, iſt gleichfalls nicht außer Acht zu laſſen. Nachweis der Beſtändtheile des Guts. In vielen Sütern findet man die Grundſtü&e gevmetriſch vermeſſen, abge« ſchätzt oder bonitirt und in eine Charte gezeichnet, die Bonität oder Bodenclaſſification aber in ein ſogenanntes Bonitirungs- regiſter“ eingetragen. Es iſt vor allen Dingen nöthig, hierauf eine beſondere Aufmerkſamkeit zu richten, und zwiſchen dem In- Halte eines ſolchen Regiſters und der Wirklichkeit möglichſte Ver- bleichung AUZUTEN oder mit Hülfe Sachverſtändiger anſtellen zu laſſen. a dieſes indeſſen doch ſo ſpeciell,'wie es wohl zu wünſchen, nicht geſcheben kann 3 ſo müſſen auch noch andere Wege eingeſchlagen werden, um zu einem richtigen Urtheile zu gelangen. Hierzu dienen nun zum Theil die Ausſaats- und die Erndte-, Dreſd)- und Dünge- Regiſter 3 ferner die Nachweiſun» gen über den Heugewinn und die Viehſtandsregiſter, ſo wie die Stärke und Quwlität des gegenwärtigen Viehſtandes und Erkundigungen darüber, ob ſolcher ſtets ohne zugekauftes Futter vom Gute allein: hat ernährt werden können, Man kann aus allen dieſen. Materialien, wenn ſie in glaubhafter Form ange- legt werden, einen Ueberſchlag von der Flächengröße und der Bodenqualität erlangen, und dieſe mit dem Tnhalte des Ver- meſſungs.- und. Bonitirungsregiſters vergleichen, bey Erinange- lung der leßtern muß man fich aber freilich bloß auf die Neſul: tate aus erſterem verlaſſeu. y Wirthſchaftsform und Culturzuſtand, So wie nun die Beſtandtheile des Guts beſtimmen, ob ſolches hauvyt- fächlich zum Getreidebau dient, vder ob noc) außerdem oder hauptſächlich eine erhebliche Nindviehzucht und Molkereywirth- ſchaft getrieben wird, oder ob lediglich Getreidebau mit Schä- ferey Statt findet 3 ſo wtrd ſich dann auch ergeben, welche Wirthſchaftsart bisher gerieben worden, vb man nämlich: in Feldern oder in Schlägen wirthſchaftet, und ob der beſtehende Feldumlauf ſchon einigemal durchgemacht, der wievielſte“ Theil des Feldes alljährlich gedüngt worden, und wie alſo der Cul- turſtand überhaupt beſchaffen iſt; wohey man dann ſeine Erkun- digung zugleich mit darauf richtet, ob das Gut Dienſtbarkeiten erleidet, oder ob es vielmehr dergleichen auf benachbarten GÜ- tern auszuüben berechtigt iſt. . Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 183 (541) orſt- und andere Nutungen und Hofdienſte. Es F ferner der Zuſtand und die Nutßung von. etwa vorhan:, denen Forſten, nebſt Jagden, ſtehenden Seen, von Fiſchtei: - Zehnten, Laudemien u. ſ. w. gehören. Ehrenrechte. Die Ehrenrechte der adeligen Güter ge: währen ſelten eine reine Nutung, im Gegentheil abſorbiren die Koſten gewöhnlich die Einnahme davon. Man rechnet hierhey das Patronat über Pfarre, Kirche und Schule, und das Juris: dictionsrecht. 2 Abgaben, Die Abgaben an den Staat, die Commune, die Geiſtlichkeit müſſen genau nachgewieſen werden, und ſind dabey diejenigen, die beſonders auf dem Grund und Boden haften, als Grundſteuer und Naturalzehend von denen zu unterſcheiden, die von der Perſon, aber dennoch nur in Beziehung auf den Beſih des Grundſtü>s von deſſen Eigenthümer gefordert wer- den; hierher gehören beſonders die Machen an die Landgeiſtli: lichſten Mittel für das Wohl ſeiner Unterthanen trafg indem er auf den Plan des Kaufmanns Büring, des urſprünglichen Erfinders ver Pfandbriefe, einging, mit ſeinem berühmten Großkanzler von Carmer darüber die eben ſo be- rühmten Conferenzen hielt, in welchen ſein durchdringender Geiſt zugleich ſich neben ſeinen genauen praktiſchen Kenntniſſen offen- arte, und unterm 29. Auguſt 1769 den Auftrag an v. Carmer ur Einrichtung und Ausführung dieſer Junſtutute ertheilte. Es Üble zu jener Zeit, wie nach jedem Kriege, den Landbeſidern hauptſächlich am Betriebs- und Meliorationscapitale, und ſie hätten gern ihr Grundcapital verſchuldet, um beide erſtern Bes dürfniſſe damit beſtreiten zu fönnen, denn das Grundcapital ſinkt nothwendig in ſeinem Werthe, wenn die Mittel fehlen, es zu be- nußen z die Bemühungen der Eigenthümer ſelbſt vermochten aber nicht, die Capitalbeſiter dahin zu disponiren, ihre Gelder in der Landwirthſchaft anzulegen, weil die Perſönlichkeit der Landeigen- thümer ſelbſt nicht hinreichte, den Credit auf die ungewiſſe Si- ke anniimmt, dennoch das jährlich auf die Production zu verwendende Capital allein an 120 Millionen Thaler beträgt, welches in der Nation umläuft, und von dem man einen Schluß auf die Größe der Grund:, und der ſtehenden Capitale mas des Einzelnen auf Alle Übertragen, und dem Einzelnen daher minder fühlbar wird, Neuerlichſt hat man eine ähnliche Svcietät zur Sicherung der Mobilien und Früchte gegen Feuer8gefabr, und des Getreides gegen Hagelſchlag errichtet. Bekannt iſt es übrigens, daß es gegenwärtig in Deutſchländ. än kaufmänniſchen Aſſecuranzanſtalten der Art nicht fehlt, indeſſen hat es in der Regel ſeine Vorzüge, daß ſich der Landbeſiter an ſolche Anſtalten in ſeinem Lande anſchließt, bey welchen er ſelbſt Mitglied iſt, und deren Einrichtung ihm bekannt iſt, oder ihm doch leicht bekannt werden kann. Wenn gleich das in vielen Ländern eingeführte Hypothekenz weſen lediglich ein Gegenſtand der Juſtizverwaltung iſt, ſo iſt es doch, in Beziehung auf den Ankauf eines Gutes, nicht un- nüß, ſich einigermaßen damit bekannt zu machen, um wenigſtens zu wiſſen, wie man den geſeblichen Erforderniſſen hierunter am nächſten genügen könne. Die agrariſche Geſehgebung des St«atis, in dem matt lebt, in Beziehung auf Grundſtücke, wie auch in Anſehung der im Länds bauweſen beſchäftigten Perſonen, iſt gleichfalls der Aufmerkſam» keit des Landwirths zu empfehlen z; indeſſen iſt es ſchwer, hierun- ter an dieſem Orte etwas Allgemeingültiges mitzutheilen, da jes der Staat in Deutſchland ſeine eigenen Geſetze und Nechte hat, die oft ſehr von einander, bey einer und derſelben Sache) abveis s eingeſchränkt wird, ſo übt letzteres auf dem erſtern eine Grundgerechtigkeit aus, welche indeſſen als ein wirkliches Recht, oder durch Verjährung erworben ſeyn muß. Solche Grundgerechtigkeiten, deren Daſeyn aus einer zu ihrer Ausübung in dem belaſteten Grundſtücke vorhandenen fortwäh- yenden Anlage von Jedem erkannt werden kann, bedürfen keiner Eintragung in das Hypothekenbuch, und gehen alſv auch ohne dieſe. auf jeden Beſitzer des belaſteten Gutes über. Dagegen iſt dieſe Eintragung nöthig, oder doch wenigſtens nüblich, bey ſolchen Grundaerechtigkeiten, welche den Nutungsertrag des belaſteten Grundſtücks ſchmälern, und gleichwohl durch feine augenfallende Kennzeichen oder Anſtalten angedeutet werden; hierher gehören beſonders die Hütungs- und Holzungsgerechtigkei: ten.-- Wir zählen ferner hierher, das Recht der Fahr- und Fußwege, der Viehtriften, Durchfahrten, Holzſchwemmen, Ma- Verſchiedene Arten des landwirthſce oder Feldſchlage beſonders abzuzähe len, oder er iſt gezwungen, die ganze Feldmark ununterbrochen durchzuzählen, und iſt erſteres läſtiger, als leßteres. Ob der Sehend dem Berechtigten von Seiten des Belaſteten zugefahren werden, vder ob erſterer ſich ſolchen vom Felde ſelbſt abholen muß, macht einen erheblichen Unterſchied aus, und nicht ſelten iſt die Laſt hierdurch für den Zehendabgeber ſehr groß, und wird mm mm ded 192 ammer, au=> RERE amm Oekonomie. 2. Abſcht. (530) ſo wird der Ueberfluß an Heugewinn beide. Vorwerkswirthſchaftert unterſtüßen und dereu Culturſtand vurch den vergrößerten Vieh- ſtand erheben 3; man wird alſo auf dem Hauptgute keine Melke: reywirthſchaft anlegen;. wie man thun würde, wenn jene beiden Acerwirthſchaften daneben nicht exiſtirten, vielmehr wird dex Ueberfiuß an Winterfutter jenen zugewendet. werden, wodurch der ſonſt nöthig werdende Anbau von Futterkäutern auf dem Felde vermieden, und dieſer bloß zu andern Früchten verwendet werden kann; die beſondere Ortslage und die tmercantiliſchen Ver- hältniſſe des Landes können außerdem noch einen Beſtimmaungs-= grund abgeben, den Getreidebau zu beſchränken- und mehr Vieh zu ziehen, als zur Ergänzung, de? Heerden nöthig iſt, nämlich zum Verkauf als Nutzvieh oder Maſtvieh, oder es ifann auch, bey dem vortheilhaften Düngungzsſtände, eine ſolche Culiur ge: trieben werden, bey welcher viel Dünger conſumirt wird, ohne denſelben in gleichem Berhältniſſe zurückzugeben; dahin gehört die Raps- und Rübſenculiur, Hopfen- und Krappbau u.|f. w. Eine verhältnißmäßige Wieſenfläche neben der AFerfläche erhöht ſiet8 den Werth der leptern in dem Verhältniſſe, als jene vieles und gutes Futter geben, feiner Cultur, keiner Melivorationen und feiner Sicherheitsanſtalten bedürfen, folglich darauf kein bedeutendes Betriebs8capital verwendet werden darf. Der Dün- ger vpn Wieſen und Weide erhöht den Ertrag des Ackers, der Werth, des Düngers muß alſov den Werth der Wieſen erhöhen, und ſämmtliche Grundſiücee erhalten einen höhern Geſammtwerth durch ihre Verbindung zu einer Beſitung 3; dieſe Erfolge ſchlie: ße aber eine Würdigung der einzelnen Grundſtücke, nach ihrer natürlichen Ertragsfähigreit, nicht aus, und der höhere Werth des Ganzen originirt fich bloß aus der Lage und dem Beſitze, welche beide eine Verwendung der Producte des einen in die Subſtanz des andern zulaſſen, und eine ſolche Würdigung iſt nur allein die richtige, weil, wenn man von dieſer Anſicht nicht ausgeht, leicht» ein Beſtandtheil des: Guts gegen den andern Übzrſchätt wird. Der Werth des Düngers, der von Wieſen her: kömmt, erſcheint als ein Melivrationscapital für den Acker; wenn die natürliche Ertragsfähigkeit des letztern== 10 iſt, ſo kann ſie durci) Benutzung des mehreren, von den Wieſen herkommenden Düngers auf= 12 exhöhi werden, je nach dem Verhältniſſe der Flächen, dieſe Erhöhung muß aber den Wieſen zu gut gerechs net iwerden, und nicht dem WXer. Ein Gleiches kann eigentlich bey jeder Benußung angetauften Heues oder andern Futters ge- dacht werden, bey welchem der Werth des daran Xommenden Düngers mit pezaolt iſt, nur'daß der Verkäufer, wenn er ſelbſt Acer beſiht, ſic) ſelbſt außer dieſer? Vortheil ſeht, und ſolcher= geſtalt kann es unter gewiſſen Umſtänden mit großen Vortheilen verknüpft ſeyn, für eine- gewiſſe Zeit Heu oder anderes Futter anzukaufen, wenn deſſen Kaufpreiſe, der Wertb des Düngers hbin- zu gerechnet, und in Betracht gezogen wird, ob die Auslags das- für nicht höber zu ſtehen kommt, als der Futterbau auf Feldern mit Aufopferung des Getreidehaues; alsdann hätte man auf der einen Seite die Koſten des angekauften Futters gegen ſeinen Nutungswertb durch das Vieh und ſeinen Düngerwerth zu ver- gleichen, auf der andern aber die Productionskojten des künſtlich angebauten Futters und deſſen Nutungswerth, jedoch ohne den (551) Düngerwerth, der ohnehin dem Boden zukommt, der ihn erzeugt hat, und aus der Vergleichung der Werthe beider Operationen wird ſich ergeben müſſen, was vortheilhafter iſt. Man darf alſo die Summe und Qualität der bey einem Land-, ute befindlichen Wieſen nicht ohne die größte Aufmerkſamkeit efrachten, und es iſt immer fehlerhaft, wenn man der in Bezie- hung auf Wieſen in neuern Zeiten oft wiederholten Behauptung huldiget, daß ein paſſendes Feldſyſtem die Wieſen entbehrlich mache, weil man ſie durch Futterbau erſetzen könne 3; dieß wie- derlegt ſich aber leicht durch die Betrachtung, daß der künſtliche Futterbau Koſten macht, das Wieſengras aber eine koſtenloſe Näaturaabe iſt, die nur Erndtekoſten veranlaßt, Außer der vor- ſtehenden Entwielung darf bier nur, noc) bemerkt werden, daß es allerdings Fälle giebt, wo ein großer Wieſenbejitz neben den Feldern dennoch nicht alle Anſprüche wegen des Futters befrie- digt, weil der Wieſenboden ſchwach oder fehlerhaft, und der Graswuchs in Menge und Güte gering ſeyn kann, und in dieſem Falle wird allerdings, wo eine totale Verbeſſerung nicht durch- zuführen iſt, theilweiſer Aufbruch der Wieſen zu Acer,. oder Be- nutzung derſelben als Weide, und Anbau von Futterkräutern im Felde, eintreten können und müſſen, jedoch wird ein gehörig be- rechnender und überlegender Wirth ſich ſchwerlich mit dem Auf- bruch ſolcher Wieſen und Vermehrung des Pfluglandes dadurch, und auf der andern, Seite mit Futterkräuterbau, übereilen, weil dadurch in jedem Fall vas Betriebscapital bedeutend vermehrt werden, und es dennoch nicht ſogleich außer allem- Zweifel" ſeyn würde, ob der Futterban im Felde von Erfolg ſeyn werde 3 jeden- falls kann ein ſolches Unternehmen nur auf den thonig-humoſen Bodenarten ohne Gefahr des Mißlingens durchgeführt werden, wogegen es.im ſandigen Boden nur erſt nach vielen Jahren von einigem Erfolg ſeyn wird. Wenn es daher gefährlich iſt, vielleicht aus Liebhaberey für ein derartiges Wirthſchaftsſyſtem eine ſolche Öperation zu unternehmen, ſv iſt es noc) gefährlicher, wenn die- ſelbe auf großen Beſitzungen ſehr ins Große geht, und es folgt aus allem dieſen von ſelbſt, daß man bey Beurtheilung eines Lan- gutes die Zuſammenſetzung deſſelben aus dieſem Geſichtspuncte betrachten muß. Man gewinnt überhaupt eine richtigere Anſicht von der Nut- barkeit und Preiswürdigkeit eines Gutes, wenn man den ganzen landwirthſchaftlichen Verkehr des Landes zuvor überhaupt in na- tivnal- ökonomiſcher Hinſicht aufzufaſſen ſich gewöhnt hat, Ein großes Land, das mehr pflugbaren Acker, als Wieſen, Weide und Wälder hat, muß am erſten für ein getreidebauendes erachtet werden, und danach wird es das größte jährliche Betriebs- capital, vergleichsweiſe gegen ein anderes, in welchem weniger Pflugland und mehr Wieſen und Weiden ſind, aus ſeinen Pro- ducten= und Geldcapitalen aufbringen, verwenden und zu exr- balten ſuchen müſſen z wir gaben ein ſolches, beyſpielsweiſe oben bey Erwähnung des preußiſchen Pfandbriefsweſens für den preußiſchen Staat, auf 120 Millionen Thaler an, bey 53 Millio- nen Morgen nutbarer Grundſtücke, und es verſteht ſich, daß in einem ſolchen Lande alle landwirthſchaftliche Kunſt nur dahin werde zu richten ſeyn, den fehlenden Bedarf an natürlichem Fut- ter für einen angemeſſenen Biehſtand, durch künſtlichen Anbau Verſchiedene Arten des landwirthſc ane Su Oekonomie. 2. Abſchn. (552) zu erſeßen 3 dieſe Angemeſſenheit des Viehſtandes begründet ſich aus der Natur des-Bodens und dem Bedürfniſſe des Volks, das letztere 3, B. kann einer gewiſſen Quantität Milch und Fleiſch nicht entbehren; es muß daher auf eine gewiſſe Menge SIEAIE und Schweine halten, es kann aber dieſe Menge, der Natur des Bodens(z. B. in Preußen) wegen, nicht übergroß werden, weil derſelbe ſich im Ganzen mehr zur Schafzucht eignet, dieſe kommt dem Fleiſchbedarfe bedeutend zu Hülfe, indem ſie zugleich dem Wollbedarfe abhilft und einen bedeutenden Handelsartikel liefert z der hiernach ſich auf einer gewiſſen Höhe haltende Viehſtand wird die zum Theil künſtliche Düngung der Getreidefelder bewirs ken und den Brodbedarf der Nation ſichern; dieſe ganze Pro« duction beruht alſo auf der Einſicht des Volks und auf einem Capitale, der roben Natur iſt wenig überlaſſen, und daber giebt es wenig rohes Naturproduct, ſondern vielmehr lauter Producte der Arbeit. Verſezen wir in Gedanken die Bevölkerung. eines ſolchen Landes auf eine gleich große Fläche, z. B. in die untern Dvnauländer, ſo wird der Erfolg der Bodencultur nicht derſelbe ſeyn, der Getreidebau wird nicht ſich über die Viehzucht ausdeh= nen, der erſtere wird bedeutend erleichtert werden durch die Culs tkurmittel, die reiche Wieſen und Weideländer darbieten, und das Betriebscapital kann und wird um ein Großes geringer ſeyn, als im erſtern Falle, während! dennoch der Bedarf des Volks in jes der Beziehung befriedigt werden wird; der Summe nach weni« “ hervorbringende Kräfte werden mehr Product liefern, und dieß arf nicht nothwendig Einſicht und Kunſt, als überflüſſig, aus« (Mieſ8"; da beide den Beruf haben, die von der Natur im reiche ichern Maaße dargebotenen Culturmittel in das angemeſſenſte Verhältniß zu den zu cultivirenden Flächen zu ſetzen, die noth« wendigen Betriebscapitale möglichſt zu verkleinern, alſo Arbeit zu erſparen, welches ſoviel iſt, als Geld erſparen, und eben dae durch den Werth des Grundcapitals zu erhöhen. Was dazu in beiden Fällen hier in größern Kreiſen ſachgemäß und vernünftiger: weiſe geſchieht, ſteht auch in kleinern zu erwarten, wo der Bo- denbeſiß und ſeine verſchiedene Fähigkeit dazu einladet, und eic nen ſolchen Kreis bildet jede Beſitzung die ſehr verſchiedene Be- RNP hat, Dieſer letztere Umſtand führt nun auch vor allen ingen dahin, daß man darauf Bedächt nehme, welche Vieharten ſich beſonders für eine gegebene Beſitzung eignen; nicht ſtets iſt die vorfindliche diejenige, die eben' den Vorzug verdient, und man kann hier nur mit Rückſicht darauf, daß, wie gezeigt wore den, in AFerbau treibenden Ländern, die Viehzucht ein vorzüge- liches Reſultat. der praktiſchen Einſicht, Ueberlegung und der lande wirthſchaftlichen Kunſt iſt, nach richtiger Beurtheilung der Quas lität der einzelnen Grundſtücke, mit Bedacht auf die natürlichen Eigenſchaften der einen und der andern Viehart, zu einem riche tigen Schluſſe kommen. Herrſchende Meinungen der Zeit und Gegenwart entſcheiden hierunter mit Sicherheit nichts, denn man darf nicht unter allen Umſtänden annehmen, daß die mercantili« ſchen und politiſchen Verhältniſſe eines Landes ſtets dieſelben blei- ben werden; daher iſt es ein Jrrthum, enormen Getreidepreiſen eine ewige Dauer zuzutrauen.oder anzunehmen, daß, wenn der Schafſtand bisher gut rentirte, unter allen Umſtänden nur dieſer zu befördern und auf Hornvieh für die Folge nicht zu achten ſeyz (553) denn, indem man früherhin dieſem Glauben alles unterwarf, vera mehrte man das Pflugland, die Schafweide und die Betriebscas pitale nicht ſelten zum ſpätern gänzlichen Ruin vieler Beſiter, Verwandt mit dem Glauben an hohe Getreidepreiſe erzeugte ſich die- Meinung, daß das Viehhalten Überhaupt nur nothwendiges Uebel ſey, dem man nur wegen des nöthigen Düngers nicht ent« ſagen dürfe, und das letßterer nur dex Endzweck der. Viehhaltung und des Futterbaues ſey; man kann ſich gegen ſolche Irrthümex nur durch gehörige unbefangene Beobachtung der national- ökoe nomiſchen, mercantiliſchen und politiſchen Verhältniſſe des Lans des ſichern, in welchem man anſäſſig iſt, und dadurch, daß. man die Wahrheit des Erfahrungsſates nicht außer Acht läßt, daß alle vermehrte Production auf das Sinken des Nominalpreiſes der Producte hinwirkt, ein Umſtand, wodurch jedoch der Sach«- preis oder der Realwertb der Producte mit Einſchluß des Geldes und der Arbeit nicht außer(Sleichgewicht geſeht wird. Dieſes Sinken des Nominalpreiſes ſchließt aber noch Feineswegs einen Unwerth der Producte in ſich, und iſt keineswegs eine abſteigende Progreſſion, ſondern hat ſeine Grenzen, und der Wechſel zWis ſchen reichen Erndten, Fehljahren, Handelsſpeculationen, ordenta lichen, und außerordentlichen Bedürfniſſen der Nation und freme der Völker, ſogar die politiſchen und ſtaatswirthſchaftlichen Maxis men und Verhältniſſe der letztern, ſtellen ein mittleres Verbälte niß her, und bringen für einen gewiſſen Zeitraum den Producten-, Arbeits- und Geldwerth auf eine Mittelſtufe, auf welcher ſie ſich für eine lange Zeit hinhalten, was indeſſen nur erkennbar iſt, wenn man anſehnliche Zeiträume mit den höchſten, mittlern und niedrigſten Producten-, Arbeits und Materialienpreiſen in eis ne angemeſſene Gleichung bringt. Eine„ganz natürliche Schluße folge führt zu der Betrachtung, daß hiernach der Bodenwerth, die Höhe der Geldzinſen, der Preis der Handarbeit, ver vegetabili« ſchen und thieriſchen Lebensmittel,„der Wohnungen und der Wohnungsmiethe, ſich auf eine gewiſſe Mittelſtufe ſtellt, und daß dieſe verſchiedenen Dinge in einer nothwendigen Verbindung mit einander ſtehen, die ihren Werth conſtant macht, und aus welcher ebenfalls der Sachwerth des baaren Geldes hervorgeht, weil dieſes ſich ebenfalls in jener Verbindung befindet, und nur durch dieſe einen Werth erlangen kann. An einem andern Orte haben wir ſchon der Einwirkung des Clima's gedacht, und wir vergeſſen auch bey obiger Verglei« erbau mit künſtlicher Viehzucht, oder ſolchen mit natürlicher Viebzucht treibt, im erſtern Falle alſo ſeine Exiſtenz an viele Arbeit, Gelde Capitale und Kunſtgeſchi> nothwendig gebunden iſt, im zweyten alle drey Factoren ſehr ermäßigt ſind, während zugleich die natür- liche Kraft vielen Bodens, der der künſtlichen Cultur nicht be- darf, den reinen Ertrag des Nationalvermögens erhöht. Obgleich wir wiſſen, daß über dieſen Gegenſtand noch Vieles geſagt werden kann, ſo erachten wir doch für nötbig, an dieſem Verſchiedene Arten des landwirthſc der im 4. Bde d. Encykl. S. 167(663) befindlichem 5 verſchiedenen Feldordnune genf und der von denſelben berechneten Futtermittel und Vieh: ſtände und reduciren letztere nac) den gewohnlichen Säten von 10 Schafen auf 1 StüF Nindvich oder 1 Pferd auf die Rechnungs« Cinheit des großen. Viehbes, ſo gewährt dieſe Vergleichung folgende Reſultate: 1000 Hergen Acter der 14-21. Claſſe ernähren Stücke Großvieh: u-) Nr. 1. bey Dreyfelder- Wirthſchaft 8; I ü Nr. 2. bey 9 Schlögen mit angeſgamter Weide EEE I%X Ar. 3. bey 7 Schlägen mit Weide und einex reinen Bräache 7 Ö 4 L E. n 3 92, Nr. 3. bey 9 Schlägen mit Weide, 2 Braachen und Kartoffelbau K? T 3 2 A““: 5456. am Durchſchnitt s I ei 3 uin 4 1 IIEIE.. Verſchiedene Arten des landwirthſchaft!. Betriebes. 197 Aul DA ae kl ewig GRD. ane 198 Oekonomie. 2. Abſchn.| (556)| Es iſt daher auf 13 Morgen ein Stü> großes Vieh zu rech«e| nen, wogegen nach der Berechnung Nr. 5. in den ſchwerern Boden- arten der 9-- 12, Claſſe auf 966 Morgen 130 Stü, mithin auf 7-- 8 Morgen 1 Stück kommt, und ſolcher Geſtalt kommt man bey Zuſammenſetßungen, in- denen der beſſere Boden den Mehrs betrag ausmacht, bis zu 3 oder 5 Morgen auf ein Stü>.= Ges genwärtig wird wahrſcheinlich niemand mehr behaupten wollen, daß. man etwa den Schafſtand bloß des Düngers wegen ſv ſtark vermehrt habe, und daß die Erhaltung dieſer Viehart ſich zum Theil durch die Wirkung von deren Dünger bezahlt mache, und.| ſo in Anſehung der andern Vieharten. Es folgt aus dieſem als | len ſehr klar, daß, indem man die alten Wirthſchaftsformen vero | ließ, man hauptſächlich beabſichtigte, die reinen Erträge zu vers ( mehren 3; dies konnte auf magerm Boden nur geſcheben, indem ] man nicht nur eine zwe>dmäßige Feldeintheilung machte, ſondern| aud), beym Mangel eines erheblichen Wieſen- und Nebenweides| Beſitßes, Futter und-Weide auf dem Ac>er anbauetez dieſe Futa| rermittel vermehrten den Viehſtand für dieſelbe Fläche, von wela| cher nun zum Getreidebau weniger übrig blieb; da aber dieſe kleia nere Fläche beſſer, als ehedem gedüngt werden konnte, ſv trug ſie, wo nicht mehr, doch gewiß eben ſo viel Getreide, als bey der früo| hern Einrichtung, und es bedarf hierbey gar keiney künſtlichen Eine rechnung des auf dieſem Wege vermehrten Düngers, ſeiner Wirs| kungen'und- ſeines Werthes, da derſelbe aus demſelben Grund und Boden(durd) die neue Einrichtung) nach und nach entſtand, dem er wieder zurükgegeben wurde. Da man gelernt hatte, das| durch Kunſt zu beſchaffen, was die.Natur oft ganzen Provinzen'| verſagt hat, nämlich Wieſen und Weide, ſo blieb man ſich auch| bewußt, daß dieſe künſtlichen Wieſen und Weiden am beſten be-| nußt würden, wenn man vorzüglich gutes Vieh hielt, und alſo| wurde auch hierauf das Beſtreben der Cultivatoren gerichtet, und| niemand dachte mehr daran, den Viebſtand nur als ein nothwen- diges Uebel oder als einen Nothbbebelf zu betrachten, wie denn auch nur geſagt werden kann, daß ein verbeſſerter Getreidebau ſich nur lediglich„auf hinreichende Viehſtände, und die Möglich- eit ihrer Ernährung, begründen läßt, und daß tas Vieh, als ſolches, ſeine beſondern Erträge gewährt, die zwar im Ganzen ſtets dem. Boden zugeſchrieben werden müſſen, die man aber doch in ihren Einzelheiten auffaſſen muß, um die Sachen nicht zu verwirren und beſonders ein richtiges Rechnungsweſen zu bes gründen; daher darf man Arbeitspferde nur von Seiten ihrey Lei- ſtungen betrachten, denn dieſe machen ihre Unkoſten bezahlt, Züg- vhſen deßgleichen, dieſe können jedoch nach gewiſſer Zeit noch als Marktwaare gelten, wenn ſie nicht zu alt werden 3; Kühe wer- den für gewiſſe Jahre auf Milch und Fortzucht benupt, Schafe auf Wolle und Fortzucht, heide behalten nach gewiſſen Jahren einen Fleiſchwerth. Das Fleiſchbedürfniß der Nation, zuweilen auch die Nachfrage der Nachbarſtaaten, entſcheidet darüber, ob daſſelbe vurch dasjenige Vieh befriedigt werden kann,-welches bloß nach ſeinem gehörigen Alter als Fleiſchergut erſcheint, oder ob man, wie bey Federvieh und Schweinen der Fall iſt, auch Hornvieh und Schafe noch jung zum Schlachtgut beſtimmt, und es alſy mager oder gemäſtet an den Markt bringen kann; dieſer Fall, der eine größere und ziemlich wohlhavende Bevölkerung vor- SEESEN mine EE (557) ausſeten laſſen würde, muß allerdings die eigentliche Vieh zucht befördern und dadurch die Bodencultur, und indem alſo durch die in dieſem Werke ſo oft berührten Wirthſchaftsverbeſſerungen die BViehſtände aus dem Boden ſelbſt vermehrt und verbeſſert werden, vermehrt und verbeſſert ſich die Subſtanz jedes Landgu- tes, und im Ganzen das Nationalvermögen. Es iſt im zuleßt bezeichneten Falle„möglich, wiewohl keineswegs als eine Regel anzunehmen, daß man noch mehrere, ſonſt dem Getreidebau ewidmete Aecker, dem Futterbau einräumt, um das vermehrte leiſchbedürfniß zu befriedigen; aber ſchwerlich wird dieß durch das Ergebniß eines kurzen Zeitraumes motivirt, es kann nur in Folge eines längern, und dann geſchehen, wenn die Mehrzahl der Cultivatoren die Ueberzeugung gewonnen bat, daß ſie bey Vermehrung der Viebſtände mehr reinen Ertrag haben, als durch die Größe ihres zeitigen Getreidebaues, und wenn ſie aus den Verhältniſſen und aus der Zuſammenſeßung ihrer Güter vorher erwogen haben, daß ſie dieſe Veränderung der Productionsart eintreten laſſen können, ohne ſich einer Gefahr auszuſeten, wenn die Sachen ſich plötzlich ändern ſollten. Ein ſolches Unterneh: men wird aber niemals allgemein Statt finden, weil nicht alle Be: ſihber in gleicher Verfaſſung, und beſonders im leichten Boden, ohne gleichzeitigen Beſitz natürlicher Wieſen, jede Wirthſchaftss veränderung Jahre erfordert, ebe ſie ibre gehörige Neife erhält z nur großere Güter mit reicherem Boden, ſeibſt auch ohne Wie- ſenbeſit, können dergleichen Veränderungen mit der geringern Ges fahr eintreten laſſen. Aus dieſen Gründen darf man jich auch dem Gedanken nicht hingeben, daß eine einzige reiche Erndte und ſehr niedrige Getreidepreiſe ſolchen Jahres ſofort die Aufforderung enrhielten, einen Theil der Feldſchläge zur Biehweide niederzule- genz; denn ſchon der Umſtand, daß die Vorräthe eines reichen Jahres ſchon vor Ablauf deſſelben, dafern nämlich die beſtellten Winterſaaten keine großen Hoffnungen zuließen, dem Bedaxfe des nächſten Jahres, in der allgemeinen Meinung, mit zugerechnet werden konnten, wodurch die Marktpreiſe alsbald wieder ſteigen würden, müßte jenes Verfahren, als übereilt, bereuen laſſen. Andere Nüc>kſichten und Wahrheiten, in Bezug auf den Werth und den Ankauf eines Landgutes, Es iſt im Vorhergehenden nad) Möglichkeit entwi= >elt worden, was aus den Beſtandtheilen eines Landguts in Anſehung ſeiner Benutung folgt, und wie dagegen die äußern Umſtände die Benutzungsart beſtimmen und zuweilen abändern, auch welche Meinungen über dieſe Gegenſtände herrſchen; wir haben aber hier noch andere Wahrheiten zu berühren, die wir zu beſſerer Einſicht des Leſers, erſt nach obigem Vortrage folgen zu laſſen, für zwe>mäßig erachten. Daß die Landwirthſchaft nichts anders iſt, als eine Ma- nufactur, leuchtet Jedem ein, der auch Mirabeau's Ausſpruch deßhalb nicht kennt, der Grund und Boden iſt ihr Material, deſſen natürlicye Productionskraft iſt als ſein eiſernes Inventa= num zu betrachten, das ſtete Erhaltung fordert. Die mit angemeſſenem Vortheil verbundene Benutßung des Bodens iſt an ein gewiſſes Maaß in der Fläche gebunden, das mit der Arbeit und dem Ertrage in Verhältniß ſteht, und dax- auf beruhet, daß der Boden ein Mazimum an Früchten liefert, Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 199 open emeewenment emen gan ann ze em 200 Oekonomie, 2. Abſchn, (558 über 4 nig hinaus ſekbſt ein Uebermaaß von Verwendungen fruchtlvs bleibt. Die Landwirtbſchaft hat niit andern Manufacturen gemein, daß ſie ſich durch die Bearbeitung des Bodens ihr Betriebsca- 3ital mit den Zinſen zurückerſtattet; dagegen gewährt dieſe Bear» eitung auch noch einen aus der Kräft des Bodens entſpringen: den Peberſchuß oder reinen Ertrag, der an ein gewiſſes Maaß gebünden iſt, wogegen jede andere Manufactur nur auf eine Formgebung des bearbeiteten rohen Stoffes hinausläuft, bey welcher bloß der Werth des Materials, der Zinſen und Löhnune gen; fiebſt einem durch den Marktpreis beſtimnit werdenden Ges winn, bezahlt wird. Der reine Ertrag geht aus dem rohen Ertrage des Bodens jinmittelbar, und mittelbar durch das Vieh, nachdem die Prös duttionskoſten und Zinſen abgezogen worden, hervor, und wird die reine Bod enrente genannt, welche der Eigenthümer allein bezieht 3 jedoch fallen ibm auch die in den Productionsko- ſten Fecenden Zinſen des Betriebscapitals zu, wenn daſſelbe ein'Eigenthuin iſt. Aus der Natur des Landbaues folgt, daß er in der Regel immer einen reinen, wiewdhl nie ſehr hohen Ertrag über die verwendeten Verlagscapitale giebt, und das Material, den Boden, ſtets zurxü>bebält, wogegen alle anderen Kunſtgewerbe oft einen ſehr hohen, oft aber auch gar keinen, vder do nur einen ſebr geringen Gewinn Über die angelegten Capitale und Zinſen geben; und das Maxerial ſofort in ſich ſelbſt abſorbiren, Ä Ueber das, was man: die reine Bodenrente, vder überhaupt vie Rente nennt, verbindet man nicht überall dieſelben Be- griffe; wir haben ihr Entſtehen ſoeben nachgewieſen, und be: Mmerfen no<, daß man dieſelbe keinesweges als Zinſen anſehen darf 3 wenn in- Frankreich unter Renten überhaupt gewiſſe be- ſtimmte Einnahmen, gleich viel'welchen Urſprungs, verſtanden werden, ſo verſteht man nicht daſſelbe darunter in Norddeutſch- land, denn hier begreift man höchſtens die verſchiedenen Ein- nahmen der Staatsdomainen oder reicher Privatleute unter deim allgemeinen Namen der Renten(daher Reytämter) 3 das Wort iſt hier minder gebräuchlich und mit Zinſen keineswegs gleichbedeu: tend, indem unter Zinſen nur die gewöhnlichen Geldzinſen und unter Zins. überhaupt gewöhnlich nur eine ſiehende Abgabe ge- dacht wird, 3. B. Pacht-, Weide-, Zapfen-/, Wieſenzins u; ſ. Ww- Die Landrente iſt das Product der Verwendung eines Capitals auf den Grund und Boden 3 nachdem das verwendete Cavital nebſt den Zinſen aus dem rohen Erirage zurückerſtattet worden, bleibt die Landrente übrig. Es iſt vorauszuſeten; daßy um dieſe reine Rente oder rei- nen Extrag auszumitteln, es einer beſtimmten und geregelten Rechnungsform bedarf, weil bey eintretender Willkühr ſonſt bald mehr, bald. weniger/ bald gar keine Rente übrig bleiben würde z wie dieſe Nechnungsform ſeyn müſſe, wird in der Folge gezeigt und nach Grundſäßen entwickelt werden, wenn gleich wir bey dieſem Abſchnitte bereits auf Anſchläge und ihre vechnungsma= ßige Faſſung eingehen nüſſen, und zu dem 3we> vorſiehende Hauptgrundſäpe berührt haben; (559) Wenn der Ankauf eines Landgutes die genaue Kenntniß der Landwirthſchaft ſelbſt und aller der Specialien vorausſetzt, über welche wir uns vorſtehend ausgeläſſen Paben, ſo iſt doch dabey auch noch die Kunſt ſehr nützlich, vermittelſt welcher man alle Theile eines Ländgutes zuſammenſtellt, ihre Erträge berechnet und nach zleichmäßiger Berechnung ihrer Unkoſten den reinen Ertrag, die Nente, feſtſtellt, von welcher ſich der Capitalwerth hauptſächlich ableitet; doch iſt es nicht jedes Käufers Sache, eine vllichkeit und des Talents u. ſ. w. In Anſes hung der Wirthſchaftsformen glaubte man bey der reinen Dreys* felderwirthſchaft ſtehen bleiben zu müſſen, obgleich ſie größtens= theils als ſolche nicht mehr exiſtirt, und in eine abnorme Schlag: wirthſchäft übergegangen iſt, gleichfalls dehnte mani dieſe Form Über alle Bodenarten und über jeden Gutscomplexus aus, ohne Rüdſicht auf die Wirklichkeit, und danach war däs Gut ſelbſt LE verſchieden von dem auf dem Papiere taxirten. Nach uns erer Meinung kann die Ermittelung des reinen Ertrages nur» auf'die natürliche Ertragsfähigkeit der Bodenarten baſirt, wers den, und es kann in Anſehung der Feldordnungen hierbey kein Hinderniß eintreten, da dieſelben ſich überhaupt nur durd) geo metriſche, nicht durch ökonomiſche Eintheilung erhebli) un- terſcheiden, und der Durchſchnitt aus vielen Cintheilungen ends lich zu einem ſichern Durchſchnittsertrage führt, wie wir ſolches im 4. Bande S. 169(666) bereits gezeigt haben. Bey einem jeden Kaufe tritt der Wunſch ein, ſich eine genaue Ueberzeugung von dem ganzen Geſchäfte und ſeinen Folgen zu verſchaffen, und dieſe kann nur, ſo weit ſie überhaupt möglich iſt, durch einen gründlichen Anſchlag erfolgen; aus dieſem Bedürfniſſe ſcheint. auch die obengedachte Redensart entſtanden zu ſeyn, wodurch iman ausdrücken wollte, entweder, daß man wohlfeil oder theuer gekauft, oder daß man ſein Capital durch dieſen Kauf auf ſo und ſoviel Procent Zinſen nuße z immer bleibt dieſe Redensart aber dunkel und unverſtändlich, Da jedes Capital Zinſen tragen muß, weil, wenn es angeliehen iſt, der Darleiher für die Nutzung Zins fen verlangt, und wenn es Eigenthum iſt, es doch die landes üblichen Zinſen quo minimum ſeines Ertrags bringen muß; ſo (861) müſſen«auch die in einem Landgute angelegten Capitalien dieſe inſen mindeſtens tragen, und ſolche müſſen vom rohen Ertrage Wnibye: werden; es können indeſſen. bey Ausmittelung. des Gutswerths die Zinſen des Grundcapitals niemals vorweg ab- gezogen werden, da ſie in der Regel unbekannt ſind, und ſich in dieſem Falle nur erſt aus dem gefundenen Schäzungswer- the, der vom Kaufwerthe ſehr abweichen kann, überhaupt berech: nen laſſen, daher dieſe in der gewöhnlichen Taxationspraxis auch nicht nöthige Berechnung, allemal dem Eigenthümer überlaſſen bleibt, welcher;, wenn es ihm darauf ankommt, aus der Taxe ſeines Guts ſoll beurtheilen können, in, wiefern ſich--Grund« und Betriebscapital landüblich verzinſen, und wieviel nach Abzug dieſer Zinſen und der Betriebskoſten ihm noch reine Bodenrente übrig bleibt. Dieſe Revenüen an Zinſen und Bodenrente geben nun durch ihren Betrag den Zeitraum an, innerhalb welchen ſie dem Käufer. ſein ganzes Kaufcapital erſetzt haben werden, in ſo: fern nämlich Dum und Nutung, ohne Unterbrechung und Unz= lü>sfälle von Außen her, ihren gewöhnlichen- Beſtand und ortgang haben. Ein ſole und des Pächtzinſes davon leicht zu erreichen, ſeyn z minder leicht wird dieß in Anſehung der verſchiedenen Nebenpuncte ſyn, und wir werden fernexhin ſehen, wie ſehr die Intereſſenten al“ der Regel fehlen würden, wenn ſie ſich auch hierbey allein auf den Richter verlaſſen wollten z; denn es darf hierbey nicht überſe- hen. werden, daß ein Pachtcontract ſo manche Beſtimmungen über techniſche Gegenſtände, folglich über das Verfahren bey der Cul- tur und bey der Benutzung des verpachteten Gutes, enthalten muß, die. ſowohl in ihrem Maaße, Umfange„ der Zeit und dem Orte nach, als in Anſehung ihrer Folgen und Nutungen davon U. ſ. w. genau beſtimmt werden müſſen, und die ein Rechtsgelehr: ter nicht verſteht, und in Anſehung welcher die Contrahenten nur immer in ſofern eine klare und deutliche Faſſung von ihm. er- warten können, als ſie ſelbſt ihm ſolche klar und deutiüich voxtra- gen und zu erkennen geben, damit ſie niedergeſchrieben werden mögen; dieß iſt um ſo nöthiger, als im Streitfalle hinterher die Auslegung nach: den Worten und dem Sinne des Contracts ex- folgt, und ſolche Auslegungen deſſelben nur zu mißlichen Unter- ſuchungen und Weitläuftigkeiten führen. Die höchſt verſchiedenen Gegenſtände, die nun hierbey in Betracht kommen, ſuchen wir hier näher zu beleuchten und zwar im Allgemeinen zuerſt: Die Rechte und Pflichten des Pachters. Durch eine Pachtung erlangt ein Pachter nur den gemein- gewöhnlichen Gebrauch oder die gewöhnliche Nutzung der Sache, und außeror- dentlicher, oder ſolcher Nutzungen, welche mit einer Verminde- rung der Subſtanz verbunden ſind, kann ſich der Pachter nur in ſofern anmaßen, als ihm dieſelben ausdrücklich überlaſſen worden ſind. Tit. 21. 6. 270 und 271,=- Die Allgemeinheit dieſer Beſtim- mung verweiſt-auf die Nothwendigkeit zurü>, die wir oben be- rührt haben, nämlich die genaue'und beſtimmte Faſſung des Contracts z denn ohne einmal bey der-Frage ſtehen zu, bleiben, was eine gemein-gewöhnliche und was eine außerordentliche Nu- 36* Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 205 206 Oekonomie» 2, Abſchn, (664) bung, odey eine die Subſtanz vermindernde ſey, kann ſchon Über den Punct der Feldordnung beym Ackerbau allein mancher Zweifel entſtehen, während bey Pachtungen in Pauſch und Bo- gen vollends Anlaß genug gefunden. werden würde, jene Bea ſtimmungen verſchieden auszulegen..; „Ou: 29: 1m Wirthſchaftsbetriebe, nach der verſchiedenartigen Bildung der Landwirthe, zwey Hauptmethoden giebt, nämlich die nach den uralten Gewohnheiten und Schlendrian, die in dex That in vielen Ländern das Gemeingewöhnliche iſt, und diejeniäe welche auf das neuere Verfahren eingeht, ſo ſieht man, daß jeder Theil Recht haben kann 7 wenn. er ſein Verfahren und ſeine Mei- nungen vertheidigt, zu geſchweigen, daß auch noch darüber viel geſtritten werden kann, welches wiederum unter den neuern Wirth- ſchaftsmethoden die beſte ſey, und wo.nun das für Mißbrauch und Beſchädigung der Subſtanz erklärt wird, was der Pachter im Gegentheil für ein zwe- und kunſtgemäßes Verfahren aus= gibt. Im Allgemeinen erlangt ein Pachter durch einen Pachtcon- fract alle Nutzungen, Hebungen und Rechte eines Landguts, mit Ausnahme der Ehrenrechte und der etwa davon fallenden Nutunz gen 3 er überkommt alle Inventarienſtü>ke des Guts in Gebrauch und üÜbernimmt-die Tragung der auf dem Gute und ſeinen Nus bungen haftenden öffentlichen und gemeinen Laſten und Abgq= en. Sowohl“ die Verſchiedenartigkeit der Wirthſchaftsmethoden, als die Unbeſtimmtheit der Geſeze über das Pachtweſen und die Unfähigkeit vieler Contrahenten und Richter, einen Pachtcontract umfaſſend, gründlich, mit Sachkenntniß und ohne Zweydeutig= keit anfertigen zu können/ hat das Pachtweſen überhaupt in Verruf gebracht. Verpachter und Pachter, in Verwielungen und Streit gebracht, wurden oft veranlaßt, alles Necht und alle Billigkeit gegen einander bey Seite zu ſeben, und nur dar- auf auszugehen, wie einer auf Unkoſten des andern die mehrſten Vortheile zvge, daß hierzu der Pachter mehr Mittel findet, als dey Verpachter, liegt in der Natur der Sache, da erſterer im Beſiß des Guts iſt, wiewohl es auch bey fehlerhaften Contracten dem letztern nicht an Gelegenheit fehlt, dem Pachter ein Heer von Weitlänftigkeiten, Proceſſen'und Chicanen aufzubürden 3 man kann daher denen nicht unbedingt beyſtimmen, welche das Ver- dammnugsurtheil über den Stand der Pächter überhaupt ausſpre: erbau, Manu- factur, Handel) im Innern und nach Außen, und der National- Intelligenz die Vortheile von den Gewerben vermittelt, indem Die politiſche Geſtaltung der Länder und Völker Freyheit und Sicherheit gewährte, und Concurrenz nicht nur den Kümſtfleiß änſpornte, ſondern auch, unter der Aegide der Freybheit der Ge- werbe und des Handels zu Lande- und auf den Meeren jener Uebertheuerung der Producte vorbeugte, die dem geſellſchäftlichen Zuſtande nur ſchädlich ſeyn kann. In Betrachtung dieſes ZU: andes der Dinge bemerken wir alſo, wie in allen und jeden Geſchäften( deren Jnbegriff wir die Volkswirthſchaft nennen) ſich nur die mittlern Erträge als die gewöhnlichen ergeben; und daß alſo. der Werth und Preis der. Producte jeder Art, nach Gelde gemeſſen, nur ein mittlerer, das heißt, von jedem Extrem gleich weit entfernter ſeyn kann und werde, ſo lange dievin yeuerer Zeit eingeführten geſetzlichen Inſtitutionen aufrecht er- halten, vermehrt und verbeſſert, und dem alten Zwangsſyſtem die Rückkehr verſperrt wird. Dieſe Lage der Sachen wird“ dann auch der falſchen, und. bis zum Ueberdruß wiederholten Be: hauptung ein Ende machen, daß in unſern Zeiten'derx Werth der edlen Metalle, und folglich der des Geldes, geſtiegen ſey, wel: hes, wie wir an einem-andern Orte bereits gezeigt, unmöglich iſt, da in Staaten, die nicht unter Gewerbsmonopvlen und * Swang ſieben, alle Wextbhe ohne Augsnähme ſich in ein Verhält- niß zu einander ſetzen, folglich auch der Sgchwerth des Geldes dem Sachwerthe der dagegen zeinzutauſchenden Bedürfniſſe um ſo mehr entſprechen muß, a18„Geld. vder edles Metall hauptſäch- lich nur dieſe Beſtimmung hat, und außerdem keine Genüſſe gewährt, folglich, wenn es dieſem Gebrauche nicht gewidmet wäre, nur einen ſehr geringen Werth haben würde. An dieſe Wahrheiten ſchließt ſich in natürlicher Folge wiederum diejenige an, die wir bereits im Eingange dieſes„Abſchnitts über den natürlich begrenzten Ertrag des Bodens, nachwieſen, und wir entnehmen aus dieſer kurzen Ueberſicht mit Gewißheit, daß. von jeher: über. dem Pachtweſen ein gewiſſes Dunkel geherrſcht hat, daſſelbe in.natiotial-ödkonomiſcher und ſtaatswirthſchaftlicher Be- ziehung, nirgends hinlänglich erkannt iſt, und. daß darüber eine nur dunkle„uns. unvollſtändige Geſesgebung beſteht. Auch die Meinungen der Engländer über die Pachtung, die uns in neuern Zeiten durch Thaer mitgetheilt worden, berichtigen„die Sache nicht, ſo geneigt man auch bisher geweſen, den engliſchen Ein- richtungen und Meinungen Vorzüge vor"allen übrigen zuzuge- ſtehen 3 wenn aud) der Engländer von dem in England weit mehr. als bey uns verbreiteten Pachtweſen die Idee hernimmt, ſich ſelbſt, bey eigner Bewirthſchaftung ſeines Gutes, als Pach- ter anzuſehen, und ſich) ſogar ſo zu nennen, das Pachtgeld als Ausgabe zu berechnen, und die Einkünfte, die er als Eigenthü- Y Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 209 210 Dekonomto, 2, Abſchn, (568) mer vom Gute bat, gänzlich von denen zu unterſcheiden, die das Gewerbe der Landwirthſchaft abwirft, ſo ſehen wir. hierin nur in ſoweit eine richtige ökonomiſche Rechenkunſt, als ange« nommen werden kann, daß in Engländ ein conſtanter Pachtpreis des Bodens, nach Qualität, nicht nur exiſtire, ſondern au allgemein angenommen werde, wobey es Übrigens aber denno unklar bleibt, was es mit den ſolchergeſtalt ſcharf getrennten Gutseinfünften für eine Bewandtniß hat, nämlich Einkünfte des Eigenthümers und Einkünfte vom Gewerbe, denen man do nothwendig das Pachtgeld auch noch hinzufügen muß, denn au | dieſes muß aus dem Eigenthume, dem Gute, dem Gewerbe, herfommen, Thaer definirt dieſe Theilung der Einkünfte dahin daß der reine Ertrag, oder der eigentliche Werth des Grund| und Bodens, ſich von den Einkünften unterſchieden, welche der Fleiß, die Talente und das Glü> des Wirthſchafters zu gewähren vermöchten, und daß man den Handel nicht nach dem hböhern oder Genge Ertrage, den das Gut bey einer beſ= ſern oder ſchlechtern Wirthſchaft gegeben hat, eingehe(denn dieſes ſey eine Sache für ſich), ſondern nach dem eigentlichen Werth des Grund. und Bodens, oder nach dem„was die Frans zplen Produit net nannten. Hieraus ergiebt ſich, daß letzteres ey reine SEE nach mittlern Ertragsſäten,(d. i, nach dem Durchſchnitte, der ſich aus dem böchſten und geringſten Ertrage | ergiebt) berechnet iſt, und daß derſelbe nur als das Neſultat dex | Ertragsfähigkeit des Bodens, in Verbindung mit der gewöhn«» | lichen kunſtloſen darauf verwendeten Arbeit, erſcheine, welches Reſultat im Allgemeinen im Pachterſtande erreicht wird, und daber, ſo zu ſagen, den Marktpreis des Pachts darſtellt,=- Iſt dieſe unſere Erilärung, wie wir glauben, die richtige, ſo fragt ſich nur noch: wie man bey Verwendung von Arbeit und Capital auf den Grund und Boden, und bey dem davon erlangten Bruttoertrage dasjenige ſondern will, was die Eriragsfäez higkeit des Bodens an ſich, in Verbindung mit der ge- wöhnlichen kunſtloſen Arbeit und dem nöthigen.Gelde, her» vorgebracht, und was auf der andern Seite von dieſem Bruttvertrage auf Rechnung des Fleißes, des Talents ( und des Glücks zu ſetzen? j Denn wir dürfen wohl beym landwirthſchaftlichen, wie bey je- dem andern Gewerbe annehmen, daß Arbeit und Capital, verbunden mit Fleiß und Glü>, die Conditio sine qua non ausmachen, und dieſe jedem Stande gemein iſt, und daß nur Talente eine beſondere Gabe ſind, deren ſich nicht jeder zu erfreuen bat; Talente, in Verbindung mit mehrerem Capi- tale, zu Meliorationen, neuen Anlagen, vorzüglichen Viehſtän- den u. ſ. w., können mehr bewirken, als die Arbeit, der Fleiß, das kleinere Capital und das Glück des Bauers, und ſollen beym Pachtpreiſe des Bodens um deßhalb nicht in Anſchlag| kommen, weil das Glück den talentvollen Lord eben ſo gut| verlaſſen und ſein Capital vernichten kann, als es den kleinern Landwirth zu Zeiten verläßt, nur mit dem Unterſchiede, daß, während; dort große Capitale auf dieſem Wege verloren gehen können, ſie hier entweder erhalten werden, oder doch nur ge- ringere Einbuße erleiden, weil das Capital des kleinern Land- Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 214 :(569) wirths nicht ſowohl in baarem Gelde, als zum Theil vielmehy noch in ſeiner ſpeciellen Aufſicht und Mitwirkung und in ſeinem geſunden Verſtande beſteht; Güter, die, Unglü> der Perſon abe gerechnet, äußern Einwirkungen wenig unterliegen. Aber ſelbſt auch die Operationen talentvoller und reicher Leute haben ihre Grenzen, und können ſich im gewöhnlichen Laufe der Sachen nicht alle Tage präſentiren, indem ſie we- niger auf den gewöhnlichen Jahresbetrieb der Wirthſchaft, als vielmehr auf Meliorationen und neue zwe>mäßige Anlagen hine wirken z; ſind beide vollführt, ſo muß die Zeit lehren, wie weit ſie den reinen Ertrag erhöhen, und dieſe Erhöhung, abgeſehen davon, daß ſie hier das Reſultat glücklicher-Combinationen und des Vermögens war, iſt doch oft nur gerade in dem Complexus der Beſitzungen des Eigenthümers möglich; ſie kann alſo nie Gemeingut werden, weil nicht jedes Gut aus denſelben Bex ſtandtheilen zuſammengeſett iſt; ſie kann alſo auch auf den alla gemeinen Pachtpreis des Bodens nur ſehr wenig influiren. Die Unterſuchung führt zu demi Schluß: daß bey Feſtſtellung des reinen Ertrags überall nur die natürliche Ertragsfähigkeit des Grund und Bodens,- das nvthbige Maaß von Arbeit, Kunſtgeſchick und Gelds capital in Anſpruch zu nehmen ſind, und daß die Reſul: tate Überall verſchieden ausfallen müſſen, wo der Boden Fehler bat, Meliorationen nicht gemacht werden können oder noch nicht vollführt ſind z und man muß alſo mit Fug und Recht annehmen, daß bey jes dem Pacht auch nur dieſer reine Ertrag zum Grunde zu les +44 iſt, Wenn es hierbey noch erforderlich erſcheinen könnte, ie Grenze zu beſtimmen, bey welcher das eben nöthige und erforderliche Maaß von Arbeit, Kunſtgeſchi> und Capital aufhört und ein größeres anfängt, der ſtellt den Gegenſtand auf die Spiße, und es iſt auf.einen ſolchen juriſtiſchen Einwand keineswegs einzugehen, weil-das Mebr hier keiner Meſſung unterliegen darf und ſoll 3; Talente, Fieiß und Slü> unterliegen nur einer, ſo zu ſagen, geiſtigen Schätzung 3; keiner, die ſicf in Zahlen und Marktpreiſen ausſpricht, Wir glauben hiernach ſo2 wohl mit jenen engländiſchen Grundſäßen, als mit. den dabey von Thaer gegebenen Anſichten übereinzukommen, nur daß wir die von letzterem aufgeſtellte Trennung der Factoren zuvor einey Correctur unterwarfen,(S. Einleit. zur Kenntniß der engliſchen Landwirthſchaft von A. Thaer, neue Aufl, Hannov. 1801, 2, Bd. 2te Abth. S. 60, und deſſen Leitfaden der landwirthſchaftlichen Gewerbslehre, Berlin, 1815, S. 33. 9, 67;) Objecte der Pachtung, Landwirtbſchaftliche Pachtun» gen nehmen Felder, Wieſen, Wald, Weide als die Hauptnußungs- gegenſtände in Anſpruch, und es gilt alſo bey ihrer Beurthei« lung, in Bezug auf einen einzugehenden Pacht, alies das, was beym Kauf und früher ſchon in dieſer Abtheilung vom Grund und Boden geſagt worden. Außerdem pflegen auch alle übris en Revenüen eines Landguts mit verpachtet zu werden, z. B. Deitimbign und unbeſtändige Gefälle in Geld und Naturalien, Jagd, Fiſcherey in Teichen, Strömen und Flüſſen, Erbpachts- und. Erbzins- Nechte und Gefälle, Hofdkenſte, auch Frohnen, 212 Oekonomie,"1" 2, Abſchn; G70 Nobot, Schaarwerk genannt, Brauereyen und Schenken; Brannt- wein-, Kalk-' und Gyps- Brennereyen, hohe Oefen, Friſchfeuer Uf: Ww. Diejenigen Gegenſtände, die nicht eigentlich nutzbar. ſind, „B. alle baaren Geldeinnahmen, werden dem Pachter nur mit Überlaſſen, weil ihre beſondere Erhebung durch den Eigenthümer Unbequemlichkeiten veranlaſſen würde z der Pachter iſt alſo in Anſehung dieſer nur eigentlich der Rendant oder Caſſirer des Verpachters. Beſchaffenheit der.nubbaren Objecte. Schon im vorhergehenden Artikel iſt gezeigt worden, wie die Beſchaffenheit der Felder u. ſ, w. wo möglich auf den Grund der Vermeſſungs: und Bonitirungs- Regiſter auszumitteln iſt, und es gehört vor allen-Dingen zu einem glücklichen Unternehmen, daß man ſich hiervon die vollſtändigſte Ueberzeugung und Gewißheit verſchaffe, Dieſe Gewißheit iſt ſogar beiden Theilen, nämlich dem Verpadh)- ter ſowohl, als dem Pachter nöthig, und zwar hauptſächlich in Bezug auf mögliche Meltorationen und Deteriorationen, und deßhalb zu treffende Contractsbeſtimmungen, Meliorationen und Deteriorationen. Unter einer Melivration verſteht man zunächſt die Verbeſſerung der Felder, Wieſen und Weidereviere durch Wegräumung der, einer guien Cultur entgegenſtehenden natü rlichen Hinderniſſe, und eine Deterioration beſteht oft bloß darin, daß man eine bereits'be- wirkte. Melioration oder die beſtehende Gutsverfaſſung nicht un- terhält, ſondern wieder in Verfall gerathen läßt. Dagegen iſt es zwar-allerdings, mit Augnahme der nachher zu gedenkenden Fälle, auch eine Melioration zu nennen, wenn ein bisher in ſchlechtem Culturzuſtande geweſenes Gut in einen beſſern“ geſebt wird, und der umgekehrte Fall, wenn dieſer beſ: ſere Culturzuſtand erſchöpft und vernachläſſigt wird, macht eine Deterioration 3 es iſt dieß jedoch vom erſtern Fall nur deßha:b u unterſcheiden, weil die Erreichung eines guten Culturzuſtan- es- der Felder u. ſ. w. und die Erhaltung deſſelben überhaupt zu den Pflichten, des Cultivators, und. alſo hier des Pachters, gehört, wogegen dieß bey Bewirkung der erſigedachten Meliora: tiongarten nicht und nur dann der Fall iſty wenn ihm die Vexr- pflichtung dazu im Contracte ausdrücklich auferlegt worden, Wix führen hier einige'ſolche Fälle an, wo die Natur des Bodens verbeſſert(meliorirt) werden kann: 1) Nodungen wüſte oder zum Theil wüſte liegender Landpar- cellen, welche mit Dornen, Bäumen und Sträuchern be- wachſen, nichts eintragen, und Rodungen abgeſondert lie- gender, von Feldern umgebener, kleiney und ſchlecht beſtanz dener Waldparcellen, deren Verwaltung und Beaufſfichtigung mißlich und. koſtbar iſt, und die als Acer vſfenbar mehr ein- tragen. 9) Vor- und Uferländer an Flüſſen oder Bächen, welche bis- ber durch Ueberſchwemmungen oder durch die Gewalt der Frühjahrswäſſer Beſchädigungen durch Augreißen, Verſjan- dungen u. ſ. w. ausgeſetzt waren, können durch Gradelegung des Flußbetts'und alſo durch zu machende Durchſtiche, durch Verſchiedene Arten des landwirthſchaft1, Betriebes. 243 ;(574) Buhnenwerkte, Verpfählungen u. ſ. w. geſichert, und in dex Geſtalt als Aer oder Weide nutzbar gemacht werden. 3) Feldmarken, in welchen ſich viele Vertiefungen finden, in denen ſich im Frühjahr, Herbſt und- Winter Schneewaſſer oder Eis ſammelt, wodurch die. Saaten auswintern, können durch Anlegung von Hauptabzugs- und Nebengräben oft ſehr verbeſſert, werden. 4) Wieſenverbeſſerung iſt möglich entweder durer, Wieſen und Weide iſt; Güter, die gar keine Wieſon und Weide beſizben(und die Zahl derſelben whmen die Zräcye von halben Provinzen ein), unterliegen in die- ſer Beziehinz einer beſondern Beachtung, weil hier älles, was Culturverbeyerung des Grund und-Bodens heißt, aus dieſem ſelbſt hervorgehen ſoll, was ſelbſt bey angekauften Futtermitteln nicht ſvfort* auszuführen.(S. den Artikel von den Feldſyſtemen und Fruchtfolaen Bd. IV.) Der Pachter kann daher bey ſolchen Verhältniſſen ſeinen Genuß, und die Belohnung für ſeine, Arbeit Und Berwendungen nur erſt ſpät, und oft erſt nach vielen Jab= xen haben, und müßte er früher abgehen, ſo müßte ex ſie ſei: nein Nachfolger überlaſſen, und ſich mit der erfolgenden Bezahz lung ſeines Superinventariums begnügen, welches aber nicht der Zweck ſeiner Unternehmung war. Aber auc) ſelbſt in dem Falle,.daß ein im beſten Cultur- ſtande befindliches Gut, deſſen Gebäude ebenfalls in untadelhaf- ter Verfaſſung, und deſſen Viehbſtände vollſtändig ſind, verpach= tet wird, wo alſo der Pachter die Wirthſchaft nur da fortſetzen darf, wv ſein Vorgänger aufgehört hat ,/ iſt eine Verpachtung auf wenige Jahre oder kurze Termine unvortheilhaft für beide Theile; denn auch hier wird ein ordentlicher Pachter ,- der; ſich auf eine gewiſſe Neihe von Jahren zu fixiren wünſcht, ſeine Rechnung nicht finden und alſo nicht auf die Sache eingehen, und Yachter, die in dieſem Puncte weniger bedenklich ſind, pflegen ſich gern für die kurze Pachtzeit, und bald wieder erfolgenden koſt- ſpieligen Abzug auf Koſten des Guts zu“ entſchädigen, an dem ſie kein lebendiges Intereſſe nehmen. Es liegt aber in der Natur des Pachtverhältniſſes, daß daſſelbe nur dadurch für beide Theile von Erfolg ſeyn kann, wenn der Pachter an dem Gute ein. ſolches JIntereſſe nimmt, daß es dem des Eigenthümers wo nicht gleich, dvd) nahe kommt, und ein ſolches wird er nur nehmen können, wenn die Contractsbeſtimmungen dazu führen, folglich, wenn der Vorpachter ſeinerſeits auf das Intereſſe des Pachters ebenfalls gehörig Nü>ſicht nimmt. Der Natur der Sache nach beſtimmt ſich die Pachtzeit nach der Feldeintheilung und den Umlauf, man pachtet alſo bey Drey2 felderwirthſchaft häufig auf 2--3 Umläufe oder 6-- 9 Jahrez bey 7-, 11-, 14ſchlägiger Eintheilung auf eben oder“ doppelt ſo Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 217 218 Oekonomie. 2. Abſchn, (576) viel Jahre, und es giebt Fälle, wo Güter wohl auf 20== 30 Jahre in Pacht gegeben werden, Das Wirthſchaftsjahr'wird geſetzlich vom 14. Julius an berechnet, I. 7. 199.= Wenn man hierbey auf das zurückgeht, was in dieſem Werke früher über den Um2 lauf der Felder geſagt iſt, und was in allen Beziehungen dabey vorkommt, ſo leuchtet ein, daß eine kurze Pachtzeit, 3. B. auf|| 6 Jahre, ſchon der damit verknüpften Umſtände, des Anzugs des Pachters, der Uebergabe, Contractskoſten, Rückgabe und Ab=| zugstkoſten wegen, oft wenigſtens ſehr bedenklich, und auf Seiz| ! ten des Pachters oft nur ein Nothbehelf iſt, um einſtweilen nicht müſſig zu bleiben, und es kann auf Seiten des Verpachters eben falls oft nur die Folge augenbli&licher Verlegenheit ſeyn, wenn | er auf ſolc berechnet, er balancirt leßtern gegen den Ac« quiſitionspreis, und überſchlägt nun mit Nücſicht auf den gefundenen reinen Ertrag, welche Pachtforderung zu machen iſt, was vom Pachter außer dem Pachtzinſe noch für Leiſtungen zu fordern, wie weit durch dieß Alles die Zinſen des Grundcapitals und eine reine Bodenrente gedeckt werden, und in wie weit er nun aller übrigen Ausgaben für das Gut Überhoben wird, indem er dieſe dem Pachter Üüberweiſet, Auf der andern Seite wird der Pachter daraus entnehmen können, wieviel Capital er braucht zur Uebernahme des zu bes zählenden ſämmtlichen Inventariums, dex ſich hiernach und nach der Höhe des Pachtzinſes beſtimmenden Caution, des jährlich vor- ſchußweiſe nöthigen Betriebscapitals und der Zinſen von allem dieſem, und nachdem er dieſes Alles gegen den veränſchlagten rohen Ertrag balancirt hat, wird ex auf die gemachten Pacht: forderungen des Eigenthümers Antwort geben können, indem er überſieht, welcher Vortheil aus der Sache ihm möglicher Weiſe verbleibt.“ Die Form eines ſolchen 9 achtanſchlages wird alſo von tinem Gtrundanſchlage überhaupt höchſtens nur in der Art ab2 veichen, daß man erſterem die mehrgedachten beiden Balancen beyfügt, eine Sache, die in der Wirklichkeit abgg von jedem Theile für ſich ſelbſt gemacht zu werden pflegt, da nämlich, wo man regelmäßig zu Werke gehen will, wo nicht, ſo verfährt man ohne regelmäßigen Anhalt, auf gutes Gli, was freilich ft fehlſchlägt. Da es indeſſen in manchem Betracht gut iſt, den Gutsan2 ſhlag zum Zweck einer Verpachtung ſo vollſtändig als möglich zu nächen, dabey alſo verſchiedene Dinge nicht zuſammen zu werfen, vielmehr alles zu ſpecificiren, ſo thut man wohl, hierunter es an nichts fehlen zu laſſen, nicht nur um mit' dieſem ganz offenen Serfahren um ſo mehr das Zutrauen der achtluſtigen zu ge- winnen, ſondern auch in Anſehung"der Gewährleiſtung immer einen beſtimmten Anhalt zu haben, denn man kann hiernach und muß- ſogar in dem abzuſchließenden Pachtcontracte auf den 37* 222 Oekonomie. 2. Abſchn. (580)| Anſchlag Bezug üehmen, und ſolchen dem Cyntraete beyfügen,| wobey nur zu' bemerken bleibt, was etwa im Laufe der Vers| | ( handlungen dazugeſeht oder davon abgenommen iſt.| Pachtung in Pauſch und Bogen. Dagegen iſt die| See in Pauſch und Bogen, wenn gleich die Gewährleis|| ung von Seiten des Verpachters nicht ganz wegfällt, allerdings| mißlich, weil ſie gar viel Gelegenheiten zum Mißvergnügen)| und zum Streit unter den Jntereſſenten Anlaß geben kann, wel: er„ Wieſen, Hütungs* reviere beym Hauptgute; und diejenigen„die ſich in beſondern u WEDEN Sinn, Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 223 (5310) Vorwerkswirthſchaften. vereinigt befinden, welche letztern entwe- der ganz für ſich beſtehende Wirthſchaften, und alſo mit allem in gleicher Art verſehen ſind, wie die des Hauptgutes, oder welche nur theilweiſe ausgeſtattet ſind, und vom Hauptgute aus mit bewirthſchaftet werden 3; in letzterer Beziehung giebt es ſolche Wirthſchaften mit geringerm Umfang an Äcker, mit oder ohne Wieſen und Weide, hinſichtlich welcher dann das Hauptgut aus- helfen muß, nur beſetzt mit dem nöthigen Geſpann und einem Pflugmeyer, und als Viehſtand etwa nur ein Theil der Schäfe: rey, mehventheils der Hammelhaufen. Außerdem die Gärten, ve beſondere Obſt- und Hopfenplantagen, Obſtalleeu u. . Ww, Die Pertinentien oder Zubehör beſtehen in der Regel in allen den Sachen, welche zum Betriebe des. Aerbaues und der Vieh- zucht gebraucht werden, und ſolche Vorräthe von Gutserzeug- niſſen, welche erforderlich. ſind, um die Wirthbſchaft"M lange fortzuſeßen, bis ſolthe wieder gewonnen werden können, es iſt alſo hierher zu rechnen: alles Zug- und Nutzvieh, mt Aus- nabme des zum Verkauf oder zum Hausgebraud) aufgeſtellten Maſiviehes, alle in der Erde oder noch auf dem Boden befind- liche Ausſaat, und die ſogenannten Pflugarten dazu, alle ſchoy untergebrachten oder noch unterzubringenden natürlichen odex künſtlichen Düngervorräthe, alles Stroh, Heu und ſon- ſtiges Futter, Schirr- und Brennholz, Brodgetrei- de, Federvieh u. ſ. w., alle Riſſe, Charten, Urkunden des Gutes, In gleicher Art werden die Pertinentien des Waldes, der Jagdgerechtigkeit, der Brauerey und Branntwein- brennerey, der-Weinberge u. ſ. w, aufgezählt 3; wobey nur zu bemerken, daß geſchlagenes Holz zu den Pertinenzſtäc>ken eines für ſich allein betrachteten Waldes nicht gehört, ſo wie zwar alle Jagdgeräthſchaften zur Jägdgerechtigkeit als Pertinentien ge- hören, nicht aber die Schießgewehre, die Jagdhunde und Pferde, als welche dem perſönlichen Sebrauche des Jagdherrn gewidmet bleiben. 1. 2. 48 u. f,. Als Reſervate erſcheinen gewöhnlich bey Pachtungen der Wald und die hohe und mittlere, oft auch die kleine Jagd anf dem ganzen Gutsbezirkfe, die Teichfiſchereyen. und die etwaige Stromfiſcherey, Torfſtiche, Kohlengruben, Ziegelbrennereyen, das Recht der Flößerey, der Zölle und ſonſtigen Hebungen, über- haupt dasjenige, was mit der Cultur und Nutzung des Gutes im engern Sinne nicht unmittelbar in Verbindung ſteht, und was daher der Eigenthümer gewöhnlich beſonders verwalten läßt, 4 B. vorſtehend genannte Gegenſtände und alle niedern Regalien wor ſeinen ohnehin nöthigen Forſtbedienten, oder andere Ver- walter. Act der Uebergabe des Guts andenPacter. Die Uebergabe des Gutes an den Pachter iſt eins der wichtigſten Ge- ſchäfte, muß. in der Regel unter Zuziehung und Leitung des Ortsrichters geſchehen,'und erfordert von'Seiten»des Verpachters und des Pachters viel Aufmerkſamkeit. - Man übernimmt ein Pachtgut entweder vom Beſitzer un- mittelbar oder mittelbar vom bisherigen, und nun abziehenden Pachter; im erſtern Falle wird der- zeitige Zuſtand des Gutes ſich aus den aufzunehmenden Verhandlungen ergeben, nach wels energe erngeg rere 0 na EE LIEN INDE KN r Oekonomie."2: Abſchtt. (582) j - und Uebergabeact, aber zwey beſondere Berechnungen, nämlich eine zwiſchen dem Guts: Herrn und dem abziehenden Pachter und eine zwiſchen dem Guts- herrn und dem anziehenden Pachter. Durch ein ſolches Verfah- ren wird die Sache nicht nur ſehr vereinfacht und dadurch gar ſehr„an Koſten erſpart, ſondern auch das gewöhnlich mühſame und nicht ſehr angenehme Geſchäft ſehr abgekürzt. Gewöhnlich muß man aber. zu dieſem Geſchäfte, beſonders bey Gütern von einigem Umfange, die nöthige Zahl der Sachverſtändigen haben, und deren Gegenwart ſich im Voraus verſichern. Die niederſchreibende, und den Act in gehörige geſetzliche Form und Beglaubigung bringende Perſon iſt der Richter oder Juſtitiarius des Orts 3; dieſer kann indeſſen nicht zugleich andere Functionen übernehmen, er ſoll zwar dahin ſehen, daß Veber: vortheilungen des einen Theils gegen den andern verhütet wer: den, dieß kann er aber nur in ſo weit, als er ſelbſt die Sache und die Verhältniſſe durchſicht und verſteht, und dieß wird bey Fleinen und einfachen Pachtgeſchäften, nicht aber bey größern be- deutenden und verwickelten Sachen der Fall ſeyn. Eigentliches Rathgeben iſt ihm nicht erlaubt, beſonders da nicht, wo beide Theile, oder wenigſtens der Pachter, unter ſeiner Gerichtsbar- keit ſtehen, und wo ihm die Aeußerung ſeines Urtheils v orher nicht geſtattet iſt.; ZIE Die Taratoren ſind ferner diejenigen hierbey nöthigen Perſonen, welche den Werth der zu übergebenden und zu über- nehmenden. Stücke anzugeben haben. In der Negel und nach Gewohnheit wählt man ſie aus dem bäuerlichen Stande, in der Meinung, daß man hier grade die rechte Kenntniß der Sache und die größte Rechtlichkeit finde 3 allein ſchon ſehr langjährige und oft wiederholte Erfahrungen haben das Gegentheil bewieſen, welches indeſſen die' Abänderung dieſer Gewohnheit nicht zu ver anlaſſen vermocht hat. | | Verſchiedene Arten des landwirthſchaft!, Betriebes. 225 (533) Die Taxatoren. ſind gewöhnlich gemeine Bauern oder höch» ſtens Schulzen und Ortsvorſteher, ſogenannte Kreisſchulzen, Kreistaxatoren und Boniteurs 3 in Betracht ihres Standes und ihrer Perſönlichkeit, hat man es, bisher in der Regel nicht daran fehlen laſſen, die Urtheilskraft dieſer Perſonen bey Uebergaben gehörig zu bearbeiten, d. h. man hat ihrer Sinnlichkeit gefröhnt, indem man eine fehr vollſtändige und gute Bewirthung ihrem Geſchäfte voran gehen läßt, hierdurch erlangt ihr Gewiſſen(nach geleiſtetem Taxatoreide) die gehörige Weite und Fügſamkeit, ge: wöhnlich zu Gunſten des Wirthes, welches in der Regel der abziehende Pachter iſt, dem ſich dann ſeine Bewirthung gut be- zahlt macht. Wenn wir aber auch die Nohheit und die Gewiſz ſenloſigkeit dieſer Menſchenclaſſe(denn Leichtſinn wäre hier eine zu gelinde Bezeichnung) nicht in Anſchlag bringen wollten, ſo würde doch ihr Beſtreben, oder die Neigung ihres Standes, altemal ihr Urtheil zu Gunſten desjenigen einzurichten, den ſie als ihren nächſten Standes8genoſſen betrachten, und ihre grobe Unwiſſenheit, ſchon allein hinreichen, ſie zu perhorreſciren, Man macht mit ihnen gewöhnlich die Erfahrung, daß fie ſich für den abziehenden Pachter am mehreſten intereſſiren und zu deſſen Gun- ſten ihre Urthetle ſprechen, ſo wie ſie umgekehrt gegen den Gutsbeſiter und für den anziehenden Pachter ſprechen. Außer- dem ſind- ihre Sachkenntniſfe nur auf das gewöhnliche, nur auf dasjenige berechnet, was im Kreiſe ihres Wirkens vorkommt 3 ſie wiſſen nichts von einer vortheilhaften und dem betreffenden Boden angemeſſenen AFerbeſteltung und Düngung,-- ſie ver- ſtehen ſich ſchlecht auf Beurtheilung des Viehfutters, ſie haben keine Kenntniſſe von den verſchiedenen Viehraſſen und ihrem Werthe, kennen kaum den allgemeinen Marktpreis des Viehes in der Provinz, und wiſſen außer dem gewöhnlichen Bauerpfluge und Egge kein Aerinſtrument nach ſeinem Werthe zu beurthei: len, was in größern Wirthſchaften angetroffen wird. Man hat gar viele Mittel vorgeſchlagen, dieſem Uebel abzu» helfen, welches aber bis jett allgemein noch keinen Erfolg ge- habt hat. Vor allem bat man daher gerathen, die Jnventarien- ftü&e bey der Uebergabe dem Pachter zu verkaufen und derglei- , den wir verfolgen 3; in Eng= land wird das volle Bedürfniß an Brodgetreide nicht gewonnen, ſondern muß zum großen Theil vom Auslande bezogen werden, weil im Allgemeinen ſein Getreidebau das nicht iſt, was er zu> jenem Zweck ſeyn müßte, und was er nicht ſeyn kann, weil theils die kleinere Fläche weit ſtärker, als bey uns bevölkert iſt, und, weil ein großer Theil der. Güter nicht ſeparirt und da- ber mit Gemeinrechten belaſtet iſt, und endlich überhaupt die Sitte der Engländer die Fleiſchconſumtion begünſtigt, folglich die Erzeugung von Maſtvieh oder überhaupt von Fleiſch mehr erfordert wird, als Getreide, und erſjeres als Hauptſache erſcheint. Der. Reichthum der Güterbeſizer und Privatperſonen in England, ſeine Lage und mercantiliſchen Verhältniſſe geſtatten eine Cultur, bey welcher Viehfutter höheren Nutzen gewährt, als Getreide, und da man hauptſächlich" fettes und. vorzügliches Fleiſch liebt und auch bezahlt, ſo iſt der Engländer ein weit beſſerer Vieh« züchter, als Getreideproducentz er weiß, daß' er für gutes Schlachtvieh. einen vortheilhaften Preis erhält, und daß auf ſei: ner Inſel hierunter keine Concurrenz des Auslandes Statt finz den kann; eben ſo weiß er aber:auch, daß, wenn ein großer Theil des A>erbodens zu dieſer gut rentirenden Production verwendet werden muß, ſo daß für den Getreidebau nicht Naum genug bleibt, das am vollen Bedarf fehlende Getreide ſelbſt noch im- mer ohne erheblichen Nachtheil am Nationalvermögen vom Aus- lande eingeführt werden kann und wird, und folglich der englis ſche Landwirth ſtets bey ſeiner hier beſchriebenen Eulturart ohne Gefahr ſtehen bleiben kann.. Außerdem hat der ſüdweſtliche Theil von England, obgleich mit. Norddeutſchland untev gleicher Breite liegend, doch den elimatiſchen Vortheil vor dieſem Lande voraus, daß die Vegetation dort länger dauert und kräftiger iſt, als bey uns; daher ſind die Weiden, ſelbſt in höher belegenen Gegenden, fetter und grasreicher., als bey uns, und daher kommt es auch, daß England eine ſolche Schafzucht theils nicht treiben kann, als Deutſchland treibt, theils aus den vorangegebenen Urſachen nicht treiben wird, vielmehr gedeihen im Ganzen nur diejenigen Arten Schafe, welche eine lange haarige Wolle haben und ſich durch Größe und Fleiſchanſab auszeichnen. Dieſe Umſtände ge* ſtatten alſo ſehr leicht einen Verkauf des jedesmaligen Inventae riums bey einer Verpachtung z und wirzobl ein ſolcher auch bey nere län nagt meinung Eg, Verſchiedene Arken des landwirthſchaft!. Betrtebes1, 227 (385) uns in ſehr vielen Fällen ohne Bedenken Statt finden kamm, ſo möchte er doch allgemein nicht ausführbar ſeyn.- Da, wo ex aber Statt finden kann, iſt er allerdings ſehr zu empfehlen, und zwar ohne alle Zuziehung von Taxatoren, denn man ſoll::e nicht glauben, daß zwey verſtändige und mit einander auf einer1 guten Fuß ſtehende Landwirthe, die eben zu einander in ein beſtimmtes mehrjähriges Verhältniß treten, ſich nicht ſollten über den Werth des Inventariums, aus eigener Ueberzeugung, und nach billigen Mittelpreiſen, einigen können. Das Acer-, Hof-, Stail- und Küchengeräth iſt leicht zu ſchäten, das Saatgetreide richtet ſich nach den Mittelpreiſen im Durchſchnitte gewiſſer-Jahre, der Werth des Nindviehes, der Schweine, des Federviehes, richtet ſich ebenfalls nach den Mittelpreiſen in der Provinz, die jedem umſichtigen Landwirthe aus den höhern Ständen bekannt ſind, daſſelbe gilt bey den unveredelten Landſchafen, und nur in An- ſehung der veredelten und der hochfeinen Schäfereyen tret?n meh« rere Bedenken ein, die indeſſen doch nicht unüberſteiglieh ſind. Es kommt hierbey nämlich 1) auf den Grad der Veredlung überhaupt an, und 2) auf denjenigen Grad derſelben, den ſie im Verlaufe der Pachtjahre nach den getroffenen Anſtalten möglicher und wahrſcheinlicher Weiſe wird erreichen können; endlich) 8) über den feſtzuſezenden Preis der Zuchtthiere und der Ab- gangsſchafe, als Hammel und alte Mutterſchafe. Das hierüber Vieles ſchon im Contracte feſtgeſebt werden kann, verſteht ſich von ſelbſt, und wird hier nicht berührt, wo wir nur über einen anzunehmenden Werth zu handeln haben. Man wird indeſſen hierbey in Anſehung des vorſtehenden zweys ten Punctes immer nur auf eine Contractsbeſtimmung ,. vie den künftigen Werth in suspenso läßt, eingehen können, da in die: ſer Sache wohl mit Beſtimmtheit auf 15 bis 20 Jahre im Vor= aus nichts feſtgeſetzt werden kann, und die Hauptvorſorge nur dahin zu richten ſeyn wird, die Fortzucht in angefangener und beſtehender Art zu verfolgen und dieß dem Pachter zur Pflicht zu machen. In welcher Art dieſe Verpflichtung feſtzuſetzen und wie ſich dex Verpachter dabey zu ſichern habe, gehört nicht zu unſerer vorliegenden Unterſuchung, ſondern an einen andern Ort, und wir bemerken hier nur überhaupt, daß, wenn es ſeine Bez denken hat, die Fortſezung der Veredlung einer Schafheerde odex die Erhaltung einer ſchon beſtehenden feinen Schäferey in ihrem Zuſtande einem Pachter anzuvertrauen, die Sache doch nur un» ter Perſonen von ſtrenger Rechtlichkeit, und nach Anleitung ei- her ganz beſtimmten, vom Pachter zu befolgenden Vorſchrift wird au8geführt werden können, weil man ſonſt dergleichen Schäfe« yen ganz von dem Pacht ausſchließen müßte; wirkliche Stamme und Zucht- Schäfereyen könnten ohnehin wohl niemals fich zur Verpachtung eignen. . Was nun den dritten Punct, nämlich die Feſtſetzung des zeitgemäßen Werths des feinen Schafviehs anbetriſft, ſo ergiebt ſich ſolcher jeht ſchon mit mehr Gewißheit, als ehedem, weil jezt die Zuchtſchafe bereits Handelswaare geworden ſind, deren Marktpreis, je näch der Feinheit ihrer Wolte und deren ſonſti- gen Eigenſchaften 189 nach der Statur, Alter und Größe der Thiere ſo ziemlich feſtſteht; wenn man aber auch hiervon ganz " neemt=< ee eImeenare emma 0 mne nern EEE IDEN 00 228 Oekonomie, 2. Abſchn. (536) abſeher1 will, ſo würde doch" der reine Ertrag Anleitung und ei- nen Maaßſtab geben, den Capitalwerth des Viehs zu ermitteln, und man würde hierbey den Marktpreis mit berüFfichtigen kön= nen, um genauer auf die Sache einzugehen. Allerdings iſt die Ausmittelung des reinen Ertrags vom Vieh in mancher Bezie: hung ſchwieriger, als die vom Acker, und dieſe Schwierigkeit hat auch die Meinungen darüber ſehr verwirrt, indem ſogar Perſonen von violen Einſichten und Kenntniſſen behaupten, das Vieh gebe gar koinen reinen Ertrag; ſtreng genommen iſt allerdings das Vieh ſelbſt ein Product des Bodens, aber für ſich betrachtet, kann und muß man dem Viehſtande einen reinen Ertrag für ſich Fre en indem man Futter, Unkoſten, die thieriſchen Pro- uctenpreiſe als die Factoren aufſtellt, von welcher Zuſammen- ſtellung das rechnungsmäßige Reſultat den reinen Ertrag ergiebt, der int. Ganzen einer Wirthſchaft allerdings dem Grund und Bo? den beygemeſſen werden muß, der das Futter in der Geſtalt theils von künſtlich angebauten, theils von natürlichen, und letzteres wieder theilweiſe als Nebenproduct(Stroh und natürliche AFerz- weide, Waldweide) geliefert hat.- Es hat bisher wohl nur in fehlerhaften Rechnungsanlagen gelegen, daß man behauptete, die Viehzucht gebe in den eigentlichen A>erwirthſchaften keinen reinen Ertrag, wenn der davon kommende Dünger nicht in Anz ſchlag zebracht werde, im Gegentheil bringe ſie offenbaren Scha: den und ſey nur ein nothwendiges Uebel(ſiche Schwerz in der Anleitung zur Kenntniß der belgiſchen Landwirthſchaft. 2. Theil, Halle, 1808. S. 211 u. f.)z Andere haben mit Arthur Young die Frage aufgeworfen, was 3. B. eine Kuh einbringe, wenn man den von ihr kommenden Dünger nicht zu Gelde rechne; und ſie haben. die Frage mit der Gegenfrage beantwortet: was ko- ſtet vielmehr die Unterhaltung einer Kuh? und damit haben ſie Youngs Behauptung: daß es eine Thorheit ſey, eine Kuh im Winter mit etwas anderem, als mit Stroh und Spreu aus? zufüttern, ſo lange das Pfund Butter nicht 2 Schillinge gelte, zu rechtfertigen geſucht, unerachtet doch in dieſer Behauptung ſelbſt weiter nichts, als die gerechtfertigte Nothwendigkeit der Viehhaltung liegt; wollen wir Dünger haben, io bedürfen wir des Viehs, und was ſollte ſonſt mit den ungeheuern Stroh: und Futtermaſſen angefangen werden? Bringt aber eine Kuh nur im Sommer etwas ein, ſo folgt daraus doch zugleich, daß das im Winter zu ihrer Erhaltung und ſogar zur Fortzucht ver: wendete Stroh und Spreu ebenfalls einen Werth hat. Die beſte Widerlegung ſolcher Aeußerungen finden wir ohne Zweifel jett in unſerer Schafzucht, die der ac>erbaulichen Nebenproducte, Stroh und natürliche Feldweide, nicht entrathen kann, und wenn wir dieſe Meinung jener ökonomiſchen und ſtaatswirth- ſchaftlichen Schriftſteller genauer betrachten, ſo hat ſie ihren Ur- ſprung nur in den zu ihrer Zeit beſtehenden hohen Getreideprei- ſen, welche alles Uebrige hinter und neben ſich zurückzulaſſen aufforderten, und die irrthümliche Frage und Behauptung exr- Hält ihre.Correctur ſicherlich dahin: wieviel zu einer gewiſſen Zeit eine Kuh, ein Schaf reinen Ertrag bringe, oder mit andern Worten: wie hoch ſich das Futter durch die eine oder durch die andere Viehgattung bezahlt mache; welche Viehart man alſo, nach ſpeciellen Ortsverhältniſſen, vorzugsweiſe halten (587) ſolle? Den Dung hat man aber überall umſonſt; denn ein ans derer Gebrauch des'Strohs, Heues u. ſ. w., als zum Futter, iſt im Ganzen nicht denkbar; die Düngererzeugung von Seiten des Viehs iſt etwas Unwillkührliches, die Zurükgabe der Dünzs ermaſſen an'den Boden aber etwas Nothwendiges zum eſtande der Cultur, ein anderweitiger allgemeiner Gebrauch der jährlich ſich erzeugenden Düngermaſſen(und folglich ein ſich-da- ber originirender Werth) undenkbar, und eine Werthsberechnung des-Düngers alſo überflüſſig.; Gehen wir nun nach dieſer nothwendigen Abſchweifung zu unſerem Hauptgegenſtande zurü>, ſo nehmen wir. nicht Anſtand, den reinen Ertrag'vom Schafvieh zum Maaßſtab ſeines Capitals werths zu gebrauchen; und wir glauben dabey mit Necht ,' das Vieh nach den verſchiedenen Altern überhaupt Wap 000 18 müſſen, weil dieſes ſeine nutzbare Qualität am beſien ausdrüc>t, Es liegt in- einer bloßen Ungewohnbheit, daß man bisher auf dieſes Nechnungsprincip weniger eingegangen, und wenigſtens da nicht, wo es des Abſchluſſes von Geſchäften im Großen galt, obgleich man in einzelnen Fällen allerdings ſtillſchweigend danach handelte 3; denn wer im Einzelnen Vieh kauft, ſieht am erſten auf deſſen Alter, es ſey nun Rind- oder Schafvieh, Pferde oder Schweine und Gänſe; man ſieht alſo nicht ein, weßhalb man bey einem Pachtgeſchäft anders handeln ſollte, und wir ge- ben nun in Anſehung der Form und Methode Folgendes über dieſen Gegenſtand: Wenn" eine Scäferey, na< dem beſondern Specialanſchlage, mit 1000 Stü> Schafen aller Claſſen zur Schur kommt, und die Wolle im Durchſchnitt zu 80 Thaler im Cent- ner zu ſtehen gekommen, ſo iſt die Totaleinnahme x% 1635 Thlr, 10 Sgr,-- Pf. ſämmtliche Koſten und Zinſen betragen 6114= 19= 9,-- und der reine Ertrag iſt daher 5 1073 Thlr. 20 Sgr, 3 Pf. wonach beynahe 37 Procent vom rohen Ertrage als Unkoſten ab- gehen. 100 Stü> tragen ſonach 107 Thlr. 11 Sgr.=, und ein Stück 1 Thlr. 2 Sgr. 3 Pf. reinen Ertrag im Durchſchnitt, und da dieſe Schafe im Durchſchnitt 10,000 Centner Sommer- und Winterfutter auf gutes Heu reducirt bedürfen, ſo machen ſich dieſe durch obigen reinen Ertrag bezahlt, indem 1 Centner auf 3 Sgr: 3 Pf. ausgebracht wird. Rechnen wir hiernach den Ex2 trag jedes Schafs ohne Unterſchied in runder Zahl 32 Silber: groſchen, und erhöhen denſelben mit 4 Procent zu Capital, ſo begründen wir folgende Werthprogreſſions- Scala: 1 Lamm ohne Rücſicht auf das Geſchlecht giebt Capitalwerth Z5t im Geburtsjahr m m-5 4.08---- Thlr. 25 Sgr. 14 Jährling- SES A SIN ER DBE N 3) 04041017 1 zweyjähriges== 3 8 PP D8 00:»= 0 200555 1 dreyjähriges»= 19= 10=+ 25 8- 10=- 1 vierjähriges M2 10 CE GEP 207 104 mie SER > NUNUPAU VENT ES 1849 1 BURT zw fig 0 GP I20 10. ABOESE 1 ſechsjähriges= BE zin 9 SERIE T25. 05-51(4-7 ADD ESS 1 ſiebenjähriges: Ga 1025 Minen 11.5 m82 25 TEC REN Ain 5- al achtjähriges z.= 3..-,/+ 25% 2- 12- 1 Brakſchaf oder über 8 Jahr altes- EE Br E51 Zb 42 WE Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 229 230 Oekonomie, 2. Abſchn. (533) Hiernach iſt das Normalalter der Thiere auf 8 Jahre angenom men, ohaleich. be länger in der Heerde bleiben 3 ein Lamm hat den geringſten Werth, weil es im erſten Jahre doch noch immer vielen Gefahren ausgeſeßt iſt, und faſt gar keinen Ertrag gewährte 3 erſtere vermindern ſich mit den Jahren, während letzterer ſteigt, und das fünfjährige Alter iſt als das beſtrenti- rende angeſetzt, worauf der reine Nutzen ſich zwar mit dem nun ferner ſteigenden Alter nicht unmittelbar verringert, aber doch in Bezug darauf, daß das Thier nun dem Zeitpuncte, wo es bloß einen Fleiſchwerth haben und zur Zucht nicht mehr tauge- AD ſeyn wird, ſich ſchnell nähert, geringern Capitalwerth bes ä t; Es hat kein Bedenken, daß dieſe Stufenfolage noc< vermehrt werden kann, und man muß ſogar in vielen Fällen dazu ſchrei: ten; hier iſt aber vorzüglich noch zu bemerken: 1) Daß dieſe Scala einen gleichartigen Viehſtand vorausſeßt, und bloß das Alter Jeine nutbare Qualität angeben ſoll 3 hierbey iſt aber doch oft eine Ausnahme zuläſſig, nämlicd gewöhnlich bey Böen und Mutterſchafen, deren ſich in eie ner Heerde oft eine gewiſſe Zahl, zur veredelnden Fortzucht beſonders angeſchafft, oder die Nachkommen davon, vorfin» den, und folglich müſſen ſich die Intereſſenten über die Scala vereinigen, 2) Können ſich ganz beſonders ausgezeichnete Zuchtthiere dar» unter befinden, deren Qualitäten ſehr hervorſtechen und die alſo, wenn ſie noch jung ſind, der Veredlung ſehr zuträg«: lich werden. Dieſer Fall tritt bey Böcken vorzüglich ein, und es wird alsdann kein Bedenken haben, daß man in Anſehung der' Schätzung ſolcher einzelnen Stü>e, die wicht alle Tage zu Kauf ſtehen, und alſo ſo leicht nicht ange: ſchafft werden können, den Scalawerth zwar zum Grunde legt, aber den Mehrwerth und folglich den Zuſchlag darauf, nach dem allgemeinen Preiſe ſolcher Stücke, der bald zu ere mitteln ſteht, abmißt und feſtſebt. Sind aber Einkaufsrech« nungen vorhanden, ſo hat die Sache weiter kein Bedenken, Man würde denſelben Maaßſtab. auch zur Feſtſebung des Capitalwerths des Nindviehs gebrauchen können, wenn dere ſelbe nicht„gewöhnlich hinreichend bekannt wäre, und man würde dadey nur zu unterſcheiden haven, daß das Nindvieh bis zu dem Zeitpuncte, dä es milchend oder ſonſt nußbar geworden, nur einen Fleiſchwerth hat, d. i, bey Kühen bis zu Ende des dritten Jahres. Es leuchtet alſo hiernach ein, daß ſelbſt in Anſehung der Viehſtände bey Pachtübergaben ein ſchickliches Abkommen zwie ſchen den Intereſſenten, auch ohne Dazwiſchenkunft unzuverläſz figer Taxatoren ,/ getroffen werden kann, und iſt es Gegenſtand des Contracts, ob ein förmlicher Verkauf von Seiten des Vet- pachters an den Pachter Statt finden ſoll, oder nur eine Ueber- gabe nach der wahren Werthtaxe zur Sicherheit. Dieſe Werthsfeſtſezung führt auch noch zu einem andern Umſtande hin, der nicht ſelten zu Streit Anlaß gegeben hat; es ſoll nämlich der Pachter den Berno Viehſtand während ſeines Beſives zum Näachtheil des Düngers nicht weiter vermin? Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes, 231 ;(539) bern, als letterer von ihm auf andere Art wieder erſetzt wird, I. 21. 453, Da aber ein der Stückzahl nach verminderter Viehs ſtand nicht allemal eine unmittelbare Verminderung de? Dün« ermaſſe zur Folge hat, ſo begegnet die Werthsfeſtſezung des Biehs, wobey ſeine Raſſe, Größe und ſonſtige Qualitäten be- ſchrieben ſind, zum Theil ſchon der Behauptung, daß dutch Ver- minderung in der Stückzahl Nachtheil entſtehe, indem 3. B, das Ausſondern einer. Anzahl ſchlechter Stüc>e«es möglich macht, die Übrigen beſſern auch um ſo ſtärker füttern zu können; ſo, daß bey verminderten Koſten doch derſelbe Ertrag und derſelbe Dün- gungsſtand verbleibt, welches auch dann eintritt, wenn ein ſchlech- ker, aber" in der Zahl großer Rindviehſtand mit einem beſſern, der Zahl nach aber kleinern, vertauſcht wird, worüber ein Verpach- ter wohl auch mit Grund nicht würde zu klägen haben. Aus dieſen Gründen hat man in neuern Zeiten auch von dem Grund- ſave abgeläſſen, den möglichen Düngungsſtand der Ae>er nad) der StüF*zahl des vorfindlichen Viehs zu meſſen, und das im preußiſchen Staate ergangene Edict zur Beförderung der Läandcultur vom 14, Sept, 1811 verordnet im 56. 9:„daß in dieſer Hinſicht nicht auf die Anzahl des Viehs geſehen werz den ſoll, ſondern darauf, daß nach dem Gutachten der Sachver? ſtändigen eine wenigſtens eben ſo ſtarke Quantität ſelbſt gewon» nenen Futters“ durch das vorhandene Vieh wirthſchaftlich conſumirt wird,“ Freilich hebt dieſe letßtere geſetzliche Beſtim- mung die erſtere im Landrecht 1. 21. 453 nicht auf, und es fragt ſich. ſonach, ob nac. dem jüngern oder nach dem ältern Geſeße zu entſcheiden iſt; auf jeden Fall ſtellt aber das jüngere das richtige ökonomiſche Princip auf, wonach das Recht am leichtes ſten gefunden wird,; Eine weitere Beachtung verdient eine richtige Werthtaxe der Viehſtände in Anſehurig der Rükgewähr der Pachtung; das Ges ſeb verordnet hier, 601, daß, wenn das Jnventarium nach einer Taxe Übergeben worden, dennoch bey der Rückgewähr, in Ans ſehung jeder Sorte von Inventarienſtüken auf die Anzahl derſelben, und nur bey Beſtimmung der von einer oder der andern Seite zu leiſtenden Vergütigungen auf den Werth der geſammten Inventarienſtüc>ke von dieſer Seite geſehen werden, Verpachter alſo, 602, nicht ſchuldig ſeyn ſoll, eine größere Anzahl von Inventarienſtücken in jeder Soxte zurückzunehmen, oder für'die zurükgewährte geringere An2 zahl mit der Anrechnung des höhern Werths derſelben ſich zu begnügen. Dieſe Beſtimmungen, welche alſo eine Ausglei- "ung verſchiedener Werthe der Viehſtände(bey der Uebergabe und Nückgabe) nicht zulaſſen, ſcheinen der im obengedachten Ländculturedicte gemachten Verwilligung grade entgegen: Pan dIuE und man entgeht einer Undeutlichkeit in den feſtzu: eenden Rechtsverhältniſſen hierbey wohl nur durch eine genaue Bezeichnung deſſen, was übergeben worden, wie es im Werthe und der StüFzahl nach ſich verhalten, und welche Werthe, StüFzahl und Qualitäten bey der Rükgewähr angenommen und allenfalls gegeneinander coompenſirt werden ſollen, indem 597 verord2 net wird, daß das Gut nebſt Zubehör nach eben dem An ſchlage und In ventario, nach welchen es übernommen worden, zus rückgegeben werden. muß, Nach dem Gebrauche und den Gee =="eemeemeenemeenp vm 23777 ws E44 25097 ZEND: 1 JIA; 2 ere 20m 232 Oekonomie, 2, Abſchn. (590) wohnheiten früherer Zeiten wurde auf obige Geſezesbeſtimmungen, 601 und 602, ſelten-genaue Rückſicht genommen und der Act der Nükgewähr endigte ſich mit einer Berechnung, in welcher die Werthe gegenſeitig ausgeglichen wurden, in ſofern nämlich bey dem einen Gegenſtande nicht etwa ein erhebliches Minus(z, B. beym Vieh) und bey dem andern ein bedeutendes Plus(z. B. beym Geräthe) obwaltete 3; da aber gegenwärtig die Inventaria großer Güter, beſonders durch„die veredelten Viehſtände, grvße Werthsobjecte darſtellen, ſo hält man ſich allerdings mit Grund an die buchſtäbliche Feſtſezung im Contracte und an den that ſächlichen, numeriſchen und qualitativen Jnhalt des Uebergabe- protdeolls, und ſucht danach die Rückgabe einzurichten, wonäch denn alſy Compenſation der Werthe verſchiedener Vieharten oder anderer Dinge vorbedungen werden muß, Nächſt der Uebergabe des lebenden Inventariums iſt die der Felder, nach ihrem zeitigen Zuſtande der Cultur überhaupt, und der Düngung und Beſtellung insbeſondere, ebenfalls ein ſehr wichtiger Gegenſtand.- Die Feldeintheilung und der Düngungs- zuſtand ſind dabey die Hauptſachen; aus den bey jeder regelmä» zigen Wirthſchaft vorhandenen Regiſtern über die Feldbeſtellung muß hervorgehen: a) die Zahl der Schläge, Koppeln oder Felder z hb) X welchem Jahre und wie ſtark jeder Schlag gedüngt wor- enz c) womit der Schlag beſäet worden, vder was zur Zeit darauf geſäet werden wird. Sowohl die Qualität des Bydens, als die Feldeintheilung(ſs beide Art. im 4, Bde.) laſſen nun außerdem die allgemeine Vorausſicht zu, wie oft eine neue Düngung wiederkehren könne und müſſe, und wieviel Trachten(Erndten) vyn jeder zu beziehen ſind; hat der beſtehende Umlauf ſchon einigemale durchgemacht werden kön= nen, ſo wird ein vollſtändiges Culturſtands- und Feldregiſter über dieſen Punct zugleich mit Auskunft geben müſſen, Wenn ſich hieraus der Culturſtand im Ganzen und im Eine zelnen dahin ergiebt, daß z. B. bey reiner gedüngter Braache und mehrentheils thonigem Boden und Anbau von Hackfrüchten, Klee vder Lucerne, Nebenweiden und einigen Wieſen, eine mittlere oder ſtarke Düngung von 6-10 Fudern auf den Morgen jähr: lich im Durchſchnitt gegeben werden kann, daß nach der gedüng= ten. Braache drey bis vier Früchte gezogen werden können, und ein Theil der Winterung ungedüngt in die Kleeſtoppel fommt u. ſs w., ſo wird man einen hinreichenden Begriff vom Culturſtande erhalten, und dieſen alſo nur in dieſer Art fortzuſetzen haben z da aber dergleichen Regiſterführung nicht Überall exiſtirt, ſo muß auf andern Wegen erforſcht und nachgewieſen werden, was geſchehen“iſt, denn nur auf den Grund eines ſolchen gewiſſen Nachweiſes kann man. mit Sicherheit übernehmen. Hierbey haben wir einen Hauptpunct des Pachtweſens'zu berühren, der in der Negel zu allen Zeiten den Stein des Ans ſtoßes unter den Intereſſenten abgegeben hat z es iſt dieß nämlich die contractliche Feſtſezung des Verfahrens. bey der Feldbeſtels' lung und Nutzung von Seiten des Pachtexs, Wir: haben. ſchon (591) im Eingange ,' bey Gelegenheit der Erwähnung der Nechte und Pflichten eines Pachters, dieſen Punct im Allgemeinen und nach den geſeßlichen Beſtimmungen berührt, und da auch hierüber die Geſetze beſtimmte Verabredungen im Contracte fordern, ſv iſt es hierbey am nöthigſten, dergleichen zu treffen, denn ein Streita fall darüber erledigt ſich keineswegs durch beſtimmte, dieſen Gez genſtand allein betreffende, geſetzliche Vorſchriften. Es iſt viel dafür und dawider geſtritten worden, ob man dem Pachter eine beſtimmte Feldordnung vorſchreiben ſolle, oder nicht; man kann aber in unſern Tagen, und bey den jetzt herrſchenden Meinungen im landwirthſchaftlichen Verfahren dieſen Punct gar nicht unbe- rührt laſſen. Soll der Pachter die Feldnutzung nach der vorfind- lichen Art fortſetzen, ſo muß dieſe beſtimmt ausgeſprodyen wer» den, und dafern der Pachter der beſtehenden Ordnung genügt, hat der Verpachter dagegen nichts einzuwenden; ſoll aber eine neue Feldeintheilung und ein neuer, vom frübern verſchiedener, Umlauf durch den Pachter eingeführt und während der Pachtzeit befolgt werden, ſo bedarf es mehrerer Feſtſezungen deßhalb, und auch beſonders darüber, wer die etwaigen Ausfälle der erſten Jahre tragen ſoll, woxüber wir auf den Artikel von dem Umlaufe im 4, Bande dieſes Werks im Allgemeinen und im Beſondern auf S. 666 und Ff. zurückverweiſen. Hiermit iſt die Sache aber noch nicht erſchöpft, denn ſelbſt die ſtrengſten, dem Pachter ertheilten, Vorſchriften kön nen nicht ſtets und unter allen Umſtänden von denſelben gehalten werden, und ſein Vortheil erfordert, daß er zu- weilen davon abgehe, welches auch an ſeiner Statt der Eigenthü- mer ſelbſt würde thun müſſen; dieſer Fall tritt nämlich) oft ein bey Mißwachs, Hagelſchlag, Froſt und Ueberſchwemmungen, und die dann verloren gegangene Frucht muß, wenn es nod Zeit iſt, durch eine andere erſebt, und dadurch eigentlich die Ordnnnug der Cultur geſtört werden, woraus denn nicht ſelten eine Abände- rung der Fruchtfolge auf mehrere Jahre hin oder unabwendbarer zeitiger Verluſt entſtehen muß.= Wir haben in der Darſtel: lung der Feldſyſteme im 4, Bande dieſen Gegenſtand nach Maß: gabe der Hauptbodenarten, und hoffentlich mit hinreichendem Grunde, unterſchieden, und nehmen Veranlaſſung davon, hier zu bemerken, daß Ausfälle aus den vorhin erwähnten Urſachen in ſolchen Wirthſchaftey ſelten zur Sprache kommen, welche Marſch- und Klay- oder Thonboden haben, wenigſtens iſt hier der Scha2 den von Mißwachs und Froſt ſelten ſehr allgemein; dagegen tritt dieſer Fall um ſo mehr ein, wo armer Sandboden, vft ohne Verbindung mit einigen Wieſen und Nebenweide, das ganze Yachtobject ausmacht; hier iſt es in der That eben ſv unrecht, als unbillig, einen Pachter ganz ſtreng durchaus an die vorge: ſchriebene Feldordnung und Fruchtfolge binden zu wollen, weil dieß eine Sache iſt, die er nicht leiſten kann 7 es müßte denn ſeyn, daß er von den genannten Unglücksfällen durchaus verſchont bliebe, und kein umſichtiger Pachter wird ſich auf eine ſolche Be- dingung einlaſſen; geſchieht es aber ohne Einſchränkung und Vorbehalt, ſo iſt die Folge davon gewöhnlich ſein Ruin, denn die Geſetze begünſtigen im Streitfalle den Berpachter und legen dem Pachter die Verpflichtung auf, dafern eine beſondere Art der Adminiſtration ihm im Contracte vorgeſchrieben worden, ex ſich ſchlechterdings danach achten muß, 1. 21, 435, und Verſchiedene-Arten des landwirthſcen, Mandeln, Fuderny, | Centnern u, ſ. w. feſtſetzen..| ; Ueber die bis zum Uebergabetage geleiſteten Abgaben jedex 1 Art muß der vollſtändigſte Nachweis geführt werden durch Luitz 1 tfüngen, oder die noch rücſtändigen müſſen abgezahlt werden, Eine gleiche Nachweiſung muß erfolgen über ſämmtliche dem Gute ; zuſtehenden und bis zum Uebergabetage geleiſteten oder noch rück; ; ſändigen Hofdienſte, Gefälle und Naturalabgaben, j Die Caution des Pachters wird gewöhnlich ebenfalls am | Tage der Uebergabe gezahlt, Den Schluß des Geſchäfts macht die Uleberweiſung der Hayusdienerſchaft und des Geſindes an den JYachter, als ihren neuen Hausherrn, durch Präſentation, Neubauten und Reparaturbauten, Es kommt bey Generalpachten oft vor, daß„dem Pachter auch alle Neubauten | Übergeben werden, während ſich verſteht, daß er Reparaturen ge- wiſſer Art in der Regel übernehmen muß, und es ift erſteres als lerdings bey Staatsdomainen oft nüßlich und zur Vereinfa- hung des Adminiſtrationsweſens ſehr nöthig; derſelbe Fall exiſtirt (ber nicht ſtets bey Privatgütern, und es muß daher die Nüßz: lichfeit und Nothwendigkeit der Maßregel allemal nach den ſpe- dellen und zeitgemäßen Verhältniſſen des Guts und ſeines Eigen: thümers beurtheilt werden, Wer einem Pachter den Neubau der Gutsgebäude mit zur Contractsbedingung nmiacht, iſt gewöhnlich jn dem Falls, dieſe V. 3 33 m 7 um xbr= R “ Dekonomie. 2% Abſchn. (394) Sache in Perſon nicht beſorgen zu können, er muß alfo in dieſer Beziehung, einen beſondern Entrepriſe- Contract mit dem Pachter abſchließen, und darf nicht erwarten, daß ein Pachter hierunter ohne Vortheil für ſich handeln werde, was dieſer auch Far nicht kann; nur iſt zu bevorworten, daß es vortheilhafter iſt; dieſe Entre: priſe für ſich allein zu behandeln und dem Pächter ſeine Vot:- theile daraus zu belaſſen, nicht aber ihm zur De&Fung des Leh: tern anderweite, den Pacht berührende, verſchiedenartige Conceſ: ſionen zu machen und dadurch eine Kreuzung in den verſchiede: nen Berechtigungen und Verpflichtungen beider Theile hervorzu- bringen, weil damit die Verhältniſſe nur anklar und verwieelt werden. und weder eine gute Ueberſicht des Ganzen, noch eine reine Rechnung erlangt, vielmehr erſchwert wird.; Bey größern Gütern und ganzen Herrſchaften, auch Domaſ- nen, wird in der Regel ein jährlicher Bauetat entworfen und dä- nach das Bauweſen beſorgt z dieſer Etat kann ſowohl die nach und nach zu veranlaſſende Herſtellung ſämmtlicher Wohn- und Wirthſchaftsgebäude, dafern ſie eines Neubaues bedürfen, oder und Unterhaltung der Gebäude in baulichen nur die Reparaturen,| j)? Würden bezwe&en, in beiden Fällen bedarf es beſonderer Coy» tractsbeſtimmungen. und in Anſehung nauen Beſchreibung des Zuſtandes der Gebäude und der damit vorzunehmenden Verbeſſerungen. Da nun hierunter jeden Oxts das Abkommen mit dem Pachter auf verſchiedne Art getroffen wird, ſo iſt hier nur im Allgemeinen in Anſehung der Neparatu» ren zu bemerkten- daß ſolche in der Regel vom Pachter geleiſtet werden 3 jedoch kommt es auch hierbey auf die nöthigen Con» jractsbeſtimmungen an, da die Geſetze hierüber nux allgemeine n, deren Anwendung nur dann Statt findet, Vorſchriften ertheilen, de' wenn im Contract darüber keine feſten Abreden getroffen ſind, T. 21. 440. u. fm % Gewöhnlich wird feſtgeſetzt, daß der Pachter die kleinern, der VWerpachter aber die größern Reparaturen übernimmt; hier ent: ſteht aber auch bald ein Streit darüber, was für eine kleine Ne- xaratur zu achten iſt, da der Pachter es in ſeinex Gewalt hat, aus einer urſprünglich kleinen binnen Jahresfriſt eine große wet: er nichts dafür thut, wonach er denn dazu den zu laſſen, indem er m; n e ildig iſt. Dieſem Uebelſtande wird am beſten| Reparaturbauten ein Jahresetat entwor| beyzutrogen nicht ſchul! begegnet, wenn für die; hunden„wird, dazu einen gewiſſen Theil (partem quotam) beyzutrag:n und das Neſultat der Ausfüh- 8 in der jährlichen Pachtrechnung mit nachzuwei- 1 Wege wird der Pachter bemüht ſeyn ein vorgüglt: x auf die entſtehenden Fehler an den Gebäuden zu quote vermit werden kann, ragen 1 Grund dieſer Geſezesvyprſchrift getroffen worden). Jedenfalls weiden auch. die Feſtſczungen in Anſehung de Bauten und Reparaturen dahin getroffen, vaß für rohe Materia: lien,»die aus dem Gute ſelbſt enimomimen werden können und im Bereich des Pachters ſind, als für Feldſteine, Lehm, Sand, Stroh, Rohr uv. ſ.'w."nichts bezahlt wird'und yu das Ar die Folgen“ der unterlaſſenen der Uebergabe einer zes| indern, weil er. ſonſt nach 441. verantwortlich gemacht| (in ſofern nämlich im Contract eine Beſtimmung auf den| Verſchiedene Arten des. landwirthſchaftl. Betriebes. 237 (595) beitölohn wird dem Pachter in ſofern erſtattet, als die Arbeit nicht mit den entbehrlichen Dienſten*) der Gutseinſaſſen und mit dem Geſinde beſtritten werden kann, jedoch muß ihm jeden- falls das Handwerkerlohn erſtattet werden, wenn er zur unent- geltlichen Beſorgung des. Baues nicht verpflichtet iſt. Es kann nicht geläugnet werden, daß der-Abſicht, dem Pach- ter alle Bauten zu übertragen, der Zwe> zum Grunde liegt, die Sache in die Hände derjenigen Perſon zu geben, die das ganze Gut in Händen hat, und bey welcher man vorausſett, ſie werde das Intereſſe des Gutes gehörig beachten, und alſo zu vermeiden, deßhalb. mit einer größern Anzahl von Perſonen, als z. B. Mau- rer: und Zimmermeiſter und ihr ganzes Gefolge, zu thun zu-haben. Die Folge einer ſolchen Entrepriſe von Seiten des Pachters kann nur die ſeyn, daß er die Fuhren mit ſeinen Geſpannen leiſtet, welche mehr oder weniger theuer zu ſtehen kommen werden, je hachdem im Gute ſelbſt alle Baumaterialien zu habenxſind, oder nicht, und daß er die baaren Geldauslagen zum Bau vorſchießt; häufig giebt man ſich der Täuſchung hin(und in gewiſſen Ver- hältniſſen iſt es nicht Täuſchung, ſondern nur ein abſichtliches Jgnoriren Der Sache), daß ein Pachter grade der rechte Mann zu ſolchen Geſchäften ſey, weil man ihn anderweit in Händen habe, | und ihn ganz im Stillen zwingen könne, die Sache entweder hoch über ſeine contractmäßigen Verpflichtungen umſonſt aus- | zuführen, oder doch die Ausführung bey weitem wohlfeiler, als ( ein Fremder zu machen. Sobald man aber von ſolchen Grund- ' ſäßen ausgeht, darf man erwarten, daß ein umſichtiger' Pachter wenigſtens denſelben begegnen, das heißt, ganz insgeheim Gleiches mit Gleichem vergelten werde; er wird zwar nämlich ( die Sache anſcheinend wohlfeil, aber auch.um ſo ſchlechter aug- 1 führen und Mittel finden, die Schlechtigkeit zu verſte>ken und aus ihr den Vortheil ziehen, bald wieder eine neue Bau- Entre- riſe zu bekommen. Es giebt eine lange Reihe von Erfahrungen „ Art, welche allemal auf Koſten des Gutgertrags gehen, weil 1 das Bauen mit Steinen mehr bringt, als das Bauen mit dem 1 flüge, mag die Sache auch noch ſo ſeht durch ſachverſtändige vy Gutachten und ſehr künſtliche Rechnungen belegt ſeyn, und ein vy Adminiſtrationsweſen der Art iſt nicht empfehlenswerth, weil ? man damit bloß den Schein eines klugen Verwalters, oder y mit geſteigerten Bezeichnungen, Adminiſtrators und Fi- ( hanzmannes, gewinnt, deſſen Plusmacherey bey genauerer Beleuchtung in ein ſtarkes Minus verwandelt erſcheint. Denn es ' dedarf nicht vieler Unterſuchung, um einzuſehen, daß ein Pochter ) dergleichen Unternehmungen nur auf die Ausſicht hin macht, 4 wenigſtens ſein Arbeitslohn, Fuhren, Handarbeit, Hofdienſte, ) dteahlt zu bekommen und von ſeinen baaren Geldauslagen die Zinſen, vom Ganzen einigen Profit, als Honorar für ſeine Über- nommene Leitung der Sache, und es wird viel ſeyn, wenn er w lehteres fahren läßt und ſich mit erſterm begnügt. Es geht aus Fergleichen Unternehmungen nur hervor, daß eine Unbilligkeit y inmer die Mutter einer zweyten wird, woraus am Ende nur y*) Es wird ſelten in ſolchen Fällen nachgewieſen werden kdunen, daß ein . Pachter ſogar entbehrliche Dienſte gepachtet habe 1. 21. 447., folglich wird . er ſie bezahlt verlangen. uon zn 80 4 „ „ei iz 238 Oekonomie. 2. Abſchn. (596) Betrug entſteht. Die Sonderung des Bauerweſens von allem, was die eigentliche Pachtung angeht, iſt auch hier die erſte Regel einer verſtändigen Adminiſtration, weil man, wie wir ſchon am Eingange dieſes Artikels bemerkten, jede Kreuzung und Verwieelung in den verſchiedenen Berechtigungen und Ver- pflichtungen vermeiden muß. Die Aſſecuranz gegen Gefahr aller Art. Daß der ſo manchen Gefahren ausgeſette Landbau gegen ſolche mög: lichſt geſichert werde, iſt auch im Pachtverhältniß ganz vorzüg- lich nöthig, und daher muß man dieß bey allen Contracten mit zur ausdrücklichen Bedingung machen, Es fehlt auch in unſeren Zeiten nicht an Gelegenheiten» ſeine Producte, Gebäude, Vieh und Mobilien verſichern zu können. Die Hauptgefahren entſte: ben durc) Hagel, Feuer, Viehſeuchen, Wolkenbrüche, Strom- überſchwemmungen und Verſandungen 3; nur gegen erſtere beide Gefahren exiſtiren Verſicherungsan talten, ob gegen die übrigen allgemein iſt zweifelhaft. Die Verſicherung gegen Hagel und Brandſchaden, als die allgemeinern und gewöhnlichen Unglücks- fälle, ſichert aber das Vermögen des Pachters, und leiſtet alſo auch eine Garantie für den Verpachter, und es fehlt für ſelbige nirgends in Deutſchland an den nöthigen Anſtalten, Es iſt aber allerdings auch ſehr nothwendig, beſondere Verſicherungen gegen Viehſeuchen und Stromüberſchwemmungen zu finden und zu machen, weil die Folgen von beiden nicht nur, den Pachter ryi- niren können, ſondern auch die Subſtanz des Gutes 3 letzteres, indem eine Maſſe Dünger verloren geht, und Ueberſchwemmun«- gen theils das Futter vernichten, theils Wieſen und Weiden ſelbſt, durch Verſandungen entweder auf eine Zeitlang odex für immer unbrauchbar machen, durch welches Alles der Culturſtand ſehr zurügeſezt und der wahre Werth"der Güter vermindert wird. Exaiſtiren nun aber gegen Unglücksfälle der letztern Art keine Verſicherungsanſtalten, ſo muß man in Bezug auf deren Möglichkeit bey Gütern von gewiſſer Lage, doch Beſtimmungen und Contracte treffen, in Anſehung der Art und Weiſe, wie und von wem die Verluſte getragen werden ſollen. In den gewöhn: lichen Fällen, wo der Pachter das Inventarium nicht gekauft bat, trifft der Verluſt am Viehinventarium bey Seuchen, durch Feuor und andere ungewöhnliche Unglücksfälle den Verpachter als Eigenthümer, I. 21, 485., dagegen bey einem Schafſterben der| Pachter das erſte und das dritte, der Verpachter aber das zweyte und vierte Viertel der Heerde verliert, 456., wonach alſo die Schafe Hier eigentlich nicht„unter das Viehinventarium gerechnet, auch 457., Lämmer dabey nicht eher mit in Anſchlag gebracht werden, als bis ſie zur Heerde gezählt worden, In Anſehung des Schaf: ſterbens kommt es alſo hierbey auf die Beachtung des Wortes „„Viehinventarium““ in der„Beziehung an, daß man bey dem Gebrauche dieſes Wortes die Schäfheerde mit einrechnet, oder ihretwegen eine beſondere Bedingung macht, die Beſtimmung der Lämmer wegen geht aber auf die frühere Gewohnheit, ſie nur erſt dann zur Heerde zu zählen, wenn ſie abgeſeßt ſind, die BoFlämmer caſtrirt worden und jede Sorte, in ihren Haufen einrangirt, mit auf die Weide geht; da dieſe Beſtimmung aber in Abſicht auf ihren Werth unweſentlich iſt, und auf der Erhal- tung der Lämmer die Fortzucht und die Exiſtenz der Heerde be: == ze0.7.1? 1772227015070 2(da wm mmm emenmmemmehacmmFuOuucchmeehtnhht+mzemm Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. DER Es 239 5 ruht; ſo thut man wohl, fie eben ſowohl womöglich zu ver- eie oder auch in Anſehung ihrer Contractsbeſtimmungen zu machen. Abgaben und Laſten. Die Abgaben und Laften un- terſcheiden ſich in ſolche, die unmittelbar auf dem Grund und Boden zu haften pflegen 3 dahin gehören alle eigentlichen Grund= ſteuern, oft unter den verſchiedenſten Benennungen, dann der Fruchtzehnten, die Lieferungen von Naturalien an den Staat, die ebenfalls häufig nach dem Grundbeſit, regülirten Fuhrenlei- ſtungen für den Staat, der Fleiſchzehend, ferner die Steuern für Brauerey und Branntweinbrennerey u. ſ. w. 3 diejenigen an die Geiſtlichkeit, an die Commun und ſonſtige Perſonen 3 ferner die eigentlichen Perſonalſteuern nach verſchiedenen IIe IETER bey nur zu erinnern iſt, daß deren genauer Nachweis bey jeder Pachtung, und was davon vom Pachter und welche dagegen vom Verpachter übernommen werden ſollen, beſtimmt und feſtgeſett werden muß. Eine'gleiche genaue Feſtſezung muß in Anſehung der Unterz haltung der Wege, Dämme, Brücken, Gräben, Bewäſſerungs- und Entwäſſerungsanſtalten erfolgen. Endlich iſt gleichfalls Feſt= ſezung darüber zu treffen, wie es bey einem entſtehenden Kriege, hinſichtlich der Tragung der das Gut treffenden Kriegslaſten, außerordentliche Abgaben, Brandſchapungen, Naturallieferungen an den Feind, beſonders Heu und Stroh, gehalten werden ſoll, da die Geſete in dieſer Hinſicht nur nach den Beſtimmungen des Contracts entſcheiden, und bey Ermangelung einer contract= lichen Verabredung gegenſeitige Kündigung des Pachts, 553, ein2 tritt. Tritt keine Kündigung ein, ſo gelten bey fortgeſebtem Pacht, im Fall keine Verabredungen wegen der Kriegsſchäden exiſtiren, die geſetzlichen Beſtimmungen dahin: 1) Daß alle Beſchädigungen der Subſtanz des Guts und des Inventarii und alle Abgaben und Laſten, welche bey Gele- genheit des Krieges- der Subſtan z des Guts aufgelegt werden, deßgleichen feindliche Brandſchagungen und Contri: butionen den Verpachter treffen, und ein deßhalb vom Pach- ter geleiſteter Vorſchuß muß ihm erſtattet werden, 959 und 560, 562. 2) Daß alle Naturallieferungen an den Feind dem YPacter nach dem Anſchlage vergütet werden müſſen, 963. 3) Daß dagegen der Pachter für die Lieferungen an Heu, Stroh und andern nicht zum Verkaufe, ſondern nur zur Wirth- kaſt angeſchlagenen Naturalien keine Vergütung fordern ann, 5967. 4) Daß der Pachter ferner die Beſchädigungen der Früchte und die von dieſen zu entrichtenden Laſten und Abgaben tragen muß, und nur dafür in den durch das Geſet beſtimmten Fällen Vergütung fordern kann. - Hierbey leuchtet wiederum vorzüglich die Nothwendigkeit be- ſtimmter Verabredungen ein, indem z. B. die geſetzlichen Be- ſtimmungen 2 und 3 ſich einander widerſprechen 3 denn die bey 3 erwähnten, nicht zum Verkauf, ſondern nur zur Wirthſchaft angeſchlagenen Naturalien, als Heu und Stroh u. ſ. w., möch: ten wohl vorzugsweiſe, eben ſo wie die zu 2 gemeinten, aber eur gie NI m enen dE ESA 7 Oekonomie,"2; Abſchn. (598) nicht namentlich bezeichneten, einer Vergütung von Seiten+ Verpachters,'und zwar um ſo mehr erfordern, als Heu un Stroh im Kriege vorzüglich in Anſpruch genommen werden, und die' gänzliche oder Werhwveiſe Erſchöpfung der Vorräthe, davon, auch die Subſtanz des Guts, nämtich ſeinen' Culturſtand, gänze lich oder auf lange Zeit zu erſchöpfen und zu ruiniren vermögend iſt; wovon die letzten Miene Beyſpiele genug dargeboten haben. Hierüber ein Mehreres bey dem Artikel Remiſſion. After:Pacchter. Das Necht, einen Theil des gepachteten Guts, 3. B. ein Vorwerk, eine Meyerey oder Kuhwirthſchaft, wieder an einen andern ſogenannten After- oder Unterpachter in Pächt zu geben, muß vorbedungen werden. Der Hauptpachtex haftet indeſſen für Pachtzins, Ausfälle und Beſchädigungen, 1. 21, 316.=- Nur bey Pachtungen, welche mehrere Wirthſchaftse rubriken oder Vorwerke unter ſich begreifen, kann der Pachtey einzelne Nubriken oder Vorwerke, auch! ohne ausgdrücklichen Conſens des Verpachters, in Unterpacht austhun, 314, Caution. Auch die Caution des Pachters muß vorbedune- en werden, Wenn der Pachter das Jnventarium kauft, ſo bee ſicht die Cautionsſtellung eigentlich nur zunächſt als Gewähr« eiſtung für die richtige Zahlung des Pachtzinſes, unergähtet dem Verpachter ſchon deßhalb ein Pfandrecht auf die vom Pachtey eingebrachten Effecten und Sachen, folglich auch auf das dem Pachter gehörende Vieh.- und todie Inventarinm, dafern er ſols en, weßhalb alſo ein Pachter, dey ſeine Contractsverpflichtungen bis zum Tage der GutsrüFgabe erfüllt har, das Gut zurückbehalten kann, wenn ihm die Caus tion nicht berausgegeben wird,(S. den folgenden Artikel über Nückgabe des Buts nach beendigter Pacht.) Gewährleiſtung des Verpachters für das vere pachtete Gutinalien ſeinen Rubriken, Die Gewähr- leiſiung der Verträge iſt beſonders ein Naturale aller läſti- gen Verträge, 1. 5, 317, 318,, denn, Wo nicht beſondere Ges Verſchiedene Arten des landwirthſchaft!. Betriebes. T 241 (599).* ſee oder Verabredungen ein Anderes mit ſich bringen, muß ein Theil(hier der Verpachter) dem andern(hier dem Pachter) dafür haf« ten, daß ſich derſelbe der gegebenen Sache nach der Natur und dem Inhalte des Vertrages bedienen könne, er muß alſo die bey der Sache gewöhnlich vorausgeſetbten, und die im Contracte ausdrüFlich vorbedungenen Eigenſchaften vers treten, 319;= Gewährleiſtung erfolgt im Allgemeinen alſo: 1) wegen fehlender Eigenſchaften ü berhaupt, 319, 322; 2) wegen fehlender gewöhnlid) vorausgeſetter Eigenſchaf: ten, 329, 3323 8) wegen fehlender vorbedungener Eigenſchaften, 325, 323. 4) wegen der Sache anhängender Laſten ,/ 333, 3383 5) wegen der Anſprüche eines Dritten, 323=- 324 3; 8 6) wegen der Mängel einzelner Stücke bey einem Inbegriffe von Sachen, 339, 340.. Indem wir bier den ſechsten Fall vorweg nehmen, werden wir die fünf vorhergehenden nothwendig mit berühren, denn eben ein Landgut iſt ein recht eigentlicher Inbegriff von verſchiedenen Sachen, die mit einander gewöhnlich in einer unmittelbaren Bezie» hung ſtehen, ſo daß eins das andere zur Erreichung des Haupt- zwees unterſtüzt. Man kann nicht adern, ſäen und erndten, wo das Feld eine Abgrabung der Feuchtigkeit wegen erfordert, und wo der Grenznachbar die Verſchaffung der Vorfluth(Auf nahme des ablaufenden Waſſers) verweigert; daher kann man auch den Culturſtand weder erhalten noch verbeſſern; man kann Wieſen, deren Boden als beſter Wieſengrund bonitirt, und die im Winter gepachtet ſind, Überhaupt gar nicht nuten, wenn darauf ſtatt nahrhaften Viehfutters nur ſchädliche Pflanzen, 3, B. das Bitterkraut, das Flöhkraut, Klopperkopf, Schierling und Waſſerfenchel, wachſen; man kann ein auf Schäfereywirthſchaft ausdrücklich berechnetes, veranſchlagtes und danach verpachte» tes Gut gar nicht in dieſer Weiſe nußen, wo die Weide die Bleichſucht oder die Faulkrankheit des Schafviehes veranlaßt, ein Schafſterben alſo ſehr leicht zu erwarten- ſteht; und wo ein Yachter im Voraus aus Anſicht der Weide dergleichen eben ſo wenig nach ihren Wirkungen beurtheilen kann, als zeder andere Sachverſtändige, nur mit Ausnahme des Verpachters, der durch die Erfahrung davon unterrichtet iſt, ein Fall, der auich'von Ueberſchwemmungen der Wieſen gilt, die nur zu unbeſtimmten Zeiten und plötzlich eintreten, und welche Fälle überhaupt zu den nicht nothwendig vorauszuſetzenden gehören, 319, 329,, da man im Gegentheil die unbedingte Nubbarkeit vorausſebt. Ein Pach- ter wird in ſeinen Nutzungen geſchmälert, wenn eine ihm mit herpachtete Nebenweide,= ein Wald, ein Anger=- von einem Dritten verwehrt und geſchloſſen wird 3; er verliert dadurch an Sommernahrung und an ſeiner Nutzung,„das Gut ſelbſt im Culturſtande und folglich an der Subſtanz und ſeinem reellen Werthe. Laſten, die bey der Gutsverpachtung nicht angegeben worden, können den reinen Ertrag des Guts hinterher bedeu- tend vermindern, und die vorher dem Pachter unbetannten, zur Yachtzeit äber eintretenden Realanſprüche eines Dritten, z. B. ei- nes Agnaten und Lehnsprätendenten, Wiederkaufsberechtigten, b!s- her unbekannten Erven u. ſ, w,, können den ganzen Pachrverirag annulliren..== Wenn die Weſeve über dien Gegenſtand die raue 7 200 py N eye / pee wee nemen numm EÜ“ SER aa Oekonomie, 2, Abſchn. (600)| allgemeinen Grundſäße feſtſtellen, ſo verfügen ſie dagegen aud) noch insbeſöndere, Der Verpächter hat Gewähr zu leiſten: 14) Für ungehinderte Benutzung der verpachteten Grundſtücke und Rechte, I. 21, 418.3 alſo auch für alle, dieſe ſchmäe lernden Anſprüche eines Dritten, oder durch die nothwen: dige Verfügung des Staats oder dürch den Zufall her- beygeführten, beſonders dantt, wenn nach einem Anſchlage gepachtet worden, 420. 2) Für die anſchlagsmäßig verpachteten fixirten und beſtändie gen Zinſen und Hebungen, nicht aber für deren wirklichen Eingang, 422, 423.) 3) Für das Maaß der, nach einer Vermeſſungsurkunde ver: pachteten Grundſtücke, 425. 4) Für die nach Scheffelzahl verpachtete Ausſaat und det nach CEA beſtimmten Wieſenertrag ,. uttd die ſich hieraus Ungefähr) ergebende Bodenfläche. Er wird aber von dieſer Vertretung frey, wenn er nachweiſt, daß das verpachtete Quantum im Durchſchnitt der vorhergehenden 6 Jahre auf die Ae>er geſäet, und von den, Wieſen im Durchſchnitt der vorhergehenden 3 Fähre geerndtet worden, 426, 427. Hierbey iſt zu erinnern, daß, wenn auch allenfälls ein Scheffel diſtvkictsweiſe in Deutſchland, eine bekannte Größe iſt(Weſtphalen allein hatte deren ehemals 48 vers ſchiedene Arten), doch ein Fuder immer unbeſtimmt iſt, da z. B. ein Fuder beſtes und ſelbſt ſchweres Heu an der Mittel: und Niederelbe, mit 4 Pferden, 30 bis 40 Cente: ner Heu enthält, während ein Gleiches, mit ebenſo viel Pferden, in der Provinz, Brandenburg, in Sachſen, Weſte phalen u. ſ. w. oft nur 10 Centner enthält. 5) Für die im Anſchlage angegebene Qualität und Güte der Grundſtü>e haftet der Verpachter nur in ſofern, als er ſich bey deren unrichtigen Angabe eines Betrugs gegen den Pach- ter ſchuldig gemacht hat, 429. Man wird alſo auch die Vertretung der Bonitirung zu ſtipuliren haben. Der Verpachter hat keine Gewähr zu leiſten: 1) Wegen des von der Cultur und von Naturbegeben« heiten abhängenden Ertrags der verpachteten Nutungs- rubrifen, 430. 2) Er vertritt bey einer Verpachtung ohne Anſchlag nur die Subſtanz des Guts nebſt Zubehör, nicht aber einen gewiſ: ſen Betrag- fixirter Zinſen, oder ein gewiſſes Maaß der Grundſtücke, 431. Man findet bey dieſer Geſebgebung(ſv wie in andern, die ſich nicht einmal ſo weit über die Sache verbreiten), daß nur die anſchlagsmäßige Qualität und Güte der Grundſtü>e in ſofern: vom Verpachter vertreten werden ſoll, als derſelbe ſich bey der unrichtigen Angabe darüber eines Betrugs ſchuldig ge- macht hot, 1. 21, 429,3 da aber die anſchlagsmäßige Qua- lität der Grundſtücke ſehr gut ſeyn kann, während die tempo- rär nußbbare ſehr ſchlecht ſeyn, ja auf Jahre hin ganz aus- fallen kann, ſo zeigt ſich hier allerdings eine große Lücke, die | | | Verſchiedene Arten des landwirthſcklung im Eingange dieſes Artikels zurück: gehen, ſo ergiebt ſich genau die Stellung, die Verpachter und Pachter gegen einander einnehmen 3; der erſtere entäußert ſich auf gewiſſe Zeit der freyen. Dispoſition über ſein Gut, von welchem er jedoch allezeit Eigenthümer bleibt; der lettere giebt ſein be- wegliches Vermögen und ſeine Kräfte her, das But im Stande zu erhalten, Nutzen davon zu ziehen, und dem Verpachter den größten Theil dieſes Nutzens zu bezahlen, Aus der Natur bei: der Factoren einer Pachtung geht hervor, das zu allen Zeiten die größere Gefahr auf Seiten des Pachters ſeyn wird; ießterer kann allerdings ein Landgut durch ein unverſiändiges und bös- williges Verfahren deterioriren 3; allein man kann ihm darin ſo: fort Einhalt thun, das Gut ſelbſt bleibt, was es iſt, wenn gleich es einige Beſchädigungen erlitten hat; wert ſich ſolche auch ſo: 244 Oekonomie. 2. Abſchn. (602): u auf den Culturſtand erſtre>en, fie ſind ſtets wieder Herztte ellen; daß iſt nicht der Fall des Pachters; ſelbſt bey den ge- naueſten Contractsbeſtimmungen kann er ſchlimmſten Falls an| den Bettelſtab gerathen 3; er verwendet Geld, körperliche und gei«| ſtige Arbeit an den todten Boden auf die Hoffnung hin, daß| die Natur ihm alles reichlich lohnen werde z dieß würde zwar| ein Eigenthümer auch thun müſſen 3 allein hier triit der Untere| ſchied ein, daß das kleinere Capital des Pachters ſtets auf das bey weitem größere des Verpachters verwendet wird, und daß jenes im ſchlimmſten Fall unwiederbeinglich verloren iſt, wäh» rend dieſes unvergänglich bleibt, und ſich daneben jener Verwens dungen zu erfreuen hat, wenn ſie dem Verwender(dem Pachter) auch nicht immer einen Lobn gebracht haben. Zu dieſer Anſicht dürften ſich. theils im vorhergehenden, theils im nachfolgenden Vertrage Belege finden. Die geſchliche Hauptbeſtimmung in Anſehung des Pachte erlaſſes gebt im Allgemeinen dahin, daß, wenn ein Pachter durch höhere Gewalt, oder durch einen in ſeiner Perſon ſich ereignen.| den Zufall zur Ausübung ſeines Nupuagsrechts auf ein oder| mehrere Jahre gänzlich außer Stand geſebt wird, ihm für dieſe| Beit kein Pachtzins abgefordert werden kann, 1, 21. 307. Ders.|| gleichen Fälle ſind an ſich wohl ſeltex, und dürften nur in| Kriegszeiten vorkommen. Folgende Fälle ſind es ferner, in wels| enfraß?), HeuſchreFen, Uebere ksfällen, wenn gleich ſie nuy äußere Zufälle genannt werden und jedenfalls zu dee nen(hs. 299. und 307.) nicht in der Perſon des Pachters ſich ereignenden Zufällen zu gehören, weil ſie ebenfalls wohl geeignet ſind ,. den Pachter zur Augübung ſeines Nußungsrechts auf ein oder mehrere Jahre, wo nicht völlig, doch zum größten Theil, außer Stand zu ſetzen. Man darf daber wobl annehmen, daß äußere-=- nicht in der Perſon des Pachters ſich ereignende=- Zufälle, als Dürre, Hagelſchlag, Mäuſefraß und Ueberſchwemmungen zu den außer: vrdentlichen Unglücksfällen gehören, da ſie in der That nicht in der Ordnung wiederkehren, auch niemals vorherzuſehen ſind, und wahrſcheinlich daher, nach dem Geſetze, mit dem Na» men der Zufälle bezeichnet werden. Dieß beſtätigt fich genau ſchon durch den 56. 420. von der Sewährleiſtung, wo es beißt: 246 Oekonomie: 2, Abſchn. (604) Iſt nach einem. Anſchlage gepachtet worden, und wird nach geſchloſſenem Contracte=-(alſo im Laufe der Pachtzeit)= das Nubunggsrecht in einer oder der. andern Rubrik durch Zufall oder landesherrliche Befehle(dieſer Fall konnte 3. B. nach Einführung der Tabaksproductions- Steuer ein- treten) geſchmälert, ſo muß der Verpachter den dadurc) ent- ſtehenden Ausfall nach Verhältniß des Anſchlags gegen das Pachtquantum vergüten.=- Ja, ſelbſt wenn in Pauſch und Bogen gepachtet iſt, muß dem Pachter der dadurch (nämlich durch Zufall oder landesherrliche Befehle) bey eie ner ſolchen Rubrik entſtandene Ausfall, nach Verhältniß der ebemaligen Nutzungen, im Durchſchnitt der nächſtvorherge- henden 3 Jahre, vergütet werden, 421, Kommt es bey dieſen Gegenſtänden bloß auf Worte und Benennungen an, ſo wird vorkommenden Falls derjenige Nach» tbeile erleiden, der nicht alles im Contracte buchſtäblich hat be- ſtimmen laſſen; wir erſehen dieß nicht nur aus vorſtehender Ent- wicklung, ſondern auch aus den geſeßlichen Beſtimmungen bey Kriegsſchäden, und daher gefordertem Pachterlaß. Wenn der Krieg ein Unglü> für das Land und das Volk iſt, das damit überzogen wird, ſo iſt feindliche Fouragirung auf dem Felde, in ven Scheuern und auf den Kornböden gewiß eine Folge dieſes Unglü>s, und dennoch findet Remiſſion davon nur unter dens ſelben Bedingungen Statt, wie beym Mißwachs verordnet iſt, und unter einer vorgängigen, ſehr erſchwerenden Beweisführung, 671.3 dennoch treffen alle Beſchädigungen der Subſtanz des Guts durch den Krieg den Verpachter, 560, Man wird hier- bey unwillkührlich auf das zurügeführt, was man die Sub- ſtanz des Guts nenntz der Begriff wird dahin gegeben: alle Theile und Eigenſchaften einer Sache, ohne welche dieſelbe nicht das ſeyn kann, was ſie vorſtellen ſoll, oder wozu ſie be- ſtimmt iſt, gehören zur Subſtanz/ I. 2, 4.3 ſo lange alſo durch die Aenderung oder Verwechſelung einzelner Theile die Sache weder vernichtet, noch die Hauptbeſtimmung derſelben geändert worden iſt, ſo lange iſt noch keine Veränderung in der Sub- ſtanz vorgefallen, 5. 3 dagegen iſt eine Sache, welche zwar für ſich ſelbſt beſtehen kann, die aber mit einer andern Sache in eine fortwährende Verbindung geſebt worden, ein Zubehör oder Pertinenzſtü> der letztern, 42, 3 und unbewegliche Sachen, die mit einer andern unbeweglichen Sache durch die Natur ver- bunden worden, machen mit ihr nur eine Subſtanz aus, 43. Da nun die Pertinenzſtücke, ſo lange ſie bey der Hauptſache ſind, an allen Rechten derſelben Theil nehmen, und dieſe Ei- genſchaft ſelbſt dann nicht verlieren, wenn gleich ſie wegen ei: ner vyrübergehenden Urſache eine Zeit lang von der Hauptſache getrennt worden, 105, und 106,, fo ſcheint der Begriff von der Subſtanz ſchwankend, ſobald er auf ein Landgut mit ſeinen Pers tineniien angewendet wird, und ferner auf das, was über Ge- währleiſtung und Nemiſſionen feſtſteht. Ein Getreidebau treibendes Landgut kann der Subſtanz nach nur ungefährdet bleiben, wenn der Ackerboden ſelbſt, das daran gewonnene Stroh, Futter und Dünger, Arbeits:, Nutvieh und Saaten unverletzt.und unvermindert erhalten werden, alle dieſe Srücke zuſammen verbürgen ſeine Fortdauer, wogegen das ge (605) wonnene reine Getreide, Butter, Käſe, Wolle, Häute, als direct verkäufliche Früchte, vernichtet werden können, ohne das Gut ſelbſt ſofort mit zu vernichten; die Vernichtung der verkäuflichen Früchte trifft zunächſt die Perſon des Beſitzers, der ſie vielleicht auf einige Zeit erträgt, aber die Wiederholung dieſer Vernich2 tung trifft am Ende auch den Grund und Boden mit ſeinem Zu: behör, der die Quelle jenes Einkommens iſt. Jſt dieß, wie nicht zu zweifeln, richtig, ſo trifft den Pachter jeder Unglü>sfalt zweifach, der ſowohl die Subſtanz des Guts nach obiger An- gabe, als die verkäuflichen Früchte angreift, oder vernichtet; alſs alles, was den Ertrag beträchtlich vermindert, oder gar vernichz tet, verändert, und greift mehr oder weniger die Subſtanz an, Feindliches Fouragiren auf Feldern und Scheunen, das La gern ganzer Armeen auf beſtellten Feldern, die Kriegslieferungen an Heu, Stroh, Kartoffeln und anderm Futter erſchöpfen die Subſtanz, indem ſie dem Boden den Dünger entziehen, die Abs ſchaffung, Verminderung oder das Verhungern der Viehſtände zur Folge haben, und den Culturſtand gänzlich zurückbringen (im Gegenſatz alſo von 1. 2, 5 vorſtehend), Nehmen aber nun die PertinenzſtüFfe an den Nechten der Hauptſache Theil,, ſo lange ſie bey der Hauptſache ſind(105 und 106 vorſtehend), ſo hat ſich ein Pachter, auf dieſen Rechtsgrundſaß bin, vorzuſehen, daß ex ſich z. B. wegen der Kriegslieferungen an Heu und Stroh, wofür er Vergütung zu fordern nicht berechtiget ſeyn würde, 1, 21. 567,, und überhaupt wegen aller der Fälle Vorbedingunz- en macht, die im Stande ſind, den Culturſtand und die Subs anz des gepachteten Guts zu vermindern, oder gar auf einige Beit zu vernichten, wodurch auch ſein Anlagecapital in Gefahr kommt, nicht minder wegen ſolcher Fälle, bey welchen letzteres ebenfalls offenbar in Verluſt kommt; dahin gehören alle Verans ſchlagungen der gelieferten Gegenſtände nach Kammer: und Lands» taxen, oder die Bezahlung derſelben nach willkührlichen Beſtims mungen 1. 21. 564-- 568, weil in den mehrſten Ländern es ent- weder gar keine Taxationsreglements, oder nur ſplche giebt, die ſich nur auf einen Stand und ſeine Verhältniſſe, oder auf Epr2 porationen, beziehen, und nicht ſtets die Eigenſchaft und Kraft eines Geſetzes haben, gewöhnlich aber zu vorliegendem Zweite unbrauchbar ſind. Es iſt ohne Zweifel, daß dieſe Geſetzgebung dahin hauptſäche lich zu wirken ſucht, daß alle Pachtverträge nach den ſpexiellſten Veſtimmungen abgeſchloſſen werden mögen, und da dieß pon dem freyen Willen der Contrahenten abhängt, ſo iſt gewiß, daß es oft unterbleiben wird, däher wir bier auch die Geſetzesbeſtimmungen für die entgegengeſetten Fälle antreffen 3 dieſe lebtern baben vhne Zweifel in den neuern Zeiten viel dazu beygetragen, daß der Yachterſtand ruinirt worden, um ſo mehr, da Eine Verhältniſſe weder von ihm ſelbſt, noch von ſeinen Anwälden, noch vom Rich ter gehörig entwi>elt und aufgefaßt werden konnten, dieß auch, wenn es geſchehen wäre, bey den beſtehenden Geſetzen nicht un- ter allen Umſtänden ausreichend geweſen ſeyn würde, weil ſie, wie gezeigt worden, den Beſtand eines Pachters in ſeinem Vex= hältniſſe nicht unter alten Umſtänden ſchüßen, und durch ſtrenge Vorſchriften dahin wirken zu wollen ſcheinen, daß durch genaue Contractsbeſtimmungen allen Streitigkeiten möglichſt vorgebeugt Verſchiedene Arten des landwirthſc 1. | | j: | | ; + wwe EE 438 (606) Oekonomie, 2. Abſchn, werde, indem dadurch beſtimmt wird, was der Subſtanz des Gm tes und ſeinen in derſelben, nach unſerer Anſicht, begriffenen Pertinenzien, und was den Pachter als Cultivator und ſein in die Wirthſchaft verwendetes Capital, nicht minder ſeine Stellung angeht, die im Allgemeinen doch nur auf die oben entwickelten öko: nomiſchen Verhältniſſe baſirt werden kann. Exiſtiren aber einmal Nechtsſtreitigkeiten über beträchtliche Verluſte und daher verlang2 te Remiſſion, ſo ſcheint die Legung der mehrerwähnten Admint« ſtration8grechnung nach dieſen Geſetzen das einzige Auskunftsmit« tel zu ſeyn, wobey Alles darauf ankommen wird, wie ſie anges legt worden, um den Nachweis zu führen, daß durch die gehab» ten Unglüsfälle es unmöglich geworden, den Pachtzins aus dem Ertrage zu entnehmen, Sie ſcheint aber vorkommenden Fal« les nach einem Viehſterben auch die daraus entſtandene Unzulänglichkeit des Ertrages des Guts im Ganzen nachweiſen u ſollen, I. 21. 513., indem nur für dieſen Fall Remiſſion wegen iehſterben zuläſſig ſeyn ſoll. - Es iſt nicht gleichgültig, wie ein ſolcher Gegenſtand, der nicht zu den gewöhnlichen Ereigniſſen gehört, behandelt wird, und es liegt daher ganz eigentlich in unſerer Abſicht, dem Zwede dieſes Werks entſprechend, die Sache hier etwas ausführlicher zu betrachten. 7 Eine Adminiſtrations- Rechnung, nach den durch die Geſeße vorgeſchriebenen Formen, 1. 21. 484 bis 498., kann zu ein und demſelben Zwe&e, nämlich des Pachtzins- Erlaſſes, dennoch, nach den Umſtänden, auf zweyerley Weiſe anzulegen ſeyn, näme« lich einmal um einen totalen und partiellen Mißwachs und ſeine Folgen, dann, um die Folgen eines Viehſterbens nach 513 nache zuweiſen. Im erſtern Falle wird ganz anders verfahren werden müſſen, als im zweyten, wie wir ſpäterhin zeigen werden. Die geſetzlichen Vorſchriften für die Anlegung einer ſolchen Adminiſtrations- Rechnung ſind folgende, denen wir einige Bes merkungen beyfügen! 1) eine ſolche Rechnung wird für ein laufendes Pachtjahr vom 1, July bis zum 1. July angelegt, 487, Um dieß zu können, muß nothwendig der Ablauf des Jahres abgewartet, jedoch nicht verſäumt werden, über die einzelnen im Laufe des Jahres ſich ereignenden Unglüc>s« fälle, deren weitere Ausdehnyung vorher doch nicht abe Uſeben iſt, die 484. u. f. vorgeſchriebene Anzeige an den erpachter zu machen, weil man gar nicht vorher wiſſen kann, ob man in den Fall kommen wird ,, einen außeror» dentlichen, oder nur einen partiellen Unglü&sfall nachzu- weiſen. Der Pachter muß alſo hierneben durch richtige Buchführung die Reſultate dieſes Wirthſchaftsjahres nache weiſen können. 2) Es ſoll durch dieſelbe nachgewieſen werden, daß das Gut in dem laufenden Wirthſchaftsjahre, durch alle Rubriken. zuſam» men genommen, nach Abzug der Ausgaben, nicht ſo 247 als der Pachtzins ausmacht, getragen babe 485, und 3) Was im RNechnungsjahre vom Pachter zu ſeinem und ſeiner Familie Unterhalt aus den Gutserzeugniſſen verwendet wor? ;(607) den, muß nach den mittlern Marktpreiſen der nächſten Stadt in Einnahme geſtellt werden z 4 emer ſcheint es einem regelmäßigen Rechnungsweſen ent= prechender, dieſe Poſten in der Auggabe ſtehen zu laſſen, und ſtimmt dieß auch mit dem Inhalte des 6. 497, über- ein, da ohnehin die Ausgabe von der Einnahme in Abzug kommt, und wird hiernächſt der Conſumtionsbedarf- des Pachters aus der Rechnung ausgehoben“und beſonders be: rechnet, 488, doh kann dieſer Gegenſtand füglich auch ganz wegbleiben. 4) Was der Pachter zur Saat und Aerbeſtellung für das lau- fende Jahr verwendet hat, iſt er in die Geldausgabe zu les gen nicht berechtigt, 489.; Dieſe Vorſchrift ſcheint dem Begriffe einer Nechnung ſo« wohl, als der. durch ſelbige nach 6. 497. zu conſtatirenden Einnahme und Ausgabe widerſprechend, wenn dieſelbe nicht, nach alten märkſchen vkonomiſchen Grundſäten, das bin zu verſtehen iſt, daß die Beſtellungskoſten um deßhalb nicht in Gelde ausgeworfen werden ſollen, weil dafür das ſogenannte Wirthſchaftskorn und die Einſaat bey jeder Gee treideart in Abzug kommt. Hierauf iſt indeſſen in jetigen N SH nicht mehr einzugehen, weil es noch Früchte giebt, ey denen man kein Wirtbſchaftskorn abzieht, nämlich alle bebackte Früchte, Kartoffeln, Rüben, Tabak, auch Klee und dergl. Dieſe Beſtimmung ſowohl als die über die Remiſ« ſion wegen beſchädigter Braachfrüchte I. 21, 506 und 507. läßt vorausſeen, daß der Geſetzgeber nur die Dreyfelderbe« ſiellung und Ordnung mit beſtellter Braache im Sinne hat, und darüber werden wir uns nachher beſonders aus: laſſen. Uebrigens iſt in Anſehung der Saaten noch zu be« merken, daß, da ein Pachter beym Pachtantritt die beſtelle ten Saaten bekommt und bezahlt, und bey der Pachtrüc>k« gabe ſolche beſtellt hinterläßt, und ſolche ebenfalls bezahlt bekommt, jedes Jahr in dieſer Beziehung für ſich beſteht, folglich auch die Saaten des Remiſſionsjahres in Ausgabe kommen müſſen, wenn die Rechnung nach 497, richti werden ſoll.-- Ferner verſteht ſich, daß der Vorſchrift au dadurch genügt werden kann, daß jene ungenügende Ane ſchlagsmethode beſeitigt, und das Wirthſchaftskorn, zu Gelde gerechnet, in die Ausgabe geſetzt wird, wo dann Erndtekoſten, Dreſcherquote u. ſ. w. im Verhältniß der verminderten Erndte ſich gleichfalls vermindern. Der fole gende 6, läßt indeſſen über die Abſicht des Geſetzgebers hierbey dennoch einige Ungewißheit- denn 6) was im Laufe des Wirthſchaftsjahres n vd zur Aerbeſtel- lung, Viehfutter, Geſinde und Deputanten-Speiſung und Unterhaltung bis zur nächſten Erndte nöthig iſt, kommt von den Erzeugniſſen des laufenden Jahres in Abzug, 490, Dieſe Dinge gehören mit Ausnahme des Futters, ebenfalls zum ſogenannten Wirthſchaftskoxn, und da die Rechnung für ein volles Jahr über alle Rubriken angelegt werden ſoll, auch die Wirthſchaft ibren gewöhnlichen Fortgang bes balten muß, ſo verſteht ſich die Verausgabung dieſer Po« ſten, in Verbindung mit den ad 4 gemeinten, von ſelbſt, Verſchiedene Arten des landwirthſhaftl. Betriebes. 249 950 Oekonomie. 2. Abſchn, (608) 6) Fehlen dieſe ad 5, gedachten Nothwendigkeiten, ſo kann der Pachter ſoviel an Gelde, als er zur Anſchaffung des Fehlen: den wirthſchaftlich verwenden muß, in Ausgabe bringen, 491, Nach Nr. 5 kommen ſie auf alle Fälle in Ausgabe, da die Wirthſchaft nothwendig fortgeſeht werden muß, und eine Jahresrechnung angelegt werden ſoll, 7) Die na Abzug dieſer vorſtehenden Wirthſchafts- Nothdurfs ten etwa noch vorhandenen Vorräthe müſſen nach den am Schluſſe des Wirthſchaftsjahres beſtehenden Preiſen zu“ Selde erechnet und der baaren Einnahme zugeſchlagen werden. Es iſt einem vernünftigen Rechnungsweſen eigen, die Einz: nahme für ſich und überhaupt zu berechnen, wo ſich denn nach Abzug der Ausgabe die Beſtände von ſelbſt ergeben oder doch conſtatirt, wo ſie geblieben, und da ohnehin ein Geldpreis angewendet werden muß, ſo befördert dieß die Rechnungseinheit und Ueberſichtlichfeit, 492. 8) Vorräthe, die gar nicht zum Verkauf angeſchlagen ſind, kommen nicht in Rechnung, 493. j;; Vorräthe der Art ſind gewöhnlich die Futtermittel für das Nubßvieh, welche nur durch dieſes, alſo einen mittelbaren Nußen. bringen. Sollen ſie nicht berechnet werden, ſo muß doch die Viehnußung berechnet werden, weil alle Rubriken berechnet werden ſollen. 9) Hiernächſt kommen alle fixirte Zinſen und Hebungen, ausſte- hende Forderungen für verkaufte Producte des laufenden Jah- xes zur Einnahme, in ſofern wegen erſterer nicht hat Remiſz ſion bewilligt werden müſſen, und leßtere nicht inexigibel ſind, 495. 496, 10). Bey einer ſolchen Rechnung iſt nicht auf das, was etwa nach dem Anſchlage einkommen, oder ausgegeben werden ſoll, oder auf die im Anſchlage angenommenen reiſe, ſons dern auf die wirkliche Einnahme und Ausgabe RüFficht zu nehmen, 497. Bey der Einnahme wird es doch nicht nur zur Ueberſicht gut, ſondern ſogar oft nöthig ſeyn, in Anſehung der Ge- kreide- und Futtererndten ſogleich) eyzufügen, was nach Mittelſäpen gewöhnlich geerndtet wird, damit der Aus? fall um ſo beſſer conſtatire, und die Vergleichung) leichter werde 3 denn man darf immer vorausſeen, daß ein Ver? pachter, wenn er au) nicht nach einem Anſchlage ver- pachtet hat, doch entweder einen ſolcelt ha= ben, alle Remiſſionsfälle in zwey Hauptunterſchiede auffaſſen, nämlich. 1) Unglücksfälle, welche die Subſtanz' des Gutes, folglich ſeine hinlänglich. rentirende Fortdauer, betreffen z ſie entſtehen 2 a) Durch höhere Gewalt und durch, in der Perſon des Pach- ters ſich-ereignende, Zufälle, wodurch er auf ein oder mehrere Jahre außer Stand, geſezt wird, ſein Nußungs- recht auszuüben. Der Einwirkung einer höhern Gewalt kann ein Privatmann ſelten widerſtehen, der zweyte Fall dürfte aber wohl größtentheils Aufhebung des Pachts zur Folge haben, weil ſouſt das Gut ganz ruinirt werden würde, indem ein zur Ausübung ſeines Nutungsrechts außer Staud geſetzter Pachter eigentlich gar nicht wirth- ſchaftet. Dex in ſolcher Allgemeinheit hier gegebene Fall dürfte ſich indeſſen. theils ſelten, theils unter den verſchie= denſten Modificationen ergeben. b)-Dur<) unabwendbare und durch künſtliche Mittel auch nicht zu verhindernde, noch ſtets vorher zu ſehende, und in-ihren Folgen zu mindernde Naturbegebenheiten; dahin gehören Wolkenbrüche, Waſſer: und Windwirbel, Hagel, Ueberſchwemmung mit oder' ohne Lerſandung, Mäuſe- und: Schnekenfraß, Dürre, große allgemeine Näſſe über Winter und. Sommer, Deichbrüche und Sturmfluthen, und Viehſeuchen. ce) Durch Brand und Krieg, folglich Vernichtung der Scheus nen und des darin befindlichen Garbengetreides und“Stro- hes des Heues, durch das Fouragiren und Bivvnackiren auf Feldern, Wieſen, Angern, Weiden, Anlegung von Schanzen und befeſtigter Kriegslager, Wegnahme der Heer- den, Bodenbeſtände und Producte aller Art für die Ar- mee, Abbrechen oder Abbrennen der Wirthſchaftsgebäude zu miltäriſchen Zwecken. A) Durch minder gewaltſame Naturbegebenheiten entſtandene Veränderung der Ertragsfähigkett des Grund„und Bo- dens oder allmählige Vernichtung deſſelben. Dieſe entſte- ben, indem 3. B. eine Ueberſchwemmung der Wieſen und Weiden mit einem Male den hisherigen guten Graswuchs vernichtet, und ſoviel Untrautſamen- hinterläßt, daß ferner Fein guter Heugewinnſ: mehr exiſtirt, oder derſelbe wenig- ſtens ſehr vermindert wird; ein Fall der in einem einz: gen Frühjahre eintreten kann5 ferner durch das Entſtehen Ye: 39 252 2) GSeſichtöpuncten zu betrachten, und dieſe erge genden unbeſtreitbaren Säßen. 1) Oekonomie. 2.«Abſchn, 0) von natürlichen Waſſerläufen, welche die Felder aufreißen, verſanden, Bergſtürze und Schluchten veranlaſſen und die fruchtbare Oberſläche vernichten. Hieher gehören auch die Folgen gewöhnlich wiederkehren: der und Ortsweiſe bekannter Ueberſchwemmungen, vurch welche entweder das Heu oder das eben abgemähte Gras weggeſchwemmt, und der Wieſenboden mit ungeſundem Schlamm überzogen wird ,/ dergeſtalt, daß er für das laufende Jahr auch nicht einmal als Viehweide gebraucht werden kann 3(verglichen 1.942.470) Unglücksfälle, welche bloß die Perſon und das Vermögen des Pachters betreffen, und zunächſt keinen unmittelbaren Einfluß auf die Subſtanz des Gutes haben, denſelben aber bey Wiederholung unzweifelhaft nach ſich ziehen. Hierher Fehört alle Beſchädigung oderBernichtung der ver: käuflichen Früchte des Guts, an Getreide, Butter, Käſe, Wolle, Häute, Inventarienſtüken, Maſtvieh, Bier, Brannt» wein, Zinſen, Gefälle und Dienſte 3 ferner die Kriegscon- tributionen und Brandſchaßungen und ſelbſt neuentſtehende Landesabgaben in Friedenszeiten, deren Eintritt bey Schlie- ßung des Pachtcontracts nicht abzuſehen war. Wir haben die Fälle ad 4, a- b. o. d. unter nachſtehenden ben ſich in- fol: Höhere Gewalt vernichtet die Arbeit und ſogar die PYerſün- lichkeit des Pachters oder jedes Cultivators. 2) Eben ſo unwiderſtehlich ſind die Naturbegebenheiten ad b und oc, und, ſind ſie allgemein und umfaſſen das ganze Gutsterritorium, 10 iſt deſſen Culturkraft und Beſtand auf viele Jahre hin vernichtet. 8 der Cultur 3) Veränderung over Vernichtung des Product nicht unterworfener Pachtſtüce, deterivriren die Subſtanz des Inbegriffs. Die Geſetze über das Pachtweſen ſchweigen ganz von derjenigen Veränderung der Subſtanz eines Guts, welche durch die Ereigniſſe ad d. eintreten konnen, ſie be- ſtimmen nur Gewährleiſtung der Güte des Grund und Bo- dens, nicht ſeines Products, indem im Gegentheil allge- mein feſtgeſebt iſt,„daß der von der Cultur und von Na- M erbege benheiten abhängende Ertrag der verpachteten Nuvtungsrubriken niemals vertreten werden darf, 1. Wb 430.-/ und man kann hierbey nur auf die allgemeinen Nechts* grundſäße zurü&gehen, nach welchen wegen der Nutzung fremden Eigenthums überhaupt feſtgeſebt iſt, daß, wenn das Nutungsrecht durch einen läſtigen Vertrag erworben wo“ den, im zweifelhaften Falle darauf geſehen werden ſoll, daß der Berechtigte einen Genuß(Nutzung) erhalte, welcher mit dem, was er dafür gegeben oder geleiſtet hat, in billigem Verhältniß ſteht, und daß er für eine ſolche Verringerung oder Vernichtung der Sache, die ſich ohne ſein Verſchulden ereignet, nicht haften darf, 21. 10. und 14., und dieſe Geſetze motiviren alſo jede Remiſſionsforderung in den Fäl- len ad d, ſobald von Pachtgrundſtüc>ken die Rede iſt, die keine! Cultur unterliegen, wie Wieſen und Weide 3; die Sache Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 253 (611) ſteht alſo mit den ſogenannten Zufällen, 1. 21, 500.(unter welchen auch Ueberſchwemmungen genannt ſind), in ſofern auf gleicher Linie, als hier die Rede von den Folgen der Veberſchwemmung ſey kann. 4) Iſt nun die Vernichtung der! Culturmittel die Stz- rung oder Vernichtung der Cultur und fernern Production ſelbſt; ſo folgt daraus auch im geſeßlichen Sinne eine Aenderung oder Vernichtung der Subſtanz der Sache und daraus ferner die Vernichtung oder Veränderung ihrer Haupt: beſtimmung.) Eine Wieſe kann binnen 2 Jahren durc Ueberſchwemmung zu einer Nohrhorſt werden,„und dadurch, wean ſie groß iſt, der-Winterfutterbedarf eines ganzen Viehſtandes. ver: loren gehen u. ſ. w.; Dieſem würde die fernere geſetliche Beſtimmung nicht ent: egenſtehen, nach welcher, bey Einräumung der Nutzung eines FSnbegriffs von Sachen(worunter ein Landgut wohl mit zu verſtehen iſt), der Nutungsberechtigte auch die durch Natur und Zufall abgegangenen. Stücke aus den Nutungen des Inbegriffs elbſt, ſo weit es daraus geſchehen kann, wieder er: gänzen muß, weil dieß bey Objecten von einiger Größe niemals geſchehen kann.; 5) Alle Kraft des unter dem Pflug“ liegenden Bodens, oder ſeine Fähigkeit immer. wieder neues Getreide und andere Erndten zu gewähren, beruht hauptſächlich darauf, daß ihm ſeine Producte an Stroh und Futter alley Art in der Form von Dünger wieder zurückgegeben werden, weßhalb wir al- les Düngermaterial das eiſerne Jnventarium des Bodens genannt haben; es iſt ein weſentliches Stück der Subſtanz und ihre Abſonderung und'Trennung von einander vernich: tet die Fähigkeit des Bodens auf lange Zeit, Das Geſetz handhabt dieſen Grundſatz, indem es Strohverkauf und Ver- minderung des Viehſtandes zum Nachtheil des Düngers unterſagt, 451, 452. Da man nun dieſe Kraft des Bodens meſſen kann, da ſie mit der Feldeintheilung und Wirth- ſchaftsform eng verbunden iſt, ſo ergiebt auch die Vernich- tung einer gewiſſen Quantität Düngermaterial ſofort den Bez trag der Kräftverminderung der Subſtanz.* Dieſer. Kraft meſſung wegen bedarf es, keiner Hypotheſen, weil ſolche, von“ den Parteyen in Zweifel gezogen, vor dem Nichter doch nichts- gelten würden, man darf ſich deßhalb nur an die Natur der Sache halten. Wir haben im 4ten Bande d. Enc, S. 637 bemerkt, wie die Fähigkeit des Bodens, den Dänger u conſumiren ,* ſich nach ſeinen Gemengtheilen richte, und aß man daher in der Regel bey gleicher Düngung von der- ſelben Fläche 4 Trachten(Ertndten) vom thonigen Boden nehmen könne/ während man vom ſandigen mit Vortheil nur drey beziehen werde; ſeen wir alſo eine beſtimmte Feldordnung und Fruchtfolge und danach zu führende Dün- geordnung vorgus, und nehmen an, daß ſolche in einem Pachtverhältnmiſſe- beſtehe, der Pächter ſolche contractmäßig (und nach 345.) nicht abändern darf, ſo wird ſich das We: ſen der Sache ergeben, und nach Maaß und Zahl darge- ſtellt werden,- 39* 954 Oekonomie. 2. Abſchn. (612) Zu 2. nämlich die Unglü>sfälle an den Früchten, können allerdings durch die verſchiedenartigſten, und zum Theil durch dieſelben äußern Veranlaſſungen entſtehen, welche die der erſtern Art herbeyführen. Sie unterſcheiden ſich aber in ihren Folgett dadurch von erſtern, daß ſie Gegenſtände treffen, die ohnehin ihrer Natur nach beſtimmt ſind, der Subſtanz des Gutes nicht wieder zugewendet zu werden; im Gegentheil ſind ſie zur Con- ſumtion, d. i. zur Vernichtung, beſtimmt. Sie betreffen alſo| zunächſt die Perſon des- Pachters, ſein Capitalvermögen und 113 folglich ſeine Fähigkeit, die Pachtung, von welcher er, aus der Löſung für jene Producte, alljährlich ein gewiſſes Geldquantum"u an den Verpachter abgeben muß, fortzuſezen. Es iſt begreiflich, 4; daß, wenn dieſe Verluſte groß ſind, oder ſich ſehr oft wieder: holen, das Capitalvermögen am Ende ganz abſorbirt werden kann, woraus endlich gänzliche Unfähigkeit und die Unmöglich lichkeit, den Pacht fortzuſeßen, folgen mußte, und in einem ſol- sfälle, nach 478 und 485. ges fordert werden, folgt nun hier, und werden wir hiernächſt ihr Reſultat näher betrachten. dz ER I 02 Pacht» Adminiſtrations- Rechnung, nebſt vorgängigem Anſchlag vom Gute N. wegen der, über totalen Mißwachs durc< Dürre, nachgeſuchten Pacht- Remiſſion. Ertragsanſchlag des Gutes zur Verpachtung, und zwar von den liegenden Zu vergleichender Ertrag im Mißwachsjahre Gründen, 1525 zum Zwe der Remiſſion, 43 2; 3. ä, Roher Ertrag Procente| Dieſe Pro- Roher Ex-; 4 m. JFlächen-|AFer- 7 Binnen- und Ge: jFutter| Werth von[vom rohen| cente betra-|Bleibt reiner] trag Geld- Koſten|Bleibt reiner Inhalt|Claſſe 5 Außenſchläge, treide| und“| beiden in| Ertrage gen in Ertrag[jGe-|Fut-| werth Ertrag & nebſt rohem Lande 119,ſ,w.]| Weide| Gelde für die Gelde trei-| ter auf. Koſten de| 266. Heu incl, derje: 1 reduz nigen des cirt Viehſtan- Mrq. O2. N S ' 38]--='Erbſen". M2 38%.|20806.:.10425, 18969127|= 46x.| 1711| 5| 2-| 198| 14|10 h- un EASE ' 14| 85 deva Es 3%442 58 84x| 86|1 5|- 422 1586| 19|. 3.1 491.454 4-1: 2519 1-13 &,| 42| 90= Hafer a Sch. 16 Sgr.| 191x| 1483| 151| 17|6 42x| 64| 15|10 7| 1138] 60| 47| 47120|< Außenſchläge u. a.= 2] 200| mit Roggen 3 1 Sch. 14 Mtz.| 375| 400| 5083| 10|: 46x| 2411 3|4| 267| 6| 3] 125| 100| 200|-|S (14, 8, 300|= weiße Kleeweide a 2 Ctnr, 2 600| 2001|-|- 28x 561:20|>| 1436 10'18- B 86 En 517]118 wilde Schafweide a 1 Ctnr.|- 5172 184531 46| 8 582 1) 481: 26.4 3| 123120385. 4= 1450= ; 352117 wüſtes Weideland ax Ctnr.|- 177 58) 25|- 98x/| 161,45 1:71 201985 EF-- 601)247| 20| ) 14| 39 Viehweide 3 4 Ctnr, Ms- 565| 18| 28| 8 28x 6):.614-| 2403 1822087 P21.14 20. 32] 38 DIE T4-413 1 ABS WERBER ST EMORLE.42 2 322|14071 20|=:[32: u. 28x 64| 23| 1; 2: 1.322 2 4, Dünger davon 40 Fuder- z ZA.=|= 3 x B 172( EZEN|:: 25|: ARIE 4 15 0 9 47 0 1 3202|. 2 330| 27|- 60,| 1651.13| 6 1:465| 43486| 100|- Boykbagoe Nr. 47 Verſchiedene Arten.des landwirthſcKe e] Pf. 44 Thlr. " EE +a 10 Zinſen. Sgr. Pf. 256 Oekonomie, 2, Abſchn. (614). Zinſ E Koſten. inſem. Tit, II]. An Saaten, Thir.| Sgr.|Pf-[Thlr.|Sar.|Pf« in 8 S 39|-|- T 4 2 1 2 Hafer. 1a“ 9:5 18,2 19| 6|-|T 1 EE KÄeLAMENbie AP IO OE E25 I AS RES GESET G E20 KUEN) 2 j Summa 1342| 25164 13| 21| 5 | TDrt. XV. Schäferey. 630 Stück im Durſchnitt a 2x Thaler,| | Rer EH? 448 720€"E7-82-28 1700 Thlr. ( Stallutenſilien 82% 1 10,2 ] 1710 Thlr.| ? 1) Feueraſſecuranz- Beyträge! | für.+ 4 74,.1710. Thlr. 1 für das"'Winterfütter 3 32; | Etnr,;= 2225'Ctr. 3/7 Sgt. 519%? 2229 Thlr. 3 SIX PDCL EN 854.40.12 1285. 42 JOSIETN 100 4150 2) Für 1 Ctnr. 75 Pf. Steinſalz a 4 Thlr, 4 ZUS AU 20.201.254 VEIGEDURENET ZENT ZES 61.25.[-| / 3) Jnsgeinein /<« HEORCETEN 5|-|-' 4) Schäferdeputat und Cohn Ge BSE LSA. 1. 45' 5) Arbeitslohn und Marktunkoſten«| 22|-|- Summa 11581| 20:1. 8.1 7. 158,1-=" Tit..V- FAubNan, 14 Kühe und 1 Bulle, 1) 45. Stü> 3 40 Thlx.+« 0600 Thlr, Stallutenſilien!«4 04+(297 625:.-2 2) Brandaſſecuranz dafür, und für das Winterfutiter a 50 Ctnr.=750 Ctnr, a 7 Sgr. 175-- = 800 Thlr. ALS PyOcENE 1.8 85 4 4. 8 0, 9 10 dne 3) 4 Tonne Salz. 15.|--|- 4) Lohn und Unterbalt eines Hirten BK 708 41 5) Jnsgemein pro Stü> 8.Sgr.«« 4|-|- Summa 1,99|=“|- 3 312819 Tit. XX:"LPYnUngem: 1) Dreſcherquote zum 16ten Theil, von: 1214 Sch, Rogg. 75 Sch. 14 Mp. a 222 Sgr.| 57| 7 625=;«Gerſte 33 l 2.18%- 141 286- Erbſen 17 14 ABI 8 434/742 - 3 2 "uu n un 4191:*'=7„Hafen 41 15 a 12 2) Lohn und Unterhalt für 4 Mägde,[200 3) Dem Gärtner Lohn und, Deputat-. 1113 4) Lohnarbeit durch Männer 307 Tage- werte a 5 Sgr. 4,24. 5) 106 Weiber Tägewerke a4 Sgr. DEW fs Summa 1616119 1,12 Verſchiedene Arten des landwirthſc== 2)"FÜE 46: Slaftern./Brennhbols 4. 43.60-46.32 1-2 z Für x0* Fuhren."Strauchholz 564.0+ 7,95. 2 2 4) Für Schornſteinfeger: und Nachtwäch- terlohn u, ſ, w.-. 16. 24.4 42== lu 5) Zuſchuß zu den jährlichen etatsmäßi- gen Baukoſten WENNDE AN PR CI AE HDE 262er SI), GEFEISEHE % Em IE 00575 15 WW=> Et. 1.4-M0 Qeſpanükoſten 30- 4604 9.7147 2 25540 Tit. II1. An Saaten WAAL LSE TIG 102» 23808 202 24: UBE BBIH 7 7 0- SAN EU UDG: SG chnferen: 3 450757 180-2024.20.0.5. 5007 2 Wi 2V< 7 FÜr Den RUD ſtand: 0-5.04 99.440 07205 086.08 Tit. VI. An Löhnungen: 1) Dreſcherlohn zum 16ten Scheffel, von 685 Sch. Noggen, 42 Sh. 13 Mb. 2 1x Thlr.+« 57 Thl, 2 Sgr. 6: Pf. von 60 Sch. Hafer, 3,Sch. 12 Meß. 3/16 Sgr... Bui 9. 2) Lohn u. Unterhalt der 4 Mägde+.« 2662.= 7-== 5 3) Dem Gärtner Lohn 3 ZITBEDIEPUT ae 1707 EIB 25.202.702 gn ) 4) u. 5) Handarbeits- ERTE OE WWE TT. 1 PERS: ENE FRS. 386- SEE WEE WOI Summa 1630 Thlr. 10 Sgr, 4 Pf, Haupt-Adminiſtrations-Nehnung über die Päch- tung des Guts N. wegen nachgeſuchter Pacht- Remiſſion, - Nach der dieſer Rechnung beygefügten Erndte» Berechnung ergiebt fich, daß die Erndte von 1825 ſehr gering iſt, welches | | ' Oekonomie. 2. Abſchn. (616) beſonders durch den, zur Vergleichung beygefügten Pachtanſchlag nachgewieſen wird, Der Pachtanſchlag ſtellt»den reinen Ertrag vom Ackerbau, den Wieſen und aller Viehnuzung auf 2814 Thlr. 4 Sgr.-- Pf. Der reine Ertrag des Jahrs 1825 iſt da- Q0.F0N- NU:-. 51277 M0 es erd 5 78 NIGE IN IT ORTE IUS ML alſo etwas über 25 von jenem. Der gewöhnliche Gewinn an Futter aller Art, welches in dem Anſchlage auf Heu reducirt iſt, beträgt Hach" dem. Pachtatſchläge+5 45% 53 4710 11789 GMF: j und. jm"Jahre 18257 MUY 57 86 96 19.2 50 de SR DSELLS im leßtern alfo, über 2 weniger, als der Anſchlag annimmt. Das hat die Folge, daß eine anſehnliche Menge Dünger went: ger erzeugt werden kann, wenn nicht Futter gekauft wird. Nach dem Uebergabeprotocoll ſind dem Pachter zwey Binnen- ſchläge in friſcher Düngung übergeben worden, jeder a 52 Morg, 84 LQuadrat-Ruthen,= 104 Mrg. 168 Quadrat-R., wogegen die Außenſchläge nur erſt dann Dünger erhalten ſollen, wenn der zweyte Umlauf der Binnenſchläge herum und anzunehmen ſey, daß deren Culturſtand alsdann vollſtändig iſt; und um dieſe Cöntractsbeſtimmüng zu halten, muß im Laufe des Wirthſchafts- Jähres ſofoyt für die Futterergänzung geſorgt, werden, ka " Der Minderertrag des Jahres 1825 wird belegt durch die hier beygefügten Saatz, Erndte- und Dreſch- Regiſter, durch die von dem Ortsgerichte zu verſchiedenen Malen vorgenommenen Beſichtigungen, worüber Sechs beglaubte Zeugniſſe hierbey fols gen, welche zugleich beurkunden; daß die große Dürre zu einer Zeit eingetreten iſt, wo es nicht mehr möglich war, die Schläge anderweit zu beſamen, oder auch, ohne die eingeführte Feldord- nung gänzlich umzukehren, nur Sommerfrüchte zu beſtellen. Die in der Berechnung angenommenen Getreidepreiſe ſind nach den am Schluſſe des Wirthſchafts- Jahrs beſtehenden Prei- ſen zu N. nach dem Atteſt des Magiſtrats/ der Preis des Fut- ters äber, einſchließlich der Kartoffeln, der Ctnr. durchweg zu 10 Sgr,, als dem Productionspreis, angenommen worden. Einnahme. Tit. I. Vom AFerbau und der Viehnutbung, laut beyfolgenddr Speciglberechnung u. nach den vorſtehend gedachten Anſchlagspreiſen 1805 Thlr, 10 Sgr. Tit. I]. An beſtändigen Gefällen, wo- von der Pachter nur NRendant iſt. Zinſen und Dienſtgelder der Gemeine laut PEI 06: 0: NO INC PES SRE HEES DRÜOLE 7 MBS: 200 Me Rebe Bates 1257 100 Tit. 111. Anunbeſtändigen Gefällen. a) An Laudemial- Gefällen 6.Thlr. 10 Sgr. DYK SDNUZ CHI Afee 4 23 2 008 Tit. IV. An Natural-Gefällen. 1) Erbpachts- Getreide von der Mühle: 27 Wisp. Roggen a 32 Thlr. 80 Thl.= ELE AGErſte 2 2720.05 0126.10. 2) Weidehafer von der Gemeine 18 Schfl, a 16 Sgt...- 9- 18Sg, 3) 18 Zehentlämmer zum 1ſten DAVE*& 20 04950%%s.- 6 DAD TE RISSEN AIT ME AES Summa 2392 Thlr. 8 Sgr. 7 =? Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. (617) Ausgabe, Tit. TI. An Koſten für AY&erbau und Viehzucht einſchließlich für den Gartenbau laut Spe- cialberechnung sub Beylage 2..' 1630 Thlr, 10 Sar. 4 Pf. Tit, I1. An Gehalt u. Löhnungen. 1) Dem. Herrn Juſtitiar Gehalt pro DEE E28 193 16 NEIGEN 49 51.200 7.01, 2) Dem Gerichtsdiener deßgl, 415-=- demſelben Deputat: EB NBiSY- MOMA 1-01: 4 3227 SUD Wfl(ELITE 7/9447 8.21.€ 8 2.120. BASIN BUNG 155. 280%..2.200% 7 Tit, III. An Staats- und Commu- nal-Abgaben. 1) Lehnpferdegelder pro 1825 40 Thlr. 2) Dem Prediger Meßkorn 1 Wisp., Roagen 32 Thlr. S7 Werte!" 13. 5 45 8) Dem Küſter 8 Sch. Rogg. 10 Thl. 20 Sg. D= 12 Qerſle 249"4402 157% 4) An Land- Armenanſtalts- Beyträgen'pro 1825., 65" a 105"> An gewöhnlichen Ausgaben Summa 1827 Thir,= Sar, 4 Pf. Tit, IV. An außerordentlichen Ausgaben zur Erhaltung der Wirthſchaft,(Nach 121.490 u. 491.) 1. Anfehlendem Saatgetreide. 41) 1 Etnr. rothen Kleeſa- men, indem die Klee- ſaat im Gerſtenſchlage gänzlich vertrocknet ijt 18 Thl,== 2) Die fehlende Gerſten- ſaat zu den Schlägen Nr. 5. und 6. groß 62 Mg. 78 Ntb. a 13 Sch. pro Mg. 2 Wp, 22 Sch. EE LAON[De 76. ZI a DD E20 x 3) Die feblende Erbſenſaat zu dem 7ten Schlage 52 Mrg. 85 Quadr.-Nth,. a 1Sct alſo mit der r0- hen Einnahme nur ſeine Koſten zu 1630 Thlr. 10 Sgr. 4 Pf. die Abgaben vom Gute 494,78 9 ZO ZE die Zinſen ſeines Capitals von 8530 Thlr; zu 5 Proc. 426- 16742 2 üs | 253 Thlr. 15 Sgr. 4,9Pf bleiben übrig zur Pacht 140 Thlr. 23 Sgr. 4 Pf. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 263 (621) welche aber eigentlich zunächſt zu den: fehlenden Saaten und Futter zu verwendet ſeyn würden z doch ſteht dieſer Rechnung (hier ganz abgeſehen von den Formalien der Adminiſirations- Rechnung) der Vorzug des Pachtzinſes entgegen, und wenn er dieſen mit 33013 Thlr. bezahlen muß, ſo hat er der obigen Eine nahme noch 909 Thlr. 2 Sgr. zuzulegen, und danach ginge er dieſer und von ſeinen obigen 2253 Thlr. 15 Sgr, Koſten, 1191 Thlr., im Ganzen 2100 Thlr. verluſtig, worauf ihm 100 Thlr, Cautions- zinſen vergütet werden müſſen; das Verhältniß des möglichen Gewinnes bey dieſem Pacht ſtellt ſich alfo zum möglichen. Ver- luſte, wie 739 zu 2000 oder beynahe wie 1 zu 3, oder mit an- dern Worten, der Pachter kann in einem ſolchen Unglü>sfalle Ein Viertheil ſeines Anlage- Capitals binnen Jahresfriſt ver» liexen, während er damit überhaupt kaum 10 Procent gewinnt: Beträfe dagegen das Unglü> den Eigenthümer ſelbſt, ſo würde dieſer durch die verminderte Einnahme der 2392 Thlr. ſeine Koſten und die öffentlichen Abgaben größtentheils de>Xen, und im Gan- zen nur einen Verluſt an ſeinem Einkommen, von 812 Thlr. ha- en, dem er durch mancherley Vorkehrungen noch würde ermäßiz- gen können, wovey er denn an wirklichem Capitalvermögen nichts verliert. Die Neſultate der Adminiſtrations- Rechnung ſtellen den Pachter in daſſelbe, vorſtehend vom Gutsherrn angegebene Verhältniß, denn er de>t ebenfalls ſeine Koſten, entbehrt aber den möglichen Gewinn von 739 Thlr. 3; das Statt findende Remiſz ſionsverfahren hat daher für den Pachter nur den Nutzen, daß es ihn vor Capitalverluſt ſchübt z er trägt alſo bey der Yachtung die Gefahr eines Eigenthümers zu einem großen Theil, und es liegt daher an ſich im Jntereſſe' des Pachters, daß er bey Feſts ſezung des Pachtzinſes darauf genaue Rückſicht nehme. Die Entwi>Felung und Darſiellung des Remiſſionsweſens, mit Bezug'auf die angeführten Geſetze, darüber, berechtigt in keiner Weiſe zu der Erwartung:, daß alle und jede bedeutenden Unglücks- vder Zufälle, und aus dieſen hergeleitete Remiſſions- forderungen, durch die Legung einer Adminiſtrationgrechnung dürften ausgeglichen werden können, und dieß liegt haudtſächlich in der geſetzlichen Form, welche verlangt, daß alle laufenden Revenüen des Rechnungsjahres zur Cinnahme. kommen ſollen, wobey diejenigen, die nicht ein Product der Arbeit ſind, als alle baare Getdgefälle, der Rechnung immer noch ein gutes Rez ſultat verſchaffen können, während das Product der Bearbeitung des Grund und Bodens, nebſt dem Werthe der Arbeit ſelbſt; und mehr, oder weniger von den Viehſtänden, auf Nichts her- abſinken kann.z in dieſem Falle wird aber die Subſtanz des Guts ſelbſt angegriffen, weil ganze Capitale, nicht bloße Reve- nüen, verloren gehen, und es iſt nicht gleichgültig, daß dieſe Capitale zur Zeit nur dem Pachter gehören, wenn er nämlich das Inventarium gekauft hat, und er alſo allen Verluſt davon ſelbſt tragen muß, 474, Der vorbezeichnete Fall tritt 3; B; ſchon ein bey Brandſchaden, welcher die Viehſtände vernichtet; die für dieſes Unglü> nicht verſichert ſind, und zwar hauptſächz lich dann, wenn dieſelben Eigenthum des Pachters ſind, denn; ſind ſie Eigenthum des Verpachters, ſo trägt dieſer den Verluſt; 1. 21, 455. Der Viehſtand iſt aber ein Theil der Subſtanz des Guts, ſelbſt wenn der Pachter ihn gekauft hat, weil der Verpach- ter ihn nach beendeter Pacht nothwendig zurückkaufen muß; „ir 264 Oekonomie, 2. Abſchn, 6 (622) Man ſeve dem obigen möglichen Unglüsfalle einen zweyten inzu, nämlich die beträchtliche Lieferung, von Heu und Stroh in Kriegszeiten, für welche der Pachter Vergütung zu fordern nicht berechtigt ſeyn ſoll, 967., ſo wird die Subſtanz des Guts noch mehr angegriffen während dem Pachter die Nutung ent- eht. Die Form der Admin&trations- Nechnung läßt nur die Berechnung von Revenüen, nicht von Capitalien zu, das Geſeß ſpricht nur vom Erſatz, des durch Seuchen gefallenen und nicht ver? ſicherten Viehes durch den Verpachter 3"die für Remiſſion aus Brandſchaden zuläſſige Adminiſtrations- Nechnung, 518, reicht alſo in Bezug auf den Viehſtand nur. in ſoweit aus, als die verlvrenen Revenüen davon in Rechnung kommen. Die angedeu- teten Unglücksfälle verurſachen aber, neben dem Revenüenverluſt, den Capitalverluſt am Viehſtande, am Dünger und an Beſtelz lungsfoſten, folglich Betkriebscapital z-hinſichtlich des letztern kann nicht behauptet werden, daß ein Pachter ſolches aus dem Gute ſelbſt durch das ſogenannte Wirthſchaftskorn bezieht, er muß es im Gegentheil beym Antritt des Pachts ſchon baar vorräthig haben, und einen Theil davon an den Gutsherrn oder an ſeinen Vot- gänger in deni Pacht baar bezahlen, das Uebrige aber größtentheils verwenden, ehe die Zeit herankommt, wo ex eine Einnahme hat, Da nun ein Pachter jeden Verluſt am eignen Jnventarium ſelbſt tragen muß, 474, ſo trägt er die Verluſte der Subſtanz, von wel: c- &r“ /ZDZL2*snsr€€ "> Kaidpene 3 >“ x ir jim eer 75 5 -e und ihres zu beſtimmenden Werths, vorzüglich auf die Bemerkungen S. 589, und es gilt hierbey der Grundſatz, daß der Verpachter nur diejenigen Artikel zurücknehmen-und vergütigen muß, die dem Pachter laut Uebergabe- Vertrag in Nutung und Gebrauch übergeben wurden, und als notoriſche Wirthſchaftsbedürfniſſe er- ſcheinen, 602, und wenn auf die Zubereitung ſolcher Gegenſtände Auslagen verwendet ſind, ſo müſſen ſie vom Verpachter erſtattet werden. Artikel, die aus dem Gute ſelbſt entnommen ſind, als Stroh, Brenn=, Bau- und Schirrholz oder andere rohe Mate: rialien zum Bedarf, kommen nicht zur Bezahlung.%| Aus obiger Bemerkung(Bd. 5. S. 581.) ergiebt ſich auch die Bedingung wegen des Superinventariums des Pachters, und es ſteht ihm geſetzlich nicht frey, das Letztere nach Willkühr zu ver- größern, weil der Verpachter zur Antfahme deſſelben nicht ver- pflichtet iſt, 602, Hat alſo ein Pachter einen bedeutend größern, VI. 38 266 Oekonomie, 2. Abſchn, (594) als den ihm übergebenen Viehſtand abzuliefern, iſt gleichfalls das urückgelieferte'Ausſaatsmaaß“in der“Fläche, der Düngunzsſtand und die Pflugarten ſtärker, als bey dex Annahme, mithin ein ſtar» kes Superinventarium davon vorhanden, ſo kann dennoch die Annahme und Vergütigung ihres Werthes abſeiten des Verpachs- ters nur auf den Grund des Contracts gefordert werden, denn, obgleich der Mehr- und Minderbetrag an Samen und Aerbe- ſtellungskoſten zur Ausgleichung fommen müß, wenn auch deßs- balb keine Contractsbeſtimmungen exiſtiren, ſo wird doch, hits ſichtlich der Quantität, dieſe Ausgleichung nur erſt auf den Grund einer Unterſuchung und Beurtheilung durch Sachverſtänz dige möglich und auf dieſem Wege der Willkühr des, Pachters begegnet. 610 bis 614, Hierbey iſt zu bemerken, daß das Verfahren der Pachter, mehr Augsſaaten zu hintexlaſſeu, als. ſie empfangen“ haben, nur bey Dreyfelderwirthſchaften, und häuptſächlich' in dew Gegenden Statt zu finden pflegt, wo neben den Haupt= oder Binnenfeldern, noch große Flächen an ſogenanntem Außenlande vorhanden ſind, welche nur auf Ruhe, alſo ohne Düngung, abtragen, und bin- ſichtlich welcher gewiſſe Nuhejahre um ſo nöthiger ſind, als bey öfterm Abtrage die geringe Kraft ſolcher gewöhnlich ſandigen Felder ganz erſchöpft wird, und ſie dann auch nicht einmal mehr als Schafweide dienen können. Eine beſtimmte Contractsvor2 ſchrift beugt dieſem Unweſen vor, und bey einer feſt vorgeſchriez benen Schlageintbeilung kann ohnehin ein ſtarkes“ Superinventa- rium an Saat und“ Beſtellung nicht-eintreten. Die Rückgewähr folgt Punct für Punct ,dem Juhalte der Uebergabe-Verhandlung, und wird alſo in dem Maaße erleichtert und abgekürzt, als jene klar und deutlich, und mit Bezug auf den Contract erfolgt iſt, ſie endet hiernächſt mit der gerichtlichen Entlaſſung des Pachters aus ſeinen bisherigen Verbindlichkeiten und init der Rückgabe der Caution und den gegenſeitigen Gene- ralquittungen beider- Theile, Die gerichtlichen Foxmen werden hierunter.(in den preußiſchen Staaten) durch die. Vorſchriften der aligemeinen Gerichtgordnung beſtimmt, In ſo weit erreicht nun eine Pachrung im gütlichen Wege auf. dieſe. Art ihre Endſchaft; wo indeſſen ihr Ende durch Strei- tigkeiten, oder durch Berfall des Pachters, oder durch eingetretene anderweite. Mißverhältniſſe der Intereſſenten herbeyzgeführt wird, da folgt derſelben gewöhnlich die Einſezung einer Adminiſtration, und die unter beiden Theilen ſtreitigen Puncte beſtimmen auch den Act der Nükgewähr auf die eine oder auf die andere Art, und bierauf. werden. wir am Schluß, beym Artikel Adminji- ſtration, zurückkommen, 3) Erb-Pact. Derjenige Vertrag, vermöge deſſen Jemand das vollſtändige Rubungsrecht einer fremden Sache, gegen einen damit in Bera häliniß ſtehenden Zins erblich überkommt, wird ein Erbpachts- vertrag- genannt: x? Ein einzugehender Erbpacht ſtübt ſich zum großen Theil auf dieſelben Negeln und Maaßnahmen, die' bey dem Zeitpacht be: rührt worden ſind, und wenigſtens hat man dieſelben, in Bea GFZ WEILL IE Verſchiedene. Arten des landwirthſchaftl. Betriebes, 595 zug auf. die richtige Feſtſezung des Zinſes, im Auge zu FUNDIEN weil bey Beurtheilung' des Verhältniſſes zwiſchen dem Ertrage des Pachtſtückes und dem darauf gelegten Zinſe, auf die Zeit des eingegangenen Vertrages, und. die damals vorgekommimenen Umſtände, Nückſicht genomnien wird, 1. 21. 190. Die Erbpalhtsgerechtigkeit iſt, nach preußiſchen Nechten, das volle Eigenthüm des Pachters; jedoch muß beym Einſchreiten des Verhältniſſes eben ſo., wie bey dem Zeitpacht, das Necht genau Fund wörtlich ausgeſprochen werden, damit im Zweifel darüber der Vertrag nicht als ein ſolcher angeſehen wird, durch welchen bioß ein erbliches, eingeſchränktes Nutungsrecht har Überträgen werden ſollen, 192,'201, Boy Errichtung von Erbpachten wird gewöhnlich ein ſoge: nanntes Einſtands-: pder Erbſtäandsgeld von Seiten des Pachters an den Verpachter gezahlt, welche Zahlung im Streit- falle die Vermuthung für ſich hat, daß ſelbiges für die Erbgerech- tigkeit gegeben. worden... Es giebt indeſſen Erbpachten, wo ein ſolches. Erbſtandsgeld nicht gezahlt iſt, und die dennoch recht8- beſtändig ſind, der Mongel deſſelben macht daher den Vertrag nvc aus ſehr ver- ſchiedenen Theilen zuſammengeſetzt iſt, und die Sache ſich nicht ſofort leicht und mit einem Male überſehen läßt; außerdem wird die. Zugrundlegung einer Anſchlagsberechnung bey Errich tung eines Erbpachtcontracts auch noch aus eben denſelben Grün- den nöthig, die wir im vorhergehenden Theile bey den Zeitpacht: tontracten angeführt haben. Der Erbpacht mit Erbſtandsgelde kann halb als gewöhnlicher Kauf angeſehen werden; denn der Erbpachter hat kein Recht In- tereſſen vom gezahlten Erbſtandsgelde auf den Zins abzurechnen, 1963„es wäre denn, daß ſolches contractlich verabredet iſt, ws denn das Einſtandsgeld als Caution zu betrachten ſeyn würde. Es iſt willführlich„und unterliegt feiner Regel, wie höch das Erbſtandsgeld- zu beſtimmen, oder ob Überhaupt dergleichen gezahlt wird; denn vft wird dergleichen gar nicht gegeben, und es kommt hierbey alles auf die Abrede an z; allein daß man bierbey den Er- trag des Grundſtückes und den Zinsertrag des Geldes genau be- rechne und zuſammenſtelle, iſt ünerläßlich, weit das Erbſtands- gers ein Theil des Kaufcapitals iſt und der andere Theil dieſes apitals durch den zu zahlenden Erdpachtszins repkäfentirt wird. Gleichfalls iſt bey Beſtimmung des Erbpachts der Zuſtand der Wohn- und Wirthſchaftsgebäude und deren Reparäaiur znd vorkommender Neubau zu berückſichtigen, und darüber beſtimmte Abreden zu treffen, wie die Koſten dazu von beiden Theilen äufz- gebracht werden jollen, oder vb nur der eine Theil ſie trage ſol und in Anſehung der Reparaturkoſten folgt von ſelbſt, da ſich ſolche oft wiederholen, daß etwas Gewiſſes in dein An'es her«- Untergeſeßt werden, 207; und bey Berechnung dieſes reinen Er- trags iſt der nothwendige Unterhalt des Erbpachters und ſeiner Familie nur ſo weit, als dieſelben bey der Bewirthſchaftung des Gutes Dienſte leiſten,=-(hierunter ſind wahrſcheinlich Knechts- dienſte und Handarbeit zu verſtehen, ein Erbpachter aus höhe: rem Stande, der dergleichen nicht leiſtet, hat alſo dieſen An- ſpruch nicht)=- von den RNutungen unter den Wirtbſchaftsaus2- gaben in Abzug zu bringen. Nad) Wiederherſtellung des GSutes in den vorigen Stand, tritt auch der urſprüngliche Pachtzins wieder ein, 203. Dieſe Beſtimmung macht es an ſich ſchon wün- ſchenswerth, daß der wirfliche reine Ertrag des Grundſtückes gleich vom Anfang her feſtgeſtellt werde, wovon für einen lan- gen Zeitraum hier Gebrauch gemacht werden kann, - Aus dem hier entwielten Weſen des Erbpachts, ſowohl von rein wirtbſchaftlicher, als von rechtlicher Seite, ergiebt ſich die Nothwendigkeit, daß die Unternehmer den oberſten Grundſatz alles Pachtweſens, den wir im 5ten Band d. W, S, 562 auf- Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 269 4(597) geſtellt, genau beachten, ja darin noch genauer verfahren müſ: ſen, als die Zeitpachter, eben weil das. Verhältniß des Erbpach- ters fortdauernd iſt, Mißgriffe alſo nicht gehoben werden können, welches die gewöhnliche Folge hat, daß ſolche Erbpachtsgüter, auf denen ein zu hoher Zins laſtet, gewöhnlich ſchnell aus ei= ner Hand in die andere gehen, und ſtets an leichtgläubige und kenntnißloſe Käufer gelangen, deren mehrere oft ihr Vermögen verlieren, während auch der Erbverpachter dabey die Erfahrung macht, daß bey dieſem öftern Beſitzeswechſel der Culturſtand und die Gebäude des Grundſtü>s in Verfall gerathen. 4) Erbzins und Erbzins-Güter., Wenn einem Beſißer eines Landguts das nußbare Eigen- thum, gegen die dafür zu entrichtende Abgabe, verliehen, und dem Empfänger dieſer Abgabe das Obereigenthum vorbehalten iſt, ſo wird ein ſolches Grundſtü> ein Erbzinsgut, der nutzbare (nutzende) Eigenthümer Erbzinsmann, und der Obereigen= thümer Erbzinsherr genannt. 1. 18. 683. Bey. dieſer Art von landwirthſchaftlichem- Eigenthum, wel- .> rr Zs<€ 5 dias KEI EEEG LEgne5 Mz ZE dn Dä Mee- 357 dg NN DT ER nach, auf gleichen Fuß geführt werden muß, die Adminiſtration mag eine. privative pder eine gerichtliche ſeyn 3; wir faſſen jedo das darüber Vorzutkragende, mit den übrigen Gegenſtänden pie wir für dieſen Abſchnitt noch zu behandeln baben, im Folgenden zuſammen, Verſchiedene Arten des landwirthſchaft!. Betriebes. 271 )(599) Unſer Vortrag im 5tem Bande. d. W. iſt, ſeiner Natur nach, nüp dann ganz allgemein verſtändlich, wenn er mit den gehörigen Boyſpielen belegt wird, und dieſe Beyſpiele müſſen, da ſie die Lehre von den Verhältniſſen tängiren, nothwendig in Rechnungsform erſcheinen, da das nicht rechnungsmäßige bereits därgeſtellt iſt. Indem wir daber Bezug nehmen auf das, was S, 560,561 und. 577 geſagt worden, haben wir noch Folgendes zu berühren. Die fol: enden ſechs Anſchläge und Berechnungen ſind nach verſchiedenen ormen angelegt, und der erſte beſonders nach der ziemlich alls gemein üblichen Art und Weiſe, welche indeſſen ihren Zwe> am wenigſten zu erfüllen vermag, da ſie durchaus keine klare Anſicht des Gegenſtandes hinterläßt, folglich zu keiner Ueberzeugung führt, und Nr. 4. iſt dem etſtern ſebr ähnlich 3; die Rectificationen beider unter Nr. 2, 4 und 5 weiſen auf alle die Puncte hin, die“ bey die- ſen Geſchäften in Berührung kommen und wobey ſowohl die Fehler in" der Behandlung des materiellen, als des formellen Theils herz vortreten; letztere werden aber noch mehr einleuchten, wenn wir damit die Anſchläge und Etats unter Nr. 3, 5 und 6 vergleichen 3 dieſe ſind nach den entwickelten Grundſäßen angelegt, und geben ein Bild der ganzen Beſitzung und Wirthſchaft im Ganzen und im Einzelnen, welches ſowohl bey einem Kaufe, als bey einer Pachtung, oder einer Adminiſtration zum Grunde gelegt werden kann. Man muß dieſe Formen kennen, um mit Gründe zur Ein- ſicht über dieſe Art von Geſchäften zu gelangen, und'man muß ſelbſt das Fälſfche, Veraltete und Ungeeignete kennen lernen, um deſto früher die Wahrheit finden zu lernen; aus dieſem Grunde fügten wier hauptſächlich die Berechnungen Nr. 1, 3, 4 hinzu. Wenn man ſich nun auf den Grund eines wirtbſchaftlichen Specialanſchlags und Etats von den Eigenſchaften eines Landgutes Überzeugt, und dieſe Documente ſelbſt mit der Wirklichkeit- mög-= lichſt verglichen hat, ſo wird kein Zweifel ſeyn, daß dadurch ſo- wohl die Beurtheilung der Sache an ſich, als auch jedes Kauf- oder Pachtgeſchäft darüber ſehr erleichtert wird. Auf Seiten des Ei- genthümers ſteht die Ueberzeugung feſt, was er als Kaufgeld boffen, oder was er als Pachtzins fordern kann 3 auf Seiten eines Pachters oder Käufers wird gleichfalls bald ein Entſchluß darüber gefaßt werden können, wie hoch das Kaufgelder/- oder Pachtzimsgebot wird gehen dürfen; und da die Aufhebung jedes Zweifels die Sicherheit des Handelnden erzeugt, alſo in gerader Folge eine Feſtigkeit des Entſchluſſes, mit Ausſchluß ſchwanken- der Meinungen, berbeyführt, ſo wird dadurc< ein-Abkommen un- ter den Contrahenten um ſo eher zu Stande kommen, als„Jeder gleich einſieht, auf welche Puncte er ſein Augenmerk vorzüglich zu richten habe. Welchem Käufer oder Pachtluſtigen würde 3. B. bey dem Anſchlage Nr. 1 nicht ſogleich auſſallen, ſobald er von der veranſchlagten Dreyfelderwirthſchaft Nr, 1. zu der Prü- fung der in der Wirklichkeit beſtehenden und ebenfalls veran- ſchlagten Vierfelderwirthſchaft Nr, 2. übergeht*), daß bey erſte: rer eigentlich nur 5 des Ganzen veranſchlagt, übrigens aber die +) Dieſe Veranſchlagung iſt jedve Torf für 7 gr. aus der Erde ſtechen, und dieſelben für einen Groſchen anfahren laſſen könne, daß man der veranſchlagten Dreyfelderwirthſchaft in der Wirk- lichkeit eine vierfeldrige entgegenſtellt, bey welcher man, uner- achtet der gerühmten Servitutweidenuzungen, dennogſh das Vieh auf halbe Stallfütterung ſeen und zu dem Zwecke den 4ten Theil mit Klee beſamen muß, der gleichwohl dieſer unzwekmäßigen Feldeintheilung willen, ſelbſt bey hinreichenden Düngermitteln, ſchon um Johanni, zu Gunſten der anentbehrlichen Winterſaat= beſtellung, ſchon wieder umgebrochen werden muß, folglich nur zur Hälfte benußt werden kann. Wem würde es ferner nicht auf- fallen, daß der Gewerbsprofit von den Nebengewerben der Braue- rey und Brennerey nur durch eine höchſt tadelhafte Berechnungs= weiſe herbeygezogen und in,ſo hohen Zahlen feſtgeſetzt iſt, und endz lich, wie könnte dieß ganze Rechnungsweſen, in allen ſeinen einzlnen Theilen theils übertrieben, und gegen die Natur der Sache, theils calculatoriſch falſch, irgend Jemand Zutrauen abgewinnen? Betrachtet man dagegen die Wirthſchaftsetats und. Anſchläge Nr. 3, 5 und 6, ſo wird jeder Sachverſtändige ſofort zur Ein- ſicht darüber gelangen, was er bey dieſen Gegenſtänden zu denz ken, zu thun und zu laſſen, und wie er bey Kauf oder Pacht zu verfahren haben würde; der Kauf- und Pachtluſtige überſieht mit einem Blicke, was zu der Unternehmung nöthig iſt, und wie ſie ungefähr rontiren werde, indem er vorher weiß, wie viel Jnven- tarium, Betriebscapital und Zinſen aufgewendet werden müſſen, um zu dem veranſchlagten reinen Ertrage zu gelangen, und ſelbſt eine Yebertreibung oder ein Rechnungsfehler würde ihn hierbey we= niger irreführen, als bey jenem labyrinthiſchen Rechnungsweſen geſchieht, Nicht minder wird äber ein Verpachter ferner berech- nen können, wie viel reine Bodenrente er, nachdem er für Be- triebscapital und Jnventarium nicht mehr zu ſorgen, ſondern dieſe Sorge dem Pachter übertragen hat, nunmehv noch von ſeinem Grundſtücke zu beziehen hat, alſo wie viel und wie hohe Zinſen ihm ſein Kaäaufcapital einbringt. „Wir ſchließen dieſen Abſchnitt, indem der folgende von der Art iſt, daß dieſer Gegenſtand dabey ohnehin nicht ferner unberührt bleiben kann, und wenn hier Manches bereits hat berührt werden müſſen, was theils ſchon früher vorgekommen, theils noch künf- tig vorkommen wird, ſo müſſen wir die Leſer auf unſere frühere Er- innexung über die unmögliche ſcharfe Sonderung der Objecte(im 4ten Bande S. 618) zurückführen, und uns vorbehalten, alsdann auch no< Einiges kis die Stellung des Pachters zum Verpachter beyzubringen. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes, 273 (601) No. I. Taxation der Güter der Herrſchaft Hohenberg mit ihren Zubehörungen, Es gehören zu dieſer Herrſchaft zwey Hauptwirthſchaftshöfe und ein Vorwerkshof, ſämmtlich 3 Meile vom Strom belegen, Die Grenzen ſind berichtiget und außer Streit. Die erzeugten Producte werden theils im Großhandel zu Waſſer, theils in einzelnen Poſten zu Lande mit herrſchaftlichem Geſpanne verfahren; die Entfernungen mehrerer großen Markt- ſtädte ſind zwiſchen 12 und 2 Meilen. Die Höfe heißen Hohenberg und Landow, und das Vorwerk Griſchau; die ubehörungen und Nebennutzungen werden bey den folgenden Specialien angeführt. Die AFerwirthſchaft zu Hobenberg wird betrieben in 4 Schlä: gen, und. wird dieſe Eintheilung durch die Örtliche Lage der Fel: der beſtimmt. Die Fruchtfolge iſt: 1) Winterung in friſchen Dünger z; 2) behakte Früchte, Erbſen und Widen z 3) Sommer- VET mit untergeſäetem Klee; 4) Mäheklee und Weide bis ohanny. Dieſe Eintheilung wird durch den möglichen Düngungsſtand, zu x des Ganzen alljährlich, als vortheilhaft anerkannt; die Ta: 0 geſchieht aber reglementsmäßig nur nach Dreyfelderwirth- aft. „Zu Landow und Griſchau beſteht Dreyfelderwirtbſchaft bey 6jähriger Düngung. Zum Wirthſchaftsbetriebe wird folgendes Perſonal gehalten: 1) Bey Hohenberg: 1 Wirthſchaftsſchreiber, 1 Pflugmeier, 1 Hofmeier, 2 Pferdeknechte, 3 Jungen, 4 Mägde, 1 Kuh- hirt, 1 Schäfer mit 2 Knechten, 1 Schweinhirt, 1 Milch- knecht zum Verfahren der Milch, eine Molkenwärterin, eine Wirthſchafterin.?. An Geſpann- und Nuthvieh: 9 Pferde, 25 Ochſen, 67 Kühe, 2 Zuchtſtiere, 22 Stü> junges Vieh, 1000 Schafe, 8 Zucht: ſchweine, 58 Kaufſchweine. 2) Bey Landow': 4 Wirthſchaftsſchreiber, 1 Pflugmeier, 1 Hof- meier, 2 Pferdeknechte,-3 Jungen, 3 Mägde, 1 Kuhhirt, 1 Ochſenhirt, 1 Schäfer mit 1 Knecht, eine Molkenwär- terin. An Geſpann- und Nubvieh: 5 Pferde, 26 Ochſen, 15 Kühe, 41 Zuchtſtier, 8 Stü> junges Vieh, 500 Schafe, 5 Zucht: ſchweine, 26 Verkaufſchweine. 3) Bey Griſchau: 1 Wirthſchaftsſchreiber, 1 Pflugmeier, 2 Knech: te, 3 Jungen, 2 Mägde, 1 Schäferknecht, 1 Ochſenhirt. An Geſpann= und Nubhvieh: 5 Pferde, 26 Ochſen, 2 Zucht: ſtiere und 15 Kühe, 6 Stü>X junges Vieb, 1000 Schafe, 4 Sauen, 20 Schweine. Gräben und Waſſerläufe ſind nicht erheblich auf dieſen Feld- marken vorhanden..? Ackergemeinſchaft und Servituten haften auf“denſelben nicht. 274 "8 Dekonomte."“"'2. Abſchn,-* (602) Der Theil der Wieſen, der im Stromthale liegt, iſt ſchädli- Rohrbunde zur Dad: deckung liefert, Zu-den Ehrenrechten! gehören Jurisdiction, Kirchen:, Pfarr und Schul:- Patronat.; Zu den Regalien: eine Ziegelbrennerey, eine Oelmühle, eine Branntweinbrennerey, eine Brauerey, eine Windmühle zum wirth- ſchaftlichen Bedarfe, zwey Erbpachtsmühlen, freye Stromfiſcherey zum Hausbedarf, baare Hebungen und Gefälle von den Ortseins2 ſaſſen, eine Sandgrube. - Der Pfarracker zu Hohenberg iſt in Erbpachtsbeſih des Do- mini. + Die Schäferey iſt in der Veredlung begriffen z das Rindvieh iſt große Niederungsraſſe. 1. An Flächengehalt hat Hobenberg nach dem Bonitirungs-Regiſter des Conducteur N. N; von+. 1) An Ae>ern: Merg.|D.RſMrg- D..R. 1/3, 5 Mg. 2Q.N. an Weijzenland 1.-Claſſe| 15| 60 1/3, 189= 103-- deßgleichen 1 m 901. 4.802 1/35 83= 24= amwGerſteinlaänd' 1. Claſſe[249| 72 1/3, 29- 97--"degaleichen N 88 1112 1/3, 321-4033= an"Haferland' 1. Claſſe] 97[131 1/3, 19= 1044=- dbeßgleichen vB ed 1/3, 3-- 1591=- S3jähriges Roggealand| 11|118 .. 110881183 2) An Wieſen: a) Dey Birkenbruch, einfach mittlere,.| 87| 60 b) Die Pfaſſenwieſe, 2ſchnittige gute..| 29| 24 C)/ Eine vergl EdT EN EN 110004 43| 17 d) Eine dergl, 2ſchnittige mittlere. 5« j 10| 22 Re E 1691123 3) An'Obſt- und Küchengärten: 2 46 82421120 3 4) An Wörthen: Cine“ Wöribe am Hofe FEN 210 SP 1 35 049 20 Summa der Grundſtü>e 1301| 1 Berſchiedene Arten des Jandwirthſchaftl, Betriebes. .(603) Flächeninhält. I1.. Das. Vorwerk Landow, Verg.|2.N.JMrg.[Q.R. 1). An AedFexrn: SENN(1 v6 Weizenland 4:/ Claſſe+,-+-zxzws 5541110 1122 deßafeichen 2.s DEA) aue] 1416.0.0004/959)128 168 Gerſühländ'2.!== 5 460 07% 5 4.0.4263 1 74 MUfeIan 1 161-EP ED ds ES va 29.45.28 1385[747 ? y 2 4. 4721 1138 2) An beſtändigen Wieſen,, ,|.; 4-49| 86 3) An Feld= und Meſchwieſen': REIRNEDINGN 7 00.0.1844) 4.1000» 1544160 ds EITE RLS ZU BU SDEUNG UWG x 27 ESIO DEN ffe:(85 80377 82 12 ZU TEASE ES EE EE WOR MORT: BER 09.77) |+4 13 110 4) An Gärten: 108 Obſt« und Küfhengärten++07], 5 291 4 5) Unbrauchbar finb/ Zuſammen? 1.4.0.0 Es Se8 De biz 31 52.4: 008| 55 Summa der Grundſtüke,, c|,|", 1854|2d III. Das Vorwerk Griſchau. 1) Rn Aecern: BBFISIUEND: 4: lake 6.0-% 7+ 4.0785)+. 1.56 deßgl. ES EE EN URGENT GSE EE u 107 Werfmnlanbd-de imm 4:4 vel mat 19.1187 DOA FERN DS: E12 220 2104-49-2gms 39: 70.2008 10047 OLAT deßgl. EU FER: 5 20 Ws I28 DUO UO EK SEGER DITE 5 ws 199 187 51 Moggenlähb SIN DUN: 00.2420 08.4.0740 2004460 |.. 8726| 38 2) An beſtändigen Wieſen: 8) Die Koppel a, 12 Centyner.«+ 3++ 1141.54 hb). dieſelbe a 9 Ctnr.+. 40|179 c) daſelbſt die Feldwäch terwieſe DY Cinr. 38 Q) Dieſplbe zu EICHEN u 3 4 20%%....1-19.4160 .+ F143 1 33 3) An Obſt- und Küchengärten: DETZFUNNEN GENEN: 2.4) alp ve 12004061. 28 Der/Dyſtadrtent: 25 SEITER 4% Fe 76.010 1,.24 TIS 4, 61.581 4) An Wörthen: EMEN 0 GMT IEEE 1:58 7 8 u 244.178 EINES DEN Fls Ed 108 1-8 320 8 18 1124 EE 105001 1-15 064 Ker CU I Gn ZEI Wie Sr DU"40| 20 5„47 487 1167 5) Unbrauchbar: e)! M6öDEUn a Ane Stu: u 4 4:2 118" b) im Acer M E48 27 GATES NDEN DIS| 52| 86 Summa der Grundſtücke 276 Oekonomie. 2. Abſchn. (604) Ertrag. T. Bey Hohenberg. Merg- (>:| 63 126 83 29 20 35 7x 24 97x 52 28% “- A Winterfeld: Weizen im Weizenlande 1ſter Claſſe . a 1 Scheffel 6 Meßen, Einfall thut 7 Schfl. 4 Mt. a 6 Korn 42 S. 23 M. Davon ab: die Saat mit 7S,3M. zur Wirthſchaft 2 Kom ius as 21.00 15:5 : Bleiben zum Verkauf Weizen im Weizenl, 2. Cl. a 1 Sch. 4M. Einfall thut 78 Sch, 12 Mb. a 53 Korn 433 S,2M, Davon ab: die Saat mit 78-S, 12M. zu Wirthſch. 2 Korn:+ 157= 8-2 I HIN a RI Bleiben zum Verkauf ? a Schfl. 1 Thlr. 4 gr. Weizenland 2, Claſſe und Gerſtenl. 1. Cl, mit Roggen a 1 S.2M, Einfall thut 235 Sch. 5 M. a 5x Korn 1294 S. 33 M. Hiervon ab: zur Saat 235S. 5M. 3. Wirthſch. 2 Korn 470- 10- 706, 49.45 Bleiben zum Verkauf Roggen im Gerſtenlande 2, Cl, a1 Sh. Einfall thut 29 Sch. 9 M. a 5 Korn bleiben 118- 4- Dav. d. Hälfte z.Wirthſch, 59= 2- Bleiben zum Verkauf Roggen im Haferl. 1, u. 2, Cl. a1 Sd) Einfall thut 52 Sch. 23 M. a 43 Korn 234S. 113 M Hiervon ab die Saat mit 52- 25- bleiben 182- 83: Davon die Hälfte zur Wirtbſchaft mit 91 5. 544.2 1) Vom Ackerbau, Sc Jungvieh a+ 1 22 1000 Stü>X Schafe pro hundert y 30 300 An Schweinenutzung von: 16 Wispel 21 Sc00 Summa 64 Verſchiedene Arten des landwirthſchaftt,. Betriebes. 279 (6097) EY aF. Ge Bou aß etrag b) von B. T RIN tees An Präſtationen der Einſaſſen: DE(01:[pi- IDE bTE jar.[pf 13 Fiſcher geben ein jeder jährlich 13 Thl. 49 gr.| 248|: 6 2 Freyleute| oder Büdner Grundzins deßgl. 5 Thlr. t 5 s S Ä" 10 1 Freymann deßgl. jährlich. N N 19 fs 13 Summa« 2621 6 c) von C. An Präſkationen der Einſaſſen: 9 Fiſcher geben ein jeder jährl, 13Th. 14gr. 9pf,| 122[1219 1 Freymann Grundzins:. ME EL 3 1 Freymann deßgl.. 7%| 1; WAP 4 Freymann deßgl,. N|.; 3 9 Summa. 140 9 d) aug). Ati Präſtationen der Einſaſſen: 17 Bauern geben ein4+ jährl, 9 Th. 21 gr. 43 pf.'| 168| 3143 1 Schmidt giebt.-, 6 6: 119 1 Freymann giebt. N y 7 4.1.0 -|-4 170 12119 e) an Erbpacht: 1 Müller ziebt jährlich 4 Wigspel 12 Scheffel Roggen als Mühlenpacht a Schfl. 22 ar.. 99 3 Summa. 269„21143 Recapitulation der beſtändigen Gefälle: a)-das' Dorf A2., x 4 64 ;) 50; z 3. 3;.. 8 262 16 coc)* 2 Q N“ E 140 9 d)«„3 898 8 ata,; 2 269(21|4x Summa 3 736| 4|1x 7) An unbeſtändigen Gefällen: a) von A. 13 Familienwohnungen) entrichten Miethe per Stube 5 Thir. und nach Abzug des-tegte- mentsmäßigen x N 8 N 5 54| 4 9 Einlieger entrichtemein jeder jährlich 2 Hand: dienſttage, ſind 18 Tage 3 4 al 8 pf5ur 8 M 85) 18) b) von N.| 65| 7 Der Miethsmann N. Schutzgeld jäbrlich 1 20 Einlieger dienenjährlich ein jeder 2 Manns: banddienſitage, find 40 Tage 3 1 gr. 6pfs 2(12|| c) äus B. 3|12 25 Einlieger entr, ein jeder jährlich 2 Manns- handdienſttage, ſind 50 Tage 3 1 gr. 6 pf. 2.9 830% 3j]3 Summa der unbeſtändigen Gefälle:. 61|22 Bemerk, Die Unterthanen leiſten feine Dienſte mehrz es ſind daher dieſe Dienſte hier ſo in Einnahme geſtellt, wie ſolche bey dem Ackerbau wiederum in Augsgabe zeſtellr wer- den, weßbalb ſich das Ganze gleich bleibt(?). 280| Oekonomie, 2. Abſchn. (608) Ertrag. Anſchlag8-4 Geld- 4 Saß betrag 8) Von der Brennerey: Thlr.[ar-[pf-J hir.|gr-[pf- Fach den von dem Wirthſchafts- Inſpector über die Brennerey geführten Rechnungen ſind in den letzten Jahren 1816-- 1819 abgebrannt worden 96,525 Quart. Dieß beträgt auf ein Fahr 32,175 Quart. Davon werden 13 Quart pro Scheffel Branntweinſchrot gerechnet, ſind 2475 Scheffel. Hiervon 4 und x Gerſtenmalz thut Noggen, Gerſtenmalz, 1980 Schfl. 495 Schſl, Am Gerſtenmalz geht ab x Quellmaaß; 4 wn 00::5 bleiben reines Getreide 1980 Schfl. 440 S Torf 1 gr.-. 44-712 das Holz klein zu machen pro Klafter 6 gr. 6.112 Mahlmeße für 5 Wispel 3 Scl+ 71.8 Latus. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 281 Ertrag. ' Transport Böttcherlohn pro Wigpel 6 gr.«5 4 für Unterhaltung der Blaſe pro Wigpel 16 gr. Ingredienzien pro Wispel 4.gr.„. bre An Insgemein für SäFe, Beſen, Licht pro Wispel 3 gr. N 4 5“ für den Gewerbeſchei 0 E| . für die zu kaufenden 26 Klaftern Holz 3 1 Thlr, 6.ar5% 5... y ; Summa Einnahme: Gebrannt ſind worden 2.114:32,175.Qyatt, davon an Deputanten. 2325766 bleiben 31,943 Quart. Der geführten Acciſe und der Erhöhung des Getreides wegen pro Quart 4 gr.. für den Schlamm pro Wispel 12 OL 167% ; 1. 10Bleiben Hiervon ab das Schenkquart mit 1/20 von dem Krugdebit der 6480 Quart, ſind 324 Quart 32 4 gr. bleiben und hierzu wieder der Roggen für obige 232 Quart Deputantenbranntwein mit 17 Schfl. 14 Met, a 22 gr... bleibt reiner Ueberſchuß 9) Von der Brauerey, Nach den über dieſe Brauerey geführten Rech- nungen und deren Extract ſind in den Jah- ren 1816-- 19 verbraucht worden 74p Hiervon beträgt die Fraction auf 1 Jahr Der Weizen verhält ſich gegen Gerſte wie 8 zu 15, Es betragen daher 10 Schfl, Weizen 2 Fann alſo zuſammen Gerſte verbraucht wor- en; .+ Hiervon 1/3 Quellmaß 05 5 bleibt Gerſte einzukaufen (609) Anſchlags- Geld-= Saß betrag Thlr. gr.|pf.4 Thir. ar.[pfs R 2875|25|10 25|19| 6 68|18 47,41.4 6] 12|24| 5 16 + 140|15| 5 7 32.|12 | 3049| 51 3 5323 j20 51|13/6 . 15375 191 8 . 2326| 4| 3 SIE 84 n 2272| 41 3 +4:41-|:-4+46).018 s 2288|131' 6 Weizen: Gerſten: malz malz Wsp.|Sch.|W8p.|Sch.| Mz. 1] 61:47 1161 4 10.|. 450184 45 18|i2 16.1 12[433 4 2 FP SIRIO LI2 4 KK 1081 26.11422 282| Oekonothnie. 2. Abſchn. (610) Ertrag. Anſchlags: +Satz Augsgabe: Thir. jgr.pf- Für 15 Wisp: 16 Schfl. 112*M6. 3 18 gr. für Hopfen pr. Wisp. 3 Schfl. churvon 16 W8p. 12 Schfl.:133 Mb. 49 Schfl. 10 Mz. a 8gr. Holz zum iDörren und Brauen“ pro Wispel 1|Klaftex und 1000 Torf ſind 163 Klafter a 8 gr. Schlagerlohn-. Ä und 16,500 Torf a 7.81. Stecherlohn 162 Holz anzufahren 2408. 54| 46,560 Torf beranzufahren a 4'gr. 162 Kläfter Holz klein zu machen 32 6, gr. Maßlmete ſind 83 Schfl. 83 Meß. a 18 gr. Das: Getreide/nach und] aus der Mühle gefah* ren pro S ß 2444-- und die 20ſte'als Schenktonne von 80 Tonen„ſo in den Krügeun debitirt ſind. En, 6 - Bleiben zum Verkauf 2401 T. Der Aceiſe und des erhöhten Getreidepreiſes wegen pro Tonne 3 Thlr.++ Für Kofent pro Wispel' Malz 12 ar.+ -- Bärwe=- 2- Z4.60-+ -- Träber..=- SEAS IEE 14 18 12| H Geld- betrag Thlr. 1ar. pf. 432 Summa Ausgegeben ſind N 739 432 20 Latus bleiben 307 20|4 202] Katia ma Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes, 283 Ertrag: Hierzu das obige Deputantenbier mit 16 Schfl. 10 Metz. Gerſte 3 18 gx.. und nach Abzug der zu kaufenden 1632 Klaf- ter Holz a 4'Thlr. 6 4t.. 10) Von der Oelmühle, Dieſe Oelmüble iſt ganz*neu erbaut ünd erſt! 2 Jahr gangbar; hat das' zwehte Jahr bedeutend mehr, denn das erſte geſchlagen; es kann bey der Veranſchlagung jedoch nur die 2jährige Fraction des in dieſem Zeitraum geſchlagenen zum Grunde gelegt werden, Nach dem Extract aus der Rechnung ſind geſchlagen worden, pro 1817-- 19,-802 Ctnr. 51 Pfund Oel quf 1 Jahr; alſo 401“Centner 253| Pfund' Oel. Dieß ſind nach Tonnen; 100 Quart oder 2 Centner Oel auf. 1 Tonne gerechnet, 2005 Toynen, Von-8-Schfl. Raps werden 1 Ctür, 94 Pfd, Oel geſchlagen. Es ſind. daher zum Schlagen erforderlich 72 Wisp. 3 Schfl. Naps, und folglich iſt noch alljährlich' 35 Wispel fremde Säat geſchlagen worden, | Es kommen daher zur Einnahme: Für 2005 Tonnen Oel a 20 Thlr. N für 1153 Scho> Oekkuchen 4 Stück voin Schfl. gerechnet,'pro-Scho> 3 Thlr... i 35 W3p, fremde Saat zu ſchlag. a6 Th. pro W. Zur Auggabe aber: Für 72 Wigp: 3 Schfl. Winterraps 3 40 Thlr. für Holz zum Warmen der Platten pro Wigpel x/Klafter, und von 107-Wigp. 3. Schſl. inel. fremde Saat circa 36 Kl. a 8 gr. Schlagerlohn ſp'che anzufahren pro Klafter 4 gr. EI ſol Summa der Augsgabe Bleibt Ueberſchuß 14) Von der Ba>windmühle. Ueber dieſe Ba>windmühle ſind keine Rech- nungen vorhanden 3 die Nachweiſung, die der zeitige Mühlenbeſcheide darüber gegeben, läuft vom 18. Januar bis 19. September, Dieß ſind etwas über 8 Monat. Nah dieſer Nachwei:- weiſung hat die Mühle in dieſem Zeitraum ver-|S7577.1S.[M.| S. brennt..: 38.8. 1320.. beträgt auf 1 Monat|.| 7| 8114 16 und auf 12 Monat| 544 Wei- zen Rog:|Stein- gen qr. pf 743622 1897|14 OO co 5 . Brant: wein: ſchrot | A | + 286: Oekonomie. 2. Abſch 1 (614) Ertrag, Anſchlags: Geld-= g Saß beträg 4; Thir.|: gr: 14 Thlr ar. Einnahme; 'Für: Scheffel 4 Mebßen Weizen 4.1 EN 7 4 gr. 3 = EVE Schfl. 8 M ei. Roggen.» 22 gr. 9746.00 --- 492 Schfl, Steinmehl a,8 gr.!. 6 64 -=" 21 Schfl. Geyſte a 18 gr.% is 15.4718 -= 22 Schfl. 8 Met. Malz a 18. gr...“ 16| 21 -- 19 Schfl, 8 Meven Branntweinſchrot 3122 ges 11;" 5 41741521 Sümina iis Einnahme. 4 218.| 6 Ausgabe: Der Müller"erhält baar das Mahlgeld von den Auswärtigen. Beköſtigung deſſelben wöchentlich 1 AM: 8 gr: ſind jährlich 4 69| 3 für Abgang der Mühlſteine 4 e 20 = Unterhaltung, des gehenden Werts. 15 = Schärfen der Piken in dex Schmiede 10 = Schmiere, Talg und Ghte“ 9 --= Gewerbeſchein.; N“ 2) 16 = Beuteltücher; TUSH 5 Stimma der Ausgahe 003..0427 Jm.87. Bleibt Ueberſchuß; 911: 6 15) Von den utnfrüchtbaren Regalien. An Gerichtsſporteln% Z. I INE Summa 56 N H: Bey Landow, . ENI Er-!Ritter- Flächen:| in 3 Feldern und- bjähriger trag8: Pur 7 zur ſchaft:| Geldbetrag inhalt Düngung. Korn PSaar|Wirt( 1) Vom Ackerbau, ſoit 237 (645) Mrg.| I-R: 36( Weizenland 1, Elaſſe als 1/3 die: u Vel I? ſes Landes 8711442 iGerſienland 2,= zur Br: 24>[Haferland+:=| 56 38 vefäl. 2= NE 2. An Winterung: Zu Weizen in der, 1ſten Aerclaſſe =-- deſßgl.>än der 2ten"=<:|= - Roggen im Weizenlande 2; El, -<- deßgl, im Gerſtenlande 2,-+ -=-- deßgl. im Haferlande 14.= =- deßgl.=== 23= 3. An Sommerung: Zu Gerſte in Weizenſtoppel 1. Cl. - deßgl, im Weizenlande 2;= - deßgl. im Gerſtenlande 2,=- = Hafer-Weizen--u. Gerſtenl. 2.= 2- deßgl. im Haferlande 1,= E=. deßagl.==<=.<-- 2,= Summa Haferland 1ſter. Claſſe und deßgl. 2. Claſſe bleiben, als Schaf: weide, im Sommerfelde liegen. Körner Betriebes. DD dd PH Hl [awwens =. 4-+ Vr =] => vez > c= u] SS A = bk ir zs o Aa = 22 Kw >» => <= 2 = > 42 2 ... -- 1 > erer % + *% t L 288 Oekonomie. 2. Abſchn (616) ſ FSlächen-; Anſchlags:] Geld- inhalt 2) Vom Wieſewachs. Saß betrag Meg ERG SED ENG beſtändigen Wieſen:| Tol"| o*-| Thir.[gr.pf- 42| 86 jeinſchnittige a 9 Ctnr.. a- 16 28-1 8 b) Feld- und Meſchwieſen 13|106|fſind vorhanden, davon 1/3 mit 4| 955 jin der Braache, bleiben zu veran: 9:47 198; PEO oTFen 1 08% 8. 16 640 5 Summa j+ 434.4 9 3) An Obſt: und Küchengärten. 2| 4|Obſt: u, Küchengärten pro Morgen| 3; 1j7 Summa P: 1|7 4) Von der Viehnutung: SASE RUN SE AIESEIS NENE 4| 12] 67|12 5 StüF Jungvieh a«... 1. 5 500 Stü> Schafe a 30 Thlr. pro hundert 0:.| 150 An Schweinenutßung von 10 Wispel 15 Schfl. 5 Metzen Winterausſaat pro Wispel. 1 8 14 14:5 An Federvichnußung von 4 Wigpel 22 Schſl, 11 Meß. Gerſtenausſaat pro Wispel.: 12 2|12j4 An deßgl. von 4 Wisp. 20 Schfl. 7 Mb. Ha: ferausſaat pro Wispel NOREEN NE 5 8 1|13j8 Summ j? 08...240-414 5) An Stubenmiethe: 7 Tagelöhner- Wohnungen nach Abzug des reglementsmäßigen 1/5 a 5 Thlr. Ä 5 7 ZIP Summa 2914 Verſchiedene Arten des-landwirthſchaftl. Betriebes. 289 ( Recapitulation ſämmtlicher Einnahmen von Hohenberg. 1. Vom Aerbau. 4“ 8 15871311 2. vom Wieſewachs s A| 195111 3, von Obſt- und Küchengärten N 0 38 4. von den Wörthen..? p 150 6. von der Viehnutzung" N. 653/10 6. An beſtändigen Gefällen... 736) 4 7. an unbeſtändigen Gefällen 3 0. 61|22 8. von der Brennerey.... 2288/13 9, von der Brauerey.“ G“ 298|15 10. von der Oelmühle.. 8. 1153/23 11. von der Fiſcherey. G-+ A 12, von den Obſtbaum- Alleen Ü. 4 13.'von der Ee).... 3622| 9 14, von der Bawindmühle. 4. 91| 6 15, an unfruchtbaren Regalien 3„ 56 Summa* Von Landow. 23: VER BBLWAR: He Le 1 2a 05 923| 8 2. vom Wieſewachs.“ YE 34] 9 3. von Obſt- und Küchengärten ZS A 6) 1 4, von der Viehnutung... 240/19 5,80 Stühenmieibhe 8% 5 034-4264 29| 4 Summa 617) Thlr./gr.|' pf. F Thlr.|gr.jpf. 1 4 6 13 % x 4 7 9 - 110,933110 4 9 7 1,233]18|4 290 Oekonomie,' 2. Abſchn. (618) Recapitulation ſämmtlicher Ausgaben für dieſe Wirth- ſchaften. 1. Gewerbeſchein 618 Schmidt. s 2, Gewerbeſchein als Krüver;. 3. An Lebngeld jährlich incl, 1/2 in Gelde Agio auf 73 Friedrichsd'or a 12 gr. 4, An Contribution jährlich: 7 5,“An Kreis- Hülfsfuhren- Gelder 6 6. Dem Prediger Decem an Roggen 2 Wisp. 1. Schfl, a 22 gr..> 8 Wurſtgeld-dvemſelben. E für 3 Mandel Eyer« j Speiſegeld demſelben& 7. An Erbpocht für den PfarraFer, 1 Wisp. 10 Schfl, Weizen. a 1 Thlr. 4gr. . . . .. . . 3. Är 7= Roggen 2 22 gr.+ 2.- 2x= Gerſte 38 18 gr. 4 16- Hafer a 14 gr.. 8. Dem Küſter an Roggen 1 Wisp. 2 Schfl. 8 Meb. a 22 gr. x.. L 5. An Feuercaſſenbeyträgen von den Gebäuden. Dieſe ſind verſichert zu 28,150, pro Hun- dert im Durchſchnitt 6 gr. L T 10. Gehalt des Gerichtshalters e> 141. Die Feldgruben ſind wenig'und nur 4 ; Fuß breit, weßhalb dafür nichts in Aus“ gabe kommt. 42. Für Unterhaltung der Gebäude laut Ver- zeichniß. Es ſind vorhanden:- a) maſſive 2ſtsFige 3 die Brennerey 80 Fuß lang a2 gr. 6 pf.- 3% N H) maſſive 1ſtöige 3 ein Wirtſchaftshaus (80 Fuß lang)»++...) 80 Fuß lang Mie Pfeile. eie+. SIE GE die Scheunen Nr.-4,2.« 120<== die Torſſcheune«-+ 30 die Scheunen Nr. 3. und 4.103== ..--- SAID. DB: AE ---- 7 WD SE LZ0LEZT. 1722 Kot FÜhal T. 1 dd 102 4200 Hie Doltüblebit 408 der Schweineſtall.++ 62 Summa 962 F. a 2gr. 1) Latus x Verſchiedene Arten des landwirthſchaft!, Betriebes. (619 Ferner: c) Die Gebäude, in Holz DALEiR: ein Tagelöhnerhaus Transport-+ 6 Fuß lang E- DERI TE u 92 8+;-- -(Schäferhaus:: 5++ 167 246, 2155 <-- GOTHAM. 55 9% Z132) 3= BEA MLUNE>> 2.54 28.5 ZIL 0F+8= ein Familiengebäude. 113=--= =D OWEngtall: 6% 24,== <<1Gäartnerhaus»-.o;-+-- 40== in Landow 1 Familien: Sak= NW EME EENSEIE EIE 034 wie El eine Scheune 7. 8 SPAIN 222 ein Wohnhaus u. Stube 145-= ein-Familienbäus+7. 3.3 80=».== PEN LSRDIV CUTENTURE> 5 00. 002.= eine! SPeÜÜE,+++ 148= ,=- Ziegeley:"eine'Streich- fMENNE DUS 4 n 1 5 ZIN LIN Es 1 Pie DERI 4 5544 1 SSS ADO Sr ari Fußlang 1619 3 gr. DAT ein Wohnhaus DORE 40 Fuß lang a 2 gt... Wenn man nun dieſe von dem Ertrage der abzieht, ſo bleibt..bey. den WirthſGaſteſ- Er: trags Ueberſchuß von A h Dieß beträgt zu 4 Procent an Capitalwerth Hierzu für die Mittel und kleine Jagd pro mille Capitalwerth 4 gr. da beträgt 46 Thlr. 11 gr. 11 pf. ju 4 PERE Ca: pitalwerth. 2.. Summa Hiervon ab a extraordinaria, pro mille 16 gr. thut 146 Thlr. 18 gr. 4 pf. und 24 Procent Capital. 5 Bkeiben Hierzu der Werth„des Wohnhauſes mit Ergiebt ſich der reglementsmäßige Werth der Thlr.|gr.|pf-) Tylr.-|ar.[pfs 7 807. 1143 203| 9 8 0 06 1013| 6 % 12,167| 414% . 11,154|23|4Z% haler gr pf. 278,9 8 4L 1163 91714 280,136 18 35 4668 224-7 275,467 20 12 1200| h 276,667 20 4. beiden Güter mit Zubehör, auf? III. Bey Griſchau, Einfall: Davon wird gerechnet] Mitter. in 3 Feldern und 6jähriger Düngung.| 39. vr| zur| dieibrzum| ſchaftl.| Geldbetrag 1) Vom AFerbau: re WS 3004: gen we thut Taxe als 1/3 Weizenland 1. Claſſe: Meßtz.| Sch-|Mszz. Körner Sch.|Mt-ATylr.| gr. fj Ihlr«| gr.[pf 049:4/3 SOLE 2,=.) iden als 1/3 Gerſtenland 2.=- NG als 1/3 Häferland 1.=- Ain: als 1/3 deßal. 2,=- IE% als 1/3 3jährig. Roggenland I An Winterung Zu Weizen 1ſter Claſſe 1. und 3. Tracht = Weizen 2ter Aerclaſſe 1ſter Tracht -- Roggen im Winterfelde 2. Claſſe =- Roggen im Gerſtenlande 2.= =- Noggen im Haferlande 2,= - Roggen im Haferlande 4,= 3jähriges Noggenland. 3 An Sommerung: Zu Gerſte im Weizenlande 1. Claſſe -- deßgl. im Weizenlande 2,= - deßgl. im Gerſtenlande 2,== -=- Hafer im Weizen- u. Gerſtenl, 1, El. -- deßgl. im Haferlande 1, Cl, -- Hafer deßgleichen v L 5 Summa Haferland 1. Claſſe bleiben zur „deßgl. 2.- und; Schafweide 3jähriges Noggenland'/ liegen. 2. Abſchn. == A-l- >.> oaG.ee“eo2D in Hur» Oekonomie. mnH-=-“VrPpPrNrW- vi- IOoO0Oe GO [SE] -“AXDvorwe =» „A“ 1 w | 2j|wweFows HGOwOO:GO TFB 4 Oie 1.000: 70 vie nger lde DE. ins eider eien fr; Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. kn 293 24) 5 itter-| Geldbey- Flächen:; Ri i; 2) An Wieſewachs. ſchafts- 9 trag inhalt Taxe Mrg.[2.R. An beſtändigen Wieſen: Th.[are pf-Jx9- far:[pt 44] 54|Die Koppel hinter dem Geböfte a 12Ctr. : pro: Morgen EIMTL ISPENGS 20)„| 11/22 0 AN IL CLAN Ts 2> 0 3 1040 0=" 0007 8 16]] 27| 8 38|=='|Die Feldwärterwieſe deßgl. N« 16 2518 19| 160|dieſelbe/zu 6 Ctnr. deßgl. 1+=| 2 9j23| , Summa?.| 74/23 3) An Obſt- und Küchengärten: 5| 51|Gute Obſt- und Küchengärten proMrg. iSkin Fs 20| 5 Summa für ſich 4) An Wörthen:: x] 13) 64|/Gute Wörthen pro Morgen«+| 31|-. Ieh 96.77 MIG Summa ſür ſich 5) Der der Viebhnutßung: N 35 Stück"Kühe pro" Stü w7113144 1547|) 4121: 4157[12 12 Stü> Jungvieh pro Stü>« 1 12 1000 Schafe pro Hundert-=.*...| 30 300 An Schweinenutzung von 10' Wigsp. 6 1 Schfl. 3 Mbn. Winterausſaat,.|! 8 13|16| 3 An Federviebnuturig von 4 Wisp. 17 Schfl.3 Mh. Gerſtenausſaat p, Wsp. 12 2816 An dgl. von 4 Wisp. 12 Schfl. 4Mb. „Haferausſaat pro Wispel ekel EP 11214 Summa 2a 64.4.1287). 2440 6) An beſtändigen Gefällen? a) An baaren Hebungen. Dev Dorfſchulze giebt jährlich. 3 13 Bauern ein jederjährlich 3 Thr. 7 gr.| 42 19 2Freyleute reſp*16 gr. und 1 Thlr..9 gr, Zis 2 Büdner reſp... 5 gr. und 4 Thlr. JJ HI Summa a 3 E82: 7) An Mühlenpächten: Die Mühle giebt jährlich eine Erbpacht von 2 Wisp. 12 Schfl.“ Noggen vt a ZIN DETE: 011 EITE 4.9.0295) def 2a ieg Summa 104| 1 8).An.unbeſtändigen Gefällen: 10 Tägelöhner-Wohnungen nach Abzug des reglementsmäßigen 3x Mietbe a 5.Thlr.. KIG TEE 21 AIIEG 16 Einlieger dienen jährlich 2 Tage ein jeder, ſind zuſammen 32 Tage a Lgr.-6-pf. nN 5 3 E„. 3 Wittwen dienen deßbgl. eine jede 1 Tag, ſind 3 Tage 3 1 Thlr, 3 gr, 9 Oekonomie. 2, Abſchn, Nitter-| Geldbey- ſchafts- trag , Taxe 9) Von der Rohrwerbung: Th.|gr.|pf-JTy-|ar+1pf+ 20 Stü> Rohr in Dachbunden'nac< Abzug der Werbekoſten a 1 Thr; 16 gr. REES 7+++ 201|17|11 Bleibt Ueberſchuß EIN 18 1492 T Dieß beträgt zu 4 Proc, Capitalwerth FUER,« 137,651|15| 7 Hierzu von der Mittel und kleinen Jagd pro mille-des Capitalwerths 3 gr. beträgt 4 Thir, 16 gr. 413 pf.: und zu Capital zu 4-Proc. T““| 117|16 Summa 37,769| 7| 7 Hiervon ab ad extraordinaxia pro mille 16 gr, thut; 25 Thlr, 4 gr+ 4 pf. und.a 4 Proc. Capital. 62912] 4 Bleiben 6+ 137,139|19| 3 Hierzu dev Werth-des Wohnhauſes mit,.. 1000 Ergiebt ſich der reglementsmäßige Werth des Guts auf 38,139 19] 3 Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. (6 Recapitulgtion ſämmtlicher Ausgaben bey dem Vorwerke|x9.13r.|yk. Griſchau 1. Biſchofszehend.. i:„BE 2 4 11 5/11 2, An die Kammer zu N. Shoß.,. 2 ß 2i 9 3, Dem Prediger 12 Schfl. Roggen 8 22 gr, EHE7 ERF 817) 4. Dem. Cantor ingl, für das Ken der Uhr 7 Sp: Roggen a 22 gr. A 4 e. 3 6j10 5. An Feuerſocietätsbeyträgen von 6875-Thlr, Aſſeeuranz- Quantum pro Hundert 6 gl;=+ E87. D 17|-4 6, Gehalt des Gerichtshalters 5 N N x I 50 7. Landgraben! ſind! nicht zu unterhalten+ 8 s 8. Für die Unterhaltung der Gebäude+.. 3 0 Ein Wohnhaus 78 Fuß lang maſſwa2g3%» 6,12 Eine Scheune in Holz"98 Fuß long: Eine deßgl.==.> 198 Z Ein Familienhaus- 200« y» Ein Kuh- und-Pfetr- deſtall-- 8:0200(4 855= Ein Schafſtäll 04/4 2180.". ee 856. Fuß lang a 3 gr. 107 Summä 201/17 Generalabſhluß, Der: Werth der. ganzen Beſizung iſt demnach 2 1. Vo Hohenberg und Landow am 14 Zah DALE». Er 27 6,667"CHM ZUN RFT LEN, 2, Von Griſchau auf Gm 2 92439 47 4.-..0 GE402 55 Summa auf 314,807 Thlr. 45 gr. 4% pf. ſchreibe: Dreymal Hundert Vierzehn Tauſend achthundert und ſieben Thaler 15 gr, 43 pf. MIden NN. 187,05 N. N. 14.25 N. N. Commiſſar, Abſchn. 296 Oekonomie. 2. (624) Berechnung|“ des AUICHNEN Fe M Eo Ritter: orns bey Hohenberg und Landow E und wie ſich ſelbiges gegen den lw; Geſdbeitpg - wirklichen Aufwand in der Wirths ſchaft. verhält. j; Sc a Scho> 18 gr. Märzſchafen 2 Stück a 16 gk. Holz 2 Klaftern a 8 gr. Sc 2.8€ ein fettes Schwein an an an Land zu Kartoffeln 3 Schfl. Ausſaat Land zu 8 Meten Leinausſaat+ Wolle 2 Pfund a 6 31. 6,365 8 meeewerzo rz -Latus Thtr,(gr.|pf-4 Ihlr.[ar-[pf« 181 222 Verſchiedene Arten des landwirthſ a 16 gr,| 14-1.5 - Holz 2 Klaftern a 8 gr. Schlagerlohn jo - SEoxf 7A000: 3.37''GW..„+ N Ef 11.9 „ Branntwein 54 Quart oder 4S+„149,79 eine Kuh im freyen Futter, wird bey dem» Fütterungsbedarf nachgewieſen werden a 3 1007 9. Ein Ochſenhirt erhält“ an Lohn.% 24 9 an. Brodkorn 12 Schfl. Roggen a 22 gr. 11 an Gerſie 10 Scheffel a 18 gr.- N 7|12 1 Klafter Holz, Schlägerlohn 8 gr. 707€ Land zu 8 Scheffel Kartoffelausſaat« 1:44:18 Land zu 4 Metzen Leinausſaat«- ei I EIEEN 8 10. Ein Schweinehirt an Lohn.“ 20 an Brodkorn 10 Schfl. Roggen a 22 gr. 9|4 an Gerſte 12 Scheffel a 18 gt. E 9 an Salz 4 Meten a 6 gr. E Ü: 1 eine Klafter Holz, Schlägerlohn 3 3671748 an Torf 2000, Stecherlohn' a TETAPGS.! 0 14 Land für 6 Metzen Leinausſaat 5 18 1 Pfund Wolle«+:+ 2 PEN 44| 26 Summa; 1966|23| B. Nachweiſung der erforderlichen Geſpännarbeit, zur Bewirthſchaftung der-Nit- tergüter nach Art, wie ſie wirklich bewirthſchaftet werden. Düngerfuhren, Hohenberg ſteht in 4jähriger Düngung, es ſind daher, da-das Vorwerk 1088 Morg. 118: Ruth. enthält nach Abzug des 3jäh- rigen Roggenlandes alljährlich zu bedüngen. 269 M. 45 Q.R. Hiernächſt 30 Morgen Wörthen, es ſind davon jährlich zu bedingen++»-+ 10.%'z a und 12 Morgen 120 O.,R. Wörthen, wo- von jährlich zu bedüngen ſind++« 4,9 40.» 4 Landow ſteht in 6jähriger Düngung, es bat 721 Morg. 138 O.N. Acer, und ſind davon alljährlich zu bedüngen.+- 120» 838% An Gärten 2 Morg. 4 Q.R., wovon. jähr:"Z lich zu bedüngen. ſind%4%.« 5. 1220077 Summa 404 M. 80 O.R. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes, (629) P beträgt zu 16 zweyſpännigen Fudern auf den Morgen, 6471 Fuder| Tage und 12' dergl. auf einen Tag gerechnet, 7 R 4 4 zu zu Pflügen| Eggen Mrg:.|Q.N FMr9g.(Q.R. Mig-[D-R. Pflügen und Eggen: 2303| 912|zu Weizen! a3mal pflügen u. eggen| 9101932„M 932 806|1'59%|- Noggen 3----| 91817734 918,1775 9/4642|.= Roggen" 2=-- 5|149 51149 105|1:542|- Kartoffeln 3=--- 315116224 315:1627 14111143!| 5"Erbſen! 942341= 1%| 4411143 1 4411143 22|'198 1:.Wieken|'-=-- Z- 22| 28 j- 221 28 352/162|= Gerſte 3==--" 14058)426 110581426 15614692]- Hafer A790 3U62-= 1 34314583] 31311583 ; Si 1212 ZE'909 90 30- Achterhufe Summa 13777|1373 E08 davon 2 Morgen auf 4 Tag zu pflügen ſind el 4941 15089 = 40> 2 zm Duvchfce zu behäufen und reinigen 4 Morgen auf 1 Pferd pro Tag ſind für 2 Pferde prv. Tag 8 Morgen& NEUEN Ei e- 13 Getreide= Trangportfuhren. Das gewonnene Getreide nebſt Kartoffeln, außer Weizen, wer- den größtentbeils conſumirt und in den Fabriken verbraucht, die daraus gewonnenen Fabricate äber auf dem eine viertel Meile entfernien Strom zum Verſilbern verſandt, zu dieſen Fuhren ſind daher zu rechnen ö:« eme.= 302 Oekonomie. 2. Abſchn. (630) Holz- und Torffuhren. Transp. 10 Kkaftern Torf 3 2' pro Fuhre 6mäl einen Tag zu fahren 86,000 Torf die Fuhre zu 1000 gerechnet und 6mal in einem Tag zu fahren Kn AGEN= BISBEREREEG"2 OBELL ARN ERENNENEN Pacreis deßgl.. Wollfuhren. Von 1500 Stüc> Schafen. a 9. Stein von 400,. ſind 135 Stein. Dieſe xz Meile an den Strom a. EED INNENO ST IN Müblenfuhren. Bey der Brau- und- Brennerey ſind dieſe Fahren bereits ver- anſchlagt 252 Schfl. Brod und Grütkorn nach. und von der Mühle zu fahren der Nähe wegen! 12mal, in einem Tag 3:42: Schfl7 guf die-Fuhre-..-- ds 4 Ww 1% Dreſchmaſchine, 1200 Schfl. mit dieſer auszudreſchen„pro Es 150 Schfl. und 4 Pferde hierzu, ſind„zu"2 Pferden ge: Zehner: ua zk KE US ENDNN 1. 2506 LE 018 5% M An Jnsgemein. 8« T G 4 PRUA WEN: Hierauf werden gehalten: 6 Ochſen Pflüge zu 216 Pflugtagen find."1295 44 Pferde oder“7 Geſpann zu' 300 Ar- beitstagen für das Geſpann'ſind.'>“ 2400, Gebraucht:werdew vorſtehend» Bleibt Ueberſchuß 7 welche zu unvorhergeſehenen Fällen verwandt werden. CG. Nachweiſung| der geſammten Handarbeit zur Bewirthſchaftung. Düngerladen,' Es werden 6499 Fuder gebraucht und dazu 539 Tage mit Geſpann auf 3 Wagen wird» ein Laden gerechnet 6 Düngerſpreiten.! Es ſind 404 Morgen 50 Q.N. Dünger zu ſpreiten auf 3 Mor- 820: 4. 2D00 HES TERN 014 1 WWI 4 SOU MUSCHI 73 verrichtet der Statthalter. Mäben. 3; Es ſind zu mähen 512 Morgen. 4553-O.R, Wintergetreide STD OFFER AU LL ITTRLUNDE 3.6 14:1+ ela DIER Ar da DE Deßgleichen 509 Morg. 1713 O.R. Sommergetreide 4 Mrg,; auf 1 Tag ſind. 2:: Ä:. 141 Morgen 143 LQ.N. Erbſen 22 Cx 28= mit Wien ſind 163 Morgen 171 QO.N;>% 11x Morgen auf 1 Tags- 4 Die Koppel muß 3war..der Kuhhirt mähen, es werden aber demſelben zur Hälfte gerechnet 3 4«; 2 221 Mrg. 3943 Ruthen Wieſewachs, wobey 82 Mrg. 63 Q.R; zweyſchnittig zu mäben, vs Morgen 1 Tag ſind- Harken. Auf 3 Senſentage, 2 Harkentage, thut von 293 Mähetage zum Aufmandeln u. ſ. w. auf 6 Harken ,/ 4 Perſon thut Erbſen u. Wien zuſammengeſchlagen auf 3 Mähen eine Perſon| 36 Latus -.Ä.+ t- Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. ( 631) Transport Hauen. Auf 4 Senſentag rechnet man einen Schonungstag alſo hier Taſten auf 40 Erndte- oder Heufuhren 5 Perſonen thut von 1068 Erndte- und 268 Heufuhren.«.; A Kartoffeln legen und aushbeben u. ſ. w. 105 Morgen 54x Ruthen mit Kartoffeln nach dem Pflug zu legen und auszuheben pro Morgen 6 Mann.. Holzbauen. 40 Klafter. Da übrigens Torf gebrannt wird pro Klafter 1x Mann NENE T 00:| 7 60 1a: Gartenarbeit. 14 Morgen 124 O.N, Garten und Wörthe pro Morgen zu gräben 15 Mann.. t Grabenarbeit. 80 laufende Ruthen Graben 4 Fuß breit in nußbarem Stand zu erhalten pro 4 Ruthen 1 Männ auf den Tag«. Schafwaſchen. auf 50 Stü> eine Perſon thut von 1500+«x». Schafſcheeren. auf 40 Stü> 1 Perſon thut von 1500. 8.. Bey der Hechſelmaſchine werden gebraucht, zum Einlegen und Abbinden des Strohes, pro Wispel 1 Mann ſind- Ay Jnsgemein Botenlaufen 4< Gs 2 +. -+..+ ,++.+ Summa Unter dieſer vorſtebenden Summe der 2822 Tage ſind weibliche, die in den Zeitraum von Jobanny bis Mi-|=> Torf gegen 1 Klaf: ter Kieſerholz, alſo 68000 Torf 3 7 ar. Stecherlohn. 19,20 8 gr. Schlagerlohn pro Klafter Holz, 4.814. 05.177718 Summa| 23| 4 NB. Das Backen wird mit Reißig beſorgt und das Deputat Brennmateriale, iſt an jedem Orte hinge: hörig in Ausgabe beſtellt worden. ; Win-| Som- Futtergewinnſt ter:| mer-| Heu 1) In Hohenberg und Landow«. ſtroh| ſtroh| Es werden nach Seite 67 hey Berechnung der]*2"de!|Mande1| Centner Fuhren zuſammen gewoanen.<,| 2671| 2464! 2684 Hierzu Erbſen und Wien 7.-.| 600 Summa| 3271| 2464| 2684 Erforderlich ſind zum Winterungs: futter Winter:| Sommexr- ſiroh ſtrob Heu pro jüber-| pro| über:| pro|über- Stück|haupt|Stück|hauyt|Stück|haupt 44 Pferde, für welche erforder-| Md!-| Mdl.| dt.| Mdt,| Gtux.| Ctnr. lich iſt N Ä Ä 8 24| 336 24| 336 50 für Ochſen t; I 18:4. 900|:42: 16607, 415. 14750 und 3 Bullen WWE DOREE ILN(0 2033 ML 3.205.:03 1903 17.08 1360: IA EEE GWB 1-17 86 Kühe ingl, 4 Deputanten-Kühbe, dey balbenStallfütterung wegen] 12|1032| 12|1032| 414| 984 27 Stü> Jungvieh EE ae 6| 162 6| 162 73| 203 1500 Stü> Schafe bey der ſchö- nen Hütung, beſonders in der Heide, pro Hundert,, 30| 450 35| 425 2934 1890[2743 gewonnen wird vorſtehend.[3271 2464[2634 Plus 337 574 pP Minus 59 welches fehlende der 59 Ctnr. Heu durch den Kleebau ſchon an Stroh nicht zu berückſichtigen iſt, da 6 Mdl. Sommerſtrob gegen 4 Mdl, Winterſiroh und 3 Etnr, Heu gegen 4 Mandel Winterſtroh gerechnet werden, Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes, 305 (633) Nachweiſung j; des Düngungszuſtandes, und wie ſelbiger nach dem zu haltenden Vieſtand ausfällt. Won Stallpferden wird. bedüngt: Scheffel| Metzen Von 14 Pferden a 1 Scheffel 12 Metßen. 5 24 8 == 1-51 Oc. a-- 12/= z N 4 5 -=.5/89" KÜhen.>. 1.851-- 12.-- a 5 150 8 =- 27 Jungvieb>-- 14=;& 33 10 =-1500 Schafen pro Hundert 8 Scheffel 12 Meßen| 121 4 Schweine- und Hofmiſt MR D06E DRE 50 Summa| 461 10 bedüngt ſollen werden laut Anſchlag 404 Mrg. 50 Ruth., welches durch die ermittelte Viehzahl u, ſ. w. nach Schfl. an Noggenausſaat gerechnet, principienmäßig möglich gemacht und nachgewieſen iſt, Berechnung der Zulänglichkeit der Weide, Morg.| I..N. Der Viebſtand iſt angenommen: EUS 1, 14 Pferde werden in Ställen, gefüttert. 2, 51 Zugochſen geben Anfangs Juny auf die Weide bis Ausgangs Septembers, ſind 4 Monat, bedürfen pro Stü> 3x Morgen; y Z" WACHE 178| 90 8. 3 Bullen bedürfen bey halber Stallfütterung eben ſo viel. t G c; 4: 8 10| 90 4. 82 Kühe deßgl. a 3 Morgen ü 3>; 246 6, 27 Stü> Jungvieh deßgl. 12 StüEX,.. 3 40| 90 6, 1500 Stü Schafe pro 100 Schafe 30 Morgen. 450 7. Schweine s und Gänſehütung,' 5 BIE 975 90 Weide iſt vorhanden: 1. An Meſchwieſen, wovon 3x in die Braache fällt. 4| 954 2. An AFerweide in Hohenberg.. E x 362| 159 -- in Landow..,| 2 240| 106 3. An Bergweide.& 2 L 2 4 Ö 500 4, An Weide in dem Birkenbruch prifative für die Kühe 84 Mrg. 120 HR. a 21 Meg.? A 84| 120 6, Die Mithütung in dem Kauf- Forſt. von circa 5400 Morgen Ä 6 ü 2 Ä ux1 5400 Summa| 6592| 120x Berechnung Ritter-| des bey dem Voxwerke Griſchau ausge- ſchafts-| Seldbe- worfenen Wirthſchaftskorns und wie ſich Taxe| 12ag ſelbiges gegen den wirklichen Aufwand F in der Wirthſchaft verhält. Schfl.| Mt-|Tytr.[ar.|Tv-[gr.[pf, 07 DUE M 4 GRELL SL NDP. 0 91-052 120000 2-4. 47 1741058 19| 6 2.= Roggen." 7 DE DESE 246 221317| 4 3.= Gerſte 5| 5 207 10 18|1455147] 3 M 21-66 DICE 13 M IK 1-02 1 108.203 1 54-2 AT4 023116 Summa|.|-1720|221 9 306 Oekonomie, 2. Abſchn. (634) Nachweiſung der geſammten Wirthſchafts: koſten- bey Griſchau. 1. An Geſindelohn, Speiſung und Deputat laut anliegender Berechnung a. S. 82 2, An Kornfutter für das Vieh laut an: liegender Berechnung b. S. 87 müſſen 7 Ackerpferde gehalten werden, pro Pferd täglich 11 Metzen Roggen, ſind auf 1 Jahr 239. Schfl. 83 Meße-a 22 Fr.+ 3. An Tagelobhn laut Berechnung b. S, 90 4, An Dreſcherlohn laut Anſchlag iſt der ganze Eindruſch 303S.11M.Wz. al th. 4 gr. 354th.)7 gr.3 pf. 908- 8'- Roggen a 22 gr. 832- 19 572= 2: Gerſte a 18'gr. 429= 2 534 4- Hafer! a 14 gr. 34:1 152 Summa 1927 th.20 gr.= davon erhalten die Dreſcher den 16. Theil mit 6. An Schmiedearbeit' für einen gehenden Pflug 3- Dhlr. beträgt von.3 Pflügen" 6. An dergl. für 3 gehende Wagens a 8 Thl. 7. Beſchlag, Riemerarbeit und Stränge pro Pferd 2 Thlr., iſt von 7. 4 8. An Stränge für jeden Zugochſen 12 gr., beträgt von 18 dergleichen 6. 9. An Böttcherarbeit.. 3. 10. Den Schbrnſteinfeger:.:< 11.'An Wagengeſchirr für 3 Wagen a 3 Thl. 12. An Leinewand zu Säcken pro Wispel Ausſaat 4 Ellen und zu Saatlaken pro Wispel 4 Elle, berrägt von 19 Wigpel 2 Meßen 86 Ellen a 13 gr.. S 13. An Salz für das Vieh." y 14. An Zebrung für die Knechte und den Schreiber auf Reiſen 4 4 4 15. Für das Schlagen des zur Wirthſchaft erforderlichen Holzes na)„Beylage c. 16. Für das Stechen des zur Wirthſchaft erforderlichen Torfes uach Beylage 3. ". ua W/m 70m 3 6 wv» Das ausgeworfene Wirhſchaftskorn beträgt es fehlen daber Dieſe zu erſezen, Wird ein Nachanſchlag von der Viehzucht entworfen, und zwar 1) von der Melkerey. Augsgabe: Der Junge zum Verfahren der Milch er: DOLE Sobip- eM LEID, 25270057 Speiſung u. ſ. w. wie den Pflugjungen 118 1 Pferd erhält Futter in 365 Tagen a 1x Mbh. Rogg. 34 Sch. 35 Mb. | WM AAS CEE r NE ol 21: 10gr. 6pf.| BRZ 240 EDS Larus 64Thl.19 gr, 6pf. Thlr. 697 219 134 [* M5] ar. |> 138 DE OO 697 |'DD D DD | O>IO wm > danni Ghrie Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. (635) Ferner: Trangport 64 Thlr. 19 3x. 6pf. Die Unterhaltung“ des Ge- ſchirrs. I für die Unterhaltung| des Karrxrens oder Wagens, 4 Abnußung des Pferdes:, 10 un | | An Lohn und Deputat der Schäfer und Knechte Summa Einnahme: 35 Stü> Kühe, davon wird eingenommen, das x in einem Jabre güſte. ſteht, verbleiben zur Huſfans 23 Stü, davon 23 Kälber 3 2 Thlr, eine Kub giebt 8 Wochen oder 56 Tage täglich 4 Quart Milch z3find“42 0%54005:3152 Q.ugart eine dergl. giebt 8 Wochen oder “ 56- Tage 3 Quart Milch, ſind 3864--- eine-dergl. giebt 16 Wochen 112 Tage 2 Quart Mild, ſind 5142" eine dergl, giebt 16 Wochen oder 112 Tage täglich 1 Quart," ſind 2576-- eine Kuh geht in 4 Wochen güſte ; Summa 16,744 Luart Hiervon werden in der Wirth- ſchaft'u: zu'Deputat verbraucht 6744"-- Bleiben zum Verkauf 10,000 Quart Davon 5000 Quart a1gr"; x N und 5000 Quart a 1 gr. 6 pf. Die zur Wirtbſchaft gerechneten 67 744 zu Milch geben 562 Pfund Butter 12 Quart auf 1 Pfd. gerechnet, und 64 x Scho> Käſe 13 Quart Milch auf einen Käſe gerechnet, das Pfund Butter. iſt in der Nachweiſung zur Unterhäl- tung des Wirthſchaftsperſonals zu 3 gr. ge- rechnet, ſind t. 2“% und das Scho> Käſe 18 gr. 8?€ Summa . 2) Von der Schäferey: 1000 Stü> Schafe geben pro Hundert 9 Stein Wolle a 6 Thlr. R. Bey der Schäferey werden alle J ahr ER Mhgo06 gerech net,„5 zum Sterben 35h Fell 6 ar 75. zum Augmerzen und zwär 20 davon|"der Wirtbſchaft und 80 davon zum Verkauf, Ham: mel und Schafe a 2 Thlr. v der Schäfer ſo wie der Knecht haben feinen Theil an der Schäferey und kommt das Lohn und Deputat wie vor in Ausgabe. 46 Latus Thltr. 48 gr. 12 OD? pf. 1,59 80 Da S.O, | |! 240 =. Gr Thlr.lar, S [9'2] OO 2 „=> 308 Oekonomie, 2.-Abſchn:. (636) Fenner. ; Transport 3) An Schweinezucht: Es werden gehalten 4 Zuchtſäue, eine jede der: felben wirft jährl. Zweymal und jedes mal 6 Stück, ſind 48 Stü>, davon werden zum Wirthſchaftsbedarf alle Jahr 6 Stü> aufge- zogen und 42 Stü als Satz und Abſaßfer- ken verkauft a 1 Thlr,+« ö 6 e. Summa der Einnahme von den 3 Nutungs- branchen 01.208... Vorſiehend beträgt die Ausgabe, R- zum Anſchlag ſind gekommen für die Molkerey deßgl., von der Schäferey 2: A t deßgl. von der Schweinenuhung“-*. I An ausgeworfenem Wirthſchaftskorn fehlt. » Iſt nicht nur das fehlende der Wirthſchaft ex- ſebt, ſondern nod) ein Ueberſchuß von. = a). Nachweiſung Thlr./9t. pf-IThlyr. jar. pf. L 1410/41 42 42 ; 1452)1414 240|15| 6 169|12 300 13 j16| 3 569| 4| 6| «ud 23)> 147881206 3 ; 168,13| 9 der bey dem Vorwerke Griſchau vorhandenen Deputanten und Wirthſchaftsbedienten und. des Geſindes, ſv. zu Führung dex Wirthſchaft erfordert wird: Wirthſchaftsſchreiber, Statthalter, Pflugmeier, Pferdeknechte, Mädchen, Kubhirt, Ochſenhirt, Scha fer r Jak A bak bk CS NO jk ek Id 2 Ochſenzungen. Molkenfrau und Wirthſchafterin, | Thir. gr. pf. Thir2 jar. Dieſe Perſonen koſten zu unterhalten: 1. 1 Wirth“chaftsſchreiber, Gehalt incl. Früh- ſtüX und Weihnachten. f;. k an Brodkorn 12 Scheffel Roggen 3 22 gr. Mittags-., Abendtiſch und Getränfe Xatus Verſchiedene-Arten des landwirthſchaft!. Betriebes. (637) Ferner: f.J Tylr. ſar. pf. Trangppr! 171 2, Ein Statthalter an Lohn. Z an Brodkorn 11 Scheffel Roggen a 22 gx. v) - 13 4-4 Gerſte"a 18 gr. 18 16 Pfd. Butter und 8 Mandel Käſe, das Pfd. Butter 3 gr. und die Mipa Käſe 10 gr.- d s 3. 1'Märzſchaf. 4< 4 1 Klafter Holz Schlagerlohn f. 400 Torf a 7 gr. Stecherlohn N 52 Quart Branntwein oder 4 POR: Rog: gen a 22 gr..... 1 Faſelſchwein 2 Land zu 6 Schfl; Kartoffelausſaat Land zu 6 Metzen Leinausſaat% K 2 Pfd. Wolle zu 6 gr. 6 pf. s E 66 3. Ein Pflugmeier erhält Lohn /. 2? 3 12 Scheſfel Roggen zu Brodkorn. Weizen und(Grützkorn 2x Schfl. a 1 Thlr Kofent täglich 14 Ouart, tbut 3 Scheffel Gerſte a 418'gr.... Branntwein wöchentl, 3 Quart; ſind 2 Schfl. Roggen 3 22 gr, Salz, Häringe und Fiſchgeld. Butter und Käſe wöchentl. 1 Pfund und Käſe täglich 1 StüE.+ an Fleiſch 60 Pfund a 1 gr. 6 pf.% an Leinſaat 4 Metzen a 3 gr..: 2 Pfund Wolle 6 gr. 6 pf. y d Z 63 4, Ein Pferdeknecht erhält Lohn s und im Uebrigen wie die AFermeiers, beträgt von 2 Knechten. X s 3 Ä 107 5. Ein Pflugjunge erhält Lohn N Er 321 än Brodkorn 8 S auf 1 Tag: 2 j Saatfuhren. Laut Anſchlag werden jährlich geſäet 458 Schfl. 4 Metzen 120 Scheffel auf 1 Tag ſind R s c. Ä T 4 Getreide- Transportfuhren. 1402 Scheffel 14" Metzen Getreide nach Abzug der Saat des Deputats 7 Brod und Trinkgetreides, auch des Futterkorns, zu verfahren entweder nach N. N., N. N. oder ans Waſſer 12 Scheffel auf eine Fuhre, und- einmal in einem Tag.| 117 . Holz und Torffuhren, 6 Klaftern Holz x Klafter pro Fuhre ſind 12 Fuhren ß 6 4 D: N.“12'Führen 33,000 Torf und 1000 Torf auf 4 Fuhre-ſind. 33-- . zuſammen 45 Fuhren UND IS. MUT EINEN ENE 3 12 0 ME INN| 5 IE 08 15 Wollfubren., von 1000 Schafen a 9 Stein von 100, ſind 900 Stein, Dieſe zur Meglive zu fahren 4 3 3 Müblenfuhbren. von 135 Schl. 8 Metzen nach und von der Mühle zu fahren der Nähe der Mühle wegen, da ſolche nur z Meile ent: fernt iſt, 4mal in einem Tag a 12 Schfl, auf die Fuhre. 3 An Jnsgemein 2 4 4;.?(; 6 Hierauf werden gehalten 3 Ochſenpflüge, jede zu 210 Pflug: tage ſind L 5 648 Tage 4. 7 Pferde vder 3x Geſpann pro Geſpann 300 Ar- beitstage ſind 4; 6 j 4 ä 1050) 27 Summa 1698'= gebraucht werden 4 ö H. 4 1256: Summa 1|1256 Dündzerladen. Es werden 1880 Fuhren Dünger gebraucht und dazu 157 Tage mit Geſpann, auf 3 Wagen wird ein Laden ße: rechnet Fp A 3 nN. A N:.+ 53 6 Düngerſpreiten. Es ſind 117 Morgen 74 Q.R. mit Dünger zu beſpreiten, auf 3 Morgen einen Tag ſind...,. N 40 ; Säen verrichtet der Statthalter. Latus 312 Oekonomie, 2,. Abſchn. (640) Transport Mähen.-. 242 Morgen 12x Q.R. Wintergetreide ſind zu mähen auf 3 Morgen einen' Mann gerechnet s. 8 T 5 219 Morgen 1237 QO.R. Sommergetreide ſind zu mähen, auf 4 Morgen 1 Tag jind 4.: s x 5 3 13 Morg. 62 O.R. Wörthe ſind zu bemähen, pro 3 Morgen 1 Mann 113 Morg. 35.R. Wieſen zu mähen, pyro Morgen 1 Mann Harken. auf 3 Senſentage 2 Harkentage> thut von 143 Tagen und zu Aufmandeln auf 6 Harker.;€&+ T 1 Perſon. 4 5 H pP y; c.+ Hauen, Auf. 1 Senſentag, ein Hauungs* Tag ſind SEIEN 28.08 Taſten. auf 40 Erndte- und„Heufuhren 5 Perſonen thut von 538 Erndte- und Heufuahrn«++»++ Holzhauen verrichten die Pflugjungen U. ſ. w. Gartenarbeit. 5 Morg. 51 Q.N. Gärten zu graben zu Wüthen pro Morgen 15 Mantt ſind«..: s. 5 N 4 . Grabenarbeit kommt nicht vor, da keine Gräben vorhanden ſind. Schafwaſchen, auf 50 Stü> eine Perſon, ſind von 1000«+ FRL Schafſcheren, auf 40 Stü eine Perſon, ſind von 1000« ö 8 An Jns8gemein-..... Summa Unter dieſen 882 Tagen ſind weibliche, die in den Zeitraum von Johanny bis Michaelis fallen, 323 Tage a 6 gr. Münze, ſind in Current«.;|. 46 Thlr. 3 gr. 52 pf. und männliche, die in denſelben Zeit: raum fallen, 256 Tage a 6 gt. G4.7,1e B- 303 Tage weibliche in dem Zeitraum von Michaelis bis Johanny a 5 gr. Münze, ſind in Current. ä 367 4972 s Summa 146 Hiervon ab die 2 Mädchen, die das Erndtevierteljahr, die eine ganz, die andere zum Theil, mit arbeiten, 80 Tage 3 6 gr. Münze ſind- in Gur AL)= 20... KIM 113 78 80 20 25 105 8382 Bleiben in Summa 134 Thlr. 18 gr. 105 pf« 313 (641) &) Nachweiſung des Bedärfs an Brennmaterial, eins Stube für den Wirthſchafter 10 Klafter“ dayon 68 Klaftern Hol eine Geſindeſtube 9- junddas Uebrige mit 3 für Speiſung der Leute 12 Klaftern Torf a 1000 für den Mauerkeſſel 81 jSt&,, ſind 33,000St>, 39 Klafter Torf. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. Die Klafter Holz 8 gr. Schlagerlohn+ 4 4, 2 Zhlr;== gu und das 1000 Torf 7 gr. Stecherlobhn«6 9 Summa 11 Thir, 15 gr. Anmerkutig. Das Backen wird mit Reißigholz beſorgt, und das Deputat Brennmaterial iſi ſeines Oxts berechnet worden; WEr EMMUNS; 1:2:> Win-'Som- des Futtergewinnſtes und Nachweiſung des ter-| mer-| Hei Bedarfs. ſtroh| ſtrob Bey Berechnung der Fuhren werden Mndt-|Mndt.|Cntur. angeſchlagen 1351|1005|1002 „zum Winterungsfatter 4 5 Winter:| Sommer- Feu Dann wird gebraucht ſtroh ſtroh 7 pro jüber:J pro-ſüber- pro| über- Stü] haupüStü> vaupt3IStü>| haupt MnÖdtl;z| Mundt. Mud1l.|Deird1 2Bntur.|Cntnrs für 7 Pferde; N|. Fei Ci) 7 168 24'|'168 = 20. Ochſen; 9 8.500 0 49 7. 30019740* 17800"8: 1924 1.245 = 388 Kühe incl. 1 Bullen incl, 2|: 73| 285 75| 285| 10| 380 - 8 Stü Jungvieh'. 3 5 404 5 40 9 67| 59 = 4000 Stü> Schäfe' für* das 100 im Durchſchnitt.+... 580: 1 300 35| 350 4 1093 525 1193 gewonnen wird 1351 1005 1002 bleibt Plus: 71,258|, 1.4507 4 iſt Minus: 191 Da nun 6 Mandeln Sommer- ſtroh gegen 4 Mändeln Win- terſtroh und ,3 Centner Heu ge- gen 4 Mandel Winterſtroh ge- rechnet werden, ſy beträgt die-. ſes: Stroh gegen Hu; 7|. 433x und es iſt daher ein Ueberſchuß in; 314 Oekondmie.'2. Abſchn. (642) Nachweiſung| Schfl-| Meh. des Düngungszuſtandes, und wie ſelbiger na< den zu haltenden Viehſtand ausfällt, von 7 Stallpferden a 1 Scheffel 8 Metzen. b 103 3 -- 20 Ochſen a 1 Scheffel 8 Meben< 2; 30 -. 38 Kühe incl. 1 Bullen 43 1 Scheffel 4 Meten« 47 1 3 - 3 Stü> Jungvieh a 10. Meßen S N. 9 -- 4000 Schafe pro Hundert 7 Scheffel 8 Meßen- FE LIEM Summa 1] 1638 Bedüngt ſollen werden 117 Mrg. 74 Q.R., welches durch die Nachweiſung der 168 Schſfl. Roggenausſaat und des Viehbeſtandes nicht nur möglich, ſondern auch als wirklich vorhanden dargethan wird. Berechnung Morg.|Q.R» der Zulänglichkeit der Weide.-- Der Viebſtand iſt nachgewieſen zu- 9 Pferde, welche im Stalle gefüttert werden,./ 20 Zugochſen gegen Anfangs Juny auf die Weide bis Ausgangs Septembers, ſind 4 Monat, bedürfen pro Stück 3x Morgen R! 8" J. 70 33 Stü> Kühe incl. 4 Bulle gehen Anfangs May auf die Weide und bedürfen pro Stü> 3 Morgen 114 38 Stü> Jungvieh a 13 S.. 04.205.005"Dr 12 1000 Schafe pro Hundert 30 Morgen+9. 0-10.200:2,300 Schweine und Gänſe«+»+ EREN EE ZR. ZWEI SIO Flug Summa, 1526 Weide iſt vorhanden: 4. an Braachhütung+ 3 4... 4 242| 122 2, die Kälberkoppel 64 Morgen privative 23 Morg« auf eine Kuhweide S...... 64 3, die Königl. N. Nſche Heide gemeinſchaftlich mit den Hütungsanrechtigten 5400 Morgen circa. 2. 11540044. Summa 15706| 1235 wodurch der Weidebedarf als überflüſſig nachgewieſen worden iſt. No. II. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 315 (643) 63 28 773 1232 I. Auf Hohenberg. Die Feldeintheilung beſteht in 4 Wechſelſchlägen. Aus- ſäa- ten Die Eintbeilung der Schläge iſt nach der Bodengüte gleich. . 51(15 Sch. Ausſaat, Weizenlayb AE EEnag 7: Schfl, = 858(Weizen AA7 86:67 Roggen 1 Schfl. Serſtenland 39 Ausſaat, Ertrag ' 6 Schfl. D 4 - Roggen 1 Schfl. Haferland. Claſ. Ausſaat, Ertrag 4x N3106 Roggenland Roggen 5 Sch, Aus, ſaat, Ertrag 4 Sch. + Zi Kartoffeln 3 3S. Weizenland 1,=)Aus ſaat, Ertrag M 100 Shfl., Noggenland dergl. 8 Sch. Ausſaat, Ertrag 80 Sch. Weizenland 1, Cl. Wien zu Heu 21 Sch. Ausſaat, Ertrag 182- Entr. Gerſtenland 1,-- Tabak Ertrag 6 Entr. dergl. 1. El.(Erbſen 3 12 S, dergl. 2,=- /Ausſaat, Ertrag 5 S. Haferland 1. Cl. uSfgat AS Ausſaat, Ertrag 39 119 143 80: SP0iA 2 (Weizenland mit rothem Klee 3 12 Mete Kleeſaat und 13 Schfl. Ger- (ſtenſaat 10 Schfl. Gerſtenertrag Weideklee nach der Gerſtenerndte REINFOTUNG AOE 28671",+ 1.50 Gerſtenland mit Gerſte und Klee a 13 Schfl. Ausſagt, Ertrag 8 Sch, Weideklee im Herbſt davon. Haferland mit Hafer 3 1 Scheffel Ausſaat, Ertrag 5 SOA WEL ZHR Roggenland mit Hafer 3 3 S: neten Zuſtande, im Ganzen 1352 Centner tro&enes Futter, welches ebenfalls auf die Hälfte herabgeſeßt werden muß, da der Schlag nach Johanny ſchon wie- der zur Winterung umgebrochen WITD) 1.0 NE ER SEAS. I1 0 7% (IE und Roggenland, weiße Kleeweide bis Johanny«» Wieſen 3 9 Cntnr. GEN RITEN CE | Wieſen 2 18 Cntr. zweyſchnittig 1300 Cntt. wovon abgeht wegen Gefahr möglicher Ueberſchwemmung«1307 Bleibt 1170 Cntr. Wieſen a 16 Cntr,;,' N Die Servitutweide ergiebt fich aus folgender Berechnutg* Naturalertrag Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl, Betriebes. 317 (645) Berechnung der Zulänglichkeit der Futtermittel für ben geſammtett Viehſtand. Nach dex vorſtehenden Veranſchlagung wird folgendes Fut: ter gewonnen und ſolches nach beygefügten Sätzen auf gutes Heu berechnet. 4) im Weizenlande: 2144 Cntr, Weizenſtroh 5: t EG 908 4284 ECtr. Heu. 4532=- Gerſtenſtroh 3: 2 AH E: EROS LE=o 3 2den 2639-- Wickenheu 1:1 ä 3 TK Wr 3 za Er] 300=- Kleeweide 41:1 I 4 30== 418385-=-- Mäbeklee 1:14 6872.38 18382== 5920 Schfl. Kartoffeln 2:1 8+ 2960== 2) im Gerftenlande: 1106x Entr. Roggenſtroh WERTE EAT|>17 EE NE DE REH 573 x*-- Erbſenſtroh-.+" 4 4622=== 614%-- Gerſtenſtrob.%- y 4093== 169=- Stoppelweide im Roggenſtoppel 169== 112=- Kleeherbſtweide im Gerſtenſtoppel 1122== 676;== Mäbeklee.«“: Es 676=<= 3). im Haferlande: 321 Cntr. Noggenſtrob. ARE IEE GIT 10007 78-- Weide im Stoppel«<+ 7 NM Ere 1354.=< aferſtroh-- n 8 905==- 84= toppelweide S% N|: Mäzen 2120 Schfl. Kartoffeln.& A H 415606=<-=- &) im Noggenlande: 232 Schfl. KartoFeln NE N N 116=-= 45x Cntr. Roggenſtroh. 2& 325.'> 15==" Haferſtrob". 8 7 N 8==- S0.5== Stoppelweide N Z N WIRS | 5) ann Wieſenheu überhaupt«==> 0 1595== "0; Summa 12881x Cntr. | Hiervon geht ab für Kartoffelſaat 809 Schfl. und Kartoffeln zum Hausbedarf 555= |= TE IOM 7 T.& N 4* 4794=- bleiben 124025 Ctnr. | Hiernach ſind vorhanden: 1) an eigentlichem Kraftfutter: a): durch. Kartoffeln 3313 Sc= 4156x Cntr. H). durch Kleeheu, Kleeweide, Stoppelweide und Wieſenbeu& F n, 2& E 5542= Summa 969835 Cntr. 2) au Stroh in natura«. 5.564.10459... Ent. Der Viebſtand beſteht: 1) in 9 Pferden, welche auf das ganze Jahr ex- halten 46x Cntr. Stroh und 26x Cntr. Heu pro Stü>>< 9 macht 4187 Cntr. Stroh 5:41= 84 Cnir. und Heu in natura OTTE, 40„CIC 3- ZIE: 2394== = 323 Centner. v 318 Dekonomie, 2. Abſchn. EN. 2) an Winterfutter, welches nach dey hier beſtehenden Winter» länge auf 6 Monat berechnet werden muß:; a) für 69 Stü&> Kühe und Zuchtſtiere 3 60 Cntr, 4140 Cntr, b) für 22 Stü> Jungvieh= 11 Kühen 3 60 Cntr. 660-- ce), für 1000 halbveredelte große Schafe a 5 Cntr. 5000= 9) Für 25 Zugochſen-]=; 154&60-Cntr.11500/ 5 = 11300 Centner. 3) an Sommerfutter für die Viebſtände ad 2 muß eine gleiche Quantität Futter vorhanden ſeyn, da das Vieh gleichmäßig gefüttert werden muß, alſo u 3 R. n 0 11300 Centner. 4) el WOR AN NAERE SE GODIENZUD ENGL 323,= Der ganze Bedaxf beſteht alſo in= 22923 Centner. BVorſtehend haben nur nachgewieſen werden EON EE 2/1 TECS€ LIAN, 1 ien ' mithin fehlen 10521 Centner,. und dieſe'müſſen fich ergeben:| 19(ue den Abgang aus der'Brauerey und Branntwein- rennerey z 2) Durch die Benupung der Servitutweiden. . Da jährlich im Durchſchnitt 2420 Schfl, Noggen und Gerſte in Branntwein verwandelt werden, ſo iſt zu berechnen ,/ daß im Rücſtande davon erfahrungsmäßig noch 2 Getreideſubſtanz im aufgelöſeten Zuſtande enthalten iſt= 484 Schfl. Noggen, dieſe Getreideart verhält fich zum Hafer wie 9: 15, und hinwiederum geben 133 Mb. Hafer 1 Cntr. Heu, es würde alſy der Brannt» weinsabgang oder Schlamm gleich ſeyn 937 Cntr. Heu. Die Brauerey hat jährlich an 397 Schfl. Gerſte verbraucht, welche einen Rückſtand an Träbern hinterlaſſen, der in ſeinex Jabrungsfähigkeit gleich. zu ſchätzen iſt 43 Cntr. Heu, welches x des Gewichts der Gerſte beträgt; nach Abrechnung dieſer 980 Cntr. Futter würden die Servitutweiden noc< zum Ertrage von 9541 Entr. Futter anzuſchlagen ſeyn, wodurch denn die feh- lenden 10521 Entr. nachgewieſen ſind. Verehnung der Einnahme und Augsgabe beym AFerbau und den Viehſtänden. ' 1) Ackerbau: Thir.[ſg.]pf« 1.|für 1071Sc 637 2409 06pf. 5.1|=-..,2625== Erbſen 3 27x-- 240%" 48395.:2.,9 6.|- 192-- Tabak a 6= 1152%=-: 7.|- 2073--- Hafer ä 17x== 421= Ks = 65388/21|10 Hierzu die beſonders berechneten Futtermittel vom Aker, als Klee, Stoppelweide, Stroh, mit Ausnahme der oben ſchon berechneten Kartofjeln, betragen im Ganz| zen 6740 Entr, Heu a 10 Sgr.. fel 1 2246|201-- Summa vom Ackervau| 883511 Nope . 2) Von den Wieſen. 1853 Cntr.'Heu a 10 Sgr.+... 3) Von den Servitutweiden, 9541 Cntr. Heu 3 10 Sgr.+:.. 4) Von der Brauerey und Brennerey. Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. (647) 980 Cntr.“Furker a 40/'Sgr2-"4 Summa vom Viehſtande Hierzu obige Summa der ganzen Einnahme Eigentliche Wirthſchaftskoſten, 1) Des AFerbaues, nac) den Productionskoſten jeder Getreideart berechnet. 1071 Schfl. Weizen a 165 Sgr, 683 Thlr. 3 Sgr. G 924 2208.+ Gerſte 8 40b=- 712 24: 9272=- Kartoffeln a 15= 463- 18» 695-+="Rogoen a 118.=< 590 DI AEH 14ER) 1 282."=! Exbſen. 2.46"17 140»:- 192.“= Tabak. 8 3 Thlr. 576 6 2 E 2072=- Hafer a- 6 Sgr 2pf.(42= 21.2.1194 2) Des Nutzviehbſtandes, nach den Koſten der Vieb- baltung, welche auf das Futter vertheilt ſind, und nach den Productionskoſten des künſtlichen Futters. „|für 769 CEntr. Wienheu, Produc: tionskoſten vom Werthe a 19 ſg.: =- 256 Thlr. 10 ſgr. 25 Procent» 06 Thl. 2 ſgr. 6pf. Jfür 2454x Centner Mäheklee= 8183 Thlr. 18. Procent« EE Us fd ar EI Wes. 00: „JAn die Branntweinbrennerey und Brauerey wird zu gut geſchrie ben der Werth der gelieferten Futterabgänge im Betrage von 980 Cntr. a 10 ſgr. 6 L1IZBST: 5x 20€ z „|Koſten des Heugewinnes: von' 72 Mrg. 41 Q.R. a 1170 Etr. Ertrag 30 Proc. 3?" von 57 Mrg. 60 Q.R. 3 516 Etr, Ertrag 16 Proc.« 2 S von 10 Mrg. 22 Q.R. a 163 Ctr. 147087" Ss PS Ertrag 20 Proc.:% 01489 2547907 87 4F:= „|Von dem Totalertrage ſämmtli- 320 Oekonomie, 2. Abſchn, (648) | 1. Auf Landow. Saat-| Naturaler: ; 5 3 extra Die Wirthſchaft beſteht in 3 Feldern bey===-5.=< FEE 23: R gp) Z des guten trei;| und Landes wird jährlich, friſch gedüngt. de| Futter Mrg-[2 M Me DE Schfl.| Sch.| Ctnr, |; Der Regel nach wird der Dünger in das Braachfeld. gefahren und daſelbſt zu den ſogenannten Braachfrüchten ver- wendet, De Braachfeld, 36|1603|Weizenland 1. Cl.) zu Erbſen. a 1x Schfl., EjAl 173=“X El) und 6 Schfl; Ertrag.| 887| 473| 1183 41 VGerſtenland 2,=- zu Kartof. a 8 Schfl., HIE: Gi uU, 100S--),-, H y 241022|Haferland 1. Ele t enals 13.208 2h- 4090| 6332| dral, 2.161<'5=-232x.= 554 71467 Cntr, z CEntr Heu>< 5.« 1323== 23:26 Dai a 60 Cntr. Winterfutter s 1560"-» 3) 17 Küke u. Zuchtſtiere a 60 Ctr. Winterfutter 1020-=- 4) 6 Stü> Jungvieh= 3 Kühe a 60 Cntr. 180-- 5) 500 Schafe a 5 Entr.“ 3 2500=-- 6) An Sommerfutter für. die von ELER? ge: nannte Viebzahl eine eben ſo große Quantität. 50 Bs ä. 4] 5260...-- 10699= Mithin feblen 5472 Cntr. welche durch die Benutzung der Servitutweiden ſich ergeben müſſen, Oekonomie. 2. Abſchn. 322 (650) Eigentliche Wirthſchaftskoſten TIhlr. 1 gr. 1) Des AFerbaues, nach den Productionskoſten jeder Getreideart berechnet. 1.1 473 Schfl. Erbſen 16 ſgr,++ 252 Thlr. 8 ſgr. 2.14100=- Kartoffeln 213... 006- 3.1 552= Weizen a 164«« 305 Wee, 317 4.1 690== Roggen a 114 4+ 958.==, 2, 6yf: 5.1 955== Gerſte a 105»«+ 841 Wei 7670, 0 7 6.| 566= Hafer a 65++» 2 416. 14710"<= 4.5 1471| 19 2). Des Nubviehſtandes. 1,|Heuwerbungskoſten von 56 Mrg. 12 Q.R. Wieſen, 450 Cntr. a 40 ſgr.= 150 Thlr, 20 Pro« DEN IE II E18 50 ICHE: 2,110,699 Cntr. Sommer- und Win- terfutter 310 ſgr.= 35663 Tb. geben 23x Procent Koſten des Nußviehſtandes' ö 1010--»13 ſar. 9'pf. 13 Summa ſämmtlicher Koſten 1040 „|o Verſchiedene Arten des landwirthſchaft!. Betriebes. 323 120 65/120 DI. Griſchau. Dreyfelderwir. bſchaft in 6jähriger Düngung. ; Haferland|[|; ' EUREN H;| 1) Braachfeld: Weizenland 1. Cl./? Erbſen 12x Schfl., -- 2:4 6 Schl. Ertrag = 2,--/ Kartoffeln 8 Sch., Serſtenland 2,,--(100 Schfl. Ertrag] 2,--„reiner -]Braache 6... 0. DOs 2) Winterfeld: Weizenland 2; Cl;) Weizen 12 Sch. - y7 Schfl. Ertrag Seitenkin.= Noggen 1 Schfl., 42 Schfl. Ertrag Haferland a. Cl.) Roggen 1 Schfl., 2,== y4 Schfl. Extra) Roggenland Noggen€ Sch., 13 Sch. Ertrag EIE. 19 3) Sommerfeld: Weizenland H Cl./? Gerſte 14 Schfl., Gerſtenland 5;-=- Gerſte 12 Schfl., 6 Ser- trei:| Fut-| wei: de| ter|' de Sch. Gninrz Sn.nr. 326| 816 6733 25 16 20 148 690 84 186 60 125. 50 271 72 17 171 1620 119 324 Oekonomie. 2. Abſchn. (652) Berechnung Thlr.1ſ9+|vf« des Werths des vorſtehenden Naturalertrags. 326 Schfl. Erbſen a 273 ſgr. 298 Thir. 25 ſgr.= pf. 67 321025 MQUNFENN 2 2-9 208 MESIC 1 20 590%.=->4Weizen- 2'712. 9107 768820 2,24 04 BOs 6132-- Roggen a 273 fg... 062; v 1:-2 983-=- Gerſte a 2250 5 750 3710 TRE: 195,2: 450= Hafer 21784 5 WOL. 5 2407.01 208 646 Cntr, Getreide, Stroh und Feldweide zu Heu berechnet 2-3 WOW. 1 bv Dawid a ERL EE iR LR SEES Summa vom Acexbau 6m eM 1,4 11888611317 1910 Cntr. Heu von Wieſen 1536=,=-. von der Weide" "73446 Cntt. a 10 Sgr. RE WELS BIZ EE BE ANEUISUIES 5035| 5/2 Fach Vorſtehendem iſt 1) Kraftfutter: a) Kartoffeln 6733 Sc 639 Sh. 2:1 319--= Summa bleibt 8996 Cntr. Heu Dex Viehſtand beſteht in folgendem, und erhält an Futter: 41) 7 Pferde das ganze Jahr: 46x Cntr. Winterſiroh>< 7= 3252 Ctnr. 5: 1= Heu 65 Etnr. 262-- Heu in Natura 3< 1894 462: 2501 Cntr. 2) 20 Ochſen Wintexfutter a 60 Env":+. 242005== 3) 26 Kühe und 1 Zuchtſtier a 60 Ctnr,„2185607.> 4) 8 Stück Jungvieh a 30 Ctnr. Winterfutter 240= 5) 1000 Schafe a 5 Ctnr. 2 1.. 3000-- 6) an gleichem Sommerfutter für die Viehſtände Ssub 2--5.; p M 3. 8000-=- Summa 1625045= vorſtehend iſt nur nachgewieſen- 8996=> fehlen 7254 Cinr. . welche durch die Benutzung der Servitutweiden aufkonmunen müſſen. Berechnung ver eigentlichen Wirthſchaftskoſten, 1) Des AFerbaues: 326 Sc. Erb- ſen 3 16 Sgr. 173 Thlr. 26 Sgr.=-pf, 6733 Sch. Kar- toffeln 312 Sg. 336 a 19 s 0 x 5904 Sch. Wei- zen a 164 Sgr. 321»« 12= 2 2 6132 Roggen dls Sur. 22.4.2440 26:3 3:88 983 Schfl. Gere ſte /X 105 Sat, 344 3 Vz Gos 450 Schfl. Ha- fet m: 61 Gan SE ME Le mg Verſchiedene Arten des landwirthſchaftl. Betriebes. 325 2) Der Wieſen und Heugewinttung 2 14 Mrg. 54 Q.R. Wieſe a 12 Ctnr. 171 Ctnr. a 10 Sgr.= 57 Thlr. a 18 Procent 10 Thlr, 7 Sg,.9 pf. 198 Mar. 159 Q.R 390.6 Ctr.= 1739 Er, = 6292 Thlr,. 22 Procent DIE: 515 5 5 3) Viehſtandskoſten:| 162504 Ctnr. Sommer- und Winter: futter 3 4 Thlr.= 5416 3 Thlr. a 28 4 Procent (653) 1498 Thlr. 40 Sgr, 5 pf. 1534 2? 725 CRE: Fine Summa 3159 Thlr. 26 Sgr. 9 pf; 326 Oekonomie: 2. Abſchn, (654) N0-=111; Natural- Erat des Ritterguts N. Nußbare|Seſchäßt| a I ande nach d 5| Beſigtitel Ländereyen| Mehiter| Inventarium Werth| Maaß vom+4- Der zeitigeEigen: 146 38 Claſſe a) lebendes: Thlr.|ig.[pf ' thümer bat das Gut] 2951/1: 7. 1|6 Pferde a 40 Thlr.| 240|--|-- ] aus dem Nachlaſſe| 14] 85 8. 3|6 Ochſen 8 20==,| 120[--|-- ſeines Vaters mit| 42| 90 9,24|780 Schafe a 23 ,---| 1950|=|-- | geſamimtem JInven-| 14,106 9.%|15 Kühe a 25=| 375|--|- j tarium für 40,00011017|118| 10, j Thlr. übernommen,| 552/178| Schaf- b) todtes: ' laut Receß em 5667 WEI Schiff und Geſchitr| 400|--|= | Die Gebäude be-i 14| 39| Vieh- n/ | 080) 5 weide| nigpel 13-Schfl : 2.4 Cir. up 15 1. aus einen» maſ- Noggen a 18 Thl.| 171]22| 6 ſiven Wohnhauſe|-32|. 38| Wieſen|2 Wispel 12 Schfl.| von 8 Piecen, a 10 Gerſte a 15 Thlr.| 37|15[= | 2; Einem ferde- U. Ctnr. 17 Wisp. 18 Schfl. SE 25|==|'Obſt- Kartoffeln a3 Th. : AHP(S8 18 Sym 62|12|-- 3, Einem Schaf: müſe: 2 Wispel 4 Schfl. ſtall.„on| Erbſen a 18 Thlr.| 39|--|-- ä gärten.|, Mpignel 5 4. Einem Kuhſtall.[7009| 73 S Thlr RE:(610% 5. Einer Scheune. 1 Ctnr. Kleeſamen 13|-|= 6. EinemSchweine-? 3727|25| 6 koben. Hierzu der Werth „H der Gebäude. 7000|| Das Wohnhaus iſi Summa|10727|25| 6 zur Feuer= Verſiche- rung 4000 Thl,, die Übrigen im Summa zu 3000 Thl, taxirt und beſtehen letztere| aus Holz mit Lehm: wänden, No. Wirthſcer-| Ganze 41 Wirth: Ber-"O104s[Betrag in bau.| Einſaat) ertrag- ſchaft| kauf Gelde Mrg.|Q.R. Sc<.|Mz- S[pf. Weizen| 195| 5x|1208 390| 10|622 27| 63 570)| 9 Roggen| 408/11[1749| 8| 670| 6 1670| 6| 22| 6) 502/24| 8 Gerſte| 310/13 11748|15|'603|' 7 834110| 47| 61 4386,26| 3 Hafer| 330/13|1234]10| 451| 142|451 1427| 12| 61 188| 8110 1741 4 2. Wieſenwörthe und Gärten. Th«|ſgr.|pf. 35| 135 Zweymähigte Stromwieſen a 1Th. 20ſg.1 59| 17| ll 28| 156|Meſchen 1. Claſſe a 1 Thlr, pro 2/3, 19 Mrg. 44 Q.N. 19| 7| 3 14| 30 ven 0% Su a 25 Sgr. 2/3, 9 Mrg. 02.9; 7| 26) 3 66| 11 Wörtbealand' as"Thlr.. 330|| 4 4| 78|Obſt: und Gartenland a 3 Thlr." 13| 81 6 DN-| 4301| 8110 3. Von der ebe 137 Kühe. a 4-Thlr..? 53] 10 62 Hauptgüſtes Vieh a 1 Thlt.. k 6| 20 1100 Schafe, pro 100 Stü> 21 Thlr. 31 Schweinezucht von 25 Wspl, 4 S Geſpinnſt 3 10 vf. t 4 11 Gänſe von Miethsleuten und 162 Stü> Ge- ſpinnſt, macht nach Abzug 1/4 des Anſchlags- preiſes Ä: s 7 Ä.. 5] 15 5. Von Hof- der oder Frohndienſten Bauern, 14125 6 Bauern thun 36 Markt- Getreidefuhren a 1 Th. 20 ſgr. 10 pf. 61 6 Bauern thun 504 T Tage Knechtsdienſt in7 Wo- 63| 58 332 Oekonomie. (660) Ferner: 6. Von baaren Gefällen. n jährlich ab Mi 41 Miethsleute trage nue«1 Wiederholung vom Akerböt- u+ s von den Wieſen u. ſ. w.. von der Viehzucht.. von Zehnten€: N nt von Dienſten.& von Gefällen.. Ä Betrag in Gelde Thlr.|ſ9+|pf+ 36 Hiervon werden abgezogen: 1. Lehns- Canon. N N 2, Feuerſoeietäts- Beyträge: von 24200 Thlr. Gebäudewerth-. 3, Zur Unterhaltung der Gebäude 4, dem Prediger Meßkorn u. ſ. w. 6. Zur Unterhaltung der Feldgräben 6. 60 Klaftern Holz«+ Ä. abgezogen vom Ertrage bleibt reine Cinnahme Dieſe geben 24 Procent Capital: werth M% 4 5 Hierzu die Nuhung von der Jagd 3 far.'9 pf. pro Mille Capital- werth= 8 Th. 6 ſgr. 3pf. und in Capital+ KEREN + 65644 Th, 5 ſgr. 2364|22| 2 235127 2628]25 Io Davon ad extraordinaria.20 ſgr. ro Mille macht= 43,Th. 27 ſgr. und dieſe in Capital“75409 65849|11| 3 Bleibt reinex Werth 64751|26| 3 Verſchiedene Arten des landwirthſc G.2 [».] 448|18j'9 OG Alſo fehlen welche durd) den Schäfereyertrag gedeXt werden ſollen, Anmerk. Genau betrachtet iſt das-Wirthſchaftskorn hinreichend, wenn der ad 17 berechnete Werth der, Dien- ſte nicht mit berechnet wird, denn, werden die Dienſte in Natura geleiſtet, ſo mindern ſie die Wirthſchafts- koſten; werden ſie- bezahlt, ſo ſind ſie eine baare Ne- venüe z letzteres iſt hier der Fall, indem dieß aus dem veranſchlagten ſtarken Geſpann, 16 Pferde er 20.O= 8 7 0 0 ME 0 SANIE ES Summa 16513 Ctnr. Oekonomie.- 2. Abſchn. (666) 4) Da"das ſogenannte Wörthenland in nichts weiter beſteht, als in nahe beym Hofe belegenem, von der Gemeinhut. verz ſchoat werdenden, zuweilen auch eingefriedigten und im 8jährigen Dung gebaltenen Lande, ſo unterſcheidet ſich ſol: Weizen. 80| 512| 1024| 64| 2042 64=-- kleine Gerſte 80| 640| 640| 96| 427 62| 90|-- VI, Kartoffeln. 500|3000|, 62] 60|=-=- Roggen. 704| 3113| 748| 31| 1492 62| 60--==- Hafer'.. 78 561 5641| 31 374 pt El. VII. reine Braache(da- von 51 Morg. ge: düngt).. A 3 60 121==:'= Roggen."|12192;| 5442| 979| 242| 196 121==--= Hafer«. 121 605 605| 242 403 196 El. IX. reine Braache. j» ij 98 196=-= Rogocn 7 EE 11710220. 67.021: 107817 98711 215 196 ti 1. 8 WAfpr is 5. 4.5.1496.00882"|+ 7351196. 11- 490 1609| 11 35|135|Wieſen a 18 Ctnr. zwey- ſchnittig. G 4 x% 643X 28|156 GEWIEHT: Clafſe a 8 Ctnr. 6| 4 eh 231 14| 30-ja5s..--|,: k T 74: 4| 78(Obſt- ARbiacnſegkrdn um: -| ſtehend in Gelde berechnet 7|1344 340 Oekonomie. 2, Abſchn. (668) "“ No. Rectificirter Ertrags- Anſchlag des Gutes N. a Geldertrag S 157 lächen- An- ummt&69j GEE Ertrags- Anſchlag ſchlags:4- vom durch den. j des Total: 163 preis F Acderboun| EN ertrags& tz Mrg.|I-R. Sgr.[Tylr.|ſg.|y?-Tytr.|(g-]pf.h Thir. gſy Fc, 279| 11| Claſſe Ul. 930 Schfl. Weizen.| 45.|t395«. 50) 8374==" Erbſen“ 7 30 837|45 H,? d4ß EECfe ME EOBENE 4295 200000:. 300 5487 Ctr.Stroh=2864 C,. Heu! 7. SENE 4| Feldweide 186--' 2 bie 599). 21:99 3724| 2008 7 1921|.| Claſſe IV.! Kartoffeln 5760 Ser- 4.|Geldrente von ſechs baukoſten',.-.|3080| 3111 Bauern für abge- 3.|Koſten der Garten- löſte Dienſte. 400|-|-- beſtellung Ä 1317 212 5.|An baaren Gefällen 4.|Allgemeine Wirth- von den Ortsein- ſchaftskoſten für WOHNENNE 4. s 36|--|-- den Nutviehſtand| 135| 7| 3 6.iVon den Zehnten 5.|WirklicheKoſten des derſelben 47 42125- Zutzviehſtandes| 991/29| 4 Summa| 11490/,14/10) 6.|An öffentlichen Ab- Die Ausgabe be: gaben.| 7927| 8 trägt. 4721 15| 4 Summa|4721|15| 4 Bleibt 6768|29| 6 reiner Ertrag. Geben Capital a 5 Procent.. 135379|20|- Hierzu das In: ventarium. 8418|21| 3 Der Werth der Gebäude+.| 10000|=-|-- Ganzer Werth[153798|11| 3 Das Kauf-Capital verintereſſirt ſich zu 53/5 Procent, und wird durch den rei- nen Ertrag in circa 18 Jahren erſtattet. 918 1000/8 enuUMM eruebeM PeB8 mOIIOA e1O ueAO onlG S010uIe 2 d0 2u B L1 21 44 or 6 8 2 14 6ʃ ——----———