al 4 4 Handby<% | der 4 « 4[4* „Nütuyrgeſchichte 5||& SR) für Landwirthez; entworfen von ' Georg Ernſt Wilhelm Crome, | der Arzneigelahrtheit Doktor, Königl.- Preuß. Profeſſor, Lehrer n 4 . der Naturwiſſenſchaften am ökonomiſchen Inſtitute zu Mögelin z der Regensburgiſchen botaniſchen Geſellſchaft Ehrenmitgliede, und der Wetterauer naturforſchenden GeſeUſchaft | correſpondirendem Mitgliede. LER 20 E58: 4X/ BRRLIOTHER NS | R 19%' D-KÖONICHCHENN |:" LXECNDENTE, x 44.67 "s PAB, | DES1.Ä30Pp) | Met WDEGLIX 7 | SE/ + D* 1„ier Sd | Zweiten Theils erſter Band: Beſondere Pflanzenkunde, | | Mit 12 Kupfertafeln. | Hannover 1gxrI1, | bei den Gebrüdern Hahn. ===zzunurtlli: ZZSDODBOODTDDODU ZOO DODOLMLIOC Mittmann... Er es td: Wenn wir ſchon in den verſchiedenen Abtheilungen, welche die a'gemeine Pflanzenkunde zuſammenſeßen; auf mehrere Punkte ſtießen, welche wegen ihres Ein- fluſſes äuf das landwirthſchaftliche Gewerbe für den Landwirth von vielem Nußen ſind, ſo muß dieſer zweite Haupttheil der Pflanzenkunde, welcher die botaniſche Nomenflatur, und die auf das landwirtbſchaftliche Gewerbe angewandte beſondere Pflanzenkfunde um- faßt, für den Landwirth von noh weit größerem Ins tereſſe ſeyn. Der Landwirth ſog darin eine ſyſtema- tiſch geordnete Beſchreibung ater derjenigen Gewächſe finden, deren Kenntniß ihm auf irgend eine Art nüß- lich oder angenehm ſeyn kann. I< werde hier daher Feine ängſtlihe Auswahl gerade derjenigen Gewächſe treffen, deren Kenntniß dem Landwirthe durc II einer ſehr gebildeten Claſſe von Menſchen, die nicht allein Unterricht und Belehrung, ſondern auch eine angenehme Beſchäftigung ihres Geiſtes verlangt. Es war ſonſt die gewöhnliche Methode der Schrift: ſteller, welche die Pflanzenkunde in ihrer Anwendung auf die Landwirthſchaft bearbeiteten, die Gewächſe nach ihrer Benußung zu ordnen, ſo daß z. B. eigene Ru- brifen für die Mehlmaterialien, Oelmaterialien, Holz- materialien; Spinn- Web. und Flechtmaterialien 2c,, entſtanden, in. denen-nun die verſchiedenen Gewächſe, vielleicht nach: alphabetiſcher. oder einer anderen Ord- nung» aufgeführt wurden. JIc<.kann aber die'e Me- thode aus zwei, meiner Meinung nach, ſehr triſftigen; Gründen. nicht billigen 3 einmal geht dabei nämlich der Vorzug, der ſyſtematiſchen Ueberſicht verloren; welche -- beſonder3,. für den. angehenden Landwirth)=- ſo nüßlich iſt, indem er dadurc<, am leichteſten. eine Ueber2 ſicht. über die ſchon beträchtliche Maſſe der ihm nüße lichen. Gewächſe erhält3 und in den verſchiedenen. Ru- brifen. ſind ohnehin.;oft. die: verſchiedenartigſten. Ge- wächſe zuſammengeſtellt 3, zweitens aber iſt es nicht zu vermeiden, daß, bei dieſer Methode ein und daſſelbo Gewächſe oft viermal.und öfter aufgeführt werden, muß, da. es mehrere Gewächſe giebt, welche uns für ſehr. viele Bedürfniſſe. Materialien liefern: ſo, nenne ich hier 3. B. nur. die Rübe, die uns.in ihrer Wurzel ein Nahrungsmittel für'unsund, unſere Hausthiere, in.ihven Blättern ein milchergiebiges Futter, in ihren Saamenzein tvefſfliches Oel, ſowie.in' den zyrückblei- benden. Oelfuchen, wieder, ein Nahrungsmittel für un- ſer. Vieh, liefent. Wollte man keine. ſyſtematiſche«Gin- theilung, wählen, ſo, wäre vielleicht, jene: die, beſte, welche man. gewöhnlich bei. den. landwirthſchaftlichen Schrift- ſtellern findet, und nach der die Getreidearten, Hül- ſenfrüchte, Futtergewächſe; Gräſer; Handelsgewächſe und.die Unfräuter eigene Abtheilungen erhaltenz aber auch, dieſe paßt: für ein. Handbuch. der. Pflanzenkunde für Landwirthe niht, theils da auch dieſe Einthei- lungsart noch ſehr. ſ= Über die Dauer der Gewächſe-gemacht haben, in der That für den Landwivth von großer Wichtigkeit ,'da er unfehlbar danach berechnen kann, wie lange er'ein Gewächs zweckmäßig benußen kann. Es wäre übri- gens wünſchenswerth, daß man ſich ſelbſt nicht mit dem Worte ,,;ausdauernd““ begnügte, ſondern auch von den ausdauernden Gewächſen, wenn(auch nur ungefähr, die Zahl ihrer Lebensjahre anzugeben ſuchte. Zur Beze“hnung der Dauer der Gewächſe habe ich mich Übrigens der in den botaniſchen Schriften gewöhnlichen) Zeichen bedient ," deren Erklärung ich zum Ueberfluß hier beifüge. H bedeutet ein baumartiges Gewächs. E===-- ein ftrauchartiges Gewächs. -4+=== einen Halbſtrauch, von einem bis 2 Fuß Höhe(Suffrutex),. 2%=== jreine ausdauernde Pflanze. & 1== reinezweijährige Pflanze. OD=-- ein Sommergewöchs:. Sehr wichtig iſt für den Landwirth noch die ge» naue Angabe des Standorts!'und dev Bodenart, auf der dieſe oder jene Pflanze wächſt. Denn nicht allein, daß ſie dazu dient, den wildwachſenden Pflanzen, die dur< den Landwirth kultivict werden, ihren angemeſ- ſenften Standplaß und ihre ſchicklichfte Bodenart:an- zuweiſen, ſondern man kann auch rückwärts von den Gewächſen, die man in einer Gegend häufig findet, auf den Boden ſchließen,'den ſie bewohnenz da es, wie ich früher ſchon geſagt habe, mehrere Gewächſe Ge 7 giebt,|die nicht mit einer jeden Bodenart zufrieden ſind, ſondern ihren eigenthümlichen Boden lieben. Leider hat man dieſe Sache bitjelßt nur no< ſehv ver» nachläſſigt, und ſich damit begnügt,' anzugeben, ob eine Pflanze auf bergigten, bügeligten Pläßen„ in Thälevn, auf Wieſen, Weiden, in Möören 2c. wächſt z ſtatt daß man immer angeben ſollte, wie"die Boden- miſchung war, welc 2 97-- 2 j mfd eBdom 9 Dieſe Benennungen beziehen. ſich auf- ackerbare Bodenmengungenz aber auch diezübrigen Wohnpläße der Pflanzen exfordern beſtimmte, Ausdxücke, wozu ich die-folgenden wählen werde.' Flugſand.„Flächen, mit feinem, oft. ſtaub- vrtigem Sande bedeckt, welchen dex Wind leicht fort- führt.| Flubſand. Feuchter, an-den Ufern der Flüſſe, Bäche, Seen und Teiche abgeſeßter ,- ziemlich feiner Sand. Humoſe- oder Modergründe,- Fetichte ſnerve, bald feuc ggg IBER IE *% g I2==> Ba wählte,» worüber ich an den paßlichen Orten mehr ge- ſagt habe. Einige Kupfertafeln ſchienen mir zur genaueren Unterſcheidung einiger ſchwer zu unterſcheidender dem Landwirthe wichtiger Gewächſe nöthig, indeſſen werde ich ihre Anzahl nicht ohne trifftige Gründe ſehr be- trächtli x. 20 En TD= Körnchen, aus denen er beſteht, und die man für die Saamen hält, ſind rundlich kreiſelfsrmig, und in einem fleinen Häufchen zuſammen liegend, 2te Ordnung: Schwämme mit nackten Frucht- behältniſſen(Gymnocarpi). Das Fruchtbehältniß iſt häutig, nicht zerfließend, und mit einzelnen Saamen beſtäubt. A. Die Saamenhaut erſcheint blättrig oder aderig. XI. Amanita, Wulſtblätterſchwamm. Der Strunf iſt mit einer Wulſt verſehen, ziemlich lang, geringelt oder nackt, und trägt einen fleiſchigen, mei» ſtens mit Warzen verſehenen Huth. Die zarten Blätt- «DI 3te Ordnung: Staub- und Fadenſ Mil oder. fleinexen kugelförmigen Saamenforns, iſt in der Jugend weiß, zur Zeit der Reife aber ſchwarz braun und etwas zuſammengerunzelt.. Man findet ihn ebenfals häufig. auf den auf Aeckern zuſammen- gehäuften Kohlblätrern und Kartoffelſtengeln, ſo wie an mehreren abgeſtorbenen Stengeln. Er erſcheint im Spätherbſt und im Frühling. Ich habe dieſe drei kleinen, ſonſt unbedeutenden, Schwämmchen hier aufgeführt, weil ſie zu der irri- gen Meinung Anlaß. gegeben. haben; daß man ſich durch. Zuſammenhäufen und. Vergraben der Kohlblät- ter Kohlſaamen erzeugen könne!=- Eine Meinung», die, ic) weiß nicht mehr welcher Naturforſcher einſt mit großem Aufheben im Reichsanzeiger bekannt machte,-- 4): S. Erysiphe, filziget Hartſ=== wede mD rue « 2 6 we'.. 4 26 ISET IG fel von verſchiedener Geſtalt und Farbe: bald ſchwarz, bald grau, bläulich: ſchwarz 2e“, welches von ihrer mehreven oder minderen Reife herrührt."Sie wath- ſen größtentheils durc<ß ganz Deutſchland vorzüglich in Tich- und Buchwaldungen, die einen ſandigen oder trocknen lettigen Boden haben, einige Zoll tief unter der Erde 3 die Zeit ihrer Reife faut in den Herbſt. Die Trüffeln machen bekanntlich einen Leckerbiſ- ſen aus 3 ſie kommen aber, ihres mühſamen Auf- ſuchens wegen, nur auf den Tafeln der'Vornehmern vor, und. werden oft theuer bezahlt. Mah hält die- jenigen! für die beſten, die inwendig''weis ſind und nach Knoblauch rießen."Unter" den' Schwämmetnz deren Gebrauch in der Küche immer wegen der vielen ſchädlichen" Schwämmarten viele Vorſicht erfordert, ſind ſie wol die unſces im nördlichen. Aſien mehrere: Völkerſchaften, die, in Ermangelung eines angenehmeren Berauſchungsmittels, ſich aus ihm ein Getränke bereiten: um ſich in- eine;angenehme Betäus- bung zu verſeßen: Nach Pallas ſolder Appetit die- ſer Völkerſchaften nach dieſem Getränke ſo weit gehen, daß die Armen welche ſich dieſes, Berauſchungsmittel nicht verſchaffen können 7 weil.der-Schwamm von den 'Vornehmeren oft theuer bezahlt wird, ſogar den Urin der Reichen auffangen und ihn trinken ſollen, um auf dieſe Weiſe in einen ähnlichen Rauſch zu gerathen!== Bei uns gebraucht man ihn befanntiich in Milch eins geweicht zur Tödtung der Fliegen und anderer In- ſecten. X]. Agaricus, Blätterſchwamm: 1) A. procerus, hoher Blätterſct3 ſein Huth iſt, wie bei alen Blät- terſchwämmen, anfangs eyförmigz wenn ex aber voöl- lig entwickelt iſt, glo>enförmig, oben in der Mitte mit einer nabelformigen Erhabenheit verſehn, röthlich- aſchfarbig, ſchuppig, am Rande zottigz3 die Blättchen an der Unterfläc und einen efelhaften Geruch. Zur Herbſtzeit kommt er in den deutſchen Wal- dungen häufig vor. Sein Genuß bewirkt oft ſchreckliche Zufälle, und kann ſelbſt den Tod nach ſich ziehen. Es giebt eine ſo große Menge"Schwammarten aus der'Gattung Agarious,' daß allein Perſoon nicht 07 39 mehr. als 447. derſelben aufzählt, von denen ein ſehr großer Theil in Deutſchland wächſtz ich habe aber von dieſer großen Anzahl die wenigen-angeführten, welche ich. als die wichtigſten für den Landwirth halte, aus- gehoben. XIII. Merulius, Aferſchwamm. 1).M. cantharellus, gemeinex Ader- ſ An manchen Orten. wird ex für die Kühe ge: ſammelt. 2) M. destruens, ſchädlicher Aderz2 ſchwamm. Er'bildet einen großen, weit ausgedehnten gelb- rothen Sc, am Grunde bauchig, röhrig gerippt, mit dazwiſchen lie»- genden Vertiefungen, und ſo wie der Huth blaßweiß- lich 3 ſein'Huth lappig, mit freien; runzligen, zuge- rundeten, weichhaarigen, unten neßförmigen Lappen. Man findet ihn im Herbſte in;unſern Laubhöl- zern ziemlich häufig an der Erde. 3) H. Infala,-OQuasten-Faltenſchwamm. Sein Strunk iſt-etwas filzig, glatt, fleiſchfarbig, hin und wieder mit einigen“ Vertiefungen, aber keinen Furchen verſehen 5) ſein Er aufgeblaſen 717 gefaltet und röthlichbraun. FEN Mte<< NTT SENNNENNNGGNNGIE 3 a a 7 46 er Dieſer Schwamm kommt vorzüglich im Früh- linge, bisweilen auch im Herbſte, an faulenden Baum» ſtrünfen, beſonders der Nadelhölzer, hervor. 4) H. esculenta, eßbarer Faltenſchwamm., Sein Strunk iſt ziemlich kurz und weißlich 3 ſein Huth iſt rundlich, tiefbraun, zuweilen ſchwärzlich 3 die läng- lichen auf. deſſen runzlicher Oberfläße in die Quere laufenden Zellchen bilden gleichſam Kreiſe auf dem- ſelben. Auf: Anhöhen. zeigt er ſich im Frühlinge auf der Erde, Alle dieſe vier Arten des Faltenſhwamms wer- den zur Speiſe benußt.- Die„lezte Art wird zugleich mit den Morcheln unter eben dieſem Namen zu Markte gebracht. XIX. Morchella, Morchelſchwamm. 1) M. eSgculenta, eßbavrer Mor.| 48-..- fellern 7 wo er oft die Fäſſer wie mit einem Mausfel überzieht. XX. Erineum, Naſenſchwamm. 1) R. tiliaceum, Linden-Raſenſchwamm. Er wächſt raſenartig beiſammen, und bildet weißliche, länglichrunde kleine Polſter. Man ſindet ihn auf Lindenblättern in den Win- keln der Adern häufig im Frühling und Herbſte. Auch von dieſer“kleinen Shwammgattung giebt es noh eine Menge Arten, die auf verſchiedenen Baum- blättern, z. B. Pappeln, Eſchen 2c. wachſen, und das Abfallen derſelben befördern. XXIV. Himantia, Niemenſchwamm. 1) H. domestica, Haus-Riemenſchwamm. Er breitet ſich-oft eenlang aus, und beſteht.aus einer hautähnlichen ,. weichen, violertbräunlichen Subſtanz. Auch dieſer Schwamm findet ſich oft ſehr häufig mitten im Zimmerholze in:Gebäuden, und richtet durch die Vernichtung deſſelben, ſo wie die früher genann- ten Arten des Aderſchwammes, bisweilen beträchtli- 1-4 1m B 1 |] 60(<< meiden= Ein jeder Gärtner weiß aus Erfahrung, das, je rei- ner ev ſeine Obſtbäume von- Mooſen und Flechten hält, ſie ihm um ſo reichlichere und beſſere Früchte tragen. Mehrere Pflanzenforſcher ſind dagegen'der Meinung, daß Mooſe und Flechten den Bäumen mehr nüßen als ſchaden, indem ſie die Theile, welche ſie überziehen, im Winter gegen die zu 5eftige Käl» te, im Sommer gegen zu übermäßige Hiße ſichern. Welche dieſer beiden Meinungen iſt hier die richtige? I< glaube, man kann ſie beide verfechten. Die Bäume des Gärtners leben unter ganz anderen Ver» hältniſſen wie die, welche ſich ſelbft überlaſſen find; ſie werden gewartet, gepflegt, beſchnitten, mit reich- licher Nahrung verſehn u. ſ. w. Mit ihrer größeren Nahrungsfülle wird aber auch ihre ganze Vegetations- Fraft thätiger, und ſie werden zugleich reißbarer, ſo daß jede üble Einwirkung um ſo nachtheiliger auf ſie einwirkt. Daß nun Mooſe und Flechten, bei aßen ihren guten Eigenſchaften, die ich ihnen zugeſiehe, zu- gleich auch mehrere ſchlechte, z. B. die beſißen, die Function der' Rinde zu ſ bn 6I gen ſeine, Bäume unter andern Verhältniſſen 2 er muß ſie. größtentheils ſich ſelbſt überlaſſen, und ich-würde es ihm verdenken ,, wenn. er die Mooſe und Flechten, die ihm ohnehin eben ſo viel nüßen.als ſchaden, da ſie in der Regel die Nordſeite und.in bedeutender Anzahl nur alte oder verfrüppelte Bäume befallen,-abzukrat- zen ſich die Mühe geben wolte.< bin übrigens der feſten Meinung, daß der ſtarke„Moosüberzug, den wir bei alten verfrüppelten Bäumen in den Wäldern finden, nicht Urſache, ſondern Folge der Verkrüp- pelung ſolcher Bäume iſt. Unterſucht man die Sache genauer, ſo, findet man ſicher, daß der Boden, die Lage, das Clima u.ſ. w. dieſen Bäumen, nicht. ange- meſſen war, oder daß ſie ſchon in ihrey Jugend.An- lage zur Verfrüppelung hatten. Dieſe kleinen Kryp- togamen kommen nur zu der allgemeinen Krankheit hinzu, ſo wie einige unangenehme Inſekten zu ver- ſchiedenen Ausſchlags- und: anderen Krankheiten: der Thiere hinzufommen, nicht. aber Urſache- derſelben ſind. S).P. olivacea„„olivenfarbige Parmelie, Ihr großes ledevartiges Laub breitet ſich: kreisförmig aus, iſt beſonders in der Mitte, runzlich- gefalten, am Rande in eine Menge kleiner, rundlicher und runzli- wu Man trifft dieſe Flechte an Bäumen und Stei- nen, vorzüglich gern'an Birken, Weiden, Pappeln 2e. häufig im Winter mit Schüſſelchen an. Sie gehört ebenfalls zu den Farbeflechten, und liefert eine rothbraune und granbraune Farbe, Dieſe wenigen Arten habe ich aus der großen Gattung ausgehoben, zu der ſie gehören. Außer ih- nen gehört zu ihr noch eine große Menge ſehr gemei- ner Flechten, die man überall an Bäumen und Stei- nen findet, deven genaue Aufzählung aber den Land- wirth nicht ſehr intöveſſiren würde, da ſich nicht viel mehr darüber ſagen läßt, als was ich anfängli'h im Anlgemeinen und bei dex Parm. parietina darüber geſagt habe. V. Peltidea, Schildflehte. LI) P. camina, Hunds- Shildflechte(T4i- chen vaninus). Eine der größeren Flechten, mit niedevliegendem, ledevartigem Laube, welches in ftum- pfe, aufwärts ſteigende Lappen getheilt, oben grau- braun, oft auch tiefbraun, glatt und adrig, unten weißlich- gelb und zottig iſt, und an der Spike der auf- gerichteten Lappen'viele ſtielloſe/ längliche, rothe Scildhen trägt; In unſern Waldungen, beſonders in Nadelhöl- zern, iſt ſie eine der häufigſten Flechten, und überzieht oft ganze Strecken'an dex Erde, Ihren Namen erhielt ſie, weil man ſie, jedoch ohne Nüußen, ſonſt in Veobindung mit Pfeffer gegen die Wäſſerſcheue"der Hunde gebraucht hatte. Auch ſie läßt ſich zum Färben benußen, und liefert mit Ei- ſenvitriol eine Roſtfarbe. Es. giebt no<'mehrere,.der ebengenannten Flechte ziemlich ähnliche, Arten: aus dieſer Gattung. die ich hier aber: übergehe, da ſie mit ihr in Hinſicht ihrer Benußung übereinſtimmen, VL. Cetraria, GCetfratie, 1). C. IiSlandica, IJsländiſche Cetrarie (Lichen islandicusz- igländiſches Moos). Sie wächſt haufenweiſe beiſammen, iſt aufrecht, äſtig, zuſammengedrückt, beinahe vinnenförmig, licht: braun, am Grunde blutroth, glattz3 ihre Aeſte ſtehen ſo ausßeinander, daß ſie wie zerriſſen erſcheint, und ſind an der äußerſten Spiße mit zwei hörnigen ge- franzten Einriſſen verſehen 3 ihre Schüſſelchen ſind purpurroth,. ſtehen gewöhnlich am Rande, ſelten auf der Spißze, und ſind am Rande gezähnt. Auf Gebirgen zwiſchen zertrümmerten Felſen- blöcen findet ſich dieſe Flechte. Ich führe hier dieſe Flechte mit auf, weil ſie uns ein ſehr gutes nährendes Arzneimittel, den Nordbe- wohnern, vorzüglich den Jsländern, Hhingegen..ein vortreffliches Nahrungsmittel, welches ſie"auf man- nigfaltige Art zubereiten, liefert. Prouſt'unter- ſuchte dieſe Flechte chemiſch, und fand in hundert Theilen derſelben 64 fleiſchige Theile(welche ziemlich mit dem Pflanzenſchleim übereinzuſtimmen ſcheinen), 4 > [4 . )-] |' 1-4 | |) | HÖ [| j ? 64=r<= 3. Theile bitteren Extractiv- Stoff,-,und. 33 Theile Gallexte« VII.«Usnea, HDaarflechte., TI) U. plicata, gefaltete Haarflechte, Sie wächſt büſchelförmig beiſammen, iſt ſehr" äſtigz ihre Aeſte ſind dünn, rauh, hängend, grünlich aſh» farbig, in einander verwickelt, mit niederliegenden Fäden; ſie trägt kleine geſtrahlte Schüſſelchen. Man findet zwei Varietäten derſeiben: a) mit abſtehenden Fäden, db) mit kleineren aufgerichteten Fäden.; Beide ſind ſehr häufig auf Baumrinden, vorzug» lich auf Buchen, Birken, Fahren 2c. Getrocknet und geflopft, läßt ſie ſich gleich dem Pferdehaar zum Autſtopfen gebrauchen. Auch ge- brauchen ſie die Jäger zuſammengeballt zum Pfropf auf das Pulver» wobei ſie die leichtere Entzündung des Pulvers, ſo wie die“ Reinigung der Gewehre, be- fördert. vIiIL Stereocaulon, Rorallenfledhte. 1) St. paschaze, Schaaf-Kovallenflechte. Sie. wächſt einzelnz ihreaufrechten' weißen Aeſte zer- theilen ſich in' abwechſelnd. und büſchelfsrmig ſtehende gedrängte.Aeſtihen,"welche vom Hauptaſte an»dicht mit weißlich oder- grünlich grauen» ſchaalenartigen Blättchen bedeckt ſind2» Mitten zwiſchen dieſen fleinen ZWE. 65 Blättchen umher finden ſich in Geſtalt kleiner Körn- ertang(F. 8accharinus), den gerinnelten. Tang(EE. canaliculatus), und den handförmigen Tang(>. palmatug) GA 1977 1860 WE SCHN EGLUME R SPA HIER PHAR F ELE NEIGE Ye* 2 N 74 epn an, welche zu dem obigen Gebrauche dienen, des ren genaue Beſchreibung uns aber zu weit führen würde.; 2te Ordnung: Fadenartige Algen(Fila- mentoSae). I1L. Ceramium, Horntang-. I) C. Filum, fadenförmiger Horntäng«, Er beſteht aus einfachen, runden, knorpelartigen, ge- gliederten Fäden, die oft mehrere Fuß lang, unge- fähr eine Linie dick ſind, und deren mehrere(3, 4-5») aus einer ſchildformigen Baſis hervorkommen ,, an des ren Spike nur ſelten die einzelne, rundliche Kapſel hervorfommt. Dieſe Tangart iſt ebenfalls ſehr häufig in der Nord- und Oſtſee, und wird mit den übrigen von den Wellen ans Ufer geſpühlt. Sie dient, wie der Blaſentang, ebenfalls zur Düngung. III. Conferva, Conferve. I) C. bullosa, Blaſen- Conferve. Die Fäden find ſehr fein, gleich- dik, beinahe durchſichtig, zweitheilig, ſehr äſtigz ihre Aeſte, ſo wie die kleineren Zeräſtelungen, ſtehen abwechſelnd. Im Anfange des Frühlings ſieht man dieſe Con- fervey welche ſich in Teichen, Gräben und überhaupt ſiehenden Gewächſen ſo häufig anſiedelt, in Geſtalt gelbgrüner Büſchel unter der Oberfläche des Waſſers flottirenz ſpäterhin fieigt ſie völlig auf die Oberfläche, überzieht ſie oft ganz mit ihrem dichten Gewebe, wird hengrüner, und bildet dadurc<, daß ſie in ihrer dich- ten Decke die Luftblaſen, die im Sommer aus dem Grunde emporſteigen, auffängt, verſchieden geformte und gefärbte, oft beträchtlich große Blaſen, Sie trägt Vieles zu der Bildung des ſo fruchtba- ven Teichſchlammes oder Modders, ſo wie gewiß auch das Jhrige zur Erzeugung des Torfs bei, 2) C. rivularis, Bachconferve, Site be- ſteht aus einfachen, ſehr langen, feinen, haarfsrmi- gen, angenehm grünen Fäden, welche im trocknen Zu- ſtande deutlich gegliedert ſcheinen 3 die Glieder ſelbſt ſind länglich, durchſichtig, und inwendig mit dunfel- grünen Körnhen beſtreut, Sie wächſt immer in dich- ten Büſcheln beiſammen, und aus ihr beſtehen die hellgrünen, oft mehrere Fuß langen, dichten, zähen Büſchel, welche man ſo häufig in Bächen und Gräben flottiren ſieht. Man Hat es verſucht, ſie zur Papierbereitung zy benußen. Herr v. Marum iſt der Meinung, das dieſe Pflanze ſehr viel zur Erzeugung des holländiſchen Torfs beiträgt ,. und daß dieſer größtentheils aus ihr und der Waſſerfeder( Myriophyllum verticilla- tum) gebildet wird.(S.'Hermbſtdt's Archiv der Agricultur. Chemie x. B. 2, St. p. 419.) Mir iſt es wahrſcheinlich, daß nicht allein dieſe, ſondern 76 mehrere andere kryptogamiſche Waſſergewächfe' den er- ſten Grund"zur Torf- Erzeugung" legen, zu'"denen unter andern auch die C- bullosa,»ſo wie mehrere noch! folgende gehören.(S- darüber Hexmbſtädt's Archiv der A.'Ch. 4+ Bds. 28 Heft. 3) C. fugacissima, verſchwindende Con- ferxve.(S- Tab. 11, Fig:3. dieſe Conferve in na- türlicher Größe.) Sie bildet ebenfals dichte hellgrüne oder. gelblich grüne. Büſchel, jedoch nicht ſo lang und ſo ausgebreitet wie die vorigez ihre einzelnen Fäden ſind ſo feinz daß man ſie kaum anders als mit einem Vergrößerungsglaſe ſehen känn, ſpannelang und län- ger, einfach; gerade, gleichdict und gegliedertz die einzelnen Glieder ſind rundlich, und nur in Mittel: punkte durchſichtig.) Sie findet ſich ſehr häufig in Gräben, Teichen und ſtehendem Waſſer, und trägt gewiß ſehr Vieles zur Erzeugung des Schlamms und Torfes bei. Wahr» ſcheinlich war es dieſe, aus welcher Prieſiley zuerſt die. Entwickelung der Lebenslyft. im Sonnenſchein be- pbachtete- und die allgemein unter dem Namen dex Prieſtleyſchen grünen Materie bekannt iſt. Es würde zu weitläuftig ſeyn,. bier noc - ic] iv |.) E (0 |-] | 1; | Y 78 R I 3te Ordnung: Gallertartige Algen(Gela« tino8ae). V. Ulva;: Watt. 1) VU. lubrica, ſchlüpfriger Watt. Sie bildet einen verſchieden geformten, meiſtens längli- chen, 4 bis 6 Zoll langen, zwei bis drei Linien brei- ten röhrenförmigen Körper, der aus einer hellgrü- nen, durchſichtigen, ſehr ſchlüpfrigen, verſchieden gewundenen, wellenförmig- vunzlichen, ſehr zarten Membrane gebildet iſt. In Gräben und ſtehendem Waſſer findet man ſie häufig. Sie trägt Vieles zur Erzeugung des Teich? ſ wu 8 I aufreißt,„und mit keinem Deckel verſehen iſt=Die aufgeſprungene Kapſel: erhält bei ſehr. vielen Lebex- mooſen(z. B- bei den Arten der Gattung Junger- mannia) die Form eines horizontal. ſtehenden Kreuzes. Der innere Bau. der-Lebermooſe beſteht ganz aus einem. lockeren Zellengewebe 3 und auch an den Stel- len, wo ein dichterex Kanal erſcheint/ bemerkt man doch durchaus keine Spur von Spiralgefäßenz+das Zellengewebe iſt übrigens von einer ſehr zarten, durch» ſichtigen Beſehaffenheit. Tab. XI1. Fig. 16. iſt das Zellengewebe der Marchantia polymorpha vergrö- ßert vorgeſtellt. Ueber die Befruchtungswerkzeuge der Lebermooſe ſind die Pflanzenforſcher noch nicht einig 3 man bemerkt nämlich bei einigen dieſer kleinen Pflanzen an den Spitzen der Zweige oder ſelbſt der Blätter kleine Häuf- Hen: ſehr zarter Körner, die man mit dem Bliumen2 ſtaube: der größeren ſichtbar blühenden Gewächſe ver- glichen hat. Sie. erſcheinen aber. nicht“immer gerade in der Periode; in welcher die Früchte fich entwickeln, und werden daher von andern. Naturforſchern. blos für Knospenkeime gehalten. Dieſe Theile ſind übri- gens ſo fein, daß man ſie ohne Hülfe eines zuſammen? geſeßten Mikroſkrops nicht bemerken kann, Der Standort dieſer(Gewächte-iſt verſchieden 5 viele von ihnen ſind Schmarokerpflanzen/ und»lebew daher quf anderen größeren. Gewächſen;“ wie z. B. viele Ar- ten der Gattung Jungermannia, welche man häufig an der Rinde der Bäume.gntrifft 5 andere.wachſen an Crome's Handb. Il. 1, 6 82 zuermilſie«Eiter der Erde, und wählen bald einen ſchattigen Plaß in Waldungen bald einen fetten, feuchten Boden auf Wieſen, Moräſten/ und'an den Ufern-der,Bäche, Die'Zeit ihrer Fruchtreife fällt ebenfals verſchie- denz indeſſen"findet'man die meiſten von ihnen im Foühling und im Sommer mit reifen Früchten. Für'den Landwirth von Profeſſion hat'eigentlich keins der'hieher"'gehörigen Gewächſe ein beſonderes In- tereſſe,"es mögte denn'eine oder die andere Art ſeyn, welche den Wieſen durch ihre-Ausbreitung ſchädlich ſeyn könnte."Mehr'wegen'des'äugemeinen Ueberblicks über die ganze Pflanzenwelt, und wegen der richtigen Unterſheidung der“Übrigen Gewächſe führe ich einige aus"dieſer Claſſe, die ohnehin im Vergleich mit den übrigen ſehr wenige Pflanzen enthält, hier auf. Wegen der geringen Anzahl'von Gewächſen, die in dieſer Eläſſe ſtehen,“ſchien ſie-mir feiner weiteren Untevabtheilungen oder Ordnungen zu bedürfen. In Schrebers"Linn e'iſchen Pflanzengattungen ſtehen die hieher gehörigen Gewächſe in der Ordnung Hepaä- ticae'der Claſſe'Cryptogamia, Ueberſicht der Gattungen der Lebermooſe. I, Jungermannia,“Sungermannie. Die' Kapſel" iſt bei dieſer"Gattung vundlich, ſißt auf einer langen, zarten Borſte(Fruchtſtiel), iſt einfächerig, und zerſpringt zur Zeit der Reife der Länge nach in vier freußförmig auseinander ſtehende Klappen. 4 ic] |. || " E <= wren= f' IT, Marchantia, Marchanties Die verkehrt- epförmigen. Kapſeln. ſind auf einem gemeinſchaftlichen, geftielten; ſchildförmigen Frucht- hoden befeſtigt, einfächerig, und zevſpringen.der Länge nach ungefähy in 5. bis, 10 zuleßt zurückgerollte Zähne. III, Riccia, Niccie. Die rundliche Kapfek ift in die Subſtanz der'Bläto- ter eingeſenkt, einfächerig, durenz die einzelnen Blätter deſſelben'ſind flach, ſtumpflappig, oben grün, glänzend, unB geandert, bisweilen zweitheilig auseinan- dergehend; unten braun und mit einer Menge feiner Würzelchen bedet. In den Winkeln dex Blattlap- pen ſteht die männliche, flache, ſchildförmige, häutige, am Rande mit 8 bis x0 hautartigen Einkerbungen ver- ſehene männliche Blüthe auf einem 1x X; 2.bis 3 Zo langen Stiel. Die weibliche Blüthe ift eben ſo ge- ſtielt, ſchildförmig und mit 3 bis xo fadenförmigen, gleichlangen, faſt bis auf den Grund getheilten Strah- len beſeßt. Dieſe Pflanze findet ſich ſehr häufig an Wieſen. gräben.; an: feuchten Stellen auf den Wieſen, an Brunnen und überhaupt feuchten ſchattigen Pläßen. Im Mai und Juni findet"man ſie mit den Früch- ten, 24. Einige halten ſie für eine'den Wieſen nachthalige Pflanze, indeſſen findet: ſie ſich nur am Rände! dev Gräben, und wird, wo das Gras Uppig wächſt, leicht davon unterdrückt. - III; Rice1a, Niccie. 1) BR. fluitans, ſchwimmende Riceie. Sie beſteht aus vielfach zweitheiligen, gleichbreiten, flach gewölbten, wirfelartig- neßfbrmigen, an der Spike äbgeftumpften zweiſpaltigen Blättern, die in dichten Haufen, vft von 3 bis 4 Zol im Durchmeſſer beiſam- men ſtehen, mannigfaltig dur daß ſie nie:geſtielt, ſondern immer ſißend;, incdex-Regel einfach, und nur. bei ſehr wenigen getheilt- ſind, Selbſt in der Beſchaffenheit der Blüthen. nähern: ſie. ſich. den Übrigen Gewächſen, auein. dieſe. Blüthem ſind-ſo klein undſo verborgen,.daß matz ſie nur durch, Hülfe eines ſtarken Vergrößeryngsglaſes, entdecken kann. Ausge- zeichnet ſind ihre Fruchttheile 1- ſie, tragen nämlich ane eine peygamentartige Kapſel, die wan, bei ihnen, die „Büchſe.(theca) nennt, welche in dex Quexe aufs ſpringt, vor ihver völligen Reife noch: mit mehveren „Theilen verſeheniſt, und auf einem längeren oder fürze- ren Fruchtſtiele, der Borſt e(eta) ruht. Bei dex zar ten, eben hervorgetriebenen Frucht der Laubmooſe bes merft man nämlich eine häutige oder haarige Hülle, welche entweder die ganze Kapſel oder nur den oberen Theil derſelben. bedeckt, und die man. die M üßke(ca Iyptra) nennt. Bei zunehmender Reife der Frucht wird dieſe abgeworfen, und es erſcheint nun auf der Spiße der Kapſel ein deckelfsrmiger Körper, welcher die Deffnung der Kapſel verſchließt, und den man des- halb den De>el(operculum) nennt.- Auch dieſer Körper wird.(bei vielen Laubmooſen durch Hülfe einer elaſtiſchen. ſe überziehen. Jeder grüne Anflug eines kahlen Felſen, eines dürren Hügels, eines dreeſch-liegenden Landes beſteht oft größtentheils aus ihnen,""und es giebt nicht'leicht einen Plaß, auf dem“ nicht einige von ihnen fortfommen ſollten. Durch: die Vermoderung des unteren Theils ihres Körper3, und das beſtändige Hervortreiben neuer Schößlinge aus dem oberen Theile, welches den meiſten Arten von ihnen eigen"iſt, wird 99 00 Aken auf: ſonſt unfruchtbaren Stellen. bald die exſte Pflan- zendecke, unten mit nahrungsreichem Moder gefüllt, zubereitet, za der nun'größere Gewächſe. Wurzel faſ- ſen und ſich ernähren können... Und ſo-wird.,. freiz lich erſt nach: Jahrhunderten. eine, unfruchtbare Ge- gend odey ein-kahler Fels„durch Hülfe. dieſex.kleineg Gewächſe zum|Wachsthum. größerer Gewächſe: und zur Wohnung für„Menſchen und. Thiere„fähig; ges macht«== Aber nicht allein die kahlen, dürxen-Pläke find. e8,> anf.denen fie zuerſt die grüne. Deefe-hervor- xufen, ſondern. auch Sümpfe und Moräſte trocknen nach. und. nach durch ihre Hülfe. aus, und können.danu um, ſ9. leichter,- wenn. die-ſhaffende-Hand- des Mens ſchen mitwirkt/ in fruchtbare, Wieſen. verwandelt werden.„Sie überziehen nämlich. das ſtehende, Waſſer mit einer grünen. Deckey die jährlich dicker. wird.,- ins dem-ihr unterer Theil vermodert und ahr oberer neue Triebe hervorſct find, machen ſie fähig, die'Feuche tigfeit-aus der Atmoſphäre leicht anzuziehen, und ſie ebenfalls, da- die meiſten'von ihnen in dichten Polſtern beiſammen wachſen, lange zurüc> zu halten.(Es iſt däher auch ſehr wahrſcheinlich, daß ſie den größten Theil ihrer Nahrung''aus dex Atmoſphäve, und nicht aus dem Plakße, auf dem ſie wohnen, ziehen. Hier- zu werden ſie durch die beſondere Eigenſchaft, daß ſie während der trockneren Jäahrszeit Fanze! Monate! in einem beinahe lebloſen Zuſtande ruheny und dann, ſobald feuchte Witterung eintritt, ſchnell wieder fort- vegetiren(welthes fie mit den Flechten gemein hunben), um ſo fähiger gemacht: Eben fo ift es nicht unwahrſcheinlich, daß Jie ein weſentliches Erforderniß zue Bildung dex-Bergquellen Nind. Die Berggipfel ſind' nämlich«ihv Lieblingsſrand- ort, und ſie überziehen hier dft ganze Strecken mit ihren dichten Polſtern. Hier ziehen ſie die wäſſerigen Dünſte, welche die Berggipfel in dex Geſtalt der Wol- Fen'üind Nebel ſo häufig umziehen, anz trennen viel- leicht ſelbſt die Verbindung, Welche in jenen oberen Luftſchichten zwiſchen dem Waſſer und' der'Electricität rättfindets Fammeln in"ihren ſchwammigen Pagern die"Feuchtigkeit, und"theilen das Uebermaaß der"Stette Mit, welche: ſte Überziehen; von hier zieht fich dann das Waſſer vermöge ſeiner'Schwere in den Erdſchic 1 W|| ) | |: S| ' | | 4 2 k k 92 eid Alpro an ihrem Fuße wieder hervor.==+ Soviel im allge- meinen über die:Zwecke, wozu“die Natur dieſe kleinen, ſo unbedeutend. ſcheinenden Gewächſe beſtimmte. Nach dem Linn e'iſchen. Syſteme: gehören ſie. zu ven Kryptogamen oder den Gewächſen, mit verbovs genen„Blüthen, und-machen ,eine eigene) Ordnung (Mussgifrondogi) dieſer, großen Klaſſe aus Ueberſicht. der Laub moos-Gattungen. Erſte Ordnung. Laubmooſe ohne Periſtiom.(Aperistomati,) 1. Phascum, Ohhnymund. Bei dieſer kleinen“ Moos8gattung, der kleinſten aller Laubmooſe,"bleibt die eyförmige ſehr kurz geſtielte Büchſe geſchloſſen, und fäut uneröffnet ab 3 man ſagt daher, ſie habe gar kein Periſtom. Zweite Ordnung, Mit unbeſeßter Kapſelmündung, Gymno- ; peristomati.) IL. Sphagnum, Torfmoos. Die ſehr kurz geſtielte xundliche Büchſe ſfißtauf einem tellexfsvrmigen Anſaße,. und iſt ohne alle zahn- artige Beſezungz ihre Müße zerreißt in der Mitte, und umgiebt die Kapſel an. der Baſis. 111: Gymnostomum, Rahlmund. Die Büchſe hat keinen Anſaß,. und ebenfalls eine nackte Mündung z ihre Müße zerreißt nicht, ſondern ruht'ganz auf der Spike der Kapſel, Dritte Ordnung. Mit einfaig, und ruht bei einigen Arten auf einem, viereckigen Anſaßz (Apophys1is). Jn dev äußeren Reihe des Periſtoms fiehen 32 oder 64 kurze, an der Baſis zuſammenge- wächſene Zähne; inwendig iſt eine flache, zarte Haut (das Zwerchfell, Epiphragma) über die Mündung der Kapſel geſpannt, welche'mit den Zähnen zuſammen- ſchließt. Die Müße iſt- haarig, 1 Beſchreibung der Laubmoos- Arten, iſte Ordnung. Laubmooſe ohne Periſtom,(Aperi- Stomatzi,) L Phascum, Ohnymund. 2) P, Subylatum, pfriemenformiger Ohnmund. Das zarte Pflänzchen wächſt haufen; weiſe beiſammenz der furze Stengel iſt faum. 2 bis 69 BE SI 3 Linien lang; aufrecht, einfach; und dicht mit Blät- tern beſeßt3.-die, Blätter ſind. pfriemenförmig,-an der Baſis etwas breit,-:an der Spike ſehr fein und gelblich grün. Die Kapſel iſt eyförmig,. ſehr kurz geſtielt, glänzend braun, und an der Spike gelblich. Auf ſandigen dreeſch liegenden Getreidefeldern findet man. dieſes kleine Pflänzchen ſehr häufig im Frühlinge'mit den Kapſeln. OD+// Es dient mit. dazu, die dürren Sandäcker wieder mit einer grünen Narbe zu beziehen: 2) P.+ 6uspidatum, zugeſpißter. Ohn- mund. Noc kleiner wie die vorige Artz die kleinen Stämmchen ſind ungefähr eine. Linie hoch, einfach, dicht mit Blättern beſeßt, und wachſen raſenartig bei» ſammen.- Die Blätter ſind eyförmig, ausgehölt, ganz- vandig, fein zugeſpißt, hellgrün und unten weißz die oberen ſchließen zuſammen, die unteren ſind aufſiehend. Die Kapſel iſt ſehr kurz geſtielt, eyför- mig- vundlich, braun, und beinahe, ganz von.den Blattern bede>t. Dieſe ſehr kleine. Pflanze: findet ſich beſonders häufig in Gärten und überhaupt auf nahrungsreichen Feldern, wo ſie ebenfalls, wie die vorige, die aufge- worfene Erde bald" überzieht ,- und ſo die erſte Narbe bilden hilft.“Sie trägt im Frühlinge.reife Früchte.+. Es giebt eine beträchtliche, Menge Arten dieſer ſehr kleinen Moosgättung+ unter denen ich aber nur dieſe beiden ausgehoben habe. 2te Ordnung. Mooſe mit unbeſeßter Kapſelmündunqd (Gy mnoperistomati.) Il. Sphagnum, Torfmoos.(engl. Bo g-moſs,) 1) 8. obtusifolium„“ ftumpfblättriges Torfmoos.(8. pallustre« Linn.z-S. lati folium alior.) Gemeines Torfmoo984 4 Dieſes Moos wächſt in großen, ſehv- dichten, weichen. Raſen beiſammen, die oft einen Raum von mehreren Nuthen einnehmen. Seine vöthlich» weiſſen Stengel. werden oft Fuß lang und darüber, und ſind ſehr äſtig 5 die Aeſte ſind nur furz, ſtehen abwechſelnd, gewöhnlich zu mehreren büſchelfsörmig neben einander, und ſind herabgebogen. Die Blätter ſind eyförmig, ſtark aus- gehölt, abgeftumpft, und umfaſſen beinahe den Sten- gel. Die Früchte kommen an der Spike des Sten- gels hervor; ſie beſtehen aus ſehr kurz geſtielten, brau- nen, eyförmig- rundlichen Kapſeln, die auf einem tellerförmigen Anſaße ruhen, und mit einem flach ge- wölbten, in eine ſchärfe Spike auslaufenden; Deckel verſehen ſind. Eins der häufigſten Mooſe: in, Torfmören, wel» u Steine, in Walduttgen mit dichten Polſtern; und. ſeine Kapſeln reifen im Frühling,:21.. 1X. Funaria, Wendemoos,. I) F.«hygrometrica, hygvometriſches Wendemoos,(Mnium-hygrometricum Lin- ne; Koilreutera hygrometrica Hedwig.) Es"wächſt bald uin großen Haufen beiſammen, bald„mehr. einzeln3: ſeine:Stämm mmm und verliert ſich von ſelbſt, wenn dieſer durc< zweck- mäßige Behändlung verbeſſert wird. Eine andere Art dieſer Gattung, B. pomifor« mig, das gemeine Apfelmoos, findet ſich häufig an dürren ſandigen Hügeln und in trocknen Gräben, und zeichtzet ſich durch ſeine feinen, im tronen Zuſtande gefräuſelten Blätter, ſo'wie durch ſeine viel kürzer ge- ſtielten Kapſeln aus. XI. Bryum, Rnotenmoos. r) B. palustre,: Sumpffnotenmoos (Mnium pallustre Linne.) Dieſes Moos wächſt in dichten Raſen beiſammen; und zeichner ſich durch ſeine gelbe oder. gelbgrüne, und ſeine ſhwammigen Polſter aus. Seine Stämmchen werden oft gegen ſechs Zoll lang, ſind aufrecht, unten einfach, und mit einem. dichten braunen Filz bedeckt, oben zweitheilig', äftiq» und dicht mit Blättern beſekt. Die Blätter ſind lanzettförmig= pfriemenförmig, ge? rinnt, etwas gefrümmt; gelbgrünz die einzeln ſte? hende, hoct- Die kleinen Blättchen ſind lanzettförmig, lang zugeſpißt, ganz- vandig und ger fireift. Die aufrechte, haarfsrmige, gelbrothe Bor- ſte iſt x bis 2 Zoll hang, entſpringt an der Seite des Stengels, und. trägt eine längliche, einwärts ge? frßmmte, braune Kapſel, die mit einem kurzen, kes gelfsrmigen» ſpizen Deckel verſehen iſt. Auf Sumpfwieſen. iſt dieſes Moos, oft jehr ge- wein, und, verhindert durch ſeine dichten, ſchwammig?» ten Polſter das Auffommen andever Gewächſe. Seine Kapſeln reifen im Anfange des. Sommers. 24... 3) H.. cuspidatum, zugeſpißtes Aſimoos. Die Stämm a-- Pflanzen? b) Die weiblichen Pflanzen. ec) Die Müße, unter der man die Deckel durch ſeine ſtarfe Hervorra- gung bemerkt, d). Eine reife Kapſel.) Dieſes große Moos wächſt in dichten Raſen bei- ſfammenz ſeine Wurzel iſt ſehr lang, fadenförmig; Frießend, und wolligz5 die Stengel ſind'aufrecht, ganz einfach, 6 bis 8 Zoll,'oft einen Fuß und dar? über lang und mit Blättern dicht beſeßt 3 die Blätter ſind dunfelgrün/ gleichbreit- lanzettförmig, zugeſpißt, am Rande ſägenartig gezähnt, glatt, im tronen Zu- ſtande gefräuſelt, und laufen am Grunde in eine weiße Membrane aus, die den Stengel umfaßt. Die Bor- ſten entſpringen an der Spiße der Stengel, aus der Mitte der Blätter einzeln 3 ſind gerade, aufrecht, gelb- yoth, 2 bis 4 Zoll lang, oft noch länger. Die grün» li<-braune, längliche, viereckige Kapſel ſteht aufrecht, und ruht auf. einem fleinen viereckigen, platten Ane ſaße. In der Jugend iſt ſie. mit einer goldgelben, haarigen Müße bedeckt, unter der ſich der gelbe, mit yothem Nande verſehene, flache, in eine kurze, gerade Spiße auslaufende Deckel befindet, Die männlichen Blüthen ſtehen bei dieſem Mooſe, ſo wie bei allen übrigen Arten dieſer Gattung, auf ab- geſonderten Stämmchen zwiſchen den an der Spiße des Stengels roſenartig zuſammengefſtellten Blätt- - 121 tigen Pläßen wächſt-disſes Moos oft ſehr häufigs ſeine Kapſeln veifen im Sommer. 2. Es gehört zum Theil mit zu den Mooſen, welche den; Torf-bilden. Auf Wieſen kommt es nur dann vor, wenn dieſe einen ſcharfen ſhwammigen, torfigen Boden haben, und. verliert ſich, wenn ſie trockner ge- legt, und gehörig fultivirt werden. An einigen Or- ten wird es zur Verfertigung kleiner Beſen und Bür- ſten benußt. In Norwegen ſoll man es ſogar zum Hexel für die Pferde gebrauchen; es läßt ſich indeſſen nicht denken, daß es viele Nahrungstheile enthält. Sonſt wurde es von abergläubiſchen Leuten häufig ge- gen mehrere Viehkrankheiten benußtz3 neuere Beobach: tungen haben uns aber belehrt, daß es gar feine me- diziniſche Wirkungen, höchſtens einige zuſammenzie- hende(adſtringirende) Kräfte beſit. In den Apothe- fen wird es noch unter dem Namen“güldner Wider- thon“ aufbewahrt. 2) P. jJuniperinum, wachhvldevblättriges Haarmoos.(Polytrichum commune? Linne.) Im Ganzen hat es viele Aehnlichfeit mit der vos rigen Artz ſeine Stämmen ſind bei weiten kleiner, nämlich 1 bis 2 Zolb hochz die Blätter kürzer, ſchmä- ler, und glattrandigt die Boxfte ift im Verhältniß zu den übrigen Theilen länger, nämlich gewöhnlich:2 Zol ho), oft noh höher, und angenehm roth. Die Kapſel iſt rundlich viereckig, rubt auf einem kleinen viereckig gen xothen Anſaße, und ihr Deckel iſt mit einem ge- 122== ep Frümmten Schnabel verſehen 3 die große haarige Müße iſt oben braun. Es wächſt mehr an trocknen, ſandigen Pläten, und dient mit dazu, den dürren, unfruchtbaren Boden zu befeſtigen. Seine Kapſeln reifen im Sommer. 214 3) P. piliferum, haarblättriges Haar moos.(Polytrichum commune vL. inn e.) Im äußeren Anſehen ſtimmt auch dieſes Moos mit den beiden vorigen überein, nur iſt es ungefähr halb. ſo groß als das vorige. Seine kleinen Stämm- wr 2 s 1 28==«igen dicker, gefur. 2) L. gibba, höd>rige Wäſſerlinſe. Im äußeren Anſehen ſtimmt ſie mit der vorigen überein, nur iſt ſie' etwas größer; ihre Blätter find oben röth- lich, unten höckrig und ſchwammig 7; weiß und'ſehr ſaftig. Eben ſo häufig-wie die vorige in ſtehendem Waſſer, in Gräben und Teichen 3. ſie blüht(ſelten). im. Juni und Juli. O. Es giebt no< zwei Arten dieſer kleinen Pflanzen- gattung: die vielwurzelige Waſſerlinſe(4. trigulca) und die dreifurc. Sie dient zur Vermehrung des fruchtbaxen Teiche ſchlamms, ſo wie zum Aufenthaltvoxt der Fiſche, Krehſe und anderer Waſſerthiere, Eine andere'Art diefer Gattung/ das glatte Hörnerblatt(CG. 8ubmersum), welche weniger äſtig iſt, und die ſich durch ihre unbewaffneten Früchte auszeichnet, findet.man ſeltener, = WM 3ZL B;; Gewächſe mit regelmäßigem: Zellen- gewebe undmit. Spiralgefäßen. a) Die Spiralgefäße durchlaufen den Pflänzenkörper iw zerſtreueten Bündeln, und dieſe Bündel ſind“ von einer braunen oder ſt;ſind. Dieſe,großen,„wurzelartigenTheile; dienen. bei. ihnen vorzüglich: zur, Aufbewahrung.der; Nahrungsftoffe 5 und; zus. Entwikelung und Exnähe«.: rung der.jungen. Brut, die auß-dieſen Theilen hervor- n' 9* een em 0. -< EJ > )- | | | 132--=-- kommt» Jhre eigentlichen Wurzeln, vermöge der ſie die nährenden Subſtanzen aus dev Erde in ſich aufneh- men, beſtehen, wie bei den meiſten übrigen größeren Gewächſen, aus Faſern, Den Hauptſtiel der Farren- kräuter, der ſich über der Wurzel erhebt, nennt'man bei ihnen den Strunk(stipes), und nur bei weni- gen Gewächſen, die in manchen Theilen mit den übri- gen Farrenfräutern übereinſtimmen, in andern ſich wieder von ihnen entfernen, nennt man ihn Schaft (Cſcapus). Bei jenen erſteren mit einem Strunfe ver- ſehenen Farvenfräutern findet die Merkwurdigkeit Statt, daß dieſer Theil, bei der ſich entwickelnden Pflanze- gefräuſelt, oder ſchneckenförmig gewunden aus dev Knolle hervorkommt. Die leßteren haben dieſe Eigenthümlichfeit nicht, ſondern ihr Schaft ſteigt ge- rade aus der Wurzel in die Höhe. Bei den in Deutſch» land einheimiſchen Gewächſen dieſer Claſſe erreicht der Strunk eine Höhe von einem bis zu 4== 6, ſelten mehreren Schuhen 3 dagegen giebt es in den tropiſchen Gegenden, beſonders in Weſtindien, Farrenfräuter, die eine Höhe von 60= 80 und mehreren Scuhen erreichen: und wieder ſehr kleine Arten, die kaum einen Zo hoch werden. Der Strunk ſelbſt iſt übrigens bald glatt, bald, wie in den meiſten Fällen, mit braunen Spreublätt ZUID -===<= 20100 I-II wnn m mds 3> I y DA A 2 434="ewm vor ihrervölligen«Entwickelung»bald-mit»einer;feinen hautartigen Decke Undusium) überzogen, bald'fehlt diefe. Auch„der-inneve-Bau“der Farrenfräuter zeigt. uns manche Eigenthümlichkeitenz wir bemerken„bei-einex anatomiſchen Zergliederung ihres Strunks ſchon die- jenigen-Theila,«welche„wir früher.in der Anatomie unter idem Namen«der„Spiralgefäße Fennen„gelernt haben,«und'.die iden früherzabgehandelten Gewächſen abgehen. Die Bündel dieſer Gefäße bilden-aber bei ihnen; feinen Kreis um die Markröhve(wie ſie es bei dem. größten Theile der übrigen Gewächſe thun), ſon» dern durce. I. Polypodium, Engelſuß. Die Kapſeln ſißen auf der Rückſeite des Laubes in Geſtalt rundlicher Häufchen. B. Die Kapſeln ſind mit einer hautartigen Dee bekleidet. IL. Aspidium, Tüpfelfarrn. Die Saamen- Fayſeln ſiken auf der Rückſeite des Laubes in Geſtalt rundlicher Häufchen 3 die Hülle iſt entweder ſchildför- mig, nierenförmig oder ſchuppenförmig, und iſt am Rande gefranzt. IIT, Pteris, Saumfarrn. Die Saamenfap- ſeln ſißen in Geſtalt zarter Linien am Rande der un- teren Blattfläche. Die Hülle entſteht aus der verläns gerten Oberhaut des Blattrandes, und zieht ſich der ganzen Länge nach über die Kapſeln hin. 2te Ordnung: Ri matae., Die einfächrigen, der Länge na nen Schuppen bedeekt, und ſteigt ſchräg in die Erde hinab, Der Strunk ift unten mackt, auf der einen Seite gewölbt und ſo wie die Rippen, der Fiederblätt- t, auf der an- dern nievenförmig. Die Wedel werden oft 3 bis 4 Fuß hoc< und höher, ſind länglich, faſt dbppelt gefiedert z die Fiederblätter lanzettförmig» länglich, mit längli- hen, fiumpfen, geferbten Blättchen. Die-Kapſeln ſind zuerſt gelblich-weiß,"nachher braun, mit einem gelb» braunen Ringe umgeben, und bedecken die ganze Rück: ſeite des Wedels. mw= weweewy-= neee>22 ogwege tuen wee=zm0i verwen gg 7? 8 a es. „I8'/ Ueberall in niederen und bergigten Waldungen; auch an Felſen und lichteren Pläßen iſt dieſer Farren, der in dichten, großen Büſcheln beiſammen wächſt, häufig 3 ſeine Früchte reifen im Herbſt. A. Die großen Wedel dieſer Pflanze laſſen ſich ſehr gut zur Einſtreuung benußen, und geben wegen ihres Gehalts an Pflanzenlaugenſalz vielleicht einen noch beſſeren Miſt, als wenn man Stroh einſtreute. In Norwegen pflegt man ſelbſt beim. Heumangel das Vieh damit zu füttern. In Sibirien ſoll man die Blätter ſtatt des Hopfens dem Biere zuſeßen. Die Wurzel iſt in Apotheken'gebräuchli NND T4I flach und gelbgrün. Die Fiederblätter ſind beinahe einander gegenüberſtehend, länglich lanzettförmig z die Blättchen ſind. abwechſelnd, lanzettformig" abge- ſtumpft., am Rande umgekrült, an. der Baſis zuſam- menhängend, geadert, unten bleihgrün, und mit feinen Härchen bedeckt. Die Kapſeln ,. unter. dem Blätterrande verborgen, ſind rothbraun. Man findet, dieſen Farrn oft ſehr häufig ig lächs ten Wäldern, jedoch ſelten mit ſeinen Früchten ,. die im Herbſte veifen. 24. Dieſe. Pflanze erhielt daber ihren Namen(Ad- lexrſaumfaxrn.),: weil Einige beim Queerdurc<ſchnitt der Wurzel in der Zuſammenſtellung der Spiralgefäße einige Aehnlichfeit mit einem Adler wolten.gefunden haben.= Auch die Wedel dieſer Pflanze, die man inyder Regel: ſehr häufig-findet, können ſehr gut zur Einſtreuung. benußt;werden, Ihre Aſche iſt ſehr reich an Laugenſalz, ſo daß man ſie vorzüglich in den Glas» fabrifen, und. den Seifenſiedereien ſchäßt. Kirwan erhielt aus: 1000 Pfd. Kraut 39x Pfd. Aſche,«und daraus. 4x„Pfd. Laugenſalz. PWildenheim erhielt aus 1000 Pfd. Aſche 116 bis 125 Pfd. Laugenſalz. Wegen ihrer adſtringirenden Eigenſchaften: kann.man die ganze Pflanze auch: zum Gerben“ benußen. Die Blätter werden„nur von der Ziege, von dem übrigen Vieh aber nicht gefreſſen. 2te Ordnung: Rimatae. IV“ O's'm umnda, Traubenfavrin xt) O. regalis, Königs- Traubenfarry. Eine prachtvolle Pflanze! Sie treibt mehrere große Wedel aus einer Wurzel hervor, welche 3 bis'6 Fuß' und darüber hoch, und doppelt gefiedert ſind. Die Jiederblätter ſind einen bis 2 Fuß lang und wieder ungleich gefiedert 3 die Fiederblättc 143 ungefähr 4 bis 6 Zoll lange Aeſte aus, und ſchlägt auf mehreren Stegen kleine, weiße, fadenformige Wur- zeln. Stengel und Aefie ſind dicht mit dächziegel- förmig über einander liegenden, lanzettförmig-gleich- breiten, lang-zugeſpißten, einwärts gefrümmzen, gelb grünen Blättern beſeßt, die ſich vorn in ein. Haax endigen. Die Kapſeln ſind. in walzenförmigen, grün: gelben Aehren zuſammengeſtellt, die ungefähr x. bis IZ Zoll lang ſind, und pgayweiſe, oder ſeltener.ein- zeln gyf langen Stielen an. dex Spiße der Aeſte ſiehen. In. bergigten Gegenden und, in tro>nen Waſl- dungen findet ſich dieſe Pflanze oft häufig z ihre Kaps, ſeln reifen im Herbſte, X, Ihr Saamenſtaub, liefert das ſc<= I45 Die Pferde, ſo wie die Ziegen, freſſen dieſe Pflanze recht gern, und können damit gefüttert wer- denz den Kühen hingegen iſt ſie ſchädlich. 2) KE. arvense, Ac>ker-Scker eins der ſchädlichften Un- fräuter, da ſie ſehr ſtarke und tiefe Wurzeln treibt, und ſchwer auszurotten iſt. Blos die Ziegen freſſen ihre unfruchtbaren Wedel, und die Schweine: freſ- ſen ihre Wurzeln 5 den übrigen Hausthieren iſt ſie ſchädlich, 3) E. Palustre, Sumpf- Schaftheuz (Marſh-Horsetail*Angl.; Raßenfteert, Dus? vit).[S. Tab. 1: Fig. 4. den oberen Theil: der Pflanze in natürliher Größe vorgeſtellt] Die. ſtarke, ſchwarze, glänzende Wurzel geht tief:in die Erde- Die Stengel ſind einen halben== oft bis 2 Fuß hocige und gfurc: gg I... Di.€? 148---- 4) E. JLHmozum T,, Schlamm- Sc I"KX. g EN FN. I532 emi GIE dicht verſchlingen, daß ſie ein ſehr feſtes lockeres Ges webe» bilden; welches wir die Raſennarbe nennen. In den, meiſten Fägen ſtirbt gewiß die Wurzel der Gräſer jährlich ab) wird aber durch den unteren Theil des Halms, oder vielmehr den eigentlichen Körper der Pflanze ,"der ſich in der Mitte. zwiſchen der Wurzel und dem Halm befindet, bei den ausdauernden Grä- ſern jährlich wieder erſeßt. Nuv bei einem gragarti- gen Gewächſe, der ſogenannten Exdmandel(Cype- rus esculentus) finden ſich wirkliche Wurzelknollen, die in einem: großen Büſchel an dex eigentlichen faſri- gen Wurzel. dieſer Pflanze hängen. Es giebt noc: mehrere(Grasarten, denen man gemeinhin fnollige Wurzeln zuſchreibt, z. B- die Poa bulbo88, Phleum bulbogum;»AvepDa bulbosa eto.3 dieſes iſt aber, genauer betrachtet, nichts als der eben erwähnte Mito telförper, oder der untere Theil des Halms, der we- gen der dicht über einander liegenden Blattſcheiden eine dickliche, beinahe knollige Geſtalt angenommen hat. Der Stengel der gragartigen Gewächſe erhält wegen. ſeinepjeigenthümlichen Beſchaffenheit den Nas- men eines Halms(Culmug)z er iſt nämlich in den meiſten; Fällen hohl(nicht ſo oft mit einem lockeren Marke erfsllt)z: gewöhnlich in gliedförmige Abſäße getbheilt, welche durch kleine harte, dickliche Hervor- ragungen- dieiman'die Knot en(ngdi) nennt, gez ſchieden ſind 3 dem Umfreiſe nach bald-rund, halbrund, zuſammengedrückt/ bald wieder eckig, und zwar drei eckig, viereckig 265 und meiſtens an mehreren Stellen =..- I53 durch deh unteren Theil der Blätter(dieBlattſc< ei- de, vagina) ymhüllt, Der untere Theil des Halm bildet den eigentlichen Körper der Gräſer 3 er bleibt bei den; ausdauernden Gräſern unzerſtört, während der obere Theil, der eigentliche-Grashalm, jährlich abſtirbt.«Durch dieſen unteren Theil des Halmäwvers mehren ſich- die Gräſer beinahe, mehr, wie durch dis Saamen, welche ſie anſeßen 2 hier dringen-pämlich bei den meiſten gragartigen Pflanzen jährlich neue Triebe hervor, welche ſich zu alen Seiten ausdehnenz und ſo den ſogenannten Raſen bilden 3 oft veylängevn ſie ſich dicht über oder unter der) Erde beträchtlich, und erſcheinen dann in der Geſtalt der Ausläufer, Ra- ſenläufer oder Sproſſen(8tolones), welche ſich, wie z. B. bei der Duec>e(Triticum repens), dem ſproſſenden Windhalm 1( Agrostis. 8toloni- fera) 2c,, weit ausdehnen, in beſtimmten. Abſägen wieder) Wurzeln ſchlagen, neue Halme hervortreiben, und.ſor'oft ganze: Strecken ihres Wohnplaßes über- ziehen, Die Blätterſinv-bei allen"Gräſern ſißend(unge- fſtielt), und zeichnen ſich“außerdem dadurch aus, daß ihre Länge immer die Breite-weit übertrifft, ſo daß die meiſten Grasblätter. bald eine ſchmale Bandform, bald eine Pfriemenform erhalten...“In vielen Fällen iſt die Blattfläche zuſammengebogen» und bildet eine Rinne. Der untere Theilder' Grasblätter läuft am Halme herunter,„umhüllt. ihn-und bildet die vorhin ſchon eywähnte Blattſcheide„welche ſich oft durch Furchen, SE Zer ai» wen RR<< ZS<< IIISNN SSR NGNING EE.“ii: Y'»> A| 154 emm durch einen ſtärkeren haarigen Ueberzug ee. von dem anderen Theile des Blattes auszeichnet. Bei'vielen Gräfern findet ſich da, wo ſich das Blatt vom Halme eütfernt, eine kleine hautärtige Hervorvrazung, oder ein kleine? Befaß von Haaren, welchen man das Blätt- Häutchen oder Züngelchen(ligüula) nennt; bei vielen anderen grabartigen Gewächſen fehlt dieſer Theil, und man könnte äle Gräſer hiernach füglich in zwei große Abtheilungen/ in'die'gezüngelten(Ligulatae) und die zungenloſen(Eligülatae) bringen, da ohnehin dieſer"Theil vieles zu der richtigen Untevſchei- dung der Gräſer beiträgt."Die Grasblätter ſind fer- net beſtändig einfach/ nie zuſammengeſeßt, nie'getheiltz und ſelbſt die zahnartigen Hervorragungen/ welche ſich oft“ an ihrem"Rande befinden, ſind ſo fein, daß man ſie in der Regel nur durch ein Vergrößerungs- glas bemerken kann: dagegen ſind ſie oft mit einem geringeren vder'ſtärferen'haarigen Ueberzuge verſehen. Die Blüthen der Gräſer erſcheinen bald in der Form einer Rispe, einer Traube, bald in der einer Aehre, bisweilen ſelbt in'der einer Dölde an der Spike des Halms:" Sie zeichnen" ſich dadurch von den Blü- then der übrigen Gewächſe aus, daß ſie' aus fleinen verſchieden geformten hohlen Blättchen beſtehen, welche wir' die Bälge Peluma) nehnenz die außerhalb ſtehen- den ſtärkeren /' in dev' Regel'grünen' Blättchen nennen wir den Kelc 4: 00402 .-<=<< AIDE Im SIS---gger hun Irrungen n= erg: eg Sie vermehren fich erſtaunlich, nicht allein durch die Menge von. Körnern, welche ſie anſeßen,. ſondern durc< die vielen Wurzeltriebe, Ausläufer 2c. 5 welche ſie hervorſchiken. Vorzüglich findet bei unſern ange» baueten gragartigen Gewächſen dieſe Vermehrung Statt, wenn wir ſie kurz vox dex Blüthe abſchneiden, da ſie dann zwei, drei und mehrere Male friſche Halme und Blätter hervortreiben. Aber eben wegen ihrer ſtarken Vermehrung gehören einige von ihnen, wenn ſie ſich auf unſern in der Cultur ſtehenden Feldern und Wieſen einfinden, und andere nüßlicheve Gewächſe verdrängen, zu den ſchädlichſien und am ſchwerſten auszurottenden Unfräutern, Für den Landwirth ſind dieſe Gewächſe unſtreitig unter allen die wichtigſten, und ihre Kenntniß iſt ihm daher am nöthigſten, Sie ſchaFen ihm und ſeinen Hausthieren Nahrung» ſeine Handelsartikel beſiehen größtentheils aus den Körnern der-Getreidearten, und ſelbſt das Vieh, welches er verkauft» fönnte er ohne dieſe Gewächſe nicht gehörig vervonkommnen."Zwei wichtige, ſehr oft mit dem Betriebe der Landwirthſchaft verbundene Gewerbe,“die Brandteweinbrennevei und Bierbrauerei, könnten kaum ohne die grasartigen Ge- wächſe exiſtirenz und es giebt ja noch ganze Wirth- ſchaften, welche beinahe einzig auf den Bau dev Halm- frrichte beſchränkt ſind ,- alſo ohne dieſe Gewächſe ganz zu Grunde gehen müßten!= ---- 159 Ueberſi a. 163 ſpvelzenartigen. Mündung. Der von Der Früchthüge umgebene'Saame iſt entweder auswärts etwas bay- hig und einwärts fla<ß,»oder dreiſeitig. 2te Ordnung: Liguymlatases Grazartige: Gewächſe, deren Blätter mſt einem Blattz häutchen verſehen ſind, A. Mit zwei Staubf&den. IX. Anthoxanthum, Ruchgräs, 4 Der Kelch iſt zweiſpelzig, und einbüthig- Die Blume ift doppelt, und beide ſind zweiſpelzigz3 die äußere Blumenhülle ift nicht viel kleiner als die Kelc<- ſpelzen und knief5rmig begranntz die innere mit einer fürzeven geraden Granne. Ein Saame wird von dev Blumenſpelze umhült, B. Mit 3 Staubfäden. a) Ohne Kelchſpelzen 3; mit einem. Griffel. X. Nardus,, Borſtengras. Der Kelch. fehlt.- Die Blume] ift: zweiſpelzig und ſcharf zugeſpißt. Die äußere größere, Spelze umfaßt die. innere ſchmale und kleinere.; Der.filzige Staub- weg.iſt.mit einer einfachen Narbe verſehen. Der.läng- liche, oben und.unten zugeſpißzte Saame.;iſt mit, der Blumenſpelze verwachſen. b) Mit einblüthigen Kelchen und 2/Griffeln, XI. Alopecurus, Fuchsſchwanz. Der Kelch iſt'zweiſpelzig 3 die Spelzen ſind oyför- IT" 164<=>== mig-lanzettförmig, am Grunde verwachſen, und am Rücken fein gewimpert. Die Blume iſt einſpelzig, etwas fleiner- wie die Kelchſpelzen, am Grunde mit einer kleinen Granne verſehen. Der kleine Saame iſt eyrund, auf der einen Seike gefurc. T67 artigen Scheiden. eingehüllt ſiken, bilden eine" dichte walzenförmige Aehre. Ihr"Kelch iſt einblumig und beſteht aus zwei bleibenden, rundlichen, dicken, am Rande häutigen und gefranzten Spelzen. Die Blume beſte't aus 4 ungleichen, häutigen, durchſichtigen, breiten, kurzen Spelzen, und enthält einen ſehr lan- gen, fadenförmigen, herabhängenden Griffel, mit einfacher, gegen die Spike hin fein behaarter Narbe. Die Saamen ſind rundlich, glänzend, inkruſtirt, und ſißen auf einem verlängerten Fruchtboden. XX.'Panicum, Hirſe, Fennich. Die Kelche ſind dreiſpelzig, die Spelzen eyförmig, die außerſte aber ſehr klein, Die Blumen ebenfals zweiſpelzig, die Spelzen entweder grannenlos oder mit einer kleinen Granne verſehen 3 eine der Blumen iſt immer eine Zwitterblumez3 die andere entwedev männlich, oder geſchlechtslo8, und dann in der flei- neren Kelchſpelze enthalten. Der Saame iſt rund- lich, auf der einen Seite etwas flach, und von der Blumenſpelze feſt umſchloſſen."Die“"Blüthen ſitzen theils ähren-' theils rivpenfsrmig beiſammen. XXI. Holaus, Roßgras, Honiggras. Der Kelch. iſt zweiſpelzig„zwei- bis dreiblüthig; die Spelzen ſind“länglic 169 enthaltenen Blümchen ſind zu einem eyfösrmig-zuſam- mengedrückten Aehrchen verbunden, in welchem. ſie nach zwei Seiten gerichtet ſießhen. Die Blumen ſind zweiſpelzig, die Spelzen in der Regel eyförmig, ſpißig, unbegratint, und etwas länger» wie der Kelch, Der feine Saame iſt länglict, Die Blüthen ſtehen im Rispen. XXV1., Dactylis, Rnaulgras. Der Kelch iſt zweiſpelzig.3, die beinahe eyförmigen auf der einen Seite gewölbten, auf dex anderen ſchma- len Spelzen ſind am Rücken ſcharf, und. die innere Spelze iſt größer als die andern; die vom Kelche ein- geſchloſſenen Blümchen ſind zu einem eyfsrmig- läng- lichen Aehrcig, und von den Blumenſpelzen umhült. XXXV. Cynosurus, Kammaras. Unter jedem Kelche befindet ſich eine einſeitige, oft blattartige, kammförmige, etwas gezähnte oder gefie- derte Hülle. Der Kelch iſt zweiſpelzig, und zwei- bis fünfblüthig, Die Blüme iſt zweiſpelzigz3 die Spel- zen ſind ſchmal- lanzettförmig 3 die äuſſere entweder grannenlos, oder>n der Spiße mit einer kleinen Granne verſehen. Der längliche Saame ift quf der einen Seite gefurc vieläftigen,- doldenformigen Riepe hervor, welche von 2. bis 3 ungleich großen Hügblättern um- geben iſt, die in ihrer Geſtalt mit. den andern Blät- tern übereinſtimmen. Die größeren Aeſte.dex Rispe ſind dreiſeitig und ziemlich glatt, die. kleineren hin- gegen ziemlich ſcharf. Die Aehr ,. und] mit 2, ſelteker mit 3 Naxbem. verſehen; Der. Saame-iſt-hart.; glänzend, ohne Borſten; au(Grunde. In ſumpfigen! torfhaltigen Gegenden,"auf hu- Ly ==== ID---- ge epn iemnin rer wren== run ig>»„- Y f»« rF* 5 SEN FIESE. a ET auen„m EC HÜNERTNN 184=ziä moſem, loſem Boden findet man dieſe-große Gragart im Juli und Auguſt mit Blüthen. 2. Wo man ſie findet, kann man ſicher auf unten: liegenden Torf ſchließen. Sie gehört übrigens zu den ſehr harten grazartigen Gewächſen, und wird von keinem Viehe gefreſſen. Wegen ihrer oft ſehr lan- gen und zugleich feſten Halme läßt ſie ſich zum Decken der Dächer benußen, 2), S. albus, weißes Knopfgras."Die weißliche ,. faſrige Wurzel treibt mehrere, oft einen bis 13 Fuß hohe, ſchlanke, unten runde, oben dvei- ſeitige; glatte Halme 3 ihre ſchmalen Blätter ſind vin- nenförmig. gebogen, laufen borſtenförmig zu /' und ſind am Rande glatt. Seitwärrs an der Spike des Halms entſpringen drei bis vier abwechſelnd ſtehende Blüthenſtiele, welche die weißen büſchelförmigen Blü- then tragen. Die. Aehrc; 4 "4 7 2 b “ 2" FEST ndern 188 R TOU b) Mit 6 Staubfäden. V. Juncus, Simſe.(Hexandria monogynia Linne.) *) Mit naten Halmen. I) J. conglomeratus, Knopf- Simſe Common-Rush'Angl.) Die faſrige,"dicht ver- webte:Wurzel„liegt: horizontal, und' ſchickt" mehrere Halme empor 5 dieſe'bilden einen dichten Raſen 4Buls- ten); ſind aufrecht; ſteif, rund/ glatt"nackt,"73 bis 2: Fuß hoch, mit einem weißen ſhwammigen Mark erfüllt, und am Grunde mit abgeſtumpften, begräanns' ten» und geſtreiften Scheiden verſehen: Blätter hat die Pflanze eigentlich gar niht, wenn-man nicht die“ unfruchtbaren Halme ſo nennen will.“ Dicht unter der Spiße der Halme, an der"Seite, kommen aus einer Längenſpalte die Blüthen in"Form eines rundli- enz ihre Saa- men ſind weißlich. An feuchten ſumpfigen: Pläßen'/ beſonders gern auftorfhaltigem-Boden,"iſtdieſePflanze ziemlich häu- figz3 ſie blüht:im' Juni und»Fuli2"%2p7 Wo dieſe Pflanze: wähl? 7' pflegt» ſich"in der'Res gel“ unterliegender Torfizu befinden/“daher man ſie als: eim Merkmal'dieſes Brennmateriäls änſehen kann. Der Landmann nennt ſie, ſo wie mehrere ihr verwandte Arten, Binſen oder Riſch, und zählt ſie «mit zu den ſauren ſchlechteren graßartigen Gewächſenz ſie wird auch nur jung vom Rindvieh gefreſſen, alt hingegen nicht; von den Schweinen wird ſie gar nicht, ſo'wie keine einzige Simſe, gefreſſen. Sehr gut läßt ſie ſich dagegen ſo wie mehrere „der übrigen größeren Simſenarten“'zu /Fiſchreuſen und zu“ verſchiedenen Flechtarbeiten benußen:"Das innere, von dev. äuſſeren grünen Rinde“ imHerbſte entblößte,"Mark gebraucht man"zu Döchten in „Lampen. 2) JT. effusus, Flatter-Simſe(Flatt ev-' Riſchen.-(Soft-Rush'Angl.) Im äuſſeren Anſehen hat dieſe Pflanze ſehr viele Aehnlichfeit mit dex vorigen, und unterſcheidet ſich nur//von ahr durch höhere-Halme;“ durc< den rispen- förmigen»Blüthenbüſcheb, den» die unter der Spike des, Halms- hervorbrechenden'Blüthen“ bilden 3) durch die: aſtigen Blüthenſtiele 4:die von ungleicher Länge ſind, durch eyförmige ſtumpfe Blumenblätter, durch ihre verkehrt eyförmige,» ſtumpfe" Saamenkapſel, und durch ihre dunfelgelben Saamen, Sie hat übrigens bald 35 bald)& Staubfäden. Noct-murwenige Halme hevvor.5 dieſe Halme hiegen. am. Grunde. nieder,»-ſind.dann. auf- gerichtet beinahe vund/glatt, 6m Grunde von Schei- den„umb: zweitheilig-- gegen» einen Fuß undoft = ü== DOT noh davüber hoch."Ihre Blätter ſtehen abwechſelnd, foſſen den Halm ſcheidenavtig ein, ſind beinahe"wal- gönförmig./ etwas zuſammengedvückt, ſpiß, knötig Hegliedert, hohl, und auh inwendig durch Ouerwände "m Fächer gobheilt,- Die Blüthen erſcheinen'an- der Spiße'des Halms“in einer äſtigen Rispe, deren Aeſte mehr oödey weniger zuſaminengeſeßt und glatt find; An den Spiken und den Seiten der Aeſte ſtehen die Bhi- then in'Büſchöln', gewöhnlich zu 5 beiſämmen,“ohne Stiele. Die Kelchblätter ſind lanzettförmig- zuge: ſpitzt„“ braymroth'uvd' am. Rücken gvun. Die läng- lizugeſpißt und Im Rande ſehr haarig: Die Blüthen erſcheinan an der Spike des Halms an rund- lichen,"ſtumpfen;» zuerſt. aufrechten,„nachher. nſken- den beinahe: Zehnblütigen) Aehren:,c,, Die, einzelnen Blüthen ſind* ſizend-14nd" an der-Baſis. mit drei bis 4 zerriſſenen Deckblättern' verſehen.«Die Kapſel iſt ums gefehrt- eyförmig, abgeſtumpft und, dreiſaamig« Es fommen mehrere Spielgarten. dieſer. Simſeg wit Crome's Handb, I1. 1, 13 . " 510 wm aueeüeieliegitnnnn ire... RENEE SERNKEENENNGG SSEN IEEE E“ =< 20 70 Im=. SEN„pm PVP.. p E 194 BE ZU Längeren und ſchmäleren Blättern, mit beinahe-ſtiel- loſen odex doch ſehr kurz geſtielten Aehrhen vor. Sie wächſt überall auf trocknen. Graspläßen, Trif- ten, Weiden, Wieſen, beſonders gern. auf ſandigen Boden, und-blüht im April und Mai. 24. Sie iſt im Frühjahre eins der erſten Futterkräu- ter für die Schaafe. B. Mit getrenntem Geſ 6 I. vy A 2; AW reiten und den als Brennmaterial ſo nüßlichen Torf zu bilden. 3 eben ſo. dienen mehrere von ihnen, welche im dürrſten, trockenſten Sande wachſen, dazu- durc< ihre ftarfen, oft mehrere Ellen weit fortfriehenden Wurzeln den Flugſand zu befeſtigen./ Es, würde zu weitläuftig ſeyn, hier. den größten, Theil dev bei-uns wildwachſenden. Riedgräfer aufzuzeichnen und zu be- ſchreiben,“ich werde dahex. nur einige der ,- dem Lands wirtb wichtigeren ausheben, a)"Mit zuſammengeſekßter, an der Spiße mit männlichen Blüthen verſehener Aehre, und mit zwei Narben. 1) OC. arenaria,, Sandriedgras, Sand»- ſegge. Ihre ſehr lange friehende Wurzel iſt ſchups pig» gegliedert, mit. filzigen Faſern verſehen, und riecht ſtark. nach Terpenthin«;,„In verſchiedenen. Ab- ſäßen kommen die Halme aus dex Wurzel. ziemlich ein- zehn hexvorz ſie ſind ungefähr einen Fuß. hoch». drei- ſeitig, nackt, meiſtens,„einwärts gebogen,, und. vor- züglich nach obenhin ſcharf.„Die Blatter umhülen den. Halm,;am Grunde, ſcheidenartig» ſind dann.aufz recht» flach, und..am Rande ſchäuf. Die zuſammen« geſeißzte, eyförmige, etwas ſpißige Aehre iſt etwas zuſammengedrückt, und beſteht aus abwechſelnd ſtehen- den» 1eyförmig rundlichen. braunen Aehräunen Aehrc Wm 3)-C. panioulata, rügpenfonmmigesR ed gras oder Segge. Ihre Wurzel iſt) faſerig und bildet durch ihte'mannigfältigen/ Verflechtungen veinen beträchtlichen Raſen. Die Halme ,' welche in großen Raſen beiſammen ſtehen, und-2:bi8 3 Fuß hocblätter ſindulänger als. der-Halmgz dieugberen abwärts gebo- gen und. mit kurzer Scheide verſehen, das. untere min- der. abſiehend.und mit langer Scheide, Die aufrecht- ſtehende männliche Aehre iſk hanzettförmig 3 diezzwei bis.vier weiblichen ſind eyfoxmig- rundlich, und abſtez hendz die oberen derſelben beinahe ungeſtielt. und nahe beiſammen ſtehend, die ünteren. kurz geſtielt und'ab- fiehend. Die eyförmigen Balgſpelzen ſind braun mit grüner Rippe und weißem Rande. Die eyförmigen, beinahe dreieckigen, gelblichen Fruchthüllen haben eine ſchnabelförmige, lange, ſpiße, zweiſpaltige Mündung. Eine. der.-gemeinſten-Seggenarten auf ſumpfigen Wieſen und feuchten Weiden, wel. 8) Curiparia, U fer- Segge: Ihre dicke Wurzel kriecht. weit: umher...„Die Halme, welche raſenartig beiſammen ſtehen, werden oft 3 Fuß: hoch ſind drei- ſeitig, mitiſcharfen ſchneidenden Een, und aufrecht ſtehend."Die breiten, aufrechten. dunkelgrünen Blätter, welche nicht völlig die Höhe des Halms erreichen, ſind ebenfals am Rande und Rücken ſcharf. Die blattar- tigen Deckblätter hingegen werden etwas länger als der Halm, haben eine ſehr kurze Scheide, und an der Baſis bleiche,"ohrförmige Verlängerungen. Die 3 bis 5 aufrechten, länglichen, dreiſeitigen, ſpizen Aeh»- ren ſind ſchwarzbraun 3 ihre Spelzen lanzettförmig zu- geſpißzt. Die Z oder 4 weiblichen Aehren ſind ebenfalls aufrecht ſtehend, wälzenförmig, die oberen kurz ge- ftielt, und haben eyförmige /' ſcksbart Aira canescens).. Seine mit Schuppen und, zähen» gewundenen Faſern verſehene Wurzel liegt horizontal in der Erde. Die Halme, ſo wie die aus der Wurzel entſpringenden Blattbüſchel bilden einen bald größeren bald kleineven Raſenz die erſteren ſind aufrecht, bei- nahe 4e>ig, ſteif, glatt 3 am Grunde. mit einem bis zwei Gelenfen verſehen, bläulich grün, und werden 3 bis 4 Zoll, höchſtens einen halben Fuß hoch. Ihre Wurzelblätter ſiken in dichten Raſen beiſammen; ſie ſind borſtenförmig, rinnenförmig gebogen, lang zU- geſpißt, bläulich- grün, und nicht ſo lang als die Halme z ihre Scheiden ſind etwas aufgeblaſen, ge- ſtreift, weißlich- grün, bisweilen auch etwas röthlich; das Blatthäutchen iſt kurz und abgeſtumpft. Die fleine, ſchlanke, an der Spiße ſtehende, aufrechte Aehre ſteht nach einer Seite hin. Ihre Blümchen ſiven in der Regel zu zweien. neben einander auf kur? zen Stielchen, ſind vor ihrer Entwickelung an die Spindel gedrückt, ſtehen nächher ab„ und ſind bald bläulich grün, bald auch etwas violet gefärbt. BE Wl ZT I Es wächſt. im nördlichen wie im ſüdlichen Deutſch: lande: auf Sandboden, beſonders gern, mit der ge- meinen. Heide in Geſellſchaftz3 ſeine Blüthen erſchei- nen im Mai. und Juni. 2. Wegen ſeiner ſteifen, harten Blätter wird es vom Vieh. nicht gefveſſen.z. dagegen. nüßt, es ,. ſo. wie die graue Scmiele, zur Befeſiigung. und exſten, Bera- ſung des Sgandhodens. Da, wo es ſteht, ſoll es im Untergrunde Quellen anzeigen. b) Mit cinblüthigen Kelchen und zwei Griſſeln. XL, Alopecurus, Fuhsſchwanz,(Triandria digynia LL.) 1) A. pratensis, Wieſen- Fu ſchwerlich zum Futter benußt werden. Ich fand es häufig. in Geſellſchaft mit der Poa oristata. XIII, Phalaris, Glanzgras.(Triandria digy- nia Linne.) 1)..P. canariensis, canariſches Glanz» gras.(Manured Canary= graſs Angl.) Die weiße faſrige/Wurzel treibt einen odex auch mehrere Halme-hervor z+ dieſe„Halme werden x3 bis 2 Fuß hoch»„ſind aufrecht... etwas zuſammengedrückt, ge- ſtreift, und über. die Mitte hin beblättert. Die Bläts ter ſind gleichbreit- lanzettförmig, ſpißig, flach und etwas ſcharfz ihre weiten geſtreiften Blattſcheiden ſind ebenfalls etwas ſcharf, und zwar ſind die beiden obe- ven aufgeblaſen und an der Spiße zuſammengezogen 5 das abgeſtumpfte Blatthäutc 10mm 223 Teiche, und än: änderen' feuchten Pläßen, gern auf einem feſten, ſandigen, aber nahrungsreichen Grundez es blüht im: Juni und Juli.(iſt-ausdauernd.) Dieſes Gras liefert wegen ſeiner haufenweiſe bei- ſammen ſtehenden Halme, und ſeiner großen, zahls reichen Blätter eine Menge Heusz jung iſt es gut zum Futter zu benußen und giebt vorzüglich ein nahrhaftes Futter für die Pferde ab; auch das Rindvieh und die Schaafe ſogen es nicht verſchmäßen."Man follte da- her dieſe einträgliche Gragärt, die mit den feuchte- ſten Stellen vorlieb nimmt, häufiger anſdenz nur müßte ſie frühzeitig genug, das heißt, no<'ehe ſie völlig in Blüthe tritt, gemähßet werden.' Im Alter wird ſie hart und vohrartig, und kann dann ungefähr wie das Rohr benußt werden. XIV. Milium, Milisgras3 Hirſegras. (Triandria digynia. 1.) 1) M. effusum,- ausgebreitetes Milig- gras, oder Hirfegras.“(Millet+grafs, Angl.) [NB. Mehrere Landwirthe verſtehen unter Milis- gras oder Milikgras eine andere Pflanze;"nämlich das Waſſer: Rispengras(Poä aquatica) ,'' welches nicht mit dieſer Pflanze verwechſelt werden muß.] Die faſrige Würzel dieſes'Graſes iſt Friehend; ſie ſchift mehrere"5 bis'4 Fuß höhe, aufrechte, ge- ſtreifte, glatte, beblätterts Halme empor. Ihre ziem- lich breiten Blätter find fläch, länzettförmig zugeſpist, am Rande etwas ſcharf;* äm"Rücken“hingegen nichtz ae BE neg = | iZ 155 EDE ' ql 5 die'oberen ſtehen etwas aufrecht, die unteren hingegen hängen mit der Spike Über? die runden Blattſcheiden ſind nur ſehr wenig geſtreift, glatt ,' und das Blatto häutchen"erſcheint zuerſt abgeſtumpft, nachher aber zerriſſen. An der Spike des Halms erſcheinen die Blüthen in einer großen, weitläuftigen Rispe, die zuerſt aufrecht ſteht, nachher aber mit der Spiße über- hängt: die Spindel derſelben ift unten rund und glatt, oben hingegen eckig, hin und her gebogen und rauh z ihre feinen haarförmigen Aeſte, welche in cinem Bü- ſchel von 5, 6 und mehreren abwechſelnd aus der Spindel hervorkommen, ſind eckig, ſcharf, bald ein? fach, bald auch aſtig, ftehen während der Blüthe hori- zontal abwärts, hängen nach derſelben aber mit der Spiße über. Die kleinen Aehrchen ſind epformig, bauchig, unbegrannt, und grünlich oder röthlich-grün. Die Spelzen ſind eyförmig und ausgehöhlt, und zwar die Kelchſpelzen“ zart/ dreirippig und rauh, die Kelch- ſpelzen hingegen beinahe hornartig, glänzend, und die eine breiter, welche die andere ſhmälere umfaßt. Die haarförmigen Staubfäden ſind noch einmal ſo lang als der Kelch. Dieſes Gras wschſt an. ſchattigen, etwas feuchten Pläßen. häufig,„und, liebt vorzüglich, einen humoſen Sandboden. z es.blüht.im-Mai, und, Junie. 24 Sv lange es jung ift"wird" es'von alem Vieh gern gefreſſen, nur im Alter wird es ihm zu hart. Es zeichnet ſich nos durch einen angenehmen Geruch aus, der einige. Aehnlichkeit mit. denen der. Hirſearten,. und fönnen im Nothfall zum Brodbacken benyßt werden. XV. Agrostis, Windhalm;' Straußgras. (Triandria digynia 1.) *) Mit Grannen verſehene Arten, I)„A. Spica venti, Afer-Windhalm, oder Straußgras.(5ilky-Bent-graſs, Ang].) Die Wurzel beſieht aus zahlreichen, gedrehten, oben etwas verdickten, dann aber ſogleich haarfsrmi- gen Faſern 3 aus ihr entſpringen.mehrere 1 bis 3 Fuß hohe, aufrechte,„geſtreifte, unten vorzüglich mit meh- reren Gelenken verſehene, glatte Halme, Die gleiche breiten, zugeſpitzten Blätter ſtehen ab, und ſind oben weich, haarig, unten aber ſcharf; ihre Scheiden ſind glatt, geſtreift, und-- ſo wie auch der urtere Theil der Blätter oft röchlich. gefärbt 3 das Blatthäuthen iſt abgeſtumpft, in der Jugend, ganzrandig, nachher aber zexſchlibt. An der Spiße des Halms bildet ſim die große, oft einen halben Fuß und darüber lange, nach einer Seite gerichtete Rispe,„die ſich zur Blüthezeit ausbreitet, vor und nach derſelben aber zuſammen- zieht. Die Spindel iſt etwas hin- und bergebogen, unten rundlich und glatt, oben eckig und etwas rauh: ähre Aeſte kommen beinahe quirlförmig hervor, ſind von verſchiedener Länge und wieder in Aeſte zertheilt. Die,Spelzen ſind weiß oder, röthlich braun, und haben eine rauhe Rückenrippez die des Kelchs ſind kanzetts förmig, lang zugeſpißt, einrippig, und von ungleicher Crome's Handb. I1 1. IZ nA. F | : | (| Grspes die der Blume ſehr zart, beinahe dur<ſichtig 3 die gußere derſelben iſt eyförmig- lanzettförmig, mit erhabenem Rücken, 5 rippig,- oben abgeſtumpft und gezähnt, und dicht unter der Spike mit einer etwas gewundenen Granne verſehen, welche die Länge der Blume 4 bis 5 mal übertrifft3 die innere iſt ohne Granne und wird von der äußeren Spelze umhüllt. Dev Aker-Windhalm wächſt ſehr häufig auf Ge- treide- und Braachäckern, vorzüglich auf denen, die einen Sandboden oder lehmigen Sandboden haben; er blüht im Juni und Juli. O. Er wird bisweilen auf Getreideä>ern ein ſeht läſti- des Unfraut und unterdrückt den Wuchs der beſſeren Gewächſe 3 ohnehin frißt ihn das Vieh höchſtens nur, wenn er jung iſtz tritt er in Blüthen, ſo wird er hart und ſcharf, und verwundet beim Genuſſe das Zahn- fleiſch und die Mundhöhle der Thiere. Seine getrock- neten Halme ſollen ſich ſehr gut zu Flechtarbeiten be- nußen laſſen. Im Hannöverſchen nennt ihn der Land- mann mit eben dem Namen, womit wir unſer vor» trefflichſtes Wieſengras bezeichnen, nämlich Fuch 6s- ſchwanz.==" Ein Beweis, wie verſchieden die deut- ſchen Provinzialnamen in den verſchiedenen Gegenden find, und wie leicht man irre geleitet werden fann, wenn man ſich ihrer nur bedient? eine feſtbeſtimmte deutſt. wehrere, unten niederliegende,. einen bis 2 Fuß hohe,„ſchlanke,. ge- ſtreifte; beblätterte und in mehrere, Gelenke getbeilte Halme hervor, welche nicht. ſelten in gutem Boden Sproſſen. treiben. und an den unteren Gelenken mit Aeſten und Blattbüſcheln verſehen ſind... Die ſchma- lem, gleichbreiten;„zugeſpißten; Blätter ſind auf beiden Seiten ſcharf:. ihre Blattſcheiden ſind glatt und.ge- ſtreift 5 das Blatthäutce(Triticum repens) an» nimmt, und auch wie dieſe als Unfcaut häufig die Aecker überzieht: beſonders in dieſem Zuſtande iſt ſie von mehreren Autoren“ſproſſender Windhalm (Agrostis Stolonifera)'' genannt 3 auf trocfnerem, minder reichem Boden hingegen kriecht ihre Wurzel nur wenig, ſie macht beinahe gar keine Seitenſproſſen, und ihre Halme ſind mehr aufrechtſtehend, ſo wie ihre Blüthenrispe kleiner, ſchlanker, und alle ihre Blüthen- theile zarter ſind, daher ſie in dieſem Zuſtande Agros- tis capillaris, A. tenella, oder auch A. pumila, wogegen jene ſproſſentreibende Pflanze, welche einne weite ausgebreitete Rispe hervortreibt, auch Agrosti. divaricata genannt wurde. Wir verdanken die Ver einigung aller dieſey Spielarten, welche nur* durd den verſchiedenen Boden entſtehen, zu einev Art, dei Agrostis wulgaris, unſerm berühmten Profeſſo1 Schrader. Aus den obenſtehenden Bemerkungen ergiebt ſich ſchon von ſelbſt, daß dieſe Pflanze an ſehr verſchieden- artigen Pläßen ,/ bald auf humusreichen, bald auf ar- men Aeckern, bald auf trocknen Feldern und Weiden bald auf feuchteren Wieſen vorkommt? ſie blüht'von Ende Juni bis zum Auguſt, 2. == am 2,54 Sie, ſcheint freilich nicht zu den beſſeren, nahrhaf- teren Gräſern zu gehören, indeſſen iſt ſie doch, ſo lange ſie jung iſt, beſonders für die: Schaafe und.das Rind» vieh. ein gutes Futter 3 außerdem hat ſie die gute, Ei- genſchaft, daß ſie auf gutem und ſchlechtem Boden fortkommt, und durch ihre friezenden Schößlinge viel zur Befeſtigung des Flugſandes,. beiträgt... Auf gutem nahrungsreichem Boden wird. ſie größer und liefert einigen Ertrag, do) würde ich an dieſen Stellen ihren Anbau nicht empfehlen, da.es vorzüglichere Gragarten giebt, die man an ihrer Statt hier anbauen kann. 4) A. alba,-weißer Windhalm, weißes Straußgras.(Marlkh-PBentgraſs, Ang]l.) Die Wurzel beſteht gus langen, Faſern 3 die Halme, deren ſie mehrere hervortreibt, liegen unten nieder, ſchlagen aus ihren unteren, Gelenfen Wur- zeln, gleichen übrigens denen der vorigen Art, nur werden ſie: höher und ſtraffer, Die Blättex ſind. brei- tev.zund ſchärfer wie bei der vorigen 3. die Blattſcheiden ſind glatt3 das Blatthäut- neren Stellen vor3 ſie blüht im Juni und Juli: 2. In Hinſicht ihrer Benußung ſtimmt ſie völlig mit der vorigen Pflanze überein. XVI. Arundo, Rohr.(Triandria digynia, L. inne.) *) /Mit einblüthigen Kel j -=<. ue 234 mae 2) A. Calamagrostig, Rohrvgras,. S > ] ET„„aufte„aul ſchmäler, arippig und 4zäahnig an der Spike." Die Haare, welche die Blume umgeben, ſind an der Baſis verbunden, und 3 mal kürzer als die Blume. Sie wächſt im Flügſande 5 theils im Binnenlande, und dann vorzüglich an den Stromufern, theils aber und am häufigſten am Meeresgeſtäde3 ſie blüht im Jum bis zum Auguſt. 2[. Beſonders für die Küſtenbewohner iſt dieſe Rohr- art eine der wohlthätigſten Pflanzen. Jhre langen, kriechenden, weit umher wuchernden Wurzeln befeſti- gen den Flugſand, und ſo bildet ſie förmliche Verwal- lungen und Dämme, welche dem beweglichen Sande widerſtehen und ihn allmählig in feſtes Land verwan- deln. Es wird daher nicht allein von den Holländern zur Befeſtigung ihrer Dünen, ſondern auc< von mehreren Küſten- und Inſelbewohnern an und in der Oſiſee förmlich angepflanzt.' Vielleicht ließe es ſich ſelbſt im Binnenlande mit Vortheil zur Befeſtigung des Flug» ſandes benußen, und es wäre wohl zu wünſchen, daß Verſuche damit angeſtellt würden, da nicht allein un- geheure Strecken Flugſandes unwirthbar und wie todt da liegen, ſondern ſelbſt die nahe liegenden Ländereien bei heftigen Stürmen oft mannshoch und darüber be- deen!=- JI< würde theils dieſe Gragart, theils die Carex arenaria, C. hirta, und Astragalus are- "narius' zur Bepflanzung ſol: gg , y vy N viehes benußen- Vor allen nahrungsreich" iſt die Frucht des May83' die jungen noch unreifen kolben? förmigen Aehren werden in' Amerika geröſtet und go? braten, und in Deutſchland, gleich den Gurken, mit Eſſig und Gewürzen eingemacend, und damit beſtreute. Körner bringen keine kvanfe Halme hervor. Ueber die Cultur und die Benußung des Mays verdient vorzüglich die intereſſante Schrift des Herrn Profeſſor Burger weiter nachgeleſen zu werden. XX. Panicum, Hitſe, Fennih.(Triandria digynia 1.) 1) P. verticillatum, gyirlförmiger Fen: nid.(Rough-Panick-grafs Angl.) Die Wur- zel iſt faſrig- und ſchickt mehrere, oft vaſenartig bei- Ode ew ntnmundunenn weren=== erung y n ſammenſtehende(ſeltener einzelne), am Grunde ge- frümmte» äſtige, rundliche, tief geſtreifte, einen bis anderthalb Fuß hohe Halme hervor. Die gleichbreit- lanzettförmigen Blätter ſind lang- zugeſpißt', am Grunde rinnenförmig, übrigens fla<, auf beiden Seiten etwas ſcharf,- unb hin und wieder behaart. Die Blattſcheiden ſind glatt und geftteiftz3 ſtatt des Blattzüngelchens befindet ſic) an der Oeffnung der Blattſcheide eine Reihe von Haaren.. Die gelblich- grüne» aufrechte ," walzenförmige Aehre iſt aus quirl- förmigen, furzen Aehrchen, von denen gewöhnlich 4. einen Quirl bilden, zuſammengeſeßt-. Die Aehrcwärts ſcharfe Hüllen unterftüßt. Die Spelzen ſind alle eyförmig, die des Kelct, verbreiten 3. ſelten nur ſind ſie auf= gerichtet.] Die Blättey ſind gleichbreit lanzettförmig, zu- geſpißt, und nah dex Blattſcheide zu mit langen weiſ- ſetz Haaren verſehen. Die Blattſcheiden ſind; glatt und geſtreift, am Rande unbehaart. Der untere Theil des Halms dicht unter der Blü- the iſt tief gefur-.- Sandboden. Ungeachtet der Verbreitung ſeiner Halme ſcheint es mir“ dem Getreide nicht zu ſchaden, da es ſich vorzüglich erſt näch der Erndte recht ausbrei- tet. Es gehört zu den ſüßen und'ſaftigen Gräſern, und giebt auf der Stoppelweide dem Vieh-eine zu- träglihe Nahrung. Seine Saamen werden vorzüg- lich vom Geflügel geliebtz ich habe oft beſonders die Rebhühner in ganzen Scaaren dabei angetroffen. Die Saamen ſind ſehr häufig dem Brande unter- worfen. 3) P. Grus Galli, Hahnenſporn-Fennich. (Loose- Panick» graſs Angl.) Die faſrige Wurzel treibt mehrere, t, 13, auc: wol 2 Fuß hohe, unten niederliegende, dann aufrechte, äftige, glatte geſtreifte, unten zuſammengedrückte, oben rundliche, in mehrere knieformige Abſäße gebogene Halme her- vor. Die gleichbreiten lanzettförmigen Blätter ſind zugeſpißt, am Grunde vinnenförmig, oft quer wellen? förmig, auf beiden Seiten glatt, am Rande aber ſcharf. Die weiten Blattſcheiden ſind zuſammenge- drückt, geſtreift und glatt. Das Blatthäutcen, und die kleinen Aehrchen ſiken: auß kurzen, an der Baſis mit borſtentragenden Drüſen! beſekten Stiel- IE dem Namen Panicum Crus Coryvi von dieſer Art unterſchieden haben, gehört als Spielart hieher. 4) P. 8anguinale, Bluthirſe, Blutfen- nich.(CSyntherisma vulgaris Schrader; Cocks-foot Panick- graſs Angl:).- Ihre faſrige Wurzel treibt viele viederliegende, rothe, gefniete, äſtige, glatte, geſtreifte Halme hervor, die 1 bis 1x Fuß hoch werden. Die kurzen Blätter ſind glatt, ziemlich breit, hin und wieder behaart. Die glatten Blattſcheiden ſind mit einzeln ſtehenden, drü- ſenartigen, bisweilen behaarten, vothen Wärzt. Die Blattſcheiden ſind rund, geſtreift, die oberen ziemlich weit,- und alle ebenfalls mit dem wolli- gen Ueberzuge verſehen... Das Blatthäutchen iſt kurz» obgeftußt, und gezähnt, Die Blüthen erſcheinen in eiter aufrechten, während der Blüthezeit ausgebreite- ten„*vor'und na< derſelben zuſammengezogenen, wei? .e << AMIDE G---- waygerd pen-ordeungn w0g0n== eur> 19 4 v.* wre» 5> fein. Aufblähen erregt 5: das. wollen wir. dahin geſtellt ſeyn laſſen 3 meinex Meinung nach kann das Aufblä2 hen des, Viehes durch; jede grüne ſaftige Futterung entſtehen z«und es entſteht um ſo leichter;-wenn;das Vieh nach langer.Heu- und, Strohfutterung nu auf einmal..auf eine fette„Wieſe getrieben wird; wo dann durch den.unmäßigen Genuß leicht jene Krankheit ent- ſtehen Fann».„Weit weniger davon(hat. man; bei der Stalfütterung zu befürchten, indem es hier;die-erſten grünen, Kräuter. mit. Häckſel zuſammengeſchnitten erhält, und ſo nach und nach an den Genuß derſelben gewöhnt, wird. Mehr werde. ich.darüber reden, wenn ich vom. Rindvieh ſpreche. ; Der Saame dieſes Graſes iſt etwas. ſchwer. aufs zunehmen, da die lange Rispe ſich langſam entwickelt, und oft der obere Theil derſelben ſchon xeife Saamen trägt,„während..der untere no. 265 ten Blattſcheiden unterſcheidet, durc<"den Namen Hioldus:bulbosus;|(Avena bulbosaz zwiebeltragendes Honiggras, Knollhafer); Der. Unterſchied-ſcheint: mix aber zu gering zu ſeyn, als: daß: man deswegen dieſe; Pflanze vonder vorigen trennten ſolltes und es wird. beſſer ſeyn ſie als Va- vietät' der) vorigen anzuſehen, da'ſie/ ohnehin in ihtex Blüthezeit, Benußung 26 völlig"mit ihv' überein- ſtimmt; x*) Mit 3blüthigen. Kelchen, 4) Hi'borealis Schrader;(H.'odoratus Willdenow)."Nördliches" Honiggras, wohlriechendes Honiggras, Mariengras, Davvg ras."Die ganze Pflanze hat'einen angenehs menz“dem Ruchgvaſe" ähnlichen, ihn aber noch über- treffenden“Geruch!" Die Wurzel kriecht," und ſchickt mehreres"einen: bis"€V Fuß hohe, oft noch höhere, Funde""aufrechte, glatte"geſtreifte" Halme empoy. Die Blätter, welche"am häufigſten"unten' Über"der Wurzel in geringerer Anzahl äm Hälme- hervorfom- men, ſind'gleichbreit-länzettförmig"""ſpitzig)' flach, am“ Rande etwas ſchärf,''oben graugrün, unten“hell: grün und'glänzends'die Halmblatter ſind beträchtlich Fleiner,"als die“'Wurzelblätter;''DieBlattſcheiden ſind ründlich,"geſtreift,"glätt, die unteren etwas röth> lich;“ die'oberſte miteinem ſehr'furzen Blatte verſehen. Das Blatthäut -=<==uggfiwz2= di--- wagner wern== wr 3 - k;>|« zwr" SE en hen, aufrechten; etwas nach eitter Seite gerichteten, wenigblüthigen Rispe,' die während der Bluüthezeit auzeinanderſteht, vor und näch derſelben aber'zuſam- mengezogen iſt.“Die Spindel; ſo wie die Aeſte,-ſind glatt,«und"die Blüthenſtielchen unbehaart.: Die Aehrc> neven Plätzen fortbommts2 ---7=- 267 Der Herr Profeſſor Schrader. unterſcheidet:von der.eben genannten Pflanze eine andere Art unter dem Namen Holous australis;(ſüdliches Honig- gras), welches. die imehrſten, Übrigen Schriftſteller! als eine Varietät des Holous odoratus anſehen. 1:Es ſtimmt im äußeren Anſehen mit der) vorigem Pflanze überein, und unterſcheidet ſich nur durch feine5" dicht untex den kleinen Aehrc» Ihre Wurzel beſteht aus einem Büſchel'von Fas ſexn, welche auf dürren Pläßen filzig ſind 3 ſie. ſchickt einige Halme und Blattbüſchel empor, welche einen ziemlich ſtarfen Raſen bilden. Die Halme werden auf trocknen, dürren Pläßen ungefähr einen Fuß hoc; Die Kelcſpelzen ſind häutig, zart, lanzettförmig), lang zugeſpißt, mit gewölbtem Rücken, fünfrippig, ſchärf und von ungleicher Größe, Die Blumenſpelzen) ſind von«fe ſterem Gewebe, als die Kelchſpelzen 314-ihvei äuſſere Spelze iſt lanzettförmig, ſpiß» fünfrippig. und xauhsz bei dem unteren Blümchen mit langen“ſeidenartigen Wimßerhaaren, porzüglich am Rande; bekleidet,„bei dem oberen nackt; die innere Spelze iſt viel kleiner. Von der dritten Blume bemerkt man nur zweit leere Spelzen, die zuſammenſchließen. Vorzüglich im ſüdlichen Theil von Deutſchland auf Hügeln, Bergen, an ſteinigen Pläßen" in Gehvl- zen und auf Weinbergen findet mati'dieſe Pflanze'wild's ſie blüht im Mai und Juni. 1, In jenen Gegenden beſonders)'vielleicht aber auch im nördlichen Theile von Deutſchland;' wo ſie,“ wenn ſie'angeſäet wird, recht gut fortkommt"/ könnte man ſie mit zur Beraſung dürrer“ Hügel-und“ Berge benut- zenz ſie liefert, wenn auch kein vorzügliches, doch ein erträgliches Futter für das Vieh. 2) M. nutahs, überhängendes Perla2as, glattes Perlgras;(Movntain“Melic“ graſs, Angl.) Die Wurzel kriecht und" breitet ſich"oft' weit aus. Die ſchlanken aufrechten Halme" werden einen, anderthalb Fuß und'noc 7 u=== 52 etwa3 zuſammengedrückt, oben dreieckig, geſtreift, und an'den' Ecken ſcharf? Die langen». gleichbreit-lanzett- förmigen Blätter ſind' fla<ß, am Rande ſcharf“ und hengruüns die langen, beinahe zweiſchneidigen Blatt- ſcheiden ſind tief geſtreift und ſcharf3 das-Blatthäut- . Es wird von allem' Vieh gern gefreſſen, und macht eiten Theil der Waldweide aus. Zum Anbau em- pfiehlt es ſich nicht, es fey denn auf ſolchen Weiden, die in der Nähe von Waldungen liegen, oder ſic<' an ſchattigen Anhöhen hinaufziehen: An leichen Pläßen wie die eben genannte Pflanze zm 279 findet. man bisweilen eins andere Axt dieſer Gattung, welche im gußeren Anſehen viele Aehnlichkeit mitdem Überhängenden Perlgraſe hat, und) ſich vorzüglich durch ſeine glatte, nicht mit'Franzen beſeßte- Blums,„ſo, te dadur. legen» ſich vor und. nach, derſelben an. die Spindel; Die Aehrceren humoſen Boden, nächſtdem aber auch einen humoſen Sandboden 3; es wächſt am liebſien an den Ufern der Seen, Teiche, Flüſſe und Gräben, kommt äber atuich auf feuchten Wieſen, ſelbſt an Salzquellen und auf Salzwieſen vor, und blüht im Juli und Auguſt,+. Vorzüglich imjüngeren Zuſtande liefert dieſe Gvas- art ein vortreffliches-Futter für das Vieh und einen ſehr reichlichen Ertrag, und ihr Anbau auf den ihr vorzüglich zuſagenden Pläßen kann mcen gebrauchen. Ihre Fortpflanzung läßt ſichbeſſer durch: die kriechen» den Wurzeln, als durch Saamen bewerkſtelligen. Daß --- 283 das Vieh'von ihrem Genuß: aufblähen ſol, iſt wahr» ſcheinlich nur ein Vorurtheil. 2Y P: fluitans, Fluß-R1is8pengras, Matina- gras, Entengras(Flote Neadow-graſs, Angl.) (Festuca fuiitans Linne; und'der meiſten anderen Autoren.) Die Wurzel breitet ſichyweit"qus und kriecht: ſie ſhit mehrere ſchief aufſteigende',"unten äſtige Wur» zeln treibende, rundlich» zuſammengedvückte', glatte, geſtreifte Halme empor, die bis zux Rispe hin.mit Blät» term und Blattſcheiden bedeckt ſind, und 3 bis 6, Fuß hoch werden. Die Blättex ſind gleict.mehrexe, einen'bis-anderthalb Fuß hoh0%; unten. niederliegende, glatte, geſtreifte, rundliche, beblätterte Halme empor, welche'äus den"unteren Knotemgewöhnlicn Wurzeln und. Aeſte hervortreiben.“Die Blätter ſind-gleichbreit, lang zugeſpißt, aufrecht oder auch. ofſenſtehend,.. graus grün, am. Rücken glatt, auf..der4Obexfläcig und etwas gebogen ſindy während„der Bluthezeit horizontal„äuseinanderx ſtehen, vor uad nach'devſelben uber angedvückt ſind. Die Aehuchen ſind ziemlich breit, eyföymg, zuſammengedpückt, bleiharun oder vöthlichgrun) und enthalten'5 bis 5, ſeltener 9 bis xx Blüthen. Die" Kelchſpelzen. find beinäahe'gleichlang, eyförmig) ſpißig; beinahe ſichel- fövmis- dben und am Rücken"ſcharf,"die obere Z-, die untere Zrippig« Die äuſſere Blumenſpelze iſt lönglich gehförmig, ſps, zuſammengedrückt;"einrip- pig;"am Rüen nach der Spitze zu ſchärtf, die innere Fleiner, an der Spike Fweitheilig: “ Dies Gras komint nur auf hohen Gebirgän und“ auf den Alpen fort Hier blüht es' im Ju und Imi. 020. Auf, Gebirgen iſt es eins der beſſeren Füktergtk- ſex für das Vieh. 5) P. bulbosa, Fhnolliges Rispengrass Zwiebel-tragendes Rispengräas.(Bi bou's Meadow-graſs Avgl.)"Die weiſſe fa- ferige Wurzel ſchickt'mehrere zu einem kleitten“ Raſen verbundene und Blattbüſchel empor: Die Hälme, fo wie die Blattbüſchel, find uüten zwiebel- &rtig verdiktz die Halme werden: einen halben, vft auch gegen anderthalb Fuß hoch"unten etwas nieter- liegend,"oben aufrecht, ründ',"glätt und"geſtreift. Die ſchmalen, gleichbreiten, kurzsön Blätter ſind vin- nenförmig,'und"am Rande Zzientlich ſcharf 3"die"der Blattbüſchel ſind'am kängſten, züglgich"äber"au<ß'fehr ſchmal. Die Blattſcheiden' ſind geſtreift,'Flatt, rund- lich, die'dvs'Hakins länger"als die Bſättor“, die'der Wurzelblätter hingegen kürzer und'am Grande brei- ter."Das Blatthäuthen iſt furz"und ſpißig. Die Btüthen-ſtehen; än einer kurzen, eyförmigen, aufreh- ten, ſehr äſtigen. Rispe..: Die Spindel derſelben iſt gebogen ,. unten. rundlich und glatt. oben eckig und ſcharf. die gebogenen /beinabe, quirlförmig geſtellten Aeſte ſtehen zur Blüthezeit horizontal auseinander, vor und nach derſelben; ſind ſie an die Spindel. gedrückt. Die Aehrchen. ſind-eyförmig, ſpiß, zuſammenge- drückt, grünlich: oder röthlich- grün„und, enthalten 4ubis 5. Blüthen«... Die Kelchſpelzen ſind eyförmig- lanzettförmig; ſpi3y zuſammengedrückt,„am Rücken ſcharf, die größere 37,+ die kleinere, ſchmälere Irippig. Die äuſſere Blumenſpelze. iſt. eyförmig» lanzettförmig, ſpißig». zuſammengedrückt, einrippig,. oben. am Rüf- ken ſcharf- unten„behaartz die. innere kleinere iſt an der. Spiße zweitheilig« Sehr hufig kommt eine Spielart dieſes.Graſes mit frayſer,„blattartiger Rispe vor, deren Blüthen ſtatt der Saamen kleine, Zwiebeln hervorbringen. Es. wächſt. ſehr häufig auf-Sandboden. an.Acker- rändern, Wegen, auf dürren Hügeln, und blüht im Mai.und Juni... 24.; An einigen Stellen habe.ich-es, als häufiges Un- Fraut zwiſchen.dem. Getreide bemerkt.„Es iſt übrigens ein. ganz"gutes Viebfutter,. und. man könnte es hiezu gn. dürren, ſandigen Anhöhen anſäen. 6). P. trivialis, gemeines Rißpengras, (Poa Scabra, Ehrhart. Poa dubia Leers. Bougiſh Meadow-grals Apgl.) Die faſrige Wurzel. ſchickt mehrere in einen dichten Raſen vereinte Halme und Blattbüſchel ein- por. Die Halme liegen mit den unteren Gelenken nieder, und ſchlagen hier Wurzeln, ſteigen dann in Die Höhe, werden gegen 2 Fuß hoch, ſind unten etz was zuſammengedrückt, oben rundlich, geſtreift, vot- züglich nach obenzu ſcharf, und"voft vöthlich. Die Blätter ſind öleichbreit/ ſpi, gerinnt" ſcig, gebogen und ſchabfz3 ihre. Aeſte!zertheilen ſich wieder in kleinere Zetäſtelungen, ſind“häarförmig ,' eckig,"gebogen und ſehr ſcharf,“ zur Blüthezeit horizontal auseinander- ſtehend, näch derſelben"aufgerichtet?'* Die kleinen Aehrc ew gn emu weer weren mwg 6“- EC.“A ) eS wwt nur wenige(2 bis 4) Halme hervor. Die Halme werden einen bis 13 Fuß hoch, ſind am Gründe nie- derliegend, dann ſchief aufwärts ſteigend, zuſammen- gedrückt, glatt, geſtreift, beblättert, und treiben aus den unteren Abſäßen oft Wurzeln oder Aeſte her- vor. Die Blätter ſind furz,"gleichbreit, ſpiß, flach, graugrün(ſo wig auch die übrigen Theile), und ent- weder überall, oder nur am Rande ſcharf. Die Blattſcheiden ſind zuſammengedrückt, geſtreift und glatt.“ Das Blatthäutig. Die ecfigen, etwas gebogenen. Aeſte ſtehen gewöhnlich gezweit, ſind wWähz; rend der Blüthezeit horizontal abſtehend, nach derſel? ben aber etwas herabgebogen. Die Aehr(Baen dieſe kleine Gragart 3 ſie blüht beinahe vom März bis zum Winter hin.'O+ Sie'macht gewöhnlich den größten Theil des ſo- genannten Untergraſes aus, und ſieht zwar niedrig, aber ihre Halme werden ſo dicht, daß ſie ganze'Ra- ſenpläße bilden, haufig kommt ſie an Wegen vor, und das Treten und Walzen ſcheint ihren Wuchs zu befördern" indem ihre Halme an den Bo- den) gedrückt werden."Sie nimmt mit jedem Boden, der'nurveinige Nahrungstheile enthälr, vorlieb, ge? deiht aber"am beſten auf Gartenboden und humoſem ſandigen Boden. Wenn ſie gleich nur eine jährige Pflanze aſt, ſo geht ſie dennoch nicht aus, ſondern pflanzt ſich durch ihre Saamen und Wurzeltriebe im- mer fort. Sie iſt alem Vieh ein geſundes angeneh- mes»Futter,"dient aber natürlich nur als Weide-, nicht aber"als Mähegras. XXV. Briza, Zittergras.(Triandria digy- Dia 1..) 2). Briza: media, gemeines Zittergras, Wäeſen-Zittergras, mittleres Zittergrasy, Flittergras,,Haſengras.(Common Qua- king- graſs Angl.) [S. Tab. VI. Fig. 1. den oberen Theil des gemeinen Zittergräſes. in natürlicher Größez a) eine einzelne Blüthe aus der Spiße eines Aehr Wa 299 wenige Halme und Blattbüſchel empoy- Die-Halme werden einen bis gegen 3 Fuß hoch„ſind“ aufrecht; rund, ſehr glatt, geſtreift, oben nackt,«unten be? blättert. Vorzüglich die wenigen: Halmblätter! ſind nur furz, aufrecht, gleichbreit=lanzettformig, ſchmal) ſpiß, gerinnt, am Rande und" oben an der: Rippe etwas ſcharf, übrigens glatt... Die Blattſcheiden ſind rund, geſtreift, glatt3 die oberſte: derſelben iſt bes tvächtlich lang und ziemlich weit. Das Blatthgut- einzeltie Blüthez, b) der Fruchtknoten mit den daran hängenden. Narben z<) das-Blatthäuthin';"ſtehtwährend"der'Bluüthezeit auseinander, tſbabov-vor und nach derſelben-dicht zuſammengezogen. Ihre Spindel. iſt ſo wie die Aeſte fk- nen Wieſen in Gärten, an Wegen, an Zäunen, ſchattigen Pläßen 26:5 e8xnimmt mit ſehr verſchieden- artigem Boden vorlieb, und blüht im Juni und Juli. 267- Man hat dieſes. Gras. ſonſt wohl mehr empfohlen, als. es verdientz es. ſteht den Rispengräſevn, dem Fuchsſcen. liegenden Gehölzen und. Gebüſchen, iſt dieſe Grasaxt häufig 3 ſie/fommt, auf verſchiedenen. Bodenmengungen, fort und blüht im Mai. und. Juni. 21:' In Hinſicht. ihrer» Benukung ſtimmt. ſie.mit: dem Schaafſchwingel Überein, 4) DV. rübra; vother Shwingel,(Creeping Fascue-graſs, Angl.) Die Pflanze hat mit der vo» rigen im äußeren Anſehen viele Aehnlichfeit 5 ſie unter- ſcheidet ſich aber von ihr vorzüglich durc< ihre lange friechende Wurzel, die aus langen, glatten, oft ſ <==eweopenieneniuone weren ww wung> dg (G,0 k. [S. Tab. V. Fig. 1. den oberen'Theil"des Wieſenſchwingels1in-natürlicher Größe; a) eine ein- zelne, Blüthez»b)- das; Blatthäutchenz3 6) ein Knoten des Halms;]) Seine»Wurzel;äſl? faſerig, und treibt mehrere Wurzelblätter und/Halme-hervor» Die Halme ſind bald: aufrecht, bald am/Grunde niederliegend und dann aufgerichtet, rund; geſtreift, ſehr glatt, einfa< oder unten hin und wieder. äſtig, und werden 2 Fuß, auf fruchtbärem Bodeniauch wohl 3 Fuß ho<. Die Blätter ſind gleichbreit5» lang zugeſpißt, flach, abſtehend, bald nur ain"Rande;- bald auf der Fläche etwas ſcharf. Die Blattſcheiden:ſind'rxund, geſtreift und glatt. Das Blatthäutcig und ſcharf. Die:gezweit oder gedreit ſtehenden Aeſte theiſen»ſic<'wieder, in; fleinere Zeräſtelungen, und nur dieoberen. ſtehen. einzeln» und ſind ungetheilt.- Die dleichbreiten Aehrc: pg Y>. ZT2== 10005(Mte größere hat 7udie kleinere: 3 Rippen« Die äußere Blumenſpelze iſt-mitnzeiner Furzen Granne verſehen, die.an der/Spike ſteht 5 die innere iſt nur.wenig klei- ner:„abgeſtumpft und; aüsgerandet. Dieſe Grasaxt wächſt häufig! auf Bergwieſen,"au fleinen Anhöhen„in Gebüſchen 71 1an Zäunen2c. 3 ſie nimmt, mit einem Sandboden oder lehmigen Sand- boden, vorlieb; und blüht im Juni und Juli. 2+- Sie..iſt.für-alles: Vieh„ beſonders für die Schaafe und Ziegen ,. vin:angenehmes Futter, XXVIII. Bromus, Tregpe.(Triandria digynia L.) L),- Br.) Secalinus,„Roggen=Trespe, Dort. (Smooth Rye-Brome- graſs, Angl.) Die faſerige Wurzel. ſchickt; einem» oder wenige Halme empor und macht nur.weniges Untergras, wie, dieſes Überhaupt bei-den Arten dieſer Gattung der Fall ift.„Die-Halme werden. einen,/bi8.gegen 3 Fuß hoch; ſind aufret-nur einen: oden wenige, Halme empor.-Dieſe Halme. werden anderthalb; bis:-gegen 3 Fuß hoch» ſind-aufgevichtät/yxund zu. geſtreift; glatt oder auch.weichbehaart ,.. mitzmehreren; glatten vder auch» weichbehaarten» Knoten. verſehen: 4 Die gleich: breiten Blätter-find/langzugeſpißt/yflach/»weichbehaart und am:der»Spikße' zu: ſcharf:„Die; Blattſcheiden; ſind vund;'geftveift/ und mitdichten„yhorizontalſtehenden Haaren beſeßt. Das. Blatthautceckig-und. ſcharf.(1 Dieiuoffenſtehendeit Aeſte zſind» zart) ſchlaff 35 bald; einfach. bald; wieder äſtig- Die Aehrhen, ſind lanzeitförmig, ſpiß zuſamz mengedrückt, mehr, oder minder ſcharf//glänzend, grun, undenthalten:9 bis px übereinander liegende Blttho4. Die, Kelchſpelzen„ſind ungleich)» etwasy zuſammenge: drückt /-ſpißigguräm. Rande: häutig. nach„oben zu; am Rücken ſchauf4"die eine größene 1ſb-opfsymigslanzettz förmig) 175 bis Hrippig>) von» denen die mixtleve-Ripde etwas hervorragt, und„ſo eme, Fleine.Granne zugbilz den! ſcheint. Die andere. iſt fleinev, Janzettförmig; ſpißervund-mit 4/bi8 5 Rippen, verſehen... Die äußere Blumenſpelze/iſt eyförmig-lanzettförmig, abgeſtumpfr, am Rande häutig, mit erhabenem Rücken, glatt, BE TIC RERE 2 wgge neew geg rm reren pg rF Y' T*.« ===>«Eiiwen orippig. 51 und ſchickt unter ihrer etwas zweitheiligen Spiße eine-fleine Granne hervor. Die innere Blu- menſpelze- iſt kleiner ,;- ſ[S.. Tab. IV.„Fig. 1. den oberen Theil] dex weichhaarigen. Tre8pe in natürlicher Größe; a)-eine einzelne, Blüthe,. etwas vergrößert; b) die Staubbeu- tel3. c).die, Narbe; 4) die behaarte Scheide.] Ihre Wurzel; beſteht aus weißlichen, etwas äſti- gen. Faſern... Sie treibt nur wenige, 2 Fuß und dar- über-hobe7 aufrechte,. einfache, runde,- geſtreifte, oben gewöhnlich weichbehaarte, mit mehreren weichbe- haarten Knoten.verſehene Halme empor. Ihre Bläto ter ſind«gleichbreit./ lang zugeſpißt- flach, bleihgrün, am Rande.-nur wenig ſcharf, und auf beiden Seiten (ſo wie auch die Blattſcheiden) mit vielen kurzen, grauen. weichen. Haaven bedeckt. Die Blattſcheiden ſind..vund„und, geſtreift:» das Blatthäutc<> und Juni."71 Sie kommt auf den verſchiedenſten Bodenarten fort, indeſſen ſcheint ſie“ beſonders" einen lehmigen Sändboden zu lieben 3 am vorzüglichſten aber gedeiht ſie'auf einem huntoſen Sandboden ſie überzieht ſelbſt den dürrften Sandboden, erreicht hies aber auch nur Es end wu wren > nn De RRLETEEEN - ES SSS 4„- : Y> n 318->-- die Höhe“ weniger Zolle oder, höchſtens eines halben Fußes») iſt. dann in allen ihren Theilen fleiner, treibt eine/nur aus wenigen Aeſten und Aehrc(Bromus versicolor P ollich.)(Field Brome-grafs, Angl.) Ihre: faſrige Wurzel tröibt- einige-- ſelten viele, 12 bis 3 Fuß hohe), eunteinetwas niederliegende»:- dann auf- rechte, runde, geſtreifte,) glatte, mit: 4:b1s 5, glatten oder weichbehaarten Knoten) verſehene, beblättevte Halme, hervor 4 Ihre gleichbreiten lang zugeſpißten, abſtehenden Blättey ſind-geſtreiſt,„auf beiden Seiten hald) mehr bald minder behaart /. und, am Rande etwas ſchabf:.)> Die Blattſcheiden ſind vund,, geſtreifbs mehy odeymindex weichhaarig4 2das Blatthäuthemw iſt furz; 00. Gim 3219 abgeſtumpft und zerkiſſen.“- Die Blüthen ſtehen in einer'großen, einen halben oft"bis einen«Fuß langen, vielblüthigen Rispe“, die wähtend" der Blüthezeit: auf- recht ſteht“, vor und nach derſelben aber"nickend“iſtz ihve- geſtreifte" Spindel iſt untenywündlich und: glatt; vbem' eckig gebögen. und'ſcharf! 1 Ihre langen dun nem gebogenen Aeſte ſind ſcharf; inachider/Spite zu verdrätz;iunv öft am'Grunde.durh eine fleine Schuppe Unterſtügt.!! Die“Aehrchen ſnd: lanzettförmig!) ſpitz, zuſammengedvüccts gewöhnlichglätt,“ zlänzend;zgrun und"röthlich:« und'enthalten 9'bis x2 dieht-über einan- dyd: liegönde Bluüthen.“Die»Kelchſpelzen-ſind ſpib, zufämmengedrückt"am Rande/häutigs» gerinnt;» und vorzüglich am Rütten ſchärfs- die eine derſelben iſt'grö- Ber länglich lanzettförmig,"5rippig', won: denen die mittleveiſich oft in-eine'furze; grannenähnliche- Spigte endigt5 die'andeve ift fleiner, lanzettförmig und Zu pig:“Dietäußere Blumenſpelze iſt-am“Rande hautig, hat einen' gewölbten Rücken,'iſt-mit 7-Rippen,“und untev"der“"zweitheiligen Spiße mit. einergraden./ vo- thenmGranno, von dev'Länge dev:Blumenſpelze', ver- ſehen 3: die innere iſt etwas)bleiner)=und ander Spigte zweitheilig, ſeltener ungetheilt. „Auf YAetkern und an deren Rändern, vorzüglich auf lehmigeim Sandboden, iſt dieſe Pflanze ſehr ge- mein; Jegblühbt im Juni und Juli.(Stfepid DP Bieh. fußt. ſiezgern.,, ſo wie auch die Saa: men für daß Geflügel ein gutes Futter liefern. aid 453% 3) Bri änermig,;- Quecden-Trespe, gran- nenloſeTvespe- Ihre Wurzel krieht quecken- artig. umhberz) ſie: ſchiekt: anderthalb bis 2 Fuß hohe, aufrechte; vunde, geſtreifte, glatte, an den Abſätzen oft“ ſehr. wenig; weichhaarige Halme empor. Ihre gleichbreiten Blätter ſind lang zugeſpißt- flach+ firaff, vorzüglich am-Rande und an der Rückenrippe ſcharf, übrigens» aber glatt. Die Blattſcheiden ſind vund, geſtreift; undiuglatt3' das Blatthäutchen iſt ſehr Furz» abgeſtumpft und im Alter ungleich zerriſſen. Die Blüthen-fiehen in einer aufrechten 4 bis 0 Zol lan- gen) Ri8pe+ die während der Blüthezeit weit auseins anderſteht» vor-und:nacerrändern- auf Mauern 2c. vorzüglich auf ſandigem und lehmigem Sandboden iſt dieſe Trespe eins der gemeinſten Un- kräuter. Sie blüht im Mai und Juni. O- Vorzüglich im jüngeren Zuſtande iſt ſie für die Schaafe ein ganz gutes Futterz3 alt wird ſie zu hart. XXIX: Avena. Dafer.(Triandria digy» nia L.) 1) A: Strigosa, geſtreifter Hafer, Rauh»- hafer, Purhafer, Sandhafer. Seine faſ- rige Wurzel treibt mehrere, 2 bis Z Juß hohe, auf- rechte oder unten etwas gebogene, runde, geſtreifte, glatte Halme empor. Seine Blätter ſind gleichbreit, lang zugeſpißt, flach, mehr oder minder ſcharf, und „--ſo wie die Blattſcheiden und die übrigen Theile der Pflanze= oft- graugrün. Die runden, geſtreiften Blattſcheiden ſind glatt, und oben an ihrer Deffnung gewöhnlich mit ziemlich langen Haaren, verſehen. Das Blatthäutchen iſt furz, abgeſtumpft, geſägt» und ſpäterhin zerriſſen. Die Blüthen erſcheinen in einer aufrechten, oder an der Spiße etwas gebeugten, einſeitigen Rispe, die während der Blüthezeit hori? zontal außeinanderſieht, vor. und nach derſelben ſich aber zuſammenzieht. Die Spindel iſt gebogen ,. un- ten rundlich, geſtreift und glatt, oben e>ig und ſcharf 3 die vielen fadenförmigen. Aeſte derſelben ſind eckig, ſcharf und bald zeräftelt,„bald einfach. Die lanzettförmigen Aehrchen ſind rundlich, und enthal» ten 2, ſeltener 3 Blüthen. Die Spelzen ſind alle lanzettförmig 3. die des Kelchs lang zugeſpikt, etwas zuſammengedrückt, oben am Rücken etwas ſcharf, 5 bis 7gerippt und ungleich, indem. die untere etwas Fleiner iſt3. die äußere Blumenſpelze 1;t 6 bis 7xippig, oben ſcharf, an der Spitze zweitheilig, deren Läppchen ſih in kurze grade Grannen verlängern; von der Mitte des Rückenß erhebt ſich eine: zuerſt grade; zunacig, ſcharf und wieder zeräſteltz die oberen kürzer und minder getheilt.. Die Aehr gg v 4 A » < BDE uo 3228==. a 3)» A Sterilis, tauber Hafer, Taubha- fex.. Die faſrige Wurzel treibt einige 2 bis 3 Fuß hohe, aufrechte, vunde,/' geſtreifte, an den Knoten ge- wöhnlich etwas behaarte, übrigens glatte Halme empor. Seine Blätter find gleichbreit.- lanzettförmig, ſpiß, flach und nur ſcharfz die Blattſcheiden ſind vund, ge- ſtreift", unten; behart oben glatt 3 das Blatthäutchen iſt furz und abgeſtumpft.| Die Blüthen erſcheinen in einerx.aufrechten oder mit dev Spiße etwas überhän- gendenveinſeitigen) Rispe, die während der Blüthezeit beträchtlich auseinander ſteht, vor und nah derſelben aber. zuſammengezogen iſt. Ihre Spindel. iſt etwas gebogen, unten rund- lich,„geſtreift: und. glatt, oben. eckig und ſcharfz die Aeſte-ſind. einfach, 1 fadenformig, eckig und ſcharf; die unteren ſtehen zu.2 bis 3 beiſammen, und ſind an: der Baſis behaart,, die oberſten hingegen ſtehen ein- zeln«„Die Aehrchen. ſind beträchtlich groß, lanzett- förmig, walzenförmig, niederhängend, und enthalten 4, bi8s-54Blüthenz dieſe Blüthen entfernen ſich etwas von einander„. und..ſind nur wenig kleiner als der Kelch:,;5 Die Spelzen ſind alle lanzettförmig; lang- zugeſpißt.3.die des Kelchs beinahe von gleicher Länge, 7. bis Quippig, nach der(Svite hin zuſammengedrückt und am Rücken ſcharf... Die äußere Blumenſpelze iſt en.dev: Spike zweitheilig„“ zeichnet ſich durch ihre ſchar- fen Rippen aus„ 4ſt:bei den beiden unteren Blümchen unter der Mitte an der. Baſis mit langen wolligen Haazen. verſehen, und. ſchickt am Rücken eine lange, = AiEw==l 329 gedrehte Und gefniete, ſchwärzliche Granne aus; bei den übrigen Blümchen iſt ſie glatt unbegrannt; wes niger zweitheilig und mit wenigeren Rippen" durchzo- gen. Die innere Blumenſpelzeviſt'um die Hälfte'kletz ner, an der Spiße zweitheilig,“am Rande eingebo- gen und fein-gewimpert. Sein Vaterland ſol'Spanien feymz ver Fommt jekt aber ſhon als Unfraut unter) der Säat hin' und wieder in Deutſchland vor5' währſcheinlich liebt"er auch einen ſandigen Boden,"" Er blüht'im'Mai und JU Or Wo man ihn bemerkt, pflegt man ihm'auszuzie- hen oder auf andere Art zu vertilgen:"' Zur Saat ſcheint er ſich nicht: zu paſſen 3 indeſſen könnte"er viel» leicht wegen ſeiner ziemlich qroßen Halme und Blätter als Futterpflanze benußt werden. 4) A. Sativa, gemeiner Häfer, gebräu<- licher Hafey, Seine Wurzel. befteht aus einem Büſchel einen bis 2 Zoll langer brauner", mit vielen kleinen Zaſern bedeckter Faſerwurzelnz ſie ſchickt nach Maaßgabe des Standorts mehrere oder wenigere Hal- me empor. Dieſe ſind aufrect. Die Aehr SES EEE br 336«ite Verlängerungen ſeitwärts zeigen 3 auch iſt das Blatt» häutct mehrere Halme her» vor, welche eine verſchiedene Höhe erreichen„und bis8- weilen 3 bis 4 Fuß hoch werdenz ſie ſind entweder ganz aufrecht, oder an den unteren Gelenfen etwas 99,* 44 349---- niedergebogen, rund, geſtreift und glatt. Die Blät- ter ſind gleichbreit- lanzettförmig, ſpiß, flach, geſtreift, ſcharf, abſtehend/ und zuweilen mit einzelnen Haaren beſeßt. Die zarteren Blattſcheiden ſind geſtreift und glatt 3 das Blatthäutchen iſt kurz, abgeſtumpft und zerriſſen. Die Blüthen ſtehen in einer aufrechten, oft gegen 1 Fuß langen ſehr äſtigen Rispe, die wäh» vend der Blüthezeit auseinander ſteht, zur Zeit der Reife aber nach einer Seite herüber hängt; ihre Spin- del iſtzunten vundlich, geſtreift und glatt, oben etwas gebogen, eckig und. ſcharf z die Aeſte derſelben ſiehen halb. quixlförmig, ſind ſehr zart, eckig, ſcharf, nach der Spike zu etwas verdickt, und niederhängend. Die Aehrct mehrere Halme und Blattbüſchel empor. Die Halme ſind unten etwas gebogen, ſonſt aufrecht, mit 4 bis 5 Knoten verſehen, rundlich, et- was zuſammengedrückt, glatt, geſtreift, gegen 3 Fuß ia ZÖT hoc< oder no< höher. Die Halmblätter ſind gleich: breit, zugeſpißt, flach, geſtreift, mit einer„ziemlid) ſtarken Mittelrippe verſehen, bald.auf beiden Flächen feinwoßig, bald auf der oberen nur ſehy fein behaart» und auf der unteren glattz3 zan ihrer Baſis, da, wo ſie in die Blattſcheit? übergehen, ſind ſie weißlich oder bräunlich, an den Seiten etwas gefalten, und. ve“- längern ſich an) jeder Seite in eine länger oder fürzer hervorragende Spiße z bei den jüngeren Pflanzen ſind dieſe verwachſen 3 die Wurzelblätter- ſind. ſchmäler, länger und in der Regel glatt.> Die-Blattſcheiden, beſonders die oberen, ſind betvächtlich länger„als die Halmblätter, rund, geſtreift, glatt, und. die:obere etwas bauchig. Das Blatthäutchen der Halmblättey furz und etwas eingeferbt, bei den Wurzelblättert; un der Mitte etwas erhöht: Die aufrechte Aehre iſt ge- gen 4 Zoll lang, oft etwas länger; oft etwas fürzer, bald rundlich, bald undeutlich viereckig, oben abge- ſtumpft, bald begrannet, bald grannealos, zuweilen ſelbſt in kleine Nebenäſte getheilt-' Ihre Spindel"iſt platt und gegliedert, die einzelnen Abſäße- länglich viereckig, oben verdickt, abwechſelnd nach zweitentge- gengeſeßten Seiten gebogen, weiß, mit grünem Rande und grün geſtreift. Die Aehrchen ſizen ab- wechſelnd an der fla pig, bald glatt, bald. auch: weich behaart,„Die äuſ- ſexe: Blumenſpelze eyförmig, bauchig, ſchief zuſam- mengedrücct,., mit, hervorragender, ſtumpfer, etwas gebogener, Spiße,„bald. glatt, bald. weich. behaart, undeutlich Hebenrippig»,,am Rande. mehr oder. minder gewimpert, und entweder mit einer langen, eckigen, rüc>wärts ſcharfen, Granne verſehen, oder grannen- [v83 die innere Blumenſpelze häutig, eyfsrmig- lan? zettföxmig., vorn. ftumpf.cund zweitheilig, am. Nande mit. zwei grünen.Rippen, verſehen, mehr. oder minder gewimpext, und.von der. äußeren. feſt umſchloſſen... Die Saamen»ſind.eyförmig, bald, etwas. kürzer, bald, etwas länger, mit.etwas gewölbtem Rücken, tiefer Furche," abgeſtußter und behaarter Spiße, gelblich. oder bräunlich, haben an; der Baſis der. gewölbten, Seite ein nagelfsrmiges Grübchen, und. werden, nur loſe von den Spelzen umſchloſſen. Linne“ und ſeine Nachfolger unterſchieden. als zwei botaniſc< verſchiedene Arten. den Sommerweizen (Tritäcum aestivum), und den, Winterweißen(Tri- ticumi hybernum); zugleich ſolterdieſer leßtere bei- nahe»unbegrannt, der, erſtere, hingegen ſtark begrannt ſeyn. Es verhält ſich damit. aber. eben ſo, wie mit dem Sommer- und Winterroggenz beide Pflanzen ſind nur in ihrer Lebensweiſe verſchiedene Spielarten einer. und derſelben Art, weshalb ſie Schran> ſehr paßlich unter dem obenſtehenden Namen: Ir. cE- reale, vereinigte. Dieſe, beiden Hauptracen zerfallen aber nun wieder in eine Menge Unterarten, welche ſich vorbe ZEE. 172 deten- Me:>> Zn u foineswedes ganz ſicher unterſcheiden. läſſen; und nach und. nach wieder ineinander. übergehen. J< habe die wichtioften der angegebenen und der mir bekannten Spielarten geſammelt;»und- werde es. verſuchen, ſie hier in einer zwe>mäßigen- Ordnung neben einander zu ſtellen. A. Winter-Weißen und deſſen Spielarten, Er beſtaudet ſich. in der Regel. ftärker, als der Scmmerweißen. Seine Aehren pflegen eckiger, ſtum- pfer, vollförniger und weniger mit. Grannen beſeßt zu ſeyn, als beim Sommerweißen, Hieher gehören nun; a) der gewöhnliche gelbliche: Weißen, deſ- ſen Körner anfänglich. gelblich. ſind, und nachher bräunlich werden. b) Der röthliche oder braune Weißen, mit vöthlichen oder bräunlichen Spelzen und eben ſo gefärbten Körnern. c) Der gemeine weiße Weißen, deſſen Spel- zen und Körnex gewöhnlich. weißlich ſind. B, Sommexr-Weißzen und deſſen Spielarten. Ev beſjaudet. ſich. nicht. ſo-ſtarf als dex vorigez ſeine Aehren pflegen ſchlanfer, mandex eig und. ſtäx- ker mit Grannen beſekt.zu ſeyn,„wie bei.dem vorigen. Man. kann dieſe wieder am beſten nah der Farbe ſei- ner Aehren und, Körner, undder Theilung ſeiner Aehre unterſcheiden, und es-gehören hieher 2 | 11.4 A . u |[| - 7 Winn 364 WG if a) der Sommerweißen mit weißlichen oder gelblichen Grannen, und eben ſo gefärb- ten Körnern.' b). Der Sommerweißen mit braunen oder ſchwarzen;Grannen, und eben ſo gefärb- ten Körnern. c) Der. vielähvige oder Wunderwei- ßen, mit einer in fleinen Nebenäſte zertheilten dicken eyförmig- walzenförmigen Aehre(Triticum compo- gitum),. Theils. unter dieſe/ theils unter die vorige Haupt- Abtheilung und deren Unter- Abtheilungen werden ſich folgende im Handel und im Anbau bekannte Spielarten bequem bringen laſſen. Der Böhmiſche Weiten, der Burgun- diſche Weißen, der vothe und weiße Haax- weißen," der rothe Wallahſche Weißen, der'Mümpelgardiſche Weiten, der Pro» venzer» Weißen(Froment de Provence), Ble Metel, Ble du'Canade, Ble d'Angleterre, Ble de Romagne, Ble de Majorque, BIC de Cadix, de Tunis" de la“Calle, du Milanois, du Cap, de'Sardaigne;,i“Froment rouge du Pays, Fro- ment blancidu Pays, Froment de Tunis, de Si- oile; Frumentum Agrigentinum, Sardinicum, Smyrnaeum,„Siculum, Africanum, Barbari- cum, Provinciale,„Neapolitanum, Minorca- Dum, Typhinum, Granogduro di Calabria etc, --=-- 365 Meine übrigen Bemerkungen über den Weißen im Allgemeinen werde ich am Ende der Beſchreibung der folgenden Art zuſammenfaſſen, weil ic<', da beide in Hinſicht ihres Wohnorts)" ihrer Benußung 2c. mit einander übereinſtimmen, ſonſt manches wiederholen müßte. 2) Tr. turgidum, qaufgeſchwollener Weißen. Er ſtimmt in den Übrigen Theilen ſei- nes Baues mit der vorigen Art überein, erleidet dabei aber mannigfaltige Abänderungen in der Länge und Breite derſelben, und ſcheint ſich vorzüglich durch Saamen, weniger durc< ſeine Blüthentheile, von ihm zu unterſcheiden. Seine Spelzen ſind'nemlich äuf: geſcweißen(Clock-wheat, Revet- wheat), welcher vorzüglich mit feinen Haaren an den Spelzen bedeckt iſt. Er iſt auch unter dem Namen? Ble: d'abon- dance, Ble du Dauphine, oder auch Grano roma- nello befannt. Auch die Spielart, welche man als eine beſon- dere Art unter dem Namen Triticum Tumoniä oder Tuminia unterſcheiden wollte» ſcheint nach meiner Unterſuchung hieher zu gehören. Veber das Vaterland dieſer beiden Arten des Weißens ſind die Meinungen eben ſo verſchieden,'wie über das des Roggens 3 ſoweit unſere älteſten Nach- richten hinaufreihen, wurde der Weißen, ſhon an- gebaut, war.daher ſeinem urſprünglichen Wohnplaße ſchon entriſſen. Unſer verdienſtivoller Pflanzenfor- ſcher und Likterätor Sprengel hat neuerlichſt noch die älteſten Nachrichten darüber geſammelt 3; nach Strabo ſol der Sommerweizen im Lande der Mutſicaner(ei- ner Provinz in Noxd- Indien) wild wachſen; nach Diodorus Siculus ſoll erindenlaontiniſchen Ge- filden, ſo wie überhaupt an mehreren Orten Siciliens wild wachſen. Der Weizen. verlangt eine'ganzandere Bodenart als der Roggen 3 nahm jener mit einem'lockeren, ſan- digen Boden vorlieb, ſo befindet'ſich dieſer'am beſten auf'einem bindenden Thönboden"(man nennt“ daher auch einen ſolchen Boden, der zwiſchen'56 bis 80 pr. Ct,-au Thon 2 bis 12 pr. Ct.' än Humus und das übrige an Sand, vielleicht auch! etwas-Kalk enthält, in dy ländwirthſchaftlichen Kunſtſpra. - ==>«Rare aus-Getveideſaamenngewonnenen die reinſte von frem- den Beitüſchungen„und ihre Scheidung iſt ſo weni- gen Schwietigfeiten unterworfen, daß man den Wei- „zen häufig) zur Stärkebereitung anwendet Die Ouan- titätder Feuchtigkeit, vorzüglich aber die der Hülſen- theile iſtzeben ſo: wie beim Weizen verſchieden, je nache dem er mehr auf Höheboden oder auf Bruchboden ge- baut war. Ueber“ die"fo mannigfaltige Benußungsart des Weizens ſage/Jichhiev weiter nichts, da ſie ſo befannt iſh): dabs)-fie„Feiner: Erwähnung bedarf. Nur noch einige Worte: über ſeine Krankheiten und die Inſecten, welcheiihmnacſtellen. Die ſchädlichſten-Krankheiten, welche den Weizen befallen; find-dev Staubbrand, der Kornbrand und der Roſt 2): über dieſe Krankheiten habe ich in den FF. 278» 283-+)287/und2881des 1ſten Theils meines Handbuchs „ſchon. hinlänglich geſprochen, daher ich hier auf jene verweiſe; Zu.den Inſecten, welche ihm vorzüglich nachſtel?- ſen„gehören beſonders, die Tipula oleracea und.der Elater:Segetalis, welche ſeine grünen Halme und Blätter verzehren z+ die Phalaena Triticicund der Ichneumon,culpatorius höhlen ſeine Körner ,ausz auf den Kornböden ſtent ihnen vorzüglich der Kalan- der oder. Wolf(Curculio frumentarius und Curcu- lio granarius)/ ſo wie auch die Phalaena granella nach, welche oft große Vorräthe davon verderben. In dem Meblenfinden- ſich gewöhnlich der Acarus fari- EE 369 nae, der Tenebrio Molitor und'die- Phalaena'fa- rinalis ei4, und aud) wenn diefes ſchon zu Brode ver- ärbeitst iſt, wird es noch!vom' Denebriv Molitor und dem. Ptinus'Fur,/' vorzüglich!täber“von: derSchabe oder dew» Kaferlafen"(Blatta ovientälis) verzehrt, welche oft eine erſtaunliche Seer davunter'an- vichtet. 3) Tr. polonicum,„Polniſchex Wenzen, Seine Wurzel beſteht aus einem'Büſchol 3 bis-4Zön langer filziger Faſern 3 ſie treibt wehreve"Blattbüſchel und Halme hervor. Die Halme'ſind"aufrecht) abnotig, rund, glatt, glänzend, geſtreift)"und werdemw3)bis 4 Fuß hoch, auf ſchlechterem Boden'ſind"ſie'beträht- lich kleiner. Die Blätter ſindvgleichbreit zugeſpikt, ſchmal, flach,"geftreift,"oben" rückwärts" geſtrichen, nur wenig ſcharf, unten glatt,"und'-dieHäalmblätter nicht ſo lang als die Blattſcheide4:"Die Blattſcheiden ſind vund, geftreift, glatt, und oben äufgeplaßt'; das Blatthäutchep iſc kurz, gekerbt und"im'Alter zer- riſſen. Die Blüthen erſcheinen in'einer'ziemlich dufs- rechten, nachher überhängenden, zweireihigen Aehre, welche.mit den Grannen oft gegen einen halben Fuß lang wird. Die Spindel derſelben'iſt gegliedert3 die Elieder ſtehen abwechſelnd, ſind länglich vierec>igq, oben verdi>t, am Rande, beſonders»nach" oben hin ,“weiß behaart. Durch die' großen entfernt fiehenden einzels nen Aehrc Die»zweite mehr nach innen. ſikende Blume iſtzeben ſo geformt wie die äußere, nur Fleiner, und auch ihre. Srvanne iſt ungefähr. nur 2 Zoll lang."Die dritte-Blyme ift5geſtielt„weit kleiner als die zweite, ohne Grannen» und unfruchtbay. Bisweilen enthält ſie.noch das Rudiment/einer ganz kieinen vierten un- fruchtbaren Blume.«Die/Sadmen find 2 bis 3 Linien lang ſe, Quec>ken-Weizen, Hunds gras, Lidgras, Peen,'Peden.(Dogs» graſs, Couch-graſs, Quick-graſs, Creeping Wheat- graſs, Angl.) Die Wurzel treibt; eine Menge- gelbs „lich weiße ,, runde ,. glänzende,„gegliederte, notige, und an jedem Gelenke mit einer'geſtreiften,. bald glat- ten, bald-haarigelt,. am der"Spike geſpaltenen Scheide verſehene Raſenläufer3 die eigentliche Wurzel beſteht aus fleinen Faſerbüſcheln, welche aus den Knoten der . 24* > Zeugen gmmuaunewene worm rungs ag Y>. Raſenläufer nac< unterwärts hevvorkommen." Jene Raſenläufer oder Sproſſen pflegt man in der Sprache des gemeinen Lebens Queckenwurzeln zu nennen. Die Halme werden 2, 3, auch wol 5 bis 6 Fuß hoch, ent- weder gerade aufrecht, oder mit den unteren Gelen- Fon etwas einwärts gebogen, vund, geſtreift, glatt, dum, einfa<, und''mit di>en grünen Knoten ver: ſehen. Die Blätter ſind gleichbreit, oder gleichbreit- lanzettförmig, lang zugeſpißt, flach,“ſteif, am Rücken Glatt, auf der oberen Fläche und äm Rande etwas ſc früchte unterſcheidenz außerdem-unterſcheidet/ man nv<: a) weißen Spelz, mit glätten), glänzenden) weißlich- gelben Spelzen, und jebem>ſo""gefärbten Grannenz b). ſc< warzen oder braumen Spelz, mit Svelzen, welc Triticum dicoccum nennt, als Spielart von der oben genannten Pflanze, oder als eine beſondere Art anſehen ſol 3; na< Schrancf ſot ſie ſich dadurch unterſcheiden, daß die. Aehrchen- be- ſtimmt gier Blümt miehrece zu einem dichten Raſen verhundene Halme und Blatt« büſchel empor.-'Die Halme weden bald nur gegen einen Fuß, bald. anderthalb Fuß ho<, ſind unten Fnieförmig gebogen, und ſteigen ſchief in die Höhe, etwas zuſammengedrückt, glatt, geſtreift, gewöhnlich einfach, oder ſie treiben aus den untern Gelenken Wurzeln und kleine-Aefte hervor." Die Blätter ſind gleichbreit, lang zugeſpißt"und abſtehends'die des Halmes ziemlich fla<ß, oder nür wenig rinnenförmig, und'am Rande, ſo wie am oberen Theile der Rücken- rippe ſcharf 3 die der Wurzel ſchmäler, rinnenförmig und glatt, Die Blattſcheiden ſind zuſammengedrückt, 382 geſtreift und.glatt5 das Blatthäuthen iſt kurz und ab- geſtußt.. Die Blüthen erſcheinen in einer aufgerich- teten zuſammengedrückten, zweizeiligen, einfachen Aehres ihre Spindel iſt hin- und bergebogen, zufam- mengedrückt, glätt,“ und abwechſelnd auf beiden Sei- ten etwas verdickt; aum'.die Aehrhen aufzunehmen. Dietabwochſelnd auf-beiden: Seiten befindlichen Aehr- oben etwas ſcharf'und'mit'4 bis 5) Knoten verſehen."" Die Blätter ſind gleichbreit-'lan:- zettförmig,' zugeſpißt) flac<ß, ſchlaff, bald'auf beiden; bald nur auf der oberen Fläche und am Rande ſcharf und geſtreift?" Die Blattſcheiden ſind vund, ge- ſtreift 3" bald glatt"bald"== vorzüglich die oberen=- ekwas ſchärft''Das Blatthäutchen iſt ſehr kurz, abges- ſtußt und gekerbt."'/Der Blüthenſtand iſt wie bei der vorigen Art!) nür iſt'die-Aehre gerader und ſtraffer, und die! Spindel breiter" und ſcharf.*'Die Aehrc gg wv. A gefeimten Pflanze ſich Fveyzweiſe über einander ſchla- gens Die Blattſcheiden ſind rund, glatt, geſtreift, nach zunten.zimwmerietwas veerſbefindlichen Reihen dev Aehrchen liegen mit. den+Spißen« dachziegelförmig über einander. und bilden Fo auf. jedey4Seite/ eine vollfommne Reißbez an den. beiden; ſchmälexn Seiten ſtehen hingegen. immer 2.Blüthen abwechſelnd» welche nict mit ihren Spit- zen dachziegelfövmig Über einandey liegen, ſondern dadurch-+ daß-dieſe- abwechſelnd rechts und links. ge- richtet„ſind 5 zwei. Reihen, zu bilden ſcheinenz3 an, der Spike-vereinigen ſie, ſich, und die Aehre iſt hier des» halb beſtimmt,vierzeilig., Die Spindel. iſt platt, ge- gliedert,"und.beſteht aus abwechſelnd nach. der rechten und. linfen Seite gebogenen, länglich“ vieveckigen», oben verdickten. Gliedern.; Dev Kelch beſteht aus.0 ſehr ſchmalen. pfriemenförmigen Blättc Ug ve.. eren ic Die BeÄuktung) der-Gerſtenkörner zur-menſchli- 32 bis 3-Zoll Cohneardie Grannen) lange! Aehreywird vor ihrer Entwickelung feſt von denyBlattſcheiden.:( Kappen) umſchloſſen, tritt dann hervor)„erſcheint,. dann; be- ſtimmt ſechszeilig, und iſt mit. langen augeinander- ſtehenden Grannen verſehen: Ihre Spindel iſt.gv- gliedert und platt z die Glieder ſtehen abwechſelnd nach zwei. entgegengeſeßten Seiten, ſind ganz viereckig und oben etwas verdickt. Die Blüthen liegen in 6 Reihen über einander. Drei Blümchen ſind immer von einem gemeinſchaftlihen Kelche umſchloſſen 3 die- ſer iſt 6blättrig 3 ſeine Blättchen find unten ſ [] nenartige Spie aus 3» ſie ſind am Rande'ſchärfi» und ungefähr einen Zoll/ oft noch-darüber. lang. Die Blumen-ſind zweiſpelzig 3: die äußere Spelze) iſtzeyför- mig=lanzettförmig, etwas gewölbt; mit eingebogenen Rändern, 4m Rücken» ſcharf und-mit- 5: grünen Rip- pen verſehen, welchenan der Spike zuſammenſchlieſ- ſen) und'die.unten platte, nachher pfriemenförmige, grade! rückwärts: ſehr ſcharfe, gegen 6 Zol lanze Granne-bildenz»' die: innere.Spelze wird von dev äuße- ren umſchloſſen;- iſt; ſchmäler“, lanzettſbrmig ,- vorn ſtumpf"am Nücken nur: wenig ſchatf; und mit zwei grünen Rippen verſehen,“ welche ſich vorn vereinigen. Die Saamen' verwachſen mit den Blumenſpelzen, ſind dann) eyfsrmigs än beiben. Enden verſchmälert, auf derreinen: Seite etwas:plattz auf der andern wenig gewölbt und, auf) beiden mit ftarken Rippen verſehen. Das“ mittlere vom» Kelche“ umſchloſſene Blümchen pflegt» immer am größten zu“ ſeyn" und die längſte Granne»zu haben 3“ dierbeiden-Seitenblümhen ſind etwas kleiner, haben'5 undeutliche Rippen und etwas kürzere: Grannen, Mani'-bäut» dieſe Gerſte vorzüglich! als Winter- frucht, aber: auch bibweilen als Sommetfrucht, und unterſcheidet demnach vorzüglich) zwei Spielarten unter dem Namen» ſec. DE I uu--= wenn SIE NIE - f.“ vy. ihrer Blüthezeit, Reife, Dauer,"Benutzung?e. ſtimmt dieſe Gerſte völlig mit der vorigen Üüberein« Ihre Körner ſind noc< nicht chemiſch unterſucht viel? leicht zeichnen auch ſie, wie die der Himmelsgerſte, ſich vortheilhaft aus.| 6) H. Zeocriton, Bartgevſte, Reisgevſte, türkiſche Pfauengerſte, Fächergerſte, deut? ſcher Reis. Die Wurzel beſteht aus einem Büſchel 3"bis'3 Zol langer filziger Faſern, und treibt meh- vere Halme und Blattbüſchel hervor. Die Halme ſind uhten etwas gebogen, nachher aufrecht, rund, ge- ſtreift, glatt, größtentheils von den Blattſcheiden umhüllt",'mit 4 Knoten verſehen, unter der Aehre etwas hin und her gebogen, und 13 bis 2 Fuß hoch. Die Blätter ſind gleichbreit ,: lang zugeſpißt, fläch, geſtreift» auf"der oberen Fläche rückwärts wenig ſcharfz an'ihrer Baſis verlaufen ſie auf jeder Seite in eine ohrförmige', zugeſpißte, weiße Verlängerung aus, deven Spikßen ſich bei der jungen Pflanze dur<* kreuzen. Die Blattſcheiden ſind vund, geſtreift, glatt; und in der Regel(beſonders die oberſte) länger als'die Blätter."Das Blatthäutchen iſt kurz, überall gleich hoch und ungetheilt. Die Aehre wivd vor ihver Ent- wickelung von den Blattſcheiden umſchloſſen, nachher tritt ſie hervor, ſteht! ziemlich aufrecht, iſt' dann ey- fövmig- länglich, nach der Spiße zu verſchmälert, plattgedvückti, zweizeilig"» ohne die Grannen 17 bis 2 Zo lang, mit denſelben 6 Zoll und oft noc< darüber lang z ihre Grannen ſtehen zu beiden Seiten in einer =wet>«Prom 403 graden Fläche ab, und geben. ahr daher ein fächerför- miges Anſehen. JIhre Spindel„iſt. glatt. und geglie- dert, und beſieht auf abwechſelnd nach, zwei. entge- gengeſeßten Seiten ſtehenden ,. viereckigen,. oben ver» dickten, und an den Seiten behaarten Gliedern, Auch die Aehre dieſex Gerſte iſt eigentlich. ſechszeilig, aber nyr die beiden gegenüberſtehenden. Zeilen. enthalten fruchtbare und begrannte. Blümchen, die übrigen 4 mehr in der Mitte liegenden. Zeilen. enthalten. ganz fleine unfruchtbare und unbegrannte Blüthen.] Der ſechsblättrige Kelch ſchließt. drei. Blümchen, in. der Mitte ein großes fruchtbares„ und an beiden Seiten deſſelben ein unfruchtbares Blümchen, einz; ſeine Blättchen ſind gleichbreit- lanzettförmig, verlängern ſich in eine grannenartige Spiße, und ſind. am Rücken etwas ſcharf.„Die gußere Spelze.des großen mittle- ren, fruchtbaren Blümchens. iſt. eyförmig= lanzettför- mig». platt, ausgehöhlt, umfaßt mit. den einwärts gebogenen Rändern, die innere Spelze,„und. hat 5 Rippen, welcig und ſcharfe ſie iſt mit kurzen, abwechſelnd ſtehenden, nach einer Seite gerichteten, weichhaarigen Stielchen ver- ſehen, welche ungefahr 3 Aehrc. 410neren Pläßen ohnehin ziemlich häufig. vorkommt, und auf dieſen, wenn es Blüthen und Saamen anſeßt; leicht zu hart wird. C. Mit 6 Staubfäden, XXXVI. Oryza, Reis,(Hexandria digynia TL.) 1) O. Sativa, gemeiner Reis. Seine Wurzel beſteht aus einem dichten Büſchel von Faſern, und ſchickt, mehrere. Blattbüſchel und Halme empor. Die knotigen Halme werden 3 bis 4 Fuß, oft 5== 6 Fuß aind noch darüber hoch, ſind rund, glatt, geſtreift, etwas übergebogen, und größtentheils von den Blatt- ſcheiden umhüllte+ Die Blätter ſind gleichbreit, lang- zugeſpißt, etwas vinnenförmig gebogen, mit einer ziemlich ſtarken Mittelrippe verſehen, geſtreift, auf der oberen Fläche etwas ſcharf, auf der unteren glatt. Die Blattſcheiden- ſind rund, glatt, geſtreift, und -- beſonders die oberen== beträchtlich lang. Das Blatthäut ) En <<<4.10005 MBE uu man fie einmal genau unterſucht hat, nicht leicht zu verfennen ſind. Sie nähern ſich in der Geſtalt ihrer Blätter, ſo, wie, in ihrer anatemiſchen Zuſammenſet- zung einigermaßen. den grasartigen Gewächſen, daher ich ſie auch gleim. auf dieſe folgen laſſe, entfernen ſieh aber durch das Verhalten ihrer Blüthen, Früchte.2e. wieder. davon. ſ9)daß. man, ſie nicht leicht damit ver- wechſeln wird. 7 Wix wollen ihre einzelnen Theile zu- erſt im. allgeineinen,etwas näher betrachten. Die Wurzel beſteßt bei den meiſten aus längeren oder fürzeren, einfachen oder«ſtigen Faſern 3 dieſe Faſern haben wir nämlich bei dieſen Gewächſen als die eigentlihe Wurzel anzuſehen, da es nac< dem, was im im erſten Theile in der Terminologie, Anatomie und Phyſiologie über die Zwiebeln geſagt habe, un» richtig iſt, wenn wir die Zwiebeln mit zu den Wur- zeln zählen. Dicht über der Wurzel finden wir beiden; meiſien dieſer Gewächſe jene bald in der Erde verborgene, bald über derſelben hervorragende Knospe, welche man in der Regel die Zwiebel nennt z bei andern Ge- wächſen dieſer Klaſſe„die ich ihrer Aehnlichkeit wegen mit hiehergezogen habe, finden wir keine eigentliche Zwiebel, aber doch einen ähnlichen, bald feſteren, dald mehr aus übereinander liegenden Blättern gebildeten unteren» dieklichen. Theil ihres Körpers, welcher ſie ſchon einigermaßen mit den. wahren Zwiebelgewächſen verſchwiſtert«. <=08 200== 415 Einen wahren Stengel, das heißt, einen übev ih- rem Standorte verlängerten Theil, welcher zugleich Blüthen und Blätter trägt, finden wie nur bei den wenigſten dieſer Pflanzenz'+ die meiſien treiben ihre Blätter aus der Wurzel odey' dev Zwiebel hervor, und die'Blüthen erſcheinen auf einem eigenen Stiele, wel- Jer dann S< aft Ucapus)'genännt wird. Bei-ällen higher gehörigen Gewächſen zeichnet ſich dieſer ſtüßende Theil(ſey es ein Stengel oder Schaft)'dur< Lockerheit und Saftfüle ausz nicht ſelten bildet er.eine hohle weder durch Abſätze noch durch Knoten unterbrochene Röhre. Die Blatter dieſer Gewächſe nähern ſich ißrer Einfachheit wegen den Grasblätternz ſie ſind in den Fällen)(beſonders: bei den wahren. Zwiebelgewächſen) ungeſtielt, umfaſſen den Stengel oder den Schaft unten ſcheidenartig, und) bilden bald ein langes rin» nenförmiges, bald mehr ein flaches oder ſchwerdtför- miges Blatt3 wir können jedoch: weder eine wahre Blattſcheide, noc< ein Blatthäutc“ ] . -====uezüllrern El 416==> bre ter aller dieſer Gewächſe dur< ihr lockeres Zellenge- webe und ihre Saftfülle aus. Die Blüthen erſcheinen bei den meiſten auf einem beſondern gemeinſchaftlichen Stiele, dem Saft, der unmittelbar aus der Wurzel oder der Zwiebel her- vorſteigt? bei vielen ſind ſie vor ihrer Entwickelung von einer blattartigen Scheide umhüllt, welche nach- her auseinanderklafft und ſich zurückzieht. Der Blü- thenſtand iſt ſehr verfehieden 3 bald kommen ſie einzeln hervor, bald zu einer Dolde„ bald einer Traube, Rigpe?. vereinigt. Die Blüthe ſelbſt zeichnet ſich beſonders dadurch bei ihnen aus, daß in der Regel der Keith fehlt, wir mögten denn die Scheide, welche ſie vor ihrer Entwickelung hin und wieder umhüllt, mit dem Kelche vergleichen: nur bei wenigen zeigt ſich ein wirklicher Kelch.* Die Blume iſt in der Regel groß und zum Theil prachtvoll gebildet und gefärbt 3 ſie bes fteht bald aus einem und dann gemeiniglich mehr ge- theilten Blatte, bald aus mehreren: auch die Staub» gefäße', welche bald um, bald unter den Stempel ge- fteat'ſind'/' zeichnen fich durch ihre Größe aus 3 ihre Zahl“ iſt verſchieden: gewöhnlich'ſind ihrer 3 oder 63 ſelten ſind mehrere da:"Die Frucht beſteht bei den meiſten aus einer Kapſel, bei andern aus einer Beere, wel Eine. große:Menge zipden unſere.Blumengärten;und prangen. in. Blumen» töpfen vor unſern Fenſtern„.wo.ſie. theils, dyr<4hre prachtvollen Farben unſer Auge.erfreuen„theils uns durch ihren. oft!ſehr angenehmen!Duft erquicken; Einige, aber-doig, mit Mark gefüllt, und enthalten 6 bis 12 längliche Saa- men in-einem Fache. 111. Colckicum, Zeitloſe. Die Blumenkrone ift einblättrig- ihr-Saum --- 431 ſechskheilig," ihre ſehr lange Röhre kommt unmittel- bar aus der Wurzel hervor, und hat außer der'Be- fleidung von einigen unordentli!1g, drei- fächrig, dreiflappig ,' und enthält„viele. unde Sagmen:«! XII, Leucojum, RKnotenbluyme. Die Blumenſcheide iſt zweifläppig, zuffſmmen- gedrückt. Die Blumenkrone iſk glockenförmig, außs einanderſtehend, bblättrig,„und, ihre Blättchen ſind eprund, flach- am Grunde. verwachſen, an der Spiße verdickt und ſteif Die ſechs furzen Staubfäden, tras gen abgeſtumpfte viereckige Staubbeutel. Dex rynd- <= ET u wegn R EIn ven meran mwg„ '" V». 426:+ ame liche Fruchtknoten trägt einen keulenförmigen Griffel mit einfacher, abgeſtußter Narbe. Die freiſelförmige Saamenfkapſel iſt dreieckig, dreifächrig, dreiflappig, und.enthält.viele rundliche„Saamen. X1V, Amaryllis, Amaryllis. Die längliche Blumenſcheide iſt; einblättrig, zur ſammengedrückt,„abgeſtumpft und ausgerandet.. Die Blume. beſteht aus.6 lanzettförmigen: Blätternz; inner? halb„derſelben befinden. ſich 6 kleine Honigſchuppen. Die 6 pfriemenförmigen, langen Staubfäden'tragen lange„+ aufſteigende Aetheren. Dew: rundliche, ge- furchte. Fruchtfnoten trägt einen: langen fadenförmigen Staubweg ,. und eine dreitheilige, feine Narbe- Die beinahe eyförmige,, dreifächrige und dreiflappige Saa- menkapſel enthält viele Saamen. /B)- Die Blumen. befinden ſich unter dem Fruchtknoten. XV. Allium, Lauc. Die Blumenſcheide ift zweiblättrig, ſaftlos, und umgiebt-die zuſammengehäufte Dolde, Die Blu- menfrone iſt ſechsblättrig, die Blättchen eyförmig und abſtehend; Die 6 pfriemenförmigen Staubfäden tra: gen längliche, aufrechte Staubbeutel. Der kurze, beinahe dreieckige Fruchtknoten: hat einen kurzen ein- fachen Staubweg: und. eine ſpißige Narbe<- Die Saamenkapſel iſt etwas dreieckig, dreiflappig ,. drei- fächrig, und enthalt viele rundliche Saamen« <= Bem 4.77 9). Die Blumen.haben Feine Scheide und keinen, Kelch, XVI. Lilium;: Kilie. Die Blumenkrone iſt 6blättrig, glo>enförmig> die Blätter ſind aufrecht oder zurückgerollt,.„an. der Spiße ſtumpf und dik, mit ſtumpfen Rücken, und haben eine glatte oder behaarte, röhrige Linie, welche jedem derſelben vom Grunde an bis zur Mitte einge? graben iſt. Die 6 pfriemenförmigen Staubfäden ſind' kürzer als die Blume, und haben längliche Stäaubbeus- tel. Die verdickte Narbe ift dreieckig; Die ſtumpfe dreieckige, dreifächrige und dreiflappige Saamenfapſel iſt an der Spiße hohl; ihre Klappen ſind durch ge- gitterte Fäden verbundenz ſie enthält viele, in'ddp- pelter Reihe liegende, flache, halb: rundliche, am Rande korkartige Säamen. XVII. Tulipa, Tulpe. Die Blumenkrone ift ſechsblättrig und gloc>en- förmig 3 ihre Blätter ſind eyrund- länglich, ausge: höhlt und aufrechtſtehend. Die pfriemenförmigen' Staubfäden tragen viereckige, längliche Staubbeutel. Der große, längliche, etwas dreieckige Fruchtknoten hat feinen Griffel, aber eine dreie>ige und dreilappige Narbe. Die Saamenfapſel' iſt länglich, dreieckig, dreifächrig, dreiflappig'3 ihre Klappen ſind am Rande gefränzt'; ſie“ enthält viele fläche, in doppelter Reihe übey einander liegende, halbfreisfsrmige Saamen. | ' | 1» | eu EE IR . XVIHL. Ornithogalum, Vogelmilch. "Die Blumenkrone iſt ſechsblättrig z ihre Blätt- „en find lanzettförmig, bis unter die Mitte aufrecht, dann«ausgebreitet 3 ſie" bleiben nac) dem Verblühen ſien, büßen aber ihre Farbe ein. Die Staubfäden ſind abwechſelnd qm Grunde breiter, kürzer, wie die Blume, und tragen einfache Aetheren. Der eige Fruchtknoten hat einen pfriemenförmigen Griffel und eine fiumpfe Narbe. Die rundliche dreifurige Fruchtknoten hat einen einfachen Griffel und eine ftumpfe dreieckige Narbe. Die Saamenkapſel iſt eyförmig, etwas drei: ſeitig, ſechsfurAnſöke zu Staubfäden,"und'6 Griffel mit zweiſpaltigen!'Narben9 Ihre Frucht beſteht aus einer rundlichen, lederartigen 5 ſechsöfächrigen, vielſaamigen Kapſel. XXVII. Stratiotes,; Waſſerſcheere. lüthen ſind auf einer Rl Männliche und. weiblihe B Pflanze getrennt. Gires gemeitiſchaftliche Scheide, welche aus zwei zufammeng gedrückten, abgeſtumpften, in einander- ſchließenden, mit einer Rückenſchärfe verſehenen Blät»- tern beſteht, enthält 3 bis 5 männliche Blüthen. Dietleinzelten Blüthen ſind noc< von einer beſonderen, einblättrigen; häutigen Scheide umhügt, welche von der!auſgemeinen"Scheide"eingeſchloſſen wird. Ihr Kolthtiftieinblätttig und'"dreitheilig« Die Blumen- krone beſteht! aus3 wmgefehrt herzförmigen Blättern 3 imiße find 20/bi8"30 pfriemenförmige Afterkronblät- ter'(Honigbehuffmiſfe) enthalten, welche die TT bis 13 kürzeren" fabenförmigen' Staubfäden umgeben, die mit einfachen Yetheren verſeyen ſind,? Die"wäiblichen'Blüthen ſind in' einer einblüthi- gen 5 Zwei ibrärtrigen Blumenſcheide eingeſchloſſen, de- ren Blatten Züſammengedrückt, abgeſtumpft und zu? fammehſchließendyſind. Kelch und Blume, ſo wie duc) vis Afrorkrökblätter'; verhalten ſich wie' bei den männlichen Blüthen. Der eyförmig- ſechteckige Frucht- enöten M zuſattimengedrüc>t, ſieht unter der Blume, hat ſechs iel Grifſel und einfache. zurück- 0 433 gefrümmte Narben». Die-eyförmige,„ſechseckige: und ſechsfächrige Beere enthält in einer. durchſichtigen Maſſe mehrere längliche Saamen eingeſchloſſen. Beſchreibung der. hieher gehörigen Pflanzen“Arten. 1ſie Ordnung;„Triloculares, Dreifächrige, I. Arum, Atrum,(Monoecia monandria Linne,) T) A, maculatum",. geflecttes Aru Arvonswurzel. Seine Wurzel iſt; knollig.1).,Die Blätter erſcheinen auf langen Stielen„ſind ſpießför- mig, ſtark geadert, glattrandig, zuweilen„weiß-und ſct. Die Blüthe kommt: auf einem beſonderen Stiele aus der Wurzel-hexvors ihyp Bly- menſcheide iſt außen weißlich, inwendig purpurroth. Auch der Kolben iſt purpuxröthlich. Die Früchte ſind fleiſchig und ſcharlachroth. In ſchattigen Waldungen an, feuchten Plaßen, auf einem. an Humus reichen. Boden findet ſich dieſe Pflanze hin und. wieder ziemlich. häufig cin Deutſch- land, Bisweilen bemerkt man ſie. auch, auf Waldwie- ſen. Sie. blüht im Mai und Jyni,: und veift im Juli. 24.; Die ganze Pflanze gehört. zu den giftigen Gez wächſen; vorzüglich ihre Wurzel enthält einen ſchar- Crome's Handb. I1. 1, 28 | | - ies Z | | x 434 er Fen Saft: Außerdem iſt ſie aber reich an Stärke- mehl, welches, wenn man es durch Auswaſchen von dem ſcharfen Säfte befreit hat, ſich völlig wie reines Stärkemehl verhält)" 4aund wie dieſes benußt werden fann. Eben fo verliert ſich auch die Schärfe durch 9tusdörren der'Wurzel, und man kann dieſe-älsdänn ebenfalls zur Speiſe benußen. In England ſoll man die Wurzel mit zur Bereitung der Seife anwenden. Näſe„welche'man in die Blätter dieſer Pflanze wik- felt ſollen dadurc<, lange vox den. Maden geſ<üßkt bleiben. Im Auzglande giebt es noch viele Arten dieſer Gättung, von denen einige giftig ſind, z. B. das Arum Seguinum, A. arborescens etc., andere aber zur'Speife benußt werden, z. B- das Arum e3- eulentum, A. Sagittaefolium, A. virginicum etc. IL. Calta,;"Schlangenkraut. Monoecia'mon- andtia'T..) 1)€.'Pälustris, Sumpfſchlängenkraut, Sumpf-Drachenwurzel. Die Wurzel iſt faſe- vig'und krießend. Der Stengel iſt unten dick und fleiſchig, ebenfälls kriechend und in gegliederte Abſäße getheift, Er ſc AW 437 Wurzel. niedergelegten Subſtanzen, zur Saamenbil- dung conſumirt wurde, Dev. Saft ihrer zerquetſc der Wieſen. 1V. Triglochin, Dreiza>."(Hexändria trigynia 1.) 1) T. palustre, Sumpf-Dreizadk.(Marsh krrow- graſs, Anzgl.) Die Wurzel iſt faſrig und treibt eine häutige Zwiebel hervor. Die Blätter ſind gleichbreit und rinnenförmig 3 ſie. umfaſſen den Schaft unten ſcheidenartig- Der Schaft. wird einen Fuß, oft no< darüber hoch, iſt aufrecht, einfach, etwas dreieckig... Die Blüthen ſtehen in einer langen, kraus benförmigen Aehve. Drei Kapſeln ſtehen in der RegG beiſammen, welche gleichbreit, oben etwas verdickt und beinahe dreiſeitig ſind. Auf feuchten Wieſen und Weiden,(olüber gern auf humoſem Boden iſt dieſe, Pflanze oft ſehr häufig- Sie blüht im Juni und Juli und veift im Auguſt und September. 4. Sie wird von allem Vieß gern gefreſſen, und lie? fert ihm eine gute geſunde Nahrung- Zum Anbau GER inanirmennen dh k 3) A Dee Lida dr. il . || | [; +“ ; 4 438 GARE würde ich ſie jedoch nicht empfehlen, da ſie dur< beſſeve Pflanzen erfeßt werden kann3 ohnehin kommt ſie an den vorhin genannten Pläßen genug wild fort. 2) T. maritimum, Meer-Dyreiza>k, ſälzi. ger. Dreizack.(Sea Arrow-graſs, Angl.) Sie iſt in allen Theilen größer als die vorige Art, und wird oft 2 Fuß und darüber ho wum 449<=mif. adam VI. Butomus, Waſſerviole,«(Enneandria hexagynia 1L..) I) B., umbellatus, gemeine Waſſerviole, gemweine Röſenbinſe, Blumenbinſe, Blu- menf der Pflanze undiihrev Theile verliert'ſich wahrſcheinlich dur< Aus- waſchen(und"Ausdörren. Die Pflanze iſt übrigens eine"der ſchönſten unter unſeren einheimiſchen, und <= 441 man könnte ſie der Zierde wegen zur Einfaſſung der Gartenteiche 2c. benußen. VII. Sagittariay Pfeilfraut..:(Monoecia polyandria 4..) I) S. Sagittaefolia, gemeines: Pfeirlfvaut! (Common Arrow- head, Angl:)„Die Wurzel be- ſtehtraus ſtarken Faſern. und.iſt.oben Fnollenartig ve dickt, Die ganze Pflanze iſt. glatt und;onthält einen Milchſaft. Ihve jüngeren, untex.dem,Waſſev;befind- lichen Blätter ſind gleichbreit und grasartig. die„übris gen Blätter, welche zuerſt ſchwimmen, nachher„ſich über das Waſſer erheben, ſißen auf langen, dreieckiz gen, aufrechten Stielen, und ſind. volkommen xpfeil- förmig und platt. In der Mitte zwiſchen den Blätz tern ſteigt der einfache aufrechte, eckige, gefurchte Schaft hervor, der nach Maaßgabe dev Tiefe des Waſ- ſers eine verſchiedene Höhe erreicht, und nicht ſelten gegen 3 Fuß hoch wird. An der Spike zeräſtelt er ſich, und ſeine Aeſte bilden abſtehende mehrentheils Zblüthige Ouirle,. welche weiße/ unten röthliche, Blumen,mitpurpurrothen Staubbeuteln trägen. Unter jedem, Blümenſtiel befindet ſich ein furzes, eyförmiges, häutiges Deckblättchen.| Es fommt eine Spielart;dieſev Pflanzehit ſc, fleiſchig, horizontal liegend, unten mit mehreren Zaſerwurzeln verſehen, gelblich-weiß, inwendig röthlich und mit einem ſcharfen, zuſam- --- 443 monziehenden Safte erfüllt. Ihre“ Blätter werden oft gegen drei Fuß lang, ſind ſ uw iZ | ve j A. 440 ENEN Landwirthe dazu beitragen, ähnliche Vorurtheile und „mit: dieſen» den;ain(mehreren Gegenden.:.no< ſo herr- ſchenden Aberglauben. auszurotten!=- X, Crocus, Safran. C(Triandria mono- gya 1.) T);,C+,.Sativy0S, 4 äch ter Safran, zahmer Safran.(Cr. ollicinalis, C.autumnalis alior.) (Saffron; Crocus.Angl.). Die. eigentliche. Wurzel des Safran,„beſteht aus, kleinen bräunlichen Faſernz Über derſelben bildet ſich eine rundliche, feſte, unten etwas gbgeplattete, Zwiebel, von der Größe eimer Haſelnuß bis.zu dex einer welſchen Nuß, welche außen mit.einer graubraunen Haut.umgsoben iſt, und obenin eine hau- tige:Scheide-.ausläuft, welche die-rBlüthe und Blätter einſchließt2«Ein«Stengel oder Schaft zeigt;ſich.nicht bei-dieſer. Pflanze. ſondern,die Blüthe reicht mit ihrer Röhre,bis-in die Zwiebel hinab.»Die,Blätter kommen ebenfalls aus; der Zwiebel. hervor 3 gewöhnlich ſind nur ährerx:53bis 8 vorhanden 3 ſie, ſind ſehr ſchmal, am Rande etwas, umgebogen,„dunfelgrün,. mit einer wei- ßenMittelvippe verſehen, und. unten flach.„Die blaue 'Blumenkrone hat eine weißliche lange Röhre.„Die Staubfäden-ſind aufrechtſtehend und..etwas Fürzer.als die Blumez jihre Staubbeutel ſind beinahe,pfeilformig. »Am-unteren, Ende, der-Blymenröhve, hängt der rund- aliche Fruchtknoten, welcher ſich in einen langen/, etwas überhängenden Griffel,„von; der. Länge, dex Blumen: frone.verlängert 5.«die:Narbe deſſelbeniſtztief; dreithei- IAN ename NN SPS Ge 447 lig, vothbraun und ſtärk riechendz die einzelnen! Läpp- hen derſelben ſind gleichbreit /"'am Rande einwärts ge- xollt, und an der Spike eingekerbt. Das eigentliche Vaterland des ächten Safrans ſind die hohen Gebirge des ſüdlichen Europa, ſv wie die des nördlichen Afrika, und des nordweſtlichen Theils von'Aſien. Der Boden, äuf dem ex vorzüglich üpvig wächſt, iſt ein'an Humus Leicher) lockeres Sandbo» den.'Er blüht bei'uns im'September“ und'Octöber, und ſeine Saamen veifen im'"darauf folgenden Fruh- jährt.+.. Der Anbäul dieſes ſchönen„* nüßlichen"Gewächſes feheint ſich mehr für das ſüdliche Europa,“ und'die ge- birgigten Gegenden des ſüdlichen Deukſchlandes'"zu eignen, wo er tauſende von"'Menſchen"beſchäftigt und ihnen Unterhält giebt; man'bäaut'ihn'indeſſen auch in England, 3. B. in Cambridgeſhire' und EsSex; vor: züglich aber bei Saffron'Walden an, und' vielleicht ließe ſich ſein Anbau, wenn er'gehörig betrieben wür- de, auh in den nördlichen Gegenden von Deutſchland einführen. Das köſtliche'Farbe- und Arzeneimatevial, welches er unter dem Namen des Safrans liefert, beſteht hauptſächlich aus.der Narbe.' Bei der Ein- ſammlung pflückt man die Blüthe ab, und nimmt nur dieſen Theil heraus. Es ergiebt ſich hieraus von ſelbſt, wie viele Blumen dazu gehören, um nur eine kleine Quantitat" dieſes Säfrans zuſämmen zubringen, und man hat bere uwe =>=ewrwepegeunnweng verm; wun pg . 7 vo A 430>. Theils von Eyrvpa iſl dieſe Pflanze nicht ſelten. Sie blüht im Mai und April und reift im Juni. 2. Fn den Gärten zieht man ſie ſehr haufig, ſowohl einfach als auch„gefüllt als Zierblumez durch ihre Wurzelbrut 5 die man am Ende des Octobers legt, läßt ſie ſich ſehr leicht fortpflanzen. 3) N. Tazetta, Tazette, Trauben- Nat- ziſſe. Die, ächte Tuzette, welche im äußeren Bau einigermaßen mit den: vorigen Arten dieſer Gattung übereinſtimmt, unterſcheidet ſich gleich durch ihre bvei- teren flachen Blätter, ſo wie düur< die vielen Blumett, die aus einem Schäft hervorkommenz oft ſteigt die Zahl dieſer Blumen bis. auf 10=- 20. Die Blumey ſelbſt find gewöhnlich weißlich oder auch gelb; ihre Röhre iſt fumpf dreieckig 3 die glockenförmige Neben? frone; welche dreinal kleiner iſt als. die Blumnenblätter; iſt oben abgeſtußt- und gefalten« Sie wächſt im ſüdlichen Europa, beſonders in Spanien, Frankreich und Portugal auf Wieſen und Triften, unfern des Seeufers, und blüht dort im Frühjahr. I. In ihrem Vaterlande ſoll dieſe Pflanze dem Gras- wuchſe der Wieſen ſehr ſchädlich ſeyn. Bei uns zieht man ſie häufig im Zimmer in Blumentöpfen. 4) N. Jonquilla, Jonquille Von den vo- rigen unterſcheidet ſich dieſe Art durch ihre ſchmalen, binſenförmigen, hälbrunden Blätter, welche ſpißig zu- läufen und ſehr dunfelgrun ſind: ihre Blüthen kom- nien doldenförmig zu mehreren beiſammen aus einem => iv 45I Schaft hervor, und ſind, die Spielarten abgerechnet welche die“ Kunſt hervorgebracht"hat, iſh der Regel ſchwefelgelb. Die Nebenkvone. iſt, wie bei der Tazette, furz, glodenförmig und eingeferbt.. Der Geruch der Blume iſt angenehm, aber betäubendy ſo: daß er auf ſehr reißbare Perſonen bisweilen ſchädlich wirkt. Das Vaterland dieſer ſchönen Zwiebelpflatnze iſt der ſüdliche Theil von Europa, vorzüglich Spanien, Languedoc>, die Provence und'JItalien 7" wo ſie an ſumpfigen Pläßen wächſt. Bei uns blüht ſie im Früh- ling. 24. Sie wird, wie die vorigen, häufig in Töpfen am Fenſter gezogen. AU, Galanthus, Schtfeetropfen,(Hexandria monogynia-1L.) 1) G. nivalis, gemeiner Schneetropfen, gemeines Schtüeeglö>. dieſe Pflanze nicht ſelten.: Sie blüht ſhon im Februax und März» und reift im Mai. und Juni. 24. -„Man zieht ſie häufig ihrer artigen Blume wegeit in Gärten, welche, wenn alles noch unter Schnee ver- borgen liegt, oft ſchon hervorbricht. Durch Wurzel? brut läßt ſie ſich ſehr gut vermehren. Ihre Zwiebel ſcheint einige nahrhafte Theile zu enthalten. XIII. Leucojum, RKnotenblume-(Hexandria monogynia 1.) 1) I.. vernum, Frühlings-Knotenblume, Ihre Zwiebel iſt rund, innerhalb weiß, mit einer braunen Haut überzogen. Ihre Blätter ſind dunkel» grün, etwas breiter, wie bei der vorigen Pflanze, haben einen gewölbten Rücken und endigen ſich mit einer ſtumpfen Spibe., Der runde Schaft, welcher zwiſchen den Blättern emporſteigt, erreicht ſelten die Höhe eines Fußes» und iſt gewöhnlich ein- ſeltener zweiblüthig. Die Blume iſt heruntergebogen, weiß, mit grünen Spißen. Sie wächſt bald auf Wieſen, bald in Gebüſchen an feuchten Stelen im gemäßigten Theile von Deutſch? land und den angrenzenden Ländern; ich habe ſie be- ſonders häufig auf kalkhaltigem Grunde gefunden. Sie blüht im März und April, und reift im Mai und Juni. 4. Auch dieſe zieht man ihrer artigen, frühen Blume wegen häufig in den Gärten. Ihre Zwiebel ſol Bre- >) Mit flachen Stengelblättern und zwiebeltragenden Dolden, 2) A. Sativum, gemeiner Knoblauch, zah- mer Lauch.(Ai), Franz. Garlick, Angl,) Seine Zwiebel ift zuſammengeſebt."Der Stengel erreicht ungefähr eine Höhe von 3 Fuß, und'iſt/mit grasarti- gen; flachen Blättern beſeszt. Die Blüthen erſcheinen in einer flachen Dolde, in welcher ſich zwiſchen den geſtielten Blümchen kleine Zwiebeln, völlig denen in der Erde ähnlich, nur bei weiten kleiner, befinden. Die Staubfäden ſind fein dreiſpißig. Linne giebt Sicilien als das Vaterland des Knob- laychs an. In unſeren Küchengärten wird er überall angebauet. Hier blüht er' imi Juni: und Juli» und reift im Auguſt und September. Seine Zwiebeln werden bekanntlich gegeſſen; in- deſſen ſind ſie nicht einem Jeden angenehm. Der aus- gepreßte Saft der Zwiebel läßt ſich?als Kitt zu Glä- ſern und zu Porzellain benußen?'* Nach Cade""s'Un- terſuchung enthält der Knoblauch Eiweißſtoff, eine beträchtliche Quantität eines ſehr“ klebrigen Schleims, welcher bei der trocknen Deſtillation Ammonium ent2 wickelt» etwas Extractivſtoff, Faſer'; und'ein'ſehy flüchtiges, äußerſt ſcharfes ätherifches; gelbes Oel, welches das Eiſen ſchwarz färbte."Die Aſche des Knob- laucwärtsſcharf. Die: Blattſcheiden ſind zuſammengedyückt. Die Blü- then ſind purpuvröthlich und bilden einen xundlichen + | | (- Ibs | ) | - Kopf.„Die Stäubfäden ſtehen wechſel8weiſs: und ſind fein dreiſpißig. ; Er wächſt an einigen Orten in Deutſchland, außer- dem auch in Schweden, Dännemark, Ungarn 2. auf feukern wild. Er liebt voxzüglich einen ſandigen Boden. Seins Blüthe erſcheint im Juli und Auguſt, und ſeine reife Frucht im Auguſt und September. 24 Er gehört mit zu den Laucharten, welche. bisweilen ein ſehr gemeines Unfraut. quf. unſern. Aeckern aus- machen; im Ganzen genommen ſchadet er-aber nicht viel, da ihn die Saaten leicht überwachſen. Xxx) Mit runden Stengelblättern und zwiebelntragender Dolde. 6) A. vineale, Hundslauch, Hundsknob- lau<, Feldlauch, A>kerknoblatuc" denz ſo hat man" z. B. Sträsburgiſche, Spaniſche, Aegyptiſche,, Holländiſche, Seelän- diſche 2c. Zwiebeln; Dem Anbau nach unterſcheidet mans: a)/rothe' und weiße Sommerzwiebeln; welche ſchon früh im'Jahre, im März oder April,'ge* ſäet werden;| b) Johänniszwiebeln, welzwiebeln, die mati nicht durc. Sie wird völlig.wie die vorige benußt,/ und zwar ſowohl. ihre, Blatter, als ihre Wurzeln z, im Ganzen ſcheint ſie etwas.milder zu ſeyn, 12) A. Schoenopragum, Snittlau, wilder Porver“ACkive Garlick Angl.) Die Zwiebeln ſind länglich, häutig, einfach, und: ſtehen gewöhnlich» raſenartig„beiſammen.( Die Blätter) ſind caufre: und faßt oft ganze Rabatten damit yein.>.- Sie blüht: vom Mai bis zum Juli hin, und: reift um Auguſt NSN tember.+. Ihre Blätter ſo wie:0. Zwiekeln ER auf mannigfaltige Art zubereitet„zur Speiſe; benußt. Von dem Rindvieh wird'ſie. gern; gefreſſen, allein: die Mil< und die Butter nehmen. den veigenthümlichen Lauchgeruc ep a Co unterſcheidet ſich von der vorigen dur<' ihre'mehr auf- gerichtete vielfarbige Blume, deren Blätter abgeſtuinpft und glatt ſind, und durch ihre breiten, lanzettförmi- gen, am Rande wellenförmig gebogenen Blätter. Als ihr Vaterland giebt"man Kappadocien an, von wo aus ſie 1559 nach Euröpa"gekommen ſeyn ſol.“ In unſeren Gärten''bkühk" ſie'im Juni und Juli 3) T. suaveolens, wohltieig, glatt, einblüthig und, überhängend.“ Die Blumen ſelbſt ſind außen grünlich,[ſilberweiß eingefaßt,. inwendig. grünlich- gelb; ihre Blätter ſind. lanzettförmig. Der Griffel verlängert ſich-nach.dem Verblühen dex Blumen,, und iſt. ſo wie der Fruchtknoten glatt. In Gebüſchen ,, Obſigärten, auf. Grasplätßen, und ſelbſt hin und wieder auf Ae>ern iſt dieſe Pflanze durch ganz. Deutſchland ziemlich häufig... Sie liebt einen lockeren hymoſen. Boden, und. pflegt deshalb auch auf ſolchem. Lande häufig, zu-ſtehen, welches durch das Augroden. kleiner Gebüſche. gewonnen. wurde. Sie blüht zm April.und Mai, und reift. im Juni und Iylie: 4120: Sie iſt eine. dex erſten Frühlingöblumen, welche -.=-- 471 unſere Gebüſche: und“ Weidew ſchmückt. 7% Aus-ahren Blumen ſammeln die Bienen Honig. und /Wächs: Ihre Zwiebeln können gegeſſen werden.(Ihre Blät- tex und ihr Schaft werden vom Rindvieh-gefreſſen. 2) O. minimum; Fleinfte Vogelmilern mit ſandigem humoſem Boden hin und wieder in Deutſch- | ee ewe mere mungen ng vzl. 5"=S. Man pflegt ſie häufig als Zierblume in den Gär»- ten zu ziehen. XIX. Anthericum, VWehrenlilie.(Hexandria monogynia 1..) TD). A. Tiliago, aftloſe Aehrenlilie,/väaſt- loſe Zäunbl.ume., Ihre Wurzel beſteht aus meh- reren weißlichen Zaſern. Der. untere Theil dev- Pflanze iſt zwiebelartig verdickt, und- beſteht aus meh- reren übereinander liegenden weißen Häuten.„Die Blätter ſind. gleichbreit- flac<, gegen einen Schuh !'ang und an der Spiße etwas zurückgebogen.. Mit- ten zwiſchen ihnen, ſteigt ein einfacher 1% Fuß und ae 473 darüber hoher Schaft empor,"welcher fich“ in"einer langen Blumenähre endiget, Die Blumen-ſind' ziem" lich groß, weiß und inwendig: grün geſtreift." Die Staubfäden ſtehen abwechſelnd." Der Griffel iſt'nie- dergebogen. Stengel. In bergigten Wäldern,""vorzühlihaft» Er ; | (- is ) ) | EI iſb aber ſchön ſeit ſatter Zeit in die Kücengärten auf- genommen, hat ſich dadurch ſehr veredelt, und kommt jeßt ſchon in' mannigfaltigen Abänderungen vor, von denken'man vorzüglich folgende unterſcheidet:' a) den grünen! Spargel, deſſen Sproſſen grün und'ſehr zart ſmd, by)“den weiſſen Spargelz ſeine Sproſſen ſind/weiß,"an der Spike grünlich, und in der Regel dicker, wie'beim vorigen 3 ſie werden aber unten frü- her'hart. &) dem'“'vothen Spargel mit röthlichen Sproſſen: ay''den“ polniſchen oder holländiſchen Spargel mit vorzüglich dieken Sproſfen. Seins Sproſſen. gehörten ſchon zu den Leckerbiſ- ſen der alten Römer. Auch wir ſchäßen ſie unter un- ſern"Frühlingsgemüſen." Sie geben aber nur eine angenehme, nicht" ſehr nahrhafte und auch nicht für einen Jeden Fukrägliche Speiſe. Sie ſcheinen nemlich eine"ſpecifiſche" Wirkung auf die Harn- Abſonderung zu beſißen, indem ihr Genuß dem Harn einen ſehr unangenehmen'Gerüch und eine trübe Beſchaffenheit mittheitt.“"Ihr unmäßiger Genuß ſchadet deshalb gewiß," Aus den Blymen' ſammeln die Bienen etwas Honig?"Auf den Blättern findet man häufig den ge- gen das Zahnweh'als heilſam gerühmten Sonnen- käfer(Cocuionella Septempunctata). = 477 XX1.. Convallaria, Maiblyne..(Hexandria monogynia/1L.) 1). C. majalis, gemeine: Manblume, Mai lilie, Lilien-Convallien(Lily, ot.the Val ley; Angl.).| Ihre Wurzelzbeſieht aus ſtarken, ſlei- ſchigen Faſern und kriecht, Aus ahr. kommen, mei- ſtens..nux zwei eyförmige» glatte 7 zam Grunde ſcheis denartige. Blätter, welche an, dieſem, Theil„außen noch mit häutigen Schuppen. umgeben, ſind; hervox. An, einer anderen Stelle der Wurzel kommt ein- einzelne, gufrechter- einfacher 7. halbwalzenförmigen Schaft hervor, welcher ſich an der Spiße an eine einſöitigez überhängende Blüthentraybezendigt.. Diez kurz ge? ſtielten Blumen fiehen abwechſelnd /, ſind glo>enför? mig„ weiß, ſehr.wohlriehend. 5 Die, Beerez;ſind ku- gelrund, glatt und roth. In. kleinen Waldungen an etWas-feuch; en) ſeats tigen, humoſen Pläßen; wächſt..dieſe Pflanze-in;den mehrſien Gegenden von Deutſchland; und. der angränz zenden.Länder, wild-.? Sie blüht. im: Mai zund. Juni, und reift. im September. ,2; Schon ſeit ſehr langer Zeitziftndieſe':artige Pflanze ihres angenehmen Dufts und.brer-hübſchen Blüthen wegen. in unſere„Gärten, aufgenommen: wo)ſie jekt gefüllt. und, einfach„. weiß und;zvöthlich vorfommt Von. dem. Vieh wird ſie nicht'gefreſſens 2) 0: polygonatum;.einblkättrige Max blumes Weißwurz; Salomos Siegel . "eee verre urwungn ng ". ><< un zi> ue 478= (Angular Salömon's Seal:Angl.). Die friechende Wurzel iſt weiß und fleiſchig3 ſie ſchi>t mehrere auf- rechte,"einfache, beblättecte, eckige, an der Spike überhängende Stengel empor, welche einen, höt mehrere grade, gleichbreite, oben ab- geſtumpfte, zuſammengebogene, gerinnete und am Rücen gewölbte Blätter empor. Aus der'Mitte derſelben erhebt ſich ein runder, glatter, grade aufrechter Blüthenſchaft, welcher mit einer länglich eyförmigen, vielblüthigen Blüthentraube endigt. . | | (- is | 480|<=oriPiu AD verm Die Blumen hängen an einem Fürzen, etwas ge- krümmten/; einfachen Stielchen ſind trichterför- mig) am Rande in ſechs 4äppchen getheilt, und dieſe ſind bald mehr, bald minder umgebogen. Sie wächſt in mehreren Provinzen von Aſien und Afrika wild. In unſern Särten. blüht ſie im April und Mai. Dürch die ſo häufize Cultur dieſer ſhönen Gar- tenpflänze, welche ſich bis ins“ graue Alterthum verliert? find'die mannigfaltigſten Spielarten in Huüficht der Färbe und'der Form der Blumenkrone entſtänden."“ Ihre Grundfarbe iſt wahrſcheinlich das ſchöne Hyacinthblau, und. die übrigen mannig» faltigen“Färben find“ erſt ſpöter durch. die Cultur entſtanden, Bei der gefällten Blume, welche ſelbſt oft ihre Trichter- oder Glo>enform verliert und Ziemlich flach wird, verwachſen die Befruchtungs- gefäße zu Blumenblättern ,/ daßer dieſe auch nie reifen Saamen. anſeßen, Schon in den älteren Verzeichniſſen der Kunſtgärtner finder man gegey 1200 bis 1300 benannte Spielarten der Hya- cinthen aufgezeichnet. Unter unſern Garten- und Topfpflanzen behaupten die Hyacinthen unſtreing mit den erſten Rang, denn nicht allein ihre mans nigfaltigen Farben und ihre ſchöne Form erfreuen unſer Auge, ſondern ſie enthaucht auch zugleich den angenehmſten Daft 3 dazu kommt, daß wir ihre ſ<önen Blühen ſelbſt mitten im Winter her- vortreiben, und uns ſo, wenn im Freien alles im Winterſchläfe begraben liegt, der ſchönen Blüthen- NEEM 481 welt.exfreuen können.=>4;, Nach Wäill.d.enow"s Bemerkung ſoll ihre Zwiebel,gifiig-ſeyn. 2) H. Mascari, Mus;ca:t.«.H y;acinthe. Ihre große,„rundliche Zwiebel„iſt„weißlich,„zund beſteht ebenfalls aus mehvexrzn„über. einander lie- genden ſaftigen Häuten.„Siereibt5. bis. 6 gleich? breite, ſaſtige, abgeſtumpfte,„niederliegende|Vlät- ter hervor, welche oft:röthlich.ſimd..;„In der;Mitte derſelben erhebt ſich. ein kyrzer.5..di>er. Blüthen- ſchaft, welcher ſich in einex. dichten Blütheutraube endigt. Ihre kleinen, kurz;geſielten„„niederhänz genden Blumen ſind-eyförmig,„gewöhnlich aufangs röthlich oder bräunlich- grün; nachher bleichgrün. Erſt wenn ſie.anfangen abzuwelken.z.entdufien, ſie ihren angenehmen gewürzhaften.Biſamgeruc. Sie wächſt ia- Klein,- Aſien..wild4- ſchon im Jahre 15354 wurde ſie nach Europa. heyüberge- bracht, und wird. ſeit der Zeit..in unſeren Gäuten häufig cultivirt, wo ſie im: Mai„und. Juni. blü- het.+. 3)-H. botryoides, Tramben-Hyacinthe. Dieſe Xleine Art“ unterſcheidet ſich. von der vorigen ſogleich durch ihre ſchmalen ,, grade;aufrechten, an der Baſis verſchmälerten,. gerinnen Blätter... Zwi- ſchen. denſelben erhebt ſich: ein, kurzer, Blüthenſchaft, welcher in einer ſehr dichten Traube 20.Dis. 32 Eurzgeſtielte, rundliche, blaye Blumen trägt, de- ren kleine-ſeer und weiß, und hat.einen ſtarken eigenthümlichen. Geruch.,„Ihre Wurzelblätter, welche fie in Menge. hervorſchi&t.; ſind. ſchwerdför- mig», platt,„zuſammengedrückt, etwas wellenför- mig gefalien, und werden.2 Fuß. und„darüber ho<. Der Shaſt gleicht ſo ziemlich den Blättern, iſt zweiſchneidig, und treibt. etwas„unter ſeiner Mitte den naten, ſeitwärts ſiehenden,, cylinder- förmigen, abgeſtumpften, vielblüthigen Kolben 31* " SER EDerer vgn wame g N- y n 5“ ZIN 484<--- hervor. Die Spike des Scafts iſt lang und blatt- artig. Durch ganz Deutſchland und in den angränzen» den Ländern iſt der Kalmus am Rande der Teiche und in Gräben eine der gemeinſten Pflanzen 5 er blüht im Juni und, Juli, und reift im September und.October.+ Die ganze Pflanze, vorzüglich aber ihre Wur- zel, hat einen ſtarken gewürzhaften Geryd),„und wird“ auch /in der. Arzneikunde als ein-wirkſames Mittel gebrauchte. Mit Zucker eingemacht» wer» den die Wurzeln: als„Confect gegeſſen. Bei uns ſchneidet man die langen zähen Blätter ab, um ſie zum Binden der) Garben zu benußen, welche durch ihren ſtarken Geruch gewiß noh das. Ihrige zur Vertreibung mancher Juſecten und anderer Fleiner Thiere beitragen: Die gtarken Wurzeln verflechten fich erſtaunlich+ und bilden ſelbſt über dem Waſſer ein ſo' dichtes Sewebe, daß man, ohne durchzu? finken,"darauf treten kann; fie tragen daher zur Befeſtigung der Ufer gewiß Vieles beis« Hin und wieder gebraucht man auch die zerſchnittene Wur: zel zur Würzung des Brannteweins« I<'habe dieſe Pflanze, ob fie gleich ihrer kleinen Blüwen wegen im äußeren Anſehen etwas von den übrigen abzuweichen ſcheint, doch wegen der vielen übrigen Merkmaale, welche ſie mit den Zwiebelgewächſen gemein hat, mit unter dieſe Claſſe geſtellt. a 435 3te Ordnung? Quadriloculares, Vierfächrige. XXV, Paris, Einbeere,''(Octandria teträ- gyni1a.l,) 1) P,. quadrifolia, vierblättrige GCin- beere, gemeine Einbeere.(YHerb-FParis Avgl.). IJhre-auswendig, brgune,. inwendigweiße, ziemlich fleiſchige. Wurzel iſt kriechend. Sie, ſchi>t einen einfaci- gen, einfachen, kurzen Stiele die. grüne unan- ſehnliche Blume. Die darauf folgende Beere iſt beinahe von der Größe.einer Kirſche, ſchwarzbraun und etwas glänzend. An feuchten ſchattigen /Pläten: am“liebſten zwiſchen Erlenbüſchen, auf einem an Humus. ſehr reichen, loFeren Boden. wächſt. dieſe„Pflanze im größten Theile,von Deutſchland.und den. ongrönzen: den. Ländern wild.. An einigen Orten /iſtſie ſelten, an anderen ſehr gemein, Sie, blüht;im Mai. und Juni, und ihre Beere reift im Juni/und Jalt.+. Schon das dunkle trübe"Anſehen,„welches, yn- j jj) € 4 yx[3 us| il H t ilt || | 4 rider zee eee en umme WE ä DB"3 n ſeren mehrſten ſchädlichen Gewächſen eigen zu ſeyn ſcheint,"chärafteriſirt dieſe Pflanze als Siftpflan- ze. Ihre“ Beeren nämlich ſo wie ihre Warzeln, vorzüglich die erſteren, welche wegen ihres verfühz reriſchen Anſehens„unerfahrne Leute und Kinder leicht zum'Genuſſe reizen können, haben ſehr be- täubende Wirkungen, und erregen'Magenkrampf und'Erbrechen 3" ſelbſt mehreren Thieren, 3. B+ den Hühnern; ſind ſie tödtlich- Die Blätter, vor dey Blüthe geſammelt, kann man zum Gelbfärben des. Leinens, wenn man dieſes vorher mit Alaun- waſſer gebeizt hat, gebrauchen 3 auch ihre noch un- reifen Beeren geben eine ſchöne grüne Farbe»für die Mignaturmaähler- Dem Landwirth kann ſie als Zeichen eines ſehr humoſen Bodens dienen. 4te Ordnung: Sexloculares, Sehsfächrige. XXVI. Hydrocharis, Froſchbiß.( Dicecia enneandria 1..) 1) H. Morsus Ranae, gemeiner Froſch- biß. Die langen, ſpindelförmigen, weit unter dem Waſſer umherkriechenden Stengel dieſer Pflanze treiben lange Faſerwurzeln in den Srund hinein, und ſind rund, glatt und gefniet, Aus jedem Gelenke kommen mehrere lang geſtielte, rundlich? herzförmige/ glatte, glänzende, ganzrandige, un- ten röthliche oder bräunliche Blätter hervor, welche Ve==>ooh omentz ſie wächſt.im größten, /Dheile von Deutſch» land,/ſund den angränzenden Ländern: wild„;-blühr im. Jali und Auguſt ,-- und) reift/-im October und Rovember.: 24. Sie«trägt„vieles mit dazu bei ,-. um..den"frucht- baren Schlamm- der Gräben und“Teiche zu: ver- mehren..( XXVII. Stratiotes, Waſſerſcheere.(Dicecia dodecandria-L..) 1)" St. aloides, gemeine"Waſſerſ< eee re,'Aloe-blättrigeWaſſerſ.;c"=< zn Sh I uginmr <> we Erw weer rung - 7 2» Yz. 8 ei e>ig, ſteif, ſehr ſaftig, lang zugeſpißt, am Rük- ken glatt, am Rande hingegen mit ſcharfen, ſäge- förmig- geſtellten, verleßenden Stacheln verſehen 3 ſie umfaſſen ſich unten gemeinſchaftlich, ſind-dun- kelgrün- und werden x, höchſtens einen ganzen Füß lang.) Aus ihrer Mitte kommen die Blüthen auf aufrechten, zweiſchneidigen, ſtachlig-ſägefdr- migen Stielen hervor, welche kürzer ſind wie die Bläiter."Die Blumen ſind zart und weiß. Fn Gräben und Teichen, überhaupt in ſtehen- deim Waſſer, vorzüglich im nördlichen Theile von Deutſchland“ und in den angränzenden Ländern iſt dieſe Pflanze an einzelnen Stellen oft ſehr häufig. Sie. blüht. 4m Juni und Juli, und reift im Auguſt und September. 2. . Sie überzieht hin und wieder beträchtliche Waſ- ſerfläcgen ganz, ſo daß dieſe ganz grün davon er- ſcheinen. Ihre Blätter ſcheinen nahrhafte Theile zu enthalten; da man ſie. an einigen Orten im Lü- neburgiſchen zerha>t und die Schweine damit füt- tert. Sie wägt übrigens gewiß Vieles zur Aus» troFfnung der Sümpfe und Teiche, und zur Ver- mehrung des fruchtbaren Teichſhlammes bei, b) Die Staubgefäße ſtehen auf dem. Stempel. Zehnte Claſſe Orchispflanzen und""Bananen- Gewächſe (Gynandräe). Allgemeiner Chärafter dieſer Gewächſe. Die Gewächſe dieſer Claſſe, nähern ſich. in vieler Ninſicht denen der vorigen, ſo daß man ſie bei. einer oberflächlichen. Betrachtung)-mit-ihnen:zuſämmen- ſtellen ſollte 5 indeſſen“ bemerkt man“beſonders In ihren' Blüchen und Befruchtungstheilen''ſo viele Verſchiedenheiten, daß man ihren eigenthümlichen Charakter nicht leiht verkennen kann, Ihre Wurzeln beſtehen in'der Regel bald-aus horizontalliegenden länglichen Knollen, bald aus einer oder zwei rundlichen oder eyförmigen Knol» len, bald aus fleiſchigen, flachen, zertheilten Wur- zeln, oder endlich aus einem Büſchel ziemlich dik- Fer, fleiſhiger Faſern. Wirkliche Zwiebeln finden wir bei ihnen nicht. Ihr oberer Theil nähert ſich im Allgemeinen der Bauart der Zwiebelgewächſe 3 wir finden nem» || Em SSEN „ n >=< an RET uunmn 499 lichnie einen feſten, in Aeſte zertheilten Stengel, ſondern mehr einen lockeren, ſaftigen Schaft, wel- . 491 beſteht bei den Bananengewächſen gewöhnlich aus einerm in mehrere ungleiche Läppchen getheiltem Blatte, ſelten iſt ſie aus mehreren Blättern zuſammengeſeßtz zugleich finden wir bei den meiſten ein: ſchön gebildetes, lippenförmiges Honigbohältniß.+/ Zählen wir bei den Orcißarten jene: vorhin erwähnten gefärbten Blätt- „hen dem Kelche zu, ſo finden wir beicähnen-gar. kein eigentliches Blumenblatt ſondern; nur ein lippenför- miges Homnigbehältniß, welches abev in;-der-Zuſammen:- ſiellung mit den gefärbten. Kelchblättern„dem: ganzen Gebäude dex Blüthe die Form einer rachenförmigen Blüthe giebtz bei dieſen ort. Der längliche, gedrehte Fruchtknoten ſißt unter der Blume. Der Griffel iſt mit dem Honigbehältniß verwachſen, und die Narbe iſt ſehr klein. Die umgekehrt eyförmige Saamenfapſel iſt abgeſtumpft», dreiflappig, etwas dreiſeitig» nicht gedreht, und enthält in einem Fache mehrere kleine Saamen; Il. Serapias, GStendelwurz. Dex. Kelch fehlt. Die abſtehende Blume beſteht gus 5 Blättern 3" drein derſelben ſtehen nah) außen, --- 497 zwei hingegen ſtehen mehr nach. innen„+ und ale ſind von gleicher Länge und Form, Das Nebenfkronenblatt (Honigbehältniß) iſt-ſo lang als die Blumenblätter,-be- findet ſich in der Mitte der Blume, iſt lippenförmig) dick und hohl 3 die Lippe ſelbſt iſt bald ganz, bald aus» gerandet. Die beiden Staubbeutel haben. beinahe: gar feine Träger, ſiken am Griffel, und ſind unter der Oberlippe des Nebenkronenblatts verborgen. Dex walzenförmige Fruchtknoten ſißt untex'der Blums'und iſt gedreht 3 der dicke ſehr kurze Griffel" iſt mit'dem Ho: nigbehältniß verwachſen, und. die'Narbe/iſt abſteßend und ſehr klein. Die Saamenfapſel) iſt verkehrt eyför: mig odey auch walzenförmig, ſtumpf) dreiſeitig," drei: flappig, und enthält in einem Fache'mehrere"fleine Saamen. 2te Ordnung: Triloculares, Dreifährige,(Bananen- gewächſe.) [Die Früchte enthalten die Saamen.in drei Fächern.] IV. Canna, BWlymenrohr. Der Kelch iſt dreiblättrig und beſteht aus fklei- nen, lanzettförmigen, aufrechten, gefärbten, ſtehen- bleibenden Blätthen. Die Blume iſt einblättrig und ſechstheilig 3 die Läppchen ſind lanzettförmigz drei der- ſelben, welche beträchtlich größer ſind als der Kelch, 32: 498 GE SAEEEIE ſtehen mehr nac< oben, und bilden gleichſam eine obere Lippez3 drei etwas kleinere ſtehen mehr nach unten. Zwiſchen ihnen befindet ſich ein Nebenkronenblatt(Ho- nigbehältniß) von„der Größe und Form der Läppen 3 die obere Lippe deſſelben ſteigt empor, die untere hin- gegen iſtizurückgerollt.“ Ein Staubfaden ift nicht da, ſondern der eine gleichbreite Staubbeutel iſt am oberen Theile des Nebenkronenblattes angewachſen. Der vumdliche Fruchtknoten ſißt unter der Blume. Der ſchwerdtförmige Griffel/ welcher ungefähr die Form der Blumenblätter hat, iſt mit dem Nebenkronenblatt verwacßſen. Die gleichbreite Narbe ſißt am Rande des Griffels- Die rundliche rauhe Saamenkapſel iſt mit dem Kelche gekrönt, dreifurku> 2. Die der kian M dicken fleiſchigen Wurzeln ſind handförtnig', und ihre Lappen ſind ungleich, ziemlich gerade und pfriemen: förmig.| Der aufrechte, röhrige,"glatte Stengel iſt beblättert und x auch wohl gegen TX Fuß hoch: Die Blätter umfaſſen den Stengel ſcheidenartig, ſind breit- lanzettförmig, gerippt, und gewöhnlich ſchwarzbraun gefleckt,"bisweilen aber auch einfarbig 3 die oberen Blätter werden nach und näch'fieiner. Die purpur- vothen, oder voſenfarbigen Blumen erſcheinen in einer langen, dichten, etwas ſpißigen Aehre an der Spiße des Stengel84+' Jede' einzelne: Blume iſt von einem lanzettförmigen, zugeſpißten/" etwas gefärbten, blatt» artigen Deckblatt unterſtüßt, welches noch einmal ſoy lang iſt als die Blumen z die Blumenblätter ſind ab2 ſtehend. Die untere Lippe des Honigbehältniſſes iſt abgerundet, und dreilappig, von denen die Seiten- läppen zurückgeſchlagen, der mittlere aber ausgeran- det und größer iſt. Der Sporn iſt kegelförmig, hey- abgebogen, und nur wenig kürzer nals der Frucht- knoten.' Dieſe Pflanze iſt hin und wieder ſehr häufig auf ſumpfigen Wieſen z ſie liebt einen ſehr humoſen Bo- den, blüht im Mai und Juni, und reift im Juni und Suli-+.; Auch die Wurzeln dieſev' Pflanze enthalten nahr- hafte Theile, Im jüngeren Zuſtande“ wird ſie von den Schaafen gern gefreſſen:3 indeſſen empfehlen ſich ES y 4 ' 4 ' SS ems| || M. 4 4 30 H ESN die Pläße, auf denen ſie am liebſten ſieht, in der Regel nicht' ſehr zur) Schaafweide. 5) O. maoulata, gefledte Ragwurz.(Ihre Wurzeln nennt man hin und wieder, Teufelshän- del, Chriſtihändel,; Unſver lieben Frauen: händel.“) Die dicke fleiſchige Wurzel iſt handför- mig, und. ihre Lappen ſind ziemlich lang und verſchie den gebogen. Sie treibt einen ſchlanken, gerade auf- vechten'beblätterten 7 feſten Stengel empor, welcher oft nur eine Spanneyoft auch einen Fuß bo< wird. Die Blätter ſind lanzettförmig, mit runden ſchwarz- braunen“ Flecken verſehen, und umfaſſen den Stengel unten ſcheidenartigz; gewöhnlich ſind ihrer nur drei, ſelten mehrere vorhanden. Die Blüthen erſcheinen in einer länglich-runden Aehre an der Spike des Sten» gels.' Jede Blume iſt von einem Deckblättce- ven Boden zu lieben. Sie blüht'im Mai'und. Juni, und reift im Juli und Auguſt?*"X. Die Landleute bedienen ſich zuweilen der-Wurzeln dieſer Pflanze als eines zur Begattung veizenden Mit- tels für das Rindvieh 3 indeſſen werden ſieſchwerlich einige Wirkung auf dieſen Trieb äußern."Blätter und Stengel werden vom Vieh gefreſſen. b) Ecalcaratae. Die Blumen haben keinen Sporn. II. Ophrys, RKnabenfrauf.(Gynandria diandria L.) T) O. ovata, eyrundes Knabenkraut, ey- runde Ophvys. Die Wurzel beſteht aus' 2 Büſcheln von einfachen ſaftigen Faſern." Sie'treibt einen auf- rechten, einfachen, einen Fuß und darüber hohen, weichbehaarten Stengel empor. Unten am Stengel, etwas nach der Mitte zu befinden ſich zwei, ſehr ſelten drei große. elliptiſch- eyförmige, ſikende, aufſtehende und gegen einander über ſtehende, dreivippige Blätter; weiter nach oben am Stengel befindet'ſich noch eine einzelne fleine Schuppe,"Die grünlichen Blüthen erſcheinen an der Spike des Stengels' in einer weit- läuftigen, vielblüthigen, ungefähr" drei Zoll langen, ſchlanfen Aehre 3 haben abſtehende einwärts gebogene . = ae wegen weeg weren mung ag N n 2 5. a ai Blumenblätter und ſind kurz geſtielt. Die untere Lippe des Honigbehältniſſes iſt wohl zwei- bis dreimal ſo lang als die Blumenblätter, herabhängend, gleich? breit, und zweilappig, mit geraden Lappen. Die Deckblätter unter jeder Blüthe ſind kürzer als die Blu- menſtiele. Auf. feuchten. Wieſen. und unter ſchattigen Gebü- ſchen(gewöhnlich unter Erlen) wächſt dieſe Pflanze im größten Theile von Deutſchland und der angrenzenden Länder wild 3 ſie ſcheint einen lockeren humoſen Boden zu lieben. Ihre Blüthen erſcheinen im Mai und Juni, und' die Frucht reift im Juli und Auguſt. 24+ Die ganze Pflanze wird vom Rindvieh und den Ziegen gefreſſen. Mehrere„andere Arten dieſer Gattung, welche aber nur- ziemlich ſelten und vorzüglich im ſüdlichen Theile von Deutſchland vorkommen, wie die O. myoil- des, O0. ingectifera, O. arachnites, haben eine auf- fallende Aehnlichfeit in ihrer Blüthe mit Fliegen oder Spinne 20-5 /und'da dieſe Blüthen in der Regel vie- ſen Honig abſondern, ſo glauben einige Naturforſcher, die-ſonderbare.Foxm der Blumen diene dieſen Gewäch- ſen, um die Inſecten. von der Beraubung des Honigs abzuhalten, da die blühende Pflanze das Anſehen hat, als ſey ſie ſhon'mit Inſecten beſekt. dR: --- 507 III. Serapias, Stendelwurz«; Gynandria diandria TL.) 1). 8. lopgifolia, langblättrige Stendel- wurz.(Serapias palustris Scoop.) Die Wurzel beſteht aus einem Büſchel brauner, dicker, fleiſchiger Faſern, welche einen eigenthümlichen, unangenehmen Geruch beſißen, Sie treibt einen aufrechten, einfa: chen, ungefähr einen bis 12 Fuß hohen Stengel em- por, deſſen untere Blätter. lanzettförmig» langzuges- ſpißt, gerinnet, glatträndig ſind, undy.den Stengel ſcheidenartig umfaſſen; die oberen ſind kleiner, gleiche breit und ſizend. Die ziemlich großen bleichröthlichen Blumen crſcheinen an der Spike des Stengels in einer wenig blüfhigen, überhängenden Traube. Die grün- lich-röthlichen Deckblättchen, welche jede einzelne Blü- the unterſtüßen, ſind kürzer wie dieſe, Won.„den. ab- fiehenden. Blumenblättern. ſind, die Zäußeren grünlich, die beiden inneren. weiß, und. alleuröthlich. gefleckt. Die untere Lippe des Honigbehältniſſes iſt herzförmig, abgeſtumpft, hohl, am Rande ausgebreitet und ge- kerbt, weiß und röthlich gefleckt. Auf feuchten, ſumpfigen Wieſen;. vorzüglich wenn ſie einen torfhaltigen Untergrund haben, kommt dieſe ewa mweeg weren urg pg Ev.' » Bi 7 uwe “=. ema Pflanze ziemlich häufig durch ganz Deutſchland und in den angrenzenden Ländern vor. Sie blüht im Juli und Auguſt, und reift.im September. X, Wenn.ſie gleih zum Futter 2c. nicht nüßt, ſo führe ich. doch dieſe-Pflanze hier: mit auf, da ſie als Merk- mqal eines torfhaltigen Untergrundes angeſehen wer- den kann. 2te Ordnung: Triloculares, Dreifährige. 1V;“ Canmna,- Blumenrohr.(Monandria. mo- nogynia L.) T) C. indica, Indiſches Blumenrohr. Seine horizontal liegende Wurzel iſt dick, flei- ſchis und etwas fknollig. Sie treibt einige einfache, dicke, grüne, ſaftige, runde Stengel empor, welche in unſern Gärten gegen fünf Fuß ho< werden. Ihre abwechſelnd-ſtehenden: Blätter umfaſſen mit ſcheiden: artiger Baſis den Stengel, ſind eyförmig- lanzettför- mig zugeſpißt„'fla<' glattrandig, mit einer ſtarken Mittelrippe und mehreren Seitenrippen verſehen; die unteren werden oft gegen einen Fuß lang z die oberen nehmen allmählig:an Größe ab. Die feuerrothen, prachtvollem Blüthen bilden an der Spike des Sten« Eaeuee 5099 gels eine lo>ere Aehre- Ihre Saämen ſind glänzend- ſchwarz. Dieſe Pflanze iſt unter den Wendezirkeln in Aſien, Afrika und Amerika zu Häuſe- Bei uns wird ſie ihrer ſchönen Blumeh wegen in Gärten und Treibhäuſern gezogen, wo ſie im Juni, Juli und Auguſt bfühet. 4. Ihre Säamen gebraucht man in katholiſchen Län» dern zur Verfertigung der Roſenkränze(Paternoſter: fränze.) Mit der vorigen kommt in unſern„Gärten und Treibhäuſern eine kleinere Arts: das ſ--=.===-- EEE:---= dd E ZZ ru= B.175 DS 7>> V >--./ GAEL, "KP BEI EE"60 . HDBND „Tp nE) WANN NS 0,0 vd) wa eee(600) AU 19 ————— ——e: —— ——