——— —⸗ 4 1 1' * .-Gl. ¶◻ 1 655 A "k Häandby< Naturgeſchichte für Landwirthe; entworfen von Georg Ernſt Wilhelm Crome, der Arzneigelahrtheit Doktor, Königl.- Preuß. Profeſſor,„Lehrer der Naturwiſſenſchaften am bkonomiſchen Inſtitute zu Mögelin; der Regensburgiſchen botaniſchen Geſellſchaft Ehrenmitgliede, und der Wetterauer naturforſchenden Geſellſchaft correſpondirendem Mitgliede. “== 5 Wmw=umus-=ü“+. Mit einer Vorrede IT 44% /.BUBLTONENEN Albre). 11 Y 1,1: DP ALF ZU MOLGLINV Erſter Theil: SZM Einleitung in die geſammte Naturgeſchichte. Allgemeine Pflanzenkunde, Mit 2 Kupfertafeln. Hannover 1810, bei den Gebrüdern Hahn, Ww Wrreo e ee mreamn mmnm (Sowie ſich der"Begriff vom wiſſenſchaftlichen Betriebe-ihres Gewevbes unter den, Landwirthen immer imeht und mehr verbreitete, mußte auch die Neigung zur Naturkunde, ihrer nahen Verbin- dung wegen, erwachen. Zwar'bin ich'nicht'der Meinung derer, welche die Wiſſenſhäft det Land- wirthſchaft als einen Zweig der Naturwiſſenſchaft betrachten; und jene auf dieſe allein begründen wol: len. Aber ihre-Berührung iſt ſo»häufig, daß-der rationelle Landwirth alle Augenblicke verdrießlich änſtößt, wenn er in dieſem Gebiete des Wiſſens fremd iſt. Er lebt überdem in der Natür und würkt durch felbige== wie ſollte ihm ihre Kennt: niß nicht zum dringendſten Bedürfmiß werden! Mit Hülfe der lektern: bekommt. das einſame ländliche Leben evſt-gusdaurenden Reiz, der empor» * EV. EELS ſtrebende Geiſt beſtändige Unterhaltung. Er ver- mißt die erkünſtelten Vergnügungen der Städte nicht, und kann ſeinen Bli> von den ſchrecklichen Ereigniſſen der Zeit und dem finſtern Chaos der Zukunft äb, zu der ewigen unwändelbaren Ord» nung der Natur hinlenken, und ſo; das Gemüth vom Einzelnen und Irdiſchen zum Allgemeinen und Himmliſchen erhebend, ſich ſelbſt zu ſeinem Ge- ſchäfte mit neuem Muthe beleben. Degshalb ſehnten ſich verſtändige Landwirthe immer. mehr.und mehr nach einer Anleitung zum Studium der Natur= die ſie mündlich nicht er- halten fonnten==, in einem Werke, welches ihren Anſichten und Bedürfniſſen angemeſſen wäre. Die Forderung aber, welche an den Verfaſſer deſſelben erging,» war? daß er nicht nur eine vollſtändige Kenntniß der Naturkunde und ihrer Fortſchritte bis auf.die neuſte Zeit, ſondern auch, die Kenntniß ver Landwirthſchafts- Wiſſenſchaft beſiße, die Be- rührungspunkte beider erfenne,. und ein richtiges Gefühl von den Geiſtesbedürfniſſen und den beſon- deren Anſichten des Landwirths fich erworben habe, uin dieſem ein befriedigendes und nicht abſchrefen- Vv des Werk= wie es manche andre dieſer Art ſind= zu liefern. Der Verfaſſer des vorliegenden hatte ſich: jene landwirthſchaftlichen Kenntniſſe ſchon zu eigen gemacht; und bei dem-mündlichen Unterrichte älterer und jüngerer, wißbegieriger und denkender, aber noch nicht wiſſenſchaftlich gebildeter Landwir- the, Gelegenheit genug gehabt, ſich in die Anſicht des Landwirths zu verſezen. Deshalb habe ich ihn ermuntert, dieſes Werk auszuarbeiten. Es geziemt mir nicht, über den Werth deſſel- ben in wiſſenſchaftlicher Hinſicht abzuſprechen; um ſo weniger bei der liebevollen Verbindung, worin ich mit dem Verfaſſer ſtehe. Aber den Häaupt- zwe: dem Landwirthe einen richtigen Ueberbli> über die geſammte Naturgeſchichte von ſeinem ei- genthümlichen Standpunkte aus, und inſofery ſie Intereſſe für ihn hat, zu verſchaffen 3; ihm einen Leitfaden zu geben, der ihn bei ſeinen Erfahrungen und Verſuchen leitet, und über manchen noch un- bekannten Gegenſtand Auskunft giebt,=- den er- füllt dieſes Werk vor allen bisherigen. Wo es nur möglich war, ſind die Beiſpiele von bekannten VI<<< landwirthſchaftlichen Gegenſtänden hergenommen und Anwendungen auf. das landwirthſchaftliche Gewerbe gemacht worden. Und ſo darf ich. es als len lehrbegierigen Landwirthen) mit voller Ueber- zeugung empfehlen. vi Inhaltsanzeige. Geite Eimfeitnmmg? 6 Tp 20 80 16 Dd L bis 6. Ueber die Natur im allgemeinen 3 6. 813% 6=- 12: Vor den Naturkörpern überhaupt; 6 14=- 18, 12-19. Von den organiſirten' Körpern; C. 14=="317 19-22. Von der Entſtehung det örgäntſirtenm Körpet; SEI 204 es ve 4 B15 8 7 23= 29. Von der Ernährung der pöhmiſſiveh Körpite 9. 25.228......-..-. 30-- 33. Vön dem Wach sthume der orgaiſirtem Köper 3 dici 1 NIRSEE ER CU 453 17 UW OLES: 3. W87 34-36. Von der Fort py flanzung der örganiſirten Körperz > LARP EE EE ien RE 36= 35: Vom Tode der dhniitig Ero 567 32: 39 8.40. Lehre dev organiſirten Körper: Einleitung in die Boranik im allgemeinen z+ 5. 33 bis 37. 5.. 43=-<5t. 1. Ueber den äußeren Bau des Gewächſe, und ve bei jedem Gewäßhötheite üblichen Kunft- äusdrücke; 5.38=42. T- SI1--59, Von der Wuürzel; 6. 43-45. 3 j« 509-641 Vom Stamme3 6. 468== 5;%+ 65-278 Von den Blättern3 5. 51-64.. 7 0 fr, Von den Nebertheiteän der Gewächſes 6. Ge: 141-122, Vor den Kyovpentund Zwiebeln 3; 6,74=-76. 127-- 127. Voört d- Blüthe u. deren Theilen EC; 1918: 128-130. Vom Blüthenſtääbe 3: 86-4541 SWASEE DIO 2145: Nebentyite'der Blüthe; 5.93 1.943..=.. 142-144. VIII Die Blüthe; 5.951.96..; 3 Der Kelch; 6.97= 100.-; 3 Nebentheile der Blume; 104-107,.. Die Befruchtungsgefäße; 6. 108== 110. Die Frucht; 6. 111=124,«++ Der: Saame; 6.125==127-.€ Z Kunſtausdrücke; 6, 128-143.+ ſelben; 5. 144-- 50. 3 Von der Wurzel; C, 151=-54.« 8 Vom Stamme; ß.155.- 8 Die Rinde; C. 156.+= 8 Das Holzz h. 157. 3 K Das. Mark; ßF. 158-=- 60. 7 2 Von den Aeſten; C. 161.= Ä H Von den Knospen;3 ß.162 1. 63. N Von den Zwiebeln; 6. 164.| EG Von den Knollenz bh. 165,. 5, S Von der Frucht u. d. Saamen; 1721.73.. zen; CG 174-778.-. 6. 258.... Bom Kleber; 56. 189.: S. 190: Die Blume oder Blumenkrone; 6. 101=- 103. . . 11,-Yeber den inneren Bau der Gewächſe, zh: die bei jedem- der inneren Gewächstheile üblichen Von der Oberhaut und den Verlängerungen der» . . Von den Blättern u. blattärtigen Theilen, 6. 166. Bond. Blüthe u. deren Theilen 3 6. 167=71. 111. Von den chemiſchen Beſtandtheilen der Pflan- Von den näheren Beſtandtheilen der Gewächſe: . Thieriſch- vegetabiliſche Subſtanz der Hülſenfrüchte; 4 Seite“ T44-- 146. 147== 153. 153-161. 161--166. 166-172. 172-- 184. 185= 190. I91--214. 214-221. 222-226. 226 WU. 227- 227-229. 229--231. 231--237. 237-- 239. 239243. 244 1,245. 246. 247 bis 249. 250-255. 255-257: 253-279.* 279-281: 281--283:. 283=285- IX Seite Eyweiß;'.6. 1913... N 4 285,.-- 287. Grünes Saßmehl; 2192.+ N a.„. 287-289. Stärke, Stärkemehl; C. 193.. N+... 289. 292. Schleim oder Gummiz 5. 2194++;+ 292: 294. ZuFerz; 5. 195. ö N>.+... 295-=- 298. Fettes Oel; 9. 196.. 8 8 3+... 298-302. Wachs; 8. 197. N> 5 3..; 302-304. Aetheriſches Oel 3 198. 2 8.' 304== 307. Harze 3 9.199. N N“ 4+ 1 307=-3I0. Extractivſtoff, Seifenſtoff; bh. 200.=.=-ZIZ. Gerbeſtoff; 5. 201.1.2«.... N+4 ZIZ= ZI7. Von den Pflanzenſäuren 3; 5. 203=4...] Z17=326. Pflanzenfaſer 3; 5. 205. 6 2» 326-328. IV. Phyſiologie der Pflanzen; 6. 206--8,.. 328= 336. Entſtehung der Gewächſe; C..209=- 17,+.“ 337 358. Weitere Ausbildung der Pflanze; Wachsthum der» ſelben; bh. 218-- 27.! 3 SGE 3851 Nahrungsmittel, Ernährung. und Aſſimilation der- Gewächſe; 6. 228= 37.. N+ 390+ 426 Von der Fortpflonzung der Gewächſe;- 6. 258. 421-- 422. Fortpflanzung durch Verlängerung u. Trennung; 0.239= 44...:+ 1422-433. Bluthe; Befruchtung; Fortpflanzung durch Sag- men; 6. 245-147,.' 3 434-442. Verſchiednes Geſchlecht der Pflanzen z Befruchtung derſelben; 9. 248-- 51. 4»« 443-456. Frucht: und Saamenbildung;. 5, 252.55. 456-- 463. Verſchiedenes Verhalten der Gewächſe nach der Saamen- Erzeugung; 6. 25619. Kr BID'464== 469% Vom Wohnorte der Gewächſe; 258-654 469-- 489» Vom Einfluſſe der atmoſphäriſchen Luft, der Wärme 11. des Lichts auf die Gewächſe; 5. 266--68, 490-- 494. X Seite Von den Krankheiten-der Gewächſe; 6. 469, 70. 494-498. Von den Urſachen der Kränkheiten und den Wirkun» gen derſelben; 6. 271. E:; 499= 504. Von den Kränkheits»Aeußerüungen; 6. 272. 504== 507. Hon den Heilmitteln der Pflänzen 3; 6. 273. 3 F508==>F5I4. Von der Pflänzenheilkünſt ic. 3 C. 274 8:75. Z12<- 513. Von den inneren Krankheiten-und ihrer Heis lungömethode; 6. 276-278 3. I3= 518. Krankheiten des Reſpirations- und Ausdünſtungs» Syſtems 3 6. 279=83: e 5 519-527: Krankheiten der Befruchtungsörgane; 6. 284- 86. 529-532. Kränkheiten der Früchte u. Saamen 3 6. 287-8389. 532-5384 Aeußere Kränkheiten der Gewächſe: Verleküngen durch mechaniſche Schädlichkeiten 3 6. 290. 91. 339-=+342. Kränkheiten der-Inſecten 3; 6.292 94.- 542-546. Kränkheiten dur< Gewächſe; 6.295.++ Z46==547. VI; Shyſtemkünde 3 6: 2961.297-. Z 547-5516 Beſtimmung u. Grundbegriffe eines jeden Pflanzen» ſyſtems; GF. 298= 301. 2% S51--557; Würdigung der vorzügl. Pflanzenſyſteine 3 6. 302: 557=-F59. Linne's Pflanzenſyſtem3 h. 303== 305. 560-551. Jussjeu'!s natürl. Pflanzenſyſtem;' 6. 306-311. 574<=596. VII. Anleitung zum Selbſtſtudium der Bötänik; vorzüglich für Landwirthe; 6. 312= 315; 597-- 606: E vf vein wg: G. I+ Die freie Natur iſt die große Werkſtätte des Land- wirths5 die Naturproducte ſind die Materialien, de- ren er zu der Ausübung ſeines Gewerbes unumgäng- lich nöthig hatz der Grund und Boden liefert und erhält ihm ſeine Materialien?== was könnre ihm daher nüßliher, und was muß ihm unentbehrlicher ſeyn, wenn er als ſelbſtdenkender Landwirth handeln und nicht blindlings in die Fußtapfen ſeiner Vorgän- ger treten will, als eine allgemeine Kenntniß der Na: tur und ihrer Producte!== 6.27 Die Kenntniß, welche: wir von irgend einer Sache beſihen, iſt entweder empiriſch oder ſcientiviſchz;=- empiriſch oder oberflächlich iſt-ſie„wenn: wir: blos die Außet:ſeite der Sache aufgefaßt haben; ohne. uns eine klare, Vorſteung von ihrer Beſchaffenheit machen und dieſe Anderen mittheilen zu fönnenz ſcienti- viſch(wiſſenſchaftlich oder gründlich) hingegen; wenn wir den Gegenſtand nach wiſſenſcerbaren Krume, die Beſchaffenheit des Untergrundes u. dergl. gußern den wichtigſten Einfluß auf die Pflanzen, wel- heer trägt die Kenntniß! dieſer Gegenſtände" iſt'da- her dem“ Landwirthe ebenfalls ſehr wichtig, und die Geognofie," oder" vielmehr ein Zweig derſelben, die Agronomie,"wird ihm'Belehrung darüber evtheilen. Eben ſo wirkt die Atmoſphäre mit'den in ihr'enthalte- nen-und aufgenommenen Stoffen mächtig auf das Le» ben und Gedeihen der Thiere und Pflanzen ein, wel? che in ihr leben. Es wird daher für den Landwirth nöthig ſeyn, auch dieſe kennen zu lexnen, und die an- = Dru 5 gewandte, Phyſik wird. ihm die Kenntniß, dieſes Gegen- fiandes verſchaffen. 6.6: Zuviel wäre es.indeſſen verlangt, wenn. der Land- wirth zugleich vollkommner Botanifer, Zoologe„-Mi- neraloge und Chemiker;ſepn ſolte..+Er. ſoll nur. einen richtigen Ueberblick Über. dieſe Wiſſenſchaften beſißen, ſoll nur ihre, Anwendung, ihr. Eingreifen in. ſein Ge- werbe kennen, ohne, ſie ſelbſt eigentlich. zu ſtudieren, Hat er ſich einen ſolchen vichtigen Ueberblick über dieſe. Wiſſenſchaften erworben ,, ſo wird'er, um. deſto gründli- der ſein Gewerbe dur<ſchauen..um ſo befriedigender ſich ſeine Zweifel. und,ſeine-Fragen löſen können, die ſich ihm täglich noch aufdringen werden...+. Erlaubt..es ihm vielleicht ſeine Lage und ſeine Zeit, eine dieſer Wiſſenſchaften“neben ſeinem Gewerbe zum Lieblings- ftudium zu machen, nun=- um ſo beſſer! Der ge- naue Umgang und die immer nähere Verbindung mit dev'Natur'werden'ihm dann die trefflichſte-Unterhal- tung in ſeinem Nebenſtunden, 1 undſeinem Geiſte die ſchönfte'Nährung gebens ſie werden ihn durch ihr rei- nes-Vergnügen; welches'ſie:dem, der+ſich. ihnen ernft- lich widmet," verſchaffen; fürdie vielen-Beluftigungen entſchädigen;“die'nur dev-Städter kennt,- und die ge- wöhnlich der Landwirth um ſo- leichter entbehren lernt, je mehr ev ſich der Natur und ſeinem häuslichen Zirkel anſchmiegt 1=- Cais7 Es ift dex Zweck der folgenden Blätter, den'Land- 6<<< iu Affi wirtſ dieſe Wiſſenſchaften, ſoweit fie für ihm Jater» eſſe haben, kennen zu lehren; ihm'die Anwendung derſelben und ihr Eingreifen in ſein Gewerbe zu zei- gen, und'ihm einen Faden zu geben, der ihn bei ſei- nen Beobächtungen,"bei ſeinen Arbeiten und Verſus beiden.) Naturreichen zukommenden Orlg aime iabgöhen das 0x gamiſche Reich. 54.6. BVegetabiälien, Es folgt jeßt/dieuzweite große Sphäre der Natur- körper: 14 Die Köper„welherſie umſchließt„zeichnen fich nicht" alein» darc<.einen äußere, Fünftliche Bildung aus 2' ſondern die Zevgliederyng,. der) inneren Theile ihves Körpers Zeigt: uns) auch,„daß fie, aus.einer Menge künſfilichſgebildeter Kanäle„Gefäße und. Behälter.ge- bildet-ſind, diesden=«Köypeyn-des-anorganiſchen Natur» voichs fehlen, und die wir.O rg an e.nennen.:.Vex- -möge. diefer Organe nehmen jſie:/mehrere fremdartige Stoffe aus"demvanorganiſchen Naturveiche.durch un- Fählige än ihrer Baſis undy-guf,ährer Oberfläche zer- ftreuete-Poven oder Oeffnungen ,:/als Nahrungsmittel iniſichiauf, eignen»digſe venmittelſt,einer eigenen ihnen «beiwöhnenden-Kraft5 dev, Veyet ations braft, 49- vem. Körper, zu, und, bewirken, dadurchy daß.„dieſer irh: von iinnen:;ngih»guſſen, vergrößert„.;.oder: wäh ft. 16= größern von innett nach außen, oder:das Wachſen; das Vermögen, ißnen ähnliche Naturkörper wieder zu erzeugen, und-eine beſtimmte Dauer ihres Lebens, ha- ben ſie mit; den Gewächſen gemein:- Siegnterſchei- den ſich aber von ihnen dadurch» daß ſie nur dur< eine, in der Regel am vorderen Ende'ihres Körpers befindliche Oeffnung(den'Mund) ihre, ſchon zuſam- mengeſößtere Nahrung, wie die der Gewächſe; zu ſich nehmen, von wo aus ſie in einen Behälter(den Ma- gen) geſchafft, dort verarbeitet, und durch viele att dere künſtliche Organe den Theiſen ihres Körpers aſſi- milirxt wird. Sie haben ferner, vermöge der in ihnen wohnenden Lebenskraft, und der außerſt künfiliz AEEzn== nenten."Dieſe Thätigkeit, dieſes Leben ſelbſt, ſchrei- ben wir ferner einer gewiſſen Kraft zu, die wir Le- bensfraft nennen. Durch dieſe Lebenskraft erhal- ten die Organe ihre Empfänglichkeit für äußere Ein- drücke, und. ihr Vermögen, dieſen äußeren Einwir- kungen. entgegen. zu wirken, und.ihr Bewegungsver- mögen, ohne welches ſo wenig Wachsthum als Ernäh- rung, ſo wie auch kein wechſelſeitiges Eingreifen dex einzelnen Theile in einander, möglich wird, 8...20+ Weitere Zergliederung. der Lebensfkraft« Die Lebenskraft,„oder wenn wir mehrere derſelben annehmen. wollen,) wenn es gleich im Grunde nur eine Kraft.iſt/ iſt. von. den ſogenannten todten Kräf- ten wie der: Cohäſionskraft 2e< ſehr verſchieden 2 man Hat es verſucht; ſie nach phyſiſchen Geſetzen erklären zu wollen, allein es iſt nicht-möglich. Sie ſteht in immerwährendem: Kampfe mit jenen todten Kräften, und hebt ſelbſt die Verwandſchaftsfkraft(5. 15.) auf, ſo daß diejenigen Körper, welche als Nahrungsmittel in einem, thieriſchen oder. vegetabiliſchen Körper ge- ſchafft werden, eine, Zerſezung erleiden, in ihre einz facheren Theile zerlegt, und nun fähig gemacht wer- den, neue Verbindungen mit dem. Körper ſelbſt ein- zugehen. Organiſation und Lebensfraft erleiden übrigens in der großen Reihe der organiſirten Körper mannigfal- tige. Abſtufungen:' hauptſächlich unterſcheiden wir ſie in thieriſche und vegetabiliſche Organiſation und Le- bensfraft 3 nennen die leßtere auch wohl Vegetations- kraft, um ſie von dev Lebenskraft der Thierkörper zu unterſcheiden. Die Lebensfraft ſpricht ſich'in den thie: riſchen Körpern mehr aus, als die in den vegetabili- ſchen: auch die thieriſc Mi ben ihve eigne Behandlung erfordert,"damit ſie nicht wieder augarte. Ueber die verſchiedenen Thier-Raßen werde ich demnächſt in der Zoologie; fo wie über die des Pflanzenreichs in der Bot anik ausführlicher ſprechen. Vonder Ernährung dey organiſirten/Körper. BS Ernahrung. Bi18 zu einem gewiſſen Zeitpunkte bleibt der junge durch die Zeugung gebildete organiſirte Körper, ſey es ein Thiev'oder eine Pflanze, mit ſeinem Muttev- körper verbunden, und wird durch dieſen ernährt 3 ſo wie er nun aber nach und nach zu dem Grade der Bo- kommenheit reift,- daß er einen eigenen Ernähvungs- prozeß anfangen kann, trennt er ſich von dem Muüt- terförper lo8,: und'beginnt einen neuen'Nahrungs- prozeß. Um'nun dieſen jungen organiſierten Körper ferner auszubilden, iſt eine fortdauernde Nahrung nöthwen- dig 3(aber auch:bei dem ſchon ausgebildeten' organiſir- ten: Körper muß dieſe-Nahrung fortdauern, wenn'ex ferner leben 75 und“ alle: organiſchen Geſchäfte gehbrig verrichten: ſoll 3» denny'"kein"Theil des Körpers bleibt derſelbe, der ev iſt3 ves findet'eine beſtändige Exneue- xung aller Theile des Körpers Statt? denn das Ge- webe des Organißmus iſt ſo fein ,' daß es ſich beſtän- dig abnußen würde, wenn die abgenußten Theile nicht immer weggeſchafft,“ und neue wiedey hinzugeführt würden: Hiezu iſft'nun ein beſtändiger Zufluß von Säften nöthig"und dieſe Säfte! ſelbſt müſſen ſchon zuſammengeſeßt,. ſchon'von einem andern vegetabili- ſchen Organismus- vorbereitet. ſeyn, wenn: ſie nah- rungsfähig wirken ſollen.“"Je jünger der organiſche Körper. iſt; um ſo' ähnlicher„ angemeſſener für ihn, um ſo: zubereiteter müſſen"dieſe; Sgfte ſeyn, weil es ihm haufig.noch an den Kräften; zuweilen auch noch an. den»nvthigen Organen fehlt, die eingenommene Nahrung gehörig zu verarbeiten und; zu verdauen? daher finden wir in der Regel in den Saamen der Gewächſe ein Magazin.nahrüngsfähiger Subſtanzen, welche„durcen- findet: dieſer ſonderbare, Ginvich- tung; Statt: 4). Die) Fortpflanzung: geſchieht von zwei Indi- viduyen; von; denen: das: eine die. weiblichem Befruch? tungsorgane/ oder die Eier, das andeve diemännlichen oder dem befruchtenden, Stoff: enthält. Zu'dieſex-Ab- theilung gehören. alle: rothblüthigen und viele! andere Thiere, ſo wie auch mehrere Pflanzen, z. B;+ die-der 22ften-Lin n. Claſſe. Bei einigen Thieren. dieſey Ab- theilung) wird das Ei, odev. der Keim des jungen:orga- niſchen; Körpers, der, durch: die. Begattung. ſchon, ſein Leben erhalten hat, ſo lange in dem weiblichen Frucht? behälter, zurückbehalten- bis: das junge Shier ausge* Gildet: ift» und. nun, von ſeinen. Umhülungen. befreit, rn 39 zur Wolt Fommen kan? dieſs nennt mamb ebendig gebä hy omd(vivipara). Thiere).u9d" es gehört. dis ganze Reihs dor" Säugethiere. hich ev... Anders Thiere dioſex Abtheilung, hingegen: gebog- das- befruchtete, Ei ſelbſt: von ſſh» in wolchem) das» junge-Thier-, nun exſb * woiter; ausgebildet> und-, dant:hat5 ſie.lehrt. uns ferner den gan- zen Lebensprozeß. der. Gewächſe mit-ſeinen, verſchiedenen Erſcheinungen kennen, zeichnet; uns ein. getreues. Ge» mälde des: ganzen Pflanzenföxpeys im, geſunden: und» im kranken Zuſtande, und. lehrt uns. endlich, alle be- fannts Gewächſe nach. beſtimmten Grundſäßken. in, nas türliche. Familien oder künſtliche Syſteme einzutheilen: 44 uw aiüle Egan Die lektere lehrt uns eine jede einzelne Pflanze ge» nau kennen, und von allen übrigen richtig unterſchei- denz ſie macht uns mit der Blüthezeit, der Fruchtreife, der Dauer, dem Wohnplaß, und dem Standort der- ſelben bekannt 3 theilt uns ferner die Erfahrungen über ihren etwanigen Nußen oder“Schaden mit, und macht uns endlich noh mit den Krankheiten, denen ſie aus- geſeßt iſt, fo wie mit den Feinden, die ihr in irgend einer ihrer Lebensperioden nachftellen, bekannt. Dieſe Lehre der einzelnen Gewächſe wird zur angewandten Botanik, wenn wir'ſie vorzugsweiſe auf' einen Theil der Wiſſenſchaften und“ Künſte anwenden,"und nur diejenigen Gewächſe ausheben) deren Kenntniß dieſer oder'jener Wiſſenſchäft oder Kunſt wichtig und nöthig it;( Daß" dieſer" Lehre" der- einzelnen Gewächſe' oder auch" einem! jedem Theile derſelben, wenn ſie'zuv an- gewandten Botanik wird, die Kenntniß der Gewächſe im Aügemeinen(die“aber"auch vorzugsweiſe auf dieſe oder jene Kunſt oder Wiſſenſchaft angewendet werden kann,) vorhergehen muß, verſteht ſich von ſelbſt. 5. 34. Oefkonomiſche Botänik, So wie nun die Botanik auf jede mit ihr verwandte Wiſſenſchaft oder Kunft angewendet werden kann, ſo läßt ſie fich vorzüglich auch auf das ländwirthſchaftliche Gewerbe anwenden, und wir nennen dieſen Theil dev angewandten Botanik die bkonomiſche Botänif. Wie ich ſchon vorhin geſagt habe,"muß einem jeden = 45 Zweige der ängewandten Botanik erſt“ die Lehre der Pflanzen im Allgemeinen vorangehen, und vorzüg?- lich für den Landwirth ift-die Kenntniß der Gewächſe im Allgemeinen äußerſt wichtig. Sein Hauptgeſchäft iſt der Pflanzenbau 5 er muß daher die Natur der Pflanzen im Allgemeinen, ſo wie ihren ganzen Vege- tations- Prozeß genau kennen, muß den Einfluß der Atmoſphäre und des Bodens(ſo wie aller in beiden wirkenden Stoffe und Kräfte,) auf die Gewächſe be- rückſichtigen; hiezu iſt ihm die Kenntniß des äußern wie des inneren Baues der Gewächſe höchſt nöthigz ihm müſſen ferner. die chemiſchen Beſtandtheile der Gewächſe nicht fremd ſeyn, damit ex mit Gewißheit ſagen kann, wie dieſe und wie jene Pflanze in Hin- ſiHt ihrer Nahrhaftigkeit ſic verhält, um daraus Schlüſſe zu ziehen, welche Gewächſe er unter ſeinen Local- Verhältniſſen mit dem größten Vortheil ziehen kann. Auch die: Krankheiten der Gewächſe, beſon- ders derjenigen, welche er anbaut, muß er, ſo wie die nöthigſten Mittel dagegen, kennen; und endlich iſt es gut, wenn er ſich die Kenntniß der natürlichen Pflanzenfamilien oder eines künſtlihen Syſtems zu eigen gemacht hat, damit er nicht agein jede ihm vor- kommende Pflanze richtig danac< beſtimmen kann, ſon- dern damit er auch einen beſſeren Ueberblick über alle ihm befannte Pflanzen ſim erwirbt. Unter den ein- zelnen Gewächſen ift ihm vorzüglich die ſpecielle Kennt- niß derjenigen wichtig, welche er anbauet, oder einft no<4 mit Vortheil anbauen könnte 5 ferner muß er auch digjenigen wildwachfenden'Gewächſe kennen, die ihmund ſeinen'Hausthieven, ſo wie ſeinen angebatte- „ten'Gewächſen, nüßlich oderſchädlich ſind. Die Blüthe- zeit, Fruchtreife, Dauer, den Wohnovt und den Standort dieſer!Gewächſe muß er'kennen, um danach ſeine Behandlunggart einzurichten 3 und auch die Kranfheiten,'ſo wie die Thiere, welche ſeinen Ge- wächſen ſchädlich ſeyn können, muß er kennen lernen, um nöthigenfals die zweckmäßigſten Maaßregeln da- gegen ergreifen zu können. Ueber alle dieſe Gegen- ſtände wird ihm das Studium der ökonomiſchen oder landwrirthſchaftlichen Botanik die nöthige Auskunft ev- theilen. 8. 35- Studium der vkonomiſchen Botanik. Es entſteht jeht die wichtige Frage, wie ſich ein Landwirth diefe botaniſchen Kenntniſſe auf die zwecks mäßigſte Art zu eigen machen kann.= Am beſten iſt es freilich, wenn er'den Unterricht eines Lehrers be- nußen kannz denn wenn es gleich dem angeſtrengten Fleiße eines Jeden möglich iſt, durch gut gewählte Schriften die Naturgeſchichte öder einen Zweig der- ſelben zu ſtudieren; ſo'bleibt es doch unumſtößlich auß- gemacht, daß der mündliche Unterricht eines quten Lehrers, duch'bei den beſten Hülfsmitteln' dem Selbſt» ſtudium vorzuziehen iſt? äber wie wenige unter den Landwirkhein ſind 68, die die Koſten daran wenden können, eine güte Lehränſtält»zu beſuchen ,/ und wie Viele bleiben Aicht nöh-Übtig» die freilich den größten ZUBE 47 Eifer befißen“ ſich wiſſenſchaftliche. Kenntniſſe ihves /Fac Gir Gewächſe etwas Käher betrachten.„Dieſe iſt in Hin- ſicht ihres Ueberzuges mannigfaltigen Verſchiedenhei- ten äusgeſezt 3 und da dieſe Verſchiedenheiten allen Gewächzstheilen zukommen können, ſo müſſen wir ſie zuerſt kennen lernen. Man nennt die Außenſeite 3 T) glänzend(nitidus), wenn die Oberfläche ſo glatt iſt, daß ſie wie geglättet erſcheint, und die Lichtftrahlen zurückwirft, 3. B+ beim Hülſenbuſch, Hex Aquifolium. 2) matt(opacus), wenn ſie ohne allen Glanz iſt 3 alſo der Gegenſaß des vorigen Ausdrucks, wie bei den meiſten Gewächſen. 3) glatt(laevis), ohne Erhabenheiten, Strei- fen oder Furchen. 4) unbehaart(glaber), wenn ſich keine Haare, Borſten oder andere haarige Bedeckungen auf der Obex- fläche zeigen. 5) punfktirt(punctatus), wenn die Oberfläche mit fleinen feinen Punkten überſäet ift, die nur durchs Geſicht, nicht aber durch das Gefühl zu bemerken ſind. 6) ſcharf(lcaber), wenn dieſe Punkte ſo ſtark hervorragen, daß ſie durch das Gefühl bemerkbar werden. 7) rauh(asper), wenn dieſe Punkte noh her- vorragender und zugleich ſcharf ſind. 8) hoFvig(hispidus), wenn ſie mit kurzen ſteifen Haaven beſegt iſt. ZEE 55 0) bor ſtig Hirtaus), wenn die Haare'eine mitt- leve Länge haben, dabei'aber ziemlich ſteif ſind. 10) haavig(pilosus), wenn ſie mit längen, einzeln ſtehenden, ekwas krumm gebogenen Haaren bekleidet iſt. IT) zottig(villosus), wenn die Häare ſehr lang, weiß und weich ſind: 12) weich haavig(pubes8cens), wenn die Ober- fläche dicht mit feinen weißen Haaven bedeckt iſt. 13) ſeidenavtig(sericeus), wenn ſehr feine dicht anliegende Haave die Fläche dicht überziehen, ſd daß dieſe dädurc< weiß erſcheint. 14) wolſig'(lanatus), wenn die Fläche mit dichten, weißen, ziemlich langen, gefräüſelten Häarven bedeckt ift, I5) filzig(tomentosus), wenn dieſe gefräu- ſelten Haare ſo dicht in einander verwebt ſind, daß man fein einzelnes Häar unterſcheiden kann. 16) bäartig(barbatus), wenn die gefräuſeltet Haare büſchelweiſe beiſammen ſtehen. 17) ftviegelicht(Strigosus), wenn ſich kleine, dicht angepveßte, nach unten verdickte Borſten zeigen. IS) brennend(urens), wenn die kleinen Haare unten mit einer Drüſe verſehen ſind, welche bei der Berührung derſelben einen brennenden Saft entläßt. 19) gewimpexrt(oiliatus), wenn der Rand eines Blattes oder die Fläche eines Stengels mit einer Reihe langer Haare beſeßt iſt. 56== Gin 20) warzig(papillosus), wenn ſich auf der Oberfläche kleine warzige Erhabenheiten zeigen. 21) blattrig(papulosus), wenn ſie mit fklei- nen blatterartigen hohlen Bläschen bedeckt iſt. 22) weichſta az 57 ' 31) bemahlt(pictus), wenn. dieſe anders ge- färbten Flecke beträchtlich groß ſind. 32) gleichfarbig(concolor), wenn die Flä- T.1. Fig. 3. a.(rhizoma) nennen, und die feinen dünnen Wurzeln, welche theils als feine Faſern unmittelbar aus der Hauptwurzel her- vorgehen, theils auch als die leßten Verlängerungen der Hauptwurzel und ihrer Zweige anzuſehen ſind, und die wir Haarwurzeln, Wurzelfaſern, oder Wurzelzaſern(radiculae, fibrillae, radiculae fbrillosae) nennen, T. 1. Fig, 3. b.; ſie ſind es ei- gentlich, denen das Einſaugungsgeſchäft zukommt, da hingegen der größere Wurzelförper mehr zur Be- feftigung und zum Behälter der Nahrungsſtoffe dient. Einige Gewächſe ſcheinen blos mit dieſen feinen Haar- wurzeln verſehen zu ſeyn, und es geht ihnen die Haupt- wurzel ganz ab: in der Regel ſind dieſes ſogenannte Schmaroßerpflanzen, die ſich durch andere Theile, wie durch Schlingen und Ranken, an andern Pflanzen feft- heften, und dieſe feinen Wurzeln nur zur Einſaugung nöthig haben. Bei dieſen Faſerwurzeln kommen nur wenige Verſchiedenheiten vor gewöhnlich bilden ſie einfache Fäden, ſeltener theilen ſie ſich in große Aeſte 3 man nennt ſie! a) fadenföormig(filiformes), wenn ſie aus einem einfachen Faden beſtehen/ wie bei mehreren un- ſerer'Schmaroßkerpflanzen, T. 1. Fig. 1., z, B. der Flachsſeide. b) faſerig(Abrogae), wenn ſie aus mehreren fadenförmigen Würzelchen beſtehen, wie bei den mehr- ſien unſerer kleinen Gragarten T. IT, Fig. 2. Sind die Faſerwürzel (Caudex asScendens);: oder; den Stamm. Er iſt eigentlich nichts als eine„Verlängerung. der Wurzel| Üüberihrem Standorte, und: hat: auch einen. ziemlich ähnlichen Bau mit ihr, da. es bekannt iſt, daß-.man mehrere leihtwurzelnde Bäume-mit ahren Aeſten. in die Erde pflanzen, cund.mit aufwärts gerichteten Wur» zeln/ welche jezt ſtatt der Aeſte: Blätter«und Blüthen treiben werden, völlig umfehren und zum lebhaften Vegetivren bringen kann, Aber auch ex dient nicht allein zur Stüße der übrigen Theile, ſondern auch zum Behälter und Fortleiter der.eingeſogenen: Nah? rungöſtoffe3 und die zahlreiche Menge zarter Oeffnun- gen, die wir hin und wieder auf ſeiner Oberfläche zerſtreuet finden, macht es wahrſcheinlich, daß er auch als Einſaugungs-- oder als Ausdünſtungsorgan dient. In der Regel-finden. wir bei den mehrſten. Gewächſen dieſen Theil, indeſſen. giebt es doch auch. viele, bei denen er ganz fehlt, oder mit den. übrigen Theilen ſo öS verſchmolzen iſt, daß wir ihn nicht deutlich unterſchei» den können. Im erſteren Falle, wo er gänz fehlt, oder zu fehlen ſcheint, kommen die Blätter und Blü- then unmittelbar aus der Wurzel hervor, und wir nennen dieſe Gewächſe ſtengelloſe Pflanzen (acaules), im Gegenſaße der übrigen, welche Stengel hervortreiben(caulescentes), Beiſpiele der erſteren Art geben uns das wohlriehende Veilchen, der größte Theil der'Zwiebelgewächſe 2.3 Beiſpiele der leßteren Art, bei weiten der größte Theil der Gewächſe. Der letztere Fall findet bei mehreren ſehr ſaftigen Gewächſen, vorzüglich der heißen Zone Statt, bei denen Stengel und Blätter ganz in einander über- gehen; ferner bei einigen Familien der ſo ſeliſam ge- ftalteten Kryptogamen, 3. B. bei vielen Lebermooſen, Flechten, Schwämmen 2c. Anmerkung. Bisweilen findet ſich zwiſchen dem Stamm und der Wurzel noch ein Mittelkörper, den man bald zu jenem, bald zu dieſer, gerechnet hat: die neueren Botaniker nennen ihn den mittleren StoF(Caudex intermedius), und zählen z. B. die diFe Knolle, welche ſich bei dem Kohl- rabi(Brassica oleracea gongylodes) befindet, hieher. Es ſcheint ziemlich gleichgültig zu ſeyn, wohin man ihn rechnen will, da Stamm und Wurzel in ihrem Baue ſo viel Ueber- einſtimmendes. haben, und. oft ganz unmerklich in einander übergehen. C.. 47. Arten des Stammes. Dieſer aufſteigende Theil der Gewächſe erhält, nach den ſo mannigfaltigen Verſchiedenheiten der Ge- wächſe ſelbſt, verſchiedene Namen. So heißt er? IT) Stamm(Truncus), im eigentlichen Sinne des Wovts nur bei holzigen Gewächſen;''bei Bäumen und Sträuchern.' 2) Lohden oder Latten) nennt: man in der Kunſtſprache der Forſtmänner die jungen holzigen Stämmen, die man entweder aus Saamen gezogen hat, oder die wild aus alten Stämmen oder deren Wurzeln emporgeſchoſſen ſind. 3) Stange nennt der Förſier einen ſchon heran- gewachſenen aber noch ſchwachen Baumz"auc wa bel emporſteigt, und blos Blüthen, aber keine Blätter (es ſey denn einige Deckblätthen, dicht unter den Blüthen) trägt. 5)„Strunk(Stipes) nennt man dieſen Theil bei. den Palmen,-den-Farvenkräutern und den Pilzen. S) Moosſtengel oder-Stämm< en(Surcu- Jus) heißt dex Stengel der Laub- und Lebermooſe. 5. 48+ Theilung, Richtung, Figur, Bekleidung„Dauer und Subſtanz des Stammes. Alle dieſe Benennungen bezeichnen immer nur die- ſen aufwärts: ſteigenden Theil ſelbſt, ohne daß man „feine übrigen Eigenſchaften berückſichtigte 3 nach dieſen kommen noch mehrere Ausdrücke. dabei vor, welche wir kennen lernen müſſen.| So heißt der Stamm im all- gemeinen, a) in Hinſicht ſeiner Zertheilungt: 1) einfä<(simplex), wenn er gar feine Aeſte treibt, wie z= B«+ der Schafft der meiſten Zwiebel- gewächſe. 2) äſtig(ramo8u8); wenn er ſich in Aeſte zer- theilt, wie bei den meiſten Gewächſen 3 ſind ſehr viele Aeſte da, ſo heißt er ſehr äſtig(ramosi83imus). 3) weitſchweifig(diffusus), wenn die Aeſte ſich weit vom-Stengel entfernen und in der Luft ver- breiten. 4) gabelförmig:(dichotomus), wenn er ſich von der Baſis an in zwei Aeſte, jeder derſelben wieder in zwei"Aeſte, und immer' ſo fort ſpaltet, 5. B. bei der Miſtel, dem Tauſendgüldenkraut 2;' Tab. 11; ' Fig. 19. 5) armförmig(brachiatus);'wenn die Aefte ſo ſtehen, daß immer zwei einander gegenüber ſtehen, und zwar ſo, daß das zweite Paar mit dem unter ihm und über ihm ſtehenden ein Kreuz"macht u. ſ. f., z. B. bei dem jährigen Bingolkraut. 6) quirlförmig(verticillatus); wenn der Hauptſtamm in der Mitte gerade fortwächſt, in' ge- wiſſen Entfernungen aber nach atlen Seiten hin aus einer Stelle Aeſte treibt,' die ihn' kreisförmig ums geben, z. B. bei der Fuhre. 7) ſproſſend(prolifer), wenn er nur an der Spiße Aeſte hervortreibt, 3, B. bei dex ſproſſenden Nelke. b) in Hinſicht ſeiner Richtung? 8) aufre= IT) niedergobogen(declinatus),"wenn er anfangs in die Höhe ſteigt, dann aber einen Bogen beſchreibt, und ſich wieder herunterbeugt/ ſo daß der Bogen yah. oben gerichtet iſt. Tab. 11. Fig. 3. T2) geneigt(cernuus), wenn die Spiße eines aufrecht ſtehenden Stengels beinahe eine horizontale Richtung annimmt. Tab. U, Fig. 4. TZ) überhängend, nickend(nutans), wenn ey ſeine Spiße-der Erde zufrümmt. Tad. 11. Fig. 5. 14) ſen hat, z+ B. bei der Poa compres5a, Tab. Il. Fig. 13. 26) zweiſchneidig(anceps), wenn dieſe Een ſcharf und' ſchneidend ſind, wie bei mehreren Ried- gräſern, Tab. IL Fig. 14. 27) eckig(angulatus, angulosus), wenn er mehrere Ecken hat, zwiſchen denen die Flächen vertieft ſind. Die E>en ſind entweder ftumpf, und dann heißt er ſtumpfe>ig(obtuse angulatus), oder der Sten- gel iſt ſharfec>kig(acute angulatus, acutangu- Ius): ferner zählt man die Een, und nennt ihn z. B. drveie>ig(triangularis), viereckig igel ra Jaris) 26. Tab. 11. Fig. 15. 28) fantig(queter), wenn er ſcharfe Een hat, zwiſchen denen aber die Flächen eben ſind: hierbei zählt man wieder die Kanten, z.B. dreikantig(tri- queter), vierfantig(tetraqueter) 2c, Tab. 11. Fig. 16. 29) ſeitig(gonus), wenn er mehrere abgerun- dete oder ſtumpfe Ecken hat, zwiſchen denen die Flächen ebenfalls glatt und eben erſcheinen 3 ſo nennt man ihn z. B. dreiſeitig(trigonus), vierſeitig(tetra- gonus) 2x, Tab. I]. Yig, 17. Alle dieſe Formen (26, 27, 28, 29) finden ſich vorzüglich bei mehreren graßartigen Gewächſen, und bei ſehr ſaftigen Pflanzen der heißen Zone. 30) häutig(membranacens), wenn er zu- ſammengedrückt und dünn wie ein Blatt iſt. 3x) gegliedert(articulatus), wenn er aus mehreren gleichſam aufeinander geſeßten Stücken be- ſteht, ohne daß an den Verbindungen. dieſer Stücke -..-. 73 Einſchnürungen ſjättfinden, wie bei dem Juncus ar- ticulatus, 32) gelenfig(geniculatus); dieſer Stengel iſt dem vorigen ähnlich, nur finden an den Verbin- dungen dev einzelnen Stücke Einſchnürungen Statt, z+ B- bei mehreren ſaftigen Pflanzen,wie dem Cactus Opuntia etc. 33) fnotig'(nodosus),'wenn er in verſchiede- nen Entfernungen ſtark verdickte, hervorgetriebene Stellen hat, wie bei dem größten Theile der Gras- arten. 34) fnotenlos(enodis), wenn ſich gar feine Knoten an einem Stengel finden, an dem man ſie ſonſt antrifft, 3. B. an einem Gragshalme. d) nah ſeiner Befleidung iſt der Stengel: 35) na>t(nudus), wenn er gar feine Blätter; Schuppen oder dergl, hat. 36) blattlos(aphyllus), wenn ihm blos die Blätter fehlen. 37) ſchuppig(8quamozus), wenn ex mit Suppen bedeckt iſt. 38) afterblättrig(stipulatus), wenn er mit Afterblättc e-(angulus) iſt die hervorſtehende Spike. eines ſolchen Theils,. und die Bud,t.(8inus), wird durch den leeven Zwiſchenraum zwiſchen dieſen. Ecken. gebildet. Beiden Gräſern. und. grasartigen. Gewächſen, ſo wie auch bei einigen andern. Pflanzen, legt ſich der-un- tere Theil des Blattes wie eine Scheide(vagina) um den Stamm z;. da, wo dieſe. Scheide aufhört und. ſich in ein Blatt. verlängert; bemerkt. man oft.ein kleines hautartiges durchſichtiges Blättchen, welches man das Blatthäut> 8. 54- Anheftung. der Blätter. In Hinſicht ihrer Verbindung oder Anhef- tung an den Stengel oder. die Aeſte heißen die Blatter 1) geſtielt(petiolata), wenn ſie vermittelſt eines Blattſtiels mit dem Stengel oder dem Aſte zu- ſammenhängenz in der Regel iſt hiebei der Blattſtiel an dem unteren Rande des Blattes befeſtigtz T,. Ul. hZTB; 2) ſchildförmig(peltata), wenn der Stiel nicht am unteren Rande, ſondern auf der unteren Fläche in der Mitte angeheftet iſtz Tab.UU. üg. 3. 3) ſtiellos, ungeſtielt, aufſißend(8es8i- 1ia), wenn die Aeſte unmittelbar, ohne einen Stiel, mit dem Stengel oder den Aeſten verbunden ſindz Tab. 11). Hg. 1. 4) herablaufend(decurrentia) heißen un- geſtielte Blätter, deren Rand noch eine Strecke am Stengel: herabläuft; Tab. 111, kg. 4. 5) umfaſſend(amplexicantia), wenn die breite Baſis eines ungeſtielten Blattes den Stengel umgiebt; Tab.11. fig. 5. 6) halbumfaſſend(semi amplexicantia), wenn die Baſis des Blattes nur einen Theil des Stengels umgiebt. 7) durt(adpressa), wenn die Blätter unter einem ſehr ſcharfen Winkel aufwärts ſtehen, und beinahe mit ihrer ganzen oberen Fläche am Stengel anliegenz Tab.I1. fig. 10. 2) aufrecht(erecta), wenn ſie in die Hohe ge- richtet ſind, und mit dem Stengel einen ziemlich ſpit» zen Winkel bilden z Tab.W. fig. 11x. 3) abſtehend, wegſtehend patentia, patu- 86 R I Tl 1a), wenn ſie in einem ſpißigen Winkel, der ſich ſchon mehr dem rechten nähert, vom Stengel abſtehen z Tab. 111. fig. 12. 4) waagereig(quinquangulare, multangulare), mit fünf oder mehreren vorſpringen= den Ekfen, und eben ſo vielen Seiten. T9) ſchief, ungleichhälftig(8ubdimidia- tum): Blätter, bei denen, wider das gewöhnliche Verhalten anderer Blätter, die beiden Hälften, welche durch die hindurchlaufende Mittelribben gebildet wer- den, verſchieden geſtaltet ſind. Die übrige Form der Blätter kann dabei verſchieden ſeyn; ſo giebt-e8 ſc< i.ef- eyförmige(Subdimidiato ovata), ſchiefsherz: förmige(Subdimidiato-cordata) Blätter 2. GS: 57. Büchten der Blätter. Den Buchten oder Vertiefungen na(Vitis vini- fera). Tab. Fig. 18) getheilt(partitum), wenn die Theilung bis unter die Mitte, beinahe bis auf den Grund gehtz hiebei hat man wieder ein zweitheiliges(bipar- titum), dveitheiliges(tripartitum)) vieltheis (iges(multipartitum) Blatt 2c. Tab.1V. Fig. 17. 19) handförmig(palmatum): ein Blatt, welches faſt bis gegen die Baſis hin in 5 oder 7 faſt gleiche Läppen getheilt iſtz dieſe Lappen haben dabei eine Richtung, welche der der ausgeſpreißten Finger einer Hand ähnlich iſtz 3. B. bei der Paſſions- blume(Passiflora caerulea). Tab.1V; Fig. 16. 20) fußförmig(pedatum); die Form kommt . mit der des vorigen Blattes überein, nur geht die Theilung tiefer, gänz bis in den Stiel hinein, fo daß das Blatt aus 5 bis 7 einzelnen Blättern zuſammen- geſeßt zu ſehn ſcheintz z. B, bei der ſcex- winde(Convolvulus arvensis). Tab. 1V. Fig. 5. 2) ſtumpf(obtusum): ein Blatt, welches ſich in einen Kreißäbſchnitt endigt, auf dem aber immer no< am Ende der Mittelribbe ein kleiner Höcker be- findlich ſeyn fann, wie bei derBerberikße(Berberis vulgaris). Tab, 111, Fig. 19: 96|e.(Vicia crocea). 26. Tab, Fig. 8. 59- Rand der Blätter. In Hinſicht. ſeines Randes nennt. man..das Blatt: I) ſta. 3) faltig(plicatum), wenn die Fläche des Blat» tes in ſcharfwinklige Falten gelegt iſt, z. B»+ bei der Hainbuche(Carpinus Betulus).| P gewäſſert, gewellt,(undatum, undu- Jatum);- wenn die ganze Blattſubſtanz wellenförmig gebogen iſt; 3. B-bei den Eichenbiättern.2c, 5) kraus(orispum), wenn der Rand des Blat» tes weiter iſt, als die.mittlere Fläche, und erſich da- her in eine Menge frauſer Falten legt wie beim kräuſen Ampfer(Rumex orispus), beim Bx au n- kohl(BrasSica,oleracea) 2. 6) runzlich(rugosum), wenn die Subſtanz des Blattes zwiſchen den Adern etwas in die Höhe ge- zogen. iſt; ſo daß. oben kleine. runzliche. Erhöhungen, unten Vertiefungen entſtehen, wie bei der Garten- Salvey(Salvia officinalis), 7) blaſigt(bullatum), wenn die Blattſubſtanz zwiſchen. den Adern ſo ſehr in die, Höhe gezogen iſt, daß dadurch Blaſen auf der Oberfläche, und Vertiefun- gen aufder Unterfläche entſtehen, wie bei dem krau- ſen Salat(Lactuca crispa). S) ausgeböhlt(lacunosum)t, derzumgefehrte Fall, wenn ſich nämlich auf der Oberfläche Vertiez fungen, auf dex Unterfläc. IOIL die Oberfläche des Blattes ausgehöhlt iſt, wie bei den verwachſenen Blättern des Weberkarten(Dipsa- aus Fullonum). IT) adrig, geadert(venosum), wenn die kleinen Zweige der Mittelribbe(die Adern), welche ſich auf der Fläche verbreiten, deutlich über dieſelbe hervorragen, wie bei der tauben Neſſel(Lamium maculatum). 12) nervig(nervogum), wenn die größeren Gefäßbündel, welche vom Grunde nach der Spikße laufen, über die Fläche hervorragen, wie bei meh- reren Arten des Wegebreit(Plantago). TZ) gevippt(costatum), wenn aus der Mittel? ribbe ſtarke Gefäßbündel hervorgehen, die in gerader Linie dem Rande zulaufen, wie beim Cornus alba. Bei den nervigen Blättern zählt man die Ner- ven, und danach die Blätter, z. B. dreinervig(tri- nerve): fünfnervig(quinquenerve), ſiebennervig (Septemnerve)?c. T4) nervenlos, adernlos(enerve, ave- nium), Blätter, an denen man von auſſen keine Gefäßbuündel bemerkt. 15) gefärbt(coloratum), wenn das Blatt eine andere als ſeine ihm gewöhnliche grüne Farbe beſikt.' TI6) punfktirt(punctatum), wenn ftatt der Adern oder Ribben kleine Punkte da ſind, wie bei der Kronsbeere(Vaccinium Vitis Idaea), 6. 61: Subſtanz der Blätter. Seiner-Subſtanz na<, welche zwiſchen den beiden Flächen enthalten iſt, exhält das Blatt fol- gende Benennungen: 1) fleiſchig, ſaftig, marfig(carnosum, Pulposum), wenn ſich zwiſchen beiden Blattflächen eine Menge markiger, ſaftiger Subſtanz befindet, z. B. beim Garten- Portulak(Portulaca ole- racea). 2) lederartig(coriaceum), ein ziemlich dickes ſaftloſes, aber dabei biegſames Blatt, z. B. bei dem Buchsbaum 2c. 3) häutig(membranaceum), wenn zwiſchen den beiden Blattflächen ſo wenig markiger Subſtanz iſt, daß das ganze Blatt hautartig erſcheint, wie bei dem größten Theile der Gewächſe, zumal den Gras- arten.| 4) raſchelnd, rauſchend, ſtrohartig(Cca- riogum)? Blätter, welche ganz ſaftlos und trocken zu ſeyn ſcheinen, und bei der Bexührung raſſeln, wie die Blumenblätter der Strohblume(Xeranthe- mum annuum). 5) walzenförmig(teres), wenn der Ouer- durchſchnitt des Blattes einen Kreis. vorſtellt, wie bei mehreren Arten der Gattung Sedum, und vielen Binſenarten(Juncus). 6) halbrund, halbwalzenförmig(semi- Fn Tm 103 terös), wenn dev Querdur<ſchnitt nüv einen Halb: *'freis vorſtellt, z. B. bei Allium oleräceuim. 7) röhrig, hohl(tubulosum), wenn der inneve Raum eines wälzenförmigen Blattes" ganz hohl iſt, wie bei mehveren Laucharten, 8) rinnenförmig(canaliculatum), ein halb- vundes Blatt, bei dem die fläche Seite ausgehöhlt iſt, wie bei der Krötenbinſe(Juncus bufoniug). 9) zuſammengedrückt(compressum): ein dickes Blatt, welches auf beiden Seiten zuſammen- gedrückt iſt, wie bei einigen Arten der Eiskräuter (Mesembryanthemum). T0) niedergedvückt(depres5um), wenn die obere Fläche eines fleiſchigen Blattes niedergedrückt iſt. IT) erhaben(convexum): ein diefes Blatt mit gewölbter Fläche. 12) hö>rig(gibbum): ein fleiſchiges Blatt, welches oben flach oder etwas ausgehöhlt, unten aber gewolbt ift. 13) pfriemenformig(subulatum): ein dickes in die Länge gezogenes Blatt, welches einen ſehr ſpißigen Kegel bildet. 14) borſtenförmig(setaceum)2 ein pfrie- menförmiges Blatt von ſehr geringer Dicke. T5) ſfäbelfsrmig(aocinaciforme): ein ſafti- ges etwas zuſamtmengedrücktes Blatt, deſſen einer Rand dünn und erhaben gewölbt, der andere dick und etwas vertieft iſt. 16) hobelfösrmig(dolabriforme): ein flei- ſchiges zuſammengedrücktes Blatt, welches oben zirkel- rund, an der einen Seite ſtumpf, an der andern ſchneidend, und an der. Baſis cylindriſch. iſt. D zungenförmig(linguiforme): ein lan- ges zuſammengedrücktes Blatt, welches an der Spike zugerundet iſt. I8) zweiſhneidig(anceps)? ein zuſammen- gedrücktes Blatt, deſſen beide gegenüberftehende Sei- ten ſcharf ſind. 19) dreiſeitig(triquetrum): ein langes flei- ſchiges Blatt, welches 3 ſchmale Seiten hat. 20) delteformig(deltoides): ein dickes fur- zes Blatt mit 3 breiten Flächen. Alle dieſe Formen von ur, 10 bis 20 kommen größtentheils. nur bei den fleiſchigen Gewächſen der heißen Zonen vor, ausgenommen nr. 12, 14, 15, welche auc< bei„einigen deutſchen Gewächſen vor» kommen. 8. 62, Zuſammengeſeßte Blatter. Bisher haben wir nur die einfachen Blätter, d. 1. ſolche, die nicht aus mehreren kleineren Blättern zuſammengeſeßt ſind, betrachtet. Bei mehreren Ge- wächſen ſind aber die Blätter ſelbſt noch aus mehreren kleinen Blättchen zuſammengeſeßt, wie ich ſchon-im S8. 51. bemerkt habe. Im Allgemeinen heißen ſolche Blätter zuſammengeſeßt(folia composita); dieſe Zuſammenſeßung ſelbſt kann aber von ſehr man- ==> wee 103 nigfaltiger Art ſeyn, und die vorzüglichſten Formen, unter denen ſie uns erſcheint, ſind folgende: 1) gefingert(digitatum), wenn mehrere Blätter(7 bis"9) mit ihrer Baſis auf der Spike eines Blattſtiels befeſtiget ſind, 3. B. bei der Roßfaſtanie (Aesculus hippocastanum). 2) gezweit, zweifingerig(binatum, fo- lium conjugatum), wenn zwei Blatter auf der Spike eines Blattſtiels ſtehen. Tab. V. Fig. 6. 3) gedreit, dreifingerig(ternatum), wenn an der Spike eines Blattſtiels drei Blättchen ſtehen, wie bei den meiſten Kleeavten(Trifolium). Tab. V. Fig, 7. 4) fünffingerig(quinatum), wenn am Ende des Blattſtiels fünf Blättchen ſtehen, wie bei mehre- ren Arten des Fingerkrauts(Potentilla), 5) gefiedert(pinnatum), wenn auf beiden Seiten eines gemeinſchaftlichen Blattſtiels mehrere fleinere Blättchen geſtielt oder ſtiellos ſind. Hiervon giebt es folgende Arten: 6) abgebrochen gefiedert(abrupte pinna- tum, pari-pinnatum), wenn an der Spike des gefiederten Blattes fein einzelnes Blättchen ſteht. Tab. V. Fig. 9. 7) ungepaart gefiedert(impari pinna- tum, pinnatum cum impari), wenn an der Spiße des gefiederten Blattes noch ein einzelnes Blättchen ſteht, Tab. V. Fig. g. 8) gegenüber ſtehend gefiedert(oppo- Site pinnatum), wenn die Blätthenpaare eines ge- fiederten Blattes einander gerade gegenüber ſtehen. Tab. V. Fig. 8- 10. 9) abwechſelnd gefiedert(alternatim pin- natum), wenn die Blättchen eines gefiederten Blat- tes abwechſelnd ſtehen. Tab. V. Pig. 12. 10) ungleich gefiedert, unterbrochen gefiedert(interrupte pinnatum),. wenn ab- wechſelnd kleine und große Blätthenpaare an einem gefiederten Blatte ſtehen, 3. B« bei der Kartoffel. Tab. V. Fig. 10. IT) herablaufend gefiedert(decursive pinnatum), wenn die Blättchen eines gefiederten Blattes ſtiellos ſind, und mit einem blättrigen Fort- ſaß. noh eine Strecke am Blattſtiele herablaufen. Tab. V. Fig. 11. 12) gegliedert gefiedert(articulate pin- natum), wenn der gemeinſchaftliche Blattſtiel eines gefiederten Blattes gegliedert ift. 13) abnehmend gefiedert(pinnatum fo= JIiolis decrescentibus), wenn die Blättchenpaare eines gefiederien Blattes allmählig bis zur Spike hin kleiner werden.| Alle dieſe Formen finden ſich ſehr häufig bei der- jenigen natürlihen Familie der Gewächſe, welche wir ſpäterhin unter dem Namen der Gewächſe mit Schmetterlingsblüthen oder der Hülſengewächſe(Le- gumino8ae) fennen lernen werden, und die alle in dev 17ten Linne/iſchen Klaſſe(Diadelphia) ſtehen. ien. 107 14) verbunden gefiedert, zweifingerig gefiedert(conjugato- pinnatum), wenn an den beiden Enden eines gabelförmig-getheilten Blattſtiels gefiederte Blätter ſtehen, wie bei der Sinnpflanze (Mimosa Sensgitiva). I5) gedrveit gefiedert(ternato- pinna- tum), wenn der Blattſtiel an der Spike ſich in drei Theile theilt, und jeder derſelben gefiederte Blätter trägt. 16) fingevig gefiedert(digitato- pimna- tum), wenn an der Spiße eines Blattſtiel8 mehrere, 4- 5, 620. einfach gefiederte Blätter ſtehen, wie bei der Mimosa pudica. TI7) doppelt gefiedert(bipinnatum, dupli- cato- pinnatum), wenn ſich der Hauptſtiel eines gefiederten Blattes auf beiden Seiten, ſtatt der Fieder- blättHen, in Nebenſtiele verbreitet, welche wieder ge- fiedert ſind. Tab. V. Fig. 13. IS) dreifach gefiedert(tripinnatum, tri- Plicato-pinnatum), wenn der Hauptſtiel eines ge- fiederten Blattes“ſich'in Nebenäſte zu beiden Seiten verbreitet, welche doppelt gefiedert ſind; Tabl V. Fig. 14. T9) doppelt dreizählig oder dreifingerig (biternatum, duplicato- ternatum), wenn ſich der Blattſtiel in 3 Theile vertheilt, und jeder dieſer Theile drei Blättchen trägt. Tab. V1. Fie.' 8 20) doppelt gezweit(bigeminatum 8. bi- geminum), wenn ein getheilter Blattfliel an jeder Theilung zwei Blätter trägt. Tab. V1. Fig, 2. 21) dreimal gezweit(tergeminum, trige- minatum), wenn der Blattſtiel ſich ebenfalls in 2 Theile theilt, an jeder Theilung zwei Blätter, zu- gleich aber auch unten an jeder Seite des getheilten Blattſtiels ein Blättchen ſißt. Tab. 1V. Fig. 3. Dieſe beiden leßteren Formen finden ſich vor- züglich bei einigen Arten der Sinnpflanzen(Mimo8a2). 22) doppelt zuſammengeſeßt(decompo- Situm) nennt man in der Regel ein jedes gefiederte Blatt, bei dem in einem gemeinſchaftlichen Blattſtiele, ſtatt der Blättchen, gefiederte Blätter ſtehen. Es gehören hieher alſo ur. 14, 15, 16, 17,19, 20 und21. 23) vielfach zuſammengeſekßt(suprade- compositum), wenn ein vielfach zertheilter Blatt- ſtiel mehrere Blätter enthält, wie bei vr. 18; vor» züglich gebraucht man dieſen Ausdruck aber dann, wenn die Vertheilung der Blättchen no< häufiger, oder nicht ſo regelmäßig iſt, z. B. bei dem Sen über die Blätter. Dieſem ohnehin ſchon ſo langen Regiſter über die verſchiedenen bei den Blättern üblichen Ausdrücke, wel- R: 01110 P)-o1 m6 Die Shllingen. oder Ranken(Cirrhi): ſind fadenförmige, gewöhnlich ſchneenförmig. gerollte Verlängerungen des Pflanzenförpers, welche an ver- ſchiedenen Theilen dev. Pflanzen. hervoxfommen, und dazu dienen, um eine Pflanze, welche ſonſt zu ſchwach iſt, zu ſtüßen, und ſie dadurch an anderen feſten Kör- pern zu halten, T. VU. Fig. 5. a, Beſonders häufig T16=. finden ſich"dieſe Schlingen:auc< bein den Pflanzen der I7ten Claſſe, auſſerdem ſind, aber auch noch viele:an» deve Gewächſe damit verſehen. Man unterſcheidet dieſe»Ranken-vorzüglichy nab) dem Orte/ aus dem ſie hervovfommen;' und nennt'ſie: 1) Achſelſc< lingen(axillares), wenn ſie aus den Winkeln der Blätter hervorkommen. Dieſes: ſcheis nen: währe» Aeſte zu ſehn,)die aber von der Pflanze in Schlingen verwandelt wurden. 2) Blattſchlingen:(foliares), wenn ſie aus der Spiße eines Blattes entſpringen.-Sie»ſind eine Fortſeßung der Mittelribbe eines Blattes 3 man, bes merkt ſie bei mehreren Gewächſen der!T7ten) Claſſe. 3) Blattſtielſ nachher aber in drei oder mehrere Stücke getheilt: iſt, z4 B«-bei der Berberiße(Berberis vulgaris). 6) gerade(rectus), wenn er geradeaus ſtehtz D aufwärts gebogen(wcurvus), wenn er na oben gekrümmt iſt. 8) abwärtsgebogen(recurvus), wenn er nach der Erde. zu gefrümme iſt. 8. 73- 5.004.228 Sehr wichtige Theile unter dieſen Nebentheilen der Gewächſe machen noh die Haave und die mit ihnen verwandten Körper aus. Im weiteren Sinne des Worts ſind dieſes fadeafsrmige, äußerſt dünne, mehr oder weniger. biegſame, bald. längere, bald wie- der fürzere, mit einer Röhre verſehene Körper, welche aus der Oberhaut der Pflanzen hervorkommen. Ihr Zwe iſt ſehr verſchieden, ſo wie ihre Bildung, und ſie dienen theils zur Ausdünſtung, theils zur Bedeckung und theils zur Vertheidigung der Gewächſe. Mehre- ves auch hierüber in der Phpſiologie- Die verſchiede- nen Arten und Unterarten, die man bei ihnen unter- ſcheidet, ſind folgende: T). Haare(Fili), im engern Singe des Worts, find weiche, feine, biegſame, do< dabei etwas ſteife, fadenförmige Körper, z. B. an den Hüllblättern. der Möh.ve(Daucus Carota). 120<< m 2)" Wolle(Lana) heißen ſie, wenn ſie zahlreich beiſammen ſtehen, kräus und dabei ſehr weich ſind. 3) Zotten(Villus), wenn ſie lang, weich, ſchlicht ſind, und haufenweiſe beiſammen ſtehen. 4) Filz, Sammt(Tomentum„ Lanvgo), wenn ſie ſehr kurz und verworren ſind, und ſehr, dicht beiſammen ſtehenz3 ſo iſt 3. B. die Königsfkerze (Verbascum Thapsus), und die weiche Moor- hirſe(Holcous mollis), ganz mit ſolchem Sammt überzogen. 5) Bart(Barba), kurze krauſe Haare, wenn ſie am Rande eines breiten, oder an der Seite eines walzenförmigen 2c. Pflanzentheils gedrängt neben ein- ander ſtehenz z. B. am Griffel der Gattung Vicia (Wicke), wo ſie ein charakteriſtiſches Kennzeichen dieſer Gattung ausmachen. 6) Franzen, Wimpern(Cilia), wenn ſie am Rande eines Pflanzentheils nicht ſehr gedrängt weg- ſtehen, wie an den Kelchſpiken des gewimperten Perlgraſes(Melica ciliata). 7) Borſten(Setae), wenn ſie ſehr ſteif und dunn ſind. 8) Hafenborſten(Hami, Pili reduci), wenn ſie ſehr ſteif, an der Spike aber hakenförmig umge- Frümmt ſind, z. B. bei mehreren Gragarten. 9) Angelborſten(Glochides), wenn ſie ſehr ſteif, abgeſtußt und an der Spiße mit mehreren rü>- wärtsgebogenen Widerhaken verſehen ſind, z. B. an den Saamen einiger Gewächſe. Betrachten wir dieſe verſchiedenen Arten der Haare und Borſten mikroſkopiſch, ſo finden wir, daß ſie ſehr mannigfaltig gebauet ſind: bald ſind ſie einfac<, bald iſtig, bisweilen ſelbſt gefiedert, bald kegelförmig, bald kolbenförmig 26.- Nach dieſer verſchiedenen Zu- ſammenſeßung hat man ihnen vorzüglich folgende Be- nennungen gegeben, die zu dex genauen Beſchreibung einer Pflanze nöthig ſind: 1) einfac(Simplices), die gar nicht weiter zer» theilt ſind, ſondern aus einem einfachen Faden be- flehen. 2) nadelfsrmig(aciculares): einfache, pfrie- menförmige Haare/ welche aus einer dicklihen Blatt- erhöhung hervorfommen 3 ſolche Haare nennt man auch Ahlborſten, Ahlhaare, 3) fnotig(nodosi): lange feine, in MO Zwiſchenräumen mit Knoten unterbrochene Haare. 4) gegliedert(articulati): ſcharf abgegliederte, und furzgliedrige Haare,.deren einzelne Glieder kugel- förmig oder eiförmig ſindz3'-man nennt ſie auch wol Perlenſhnurhaare(pili moniliformes),+ 5) ſternförmig(stellati), wenn mehrere furze ſteife Haare aus einem Punkte hervorkommen, ſich dicht anlegen, und ſich regelmäßig herum im Kreiſe verbreiten. 6) äſtig(rami; wenn ſie hin und wieder in Aeſte-getheilt ſind. D''gabelförmig(furcati) wenn ſie“ ſich am Ende in eine oder zwei Spißen theilen. H)„gezähnt(dentati), wenn ſie, ihrer ganzen Länge nach mit feinen. Zähnchen beſegt ſind, 9) zwiebelig,(bulbosi),. wenn ſie qus einem zwiebelartigen Körper: hervorfommean. 10) warzig.(verrucosi), wenn ſie: aus einem warzenartigen Körper hexvorkommen. Von den Knospen: und. Zwiebeln.] 6. 74 Knogpen und Zwiebeln.| Wi Ehe wie zu den Pflanzentheilen übergehen, welche zur Fortpflänzung beſtimmt ſind, und aus der Blüthe und. deren Umhüllungen beſtehen, halte ich es am zweckmäßigſten, hier diejenigen Pflanzentheile- zu bes ſchreiben, welche unter dem Namen der Knospen und Zwiebeln bekannt ſind, weil ſie den beſten Uebergang zu jenen Theilen machen. RKnozspen und Zwiebeln, ſo wie ſelbſt die Saa» men, haben in ihrer. anatomiſchen Zuſammenſeßung viel Uebereinſtimmendes, worüber in der Anatomie der inneten Gewächstheile und..der Phyſiologie noch meh, reres geredet wird,+ Hier komgit es. vorerſt darauf ann» dieſe Theile nach ihrem äußeren Anſehen. xichtig von einander zu ugterſcheiden. Wiv. bemerken bei mehreren Baum» und Strauch arten, vorzüglich bei kälterem Himmelsftriche, daß ſich ſchon. im Sommer, wenn) die:Blatter noc<- grünen, in den Winkeln deſſelben, zwiſchen. dem; Blattſtiele = Ema 133 und dem Stengel oder Aſte ein kleines Knöpfchen bil- det, welches, ſo lange das Blatt nd< da iſt, wenig öder gav ficht zu wachſen ſcheint, im Herbſte aber mehr und mehr heränſenförmig Coircinata 3eu circi- nalia),"wenn: das' obere Ende nach-der oberen Fläche zu gebogen,„und. ſo bis auf die Baſis aufgerollt iſs wie bei allen wahren Farrenkräutern. 8. 76» ; 3: wi: e b eln, Die Zwiebeln, welche größtentheils mit den Knospen übereinſtimmen; wurden: ehemals den! Wur- zeln zugezählt.| Nach unfern jekigen Begriffen müſs ſen. wir ſiezaber"dur am IZI Blüthenſtand, wie 3. B. die Arten der:G er fle(Hor» deum), welche alle ährenförmige Blüthen, und die des Hafevs(Avena), welche alle riöpenföxmige Elü- then tragen 3 oft ſtimmen ſelbſt ganze Pflanzenfamilien in Hinſicht ihres Blüthenftandes mit einander überein, wie z. B, die Familie der Dold engewächſe(Um bellatae), welche ſi< dadurch auszeichnet, daß age darin ſtehende Pflanzengattungen doldenförmige Blü- then tragen; oft haben aber auch die verſchiedenen Arten einer und derſelben Gattung jede ihren eigen- thümlichen Blüthenſtand, wie z. B, die Gattung 80- Janum(Rahtſ Elan 3) gedrängt(confertus), wenn ein Quirl dicht über. dem andern ſteht. 4) abftehend(distans), wenn die Quirle in beträchtlihen Zwiſchenräumen von einander entfernt ſtehen. 5) halb(dimidiatus), wenn der Quirl nur zur Hälfte den Stengel umgiebt, wie bei der Meliſſe (Melissa officinalis). 6) fopfförmig(capitatus), wenn die Blü- then des Ouirls ſo gedrängt beiſammen ſtehen, daß ſie eine Halbkugel bilden. 7) beblättert(foliosus), wenn an der Baſis des Quirls Blätter hervorfommen. S) blattlos(apbyHus), der Gegenſaß des vorigen. 9) nebenblättrig(bracteatus), wenn Ne- benblätter(Deckblätter) an der Baſis des Quirls ſtehen. 106) ohne Nebenblätter(ebracteatus). 11) nackt(nudus), wenn ſich ſo wenig Blätter 618 Nebenblätter am Quirl befinden. Nach der Zahl der Blüthen, welche er enthält, nennt man ihn:; 12) ſec<8-, acht», zehn-, mehrblüthig (5ex», oct0-, decem-, multiflorus). 56. 182. Der Kopf(capitulum) entſteht, wenn eine Menge Blüthen, welche entweder ſißend, oder durch einen kleinen Stiel unterſtüßt ſind, dicht beiſammen re 133 ſtehen ,. ſo das' das- Ganze einen mehr. oder minder kugelförmigen Körper bildet, wie z. B. bei den mehr» ſten Kleearten(Trifolium). Tab. V1, Fig. 10. Ein ſolcher Kopf erhält wieder nach ſeiner Form, und ſeiner Bekleidung mit Blättern und Nebenblät- tern ähnliche Benennungen als der Quirl. In der Regel befindet er ſich an der Spiße der Pflanzen und ihrer Aeſte, und heißt dann gipfelſtändig(ter- minale); bisweilen fommt er aber au< in den Win- keln der Blätter und Aeſte hervor, und heißt dann: winkelſtändig(axillare), Vom Kopfe unterſcheidet man noh den Knäuel (glomerulus), der eigentlich nur einen aus mehreren kleineren Blüthen beſtehenden Kopf darſtet. Er zeigt ſich z. B. bei der Flacten Arum (Arum maculatum). 196 3) zweiblättrig(bivalvis), wenn ſie aus zwei gegen einander über ſtehenden Blättern beſteht. 3) halbbede>t(Adimidiata), wenn ſie aus einem Blatte beſteht, aber nur auf einer Seite die Blüthen bedeckt. 4) einblüthig, zwei-,/'drei-, vielblüthig (uni-, bi-, tri-, multiflora), nad der Zahl der Blüthen, welche ſie umgiebt. 5) zerſireut(vaga), wenn nicht allein eine große Scheide da iſt, ſondern auch für die einzelnen Zerthei- lungen der Blüthenftengel und die einzelnen Blüthen ſelbſt beſondere Scheiden da ſind. 6) verwelkend(warcescens), wenn ſie bald nach der Entwickelung der Blüthen hinwelkt. 7) bleibend(persistens), wenn ſie bis zur Reife der Frucht ſiken bleibt. Die Blüthe(Plos). CS. 95. Blüthe.' Einfache Blüthe. Unter Blüthe(Flos) verſtehen wir den Inbe» griff derjenigen Gewächstheile, welche zur Erzeugung der Frucht nöthig ſindz nämlich mehrere verſchieden "geſtaltete und verſchieden gefärbte Blättchen, welche ---- 145 die Begattungsorgane einſchließen. Sind dieſe Be- gattungsorgane nicht von verſchiedenen Blüthen um- geben, ſo werden jene Organe ſelbſt die Blüthe ge- nannt. Hingegen Blume oder beſſer Blumenkrone (corolla) nennen wir die gefärbten Blättchen, welche die Befruchtungsorgane zunächſt umgeben, Die verſchiedenen Theile der Blüthen ſind? der Kel<, die Blyume oder Blumenkrone, die Honiggefäße, die Staubgefäße, und der Stempel. Die Blüthe ſelbſt iſt entweder einfac<(os Simplex), oder es ſind mehrere kleine Blüthen, welche von einem gemeinſchaftlihen Kelche umſchloſſen wer- den, auf einem Fleck ſo dicht beiſammen gedrängt, daß dieſe nur eine einzige Blüthe auszumachen ſchei- nen, und dann entſteht eine zu ſammengeſeßte Blüthe(Flos compogitus). Von der einfachen Blüthe unterſcheidet man fol» gende Arten: I) nackt(nudus), wenn ſie weder Kelch noch Blumenkrone hat. 2). blumenlos(apetalus), wenn blos die Blumenblätter fehlen. 3) kele oder Blumendec>e(Pe- rianthium) nennt man die. Art. des Kelches, welche unmittelbar eine Blume umgiebt 3 es fommen dabei folgende Ausdrücke vor 2 I) einfach(Simplex), 2) doppelt(duplex), wenn es zwei abgeſon- derte Blüthendecken ſind, die eine über der andern ſtehen, welche die Blüthe einſchlieſſen„+3. Bz bei der Erdbeere(Fragaria vesca), bei der Maly e(Mal- va rotundifolia). Tab.VIL Fig.d; 3) einblättvig(monophylUum).,- wenn ſie aus einem Blatte beſteht,«welches«aber immer dem- ungeachtet in verſchiedene Läppchen getheilt ſeyn. kann, wenn dieſe Läppchen nur, an jihrer Baſis- zuſammen- hängen. PY zwei-, dreiz, 42, 5-, 2. vielblättrig (di-,tri-, tetra, penta-, etc, polyphyllum), wenn ſie aus mehreren an der Baſis abgeſonderten Blättchen beſiehtz man zählt dann dieſe Blättchen; und benennt ſie danach. 5) gezähnt(dentatum), wenn der Rand mit IO 148 RE I kurzen Zähnen oder Einſchnitten verſehen iſt; ſind dieſe Zähne ſehr ausgezeichnet, ſo zählt man ſie auch wol, und drückt dieſes dur< die Zahlworte aus, z. B. dreizähnig, vierzähnig 20.(tri«, quadriden- tatum). Kommen tiefere Theilungen bei dieſen Blättchen vor, ſo drückt man ſich eben ſo darüber aus, wie bei den Blättern(ſ. 8. 57 und 59)+ 6) ungetheilt(integrum), wenn ſich weder Zähne, Einſchnitte, noch dergleichen an der Blüthen- decke befinden. 7) beherfsrmig(urceolatum): eine einblät- trige, kurze Blüthendecke, welche nach der Baſis zu rund,"und am Rande ungetheilt iſt. 9) geſchloſſen(clausum), wenn ſich die Blü- thendecke dicht:an die Blume anlegt. 9) röShrig(tubulosum), wenn ſie einen röh- renförmigen Körper bildet. 10) ausgebreitet(patens), wenn die Blätter oder Einſchnitte ganz flach ſtehen. IT) zurückgebogen(reflexum), wenn die Theilungen einer einblättrigen oder die Blättclichſten abhandeln könnenz ſie heißt: 1) nackt(nuda), wenn ſie nicht mit feinen Haa- ven bekleidet iſt. 2) fedrig(plumos8a), wenn ſie mit feinen wei- ßen Härchen beſeßt iſt. 3) gezähnt(dentata), wenn ſie mit zahlreichen ſcharfen Zähnchen beſekt iſt, vermöge welcher ſie ſich an andere Körper anhängt, wie bei dem Weißen (Triticum). 4) gerade(recta), wenn ſie ganz gerade fort- läuft. 5) gegliedert oder gefniet(geniculata), wenn. ſie.in der Mitte oder nach obenzu ein Gelenk hat, wodurch ſie kniefsrmig gebogen iſty- wie beim Hafer(Avena, 8ativa). 6) gekrümmt(recurvata), wenn ſie:nach/ oben in einen Bogen gefrümmt. iſt. 7) gedreht(tortilis), wenn ſie'fpirazl: oder ſchneenförmig ſeitwärts gedreht iſt, wie bei einigen Haferarten.| 8) gipfelſtändig'(terminalis), wenn ſie an der Spiße des Balgs hervorkommt. 9) rücfenſtändig(dorsalis); wenn ſie unters halb der Spike oder in devMitte'des Balgs am Rücken hervorkommt. 10) grundftänd'“ig.(basilaris); wenn ſie an der Baſis des Balgs, odev dicht über derſelben hervor: fommt. S. 99. Allgemeine Blüthende>e. €) Eine dritte Art des Kelce(Anthodium 8eu calyx communis), Dieſes Ausdrucks bedient man ſim bei den zuſammengeſeßten Blüthen, wo nämlich dieſer Keich eine große Menge kleiner, gedrängt ſtehen» der Blüthen einſchließt, ſo daß es das Anſehen hat, als wäre dieſes nur eine Blüthez z. B. beim Löw en- zahn(Leontodon Taraxacum), bei der Son- nenblume(Aelianthus' annuus) 26,| Tab. VII, Fig. 7. b. Hievon fommen wieder mehrere Arten vor? I) einblättrig(monophyllum), wenn ſie nur aus einem Blätte. beſteht, welches oben einge- ſchnitten ſeyn kann, unten aber zuſammenhängt. 2) vielblättrig(polyphyUum), wenn ſie aus vielen Blättern zuſammengeſeßt iſt. 3) ſchuppig oder dachziegelförmig(8qua- mosgum' Seu imbricatum),"wenn ſie aus fleinen dicht über einander liegenden Blättchen beſteht. 4) ſparrig(8quarrögum), wenn die kleinen Blättchen mit ihren Spißen abwärts gebogen ſind, wie bei einigen Dieſtelarten. 5) tvoc>en(Scariogum), wenn die Blättchen dürre und trocken ſind. 6):gewimpert(ciliatum), wenn die Ränder der Blätthen mit Wimperhaaren beſekzt ſind. 7) ftaenblume(Campanula). T. VIL Fig. 21. 5) beherförmig(oyathiformis), wenn ſie unten walzenförmig, nach obenzu aber anmählig-er- weitert iſt, ohne daß der Rand dabei zurückgebogen oder zuſammengezogen wäre. Tab. VI Fig. 16. 6) tellerförmig(urgeolata), wenn ſie unten fehr kurz und walzenförmig iſt, ſich dann aber auf ein«- mal in eine weite Fläche ausdehnt, deren Rand in die Höhe ſteht. Tab. VU, Fig. 17. 7) trichterförmig(infundibuliformig), wenn ſie an der Baſis von ſehr geringem Durchmeſſer iſt, ſich aber almählig in ſchiefer Richtung ſehr erweiz tert, ſo daß der obere Durfsrmi- ger Körper, der entweder dürcen, Außevydieſen„vorhin beſchriebenen Homggefäßen und Honig-abſondernden- Theilen. giebt es nun noch.in einigen Blumen. mehrere Theile, welche zu ſehr ver- ſchiedenen Zwecken, vorzüglich. zum Scuße des Ho- nigs und zur Beförderung des Befruchtungs-Geſchäfts da zu ſeyn ſcheinen. Hieher gehören: die Klappe, der Bart,„der Faden, die Walze, der Kranz und die“ Honiglippe. Die Klappen(formices). ſind kleine Verlän? gerungen der Blume, die durc> ziſſe(Narcis8us), welcher die Staubgefäße, wie ein Kranz umgiebtz ferner die kappenförmigen Decken des Piſtills bei der Seidenpflanze(Asclepias); die ſchönen grün gefärbten Blättchen in der Blume des Scdhneeglöc>kten Saamen(vegetabilia gymno- ſpermia), bei denen dann die Zahl dieſex Saamen angegeben wird; bei den mehrſten hingegen befinden BEE„X 73 ſich die Sgamen in einer Umhüllung, und dieſe heißen dann Pflanzen mit bedeckten Saamen(ve- getabilia angioſpermia)), Die Bedeckung dieſer umhüllten Saamen ſelbſt heißt die Fru) wird» bei" der. Beſchreibung bevückſich- tiget. Dieſe Oeffnung. geht dann der ganzen Längeider Kapſel-nach, und man ſagt dann von der Kapſel» ſie ſpaltet ſich.der Länge nach(longitudinaliter dehiscens),) oder ſie öffnet ſich.entweder nuv-an der Spiße, und bleibt. an. der; Baſis zuſammenhängend (apice. dehiscens), oder, ſie zerſpringt an der)Baſis in mehrere. Stücke ,. und, bleibt an der Spike zuſam- menhängend(basi dehiscens). Bei andern Gewäch- ſen öffnet ſie ſich der O uee ve nac<«(horizontaliter debiscens), und eine ſo aufgeſprungene Kapſel nennt -- 177 man eine rund- abgeſchnittene(capsula cir» cumſcissa), In noch anderen Fällen wirft ſie einen ordentlichen Deckel ab, und heißt dann de>eltra- gend(capsula operculata) Tab. VII. Fig: 22., ſo wie denn ihre deckelförmige Haube ſelbſt den Na- men eines Deckels(operculum) T.VIIL Fig. 23.4, erhält. 6. Ix6, D;7: 86% M, U-, 62 Liegt der Saame von einer dicken harten Schaale umfleidet, welche-nicht von-ſelbſt aufſpringt, ſo heißt dieſes eine Nuß(Nux),. wie- bei der Haſelnuß (Corylus Avellana), der Eiche(Quercus Ro- bur) 2c. Tab. VII Pig. 24. Die harte Umhüllung des Saamens heißt dann die Nußſchaale(Puta- men), bei welcher man darauf. achtet, ob ſie hart (durum), vder. zerbrechlich(Fragile) ift. Der. Sag- me ſelbſt, welchen die Nußſchaale einſchließt, heißt der Kern(Nucleus). Man achtet bei dieſer Frucht darauf, ob ſie zweis dreiſaamig(bi- triſperma) iſt, und ferner, ob-ſie ein oder mehrere Fächer hat.(uni-, multilocularis). In der Regel findet ſich die Nuß nur bei baum- und ſtrauchartigen Gewgächſen, und gewöhnlich geht ihr ein Blüthenfäßchen vorher, ane 8 Steinfrucct / Wird aber eine Nuß von einer dicken, fleiſchiz gen; ſaftigen oder lederartigen Hülle oder Maſſe be- 42 deckt, ſo.nennt man dieſes eine Steinfrucht(Dru- Pa)» Von dieſer Steinfrucht, giebt es folgende für uns ſehr. wichtige Arten? a) ſaftig(baccata), wenn ſie mit einer ſehr ſaftigen Hülle, umgeben iſi, wie bei der Kixſ- nes zweiſchaaliges Saamengehäuſe, in welchem ſich aber feine Scheidewand befindet, ſondern in deſſen hohlem Raume die Saamen an der inneren Seite der Nath, wel derhülſe(Lomentum); ebenfals ein Saameitge? hauſe, welches aus. zwei pergamentartigen Schäalen gebildet wird, welche zuſammenfaſſen und eine Nath bilden, welches aber dur< mehrere in der Quere dur- laufende Zwiſchenwände in mehrere Fächer abgetheilt iſt, in denen immer nur ein Saamenfkorn ſißt. Sie findet ſich) z- B. bei der Esparzette(Aedysarum Onobrychis), und es gehen ihr ebenfalls ſchmetter- lingsförmige Blumen vorher. Tab.I1X. Fig. g. KN D28. Der Zapfen 3; die falſche Kapſel; die falſche Nuß 3 die falſche Stäinfrücht 3; die falſche Beere. Einige beſondere Arten der Früchte und Frucht- umhüllungen find noch: T) der Zapfen(Strobilus); et entſteht bei den Käßchen-tragenden Gewächſen dadurc<, daß die Schup- pen der weiblichen Käßchen einte holzige Beſchaffenheit annehmen, und ſo eine feſte Decke bilden für den Saä- men, welcher ſid) unter jeder Shuppe anſeßt. Wir finden dieſe Fruchtart vorzüglich bei unſern Nadelhöl- zern, wie den Fuhren(Pinus sylvestris), den Tannen 2c., aber auch bei einigen andern Baum- arten getrennten Geſchlechts, 3. B. bei der Erle (Betula Alnus). Tab. IX, Fig. 9. 2) die falſche Kapſel(Capsula 8püria). Hie- her gehört z. B. die Fru<ßt der Buceres Zellengewebe(pa- renchyma), Dieſes findet ſich. vorzüglich im Mark und in der Rinde der Baumſtämme. Sind hingegen die Zellen ſehr lang und eng, ſo nennt man es ſtraf- fes Zellengewebe, und zählt hieher unter ändern den Baſt(liber). Tab.1xX. Fig.25. B) in zuſammengeſeßtes»Zellengewe- be. Hiebei beſtehen die Wände der größeren Zellen SS| 197 wiederum aus fleineven Zellen, /“ Vorzüglich häufig findet ſich dieſes bei den Waſſerpflanzen, aber auch in den zarteren Theilen anderer Gewächſe, z. B. in den Blumenblättern kommt es hin und wieder vor.'T.1X; Fig. 24- Das unregelmäßige Zellengewebe kommt nur bei den ſogenannten Kryptogamen vor, und dieſe Ge- wächſe, welche“ihrem äuſſern /Bau nach ſich ſchon als eine ganz eigenthümliche Familie äuszeichnen, unter“ ſcheiden ſich alſo! auch durch ihre innere Bildung auf- fallend'von den übrigen. Aber auch dieſes iſt ſich nicht ganz gleich, ſondern! kommt bald: in Geſtalt zuſamimen- gehäufter Kügelchen, bald in der länglicher Scläuche vor, die ſich auf mannigfaltige Art dur z. Z0I ſchraubenförmig gedrehten. Fäden umwunden wärez indeſſen haben neuere Unterſuchungen. gelehrt, daß dieſes nicht der Fall iſt, ſondern daß die innere Wand dieſes Gefäßes:von den ſchraubenförmig: gewundenen Fäden oder Bändern ſelbſt: gebildet wird. Gewöhnlich liegen"alſo. die Windungen dicht an einander, und bilden ſo. eine.geſchloſſene Röhre, durch welche allerdings die Bewegung des Saftes ſehr gut vor ſich gehen kann 3 oft ſieht man aber auch die Win- dungen beträchtlich von einander entfernt, und doc< wurden die Gefäße, wenn man den Pflanzentheil in gefärbte Flüſſigkeiten ſtelte, von dieſen Flüſſigkeiten erfüllt. Hier müſſen alſo die Windungen gleich. Haar- röhrcund) bilden alſo«behaarte Haare,» Ihre: Farbe-iſt in dey-Regel weiß); ſeltenex ſind, ſie« voſifärbig) Awis bei! einigen Sunmipfpflanzon; und'nöch) ſeltener» anders' gefärbt; Spiralgefäße-lau> fen'mezwihnen, ſondern ſie beſtehen) immev aus Zel- lengewebe: Es,giebt beinahs keinen Theil dev: Pflanze, welchen matt nicht mit, Haaren! beſeßt-gefunden hatte an devy:Wurzel; dem Stamine, den Blättern und)den Blüthentheilen» ſidd-- ſies nicht ſeltens' und» nicht-älleitn an den Früchten. ſönderm' auch: an der'äuferen Haut [p/9] V) Be Sl des Saattens kommen ſie vor3 manche derſelben. haben ſogar an ihren einem Eide einen Haarbü- ſchel, z. B. die"Saamen der meiſten Weißen? arten, Es iſt wol ohne allen Zweifel, daß die Haare Exeretionswerkzeuge der Pflanzen ſindz man darf nur die Saftbläschen an den Spikßen vieler klebriger und ſchmieriger Pflanzen betrachten, und ſich der Empfin- dung erinnern; welche" die'Haare der Brennneſſel da- durch erregen, daß ſie abbrechen,"und den in ihnen enthaltenen ſchärfen. Saft entlaſſen, um ſich davon zu überzeugen.“ Tab.1X. Fig. 30. iſt ein gewöhn? liches und Fig. 37. vein mit'Querwänden verſehenes Haar abgebildet; 6. 14% | Ba10..0650f8- 875 m Die'Borſten, welche'oberflächlich betrachtet, viele Aehnlichfeit mit den Haaren haben, und ſich nur durch ihre größere Steifigkeit davon unterſcheiden, ſind in' ihrem anatomiſchen Baue merklich von den Haaven verſchieden: ſtatt daß die Haare aus einer ver? längerten Zelle, oder aus mehreren derſelben beſtehen, welche in einer Reihe fort liegen, ſo ſind die Borſten aus vielen ſeitwärts an einander gelegten Zellen zu- ſammengeſeßt, welche vereint einen kegelförmigen zuU- geſvißten Körper bilden. Tab. 1X, Fig. 32. iſt eine Borfte vergrößert vorgeſtellt, an welcher'man deutlich ihve Zuſammenſeßung erkennen kann. =220500 aD CS. 150, Dornen und Stacheln. Die Dornen(8pinae), welche wir auch ſchon in dem erſteren Abſchnitte als ſol==> Von d.ezx W u r3.;e4l. N2"18 1% Die Wurzel; änatomiſche Zuſammenſetzung derſekben. Die Wurzel iſt vorzüglich.aus Rinde und Holz zuſammengeſeßt 3 das Mark fehlt gewöhnlich 3 nur in dem mittleren Theile der. Wurzel, der ſogenannten Pfahlwurzel, findet manbisweilen etwas Mark, allein dieſes iſt do< nur im oberen Theite, verengert.»ſich dann immer mehr, und hört ungefähr in der Mitte der Pfahlwurzel gänzlich auf- Die Rinde der„Wurzel verdickt ſich bisweilen ſehr, und. bildet gleichſam falſche. Knollen 5 indeſſen kann man. dieſe von den wahren Knollen doch Ffogleich da- durch unterſcheiden, daß ſich, durch ſie ein. Bündel von Holzfaſern( Spiralgefäßen) an der Mitte hindurch zieht, welches bei.den wahren Knollen fehlt. Eine falſche Knolle findet„fich z.. B« bei dev Spiraea HAli= pendula, Die. Geſtalt der. inneren Theile„einer„Wurzel zeigt ſich anders im jüngeren, und anders am älteren Zuſtande der-Wurzel 5-wir müſſen ſie daher in dieſen beiden Zuſtänden etwas.näher betrachten. Bei den Zäſerwurzehn, z.'B-degen'der mei- ſten Gragarten(wenn die Pflanze eben gekeimt hat) hat die Rinde nach auſſenden Fehr lockeres Zegenge- webe, nach innen hingegenvein ſehr enggelliges lang- geſtrecktes Gewebe-(Baſt), und) zin der Mitte hindurch läuft ein Bündel von-Spiralgefäßen/"deren Bänder ſich nicht abvonen laſſen, aber doch gerade Ouerftreifen haben 3 Tab. IX. Fig. 33. Bei zunehmendem Alter verändert'fich die außere'Rinde ſehr wenig, die innere aber wird hart ,' bekommt lange enge Zellen, ſchließt ſich dem Holze an, und die'vorherigen Treppengänge haben fich in getüpfelte Gefäße verwandelt, welche jeßt wie bloße Fibern erſcheinen. Bei den Pfahlwurzeln beſteht ebenfalls die äußere Rinde der jungen Wurzeln aus ſehr lockerem Zellengewebe, die innere aus langen geſtreckten. Zellen (Baſit), und in der Mitte zeigt ſich auch hier ein Holz- bündel, welches aus Spiralgefäßen beſteht, die ſchon in Treppengänge übergehens Tab. IX, Fig. 34. Bei der alten Pfahlwurzel zeigt ſich dieſes alles ganz anders: die äußere Rinde beſteht dann'aus einem ſehr loferen, mayerförmigen Zellengewebe, welches ſich evſt in ſpäterer Zeit angeſeßt-hatte3 die innere Rinde hingegen beſteht aus einem ſonderbaren Gemiſch von Baſt und lockerem Zettengewebe, wie man an einem Längedurchſchnitt(Tab. 4X. Vig. 35.) deutlich ſehen Fanns eben ſo bemerkt man auch, daß die Treppengänge des Holzes verſchoben, und Baſt und lockeres Zetlen- gewebe"dazwiſchen gedrungen ſind, wie der Länge» dytchſchnitt(Tab. 1X, FiS. 36) zeigt. Betrachtet man zun einen Querdurchſchnitt einer alten Pfahl- wurzel(Tab. IX. Fig. 37.), ſo-bemerkt man mehrere Strahlen, welche von deim Eindringen des Baſts und des Zellengewebes in die Holzgefäße entſtehen. Die 24==uiip aſe großen. Oeffnungen in„dieſem Querdurchſchnitte-be- zeichnen.die Spivalgeſäße. In- Hinſicht dieſer-Zuſammenſeßung kommen alle Pfahlwurzeln: mit einander überein, und man fann bei allen durch einen Querdur<ſchnitt ihren ſirahlen- förmigen Bau ſchon mit bloßen Augen ſehen 3 nur iſt die Menge des lockeren Zelengewebes verſchieden, wel- t wird, beſteht aus einem ſehr lockeren Zegengewebe, deſſen Zellen mit grünem Saßmehl, oder harzigen gymmige ten 2c. Stoffen gefügt ſind.»Mit dem zunehmenden Alter der Gewächſe verliert die Rinde in dev. Regel (durch die Einwirkunge dex“Luft) ihre grüne Farbe, und wird braun, grau,'oder:nimmt eine andre Farbe anz“"Bei einigen"Gewächſen" ſchrumpft auch mit dem Alter die«äußere Fläche“dieſer Rinde mehr und mehr ein; bekommt Riſſe;"und'ſchält ſich bei“ einigen ſogar Jährlich: ab; Verfolgen wir die Ninde mehr nach innen hin; ſo "bemerken wir, daß die Maſchen des Zellengewebes im- 15* mer gedrängter, enger und geſtreckter werden, und ganz das äußere Anſehen der“ oberen Rinde verlieren. Mit dieſem veränderten Bau vermindert ſich auch ge- wöhnlich die Farbe dieſes Rindentheils, indem ſie weiß oder gelblich wird. Unter dieſen Umſtänden nennt man die innere Rinde B aſt(tber). Der Baſt beſteht aus graden Faſern, welche ur- ſprünglich Zellen waren, dur< den Druck der neben- liegenden. Theile aber ihre Form verlohren, und ſo ihre jehige Geſtalt erhielten. Dieſe Faſern ſelbſt ſind durch viele Ouerfaſern mit einander verbunden, wel- en ihres Stengels ſolerer Baft zwiſchen den älteren; und zugleich legt ſich ein neuer-Ring von Spiralgefäßen um das: Mark an. 8. 160. Jahtringe- und; Es bleibt uns nun noc< übrig, die Entſtehung der Jahrringe und der Strahlenbänder"im Holze näher zu unterſuchen. Es iſt nämlich eine be- kannte Sache, daß man bei den größeren Gewächſen, den Bäumen und Sträuchern, gewiſſe conzentriſche Schichten im' Holze bemerkt, welche ſich durch ihre verſchiedene Dichtigfät von einander auszeichnen,. und gleichſam abgeſonderte"Ringe bilden, welche ſic um das Zentrum des Stammes anlegen, und welche man Jahrringe'genannt hat?" man bemerkt dabei, daß die inneven Ringe immer dichter, die äußeren immev loe- xer ſind. Ebenfalls iſt es eine bekannte Erſcheinung, daß vom Zentrum eines holzartigen Stammes nach der Peripherie zu ſtrahlenförmige Bänder zu laufen ſchei» 236.er iſt,„wie in jüngeren, und daß es nur an Maſſe abnimmt, Alles dieſes erklärt ſich deſſer/ wenn wir der vorhin 6. 159. auseinander geſeßten Meinung folgen. Das Holz wächſt nämlich, indem überall neue Theile zwiſchengeſchoben werden; natürlich muß dieſes Zwi- ſchenſchieben da häufiger ſtattfinden, wo die“ Theile no< loder ſinds man wird es alſo'an den äußeren zee 237 lockeren Theilen am auffallendſten bemerken. Bei die- ſex Verminderung der Zwiſchenräyme nach alen Riche tungen im Holze, muß zugleich eine allgemeine Zu- ſammenziehung ſtattfinden, und dieſe wird da vorzüg- lich bemerkbar ſeyn, wo viele Theile zwiſchengeſcho- ben ſind. Es iſt übrigens no<ß nicht ganz beſtimmt ausgemacht, ob jährlich ein Jährring gebildet werde, und wahrſcheinlich wird dieſes auch bei den verſchiede- nen Bäumen verſchieden ſeyn. Veber die Strahlenbänder ſind ältere und neuere Schriftſteller ebenfalls der verſchiedenſten Mei- nung: Einige hielten ſie für querliegende Schläuche, welche vom Holze zum Mark giengen, und zur Berei- tung der Säfte dientenz Andere glaubten, es ſey lockeres Zellengewebe, welches zwiſchen das Holz drin- ge; no< Andere hielten ſie für Seitenkanäle, durch welche die Seitenbewegung des Saftes vor ſich gehe? wir wiſſen aber jet, nach der im vorigen P. auseinan» der geſeßten Erklärung, daß ſie von dem Marfe-ont- flehen, welches dur< die in ſeiner Peripherie ſich freis- förmig anſeßenden Gefäßbündel ſeitwärts in Strahlen zuſammengepreßt wird. Von den*'Aeſien. 6.1.0645 DEKA 6 F. Wir bemerken zwiſchen den vonkommneren Thieren und den Gewächſen einen ſehr auffanenden Unterſchied "===00000, GMaeen in, Hinfficht ihres Wa<ßsthums und. ihrer Entwielung, . Das junge: Thiex bringt nämlich: ale ſeine„Theile (wenns auch noch- niht vönig. ausgebildet.); mit-zur Welt: die Pflanze hingegen erhält erſt-eine- Menge ihrer Theile während dem Verlaufe ihres Lebens; und wir können die leßtere hierna< in zwei. große Haupt- theile eintheilen, nänilich in ihren Stoch(caudex), oder in ihren. Mutterkörper, welcher allen Übrigen Theilen zur Grundlage dient, und) aus. dem ſich alle Theile entwickeln,«welche ſie hervortreibt„- und in die Sprößlinge ſelbſt, welche aus dem Stock ent- wickelt werden» Beiden größeren Gewächſen, bei denen dieſe! Entwickelung der Sprößlinge langſam und oft, eine ſehr bedeutende Reihe von Jahren nach einander vor ſich geht, iſt ſie uns am auffallendſten. Der Stainm treibt jährlich neue Aeſte, aus den Aeſten entwickeln ſich wieder kleinere Aeſte, und ſo geht dieſe Ausdehnung: oft ſehr: weit fort. Bei den kleineren ein. und zweijährigen.Gewächſen findet eine ähnliche Vergrößerung. und-Zeräſtelung Stattz nur geht ſie viel ſchneler vorſich, 1.und wird uns deshalb minder auffallend. Da, wo ein Aſtaſichtvom Stamme trennen Wig, zeigt ſich gewöhnlichzeinexundliche Erhöhung eö'tren- nen ſich nämlich fleineve-Holzbündel von dem größeren, biegen ſich ſeitwärts und'drängen den Aſt hervor 5'zu- gleich vermehrt ſich-däs Mavk än dieſer Stege, füllt die Ziviſchenväume zwiſchen den--Gefäßbündemn" aus, yund-verlängert; ſich ſelbſt mit dem Aſtes >. 239 Ebenſo erhalt der Aſt-Fſeine Rinde durch Verlän» gerung indeſſen iſt) das Zellengewebe„dieſer Rinde gewöhnlich von dem in der Rinde des Stamines vet ſchieden; Ehe nd< der /Aſt-ſich entwickelt 1 trenne“ ſich einzelne Holzbündel von ſeinem größeren" biegen ſich ſeitwärts/-dringen-hervor und bilden die Blätter: auf„dieſe werden wir /ſpäterhin noch: wieder zurtick» kommen; Die Vertheilung. des Aſtes' in fleitte Zeräftelunz gen geht bis zur-Blüthe fortz vieſe lezten Endigunz gen des Aſtes; welche keine Blätter; ſondern Blüthen tragen, heißen Blüthenſtiele; inHinſicht ihrer Zuſammenſezung ſtimmen ſie mitdem Aſte ſelbſt Überein. Von den Knödspen G:.162, Beſchaffenheit der Kno3pens Was wir unter Knospen;'Gewmen oder Augen(gemma;' ooulug) verſtehen, iſt im vorigen Abſchnitte 5.75. 76. näher aus einandergeſekt; hier wollen wir uns mit dem anatomiſchen Bau derſelben befannt mächen. Sie ſind die Entwürfe eines künftigen Aſtes3 wir finden daher in ihnen auch ane jene' Theile no< unentwickelt liegen, welche inder Folge den Aſt zu- ſammenſeßen:<='Maän' hat die Knospen“mit den Saanien«der"Gewächſe verglichen, ſie unterſcheiden ſich aber merklich davon 3 wir können ſie nämlich als 249 dſp»<==; aufden Mutterſtamm“gepfropfte Verlängerungen des Iflanzenförpers- anſehen, welche aus"dem Mutter? ſtamm ſelbſt:-ihre: Nahrung erhalten; ſtatt daß die Saamen.-ein eigenes ſelbſtſtändiges Individuum bil- den; welches==abgeſondert vomſeiner Mutterpflan- ze== fähig iſt; unter ſchicklichen Umſtänden einen eige- nen Vegetationsprozeß zu beginnen,(wozu'ſie von der Natur mit einem Magazin von Nahrungsftoffen in den Saamenlappen verſehen- wurden. In den Knos- pen finden wir dieſes nicht, und ſie: bedürfen deſſen nicht, da ſie aus dem Mutterſtamm ihre Nahrung ziehen.»Knospen und Saamen unterſcheiden ſich auch noch dadurc< daß wir an jenen, als-Verlängerungen eines Individuums, ale jene Eigenſchaften-wieder- finden, welche dem Individuum ſelbſt zukommen, ſtatt daß durc< die Saamen nur die Art, nicht aber die zu- fälligen Eigenſchaften fortgepflanzt werden. So wird es uns möglich, dur<4 Hülfereines: Pfropfreiſes die- ſelbe Spielart eines Obſtes 57 in Geſtalt, Geſchmack, Geruch, Farbe, Größe 2c- völlig. dem Individuo-ähn- lich,-von dem wir das Reis nahmen ,- fortzupflanzen, (elbſt-eine jenem Individuo eigene Krankheit wird oft durch ein Pfropfreis mit fortgepflanzt)--ftatt-daß wir“durc<. Ausſäen des Saamens dev beſten|Obſtſorten nuv die-Art, nicht aber mit jenen zufälligen Eigenſchäfs ten verbunden ,- wieder erhalten. Da-die-Knospen ſich nur ſehr-almählig entwik? feln, und oft eme lange Zeit vorher ſchon am/Muttev- ſtamme ſich zeigen, ehe ibre Enthüſungsperiode heran» naht, ſo war es nöthig,' daß“ſie' von'der. Natur durch eine feſte Bedeckung gegen die widrigen Einflüſſe der Witterung geſ<üßt'wurden,“und daher jene feſten pergamentartigen Schuppen erhielten, welche:"die Knospe yur vor ihrer Entwickelung einhülen nach? her aber abfallen. Auſſer der Bedeckung haben)dieſe Suppen auc< no< den Nußen, daß ſie das Aus- trocknen der zarten eingeſchloſſenen Theile verhindern. Manche"Gewächſe ſcheinen ihre“ Knospen noh mehr dadurch gegen"widrige“- Einflüſſe zu ſichern,'daß aus den Schuppen ein zäher)/ klebriger: Saft ſchwikt, welcher. ſie wie ein Firniß überzieht,:wie wir'ihn z. B. bei den Pappeln, der Roßfaſtanie und mehreren andern Bäumen bemerken. Nach: den Theilen, welche ſie einſchließen, unter» ſcheidet man die Knospen /-in Holzaugen und Fruchtaugenz dieſe ſind in' der Regel dicker und folbiger, und enthalten den Entwurf der künftigen Blüthez jene hingegenſind dünner und ſpißiger, und entwickeln blos Blätter. Junge Bäume tragen nur Holzaugen, weil ſie ihren Nahrungsſaft noch zur Ver- breitung ihrer Wurzel und ihves-Stammes anwenden müſſen.| Aber..auch einige, ältere, Bäume tragen bis- weilen. nichts ais Holzaugen, und dieſe kann man alsdann zum Fruchttragen zwingen, wenn man ihnen entweder die ſogenannten. Waſſerreiſer, das heißt, diejenigen jungen Schößlinge, welche nichts als Bläts ter treiben, abſchneidet, weil ſie dann den Saft, welcher jene verſorgte, zum Fruchttragen anwenden 16 können ,- oder: daß man unten am Aſte: einen Cylin? der. dev. Rinde,„ungefähr von der: Höhe eines Zollsz vund) um'den! Aſt! behutſam ablöſts. wodur<) die rüc>s kehrenden Säfte»gezwuüngen werden ,) ſichyſeitwävts zu ergießen), umäufndieſe'Art länger im Aſte: zu verwei? len(ſ.. 6439) 8. 1635 1. UrſprungudernFinospen... Entſtehung der-'Dornenz In der: Rögel: kommen die-Knvspen in den'Win* feln: dex Blätter- hervor, wo'ſie den Sommer über; göſchüßt: von: dem„Blatte,, beinahe: ohneoſich. merklich zuwergrößern): ruhig zubringen aber:auchraußer. dier ſem Plaße ſehen wir. bei einigen unſerer) Batmarten ander Spiße,des-"Stamines und] der. AefteKuvspen entſtehen; 34: B.cbei unſern'Tannenarten 26;. Bean? dern Gewächſen:fommen ſieiſelbſttunten am»Stamme hervvr;. und/zwar,mnicht alteinibein den; größeren:baum* und firauchärtigen: /Gewächſen: tritt! diefer! Fal!-/ein; ſyndern. auch bei. vielen fleineren Pflanzen.- Ueber- Haupteſchemt: einexjede: Vermehrung des Saftesi-an einer: Stello;- Anlfjäufung von. Erde; Einſchnmitte:und zarte: Verkekungen ,, Unterbindung:20.,. dieſes Hervore ſprießen der-Kinvspen und'Triebezu befördern. Dq» her. die: große/Wirkfamfert; welche:dierin der:vollfomi- neren Landfultur eingeführten Sgarrificator8-(Schaus felpflüge, Sobelpflüge 70.) yauf-die!Vergrößerung-und die Vermehrung der Triebe»unſferer"angebauten Ge“ wächſe: hervorbringen. Selbſt: die! Wurzel. undder Würzelftöe>, vorzüglich wenn ſie etwas'göriſſt' werden, | ſind" fähig, Knospen zu treiben 3' und'wir haben ſogär | die ſehr' ſonderbare Erfahrung' gemacht; däß mah ſelbſt aus Blättern, beſonders ſaftiger Gewächfe;''Kudspen entwickeln und Pflanzen erziehen kann,= E3 iſt ſehr wahrſcheinlich; daß jeder Gewächstheil, welcher nur Spiralgefäße und Zellengewebe enthält, unter ſchilihen Umſtänden" fähig iſt, eine Knospe zu treis ben; haben" es' unſſere' Gärtier'do< ſchön ſo weit ge-| bracht, aus der Blume ſelbſt eine Spröſſe zu entwik-| keln, und" iſt“ es' doch" fein ſeltenes" Beiſpiel;' daß ſelbſt aus der Frücht ein neuer'Ziveig" hervorwaſen kann!=| | Nur'mit wettizen Worten müß*ich hier noch'n| | mal auf die Dornen zutütkfommens" fie entſtehen,| | wenn ein kleiner Aſt fich'zu früh entwiekelt; Vänklabir| von' einem“ andern" neben ihm"'hervorfommenden Aſte| in ſeiner Entwickelung gehemmt'witd,* fich" nu züſem- j wmenzieht/ und mit'dem'Alter iminer härtet und'ſpißi-| ger! wird. Biſweilen, aber'wur im'ſettener Fen, vevivandelnſich'die Blüthenſtield"in Dornen! Es ift | alſo"irrig, wenn" män" glaubt, daß"die Dornen aus | eitnietin Mangel'an'Nährung'entſtehen 3 es ift vielmehr ein Ueberflüß an'Nahrüng daran Schuld, indem der Trieb) welcher ſich erſt'im folgenden Jahre entwickeln fonte, gleichzeitig wit dem dießjährigen bervorbricht, dann aber dur<' den'ffärkeren' Wuchs" des'lößteten in ſeiner Entwickelung gehemmt wird: Die Kültur un fever“Obſtbäume verdrängt iwie die Stäheln"derſel- TIO+ ben; aber eigentlich durch Schwächung, indem durch „dieſelbe. zwar die„Früchte. und der Saftgehalt derſel- ben, nicht.aber die Menge fruchtbarer Saamen, ver- mehrt wird. Von den Zwiebeln, 6, 164. Bau der Zwiebel; Arten derſelben. Wie ich ſchon in dem vorigen Abſchnitte geſagt habe, hatte man ſonſt„die Zwiebel den Wurzeln zu- gezähltz wie unrichtig dieſes iſt, wird aus einer ang- tomiſchen Zergliederung derſelben noch mehr erhellen. Die Zwiebel gehört eigentlich mit zu den Knospen, und unterſcheidet ſich vorzüglich nux durch ihren Ort, wo ſie hervorkommt, von ihnen. Betrachten wir einen vertikalen Durchſchnitt der echten Zwiebel,„ſo. finden wir unten, eine, rundliche, ſaftige“ Scheibe, welche gleichſam die Grundlage.der Zwiebel'ausmacht». und. die man.den Zwiebelkör- per-nenntz. dieſe beſteht: ganz aus dichtem Zellenges webe, und ſcheint. vorzüglich. wohl zum Nahrungs- behälter der Zwiebelgewächſe zu. dienen.„„ Aus. dieſem Zwiebelkörper dringen nach unten. die Saugwurzeln hervor, die ſich bei manc. Pflanzen,„allein hervor, und hier beſtehen fie dann qus dem Gefäßbündel, welches. zu einem Blatte ges bildet-werden, ſollte. deſſen:Wachsthum aber befchleu- nigt wurde, Ueberzdie, Function. der Blätter, ihre:Dquer, ihr Abfallen.;2c.. Fann. erſt in. dex Phyſiologie die Rede feyn. Von»der Blüthe und deren Theilen. CS. 167. Bildung der Blüthe im Allgemeinen. Die Befruchtungstheile mit ihven Umhülungen machen den Inbegriff dev.Blüthe gus5„allein weſent- lic ſind derſelben Aux die Befruchtungstheile, und eine oder die andere Umhüllung, bivweilen:beide, Fön- nen fehlen. Wir werden hier zuerſt die Blüthe and ihre Entwickelung. im Allgemeinen- gächher.ihve izu- ſammenſeßenden Theile:beſonders betrachten. Da wo eine Blüthe„hervorbrechen will;„empei- tevt ſich: der Blüthenftiel, und dieſe„Erweiterung, welche'den übrigen Blüthetheilen zux.Grundlage dient, iſt das-:: was wix Blüthehoden oder Fruychtboden(re- ceptaculum) nennen. Bei. der Entwickelung der Bluüthe vergrößert ſich die Rinde„des Blüthenſtiels z ihre äuſſexen Holzbündel trennen ſim. von einander, biegen ſich ſeitwärts, und hilden ſo, das Nek“ für die äuſſere Blüthenhülle oder den Kelch," Nach innen zu trennen ſich wieder von dieſen ſeitwärts gebogenen c-- in 2 251 Gefäßbündeln einzelne Bündel, ,ym"die"Blyme;und die. Staubfäden zu;bilden. Zugleich mit den äuſſeren verlängern: ſich auch die inneven-Gefäßhündel, um-den.Fruchtfnoten, denSqaa- men,und: die Umhülungen der Frucht zu bilden. Auch das Mark und der-Baſt perlängexn ſich 3 jenes ivd auſſevovdentlich zart, bekommt unregelmäßige Zellen, und erfüllt den inneren Theil der Frucht und'des Pi- ſtills3 dieſer, welcher die Gefäße begleitet und ſich gleichzeitig mit ihnen verlängert, iſt oft ſo zart, daß man ſeine feinen Zellen kaum: bemerkenFann, 65 34.08. Dipp 58 5: Den Ke l.< haben wix ſchon früher gls die Zuſ- ſerve Umhügung, der„Blüthe kennen gelernt. Sein innerex„Bay hat„mit dem„der Blätter.viele-Aehnlich- eit: er beſteht nämlich aus einem, Gefößbündel, deſ- ſen neßförmige Zertheilung mit Iockerem Zegengewebe qusgefgat iſt.«Wie ſehr ex mit den Blättexn über- einſtimmt, ſieht man daraus, daß er bei,einigen Ge- wächſen, z.B. bei der.Roſe, in förmliche Blätter aus- wächſt5 auch der Kelc< der Gräſer hat ſehr.viel Ueber- aeinſtimmendes mit ihxen Blättern. Gewöhnlich geht der Kelch ununterbrochen zn den Blüthenſtiel überz3 indeſſen oft ſind do< die Zellen des Kel- deren" verſchiedene Formen" wir ſchon feuher: betraceven Zellengewebe, deſſen Zellen mit den ſchon. zubereiteten. nährenden Subſtanzen, als Stärke, Kleber, Eyweiß,. Schleim, die eine körnige Maſſe. bilden, gefüllt ſind. Bei den. volkommneren Gewächſen läßt ſich ſchon in dem Keime(dem Embryo der künftigen Pflanze) ein ſpißiger Theil.( das, Würzelhen), welcher die Wurzel bilden wird, und ein knospenartiger Theil (das Federchen), aus.dem der Stamm hervorgehen wird, entdecken. S-.: 173. Diejenigen Theile, welche entweder als einfache Umhüllungen, oder noh aus mehreren Theilen zu- ſammengeſeßt, den Saamen bedecken, begreift man unter dem Namen der Sagmenbehälter oder --- 257 Fruchtde>en. Sit zeigen. ſich. befanntlich. in den mannigfaltigſten Formen, die wir«früher ſchon be- trachtet haben. Die äuſſere Schicht dieſer Saamen- behälter beſteht gewöhnlich aus: lo>erem Zellengewebe, deſſen Zellen ſehr mannigfaltig gebildet und mit ver- ſchiedenen darin abgeſeßten Subſtanzen gefüllt ſind, und nur mehr nach innen zeigen ſich Gefäßbündel. Selbſt die härteſte Schaate einiger Fruchthüllen, z+ B. bei den Nüſſen, die harte Schaale des Pflau- men- Pfirſich- Kixſchenferns8.2c.„beſteht aus Zellen- gewebe, welches ſeine Härte qus. der darin erhärteten Maſſe erhält. Bei mehreren Gewächſen iſt die Gruchtdecke in- wendig dur; Scheidewände in Fächer getheilt, z.B, bei dem Mohn, bei den. Kernfrüchten,( Apfel, Birn) 2c- Dieſe Scheidewände beſtehen ebenfals aus eng geftre>tem Zellengewebe, welches auf beiden Sei- ten mit einer pergamentartigen Haut überzogen iſt. Bisweilen liegt" innerhalb dieſer Fächer ein fleiſchiges oder ſ. 271 fam; welche fie... im äufgelöfeten. Zuflände einſau- gen können, iſo iſt es. jeht eben ſo gewiß. durch die Verſuche Schraders, und. mehverer janderer Ehe- mifer'erwieſen,"daß die!Erden durch Hülfe!des ve» getabiliſchen:Organismus aus den übrigen einfachen 'Stvffen im) Pflanzenkörper ſelbſt erſt erzeugt wevden. Mohr'»wie viele andere Jhatſachen beweiſt uns dieſe:'daß.die!Erden währſcheinlich nor aus an- deren einfacheren:Stöffen zufammengeſeßt ſind, und'daß wir ſie'nur unzerlegte Subſtanzen nennen müſſen, weil 168'uns»noch nicht gelungen iſt, ſie zutzerlegen.. Wir unterſcheiden' die Erden in ſolche, die für ſich"im ſtrengſten Feuer unzerſtörbar ſind, und un chemiſch- reinen Zuſtande vom Waſſer nicht aufgelöſet werden, und'in ſolche,'die ſich'bei ſehr heftigem Feuer Zerſtören laſſen, im ehemiſth- reinen Zuſtände ſich in'geringer'Duantität 1im Waſſer auflöſen, und"alkaliſche Eigenſchaften zeigen, welche lezteren"wir'vorzugsweiſe alkaliſche"Erden nennen. Beide kommen in der Aſche'der Pflanzen vor. 6. 184. Kieſelerde. und Thonerde. Die Kieſelerde, unter agen Erden die feuer- beſtändigſte, die nur'von einer einzigen, nämlich der Flußſpathſäure,"angegriffen und aufgelöſet bird,-Und'die'befänntlich, ivenn ſie“mity Alfalien Hiſämmengeſchimolzen witd, Das Wl4s8 bildet, bleibt 272=... in der Aſche der: meiſten Gewächſe oft in großes Quantität" zurück. Sie findet ſich immer in.rei- nem unvermiſchtem Zuſtande in“den Pflanzen z aber nicht allein die Faſer: der meiſten, Gewächſe iſt aus ihr gebildet, ſondern wir treffen: ſie bei mehreren auch in ihrer Subſtanz abgeſeßt an 3 ſo: ſcheint ſie vorzüglich den Gräſern und grasartigen-Gewächſen zuzufommen, in deren Halmen und“Knoten wir ſie häufig abgelagert antreffenz bei einigen großen gragartigen Gewächſen, z+ B« dem Bambußgrohr, macht ſie eigene ſteinharte Concretionen..„Im Holze einiger unſerev Baumarten, 3. B«“der“Erle. und Birke, ſcheint ſie auch in ziemlicher Menge zu lie- gen, da dieſe oft,„went ſie gehdrig ausgetrocknet ſind, beim Drechſeln. Funken ſprühen. Zur thie- riſchen Nahrung kann„ſie nichts beitragen5- auch die«Aſche. derjenigen: Gewächſe, welche viele Kieſel- erde enthalten,«hat Für den. Landwirth. nicht den Werth, als die, in welcher die Kalkerde einen Hauptbeſtandtheil ausmacht. Die Thonerde, welche mit zu der erſien Abtheilung der Erden gehört, kommt weit ſeltener als die Kieſelerde in der Aſche der Pflanzen vor. Cf. 185, Alfaliſche Erden. Unter den alkaliſchen Erden macht; die, dem Landivirth in ſo vieler Hinſicht wichtige, KalFferde -- 273 einen Hauptbeſtandtheil mehrerer Gewächſe- aus wegen ihrer nahen Verwandſchaft zu den„Säuren finden wir ſie aber nie im reinen Zuſtande. darin, ſondern immer mit Säuren zu einem erdigen Mit- telſalze verbunden.'Sie macht“ bei: vielen"Gewäch» ſen nicht allein einen Hauptbeſtandtbeil.: dev; Faſex aus, ſondern liegt auch in ihrem. Zellengewebe abge? ſeßt. Die Pflanzen enthalten ſie oft in ſo. großer Menge, daß man die Aſche derſelben wie Kalk bez nußen kannz ſo enthalten z. B. die Arten der Gat- tung Chara(Armleuchter), welche an einigen Or- ten in Meklenburg fälſchlich Poſt genannt werden, und die dort, ſo wie durch ganz Deutſchland, in Seen und ſtehenden Wäſſern wachſen, eine ſo große Menge davon, daß man in. einem Pfunde derſelben 6 Loth kohlenſauren Kalk findet.-- Zu den Säuren, mit denen wir die Kalkerde am häufigſten verbunden in den Pflanzen antreffen, gehören vorzüglich die Phosphorſäure, Schwefel- ſäure, Salzſäure, Salpeterſäure und Kleeſäure. Von dem phosphorſauren Kalk habe ich vorhin ſchon geſprochen. Gyys, oder mit andern Worten, ſc, färben die rothen„Pflanzenſäfte blau und viele blaue grünz auf die organiſchen Subſtanzen äußern ſie ſehr zerſtörende Kräftez3 mit den Oelen und Fetten bilden ſie die Seifen, und mit den Säuren die Neutralſalze. Rein finden ſie ſich nie in den Pflan- zen; ſondern immer in Verbindung mit Säuren, welche aber oft beim Brennen zerſtört werden, ſo daß wir ſie dann'mehr oder weniger rein aus der Aſche aus- laugen können. Dem Landwirthe ſind ſie in mehrerer Hinſicht wichtig auf den Boden wirken ſie auf ähnliche Weiſe wie der Kalk ,/ nur in weit ſtärkerer Maſſe, indem ſie die in demſelben enthaltenen verweſten thieriſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen('den Humus) auflöslich machen,“und zugleich' die etwanigen freien Säuren deſſelben abſtumpfen und unwirkſam machen. 1 In ſeiner Haushaltung ſind ſie nicht minder wichtig, an- dem ſie ihm durc< Hülfe des-gebrannten Kalks die'be- Fannte Aſchenlauge oder Seifenſiederlauge liefern. Das Pflanzenalfali macht den. Hauptbeſtandtheil der befanntem-P ott aſch ejaus, welche 1zu-ſo vielen tech? niſchen. Gewexben ein unentbehrliches Material liefert, und.oft-mit, vielem Vortheil vom Landwirthe als Ne» benproduct gewonnen werden kann,: wenn. er z, B, bei der. Urbärmachung eines Diſtricts ſeiner Ländereien einen Wald auszuroden hat; Unter den drei-Alfalien fommt das Pfl anzen- alkali am häufigſten inden Gewächſen: vor. Die Säuren, mit denen wires am. häufigſten j;in ihnen verbunden antreffen, ſind. die: Schwefelſäure, die. Salz» ſäure, die Salpeterſäure," die Weinſteinſäure„- die Sauexkleeſäure und die Aepfelſäurez, mit, dev.erſteren bildet es das ſchwefelſaure Kali oder den vitrioliſirten Weinſtein 3 mit dex zweiten das ſalzſaure Kaliz mit der dritten den Salpeter 3zumit der'vierten den Wein- ſtein 3: mit dex«fünften. das Sauerkleeſalz, und«-mit der ſechſten das.äpfelſaure Kali. Das. Natrum, oderymineraliſche. Alfal1, kommt, wie ſchon ſein Name ſagt,.mehr den mine- raliſhen Subſtanzen zu, und findet ſich. vorzüglich mit der Salzſäure zum Kochſalz verbunden in dem Salzſeolen und dem Meerwaſſer aufgelöſet 3 wir fin- den es aber auc Durch dieſes leztere Verhalten unterſcheidet ſie ſich vorzüglich»vom Kleber“ und dem machher abzuhandelnden) Eyweiß, welche nur von den äßenden Alkalien aufgenommen werden. Ihre Beſtandtheile ſind ebenfalls Kohlenſtoff, Waſſerſtoff, Sauerſtoff und Stickſtoff, unter denen auch verhält- nißmäßig der Stickſtoff eine bedeutende-Menge aus? macht. In Hinſicht ihver' Nahrhaftigkeit-ſtimmt ſie wol mit dem Kleber überein? wennvſie ihn vielleicht nicht noch übertrifft, da es bekannt iſt, daß die Saa- men mehrerer unſerer Hülſenfrüchte zu den kräftigſten Nahrungsmitteln gehören Es iſt in den Haushaltungen eine bekannte Sache, daß ſich die Saamen der Hülſenfrüchte in dem ſoge- nannten harten Waſſer(welches kohlenſauren Kalk oder auch Gyps aufgelöſet enthält) gar nicht weicd kochen laſſen 3 dieſes entſteht von dem kohlenſauren =>«a 4 2 85 Kalk, welcher eine Erhärtung der thieriſch- vegetabili- ſchen/Subſtanz bewirkt. Dieſer Fehler läßt ſich'aber leicht. dadurch gut machen, daß man dem Waſſer/un- gefähr einen Theelöffel voll gereinigte Pottaſche(foh- lenſaures Kali) zuſchüttet/ welches theils den. kohlen» ſauren, Kalk: niederſchlägt, theils= dem Geſchmacke unboſchadet== die thieriſch- vegetabiliſche Subſtanz im Waſſer leichter auflößlich macht. E40 Wi 2045 1, fw Ca 191. Eyweiß. Das Pflanzeneyweiß oder der Eeyweißſtoff (albumen, materia albuminosa) bildet im reinen abgeſchiedenen Zuſtande eine- Subſtanz, welche die größte Aehnlichfeit mit dem Eyweiß der Vogeleyer be- ſiht.- Wir finden ſie in ſehr vielen Gewächſen(wenn ſie gleich! vorzugsweiſe in einigen. Gewächſen in vor- züglicher Menge liegt) und. in-allen Theilen derſelben, im Saamen, Blüthen, Blättern, Stengel und Wur- zeln. Friſch abgeſondert iſt es farbenlos, geſchmacklos und elaſtiſch; in der Wärme trocknet es aus, und nimmt eine gelbliche, durc<ſcheinende, hovnartige Be- „ ſchaffenheit anz gewöhnlich läßt es ſich aber nicht ganz genau von ſchleimigen und andern ihm anhängenden färbenden Theilen trennen, und bildet dann im feuch- ten Zuſtande eine graue, und im trocknen eine ſchwarze Maſſe. Vom kalten Waſſer wird es leicht und in Menge aufgenommen, und giebt damit eine helle dur<- 2,86 7; m gn ſichtige Auflöſung» wird aber ſogleich in Geſtalt gelb licher“ſchaumartiger Flocken abgeſchieden, wenn man eine ſolche Auflöſung bis zum Sieden erhißt; und wird zu einer im Waſſer völlig unauflöslichen Subſtanz, Dieſes giebt uns'alſo ein leichtes Mittel an die Hand, den Eyweißſtoff aus den Pflanzen abzuſcheiden, indem wir ſie nämlich ſo lange mit kaltem Waſſer auswa» ſchen, bis dieſes ungetrübt abläuft 3 dieſes Waſſer ſich klären laſſen, und nachher das obenftehende klare Waſſer abgießen und bis zum Kochen erhitzen, da ſich dann nach und nach alles Eyweiß daraus abſondert, welches man behutſam mit einer Schaumkelle abneh- men, auf einem Filter ſammeln, und ſo deſſen Quan- titat beſtimmen muß. Im Alkohol, ſo wie.in den Oelen, iſt das Eyweiß unauflöslich 3 und das friſche Eyweiß gerinnt ſogleich, wenti man einer ſtarfen Auflöſung deſſelben in kaltem Waſſer Alkohol zuſchüttet. Von den äßenden Lau» genſalzen und den Säuren wird es aufgelöſet, aber durch die erſteren aus der Auflöſung der letzteren, und durch die leßteren aus der Auflöſung der erſteren wie- der niedergeſchlagen. Die gegenſeitige Verwandſchaft der Ssuren und Alfalien iſt alſo größer, wie ihre beiderſeitige Verwandſchaft zum Eyweißſtoff. Boi der Verbrennung entwickelt das Eyweiß ganz den Ge- ruch brennender thieriſcher Körper, Im feuchten Zu- ſtande an einen mäßig warmen Ort geſtellt, geräth es leicht in Fäulniß, und entwickelt dabei vieles Ammo» nium. Auch bei dex trocknen Deflillation entwicfelt es vieles Ammonitim, auſſerdem Kohlenſäure, gefohltes Waſſerſtoffgas,„Waſſer, brenzliches Oel, und hinterläßt eine ſhwammige Kohle, welche bei ihrer weiteren Ver- brennung phosphorſauren Kalk liefert... Die einfachen Beſtandtheile des Eyweiß ſind alſo-Kohlenſtoff, Stick- ſtoff- Waſſexſtoff., Sauerſtoff und Kalferdez der Suucſtoff macht dabei in Verhältniß anderer nähever Pflanzenbeſtandtheile einen Haupttheil aus, und auch dieſe Subſtanz iſt nächſt den beiden vorigen als eine der nahrhaftigſten im ganzen Pflanzenreiche anzuſehen. Sie macht einen Hauptbeſtandtheil unſexyex Getreide- ſaamen; der Saamen unſerer Hülſenfrüchte, vieler unſerer. Kühßengewächſe, z. B. aller Kohlarten, und unſerer grünen Futtergewächſe aus, und liegt ſelbſt in geringexer Menge in den Wurzeln mehrerey unſerer Wurzelgewächſe. SO LU.N 018 ME MR mib: Kil: GS, 19,2. Grünes Saßmehl. Mit dieſem Namex. bezeichnen wir eine Subſtanz, die in allen grün gefärbten Pflanzentheilen ,- beſonders üUſo,in den Stengeln: und Blättern der Pflanzen, in größeren, oder geringerer Menge, enthalten iſt, und die, wiv neueylich durch Prousts und Rouelles Verſuche, erſt genau kennen gelernt haben. Man er- hält/ſie, wenn man die friſch zerſchnittenen Pflanzen- theite ſo lange mit kaltem Waſſer auswäſcht, bis dieſes ungetrübt abläuft, da ſie dann als.ein, ſehr feines Pul- „ver im Waſſer(mechaniſch vertheilt) ſchwimmt, und welches ſich wegen ſeiner Leichtigkeit nur ſehr langſam daraus zu Boden ſeßt. Es bildet dann eine, nach der Verſchiedenheit der Pflanzen mehr hell oder dun- felgrün, gelblich oder braungrün gefärbte, ſchlüpfrige Subſtanz, welche beim Trocknen zuſammenballt, und dann einen harten, feſt zuſammenhängenden, elaſtt- ſchen, im Bruche matten(nicht glänzenden, wie beim Eyweiß un> Kleber) dunkelgrünen oder braungrünen Körper bildet. Wir finden ſie bei der anatomiſchen Zergliederung der Pflanzen im Zellengewebe in Geſtalt kleiner grüner Körnchen ſchon abgeſondert liegen, wenn wir ein zartes Stück des Zellengewebes unter dem Vergrößerungsglaſe betrachten. In ihrem chemiſchen Verhalten zeigt dieſe Sub- ſtanz viele Aehnlichkeit mit dem Kleber und dem Ey- weiß, unterſcheidet ſich aber doch durch mehrere Eigen- ſchaften davon. Sie gerinnt ſchon bei einer Wärme von-4- 59= 609 R., bei dev das Eyweiß noch nicht erhärtet, und ſcheidet ſich dann in Geſtalt grüner Flocken ab. Durch Alkohol 1nd Säuren läßt es ſich ſehr leicht aus ſeiner feinen Zertheilung im Waſſer erennen 5 durch hinlängliche Ruhe ſcheidet es ſich für ſich ſchon ab, ſtatt daß das Eyweiß in der Auflöſung bleibt. Noc< feucht mit Alkohol digerirt, zieht dieſer aus demſelben 15== 16 pr. Ct. einer grünen Sub- ſtanz, welche ungefähr in der Mitte zwiſchen Harz und Wachs ſteht. Daäs Kali löſet nur zum Theil dieſe Subſtanz auf, 18ßt nämlich den ebengenannten eig 289 grünen Theil deſſelben unaufgelöſetz durc< Säuren kann man den im Kali aufgelöſeten Theil des grünen Saßmehls nicht ganz, ſondern nur zum Theil wieder niederſchlagen. Im feuchten Zuſtande einer gelinden Wärme ausgeſeßt- geräth es leiht in Fäulniß, und entwickelt einen ſehr ſtinkenden, anfänglich ammonia- kaliſchen Geruch, Einer trocknen Deſtillation hat man es noch nicht unterworfen, indeſſen läßt ſich ſchon iin voraus ſchließen/ daß ſeine einfachen Beſtandtheile Kohlenſtoff, Stickſtoff, Sauerſtoff und Waſſerſtoff ſeyn werden. Wir haben alſo dieſe Subſtanz als eigenthümlichen näheren Beſtandtheil- der Gewächſe anzuſehen, dem gewiß, nächſt den vorhin genannten Subſtanzen die größte Nahrhafrtigkeit zukommt. Beſſer könnte man es vielleicht gefärbtes Saßmehl nennen, denn ich habe auch aus den Blüthen des rothen Klees eine ähnliche Subſtanz abgeſchieden, welche ſich nur durch ihre andere, als grüne Farbe von dem grünen Saßmehl unterſchied, Stärke, Stärkemehl, 8. 193. Stärkemehl. Dieſe Subſtanz iſt ſchon lange als ein eigenthüm- liher- Beſtandtheil der Pflanzen befannt 3 ſchon die Römex kannten ſie und ihre Abſcheidungsart, und nannten ſie amylum, das heißt, ein Mehl, welches ohne Mahlen bereitet wird.. Sie findet ſich in ſehr vielen Gewächſen und beinahe in. allen Pflanzenthei- 19 len? ſo liegt ſie z. B. in großer Menge in den Sgaamen unſerer Getreidearten und Hülſenfrüchte, ſo wie der meiſten Gragarten, in dem Mark mehrerer Baum- arten, und in den Wurzeln ſehr vieler Pflanzen, z. B. der Kartoffeln 26.3 in den Blättern und Stengeln der Pflanzen kommt ſie ſeltener vor. Auch dieſe Subſtanz liegt ſhon vorbereitet in den Zellen des Zellengewebes, wie ich im 8. T32. näher ausgeinander geſeßt habe. Man gewinnt die Stärke in den meiſten Fällen ſehr leiht, indem man die Gewächstheile, in welchen ſie enthalten iſt, zerſtückelt und ſie in einem nicht zu dichten leinenen Beutel, oder über einem feinen Siebe ſo lange mit kaltem Waſſer auswäſcht- bis dieſes un? getrübt abläuft, da ſie ſich dann aus dieſem Abwaſche- waſſer in Geſtalt eines blendend weißen, gexuch- und geſchmackloſen, Pulvers abſeßt?„auf dieſe Art läßt ſie ſich z. B. aus.den Kartoffeln und andern Wurzeln ſehr leiht gewinnen. In andern Fällen, z. B. wenn man ſie aus den Getreideſaamen, in denen ſie mit Kleber, Eyweiß und Schleim feſt verbunden liegt, abſondern will, iſt ihre Abſcheidungsart ſchon etwas ſchwieriger? ſie ſondert ſichralödann auch aus dem Ab- waſchewaſſer ab, wenn man das geſchrotene Getreide in-einem leinenen Beutel ſo lange mit kaltem Waſſer abgewaſchen hat,'bis.dieſes ungetrübt abläuft, allein ſie. iſt noch mitzdem Kleber-vevunreinigt, und. läßt ſich nicht gut anders davon befreien, als. wenn.man.das ganze(Gemiſch„in eine gelinde Gährung Übergehen ldßt, da ſich dann der Kleber'än der entſtandenen Säure auflöſet, und auf dieſe Art von. der Stärke abgewaſchen werden kann. Die Abſcheidungsmethode gründet ſich auf die Eigenſchaft der Stärke, daß ſie ſich in kaltem Waſſer gar nicht auflöſet, ſondern nur eine milc anz bei zu- nehmender Hiße entwickelt ſich aus ihnen ein ſtechen- der entzündlicher Dampf.. Nur erft, wenn ſie bis über ihren Siedepunkt erhißt werden, entzünden ſie ſich, und brennen, beſonders wenn die Luft keinen gehörigen Zutritt hat, ſo daß ihr großer Gehalt an Kohlenſtoff nicht ganz zerſeßt und in Kohlenſäure verwandelt werden kann, mit einer, vielen Rauch und Ruß abſeßenden Flamme. Site beſtehen ſäammt»- lic) aus Kohlenſtoff, Waſſerſtoff und Sauerſtoff; un tex denen aber der Kohlenſtoff bei weiten den größten <<-aMds ABD 301 Theil ausmac aha ſind Kohlenſtoff, Waſſerſtoff, Sauerſtoff und Stick- ſtoff 3 unter denen der erſtere den größten, der leßtere den geringſten Beſtandtheil ausmacht. Sehr wahr- ſcheinlich iſt er in den lebenden Pflanzen ungefärbt, und wird erft durch ſeine Verbindung mit dem Sauer- ſtoff'gefärbt, weil die friſch ausgepreßten Pflanzen- ſäfte, wenn ſie ihn auch in großer Menge enthalten, ungefärbt ſind, und erft während dem Abdunſten ihre braune Farbe annehmen. Einige Chemiker unterſchieden noc< einen eigen» thümlichen Farbeſtioff der Gewächſe, welcher die Ur- ſache der ſo verſchiedenen Pflanzenfarben ſeyn ſolte z wir wiſſen indeſſen jeßt aus den vielen darüber ange- ſtetten Verſuchen, daß kein eigenthümlicher Farbe- ſtoff exiſtirt, ſondern daß das, was man dafür anſah, in der Regel eine Modification des Extractivſtoffs iſt. Seifenſtoff nannten Einige den Extractivſtoff, weil eine Auflöſung deſſelben im Waſſer beim Schüt- teln und Rühren derſelben ſtark aufſchäumt und etwas ſeifenartiges zeigt 3 auch vielleicht deswegen, weil er zwiſchen Harz und Schleim( Gummi) gleichſam in dev Mitte ſteht 3 es giebt alſo keinesweges einen eigen- thümlic. Ehe ich jekt zu einer Reihe ganz eigenthümli» , dem man in älteren Zeiten mit Unrecht den Namen eines Har- zes gegeben hat, da es einen ganz eigenthümlichen Pflanzenbeftandtheil ausmacht.. Es findet ſich in meh- reren Gewächſen, vorzüglich der heißen Gegenden, und ſtellt den erhärteten Milchſaft derſelben dar; wir finden es aber auch in den Beeren der Miſtel(v18- cum album), und in der inneren Rinde des Hüls ſenbuſches, oder der Stechpalme(Ilex Aqui- folium). Im reinen Zuſtande bildet es eine bräun- ſihe, lederartige, in mäßiger Wärme ſehr elaſtiſche/ geruch- und geſhmacloſe Subſtanz, die ſich weder ..- 317 im Waſſer noch im Weingeiſt, ſondern nur im Aether odev' in. rectificirtem'Peteröl auflöſet.- In der Hiße wird es leicht weich- fließt endlich in ſtärferer Hiße gleich einem Oel, und geſteht zwar beim Erkalten wieder, verliert aber gänzlich ſeine Schnellfraft. Am Lichte läßt es. ſich leicht anzünden, brennt dann mit einer weißlich gelben lichten Flamme, entwickelt dabei vielen weißen, Rauch und einen brenzlichen Geruch, und laßt im Rückſtande nur ſehe wenige Aſche. Für ſich deſtillirt, liefert: es, auſſer den gewöhnlichen Pro- ducten der trocknen Pflanzendeſtillation, no< Ammo- nium: Seine Beſtandtheile ſind Kohlenſtoff, Waſ- ſerſtoff„. Sauerſtoff und. Stickſtoff. Von den Pfbanzenſäaäuren. 6. 203. Squerkleeſäure 3; Weinſteinſäure; Zitronenſäure 3-Aepfelſäure 3 Eſſigſaure 3 Galläpfelſäure; Benzoeſäure; Campherſäure. Die vegetabiliſc-alle Pflanzenfäl» ren, aus Kohlenſtoff, Waſſerſtoff und Sqauevrſtöff zuſammengeſeßt. 5. 204,:< Scarfer Pflanzenſtofz beräubender Pflänzenſtoff. Es ſcheint mir nicht überflüſſig zu ſeyn, hier auch no< einiger Subſtanzen zu erwähnen, deren Daſeyn wir in mehreren Pflanzen,"aus'den Eigenſchaften derſelben vermuthen"müſſen, wenn es uns gleich noh nicht gelungen iſt, fie ſinnlic darzuſtellen. So. erregen z. B. mehrere Pflanzen ode?"einzelkie “Theile“ derſelben, welche friſag entweder gänz"ge 21" 324 ENIE ruchlos)find/zoder nur einen ſchwachen Geruch beſißen, ein ſtarkes» Brennen. im Munde, und verurſachen, friſch auf die Haut gelegt, Blaſen und Entzündun- gen 3. welche Wizkungen ſich aber beim Trocknen dieſer Gewächſe verlieren.- Mehrere dieſer Gewächſe ſind im friſchen Zuſtande ſo ſcharf,“ daß wir ſie, innerlich genoſſen ,; für Gifte halten müſſen. Die Blätter des Fingerhuts(Digitalis purpurea), der Waldane- mone(Anemone nemoros:), des Eijenhuts(Aco- nitum:Napellus), der ſchwarzen Küchenſchele(Ane- mone-pratensis) und viele unſerev Giftpflanzen ge- hören hieher.„Da ſich die giftigen, ſcharfen Eigen- ſchaften dieſer Gewächſe«durch ſtarkes Austrocknen verlieren; und man fein ätheriſches. Oel, keinen Cam- pher.2c. darin gefunden, hat, von denen ſie herzuleiten wären,-ſo hat man ihre. Wirkungen einem eigenthüm- lichen Stoffe zugeſchrieben, den man den ſcharfen Stoff.(principium acre) nennt, der ſich aber frei- lich, nux.„hypothetiſch annehmen läßt. Indeß ſpricht für ſein Daſeyn, doch, die. Erfahrung, daß ſich die ſchar- fen Eigenſchaften dieſer Gewächſe dem darüber abge- zogenen Waſſer und Weingeiſt mittheilen. dn manchen anderen Gewächſen, von denen wir einige als Speiſen für unſere Hausthiere gebrauchen, z.B. im Senf, Meerettig, Knoblauch, Rettig,-Brun- nenkreſſe-2e.(vorzüglich in vielen Gewächſen aus der Klaſſe der Tetradynamiſten) finden wir dieſen ſcharfen Stoff mit ätheriſchen Oeltheilen verbunden, und da- durch wahrſcheinlich ſehr in ſeinen ſcharfen Eigenſceren Erde. Ein gelinder Froſt-in. der Mitte des Aprils hemmt die Vegetation, und. auch dieſer Saame, vor wenigen Tagen erſt der Erde anvertraut, liegt wie todt im Schlummer ſeiner Geburt... Abex er iſt nicht todt 3 es ſchlummert ein Leben in ihm, wel- t.“Nur einige Algen(fryptogamiſche Wäſſergewächſe) ſchei- nen hievon eine Ausnahme zu machen, inden iwmehrere derſelben nur Zeräfielungen treiben, die ſich nach kur- zer Zeit von ihrex Mutterpflanze-losreiſſen, und zu ſelbſtſtändigen Individuen werden, wogegen. wir aber quch bei den Algen bemerken, daß ſich ein rvundliches, ſaamenartiges Körnchen in ihrer Subſtanz erzeugt, welches nach und nach anſchwigt, ſic< endlich mit.dem Zweige, an deſſen Baſis es ſich befindet, logreißft, und zu einer eignen Pflanze wird, Unter.dez Thie- xen aber ſind es Hauptſächlich nurdie Zuvophyten > li 340<=> Gier (Thierpflanzen), welche keine Saamenbildurg zu ihrer Fortpflanzung nöthig zu haben ſcheinen aus dem alten Polypen wächſt z. B. ein neuer kleiner Polyp hervor,„der ſich immer mehr und mehr von ſeinem Mutterkörper. löſt. endlich ganz davon trennt, und dann ein eigenes Thiex darfiellt. Gleich dem Polypen ſcheinen ſich auch die meiſten Jnfuſionsthiercen läßt: DIET: 343 Will man Saainen zur Saat, langs, aufbewah* ren, ſo muß man Wärnte, Feuchtigkeit und Luft (oder vielmehr den Sauerſtoff. derxfelben)». welche, wie wir nachher ſehen werden„ die.zur Keimung nöthigen Bedingungen ſind, von ihnen„abzuhalten. ſuchen,.da man ſie denn 20 Jahre und länger liegen laſſen kann, ohne daß ſie ihre Keimfähigkeit verlieren. Man hät ſogar Beiſpiele, daß wohlverwahrte Roggen- und Weizenkörner no< nach 145 Jahren keimen. Saamen, welche dürc< Zufall tibf unter die Erbe gebracht würden, behalten dott, wo ſie von den zum Keimen nöthigen Bedingungen entferht ſind, öft bts ſtaunlich lange ihre Keinkraft, und däs ſchnelle Her» vorkommen von ſolchen Unfräutern uuf einem. Lande, welches rajolt wurde die man ſonſt davauf.nicht ſah, erflärt ſich hieraus. Der verſtorbene Pfarrer Heim zu Gumpelſtädt(ein ſehr eifriger Naturforſcher) erzählt uns mehrere intereſſante Beobachtungen, nach denen der Saame mehrerer Unfräuter indem einen Falle x8 Jahre, im andern x5 Jahre, und im dritten viele 100 Jahre wie todt in der Erde gelegen Hatte, und-- wie dieſe Erde der Luft ausgeſeßt wurde, wie der zu keimen begann!-- Durch bloßes Waſſer, ohne hinlänglihe Wärme, ſcheint auch die Keimkraft der Saamen, vorzüglich der Waſſergewächſe, niht zu ſeiden; dieſe liegen den gatt- zen Winter über vom Wäſſer bedeekt, und keimen nicht eher, als bis die Frühlingsiwbärme zurückkehrt und ſie vom Schlumnmtet öbwekt., Ebeh ſo Werden 344 me durch: das Mer die Saamen aus weit entlegenen Län- dern) an;die entfernteſten Küſten geführt, nachdem ſie vielleicht Jähre lang) im Meere umher getrieben ſind, und Feimen» dennoch; wenn ſie einen günſtigen Boden und ein günſtiges Klima antreſfen. 6. 211. Die übrigen nöthigen, äuſſeren Bedingungen, ohne welche kein Keimen der Saamen ſtattfinden kann, ſind folgendes 7) ein angemeſſener Standort, an welchem die junge Pflanze ihren Vegetationsprozeß anfangen und ſich entwickeln kann. Dieſer Standort muß von der Art ſeyn, daß die übrigen nöthigen Bedingungen(Feuchtigkeit, Wär- me, Licht und die luftförmigen Stoffe) ihm mitgetheilt werden können, und er muß zugleich einen gehörigen Grad von Lockerheit beſiken, um von den zarten Wur- zelfaſern der Pflanze durchdrungen werden zu können. Die mehrſten'Gewächſe finden nur in der oberen Kruſte unſeves Erdkörpers, in der ſogenannten Erde, dieſe zum Keimen und Feftwurzeln paßliche Subſtanz z ſie iſt aus lauter feinen pulverartigen Theilhen zer- trümmerter Steine und verweſeter Thier- und Pflan- zenförper zuſammengeſeßt, und beſißt nicht! allein Lockerheit genug, um Feuchtigkeit und luftartige Stoffe „aufzunehmen, ſondern auch das Eindringen der wach- ſenden Wurzeln nicht zu verhindern, Indeſſen iſt === ---- 345 nicht jede Bodenart dem Keimen jeder Säaamenärtauf gleiche Weiſe-günſtig 3 dieſer Saame liebt einen feſtes ren, bindenden Boden, jener einen mehr. loc>erenz dieſer einen feuchten, jener-einen-troc>nevenz» dieſex einen kühleren ſchattigen, jener einen wärmeren ſon-, nigen Plaß.“ Alle endloſen hiebei ſtattfindenden Ver- ſchiedenheiten laſſen ſich hier.nur im Aügemeinen be- rühren, und müſſen nachher bei den einzelnen Ge- wächſen angegeben werden. Mehreres, über dieſen Gegenſtand werde ich ſpäterhin noch ſagen, wenn ich vom Standorte der Gewächſe ſelbſt, und von. dem Einfluſſe des Bodens auf ſie rede 3 hier. itt nur. die Rede vom Keimen der Saamen. Die Saamen der Waſſergewächſe keimen im Waſ- ſer, und ſenken nachher ihre zarten Wurzeln. in den Grund ein, wo ſie dann ſtärker Wurzel faſſen.„Es giebt in der That nur. wenige unter ihnen, die völlig im Waſſer ſhwimmen, und deren Wurzeln alſo.da3 Waſſer zur Baſis dient, Die Saamen der Schma- roßerpflanzen endlich keimen am liebſten auf der Ober- fläche derjenigen Gewächſe, auf denen ſie ihren Unter- halt finden, und die in der Regel. ſo. viele Lockerheit beſitzt, um ihre ſtarf eindringenden Wurzeln aufzu- nehmen. Man hat viele Verſuche darüber gemacht,. die Saamen in andern als den gewöhnlichen Subſtanzen zum Keimen zu bringen. Soziſt es. ſ< Kunſtſtück; Kreſſe auf einer feuchten Setviette odex einem angefeuchteten;;wollenen Lappen keimen zu laſz ſenz Suceoow erzog. Salatpflanzen, Klee und Ge- treidöarten in Schwerſpath und Flußſpath-.. Bonnet ließ in Sägeſpänen» Papierſpänen» Baumwolle, ja ſogar in einem alten Buche, Pflanzen auffeimen« S:42.124 Weit intereſſanter ſind diejenigen Verſuche unſes ver neueren Naturforſcher über dieſen Gegenftand; welche ſich nämlich darduf ſtüßen, daß eine, zweite Häuptbedingung zum Keimen im Sauerſtoff liegtz vorzüglich waren es Humboldt, Lin>, Sauſſure; Sennebier; Carrävori 76,, welche hierüber Verſuche änſtealten. Humboldt bemerkte, daß ihm die Saas men in Metall-Oxyden, vorzüglich in Bleiglätte und Mäſtikot, ſehr gut keimten:- Auch Kohle und Schwe- fel fand er dazu paßlich. In Oelen, Alfalien, Bleix Eiſen- und Kupferfeilſpänen, in kohlenſäurem Gaſe und Wäſſerſtöffgaſe gingen ihm aber keine Saamen auf. Das Reſultat dieſer und ähnlicher Verſuche wär? daß ein gewiſſes Maaß Saterſtoff zum Kennen durchaus ndthig ſey, und daß durch dieſes der Köhlen- ſtoff der keinienden Saamen in Kohlenſäure verwan» delt werdez und ferner? daß durc< föhlenſaures Gas, Stikgas und Waſſerſtoffgas zwär die Keittie nicht ge- tödtet, aber doch zurückgehalten würden: Säuſſüte hät genau dur< Verſuche bewieſet, daß beini Keimen nur ſo viel Sauerſtoffgas verbraucht wird'; als nöthig iſt, um die Kohlenſäure zu bildezz Humboldt wav der Erſte, welcher auf den ſcharf? ſinnigen Gedänfen verfiel, den Saüerſtoff als ein Reißmittel auf das Keimen der Säaämen änzuwendens und weil die oxygenirte Kochſalzſäure ein großes Mäaß Sauerſtoff enthält, und dieſes leit an andere Sub- ſtanzen wieder abgiebt, ſo wändte er dieſe zuerſt zu ſeinen Verſuchen an; Ey fand bald; daß alte Saa- men bei einer Temperätur von+ 202 R. weit ſchnel? ler darin feimten, als in anderen Subſtanzen? ſo keimten z. B. die Saamen der Kreſſe in 6=-7 Stun- den darin, ſtatt daß ſie in bloßem Waſſer erft nach 35 bis 38 Stunden keimten. Dieſe Entde>ung-Hutme- boldt's veranlaßte mehrere Verſuche mit älten Saag? men aus heiſſen Weltgegenden, deren Keimkräft mat oft ſchon vergeblich verſucht hafte, und die ſehr glück- lich ausfielen, da dieſe wenigſtens 20- bis Zojährigen Saamen, auf dieſe Art behändelt, nicht äſlein' keim» ten, ſondern die daraus gezogenen Pflanzenzauß mun? ter fortwuchſen. Da die Bereitung der oxygenirten Salzſäure für einen in den chemiſchen Handgriffen Unetfahrnen mühevon und gefährlich iſt, ſo empfiehlt Humboldt folgendes Verfahren: man nimmt x Cubikzoll Waſſer (älſo ungefäht etwäs über x Loth), einen Theelsffel 348 enum voll' gemeine Salzſäure, und 2 Theelöffel von ſhwar- zes Braunſtein- Oxyd, miſcht dieſes in einem gläſer- nen oder irdenen Gefäße, und läßt es in einer Wärme von+ 16=- 2097 R. digeviren. In dieſer Miſchung keimen die Saamen vortrefflich, nur verſteht es ſich von ſelbſt, daß man ſie, ſobald ſich der Keim entwik» Felt hat, herausnehmen und in ein ihnen paßliches Erdreich bringen muß, weil eine längere Einwirkung ſchädlich auf den entwickelten Keim einwirkt. Sehr intereſſant ſind Einhofs Verſuche über die- ſen Gegenſtand, die ex anſtellte, um Reſultate für den Ackerbau daraus zu ziehen. Er fand zwar die Humboldtſche Entdeckung beſtatigt, daß die Saamen in oxygenirtex Salzſäure ſchneller keimten, er bemerkte aber zugleich, daß die jungen Pflänzchen dadurch über; reißt wurden, und daß die daraus gezogenen Pflan- zen immer fränflich und fümmerlich blieben, wenn man bei' der Anwendung der oxygenirten Salzſaure nicht ſehr vorſichtig geweſen war, und die Säure ge- hörig verdünnt hatte. Den Einfluß der Metalloxyde, welche nach der Bemerkung Humboldts gleichfalls we- gen ihres Sauerſtoffgehalts das Keimen der Saamen befördern ſonten, widerlegt er ebenfalls.! Auch die Schwefelſaure, welche ſich nac< den Verſuchen andes rer Naturforſcher wirkſam bewieſen haben ſv, wirkte ihm nicht, wol aber die Salpeterſäure, die aber nicht MAE guf.das Keimen, py uf das Wachiſing: M 18 1 vis 349 Gewächſe, und zwar nicht im erſten Jahre. ſondern erft im zweiten nah ihrer Anwendung,„ſehr. wohl- thatig wirkte. Aus allen dieſen Erfahrungen geht das Reſultat hervor? daß der Sauerſtoff freilich. beim-Keimen dex Saatnen ein ſehr mächtig wirkender Stoff iſt daß. ex aber auch durc< Ueberreißung leicht ſchädlich„auf die Gewächſe einwirken kann. Im Großen wird. man ihn nicht anwenden können, au ſeine Anwendung nicht nöthig haben, wenn der Boden noch nährende Theile enthält, da dann ohnehin eine beſtändige An- ziehung des Säuerftoffs aus der Atmoſphäre ſtattfin- det, und die Saamen, wenn anders ein gehöriges Maaß von Feuchtigkeit und Wärme auf ſie. einwirkt, genug deſſelben einſaugen können, 5. 213. Eine dritte Hauptbedingung.zum Keimen-der Saamen iſt die Feuchtigkeit. Das Waſſer ſcheint hiebei theils mechaniſch, theils ehemiſch- auf. die Saas men einzuwirken: mechatiiſch,“indem es in die Zwi- ſchenräume des Saamens eindringt; feine Theile aus- dehnt, und die im Wäſſer Üflöslichen Subſtanzen deſſelben auflöſt 3 ferner) indem es die Erde lockert, und der zarten ſich entwickelnden Pflanze die Nah»- rungsſtoffe der Erde zuführt; chemiſch, indem es wahrſcheinlich im Organismus- der. Pflanze zerſetzt, ſein Sauerſtoff mit dem Kohlenſtoff des Saamens zur Kohlenſäure verbunden und:entwickelt, ſein Waſſer- ftoff'hingegen als Nahrungsmittel benußt wird. Atich"in“Hinſicht ſeiner verſchiedenen Reinheit wirkt das Waſſer verſchieden auf das Keimen der Saamen eig. Ein regelmäßiges Verhältniß der Koh- lenſäure im Waſſer befördert das Keimen ſehr, und es iſt bekannt“ daß die Sgamen in gekochtem oder deſtilirtem Wäſſer langſamer keimen als in anderm 5 indeſſen kann auch zu viele Kohlenſäure im Waſſer enthalten ſeyn; da ſie dann zu überreißend wirkt. Waſſer von ſtehenden Gewäſſern, von Teichen, Süm- pfen u2ſ. wi ſcheint in der Regel wohlthätiger auf die Pflanzen und das Keimen ihrer Saamen einzuwir- fen, als fließendes Waſſer, weil das. erſtere,- dur< die darin untergegangenen thieriſchen und vegetabili- ſchen Subftanzen, weit:mehr Nahrungsſtoff aufgelöſt enthält,“Indeſſen fann ein ſolches Waſſer. durch zu viele Nahrungsſtoffe quch zu nährend wirfen 3 und-es dient daher Miſtjauche zum Begießen junger Pflänz- chen nicht ſo gut, als Flyß- und Teichwaſſer... Ueber den Einfluß des Waſſers und der in ihm aufgelöſeten Subſtanzen ayf die! ſhow" gysgemachſenen. Pflanzen werde im nachher ausführlicher eden, Cg. 214. Ein angemeſſenes Maaß des freien W är- meſtoffs iſt eine vierte Hauptbedingung beim Kei- We ammer eam ... 4 == 397 men." Ohne Wärme keimt kein Saame, und wenn auch alle übrige Bedingungen vorhanden find... Dieſe Wärme muß aber auch nach dem verſchiedenen Vater- lande der Gewächſe verſchieden feyn 2 Pflanzenſaamen aus wärmeren Klimaten keimen natürlich erſt bei ei- hem ftärferen Grade der Wärme, als die aus kälte- ven. Eben daher können wir mehrere ausländiſche Sämereien auch nur in„Lohboeten und Treibhäuſern ziehen. Uebrigens wird man die Bemerkung machen [ich weiß nicht, ob ſie ſcw=- 36x mäl eingetreten, fo können oft-100, 4a. mehrere 100 Jahre verlaufen,"wobei dex Baum in jedem Jahre neue Knospen treibt, neue Blätter und. Blüthen,'neue Früchte treibt,“ Blätter und Blüthen wieder abwirft, und neues Holz anſeßt,"und neue Verlängerungen hervortreibt, ehe er endlich auf wgend. eine, Art ab- ſtirbt, Wie ſchnell verläuft dagegen dev ganze Vegeta- tionsprozeß unſerer kleinſten. Pflanzen,'die-.wir fen- nen, z. B. des Shimmels, eines bleinen-Pilzes, 1den wir kaum mit unbewaffnetem Auge. ſehen. können. Raum bedarf es der Zeit eines Tages, umſein- ganzes Daſeyn zu vollenden. Am Motrgen, zeigt-ſich ein wei- ßes Pünftc oder»die Wurzel nennen, Die endloſen Ver: ſchiedenheiten der Formen dieſer Wurzel und ihre ana: tomiſche Zuſammenſeßung: haben wir in den- früheren Abſchnitten ſchon kennen gelernt.== Die, Wurzel dient den Pflanzen theils zur Feſtheftung 7-theils zut Einſaugung: der Nahrungsſtoffe aus der Evde, theils auch zum Behälter der ſchon eingeſohenen Nährungs» ſtoffe,| Wie würden) die-Köloſſen' unter“den Gewäch? ſen unſere Waldbäume, den Stürmen. troßen kön? nen, wenn ihre Wurzel nicht eben ſo weit; wie der Stamm ſeine Aeſte in der Luft ausdehnr, auch mit ihren Aeſten die Erde dur denn jedes hat, ſo wie jegliches Thier, ſeine ihm eigens thümliche Lebensweiſe: jenes hält einen langen, die- ſes einen kurzen Winterſchlaf; jenes verräth in ſeinem ganzen Weſen Energie und kfraftvone Thätigkeit, die- ſes mehr ein langſames träges Vegetiren 3 bei uns ſind es. die Stachelbeeren, der. ſpaniſche Flieder, die Spiräen, die Johannisbeeren u. dergl., welche zuerſt ausſchlägen 3 ſpäkerhin erſt. folgen die Erlen, Eſchen, Eichen, Buchen, Ahorn 26. Auch das Verhältniß iſt merkwürdig, welches zwiſchen der Periode des Auf- ſchlagens der Blätter und der Entwickfelungsperiode der Blüthen ſtattfindet 3 einige Gewächſe blühen viel frü- hee; ehe ſie Blätter treiben, andere blühen und trei? ben Blätter zugleich, und bei weiten die meiſten blü- hen, nachdem ihre Blätter ſchon völlig ausgebildet ſind. Wis ſehr müſſen wir hier wieder die Abſicht der Nätur,-beiwundern; wenn wir bemerken, daß die Gewächſe); welche ihre Blüthen früher als ihre Blät» ter entwickeln in der Regel getrennten Geſchlechts ſind/- und. zwar auf einer oder auf zwei Pflanzen ge- trenntz wären hiebei zur Zeit des Blühens die Blät- ter ſchon ausgebildet, ſo würden ſie den zarten Blü- thenſtaub verhindern, Überall zu den oft verſteckt ſit- zenden Piſtillen zu gelangen.= Die andern Ges wächſe hingegen, welche mit dem Ausſchlagen der Blätter zugleich, oder nä 387 rungsſäften dem Blatte zugeführt wird;"dehnt es ſich mehr und mehr aus; zwiſchen den Zellenſeines Zel- lengewebes ſeßen ſich neue Zellen; die Gefäßbündel werden fortgeſchoben, und ſelbſt hie und'/da'“im Zegen- gewebe verlängert. Jeßt iſt es in ſeinem /vokomin- nen Zuſtande, und ſeine organiſchen Verrichtungen ſind im vollen Gangez der Nahrungsſaft der Gewächſe wird in die Blätter ausgegoſſen,"dort dem Einfluß der atmoſphäriſchen Einwirkungen ausgeſeßtz' die über- flüſſigen Subſtanzen werden ausgeſchiedew; und der Nahrungsſaft kehrt verändert zur Rinde'zurgek, oder wird auch zu den Blüthen und'Früchten fortgeleitet. Allmählig zeigt ſich auch im Winkel des ſchon gebilde- ten Blattes die neue Knospe,'welche'gegen den Herbſt hin ſich kaum merklich vergrößert."Beider förtiväh» renden Bearbeitung des Pflanzenſaftes wird' aber das Gewebe des Blattes almählig abgenugt“ſeit Zeilei- gewebe fült ſich mit den darin abgeſeßten Subſtän- zen, und ſein Gefäßneß verholzt ſich näch und nach, ſo daß eine Stockung der zugeführten Säfte" darin entſteht. Am Ende werden gar keine Säfte mehr zus geführt, die Verbindung zwiſchen den Blattſtielen und den Aeften wird aufgehoben, der Blättitiel trennt ſim dabei mehr und mehr von dem Aſte, und die her- anwachſende Knospe drängt ihn noch mehr»aus"der Stelle. Jeßt bewirkt ſelbſt die lezte Sonnenwärme, welche früher die Entwickelung der Blätter beförderte, 25* ihr„Abfallen 3 ſie trocknet nämlich die wenige in den Blättern. enthaltene, Feuchtigkeit aus, und bei jedem gelinden Windſtoß. werden die abgeſtorbenen Blätter herabgeſchüttelt; ändem ſie einem neuen Knospentriebe wieder Plaß. machen, Bei denjenigen Gewächſen, welche ihre trocknen Blätter den Winter über noc< behalten, z.B. bei der Eiche, dem Ahorn 2c., iſt das Gefäßneßz ſehr zähe, und trennt ſich nicht leiht von dem des ſtüßenden Aſtes.3 auf dieſe müſſen:dann erſt Kälte, Feuchtigkeit, und die gegen das Frühjahr hin ſtärker heranſchwellen- den Knospen einwirken, ehe ſie zum Abfallen ge- bracht werden. Das frühere oder ſpätere Abfallen der Blatter iſt.alſo Folge ihrer eigenthümlichen Zuſammenſeßung, und der-Beſchaffenheit der Pflanzenſäfte, welche 1ih- nen zugeführt werden 3 die Witterung fann nur inſo- fern ihr Leben. verkürzen, wenn ein ſehr ſchneller Wech- ſel derſelben eintritt3 da dann, wenn z. B. nach ge- lindem Herbſwetter ſchneller Froſt eintritt, die Ge- fäße. und, die darin enthaltenen Säfte ſcungen über die Luftarten be- kannt machte, unter denen ſich'auch die befand, daß die grünen Pflanzentheile“ im Sonnenſcheine Lebensluft ausathmeten 3 kurz darauf gründete La- voiſier ſeine vortreffliche Theorie s'"die vegetabiliſche Chemie, welche„bisher beinahe ganz unbearbeitet gelegen hatte, gab ein großes Feld zu neuen Ver- ſuchen und Entde>kungenz- Sauſſure, Föurcroy, Vaucquelin, Hermbſtädt /+ Schrader, ſpäterhin Einhof 2,, bearbeiteten vorzüglich dieſen Theil der 394 ZUREEEAE Chemie," und" bald“-wurden ſo viele neue Erfahrun» gen und Entde>ungen gemacht, daß man ſich be- friedigende Erklärungen der ganzen. Vegetations- lehre, und richtige Anwendungen der Chemie auf den Betrieb“ dex Landwirthſchaft machen konnte. C:„2.3 2» Jetzige Begriffe. über die Pflanzennahrung. Feßt wiſſen: wir-folgende Thatſachen, beſtimmt? die Hauptnahrung'' der. Gewächſe beſteht in dev. aus der Verweſung: der«thieriſchen und Körper entſtandenen; und unſerer Erdkruſte beige» mengten Subſtanz, welche wir jezt Humus nennen, Das Waſſer dient vorzüglich, um die auflöslichen Theile diefer Subſtanz den Gewächſen zuzuführen? es wirft aber auch inſofern nährend; daß: es 1m ve? getabiliſhen Organismus eine Zerſeßung erleidet. Die: ſogenannten Grunderden wirken nicht geradezu nährend, indeſſen befinden fich einige. derſelben bis» weilen in ſolchen Verbindungen und Verhältniſſen; daß ſie, oder) vielmehr die mit ihnen) verbundenen Subſtanzen,'nährend wirken können.» Eigentliche fettige! oder ölige Theile, welche'nährend wirken könntem, finden"ſich nicht in' der oberen Erdkrume, Salze kommen hin und wieder in geringen Quan» titäten vor, wirken aber nicht ſowohl ernährend, ſondern entweder als Reißmittel, oder dadur<, daß PERE eee<>. ZUSE EE ſie auf ändere Subſtanzen zetſeßend einwirken; und dieſe auflöslicher, und ſo zur Pflanzennahrung ge» ſchiter machen. Die atmoſphäriſche Luft;"welche freilich'eine Hauptbedingung des vegetabiliſchen Le» bens ausmacht, kann nur dann nährend für" die Pfianzen wirken, wenn ihr andere Gazarten bei- gemiſcht ſind, welche von den Gewächſen[einges ſogen werden. Licht und Wärme wirken, als die großen Reiß- und Zerſeßungsmittel der Natur, zur Beförderung der Vegetation,= Alge dieſe Thatſachen wollen wir jekt einzeln durc des Humus beſißt.' Dieſer Extractivſtoff iſt es, welcher dem auf fehr veichem Boden nach Regenſchauern ſich anſam- melnden'Waſſer die braune Farbe.mittheilt. Dieſer Extractivſtoff iſt es ferner, welenen Sommer, von denen wir noch. im den leßten Decennien Beiſpiele haben, und bei denen der Regen oft 3 bis 4 Monate gänzlich fehlte, und die Pflanzen ſich blos. von-den in-dex Atmoſphäre verbreiteten Dünften"und Gaßarten ernährten weil ſie aus Mangel der Feuchtigkeit. nichts. odex. nur eine ſehr geringe Menge Nahrungsmittel aus'der Erde aufs nehmen fonnten. Aeuſſerſt einfach, im Verhältmß. gegen„die zuz ſammengeſeßteren. Nahrungsmittel„der Thiere(von denen ich erſt im zweiten Theile.mehr. reden fann),. ſind alſo die Nahrungemittel der Pflanzen aus Koh lenſtoff, Waſſerſtoff, Stickſtoff und Sauerſtoff, oder mit gndexn Worten? aus dem Humus, dem Waſs ſex und den Luftarten, denen jene einfachen Stoffe, zum Grunde liegen, bilden ſie vermöge ihres Orzanismus und der ihm beiwohnenden Lebensfraft alle die vielen näheren Beſtandtheile, welche wix im dritten Haupt- abſchnitte kennen gelernt haben. Sie ſind es, welche gleichſam der Thierwelt vorarbeiten, indem ſie die einfacheren Stoffe, auf einen höheren Grad der Or- ganiſation bringen, und ſie ſo der thiexiſchen Nahrung ſchon angemeſſener machen, 26 6. 233- Eigenthümliche Nahrung der verſhiedenen Gewächfe- Aber ſo wie jedes Thier unter den vielen verſchie- denen Nahrungsmittern, welche die Natur für die Thierwelt bereitete, ſeine eigenthümliche Nährung liebt, indem das eine ſich blos von Vegetabilien, das- andere ſich blos von dem Fleiſche änderer Thiere ers nährt, ſo ſcheinen auch die Pflanzen eine verſchiedene Wahl ihrer Nährungemittel zu treſfen, indem einige größere Verhältniſſe von Kohlenſtoff in ihren nähren- den Subſtanzen, andere größere Verhältniſſe von Waſſerſtoff, und noch andere größere Verhältniſſe von Stickſtoff zu lieben ſcheinen 3 und da ſelbſt der Sauerſtoff in manchen Pflanzenſubſtanzen, z- B. im Zucker, in den Pflanzenſäuren 2c. einen beträchtlichen Antheil ausmacht, ſo iſt es ſelbſt möglich, daß mehrere Gewächſe ein beträchtliches Verhältniß von Sauerftoff zu ihrer Ernährung bedürfen. Es fehlt uns bisjekt no< zu ſehr an genauen Verſüchen und Beobachtun- gen über dieſen Gegenſtand, und es läßt ſich alſo nichts ganz Gewiſſes darüber ſagen, indeſſen werden ſelbſt einige Vermuthungen hier niht am unvechten Orte fiehen. Sehr. wahrſcheinlich findet eine ähnliche Wahl Yer Nahrungsmittel/ wie bei den Thieren, auch bei den Pflanzen, Statt: der größte Theil unſerer Ge- treidearten, ſo wie die meiſten Hülſenfrüchte, Wur- zelgewächſe, und die meiſten Gartengewächſe kommen am beſten auf ſolchem Lande fort, welches mit Miſt bedüngt wurdez der Hafer geräth dagegen auf friſchem Umbtwuch, das heißt? in ſolchem Lande, welches eine Menge vegetabiliſchen Humus enthält, am beſtenz eben ſo der Lein, die Hirſe und':mehrere andevez der Buchweißen ſteht gewöhnlich auf"ſolchem Lände am beſten, welches mit Haideplaggen gedüngt wurde auf ſolchem Lände hat der Humus eine eigene adſtrin» girende Beſchaffenheit, die anderen Pflanzen wider- lich oder geradezu ſchädlich it. Wiele unſerer Unfräu- ter wachſen blos auf gedüngten Getreideäckern, und verlieren ſich von dort, wenn der Acker keine Düngung mehr erhalt3 die Kohlarten, dex Meerſenf,'Meex- fohl, die Stranderbſe, und mehrere Gewächſe der I5ten Linneiſchen Klaſſe wachſen„am liebſten auf dem fruchtbaren Schlamm, den die See auswirft z die Triften, die Wieſen, und die Alpen nähren vor- züglich viele Grasarten, die um ſv beſſer darauf, fort- fommen, je mehr das'Vieh ſeinen Dünger darauf verliert 5 die Wälder nähren- unter ihrem Schatten ihre eigenthümlichen Pflanzen, und ſelbſt die Pflan- zen dev Laub- und Nadelwälder ſind verſchiedenz die Torfmööre enthalten immer ihren'eigenthümtichen ſauren Humus, in welchem ſich ebenfalls ganz eigen- thümliche'Pflanzen anſiedeln, Dieſe und ähnliche Thatſachen, von denen ich hier nur die frappanteſten ausgehoben habe, müſſen uns hinreichend davon überzeugen, daß jede Pflänze« unabgeſehen von den verſchiedenen Grunderden, die 36% 404 EEE ſie voyzöglich„gern zum Wohnplaße wählt, auch)ihre eigentbümliche!Nahrung liebt, und ſich nur an-ſolchen Stellen üppig.und in Menge findet, wo ſie dieſe eigen» thümliche Nahrung aufnehmen Fann. Wir haben in der, That noc< zu wenige richtige Beobachtungen über dieſen intereJanten Gegenſtand, undes läßt ſich erwarten, daß ſich bei einer ſorgfältigen Bearbeitung deſſelben noch große Reſultate für die Landwirthſchaft dacaus ergeben werden. Die Excremente unſerer Hausthiere welche ein ſo vorzügliches Düngungsmittel für unſere angebaue- ten Gewächſe abgeben,- wirken ſelbſt nach der verſchie- denen Thierart, von der ſie gewonnen wurden, vev- ſchieden. indem, jede; derſelben ein eigenthümliches Miſchungsverhältniß ihrer. zuſammenſeßzenden Beſtands theile;beobachtet,, und. ſchneller. oder langſamer zerſeßt wird» daher auch ſchneller oder langſamer ihre nah- vende- Wirkung äußert... Eben ſo iſt das Gedeihen unſerer. angebaueten Gewächſe auf dieſen verſchiede: nen Düngerarten verſchieden, indem die eine Pflanze mehr„dieſen, dieandere mehr jenen Dünger. liebt: über dieſen wichtigen Gegenſtand wurden neue! lichſt mehrere merkwürdige genaue Verſuche von den Fürftl. Primat. Hofgärtnern Reiſert und Seiß angeſtellt, die ſich: in. den Thaerſchen, Annalen des Ackevbayues, Johrgang x809- Febr. und März Pag- 2124<ſ, fs gufgezeichnet finden- --- 405 Mehr noch, wie dieſe bisjeßt aufgeführten That- ſachen)"ſpricht eine'nun ſchon ſehr lange allgemein bekannte Erfahrung für den Grundſaß, daß jede Pflan- zenart ihr eigenthümliches Miſchungsverhältniß näh- render Stoffe aus den in dem Boden enthaltenen näh- renden Subſtanzen zieht 3 man hat nämlich algemein bemerkr, daß ein Boden, auf dem eine Pflanzenart eine lange Reihe von Jahren hindurch gebauet- wird, nicht allein ſehr erſchöpft wird; ſondern, daß. ſelbſt dieſe Pflanzenart ſich immer mehr in ihrer Güte und ihrem Ertrage verſchlechtert, wenn der Boden auch eine verhältnißmäßige' Düngung erhält z zugleich hat man aber aud) bemerkt,"daß in einem ſol darüber verſchaſfen können; denn ſchwerlich werden wir je dahin gelangen, die geheimen Prozeſſe des thieriſchen und vegetabiliſchen Organismus ganz zu ergründen; und wenn wir frei- lich in dev Kenntniß über die Ernährung des thieri- ſc. mehr zuſammengeſeßte Beſtandtheile zauszeichnet, die ihr einen von den übrigen Theilen. der Pflanzen aufz fallend verſchiedenen Gerucß und Geſchmack geben; ich darf hier zur Beſtätigung dieſes, Saßes nur an viele gewürzhafte Rinden des Auslandes, und unter unſeren einheimiſchen Gewächſen nur an die harzige Rinde der Birke, an die gerbeſtoffhaltigen Rinden der Weidenarten, der Erle 2c. erinnern. Bei den zwei- und mehrjährigen Gewächſen fin- den wir in der Regel eine die ſaftige Wurzel, wie bei den Möhren, der Paſtinak, und den meiſten Doldenpflanzen, ſo wie auch bei den meiſten Pflan- zen der T5Zfen Linn. Claſſe,'z.B. den Rübearten 2c., oder wir bemerken; daß ſie unter der Erde eine Zwie? bel oder"Knollen treiben5 bei dieſen ſcheint der Nah»- rungöſaft im'erſten Jahre nur auf die Bildung der Blätter, und durc< Hülfe dieſer auf die Bildung der dicken ſaftigen„Wuvzel und. die Anfüllung derſelben mit nährenden Subſtanzen verwendet zu werdenz im zweiten Jahre hingegen wird erſt der Stengel und die Blüthe, getrieben, unddie Pflanze gebraucht nun nichr allein den Nahrungöſaft, welchen ſie aus dex Erde zieht, zur Bildung derſelben, und zu der des Saamenanſaßes, ſondern ſie conſumirt auch noch die in der Wurzel oder dem dicken ſaftigen Wurzelſtock niedergelegten nährenden Subſtanzen, ſo daß zene hernach hart und ſtockia werden. Daher benußen wir die nahrungsreihen Wurzeln dieſer Gewächſe entwe- der im Herbſie des erſten Jahres, wenn ſie noch ihren 22000 eam 417 reichen Vorrath: an nährenden Subſtanzen beſißen, oder=- wollen wir die Pflanzen zum Saamentragen benußen, ſo laſſen. wir ihnen ihre geſammelten Schäge, und erndten den Saamen im zweiten. Jahre... Die Bildung dieſer ſaftigen Wurzeln, ſo. wie.der in ihnen niedergelegten nahrhaften Subſtanzen. ſcheint. übriz gens dem Acker weit weniger von, ſeinen. nahrungs- fähigen Stoffen zu entziehen, als„die Bildung des Saamensz denn es iſt eine bekannte Erfahrung„ daß dieſe Wurzelgewächſe dem Boden weit weniger entzie- hen, als ihr Saamentrieb im zweiten Jahrez ſo wie es überhaupt eine anerfannte Wahrheit iſt, daß: ein jedes Gewächs, welches man vor dem Saamentragen abmäht, dem Boden nyx wenig von ſeiner Kraft ent: zieht. Vielleicht entziehen ſie ihm ein größeres Ver- hältniß von Waſſerſtoff, und nehmen ſelbſt noch eine große Menge Waſſerſioff und Kohlenſtoff aus dev Atmoſphäre, vermöge ihrer vielen großen. Blätter, auf, wogegen die Halmfrüchte und alle die Früchte, welche zum Saamentragen benußt werden, dem. Boden weit mehy Kohlenſtoff und Stickſtoff zur Bildung: ihrer Saamen entziehen. Vielleicht rührt dieſes auch mit daher, weil in der Periode, wenn die Pflanzen den Saamen:anſeßen, ihre Blätter. größtentheils ſchon hinwelfen, ſie daher durc<.dieſe feine nährende Sub- ſtanzen mehr aus der Atmoſphäre an ſich ziehen kön- nen, ſondern' alle dieſe aus dem Boden nehmen müſſen. Bei den einjährigen Gewächſen endlich» 316 denen 27 418<2m000, Aire auch unſere Winterfrüchte gehören, die wir nur daran gewöhnt'haben,'unſeren Wintern zu'troßen, die aber denno< völlig'den Charakter der einjährigen Pflanzen beibehalten ,- ſcheint gar keine, rückgängige Bewegung des'Nahrungsſaftes' ſtattzufinden, ſondern aller zu- geführte'Nahrungsſaft"ſcheint zur Bildung ihres Halms ihver'Blätter und'ihver Büthen und Saamen 'benußt'zu werden' eben wegen ihrer ſchnellen Vege- tationöperiode, wegen"ihrer'wenigen und oft ſehr ſchmalen Blätter/ und'des ſtarken'Anſaßes oft ſehr nährhafter'Saamen und Früchte, entziehen fie dem Boden auch eine ſo-bedeutende Menge ſeiner Kraft, 6. 237+ Eigenthumlihe Wärme.der Gewächſe. Durch. idie beftändigen chemiſchen Zerſeßungen, welche: in der Pflanze ſchon bei ihver Entſtehungs- periode, beim Keimen. des Saamens- anfangen, und nachher alle: Perioden hindurch fortdauern,'wird aus den inder Zerſezung begriffenen Subſtanzen fortwäh- rend eine Quantität Wärmeſtoff entwiekelt, den wir als'die„Quelle der:den. Gewächſen eigenthümli- ce des Bodens mit ihrem Stengel überzieht, der überall feſtwurzelt, und neue Pflanzen hervor» treibt.=- Um do< auch die Merkwürdigkeiten des Auslandes nicht ganz zu übergehen, erwähne ich hier nur no< des Mangke- oder Wurzelbaums (Rhizophora Mangle); bei dieſem beträchtlich gro- ßen Baume, der unter den Wendezirkeln in Aſien, Afrika und Amerika wächſt, ſenken ſich, wenn er be- trächtlich herangewachſen iſt, die Spiken ſeiner Aeſte in Geſtalt großer Ranken zur Erde nieder, wurzeln hier feſt, und werden auf dieſe Art zu einem Stamm, der, eben ſo wie ſein Mutterſtamm, ſich wieder durch ſeine Aeſte vermehrt, ſo daß oft allein von einem ſehr alten Baume dieſer Art ein kleiner Wald gebildet wird. Wie oft der Gärtner dieſen Theil der Gewächſe durch Hülfe der Kunft zur Vermehrung der Pflanzen benußt, iſt zu befannt,„als daß ich hierüber viel zu ſagen nöthig hätte. Bei einigen Geſträuchen und Bäumen, z. B. bei den Weiden, Erlen, Pappeln 2c. geht dieſes ſo leicht, daß man nur einzelne Zweige in gute feuchte Erde zu ſtecken braucht, wo ſie leicht feſt- wurzeln. und zu ſelbſtſtändigen Pflanzen werden 3 bei andern muß man ſchon künſtlicher zu Werke gehen, und zu ſogenannten Abſenkern oder Ablegern ſeine Zuflucht nehmen, indem man nämlich den ab- zulegenden Aſt mit der Mutterpflanze. in Verbindung läßt, und ihn bei kleineren Gewächſen, nachdem er nach. der. unteren Seite zu an der Stelle, mit der er eingeſenkt werden ſollte, etwas eingeferbt iſt, unge- fähr einen Zoll tief in gute Erde, die feucht gehalten werden muß, bringt, bei größeren baum- und ſtrauch- artigen Gewächſen aher ihn durch einen unten durch- löca des Blattſtiels. ſich wulſt-artig verdickte, und. Wurzeln und Sproſſen hervortrieb. Ein frappantes Beiſpiel dieſer Art haben wir noc< bei der Königsfrone(Bucomis punctata) ken. nen gelernt 3 legt man nemlich ein dicht an der Zwiea bel abgeſchnittenes Wurzelblatt dieſer ſaftigen Pflanze zwiſchen Schreibpapier an einen mäßig warmen Ort, beſchwert es dabei nur mäßig, und läßt es 4 bis 6 Monate ungeöffnet liegen, ſo findet man nach dieſer Zeit den unteren Theil des Blattes wulſtzartig aufge: frieben, und deſſen unteren Rand mit mehreren klei- nen Zwiebeln beſeßt, welche die Größe einer Erbſe, oft auch die einer kleinen Haſeknuß' erreichen, und die; wenn man ſie verpflanzt und gehörig behandelt, recht gut fortfommens der obere Tyjeil des Blattes-"iſt das bei gänzlich vertrocknet, Dieſe beiden auffallenden Beiſpiele, ſo wie die früher erwähnten fünſtlichen Vermehrungsarten durch den Stengel und deſſen Verlängerungen, werden den in der Anatomie der Gewächſe ſchon aufgeſtellten Saß beſtätigen, daß jeder mit Gefäßen und Zellengewebe verſehene Theil der Gewächſe unter“ ſchicklichen. Um» ſtänden Wurzeln. zu treiben fähig iſt. 6. 242. Knospen und. Zwiebely. Noch müſſen wir hier die wichtige Vermehrungs- art der Pflanzen durh Knospen und Zwiebeln etwas näher betrachten. «id en 427 Ein großes baum- und ſtrauchartiges Gewächs können wir als eine Anſammlung vieler kleiner Pflan- zen anſehen, die alle gleichſam auf einen Mutterframm gepfropft ſindz eine jede Knospe, welche Blätter und Blüthen hervortreibt, iſt gleichſam eine abgeſonderte Pflanzez ſtatt der Wurzeln hat ſie ein Gefäßbündel, wodurch ſie mit dem Mutterſtamm. in Verbindung ſteht, und aus dieſem ihre erſte Nahrung zieht. So- bald die erſte Frühlingswärme wiederfehrt, entwickelt ſie ihre Blätter, und verſchafft ſich durc< dieſe ſelbſt einen Theil ihrer Nahrung aus der Atmoſphäre 3 wenn die Blüthe erſcheint, ſo hört der Blättertrieb auf, und älle Nährung, welche dem Triebe dur< den Müttter- ſtamm und die Blätter zuſtrömt, wird zur Ausbil- dung der Blüthen und der darauf folgenden Frücht verwandk 3 iſt dieſe veif, ſo fänt fie und mikihe die Blätter wieder ab. So ſcheint zum wenisſten det Vorgäng bei vielen Baumarten zu ſehn5 bei ändevn/ welche ihre Blüthen früher entwickeln, als die Blätz ter, findet wahrſcheinlich ein abgeſonderter Blüthen» und Blättertrieb Statt. Unſere ausdauernden knos- pentragenden Pflanzen ſind alſo ſolche, bei denen ſich der Vegetationsproceß jährlich wiederholt, indem jahr? li< aus den früheren Verlängerungen junge Triebe wieder entwickelt werden, ſtatt daß bei den einjähri- gen Gewächſen nur ein ſolken Honigmäler(Macula-indicantia) nannte. Mehrere.ausländiſche Gewächſe; welche wir in unſern Treibhäuſern ziehen, ſcheinen: deshalb keinen reifen Saamen zu tragen, weil bei'uns die Inſecten fehlen,'welche zu ihrer Befruchtung nothwendig ſind z man'fann ſie aber zur Saamenbildung bringen, wenn man zur Zeit der vollfommnen'Ausbildung dex Blume mit" einem feinen Pinſel Blumenſtaub von den Ae- theren" nimmt",'und dieſen auf die feuchte Narbe frägt. Auf" ähnliche' Weiſe kann man auch viele große Gewächſe ganz getrennten Geſchlechts befruchten, wenn'man einen Zweig mit männlichen Blüthen abs ſchneidet,“ und den Blumenſtaub deſſelben über die Blüthen einer weiblichen Pflanze derſelben Art aus- ſchüttelt 3“ auf dieſe Art befruchtet man z.B. die Dat- telpalme in Aegypten. Frucht: und Saamenbildung. ß. 252. Entſtehung und Ausbildung des Saamens. Iſt nun'"die Befruchtung vollendet, ſo tritt ſogleich eine wichtige Veränderung bei den Gewächſen ein, welche ſich: bald an dem ganzen Pflanzenkörper, vor- züglich aber an' den Blüthetheilen, offenbart. Die Narbe'mehrerer Gewächſe verwelkt ſogleich nach der Befruchtung/ bei andern dockung gerathen, und die ohnehin ſchon abgenußten Theile endlich ganz abſterben, weil ihnen gar keine Säfte mehr zugeführt werden. Jn der Regel erfolgt das Abſterben von innen nach auſſen, indem das lockere, ſaftige, nach innen liegende Mark durch die darin erfolgende Stok- kung und Zerſezung der Säfte zerſtört wird, worauf denn die äußere Luft und Feuchtigkeit zu den übrigen feſteren Theilen treten können, und das ohnehin ſchon eingetretene allmählige Abſterben derſelben nocung lo>erver Erde haben. Cs ergiebt ſim von ſelbſt, wie wichtig dieſer <<< ABS 477 Gegenſtand nicht allein für die Pflanzenfunde im an? gemeinen, ſondern vorzüglich in feiner Anwendung auf die Lehre der Landwirthſchaft iſt, da nur von ſei- ner richtigen Kenntniß eine richtige Behandlung dev Gewächſe ſtattfinden kann. Da es ferner mehreve Gewächſe(giebt, welche gleichſam an eine beſtimmte Bodenart gefettet ſind(ſtatt daß andere minder einges ſchränft ſind), ſo giebt uns dieſes ſelbſt ein Mittel an die Hand, vorläufig aus der Gegenwart dieſer Pflan- zen auf den beſtimmten Boden zu ſchließen 3 eine Sache, die für jeden Landwirth von der größten Wichtigkeit ſeyn muß. Jm allgemeinen haben wir über erſt wenige ganz genaue Beobachtungen hierüber, und es wäre zu wünſchen, daß jedex- Naturforſchex und jeder gebildete. Landwirth. ſein Augenmerk darauf richtete 3 ſicher gewönnen wir.aus der genauen Kennt- niß dieſes Gegenſtandes noh den Vortheil, die Ge- wächſe mehr nach einer naturgemäßen Ordnung in ein'paßliches Syſtem zu bringen. Wir werden jekt die Haupt- Klaſſen des Bodens nach einander dur Unter den Pflanzen,- welche» ſich" auf ſolchen Boden häufig vorfinden, zeichne ich hier für den Land- wirth folgende auf: Aira canescens, Scleranthus = 473 annuus;et perennis, Filago(arvensis, Hyogeris minima; Trifoliumiarvense, Bromuswectorum, Rumex Acetogella,-«Dräba verna, Iberis nudi- caulis, Erigeron/acre,; Herniaria glabra, Carz lina vulgaris etc. Sinkt das Verhältniß:des-Sandes noch tiefer, ſo nennen wir den Boden ſchon einen guten Mittelboden; und es kommen dann nach Verſchiedenheit ſeiner übri- gen Beimiſchungen ſehr verſchiedene Gewächſe. darauf vor. Beſtehen dieſe übrigen Beimiſchungen'vorzüg» lim aus Thon, ſo verliert ſich'ſchon die große Lockev- heit des Sandbodens, weil er' dann'das Waſſer. ſchon ſrärker zurückhält, nicht ſo leicht von Wärme und Wind ausgedörrt wird, und den Pflanzen eine feftere Grundlage verſchafft. Beſtehen ſie hingegen größten» theils. aus:Humus, und /nur.einer.geringen Menge Thon ſo gewinnt er freilich ſehr an|:Nahrungsthei- len,«lein eine große Ouantität.des Humus macht ihn nur nod lockerer und ſert ihn undyſammelt ſich almählig in beträchtlicher Menge-darin an, ſo daß“ die nahrhafs ten Subſtanzen der. im Herbſte vermoderten thieriſchen und vegetabiliſchen Ueberreſte, davon aufgelöſet und den Pflanzenwurzeln zugeführt werden. In den nörd- liſtet Gegenden liegtrer in der Regel ſo lange; bis feine Fröſte mehr eintreten, und befördert: auf dieſe Art die ſo ſchnelle Vegetation jener Gegenden. Tritt zu heftiges Thauwetter mit Einemmale ein, ſo kann er durch ſchnelles Schmelzen ſchädlich wirken, indem dann ſein ſchnell fortſtrömendos Waſſer nahrhafte Theile des Bodens mit fortſer nicht ließe, ihm zu Gute kommen, und ſeine Fruchtbaykeit dadurch oft ſo vermehren, daß er im kommenden Jahre deſto veichlichere Früchte trägt. Auch der Reif, der gefrorne Thay, wirkt bißwei- len ſchadenbringend auf die Gewächſe ein: gewöhnlich erſcheint ex nur im Winter, und dann ſchadet er ſo viel nicht, tritt ex aber noh ſpät im Frühjahre zugleich mit Nachtfröften ein- ſo kann ex oft, beſonders unter den jüngeren zarten Gewächſen, einen bedeutenden Scaden anrichten. Als Rauhreif kann er oft mecha- niſch ſchädlich auf die Bäyme einwirken, wenn er ſich in großer Menge auf ihren Aeſten anhäuftz da er dann dieſe nicht ſelten ſo belaſtet, daß ſie abbrechen. Er wirkt aber wieder in ſo fern vortheilhaft, daß er die an der Rinde hängenden Inſectenlgrven und Eyer zerſtört. Daß übrigens das Waſſer, es mag nun in dieſer oder jener Form den Gewächſen mitgetheilt werden, wenn es von ihnen eingeſogen iſt, in ihrem Körper ſelbſt eine Zerſezung erleidet, und mit als Nahrungs- mittel dient, das habe ich früher ſchon bei Gelegenheit der Ernährung der Gewächſe näher auseinander- geſeßt. Wir haben bisjeßt das Waſſer nicht allein als ein Medium, in welchem mehrere Gewächſe leben, ſon- dern auch ſeine phyſiſchen und chemiſchen Einwirfyngen zugleich mit betrachtet, welche es auf die Gewächſe äußert? jeßt müſſen wir no< einmal zum Wohnort der Gewächſe zurückkehren. 8. 265. Die Pflanzen ſelbſt, als Wohnplatz anderer Pflanzen, betrachtet. Es giebt viele Gewächſe, welche ſo wenig auf der Erde als im Waſſer, ſondern die auf anderen größeren Gewächſen leben 3 nicht allein ganze Familien aus dem Gebiete der Kryptogamen gehören hieher, ſondern auch mehrere größere Gewächſe, die wir mit dem Na- men der Sct, die ganz und gar ihr Leben auf ihnen führen 3 mehrere dieſer kleinen Pflan- zen ſind aber den größeren wol nicht ſchädlicher, als die kleinen Inſecten, die ſich auf jedem großen Thiere einfinden 3 nehmen ſie überhand, ſo ſind ſie allerdings ſchädlich, indeſſen findet'dies in der Regel nur bei zus nehmendem Alter der Gewächſe Statt, oder wenn ſie von Krankheiten befallen werden, die ihre Energie ſchwächen. Auſſer dieſen kleineren Gewächſen finden ſich aber auch größere auf ihnen ein, 3. B. die Miſtel (Viscum album), der Epheu(Hedera Helix) 2c.; in. den wärmeren Gegenden giebt es dieſer großen Scmarokerpflanzen eine große Menge, dafür ſind dort aber weniger Kryptogamen. Selbſt die Luft, mögte ich ſagen, iſt der Wohnort mehrerer Gewächſe, denn wir haben, beſonders unter den ſaftigſten Pflanzen, mehrere, welche auf den dürr- ſten Steppen und in Felſenrißken wohnen, aus denen ſie wenige oder nur einen ſehr geringen Theil ihrex Nahrung ziehen können, und die ihnen daher haupt- ſächlich zur feſten Grundlage dienen 3 wogegen ſie ihre Hauptnahrung aus der Atmoſphäre ziehen. Die här- teſten Felſen, die Mauern, die Dächer 2c., überzio- hen ſich mit kleinen Flechten, die ebenfalls allein'dur< die Atmoſphäre ernährt werden. Vom Einfluſſe der atmoſphäriſchen Luft, der Wärme und des Lichts auf die Gewächſe. 6. 266. Einfluß der Luft auf die Gewächſe. Der größte Theil der Gewächſe, ſo.wie dex Thieve, lebt auf dex Erde und in der Luft zugleich, und ſie würden ſogleich untergehen, wenn ihnen die Luft, dieſes nothwendige Requiſit ihres Daſeyns, geraubt würde. Thiere und Pflanzen athmen in jedem Augen- blicke ihres Daſeyns eine beſtimmte Quantität dex at- moſphäriſchen Luft ein, und eignen ſich Beſtandtheile derſelben zu 3 nur mit dem Unterſchiede, daß die Thiere ſich den Sauerſtoff mit Wärmeſtoff verbunden, aneig- nen, fohlenſaures und Stickſtoffgas dagegen ausath- menz= die Pflanzen hingegen vorzüglich Koblen- ſtoff, vielleicht auch eine Quantität Stickſtoff einathe men, und Sqauerſtoffgas wieder aushauchen. Aber auch auſſer dieſen durc gie und Therapie der Pflanzen ſeyn. Allgeweine Pflanzenpatholvgie. Vdn den Urſachen der Krankheiten und den Wirkungen derſelben. 8. 271. Innere und. äuſſere» Kranfheitsurſachen der Gewächſe. Wir können die Urſachen der Pflanzenkranfheiten nicht beſſer eintheilen, als in innere und Iuſſere, oder mit andern Worten. in ſolche, welche in dem Pflanzen» Förper ſelbſt ihren Siß haben, und in ſol wr 500 trennt man am beſien gänzlich von dem Pflanzenkör- per, wenn dieſer nicht-darunter leidet. Der äuſſeren Urſachen ſind dagegen unzählige, und ein jeder äuſſerer Einfluß, ſelbſt das Medium, in dem ſie lebt, können bei der Pflanze zur Schädlichfeit werden, wenn ſie in unangemeſſener Quantität, und unter unangemeſſenen Verhältniſſen auf ſie eins wirken. Der Boden kann eine für die Pflanze unan- gemeſſene. Beſchaffenheit beſißen, zu locker oder zu feſt, zu warm oder zu kalt 26. ſeyn. In einem zu lockeren Boden wird freilich die Pflanze ihre Wurzeln verbreiten, aber ſie nicht befeſtigen könnenz ein fol- ai gebewz unter dieſen pflegen gewdbhnlich hohle Löcher oder ein Auslaufen des Safts ſtattzufinden. c) Einige geben auch den Ueberzug eines Bäums mit Mooſen oder Flechten als Krankheitszeichen an, mdeſſen iſt'dieſes ſehr velativ 3 ich kenne viele ſohr ges funde Stämme, welche an ihror Nordſeite ſtark bes mooſt ſind, ohne daß ſie dadurch Schaden litten. Viele Flechten können eher als Kranfkheitszeichen anzuſehen ſeyn beſonders aber viele Shwämme, die fich in der Regel' nuv an ſchon abgeſtorbenen Pflanzen- theilen feſiſeßen Cich vede hier von den Schwämmen; welche man bei dem allgemeinen Sprachgebrauch dar» unter vevſtehtz3 kleine Blattſchwämme 2c. kommen al- lerdings-häufig aufilebenden Theilen vor). d) Eine ſchwarze Rinde zeigt eine, Entzündung im Baumez eine vothe, vorzüglich an den Buchen, eine. innere Berdorrtyng des Baums an. e)'Faulflecke., Kyebsſchäden, faule Knoten* (ſogenagnte Ohſenaugen), Saftergießungen 2x. ſind das vorzüglichſte Kennzeichen einer fauligten Krauf- heit. €) Durch. häufige Wülſte und ſftrickformige Ers höhungen, welche mit der Richtung der Fibern gleichs laufen, äuſſert ſich gewöhnlich eine nach.inneg liegende Eisfluft. g) Werden alle obere Aeſte, oder einige derſel? ben, abgezehrt und fränklich, ſo iſt dieſes ein ſicheres Sr 59Z Zeichen, daß dieſe Bäume», welche may in dieſeumy-Zi: ſtande gekrönte Bäume" nennt; anfangen eins zugehen.; h) Werden einige Aeſte dünn, und mit ſehr vie- len grünen Blättern beſeßt, fo-mus maxy-beſorgen; daß in der Nähe derſelben das Holz ſchlecht oder ange- griffen iſt. 1) Gelbe odey bleiche Fqxbe dex Blättex, Ind zu frühzeitiges Abfallen derſelben zeigt auch bei den Bäu- men, ſo wie den kleineren Gewgächſen«an,.daß es ihnen entweder an Licht fehlt, odeyx daß ihre Wurzeln ſich nicht gehörig verbreiten können, vder.dgaß ſie eine ihnen unangemeſſene Nahryng finden. Intereſſant wäre es nocen, dur< angeſtirengte Beobachtungen: und-ge- naue Verſuche der Wahrheit immer näher zu kommen. 6... 275- Allgemeine und beſondere Pflanzen Therapie. Die Pflanzentherapie kanm' eine“;beſondere oder eine allgemeine ſeynz"eine"beſondere,.inſo-' fern ſie ſich mit jeder einzelnen Pflanzenkrankheit, ſo wie dieſe in dex Natur vorkommt ,“ beſchäftigt5 eine allgemeine hingegen, wenn dieſe-einzelnenKranfheits- fälle und die Erfahrungen über ihre Heilungsart: ver» glichen und daraus allgemeine Reſultate gezogen wer- den. An eine allgemeine Pflänzentherapie dürfen wir jeßt noc< nicht denfen, da erſt noenem Wetter aufgetragen werden, damit er bald feſt wird. Rafn empfiehlt dagegen eine Miſchung von fein- geſtoßenen Kohlen und Kartoffelbrei, welche gewiß wegen der fäulnißwidrigen Eigenſchaft: der Kohlen beim Krebs ſehr angemeſſen iſt? nur wird dieſe Miſchung nicht haften, und man wird vielleicht etwas Mehl da- zwiſchen ſeen müſſen, um ihr Conſiftenz zu geben. Werneck empfiehlt vorzüglich ſalzſauren Kalk. Mit dem Baumkrebs größtentheils übereinſtim- mend ſind wol die Geſchwüre, d. h. angefreſſene Theile der Gewächſe, aus denen eine Jauche fließt. Ihre Behandlung iſt eben die des Krebſes. 6.278. Di e1 MX Eſer fu 6 Dur zu feuchten Boden, durc< lange anhalten- den Regen, oder zu ſtarkes Begießen entſteht bißwei- ken eine Krankheit der Gewächſe, welche man die Waſſerſucnatürlichen:Abſter- bens der vorher. grünen Gewächstheile zu„ſeym, in- dem dabei das dem grünen Sakmehle»beigemiſchte grüne Pflanzenwachs- durch die: Sonnenſtrahlen ge- bleicht wird, ſeine grüne Farbe verliertiund» eine gelbe annimmt. Wolten wir dieſe Erſcheinung zu den-Krank- heiten der Gewächſe rechnen, ſo.müßten. wir auch. das Gelbwerden unſerer Saaten dahin zählen, 8. 280, Der tnoFene Brand. Eine Krankheit gerade entgegengeſeßter Axt wie die vorige ſcheint mir diejenige'zu ſeyn,* welche ſich durch ein Vertrockenen, oft auch ein' Kräuſeln und nächheriges Schwarzwerden der Blätter äußert, und die von einigen der tro>ene Brand genannt wird. Ich vermuthe nämlich, daß ſie von einer Anhäufung des Kohlenſtoffs in den Gewächſen entfteht.“Hieher gehört z. B. die Kranfheit, welche man zuweilen! bei den Kartoffeln bemerkt, und" die man die Kr du- ſelkrankheit nennt. Sie äußert ſich bei dieſen durch ein Zuſammenkräuſeln“der Blätter und nach her der ganzen Pflanze, wobei denn ſowohl das Wachs- thum der oberen Pflanzentheile, als' auch"das der Wurzel geſtört wird. Merkwürdig iſt es jedoch, daß ihr nur gewiſſe Spielarten unterworfen ſind, daß ſie ſich fortpflanzt, und ſich in einigen Gegenden häu- figer als in anderen findet, So foll ſie z. B- in Eng- land häufig ſeyn, wogegen ſie hier in Deutſchland nur ſelten bemerkt wird. Auch/bei den Bohnen(Vicia Faba) zeigt ſich eine ähnliche Kranfheit, indem nämlich die Blätter ſchwarz und fraus' werden; abfallen, und' ſo das Abſterben der Pflänze' nach ſich ziehen. Große Dürre; austrocknende Winde, ſpäte Nacht- fvdſte' 26." bringen ähnliche Erſcheinungen bei den' Ge- wächſen hervov, indem nämlich" daber auch: ihre Blättev zuſammenſchrumpfen, ſchwarz werden und abfallen, Hiebei ſcheint die Lebenskraft der Blatter dur< die, bald durch eine ſchnelle Entziehung ihrer Feuchtigkeit, bald durch-Kälte bewirkte, plößliche' Zuſammenziehung ihver"Gefäße und ihres Zelengewebes unterdrückt, und ſo. die Veränderung und'das Abſterben devſelben bewirkt zu werden;z: ſchwerlich können wiw aber etwas Aehnlis ert, damit eine geringe Dürre den Pflanzen nicht ſogleich ſchadet, CS.:283- Der Roſt. Hier iſt'vielleicht der'beſte Ort, no< von einer Kranfkheit'zu reden,'welche'das Getreide häufig be- fängt, und die unter dem Namen des Roſts bekannt iſt2 Dieſe Krankheit äußert ſich dadurc<, daß ſich an den grünen Stengeln und Blättern zuerſt gelbe Fle>e zeigen, die immer brauner werden, zuleßt an de: Oberfläche zerplaßen, und einen braunen Staub aus- ſchütten. Befallen dieſe Flecke die Pflanzen häufig, ſo entfteht eine Abzehrung der ganzen Pflanze dadurch, und ſie ſeßt weit weniger Körner an, als ſonſt. Wir ſind:längſt.davin übereingekommen, daß dieſe braunen Flecke kleine-Blattſchwämme ſind, die zu der Gattung Aecidium gehören, und ſich niht allein aufdem Ge- tweide»und den Gragarten, ſondern auf unzähligen andern Gewächſen finden. Jhre Zahl uft in neuern Zeiten! durch die Unterſuchungen imiGebiete'der Kry»- ptogamie ſo'ſeht' vermehrt, daß es in der That wenige |Gewächſe giebt, auf"denen nicht ein Blattſchwamm anzutreffen wäre. DOb-aber die Blattſchwämme, zum wenigſten mehrere derſelben, als wirkliche ſelbſtſtän- dige Pflanzen, oder als Eycreſcenzen(Auswüchſe) oder Hautkrankheiten anderer größerer Pflanzen anzuſehen find; das wollen wir noch- dahin geſtellt ſeyn laſſen. Mihreres über dieſen Gegenſtand habe ich im Jahr- gange TZ09 des Hoppeſchen Taſchenbuchs für die Bo- tanif geſagt, woräuf ich hier verweiſen muß. Sey es nun, was 1es ſey, ſo iſt der'Roft immer eine ſchädliche unangenehme Sache ,: gegen idie wir noc< wenige Hülfsmittel haben. Bei dem(Getreide ſoll bisweilen ein/Einweichen des Saatkorns in Salz- oder Kalklauge, oder eme Wechſelung mit dem Saät- Forn, geholfen haben 3 do<" ſind dieſes noch zu: unbe- ftimmte/Erfahrungen. Wahrſcheinlich ift es mix, daß der Roſt ebenfalls von„geſtörter:-Ausdünftung oder fehlerhafter Aſſimilation der(Säfte entſteht,=-die Schwämmchen mögen nun Auswurfsmaterie ſelbſt, oder kleine ſelbſtſtändige Gewächſe ſeyn, welche darauf ihve Nahrung finden=;(und daß, jener'Fehler wol lediglich in einer unangemeſſenen Nahrung oder in einer fehlerhaften Grundmiſchung- des. Bodens liegt. Wir müſſen über dieſe, ſo) wie über-mehrere andeve Krankheiten, evft mehrere vichtig aufgefaßte Erfah- zvungen haben, ehe wir.inihver Kenntniß Fortſchritte machen und gehörige)Voxkehrungen. gegen. ſie treffen fönnen!-- 3) Krankheiten der Befruchtungsorgane, 6. 284. Volle, gefüllte und 4ingeſtaltete Blumen: Die Krankheiten der-Pflanzen/ welche:unter die? ſem Abſchnitt ſtehen,'fommen zwar ſelten in der'freien Natur vor, machen aber dagegen in den Augen'man- -- 549 jeßt bekannten Gewächſe, geſchweige denn dev ge» ſammten Naturkörper, zu überſehen. Ueberdem ge- wöhnt ſich unſer Geiſt dadurc< an eine gewiſſe Regel- mäßigfeit und'Ordnung im Nachforſchen, Betrachten und Unterſuchen, und eben ſo wird es uns dadurch möglich, das Neue von dem ſchon Bekannten zu unter- ſcheiden, und die neueren Entdeckungen den älteren anzureihen. Aber auch den Schaden, den die Syſteme, un- richtig gebraucht, hervorbringen können, dürfen wir nicht überſehen. Wir müſſen„nicht vergeſſen, daß dieſe Syſteme nur in uns, in unſerm Geiſte und un- ſern Schriften, und nicht in dex Natur ſelbſt exiſtixen. Es iſt möglich, ja=- höchſt wahrſcheinlich==(da wir immer mehr eine ſo planvolle Ordnung in der Natur entdecken), daß die Natur ſelbſt eine gewiſſe Ordnung, ein gewiſſes Syſtem befolgt 3 aber eben ſo wahrſchein- lich iſt es, da lange noch nicht alle Winkel der Erde durchſucht ſind, und da wahrſcheinlich ſelbſt hin und wieder neue(zum wenigſten kleinere) Thiere und Pflan zen entſtehen, daß wir dieſes Naturſyſtem noch nicht aufgefunden haben. Folgen wir nun einem der bis- jekt bekannten Syſteme blindlings, ohne uns umzu» blicken, ſo werden wir leiht dadurch zur Einſeitigkeit verleitet, weil Jeder, der ein Syſtem entwarf, die Sache aus ſeinem eigenen Geſichtspunkte betrachtete, und gewiß ſehr-viele no< überſah. 550---- 5. 297» Natürliche und. künſtliche Syſteme, Man unterſcheidet gewöhnlich natürbihe und künſtliche Syſteme. Ein Jeder, wenn er ſich'auch nur» oberflächlich mit der Pflanzenkunde beſchäftigt, be merft'nämlich leicht, daß einige Gewächſe große Aehn- lichfeit mit einander: haben, und ſo gleichſam. natür-: liche Claſſen zu bilden ſcheinen, wie z. B. die Gräſer, die Dokdenpflanzen, die Pflanzen mit Schmetterlings- blüthen 2c.5 wenn ſich: nun freilich hiebei keine ſcharfe Grenzen ziehen laſſen ſo veranlaßte dieſes doch: meh- veve berühmte Pflanzenforſcher, dieſe Aehnlichfeiten und Annäherungen im äußeren Bau 2c. der Pflanzen ſo viel als möglich zu ſammeln, undſo viel als möglich ſcharfe Grenzen zu ziehen, woraus denn die ſogenanns ten'natürlichen Syſteme hervorgiengen,== Andere Pflanzenforſcher ſuchten ſich ein-oder wes mige Merkmaale, welche allen Gewächſen zufommen, und bildeten» aus dev Zahl, der Regelmäßigkeit, der Uebeveinſtimmung, dem Verhältniß derſelben zu eins ander 2e, Syſteme, welche man, weil dieſe Merkmaale in der Regel ſehv fein, und nicht leicht in die Augen fallend waren, und fevnev, weil mehrere verwandt ſcheinende Gewächſe dadurch. getrennt und'andere äußero lichſehrverſchieden geſtaltete dadur< zuſammengebracht wurden, zum Unterſchiede von. den yorhingenannten; Fünſtliche Syſteme nannte, Da im Syſteme des berühmten Linne', welches quch zu-den Fünſtlichen ge- hört,„die Befruchtyngswerkzeuge zum Unterſcheidungs- mexfmaale gewählt waren, ſo. nqunte man dieſes des» halb Geſchleh 7""+ 2*27<:-/ 7=>» der Geſchlechter achtete, ſo findet man nachher"nockſicht, nahm ,- bleibt-auch bei einer und, der» ſelben Pflanze“ unter verſchiedenen Himmelsſtrichen nicht: ſich'gleich, welches oft, beſonders für den An- fänger, das Auffinden dev in dieſen Claſſen-ſtehenden Gewächſe: ſehr ſchwierig macht: Un dieſem und ähnlichen: Fehlern dieſes) Syſtems abzuhelfen, fanden ſich mehrere neuere Pflanzenfor- ſcher veranlaßt, einige Veränderungen mit dem Linne'- ſchen: Syſteme vorzunehmen, die: hauptſächlich darin beſtehen daß man" die lezte-Ordnung der I9ten Claſſe ganz weggelaſſen, und die darin'ſtehenden Gewächſe in die fünfte Claſſe-vertheilt: hat's daß man ferner die LSte Claſſe, bei der die, Berwachſung der Staubfä- den in mehrere. Bündel auch ſehr undeutlich iſt» eben- falls; in(andere(größtentheils-die' rZite) Claſſenver- theilt“ hatz daß man'die 23ſte Claſſe» welche eini bun- tes) Gämiſch) der" verſchiedenartigſten: Gewächſe- und ebenfals/ſehrſ deſſen Zellen eine regelmäßige, gewöhnlich eckige Form annehmen, oder: aus*vigem Zellengewebe,"welches aus unregelmäßig) zuſammengehäuften Körnern zu beſtehen ſcheint. Hier? aus“ entſpringen" miy die"beiden"Hauptabtheilungen? Pflanzen mit" vegelmäßigem Zellengewebe (Cellulosaeregulares), und Pflanzen mit un re- gelmäßigem Zellengewebe(Cellulosae irre- gulares). Die Pflanzen mit regelmäßigem Zellen- gewebe unterſcheiden ſich wieder in ſolche, welc(s es= 5- 4 4 4 TD = iz:- 25 S 2 eQ= SZ-> 3. ge: 7» S S€.- 2 6. Ee G u ae os UR 5 5. je„& S Ö Octan-|Capsuli-| Poligy-= iS= E<= we? art== N 4 5 KX = 5& Zz a 8 4 4 Fe 2 205 na H 2 E: S-' drae.| ferae nae y EZ;> x R GE 53>»-- vn w* zen 4.78&=» 2 HET I or 5. 9:. 2 7=» R"R== es 8 Ko n=0% 4 65)[SSS EE ae-: S Decan-|Gymno- En en 2* E„m= ERD) 3.(FS IE ES I. va(C?]-- drae.|ſpermae 2: dr=-- 2 iE 2 Dan]>-=- zT EE es x. I m-=» D gg Or ;. m 8 8= ZA, M

CIE ht 8 782 Ss > 2 E ZS EE!=W] GM?3„rah 7| nD DN=> E52. S2 ZZ < J; ESSE DW SER[58". ais(EE ieee 17 8 3 4 1 24 Es=> S&|S 8 MH.. 4 5 82[Dx IEM ESU RMER EN .|* e D= ESE SENDE SENEN SENENEN 1 aH 577 denen dieSpiralgefäße den Pflanzenkörper in zerſtreuten Bündeln durchlaufen(5pi- rales fasciculatae), Die erſteren(3. orbiculatae) tragen ihre Befruchtungsgefäße in Kelchen ohne Blumen(Apetalae) 3; in einblättrigen Bly- men(Monopetalae); in mehrblättrigen Blue men(Polypetalae) 3; oder unter Schuppen (Squamatae), Bei den leßteren ſind wieder die Ge- fäßbündel ziemlich von einerlei Größe, oder von ver- ſchiedener Größe. 6. 399. Klaſſen meines Pflanzenſyſtems. Nach dieſen Haupt- und Unterabtheilungen habe im nun folgende 24 Claſſen gebildet, über welche, ſo wie über die Haupt» und Unterabtheilungen, man durch die beiliegende Tabelle eine beſſere Ueberſicht ex- halten wird. Die erſte Abtheilung, Gewächſe mit unregel- mäßigem Zellengewebe(Cellulosae irregula- res), enthält einen Theil der Linteiſigz3 die Blätter ſind gegenüberſtehend, verſchieden geſtaltet? die Blü- then ſtehen gewöhnlich in Ouirlen oder in Aehren, ſeltener einzeln, einander gegenüber, und ſind oft mit Deckblättern verſehen; die Blumen ſind ra- ſächlich aber darin, daß einige von ihnen ſehr ſ= Die achte Claſſe, Glumaceae, welche die Gräſer enthält 7 zerfällt nur in zwei große Ordnungen, wel- . 599 Wir haben mehrere rec. ndr= 601 pfehlen 3 wer mit' dem Gebrauche ſolcher Gläſer nicht vertraut iſt, ſieht gar zu leicht ein Waſſerbläschen, ein Staubkörn- net und nachher ordnet, habe ich früher ſhon angege- ben. Hier bemerke ich nur no<, daß man nicht al- lein auf einen Zettel den lateiniſchen und deutſchen Namen dabei ſchreiben, ſondern auch die Blüthezeit, den Standort, und andere Bemerkungen über ihre ..»»= 2-72 ? ß |! t | | d | 0 | al dn m M. as ARE ZU m eimrm 605 Benußung, ihren Schaden, ihren Anbau, ihre Bear- beitung, oder wenn es Unfräuter ſind, über ihre Ver- tilgung 2c. hinzufügen, oder ſich ein eigenes kleines Buch darüber halten muß. Eine ſolche Beſchäfti gung füllt nicht allein die überflüſſige Zeit eines jun- gen angehenden Landwirths ſehr angenehm und lehr- reich aus, und halt ihn von andern zeit-tödtenden un- nüßen Zerftreuungen ab, ſondern gewöhnt auch ſei- nen Geiſt an Ordnung und an genaue Beobachtung der Naturgegenſtände, welche ihn täglich umgeben, und von deren richtiger Kenntniß und Beurtheilung oft ſein ganzes künftiges Glück abhängt!=- Ferner mögte ich meinen unbekannten Schülern no den Rath geben, nicht zu viele Pflanzen auf ein- mal zu ſammeln und auf einmal fennen lernen zu wollen.=- Mancher greift die Sache zu heftig und zu übereilt an, und ſchadet ſich dadurch doppelt, in- dem ev dann gewöhnlich die Gewächſe nicht gründlich kennen lernt, oft einen falſchen Namen ſtatt des rich» tigen beiſchreibt, und indem dann oft eben ſo ſchnell die leidenſchaftlich ergriffene Beſchäftigung wieder ein- ſchlummert, wie ſie entſtand, wenn man ſieht, daß es nicht ſo ſchnell vorwärts geht, wie man wünſcht. Dem, der ganz für ſich Botanik ſtudirt, rathe ich, im erften Sommer nicht mehr als höchſtens 100 Pflan- zen zu ſammeln, dieſe dann aber recht gründlich zu beobachten und zu beſchreiben. Geht man nachher 606== amm im zweiten Sommer zum Selbſtbeſtimmen der Ges wächſe über, ſo.rathe ich ebenfalls, daß man. zuerſt die Gewächſe mit großen recht fenntlichen. Blüthen und Befruchtungswerkzeugen zur Unterſuchung wählt, und erſt nach und nach zu den. ſchwerer zu beſtimmen- den, die ſich wieder durch auffallende Mertmaele auss zeichnen, übergeht. Ih ſchließe dieſe Bogen mit dem Wunſche, daß meine Leſer, wenn ſie meine Rathſc TR» EA 5.) Ay / Cl- 7 ) Y=< =< »J)[X ( ) / 4 wv SEE ir PS 5667 r < ! ( KEIM %K d-x4% +4 rd 417 « ZL--- Zz wa FEEN Newen mmm oe emnemmeeeenggeemenmun=--==: 4 122 7E0 DS EHEN —————————————— (i erec e 4 .——„—