D. G. Begtrup's, Profeſſor der Oekonomie, Bemerkungen 507 die engliſh Landwirthſchaft, gefſammlet auf einer Reiſe in England in dem Sahre 1797. Zweiter Theil, Ds Aus dem Däniſchen überſeßt vos D, P- Jochims, p< Landinſpektor in den Herzogthümern Schleswig und Holſtein « --. eutmmeenmne we. Mit drey Kuüpfern,; 5. 6. 7» mM erd eer Kopenhagen und Leipzig, bey Johann Heinrich Schubothe,; 1894» Vorerinnerung des Berlegers, Gegenwärtige Bemerkungen über die engliſche. Land« wirthſchaft, deren Werth und Wichtigkeit von den Dä- nen in ihrer Urſchrift bald anerfannt wurde, wünſchte ich auch den Deutſchen in ihrer Sprache, und vorzüglich zum Nußen der beyden Herzogthümer Sc IV Vorerinnerung des Verlegers, tiſcher fandwirthe zu bringen, nicht ganz erreicht wor- den iſt. Denn nicht allein, daß es vielen von dieſen vielleicht beſchwerlich iſt, lateiniſche Schrift zu leſen, - fo dürften wohl auch mehrere derſelben ein Buch, mit ſolchen bettern gedruckt, ſogar als nicht für ſie geſchrie- ben und nußbar anſehen.==- Dieſes bewog mich'gleich anfangs, mit der Her» ausgabe des zweiten Theils zugleich eine umgeänderte Auflage vom erſten Theile, mit d eutſchen Lettern, zu veranſtalten, Daß aber die Erſcheinung des zweiten Theils erſt jetzt erfolgt, daran ſind blos des Ueberſeßers, ihm durch ſeine Beförderung zugefallenen, vielen Amtse geſchäfte hinderlich geweſen. - Jc< habe bey dieſer Veränderung weder Koſtenauſ- wand noc< Bemühung geſcheuet, unt das Meinige zur .Vollkommenheis dieſes Werks beyzutragen, und hofſe daher, daß auch ſelbſt die Beſißer der erſten Auflage meine Abſicht nicht verkennen werden, Jm Ganzen ſind, außer den Lettern und Verbeſſerung der Druckfeh- ler, feine bedeutenden Veränderungen gemacht worden, vie den erſten Theil mik lateiniſcher Schrift ſeinen Be- ſißern unbrauchbar machen.?: ; Inhalt des zweiten Theils«, E Kap. 10, Das Charafkteriſtiſche in ver engliſchen gandwirthſchaft. Farms unterſchiedlicher Art und Beſtimmung. S. 1 Exempel von dey Einrichtung und Bewirthſchaftung ei? nes Landguts mit einey von Kornbau und Milch?; wirthſchaft( Meierey) gemiſchten Dekonomie. 5 Ueberſicht des Zuſtandes der Wirthſchaft in einer gan? zen Provinz( Grafſchaft). S0408 5 5 - Berechnung über die Voytheile ſowohl als über.die Pro- ductionsunfoſten, welche mit dem Aerbau in Eng . land verbunden ſind.:: 7 A. Youngs Berechnung über die Anbayung und den Er trag von. einem Acre guter Lehmerde. S 8 Dieſelbe von einem Acye ſtarker Lehmerde.: 19 ]--"== ſandigter Erde.: IE |-.>--“ von einem Meierhofe.* IT "| 2 0 12 2:15 8000 eitwin Schäfereyhofe EIIEZ . NVeberſicht' der Berechnung von Erdarten von verſchiede? ] ner Natur und Anwendbarkeit pr. Acre. 5 TZ ; 33. Pitts 75 VI Inhalt des zweiten Theils, 33. Pitts Gedanken über die Vortheiie der A&Xernu- Allgemeine Berechnung über Einnahme und Ausggabe auf einem Hofe von 200 Acre.: Saatfolge in England.: E Grundſäße der Engländer bey der Saatfolge, nach der Natur der Saat und Beſchaffenheit des Bodens.- Brache. 2:;: Art, das Land in Schottland zu brachen. N Saatfolge in Midleſex.;* auf guten Pflanzenboden(ſchwarzen Staubboden) in den öſtlichen Grafſchaften. N. auf ſtarken Lehmboden.: 5 auf ſandigten Boden.:: auf Heiden.;:: auf Marſchboden.?:: Exempel von der Feldeintheilung in drey Schläge. G KaPTx2. Anbau der Kornarten und Hülſenfrüchte. 1) Weißen./: s Hauptarten von Winterweikßen. 5 Der beſte Saatweißen von England. s Die Saat einzuweichen und zu beißen.: Brand unter der Saat3 Urſachen davon.: Zubereitung des Bodens zur Weißenſaat.; Saatzeit,; H 6“; Sommerweißen.: 8; Ausſaat von Winterweißen pr. Acre.: Das Jäten und Eggen der Saat.: kung für den engliſchen Landmann.:- SS 22 35 35 37 37 59 41 43 43 43 44 Einernd- = eee==== mm= Inhalt des zweiten Theils; Einerndtung.:? c Ausdreſchung der Saat: N Dreſchmaſchinen. N 2: Berechnung über den Ausdruſch an einem Tage mit der Dreſchmaſchine. s iE Ausbeute oder das wievielſte Korn vom Weißen. 5 2) Ro>en.;: 17.56 3) Gerſte.:;; Arten von Gerſte.: 5 Zubereitung des Akers zur Gerſtenſaat. ß Ausſaat und Ertrag. 2 2 Art und Weiſe, ſie einzuerndten und aufzubewahren. Preiſe von Gerſte und deren Gewicht. S 4) Hafer. 8 E: 8 Arten von Hafer.:: Bereitung des Bodens zur Haferſaat. RENE Ausſaat und Ertrag.:: 5) Erbſen. 4: H Grüne Erbſen. EKA N N Pflägen zur. Erbſenſaat 3; Ausſaat und Ertrag.- Einerndtung.: s: Gebrauch von verdorbenen Erbſen.-: ; Preis, ſo wie Gewicht von Erbſen.: 6) Wien. H H: Beſchreibung der Sommer- und Winterwi>en, und Nußkungsarten von beyden.;: 7) Pferdebohnen. 7/ Arten von Pferdebohnen.:; Bearbeitung des AEers zu Pferdebohnen.: Art und Weiſe, ſie zu ſäen. s- WIL 45 46 46 43 49 5E 52 52 62 54 54 55 56 56 58 62 62 62 63 64 64 66 66 67 69 69 70 71 * 4 Ausſaat == niſſe zu anderm gewöhnlichen Futter, s vit Inhalt des zweiten Theils. Ausſaat ußd Ertrag.> 0-0 FEUIENS 7 2 Benußung der Pferdebohnen, 1] 73 Preis und Gewicht;%: 75 Mittelpreiſe von Kornwaaren für England und Lon- don, von 12 Jahrett,- s 77 Sn welchen Grafſchaften ſind die Preiſe am höchſten, und wo am nicdrigſtea?? 8. 78 Kornpreiſe zu verſchiedenen Jahrszeiten.; 79 Verluſt beym Aufſchütten des Getreides in Hoffnung auf höhere Preiſe. s 8 30 Monatliche Kovnpreiſe für 3 797.: 3 81 Kap. 12» Anbau der Futtergewächſe. x) Turnips(Rübe).: 108 BI Arten von Turnips,: s 6] Zubereitung des Ackers.;; 83 Ausſaat und Frucht.*:; 84 Zufälliges, Mißrathen, u|; 84 Das Behäüfen.: s 85 Benußkung der Turnips,“ 2 86 Ertraßz von einem Acre mit Rüben«; 88 4. Kartoffeln,; 4; z 88 Legen der Kartoffeln.:: 89 Ertrag, Preis und Aufbewahrung.: 91 Kartoffelbrod F 4 93 Doppeltex Ertrag|:! 94 Nähere Beſchreibung des Kartoffelbaues und des. Gebrauchs derſelben für Kreaturen im Verhält?| 94 Verſuch, FE 9= ES ZEISER DE nhalt des zweiten Theils. Ix Verſuch, Kartoffeln auf langen Seereiſen aufzur bewahren,;; S. 98 3) Gelbe Wurzeln,: 2 99 In welcher Gegend bauyet man ſie als Futterkraut? 99 Anbauung derſelben.-: 100 Ausſaat, Ertrag, Gebrauch und Anwendung, mit Beyſpielen,;: 100 Productionsunkoſten.:: 102 Reſultat von einer Menge Verſuchen mit gelben Wurzeln. z 7: 302 Ueber den Gebrauch der gelben Wurzeln, von Wae- yaſour, 5:; 110 ===. aus the Gentlemans Mag,+» ux 4) Kohl. MIE: E 112 In welcher Gegend bauyet man Kohl als Futter; kraut?;:: I13 Kohl, verglichen mit Kartoffeln und Turnips,- 114 Art, den weißen Kohl anzubauen,: I14 Das Weſentlichſte bey dem Köhlbau.: I15 Hrn, Greens Anwendung des Kohls,; I16 Productionsunfoſten.; 5 L17 Youngs und mehrerer Dekonomen Anwendung des Kohls,;;; 119 Mittel, dey Milch den Geſchmac> vom Kohl zu be; nehmen, 5 s I1T9 Kohlrabi über dey Erde,;; 120 Kap, 13+ Anbau der Futterkräuter, Heuerndte y,ſ, w. „Klee,: z; 121 “ Preiſe von Kleeſaamen und Kleeheu,; 122 NE Lucer; “> x Inhalt des zweiten Theils, Lineepne,>.:: 2 S Erdarten, Zubereitung des Bodens, Säen.- Saatzeit, Ausſaat, Zwiſchenraum der Reihen. EN Behandlungsweiſe. 8 1 >Wachsthum und Abmähen. 5. Düngung, Ertrag pr. Acre, Gebrauch der Lucerne. 2. P Der weſentliche Vortheil von der Lucerne. /- Productionsunfoſten.:: Lucerne, verglichen mit andern Futterkräutern.-s LY Eſparcette.:; Großes Beyſpiel von deren Anbau. . Heuerndte.: *. Heyuevndte bey London.:: Dr. Elliots- Behandlung des Heues. Heudiemen=- Haufen=- Schober. Heuextract oder Heuthee.;: N Kap. 14. HauSthiere. Das neuere Paarungsſyſtem zur Veredelung dex Ra- cen. 2“; Fortpflanzung der Art in derſelben Familie.: Ausleihen der Beleger, Beſchäler.; Pferd e. „823 12.3 124 325 126 326 T28 328 129 329 130 TI30 131 I3I I32 1:32 135 LIZ 7028 144 Veredlung der Pferderacen durch fremde Hengſte und; Stuten.:;? Zuzucht, Aue?leihen, Preis auf Hengſten, Handel, ſo wie Märkte für Pferde in den mittlern Grafſchaften. 146 146 Preiſe Jahalt' des zweiten Theils. x1 Preiſe von Pferden in den lekßtern Jahren.- S. 149 Pferdezucht in den nördlichen Grafſchaften./ I50 === in Suffolk und Norfolk.: I50 Hauptfarbe der Pferde in England.: I50 Wettrenner.:: 8 I5L Beſchreibung von kinem Pferderennen,: 152 Die berühmteſten Renner, Läufer.: 156 Marſhals Urtheil über.den Nuten dieſer Art Pferde. 157 Beyſpiel von ihrem geſchwinden Laufe.: 157 Preis, Wartung und Pflege der Pflug-, Wagen-, Reit- und Poſtpferde.:: 158 Die gewöhnliche Fütterungsweiſe in London- N I61 Lowſons Vorſchlag zu einem weniger koſtbaren Futter für Pferde, Hornvieh und Schaafe. N 164 Beſtandtheile von Hrn. Lowſons Futter 2 164 Nußen. von Hrn. Lowſons Futter in Lägern und Schif- fen.:| N: 167 Futter für Pferde in Dumbartonſhire in Schottland. 1? 69 Berechnung. über die Anzahl Pferde in England.- 69. Erklärung verſchiedener engliſcher Namen von Pferden nach ihrem Gebrauche und Alter.: 167 Hornvieh. Arten von Hornvieh.:;' 172 Die verbeſſerte Bakewellſche Art.; 176 Eine Viehverſteigerung.:: 177 Gewicht von großem Vieh.: s 178 Ausleihung von Belegern.;, 178 Wildes Hornvieh in England-: 7 179 Kälberzuzucht.:; 180 Meiereyen« s!, 183 D Teie; == inne mm .. ude kk AER Ee EIIIE. "xu Inhalt des zweiten Theils, Meiereyen in Suffolk( für Butter)=- Beyſpiel. S. 184 Nähere Eeklärung der ganzen Dekonomie, jo wie Preiſe von Fettwaayen,;; e86 Meiereyen in den mittelſten Grafſchaften(für Käſe). 389 --“ it Sommerſet(den Marſchen).; 190 Beyſpiel.:: IgE bey London. Lr e 73 L93 Der jährliche Verbrauch von Rahm und Milch in Lon/ don, und Preiſe pr. Pott und Gallon. pe 194 Die gewöhnliche Fätterungsart des Hornviehes.- x95 Fütterungsart jn Dumbayton in Schottland 5 195 Fettgraſen der“ Ochſen,:; 196 Aufſtallungshof in. Sommerſet N:; 197 Berechnung über Auslage und Einnahme.? 198 Mäſtung in Suffolk und Norfolk, F 200 “Berechnung über Ausgabe und Einnahme. nE 200 Mäſtung in der Nähe von Londe,>- 202 Pflägen mit Ochſen, 7;: 204 Einwendungen gegen das Pflügen mit I zu Pflugland'22 Koppeln, im Ganzen 205 Acre - Gräſung 2 I ATIESH LSE R ERLESEN 7750 BUREN. 1 2055 - Wieſen 4=>==“ 46= Die übrigen Koppeln machen eine kleine Holzung, einen Kälberhof und Küchengarten aus. Auf dem Hofe hat er eine Holländerey von 20 Kühen, einige Gragsochſen und Schaafe. Der Hof Walburton itt. Suſſex von 272-Acres, deſſen Pachtabzaben ſich ungefähr auf 300 Pd. des Jahrs be- laufen, iſt ſo eingetheilt Mit Weißen jährlich<= 60 Actes - Gerſte== 24= 5 1 SR u S1 280.22 - Erbſe=== 20= - Re== 15= *- Wife== 16.= Turnips(Rüben)== 29=- Zur Gräſung==- 94== Die Oekonomie auf dem Hofe Walburton iſt dieſe: Ites Jahr Turnips, welche im Winter zu Futter für Schaafe und Lämmer gebraucht wird, da man dann die Lämmer im Maimonat nach London verkauft. 2tes Jahr Hafer oder Gerſte. 5 3tes Jahr Klee, welcher im Sommer von den Schaa- fen abgegräſt wird, die zuleßt mit Turnips fett. gemacht werden. 4tes Jahr Weitzen. 5tes Jahr Erbſen. - 6tes Jahr Weißen.: Hierauf 0; S Hierauf wollen wir ein Beyſpiel: von einem Kornfarm anführen. Es iſt in Suſſex von einem Gute hergenom- men, welches einen hochſt. ergiebigen Boden hat, wovon die Abgaben ſindjz/:; an Pacht-- 25 8. pr, Acre an Zehnten 1961=- 4-6 d. Mit Weißen. und; Klee jährlih==+ 60 Acres -, Hafer=...-.--- 20= - Gerſte------ 40-- - Wicken und Turnips-- 30= Zur Gräſung=----- 15-- Der-ganze Beſaß auf dem Hofe beſtand in 6 Arbeitspfer- den, 2 andern, nämlich einem Reit- und einem Karren- pferde, 2 Kühen und 100 Schaafen. Den fehlenden Dün- ger erſeßte man theils durch den vorhin erwähnten Compoſt und durch die Ueberdüngung im Frühjahr, theils durch - den Hordenſchlag. Dieſe angeführten Beyſpiele dienen, um zu zeigen, wie die Wirthſchaft auf einzelnen Höfen iſt. Da man aber nicht mit Gewißheit vom Einzelnen aufs Ganze ſchließen kann, ſo wollen wir eine Ueberſicht über eine ganze Grafſchaft liefern, woraus man am beſten ſchen kann, wie das Land im Allgemeinen bebaut wird. Folgendes iſt eine Ueberſicht der Ackerwirthſchaft in Warwickſhire, welche bekanntlich gut bebaut iſt, ſo wie man ſie an das Aerbaucollegium in London eingeſandt hat*). : 0 2 Acder- *) Ich habe die Herrſ mit Fleiß gewählt, weil ſie mitten im Lande liegt. Hätte ich dieſes Beyſpiel von einer ndrdlichen oder ſüdlichen Grafſchaft hergenommen, ſo würde es für den Leſer nicht ſo Üüberführend geweſen ſeyn, weil man ſie leit als Extremen hätte anſehen fönnen. AFerland, das eingefriedigt iſi. Acres. Mit Weißen.== SENKE BSZ OS In Brache---.-- 15,000 4 Turnip und Wicken-- Gerſte, Hafer, Pferdebohnen u.ſ. w. 41,500 Mit Klee und andern Gragarten zum Mähen e-.- WT 3.20 15,000 E| Im Ganzen= 154/530 ] Hafer-- a.--“ 4,000 4| Wieſen===== 82,000 Holzung, Kanäle und Auen=- 50,000 || 136,000 || 1/1| Die Wege enthalten muthmaßlich= 10,000 21,4479/ Unaufgetheiltes und uneingefriedig»- 4 tes Land-- ZZ 57,000 ||' Gemeine Weiden und Untertriften 3 50,000 ||"4| Heiden und unbebaute Felder=- 110,00 "9 317,000 Totalſumme 618,000 | Da wir uns beſtrebt haben, zu zeigen, auf welche Weiſe |' das Land bebaut wird, ſo würde es mir ſehr angenehm | 4| ſeyn, wenn ich unter einem einzigen Geſichtspunkte, gleich- 11,07( ſam wie in einem Tableau, ſowohl die Vortheile als die 18| Produktionsfkoſten darſtellen könnte, welche die Wirthſchaft hh)' in England mit ſich führt. Mit ſolchen Berechnungen | haben die engliſchen Oekonomen ſich ſchr beſchäftigt. Wir wollen wollen ein Beyſpiel aus einer ſüdlichen Grafſchaft wählen, und auch eins aus den mittlern, welche beyde wegen ihrer vortheilhaften Kulturart bekannt ſind: Berechnung über Einnahme und Ausgabe bey - der in Suſſex gebräuchlichen Kulturart, dem AFerbaucollegium„in London von Hrn. Wood mitgetheilt, Abgabe vom Boden oder Renten==' 78 S, pr. Acre Zehnten. et 2 RGGEEE EIGE Armenſchaß--- 708 5-==> Produftionsgunfoſten. Pd. St. 8..d. Auf einem Acre mit 1) Weizen== 4 0 2) Turnips== 2 I6 3) Gerſte-- 3 ij" WEN LAIEN erm 8 50: Weißen, 1 444 I0 6) Turnips==» 2 76 7) Kartoffeln== 4- 6 8) Weiten= 4 IO 9) Gerſte= 3 I0 TO)-/ FUR EN= 008.2 rs 37, 14 Einnahme. Von einem Acre mit Pd. Ste 58. d. 1) Weißen 3 Quarter= 6 I2 77 2). Rüben zu Schaafen=- 3 6 8 A 4- 3) Gerſte Pd. St.:. 3) Gerſte 5 Quarter= 6 12-=- 4) Klee, Heu 60 Cwt.*) und Nachmaht-- 4,2 5) Weißen 3 Ortr,= 6 15-- 6) Turnips für Schaafe 3 6 8 7) Kartoffeln 3 Säcke 12----- 8) Weißen 3 Ortr.= 6 I2-- 9) Gerſte 5 Orr.= 6 12 ei. 10) Klee 60 Cwt. u. Nachmaht 4 I0-- 60 TE 4 Pd. St. 4-8 d. Die Einnahme=-- 60 12 4 Produktionsfoſten== 37 14-- I DON 32:0... 29 4 Jährlicher Vortheil 2 5. 19:77 00, Arte, Der' Secretär Young giebt folgende Ueberſicht über Einnahme und Ausgabe auf einem Acre von verſchiedenen Erdarten für die Grafſchaft Suffolk: Stauberde, die gut fultivirt iſt.|, Abgabe vom Boden 158,/ Kapikal des Landmannes**) 5 Pd. St. pr. Acre. vp Saatwecſel.| x) Eurnips.' ;| 2) Gerſte. *) Dies macht ungefähr 6 gute Fuder Kleehen auf 6 Schipp Landes. X*) Unter Kapital des Landmannes verſteht man ſein ausgelegtes Geld zum erſten Ankauf der Beſaßung, der Aker- und Meiereygeräthe u. ſw, 2) Gerſte. 3), Klee. 4) Weißen. “ Einnahme. ; Pf. St. 8. 4 1) Turnips 62 Schaafe in 26 Wochen zu 3 d.---- 2-> 2) Gerſte 4 Ortr. zu 23 3%= 4 0 4= 3)“Klee 7 Schaafe in 26 Wochen zu 3 d.----- 2 5 6 4) Weißen 3 Ortr. 42 3.= 6 6= -' Fährlich pr. Acre."3... 13.- 30 NB. Man ſeßt voraus, daß Klee allein zum Futter für Schaafe verbraucht wird, obgleich er auch zum Futter für alle Hofkreaturen, Pferde, Kühe und Schweine dient; man hat es aber gethan, um die Berechnung zu erleich- tern. Von dem, was ein Acre einbringt, müßte man die eigene Conſumtion des Landmannes abrechnen, aber dieſe iſt ſchwer zu beſtimmen. Young nimmt an, daß ein Acre, welcher unter der beſten Behandlung einen ſo großen Ertrag giebt, als vorher gezeigt worden, ein Surplus oder einen Ueberſchuß zum Verkauf an Werth 1. rx. 15 8. ro d. und daß der Pächter einen reinen Gewinnſt, wenn die Schaßzungen und die Abgaben des Hofes an den Guts- herrn, ſammt den. Produftiongunkoſten abgerechnet ſind, von 10 3, 10 d,(16 Mk. 4 ß,) pr. Acre haben kann. DE Star- Starker Lehmboden nach gewöhnlicher „Behandlung. Abgaben vom Lande. 15 S. Kapital des Landmannes 5 Pd. St. pr. Acre. Saatfolge. 1) Brache, die gedüngt wird. 2) Weißen. 3) Gerſte. 4) Klee. 5) Weißen. Einnahme. Pd.St. 8.4: 1) Weißen 3 Ortr. zu 42 3.= 6 6= 2) Gerſte 3 OQrtr: zu 21 8.= 3 13 6 3) Klee 6 Schaafe in 26 Wochen .----. T-. 19 6 4) Weißen 23 Ortr. zu 42 8.== 5 I5 6 Dividirt mit 5 Jahren 17 14 6 Jährlich pr. Acre 3 10 410 NB. Young macht die Bemerkung, daß, ſo lange der Landmann den Acker in der Brache liegen läßt, es ein Verluſt ſowohl für ihn ſelbſt, als für den Staat iſt, und dieſes muß ihn veranlaſſen, in ſeine Wirthſchaft, ſtatt der Brache, eine Brach- oder Krautfrucht, wie Kohl, Pfer- debohnen, Erbſen oder etwas anders, was ſich für einen ſtarken Lehmboden ſchit,"einzuführen. Sandig- Sandigtkter Boden von ſehr magere Natur. Abgäben vom Lande 5 S. r Kapital des Landmannes' 3 L. x0S, pr, Acre, Saatkfolge. x) Tuntips. 2) Gerſte. 3) und 4) Klee und Raigras. 15)"dito und Sommerbrache. 6) Roden. Einnahme.“ PL. St. 8....A 1) Turnips 4 Schaafe in 24 Wochen "qu 8:6,= 7 1 4. 2) Gerſte 24 Orkr. zu 21 8.== 242421350, 3) Klee 3 Schaafe in 26 Wochen 31.3 d.------ 19& 4) 2 dito dito-.---- 13= 5). dito, 3 difo 12 dito dito=== 540 6) Roden 1€ Ortr. zu 18.== 14/Ä 13== “* Dividirt mit 6 Jahren 7 8=- "SpnhFN PI UCH 418 Berechnung über einen Meiereyhof von guter Gräſung. Abgaben vom Lande x6 Z. Kapital des Landmannes 5 Pd, Sk. pr. Acre. Man nimmt an, daß drey Acres eine Kuh das ganze Fahr hindurch ernähren können*). Pd. St. 8658. Bon einer Kuh-..--- 8 5.= Dividirt mit 2 Jahren 2 I5= Herr Young iſt der Meinung, daß ein Meiereyhof eine größere Ausbeute als ein Wirthſchafts8höf giebt. Da er weniger Dienſtvolf verlangt, ſo ſind die Produftions- unfoſten auch geringer, und hat überdies mehr zu Markt zu bringen, welches ein großer Vortheil für große Städ- te iſt. i; - Berechnung über einen Schäferhof von- guter Gräſung. Abgabe vom Lande 15 DS, Kapital des Landmannes 6 Pd. St. pr. Acre. Einnahme. „ Schaafe 26 Wochen ir im Sommer Pd.'St. S. d. zu 3 d.---- 2 5 Im Winter ein halbes Schaaf pr. Acre in 20 Wochen zu 3 d.--> 2 6 Jährlich pr. Acre 2 8=- Zuleßt ſchließt Herr Young ſeine Ueberſicht mit fol- ; gender Recapitulation über die verſchiedenen Arten, des Bodens, und was ein Acre von jeder Art in der Graf- ſchaft +) Der Leſer ſteht leiht, daß Sr. Young natürliches Gras meint, weil es mit Klee oder andern Futterfräutern viel zu viel gerechnet wäye. 13 ſchaft dem Eigenthümer ſowoh], als dem Pächter einbrin- gen und zum Verkauf abwerfen kann. Recapitulation pr. Acre. Abgaben vom Lande zum Verkauf ſ alle Produkte Pd. St. Ss. d.|Pd. St. 8. d. Pd. Sr. 8. d, Gute Ackererde" 15=| x, 15 10] ,3 13 10 Starker Lehmboden 15=. UE R Es EED Sandigte Erde» 5-==|== 1510| 13 4 8 Jette. Gräſung für NOUDe 2. a. I6 ml X 1607.21.0..18 zu Jette Gräſung für Schaafe“EE SIE 16 262 ach 2 c wle: 2 Q== Magere divs» 2 6)==== -=- 5 Um eine ſolche Ueberſicht entwerfen zu können, was der Boden nach ſeiner verſchiedenen Güte und Benußung, entweder zur Saat oder Gräſung, einbringen kann, wird beſonders eine detaillirte Kenntniß der Landwirthſchaft er- fordert. Ueberdies iſt es beſonders ſchwierig, alle die größern und geringern Ausgaben und Einnahmen, welche mit jeder Wirthſchafts8art verbunden ſind, unter einen ein- zigſten Geſichtspunkt zu bringen. Da ich mich eine Zeitlang in der Grafſchaft Suffolk aufgehalten habe, habe ich mit verſchiedenen Landleuten geſprochen, und ſie befragt: ob ſie des Secretär Yvungs Berechnungen gegründet fänden? Dieſe waren alle darin übereinſtimmig, daß, wenn man im Allgemeinen eine Bq» lance machen wolle, die für eine ganze Grafſchaft paſſend wäre, jene ganz unverbeſſerlich ſeyn würde, Es würde , ſehr zuträglich ſeyn, wenn man ſolche ökonomiſche Berech- nungen über jedwede Provinz hätte. Beſonders würden ſie für den politiſchen Oefonom nüklich ſeyn, weil ſie ihn belehren 44 belehren'würden, welche Zweige des Landweſens die“gro- ßen Vortheile abwerfen, und welche die weniger vortheil- hafteſten ſind. Er würde dann mit Hülfe ſolcher Berech- nungen, in ſofern-ſie richtig wären, die Abgaben vom Lande ausgleichen, und mit größerer Gewißheit beſtimmen fönnen, wie weit ſie mit dem Vermögen des Landmannes in Verhältniß ſtünden. Da die vorhergehenden Berechnungen darüber, was der Boden einbringt, auf Erfahrung begründet, und von einem erfahrnen Landmianne mitgetheilt worden ſind, ſo ſollte man faſt verleitek werden zu glauben, daß der Ac>er- Hau in England den Landmann in kurzer Zeit reich machen müßte. ES iſt aber eine weit leichtere Sache, darüber eine Berechnung zu machen, was ein einzelner Acre unter einer guten Behandlung einbringen kann, als alle die vorfallen- den Ausgaben und alle ſich ereignende Unglücksfälle, welche mit dem Ackerbau verbunden ſind, zu berechnen. Jeder- mann überſchlägt ſolche in ſeinem eigenen Haushaltungs- conto, weil es ihm zu delicat zu ſeyn ſcheint, davon of- fentlich zu ſprechen. Um uns alſo nicht. mit unſerm Urtheile zu übereilen, wollen wir: das eines erfahrnen engliſchen Landmannes über die Vortheile hören, welche der Ackerbau mit ſich führt. »Nur wenige Landwirthe,“ ſagt. Herr W. Pitt zu Pendeford in der Grafſchaft Stafford,„haben ſich durch „den AFerbau allein bereichert, und feiner bey den gegen- „wärtigen hohen Abgaben vom Land2, es ſey denn, daß „ker gewiſſe andere Nahrungsquellen gehabt hat, aus wel- „<4hen durch glücfliche Entrepriſen, Fleiß und'Aufmerk- „ſamfeit Reichthümer zufließen. Auf die Art ſicht man »vohl = T3 »vohl, daß diejenigen Landleute welche kaufen und ver- »„faufen, und ſich mit Pferden, Kühen, Schaafen und aa- „derm Viehe großthun, ſo wie auch die, welche Korn und »Fettwaaren auffaufen, und ſolche nach einer volkreichen „Stadt fahren, große Kapitalien auflegen; und daß eben- „falls auch diejenigen, welche Mühlen und Malzdarren »haben, ſich viel Geld verdienen. Trift man einmal einen »Pachter an, der ſich blos durc den Ackerbau ein ſchönes 5 Vermogen geſammelt hat, ſo hat meine Erfahrung mich „allezeit belehrt, daß es unter: folgenden Umſtänden gez „ſchehen: daß er nämlich mehrere Jahre hindurch eine gute »Pacht g2?habt hat, und fleißig und aufmerkſam auf ſeine » Saen geweſen iſt. Unter einer guten Pacht verſiehe „ich nämlich einen guten großen Hof, den man tzm einen »billigen Preis hat.“ »„Nach der gegenwärtigen Landwirthſchaft, da er eine „hohe Pacht bezahlen, bey allen den neuen Schagungen »und Auflagen, vornehmlich der Arinenſteuer, und den „Taxen auf Malz, Häuſern und Fenſtern, da der Volks- „und Tagslohn ſo erhoht iſt, da die Nechnungen des » Kaufmanns und des Handwerkers größer werden, wie »unker andern die des Schmidts, des Rademachers und »Sattlers; ja in dieſen üppigen Zeiten, da die Kleider »und Schuhe der Familien, und der Volkstiſch weit mehr „loſten, kann ich nad) eigener Erfahrung verſichern, daß »r bey allen dieſen'vereinigten Umſtänden beſonders auf- „Paſſend und ein guter Haushalter ſeyn muß, wenn er » Balance halten will.“ 7 Nad) ſolche vorangeſchicften Bemerfungen haf man Urſache zu glauben, daß Herr W. Pitt ſeine Berechnung nicht 16 , nicht übertreiben wird. Wir wollen ſie ſo mittheilen, als ſie von ihm an das Acerbaucollegium übergeben worden iſt. 1) Berechnung über Einnahme und. Ausgabe auf einer Pacht(Farm) in Staffordſhire von 200 Acre(150 T,L.) mit Rückſicht auf eine gute Erndte nach einer guten Bee handlung des Landes*). Wir nehmen hier 40 Acre des beſten Bodens unter folgender Bewirthſchaftung an: x) Turnips, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Weißen. 120 Acre in 8 Schläge getheilt, nämlich 4 zur Saat und 4 zur Gräſung bey folgender Saatfolge: x) Hafer, 2) Brache, 3) Weißen, 4) Gerſte. Mit dem legkten Korn wird Klee vder eine Grasart geſäet, und dann die Koppel, auf vier Jahre zu Gräſung ausgelegt.' 40 Acre Wieſen und Gräſung. Das bensthigte Ar- beitsvolk auf dem Höfe würde beſtehen in 2 Knechten und einem Jungen, 2 Mägden und 2 Tagelöhnern, außer der Extrahülfe in der Erndkezeif.; Beſaßung: 7 Pferde, 30 Stü Hornvich,. von welchen die Hälfte in Milchkühen, Schaafen und Schwei- nen, nach Umſtänden; beſtehen. Ausgabe. Pd. St.“'8...4% Abgabe vom Lande und Zehnten== 200== Volkslohn a 121 MII RECHAS| 1-20 0008 Nb. 2 IM Tage- %) Dieſe Berechnung iſt'um ſo wichtiger, da die Behandlung des Bo? dens viele Aehnlichkeit mit der in unſerm Lande ha“. 47 Pd. St. 8. d. c Transport 225== Tagelohn an Arbeiter-- 5o== Extraarbeiter in der Erüdtezeit== EM 25 EEM „in Schmiede, Rademacher u. Sattler 2320.---- Armenſchäßung, Malztaxe und übrige; Schaßungen--= 339 1== Malz und Hopfen---- 84.1.=<< Für Düngung------ LON 165 Verzehrung auf den Märkten FEREEEPEN PIE An den Kaufmann für Kramwaare, Salz und Theer, Specereien u. ſf: ww.= 50=== Renten von 1000 Pd. St. Kapital=- 50==- Kleine Ausgaben-- vw. EEE Ausgabe 1500;=== Einnahme.. ) Pd. St, 8. d. 500'Buſhel Weiten zu 7 8, pr. Buſhel 175: 2022 NB. Die Produftion von 25 Acres iſt angenommen zu 25 Buſhel pr. Acre=--“ 625 - Augsſaat und eigener Verbrauch 125 Zum Verfauf 500 Buſhel. 25 Acres mit Gerſte zu 32 Buſhel pr. Acre, in allem== 8900==“ Ausſagt und eigener Verbrauch 220== 4 Zum Verfauf 580zu4S. I16==== ; 291=== Zweiter Theil.; 3- I5 Acres 15 Acres mit Hafer)'; machen-=- 480 Buſhel| - Ausfaat und eigener 7:| Verbrauch=- 240=- Zum Vekfauf 240=- zu3 D. 36 145== Die Holländerey, für"Käſe u: ſw.=> 5001 /<- Von Schaafen<= zh HE Da 5 Pd. St. Transport. 291==== Von Schweiten und fleinem Vieh= 23=== „ede EEE num 1 beng 37| 2) Berechnung über Einnähme und Ausgabe auf einem Farm von 60 Acres(45 Tonnen Landes) ,--welche von dem Pächter ſelbſt mit einem Jungen und. einem Tagelöhner, wenn er ihn-nsthig hat, bearbeitet wird. Die Meie« rey wird von der Frau mit einer Magd, oder ganz ohne Dienſtvolk beſorgt, wenn man nämlich annimmt». daß die Kinder erwachſen ſind*).. Die Beſaßung ſoll beſtehen aus 3 Pferden und 15 Stü> Hornvieh, wovon, xo. milchende Kühe ſind; 20 Stü Schaafe werden jährlich eingefauft, die Lämmex da- von wieder an die Schlächter, und bald"nachher auch die Schaafe wieder verkauft. j Wir 3%) Ein beſonders intereſſantes Behſpiel, da der beſchriebene Hof, ſo wie die Saushattung in Verglei mit einem Bauerhofe bey uns geſeßt werden"taun- I Wir nehmen an, daß das Hoffeld in x0 Schläge, je- der von 6 Acres, eingetheilt iſt. Zwey davon ſind-Wie- Xfen, und acht Ackerland, die ſo bebauet werden: x) Ha- fer, 2) Brache, 3) Weiten, 4) Gerſte."Zwiſchen die leßte Saat wird Klee oder ein anderes Futterkraut geſäet. 5) wat FEIER. 91= Wis 9000 Abgaben vom Lande und Zehnten== 60== Volkslohn und zu Tagslohn-- A LIE Extra in der Erndtezeit==-- kB An-Schmiede und Rademacher=- WERE IEEE Armenſchaßung und übrige Shaßungen 10=-== 3 Hopfen und Malz--/= 2 SIGE EBEN Für Dünger---<< IG ZE Zu. Marktgeld-.---- GE EIE An den Kaufmann 777 77 EE NEID Kleine Ausgaben----- I LLE: Einnahme.| Pd. St. Er. 4 6 Acres mit Weiten zu 25 Buſhel OY ZCKE: 7. nm-- I50 Ausſaat und eigener Verbrauch 50 Bleiben übrig 78. pr. Buſhel 100 /| Ep ENDS SE in 6 Acres mit Gerſte... I92 Ausfſaat und eigener Verbrauch 72 Bleiben übrig zu 48; pr. Buſhel 120 B 2 6 Acres Pd. St.- Transport 59 6 Acres mit Hafer we 192 Ausſaat und eigener Verbrauch 96 (2.444204 OED REENGEE WEI ANH AD Bleiben übrig zu 3 8. pr. Buſhel 96 14: SE: Vonder Meierey=--- 600 h- Von 20 Schaafen--- ie VF are Sie Von Schweinen und Kleinvieh== 1x 12== 160-==-= Herr Pitt ſchließt damit: Aus dieſer Berechnung, welche auf Erfahrung gebauet iſt, ſieht man, daß es wahr iſt, daß derjenige, der ein Gut pachtet, um ein reicher Mann zu werden, gewiß einen Fehlgriff thut, und daß er einzig und allein durch Aufſicht und ordentliche Oekonomie es zu einer ſolchen Einnahme bringen kann, als wir be- rechnet haben. ch will Herrn Pitt nicht widerſprechen, und glaube, daß ſeine Berechnung ganz> gegründet iſt; aber es giebt vortheilhaftere. Wirthſchaftsmethoden, als er hier zum Grunde gelegt hat. Dy Klee vier Jahre zur Gräſung liegen zu laſſen, iſt nicht vortheilhaft, und feinesweges zwecmäßig. Wir werden nachher Gelegenheit bekommen, einer weit vortheilhaftern Wirthſchaftsmethode zu erwäh- nen, die in einer andern Grafſchaft gebräuchlich iſt. Saatwechſel in England. Kein Zweig der Landwirthſchaft erfordert mehr Ver- ſtand und Ketintniß, als Hie Beſtimmung eines für jeden Boden paſſeaden Saatwechſels. Der Landmann muß ihn ü 6 21 ſo einrichten, daß er von ſfeitiem Lande den größten Vor- theil hat, und doch dahin ſehen, daß es beſtändig unter Kräften bleibt. Weil nun einige Pflanzen ihrer natürli- er und mürbe erhalten, einige ihn ausziehen, andere dagegen. ihn düngen, ſo muß er bey Beſtimmung ſeines Saatwechſels folgende Grundſaäße vor Augen haben: Der Lanidmann muß niemals zwey Saaten von derſel- ben Art gleic< auf einander folgen laſſen, z. B- Gerſte nach Gerſte, Rocken nach Ro>en; auch muß er nicht mehrere Saaten von einer und derſelben Natur auf einander folgen laſſen, z. E. Gerſte nach Weißen, und darauf Rocken. Im Gegentheil muß er in ſeiner Saakfolge beſtändig mit Fülſenfrüchten und Futterkräutern abwechſeln. Erbſen nämlich, Rüben, Kartoffeln und Kohlrabi verbeſſern das Land eben ſo gut, als Brache und Dünger, Die Abwechſelung in der Saatfolge mit Hülſenfrüchten und Futterfräutern verbeſſern den Boden auf mancherley Weiſe. Die Futtergewächſe dringen tiefer in die Erde und verlangen ein tieferes Pflügen, da ſie nicht, wie das Korn, ihre Nahrung aus der oberſien Erdlage holen. Sie müſſen öft behackt und gejätet werden, wodurch der Boden mürbe und rein von Unfraut erhalten wird. Die auf dem Lande zurückbleibenden ſaftigen, Blätter„ Stengel und Wurzeln ſind ein wahrer Dünger fürs Land. Außerdem ſind ſie für den Boden dadurch zuträglich, daß ſie mit ihren großen dichten Sproſſen die Erde beſchatten und bedecken, daß ſie durch ihren ſtarken Wuchs das Unfraut unterdrücken, und den Boden beſtändig locker erhalten, da das Korn ihn im Gegentheil bindet. B 3 Obgleich Zz 2 .. 2 - Hhaleich alle Arten Hülſenfrüchte und Futterfräuter einen wohlthätigen Einfluß auf den Boden haben,'ſo muß man doch die Wahl darunter nach der Beſchaffenhvit des j Bodens, nach der Natur der Sqgat, und andern Local- | 4 umſtänden kreſfen. 1) Nach-der Natur der Saat." Klee und Erbſen fivd 3 eine herrliche, und zwar eine eben ſo gute Vorbereitung, 1179 11905 wie Brache, für alle'Kornarten, beſonders für Weißen. || 4 Rüben und Kohlrabi bereiten den Boden beſonders gut zu 11 Gerſte, und Kartoffeln zu Rocken. „m 2) Nach der Beſchaffenheit des Bodens. In ſcharfem || 0 Sandboden iſt Buchweißen eine zur Vorbereitung und Abs j j v wechſelung dienliche Saat. Ju fettem Sandboden ſind MERAN Rüben, Kohlrabi und Kartoffeln beſonders zuträglich; im |(| Lehmboden dagegen Erbſen, Pferdebohnen, Kohl ven |[|| Wir werden nachher ſehen, daß dieſe Grundſäße bey ).* dem engliſchen Saatwechſel, ,und zwar bey allen ſeinen Ab- | 47 änderungen, zum Grunde liegen. || j Brache iſt bey der engliſchen Landwirthſchaft überall 1:0| eingeführt, und der Landmann hält ſolche für unumgäng- 15500 lich nothwendig. Er geſteht aber,"daß eine vernünftige jj 10/444) Saatfolge und Abwechſelung mit Hülſenfrüchten, Wurzeln |]/ und Futterkräutern ſo viel thut, daß man'nicht jedes vier | te Jahr das Land brachen darf, ſondern ſolches wohl. et- was länger ausſeßen kann. Iſt der Boden von einer ſtei- fen lehmartigen und dabey kalten Natur,“ welcher nicht anders als bey günſtigem Wetter gepflügt, geeggt und be- ſäet werden kann, weil er nämlich entweder zu naß, oder zu trocken iſt, ſo hält er die Brache für höchſt nothwendig, und für das einzigſte Mittel, durch. wiederholtes Pflügen j und j? MEIN 23 und Eggen ihn zu pulveriſiren und das Unkraut zu vertil- gen.' Auf einem ſolchen Boden würde es nicht hinreichend ſeyn, ſagt er, ihn mit Winterwicken zu beſäen, oder mit Kohl zu bepflanzen, wie es einige verſucht haben, um das Brachen zu übergehen. Der kalte und naſſe Lehmboden iſt von der Beſchaffenheit, daß er, wenn er nicht jedes vier- te oder fünfte Jahr recht in die Länge und in die Queere einmal durchgepflügt, und nach jedesmaligem Pflügen mit mehrern Gängen duren beſaet wur- den. Dieſe wurden zeitig genug auf dem Felde verfüttert, ſo daß das Land noch nach Johannis zu Weißen gebracht D'5 werden c= 26 werden konnte. Nach dem Weiten ſäeke man Gerſte, und alsdann wurde das Land auf zwey Jahre mit Klee aus- gelegt. Jeßt wollen wir einige der wichtigſien Saatfolgen an- führen, welche mir auf meinen Reifen aufgeſtoßen ſind: Saatwechſel in Midleſex. Die hohe Abgabe vom Lande, welche der Landmann. in dieſer Grafſchaft, wegen Nähe der Hauptſtadt, entrichten muß, nöthigen ihn, den erſten möglichen Vortheil.von ſei- nem Lande zu ziehen, und eine Wirthſchaftsart einzufüh- ren, die in den übrigen Grafſchaften unbekannt iſt. 1) a. Grüne Erbſen, die gegen Johannis eßbar ſind, und alsdann abgepflükt und zu Markt gefahren werden. b. Därauf wird zu Rüben gepflügt und. gedüngt; auf die Art hat man zwey Erndten vom Lande in einem und dem- ſelben Jahre..| 2) Kartoffeln. 3) Weitzen. 4) a. Winterwicen in die Weißenſioppel geſaet, b. Nach Johannis wird das Land wieker umgepflügt und ge- düngt zu Turnips, ſtatt Brache. 5) Gerſte oder Hafer mit Klee. 6) Der Klee wird zu Johannis abgemähet und dar- auf abgeweidet. Dann wird das Land umgepflügt und grüne Erbſen hineingeſäet. Der Midleſexer Farmer kann ſich durch dieſe Wirth- ſchaftsmethode einen Vortheil von x0 Pd. St. pr. Acre jährlich zuwetze bringen. y Saat- 27. Saatwechſel in guter vegetabiliſcher Erde in Eſſex, Suffoltf und Norfolf. 1) Turnips, oder Pferdebohnen, oder Erbſen. 2) Gerſte. 8) S188.) 4) Weißen. - Dies iſt das Weſentlichſte dex engliſchen Landwirth- ſchaft, daß man ſtatt der Brache ſich der Turnips(Rüben) bedient, und darauf immer Gerſte ſäet, ſo wie Weißen nach. einjährigem Klee, Saatwechſel auf ſtarken Lehmboden. 1) Das Land wird zugebrochen, und pr. Acre mit r0 Fuder Stalldünger, vermiſcht mit 60 bis 80 Buſhel Kalk, bedüngt. .2) Weißen. 5) Klee. 3) Pferdebohnen. 09) 7R 100. 4)- Gerſte. 7) Weißen. Dieſer Saatwechſel iſt in Sommerſet bey Tounten ge- bräuchlich. Oder 1) Das Land wird gebracht und bedüngt. 2) Weißen. 3) Erbſen oder Pferdebohnen. 4) Gerſte, 5) Kohl, wozu gedüngt wird. 6) Hafer mit Klee. Dieſer Saatwechſel iſt in Kent göbränmblich! Bey der Wirthſchaft in England auf ſtarken Lehmboden iſt zu be-, merken, daß man hauptſächlich dort Pferdebohnen ſäet und nach 23 nach der neuern Methode Kohl wählt, ſtatt der Kartof- feln. und Turnipſe in leichterm Boden. 'Saatwechſel auf Lehmboden im Allge- . meinen. 1) Das Land wird aufgebrochen, aber nicht bedüngt. 2) Hafer mit Klee. 3) Klee zum Heumachen, welcher darauf abgeweidet, wird. Nach einmaligem Pflügen ſäet man dann 4) Weißen. 5) Erbſen. 6) Gerſte, IE Darauf wird das Land von neuem wieder zugebrochen. Zur erſten Saat nimmt man Hafer, und ſpart den Dün- ger zu Weißen, Auf Brachland glückt es mit dem Hafer allezeit, ſo wie mit der Gerſte nach Erbſen. Dieſe Saat- folge iſt nicht allgemein, jedoch iſt ſie für gut befunden. Oder:: 1) Kartoffeln, wozu gedüngt wird. 2) Weißen. 3) Erbſen. 4) Gerſie mit Klee. Oder: 1)-Brache, 4) Gerſte mit Klee. 2) Weißen. 5)Kleo7 3 3) Erbſen. 6) Hafer. Ein ſchr guter und ziemlich allgemeiner Saatwechſel in den öſtlichen Grafſchaften. Oder: 1) Hafer.* 2) Wei- 2) Weißen in Dünger. 3) Turnips. 4) Gerſte mit Klee. Dieſer Saativechſel iſt in Staffordſhire und ſchr gut be- funden, wo. dann der Klee auf drey bis vier Jahre zur Gräſung ſtehenbleibt. Saatwechſel auf ſandigtem Boden. 1) Weißen. 2) Gerſte oder Hafer ohne Klee. 3). Turnips. 4) Hafer oder Gerſte mit Klee. 5) Klee zu Heu, welcher nachher abgegräſt wird. 6) Derſelbe bis Johannis abgegräſt, darauf zuge» brochen und zu Weißen bedüngt, Dieſer Saatwechſel iſt in Norfolk allgemein. Oder:' Tr) Weißen in Dünger. 5) Turnips. 2) Wicken.- 6) Gerſte mit Klee. 3) Gerſte. 7) Klee. 4) Buchweißen« Dieſe Wirthſchaftsmethode empfahl Hr. Kent*) ſehr, und iſt auch zum Theil gut. iſt eine neutrale Saat, und in der Mitte des Saatwechſels gut angebracht. Hier iſt eine beſtändige Abwechſelung von Korn und Fut- ter für's Vieh. Oder 1) Karkoffeln in Dünger. 2) Weißen mit Klee, 3) Klee. *) Gen, Kew of Agrieultute of Norfolk. London 1796, / 4) Hafer. 5) Kartoffeln, wie oben.! Dies iſt die, ſchottiſche Wirthſchaftsmethode um Edin burgh, kis Die ältere ſchottiſche Methode war nach Robertſon: 1) Weißen in Dünger. 3) Erbſen oder Pferdebohnen. 3) Gerſte. 4) Hafer, Dies war damals ein ganz paſſender Saatwechſel, als noch weder Klee noch Futterkräuter angebaut wurden. Der Dünger beförderte den Wuchs des Welßens, worauf dann eine reinigende Saat, als Erbſen, Pferdebohnen, Wicken folgte, welche das Land zur Gerſte und Haferſaat zurecht machten. Freylich wird das Land durch die vielen Saa- ten ausgemergelt, bleibt aber dv< dabey immer rein und Fann das» was-es an ſeiner Kraft verlohren hat, durch Dünger. wieder"gewinnen. Der Saatiwechſel,' den man für leichten. Boden für dienlich hält, iſt nach der verbeſſerten Wirthſchaftsmethode / folgender:.n) 1) Turnips in.Dünger. 4) Hafer. '2)-. Gevſte mit) Klete 5). Brache. 3) Klee. 6) Weißen. Oder, wie er in Sumpfert gebräuchlich iſt: 1) Turnips.- 4) Erbſen. 2) Gerſte.„51. 755), Oeklic« 3). Trifolium, oder Raigras. 7 „3. Dieſe Wirthſchaft rühmt Yo ung ſehr. 1 "S „4 Saat- Z EE Ing 34 Saatwechſel auf ſcharfen ſäandigten Boden. 7 ip Auf tvocknen Sandboden iſt. in England Turnips ein Hauptprodukt, und wird als die beſte Vorbereitungsſaat für alle übrige angeſehen; außerdies iſt Turnips in dieſen Gegenden das wichtigſte und einzigſte Futter für Ochſeu und Schaafe im Wintex. x) Turnips=- auf dem Felde verfüttert. 2) Gerſte. 3) Trifolium*) ünd Raigras. j 7. 4) 5) dito zur ZEE 6) Rocken. j Oder: ELLY“3 x) Turnips, der auf dem Felde von den En verzehrt wird.' 2) Rocken mit Klee. - 3) Klee zun Heumachen. 4) dito zur Gräſung.]: Dieſe Kulturart verbeſſert den Sandboden ſehr. Auf ſoichem Boden ziehen die Engländer Trifslium und Raigras allen andern künſtlichen Gragarten vor. Das Land bleibt dann drey bis vier Jahre zur Gräſung liegen, worauf es um Johannis zu Rocken zugebrochen wird. Saatfolge auf Heiden, 3-Der Raſen wird verbrannt, und das Land mit der Aſche, vermiſcht mit Kalf, gedüngt.„Darauf geſäet 1) Turnips. 2) Hafer. x) Trifolium nennen die Eitgländer eite jede andere Kleeart im Gegen ſaß des rothen Klees 3; gewöhnlich verſteht man unter dieſes Benens nung den weißen Klee, y 32 2) Hafer. 3) Turnips. 4) Hafer mit Grasſaamen, und dann zur- Gräſung ausgelegt. Wir haben uns in der Anleitung zum Plaggenverbren- nen auf die Behandlung ſolches Bodens in England ſchon weitläuftiger eingelaſſen. Die angeführte Saatfolge em- pfiehlt Young*). Saatwechſel auf ausgetro>netem Moor- boden. Der Moorraſen wird abgeſtochen, getrocnet und ver- brannt, die Aſche über's Land geſtreut, und nach einmali- gem Pflügen Rabſaat geſäet, welches entweder auf dem Felde abgegräßt wird, oder zum Fruchktragen ſtehen bleibt. Nach dem Rabſaat nimmt man zwey Haferſaaten, worauf das Land auf 6 bis 7 Jahre mit Raigras und Klee aus- gelegt wird. Darauf wird der Raſen-von neuem verbrannt. Alsdann iſt der Saatwechſel folgender: 1) Rabſaat, wozu mit Aſche von dem verbrannten Raſen gedüngt wird. 2) Hafer. 3) Hafer. 4)= 10) Raigras und Klee zur Gräſung. Oder: 1) Turnips, wozu mit Aſche von dem verbrannten Raſen gedüngt wird, 2) Hafer mit Grasſaamen. 3)=-8) zur Gräſung, oder auf immer. Dieſe * 2) Youngs obfervations on the preſent ſtate of tlie waſte Lands» London 1771, MIN Mike a 33 Dieſe zwey Arten Saatwechſel ſind im Moorboden bey Ely an der Grenze von Cambridgeſhire und; Norfolk ge» bräuchlich.; Es Oder, wenn, der Raſen verbrannt worden iſt, ſo pflügt man das Land 1) zu Kartoffeln) welche reichlich geben. 2) Kartoffeln ohne Dünger. 3) Tartariſcher ſchwarzer Hafer. mit Klee. Oder, wenn das Moor ausgetrocknet iſt, ſo pflügt man es das erſtemal zu Hafer, womit Klee oder eine an- dere gute Gragart zugleich geſäet, und dann das Land zu einer beſtändigen Gräſung ausgelegt wird. Dieſes Ver- fahren wird von manchen für das natürlichſte angeſehen, und iſt auf den ausgetrockneten Mören bey Ramford in Lancaſterfhire ſehr im Gebrauch. Bey demſelben Orte'hat man auch das oben angeführte Verfahren ,' nach dem et- ſten Pflügen Kartoffeln zu legen, zur Anwendung gebracht. Saatfolge auf Marſchbo.den. Dieſer liegt gewöhnlich zur Gräſung; weun er aber aufgebrochen wird, ſo nimmt man gewöhnlich zur erſten Saat Erbſen, darauf Pferdebohnen,"oder wiederum Erb- ſen; nach den Erbſen Weißen, und zuleßt Hafer. Der ' Saatwechſel iſt alſo folgender; 1) Erbſen. 2) Pferdebohnen oder Erbſen. 3) Weißen. 4) Hafer.; So ſteht es um die Wirthſchaftsarten in der fetten Ronmney- Marſch in Kentſhire. Zweiter Theil. C Für / 34 Tür einen Boden von ſolcher Beſchaffenheit empfiehlt A. Young eine beſtändige Abwechſelung mit Pferdebohnen und Hafer für die erſten zehn Jahre. Dies gleicht ſchr dem Saatwechſel, den man auf der Inſel Man.eingeführt hat, wo der Landmann in ro bis 12 Jahren nichts an- ders als abwechſelnd Erbſen“und Gerſte in das Land ſäek, welches weit vom Hofe entfernt liegt. Wir haben in dieſem Kapitel die wichtigſten Saatwech- ſel und Wirthſchaftsmethoden berührt, welche mir vorge- fommen Fad. EsS giebt noch eine Menge anderer, die mir aber weniger lehrreich ſcheinen, und die ich deswegen über- gangen habe.' Man findet auch in England. an einzelnen Stellen die bey uns bekannte Eintheilung. in drey Felder. Eine ſolche Eintheilung iſt in der Gemeine Burwell;, eine große Ge- meine von 7000 Acre AFerland in der Nähe von New- "market in Cambridgeſhire. Die Umſtände ſind dort auch dieſelben, wie bey uns vor den Gemeinheitsauftheilun- gen. Die Gemeine hat ſich noch nicht aus ver Gemeinheit geſeßt. Der Landmann hat-ſein Land mit ſeinem Nach- har Aer um AFer, und zur gemeinſchafflichen Gräſung ein großes Moor. ) Kapitel 11. Anbau der Kornarten und Hülſenfrüchte. Jn diefer Abtheilung werden wir Gelegenheit haben, die Behandlung jedweder Saat zu zeigen. 1, Weißen. Die Arten des Weißens.„Cs giebt in England überhaupt drey Hauptarten Weißens und eine Menge un- tergeordneter Species und Abarten, welche in den verſchke- denen Grafſchaften verſchiedene Namen führen. Jh will mich au die Benennungen halten, worunter ſie auf der Kornbsrſe in London, und bey den Kornhändlern, Bäern und Mälzern bekannt ſind. Die-Hauptarten Winfkerweißens, welche überall angebauet werden, ſind der rothe, der weiße und der Bart- weißen(bardet Wheat). Dieſer hat lang? Granen, wie Gerſte, welche abfallen, ſobald der Weißen reif iſt. Er wird ungefähr um 14 Tage ſpäter reif, als der rothe und weiße, und nicht ſo theuer, als die andern Weißenarten, bezahlt. Der Unterſchied beträgt um 1 bis 3 S. weniger pr. Ouarter. Auf der andern Seite hat der Bartweißen die gute Eigenſchaft, daß er nicht ſo zart, dabey aber er- giebiger iſt. Man rechnet bey ihm auf 3 bis 4 Buſhel mehr pr. Acre. Die wichtigſten Abarten Winkerweißens ſind ihrer Be« nennung nach folgende: The brown und yellow Lammas, der braune oder gelbe Auguſtweißen, the white Straw, der weißſtrohigte, C 2 und EEA nim EEE == 4= SSE RIE gee und Fulham. Dieſer wird für die ſchlechteſte Sorte gehal» ten, und von Müllern und Bäckern am wenigſten geachtet. The white, dder Egg Stall Wheat, der weiße oder vierſchaligte Weißen, welcher auf leichtem Boden für zu- träglich gehalten wird. Dieſer wird beſſer'als jeder an- derer Weißen bezahlt, und der engliſche Kaufmann ſett ihn dem beſien Danziger zur Seite. Das Stroh iſt ſchr weiß, ſo wie auch das Korn, und dieſes ebenfalls ſehr dünnſchaligt. Er giebt das prächtigſtie Mehl, welches wegen ſeiner Weiße ſehr geſucht wird. Bey allen ſeinen guten Eigenſchaften hat er doch den großen Fehler, daß er ſehr zart und ſo los in ſeiner Spelze ſit, daß er durch ei- nen ſtarfen Wind leicht ausgeſchlag:?n wird. Dieſe Sorte reift ſehr zeitig. The Hoary White, von vielen the velvet Eared ge- nannt, wird von den Müllern mit großer Begierde geſucht. Das Stroh iſt kurz und weiß; die Aehren haben eine brau- ne Farbe und ſind ſanft anzufühlen. Das Korn iſt klein, weiß von Farbe, dünnſchaligt, und oft durchſichtig, wenn er gegen das Licht gehalten wird. Exr iſt ſehr ergiebig, gedeihet aber nicht in niedrigen Gründen, oder in kleinen eingehegten Koppeln, weil er freyen Zugang von Sonne und Wind verlangt. The Nonpatreil, von Amerika, wird in der Grafſchaft Kent angebaut und wächſt in jedem Boden. Das Stroh hat einen ſtarf ſchimmernden Glanz, die Aehren ſind braun. Dieſer Weißen giebt ein weißes, ſtarkes und wichtiges Korn, und.läßt ſich gut ausdreſchen und gut mahlen. The Pileam, ein brauner Weißen, iſt auf einem ſtar- fen Boden ſehr ergiebig, beydes im Stroh ſowohl, als im H. Scheffel. 37 Scheffel. Das Mehl giebt gutes Brod, wenn es mit an- derm Weißenmehl vermiſcht wird; allein es iſt zu ſchwer. The Square Eared Wheat, hat den Fehler, daß der Wind ihn zu leicht ausſchlägt, und zwar ehe er noch voll- kommen reif iſt, weswegen er auch nicht ſtarf angebaut wird. The Hoary Brown, iſt eine neue Weißenark, die erſt vor furzer Zeit eingeführt worden und nur wenig bekannt iſt. Saatweißen. ES iſt bekannt, daß in jedem Lande ſich gewiſſe Gegenden dadurch auszeichnen, daß ſie das b?ſte Saatkorn hervorbringen; ſo auch in England. Der beſte Weißen zur Saat iſt hier der Kentiſche, beſonders von der Juſel Thaent; von dem fruchtbaren Thal the vale of Evesham in Worceſterſhire; von dem fruchtbaren Taun- ton in Sommerſetſhire; und aus der Gemeine Burwell in Cambridgeſhire. Weißen, der in dieſen Gegenden gebaut wird, wird blos als Saatweißen an die umherliegenden Grafſchaften verkauft. Die Saat einzuweichen, ehe man ſie ſäet, iſt beſon- ders bey Weißen allenthalben gebräuchlich. Das gewoöhn- liche Verfahren hiebey boſtieht darin, daß man das Saat- forn die Nacht vorher, wenn es geſäet werden ſoll, in eine Beiße von Sals und Kalk mit ſalzigem Waſſer, oder aus Mangel an ſalzigem Waſſer mit Aſche und Urin bringt. Es ſind in England viele damit beſchäftigt geweſen, das beſte Verfahren hiebey ausfindig zu machen. Harriſon*) beſonders hat eine Menge Verſuche damit angeſtellt, die er ſehr umſtändlich mitgetheilt hat. Er verſuchte das Ein- EC 3 weichen *) Agriculture delineated, or Farmers Guide by Harriſon p- 60- 64. 38 weichen der Saat mit Kalk, mit Holzaſche, Taubenmiſt, Salzlauge, Salpeter, Blut, Urin„- Mudderwaſſer, Ruß; ' zuerſt mit jedem beſonders für ſich, darauf mit allen dieſen Ingredienzen zuſammen vermiſcht. Das Reſultat ſeiner - Unterſuchung war, daß Salpeter und Urin ihm zur Ein- beißung der Saaten am geſchickteſten zu ſeyn ſchienen; und die Erfahrung lehrte ihn, daß es beſſer ſey, ſie 12 als 24 Stunden in der Weiche ſtehen zu laſſen. Uebrigens geſteht er, daß er in Rückſicht auf die Fruchtbarkeit keinen merk» „Lichen Unterſchied gefunden hat, und daß das Saatkorn, das gar nicht in der Weiche gelegen, eben ſo gutes Korn gab, als das, was in den angeführten Stoffen aufge- quellt war. Arſenik in Waſſer aufgeloſt iſt ebenfalls in den neuern Zeiten, als dienlich gegen den Brand, ſehr cmpfohlen wor» den. Hr. Wyborn zu Hull in Kentſhire hat viele Ver- ſuche damit angeſtellt, welche man in Youngs Annalen aufgezeichnet antrifft.; Hr. Andrews Esq.*) hat folgende Art den Weißen einzuweichen empfohlen, welche in Suffolk vielen Beyfall gefunden hat, und dort als ein vollkommen wirkſames „Mittel gegen den Brand angeſehen wird. Das Recept beſteht aus folgendem; Man nehme ein halbes DOxhoft ſtar-; fer Lauge von Holzaſche und Waſſer, dieſes laſſe man zu dem Ende mehreremale durch die Aſche laufen; man ſchütte in die Lauge ein halbes Pfund Arſenik, und-laſſe ſolches fünf Minuten kochen, um leßterm etwas von ſeiner gifti- gen Natur zu benehmen. Darauf gieße man die Lauge in eine große Kumme, und laſſe ſie abfühlen. Zn dieſe kalte : Lauge *) The Agriculture of Suffolk p. 45. 39 Lauge ſeße-man einen Korb,- ſo groß, daß er ungefähr 4 Schipp Korn hält= In dieſen Korb ſchütte. man auf ein« mal ein Schipp, rühre es. um, und fülle das leichte-Korn und die Spreu, welche oben fließt, davon:ab. Jls» dann nehme man den Korb heraus, gieße. das Korn auf eine reine Tenne und überſireue es mit Kalk, ungefähr X zu einer Tonne Saat, und zwar den Abend vorher, wenn ſie dew) andern Tag geſäet werden ſoll. Man kann auf die Weiſe ein halbes Oxrhoft Lauge zu x 2 Tonnen“ Saat ge- brauchen. Das Saatforn einzutweichen iſt unſtreitig zuträglich, um eine geſchwindere Entwickelung des Keims in der Erde - zu befördern; um es zu verhindern, daß es nicht ein Raub der Vögel des Himmels und des Ungeziefers in der Erde wird; aber daß man glaubt, dadurch eine großere Frucht- barfeit zuwege zu bringen, oder den Brand in der Saat zu verhindern, dies'ſcheint mir zu viel verlangt zu ſeyn. Aus Harriſons Verſuch leuchtet es hervor, daß das Einwei- er, welcher Zeit zum Ausdünſten ge- habt haf, eine beſſere Saat giebt. Faſt möchte ich glauben, dieſe Regel gelte für jede Kornart in jedem Lande. Hr. William, Maire in Suf» folk, verſichert, daß eine Erfahrung von 20 Jahren ihn gelehrt hat, daß man das Kleefeld 10 bis 14 Tage vor- aus pflügen muß, ehe man es beſäet. Daſſelbe hat auch der Kammerjunker Barner zu Alcheſtrup und'"Egemarch mich verſichert, daß nämlich, wo man Rocken zur dritten Saat nehmen will, es keinesweges zuträglich iſt, denſelben Tag, wenn.es gepflügt iſt, das Land zu beſaen, ſondern dem Lande Zeit zu laſſen, um auszudänſten. An einigen Stellen, iſt es gebräuchlich, beſonders da, wo es einen niedrigen und lehmigten Boden giebt, hinter dem Pfluge noch einen andern mit doppeltem Streichbret in C,5/ jeder jeder dritten Furche folgen-zu laſen, wodurch das Land in lange Reihen zuſammengeworfen, oder gleichſam in ſchmale Beete gelegt wird.| Durch ein ſolches Pflügen hält man das Feld ſchr tro>en, da alles Regenwaſſer ſich in die ſchmalen Rennen längſt jeder Reihe ſammelt. Sobald das Feld beſtellt iſt, bedeckt man die Saat durch den Pflug mit doppeltem Mullbret, und ſie wächſt dann blos auf den hohen Reihen und nichts in den Rennen. Freylich. geht die Hälfte des Bodens durch dieſes Verfahren unbenußt fort, da die Rennen zwiſchen den Beeten eben ſo breit, als dieſe ſind; aber die Saat ſteht auf den Reihen oder Beeten weit üppiger, und giebt reichlich 10-bis 12 Körner Evo trag. Der Landmann hat bey dieſem vorſichtigen Verfah- ren wegen Mißwachs nichts zu befürchten, oder daß die Saat wegen zu vieler Feuchtigkeit lviden wird. Es iſt eine bekannte Sache in der Landwirthſchaft, daß der Lehmboden ſich am beſten für den Weißen ſchickt. Da nun nicht jeder Boden lehmigt iſt, ſo beſtrebt man ſich in England dahin, auf eine fünſtliche Weiſe dem leichten Bo- den mehr Feſtigkeit zu geben, und ihn dadurch zur Weißen- ſaat geſchieft zu machen. Man läßt das Land mit einer ſchweren Walze, die zuweilen aus einem Steine beſteht, walzen; bey andern habe ich es geſehen, daß ſie ihren Nach- barn verſtatten, ihre ganze Schaafheerde auf das Kleefeld, zu treiben, das zu Weißen zugebrochen werden ſoll, um demſelben durch das Treten und Trampen mehr Feſtigkeit zu geben. In der Grafſchaft Bedford führt man eine ganze Schnur Pferde auf dem Felde mehreremale auf und nieder, ehe es zur Weißenſaat gepflügt wird. / Säezeit. 43 Ssezeit. Den Weitzen ſäet: man in England auf einen falten und naſſen Lehmboden, im Anfange Dctobers; auf ſtarken Lehmboden, welcher durch bede>Xte Abzugsgrä- hben ausgetro>net worden iſt, in dex Mitte Octobers. In den ſüdlichen Grafſchaften, z. BD. in Kent und'Suſſex, zur gewöhnlichen Säezeit im November und im Anfange Des cembers. Ju-dem weſtlichen Theil Englands, z. B. in der Grafſchaft Sommerſet, ſäet man den Winterweißen- nicht eher als im Januar. Doch iſt man überall einig darüber, daß es am beſten iſt, den-Weißen im September zu ſäen, und daß man deſto dünner ſäen kann, je zeitiger man ſäet." In Warwickſhire ſäet man Sommertoeißen, und zwar am Ende des Aprils. Jn dieſer Grafſchaft gelingt es auch mit ihm. In andert Gegenden hat man auch Verſuche damit angeſtellt, die aber keinen ſo glücklichen Yusfall ge- habt haben. Der Landmann klägt darüber, daß der Somo -merweißen ſo klein vom Korn iſt und nicht im Scheffel füllt. Jusfaat pr. Acre. Einige Landwirthe ſaen dif, andere.dünner. Wird die Saar mit der Hand ausgeſtreuf/ ſo habe ich gefunden, daß man im Allgemeinen 2 oder 2€ Buſhel auf einen Acre rechnet. Säet man ſpät jim Jahr» ſo ſäet man dicker. Säet man die Saat mit der Säeina- ſchine, oder ſteckt man mit einem Pflanzſtoc> Löcher für ſie „Trille Tab. 1V.), wovon im 9ten Kapitel gehandelt wor- den, ſo gebraucht man weniger Ausſaat und fann die Hälfte ſparen. - In der Grafſchaft Norfolk wurde ich auf die ſonder- bare Begebenheit aufmerkſam, daß der Weißen feine Ber- berißenhe>en leiden will, daß er, ſo weit der Schatten der Hefe mme iran iri Eren .. "SEG g ngen Ie 2ER ILD == is Re m FARO E Ses<== 44 Hecke reichte, nicht allein eine andere Farbe hatte, ſondern auch um vieles leichter, und die Uehren faſt unfruchtbar waren. Zunächſt hielt ich ſolches nur für ein Vorurtheil, allein ich habe es nachher in Youngs Annalen*) und von Marſchall**) bekräftigt gefunden. Jc 46 genug dazu in ſeiner Scheune hat. Der Diemen wird nicht auf ein Fundament von Erbſenſtroh und anderm alten Stroh aufgeführt, ſondern liegt auf einer Holzlage, welche auf hohen rundgehauenen Steinen, wie ungefähr unſere Abweiſer auf den Straßen beſchaffen ſind, ruht. Die Ab- ſicht dabey iſt, das Ungeziefer vom Korn abzuhalten. Die Ragen können an die rundgehauenen Steine nicht hinauf- flettern; und ſollte eine durch Zufall mit in die Diemen ge- bracht worden ſeyn, ſo muß ſie ſolche vor Durſt bald ver- laſſen, und kann alsdann nicht wieder zurüfehren. Zu größerer Vorſicht umgiebt man, wie ich es bey einigen Landwirthen geſehen habe, den Plaß, worauf man den Diemen( Schober) ſeßen will, mit einer Steinmauer von 2 bis 3 Fuß Höhe, und belegt dieſe mit einer Reihe Mauer- ſteinen, welche 2 Zoll außen vor der Mauer hervorſtehen, wodurch man den Raten und Mäuſen das Peberſpringen verwehrt. AuSsdreſchen des Korns. Auf einem großen Hofe driſcht man ſolches auf einer mit eichenen Bretern belegten, auf einem kleinern Hofe auf einer Lehmdiele aus. Wo die Tenne groß genug iſt, reinigt man das Korn mit der Wurf- : ſchaufel, wo aber Mangel an Plaß iſt, gebraucht man die Staubmühle. Dreſchmaſchinen ſind hauptſächlich in Schottland und im nördlichen Theil von England im Gebrauch; in den ſüdlichen Grafſchaften ſind ſie nur wenig bekannt. Die ganz großen werden von vier Pferden in Bewegung geſest, die kleinern, welche man in Lincolnſhire und Schelland antrifft, werden von zwey Pferden gezogen.'Es hängt von der Gäte "Wr. Gute des Korns. und der Länge des Strohes ab, wie viel Tonnen in einer Stunde gedroſchen werden fönnen. Auf dem Hofe Wooburn, dem Herzog von Bedford zugehörig, wurden auf ſeiner Dreſchmaſchine 24 Buſhel Weißen,(6 Tonnen) in einer-Stunde ausgedroſchen. Zu den fleinen Dreſchmaſchinen mit zwey Pferden braucht man einen Kna- ben oder eine Frau, um das Korn anzulegen, einen. an- dern, um die Garben hinzulangen, und einen oder zwey Menſchen, um das ausgedroſchene Stroh wegzuſchaffen. Eine nähere Beſchreibung der engliſchen Dreſchmaſchi- neon, oder wie man, fie nennt, Dreſchmühlen, ſcheint hier überflüßig zu ſeyn, weil man ſie auch hier zu Lande ſchon hat. Ich will blos ein Beyſpiel anführen, um einen Ver» gleichSüberſchlag zu machen. Hr. Boys zu Betſhanger, in der Grafſchaft Kett, einer der aufgeklärteſten Landleute, hat eine- Dreſchmaſchine zu vier Pferden. Um dieſe Maſchine im Gange zu erhal- ten, werden acht Kerl und vier Jungen erfordert, die 'Garben herzuholen, wenn ſie etwas weit entfernt im Fache liegen, und um das ausgedroſchene Stroh wegzuſchaffen. Mit einer ſolchen Beyhülfe kann ſeine Dreſchmaſchine, wenn das Korn ergiebig iſt, 6 Tonnen Weißen, oder 8 Tonnen Gerſte, oder 10 Tonnen Hafer ausdreſchen.„Mit mei- „ner Dreſchmaſchine ,“ ſagt Hr. B9ys,„erſpare ich den »„halben Dreſcherlohn, und erhalte das Korn reiner, als „mit dem Flegel ausgedroſchen. Das ſchlimmſte iſt,* ſeßt er hinzu,:vdaß. man auf einmal ſo viel Stroh be- 3» fömmt,. welches bey ſorgloſer Behandlung verdirbt, ehe „8 benußt werden kann.“ Berech» droſchen wird. 48 Berechnung über den Ausdruſch an einem Tage mit der Mühle. Pd. St. 8. g Kerl zu 1 8. 8 d. pr. Mann== 13 4 Jungen zu 1 8. pr. Junge(Burſche)= 4 4 Pferde zu 2 8. 6 d. pr. Stü>==<= 10= Zu reinigen und aufzumeſſen 24 Quar- ter8( 48 Tonnen) Weitzen zu 3 d. pr. Ouarter=- F5r-- 6=-- I 13' 4 Dies macht ungefähr 1 8. 4 d. pr. Dttarter(oder'1-Mk. für eine däniſche Tonne) alſo ungefähr die halben Unfoſten, P9: Sit. 749:5708 Zu reinigen und aufzumeſſen 32 Quar-| ter Gerſte zu 3 d. pr. Quarter-- 8.-- „Die übrigen Ausgaben ut ſupra= 1„7 34) DEAL „Dies wäre etwas mehr, als die halben Unkoſten, weil die Gerſte für x 8. 6 d. pr. Duarter mit dem Flegel ausge- Pd. St. S8. d. Zu reinigen und aufzumeſſen 40 Ouar- ter Hafer zu x d.-pr, Quarter-- 2: 1 Die.übrigen Ausgaben ut ſupra„= 1 ENE I IO 8 Dies iſt etwas mehr, als die Hälfte der Unkoſten,“da der Hafer für ungefähr 18. 3 4. pr. Ouarter mit dem Flegel ausgedroſchen wird. Hr. 49 Hr. Boys ließ, um.ſeinen Nachbarn zu“ beweiſen, daß ſeine Mühle oder Maſchine reiner ausdruſch, als ſie mit ihren Flegeln, mit ſeiner Maſchine 36 Pfund Weißen- garben ausdreſchen, und erſuchte jeden, ebenfalls 36 Pd. Weißengarben mit Flegeln ausdreſchen zu laſſen. Nach dem Ausdreſchen fand man, daß in den 36 Pfund Weißen- garben, die mit dem Flegel ausgedroſchen waren, ein Pe- gel Korn mehr in dem Stroh zurückgeblieben war, als in dem, was man mit der Mühle ausgedroſchen hatte*). Production pr. Acre. Dieſe iſt nach der Be- ſchaffenheit des Bodens ſehr verſchieden. In einem ſehr ſandigten Boden, wo man Nocken ſäen muß, und nicht Weißen, iſt der Landmann mit 3 Tonnen auf 6 Schipp Landes zufrieden. So iſt es in Cambridgeſhire und Nor- folf. Auf gutem ſchwarzen Boden erndtfet man oft 8 bis 10 Tonnen auf einem Acre. Ja es giebt einzelne Stellen neben gewiſſen Flüſſen, die ſo fruchtbar ſind, daß ſie Jahr ein Jahr aus Weißen tragen können. Ein ſolches frucht- bares Thal giebt es in Sommerſetſhire. Auf Marſähboden kann man das 24ſie bis 3oſte Korn erndten. Zſt hier eigentlich die Frage: wie viel Körner von Weißen in Eng- land geerndtet werden können? ſo giebt Young ſie zu 24 Buſhel pr. Acre an, welches ungefähr 7 Tonnen auf einer däniſchen Tonne Landmaaßes ausmacht. Das 7te Korn fann man wohl als Mittelertrag annehmen, obgleich es einige giebt, die nur das 6te Korn für den Mittelertrag gelten laſſen wollen. Ueberhaupt wird man finden, daß man *) Die ganze Berechnung findet man von dieſem Matyne ſelbſt it) Gen. view of the Agriculture of Kent, Zweiter Theil. D 50 man it'allen Ländern das>te Korn nach der Ausſaat für den gewöhnlichen Mittelertrag anſicht. Wenigſtens habe ich es überall, ſo weit meine Erfahrungen ſich erſtrecken, angetroffen. Jedoch rechnet man in dem fruchtbaren May» land und im ſüdlichen Frankreich nicht höher; als das 6te Korn. Von einigen wird wohl das 7te angenommen, wenn gute und ſchlechte Jahre, ſchlechter und guter Boden durch einander gerechnet werden. dittelpreiſe von Weißen in London nach Youngs Annalen. Für 1790= 68,634. pr. Buſhel. -- 9-55 9 d=== -- 92= 5S 3234== --= 93= 6% Id.=-- -- 94-- 68.42 d,='-- in 4 95= 09 SZ En Helmi . 96-- 99, 65 d,--= Der Mittelpreis war im Auguſt 1795 ſo hoch daß ein Buſhel für 13 8. 6x d.- und im März 1796 für 128, 6x d. verfauft wurde« In. den leßten Jahren ſind die Weißenpreiſe noch höher geweſen.. Aus dieſer Berechnung über ſieben Jahre ſieht man, daß der niedrigſte Mittelpreis für die Tonne 6 Mk., und der höchſte 10 Mk. geweſen iſt. Zu gewiſſen Zeiten des Jahrs; nämlich in den angeführ- ten theuren Jahren von 1795 und 1796 iſt er bis zu i2 und 13 Mk. geſtiegen. So hoc ſoll er auch jekt im An- fange des Jahrs 1800 ſichen. 2. Ro- „u 2. No>en. Rocken wird in England nur wenig, und nur in den nördlichen Grafſchaftew angebaut. In den ältern Zeiten baute man den ſchwarzen Rocken, in den leßten 50 Jahren hat er dem weißen Danziger Plaß gemacht. Weil er nur in ſandigten, Boden geſäet wird, ſo erndtzt man nur wenig, und ſelten mehr als fünf- und ſechsfältig. Es wird zu Rocken eben ſo gut, wie zu Weißen, ge- düngt. Er wird im September ausgeſäet, und auf 1 Acre 6 Pecks, d. i. 3 Schipp Ausſaat gerechnet. Man braucht den Rocken nicht allein zu Brod, ſondern vermiſcht ihn mit 3 oder* Weißenmehl, In den ſüdlichen Grafſchaften wird Rocken gar nicht zu Brodfkorn angebaut, ſondern nur in der Hinſicht, um zeitig im Frühjahr grünes Futter für Schaafe und Lämmer zu haben. Der engliſche Landmann hat beſtändig eine oder mehrere fleine Koppeln mit Turnips, um im Winter oder aufs Frühjahr ſein Vieh, vorzüglich ſeine Schaaftrift da- „mit zu füttern. Tarnivps iſt eine-ſehr ſchwierige Saat, weil ſie ſo oft mißglüt. Der Landmann würde in ſolchen Zu- fällen in großer Verlegenheit mit Unterhaltung ſeiner Schaafe ſeyn, weswegen er denn Rabſaat oder Rocken ſäen muß. In dem milden engliſchen Klima dient die Rabſaat (der Rabs) im Winter und Frühjahr zur Nahrung für die Echaafe, und eben ſo auch der Rocken, Uebrigens wird der Rocken immer mehr und mehr vom Weißen verdrängt, und an manchen Stellen, z. B. i the vale of Glouceſter, wo man angefangen hat, das'Land zu mergeln, thut man ſolches ſicher zur Weißenſaat,- und hort auf den Rocken anzubauen. D 2 3. Get- 3. Gerſie. Es werden in England zwey Sorten Sommergerſte angebaut, die vierzeilige(lprat barley) u. zweyzeilige(long eared barley). Die leßtere iſt die gemeinſte, und wird der vierzeiligen vorgezogen. Wintergerſte wird viel in Schott- land, und auch zum Theil in den nördlichen Grafſchaften Englands angebaut. Obgleich die Engländer die vierzeilige Gerſte zu Malz vorziehen, und ſolche überdies die gute Eigenſchaft hat, daß ſie zeitiger geſäet werden kann, ſo hat die zweyzeilige ſie doch in den mehreſten Grafſchaften verdrängt. Nach Marſhalls Verſicherung iſt die zweyzeilige Gerſte erſt in dieſem Jahrhunderte in England eingeführt. Man zicht ſie der vierzeiligen vor, weil ſie weniger Spreu und Abfall giebt, und beſſer zu Mehl und Grüße iſt. Zubereitung des Bodens zur Gerſte. Die Grafſchaft Norfolk iſt dafür befannt, daß ſie das Land am beſten zur Gerſte' zurecht zu machen verſteht. Es wird dreymal gepflügt, zum erſtenmal im Herbſte, und dann zweymal im Frühling. Die Gerſte ſäet man entweder nach Turnips, oder Weiten. Das ſorgfältige Bedüngen und Bearbeiten des Landes zum Weißen oder Turnips läßt daſ-; ſelbe in einem kraftvollen Zuſtande zur Gerſte. Es iſt auch gar nichts ungewöhnliches, Gerſte nach Erbſen und Pferdebohnen zu ſäen. In Norfolk iſt es ebenfalls ge- bräuchlich, die Gerſte im Frühjahr mit einer ſchweren Walze zu walzen, um die Erde feſter um die Wurzeln der Pflanzen zu drücken, und um zu verhindern, daß der Bo- den in einem trocknen Frühjahr nicht die benöthigte Feuch- tigfeit verliert. Durch dieſe Operation macht die Gerſte mehrere 5X mehrere Wurzelſchüſſe, und breitet ſich beſſer aus. Der gelehrte Engländer Miller*) hat es beſonders empfoh- len, im Frühling die Gerſte zu walzen. In einigen Gegenden herrſcht das Ungeſchick, im Früh- jahr die Gerſte von den Schaafen abweiden zu laſſen, wenn ſie nämlich zu ſtark ſicht, und man Urſache hat, la» gerigtes Korn zu befürchten. Jh bin vollfommen Mor- timers**) Meinung, daß es bey dieſem Zufall beſſer iſt, die Gerſte abzumähen, als ſie durch die Schaafe abzu- weiden, da dieſe die jungen Pflanzen zu nahe abbeißen und das Herz derſelben verletzen. Die zwey wichtigſten Abweichungen von der'gewohnli- en iſt; dann wird er einigemal mit dem Harfkeſto> gewen- det, ehe er eingeholt werden kann. Die Gerſte wird nicht gebunden, und eben ſo wenig der Hafer. Sie wird in kleine Schober, ſo wie das Heu, zuſammengeharkt, und dann außen vor dem Hofe in einen Haufen(€ Diemen) ge- ſett. In dieſem Diemen wird das Korn lagerweiſe von“ einem Pferde, worauf ein Knabe oben auf dem Diemen hin und her reitet, zuſammengetreten. Wenn er die Höhe hat, wird das Pferd mit Behutſamkeit auf einer Ee, die man zu dem Ende offen gelaſſen hat, herunterz3ezogen: Nach Verlauf einiger Zeit wird der Diemen mit altem Stroh, wie ein Haus, gedecft. Die ganze Erndte von Gerſte wird nicht in einen Diemen geſeßt, ſondern einex an den andern angebaut, |? 55 angebaut, ſo: daß der ganze Diem oder Feim in der Enk- fernung das Anſehen eines langen Hauſes hat. J<< habe in Suffolk einen ſolchen Gerſtediemen von 300 Fuß Länge geſehen; er war von“ fünf Abtheilungen, und enthielt eine Erndte von zwey Jahren,-- Der Eigenthümer hafte das Korn zwey Jahre ungedroſchen gelaſſen, weil er behauptete, es conſervire ſich ſo beſſer, als ausgedroſchen auf dem Kornboden.; Nach einer ſolchen Erndteweiſe, ohne die Gerſte auf- zubinden, giebt es viel Harfels,. Dieſes wird nicht mit dem gewöhnlichen kleinen Handharfen, ſondern mit einem breiten Harken, der eiſerne Zähne haf, zuſammengeharkt. Dieſer Harken wird von einem Menſchen durch einen Stric, den er um den Leib gebunden hat, ſo, daß er ſo viel mit der Bruſt, als mit den Händen zieht, fortgezogen« Dies iſt eine ſehr läſtige Arbeit, und wird. daher von dem englis= ſchen. Landmann mit Recht eine Pferdearbeit genannt. We- gen der Beſchwerde, einen. ſolchen Harken, welcher 10 Fuß breit iſt, von einem Menſchen zu ziehen, hat man es er- funden, den Harkenſtiel auf zwey kleine Räder zu legen und ihn von einem Pferde ziehen zu laſſen. Dies iſt weit beſſer, und die Arbeit geht leichter von der Hand, indem man auf die Art 40 bis 50 Acre in einem Tage harken fann. Mittelpreiſe von Gerſte in London nach Youngs Annalen. Für das Jahr 1790=- 3-8. 14 d.-pr. Buſhel. em 291 0 306 2 de id ---= 92==-3 8.33 d.==== -- 93==3 SII de>. ; 53.15 56 Für das Jahr 1794== 43. 1 d. pr./Buſfhel. -= 95.524884== ---=“ 96-4854.== Aus dieſer Berechnung ſieht man, daß die Preiſe in dieſen ſieben Jahren zwiſchen 20 und 28 Mk. pr. Tonne abge- wichen ſind. s Ein engliſcher Ouarter Gerſte wiegt 3 Cwt. 2 Ors. ' 8 Pfund; ein Buſhel wiegt 50 Pfund. Man erinnere fich hierbey, daß ein engliſches Pfund um zwey Loth leich- ter, als das däniſche iſt. 4. Hafer. Es giebt verſchiedene Arten Hafers. Wir wollen diejenigen, namhafte machen, welche am häufigſten vor- kommen, und zwar unter der Benennung, die ſie auf der Kornbörſe in London haben. Im Lande hat oft eine und eben dieſelbe Kornart verſchiedene Benennungen. The lange Poland Oats, ein weißer Hafer; dieſelbe Art Hafers, welche wir bey uns unter dem Namen englie ſchen Hafers anbauen. Dieſen hält man für die beſte Sorte, und ſäet ſie gewöhnlich auf einen guten Boden. Wenn er ſehr ſtark iſt, wird er abgemäht. Ex iſt die gewohnliche Sorte Hafers, die man am mehrſten in dem ſüdlichen England anbauet. Der Ertrag iſt von 3 bis 6 Quarter pr. Acre. j The brue Oats, ein Flanderſcher Hafer. Dieſer hat vermuthlich ſeinen Namen von der Stadt Brüges. Auf guten Boden giebt er reichlich, und ſoll ſelbſt ergiebiger, als der vorherbenannte the lange Poland ſeyn; iſt aber nicht ſo bekannt. Man behauptet, daß er auch auf lehmig- ten, naſſen und niedrigen Boden gut fortkömmt, Tar- 57 Tartarian Oats, giebt ganz beſonders reichhaltig, fällt aber ſchlecht im Scheffel und bezahlt ſich daher nicht gut. Der Anbau deſſelben nimmt ab. Siberian Black Oats, ſibiriſcher ſchwarzer Hafer, iſt eben ſo gut und ſchwer, als der weiße Hafer, the lange Poland, verlangt aber auch einen eben ſo guten Boden. Er hat den Fehler, daß die Körner leicht ausfallen; außer- dem trägt auch die ſchwarze Farbe etwas dazu bey, daß er nicht ſoſtarf geſucht oder ſo gut bezahlt wird, als der weiße Hafer. Der Anbau deſſelben nimmt daher auch ab. The Small(. Devouſhire Black Oats, der fleine oder ſchwarze Devonſhir- Hafer, wird gewöhnlich auf einen magern ſandigten Boden geſäcet. Er läßt ſich auch auf guten Boden ſo gut wie jedes andere Korn fortbringen. Von allen Sorten Hafers iſt er der ergiebigſte und ſicherſte. Er kann beydes, Kälte und Feuchtigkeit vertragen, muß aber frühzeitig geſäet werden, weil er ſpät reif wird. Der Landwirth verbraucht. ihn hauptſächlich in ſeiner eigenen Haushaltung, und verkauft den weißen aus dem Grunde, weil dieſer beſſer, als der ſchwarze, bezahlt wird, und ge- wöhnlich 4 bis 6 S. pr. Ouarter mehr koſtet. Jh finde ihn aus eigener Erfahrung zum eigenen Verbrauch ſehr vortheilhaft, weil er ſehr ergiebig und kernvoll iſt, indem ich geſehen habe, daß er auf einem neu zugebrochenen Lande 20- bis z3ofältig gegeben hat. Red Oats, rother Hafer, wird auf faltem niedrigen Lehmboden angebaut. Das Stroh rühmt man mehr, als anderes Haferſtroh, zu Häckſel an. Das Korn iſt aber dagegen nur mäßig, und nicht nahrhaft. Er wird in den Grafſchaften Derby, Stafford und Chesſhire angebaut. 2) 5 Grey -> Grey Oats, grauer Hafer, ſchift ſich für einen ſchar- fen Sandboden, wo'die andern Haferſaaten nicht fort- kommen. Das Stroh iſt gut, aber der Kern taugt nicht, er iſt leicht, und füllt nicht im Scheffel, Bereitung des Bodens zur Haferſaat, Der Hafer mächt ſo gut in England, wie bey uns die leste Saat aus, und mit demſelben wird der Klee-ausgeſäet. Das Land wird zu Hafer eben ſo ſorglos, wie in Dänne- mark, behandelt, und muß ſich mit einmaligem Pflügen behelfen. Würde oder könnte es der Landwirth dahin bringen, das Land im Herbſte zu falgen, und darauf im Frühjahr ein- oder zweymal, wie zur Gerſte, zu pflügen, ſo könnte er mit größerer Sicherheit eine gute Erndte er- warten, die die Arbeit bezahlen würde. Zuweilen wird der Hafer auch in die Brache geſäet; aber dann wird nicht zum Hafer, ſondern zu der folgenden Saat, zum Weißen, gedüngt, Dies iſt feine ſchlechte Wirthſchaft. Der Hafer ſteht ſich im Brachlande ſehr gut, und die folgende Saat, der Weißen, wird eben ſo ergiebig, als wenn er in die Brache, die gedüngt worden iſt, geſäet worden wäre. Ebenfalls fäet man auch Hafer in Dreſch, die zuerſt zuge- brochen worden iſt, welcher ganz beſonders ergiebig wird.| Ueber eine zweckmäßige Behandlung des Landes zu Hafer will ich einen Brief von einem Farmer in Eſſex, Hrn. Lambe, einrücken, welchen er' zur Belehrung für andere Landwirthe hat abdrucken laſſen, weil er meiner Meinung nach manche richtige Ideen enthält, und dasjenige näher erflärt, was wir bereits geſagt haben. Meine 59 » Meine Herren. »Da ich bereits viele Jahre praktiſcher Farmer in dem Bſilichen Theit der Grafſchaft Eſſex geweſen bin, ſo hoffe ich, Sie werden es mir verzeihen, wenn ich ein Paar Worte über den Anbau des ſchwarzen Hafers ſage, den ich oft mit großem Vortheil geſäet habe.“ » Die mehreſten von meinen Nachbarn ziehen den weißen Poland- Hafer vor, welcher auch in Rückſicht auf Boden und Gegend der beſte ſeyn kann. Ich für, meinen Theil gebe dem ſchwarzen Hafer den Vorzug, weil er nicht ſo zärtlich, als der weiße iſt, und ſich dieſerwegen beſſer für meinen Hof ſchickt. Da ein großer Theil des Landes bey meinem Hofe nur leicht iſt, ſo bin ich gensthigt früh zuzu- ' ſäen. Folgte ſonſt ein trockner. Sommer, ſo würde ich fein Korn haben.* »Die mehreſten Landleute pflügen nur einmal zur Hafer» ſaat; aber dies iſt unrichtig. Denn ich. verſichere, daß keine Saat das Pflügen beſſer, al8 der Hafer, bezahlt. Dieſer Urſache wegen gebe ich dem Lande, welches mit Hafer befäet werden ſoll, zwey bis drey Furchen. Von dieſer guten Behandlung rührt allein mein. Segen auf dem Felde. Denn ich erndte ſelten unter fünf, oft ſechs, ja wohl ſieben Quarters auf einem Acre, und zwar auf allen - meinen Ländereyen“*). „Meine Leſer müſſen wegen dieſes geſeffeten Ertrags. nicht in zu große Verwunderung gerathen, denn ich ſäete meinen Hafer in eine wohlgedüungte Brache.-Ich halte dies für eine gute Wirthſchaft, weil der Hafer dem Lande, x ſeine *) Dies wäre von 15 bis 38 Tonnen Hafers auf eine Tonne Land geom. Maaßes, 60 ſeine übertriebene Geilheit beniinmt, das Unfraut erſtickt, und das Land zur Weißkenſaat ganz vortreflich. vorbereitet.* „IH habe bereits geſagt, daß ich. den ſchwarzen Hafer ſchr zeitig in mein leichtes Land ſäe, weil man ſolches früh- zeitig bearbeiten kann, Ein leichter Boden wird ſeiner Beſchaffenheit nach leicht naß und leicht trofen. Aber nur bloß in leichten Boden ſoll man zeitig ſäen. Söäet man auch in naſſen und kalten Lehmboden zeitig, und es - friert alsdann, ſo verdirbt dies die junge Haferſaat.“ „Ic ſäe gewöhnlich drey Buſhel auf einen Acre; ja ich habe ſelbt von zwey Buſhel eine gute Erndte gehabt; aber ich hatte beſonders guten Saathafer gewählt. Auch würde es nicht ſo geglückt ſeyn, wenn nicht das Wetter beſonders günſtig geweſen wäre.* Ü »„Ich finde es beſonders vortheilhaft, zuerſt die Hälfte auszuſäen und unterzupflügen, dann die andere Hälfte, und nachher ihn im Allgemeinen einzueggen. Dies iſt ſo meine Art, wenn ich ihn am Ende Februars oder im An- fange März ſäe,“ „Wenn ich Hafer nach Weitzen ſäe, welches freylich. nicht oft geſchicht, kehre ich die Weißzenſtoppel, ſobald ich nur nach der Erndte dazu fommen kann, und laſſe das Land den Winter über ſo liegen. An einem guten Tage im neuen Jahre egge ich es, und pflüge es darauf in die Dueere.“ „Im Februar, wenn der Froſt nicht mehr ſo ſtark iſt, egge ich das Land ſo klein, als moglich, ſo, daß der Hafer in einem Lager von feiner Ackererde zu liegen kommen fann. Wenn das Land zugeſäet iſt, egge ich es, und laſſe zuleßt uoch einmal mit der Egge darüber ziehen.“ „Die Gä „Die Abſicht bey dieſem Briefe iſt dahin gerichtet, meine Mitfarmer zu überreden, das Land zur Haferſaat Sfterer zu pflügen. Pflügt der Landwirth es zweymal, ſo wird er 20 8. pr. Acre für ſeine Mühe gewinnen. Will er dreymal pflügen, ſo bringt er aus einem Felde von 20 Acres vielleicht um 50 Pfd. St. mehr heraus. Dies- wird freylich wunderbar ſcheinen)» iſt aber doh in aller Hinſicht richtig.* „Den ſchwarzen Hafer muß man beſonders zeitig ſäen, wenn er im Scheffel füllen ſoll. Saet man ihn ſpät, und es erfolgt Regen und Schlacken, nachdem er ge- ſäct worden iſt, ſo wird er leicht viel Stroh, aber nur wenig Korn geben. Iſt der Boden ſandigt, und das Wetter trocken, ſo iſt es ein Glückswurf, wenn er nicht verbrennt. 4 >Ich weiß aus Erfahrung, daß der Hafer vortref- lich gelingt, wenn er nach Turnips geſäet wird, und dies fsmmf meiner Meinung nach daher, weil er ia, eine lockere mulligte Erde fömmt.* Lambe. Der Hafer wird gewöhnlich vor der Gerſte geſäet. 8n Hertfordſhire ſäet man den weißen Hafer allezeit nach der Gerſte; dies iſt eine Augnahme. Merkwürdig war - der Verſuch, den Hafer um Weihnachten zu ſäen, welches ein Farmer in Kent verſucht hat. Er erzählt, daß er nicht allein drey Buſhel mehr pr. Acre erndtet, ſondern, daß der Hafer auch beſſer und wichtiger als derjenige iſt, welcher im Frühjahr auf dieſelbe Art Landes unter derſel- ben Behandlung geſäet worden war, Aus- 62 t / Ausſaat und Product. Auf ein Acre ſäet man gewohnlich 4 Buſhel, und erndtet 32 bis 48 Buſhel. In einem guten Boden kann man 60 Buſhel, und in-Marſch- boden noch mehr erndten. Mit. dem Einerndten und Aufbewahren des Hafers verhält es ſich eben ſo, wie mit der Gerſte. eittelpreiſe von Hafer nach Youngs Für 1790 2 „ - - [] Aus dieſer Berechnung ſieht man, 9I 92 93 94 95» 96 Annalen. 2 8. 32 d, pr. Buſhel. I 3-14=- 2-84= emen eammas - vv. daß der niedrigſte Mittelpreis in dieſen 7 Jahren x3 Mark 8 Schilling Däniſch,(6 Mark 12 Schilling Lübiſch) und der höchſte x 8 Mark 8 Schilling, Coder 9 Mark 4 Schilling Lübiſch) geweſen iſt. Der engliſche Quarter Hafer wiegt 2 Cwt. 3 Ors. 12 Pfund, d. i. 40 Pfund pr. Buſhel. Das Pfand iſt 2 Loth leichter als das däniſche. 5. Erbſen. Von grünen Erbſen ſäet man in Kent am Ufer der Themſe eine große Menge, die bloß für London beſtimmt ſind. Sobald ſie abgepflückt ſind, welches im Juni bis Anfangs Julmonats geſchieht, ſo wird das Land alſo- bald ARNIE ÄR: MEHRE AHN ab A AL SITTE ARE€ 63 bals wieder zu Turnips gepflügt, ſd, daß man zwey Ernds „ten von einem und demſelben. Felde in einem Jahre hat z nämlich: zuerſt Erbſen und daun Rüben. Die grünen Erbſen werden mit der Säemaſchiene geſäet, und zwar in Reihen von 1% bis 2 Fuß 3wiſchenraum. Man legt ſis zu Ende Novembers, oder im Anfange Decembers. Sie verkaufen ſie gewöhnlich pr. Acre an einen Mann, der ſie - durch Weiber und Kinder abpffücken läßt, fie dann auf einen Wagen oder auf ein Paquetbot, das von Graveſand nach London fährt, ladet.; Von Felderbſen giebt es in England große und kleine- graue, weiße und blaue Erbſen. Es giebt unterſchiedliche Benennungen von Erbſen, die aber ſehr wilkührlich ſind, weil ſie mehr Provinzialbenennungen, als eigentliche Ge- ſchlechter ſind. Die ſogenannten Reading und Leadman's Dwarfs, werden hauptſächlich zum Schweinemäſten verwendet, Die Grey Polt, Nutmey Grey, Early Dun, Sutton's Grey und- Sheperds Grey ſind, ſo weit ich ſie unterſcheiden kann, bloß verſchiedene Benennungen von grünen Erbſet, wobey der Unterſchied nur darin beſteht, daß einige größer, als die andern ſind. Denn es iſt in England ſehr ges bräuchlich, daß der Landmann eine Kornart mit dem Namen des Farmers belegt,»der ſie zuerſt in ſeine Gegend eingeführt haf. Auf die Weiſe erhält dieſelbe Kornart oft verſchiedene Namen.; Zu Erbſen wird nur einmal gepflügt." Sie werdet im März, oder im Anfange Aprils geſäet und zugeegts Gewöhnlich werden auf einen Acre 3 Buſhel Ausſaat ge» - rechnet, und wenn es glückt, 4 bis 5 Quarters geernd- tet. 64 tet. Die Erfahrung hakt die Engländer gelehrt, daß es weit vortheilhafter iſt, die Erbſen mit der Säemaſchiene in Reihen zu ſäen, als mit der Hand auszuſtreuen,- weil ſie alsdann weit früher im Herbſte reif und ergiebiger wey- den, auch beſſer einzuerndten ſind. Wenn ſie in Reihen geſäet, oder mit der Hand in Löcher gelegt werden, ſo ge- ſchicht dies gewöhnlich in einem Abſtand von, 10 Zoll. Außerdem. werden ſie noch zwey bis dreymal mit der Pferdehacke gehäuft, wodurch nicht allein das Unfraut ver» tilgt, ſondern duch friſche Erde an die Erbſen gebracht wird, welches viel zu ihrer größern Vollkommenheit bey- trägt. Herr Marſhall*) erzählt, daß man in Glouceſter die Erbſen nicht in Reihen, ſondern in Löcher legt, die 8 bis 10 Zoll durchgehends von einander ſind, wo in jedes Loch ungefähr x0 Erbſen kommen. Er zieht dieſe Art der vor, ſie in Reihen zu ſäen, weil man ſie beſſer häufen fann, ohne die Wurzeln zu beſchädigen, beſonders, wenn ſie in gerader Linie gelegt worden ſind. Die Erbſen werden in England nicht mit der Senſe gemähet, ſondern mit einem krummen Meſſer, das am Ende eines langen Sto>s ſißt, abgeſchnitten. Man hält "dafür, daß es beſſer iſt, die Erbſen in einen Feimen, außen! vor dem Hofe zu ſeen,„als ſie unters Dach zu bringen. Man behauptet, daß ſie alsdann ein beſſeres Anſehen bekommen, und nicht ſo ſchr zuſammenſchrumpfen. In Rückſicht auf den Gebrauch verdorbener Erbſen, fann ich nicht unterlaſſen, hier einen ſehr intereſſanten ' Brief *) Rural Economy of Glouceſter. 65 Brief einzurüen, den man im Muſeum ruſlicum*) von einem Farmer findet.„Vor einigen Jahren,“ erzählt er, „hatte ichzein. Feld in der-Nähe meines Hofes, mit Erbſen. Yls dieſe Erbſen. beynahe reif waren, ließ ich ſie einernd- ken.. Aber, während daß ſie lagen, um zu trocknen, fiel ein ſtarker Regen, der ſie ganz durchnäßte, und das dar- auf folgende unruhige Wetter verhinderte fie lange Zeit daran,„um wieder tro>en zu werden.“ » I< ließ ſie von Zeit zu Zeit wenden, damit das Stroh nicht vermoderte..-Zuleßt bekamen wir auf einige Tage gutes Wetter und die Erbſen troneten ſo durch, daß ſie unter das Dach gebracht werden konnten. 4 „Ehe ich ſie einfahren ließ, unterſuchte ich die Erbſen, und fand, daß ſie alle keimten; nun hielt ich ſie für ver- loren.. Sogleich. faßte ich den Entſchluß, da das Wetter wieder gut wurde, und ließ ſie auf dem Felde quE8-. dreſchen. Sie, wurden gereinigt, und dann auf einer Malzdarre getrocknet.“* „Da dies bey Seite war, dachte ich darauf, was man uun mit dieſen Erbſen anzufangen hatte.- Zur Saat taugten ſie nicht, und wollte ich ſie verkaufen ,- ſs befam ich nichts dafür.“4 „Sogleich faßte ich den Entſchluß, ſie den Schweinen zu geben. Es war gerade in der Kriegszeit; der Spek wurde reiſſend geſucht, und ich ließ alſo eine Menge Schweine auffaufen, damit dieſe meine Erbſen verzehrten, „Mein Verſuch gelang über mein Erwarten. Ich er- fuhr durch mehrere angeſtellte Verſuche, daß drep Buſhel von *) Muſeum ruſticum, Yol. I. pag- 109,; Zweiter Theil. E 66 von dieſen Erbſen ſo gut,/ als vier Buſhel von Fut einge» erndteten und unverdorbenen Erbſen waren.“ „Seit der Zeit iſt es mir vollfommen gleichgültig ge weſen, ob meine Erbſen im naſſen oder im trocknen Wetter getrocnet worden ſind.' Sind ſie im tronen Wetter ein- geerndtet, ſo habe ich ſie allezeit behandelt, als wenn ſie zu Schweinefutter beſtimmt wären, da die Schweinemaſtung bey mir ins Große geht. Je< habe meine Rechnung gut dabey gefunden, und deufe immer ſo beyzubleiben.“ „Mit meinen gemalzten Erbſen habe ich nicht bloß meine Schweine fett gemacht,«ſondern ſie auch meinen Pferden gegeben, die ſich'gut darnach befunden haben) , Weil es ein ſchr nahrhaftes Futter iſt. "»Kalefuten werden ebenfalls nach gemalzten Erbſen außerördentlich fett, und ich habe ſie noch außerdem zu vielen andern Dingen gebraucht. Wären ſie auch nur bloß dienlich, Pferde damit zu füttern, und' Schweine zu mäſten, ſo würde es ſich bezahlen, einige Tonnen jährlich zu malzen, wie Gerſte.“ „Die Preiſe von Erbſen waren zu meiner Zeit im Jahr 1797 pr. Duarter 1 Pd. St. 12 Schill.“ Dies macht 4 Reichsthaler für die Tonne. Der engliſche Ouarter Erbſen wiegt 4 Cwt. x Ors, 74 Pfund, d,. i. pr. Buſhel 60 Pfund.“ -„Erbſenſtroh verkaufe man um London den Ouarter zu 16 Buſhel im Gewicht, x Cwt, für 5 5 Es wird viel Potaſche daraus gebrannt. 6. Wicken. Der engliſche Name von Wicken. iſt für einen Fremden ſehr unbeſtimmt. Die gewöhnlichſten Benennungen ſind Vetches aui drein nne 67 Vetches und Tares; bey einigen Schriftſtellern und in gewiſſen Gegenden werden ſie peble, yoat genannt. Dieſe ſind alle von derſelben Sorte, klein und ſchwarz, wie wir ſie kennen, etwas größer als Linſen. Eine andere Benennung iſt. wichtiger,«um ſie zu wiſſen. Man theilt die Wicken in England in Winter- und Som- merwicken ein. Dieſe ſind feine zwey verſchiedene Sorten, wie einige behaupten wollen, ſondern werden bloß nach der verſchiedenen Jahrszeit ſo genannt, wenn ſie geſäct wer= den. Denn Winterwicken können eben ſo gut im Frühjahr, als Sommerwicken im Hevbſte geſäet werden, und der Landmann ſäet nach Gefallen von ſeinem eigenen Ertrage bald im Herbſte, bald im Frühjahr. Die Winterwicken ſäet man ſo zeitig, als möglich, ſobald die Saat vom Felde iſt, und ehe der Weißen ge- ſäct wird. Es wird zur Wickenſaat nur einmal gepflügt, dann wird ſie mit einer ſchweren Egge in die Länge und in die Dueere niedergeegget und das Land gewalzt.“ Man ſäet die Wicken im September, und zwar ſo zeitig, daß ſie Wurzel ſchlagen können, ehe der Winter fsmimt.“ Die Abſicht bey den Winterwicken geht dahin, im Frühe 'jahr zeitig für das Vieh grünes Futter zu haben, beſon- ders für Pferde und Schaafe; für Schaafe nämlich, wenn die Turnips verzehrt iſt, für Pferde, zu Fütter im Som- mer auf dem Stall, da man denn die Wicken für ein'nahr-: hafteres Futter, als rothen Klee hält. Von den Winter- - wicken glauben die Engländer, daß ſie die beſten Saat- wicken ſind, weil ſie eher reifen und in einer guten Jahrs- zeit geerndtet werden können;; dagegen die Sommerwicken erſt ſpät im Jahre geerndtet werden. Dieſe-müſſen län E 2 ger 68 ger draußen bleiben, werden naß und dann wieder trocken; woher es denn kömmt, daß die Schoten ſich. öfnen. Die ſo eben eingeerndteten Sommerwicken taugen nicht, um ſogleich im Herbſte wieder geſäet zu werden; ſie könn- ten im Winter leicht Schaden nehmen. Sollen ſie im Herbſte zur Saat gebraucht werden, ſv muß man ſie bis zum nächſten Winter aufbewahren. Dagegen können Winterwicken gleich wieder zur Saat gebraucht, und auch bis zum Frühjahr aufbewahrt werden. In Hinſicht der Beſäung des Landes mit Wicken.muß man bemerken, daß man in England daſſelbe Land zwey- mal beſäet. Dies will ſo viel ſagen; ſobald das Land gepflügt worden, beſäet man es mit der halben Ausſaat und eggt es darauf. Daun wird es zum zweytenmale beſäet, und zwar ſo, daß der. Säer von der entgegengeſeß- ten Richtung über das Land geht, worauf es denn zwey- mal, nämlich in die Länge und in die Queere, geeggt wird. Die Urſache von dieſer Säemethode beſteht darin, daß, ſo. wie man das erſtemal auf das zugepflügte Land ſäekt, die Saat nicht eben fällt, weil ſie natürlicher Weiſe in die Furchen fällt, Wird das Feld nun geeggt und von der entgegengeſeßten Seite, oder vom andern Ende des Ackers geſäet, ſo folgt,- daß die Saat in die Zwiſchen- räume fällt, welche die Egge nicht ausgefüllt hat. Das lezte zweymalige Eggen geſchieht, um die Saat zu bedecken, und das gepflügte Laud in beſſern Stand zu ſeßen. Hat man die Abſicht bey den Wicken, ſie als grünes Futter im Frühjahr zu gebrauchen, ſo werden ſie mit der Hand ausgeſäet.. Sollen ſie aber dagegen zu? Saat ſtehen, und ARWEN: W9 EE 8) ua ZIG 69 und äbgedroſchen werden, ſo iſt man darüber einig, daß ſie in Reihen, wie Erbſen, geſäet und behackt werden müſſen. Daß man Wicken und Hafer zuſammen zu grünem Futter ausſäety habe ich in England nicht geſehen. Zu- weilen mähet man die Wicken, während ſie in der Blüthe ſtehen zu Heu.+ Das Heu wird dann auf dieſelbe Weiſe wie Klee behandelt, aber dieſe Verwendung der Wicken iſt nicht ſehr allgemein. Es iſt mehr gebräuchlich, die Wicken unterzupflügen, während ſie in der Blüthe ſtehen,- und ehe ſie Schoten anſeßen, beſonders da, wo Mangel an Dünger iſt. Stehen die Wicken zu ſtarf, und hält es ſchwer ſie unterzupflügen, ſo mähet man ſie zuerſt ab. Unter den verſchiedenen Anwendungen, die man von Wicken- machen kann, findet man, daß dieſe die vortheil- hafteſte iſt, die Pferde und Ochſen im Sommer damit im Stalle zu füttern, und, in ſo fern man ſie reif werden läßt, die Schweine damit zu mäſten, ſo wie mit Erbſen. 7. Pferdebohnen, In der engliſchen Sprache nennt man dieſe bald Beams, bald Ticks. Es werden in England mehrere Sorten- Pferdebohnen angebaut, welche wir hier namhaft machen wollen, um dem Leſer es zu erleichtern, die-Sfonomiſchen Schriften zu verſtehen. Common Ticks[. Beams, ſind diejenigen, welche man zu Futter für Pferde und Schweine hauptſächlich anbaut. The[mall Frenſh Ticks, oder die ſogenannten Eſſex Ticks, fleine franzöſiſche oder Eſſexbohnen,,. ſind eine kleinere Sorte, ſehr ſchwer, und der Figur nach meiſt rund. Dieſe werden ungefähr acht Tage ſpäter reif, als E 3 die v AO ' die gemeinen(Common Ticks) unb' ſind nicht. ſo er- giebig, oder füllen nicht ſo im Scheffel; ſind aber'eine feinere Sorte, die auch theurer bezahlt wird. Von die- ſer Sorte werden viele Ladungen von England nach Weſt- indien zum Unterhalt der Sclaven geſandt. The lage. flat Ticks, ſ May Beams, die großen flachen oder Maybohnen, iſt keine ſo große Art,- Sie werden eher reif, ſind aber nicht ſo nahrhaft, und werden deswegen auch nicht ſo theuer als die zwey andern Sorten bezahlt.' Die Toker, Windſor, Long Pod, Spaniſh und Magazan' Beams, ſind verſchiedene Arten Gartenbohnen, die nur in der Gegend von London im freyen Felde ange- baut werden... Dieſe werden, wie die übrigen Feldbohnen, behandelt, und in Reihen geſäet. Behattzdlung des Bodens zu Pferdeboh- nen. Man ſicht in England die Pferdebohnen als eine Hülſenfrucht an, die ſich am beſten in ſehr lehmigten und niedrigen Boden bezahlt. Auf leichtem, tro>nem Boden, ſo wie in kleinen, eingehegten Koppeln ſind ſie nicht zu empfehlen. In Marſchgegenden werden ſie häufig ange- baut, und ſind auch dort allezeit eine vorbereitende Saat für den Weißen. Wo. man eine fette Gräſung aufbricht, hält man die Pferdebohnen für dienlich, das Land zu der folgenden Saat, nämlich Weißen, aufzuloFern und zu reinigen. In der Grafſchaft Kent wird zum Weißen, nicht gebracht, ſondern, ſtatt der Brache, Pferdebohnen gebauf, wozu gedüngt wird, und darauf Weißen, indem man es für unvernünftig hält, zur Winterſaat zu brachen und zu düngen. In Oſter- Kent ſäet man Bohnen nach Gerſte, FEE SPN SEIST SGF E Aal tile Zak vie MMAÜHT BET IEEE 71 Gerſte„ die aber ohne Klee geſäet iſt.' Die Gerſtenſtoppel wird vor. dem Winter 6 Zoll tief umgepflügt, und in der erſten trockenen Woche im Februar geeggt. Die Bohnen werden mit der Säemaſchine von 10:bis 20 Zoll Abſtand geſäet. Darauf wird das Land eben geeggt. Sobald ſie ſich über der Erde ſehen laſſen, werden ſie mit einer Pferdehace zweymal gereinigt,“und darauf zweymal mik der Hand gehäuft. Einige falgen das Land im Herbſte, pflügen es zwey- mal zu Pferdebohnen, und legen ſie auf die Weiſe in ein gut gehflegtes Beet; andere behaupten, ſie liegen ſchr gut unter dem Schuße einer ganzen Pflugfaurche. Es kömmt eigentlich darauf an, wie ſie ausgeſäet werden. Nach der ältern Wirthſchaftsmethode werden ſie mit der Hand ausgeſäet, und dann verlangen ſie ein gut ge- pflügtes Beet, aber dieſe Methode taugt nicht, da ſie alsdann zu nahe zu ſtehen kommen, und nur nach obenzu Schoten anſeßen. Nach der neuen Wirthſchaft, die für die Pferdebohnen ſich beſonders ſchickt, werden ſie mit der Säemaſchine in Reihen geſäet, und dieſe bringt es mit ſich, daß das Land gut behandelt wird; oder ſie werden auch wie Kartoffeln in jede andere oder dritte Pflegfuhre gelegt. Eine noch vorzüglichere, als die erwähnte, Säaemethode iſt dieſe, ſie zu dibblen, welche wir bereits im gten Kap.- erklärt haben, oder noch beſſer, ſie in Löcher zu legen, vier bis fünf Bohnen in jedes Loch, die 8. bis 9 Zoll von einander ſind. Die Urſache, woher es beſſer iſt ſie in Reihen zu ſäen, und noch beſſer ſie zu dibblen, oder in Löcher zu legen, iſt E 4 dieſe, > dieſe, daßs ſie gut Platz fäſſen und deſto mehr Schoten an- ſeen, beſonders aber um ſie deſio beſſer behäufen zu können, welches unumgänglich nothwendig iſt.“ In der Grafſchaft Kent hält man ſehr auf die gute Behandlung der Pferdebohnen, und ſie mit der Pferde» oder Handhacke ſo rein, als wenn ſie in einen Garten gepflanzt wären. Zum Behacken gebraucht man die auf der"Tab, 111, abge- zeichnete Gäte- oder Häufmaſchine. Ausſaat und Ertrag. Werden die Pferdebohx nen mit der Hand ausgeſäet, ſo rechnet man drey Vuſhel pr. Acre; werden ſie in Reihen geſäet, braucht man nur zwey Buſhel, und zuweilen noch weniger. Die Pferde- bohnen ſind, wie alle Hülſenfrüchte, nieslich, und man Fann auf einem Acre von zwey bis ſechs OQuarter, und mehr erndten. Vier Ouarter werden für den Mittel- ertrag gehalten. Dies macht 8 Tounen auf 6- Schip Landes. I< habe auch Erfahrung von 15 Tonnen pr., Acre, welches das dreyßigſte Korn nach der Ausſaat aus- macht. Adltein dieſes war eine beſondere Fruchtbarkeit. Wie viele Bohnen ein Stengel geben kann, lehrt ein Verſuch, den Marſhal erzählt. Er legte eine einzelne Pferdebohne in ſeinen Garten, die zunächſt 90 Schoten hervorbrachte, wovon 85 Bohnen hatten, die übrigen aber fruchtlos waren. 2 von dieſen Schoten hatten jede 5 machen 10 Bohnen. HI 5256 R ik ERL ASPIE CENHEF» EIER 37 a. bie ne IE EE RNS 1 7 WE rg 27-- amm mmm 40 bm IEA(ien 7:==<=-.- I.-- 17, IT a 85 Schoten. 230 Behnen. Säae- 73 Södezeit und Erndte. Die Pferdebohnen wer» den ſehr früh im Frühjahre geſäet, wenn der Eoden hin- reichend troFen iſt, um bearbeitet werden zu können, Die gewöhnliche Säezeit in England iſt der Märzmonat, zu- weilen der Februar. Die Pferdebohnen werden von allen Kornarten zuleßt eingeerndtet. Jm Allgemeinen werden ſie mit der Sichel geſchnitten.. Iſt dies geſchehen, ſo werden ſie in kleine Garben, wie Hanf, zuſammengebuns den, und 4 bis 5 Garben zuſammen geſeßt, damit ſie durch- trocknen können. Sie müſſen eine Zeitlang draußen im Felde bleiben, um zu ſchwißen, oder auszulaugen,»und recht zu welken. Die Bohnen ſollen ein dunfelbraunes An- ſehen haben, welches den Beweis abgiebt, daß ſie vollig welk find. Fällt während der Zeit, daß ſie tronen ſol- len, zu viel Näſſe, ſo werden ſie ſchwarz. Sobald ſie ausgeſchwißt haben, welches der Fall iſt, wenn die dien Schoten gut getrocknet ſind, werden ſie nach Hauſe gefah- ren, und dort in einen Diemen oder Feimen geſeßt. Recht im Winter werden ſie abgedroſchen, gereinigt und zu Bo- den gebracht. Wo die Bohnen abgeſchnitten und nicht aus der Erde aufgezogen worden ſind, werden die Wurzeln und Stoppeln mit einer breiten Pflugſchare, oder mit einer Tab. Il. abgebildeten Schaufelmaſchine abgeſchaufelt. Gebrauch der Pferdebohnen. Der gewohn- lichſte Gebrauch hievon beſteht darin, ſie ſo ganz, mit eis ner doppelten Handvoll Hafer„» oder zwiſchen Häſel oder Weitzenſpreu jedem Pferde zu geben. Einige laſſen ſie ſchro- ten, welches auch gewiß beſſer, aber nicht allgemein iſt. Auch giebt man ſie ſowohl ganz als geſchroten an Lauf- ſchweine,„und auch an ſolche, die gemäſtet werden ſollen. E 5 Sollen 74 Sollen ſie mit Ochſen verfüttert werden, ſo werden ſie vor- her geſchrotet, und erſt gegen Oſtern gegeben, wenn die Turnips verzehrt iſt;"denn Ochſen freſſen nicht wieder Turnips, wenn ſie Geſchmacf an Bohnen haben. Für Arbeitspferde zieht Gibſon*) dieſe dem Hafer und jedem andern Futter vor. Sie können bey ſolchem Futter ſtärfer und längere Zeit arbeiten. Wagenpferden und auch Pflugpferden kann man die Bohnen mit Häckſel oder Spreu geben. Pferden, die beſtändig auf der Land- ſtraße ſeyn müſſen, und vor Frachtwagen gebraucht wer- den, können ſie nicht zwiſchen Hafer gegeben werden, In den Schriften der Geſellſchaft zu Bath**) wird geſagt, daß man nach angeſtelltem Verſuche mit Pferde- | bohnen und Hafer gefunden hat, daß Pferdebohnen ein weit nahrhafteres Futter für Pferde ſind, als Hafer.„Statt „eines Sacks Hafer und Häckſels befahl ich,“ erzählt der Verfaſſer,„meinen Knechten, im Frühjahr den Pferden, „weil ich keinen Hafer hatte, einen Buſhel Pferdebohnen „zwiſchen Häckſel zu geben. J< bemerkte bald darauf, „daß meine Pferde mehr Fleiſch und ein beſſeres äußerli- „net liegen, bis ſie anfingen warm zu werden. Nun ließ er ſie dünner aus- ſpreiten, und mit einer Schaufel umſiechen. Darauf blie- ben ſie wieder ſo liegen, bis ſie anfingen zu keimen und aufzuſpringen. Dann wurden ſie nach einer Malzdarre gebracht, wo ſie langſam austro>neten. Sobald als ſie wieder abgefühlt waren, gab man ſie den Pferden. Bey einer ſolchen Behandlung, verſichert er, ſind neue Bohnen, welche auf den Märkten verkauft werden, gleich dienlich für Pferde und Ochſen. Die größte Vorſicht hie- bey beſteht datin, es zu verhindern, daß die Bohnen nicht feimen oder zu Malz werden, welches ihnen ſchr ſchadet; eben ſv, daß man darüber wache, daß ſie nicht zu ſchnell trocknen. Mittelpreiſe von Pferdebohnen in England '„nach Youngs Annalen. Für 1790 ,=- 3.8. 103 d. pr. Buſhel. - 9- 38. 844.«-= - 92-- 3S. 102 d.=== PI S3 AUS: 7500= fn - 94> 58 254%== *) Muſeum ruſfticum Vol, I. p. 327. 76 Für 1795= 5 8. 92 4,==== p 96= 48 95 d4/== Da Pferdebohnen zu den Hülſenfrüchten gehören, ſo ſind die Preiſe darauf, ſo wie auf jeder Sorte Hülſenfrüch- ke, ſehr verſchieden. Nach A. Youngs authentiſcher Angabe von Kornpreiſen in London iſt der niedrigſte Mit- telpreis 27 Mk. däniſch( 10 Mk. 8 ß, lübiſch), und der höchſte 6 Reichsthaler für eine däniſche Tonne in dieſen 7 Jahren geweſen. Während daß ich in England war, gab man für ein Coomb, eine däniſche Tonne, in Suffolk xx S,- und in London 12 S., dies wären nur 3 Rthlr. Ein Ouarter Pferdebohnen wiegt 4 Cf."x Ors. 14 Pd., d. i. pr. Buſhel. 60 Pd. Das Gewicht des Mehls von Pferdebohnen pr. Quarter iſt 4 Cwt,, und der Preis davon 1 Pd. St. 12 S, NB. Dem, der etwa feine Pferdebohnen kennen ſoll- te, dient zur Belehrung, daß ſie ſtarke, gerade aufſte- herntde Stengel, und lange, dicke Schoten haben, und dem äußern Anſehen nach unſern welſchen Bohnen ſehr gleichen, nur daß ſie nicht ſo groß und mehr rund ſind. In Jütland und den Marſchen werden ſie ſtark ange- baut. Da ich verſchiedene Arten Pferdebohnen und an- dere Kornarten namhaft gemacht habe, welche den Leſern etwa unbekannt ſeyn möchten, ſo kann man von den mehreſten, in ſofern man neugierig ſeyn möchte, ſie näher kennen zu lernen, bey mir Proben ſchen, die ich von meinen Reiſen mit zurückgebracht habe, In dem 4ten Bande von Youngs Annalen trifft man Tabellen über die Kornpreiſe durch ganz England vom Jah- .re aach HIM eh de bb Kr mi MEISE ka Me eh IR mch übri 72 re 1771 bis 1782 an. Bey dieſer Angabe findet man zugleich einige intereſſante Bemerkungen. Wir wollen blos ein Paar davon anführen, welche uns wichtig ſcheinen, weil ſie hauptſächlich den vortheilhaften Kornhandel Eng- lands darſtellen. Das Verzeichniß zeigt nämlich, daß in feinem der engliſchen Seehäfen die Preiſe jeder Sorte Ge» fraides mehr als x S. pr. Buſhel oder 24 ß.(12 ß.) pr. 2 Schipp däniſch differiren; daß die Preiſe ſich in den Hauptſtädten und im Lande faſt gleich ſind; daß ſie in dey ** weſtlichen Grafſchaften allezeit-höher, als in den öſtlichen, und in den verſchiedenen Jahrszeiten ſich faſt immer gleich Hud... Mittelpreiſe von Kornwaaren in England, beſonders in London, auf 12 Jahre, von 1771 bis 1782. für England, für London.. Von. Weißen pr. Buſhel. 5 8, 64 5 23. 42 d, -..Rokn== 383. 73,9: DASEATG EUER 34 2 Een 2 SDI 2 S0 “- Hafer+== 1S11d, 18.1124 -==. 3 8.43 d. 2S, 113d. Young ſagt in der Anleitung: Wenn wir demnach die Preiſe von Korn in London mit dem Preiſe durch das ganze Königreich vergleichen, ſo erſcheint ein merkwürdiges Factum: daß ſie da am niedrigſten ſind, wo die mehrſte Nachfrage, odek, wo der Drang am ſtärkſten iſt*).. Dies iſt der Fall mit Weißen, Rocken, Gerſte und Pferdeboh- ) nen. ' 7 That they preices are laweſt, where the Demand is Sin “ſind ſeine eigenen Worte. 75 nen. Hafer iſt eine Ausnahme, ohne Zweifel, weil die Hauptſtadt mehr vom Auslande her mit dieſer Kornart als mit den übrigen verſehen wird. Daß die niedrigſten Korn- 2.10 preiſe dort ſind, wo die mehrſte Nachfrage iſt, dies ſtimmt h" LL. ganz mit dem Handelsprincip überein; und muß den Mi- || niſtern und Staat8männern fremder Staaten eine gute 1 4 j Lehre geben, welche aus Furcht, daß ſie ſelbſt Mangel lei- 3 den möchten, die Ausfuhr des Korns verbieten. Sie kött- 1,78 nen daraus lernen; daß, je ſtärker das Getraide begehrt (4 wird, deſto ſtärker die Zufuhr iſt, wenn der Handel frey d) bleibt; und daß ſie ſich um nichts weiter bekümmern dür» | 4 fen, um ſich einer beſtändigen Zufuhr zu verſichern, als 1 4 den Handel von allen willkührlichen Einſchränkungen zu | befreyen. In Rückſicht auf London iſt es ein großer Vor- |( theil, daß dieſe Stadt einen Seehafen hat; denn die Graf- 14109 ſchaften mitten im Lande können das ihnen fehlende Korn y| nicht ohne Unfoſten erhalten, welche die Preiſe erhöhen. Uu Die hschſten Kornpreife ſind in den weſtlichen Grafs» 13| ſchaften, nämlich in Lancaſter, Worceſter, Weſtmoreland, j Monmvuth, Sommerſet, und Devons, vermuthlich aus JOIE Feiner andern Urſache, als weil die größten Fabrikſtädte, 11 EENIG ſo wie die mehrſten Bergwerke in dieſen Grafſchaften, und | un* die mehrſtet Farms Meiereyhöfe ſind.' Dazu kommt noch | dies, daß dieſe Grafſchaften ihre Kornwaaren von den. öſt» lichen Gräfſchaften, beſonders von den Häfen Tyne und Yarmouth, bekommen. Die lange Seereiſe und Trans- !| portunkoſten die Flüſſe und Kanäle hinaüßf erhöhem..die 08 Preiſe noch mehr? Die niedrigſten Kotupreiſe ſind, in-Folge 0!| Youngs Tabellen, in Norfolk, Suffolk, Eſſex» Kent und. Suſſex.- Hievauserſicht maß) daß die von außen , herein« 79 hereinfommenden Kornwaaren mit größerm Vortheil in ei= nem weſtlichen Hafen, z. B. in Liverpool, Briſtol, Cheſter u. a. als in den öſtlichen oder ſüdlichen, z. E. in London, Portsmouth, Ipswich oder Yarmouth, abgeſe ßt werden können. Der größte Kotitraſt von Förtipreiſait im ganzen EE reiche iſt zwiſchen Lancaſter und Suſſex. Nach Mittelpreis“ ſen von 12 Jahren differirt es beynahe 1 S, pr. Buſhel auf Weißen.| Mittelpreiſe von 1771 bis 1782 waren;) Für Lancaſter-- G: 9:05:20, - Suſſex-- 5187 pid Ne Wir wollen nun zeigen, daß die Kornpreiſe nach den verſchiedenen Jahrszeiten faſt immer dieſelben ſind. Nach Youngs authentiſchen Tabellen im angeführten Werke; aus dem Protokoll der Kornbörſe zuſammengetragen, ſicht iman, daß die Mittelpreiſe pr. Buſhel quartaliter in den 17 rip von 1771 bis 1782 für Tondon folgende waren? Weiten. Roden. Gerſte. Hafer. Wfetbe Von Weihnachten 3“:% 35-4... 5.4. S.d. Sd. bis Oſtern!- 5 52 3 65',2.95 1.10 Von Oſtern bis. Johannis 5173 3.93 214061 11813 5 Von Johannis 83.0"2 „bis Michaelis- 5 94 3-92: 2 103 2 3. 2.53 Von Michaelis"EIE' bis Weihnachten 5 52 3 76 12,010-..2/ 8 0:51 Dieſe kleine Tabelle, ſagt Young, zeigt, wie höchſt unvernünftig es von einem Manne gehandelt iſt, ſein Korn zu 3 45 80 * zu einer unrechten Jahrszeit, in Hoffnung auf höhere Prei- ſe, ausdreſchen zu. laſſen. Bey einem, ſolchen Farmer iſt das Vich gewöhnlich ſchlecht im Stande, auch ſteht das Korn, aus Mangel.des Düngers, auf dem Felde ſchlecht, da ein großer Theil Stroh auf einem ſolchen Hofe allezeit verſpillt wird, wenn es zu der Zeit ausgedroſchen wird, „worin es das Vieh nicht verzehren fann.„Die Tabelle legt. die Kornpreiſe in den vier Quartalen des Jahrs dar, aber der Vortheil ſicht auf keine Weiſe mit dem Verluſt ay Stroh in Verhältniß. Bey dem Aufbewahren des Wei- ens bis nach St. Johannis gewinnt der Landmann blos 32 d. pr. Buſhel nach dem Ueberſchlag von 12 Jahren. Zieht man nun den höhern Dreſcherlohn im Sommer, gegen den im Winter, in. Betracht, ſo. wird der„Vortheil im Preiſe den. Verluſt am Stroh: nicht erſeßen*)..- Will man etwa ſagen. der Landmann. verkauft dann. ſein. Stroh! Das wäre freylich etwas, aber das kann. nur. geſchehen, um den Hof auszuziehen 7 ausgenommen jedoch bey, großen Städten, wo man.für..das verkaufte Stroh, Dünger. wie» , der. aufen kann. Noch eine Beträchtung: Der Landmann verläßt. ſich auf die höhern Kornpreiſe im Sommer, und vergißt dabey die Menge Korns zu berechnen, die von Ra- ßen ünd Mäuſen im Schober verzehrt wird. Zum: Schluß“ wollen wir“ noch die Mittelpreiſe vom Korn für England im Jahr 1797 das ganze Jahr hin- durch anführen, woraus ſich“das Steigen und Fallen zu den verſchiedenen Jahrszeiten zeigen wird.| Dieſe Tabelle 47a habe |*)"Wir haben veveits“ vben angeführt, daß, wenn der engliſche Lands / mann ſein-Korn aufſchürten wik, er es nicht ausdreſchen läßt, weil es ſich beſſer im Stroh als auf dem Boden aufbewahren läßt. ie dine ain MIN 4 at ib m mem *; 8x habe ich aus den mönatlichen Nachrichten von der Korn- börſe gezogen," welche ſich in the Gentlemans Magazin befinden, und pr. Buſhel- berechnet ſind. PV- Weißen. Gerſte. Hafer. Pferdebohnen, Ro>en. Sed: 4 5550. 450 d. StE+20: Januar 68-10 4 6-2..40 2, 4: 1 O.0j0 CB AND Februar 64. 0 ZN 2 in 2.5.0 ARE März PIEL IDE 1 WE ORET: OBE: Ro) 3 3=- April" GE 2,082 5.26.0204 00 SD ie May 66/..2.0 210.407/ 41,0 3 I----=- Juni 0:4 36 ue. 0,.40“211--= Juli 50. 00.00.40 51,7 3-' 3 I1 Auguſt GER MHG 2:12 ziem 3.36.18 49 Septembers 74.08.-3:3/:65..2...2 2.4: SHEA SOGFPOR 1: 70 Po: M 12,654 3.2 La.500 November 7 1.4 4 2 5 141. 4002 Der December iſt mir nicht bekannt, weil er»vor meie ner Abreiſe noch. nicht publicirt war. Kapitel. 12. Anbau der Futtergewächſe., . Turnips. Zu Alfa dieſes 119 I ER begleitete. der Lord Bigcount Townshend als Staatsſecretär, Georg den erſten auf einer Reiſe nac Hannover. Towns- hend ſah dort, wie die Hannoveraner Rüben im freyen Felde anbaueten; dieſes fand ſeinen Beofall, und“ſobald er nach England zurück käm, führte er auch den Anbau der Zweiter Theil, F Rüben Rüben auf ſeinen Gütern in Norfolk ein.- Dies iſt der erſte Urſprung des Rübenanbaues in England,„der ſich nun über alle die öſtlichen Grafſchaften ausgebreitet, und ihren Ackerbau zu einer ſo nachahmungswürdigen Vollkfom- menheit gebracht hat. Da die Kultur der Turnips von Lord Townshends Gütern in Rorfolk herſiammet, ſo nennt man ſie im täglichen Geſpräch und in Schriften die Norfolker Wirthſchaft, obgleich ſie jeßt eben ſo gll- gemein in Sufolkf und Eſſex, als in Norfolk iſt. Man fäet in England unterſchiedliche Sorten Rüben. Die allgemeine engliſche Turnips oder Rübe iſt rapa lativ2 oblonga, feu foeminina Boerh. 3 die däniſche iſt rapa ſa tiva rotunda, radice candata. Beyde von derſelben in- nern Güte, demſelben Fleiſche, Geſchma>, Aubau und Gebrauch. Die andern Arten bekommen nach ihrem Pacht» hofe, wo fie ängebautf werden; Farbe und ES ENNENEN verſchiedene Benennungen. Die Holländiſchen ſollen beſonders von gutem Ge- ſchmacke ſeyn, ſo lange ſie jung find, aber nä denſel- ben verlieren. Die Franzöſi ſchen ſollen; wenn ſie auswachſen, ſehr zufräglich ſeyn. Die Schwediſchen werden gegenwärtig mit Beyfan au- gebauty weil ſie beſſer die Winterkälte, als die engliſchen Arten, aushalten. können, und aus dem Grunde auch beſ- ſer zu Futter für Kreaturen bis zum Winter hinaus ſind. Die weißen engliſchen Rüben ſind ſehr ſüß und ange- nehm fürs Vieh fowohl als für Menſchen;“ aber dieſe vers tragen feine Kälte, und verfaulen leicht in einem naſſen Herbſie. Iſt der Lerbſt gelinde, und. bleibt der Winter lange AGE ARLENE Ie Mil IE ID 83 lange aus, ſo kann die Turnips ſehr groß werden, ja ſo groß, daß das Stück an 30, bis 35 Pfund wiegt. Man hatte ein ſolches Beyſpiel im Jahre 1793, welches Jahr beſonders für die Turnips ſehr zuträglich war, obgleich ihr Wachsthum zuerſt keine gute Kennzeichen von ſich gab. Miller*) verſichert, daß er fie ſo groß geſehen, daß ſie I Fuß im Durchmeſſer hielten, und doch eben ſo ſüß und gut als die kleinen waren. Jm Aufange ſind ſie ſo vügne wie ein Finger, indem andern Monat. fang ſie aber an, dif und rund zu werden. Jin übrigen kann ich nicht ſas gen, daß, ich die engliſche Turnips größer, als unſere Kohlrabi, gefunden habe, auch nicht als Futterwurzel vorzüglicher, als dieſe. Zubereitung des Bodens. Schwarze mulligte Erde ſchit ſich am beſten für die Rüben, ſo wie für alle Fukterwurzeln. Der lehmigte Boden, der ſich zum Anbau des Weißens, der Erbſen und Pferdebohnen ſchickt, iſt gar nicht dienlich hiezu, Er kann woßl Turnips hervor- bringen, iſt aber nicht ſo ergiebig. Wo das Land voll OueFenwurzeln iſt, wird es im Herbſte zweymal gepflügt, das erſtemal flach, das anderemal tief. Iſt es aber rein, ſo iſt eine Furche im Herbſte hinreichend; doch muß man darauf ſehen, daß das Land nicht im naſſen Wetter gepflügt wird. Sobald daſſelbe von Schnee und Froſte mürbe ge- macht worden iſt, ſo eggt man es im Frühjahr am Ende Marzes.- Gleich nach Beſtellung der Gerſtenſaat wird das Land von neuem gepflügt, geeggt und gewalzt, leßteres um die großen Erdflumpen zu zerdrücken. Das vierte Pflügen geſchieht im Anfange des Junimonats. Vierzehen F 2 Tage *) Millers Gard. Dig,| > 84 Tage nächher wird zur Saat gepflügt. Nach dem Beſäen; wird das Land wieder gewalzt, um es ſo tief feucht zu ero| | halten, als der Saame zu liegen kömmt. Auf, einen Acre| rechnet man 12 gute Fuder Stalldünger, welcher nicht ſo ganz vermodert, ſondern in dem Zuſtande ſeyn muß, daß er ſich ſowohl auf der Schatfel, als auf der Miſtgabel hal- 1500 ten läßt. | 19:4; Ausfaat. Im Allgemeinen rechnet man 2 Pfund 9 U| auf einen Acre, wenn mit der Hand geſäet wird. Mit der MAF. 1100402)| Ssemaſchine nur x Pfund. Die Säezeit dauert den gan-| |“.;p zen Julimonat bis zum Anfange Auguſts. Zufällige Unglücksfälle. Da der Rüb- oder| |; Turnipsſaame ſehr empfindlich iſt, und die junge Pflanze| "8„ſehr. von dem Erdfloh*) und dem Miſtkäfer**) leidet, fo ( 1 braucht: der engliſche Landmann allezeit die Vörſicht, eint.| 419 weder zwey verſchiedene Arten Saamen, eine von der leß- (40 ten Jahrgerndke; die andere von dem nächſt vdrhergehens 000 den Jahre; zu ſäen,(denn hat der Erdfloh erſtere aufge- | freſſen, ſo kann man wegen leßterer nachher unbeſorgt ſeyn, ME und hat er dieſe verzehrt; ſo iſt man wegen der Tiſtern 3 ſicher) oder er hat auch zwey Koppeln mit Turnips, wo- /| j von die eine in der'Mitte Juni, die andere im Anfange Au- guſts beſäet wird. In den Gegenden, wo es Gips in Menge 0: 1,16 giebt, hat man erfahren, daß geſtoßener Gips, wenn man ij 11370005 davon 2 Schipp über 2 Scheffel Landes ſtreuet, unfehibar 11:00 die Erdflöhe, ſo wie andere JInſecken, vertreiben wird. Eben fo iſt Holzaſche, mit dem vierten Theil kleinen Salzes vermiſcht, ein gutes Präſervativ. Hr. Ligle+) giebt die N NEE"NF WINEIEES- 9 WWI | FE;-'"'- 2) Mordella Lign.%*) Scarabaeus Linn. E+) Lisle's Husbandry; die Urſachen von dem Abfreſſen oder Beſchädigen der Tur- nips, daß ein Wurm ſich nämlich an die Wurzel der ſpä- ten Pflanze legt- ſo anz daß durch die Inſecten ein wäſſe- rigter Auswuchs, wie die Galläpfel an den Eichbäumen, verurſacht oder hervorgebracht wird.: Wo die Saat in Reihen geſäet wird,. iſt es vielleicht zufräglich, den Rübſaamen zwiſchen eine andere Saat zu ſäen. Der bekannte engliſche Landmann, Duccket, ſäet beſtändig Turnipsſagamen zwiſchen ſeine in Reihen geſäete Erbſen und Bohnen. Die Erbſen leiden gar nicht dabey, ſondern bleiben gleich ergiebig. Dex Abſtand der Reihen von einander beträgt 18 Zoll, Mortimer*) empfiehlt, Rüben mit Gerſte zu ſäen. Ju Schwaben werden Rüben zwiſchen Erbſen und Wicken geſäet, auch ſelbſt zwiſchen Hafer, wodurch die jungen Turaipspflanzen Schuß vor den Erdflöhen haben. Sie werden dann freylich nicht ſo groß, als wenn ſie allein auf einem Acker ſichen; Düha- mel**) räth dazu, ſie, ſo wie auch gelbe Wurzeln, mit Hanf- und Flachsſaamen auszuſäen. Weil mau dieſe Früchte bald aufzieht. ſo erhalten die Rüben Gelegenheit, in guten Wachsthum zu fommen. Auf die Weiſe-werden ſie auch ziemlich größer, als wenn ſie erſt geſäet werden, wenn der Hanf oder der Flachs aufgezogen wird, wie es in einigen Gegenden gebräuchlich iſt. Das Behäufen. Fällt gleich Regen, nachdem der Turnipsſaamen geſäet worden, ſo läßt er ſich gleich einige Tage nachher ſehen. Wenn die Pflanzen 4 bis 5 Blätter haben, zuweilen ſechs Wochen, nachdem ſie aus der Erde gefommen ſind, ſo werden ſie behackt, oder behäuft, und, GF 3 wo 2) Mortimer's Husbandry. 2) Elements d' Agriculture. 86 wo ſie zu nahe ſtehen, mit dem Häufeiſen ſo verdüunt, daß ein Zwiſchenraum von x Fuß zwiſchen jeder PAanze bleibt. Einen Monat nachher werden ſie zum zweytenmale behäuft, und dünner, oder weitläuftiger ſtehend gemacht, ſo, daß ein Zwiſchenraum von 16 bis 18 Zoll, oder andeyt- halb Fuß zwiſchen jeder Pflanze bleibt, wodurch ſie dann recht Plaß, bekommen, um ſich auszubreiten. Läßt man einige zum Gebrauch für die Küche ſtehen, ſo iſt ein Plat von 10 Zoll hinreichend. Das'erſie Behäufen wird mit+S. pr. Acre, das an- dere mit 3 S., außer Bier, bezahlt.- Das Behäufen iſt ganz beſonders nothwendig, ſo, daß man keinen guten Er- trag ohne daſſelbe erwarten kann. Gebrauch der Turnips, Sie werden hauptſäch- lich dazu angewendet, um Schaafe und Ochſen damit int Winter und Frühjahre fett zu machen. Die Rüben ſchär-, fen die Begierde zu freſſen ſo ſehr, daß ein Ochſe 200 Pfd. Rüben in 24 Stunden, jedoch ohne Heu, verzehren kann, Allein ſie können auch in 3 Monaten hinreichend fett wer- den. Sie werden auch Milchkühen gegeben, welche darnach reichlich Milch geben. Man giebt Morgens und Abends Rüben, und als Zwiſchenfutter Heu. Die mehreſten wer- fen die Rüben dem Viehe ſo ganz vor, und es geſchieht ſel- ten, daß der Landmann ſich die Mühe giebt, ſie in kleinere Stücke zu ſtoßen oder zu ſchneiden. Wenn man die Ochſen mit Turnips mäſtet, ſo giebt man ihnen zuleßt Pferdeboh- nen. Aus Mangel an dieſen bekommen ſie in den drey leß- ten Wochen, ſtatt Rüben, reine Gerſte, oder Wickenſtroh zu Hä>lſel geſchnitten, damit das Fleiſch nicht nach Rüben ſchmec>t. | SEEN Tm Wr 96% 97 Bdn in 87 Sin Norfolk geht man mit den Rüben ſehr verſchven- deriſch um.- Im Herbſte jagt man Schaafe auf die Koöp- peln, worauf Turnips ſiehen, welche dieſe auf dem Feide verzehren müſſen. Der Norfolker Landmann befümmert ſich nicht weiter darum. Die im Lande zurücgebliebenen Rüben, ſagt er, düngen daſſelbe, und es wächſt gute Gerſte darnäch. Einige Landwirthe'gehen mit der Turnips etwas Stonomiſcher um, weilſie das Vich in Horden halten, die ſie jeden Morgen weiter ſchlagen. In Suffolk zieht man fo viele'Fuder oder eine ſo große Quantität auf, als das Vieh auf dem Hofe auf ein oder zwey Tage nothig hat. Dieſe ſtreut nan längſt den Gras- rändern an den lebendigen Zäunen, oder auf die hochlie- genden Grasfelder, und läßt ſie dort von Schaafen, Oh- ſen und anderm jungen Vich auffreſſen. Die Grasfop- peln werden auf die Weiſe zugleich gedüngt. In Norfolk ſtreut man ſie an einigen Stelklen auf die Weitzenfelder, uad läßt ſie dort von den Schaafen verzehren. Dies iſt eine gute Ueberdüngung für den jungen Weißen. Da der Winter in England ſehr gelinde iſt, ſo iſt es dort ange- brächt, die Rüben den ganzen Winter draußen im. Felde ſtehen zu laſſen, obgleich der engliſche Landmann ganz.da- von überzeugt ſeyn kann, daß der Winter ihm jedes 6le oder 7te Jahr die Hälfte ſeines Vorraths vertilgt. Ju einem kältern Klima, wie bey uns, würde es mehr rath- ſam ſeyn, die Turnips im Octobermonat aufzuziehen, das Kraut dem-Viehe zu gebet, und. die Rüben auf eine tro- kene Stelle lagerweis zwiſchen Sand zu legen. Man könn- te dann das Kraut im Herbſte abhauen laſſen, und, wenn F 4 der > 83 der Klee anfängt ſparſamer zu werden, dieſes; oder auch beydes, Kraut und Rüben, dem Viehe geben. Einfommen von einem Acre mit Rüben. Die Berechnung hierüber iſt verſchieden, und muß es ſeyn, weil es ein ſo mißliches Gewächs iſt. Young ſagt: der Werth von Rüben pr. Acre kann von 10. bis 50 S8. ſteigen. Will man die Mittelzahl annehmen, die vielen zuſtoßenden Unfälle mit eingerechnet, ſo glaube ich nicht, daß er höher- als 35.8. pr. Acre angeſchlagen werden kann*). In Nor- folf rechnet man auf einen guten Acve mit Turnips von 30 bis 49 Fuder, wovon. jedes drey Pferde ziehen können. Werden die Rüben auf dem Felde verbraucht, ſo rechnet man einen Ochſen oder 6 bis 8 Schaafe auf einen Acre. In ſandigtem Boden, worin die Rüben nicht ſo groß wer- ' den; rechnet man nur 4 Schaafe pr. Acre. Ein nicht unweſentlicher Vortheil bey dem Rübenbau beſteht darin, daß, weil das Land zu Rüben gut gepflügt und geeggt werden muß, und überdies noch ein paarmal das Behäufen verlangt, es dadurch ganz vdrtweflich zur Gerſte zubereitet wird, und der Engländer mit Gewißheit zwey Körner Gerſte Ertrag von ſeinem Turnipsfclde mehr erwarten kann, beſonders, wenn er die Rüben auf dem Felde verzehren läßt, wodurch das Land zugleich mit bes düngt wird, Läßt er aber dagegen die Turnips ſtehen, und in Saamen ſchießen, ſo wird ſie eine den Acker ent- Fräftende Saat.«" 2. Kartoffeln. So wie Turnips oder Rüben hauptſächlich in den Öſte lichen Grafſchaften angebaut werden, ſo baut man in den weſili- *) The Agriculture of Suffolk pag. 82. 89 weſtlichen die Kaxtoſſel ins Große, jedoch noch mehr in Irland an. Unter den armen Häuslern in Sommerſet- ſhire iſt der Verbrauch ſo groß, daß in mancher Hütte, die von Vaker, Mutter und 5«bis 6 Kindern bewohnt wird, das Jahr'hindurch 20 Säcke Kartoffeln, jeder Sack von 240 Pfund, verzehrt werden. Dies macht auf jeden Kopf 20- Pfund Kartoffeln die Woche, In der Grafſchaft Lan- caſter miſchen die Einwohner Kartoffel und Weißenmehl zu- ſammen, und backen davon flache Kuchen auf-Eiſenplatten, Da Hr. Thaer den Anbau der Kartoffeln und ihren Gebrauch in England beſonders deutlich und umſtändlich vorgetragen hat, ſo finde ich es nicht nothwendig, dieſen Gegenſtand näher zu berühren. Ich will dem Leſer blos einige Jdeen, den Kartoffelbau betreffend, mittheilen, die das Ackerbaucollegium in London öffentlich durch den Druck hat befannt machen, und durch die Prediger an alle Land- wirthe Großbritanniens hat vertheilen laſſen, um diejenigen, die allenfalls mit dem Kartoffelbau noch nicht befannt ſeyn ſollten, über ihren großen Nußen zu unterrichten. dan findet in dieſer kurzen Anleitung das Wichtigſte, oder das den Engländern Eigenthümliche in Anſehung des Anbaues ſowohl, als der Benußung der Kartoffeln. 1) Das Legen oder Pflanzen der Karktof- feln.==) Kartoffeln in Reihen zu legen. Wenn das Land ſich im Winter naß hält, muß man es im Herbſte pflügen, damit es trocken zu liegen kömmt. Im Frühjahr wird.es gepflügt und eben geeggt. Im Ypril und May werden die Kartoffeln gelegt, dann ziehe man die Furchen 3 Fuß von einander, lege. Dünger zn dieſe“ Furchen, und zwar nicht weniger als 20 Fuder pr. Acre. Jſt der Boden F5; bindigt, 992 bindigt, ſo bedee man den Dünger ſammt den Kartoffeln auf die Weiſe, daß man die Erde mit'dem Häufeiſen dar- über zieht; gleich darauf häufe man mit dem Pflug mehr Erde darüber. Man halte die Zwiſchenräume allezeit durch Pflügen und/Häufen rein, und zwar fange man 6 oder 8 Tage, nachdem die Kartoffeln ſich haben ſehen laſſen, da- mit anz darauf häufe man ſie mit der Karſte,. und jäte ſie endlich mit der Hand. Aufgenommen werden dann die Kärtoffeln auf. die Weiſe, daß man mit einem Pfluge die Furchen öffnet, und mit der Forke oder einem Spaten ſie herausfraßt. k Der Boden, welcher zum Weiten gedüngt und gebracht worden iſt, worin aber der Weißen nicht ausgeſäet oder, durch den Froſt wieder vertilgt worden iſt, ſchi>t ſich, ohne weiter gedüngt zu werden, gut zu Kartoffeln. Kartoffeln in Löcher und zwar in einen guSsgebauten Boden zu legen. Iſt das Land ſtark mit fettem Graſe überzogen, ſo braucht man es nicht zu düngen; iſt es aber von geringer Güte, da dünge man es mit 10 bis 12 Fuder pr. Acre.. Wird es nicht bedüngt, ſo pflüge man es ſpät im Herbſte, und halte es im März frey von Gras und Unfraut.. Wird zu Kartoffeln gedüngt; ſo ſtreue man ſchon im Frühjahr den Dünger aus, und. pflüge ihn unter. Oder, aus Mangel an Dünger, lege man die Kartoffeln in Löcher, auf-den Rücken jeder andern Pflugfurche, und zwar 9 Zoll zwiſchen jeder Pflanze. Man halte ſierdann rein mit dem Kultivator und der Karſtie, und jäte ſie, wenn es nsthig iſt. Dieſe Kulturart iſt haupt- ſächlich auf einem tro>enen Moorgrunde und einer alten Gemeinheit, die zum Pflügen geſchickt iſt, zu empfehlen. “Will + 91 Will'man dea Raſen abpflügen und verbrennen, während daß im Frühjahr die trocknen Nordoſiwinde wehen, ſo kann man das Bedüngen ſparen. Die Aſche mit Kalk zu vers miſchen, würde in ſolchen Fällen gewiß ſchr zuträglich ſeyn. Nach einer zeitigen Heuerndte, oder nach dem erſten Mähen des Klees, muß das Land gepflügt und die Kar» toffeln in Löcher gelegt werden, wenn man bis zu dieſer Zeit gute Kartoffeln aufbewahrt hat. In den ſüdlichen Theilen Englands kann man dann noch eine gute Erndte erwarten. Das Legen der Kartoffeln in Moorerde. Auf einem ſolchen Boden, der ausgetrocnet, aber doch ſchwer zu pflügen iſt, muß folgende Bauart befolgt wer- den: Man pflüge den Raſen ab und verbrenne ihn, zwi- ſchen die Aſche miſche man Kalk. Dann lege man das Land in Beete; 6 Fuß breit, in einem Zwiſchenraum von 2, oder 27 Fuß. Die Kartoffeln lege man in den Beeten durch» gängig 12 Zoll von einander, und bede>e ſie durch einen Spaten mit 2 bis 3 Zoll Erde. Wenn die Kartoffeln aus der Erde hervorſchießen, ſo behäufe man das Kraut wie- der mit Erde. Durch Behäufen und Jäten hält man ſie rein von Unfraut. 2) Ertrag“ Nach den angeführten Kulturarten fann der Landmann an 200 bis 300 Buſhel pr. Acre*) erwarten. Der currente Preis über das ganze Königreich kann von x S. bis zu rt 8. 6 d. pr. Buſhel berechnet wer- den**). Angenommen x 8. 3 d. für 300 Buſhel giebt L+ x8. *) Das iſt von 5o bis 75 Tonnen pr« 6 Schipp Landes, **) Das iſt von 6 vis 9 Mark, oder 3 bis 4 Marf 8 ß. Lübiſch pr- Tonne, --> 92 LL. 13. 15 38. pr. Acre; angenommen 1 S. giebt 15 Pfund Sterling. Die Produckionsunfoſten können nicht höher als zu 10 Pd. St. pr. Acre angeſchlagen werden. Es bleibt alſo ein Ueberſchuß als reiner Profit von 5 bis 8 Pd. St. 15 3. pr. Acre. Das Legen der Kartoffeln in Reihen iſt- am wenigſten koſtbar. Die Kartoffeln, die man nicht ver- faufen kann, fann man den Pferden, Ochſen und andern Kreaturen*) als Futter geben, beſonders wenn ſie gekocht ſind, da dann eine Handvoll Salz zu jeder Tonne geſchüt» tet werden muß, 3) Die auf- Kartoffeln folgende Saat. Weißen iſt beſonders mit Vortheil nach Kartoffeln geſaet worden; allein es iſt doch mehr Gerſie und Hafer anzura- "then, Auf trocken>gemachten Mören, die ſo behandelt worden, wie wir oben angeführt haben, muß Turnips fol- gen, die von Schaafen auf, dem Felde aufgefreſſen wird, darauf Sommerkorn, mit Klee oder verſchiedene Grasarten. 4) Das Aufbewahren. Die beſte Art deſſelben beſteht darin, daß man in einen ganz trockenen Grund Lö- her von 6 Fuß Breite und 18 Zoll Tiefe gräbt, und dieſe mit Stroh auslegt. In dieſe lege man, die Kartoffeln in; Form eines Faches, und bedecfe fie mit 6 Zoll Stroh und darüber mit 15 bis 18 Zoll Erde. Die Erde klopfe man feſt zuſammen, und laſſe den Haufen bis zu einer ſpißen Höhe von 3 bis 5 Fuß über die Erde zulaufen. Sollte ; man x) Einem Pferde giebt man täglich x Schipp 3 ein großer Ochſe bis 60 Lpd. kann 3 Schipp, ein O<ſe von 49 Lpd, fann 2 Edipp und 10 Pfund Heu täglich verzehren. General! Murray machte 196 Ham? mel fett, die täglich 3X Tonnen Kartoſſeln und 6 L8pd., Heun verzehr- ten. Youngs Annal, Vol. XI, 93 man dennoch Feuchtigkeit bemerken, ſo grabe man eine Renne um dieſen Hügel, und zwar etwas tiefer, als die Kartoffeln gelegt wordemw' ſind. Je trockner die Kartoffeln liegen, deſto beſſer halten ſie ſich. 5) Vorſchlag. Aufjedem Hofe giebt es eine Menge breiter Grasgränder längſt jeder Saatkoppel. Dieſe fonn- ten mit Vortheil zu Kartoffeln zugebrochen werden, weil ſie in einem neu aufgebrochenen Lande gut gedeihen. Wenn der Boden es zuläßt, fo muß der Raſen bis ungefähr auf 8 bis 10 Zoll Tiefe umgepflügt werden) welches dann eben ſo wirkſam iſt, als Dünger. Auf großen, Höfen muß man den Häuslern es ver- ſtatten, für ſich auf ſolche Reine oder Winkel, welche ſonſt nicht. angebaut worden ſind, Kartoffeln zu legen. ZJhnen würde es zum großen Vortheil, dem Beſißer aber keines- weges zum Nachtheil gereichen.«+ Auf alten Gemeinheiten würde man ebenfalls mit großem Vortheil ohne Düngung Kartoffeln anbauen können. x 6) Kartoffelbröd. Denjenigen, welche die Kartoffeln lieber zu Brod als auf die gewöhnliche Weiſe gebrauchen, wollen wir folgendes Zubereitungsmittel empfehlen. Nimm von den mehlhaltigſten Kartoffeln 12 Pfund, koche und ſchäle ſie ab, reibe und ſchüttele ſie durch ein grobes Haarſieb, oder durch ein Sieb von Stahldraht, ſd, daß ſie ſo fein, wie möglich, durchgehen, und wie Mehl werden. Miſche dieſes mit 20 Pfund Weitzenmehl. Dieſe Miſchung knete und ſchlage-man eben ſo zuſammen, als wenn es ein Teig von bloßem Weißenmehl wäce. Im Teigtrog giebt ſie 9 Brodte zu 5 Pfund jedes, und wenn dieſe > 94 dieſe ungefähr zwey) Stunden im Ofen geſtanden find, hat man 42 Pfund des herrlichſten Brods.; Ebenfalls bereitet man von ungefochten Kartoffeln, die geſchält» gerieben" und mit der eben angegebenen Menge Mehls vermiſcht werden, ſehr gutes Brod. 7). Doppelter Ertrag. In Cornwallis, in Cheſhire, in Lancaſhire und in der Nähe. von London hat man in' einem Jahre zweymal auf einem und demſelben Lande Kartoffeln gebauf. In Cöeſhire bedient man ſich folgender Methode, um zeitig Kartoffeln zu haben; Man legt frühreife Kartofeln an eine warme Stelle, ſo, daß ſie im Anfange Märzmonats ſchon drey Zoll langes Kraut geſchoſſen haben, und deckt ſie, ſo lange der(Froſt anhält; des Nachts mit Stroh zu. tan pflanze ſie alsdann ganz vorſichtig mit ihren Schößlingen in leichtes Land, ſo, daß dieſe mit Erde leicht bedeckt werden. Ju der Mitte Mays ſind die Kartoffeln groß genug, um aufgenommen werden zu können. Das AFerbaucollegium nimmt ſich die Freyheit, die Prediger zu bitten, Obenſtehendes ihren Nachbarn in jeder Gemeinde mitzutheilen, und beyde, Farmers und Häusler, zu erſuchen, in dieſem Frühjahr Kartoffeln zu legen, da- mit der Staat keinen Mangel leiden möge, auf den Fall, wenn die Erndte ſehr ſpät eintreten, oder nicht ſo geſegnet ausfallen ſollte, daß damit dem Mangel an Brodforn abgeholfen werden könnte. Whitehall, den 20ſten Febr. 1795. ; John Sinclair, Präſident, v Dieſer 95 Dieſer Anweiſung von dem Aerbäucollegium will ich nun noch einige wenige Bemerfungen aus meinem Tage- buche hinzufügen. Der beſte Dünger für Kartoffeln iſt alter Pferdemiſt, dann Schwein- und andrer animaliſcher Dünger. Mit Kalk, Mergel oder Aſche zu düngen iſt nur von gerin» gem Nuten. Beſſer iſt es, ſie nach Wicken, welche grün abgemäht ſind, oder nach Klee zu legen. In Jrland und in den weſtlichen Gräfſchaften Eng» lands werden die Kartoffeln, welche gepflanzt werden ſol» len," durchgeſchnitten." Die Erfahrung hat gelehrt, daß man' auf 100 Buſhel Kartoffeln, 40 Buſhel beſparen kann, wenn ſie durchgeſchnitten werden,. In den öſto lichen Grafſchaften' werden ſje nicht durchgeſchnitten, weil man hier behauptet, daß ſie dann nicht ergiebig werden. Da, wo man ſie durchſchneidet, werden ſie in Löcher von 4 Fuß Tiefe gelegt, welche mit einen Stock in die Erde gebohrt werden. Gewöhnlich legt man in einen Aere x 8 bis 20 Buſhel Kartoffeln, und erndtet darnach 160 bis 200 Buſhel. 9 300 Buſhel hält man für einen beſondern guten Ertrag. Doch hat man auch Beyſpiele von einer noch größern Fruchtbarkeit. Herr Mayo in Suſſex erndtete von einem Acre 450 Buſhel; er hatte aber ſtark gedüngt, nämlich mit 60 Fuder pr. Acre. Herr Bucet in Suffolk hatte 628 Buſhel Ertrag pr. Acre; allein ſein Land war mit altem Pferdemiſt gedüngt, und die Kartof- feln in Reihen von 12 bis x5 Zoll Abſtand gelegt. In der Grafſchaft Kent, wo man die Kartoffeln in einen alten Hopfengarten gelegt hatte, hat man ein Beyſpiel von einer noch =< 96 noch größern Fruchtbatfeit, nämlich von 700 bis 800 Buſhel pr. Acre gehabt. Man muß bey den Kartoffeln nicht bloß auf den Vor- theil ſehen, daß man ſie verkaufen, oder in ſeiner eigenen Haushaltung verbrauchen kann, ſondern, daß es ein Gewächs iſt, welches das Land reinigt, und es zu einer andern Saat vorbereitet. Es iſt wohl ein nicht geringer Unterſchied zwiſchen einer koſtbaren Brache, und einer ein- träglichen Brachfrucht, und der Landmann kann ſchon da- mit zufrieden ſeyn, wenn die Kartoffeln den Dünger und die auf ihren Anbau verwandte Unfoſten bezahlen. I< habe es geſehen, daß Kartoffeln im März und auch am Ende Juni gelegt worden ſind. Nach den früh- gelegten ſoll die Frucht mehligter ſeyn, nach den ſpäter- gelegten ſoll man eine größere Menge erndten. Herr Woolward in Suffolk empfiehlt die Mitte Jüni nach den Verſuchen, welche er angeſtellt hat, und die man in Youngs Annalen Vol. 23. aufgezeichnet findet, als die beſte. Zeit, Kartoffeln zu legens; In Hinſicht des Gebrauchs der Kartoffeln, als Futter für Kreaturen betrachtet, findet man in den engliſchen Sfonomiſchen Schriften und Journalen eine Menge Nach- richten von widerſprechenden Verſuchen. Einen wichtigen Grund hiervon muß man in den verſchiedenen Arten der Kartoffeln ſuchen, da viel darauf ankömmt, welche Sorte Kartoffeln man' zum Viehfutter verwendet. Sie für die - Schweine oder fürs Vieh überhaupt"zu kochen, iſt ganz aus der Mode gefommen. Man fand, daß ſo viele Um- '* frände damit verbunden waren, und überdies das Volk nicht darauf paßte, ob ſie hinreichend abgefühlt waren, um dem 97 dem Viehe gegeben werden zu können. Auf die Weiſe büßte Young eine Menge Schweine ein, die er mit ge- kochten Kartoffeln mäſtete, weil ſie dieſe zu warm nieder- ſchlucten, und darnach ſtarben. Allein ohne alles Nebenfutter können die Kartoffeln nicht wohl mit Nußen gebraucht werden. Sind ſie groß, ſo ſtoße oder. ſchneide man ſie entzwey, und gebe ſie dem Viche zu ſeinem gewöhnlichen Futter, wovon man denn etwas weniger geben kann. Auf. die Weiſe ſind ſie ein ſehr geſundes und nahrhaftes Futter für Pferde, wenn ſie nämlich Heu und Häckſel dazu, oder eine-kleine Portion. Kartoffeln mit Hafer bekommen. ZZ. E. ein Fdkr.- Hafer und ein Fdkr. Kartoffeln; für Ochſen mit Heu und Korn, für Schweine mit Gerſtenſchrot oder Pferdebohnen. Die Kartoffeln können allein kein Schwein fett machen, und geben dem Speck weder Feſtigkeit noch angenehmen Ge- ſchma.. Giebt man milchenden Kühen bloß Kartoffeln, ſo ſeßt die Milch feinen Rahm ab, und die Butter bleibt ohne Geſchmack.*) Aus Verſuchen weiß man, daß 4 bis 5 Tonnen Kay» toffeln zur Schweinemaſtung daſſelbe, was 2 bis 24 Ton«- nen Gerſtenſchrot, oder x 3 Tonne Erbſen ausrichten. Zwey Fdkr. Kartoffeln geben nach Hjelmkrons Er- fahrung dieſelbe Nahrung, die 12 Pfund Heu, oder 9 Pfund Kleeheu, oder ein Fdkr. Gerſtenſchrot geben. Wile man *) In einer Abhandlung in den Bath Memoirs für 1792, findet man Nachricht von einer Menge koſtbarer und glaubwürdiger Vers ſuche, welche von Billingsley ins Große veranſtaltet worden ſind. Zweiter Theil. G aut 93 man die Kärtoffeln kochen, ſo muß man das Waſſer, wor- in ſie gekocht worden ſind, weggießen, weil man es be- ſonders ſchädlich für Schweine gefunden hat," Einige Landwirthe ſagen, daß der Kartoſfelbau wohl vortheilhaftſeyn kann, allein ſie beſchweren ſich doch dar- über, daß er den Boden auszehrt, und man nicht ſv viele 3 Körner Weißen nach Kartoffeln, wozu gedüngt worden iſt, baut, als wenn man zu Weißen bracht und düngt. Dieſes ſtimmt mit dem Geſtändniſſe des A. Youngs überein, welcher es nach einer Menge angeſtellter Verſuche eingeſtehen mußte, daß Gerſte, Hafer und Pferdebohnen beſſer, als Weißen, nach Kartoffeln gelingen. I< kann dieſes nüßliche Gewächs nicht verlaſſen, ohne des glücklichen Verſuchs zu erwähnen, welchen die Eng- länder angeſtellt haben, die Kartoffeln auf langen See- reiſen unverdorben zu erhalten. Ein Farmer in Kent ließ- vier Säcke Kartaffeln waſchen, in dünne Scheiben ſchnei- den, und dieſe auf einem Backofen trocknen. Zwey Säcke wurden davon zu Mehl vermahlen, und dieſes in eine Tonne gepackt; die zwey andern Sake voll blieben ſo, in Scheiben geſchnitten und getrocknet. Jn dieſem Zu- ſtande wurden ſie an Sinclair mit dem Verlangen ge- ſandt, ſie nach Port8mouth zu befördern, und ſie dort auf ein königliches, auf eine lange Reiſe auslaufendes Schiff. zu befördern, um zu erfahren, ob ſie ſich conſer- viren wollten.“ Hier nahm ſie der Kapitain Rüſſel in ſein Schiff St. Albans., Dieſer gab Nachricht von St. Helena, datirk den x 3ten Decemb,. 1795, daß er ſelbſt die Kartoffeln zu verſchiedenen Zeiten unterſucht, und be- funden habe, daß ſowohl die, welche in Scheiben zer- - ſchnitten, 99 ſchnitten, als die, welche zu Mehl vermahlen worden, alle ihre weſentliche Eigenſchaften beybehalten, aber ihre Farbe etwas verändert hätten, Der Proviantsverwalter des Schiffs beſtätigte dies. Bald darauf wurden dieſe Kartoffeln an dem Gouverneur Hunter in Neuſüdwallis geſandt, deſſen Bericht darüber ebenfalls ſehr vortheilhaft lautete.; Es iſt ſehr natürlich, daß das Kartoffelmehl ſich auf langen Seereiſen gut. conſerviren läßt, weil in dem feinen fein animaliſcher Stoff, wie in, Weißen- und anderm Mehl iſt.. Aus der Urſache kann es ſich nicht erhißen, oder auf eine andere Weiſe durch Feuchtigkeit, Seewaſſer, Salz, Säure, Hiße u. ſ. w. verderben. Allein iſt das Kartoſfelmehl nicht zu Brod geſchickt, aber mit 2 oder 3 Weißenmehl vermiſcht, giebt es ein nahrhaftes und ge- ſundes Brod. Man hak es auch verſucht, das Kartoffel- mehl mit Gerſte und Hafer zu vermiſchen, alleln das Brod davon iſt nicht ſo nahrhaft und wohlſchmeckend, als wenn es mit Weißenmehl vermiſcht wird.. Zu Schiffs- zwieback iſt Kartoffelmehl vortreflich. 3. Gelbe Wurzeln. Die gelben Wurzeln in derſelben Abſicht im Felde, wie Karkoffeln zu bauen, iſt in England nicht allgemein. Es giebt nur einen einzigen kleinen Diſtrikt in der Graf- ſchaft Suffolf, the Sandlings genannt, wo ſie ins Große angebaut werden, und wo ſolches bereits ſeit 200 Jahren geſchehen iſt. Worhin baute man in dieſem Diſtrikt die gelben Wurzeln als eine Handelswaare,'die zu Schiffe nach London geſchiFt wurde. In den leßten zehn Jahren G'2 haben > „100 haben die um London herum liegenden Grafſchaften den Sandlingsfacmern dieſen Verdienſt entzogen, daber ſie nun hierſelbſt nur hauptſächlich als Futter für Pferde ge- baut werden." Der Anbau der gelben Wurzeln beſteht im erwähnten Diſtrikt darin? Man ſäet nach Turnips Gerſte; die Gerſte- ſtoppeln pflügt man um Oſiern mit zwey Pflügen nach ein- ander fo tief um, als der Boden es zuläßt, und nach dieſem einmaligen Pflügen ſäet man 5 Pfund Saamen auf einen Acre, welches 8 Pfund Saamen auf eine Tonne Landes geometriſch macht, und eggt dann den Saamen ein. Zu Pfingſten reinigt und häuft man ſie zum erſtenmal, und bald darauf noch zweymal. In allen häuft man ſie dreymal.| In einem guten Boden fann man denn auf einem Acre oder 6 Schip Landes 100 bis 120: Tonnen erndten. Man hat jedoch auch Beyſpiele von 200 Ton- nen. Zm leichten Saändboden- iſt der Landmann mit 50 Tonnen zufrieden. Die gelben Wurzeln bleiben den Win- ter hindurch im Lande ſtehen, und werden, ſo wie die Turnips, erſt aufgezogen, wenn ſie verbraucht werden ſollen. Iſt der Winter ſtrenge, ſo verfaulen ſie im Feide, wenn ſie nicht mit Schnee gut bedeckt ſind.. Der Sandlingsfarmer füttert ſeine Pferde mit gelben Wurzeln, und ſpart dabey an ſeinem Hafer und Heu. Er rechnet 20 Tonnen Heu die Woche für 6 Pferde, dabey Häſel voll auf, aber keinen Hafer, jedoch ein wenig Heu. Da die zelben Wurzeln zu Weihnachten nicht ſo gut, als gegen das, Frühjahr ſind, ſo geben einige, Landwirthe im Anfange des Winters 10 Tonnen Wurzeln und x Tonne Häfer die Woche an 6 Pferde, aber im Frühjahr 20 Ton» nen IOI nen Wurzeln, und keinen Hafer. Die Erfahrung hat ſie gelehrt, daß die Pferde weit beſſer nach gelben Wurzeln, als nach Hafer gedeihen, auch in der Gerſtenſaatzeit bloß bey Wurzeln anhaltender arbeiten, als bey Hafer. Außer- dem find die Pferde auch weit begieriger nach gelben Wur- zeln, als nach Hafer, wenn ſie erſt Geſchmack daran ge- wonnen haben. Man füöttert von Weihnachten bis nach Oſtern mit gelben Wurzeln. Die, welche am Ende des Winters ge- braucht werden ſollen, werden aufgezogen und aufbewahrt, damit das Land zu rechter Zeit wieder zur Gerſte gepflügt werden kann, Es iſt nämlich fein Zweig des Ackerbaues in England, ſagt Young 5), welcher mehr Aufmerkſamkeit verdient, als der Gelbewurzelbau in Suffolk, weil erallenthalben, wo es Sand und ſandſtaubigten Boden giebt, anwendbar iſt. Der Gegenſtand iſt ſv wichtig, daß er eine nähere Unterſuchung verdient, daher ich hier einige Bemerkungen anführen will, welche ich auf meiner Reiſe in dieſen Diſtrikt geſammelt habe. Herr Kirby hat zum wenigſten jährlich vier Acre mit gelben Wurzeln. Seine Bauart beſteht darin, daß er den Saamen mit der Haud nach reiner Gerſte oder Turnips ſäet. Er iſt ganz davon überzeugt, daß die gelben Wurzeln das Land nicht ausſaugen. Denn, will man ſie auf einen Theil des Landes, und die Turnips auf einen andern Acker ſäen, ohne zu einem von beyden vorher gedüngt zu haben, und will man die Turnips auf dem Felde verfüttern, die gelben Wurzeln aber wegnehmen, G.,3 ſo *) View of the Agriculture of Suffolk, pag. 104. > 113 102 ſo wird man eben ſo gute Gerſte nach Wurzeln, als nach Rüben bauen. Wenn er gelbe Wurzeln nach Turnips und darauf Gerſte geſäet hätte, ſo hätteier immer 2 Ton- nen Gerſte pr. Acre mehr geerndket, als wenn er die Gerſte gleich nach der Turnips geſäet hätte.“ Herrn Kirbys Boden iſt ſehr ſandigt, daher er denn nicht auf einen ſol- t. Als Futter für die Pferde hatte er ſie oft für 15 S. das Fuder verkauft. Seine 6 Pferde befamen wöchentlich den ganzen Winter hindurch 2 Fuder gelber Wurzeln und Häckſel„ aber keinen Hafer und nur wenig Heu. Dies wäre das beſte Futter, welches man, ſeiner Meinung nach, Arbeitspferden geben könnte,"ſey aber nicht ſo dienlich für Pferde, welche man zum Fahren auf der Landſtraße ge- brauche. Nach gelben Wurzeln ſäete er Gerſte oder Erbſen.; Auf dem Stücke Landes; wo er das Jahr ſeine gelben Wurzeln hatte, fand man nichts als reinen Sand. Ex G 4 hofte BD Eulen PI SEES geen Ennen me 104 hoffte doch noc< 7 Fuder Wurzeln pr. Acre, und nach den, Wurzeln, wenn er Gerſte ſäete, das 4te: bis 5te Korn zu erndten. Sein Saatkwechſel war folgender: 1tes Jahr, gelbe Wurzeln in Dünger. 2tes Jahr, Gerſte. 3tes, 4tes, 5tes Jahr, Trifolium und Raigras. 6tes Jahr, Erbſen, welche gedibbelt werden, nach Tab. W--: 7ztes Jahr, Rocken. Hr. Weeden in Ramshold hatte 18 Acres mit gel- ben Wurzeln, und r1o Fuder an Erkrag pr. Acre, wovon 8 Fuder von der Beſchaffenheit waren, daß ſie nach London zu Markt gebracht werden konnten, die zwey andern Fuder als Ausſchuß zum eigenen Verbrauche dienten. Seine Pferde bekamen den ganzen Winter hindurch bis zum. Aus- gange Aprils bloß gelbe Wurzeln, Häckſel und. die halbe Portion Heu, aber keinen Häfer. Er fand die gelben Wur- zeln ebenfalls ganz beſonders gut für die Schweine. Ar. Abblet in Alderton hatte 8 Acres mit gelben Wurzeln,'und das Jahr vorher hatte er 20 Acres gehabt. Er rechnete 2 Schipp täglich für ein Pferd ohne Heu. Sei- ner Meinung nach war es beſſer, den Pferden beydes, Ha- fer und Wurzeln, nämlich 3 Schipp Hafer zu 2 Schipp Wurzeln, zu geben. In dem Fall, daß er g?nöthigt wäre, Futter für ſeine Pferde zu kaufen, wollte er lieber 15 8. für ein Fuder gelber Wurzeln, als 10 8. für eine Tonne Hafer geben.) Hr. Wimper giebt ſeinen Pferden beydes, gelbe Wur- zeln und Hafer. Nicht deswegeny weil die Pferde nach ; Wurzeln 105 Wurzeln und Höckſel allein beſſer gedeihen, ſondern weil er mehrere Pferde im Stalle hält, als er blos mit Wurzeln füttern fann. Ich fragte ihn, ob er auch gelbe Wurzeln bauen würde, wenn er ſie auch nicht verkaufen könnte? Allerdings, antwortete er, ſo viele, als ich auf meinem Hofe verbrauchen kann. Jh gebe ſie nicht blos meinen Pferden, ſondern auch meinen Kälbern, ſo viel ſie davon freſſen wollen, ebenfalls auch den Ferkeln und Säuen mit Ferkeln, für welche ſie beſonders gut ſind. Daß die gel- ben Wurzeln auch für die Kälber dienlich ſind, ſah ich be- ſonders an ſeinem Jungvieh, welches in vortreflichem Stan- de, und nach ſeinem Alter ſehr groß war. Er berechnete die Produckiongunkoſten auf 3. Pd. St. 3 S8. pr. Acre, und auf einem Acre guten Landes erndtete er 9 bis 10 Fuder, auf magern Sandboden nur 4 bis 5 Fuder. Dies beträgt 8x PC. an Productiongunfoſten für eine Tonne, Hr. Groß, Pachter auf einem großen Hofe von 2700 Acre, welcher dem Lord Hamilton zugehört, hatte mit dem Anbau der gelben Wurzeln aufgehört, weil er ſie nicht vor des Lords Haſen bewahren konnte. Uebrigens geſtand er, daß er ſeine Pferde lieber mit Wurzeln, als mit Hafer, füttere, und daß ſeine Pferde nicht ſogleich Heu wieder freſſen wollten, wenn ſie vorher- mit Wurzeln gefüttert worden waren. ) Es würde überflüßig ſeyn, hier noch mehrere Beyſpiele anzuführen. Aus dieſen kann man ſchon hinreichend erſe- hen, daß man Arbeitspferden blos gelbe Wurzeln und Häck- ſel mit wenigem Heu, und gar keinen Hafer geben darf; oder auchybeydes, Wurzeln und Hafer mit Heu, Zn dem einen Fall erſpart man ganz den Hafer, in dem andern die G'5 Hälfte 106 Hälfte des Hafers, und bey beyden Fükterungsmethoden die Hälfte des Heues. Außerdem ſicht man auch aus den angeführten Berechnungen, daß die gelben Wurzeln nicht allein die Productiongunfkoſten bezahlen ſondern noch. für den Landmann einen guten Profit abwerfen, und daß ihr| Werth oft, ſo wie der Werth von ven Kartoffeln, dem von dem Weißen an die Seite geſeßt werden kann. Ein Acre, oder 6 Schipp Landes von einem guten Boden geben 10 Fuder, oder 100 Tonnen gelber Wurzeln; ein Acre deſſel- ben Bodens mit Hafer giebt 10 Tonnen. Nun verhalten ſich nach dem Angeführten 3 Tonnen Hafer zur Fütterung gleich 20 Tonnen gelber Wurzeln. Hier iſt alſo das Ver- hältniß zwiſchen Hafer und gelben Wurzeln in Rückſicht auf die Vortheile, wenn beyde zu Pferdefutter verwandt wer- den, wie 3 zu 5« Könnte man die gelben Wurzeln ſo gut, wie den Hafer, abſeßen, ſo würde der Vortheil noch weit größer ſeyn.; Ein Umſtand darf hier am wenigſten unberührt gelaſſen werden. In dem erwähnten Diſtrikt, wo man die Wur- zeln als Pferdefutter braucht, trifft man die fetteſten, ſchönſten und ſtärkſten Pflug-,und Arbeitspferde an, die England aufzuweiſen hat. Hiebey kömmt beſonders noch dies in Betracht, daß der Landmann ſeinen Pferden nur eine gewiſſe Portion, die niemals mehr als 4 Schipp be- trägt, zugeſteht. Der Sandlingsfarmer! giebt ſeinen Pfer- den ſo viele gelbe Wurzeln, als ſie nur freſſen mögen, und zwar, wie wir geſehen haben, von 2 bis 4 Schipp täglich, außer Heu und Häkſel. Es iſt alſo kein Wunder, daß ſie die beſchwerliche Gerſtenſaat blos bey gelben zWurzeln, HäFſel, und etwas Heyy ohne inne zu halten, beſtellen. Eine 107, Eine nicht unwichtige Sache iſt der vortrefliche Zuſtand, worin das Land nach dem gelben Wurzelbau für die fol- gende Saat, beſonders fär Gerſte, gelaſſen wird. Es iſt gut gedüngt, mürbe und.rein von Queckenwurzeln, da- her man allezeit zwey Körner Gerſte mehr nach Wurzeln erwarten kann. Da die gelben Wurzeln einen. beſonders reinen Boden verlangen, ſo wird folgender Saatwechſel ſich ganz vorkreflich für einen leichten Boden ſchien; 1) Tur- nips, 2) Gerſte, 3) gelbe Wurzeln, 4) Gerſte mit Klee und Raigras«. „Ich kann dieſen Gegenſtand nicht verlaſſen;* ſagt Young*) in der Anleitung des gelben Wurzelbaues „ohne ihn. mit der größten Wärine allen Landwirthen zu empfehlen, welche ſandigten oder ſtaubſandigten Boden ha- ben, um ſie dahin zu bringen, ſich aus den Ketten lo8zu- reißen, worin Vorurtheil und Unwiſſenheit ſie gefeſſelt hal- ten. Die vortrefliche Wurzel muß ins Große und mit Eis fer angebaut werden; ſie muß das beſte Land haben; man muß zu ihr ſo tief, als möglich, pflügen, ſie behäufen, und das Kotnfüttern im Stalle, als eine verſchwenderiſche und unvernünftige Landsfonomie, ganz abſchaffen, Die Natur ſelbſt leitet uns auf„dieſe Betrachtungen. Man laſſe dem vierfüßigen Hausthiere nur die Freyheit, ſo geht es ſeinem JInſtincte nach aufs- gelbe Wurzelnfeld, und läßt das Korn unberührt.“ Wir haben es erzählt, wie der gelbe Wurzelnbau von dem ordinären Landmann in dieſem einzigen Diſtrift in England betrieben wird, wo die Futterwurzel zu Hauſe ge- hort, und wo ſie nach Norden's Surveyors Dialogue ſeit ; 200 *) Youngs Annals Vol. 25, pag. 137=230-. > I0R 200 Jahren zum Pferdefutter angebaut worden iſt. Nun wollen wir auch das Reſultat von einigen großen Verſu- hen anführen, welche einzelne engliſche Gutsbeſißer ange- ſtellt haben, um die Kulturmethoden, ſo wie.die Vortheile und den Gebrauch von dieſer Wurzel zu beſtimmen.- Die Verſuche ſelbſt findet man ſchr umſtändlich bey Young in ſeinen Annalen beſchrieben. Folgendes iſt das Reſultat davon. 3 Boden. Die beſte Erdart für gelbe Wurzeln iſt die ſchwarze Stauberde, und ein tiefer ſtaubſandigter, und nach dieſem ein lehmigter mit Sand vermiſchker Boden. Die ſchlechteſte Erdart iſt ſteifer und niedriger Lehmboden. Das Pflügen, Nur eine Furche, die aber ſo tief als möglich, und im Allgemeinen an 9 bis 16 Zol tief ſeyn muß, welche man am beſten dadurch zuwege bringen kann, daß man einen Pflug hinter den andern in derſelben Furche folgen läßt. Düngung. Die gelben Wurzeln geben auch ohne Dünger einen ziemlich guten Ertrag; doch iſt es ausge- macht, daß, je beſſer man düngt, deſto mehr erndtet. Legrand düngte mit 80 Fuder mit Stalldünger vermiſch- ter Erde pr. Acre, obgleich ſein Land ſehr gut war; allein er erndtete auch x 000 Buſhel pr. Acre, d. 1. 250 Tonnen auf 6 Schipp Landes, Ausſaat. An4 bis 6 Pd. pr. Acre; 4 Pd. ſcheint jedoch hinreichend zu ſeyn. Die Saatzeit fällt in England im März und April, und der Saame wird eingeeggt. Behäufen. Gelbe Wurzeln werden zwey» bis drey- mal behäuft, und ſo verdünnt, daß ſie in einem Abſtand von 109 von 9 bis 18 Zoll gegen einander zu ſtehen kommen. Im Allgemeinen iſt x Fuß hinreichend. Das Aufnehmen. Wie die Kartoffeln, mit einem Pflug oder einer Forke. Sie werden im October aufge- nommen, und'den Winter über im Sande, oder auf an» dere Weiſe aufbewahrt. Gebrauch zur Fütterung. Für Schaafe, beſſer für Hornvieh, beſonders für Ochſen, gut für Pferde, und am allerbeſten für Schweine, beſonders wenn man die Wurzeln kochen will. je: 2 8 S8 5 ve 3 EBERN: un els -* dars SS.-=»[6] =.-] .-..-.. r=--> Ge." 2 zZ Ss xat S(= 230<.. > &=-=== =>=»"= es„--. S5 5=(ZW 52 2% 254 IWEIN€ BI= SOHM= Ax Wp> MEET, DZT> 2|= «2 G 2 ES." 1545-7= zZ a ft- 2 5% KN... (45 En(x Mar uw e& Ful 2 vw 82 dw dv>» wa == 3= 354 D EZ 82:5 2>>> Z2=- ZS.r 1a.--<--«==== 42 ty.--+“=. Aid:| Si UGS | 2 2 2= 7& ATE HEN 10= = Die a z.>= 2 aur fi Z2Q jus.--.-[=] 2* SIENA EEN 2 OD Q S=. 8 2 2. Ge TD BS C== 89:"37: 2 3.-< 2+-"EE er 2 Zz? EN>=== en NEI SEN NArE> 5== 0 1 GERD ER 7 5 c= Mb ih n= vr Se Ww OD>- ||„WIEN"2 SZ „SI, a Ix..- DD 23.- D DQ u NS. Es& as x pt: Er)=> >» Gr vL N-) Gi* 2 2 =„385 Gs?»» ww ww> 5 Die > EI0 Die Productivonsunko ſten betragen nach der Er- fahrung dieſer Männer 3 d. pr. Buſhel, d. i, 24 ß. pr. Tonne däniſch. Nach allen dieſen Beyſpielen war das Land vorher. ſtark bedüngt worden. Im Allgemeinen kann man 300 Buſhel für einenamäßigen, 400 Buſhel für einen guten, und 500 Buſhel für einen beſonders ſtärfen Ertrag halten. Beyſpiele von 800, 900 und 1000 Buſhel Ertrag giebt es da, wo das Land bedüngt, und wie ein fruchtbares Haferland behandelt worden iſt. Ein Brief von Henry Wavaſour, Esq. beweiſt ganz vorzüglich den"vortheilhaften Gebrauch der gelben Wurzeln. Er lautet ſo:„Das lette Frühjahr beſäcte ich von meinem Brachfelde nach Kartoffeln 2 Acre von einem guten ſchwarzen Sandboden mit gelben Wurzelſaamen. Die Wurzeln wurden zweymal gehäuft, und wie Rüben gedünnt. Im Sommer ließ ich dem dritken Theil der Wur- zeln das Kraut zweymal abmähen, einem Dritttheile nur einmal, und einem Drittheile wurde es gar nicht abgeſchla- gen. Das Kraut wurde mit großer Begierde vom Horn- vieh, von meinen Pferden und Ferfeln auf dem Hoſe ver- zehrt, und war für mich von demſelben Werth, als eine gleiche Duantität Klee, die auf dieſelbe Weiſe verbraucht wird. Am Ende Octobers nahm ich'ſie auf, und bewahrte ſie in einer Hohlung in der Erde, auf dieſelbe Art, wie Kartoffeln. Jch erndtete voll 650 Buſhel(x 5 0 Tonnen) pr. Acre, und fand nicht, daß die Wurzeln, wovon das Kraut abgemäht war, von minderer Güte und Größe, als die übrigen waren. Meine Pferde, Ochſen, Milchkühe nnd Ferkel freſſen, während ich dieſen Brief ſchreibe, meine Wurzeln mit der größten Begierde. Die Kalekuten und Hühner PFLE Hühner im Hofe werden nach'dieſer"Art Futters außeror- dentlich fett, und ebenfalls die Tauben, welche im Hofe das aufleſen, was das Kleinvieh übrig gelaſſen hat. Kurz - geſagt, ich habe mich gut dabey geſtanden, und meine Acres mit gelben Wurzeln haben ich beſſer,„als die mit jeder andern Saat, bezahlt.“ 9) Den 27 Jan. 4795. Henry Mavaſour. „4 JIneinem periodiſchen Blatt; the Gentlemans Maga« zine für das Jahr 1764, findet man folgende kurze Nach» richt über den Gebrauch der gelben Wurzeln. » Werden Ochſen mit gelben Wurzeln und wenig Heu gefüttert, ſo gedeihen ſie weit beſſer darnach, als nach je» dem andern Futter. Ein gut gebauter Acre mit Wurzeln kann mehr Schaafe, als drey Acre mit Turnips, ernäh- ren, und außerdem wird das Fleiſch feſter und wohlſchme- Fender. Arbeitspferde kaun man damit föttern, ohne ſo viel Hafer und Heu, als ſonſt, zu gebrauchen.- Die gel- ben Wurzeln ſind auch im Winter dem Wilde im Thiergar- ten dienlich.“ „Hunde kann man damit weit leichter als mit etwas anderm füttern. Die Wurzeln werden gefocht und ihnen in einer Suppe gegeben.“ » Federvieh, wie Hühner, Gänſe, Enten, freſſen ſie mit Begierde, beydes im Sommer ſowohl, als im Win- ter, wenn ſie in kleine Scheiben zerſchnitten ſind.“ „Schweine freſſen ſie gerne roh, aber ſie mäſten beſſer, wenn ſie ihnen gekocht, oder mit etwas ſchlechtem Korn vermiſcht, gegeben werden.“ ne„» Gelbe *) Dieſer Vrief befindet ſich in Youngs Annalen Yol. 24, P- 492+ I12 „Gelbe Wurzeln ſind. ſehr dienlich für Hornvieh, Als Futter im Winter giebt es der Milch und Butter einen an- genehmen Geſchmack und eine gelbe Farbe, wie die der Maybutter. Ein halbes Schipp täglich für eine Kuh iſt hinreichend, um dieſe, Vortheile zu erreichen.“ Die gelben Wurzeln ſind eine außerordentlich gute Vorbereitungsfrucht für. jede Kornart, hauptſächlich für Gerſte, weil zu ihnen das Land gedüngt, tief gepflügt und Hut, gejätet werden muß.' Um das Jäten zu erſpare; möchte es zuträglich ſeyn, den Wurzelſaamen zwiſchen Hanf und Flachs zu ſäen, welche einen gut bearbeiteten Boden verlangen, oder ihn auch mit der Gerſte auszuſäen, welche durch ihren geſchwinden Wachsthum das Unfraut zu- rückhalten würde. Wenn die Gerſte eingeerndtet ſeyn wird, werden die Wurzeln im Wachsthum zunehmen, obgleich ſie hier der Bearbeitung entbehren würden, welche das Aufziehen des Flachſes und Hanfes bewirken. 4. Kohl. Es werden in England verſchiedene Abarten Kohls au- gebaut. Von dem-Nüußzen deſſelben, als Futter fürs Vieh, iſt der engliſche Landmann hinlänglich überzeugt, und gleichwohl hat er doch keine Neigung dazu, ihn in ſeinem Lände, wie die Turnips und Kartoffeln, anzubauen.. Die Urſache hievon beſteht darin, daß die Productionsunfoſten weit größer, als die von dem Anbau der Rüben und Kar- toſfeln ſind, weil der Kohl gepflanzt werden muß, und ein beſſer bearbeitetes und ſtärker bedüngtes Land. verlangt. Den Kohl beſchuldigt der Engländer, daß er das Land aus- ſaugt;. zum wenigſten baut er auch nicht ſo viel Körner nach I13 nach Kohl, als nach Rüben. Der Grund hiebon beſteht in dem ganz beſondern Verfähren der Engländer mit den Rüben. Seine Rüben, oder die ſogenannte Turnip; wird von Schaafen und Hornvieh im Felde verzehrt, wodurch das Land gedüngt wird, und natürlicher Weiſe beſſere Ger- ſte, als nach Kohl, geben muß, da dieſer abgeſchnitten wird, und nur die Stoöc>e ſtehenbleiben. In keinenr Diſtrikt in England wird von gewöhnlichen Farmern der Kohl als Futter fürs Vieh angebaut, aus- ' genommen auf deim Lehmlande um Bury in der Grafſchaft Suffolk, in der Gegend, wo A. Young ſeinen Hof hat, Bey den Suffolker und Norfolker Farmern haben wir meh» reremale Gelegenheit gehabt, zu bemerken, daß man bey ihnen die beſte Aerwirthſchaft antrifft. Der Suffolker Farmer fand, daß es ihm mit ſeiner Turnip auf ſteifen; lehmigten Boden nicht ſo' gut, wie ſeinem Nachbar auf leichtem Boden, glücken wollte; ſie war bey ihm immer ein mißliches Futtergewächs. Bey Kartoffeln und gelben Wureln fänd er ſeinen Vortheil gar nicht. Sein ſteifer niedriger Lehmboden verlangte doppelte Düngung und vop- „. peltes Pflügen, und trug ihm'doch nicht ſo gute und ſo 'viele Kartoffeln und gelbe Wurzeln, als dem Sandlings- farmer der leichte Boden bey halber'Mühe. Er verlangte alſo ein mit einer guten Wirthſchaft'übereinſtimmendes Futtergewächs." Erbſen, Pferdebohnen, Klee und Wicken leiſteten ſeinem Verlangen nach einem nüßlichen Futterge- wächs zur Abwechſelung in der'Saatfolge und zum Win- terfutter kein Genügen, daher er ſich entſchloß, weißen Kohl zu bauen. Dieſer wird nun in'dieſer Gegend ſo ſtark an- gebaut» daß ich' bey einem Farmer in der Nähe des Fle- Zweiter Theil. H&ens I14 >ens Bury 70 Acres mit- Kohl angetroffen habe:»Voung hatte eine Koppel von x 6 Acres, und eben ſo-mehrere Land- wirthe dort in der Gegend. Man findet ebenfalls in Yorf- ſhire und„überall in England einzelne Landwirthe, ſoge- nannte-Gentleman Farmers„..velche Kohl in ihre Wirth- ſchaft eingeführt haben, allein der Anbau deſſelben iſt doch noch nicht allgemein, und. wird noch nicht von den gemei- nen Landwirthen, als nur.in der eben erwähnten Gegend, ausgeübt. Der Kohlbau iſt unſtreitig weit koſtbarer, als der Kar- koffel- und Turuips8bau; allein er bezahlt ſich auch auf ei- nem lehmigten Boden weit beſſer. Die Erfahrung hat nämlich gelehrt, daß x Acre mit weißem Kohl ſo gut, als 2 mit Turnips, und. 2 Tonnen Kohl ſo gut, als 3 Ton- nen Turnips iſt. Die Art und Weiſe, den weißen Kohl anzubauen, be- ſicht-bey dem Suffolker Farmer darin: Im Anfange Märzmonats ſäet er ein Pfund Kohlſaa- men auf einen ſehr guten, aber leichten Boden, ſo, daß die Kohlpflanzen gegen Kälte und Froſt geſchüßt bleiben kön- nen. Für x Pd. Saamen bezahlt er 2 8. 6 4. Er hält x Pd. Saamen für hinreichend, um ſo viel Pflanzen, als zur Beſeßung dreyer Acres, oder beynahe drittehalb Ton» nen Landes erforderlich ſind, darnach anzuziehen. Das Land, wohin er verpflanzt werden ſoll, wird vor dem Winter 6 bis 7 Zoll tief„ und im Frühjahr bey tro- &enem Wetter in die Oueere gepflügt.. Darauf folgen noch zwey bis drey Furchen im Frühjahr, ſo daß es recht mürbe wird. Ehe es zum leßtenmale gepflügt wird, wird der Dünger darauf gebracht, und man; rechnet x5 drey- : ſpännige I15 ſpännige Fuder Stalldünger, oder 20 Fuder Compoſt von Stalldünger und Erde auf einen Acre. Wenn das Land vier bis fünfmal gepflügt und auch gedüngt iſt, ſo pflägt man es im Junimonat in ſchmale Beete von 2 bis 3 Fuß Breite, und ſeßt die Pflanzen" in dieſe Beete, wenn der Himmel Regen verſpricht, oder man begießt ſie, wenn der Regen ausbleibt, mit Waſſer. Sobald das Umpflanzen geſchehen ſoll, ſo ſeßt man alles Dienſivolf in Bewegung.“ Es ksmmt dann viel dar- auf an, ob die Pflanzen, welche verpflanzt werden ſollen, groß und anſehnlich ſind. Sie werden in Reihen queer übers Feld in einer Diagonallinie geſest. Zwey Frauen gehen dann längs dem Beete voran, und legen dort die Pflanzen nieder, wo ſie geſeßt werden ſollen; ihnen folgen 7. Mannsperſonen, bohren mit einem Pflanzſiock ein Loch in die Erde, und drücken ſolches mit dem Handgriffe des Pflanzſtoc>s wieder zu. Einen Monat nachher kommt der Häufepflug zwiſchen » die Reihen, und dann werden die Pflanzen noch dreymal mit der Hand behäuft. Das Verpflanzen wird mit 3 8. pr. Acre bezahlt, und das dreymalige Behäufen mit 6 S. Drey Wochen nachher werden die Kohläcker nachgeſehen, und da, wo die Pflanzen nicht gewachſen ſind, werden neue gepflanzt; dies geſchicht auch, wenn es nach Regen aus- ſicht. 42 Das Weſentliche beym Kohlbau beſteht darin, daß das Land mürbe und gut gedüngt iſt=- und daß die Pflan- zen, welche verſeßt werden ſollen, gute Herzblätter haben== daß ſie ſo-tief in das durchgepflügte Land geſeßt werden, daß das Herz mit dem Boden in einer Linie iſt== und daß H 2 ſie 116 ſie gut 2 Fuß von einander geſeßt werden, ſo, daß die Wur- zeln Platz befommen, um ſich auszubreiten, und'der Häu- fepflug und nachher auch die Handhacke zwiſchen den Rei- hen zur Anwendung kommen kann. Nun wollen wir noch einige Beyſpiele von der Anwen- dung des Kohls! zu Futter anführen. Als Speiſe in der Haushaltung wird er gar nicht gebraucht, da die Englän- der niemals Löſſelkohl, eben ſo wenig wie Erbſenſuppe, Grüße oder Welling eſſen, welches die gewöhnliche Koſt unſerer Aerbauer iſt. Hr. Green in Brackfield, bey dem ich mich eine ge- raume Zeit aufgehalten habe, fütterte ſeine Milchkühe mit Kohl vom Anfange Novembers bis Ende Märzes. Den Winter über blieb er im Felde ſtehen. GSobald die frucht- bare Wärme anfing auf den Boden zu wirken, nämlich in der Mitte Märzmonats, wurde er aufgezogen, damit er nicht in Saamen ſchießen und das Land auszehren ſollte. Drey Acres waren hinreichend für ſeine Meierey von 20 Kühen, wenn ſie Stroh und Heu nebenbey bekamen. In ſv fern man ihnen aber kein Heu geben will, ſo rechnet man 5 Acres mit Kohl. Für heranwachſende Kälber, die nicht weiter Milch bekommen, hielt er es für das vorzüglichſte Futter, und für geſünder als Rüben. Denn er hatte von 40 Kälbern, die er in den leßten 6 Jahren mit Kohl auf- gezogen hatte, nur ein einziges verloren, und die übrigen hätten nicht beſſer im Stande ſeyn können. Die Ochſen laſſen ſich recht gut mit Kohl fett machen. Schweine freſſen ihn lieber als Rüben, und ſuchen im Win- ter mit Begierde die Koppeln mit Kohl auf, und gehen die Turnipsfelder vorbey. Hr. DTZ Hr. Green hält einen Acre mit Kohl doppelt ſo gut, als einen mit Turnips, oder gleich zwey mit Rüben in Rückſicht auf die Menge des Futters. „Ueber die Productionsunkoſten machte er folgende Be- rechnung pr, Acre:; Nd."St18:1 4: Fünfmaliges Pflügen-- I<< EE Zweymaliges Eggen-- m==". Dünger---. 2 BE Kohlſaamen------ B..0.100 Das Verpflanzen==-.-- 3- Nachpflanzen, wo einige abgeſtorben find 75--=„= 6 FXehäufen mit der Hand--= 4= Behäufen mit dem Pflug==- 4= Abſchneiden und Nachhauſebringen= 15=- 45 KU 658106 I< kann hier nicht unterlaſſen zu bemerken, daß die Berechnung des Hrn. Greens ziemlich hoch iſt. Er düng- te zu Kohl mit 15 dreyſpännigen Fudern, wofür er 2 Pd. oder 10 NR. rechnet, welches zu viel iſt. Denn nach der- ſelben Berechnungsweiſe würden die Productionsunkfoſten bey.der Weißenſaat faſt eben ſo groß ſeyn.? Hr. Green ſäete in die Kohlkoppeln beſtändig entweder Gerſte oder Hafer, und nach ſeiner vieljährigen Erfahrung hatte er eben ſo gutes Korn nach Kohl, als nach Rüben, und noch beſſeres an den Stellen, wo der Kohl zeitig im Herbſte geſchnitten worden war. Er war der Meinung, daß die Beſchuldigung, welche man gegen den Kohl vor- NNZ brächte, 118 brächte, daß er ein das Land ausſaugendes Gewächs ſey, daher rühre, daß der Landwirth die Stöcke im Felde ſtehen laſſe, und ſie nicht mit den Köpfen zugleich aufzöge, wor- aus denn folgte, daß die Kohlſioe im Frühjahr"von neuem auSſchlügen und den Boden ausmergelten. Es iſt ſchwer, die Vortheile im Gelde anzugeben, wel» , den beyde befommen, wenn die Kühe mit Wurſiln und Kohl gefüt- tert worden ſind, und iſt in England ein bekanntes und allgemeines Hausmitt2l, wie man ſolches auch aus des Hrn. Pitts Beſchreibung des Aferbaues in Stafford- * fhire erſehen faun*).; H+4; Eine *). Gen. View of the Agriculture of Stafford p. 55- 120 Eine Ueberſicht über den Gebrauch und Nußen der an- dern Kohlarten als Futter fürs Vieh kann ich hier nicht lie- fern, da ich ſie nicht aus eigener Erfahrung kenne. Herr Baker*) hat der Dubliner Societät ein Reſultat von einer Menge von Verſuchen übergeben, die er mit allen in Grosbritannien bekannten Kohlarten angeſtellt hat, wie viel jedwede Sorte pr. Acre austrägt, und wie man ſie anbauen und verbrauchen kann. Außer dem weißen Kohl kann auch ebenfalls der grüne und Sarcier Kohl( B. 0. labauda) als Futter fürs Vieh gebraucht werden. Kohlrabi über der Erde(Braſſica oleracea Gougylo- des), welchen die Engländer Turnip.rooted Cabbage nennen, hat in neuern Zeiten Auſſehen erregt. Bey Dover wächſt er wild. Hr. Reynold zu Adisham hat ihn vor nicht langer Zeit in England eingeführt, wofür er von the Society of Arts and Manufadures eine ſilberne Medaille zur Belohnung erhielt. Man nennt daher auch dieſen Kohl im täglichen Geſpräche und in Schriften nach ſeinem Namen Reynolds Cabbage. Er wird ſehr gerühmt, und dem empfohlen, der eine große Schaaftrift hält, aus dem Grun- de, weil er eine große Menge gutes Futter liefert, wenn die Rüben verzehrt ſind, und es an anderm Futter man- gelt. Sonſt hört man über ihn dieſelbe Klage, welche man über den weißen Kohl führt, daß er das Land aus- zehrt, und ſein Anbau koſtbar iſt. Unterdeſſen breitet ſich der Anbau deſſelben, wenn gleich langſam, doch immer mehr und mehr bey den engliſchen Landwirthen aus. Ue- brigens *) Mr. Bakers reports to the Dublin Society for the Years 1769, 1770. and. 1771. 121 brigens baut man ihn, wie den weißen Kohl an, und es würde überflüßig ſeyn, noch umſtändlicher von ihm zu reden, da er eben ſo gut bey den däniſchen, wie bey-den engliſchen Landwirthen bekannt iſt. Der ſchottiſche Kohl, zum wenigſten alle die Arten, welche ich unter dieſer Benennung geſehen habe, iſt der gewöhnliche weiße Kohl, Er führt den Namen Schotti- ſcher, weil der Saame aus Schottland kömmt, und man behauptet, daß er beſſer iſt, weil er die ſtrenge Kälte des Winters aushalten kann. An Benennungen iſt der engliſche Landmann ſehr reich, und ſie ſind für einen fremden Reiſenden ſehr auffallend, weil er glaubt, indem er einen unbefannten Namen von einer Pflanze hört, daß man ihm auch eine unbekannte Pflanze zeigen wird. Dies iſt auch der Fall, wenn man ihre Schriften über den Ackerbau lieſt, da kein Wörter- buch über ſolche Benennungen Aufklärung giebt. Kapitel 13. Anbau der Futterkräuter, Heuerndke | Ue 0:40. Klee Keee,„beſonders rother Klee, iſt ein Fukterkraukt, das allgemein durch ganz England angebaut wird. Das Wichtigſte in Hinſicht auf das Eigenthümliche beym Klee- bau in der engliſchen Ländwirthſchaft haben bereits die Herren Thaer und Olufſen angemerkt, daher ich es H5 für 122 für ſchicflich halte, dieſen Gegenſtand nur mit einigen wenigen Worten zu berühren.. Man ſäet gewöhnlich 8 Pfund Klee auf einen Acre, oder 6 Schipp Landes, Ge- meiniglich bleibt er nur ein Jähr ſiehen. Man mäht ihn zu Heu im Anfange Junimonatkts. Zum zweytenmale wird er in England nicht gemäht, ſondern man läßt ihn von Schaafen oder Hornvieh abweiden. Zü Michaelis pflügt man die Kleefoppel um, und beſäet ſie mit Weißen. In der+Grafſchaft Kent ſäet man ſehr oft, ſtatt des Weißens, eine Hülſenfurcht, nämlich Erbſen. oder Pferde- bohnen. Man ſäet ihn gewöhnlich zwiſchen die Sommerſaaf, zwiſchen Gerſte oder Hafer, zuweilen jedoch auch mit dem Weißen. So macht' es der befannte Landmann Du>et. Er ſäet den Kleeſaamen mit der Säemaſchine in Reihen, wenn der Weitzen das leßtemal behackt wird. Vom Klee erndten die Engländer gewohnlich an 2 bis 4 Buſhel pr. Rcre; doch ſind mir auch einzelne Beyſpiele bekannt, daß ſie 8 Buſhel pr. Acre geerndtet haben. Der Kleeſaamen wird pr. Centner verkauft, und ein Centner oder 100 Pfund koſtete zu meiner Zeit, nachdem er mehr oder weniger rein war, an 35 bis 65 S, Ein-Fuder Kleeheu ſoll 1 8 Centner wiegen, und foſtet in London an 4 bis 5 Pd. St. d. i. an 20'bis 25 NR. Ein ſolches Fuder beſieht aus 36 Bünden, und iſt auf einer Karre, mit zwey Rädern und mit drey Pferden beſpannt, geladen. Das"Heu iſt meiſterhaft geladen, und. ſo über das hinterſte Pferd, welches zwiſchen einer Klufdeichſel geht, hinüber zuſammen gepackt, daß man deſſen Kopf kaum ſehen kann. Den 123 Den weißen Klee baute man in den leßtern Jahren in der Nähe von London ſehr häufig des Saamens wegen ail, der ſtarf geſucht und theuer bezahlt wird. Der Preis davon war pr. Centner von 25 bis 84 8. Lucerne.(Medicago ſativa.) Dieſes Futterfraut wird nur von einzelnen vermögen- den, Gutsbeſißern angebauk. Der gemeine Landmann liebt es nicht, weil der Anbau deſſelben mit größern Un- koſten, als der des Klees, verbunden iſt. Da Herr Thaer ſich über dies Futtergewächs umſtändlich geäußert hat, ſo wollen wir zur Erleichterung für den Leſer unſere Bemerkungen über die wichtigſten Punkte in Hinſicht des Anbaues und Gebrauchs deſſelben auf eine kurze Ueber- ſicht beſchränfen. Boden. Der beſte Boden für dieſes Gewächs be- ſteht aus tief gehender Stauberde, die trocken, aber nicht ſandigt iſt. Auf einem ſehr gut ausgetrockneten Moor- . grunde, worauf kein Waſſer ſtehen bleibt, gelingt es ſehr gut mit demſelben. Zn naſſem Lehmboden wächſt es nur fümmerlich. Es ſchießt beſſer auf dem Lande, das gege Süden, als auf dem, was gegen Norden abhängt, her- vor. EsS iſt vortheilhafter, wenn die unten liegende Erd- lage von guter und mürber Beſchaffenheit iſt, als die oben liegende, weil es ſeine Wurzeln ſchr tief hinunter- ſchießt.) / Zubereitung des Landes. Kohl, gelbe Wur- „zeln oder Rüben bereiten das Land am beſten zur Lucerne vor, weil ſie ein tiefes Pflügen und wiederholtes Be- hacken verlangen. In dem darauf folgenden Frühjahr muß 124 muß das Land zwey bis dreymal gepflügt, und ſo oft ge- eggt werden, bis es ganz vollkommen mürbe wird, Dün- ger verlangt ſie eben nicht unbedingt. Wird gedüngt, ſo geſchieht es zu dem vorhergehenden Futtergewächſe, und nicht unmittelbar zur Lucerne. Hierin beſteht die beſte Praxis in England, Das Säen. Der Saame wird mit der Hand aus- geſtreut, oder in Reihen geſäet, oder die Pflanze wie Kohl umgepflanzt. Das Säen in Reihen iſt beſſer, als das mit der Hand, weil die junge Pflanze dann behackt werden kann, mehr Futter giebt, und mehrere Jahre bey- bleibt. Wird ſie umgepflanzt, ſo iſt ſie weit ergiebiger, und wird weit größer. Je beſſer der Boden iſt, deſto dünner muß geſäet werden. Die Säezeit iſt am Ende Märzmonats oder im April. Wird die Saat im May beſtellt, ſo iſt ſie von dem Erdfloh zu leiden, ſehr ausgeſeßt, welcher die jun- ge Pflanze verzehrt, ſobald ſie ſich über der Erde ſehen läßt. Sie leidet auch außerdem no< von der Dürre, wenn ſie ſpäter beſtellt wird. Sollen die Pflanzen umge- ſeßt oder verpflanzt werden, ſo iſt es nothwendig, die Saat ſo zeitig zu beſtellen, daß man im Auguſt zum Um- ſeßen dienliche Päanzen haben kann. Ausſaat. Die ſchicklichſte Ouantität Saamens, wenn er mit der Hand augsgeſäet wird, iſt 20 Pfand pr. Acre. In Franfreich ſäet man diefer, und man rechnet dort 30 Pfund. auf eine Tonne Landes. Säet man den Saamen in Reihen, ſo gebraucht man nur 6 Pfund, wenn die Reihen zwey Fuß von einander ſind, ſind ſie 18 Zoll 125 Zoll von einander, x 2 Pfund, ſind fie x Fuß, 12 Pfund, und bey 9 Zoll Abſtand 18 Pfund. Das Ausſäen mit einer andern Saak zu- gleich. In der Grafſchaft Kent ſäet man den Lucerne- ſaamen mit der Gerſte. A. Young glaubt, daß es beſſer iſt, ſie mit Hafer auszuſäcn. Sobald die Gerſte oder der „Hafer geſäet und das Land zugeeggt iſt, ſo ſäet man die "eien darüber; und eggt das Land mit einer hölzernen Egge zu. Abſtand der Reihen nach der Beſchaffen- heit des Bodens. Iſt der Boden ſehr gut, ſo iſt es am ſchilichſten, den Saamen in Reihen auf 1 Fuß Entfernung von einander zu legen. In einem teniger guten Boden iſt 9 Zoll ein ſchilicher Abſtand. “ Behandlungsweiſe der mit der Hand aus- geſäeten Lucerne, während ſie wächſt, Sobald die Lucerne gemähet und nach Hauſe gefahren iſt, ſo muß matt kein großes Hornvieh auf die Nachweide gehen, ſondern das Nachmaht von Kälbern und Jungvieh abgräſen laſſen. Das Jahr darauf, wenn die Lucerne zum zweytenmale ab- gemäht worden iſt, muß man ſie übereggen. Nachher muß ſie jedes Jahr zweymal, jedesmal nach dem Mähen, und zwar im Juni und September, ſtark übergeeggt wer- den. Dies muß mit einer ſchweren Brachegge geſchehen, welche das Unfraut losfraßen kann, welches dann geſam- melt und weggebracht werden muß. Hierauf wird das Land gewalzt, um es für die Senſe eben zu machen. Ehe es geeggt wird, muß vorher auf jeden Acre 2 Pfund friſchen Saamens an den Stellen, wo die Pflanzen zu dünne ſtehen, geſäet werden. Bes 426 Behandlungs8weiſe der in Reihen geſäeten und verpflanzten. Lucerne, während ſie wächſt." Bald nachher, wenn die Lucerne gemäht wor- den iſt, muß man beſonders ſein Augenmerk. dahin gerich» tet haben,: daß ſie von Unkraut gereinigt wird." Im Frühjahr, ſobald das Land trocken iſt, oder nach dem erſten Mähen, hackt man ſie in Reihen mit dem Hacke- päug, und hackt ſie gleich nachher, um ſie ganz vollkom- men rein zu erhalten, mit der Hand. Wachsthum und Mähen. Die Lucerne muß bloß im Stalle verfüttert, und in Folge deſſen täglich nur ſo viel gemähet werden, daß man wegen Mangels niemals in Verlegenheit kommen kann. Sie giebt bergits.. im April viel Futter, und giebt ein zeitigexes Futter im Frühjahr für Schaafe und Lämmer, als irgend eine andere Grasart:. Die Lucerne, welche mit der Hand ausgeſäet worden, wächſt nicht ſo geſchwind als die, welche verpflanzt, oder in Reihen geſäet worden iſt. Aus dieſem Grunde muß ein ſolches Lucernefeld in 60 Abtheilungen eingetheilt, und täglich eine Abtheilung davon gemäht werden. Iſt die Lucerne in Reihen geſäet, oder in guten. Boden verpflanzt worden, ſo theilt man das Land in 40 Abthei- lungen, und mähet täglich eine davon.- In einem fetten Haferboden wächſt die Lucerne in 30 Tagen nach. Hier- auf kann ſie in 30 bis 40 Tagen zu, einer Höhe von 18 Zoll hinanwachſen, und vom April bis September fünf- mal gemähet worden. Dungung. Vermoderter Stalldünger iſt der beſte, und man düngt damit jedes fünfte oder ſechſte Jahr. einmal. Kann 127, Kann. man des. Düngers nicht entbehren, ſo überdüngt man das Lucernefeld mit Ruß oder Aſche- Dieſe Art Ueberdüngung iſt ſehr dazu geeignet, dent wilden Klee zu beleben, welcher, ſo gut er ſonſt auch iſt, doch auf den Lucerneſeldern als Unfraut angeſehen werden muß, weil ex die Lucerne in ihrem Wachsthum ſtört. Ertrag an Heu. Young behauptet, daß man zum wenigſten 3 Pferde den Sommer hindurch mit dem Ertrag von einem Acre, oder von 10,890 Ouadratellen, auf dem Stalle unterhalten fann. Steht die Lucerne gut), und iſt ſie wohl gepflegt, ſo. kann man von einem Acre au 4 bis 5, ja 6 Pferde auf dem Stalle füttern. Mähet man die Lucerne zu Heu, ſo rechnet man nach 3 Schuren 4 Tonnen troc>nes Heu pr. Acre*), unge- fähr gleich zwey Schüren Klees. Man muß aber hierbey erinnern, daß der: Klee nur ein, höchſtens zwey Jahre aushält, die Lucerne wenigſtens neun Jahre. Herr Gilbert**) iſt ſehr mäßig in ſeiner Angabe für Franfreich. Er giebt als Mittelzahl für drey Schuren folgende für einen Arpent von 48,400 Quadratfuß, un» gefähr 7 Schipp Landes an.. Iſte Schur- a 2519 Pfund. + NE EIE-- 1400= ZU ms 5- 685= In allem 4604 Pfund. X Dies *) Dies macht auf 6 Schipp ungefähr 480 Lpfd., oder 12 Fudex a 40 Lpfd.,/ was may in allen nac) drey Suren erndten kann. 5x) Recherches ſur les eſpäces des Prairies artificielles par Gil- bert, Profeſſeur vete&rinaire, Metz 1796, pag. 34, 128 Dies macht 287 Lpfd., oder etwas über 7 Fuder, 3 40 Lpfd. auf 7. Schipp Landes, jedes Jahrs. Daß ſie weit mehr geben kann, davon hat man einzelne auffallende Beyſpiele. Dühamel hat von einem Arxent 20,000 Pfund geerndtet. Verwendung der Lucerne. Sie iſt ſehr dien- lich für Pferde auf dem Stall im Sommer; keine Art Futters foll beſſer feyn. Ebenfalls iſt es ein hochſt ſchäß» bares Futter für jede Art Hornviehes und Arbeitepferde. Ein gutes großes Hornvieh kann 90 bis 1 10 Pfund grünes Lucernfukter in 24 Stunden verzehren. Auf einem Acre oder 6 Schipp kann man 6 Kühe 145 Tage über unter- halten. Dr. Tanner hält 14 Kühe und 2 Prerde auf , 4 Atres Lucerne, die mit der Hand geſäet worden iſt. Bey der Stallfütterung muß bey ihr dieſelbe Vorſichtigkeit, die bey dem Klee nothwendig iſt, beobächtet„werden, wenn das Vieh nicht darnach aufblaſen ſoll.' Den Schweinen iſt die Lucerne eben ſo zuträglich, wie der Klee; Ochſen, die gemäſtet werden ſollen, iſt er am wenigſten dienlich. Der weſentlichſte Vortheil von der Lucerne beſteht dar- in, daß er mehrere Jahre anhält, und im Frühjahr zeiti- ger grünes Futter giebt, welches beſonders wichtig für denjenigen iſt, der auf dem Stalle füttert, und viele Schaafe und Lämmer hält. Das Hornvieh muß man niemals auf das Lucerne- feld gehett laſſen, ſondern man muß ſie entweder grünab- u 1 und gleich verfüttern, oder ſie.auch zu Heu machen. --PLvo d U- 129 Productiongunkoſten pr. Acre nach Young. Pd. St. 8. d. Zweymaliges Pflügen im Frühjahr extra-=- 18= Zweymaliges Eggen*„-- 26 8 Pfund Saamen 2 2= 8= Das Säen in Reihen----. 2 6 Behacken mit dem Pflug im Herbſt--- 2:6 Behacken mit der Hand dito--- 5-=- Viermaliges Behacken mit dem Pflug--“- 10 2 Dreymaliges Behacken mit der Hand wu I 2 Fünfmaliges Abmähen FETE- 426 Das Harken und Aufſtacken 2 Fi Zuhauſefahren und Aufſeßen in Shober=- 75 6 Düngung---- RE EE SINE 48 ' Ein Engländer haf mit der Lucerne in'der Hinſicht Verſuche angeſtellt, um ſie mit der Eſparcette und Burnet (Poterium ſanguiſorba) auf einem gleichen Areal, das viermal abgemähet wurde, zu vergleichen. Lucerne gab an grünem Futter- 159 Pfund, Burnet- SADK MOS EE GN 2 DGF FEH LUG Eſparcete- NERD 542% Die erſte Schur gab von jedem ani Heu: „Lucerne von 573 Pfund Gras 22 Pfand Heu, Buynet- 25x=== 7-- Eſparcette 295==== 9-'- Auf dieſe Bemerkungen über die Lucerne habe ich mich hauptſächlich durch folgende Schriften leiten laſſen. Zweiter Theil. IJ Im- 130 Improved Culture af the ZAREN Graſles 8. 1775-- Practical treatiſe/ on Lucern by Mr. Rocque 1765. Notes concern, Lucern, Youngs Annals uf Agriculture. Vol. XXV. Ich halte es für überflüßig, über die übrigen Arten umſtändlicher zu ſprechen, da der Gebrauch derſelben aus botaniſchen Schriften bekannt iſt, und ſie von den gemeinen Landwirthen nicht häufig angebaut wer- den. Das Einzigſte, was meinte Erfahrung auf meinen Reiſen mich gelehrt hat, beſieht in folgenden; Eſparcette(Hedyſarum Onobrychis), wird häufig| auf dem kalkartigen Boden in dem öſilichen Theil von Kent angebaut. Man ſäet ſie mit Sommerkorn, Gerſte und Hafer auf ein Land, das vorher gut behandelt worden iſt, Läßt man ſie von Schaafen abgräſen, ſo iſt es auf einmal mit ihr vorbey. Set man ſie in gutes Brachland von trockner freideartiger Natur, und nimmt fie vor Schaafen und andern Kreaturen in Acht, ſo kann ſie ſich 10 bis 12 Jahre, halten. 3 Das größte Beyſpiel von ihrem Anbau in England, welches mir bekannt iſt, trife.man bey Edv. Pinnix in Suſſex an. Er hat auf ſeinem Gute, das 1000 Acres enthält, 500 Acres Aerland zur Saat, und 300 Acres mit Eſparcette, die er zum Winterfutter für ſeine Schaafe gebraucht. Raigras(Lolium perenne), wird ſehr häufig und zwar zwiſchen den Klee geſäct. Lancetblatt, Wegerich(Plantago Janceolata), und weicher Treps(Bromus wollis), werden in Staffordſhire häufig mit Klee nnd Naigrasſaamen ausgeſäet. Heu- adde Rafi X3Mickiä: T31 Heuerndte. Die Heuerndte fängt bey London am Ende Juni- monats; im Lande aber erſt Julimonats an, und währet den ganzen. Monat hindurch bis die Kornerndte ihren An- fang nimmt. Die Fukterfräuter, wie Klee.und Rai- gras, werden zuerſt gemäht, und dann die Wieſen. Das Heumachen; oder die Kunſt, das Gras ſo zu Winterfatter zu trocknen, daß es eine ſchöne grüne Farbe behält, und. nichts von ſeinem guten Geruche und ſeinen nahrhaften Theilen verliert ,. iſt keine ſo leichte Sache, und den meiſten Landwirthen noch ein Geheimniß. Bey London in der Grafſchaft: Middelſex, woher London mit dem beſten Heu verſehen wird, verſtehen die Landwirthe es am beſten, das Gras zu Heu zu bearbeiten, wenigſiens daß dieſes eine gute Farbe behält, worauf in London beſonders ſehr geſehen wird. Ihre Art und Weiſe das Gras zu trocknen, beſteht darin: Man mähet das Gras bey gutem Wetter, und läßt es nicht auf dem Schwave liegen, ſondern ſtreuet es gleich, ſobald es ge- mähet iſt,< damit die Luft deſto beſſer auf daſſelbe wirken kann." Droht der Himmel mit Regen, fo bleibt es im Schwade ungerührt liegen. Am Nachmittage„- nach 5 Uhr, harft man es zuſammen,“und ſeßt es in kleine Haufen. Den Tag darauf, wenn der Thau ſich verloren hat, wird es von neuem ausgeſpreitet und gefehrt, damit es auch an der gegen die Erde- gerichteten Seite trocken werden kann. Befindet man es am Nachinittage trocken, welches wohl der Fall iſt, wenn kein Regen fälle, ſo ſett man es in große Diemen(Schober), auf dem Felde, Wenn man dieſe von der Beſchaffenheit findet, nach Hauſe 5:4 ge => 132 gebracht zu werden, ſo werden ſie doch noch zuerſt wieder aus einander geworfen, und ein Paar Stunden geluſtet, ehe man es auf den Wagen ladet. Dieſe Behandlungs- weiſe iſt ſehr gut, verlangt aber viele Arbeiter. Wenn eine- Wieſe gemäht werden ſoll, ſicht man ſie voll von Menſchen.| Einige-mähen; dieſen folgen Knaben und Mädchen, welche das Gras ausſpreitenz Hierin beſteht die Vormittagsarbeit. Am Nachmittage rührt man wie- der im Heu und gegen Abend harkt man es zuſammen, und ſekt es in kleine Häufchen. Dieſe ſpreitet man den Tag darauf wiederum aus, kehrt es nach Verlauf einiger Stunden, und wenn es mit Regen droht, harft man es eiligſt wieder zuſammen in Haufen. So bleibt'man ein Paar Tage dabey, bis das Heu geſchickt iſt, in Schober| (Diemen) geſeßt zu werden, welche aus Vorſicht noch ein- mal geſpreitet und ausgeluftet werden, ehe man ſie nach Hauſe bringt.' Einen intereſſanten Brief von einem engliſchen Land- mann an Dr. Elliot, kann ich nicht unterlaſſen den Leſern mitzutheilen. Der Brief lautet ſo: 1 „Ich will Ihnen mit aller Aufrichtigkeit meine Weiſe, das Gras zu Heu zu machen, hier erzählen, obgleich ſie etwas einfältig zu ſeyn ſcheint. Aber weil mein Heu bey dieſem Verfahren beſſer iſt, und ich 2 Theile Arbeiter und Zeit ſpare, ſo glaube ich, daß es meine Pflicht iſt, es be- fannt zu machen. Mein Verfahren"beſteht darin: „Ich mähe das Gras und laſſe es bis den andern Morgen ungerührt auf dem Schwade liegen. Darauf wende ich es, und ſpreite es aus, worauf es ſo in der Sonne bis zum Nachmittag liegen bleibt, da es zuſammen ( in 733 in Schober geharkt“ wird/ worin es ſo lange ungerührt ſieht, bis es ins Haus gebracht, oder in Feimen vor den Hof geſett wird. Wenn'das Wetter gut iſt, bleibt es nur zwey Tage in Schoben auf der Wieſe ſtehen: Dieſes Verfahren habe ich nach einer Erfahrung. von 6 Jahren für alle Futtergewächſe dienlich gefunden, ausgenommen für ſalzes Gras und Klee,* „Mein Verfahren mit Kleeheu iſt dieſes. Sobald der Klee nur gemähet iſt, wird er ſogleich ſo dünne, als mög- lich, ausgeſtreut, und gegen Abend in kleine Häufchen geharkt.- Den Tag darauf, ſobald der Thau vom Graſe iſt, laſſe ich die Häufchen wieder auswerfen und fehren, und gegen Abend das Heu in Schober ſeßen, worin es ſo lange ungerührt ſteht, bis'es nad dem Hofe gefahren wird. ZH bin davon überzeugt, daß nicht leicht jemand beſſet Heu häben kann, als ich. Meine gegenwärtige Art, das Heu zu trocknen, habe ich einem Zufall zu dan- ken. Ich hatte vor einigen Jahren an einem gewiſſen Tage nicht Zeit aufs Heu zu warten, und befahl den Leuten, es bloß auszuſpreiten und es gegen Abend in Häufchen zu- ſammen zu harken; ſo nämlich, wie ich erzählt habe. Ich fand nachher, daß das Heu nach Hauſe gebracht werden fonnte, und kant dahinter, daß ich in den folgenden Jah- ren nicht ſo angenehmes und gutes Heu als damals hatte, wie ich die wenigſie Mühe anwendete. Nach näherer Ueberzeugung, wie viel Zeit und Mühe ich bey dem sr- wähnten Heumachen ſparte, habe ich dies nachher immer ſo beyoehalten, und mich out dabey befunden.“ „Meiner Meinung nach liegt der Grund davon, daß das Heu bey dieſem Verfahren beſſer, als bey dem vorigen J:53 wird, 134 wird, darin, daß das zu kro>nende Gras nicht/zu ſpröde trocken wird, ſondern noch ſo viel von ſeinem natürlichen Saft behält, daß es deswegen nicht verderben. kann. Da,- durch, daß das Heu im Sonnenſchein ſo oft gekehrt und gewendet wird, verliert es ſeine beſten Kräfte. Wenn es einen Tag. gelegen hat, ſo wird die Sonne demſelben ſhon ſo viel von ſeiner überflüßigen Feuchtigkeit benommen haben, daß die zurückgebliebene hinreichend iſt, ihm eine “abgemeſſene Hie mitzutheilen, während es. auf-der Wieſe in Schobern ſteht... Weil ſie aber-nur klein find, ſo kann die Hitze nicht leicht zu einer nachtheiligen Höhe ſteigen. * Nach Verlauf. 24 Stunden nimmt die Hiße ab, und ver- liert ſich mehr und mehr durch das Durchluften, welches es durch das Aufladen auf den Wagen, und Abladen auf dem Hofe erhält. Solches Heu iſt, wie ich aus Erfah- rung weiß, weit geſunder und nahrhafter„ als das, wel» t. Der Yorkſhirer Landwirth macht ſeine Feime beſonders groß, ſs, daß er wohl zu- weilen 100 Fuder dahineinpacit. Es iſt dort ſo der Nationalſiolz mit großen Feimen oder Diemen, vor ſeinent Hofe zu prahlen, Jn einigen Grafſchaften ſeßk man die Feime ins Feld, und füttert das Vieh ſo unangebuünden unter freyem Himmel. Die Feime beſchüßt man durch eine Dornhe>e, oder durch eine bewegliche Viehhürde. 3< habe nur die Art und Weiſe, das Heu auf den Wieſen zu tronen, berührt, die von der gemeinen abweicht, und, wie es mir ſcheint, lehrreich werden kann.;- Ju den übrigen Grafſchaften habe ich geſehen, daß das Heu auf dieſelbe Weiſe, wie bey uns, getroc>net wird. Bey einzelnen Landwirthen habe ich die beſondere An- wendung des Heues gefunden, daß fiees gekocht, und den Extrakt davon dem Viehe gegeben haben. Dieſer Extrakt, iſt eine Art Heuthees. Man kocht eine gute Handvoll Heu in. 12 Pott Waſſers ,, oder man gießt nur fochendheiß?s 3.4 Waſſce --> 136 Waſſer auf das Heu, welches eben ſo aut iſt.“ Das Waſſer giebt man dem Viehe zu trinken, wenn es bey- »nahe kalt iſt; oder wenn ein Vieh oder Pferd krank iſt, ſo giebt man es demſelben lauwarm, Dieſer Trank iſt beſonders geſund und nahrhaft, bey- des für Hornvieh ſowohl, als Pferde. Ein Bündel Heu iſt auf die Weiſe eben ſo nährend, als acht bis zehn Bün- del trones Heu. Im Anfange wollen weder das Vieh noch die Pferde - es trinfenz allein hält man ſie dazu dadurch an, daß man ſie durſten läßt, ſo werden ſie es nachher gerne trinfen. Das ausgekochte Heu dient aber nicht weiter zu Fuk- ter. Man muß es entweder auf den Düngerhaufen were fen, oder es trocknen, und alsdann zu Streu unter dem Vieh gebrauchen. ; Herr. Billingsley ſagt in ſeiner Beſchreibung über den Zuſtand des AFerbaues in Sommerſet, daß kein Landwirth/,: der. Kühe, Pferde oder Schaafe hält, es verabſäaumen muß, ſeinen Kreaturen einen ſolchen Heu- thee zu geben. Wenn er es nur einmal verſucht hat, ſo - wird er gewiß damit zufrieden ſeyn. ?; Kapi- EN I37, Kapitel 14. Ueber Hausthiere, Das neuere Paarungsſyſtem zur Verede- lung der Arten. England iſt ſchon länger als ein Jahrhundert wegen ſeis nesyeifrigen Beſtrebens, die Hausthiere zu veredeln, be- kannt geweſen. Die mittlern Grafſchaften haben hierin vor den übrigen den Preis davon getragen. So wie die Oſtilichen Grafſchaften, Norfolk und Suffolk, ſich durch den Anbau der Futterfräuter ausgezeichnet haben, ſo haben Leiceſter und die gegen Norden und Weſten an ſie gränzen- den Grafſchaften ſich durch die Veredelung der Ragen, bes ſonders der Pferde, des Hornviehes und der Schaafe, verdient gemacht, Dieſe Veredelungsluſt hat in den zwey lezten Decen- nien ſo außerordentlich zugenommen, daß es ſcheint, als wenn ſie ihren höchſten Punkt erreicht hätte. Die Veredelung der Pferderagen iſt in manchen Thei- len über die ihr von der Natur gezogene Grenzlinie gegan- „gen. Das engliſche Wettrennerpferd iſt ein auffallender Beweis davon, wie weit die menſchliche Kunſt mit der Zeit die eigenthümliche Bildung und Beſtimmung eines Thiers verändern kann. Der engliſche Wettrenner hat aufgehört, ein für den Menſchen nüßliches Thier zu ſeyn, und iſt ein „bloßer Gegenſtand des Luxus und der Gewinnſucht ge-/ worden, 5“ 5 In 8 In der Veredelung der Arten des Hornviehes hat der Engländer in den leßten 29 Jahren merkliche Fortſchritte gemacht, und es hgt das Anſehen, als wenn ſie bald das Ideal der Vollkommenheit erreicht hätten. Die Veredelung der Schaafragen iſt noch weiter, als die des Hornviehes, gebracht, und es ſcheint, als ob ſie feiner weitern Erhöhung fähig ſey. Das Schweingeſchlecht iſt am meiſten verabſäumt, weil es noch fein Gegenſtand für denfende Landwirthe, oder der Aufmerkſamfeit einzelner beſonderer Grafſchaften geweſen if.; Dies iſt das kräftigſte Mittel zu einem größern Fort- ſchritt im AFXerbau und der Viehzucht, wenn einzelne Pro- vinzen des Landes ſich beſonders der Veredelung eines ge- wiſſen Gegenſtandes angelegen ſeyn laſſen. Hierin zeichnet England ſich beſonders zu ſeinem Vortheil aus, und macht dies Land für einen reiſenden Dekonom ſo äußerſt leßrreich. In Yorkſhire legt man ſich vornehmlich darauf, die „beſten Dragoner- oder Reiterpferde aufzuziehen; in den mittlern Grafſchaften die beſten Arbeitspferde; in Leiceſter die beſten Racen Hornviehes und Schaafe; in Glouceſter und Cheſter bereitet man die fetteſten und beſten Käſe; in Suf- folk die beſte Butter; in Eſſex verſteht man am beſten die Kunſt, Kälber zu mäſten; in Sommerſet legt man ſich auf die Fruchtbaumzucht und Bereitung des Moſtes, welcher dort einen Handelsartifel ausmacht, In den öſtlichen und ſüdlichen Grafſchaften legt man ſich hauptſächlich mit Glück auf den bloßen Aerbau. Sohak jedwedeGrafſchaft und jedweder Diſtrict, ja beynahe faſt jed- wederLandmann inEngland ſeineneigenenFavoritgegenſtand, . an MERRITT FÄG: 339 an deſſen Kultur er nichts-ſpart, und-wenn dies ihm ſelbſt unmittelbar keinen Vortheil bringt, ſo gewinnt doch immer das. Ganze dabey. Die Grundſäße, welche die Engländer befolgen, ihre Hausthier2 zu veredeln, ſind im Allgemeinen folgende: Der erſte und wichtigſte beſteht darin, den Geſichts? punkt für ſeine Beſtrebungen und Abſichten mit den Zuſams- menpagrungen und der daher folgenden Veredelung zu bes ſtimmen. In Hinſicht des Pferdes, ob es zum Reiten odex zum Fahren, oder zum ſtarken Ziehen; in Hinſicht des Hornviehes, ob es in ſeiner Ark vorzüglich zur Maſtung, oder zur Arbeit, oder zur Milcherey, dienen ſoll; in Hine ſicht. der Schaafe, ob man. ſie beſonders der Wolle, odex des Fleiſches wegen, oder vielleicht zum Pferchen des Landes halten. will. Hat der Engländer ſeinen Geſichtspunft beſtimmt, ſo paart'und veredelt er blos zur Erreichung dieſes Augen- merks. Er bringt dadurch eine Art Pferde hervor, welche die ſchnellſten Läufer, aber ungeſchickt zu jedem andern Gebrauche ſind; eine andere Art, welche jener gerade entgegen» geſeßt iſt, die blos Fuß für Fuß geht, aber dagegen. au- ßerordentlich ſchwere Laſten fortſchleppt. Ihre ſogenannte dlack oder eart-horſes ſind die größten und ſiärfſten Pfer- de, die nur irgend ein Land aufweiſen kann, und dabey für Brauer- und Frachtwagen dienlich. So auch mit dem Hornvieh. Die Engländer veredeln eine Axt, um davon die beſten Milchfühe, eine andere, um davon die beſten Stallochſen zu haben; beyde in Hinſicht auf Fleiſch und Leichtigkeit, ſie zu mäſten. Dies iſt auch der Fall mit den Schaafen; auch bey ihnen ſicht der Cnge- | länder 149 länder auf ihre verſchiedene Beſtimmung. Bey der einen Art beſtrebt er ſich, die Wolle zu veredeln, bey einer an- dern, das Fleiſch zu verbeſſern und die Leichtigkeit ſie zu mäſten. Wir werden in dem Folgenden beſſere Gelegen- heit bekommen, dieſe verſchiedenen Endzwecke, und die Art und Weiſe, ſie zu erreichen, weiter auseinander zu ſeßen. '"Des Thiers äußere Schönheit iſt hier nicht ſo. ſehr die Hauptſache, worauf man ſicht, ſondern mehr deſſen innere gute Eigenſchaften. Das engliſche Paarungsſyſtem geht mehr darauf hinaus, eine nüßliche Art, als blos eine ſchöne Race hervorzubringen. Der engliſche Breeder(ſo nennt man die, welche ſich mik der Veredelung der Arten beſchäf- tigen) unterſcheidet ſehr genau, um mich ſeines eigenen guSdrucks zu bedienen, zwiſchen Beauty of Form, und Veility of Forms(Schönheit der Geſtalt und Nübßlichkeit der' Geſtalt).' Hierauf gründet ſich ihre Proportion of Parts, das zweckmäßige Verhältniß der Theile gegen einander, ſo daß bey den Arten,"welche für die Schlächterbank beſtimmt, die Stücke, welche am beſten bezahlt werden, größer ſind, als die, welche nicht ſo gut ſind, und für Abfall angeſehen werden, z. B. hohe Beine, langer Hals u. ſ, w. Dies wollen wir bey den verſchiedenen Arten weiter auseinander ſetzen,; Ein dritter wichtiger Grundſaß, welcher vorher der Auf- merfſamfeit des Landmanns entgangen iſt, beſteht darin, daß man nicht eine Art wegen ihrer Größe, ſondern hauptſäch- lich wegen der Güte des Fleiſches aufzieht. Nach des eng- liſchen Breeders Ausdru>, daß man nicht blos auf the Size of the Animal, ſondern hauptſächlich auf the Fleſh oder t4t oder auf die ſogenannte the Grain of Meat, die Textur des Fleiſches, ſieht, daß man darauf ſicht, daß das Fleiſch nicht grob, unanſehnlich, ſehnigt, ſondern kurz, fetty ſchmackhaft iſt, und leicht mürbe wird. Die letzte Abſicht bey dem neuern Paarungsſyſtem bes ſteht. darin, eine Art Horuviehes und Schaafe hervorzu- bringen und beyzubehalten, welche geneigt iſt, jn einer furzen Zeit und bey jungem Alter fett zu werden, weswe- gen ſich der bekannte Farmer Bakewell in Leiceſter große Verdienſte erworben hak.; Dieſe angeführten Eigenſchaften bey dem Hornvieh und Schaafen ſind der von den neuern engliſchen Brenders vor- geſeßte ZweF, wornach man in den mittlern Grafſchaften mit dem größten Cifer ſtrebt. Bafewell von Desſley in Leiceſter hat den Tan angegebey, nach dem ſich nun ohne Abweichung jeder Engländer richtet, der den Namen eines ſpirited Breeder haben will. Dieſe Eigenſchaften bey den erwähnten Hausthieren, wenn ich mich der techniſchen ums laufenden Augsdrücke in der ſogenannten new Art of Bree- ding bedienen darf, ſind:| Beauty und Utility of Form, oder die ſogenannte Proportion of Parts, das zweckmäßige Verhältniß der Theile, beydes in Hinſicht auf Schönheit und Nußen. The Quality of Fleſh, Güte des Fleiſches. Propenſity to Fatnes, Geneigtheit fett zu werden. Dieſe Eigenſchaften findet man nicht„bey irgend einer Ark vereinigt, ſondern müſſen durch das Zuſammenpaaren mehrerer Arten hervorgebracht werden. Das Männchen oder Weibchen, welche dieſe guten Eigenſchaften in dem höchſten Grade vereinigen, werden gar nicht zum Verkauf geſtellt. 142 geſtellt. Sie ſind'gar nicht zu bezahlen, und ihre Abksömm»- linge werden mit dem möglichſten Fleiß und ohne Vermi» ſchung mit audern Arten unterhalten, um durch ſie die ſpe-- eifiſchen- guten Eigenſchaften des Stammes, nach der engli ſchen. Breeders Augdruck Blood ſtatt Breed genannt, in ihrer ganzen Reinheit zu erhalten. Der Stammvater von einer ſolchen zur höchſten Voll- Fommenheit gebrachten Art iſt unbezahlbar, er ſey Hengſt, Stier oder Shaafbo>. Man hat enorme Summen für ſie gegeben und gebothen. Jh ſahe bey dem Herzog von Bedford einen Wettrennerhengſt, für den er 3090 Guineen gegeben, und eine Stute von derſelben Art, für die er 2400 Guineen bezahlt hatte. Bakewell verkaufte drey Schaafböc>e für '400 Guineen, das Stück u. f. w. Die Abkömmlinge ver- 'JWeren, obgleich ſie eben"ſo gut ſind, im Preis, weil ſie aufhören die einzigſten zu ſeyn, und nun in mehrere Hände fommen; wiewohl ſie doch allezeit einen hohen Preis behal- ten, ſo lange ſie ihre Reinheit und Genealogie(the Blood) beybehalten können. So werden die Schaafbö>e von B a- fewells und Princeps Zuzucht beſtändig mit 100 bis 200 Guiteen und darüber bezahlt. &n England iſt immer der Grundſaß befolgt, der in Hinſicht der Veredelung der Arten überall beobachtet wird, daß man. zum Zuſammenpaaren die Weibchen aus ihrem eigenen Geburtsort gusgewählt, und ſie mit fremden Mönn- chen von einer andern Art und Gegend hat paaren laſſen, weil man glaubte, daß durch das Zuſammenpaaren in einer Linie eine ſchwache, Nachkommenſchaft beendzweckt werden würde. Die 143 Die netern engliſchen Breeders halten dies für Vor- urtheil, und es ſcheint auch, als wenn fie durch Thatſachen das Entgegengeſeßte dargethan haben. Sie haben durch Thatſachen den Saß aufgeſtellt, daß man die Arten ſich in derſelben Linie fortpflanzen laſſen ſoll. Nach ihrem eigenen Ausdruck: Breeding in and in the. ſame family, ſtatt die Arten durch ein neues Mäynchen fortzupflanzen, wel» 144- Im Anfange ließen dieſe Landwirthe, Bakewell, Princeps, Paget, ihre Beſchäler, Stiere und Schaaf- böcke bey ſich ſelbſt zu gewiſſen Jahrszeiten ſehen, ob je« mand ſie für Bezahlung zu gebrauchen Neigung hätte, Dies gab gleich dazu Veranlaſſung, da mehrere Landwir- the ſich angelegen ſeyn ließen, veredelte Beſchäler, Stiere u. dgl. zu haben, daß ſie ſolche öffentlich an beſtimmten Stellen ſehen ließen.“ Nun war denn eine jährliche Schau von Hengſten in Aſhby; von Schaafbsc>en in Leiceſter; von Stieren in Bos8worth. Hier verſammelten ſich nun an den öffentlichen Schautagen alle Liebhaber von ganz Cng- land. Es iſtein öffentlicher Verſammlungsplaß, wovon man in der Begaktungszeit feine Hengſte, Stiere und Schaaf» bs5Fe ausleihet und verkauft, wenn ein annehmliches Ge- both gethan wird. Dieſer Spirit, welchen die neuern Breeders bey der Nation zu erwecken gewußt haben, gab Veranlaſſung,-daß man in den ſpätern Zeiten ſein? Stiere und Widder in der Begattungszeit für große Summen Geldes hat ausleihen knnen. Ein Mann hatte eine Heerde Schaafe, und wünſch- te einen guten Boc>k dabey zu haben. Einen von der ver- beſſerten berühmten Leiceſter Art zu kaufen, war ihm zu koſtbar, und ſo fiel er darauf, ihn für ein gewiſſes Geld zu leihen. Ein anderer wünſchte ſich einen guten Spring- bullen bey ſeinen Kühen, und nahm wegen angeführter Urs ſache einen von einem bekannten Stock- Maſier an den öf» - fentlichen Schautagen zur Leihe. Stock- Maſer nennt man den, welcher Beleger zum Verkauf und zum Vermie- then hält.| Die „ 145 Die Wirkungen von dieſem Ausleihen der Beleger ſind überaus nüßlich geweſen, und haben ſich mit ihren erſpries- lichen Folgen über ganz England verbreitet. Es giebt nun überall anſehnliche Landwirthe, welche ihre ganze Aufmerk»- ſamkeit auf die Vieh- und Schaafzucht verwenden, ſo wie man ſie vorher auf die Pferdezucht verwendet hat. So wie es dort Stutereyen giebt, ſo giebt es nun auch Höfe in England, worauf blos einzig und allein vorzügliche Stiere und Kühe verſchiedener Akt, oder Springböcke zum Ver- kauf, Ausleihen oder Belegen gehalten werden. Ein ſol» Man dachte darauf, durch Verſuche, die jeder auf ſeine Weiſe anſtellte, die eigene primitive Art der Arbeits- pferde zu modificiren. Die Zeelandſche Stute war zu ſchwer und kloßig, aber groß und ſtarf; die Holſteiniſche war zu "ſchwach, aber von einer Zefälligen und paſſenden Form und Große. Dur Zuſammenpaaren mit den Landeseingebor- nen ſuchte ein- Bakewell und mehrere eine veredelte Ark hervorzubringen, eine Vermiſchung von fremden und eige» nen *) Culleys obſervations on Live Stock pag. 17- 147, nen Landes Blut. Stärke,“ Leichtigkeit in den Bewegun- gen und Schönheit ſollten in den Arbeitspferden vereinigt werden. Kraft und Ausghalten bey der Arbeit ſuchte und fand man bey der holländiſchen Art, Proportion of Parts, regelmäßiges Verhältniß der Theile, bey der Holſteiniſchen, und Leichtigkeit oder Geſchmeidigkeit in der Bewegung und Anwendung ihrer Kräfte bey des Landes eigenthümlichen Art. Daß dieſe Jdeen nicht. bloste für 5 Guineen.* Ein wichtiger Vortheil bey dieſer verbeſſerten Rage iſt, nach Marſhals Behauptung, ihre Natur, wonach ſie ſtarke Arbeiten aushalten, bey ihrem Futter gut gedeihen, und bey verhältnißmäßig geringem Futter ein gutes An- ſchen behalten*). Hengſte werden fooohl von Landivirthen als Breeders aufgezogen. Leßtere gebrauchen ſie, entweder zur Bede- >ung, oder um ſie auszuleihen, oder ſie an Hengſthalter zu verkaufen, die init ihnen im Lande herumziehen. Die Hengſte werden von den ſogenannten Breeders ausgeliehen, welche ſie einige Tage vor der Springzeit ent- weder bey ſich ſelbſt, oder auf öffentlichen Pläßen ſehen laſſen auf welchen Stellen ſie entweder ſo lange, als die Springzeit dauert, ausgeliehen oder auch verfauft werden. Der Preis für einen Hengſt, wenn er verfauft wird, iſt von 50 bis 200 Guineen; für das Leihen in der Spring- zeit, nämlich für März- und Aprilmonat, bezahlt man 40, 80. bis 109 Guineenz; für eine Stute mit ihm zu belegen giebt man von einer halben bis zwey Guineen; 10 Guineen wohl für einen extraordinären Hengſt. 5 Die *) Herrn Marſhals Ausdru> lautet ſoe! an other couparative adventage of the preſent improved variety» is its hardineſs, its thriving quality, its beingabte to carry flesh, or ſtand hard work, with comparatively little provender. Midland- Counties. Vol. I. p3g- 309. 149 Die ſogenannten Breeders verkaufen die Zuzucht ent- weder als Füllen, wenn ſie 6 oder 8 Monate alt find, oder als Jährige; leßteres geſchieht am häufigſten. Dieſe Jährigen nennt man'entweder Yearlings, oder mit der Roßhändler Sprache Colts. Die Jährigen, Yearlings, zieht man im Herbſte nach den bexühmteſten Märkten, nämlich nach Bueton am Fluſſe Trent, nach Rugby in Warwickſhire, und Aſhburn in Berbyſhire, wo ſie von den Beſißern der Holländereyhöfe(Graziers.) aufgekauft werden, um ſie zwiſchen den Kühen gehen zu laſſen. Die Zweyjährigen zieht man nach den Märkten in Rugby und Stafford,. wo ſie theils an Landwir- the, theils an Roßhändler verkauft werden. Bey den Pächtern werden ſie gewöhnt, vor dem Pfluge und Wagen zu gehen, werden aber nicht. eher dazu gebraucht, als bis ſie-5, ja gemeiniglich ſchon 6 Jahre alt ſind. Wenn ſie dies Alter erlangt haben, werden ſie wieder von andern Pferdehändlern aufgekauft und nac London geführt, wo man ſie entweder an die Armee, oder Brauer; Bäcker, Miethkutſcher u. a. d. überläßt. Die Preiſe waren in den leßtern Jahren folgende; Für Füllen, von 4 bis ro Guineen. Für Jährige, von x0 bis 15 oder 20 Gs, Für Zweyjährige, von 15 bis 25 oder 30 Gs. Für Pferde von 6jährigem Alter von 25 bis 40 Gs, So ſicht es mit der Oekonomie und: dem Händel der Pferde in den mittlern Grafſchaften Englands, wo man ſich hauptſächlich auf die Pferdezucht legt. K 3 In -. 150 In den ſüdlichen Grafſchaften legt ſich der Landmann feine Pferde zu.; Die nordlichen Grafſchaften York, Northumber- land und Durham waren vorhin, wegen ihrer Anzucht guter Reitpferde, die für die ſchwere Reiterey vorzüglich dienlich ivaren, ſehr berühmt. In den ſpätern Zeiten ſind ihre Pferde ganz aus der Mode gekommen, weil nun die Kavallerie leichte Pferde verlangt, und der veredelten Lei- ceſier Art den Vorzug giebt. Zu Arbeitspferden finde ich unter allen den engliſchen Arten keine beſſer, als die, welche man in Norfolk und Suffolk hält. Sie ſind gewohnlich Braune oder Füchſe, und recht gedrängter Natur, von einem ſchönen Bau, können die Arbeit gut aushalten, und behalten dabey gutes Fleiſch, ohne-daß ſie gerade ängſtlich gepflegt und gefüttert werden dürfen. Dieſelbe Lobrede halten ihnen A. Young und Hr. Kent. In Kents Beſchreibung des Ackerbaues in Norfolk findet man eine Zeichnung von zwey Pferden dieſer Art, die vor dem Pfluge gehen. Das Kupfer iſt gut, und 154 nach, als das Auge ſie nur eben erblicken kann. Damit ſte kennbar ſind, haben die Reitknechte Bruſttücher und RKasfette von blendender Farbe, entweder von hochrothem Atlas, oder brandgelbem, oder ſchwarzem, mit Ermeln von der entgegenſtehenden Farbe. Die Reiter haben keine Sporen, und, wenn ich nicht irre, auch keine Steigbügel. Sie haben ein dünnes ſpaniſches Rohr in der Hand, wo- mit ſie die Pferde unaufhörlich zum Laufen anreißen. Wenn der Sieg zweifelhaft iſt, werden die'Reiter durch wiederholtes Zurufen der Zuſchauer aufgemunterk, und je mehr ſich der Gewinnende dem Maale nähert, deſiv mehr nimmt das Freudengeſchrey zu. Oft kann der Sie- ger nur den. Vorſprung eines Kopfs Länge vor ſeinem Mitko eiferer voraus- haben, wenn er das Ziel erreicht hat. Das Nachtheiligſte für ſo viele reiche Engländer, die - für das Wettrennen leidenſchaftlich eingenommen ſind, be- ſteht bey weitem nicht allein in der Wette zwiſchen ihnen, und denen, welchen“ die Reunpferde zugehören, die ſich wohl von 100 bis zu 1000 Guineen belaufen kann, ſon- dern in den Wetten zwiſchen ihnen und den Zuſchauern während des Laufens. Ich kann dies am beſten durch eine Erzählung eines Wettrennens zu Newmarket aufklären, wobey ich als Augenzeuge zugegen geweſen bin. m Zuerſt liefen 2 Pferde gegen einander. Die Wette hierüber belief ſich nur auf eine geringe Summe, und die Pferde waren nicht von vorzüglicher Güte. Um 3 Uhr liefen 3 Pferde, die verſchiedenen Herren gehörten, zuſammen, mit: Nameti Auguſte, Louiſe; des dritten Pferdes Namen erinnere ich mich nicht, weil ; es „ds NNEN 3 ZR pme 155 es weit davon entfernt blieb, Aufmerkſamfeit für ſich zu erregen. Die Wette betraf 600 Guineen. Jeder von den drey Herren hatte ſeine Rolle Goldes, 200 Guineen groß, auf den Tiſch gelegt. Während des Laufens, das nicht über s Minuten anhielt, hatten alle anweſende Zuſchauer ihre Portefeuilles in ihren Händen, und wetteten durchgehends mit einander, welches von den beyden Pferden, Louiſe oder Auguſte, gewinnen würde. Unaufhorlich hörte man zwey gegen drey, fünf gegen zehn, zehn gegen hundert, je nach- dem man des Sieges mehr- oder minder ungewiß war. Auf die Art kann ein Mann mit zwanzig und dreyßig andern"gewettet haben, deren Namen er fich in ſeinem Buche aufzeichnet; mit einigen nur niedrig, mit andern hote Louiſe. Alle Herren und Damen eilten herbey, das Pferd zu klopfen und zu beſchauen, wel- ung ge- braucht. Er bedeckte 40 Stuten, für 30 Guineen das Stück, auf Subſcription. Highflyer, gewann vor ſeinem fünften Jahre ſeinem Herrn eine Summe von 9500 Pd, St, Er hat keine Wette verloren. Matchem, gehörte dem verſtorbenen Eſq; Feewi>, war ein guter Läufer, und beſonders als ein vortreflicher Hengſt berühmt. Er bedeckte in 9 Jahren nach einander jährlich 25 Stuten, für 50 Guineen jedes Stüf. Er war von einer überaus ruhigen Natur, und lebte bis zu einem Alter von 33 Jahren. Stark, gewann bey unterſchiedlichen Wettrennen die größte Summe von 15/507 Guineen, Die 2%) Dieſes betrüge ungefähr eine! däniſt, weil ſie nicht gewöhnt ſind, auf einem harten und unebenen Wege zu gehen, oder das Heiß- und Kaltwerden vertragen zu fönnen. Ueber die engliſchen Wettläuferpferde urtheilt. Herr Marſhal in ſeiner rural Economy of Yorkſhire alſo 3 Die königlichen Prämien(Kings Plates), haben ohne Zweifel den Zwe gehabt, das engliſche Pferd in Anſehung der Leichtigkeit und Hurtigkeit zu veredeln. Dieſer Zweck iſt ſchon längſt erreicht. Die Wettläufer-' pferde(race- horſes) ſind nur dem nüßlich, der ſein Geld aufs Spiel ſeßt. Im Allgemeinen ſind ſie zu einem andern Gebrauche gar zu fein] Daher dient das Aus- ſetzen der Prämien für ſolche Pferde nur dazu, um das Geld der Nation zu Erreichung eines nachtheiligen End» zwecks zu verſchwenden, nämlich zur Aufmunterung zum Spiel, und zum Nachtheil für die engliſche Rage. Im mindeſten müßte man, wenn man es ferner für rathſam hält, Prämien auszuſeßen, das Gewicht bis zu 12 Stone verhöhen*).; Unter den engliſchen Pferden, die wegen ihres ſchnel- len Laufens mir bekannt ſind, iſt ein Beyſpiel merkwür- | dig, *) Das Gewicht des Kerls und Sattels auf einem. Wettrenner iſt ves ſtimmt 3 gewöhnlich wiegt der Kerl nur 5 bis 7, und mit dem Sattel 8 Lpfd. Herx Marſhal will haben, daß das Gewi 158 dig, welches ſich in Youngs Annalen für 1788 befindet. Ein Pferd lief den 4ten Juli. 1788 auf einer Landſtraße "von London für, die unbedeufende Wette auf 30 Guineen 33 Meilen(7 däniſche) in x Stunde und 20 Minuten. Hierbey muß in Betracht. gezogen werden die Länge des Weges, daß dieſer Chaußee war, daß der Reiter oft wegen der Wagen und anderer aufhaltenden Hinderniſſe auf die Seite reiten mußte; dagegen daß Pferde von anderm Schlag, äls die erwähnten Racen, auf einer ebenen Bahn' laufen, die nämlich eine däniſche Meile Länge hält. Die verſchiedenen Fragetr, welche der Leſer über Preis, Warkung,. Pflege und Gebrauch der Pferde in England. auf- werfen könnte, will ich mich beſtreben unter gewiſſen Punk- ten zu beantworten, worauf die Beantwortung einiger Fragen, die von dem Ackerbaucollegium in London qufge- geben worden, uns leiten ſoll. Bey der Beantwortung will ich auf Herrn Boys Berechnung Rückſicht nehmen, welcher ein anſehnlicher Farmer in Kentſhire iſt. Sein Gut liegt ungefähr 20 engliſche(4 däniſche Meilen) von ; London.; Frage xt. Wie vie! koſtet ein Arbeitspferd das &ahr hindurch zu unterhalten?! Antwort. Ein Arbeits- oder Pflugpferd foſtet jährlich 18 Pd. St. x6 S3,; Frage 2. Wie vielkoſtet ein Wagenpferd?(Coach- horſe?) Antw. Man rechnet auf ein ſolches Pferd täglich 74 Pfund Heu und 2 Gallons(2 Viertel) Hafer. Die jähre „a KE 06 SE ZIE. Seak Aul 159 jährlichen MED AOFEE belaufen ſich auf. 20 bis 255 Pd St.| Frage 3. Wie viel koſtet ein Jagd- oder Reit- pferd?(Huater,) Antw.- Dies wird jährlich 27 Pd. St. 7/8764 zu unterhalten koſtet. Frage 4. Wie viel koſtet ein Poſtpferd?(Polt oder Stage, Coach- horſe,) Antw. Da ein ſolches Pferd beſtändig auf der Landſtraße iſt,- iſt deſſen Wartung und Futter am koſt- bärſten, und es fann für jedes Jahr auf 3x Pd. St. T8 38, angeſchlagen werden. Frage 5. Wie viel ſieht man einem Pferde von vorhererwähntem Schlage jährlich an Hafer, Heu, Stroh, Graſe u. ſ. w. zu? * Antw.-Dieſe Frage kann ich nicht beantworten, , da ſich hierin nach den örtlichen Umſtänden gar zu viele Abweichungen finden*). Frage 6.* Wie hoch kann man den jährlich finfen- den Werth eines Pferdes, nebſt der Schmiederechnung anſchlagen? Antw. Den abnehmenden Werth eines Pflug- oder Arbeitspferdes, über 8 Jahre alt, ungefähr auf 2 Pd. St., Schmiederechnung auf 15 S. Eines Wagenpferdes über 5'Jahre alt, 3 Pd. St. 10 S., an den Schmidt x Pd. St. 108, ' Eines ; 2) Im Kap, 1x. 12. und 13. über Anbau und Benußung der Korns 3 arten der Schotenfrüchte, Furterwurzeln und Futterkeäuter, habet wir dieſe Frage bereits beantwortet. I60 - Eines Reit- vder Jagdpferdes, über 7 Jahre alt, 7 Pd. St., an den Schmidt 3 Pd. St. - Eines Poſtpferdes über 6 Jahre alt, 4 Pd. St. an den Schmidt 2 Pd. St. Frage 7. In welchem Alter wird ein Pferd vorher- erwähnten Schlages zur Arbeit geſchickt? Antw. Pflugpferde, wenn ſie 2 bis 3 Jahre alt ſind. Wagenpferde, wenn ſie 4 Jahre alt ſind. Jagd- und Reitpferde von 5jährigem Alter. Poſtpferde, vom 4ten bis zum 2o0ſten Jahre. Frage 8, Welches iſt der Preis oder Werth von einem der vorhererwähnten Pferde, wenn es zur Arbeit gebraucht werden kann? Antw« Von Pflugpferden von 21 bis 25 Pd. St. == Wagenpferden von 30= 45= --- Reitpferden von 30= 60== ==. Poſipferden von. 5'=- 25.=- gemeiniglich 20 Pd. Sk. Frage 9. Was macht ein gewöhnliches Fuder oder das Gewicht für ein gewiſſes Geſpann Pferde aus; in welcher Art Wägen ziehen ſie ſolches, und wie viele Meilen legen ſie zurück? Ankw. Auf einer Karre mit zwey Rädern ziehen 2 Pferde x x Tonne(30 Centn.) 20 Meilen(4 däniſche) täglich fort. j Auf einem Wagen mit vier Rädern ziehen 4 Pferde ein Fuder von 10 Ouarters(20 Tonnen) Weißen, Rocken, Gerſte oder Erbſen; von Hafer x 2 Quarters. Mit einem ſolchen Tn en 461 ſolchen Fuder iſt 8 bis 12 Meilen, ungefähr drittehalb däniſche Meilen, eine Tagereiſe,*); Frage 10, Wie viele Pferde hält man auf einenz Hofe vön 100 Acres(75 Tonnen geometriſch) Pfluglandes und eitier verhältnißmäßigen Anzahl Graglandes? Antw. 6 Pflugpferde, und 3 bis 4 junge Pferde, Frage 11. Werden die Pferde im Sommer auf dem Stalle, oder auf dem Graſe gehalten? Antw. Einige halten ſie auf dem Stall, die meiſten äber auf dem Graſe. Wir haben vorher die verſchiedenen in England ge» bräuchlichen Futterungsmethoden angeführt. In An- ſehung der Pferde wollen wir noch die in London gebräuch- liche hinzuſetzen, und zu einer deſto, leichtern Ueberſicht alles nach dem däniſchen Maaße und Gelde, in Uebereinſtim» mung mit den Preiſen in Kopenhagen im Jahre 1757, beſtimniett. Die gewöhnliche Fütterungsweiſe in London. Eines Reitpfexdes. Rehlr. Mt, ß. 31 Bund Hett, das Bund 3 56 Pfd. 14 9...6 Hafer 4 Schipp,, DL) 21.118 Pferdes *) Aus dieſer Specification erfieht mart, daß die etjgliſchen Laſt- und Bauwägen beſſer als unſere eingerichtet, und die Wege eberntfaus beſſer ſind, da die Pferde dort eine ſo ſc| Kleiein- Zu SShipp TG 0 u E:| Jutter pr. Woche für x Neitpferd 3 3 2 Eines Wagenpferdes. RNthlr. Mf. ß. Heu 2x Bund, d. Bund d' 56 Pfd. x 3 6 Hafer 4. Schipp- I MGs Pferdebohnen 3 Schipp 2 2% 4| Spreu 2 Scipp--- 12| Kleien x Schipp- u 2 2080) A Zuttker pr."Woche 25.32 10 Eines Arbeitspferdes. - Rthlr. Mk. ß. Heu x Bund 3 56 Pfd. a 3 12 Klee 2 Bünde-- ä 19 Hafer 4 Schipp- a LEONE Ahe 8 Pferdebohnen x Schipp.? 3-- Spreu 2 Schipp- 12 KRleien x Schipp- 2 409.0. t Das Futter pr. Woche koſtet 3 ET.04 Löwſons Vorſchlag zu einem weniger koſt baren Futter für Pferde, Hornvieh und Schaafe 1 Herr Lo wfon, welcher Num. 9. Tower Dock in| und 163 und viele für Bezahlung auf die Fütterung nimmt. Dieſer fand, daß die eingeführte Art und Weiſe, Pferde und Hornvieh zu fütterny nicht die beſte war.. Das Futter ſchien ihm dabey nicht ſo nahrhaft für die Kreaturen, und noch weniger ſo ſparſam" und gut angewandt zu werden, als er es für moglich hielt. Giebt man Kreaturen reines Korn, ſo geht ſolches den Thieren unverdauet wieder ab; und zwar iſt dies beſon- ders der Fall bey den Pferden. Daher ſchen wir be- ſiändig, daß Schweine, Hühner, Tauben und Vögel im Dünger fraßen, um das Korn, welches ſich in dem Ab- gange der Thiere befindet, aufzuleſen. Giebt man Heu, ſo wird davon allezeit etwas durch den Anhauch der Thiere verdorben, welches. dann liegen bleibt, und zur Fütte- rung untauglich wird. Hierzu kömmt, daß matt Unterſchiedliches Grüne aus dem Garten, welches ſchr gut als Futter verbraucht wer- den könnte, wenn es gut geha>t und unter das übrige Futter gemiſcht würde, wegwirft. So könnte nämlich Etroh, Schoten von Erbſen und Bohnen, und das Kraut von gelben Wurzeln und Kartoffeln mit großem Vortheil gebraucht werden. Leßteres iſt zum Verfüttern dienlich, wenn es zeitig abgeſchnitten wird, und kann auch ebens falls in der Sonne getrocknet werden.; Außerdem giebt es viele Arten Fukterwurzeln, als Kartoffeln und gelbe Wurzeln u. dgl. m., welche, nach Beyſpielen von andern Landwirthen, zur Fütterung der Pferde und anderer Kreaturen auf dem Stalle benußt, und wodurch der koſtbare Verbrauch des Hafers und Heues vermindert werden fönnte. 2 3 Herr 164 Herr" Lowſon theilte ſeine Vorſchläge über ein weniger koſtbares Futter für Pferde und Hornvich dem Londoner Ackerbaucollegium mit. Er beſtimmt in dieſem ſeinen mitgetheilten'Vorſchlag die einzelnen Theile, aus| welchen ſein zuſammengeſeßtes Futter beſtehe, ſo wie' der im Verhältniſſe zu einander; und erzählt, daß er es viele Jahre mit ausgezeichnendem Vortheile; eben weil Jeine Futterartenn weniger koſtbar, und gleichwohl mehr nahr- haft wären, gebraucht habe. Beſtandtheile des Futters des Herrn Lowſons. x). 2) Kleeheu. 3) Stroh. 4) Erbſenſchoten. 5) Spreu, Kaf, 6) Haferſchrot. 7). Graue Erbſen, geſchroteit, 8) Oehlfuchen in Stücke zerbrochen. 9) Im Ofen getronete gelbe Wurzeln, 10) Im Ofen getrocknete Kartoffeln, L1) Pferbebohnen, geſchroten. x 2) Küchenſalz. Die verhältnißmäßige Quäntität Futter für jede Art Viehes, nad Herrn Lowſons Vorſchlag: Für ein Reitpferd auf eine Woche. Heu und Stroh zu Häckſel geſchnitten, 2 Tonnen die Woche. Ge 165 Geſchrotener Hafer 3-Schipp. Pferdebohnen 5 Schipp. Heu Ix Bünde, a 56 Pfund. I. Gäbe:„Warzeln 1 Schipp, furz geſchnitten, Für ein Wagenpferd auf die Woche. Heu und Stroh zu Häckſel geſchnitten, 18 1900477 die Woche. Geſchrotener Hafer 3 Schipp. Di Beu nn- Schipp. Heu 1% Bünde. Gelbe Wurzeln x Schipp, kurz geſtoßen, Für ein gArbeitspferd die Woche. Heu und Stroh in Häſel geſchnitten, 26 Schipp die Woche.. 04 Geſchrotener Hafer 3 Schipp. Pferdebohnen I Schipp. Heu 1 Bund. Gelbe Wurzeln 1x Schipp, oder auch zerha>te Kar- koffeln. Werden. mehrere Subſtanzen zuſammen gemengt» ſo empfiehlt er folgendes Verhältniß nac) Maaß, und Ge- wicht. minne-| Für ein Paar Wagenpferde die W 9<< e. - Maaß. Gewicht. 2 Bünde Klecheu zu Häckſel.; geſchnitten--. 32 Schipp 112 Pfd. 3 x Bund ee 266 Maaß. - x Bund Wieſenheu zu Häfſel geſchnitten-- x Bund Stroh zu Häckſel ge- ſchnitten„“'.,8 n Gewicht. 8 Schipp 28 Pfd. NEEDS) 13.==> Geſchrotener Hafer 9 7=-- 120-- Pferdebohnen geſchroten IE== 45.= Kleien SEDE I2=> 107 Erbſenſchoten- 2. 7-- 2 Bünde Heu, ungeſchnitfen 16== x12= Kücenſalz- 2- 2 76...== 45447 Für Ochſen oder Kühe. 2 Bünde Klee 32 Schipp 112 Pfd. T Bund Wieſenheu 16= 56== TI Bund Stroh 16=- 36-- Kleien- 25 dene 1 ZU ieS Erbſenſchoten- 16= 56... 50 Dehlfuchen 3 33 Pfund, zerbrochen- 6= 175== Geſchrotener Hafer 9--“ 160= Gerſtenmehl.- 4= 112-- LES 427 819-=- Zuleßt liefert Hr. Lowfon eine Ueberſicht der ver- hältnißmäßigſten Quantität von dem in England gebräuch- lichen Futter, welche beſonders für Hornvieh und Schaafe hinreichend und dienlich ſeyn ſoll, wenn es zu Hälſel ge- ſchnitten'und mit einander vermiſcht worden iſt,-. Dieſe Ueberſicht iſt folgende; 1 Fuder' NNEN eitmlenirläichik diele BURGER Men dani db | x Fuder Kleeheu emm===... IB-- 2 Fuder Wieſenheu==.=. 9-> LX Fuder Stroh e..=... 5 9 Erbſenhülſen, 20 Tonnen-== 10 emames Spreu; 28 Tommi= IO Geſchrotener Hafer, 20 Tonnen== 28 Graue Erbſen, geſchroten, 15 Tonnen 21 500 Dehlfuchen=--- 15 4 Tonnen getro>nete Wurzeln==“5 4 Tonnen gefro>nete Kartoffeln"==*' 5 2 Schipp Küchenſalz=> 1 E30, m EI [ATF vv][üm|| [DS 1 SO= 1 Um dieſe mit einander vermiſchten Stoffe ſo aufzube- wahren, daß ſie ſich nicht zur Gährung erhigen, empfiehlt Hr. Lowſon, zwiſchen denſelben eine Lage Klee, abwed- ſelnd mit einer Lage Stroh, zu legen, und ſo weit es mog» lich iſt, dieſe Lagen mit Salz zu beſtreuen, wodurch der Haufe gut aufbewahrt, und das Futter angenehm und zuträglich gemacht wird. Hr. Lowſon beſchließt ſeine Bekanntmachung damik;; daß man ſeinen Vorſchlag mit geſchrotenem und zu Häckſel geſchnittenen Futter beſonders für ſolche Einwohner großer Städte nüßlich und anwendbar finden würde, welche keine Wirthſchaft haben, und doch genothigt ſind, Pferde und « Kühe auf dem Stalle zu halten. Cben ſo empfiehlt er es denen, die zur Miethe wohnen, und zu Sciffsfutter auf längen Reiſen, "02.4 Wenn 763 Wenn“es zubereitet iſt, läßt es ſich leichter und ges ſchwinder fortbringen, als, wenn es in mehrern beſondern „Artifeln vertheilt iſt, und kann aych, ohne daß es verdirbt, in Magazinen aufbewahrt werden, Hr. Low ſon verkaufte, während meines Aufenthalts in London, das zuleßt erwähnte zubereitete Futter pr. Ct, für: 5 S, 7 d.5 in unſerer Münze für 8 Mk. 6 ß. Es ſcheint mir, als wenn Hrn. Lowſons Verſuch verdiente» bekannt gemacht zu werden; es kann vielleicht ir- gend einen Landwirth geben, der ſeinen Vorſchlag einer Aufmerkfamfkeit würdigt, Der- nachdenfkende Leſer ſieht leicht ein, daß es durch- ans feine Nothwendigkeit iſt, ſeine vorgeſchriebene Methode genau zu befolgen, ſondern daß ſelbige nach den örtlichen Umſtänden eines jeden Landes viele Abänderungen anneh- men kann, und daß es jedem leicht wird, einen Ueberſchlag nach den Jahrspreiſen über die angeführten Ingredienzen zu machen, um in Erfahrung zu bringen, ob Hrn, Lo w»- fons oder ſeine eigene abgeänderte Verſuche weniger koſt- dar, als.die gaugbaren Fütterungsmethoden, ausfallen werden Unter allen Umſtänden bleibt es aber immer empfeh- Jenswerth, den Kreaturen niemals ungeſchrotenes Korn zu geben, dann auch einen Theil Heu ſowohl als Stroh zu Häerling ſchneiden zu laſſen; ferner, daß manches Garten- fraut, welches ſonſt unbenußt bleibt, und verſchiedene Knollengewächſe mit Vortheil zum Unterhalt des Viehes verwendet werden können, ſofern ſie mit der gewöhnlichen Nahrung ſolcher Thiere vermiſcht. werden, und daß, je mehrere Futterarten man kennt, deſto weniger ein Land der Gefahr M. 1. Dal I, LIA URENNOEHE A WED MECH Mika: neg 169 Gefahr des Futtermangels ausgeſeßt iſt;- weil es nicht wahrſcheinlich iſt, daß-ſie:alle in einem und demſelben Jahre fehlſchlagen und zu einem ungewöhnlichen Preiſe ſteigen ſollten; welches in einigen Jahren mit dem Hafer, Heu und Stroh der Fall geweſen iſt, ſondern daß vielmehr der Ges brauch mehrerer Nahrungsſtoffe die Preiſe von dieſen Artis feln natürlicher Weiſe herunterſeßen müſſen, Futter für Pferde in Dumbartonſhire in Schottland. Eine beſondere Weiſe, die Pferde in Stand zu ſeßen, wie ſie in Dumbartonſhire in Schottland gebräuchlich, und in Youngs Annalen*) beſchrieben worden iſt, kann ich nicht unterlaſſen, den Leſern mitzutheilen. Im Winter giebt man den Pferden warme Suppen, die aus Korn, Ha- fer, Spreu oder groben Hafermehl, zuweilen aus Hülſeik von Pferdebohnen und Erbſen, welches alles eine Stunde in einem Keſſel durchgekfocht wird, beſtehen. Dieſe Art Futter wird von den Landwirthen jener Ges gend ſchr gerühmt,- Dies giebt, ſagen ſie, den Pferden Muth, und macht., daß ſie ihre Haare behalten, und fett und-gut ausſchen. Zuweilen giebt man ihnen in ſolchen Suppen auch ge- ſioßene Kartoffeln. Die Kartoffeln werden nicht gekocht, ſondern, nachdem ſie vorher gewaſchen und in kleine Stücke zerſchnitten worden ſind, ſo in die Suppe geworfen. Berechnung über die in England befind- liche Anzjähl Pferde. Es iſt bekannt, daß die engliſchen Landwirthe ſich ſehr LS über *) Annals of Agricylture Yol. 23. pag. 64. 370 über die große Anzahl Pferde beſchweren 7 welche in Eng- Jand gehalten werden, und daß deren Menge ſich jedes Jahr vermehrt.. Der politiſche Nachtheil beſteht darin, daß die vielet Pferde die Lebensmittel vertheuern, verurſachen, daß eine Menge fremder Hafer vom Auslande eingeführt werden muß; daß viele tauſend Acres jährlich zur Gräſung und Kornbau für Pferde angewandt werden, worauf, bey-ver- änderter Wirthſchaft,.Ochſen oder Kühe gehalten, oder Brodkorn gebaut werden könnten, Nach einer Berechnung, die ſich in n Youngs Annalen im 28ſten Bande befindet, wird die Anzahl Pferde in Eng- land. auf 2 Millionen angegeben. Auf ein Pferd werden 3 Acres für die Gräſung, Heu und Hafer gerechnet. Alſo werden, um 2 Millionen Pferde zu unterhalten, 6 Mil» Lionen Acres erfordert. A. Young giebt in der angeführten Stelle folgende HER, in Leiceſterſhire; Princeps in Croxo hall„ in Derbyſhire. Die Springſtiere von der veredelten Art, ein Sha kespear, Bright/ Garri> und andere, ſo wie deren Abkösmmilinge, ſind in der neuern engliſchen Viehgeſchichte merfwürdig.. Sie ſind auf einer öffentlichen Verſteigerung für 260 bis 400 Guineen verkauft. Hr. Sandy kaufte in Geſellſchaft mit mehrern Gutsbeſißern einen Stier auf Pagets Auction, den er mit 400 Guineen, oder 2,100 Rthlr- bezahlte. Auf Fowlers Auction im Jahr 1791 wur- den verkauft; 13 Stiere, wovon 9 ein Jahr Pd. St. S. d. alt' waren, für--- 1648 I0== 283 Kühe und Stärken--- 2331=“= 2 Bullenkälber=-=-- 7v 7= 7 Duiefälber----- 201 Ln 3 Kühe von Wales, um die Kälber aufzuſäugen wem= 008.160 4281 4 6 Sein Viebſtand, 44 Stü und 9 Kälber enthaltend, wurde für nicht weniger als 21,406 R. 12ſ.; ſein Schaaf»- beſtand, in 85 Böen, 145 Schaafen, 5-8 Lämmern be- ſtehend,- für 2,300 Pd» St.-4'8. 6 d-- 13,501 Rthlr. verfauft«. *) Seine Viehbverſteigerung in Olufſens Annalen 1 B. GS. 243» Zweiter Theil. M 178 verfauft:< Dieſe, ſoll: die berühmteſte Viehauction in Eitge land geweſen ſeyn. "Tab. V. zeigt einen Stier und eine Kuh von an vers edelten Art:-Beyde Abzeichnungen find nach der Natur, und gehören Hrn. Paget. Sie ſind im Jahre 1795 ab- gezeichnet worden. j Der Name. dieſes Thieres. iſt Bright, das-ſchönſte, welches England hervorgebracht hat... Es war groß». dif, fileiſchreich an den beſten Theilen des Leibes, mit einem feinen Knochenbau und einer ſanften Haut. Es war ſs. zahm, daß. drey bis vier Menſchen es berühren konnten» ohne daß es davon.ein Zeichen der Wildheit zeigte. Ein Ochſe von Princeps Art, dem Lord Donne- gal in Staffordſhire zugehörig, folgt auf dieſes Thier Bright. Er wurde im Jahre 1794 geſchlachtet, und wog:)' Gewicht von den vier Vierkheilen'-=» 1,988 Pd. Dito von. Talg----. 200= Dito der Haut--... 177= Er war 50 Guineen werth. Doch hat man Beyſpiele von einer noch örößern Schwere.>| - Der berühmte Ochſe von Lincolnſhire"„; wog=...-- 2,800. Pd. Ein Ochſe in ſeed wog=. 2,369= - Die berühmten Stockmaſter, welche. dieſe veredelte Ar» ten Viehes haben, verleihen die Springbullen im Sommer an Liebhaber von gutem Viehe,: und. nehmen an Miethe für einen Sommer. 19 bis 50, 695 ja zuweilen 30 Gui- neen für jeden Bullen. Für eine einzelne Kuh zu belegen 7356-20-70. nehmen *) The Agriculture of 4% FEE Ab 133. Ad on BER al lä Ki TE 11 emi€ ZE 179 nehmen ſie von x Kröne bis 5 Guineen, mit Rückſicht auf das Alter und die Güte des Thieres. Einen Fehler begehen dieſe Herren Sto>maſter. Wenn ſie nämlich ein gutes Bullenkalb haben, welches in ſeiner Art ganz vortreflich werden zu wollen ſcheint, ſo ziehen ſie ſolches gar zu gut auf. Sie füttern es den ganzen Som- mer mit ſüßer Milch, Hafermehl, Oehlfuchen, und weni- gem Heu; wodurch es gleich groß wird, ein vortrefliches Anſehen erhält, und zur Fortpflanzung ſeiner Art geſchit wird, wenn es 1"Jahr alt iſt. Wenn aber ein anderer Mann es nachher miethet, und es auf eine gewohnliche Weide bringt, ſo nimmt es ſogleich ab, wird hundemager, und oft ungeſchicft zum Beſpringen. Hierüber hört man manche Klagen. Dieſelbe gefliſſentliche Auffütterungsgme- thode wendet man auch bey den Mutterkälbern an, welche wegen ihrer natürlichen Güte zur Fortpflanzung der Art beſtimmt ſind. Als Milchkühe betrachtet zeichnet ſich die vorerwähnte Leiceſter Art nicht aus. Hr. Princeps geſteht, daß man als Mittelzahl die tägliche Milch von einer Kuh nicht hös her als 8 Pott angeben, da man das doppelte, ja drepdope pelte an Milch von der gewöhnlichen Art Kühe des Landes in den Monaten May und Juni haben kann. Dagegen hat jene Art viele natürliche Anlagen fett zu werden. Meine junge Stärken, ſagt Princeps, müſſen auf ſehr magern Graſe gehalten werden, ſonſt werden ſie zu fett und wols- len das Rind nicht zulaſſen.: Wildes Hornvieh in England. Als eine Sels tenheit muß es hier bemerkt*werden, daß es bey einzelnen „Gütsbeſißern in den nördlichen Gegenden Englands ganz M 2 wildes 180 wildes. Hornvieh.'giebt; DB? in Ehillingham»-Park, in Northumberland, welcher th& Carl of'Tankerville gehört."Seine Farbe iſt weißlich, mit weißen, ſchwarzen, braunen öder rothen Ohren, die Haare lang, die Hörner ſiehen gerade in die Höhe, und ſind-milchweiß. Sie ſind ſehr ſcheu; wenn ſie' verfolgt werden, ſetzen ſie ſich zur Wehre„ſammeln ſich in einen Kreis herum, um Mm Verfolger einzuſchließen. Sie verſtecken ihre jungen Kälber auf das ſorgfältigſte unter das Laub der Bäume und zwiſchen Gebüſche, wohin ſich die Mürter mit vieler Vorſicht hinſchleichen, um ſie zu ſäugen.' Das Kalb wegzuſtehlen, iſt mit ſehr vieler Gefahr verbutiden 3! denn giebt es dew geringſten Laut'von ſich, ſo fommen fie alle herbey, und“verfolgen den Säger mit der größten-Wildheit. Auf ſie zu ſchießen, iſt nicht weniger ge- fährlich; der. Jäger muß einen einzelnen von der Heerde ſich getrennten überliſten, oder auch auf einem guten Jagds pferde ſigen, um entfliehen. zu können.- Wenn eins von Alter oder durch andere Urſachen kranf wird, werfen die andern ſich über daſſelbe her, und ſioßen es zu Boden. Das Fleiſch von dem wilden Vieh iſt von ſehr angte- nehmen Geſchmack. Der Körper von einem Stier dieſer Art wiegt 40 bis 50 Stone(35 bis 43 Lpfd.),- von ei- ner Kuh 30 Stone(26 Lpfd.) REG Kälberaufzucht. &n der Aufziehungsweiſe der Kälber, die zugehen ſola len, giebt es in England viele Abweichungen. Die all- gemeinſte Weiſe beſteht darin, ſie 8 oder 14 Tage die PEN ſaugei zu laſſen, ihnen nachher einige Tage friſch gemol- aud Üb ed =" 17= eG SNEERNREENENEN „Zuid ISI gemolkene" Milch," bald darauf: abgerahmfe,""und zuleßt eine. Mehlſuppe von Hafermehl, Waſſer und Milch,» unter- weilen auch mit Oehlkuchen vermiſcht ſo lange zu geben, bis ſie aufs Gras kommen; doch werden ſte in der Nacht ſo lange ins Haus genommen,' bis die Luft wärmer wird. In Nottinghamſhire werden" die Kälber, welche für den Schlächter beſtimmt ſind ,' mit Heuſaamen mit Milch vermiſcht, ſo; daß ein Dritttheil Heuſaamen zu zwey Dritt- theilen Milch genommen wird, fett gemacht. Ein Pott Heu- ſaamen wird.in ſechs Pott Waſſer über. einem gelinden Feuer gefocht, und darauf über ein Haarſieb gegoſſen- Durch das Wärmen des Heuſaamens'erſpart man die Mühe, die Milch zu wärmen. Hievon weyden die Kälber ſchr fett, und das Fleiſch viel feiner. Das Kälbermäſten macht einen wichtigen Nahrungs- zweig für die Landleute in der Gegend um London, beſon- dexs in Mittelſex und in den ſüdlichen Theilen von Eſſex, aus. Dieſe Landwirthe haben eine ganz beſondere Oeko- nomie mit. ihrem Kälberaufziehen und Mäſten, Sie hale ten manche Kühe blos in der Abſicht, daß die Kälber ſie ſaugen ſollen 5 fie' kaufen"daher'von andern Landwir- then die“ ſpäten Kälber, um“ ſie auf gleiche Weiſe fett zu machen. Dieſe Oekonomie treiben ſie beſonders im Herbſte und Winter." Der Landmann findet ſeinen Vortheil beſſer da- bey, das Gras'im Herbſte von'den Säugefühen abfreſſen zu laſſen, als Milchkühe zu halten, oder das Gras von Schaafen verzehren zu laſſen. Außerdem haben dieſe Land- wirthe eine Menge Grünes, Kohl und Nüben, welches ſie den Säugekühen geben, und wornad) dieſe git milchey; M 3 allein 182 allein da die Milch zum Verkauf oder zu Butter undien- lich iſt, ſo wird ſie weit vortheilhafter zum Kälbernräſten verbraucht.; Die Kälber, die von Landwirthen zum Mäſten aufge- kauft werden, ſind 8 Tage bis 3 Wochen alt. Der Preis iſt, nach Alter und Beſchaffenheit, von 4 bis 13Rthlr. Es wird berechnet, daß ein Säugkalb ſeinem Wirth jede Woche, die er. daſſelbe füttert, von 5 bis 6 8, einbringt. Dieſer Nahrungszweig- iſt ſchr mißlich, Es gehört viele Erfahrung dazu, beym Anfauf die Natur des Kalbes „recht zu durchſchauen; und eben ſo es in dem Augenblicke zu verfaufen, wo man noch am beſten ſein Futter bezahlt erhalten kann. Kauft ein Farmer an einem und demſelben Tage 10 Kälber von gleichem Alter, und füttert ſie auf" einerley Weiſe, ſo iſt do. Der engliſche Landwirth nennt" fie thin Cheeſe of new Milk. Von dem Handelskäſe, oder Factors Cheole, giebt es zwd Sorten: Vonder Zeit an, daß die Kühe aufs Gras fommen, nämlich vom Anfange May bis Auguſt, macht man die beſte-Sorte, die ſie Jahrsfkäſe, Year's Cheeſe, nennen, Von dieſer Zeit bis zum leßtem October macht man die andere Sorte Käſe, die man latter Weigh nennt, und die ebenfalls eine Handelswaare iſt.? Haushaltungskäſe, Family Cheeſe, macht man vom Anfange Novembers, bis man im Frühjahr die Kühe aufs Gras treibt. Von einer Kuh werden in dieſen Grafſchaften 3 Cenk- ner Käſe jährlich und darüber berechnet. Der Preis iſt 5 bis 6 d. für das Pfund Factorkäſe. j Der Glouceſter und Cheſter Käſe wird gefärbt, weil fie ſo beſſer bezahlt werden."" Wir haben jeßt- die Wirthſchaft in einer Meierey in dem öſtlichen Theil Englands und den mittelſten Grafſchaf-. ten dargeſtellt; dieſes wollen wir nun auch von dem weſt- - lichen Theile des Landes. Unſer Beyſpiel wollen wir von einem guten Meiereyhofe in Sommerſetſhire, in der Nähe von Bath und Briſtol hernehmen. In dieſen Gegenden ſind die Gräſungen ganz vorzüge lich gut, ſo, daß die Pächter die hohe Abgabe von 40 8. pr. Acre, d. i. 9 Reichsthaler von 6. Schipp Landes bezahlen. Die Milch wird dort, ſo wie in den mittelſten Graf- 2) Marſhal ſagt: the Glouceſter Cheeſe. is coloured, te the gonſymers this Hltchy practice owes its preyalency« x9r Gräfſchaften; zum Käſemachen verwandt, und nur wenig Butter dort verfauft.) Ein weſentlicher Unterſchied in der Oekonomie dieſer Gegend gegen die in den übrigen Grafſchaften iſt der, daß die Meiereyen an Holländer, oder, wie die Engländer ſie nennen, Milchmänner verpachtet ſind, welche von der Kuh- 6 Pd. St., 30 Reichsthaler bezahlen. EsS iſt ein unſchicklicher Stolz, ſagt Billingsley, daß ein Pach- ker, der ſelbſt eine hohe Pacht bezahlen muß, eine der wichtigſten Einkünftequellen auf ſeinem Hofe an einen Fremden verpachtet, Herr Billingsley macht fölgenbe Berechnung über Einnahme und Ausgabe auf einer Holländerey von 20 Kühen auf guter Gräſung in Sommerſetſhire, in der Nähe von Bath und Briſtol. Ausgabe auf einer Meierey von 20. Kühen. Pd, St. 8. d, 28 Kerl it 40 Wochen, auf 3 S. ""Bie Woche REIT-* 6 ema amm Ein Aüfſeher 8 2 2 4 amen tun 2 Milchmägde 48. 6 d. wöchentlih 1x 14=- Meiereygefäße, Licht, Salz, Brenn- materialien,, 5 6“== Abgabe vom Londe, 30 Actes Sommergräſung zu 4 S. pr. Acre 60--= Das Heu zu mähen, bearbeiten und einzufahren für x2 Centner mmm enam 192 | 716.) 0 P20(0"Pd. St: 8.74. Abgabe von 15 Acres Wieſen zum.: Heubergen. zu 40 S8, pr. Acre 30-- Auf 600 Centner Heu zu bergen 2 auf 12 8. pr. Acre 9 gin] bali Zehnten und übrige Abgaben I0==. SE ERG 200650 Einnahme von der ganzen Meierey. Pd. St.“8: d. 90 Centner Käſe zu 3 Pd. St. 250. ml „Für. Kälber-, MO 16 430 IEE „Für Butter.,-- TO. SE * Für Schweine-» 3 PENSEE 320==-= Das Reſultat von Herrn Billingsley Bemerkun- gen über einen guten Meierhof in jenen fruchtbaren Gegenden iſt:;; Pacht wird von jedem Acre auf 40 8., d. i. 10 Reichs- thaler bezahlt.*) Eine Kuh kann eintragen von 12 bis 14 Pd. St., d. i. 60 bis 70 Reichsthaler. Eine gute Kuh giebt von Faſtnacht bis Michaelis 12 Pott Milch, und von Michaelis bis Juni 4 Pott täglich. Dieſes iſt freylich eine hohe Berechnung, allein man ſeßt hierbey auch voraus, daß man gute Kühe auf guter Gräſung hält. In *) Dieſe Summe“kann er abtragen, wenn, wie gegenwärtig geſchieht, 12 ß. für das Pfund Käſe, und 12 ß. für Spec> bezahlt wirde wie Billingsley behauptet, 793 ein dieſer Gegend iſt es, wo man die Kälber wit Heu- waſſer und Leinſaamen, unter die Kälbermilch gemiſcht, fett macht; wovon Herr Dlufſen in ſeinen Annalen 1 B. S. 61. redet. Keierhsfe bey London. Die Felder ſind auf- eine große Strecke um London herum, alle zur Gräſung für Kühe ausgelegt. Die meiſten Meierhöfe, woher die Stadt mit Milch verſehen wird, liegen um Hackney und Sslington. Einige dieſer Höfe ſind ſo klein, daß kaum 30 bis 40 Kühe auf jedem gehalten werden können; auf den größten aber 300 Stück. Herr Weſt in Jsling- ton hat vie größte Meierey" in England; ſie enthält 1000 Stück Kühe, die aber auf mehrere Höfe vertheilt ſind. Dieſes iſt in der Gemeinde Isleton,»in welcher der wich- tigſte und größte Zehnte in England an den Prediger ento richtet werden muß, indem ihm auch jeder zehnte Gallon Milch zuf5mmt, der aber im Gelde entrichtet wird. -- Auf dieſen Meierhsöfen werden auserleſene Kühe gehal- ten, die man von Kuhhändlern kauft, die ſolche in York, Lancaſter und Staffordſhire auffaufen, und für 6, 8 bis 10 Pd. St. wieder verfaufen. Die Yorkſhirer Art, the Holderneſs breed genannt, ſollen, wie man dafür hält, die meiſte Milch geben, und ſind auch die theureſten. Da es dieſen Landwirthen darum zu thun iſt, es zu machen, daß ſie viele Milch haben, geben ſte ihren Kühen täglich Treber: aus Brauereyen, wenn ſie auch in dem Üppigſten Graſe gehen. Daſſelbe thun auch die Hollän- der; allein dieſe haben doch eine größere Einnahme von ihren Kühen, als jene? Der holländiſche Landwirth hat bey Rotterdam, und- ebenfalls auch in andern Gegenden Zweiter Theil» N in 194 in, der beſten Jahrszeik 8 Gallvus( 32 Pott) Milch von einer Kuh täglich; der Midleſexer Farmer hat von ſeiner Kuh in der beſten Jahrszeit nur kaum 6, weiter in Som- mer 5 und 4 Gallons,(20 bis x6 Pott,) im Winter 2 Gallons, d. i. 8 Pott. Es gziebt bey London in allen 50 Meierhofe. Die Inhaber derſelben werden Cow keepers Zenannt, die zu- ſammen 7 bis 8000 Kühe halten, bloß um die Haupt- ſiadt mit Milch zu verſorgen. Zufolge der Berechnungen, welche fich beym Poung*) finden, und in der Be- ſchreibung über den Ackerbau in Middelſex**) erfährt man, daß dieſe Kühe täglich 27000 Gallons Milch liefern, und daß die jährliche Conſumption der Milch in der Stadt zwiſchen 9 und x0 Millionen Gallons ange- ſchlagen werden kann. u; Ein Gallon Milch wird auf den Meierhöfen für 6, zuweilen für 7 d.- d. i. für 33 ß. der Pott verfauft. Sie wird in der Stadt wieder für 12 bis 14 d. pr. Gal- lon, d. i. für 6 und 7 ß. der Pott verhö>ert, wenn gleich ſie ſehr verdünnt worden iſt. Der jährliche Verbrauch der Milch und des Rahms von London kömmt der Stadt jährlich auf ungefähr 5.00,000 Pf. St. zu ſiehen, welches eine tägliche Aus- "gabe von 1350 Pf. St. ausmacht. Das Vieh auf dem Stalle zu füttern, iſt in England nicht befannt. Einzelne Verſuche ſind freylich gemacht, aber weiter nichts. Sollte es Beyfall finden, ſo ſteht es eher *) Annals of Agr, Vol. 21. ps 112, 2%) The Agriculture of Middelſex.: kl in T95 eher zu erwarten, daß es in Schottland geſchieht und dort eingeführt wird. England iſt zu unſorgſam bey ſeiner Fütkterungsweiſe, und das Dienſtvolk iſt ſo ſehr an den Schlendrian gewöhnt, daß das Vich im Felde frey herum geht, daß es ſich gewiß nicht dazu verſtehen wird, es an= zubinden. Die gewöhnliche Fütterungsweiſe im Sominer beſteht darin, daß das Vieh frey in den Grasfoppeln, wovon-ſie mehrere zur Ausweide nothig haben, herum geht. Im Winter befömmt es Heu und Stroh, und, wo man Fuk- tergewächſe in Menge baut, giebt man demſelben Rüben, Rohl und Kartoffeln auf unterſchiedliche Weiſe, nach der eingeführten Gewohnheit einer Gegend, ſo, wie wir es an ſeinem Orte bereits näher erflärt haben. Das Vich geht im Winter frey auf dem Hofe, wovon es nach Gefallen hinaus auf die Graskoppeln gehen kann. Einige beob- achten die Weiſe, die von einigen Landwirthen ſehr gerühmt wird, daß ſie das Vieh im Felde anbinden, und ihm das Heu und übrige Futter vorwerfen. Wenn eine Kuh kal- ben ſoll, wird ſie in den leßten 14 Tagen beſſer gehalten und auf den Stall gebracht. In der Graſſchaft Dumbarton in Schottland, geht man, nach Young*), mit dem Viehe außerordentlich gut um. Man giebt den Kühen, wenn ſie gekalbet haben, warme Suppen, die aus Häſel, Hülſen von Erbſen und Pferdebohnen, klein geſchnittenen Kartoffeln u. dgl. Dingen beſtehen.- Dieſe Miſchung wird eine Stunde in einem Keſſel gefocht und dem Viehe warm gegeben. Außer- IE--2, dem *)„Annals of Agr. Vol. 28, p. 64. 196 dem giebt man ihm einigemale am Tage Korn, weil dies die Kräfte wieder erſeßt, bis es wiedet. aufs Gras ge- jagt wird.;; Ochſenmaſtung. Sn den weſtlichen und mittelſten Grafſchaften treibt man dieſelbe Wirthſchaft, wie bey uns in Eiderſtädt und in der Gegend bey Huſum. Sie kaufen Ochſen aus Irrland und den nördlichen Theilen Englands, laſſen ſie im Sommer auf ihrer Weide gehen, und verkaufen ſie im Herbſte vom Graſe. 5); Einige wenige werden im Winter auf dem Stalle mit Heu und Hafer, letzterer mit Korn und Stroh geſchnitten, oder mit Dehlfuchen gefüttert; in der Nähe großer Städte mit Trebern. Die Vortheile ſowohl von der Sommer- als Winter-, maßiung ſind ſehr präcair, da es auf dem vortheilhaften Einkauf und der Kenntniß des Landwirths beruhet, ſolches Vieh einzukaufen, das ſich gut bezahlt macht. Im Allgemeinen rechnet man 3 Pd. St., zuweilen 4 bis 5 Pd., St. für die Sommergräſung, Zinſert vom Kapital, Hazart, Aufſicht und Pachtabgabe. Zu welchem Grade eint Kuh fett gemacht werden fann, davon giebt Herr Marſhal**) ein merkwürdiges Bey- ſpiel. Here Princeps hatte tine Kuh von der ver- edelten Leiceſter Art, dieſe war er genöthigt zu ſchlachten, da fein Zaun ſie"aufhalten konnte, und ſie immer ſtier- ; haltig .*) Sie vechnen durchgängig eine Kuh und zwey Scaafe auf zwey Acves, mehr und minder in Rü&ſtOt auf die Güte der Gräſung, 3. E. von 10 bis x5 Kühe, und 15 bis 20 Schaafe auf 20 Acves« 2%) The Midland Counties-Vol. 2," p. 287- BT WEIS w- Wins-„EE 197 haltig war, ohne trächtig zu werden. Als ſie 6 Jahr alt war, ſchoß er ſie aus dem Holländereyviehſtapel aus, und mäſtete ſie vom Anfange Juli bis den 1 5ten März nächſten Jahrs, in allen 8 Monate, und hielt ſie in der Fütterung ſo gut als möglich war. Sie wog wie. ſolgt: das eine Hinterviertel 374 Pd., das andere 372 Pd.-, und jedes Vorderviertel 36x Pfund. Der ganze Korper wog 1470 Pfund,(9x Lpfd.) und hatte. 126 Pfund Talg« Auf den Ribben hatte ſie 6 Zoll dien Spek, Sobald man damit anfing ſie zu mäſten, blieb ſie ruhig. In Suſſex werden die Grasfelder zur Sommergräſung für Ochſen vom May bis Juli angewandt, alsdann.wird zu Markt getrieben. Auf jeden Acker wird ein Ochſe ge- rechnet. Im Winter hält man ſie hauptſächlich auf Heu, Rüben und Kartoffeln, welche gefocht und mit wenigen Trebern gegeben werden. Stallhöfe in Sommerſet,. Der Landmann gräßt ſowohl im Sommer Ochſen, als auch mäſtet er ſie im Winter auf dem Stalle. Die Wirthſchaft beſteht darin: Sie kaufen im Februar für 8 bis 15 Pd. St. das Stück, und halten ſie, bis ſie aufs Gras kommen, bloß auf Nachmahtsheu. Zur Gräſung rechnet man einen bis anderthalb Acre auf jeden Ochſen; einige rechnen ein öder zwey Schaafe zu dem Ochſen. Kurz vor oder nach Michaelis iſt es Zeit, ſie zu verfaufen, wo fie für die Gräſung von 3 8. 6 d. bis 4 S.» alſo x Reichsthaler die Woche bezahlt machen. So lange ſie auf der Weide gehen, werden ſie oft zur Ader gelaſſen, wovon man glaubt, daß es das Fettwerden befördert. N..3 Die 192 Die hierauf folgende Schicht Ochſen ſind von gerin- gerer Sorte, und werden das Stück, für 6 bis 3 Pd. St. eingekauft. Dieſe werden entweder auf dem Stalle fett gemacht, oder ſie gehen den ganzen Winter auf dem Graſe, und bekommen nebenbey noch Heu. Dieſe werden im April und May für 12 bis 14Pd. St. das Stück verkauft. Auf einem Hofe in Sommerſet von 200 Acres kön» nen jährlich x 00 Ochſen, 270 Schaafe und 10 Stück Jungvieh gehalten werden. Einige Stücke Jungvieh werden gewöhnlich bey den Ochſen aufgezogen. Ueber Einnahme und Ausgabe auf einem Maſthofe in Sommerſet macht Herr Billingsley*) folgende Be- rechnung» Der Hof beſtehk aus 200 Acres. Ausgabe. Pacht für das Land, 40 8. pr. Acre, Pd. St. 8, 4, für 200 Acres-- 400=== Zehnten und Schaßungen 50-=-=- Im Febr. 50 Ochſen zu 1x Pd.St. 559==- Jim Juli 50 dito zu 7 Pd. St. 350== Für das Heu von 50 Acre zu be- “- arbeiten, auf 10 8. pr. Acre 25==“-=- Dito das Grunmet 50 Acres, auf 3.8. pr. Acre-? 7 10- Volkslohn und Tagelohn für das ganze Jahr 2-- 5zo== Zufällige Ausgaben„ 20==-- 1 1452 10= Ein- *) Agricultural Survey of Sommerſet p. 2400 Wir haven diefe Berechnung deswezgen hier hinzugeſeßt, damit man eine VerSleihung mit unſern Ochſengräſunzen in unfern Marſchen auſtelten fayn» a Tal 425. 199 Eiunaßme. WPd,'St. 8. dd. Im October, 50 Ochſen zu 18 Pd.-St,'900=== gm May, 50 dito zu 13 Pd. St. 650==== Von 70 Schaafen, des Sommers gegräſet(.'--- 40==== Von 10 Stü> Jungvieh, für die Gräſung 2„ Pe 40 Gian ape 200 Schaafe den Winter durchge- füttert und im April mit der Wolle verkauft- 2 100==»= L720,4 ez. em (Es bleibt alſo hiernach für den Landwirth ein Ueber- ſchuß von 277 Pd« St. 109 8., als Erſaß für ſeine Mühe, Zinſen vom Kapital, Hazärt u. ſ, w« j . Die Ochſen werden in Briſtol und London abgeſeßt. Wenn ſie nach London getrieben werden, welche Reiſe an 130,(26 däniſche) Meilen beträgt, müſſen ſie 9 Tage darauf zubringen» Die Unkoſten rechnet man auf 12 Sy d. i. 3 Reichsthaler auf jedes Stück. Auf dem Londoner Markte„ Schmithfield, wohin man aus dem ganzen Königreiche fette Ochſen ſendet, werden die Ochſen von Sommerſet am meiſten geſucht, darauf die ſchottiſchen, die in Norfolk und Suffolf gemäſtet worden ſind, und zwar wegen der Güte und Fettheit des Fleiſches, Dieſelbe Art wird auch von Landwirthen in den Graf- - ſchaften Leiceſter, Oxford, Warwi> aufgekauft, von ihnen gemäſtet und verfauft- „N 4 Juf In 200 In Suffolk und Norfolk kauft man die Ochſen aus Schottland, die ſogenannten Galloway Scot Cattle, eine nicht ſehr große Art, aber berühmt"wegen ihres wohl- ſchme>enden Fleiſches. Sie werden beydes ſowohl auf 'der Weide als im Stalle fett gemacht. Im. Winter be- ſieht ihr wichtigſtes Futter aus Rüben, einige geben ihnen Kohl, andere Kartoffeln, Pferdebohnen, Dehlkuchen u. dgl. Uebrigens geſteht der Suffolker Faxmer, daß kein Vortheil dabey iſt, Ochſen zu halten, ſondern daß eine Meierey ſich beſſer bezahlt.| Seine Gründe davon, daß er ſie hölt, mögen wohl die ſeyn, daß nicht ſo viele Umſtände, wie mit der Meierey, verbunden ſind, theils auch, um ſich guten Dünger für ſein Ackerfeld zu ſammeln. Da die Norfolker Wirthſchaft, oder der-Gebrauch der Turnipſe ſo bekannt iſt, wollen wir über die in der Graf- ſchaft gebräuchliche Fütterungsweiſe der Ochſen etwas näher reden und die Nachricht des Herrn Burton, wel- ſcheint der Vortheil gar nicht groß, ſv wie dies ganze Verfahren nicht nahahmungswür- dig zu ſeyn. Allein, ſek Hr. Burton hinzu, betrach- ken wir die folgende Saat auf den Turnipsfeldern, wie Herrlich die ſteht, ein Vortheil von dem guten Dünger, und theils den Vortheil, daß der Boden zuſammengetreten wird, welcher auf leichtem Boden von feiner geringen Be- deutung iſt, ſo hat der Landmann vollkommene Urſache, zufrieden zu ſeyn. Ochſenmäſtung bey London. Die Herren Hodg- ſon und Co. haben bey ihrer großen Bierbrauerey in Bak- kerſee bey London einen Stall zur Ochſenmäſtung gebaut. Dieſer Stall iſt 600 Fuß lang, und 32 Fuß breit. Je« der Ochſe hat einen Raum von 3x Fuß Breite. Mitten durch den Stall geht ein Gang 6 Fuß breit. Alles, was zur Ordnung und Reinlichfeit gehört, herrſcht in dieſem Viehhauſe- Die Ochſen ſtehen nicht. auf einem einem Steinpflaſter." Der Mann, welcher mich herum» führte,-gab hievon den Grund an,. daß ſie erfahren hätten, daß die Hüfe von fettem Viehe, welches auf dem Stalle ſtehe, weich würden, und daß es demſelben ſchmerzhaft ſey, ſtet8 auf ein hartes Steinpflaſter zu treten, wodurch es denn natürlich daran behindert würde, ſich geſchwinde fett zu freſſen. Aus dieſer Urſache ſtünden ſie nun mit den Hin- terfüßen auf hölzernen Bohlen. Ihr Futter beſtand aus reinem Korn, welches ihnen, mit. Trebern vermiſcht, in einem dreyecigten Behältniſſe gegeben wurde. Außerdem erhielt jeder Ochſe täglich vier Pfunv Heu und den Staub von Malz. Die Ochſen wurden im September eingekauft.. Ihre Anzahl belief ſich von 4 bis 500 Stück. Auf dem Stalle wurden ſie 14 bis 16 Monate gemäſtet, und nachher an die Schlächter in London zu 20 Stücken in einem Haufen für ungefähr 80 Rthlr. das Stück verkauft. Zum Mäſten ziehen die Herren Hodgſon und Co. die mittelmäßig großen Ochſen, nämlich die Art, die von Wa- les und Hevreford kommt, jeder andern vor. Die Shot- tiſchen ſind ihnen zu klein, und die Yorfſhirer zu groß und zu langſam fett zu machen. Den größten Stall für Maſtochſen ſah ich bey Herrn Adams auf ſeinem Hofe Mount- Nod und Streatham in Serrey, eine däniſche Meile von London. Auf ſeinem Stalle wurden 600 Ochſen von allen Gegenden Englands gemäſtet. Sie werden regelmäßig das ganze Jahr hin- durch“ mit Leinſaamen, Korn, Häckſel, Trebern aus: den Brauereyen*), welches alles in einem Gefäße zuſammen- gemiſcht *) Das Verhältniß war: auf jedes Schipp Korn'gab man ein Schipp HäEſjel und ein halbes Pfund Leinſaanien« 204 Hemiſcht wird, fett. gemacht, Außerdem bekömmt jeder Ochſe noch täglich 5 Pd. Heu. Auf ſeinem Stalle'ſah ich- die größten und fetteſten Ochſen, die ich ſonſt nirgends geſehen habe. Hr, Adams iſt ein ſehr aufgeklärter Mann. Man findet auf ſeinem Hofe alle die neuen Erfindungen, womit England die Landwirthſchaft bereichert hat; nämlich Dreſch- maſchinen, Häcfſelmaſchinen uy. dgl. m. & Pflügen mit Ochſen. Nit Ochſen zu pflügen und zu fahren, iſt nicht ge- bräuchlich, als nur in den ſüdlichen Grafſchaften Englands, nämlich in Suſſex und Kent. Der engliſche Landmann folgt dem Gebrauche ſeiner Gegend, unbekümmert, ob es vörtheilhafter iſt, Pferde oder Ochſen beym Ueheruan zu gebrauchen,| Spricht man darüber mit mehr REPR KENO kandwir- then, ſo flagen dieſe darüber, daß die Arbeit mit Ochſen ſo langſam von der Hand geht, daß man ſie leicht über- treiben kann, daß ſie es nicht vertragen können, gegen den Wind zu gehen, oder im warmen Wetter ſtark zu arbeiten. Im erſtern Fall können ſie leicht verfangen werden, im leß- tern ſteht zu befürchten, daß die Galle überläuft. Andere halten Ochſen vortheilhaft auf Höfen, die aus vielen Wie- ſen und wenigen Ackergründen beſtehen, weil man ſie auf ſolchen Hsfen ohne Unfoſten halten kann. Stehen aber dagegen Acker und Wieſen gegen einander in einen richti- gen Verhältniſſe, oder iſt mehr Wieſe als Aerland bey ei- nem Hofe, ſo muß man Pferde halten, weil die Unkoſten von ſo, vielen Ochſen, die gehalten werden müſſen, die Un- terhal- 205 terhaltungskoſten von den benöthigten Pferden überſteigen, ſo, daß der Verluſt nicht vollkommen durch den ſteigenden Werth des Ochſens gegen den ſinkenden Werth des Pferdes erſeßt wird. Ein Landmann ſagte mir rein heraus, daß er niemals mit Ochſen pflügen würde, und gab den Grund davon an; die Ochſen ſind ſchwerfällig und ihr Schritt langſam, der Pflughalter wird leicht daran gewöhnt, ſo langſam zu pflügen; und kömmt dadurch in einen Schlens drian, den man ſich nicht ſo leicht wieder abgewöhnen kann. Unterdeſſen muß ich geſtehen; daß die Engländer hiers über keine competente Nichter find, weil der Landmann in den Gegenden, wo er mit Ochſen beydes pflügt und fährt, es verlangt, daß ſie arbeiten und auch zugleich fett werden ſollen. Er ſpannt-ſie ſo vor den Pflug, wie vor den Was gen. Statt 2 oder höchſtens 4 Ochſen ſpannt er 8, 10, 12 bis 14 vor einen Pflüg. In Kent pflügt der Landwirth mit 8 oder 10 Ochſen oder einem oder zwey Pferden. Sie ſpannen oft ro Ochſen vor, wo die Arbeit weit geſchwinder mit 4 Pferden verrich- tet werden könnte. Sie pflügen täglich in ſchwerem Lehm- boden mit 8 bis x 0 Ochſen und einem vder zwey Pferden einen Acre, wo ſie 13 Acre, oder nach unſerm Landmaaß eine Tonne Landes in derſelben Zeit umpflägen könnten, In Suſſex nehmen ſie nicht Pferde zu Hülfe, ſondern an deren Stelle 2 bis 4 Ochſen mehr, als der Kentſche Far- mer. Dieſe pflügen mit 10, in Suſſex aber wird mit 10, 12 bis 14 Ochſen und 2 Pflugtreibern gepflügt. Man ſollte glauben, daß dieſes kleine Ochſen wären; nein, ſie wählen die größte Art in ganz England, nämlich die aus Devonſhire oder York, wo es Ochſen giebt, die nahe an 70 300 - 206 70 Zoll hoch find. Der Grund von dieſer unrichtigen Wirthſchaft iſt, daß ſie befürchten, eine zu ſtarke Arbeit möchte einen nachtheiligen Einfluß auf die Güte des Flei- ſches haben und das Fettwerden behindern. Daß es eine Ungereimtheit iſt, mit ſo vielen Ochſen zu fahren und zu pflügen,'hat A. Young deutlich genug durch ſeine Wette mit Lord Egremont an den Tag gelegt, die wir erzählt haben.. In Sommerſetſhire pflügen ſie mit 6 Ochſen. Sie find von der großen und ſchönen Devonſhirer Rage. Sie ſpannen ſolche vor den Pflug, wenn ſie 3 Jahre alt find, und laſſen ſie blos bis zum Alter von 5 bis 6 Jahren arbei- ten. Im erſten Jahre arbeiten ſie weniger, und eben ſv auch im leßten halben Jahre. Darauf werden ſie zum Aufſtallen verfauft, und mit ro bis 12. und 29 Pd. St. das Stuck verfauft. Hr. Billingsley*) macht in ſeiner Beſchreibung über den Zuſtand des Ackerbaues folgetide Vergleichung zwiſchen den Unfoſten eines Geſpanns Pferde und eines Ge- ſpanns Ochſen: Ein Geſpann Pferde(4). Der erſte Einkauf mit dem Pferdegeſchirr kann nicht niedriger als 100 Pd. St. angeſchlagen werden. Pd. St 87.4 30 Wochen auf Heu, 12 Tons zu,; 40 S.-- SHE IDEN EURER ms Hafer das ganze Jahr hindurh== 30=== 22 Wochen'auf dem Graſe, zu 3 8. 6 d. jedes Pferd-..- 15. 8= Aus- *) The Agriculture of Sommerſet, London 1797. p4g- 104« V y v pd. St. 8; d. Ausbeſſerung des Pferdegeſchirrs 1. 8.0222 MN Schmidt und Pferdebeſchlag= 4== 76== Ein Geſpann Ochſen( 6). Der erſte Einkauf von der beſten Norddevons Art, 4 vder 5 Jahre alt, mit Geſchirr 70 Pd. St. 6 Pd. St, LS 4 26 Wochen auf Heu, 24 Tons zu 40 D. m re 48 Rah eviekt 26 Wochen auf dem Graſe, zu 2 8. 6 d. die Woche jeder Ochſe= 19 IO== YugSbeſſerung des Geſchirres»--- 10= 68.== In der Beſchreibung des Ackerbaues in Suſſex findet ſich folgende Vergleichung zwiſchen Ochſen und Pferde: ''Pd“'St. 18..74. Einfaufspreis von 8 Ochſen zu 12( Pd. St.,=-- 996%== 6 Sommermonate auf 2 8. die Woche 20 36= 6 Wintermonate auf 2 8, 6 d. die Woche=.-- 26== Die Joche---.- 4 Werden fie auf 2 bis 3 Monate von der Arbeit zum Verkaufen gehalten, ſo giebt es einen Vortheil von- 8==== > l 139.=== Einfaufs- 208 Pb: Su. 8. Einfaufspreis von 4 Pferden zu 25 ü Pd. St.----“ 100 0== Geſchirr=-- 9-= Hafer, 4 Schipp jede Woche aufs Pferd==... oW HE A GITRE zung Heu und Grag zu 6 S. die Woche 35 12..= din den Schmidt, Pferdebeſchlag- 4== 180. 12:= Zufolge dieſer Berechnung koſtet ein Geſpann Pflug- pferde 41 Pd. St. 12 S. mehr mit dem erſten Einfauf zu unterhalten, als ein doppeltes Geſpann Ochſen von 8 Stück, wovon zwey zur Abloſung, oder zum Zugewöhnen beſtimmt find, wenn ein Paar von jenen zum Mäſten auf den Stall geſeßt werden ſollen. Es erhellt weiter, daß ein doppeltes Geſpann Ochſen das ganze Jahr hindurch für 30'8S. die Woche gehalten werden kann, da hingegen ein Geſpann Pferde wöchentlich 42 S. koſten wird. Hr. John Talbot Dillon*), Secretär des Aer- baucollegiums, hat in einer beſondern Schrift ſich beſtrebt, die Vortheile von dem Pflägen mit Pferden gegen die mit Ochſen zu entwickeln. Wir wollen in der Kürze ſeinen Berechnungen und Betrachtungen folgen, welche auf die Erfahrungen, die er auf ſeinen Reiſen in Europa geſammelt, und des Hrn. de Monroy, eines franzöſiſchen Officiers und Gutsbeſißers, eigen*practiſche Erfahrung gebaut find. 1m den Leſern es hiebey zu erleichtern, wollen wir die Berechnungen in däniſcher Münze ausſeßen. „*) An Eſſay on the comparative Advantages of Oxen for tillage in. competition v/ith horſes by Dillon, London 1796, Ein "ERUNG. 569 Ein Geſpann von 4 Pferden, ſagt er, kann an einem Sage 9 Schipp Ländes umpflügen. Ein Geſpann von 4 zu- gewöhnten Ochſen fannw'& Schipp Areal täglich umpflügen. Einfaufspreis EN Rthlr. Nt. ß. 4 Pferde würden koſten ä 75 Rthlr. 0 300=== 4 Ochſen würden koſten 100:== das. Paa?<-.. 200=»= Zum Vortheil für Öhſfen x00 Rehlr. Geſchirr und Schmiedere R 3 Nk., im Gättzen jährlich- 76== Bey den Ochſen wird ſich Erſteres nicht über 11 Mk. 4 ß. pr. Ochſe, und die jährlichen Repätätivnen für das ganze Jochgeſchirk nicht höher als 90 ß. belaufen; im Gatts jeh auſ auß==== 134 I LAAIE 1,0 1,08 Züm Vortheil für die Ochſen 58. 4 3 Der Unterhalt der Pferde. 007- Rihle Mi| Für 4: Pferde 9 Fuder Het zu 76 R 9%-= 91 Töniien Hafer, zu 3 R. die Tonne 1.-= 40 Fuder Stroh; zu 15 Mk. das Fudet-== H EEE en 1 ZEE 0 Gn en Der I») Sowohl die Eittkaufspreifs; als das Futter find zu Gelde tiä<ß dei in» Frankreich geltende Preiſeit beſtimmt: Swäitet Theil S Dex Unterhalt der Ochſen:". Rthlr. Mk.€. T4 Fuder Heu..--- 140=- 20 Fuder Stroh..-- 50=== 190:==== Balance für Pferde. NRthlr. M. ß.-- 4 Pferde, Einfaufspreis-- 300=="= Geſchirr.--- 70== Unterhalt---- 281== 631---= Balance für Ochſen. Rthlr. Mk. fß. 4 Ochſen, Einfaufsprei8== 200=== „Geſpannzeug---.. II I 8 Unterhalt---= I90=>= 401 I 8 Die Balance zum Vortheil für die Ochſen wäre dem- - nach 2459 Rthlr. 4 Mk. 8 ß. Hr. Dillon ſekt die Vortheile, Ochſen ſtatt Pferde für die Feldarbeit zu halten, noch weiter auseinander. In Rückſicht auf die tägliche Aufwartung. Die Pferde verlangen mehr Pflege, als Ochſen, ſowohl umihnen auf dem Stalle-aufzuwarten, um ſie aufs Feld zu bringen, als auch ſie vor dem Wagen oder Pfluge zui vegieren. Hieraus folgt, daß man auf einem Hofe, wo man für die Feldärbeit Pferde hält, mehrerer handveſter Knechte oder großer Dienſtjungen bedarf, als auf einem Hofe, wo der Feldbau mit Ochſen betrieben wird.. Zur Aufwartung und Fahren mit Ochſen fann der Hausherr : einen 211 einen alten Wärter, kleine Knaben und Mägde gebrauchen, wobey er an Dienſtlohn ein Erhebliches erſpart. Der ſinfende Werth des Pferdes und ſiei- gende Werth des Ochſen. Der Werth eines Pferdes nimmt mit dem Alter abz wenn es alt wird, iſt es zu nichts tauglich. Der Ochſe dagegen nimmt am Werthe zu: Wenn er 3 Jahre, und zwar bis in ſein 6jähriges Alter, vor dem Pfluge oder Wa- gen gegangen iſt, wird er gemäſtet und geſchlachtet. Hr. de Monroy behauptetr,. daß das Fleiſch durch das Ar- beiten einen angenehmern- Geſchmack erhält, wenn g'eich ſolches gegen die Erfahrung anderer Landwirthe ſtreitet. Wenn der Ochſe in dem leßten halben Jahre von der Arbeit befreyt bleibt, ſo ſollte ich ſelbſt glauben, daß mäßiges Arbeiten die Güte des Fleiſches nicht vermindern würde. Der Dünger des Ochſen iſt beſſer, als der von einem Pferde. Jener iſt fett, aber nicht brennend, und für das Land mehr geſchi>t. Der Unterhalt der Pferde iſt koſtbarer. Es verlangt mehr" reines Korn, und iſt mehrern Krankheiten, als der Ochſe, unterworfen, welcher ſich im Winter mit Heu und Stroh genügen, läßt*). Es" iſt wohl wahr, daß Pferde eben ſo viel Arbeit in zwey, als eine gleiche Anzahl Ochſen in drey Tagen ver» richten. Auf der andern Seite aber verhält ſich der Unter- halt eines Pferdes zu dem eines Ochſen wie 9 zu 5, denn in Folge der Berechnung koſtet ein Geſpann Pferde mit dem O 2 Ein- *) In Sachſen vehttet man für einen ſtarken Arbeitsoc<ſen, wein er bey Kräften bleiben ſol, täglich 3X Lpfd« Heu, 12 Pd, Hä&ſel, und Z Schipp geſchrotenen Hafer, 212 Einkauf, Geſchirr und Unterhalt 651 Rthlr., ein Geſpann Ochſen aber nur 401 Rthlr. Die Ochſen ſind, außer zur Feldarbeit, zu. folgendem Gebrauche geſchickt: Wo eine ſchwere Laſt fortgeſchafft wer- den ſoll, wobey keine Eile iſt; ſo Kqufmannsgüter von einer Stelle zur andern zu bringenz die Korn- und Fetk- waaren des Landmanns zu Markt zu bringen; um nach den Landſtädten zu bringen und von däher zu holen Holz, Torf, Steine u. dgl.; Schiffe; Prämme und fläche Fahr- zeuge längs Flüſſen und Kanälen zu ziehet: Dchſen ſind beſſer als Pferde zum Treiben der Mühlenwerke; wegen ihres feſten, gleichförmigen Ganges; z. B. der Dreſchmüh- len, der Waſſerpumpen. In tiefen Wegen ziehen Ochſen beſſer, als Pferde; auf einem Steitipflaſter, öder wo der Weg ſteinigt iſt; ziehen die Pferde beſſer. Zn gebirgigtet Gegenden zieht ein Geſpann Ochſen eine Laſt beſſer, als Pferde; hievon hat man Behſpiele genug in Italien, Spas nien und demi ſüdlichen Frankreich: Aus dem fo eben Angeführten erſicht man; daß weder Pferde noch Ochſen auf einem Ackechofe ganz unentbehrlich ſind; abet es iſt zuträglicher, mehtere Geſpann Ochſen nach Verhältniß des Umfanges der Wirthſchaft anzuſchaffen, um deſt wertiger Pferde halten zu dürfen; und umgekehrk, wird die Wirthſchaft mit Pferden betrieben; iſt ein Paar Pferde zu ſolchen Arbeiten, die in der Eile beſtellt werden ſollen, doch ſchr nüßlich. Ehe wir dieſen Gegenſtand verlaſſen, wollen wir einen politiſch- Fonomiſchen Bli auf den Einfluß hinwerfen, den der Gebrauch der Ochſen iü Vergleich mit Pferden haben ; kann. 213 kann. Wir wollen des enzliſchen Oefonomen, Marſhals, Betrachtungen folgen*). » Dieſes Königreich enthält ungefähr 30,000 Qua- dratmeilen Acerlayd, welhes unterm Pflug iſt.* „Laßt uns annehmen, daß alles Land blos mit Pfer- den bearbeitet würde, und 20 Pferde auf x Quadratmeile annehmen, d. i. ungefähr 3 Pferde zu 100 Acres, ſo wer- den zur Bearbeitung des Bodens 600,000 Pferde erfor- deet. Wir wollen hievon noch den 6ten Theil zum Abzuge bringen, welche auch zu gewiſſen Zeiten zu andern Arbeiten gebraucht werden, ſo beliefe ſich die Anzahl der Pferde, die allein zum Ackerbau erforderlich wären, auf 500,000.“ »Laßt uns annehmen, daß jedes Pferd an die 10 Jah- re ärbeite, ſo ſtürben alſo jährlich im ganzen Königreiche 50,000 Pflugpferde; jedes von dieſen Pferden muß 4 Jahre unterhalten werden, ehe es ſeine Arbeit vollkommen verrichten kann**). Zur Erſtattung für ſeinen Unterhalt giebt es nicht das Mindeſte zum allgemeinen Beſten, weder zur Nahrung, noch Bekleidung, noh Handel her. Hier- aus ſieht man, daß bey der angenommenen Weiſe, mit Pferden zu pflügen, das Allgemeine jährlich den Werth von zwey hundert tauſend Jahrs Unterhaltung eines Pferdes verliert. Der Werth der Unterhaltung auf ein Jahr iſt. nach der niedrigſten Berechnung 5 Pd. Sterling, welches OD 3 ſich *) Rural Economy of the Midland Counties Vol. I, p. 470. 22%) Dieſes hat ſeine Richtigkeit. Die Pterde werden vor den Pflug ges ſpannt, wenn ſie noh keine drey, zuweilen wenn ſie noh keine zwey Jahve alt ſind, allein ſie werden zur vollſtändigen Arbeit nicht vor dem ſechsten Jahre mitgenommett, ſo, daß alſo ihre Unterhaltung, bis ſie zur volten Arbeit-geſchiekt ſind, billig bis ins vierte Jahr ange- ſchlagen werden fannm. 214 ſich denn auf einen jährlichen Verluſt für das Allgemeine, wegen der Wirthſchaft mit Pferden zu pflügen, beläuft.* »Laßt uns im entgegengeſeßten Falle annehmen, daß die Feldarbeit mit Ochſen beſtellt wird, und ferner anneh- men, daß die D<ſen bey demſelben Futter, welches alte Pferde bey voller Arbeit verlangen, fett werden, und daß an der Stelle der 50,000 Pferde, die jährlich ſterben, 50,000 Ochſen des Jahrs geſchlachtet werden, ſv würde jährlich ein eben ſo großes Quantum Ochſenfleiſch zu Markt gebracht, als gegenwärtig des Landes Hauptſtadt(London) verzehrt. DOder-nach einer andern Berechnung: Wir neh- men an, daß jeder von den 50,000 Ochſen 45x Lpfd. (728 Pfund) wiegt, ſo können mit dieſen allein 100,000 Menſchen mit Ochſenfleiſch ernährt werden, x Pfund täg- lich auf eine Perſon gerechnet, und zwar, ohne daß ein Strohhalm inehr als bey dem Gebrauche der Pferde zur Feldarbeit verzehrt wird.“ „Id bin weit davon entfernt, zu glauben, daß das Hornvieh noh in kurzer Zeit unſer allgemeines Arbeitsthier werden wird, und noch weniger zu behaupten, daß es bey der beſtehenden Verfaſſung Großbritanniens es werden muß. Es fann auch einige wenige Gegenden geben, wo es paſſender iſt, Pferde zu gebrauchen. Aber das'weiß ich aus eigener Erfahrung, daß Ochſen zu den meiſten Feld- arbeiten, und in den meiſten, wenn nicht in allen Gogen- den, geſchickt ſind. I< bin davon“ überzeugt, daß weit mehrere Ochſen, als welche gegenwärtig beym Landweſen gebraucht werden, zum auszeichnenden Vortheil nicht allein für das Allgemeine, ſondern auch für Bauern und Pachter benußt werden fönnteu,“ Preiſe IGER 2I5 Preiſe von Ochſen- und' Kalbfleiſch in London. Da in London bekanntlich es am koſtbarſten, in Ver- gleich mit allen übrigen Hauptſtädten Europens, zu leben iſt, ſo wollen wir doch hier die herrſchende Fleiſchtaxe her- ſegen. Wir könnten hier nach Youngs Annalen die jähr- liche und monatliche Fleiſchtaxe anführen; allein ohne auf das Steigen und Fallen Rückſicht zu nehmen, wollen wir lieber einen gewiſſen feſten Mittelpreis wählen, wie er in the new Family Guide to Marketing publiſhed Octob. zthe 1796 aufgeführt worden iſt. Hinterviertel von Ochſenfleiſch. ESchlankſtücke----=-- 14 ß. das Pfd. Rumpfſtücke--=. 14 ß.= Außenlende-.. 12ß,= Ecdhienbeine==-- 3Mk. Vorderviertel von Ochſenfleiſch, Mürbebraten, oder die fünf erſten Rib- ben-- r5, auch 16 ß. das Pfd, Dickbraten, oder die 5 mittelſten Ribben 12 ß.= Hochribben, die drey mittelſten difo- 40 ß.= Die Bruſt.=. 12 ß.= Das Schulterblatt wmv-.. 9ß.= Der Vorderſchinken--- 2Mk. 4ßbß.= Der Hals=-- 28 10f, m Kalbfleiſch. Nierenſiu>=.=. 16 ß. das Pfd. Der Rücken, beſte Stüfe== 18 ß.= Das Stück zwiſchen Rücken und Hals 32 ß.=- O4 Schul- 216,/ Schulterblatt===: 5=) 12 6: das Pfd. Die Bruſt, beſte Stücke e.-. 16ß.= Die Schlankbruſt-- 15 ß.= Vorderſchinken Ee--- I0ß.= Die Keulen werden in drey Theile ge- theilt; ein Stück bey den Nieren- x5 ß.== Dito Mittelſtück-- EEE IN UD I es Dito Hinterſchinken=== II ß.= Der Kopf von 3 Mk. 12 ß. bis 5 Mk. 4 fi, Der Leſer muß ſich hiebey erinnern, daß das engliſche Pfund ein Paar Loth leichter, als das däniſche iſt. Erflärung der engliſchen Benennungen des Hornviehes nach deſſen verſchiedenen Alter und Beſchaffenheit. - Cattle, ein allgemeiner Ayusdryc> von allen Arten Horne / viehes. Lean Cattle, ein mageres Stüc Rindvieh. Bull, ein Stier. Bull- Calf, ein Bullenkalb. Yearliag Bull v. Stirk, jähriger Bulle. Ox v. Steer, ein Ochſe, Ox v. Stot- Calf, ein geſchnittenes Bullenfalb. Yearling, v, Stirk, v. Stot, ein geſchnittene? Bullens kalb, x Jahr alt,' Two year old Steer, y. a Twinter, ein zweyjähriger Ochſe. ö Ox v. Bullock, fünfjähriger Ochſe, ein ausgewachſes ner Ochſe, ſo alt, daß ex zur Arbeit geſchickt iſt und gemäſtet werden kann, ) Cow, < 217 Cow» eine-Kuh,- 5 und mehrere Jahre alt. Dam. die Mutter eines Kalbes, ſo lange das Kalb bey ihr iſt. Cow- Calf, quey-ealf, heifer-galf, ein Ouiefalb; Yearliag quey, V. heifer., eine jährige Quie. Two years old quey» v. heifer, vy. twinter„ zwey? jährige Quie. Spayet vy. cut calf- quey, v. heifer, ein geſchnittenes Quiefalb*).; Ein Landmann wird unter dieſen Benennungen manche von unſern eigenen Provinzialausdrücen finden, die ſich alſo bis auf dieſen Tag in beyden Sprachen erhalten haben. Einige von dieſen Ausdrücken ſind nur unter den Landwir- then im nördlichen England gebräuchlich. Das Schaaf. Die engliſchen Schaafaärten, ES. iſt allgemein bekannt, daß England die beſten Schaq- fe hat, und daß dieſe in Rückſicht auf die Feinheit der Wolle nur den ſpaniſchen nachſtehen. Daß dafür auch die engliſchen Schaafe weit größer und fetter werden, mit ei- nem Worke, ſich beſſer bezahlen, als die ſpaniſchen, das ſind ungefähr. die herrſchenden Begriffe ſowohl in als aus ßerhalb England, Ganz Europa ſpricht von engliſchen Schaafen, als wenn es nur eine Art derſelben gäbe, oder als wenn die ange- O5 führten .) Dieſes geſchieht häufig in England, veſonders in ber Graſſchaft York, daß junge Stärfen geſchnitten, und..inz. dritten Jahre gemäſtet wers deit. Sie werden geſchwinder fett, und das Fleiſch hat einen beſon? ders angenehmen GeſcXendes und reichlicheres Fleiſch geben, mit einern Wort, die beſſer vom Schlächter bezahlt werden, ſo antwortet er ganz kalk, daß ſie für ſeine Gegend nicht paſſen, Der gelehrte engliſche Oefonom, wenn er auch Beſißer eines bedeutenden Landgutes iſt, läßt ſich ganz von den Vorurtheilen des Tages beherrſchen. Keiner beſteht hark- näcfiger darauf, ſeine Vorurtheile durchzuſeßen, als A. Young, keiner verbreitet ſeine Meinungen mit größerem Eifer, und feiner wird mehr von Fremden geleſen, als er. Vordem ward die Norfolkſche Art als die vorzüg- lichſte angeprieſen; dieſe Vorſtellung herrſchte längs der Sſtlichen Küſte- von England; an der ſüdweſtlichen Seite hielt man die Wiltſhirer Rage für die beſte, mitten im Lande die Hereforder, und im nördlichen England die von Lincolnſhire. Dies waren die herrſchenden Meinungen bis vor unge- fähr 20 Jahren. Die Southdowner Art verdrängte nun die Wiltſhirer und RNorfwlkſche; die Lincoluſhio rex Nage ward für eine Art erklärt, die bey ihren großen Mängeln 326 Mängeln nur einen Localvorzug auf den fetten Grasweiden an ven Ufern von Tees- Water habe- Die von Hereford ward vergeſſen, vder vielmehr in ihre eigenthümlichen Shi- tes zurückgedrängt. Von nun an ſchaffte ſich jeder Land- männ, der unter die aufgeklärten Dekonomen ſeines Landes gehffren wollte, Southdownſc ſeiner verbeſſerten Leiceſter Böcke für den. üngeheuren Preis von 400 Guineenz er füllte die öffentlichen Blätter mit Wunderberichten von der Feiſtigkeit, dem Gewicht und-der Größe ſeiner verbeſſerten Art ait, er wiederholte ſeine Berichte in den Londoner fo» fnomiſchen Aſſembleen, Tavernen und Kaffeehäuſern. Das raſtloſe Gerücht vergrößerte und verbreitete ſeine Erzähluns den noch mehr, und endlich ward es eine ausgemachte Wahrheit: Hr. Bakewell vermiethet ſeine Leiceſter Böke iu einigen 100 Guineen pr, ſealon, und verfauft. das Stüc>k bis zu 1005 Guineen. Dex reiche Engländer; dem es zur Nothwendigfeit ge- worden iſt, durch etwas Beſonderes ſich auszuzeichnen, ver- gaß ſeine Pferde und andere Liebhabereyen, und legte ſich auf die Zucht der neuen Leiceſter Race. Die engliſchen Her- z6ge und Lords vertrieben die Southdowner Rage aus ih- ren ſchönen Parks, und nur die Leiceſter Schaafe genoſſen dje Gnade, zugleich mit dem Wilde auf dem angenehmen Pleaſure-Ground zu graſen. Die reichen und ange- ſehenen R22 ſehenen Gutsbeſißer, der Herzog von Bedford, Päget und Princeps in Leiceſterſhire, die Herren Culley's in Northumberland, Ellmann in Suffolk, erklärten ſich gänzlich für die neue Nage, und fölgten dem Beyſpiele B a- fewells; ihre Böcke für einen ungeheuren Preis zu ver- miethen. Die ſpaniſche Rage; die der König. zu ver- breiten fuchte, ward zutücgeſeßt; und ſchränkte ſich auf die f5niglichet Domginen ein. Die-Eiderſtädter Art wurde vom Baronet Sir Joſeph Banks in verſchiede- nen Pamphlets angeprieſen; und et ging ſeinen Lanidsleu« ten mit feinem eigenen Beyſpiel vor; aber ſeine Rathſchläge würden nicht gehört; fein Beyſpiel blieb dhne Nächah mung. YA. Yöv ung fonnte nicht ruhig bleiben. Mit det Hero äbſekung der Norfolkſchen Art war es ihm gelungen, aber zun hob ſich plötzlich die neue verbeſſerte Leiceſter Rage, und unterdrückte die Sduthdowner; deren es ſich ängen'0dme men hatte: Vergebens fette er fich der Möderaſerey entgegeti. Seit Freund; der bedachtſame Lord EFz,re- mont, wänfte, und Baronet John Sinclaitk war von der Modeparthey; die prächtigen Thiergärten der Her zöge von Bedford u. Mätlbörough; des Lord Büchitig« ham und mehrerer änderer waren mit Leiceſter Scha.äfen beſeßt. Young empfahl eine Vermiſchung beyder Ra- cen. Dieſe Idee des Zuſammenpäätens fand Beyfall. Eine ganze Heerde Leiceſter Schäafe anzuſchaffett, wat zu foſt» bar; aber eiten guten Bock von dieſer. Rage zu miethen und mit ſeiner eignen Art ſich paaren zu laſſen; war etwas; das andere Privätmänner auch daran. wenden fonnten; überdies fanden die großen Stöckfarmers. ihren Vortheil bey dieſem Vermiethen pr. lealop: Sd 222 So iſt die Stimmung des Tages gegenwärtig in Eng- land. Der wohlhabende Gutsbeſiger, der ſich auf Ver- beſſerung der Schaafzucht legt, hält ſich zu der Leiceſter Art, das Ackerbaucollegium inLondon tritt denſelben Grundſäten bey. Der weniger vermögende Landmann liebt eine Ver» miſchung der Leiceſter Böcke mit andern Arten. Secretär A. Young bleibt bey ſeinem Paarungsſyſtem mit den Southdowner Schaafen; die bathſche Geſellſchaft nimmk ſich der ſpaniſchen Art und ihrer Vermiſchung mit den eige- nen Arten des Landes an. Die ſchottiſche Wollgeſellſchaft empfiehlt die Leiceſter Art für Schottlands ſüdliche Shires, und in dem gebirgigten Theile eine Paarung der Spaniſchen mit der Rage Cheviok. Um meine Landsleute in den Stand zu ſeßen, die Vero ſchiedenheit, weſentlichen Vortheile und Mängel der engli- ſchen Schaafarten zu beurtheilen, will ich die wichtigſten derſelben beſchreiben. Man wird daraus am beſten beur» theilen können, welche unſerm Klima am angemeſſenſten ſind, worin die engliſchen unſre eignen Arten übertreffen, und wenn man ſeine eigene Zucht mit“Engliſchen zu ver- beſſern wünſcht, ſo wird man dann ſich beſtimmen können, mit welcher Art.; So lange wir feine deutliche Kenntniß haben, reden wir unbeſtimmt, und bedienen uns des nichtsſagenden Aus- drucks engliſche Schaafe, ſo wie wir ſagen 2ngliſche Pflüge, engliſcher Hafer und Weißen, da doch die Varietäten oft zahllos ſind.] Die kleinſte Art engliſcher Schaafe, die aber zugleich die beſie Wolle hat, iſt aus Hereford und Worceſterſhire. Die aus der Mitte des Landes, aus den Grafſchaften War- wi, 223 wick, Leiceſter, Buckingham und Nörthampton haben den beſten Wuchs und die dickſte Wolle. Die Schaafe in den nördlichen Shires: haben eine lange, aber haarigte Wolle z in Wales iſt die Rage klein, aber von ſtarker Natur, das Fleiſch derſelben iſt beſonders ſehr“ wohlſchme&end, die Wolle aber deſio ſchlechter. Die Scaafe von den fetten Gragweiden in Lincolnſhire und Romney- Marſch in Kent, ſind die größten von allen, ſie haben die größte Menge von Wolle und Fleiſch, aber nicht von der erſten Güte. Die. verbeſſerte Leiceſter Rage, um welche Herr Bafewell große Verdienſte hat, wird für die vor- züglichſte aller engliſchen Ragen gehalten. Sie. hat vom Jahre 1780 an ſich beſonders ausgebreitet, und ſowohl Bocke als Schaagfe von dieſer Rage ſind. zu einem unze- heuren Preis verkauft worden. DMehreremal iſt ein Bock mit 400 Guineen bezahlt worden. Der erwähnte Bafkes well verkaufte im Jahr 1789 drey Böcke für 1209 Guineen, und ſieben für 2000 Guineen. Ich werde hier die Beſchreibung eines vollkommenen Schaafbo>s geben, und die Eigenſchaften anführen, die Bakewell an demſelben"verlangt, und ſo wie ſie wirk» lich an der neuen oder verbeſſerten Leiceſter Art gefunden werden, welche die Tab. VI, näher darſtellt. An einem guten Bock ſoll der Kopf fein und klein ſeyn, der Vorkopf-weiß, nicht gefle>t, die Naſenlöcher groß und weit, die Augen hervorragend und muthig, die Ohren furz und dünn, der Hals di>, und, wo er ſich mit dem Kopf vereinigt, langſam abnehmend, und frey von allem herabhängenden Fell. Am Bug breit und voll, vorn und hinten wohl geſchloſſep, ohne einige Vertiefung nachzug laſſen, 224 laſſet.- Das Fleiſch muß bis an die Knie reichen; die Beine weiß, aufrechtſtehend und ſchmal, frey von allem überflüßigen Fell, ſtarke Wolle unter dem Bauche und ant andern Stellen. Die Bruſt fett und hervorſtehend, ſo) daß die Vorderbeine weit aus einander ſtehen; Der Rumpf lang, rund und voll, beynähe cylindriſch. Der Rücken und-beſonders der Hititertheil muß breit; flach und gerade ſeyn: Die Rippen. müſſen ſich in einen gefälligen gewslb- „ten Bogen frümmett. Der Schwänz breit und, wohl figend. Die vier Viertel lang und. fieiſchigt, ſo; daß ſie ſowohl.vörn als hinten gegen die Knie herabhangen. Der ganze Körper mit einem feinen, dünnen, roſenfarbigten Fell bede>t; und mit einer feinen; langen und weichen Wolle beſeßt. Alle dieſe Eigenſchäftent eines vollkömmenett Bo>s finden ſich: vereinigt. in der neuen Leiceſter oder Bakewellſchen Art, bis auf die Wolle, die nicht ſs gut iſt; wie man ſie wünſchen könnte: Tab. VI. ſtellt. einen ſolchen Leiceſter Bo>- und ditt Schaaf) dem Hertin Dyot gehörend, dat. Die Leiteſter Schaäfe haben keine Hörnet, einein kleines weißen und. ſpißen Vorkopf, weiße und kurze Beine, und lange Wolle die aber nicht von. der erſten Güte. iſt, Siet werdet austiehmend ſchnell fett) behalten lange ihre-Feiſtig» keit; und find ſtarf mit Wolle. bedeekt. Sie ſind von ſeht ruhiger Akt: Schaafe und Lämmer graſen, eittige Hundert an- der Zahl, ruhig. äuf einer Koppel zuſammen, vhite jegend einen. Verfuch zu machen; auszubrechen, oder über die Einfriedigung zu ſpringen. Außer dieſen ängegebeneit. Vollkommenheiten hat-dieſe Rage-noch das Eigetthümlicht au. ſichy weswegent fit-auch. ſs ſeht. in. England: geſchäßt wirdy 225 wird, daß ſie von allen bekannten Racen die größte Menge Fleiſch auf den kleinſten Knochen trägt. Das Verhältniß ſoll wie eine Unze zu einem Pfunde ſeyn. Ein Leiceſter Bo> hat eine lange Wolle auf einem ſehr feinen Felle; er trägt gewöhnlich. 8 bis 10 Pf. Wolle, die gegenwärtig mit: x Mk. das Pfund bezahlt wird; früher gab man 24 ß. für das Pfund, ſeitdem aber die Ausfuhr der engliſchen Wolle verboten iſt, ſind die Wollpreiſe ſehr gefallen. Der reichliche Ertrag an Fleiſch und Fett, iſt die beſte Eigenſchaft dieſer Rage.. Von ausgewachſenen Schaafen wiegt das Viertheil 20 bis 25 Pfund. VZweyjährige Hammel, wie ſie gewöhtklich zum Schlächter gebracht wer- den, haben ungefähr gleiches Gewicht. Ein Viertheil eines drcyjährigen Hammels wiegt bis an 30 Pfund, die vier Viertheile zuſammen alſo 120 Pfund. Die Leiceſter Schaafe werden fetter als irgend eine andere Rage. Die Herren Bakewell, Culley, Prin- cep und mehrere angeſehene engliſche Landmänner haben Hammel gehabt, die 4, 5. bis 6 Zoll Fett auf den Rips pen, und 6 Zoll Fett auf dem Schwanzſtücke hatten.*) Secretaix A. Young erzählt in ſeiner ealtern Tour, daß Herr Bakewell einen Hammel von 3 Jahren be- ſaß, der 2 Fuß und 5 Zoll hoch war, 5 Fuß und 15 Zoll im Umfang, und über den Rücken eine Breite von x Fuß I 11 Zoll hatte. Der Schlächter Douglas zu Darling- ton in Durham ſchlachtete einen Leiceſter"Hammel, der leben- *) A. Youngs Ann. of Agr. Vol. VI. No. 36. und- Marſhal rural Economy of the Midland Counties. Vol. I. p, 399. Zweiter Thei“ P 226 lebendig 329 Pfund wog. Die vier Viertel wogen 2322 Pfund, der Talg 24 Pfund, der Kopf, das Fell, das Blut, die Eingeweide u. ſf. w. 69 Pfund. Ein gewöhnlicher Bock von der Leiceſter Rage koſtet gegenwärtig 30 bis 60 Rthlr.; ein vorzüglich guter 400 bis 500 Rthlr. und darüber; ein ſolcher Bock wird in England von Michaelis bis Weihnachten(pr. ſealon) zu 100 bis 130 Rthlr. und darüber vermiethet. In den leßtern Jahren iſt es'in England ſehr in Ge- brauch gefommen, die Leiceſter“ Böe zu Schaafen von ändern Racen zu bringen, wodurch die ſchlechtern- Arten ſehr verbeſſert worden ſind, und an Menge von Fleiſch und Wolle gewonnen haben. Mün läßt ſie am häufigſten mit der Southdowner Rage ſich paaren.- Die Leiceſter Race iſt in England nunüberall verbreitet, ſelbſt in Schott- land, man findet ſie in den Parks der Adlichen, und ſie“ gedeiht ſehr gut. Jn einer gebirgigten Gegend, auf tro>- nen Weiden kommt ſie nicht gut fort, ſie verlangt reiche liche Graſung und Gegenden, die nicht zu ſehr den ſchar- fen Winden ausgeſeßt ſind, wie z, B. auf Höhen, die ſich nach der See zu erſtreen. Die Landhaushaltungs- Ges ſellſchaft hat die Leiceſter Rage für die Thäler im ſüdlichen Theile Schottlands empfohlen, und die Erfahrung hät ge- lehrt, daß ſie daſelbſt gut gedeihet. Man hat alſo alle mögliche Urſacht zu glauben, daß ſie eben ſowohl in den fruchtbaren Ebenen Dännemarks gelingen werde, wenn ſie in Provinzen von England gut fortfommt, die kaum einen fo guten Boden, und beynahe gleiches Klima haben, und unter demſelben Himmelsſtriche liegen.< möchte ſie be-- ſonders den Gutsbeſizern empfehlen,„die Thiergärten haben; 227 1] haben, um ſie in denſelben weiden zu laſſen; ſo thut der reiche Engländer. Auf offenen Gemeinweiden habe ich ſie in England nie geſehen, fie würden auch hier gewiß ſchlecht gedeihen, ſondern gewöhnlich auf eingefriedigten Feldern, Hält"man ſie auf reichlichem Graſe, ſo können ſie ſo fett werden, daß ſie kaum aus der Stelle gehen können. Ich habe mehveremal auf bloßem Graſe ſo fette Böcke geſehen, daß ſie nicht auf die Schaafe haben hinauf ſpringen können, Nächſt der Leiceſier Rage iſt die Southdowner in England am meiſten geſchäßt. Sie hat feine Hörner, einen grauen, beynahe ſchwarzen Vorfopf, kurze Beine, furze und feine Wolle. Die Wolle wird, wie vordem Hie kürzere ſpaniſche, zu einer Mittelſorke von feinem Tuch ge- braucht, das die Engländer inferior Kind of ſupecfine broad Cloth nennen. Der Preis dieſer Wollſorte war vordem 3 Mk., nun ungefähr nur 2 ME. däniſch. Die Southdowner Race iſt ſtärker als die vorige, und bergig- ten und kalten Gegenden angemeſſen, ſie gedeißt allent- halben, iſt ſehr ruhig, ſowohl auf der Weide als in den Hürden, ſie läßt ſich auf einem kleinen begränzten Plate in großen Heerden halten. So ſah ich, daß Secretair A. Young auf ſeinem Hofe 230 Southdowner Lämmer, in einer Zeit von 3 Wochen, auf einem Kleefelde hielt, das zu Weißen gepflügt werden ſollte„„und nur 7 däniſche geome- kriſche Tonnen Landes groß war, ohne daß eins über den Zaun ſprang. Tab. VII, ſtellt einen jungen Southdowner Bo> vor, der Herrn Boys zugehörte z; als dieſe Zeichnung gemacht wurde, wog er 169 Pfund, P 2 In 528 sjn den leßtern Zeiten ſind-nianche' Verſuche-gemacht worden, dieſe Rage mit andern. zu paaren:- Wir haben ſchon geſehen, daß der Engländer ſie mit der. Leiceſter Rage paarte, damit ſie an Menge des Fleiſches gewinnen möchte», und ebenfalls an der Menge der Wolle, was ſie an nafür« licher Feinheit derſelben verlieren würde.+ Lord„Egrk- mont hat den Verſuch gemacht, ſie von ſpaniſchen Böcken belegen zu laſſen, welches eine beträchtliche Vers beſſerung der Wolle bewirkt hat. Gegen dieſe neue ver- beſſerte Rage haben die Herren Ellmanns zu Glynd und mehrere bemerkt, daß zwar die Wolle merklich feiner, aber die Roge auch gegen Kälte empfindlicher wird, und ſich nicht ſo gut in Hürden ſchlagen läßt. Auf der öſtlichen Köſte von England hat man die Southdowner Rage mit der Norfolker, im ſüdweſtlichen Sheile mit der Wiltſhire Rage vermiſcht, welches auch ſehr wohl ausgefallen iſt. Wir haben gegründete Urſache aus dieſen Erfahrungs- ſätzen den Schluß zu ziehen, daß die Southdowner Rage ſich ſehr gut mit unſern eignen Arten würde paaren laſſen z und daß ſie für die weſiliche Seite von Jütland, für die kalten Höhen um Schleswig, und für mehrere Gegen- den in Dännemark gut paſſen würde. Von einem dreyjährigen Southdowner Hammel wiegt das Viertel ungefähr 20 Pfund, und ein ſolcher hat 12 bis 16 Pfund Talg. Im Durchſchnitt rechnet man auf jedes Stu 2 Pfund, Wolle. Je feiner an einem Lamm oder Schaafe die Wolle iſt, deſto leichter ſoll es ſich fett. machen laſſen. bg Das 229 Das Gewicht eines lebendigen Southdowner Schaafes, verhält ſich zum Gewicht des Fleiſches in den vier Vierteln wie 20215. An einem fetten Hammel machen die Einge- weide, das Fell, das Blut, der Kopf, der Talg u. ſ. w. leicht ein Dritttheil vom Gewicht des Thieres aus; iſt er auf die gewöhnliche Weiſe fett gemacht, enthalten die vorbenannten Theile 55 des Ganzen. Die Engländer haben durch ihre vielen Verſuche,“Vieh ſowohl bey lebendigem Leibe, als nachdem es geſchlachtet iſt, zu wägen, die Kenntniß von dem Verhältniſſe des Sleiſches zu den Knochen auf eine ae mathematiſche Genauigkeit gebracht. Die Dorſet-Race iſt über den ſüdlichen Theil von England verbreitet, ſie erhält zuweilen verſchiedene Namen nach den Shires, woher ſie gebracht wird, ob es gleich eine und dieſelbe Rage iſt. So ſind die Wiltſhire Schaafe im Grunde nur eine Dorſet- Rage, und keine eigenthüm- liche Art. Die Dorſet» Schaafe haben einen, weiſſen Vorkopf»- kleine Hörner, hohe und ſchmale Beine, einen langen und dünnen Leib, und oft keine Wolle unter dem Bauche. Das Fleiſch iſt gut, und ebenfalls die Wolle, die kurz und fein, aber nicht ſehr ergiebig iſt; im Allgemeinen rech- net man 3X Pfund auf das Stück. Sie werden nicht ſo ſchnell fett, wie die beyden vorhergehenden; haben aber vor allen übrigen engliſchen Schaaf- Arten das Eigen- thümliche, daß ſie viele Milch geben, und. zweymal im Fahre lammen können, oder mit andern Worten: daß ſie den Bock zu zwey verſchiedenen Jahrszeiten zulaſſen wollen- 903 Von 230 Von dieſer Art Schaafe kommen die berühmten'Ha u 8- Fä&mmer in London, die man vor Weihnachten für die Tafeln der Reichen haf. Die Erfahrung hat den Länd- „mann gelehrt, daß die Schaafe nur 27 Wochen- ihre Läm- mer tragen, und, wenn ſie wohl gefüttert werden, 8 Tage, nachdem ſie Lämmer geworfen haben, den Bock zulaſſen können, und doch fortfahren ſich ſaugen zu laſſen. Die Schaafe werden mit Rüben, Oehlkuchen, Heu, Kohl und andern Gartengewächſen gefüttert, und in einer kleinen Koppel, nahe bey dem Behältniſſe für die Lämmer, ge- halten. Viele Vorſorge erfordern die zeitig geworfenen Lämmer, beſonders Wärme und Reinlichfeit. Der Gebrauch, den Boc> im May und Juni zu den Scdagfen kommen zu laſſen, iſt nur unter den Pächtern, in einer Entfernung von 20 engliſchen Meilen um London herum, gewöhnlich. Die Lämmer, welche geboren werden, . find nicht zum Aufziehen, ſondern bloß für' die Tafeln der Reichen beſtimmt. Es bezahlt ſich dieſes auch ſchr gut; denn der Schlächter nimmt für das Viertel 4 bis 5 Rthlr. Nach Neujahr und ſpäter im Winter werden ſie wohl- feiler.= Ih kannte einen Landmann, Herrn Duet, zu Esher in der Provinz Surrey, der dieſe Oekonomie mit früh gebornen Lämmern für den Londoner Markt im Großen trieb. Er ſchit jährlich im Decembermonat ungefähr 500 Lämmer auf den Markt zu Smithfield. Den Läm- mern giebt er Milch und Kalk. Wenn die Lämmer 8 Wochen alt ſind, wiegen ſie 6 bis 12 Pfund das Vier- theil, und für ein gutes fettes Lamm werden ihm zur Weihnachtzeit x 5 Rthlr. bezahlt. Seine Behandlungs- art der Schaafe und Lämmer iſt folgende: Von Abends 8 Uhr 231 8 Uhr bis zum nächſten Morgen um 4 Uhr ſind die Schaafe bey den Lämmern, am Tage hingegen werden ſie in die nahe liegende Koppel hinausgelaſſen. Alle 4 Stunden des Tages bringt der Wärter die Schaafe zu den Lämmern herein, die in beſondern Verſchlägen gehalten' werden, ſo, daß die Schaafe nicht zu den Lämmern laufen können, oder dieſe zu jenen. Der Knecht faßt das Schaaf an den Hoör- nern und hält e8, bis das Lamm ſich ſatt geſaugt hat; darauf wird das Schaaf zu einem andern Lamme hingeführt, ſo ſaugen mehrere Lämmer ein Schaaf, und ſie ſaugen ſo lange ſie Luſt haben. Ehe am Morgen. die Schaafe hin» ausgetrieben werden, werden ſie erſt mit grünem Futter, Korn, Heu, Malzſtaub gefüttert, ſo, daß ſie mit: vollem Leibe auf das Gras kommen. Es iſt ſchon bemerkt, daß die Engländer die Dorſek- Rage für die einzige anſehen, die die Eigenſchaft hat, zwey- mal im Jahre lammen zu können Dies iſt ohne alley Zweifel ein Vorurtheil; jedes andere Schaaf würde gewiß dieſelbe Eigenſchaft haben, ſobald es nur ſo wohl gefüttert und gepflegt würde, als dazu erfordert wird. Die er- wähnte Oekonomie mit früh gebornen Lämmern iſt auf der einen Seite ſehr einträglich,'auf der andern Seite aber iſt der Pächter großer Unſicherheit und bedeutendem Ber- luſt ausgeſeßt;. denn oft wollen die Schaafe ſich nicht im May. und Juni beſpringen laſſen, oft iſt die Befruchtung unwirkſam,.und wenn das Lamm zu ſpät kommt, das heißt, nach Neujahr, ſo iſt das für den Eigenthümer ein Verluſt im Preiſe von 2 Rthlr. Der Preis eines guten Bocklammes von der, Dorſet- Rage iſt x 0 Rthlr., und für ein älteres von 25 bis 30 Rthlr. P4 Die 232 Die Wiltſhire Rage kann nicht für eine beſondere angeſehen werden, ſie iſt ſicher von der Dorſet» Rage; vor- dem ſtand ſie in England in großem Anſehn, nun hat ſich dieſes ſehr vermindert. Die ökonomiſche Geſellſchaft in Bath hat in neuern Zeiten ſie durch Southdowner; Lei» ceſter und Spaniſche Böcke zu verbeſſern geſucht. Ich er- wähne derſelben, weil ſie in den engliſchen ökonomiſchen Schriften ſo oft vorkommt, und was von der Dorſet- Race gilt, das gilt zum Theil auch von dieſer; doch iſt ſie nicht dafür bekannt, zweymal im Jahre lammen zu können. Die Herefordſhire Rage, oder wie ſie auch oft genannt wird. Ryeland Race. Dieſe lekßtere Benen- nung hat ſie von einem Diſtrict, der Ryeland heißt, und „im ſüdlichen Theil des Shire Hereford liegt. Dieſe Rage iſt die kleinſte von allen engliſchen Schaaf- Ragen, aber auch die beſte. Sie hat einen weißen Vorkopf, ohne Hör- ner, und einen ſehr hübſchen Bau: Site liefert die feinſte Wolle und das wohlſchmeckendſte Fleiſch, das allezeit das Pfund mit 2 ß. däniſch theurer bezahlt wird. Das Vier- tel wiegt von 9 bis 12 oder r4 Pfund, und von Ham- meln 12 bis 16 oder 18 Pfund. Ein Gewicht von 63 bis 80 Pfund iſt das hochſte, was ein Hammel von dieſer Rage erreichen kann. Die Wolle iſt die feinſte aller eng- liſchen Wollarten, und ſteht beynahe der ſpaniſchen zur Seite. Der. engliſche Oekonom Marſhal ſagt:„Die Wolle. der Hereford oder Ryeland Schaafe wird zu der- ſelben Beſtimmung wie die ſpaniſche angewandt. DOb- gleich ſie nicht durchaus fein genug iſt, um gänzlich die ſpaniſche zu erſetzen, ſo dient ſie doch zu einem Subſtitut „derſelben. Im Jahre. x783 ward die Ryeland Wolle für 3 Mt. 233 3 Mk. das Pfund verkauft, da die gewöhnliche engliſche, Wolle nur 8 ß. galt, die ſpaniſche hingegen 4 Mk. 8 ß.* ==; Er ſagt ferner':an demſelben Orte:*)„Sollten die langwolligten Schäafe, die nun in England überall geſucht werven, auch in Herefordſhire in Mode kommen, ſo wird. dieſe vorzügliche Rage mit der Zeit ausſterben, und wir werden genöthigt ſeyn, eine weit größere Quantität von ſpaniſcher Wolle kommen zu laſſen, da wir doch, wenn wir die Kultur dieſer Nage beförderten, faſt gänzlich die ſpani- ſche entbehren. könnten! Der Landmann verlangt'den größtmöglichen Vortheil von ſeiner Schaaf= Heerde, es iſt ihm aber gleichgültig,'ob ihm dieſer Vortheil aus der Wolle oder dem: Fleiſche entſteht; und wenn das Fleiſch an. den Ryeland Schaafen nicht ſo ausgezeichnet vortreflich geweſen wäre, ſo wären ſie ohne Zweifel„ſchon vorlängſt ausgeſtorben. EsS iſt wahr, ein Ryeland Schaaf giebt nur 1Z Pfund Wolle, während einige Ragen in dieſem Königreiche 7 bis 8 Pfund geben, dafür iſt aber auch der Preis der Wolle dieſer leßtern, in dieſem Jahre 1788» nur 16 bis 18 ß. das Pfund, da die Hereforder beynahe 3 Mk. dän. koſtet. Die Schaafe aus den andern Ragen ſind weit größer, aber nicht im Verhältniſſe zum Werth der Wolle.“ Die Hereford oder Ryeland Rage wird auf eine ganz eigene Art behandelt.“ Im Allgemeinen läßt man in Eng- kand die Schaafe Tag und Nacht draußen, und hält ſie am gewöhnlichſten in Hürden auf dem Brachfelde. Der Herefordſhirer hingegen nimmt des Nachts ſeine Schaafe in den Stall, wenigſtens die, welche zur Zuzucht beſtimmt P5 ſind. *) Rural Economy of the Vale of Glouceſter. 234 ſind. Er giebt ihnen bald Heun, balb Gerſtenſtroh, am- gewöhnlichſten aber Erbſenſtroh, ein Futter," das die, Schaafe ſehr lieben ſollen, und das:in England doch nur wenig bekannt. iſt, Das Erbſenſiroh iſt nicht ganz rein - auSsgedroſchen, die unterſten Schoten läßt man gewöhnlich Unausgedroſchen für die Schaafe.- Der Abfall wird zur Streu im Schaafſtalle gebraucht, der ein paarmal im Jahre gereinigt wird. Ob es nothwendig iſt, die Schaafe aus der Ryeland Race Nachts in den Stall zu nehmen, iſt eine Frage, die ſelbſt unter den Einwohnern der Provinz noch nicht entſchie- den iſt. Sie ſagen. unſre Race iſt zu weichlich, um.die „Unfreundlichfeit der Witterung in den Hürden auf ofnem Felde ertragen zu können; dadurch, daß. wir ſie Nachts im Stalle: halten, gewinnen wir eine Menge-vortreflichen Dünger; äuch leiden ſie nicht durch ven ſchädlichen Mor- genthau im Herbſie; das trockne Futter, das ſie zu Hauſe erhalten, vermindert theils die überflüßige Feuchtigkeit im Magen, theils trägt es dazu bey, daß ſie nicht gleich ſo gierig über das naſſe Gras herfallen; endlich befördert das Einſtallen die Feinheit der Wolle. Dieſen leßtern Vor- theil verwerfen andere Landmänner, die als ausgemacht an- nehmen, daß ich in demſelben Verhältniß, wie ich das Wachsthum der Wolle zurückhalte, um die Feinheit der- ſelben zu befördern, ebenfals das Wachsthuni des Schaafes zurüFhalte. Die Erfahrung hat den Hereforder gelehrt, daß die Schaafe, welche die feinſte Wolle geben ſollen, mager gehalten werden müſſen, und dann nur rxZ Pfund Wolle geben. Werden ſie fett gemacht oder mit andern Ragen vermiſcht, ſo geben ſie*3 bis 4 Pfund Wolle, 235 Wolle, dieſe verliert aber an der Güte, wie ſie an Menge zunimmt. Die Norfolker Race iſt beſonders in den Shires Norfolk und Suffolk zu Hauſe.- Dieſe Rage iſt beſonders an ihren großen krummen Hörnern kenntlich. Die Böcke haben Hsrner, 35 bis 37 Zoll lang, die 9 bis 10 Zoll an der Wurzel dic>k ſind. Die Norfolker Schaafe haben hohe, ſchwarze Beines einen ſchwarzen Vorkopf, einen langen und ſchmalen'Leib, ſind feurig und leicht, ſpringen über die höchſten Zäune und ſind nicht ſo leicht auf eingefriedigten Feldern zuſam- men zu halten, als die andern Ragen.- Auf derſelben Koppel, wo 200 Southdowner oder Leiceſter Schaafe ge- weidet werden können, kann man nicht mehr als 150 Nor- folfer halten. Ihre beſte Eigenſchaft iſt die, daß ſie auf Gemeinweiden, in Sand- und Heide-Gegenden gut ge- deihen, und eine jede Art der Witterung vertragen; ſie haben eine feine und gute Wolle, wovon das Pfund mit 2 Mt, 3 Eß. dän. bezahlt wird, Die Norfolker Wolle wird, vermiſcht mit der ſpaniſchen, zum feinſten Tuch ange- wandt; ſie iſt nach der Hereford. oder Ryeland Wolle die beſte in England. Auf einen Norfolker Hammel rechnet man im Allgemeinen nicht mehr als 3 bis 4 Pfünd Wolle. Das Fleiſch iſt ſehr gut, allein doch nicht von der erſten Dualität. Die Norfolker Rage hat in ihrem Naturel und im äußern Anſehen viel Eigenthümliches; vordem war- ſie in England ſehr geachtet, nun iſt ſie zurücgeſegt wor- den, und kann kaum den vierken Rang unter den Schaaf- Ragen des Landes behaupten. Dieſe Gering- ſchäßung 7236 Ächäßüng! der Norfolker Shaafe macht, daß ſich die Eng- Jänder die Veredlung der Race nicht ſehr angelegen ſeyn Faſſen, und die kleinen Verſuche, die gemacht worden ſind, ſie mit andern Ragen zu vermiſchen, ſind von keiner Be- "deutung.; Ein guter Bock. von der Norfolker Race Foſiet gegett- wärtig 8 bis x0 Guineen. Gute Bocklämmer wurden 1797 in der Erndtezeit das Stü> für 4 Rthlr., die beſten „für 5 bis 7 Rthlr. verkauft. wGewshnlich zieht ſie'der Norfolker Landmann auf, und läßt ſie auf ſeinen weit- läuftigen Bemeintriften weiden. Zur Erndtezeit verkauft ier die: Bocklämmer auf den Viehmärkten an den Suffolker „und Eſſexer-Landmann, der ſie Anfangs auf ſeinen Klee- Feldern, ſpäterhin gegen den Winter mit Rüben, welche "die Schaafe auf dem Felde verzehren, fett macht, und ſie im Frühjahre an den Schlachter verfauft. Die-Hammel werden verkauft, wenn ſie viertehalb Jahr alt ſind; ſie wiegen dann gewöhnlich 18 Pfund das Viertel, und haben 25 3 bis 4 Pfund Wolle, Wie geſagt, dieſe Rage eignet ſich ſehr gut für kalte und troc>ene Gegenden, und iſt von einer noch ſtärfern Natur als die Southdowner Rage; auf eingefriedigten Feldern iſt ſie nicht vortheilhaft, da ſie un- regierlich iſt, und über die Zäune.ſpringt. Auf welche Weiſe dieſe Art unterhalten wird, kann man ' aus folgenden Beyſpielen erſehen: Herr Macro hatte 84 Acres mit Turnips für 36 Stieg Schaafe, und außer- dem 20 Acres mit Winterwicken, 20 mit Rocken und 16 Tonnen Heu- Der Herzog von Grafton rechnete auf ſeine 47 Stieg Schaafe 100 Acres mit Turnips8; 50 mit Rocken und 21 Tonnen Heit. Beyde Beyſpiele ſind aus Suffolk; 23:7 Suffolk*);. man, ſieht daraus, daß. dieſe Art ſehr geſräßig iſt.:- In Kent's Agriculture of Norfolk'p. 106. findet man eine vortrefliche„Zeichnung von der Norfolker Art. Die Cambridgeſhire.Schaafe können für feine beſondere, Nage angeſehen werden, Sie ſind groff und lang geſtreckt; ſie ſpielen keine Nolle in der engliſchen Schaaf- zucht, wir wollen. ſie daher hier; nur bloß anführen, und zu den bekannteſten:Schaaf- Ragen. in den Marſchgegenden übergehen« Die Lincolnſhire Schaafe ſind von allen engli ſchen Srhaafen die größeſten. Sie haben feine Hörner, einen weißen Vorkopf und weiße Beine: Die Wolle. iſt lang" und grob, und das Fleiſch nicht ſehr wohlſchrne>end, es iſt zähe, und wird däher nicht ſo gut bezahlt; als anderes Schaaffieiſch« Sie haben außerdem folgende Fehler 3 austiehmend große Knochen uud ſtarfe Sehnen, ſie werden fehr langſam fett und nicht in einem hohen Grade, außer in den fetten Marſchgegenden von Lincolnſhire. Man hakt ſie in Engs| land nach andern Provinzen verpflanzt, aber ohne vortheil» haften Erfolg; die Rage iſh weichlich, und artet außerhalb ihrer eigenen Provinz leicht aus,' Der gemeine Lincolnſhire Landmann ſucht nicht ſeine Rage zu verbeſſern; er ſieht bloß auf die Menge der Wolle, und nicht aufs Fleiſch. Aus dieſem Grunde iſt es ihm wichtig, daß ſie große Knochen haben, oder daß ſeine Schaafe ihre Nahrung an der Wolle und an den Knochen abſetzen, und nicht ſo ſehr an Fettheit zunehmen.* Läßt" man ſie mit andern Nagen ſich begatten, ſo gewinnt die Wolle *) The Agr. of Suffolk p. 191, 238 Wolle an Feinheit, nimmt aber an Menge ab.“ Der be-'| rühmte Bakewell ließ Lincolnſhire Schaafe von Leiceſter Bocken belegen, welches ſehr gut ausfiel und eine 408 veredelte Zucht hervorbrachte. Den Unterſchied im Ertrage eines ächt Lincolnſhire Schaafes und eines Schaafes von der vermiſchten Art, kann. matt an folgendem Beyſpiel erſehen, das aus A. Youngs Annals Vol. 24. p+ 444. genommen iſt: Von einem dreyjährigen Hammel von der Lincoln Rage* Rthlr. Nk.€. Dritte Schur Wolle, 33 Pd. iu 20 ß, ' das Pfund--- 7 ME Verkauft auf Michaelis x 795, für. 8 S 4 4 8 Dividirt mit 3) 15 Jährlicher Vortheil: 5 1.42 Ein Lincolnſhir?ſcher Hammel. aus der Vermiſchung mit der Leiceſter Rage, nach der zweyten Schur verkauft Rthlr.„Mk. ß. Zweyte Schur Wolle, 18 Pd., a 20ß. 3. 4 8 Der zweyſchürige Hammel zu Michaelis 1795 verfauft, für-- IO Fn Dividirk mit 2) 14 7 Be ' Jährlicher Ertrag:- 1:8 om 12ten May 1796 ward ein fetter, drcyſchüriger sder dreyjähriger Hammel von der Lincoln Rage, von Herrn Johnſon zu Kirmond in Lincoln geſchlachtet,*) Die 4 Viertel wogen 204 Pfund, oder 2 Viertel 5 2 Pfund. Der *) A, Youngs Ann. of Agr. Vol. 87, p. 105.| 239 Der Talg 20 Pd. Die Wolle 162 Pd. Das Fleiſch dieſes Hämmels war, nach Verſicherung von Zeugen, ſehr guük.; Ein vierjähriger Hammel von der Zucht eines gewiſſen Dan. Hebbs in Lincolnſhire, und von ihm mit Gras, Rüben und Rappfaat gemäſtet, ward der königlichen Familie den 9ten Jan. 4797 auf dem Schloſſe Windſor vorgeſtent,“ und auf dem Markte Sntithfield*in London für 20 Guineen verkauft.: Bey der Ausmeſſung war: Die Breite über der Nierenſtelle'== Fuß 11x Zoll, Die Peripherie um die Mitte des Leibes"ED- MS EEE =-- an den Seiten 4==" 42== -=-"= der Lende DE WR bd --=.-- des Halſes I- 124 Dicke an der Nierenſteßle|. SRE LAL H KfE 5. Dicke in der Mitte„ LI- 3= ; Höhe„„» 2-- VIE iis Das Gewicht deſſelben war bey lebendigem Leibe 212 Pfund. Geſchlachtet wog das Fett» 12 Pfund. Die Haut-„- 14== Der Magen und die Eingeweide 163== Das Blut 5-“ 7-- Das Herz und die Leber 2 53== Der Kopf B--- 52== - AE 603 Gewicht des Fleiſches 151-- Zuſammen 24x13 Pfund. Der 249 Der Hammel„war geſchoren, daher iſt das Gewicht der„Wolle nicht angegeben. Er war. von. der Lincoln Rage, durch die Leiceſter Rage aber mehrere Generationen hindurch veredelt, und der Vater von der Leiceſter Rage. Wer von dieſem fetten Thiere eine Zeichnung zu ſehen; wünſcht,"der wird. ſie. in A. Youngs Annals of Agci- culture für das Jahr 1797 finden. . Ich habe die Größe und das Gewicht eines Lincoln Schaafes hier deswegen ſo umſtändlich angeführt, weil dieſe Art die größte iſt, die es in England giebt, und man in andern Ländern kaum größere Schaafe finden wird. Ue- berdieß könnte es intereſſant ſeyn, eine Vergleichung zwi- ſchen dieſen und“ unſern großen Eiderſtädter- und Marſch- ſchaafen anzuſtellen; vielleicht möchten Andere aufgemun- tert werden, dem Publikum eine genaue Angabe der Größe und des Gewichts unſerer eigenen Schaafe mitzutheilen... Die Tees- Water Race. Im nördlichen Theil Eng- lands am Fluſſe Tees, zwiſchen York. und Durhamſhire, hat man eine große und gute Art-von Schaafen, die keine eigene beſondere Race iſt, ſondern ohne Zweifel eine Mie ſchung der Lincoln und einer andern guten Rage. Im äu- ßern Anſehen gleicht ſie der Lincolnſhirer; ſie hat, wie dieſe, weiße Beine, einen weißen Vorfopf, iſt aber darin unter- ſchieden, daß die Wolle nicht ſo: lang und ſchwer iſt, die Knochen feiner, und' die Beine länger und dünner ſind, das Fleiſch wohlſchmeckender und weniger ſehnigt iſt. Dieſe Art von Schaafen kann einen hohen Grad von Fettheit erreichen, wiegt gewohnlich von 20 bis 25 Pfund / das Viertel, und trägt 9 Pfund Wolle, Es giebt einzelne%- Beyſpiele, daß ein Viertel 50 Pd. und darüber gewogen hat. 241 hat. Ein Gutsbeſiter, Hr. Hute kommen ließ. Der Engländer, der ungern ſeine Nationalvorurtheile fah- ren läßt, hat ſich aber nicht wollen überreden laſſen, zu glauben, daß die Eiderſtädter Wolle beſſer ſeyn ſollte, als ſeine eigene aus Romney-Marſch. Spaniſche Schaafe in England. Vor einigen ahren ließ Georg der dritte eine Heerde von' 3000 Schaafen aus Spanien fommen. Dieſe weiden auf den königlichen Domainen bey Windſor, und ſollen ſehr gut fortkommen. Die Regierung hat von dieſen an einige Lieb- haber und vfonomiſche Geſellſchaften Geſchenke gemacht, z. B. an die ſchottiſche Wollgeſellſchaft, an die Bather So- detät. Dieſe haben verſchiedene Verſuche gemacht, ſie mit den einheimiſchen Ragen zu verbinden. Aus den Verhand-/ lungen der Bather Geſellſchaft ſieht man, daß dieſes mit „der Southdowner und Wiltſhire Rage guf gelungen iſt, |. am ) 243 am beſten aber mit der Rage von Schaafen, die auf den Mendip hills in Sommerſetſhire gefunden wird. Die Ver«- ſuche, die man in Schottland gemacht hat, ſind ebenfalls erwünſcht ausgefallen, beſonders bey der Race, die Cheviot genannt wird, und in dem bergigten Theile von Schott- land zu Hauſe iſt. Es giebt manche Engländer, welche die.eigenen Rogen des Landes der ſpaniſchen vorziehen, und welche behaupten, daß es nicht vorheilhaft iſt, dieſe zu halten. Das, worüber ſie.am meiſten klagen, iſt, daß die Spaniſchen, beſonders die Bocke» fein ſo hübſches Gebäude haben, als die mei- ſien einheimiſchen; ferner auch, daß das Verhältniß der Knochen, Sehnen und des übrigen Abfalls gegen die Men- ge des Fleiſches zu groß iſt. Nach-den beſten Reiſebeſchrei- büngen.über Spanien ſollen die kataloniſchen Schaafe die- ſen Fehler nicht haben; man rühmt an denſelben ein hüb- ſches Gebäude, runde, volle Seiten, und einen flachen, gerade ausgehenden Rücken, welches die Tugenden der Lei- cefter Schaafe find. Die ſpaniſche Rage in England hat ſich in ihrer urſprünglichen Güte erhalten, und giebt 5 bis 7 Pfund Wolle das Stück. Die Cotteswold-Race iſteine Art von Schaafen, die im weſtlichen Theile Englands gefunden wird: Ihre Wolle iſt nicht fein, aber 6 bis 8 Zoll lang, und ein Schaaf kann 5 bis 8 Pd, Wolle haben. Ein fettes Schaaf wiegt im Allgemeinen ungefähr 20 Pd. das Viertel. Zwanzig Lämmer werden im September für 7 bis x6 und 17 Pd. Skt. ver- kauft. Jc< erwähne dieſer Rage mehr deswegen, weil ſie oft in den engliſchen Schriften vorkommt, als weil ſie ſonſt einige beſondere Aufmerkſamfeit. verdient. Q2 32 The 244 The Heath breed iſt eine Race, die am meiſten im nordweſtlichen Theile Englands und in den ſchottiſchen Bergen einheimiſch iſt; es iſt eine ſehr feurige und ſtarke Race, die mit vieler Leichtigkeit ſpringt und klettert, und daher für bergigte Gegenden am angemeſſenſten iſt. Das Charakteriſtiſche dieſer Rage ſind lange Spiralhörner, ſchwar- zer Vorkopf und Beine, ein wildes Auge, feſtes Fleiſch auf einem kurzen Körper) der mit einer langen) aber ſchlechten, Wolle bedeckt iſt. Ein Hammel wiegt gewöhnlich 12 bis 16 Pfund das Viertel, und das Gewicht der Wolle von einem Felle iſt 3 bis 4 Pd.» die nur das Pd. mit 12 ß. bezahlt wird. Die Hammel werden ſelten fett ehe ſie 4 bis 5 Jähr alt ſind; ihr Fleiſch iſt vortreflich und ſehr fett. Die ſchottiſchen Ragen, the Herdwick, Cheviot und Dupfaced, übergehe ich, theils weil ich ſie nicht aus eigner Erfahrung kenne, theils auch aus der Urſache, daß die Nachrichten, die darüber in engliſchen okonomiſchen Schriften gefunden werden, den Leſer nur als ein Beytrag zur Beſtimmung der Schaafragen, und nicht ſo ſehr von der ökonomiſchen Seite, den Bewohner eines flachen Lan- des intereſſiren können. Die Shetland-Sc Schaafe, die zomal in Hür- den auf einem Acre gelegen haben, zu einem Vortheil von I2 bis 16 Mark an*). In Sommerſet iſt es unter einigen Landmännern ge- bräuchlich, gegen Johannis Bo>klämmer, welche geſcho- ren ſind, zu x5 8. das Stück einzukaufen, und ſie in 22 Monaten beſtändig in Hürden auf dem Felde zu halten. Darauf werden ſie ungeſchoren an die Marſchbewohner vers kauft, und mit 27 bis 38 8. fürs'Stück bezahlt. Durch dieſe Oekonomie ſicht ſich der Landmann im Stande, meh rere Acres zu bedüngen. Jm Winter werden die Schaafe auf den Wieſen in Hürden geſchlagen. Wie Billings- ley berichtet**), machen dieſe Landmänner folgende Be- rechnung über den Vortheil von jedem Stück, bey dieſer Defonomie: Pd. St. 358. 4% Werth des Hürdenſchlages- I SEES Wolle 2 n»== 4= Mittelpreis für einen Hammel- 3 32 6 2 L'692776, Abzug für den Einfauf des Lammes== 15=- 2 175,0 Im ſüdöſtlichen Theile von Sommerſetſhire hat man eine verbeſſerte Gattung der Dorſetrage, und es giebt da- ſelbſt *) The Agriculture of Suffolk. pag- 193+ **) Agricultural Survey of Sommerſetſhire, p+ 254 252 ſelbſt viele anſehnliche Schäfereyen von 400 bis 600 Stü. Die Schaafe lammen bey ihnen um Weihnachten, und im - May werden die Lämmer von den Schaafen genommen. Zu Sohannis ſchert man die Lämmer, und dieſe ſind dann x5 8. das Stück werth.„Den Ertrag eines Schaafes, 33 Jahr alt verkauft, berechnet Billingsley für dieſe Gegend folgendermaaßen: pf. St. 8. d Zwey Lämmer a 15 S.*) BRAUER 1ER 1 Be Werth der Wolle ſowohl vom Schaafe als von den Lämmern-„--“ 12 6 Werth des Düngers in den Hürden-== Ix5= Das Schaaf verkauft für 4 MAO NIE 45 5506 Zufolge Marſhal*) berechnet man in den mittlern Grafſchaften den Ertrag auf folgende Weiſe: * Von jungen Hammeln, 18 bis 20 Monate alt, er- ' wartet der Eigenthümer zum Erſaß für ihren Unterhalk, 10 bis 12 S. das Stü, außer zwey Schure Wolle in ſel- bigem Zeitraum, jede Schu“ 5 bis 6 S werth; zuſammen 20 bis 25 3., oder ungefähr 4 d. wöchentlich für den Un- terhalt jedes Hammels, und die damit verbundene Ein- nahme.: Von einem Schaafe mit ſeinem Lamme berechnet er die Einnahme; für den Unterhalt des Schaafes in 12 bis 15 Monaten, und den des Lammes in, 2 bis 3 Monaten, zu- ſammen zu 20 8. oder 5 Rehlr. Der **) Der Preis eines Lammes dieſer Art war zur Zeit meines Aufent? halts das Doppelte. 2*) Midland Counties. VoL 1. pag. 45L- Der Landmann rechnet daſelbſt die Graſung für 4 junge Hammel, mit der Einnahme, an Werth der eines Rind- viehes gleich. Solche Berechnungen ſind von Grafſchaft zu Grafſchaft verſchieden, weil es därauf ankommt, welche Art von Schaafen matt hat wie die Grasweide iſt, und auf welche Weiſe man die Schaafe benußt. Es giebt Gegenden, wo man den Ertrag eines Schaafes im Jahre im Durchſchni.t nicht höher als xo 8.) d. i. x 5 Mk. rechnen kann. Mittelpreis des Schääffleiſches in London*). Die Keule oder das Hinterviertel» 34 ß. das Pfd. Das Nierenſtück- 7 GSi SE Das Schwanzſtüs 3 2 DS.90 7 1222 Die Hochrippen 2 2 MSE 0207 DEE Das Halsſiu> ö 3 X2 2 us Der Bug I> 13.9."a Die Bruſt- 2| DE IIHER 9 Der Kopf-- 9b810-= Der engliſche Schlächter zerlegt ſowohl Ochſen, Kälber als Schaafe auf eine andere Weiſe, als unſre Schlächter; er theilt das Rindvieh, wie den Hammel, in mehrece'Stüe, und hat für jedes Stück eine verſchiedene Taxe. Erklärung der engliſchen Benennungen von Schaafen, nach ihrem Alter. Ram v. Tupe, Bock. Ram v. Tupe- Lambs v. heeders, junge Bocklämmer, die noch ſaugen. Hogs, =) Nach the new Family guide to marketing. 1796. "254 Hogs, hogerels, lamb- hogs, Botklämmer von ver Zeit, da ſie aufgehört haben zu ſaugen, bis ſie zum erſienmal geſchoren werden.: Shearing, Shearling, Shearhog, dinmondtupe v. ram, junger Bo," deſſen Wolle einmal abgeſchoren iſt. Two-ſhear, three-ſhear, four- ſhear ram, Bocf, der zwey-, drey- oder viermal geſchoren iſt. Das Alter wird darnach beſtimmt, wie oft er geſchoren worden iſt. Two- ſhear ram iſt alſo ein dreyjähriger BoE, ſo wie three-ſhear einen vierjährigen bedeutet. . Wedder, Hammel. Wedder- lambs, Hammellamm, welches noch ſaugt. Wedder- hogs, Hammellamm, das aufgehört hat zu . ſaugen, deſſen Wolle aber noh nicht abgeſchoren iſt. Young Wedder, junger Hämmel, der einmal geſchoren iſt. Two, three, four- ſhear Wedder, der zwey-, drey- oder viermal geſchoren iſt, alſo ein drey-, vier- oder fünfjäh- riger Hammel. Ewe, Schaaf, Mutterſchaaf. . Ewe-lambs, gicamer-lambs, v. ſheeders, Schaaflamm, das noch ſaust.;; Ewe- hogs, gimmer- hogs, Schaaflamm, das nicht länger ſaugt. Thieves v. Gimmers*), jähriges Mukterlamm, wenn es einmal geſchoren worden iſt. d : Double-Thieves, two- ſhear, thrce-ſhear, four- ſhear ewes, drey-, vier-, fünfjähriges Schaaf. Das Alter wird darnach beſtimmt, wie oft es geſchoren iſt; da das Schaaf >) Thieves ſagt man in den ſüdlihen, Gimmers in den nördlichen Grafſchaften, *% 255 Schaaf nur einmal. im Jahre geſchoren wird, und ge- wöhnlich, zur Zeit der erſten Schur, 15 bis 16 Mo- nat alt iſt, ſo kann man das Alter leicht nach der Zahl der Schuren-beſtimmen. Twinter*), zweyjähriges Schaaf. Thrunter, dreyjähtiges Schaaf. Das Schwein. Es giebt in England vier Arten von Schweinen. Eine ſehr große weiße Ark, mit großen Ohren, und lang von Korper', die aber jeßt nicht ſo ſehr beym Landmann Beyfall findet, da ſie, um fett zu werden, längere Zeit und mehr Futter, als irgend eine der foigenden“Arten ver» langt. Ausgemäſtet kann ſie ungemein groß werden. Hr. Dyot hatte ein Schwein von drittehalb Jahren, das. 3 Fuß hoch, 8 Fuß lang war, 8 Fuß im Umfange hielt, und über dem Rücken 2 Fuß breit war. Es ward am 2oſten December 1791 geſchlachtet, und in Gegenwart vie- ler Herren gewogen. Es wog 802 Pd.*); der Kopf al- lein 43 Pd. Die Berkſhire Art-iſt ſchwarz und weiß, nicht ſo groß wie die vorhergehende, aber von einer feſtern und run- dern Form. Der Knochenbau derſelben iſt nicht ſo ſtark, Sie läßt ſich früher und ſchneller fett machen, weswegen ſie"auch auf Meierhöfen und von andern Landbeſißern vor» gezogen wird. Die ſchwarze, oder ſogenannte Chineſiſche Art iſt von kleinerem Schlage, wird aber in gewiſſen Grafſchaf- ten 8) Die Ausdrü>e Twinter und Dhrunter ſind nuv in den ſüdlichen Grafſchaften gebräuchlich: 3x) Agricultural Survey of Staffordſhire, pag. 151, 256 ten jeder andern Art vorgezogen, da ihr Fleiſch angeneh- mer iſt. Dieſe Art iſt dafür bekannt, viele Ferkel zur Welt bringen zu fönnen.„Hr. Richdale zu Kegworth in Lei- ceſterſhire hatte eine x x jährige Sau, die 1797 ihren 20ſten Wurf ſäugte. Sie hat 355 Ferkel zur Weltygebracht. In den zwölf erſten Würfen gebahr ſie 205 Junge; im drey- zehnten 223 im vierzehnten 15; im funfzehnten 17; im ſechszehnten 19; im. ſiebenzehnten 24 3, im achtzehnten x5 3; - im neunzehnten 16, und im zwanzigſten Wurf 22 Ferkel. Die Ferkel aus den zwölf erſten Würfen wurden für 86 Pd. St. verkauft z die acht leßten für 64 Pd. St.*). 'Die' vermiſchte Art, mixed breed, iſt.durch. die Verbindung verſchiedener Arten entſtanden. Zu dieſer ge- hören die tonkey, eine halb= T0 Dito in12'= IO mmm 2 Ausgabe 5 4 7 Vortheil 4 35 7 oder 2 Pd. Skt. 7 8. 93 4. vom Acre, „I< bin überzeugt, daß keine andere Benußung des Klees ſich beſſer bezahlt haben würde, als die, Schweine damit fett zu machen.* „Ein xeinerx Vortheil von 47 8.(beynahe 12 Rthlr.) vom Acre, nachdem die Productionsunfoſten abgezogen worden, iſt anſehnlich, und ſehr der allgemeinen Benußung zum Heumachen vorzuziehen. Schweine gedeihen beſon- ders gut auf der Kleekoppel; meine Schweine nahmen ſicht- lich zu. An dieſen Thieren iſt ohnehin gutes. Futter am R 3 meiſten 262 meiſten wirkſam, da ſie ſchneller als irgend eine andere Apt, ein verkümmertes Ausſehn erhalten, wenn ſie ſchlecht gehalten werden. Warum will man, ſo lange es im Som- mer für Schweine andere Nahrung giebt, den Mutterſchwei- nen und Ferkeln die Milch und Waddeke entziehen, welche die Meierey darbringen kann, und dieſe den Schweinen ge- ben, wenn ſie mit Klee genährt werden können? Nach mei- nem Vorſchlage kann der Landmann eine größere Anzahl von Schweinen unterhalten, als er nach der in den meiſten Grafſchaften angenommenen Wirthſchafts8art im Stande iſt.“ „Um den möglichſten Vortheil aus einer Meierey zu ziehen,.muß man ſich nicht blos darauf einſchränken, die größte Menge von Schweinen im Sommer halten zu kön- nen, ſondern auch für Winterproviſion ſorgen. Aus Ver- ſuchen weiß ich, daß rothe Beete( beta' vulgaris), Paſti- naf(Paſtinaca ſativa), Kartoffeln und gelbe Wurzeln be- ſonders dienlich zum Futter für Zuchtſchweine ſind. Mit dieſen kann man Schweine, die im Sommer auf Klee gehal- ten ſind, durchfüttern, ja ſogar fett machen, und mit großem Vortheil Säue, die keine Ferkel haben, unterhalten.“ » Bey dieſer Wirthſchaftsart können Schweine im Som- mer auf Klee, und im Winter auf Wurzeln gehalten wer- den; und der Abfall in der Meierey wird blos für die Sekweine, die Ferkel haben, und für die jungen Ferkel ſelbſt, benußt,“ „ Der nächſte Gegenſtand für die Unterhaltung der Schweine iſt der: ſich auf Höfen, wo feine Kühe gehalten werden an der Stelle des Molkenabfalles, ein paſſendes Futter 263 Futter für dieſelben zu verſchaffen. Dieſe Sache iſt wich- tig,'da es manche Gegenden giebt, die vortreflichen Klee und manche Arten von“Wurzeln hervorbringen fönnten, wo es aber nicht vortheilhaft ſeyn würde, Kühe zu halten.“ „Zufolge vieler wiederholten Verſuche habe ich erfah- ren, daß man mit Paſtinafwurzeln und gelben Wurzeln, Ferkel, die nicht länger ſaugen, beynahe eben ſo gut als mit Milch aufziehen kann. Aus andern Verſuchen weiß ich, daß Mutterſchweine mit noch ſo vielen Ferkeln, ſehr vortheilhaft auf dieſelbe Weiſe ernährt werden können. Kartoffeln und rothe Rüben habe ich ebenfalls zu dieſer Be- nußung zwemaßig gefunden.“ „Es wird nicht unpaſſend ſeyn, hier auf die Folgen zu ſehen, welche die Fütterung vieler Schweine mit Wur- zeln für den Landmann hat. Es giebt keine Erdart, die nicht bey einer richtigen Behandlung eine oder die andere Art von Futterwurzeln hervorbringen und eine gute Erndte geben wird. Welche Menge von Schweinen auf einem Acre mit gelben Wurzeln oder Kartoffeln ernährt oder fett gemacht werden kann, iſt auffallend für den, der es nie verſucht hat. Dazu ſind alle dieſe Wurzeln in8geſammt Brachfrüchte, das heißt, ſie ſind von eben dem Nußen für den Boden, als die Brache- eines ganzen Jahres, und wenn fie ſo gebauet werden,„wie ſie ſollen, beſſer als Brq- Ohne der Wahrheit zu nahe zu treten, kann ich verſichern, daß bey dieſer Defonomie der beſte Boden verbeſſert, und der ſchlechteſte in einen ſehr guten verwandelt werden fann; und ich darf nach Verſuchen behaupten, leichter als auf jrgend eine andere Art. I< habe erfahren, daß 90 Schweine, die fett gemacht werden, einen Dünger ver- ſchaffen, der auf der Stelle 50 Pfund Sterling werth iſt, und wo Stroh, Farrnkräuter u. a. dgl. wohlfeil zu haben ſind, zu einem noch größern Werth gebracht werden kann.“ »'Ih bin überzeugt, daß die folgenden Verſuche für diejenigen von großem Nußen ſeyn werden„. die eine Meierey haben; ebenfalls für die, welche Kühe zur Kälber- möſtung halten; für die, welche keine Kühe haben, aber doch Schweine zu halten wünſchen, und endlich für die, welche ihr Land zu verbeſſern wünſchen.* Erſter Verſuch mit Schweinen, »Zu Anfang des März wurden 30 Ferkel, die neulich von den Müttern genommen waren, aus 43 ausgeſucht, damit ſie alle von gleicher Größe ſeyn möchten., Sie wur- den mit verſchiedenem Futter gefüttert, und je 6 und 6 in beſondere Verſchläge im Schweinchofe eingeſeßt. Sie wurden reinlich gehalten, und man ſtreute ihnen gut unter, Der Verſchlag No. 1, war. mit Weißenkaff mit Waſſer gemiſcht, ge- futtert. == 2, Mit Kaff und abgerahmter Milch. = 3, Mit gekochten Turnips, und Kaff im Waſſer von den Turnips.; No, 4. 265 No."4. Mit gefochten Kartoffeln und Waſſer, ==. 5» Mit abgerahmter Milch, »So wurden ſie in 30 Tagen gehalten. Ich-ließ ſie darauf aus dem Scweinehofe heraustreiben, und ſie wur« den von einem Mannezin Augenſchein genommen, der ein Kenner von Schweinen war. Sein Urtheil wars, No. 2.. Die beſten== mit Weißenkaff und äbgerahms ter Milch gefuttert. == 5. Die näch beſten=-:abgerahmte Milch. = 1. Nächſt dieſen:=- Kaff und Waſſer. == 3. und 4. Gleich gut. »Alle Ferkel waren in gutem Stande, aber die auf Raff(Spreu) und Milch gehaltenen, vor allen andern. Zweyter Verſuch. » Am 1ſten Janur wurden 40 Ferkel, welche 14 Tage vorher von der Mutter genommen waren, in s Verſchläge eingeſeßt, eine gleiche Anzahl in jedem Verſchlage, und alle wurden mit Streu und benöthigter Reinigung gleich gut gehalten. Ihr Futter beſtand: Für 1. Aus rohen gelben Wurzeln. == 2. Aus gefochten dito. 3. Aus gekochten Kartoffeln, > 4. Aus, Kaff mit abgerahmter Milch. 5. Aus Kaff mit gefochten Rüben. 6. Aus Abfall von Malz mit abgerahmter Milchs Z. Aus- abgerahmter Milch. 8. Aus dito mit dem Waſſer der gefochten gelben Wurzeln, R 5»Auf 266 „Auf dieſe Weiſe wurden ſie den ganzen Januar hin- durch gefüttert, und darauf in Augenſchein genommen. Das Reſultat war:; No, 4- Die beſten=- bey Kaff: und Milch: -- 7. Die nächſt beſten=- bey abgerahmter Milch. -- 2. Dito=- bey gefochten gelben Wurzeln.. --- 3+ Dito=- bey gefochten Kartoffeln. ---“ 5, Dito=- bey Kaff und gefochten Turnips. -> 8. Dito=- bey abgerchmter Milch mit dem Waſſer der gelben Wurzeln. -- 1. Dito=- bey rohen gelben Wurzeln. -- 6. Die ſchlechteſten== bey Abfall von Malz und - Milch. Zwey von den Ferkeln ſtarben. Das beſte Futter war; Kaff und Milch, vortreflich; gekochte gelbe Wurzeln; die übrigen Arten waren eie gleich guf, das 1.46060.56 Malsſtaub,; Dritter. Verſuch. „Zu Anfang des Juni hielt ich 60 halb, ausgewachſene Schweine in einem Hofe eingeſchloſſen, und ließ ſie 14 Tage hindurch mit Klee füttern, der jeden Morgen für ſie abgemähet ward. Sie nahmen von Tage zu Tage ſicht- lich ab, und einige ſtarben.- Ich ließ ſie darauf auf eine Kleekoppel treiben; hier befanden ſie ſich alle wohl, und keins ſtarb. In der Folge machte ich auch den Ver- ſuch mit Lucerne, die ihnen im Schweinehofe gegeben ward, aber mit eben ſo ſchlechtem ie? wie beym Klee.* Vierter 267 Vierter Verſuch. »Im December ſekßte ich 20 Ferkel, die einen Monat lang von der Mutter geweſen waren, in 4 Vexſchläge, bey folgendem Futter, ein; No. 1. Gefochte gelbe Wurzeln. -=-“ 2: Gekochte Kartoffeln. --- 4. Gekochte Rüben. == 4. Gefochter Kohl. Nach Verlauf eines Monats wurden-ſie genau in Augenſchein genommen, und man befand: No. 1. Die beſten= bey gefochten gelben Wurzeln. -- 2, Nächſt dieſen=- bey gefochten Kartoffeln. == 3. und 4. Gleich ſchlecht, beynahe verhungert. „Gelbe Wurzeln habe ich bey jedem Verſuche von allen Fukterwurzeln am dienlichſten gefunden; Rüben und Kohl geben nur ein ſchlechtes Futter ab.“ „Nach den Verſuchen, die ich mit Fukterfräutern an- geſtellt habe, war Lucerne das beſie Futter, darauf Klee, und nach dieſem Eſparcette.“ „Das Reſultat aus allen meinen angeſtellten Ver- ſuchen, um das gedeihlichſie und am wenigſten koſtbare Futter für Zuchtſchweine ausfündig zu machen, läßt ſich mit wenigen Worten angeben: „Milch mit Weigßenkaäff ſcheint mir. vor allem andern Futter das zwerkmäßigſte zu ſeyn, um dabey tüchtige Fer- fel aufzuziehen.“ »Nilch für ſich allein iſt ein gutes Futter,“ » Gekochte gelbe Wurzeln ſind, vortreſlich, und können den Mangel einer Meierey erſetzen.“ »„Ungefochte Kartoffeln geben ein gutes Futter ab,“ „Rüben, 268 „Rüben, Kohl und Abfall von Malz, ein ſchr ſchlechtes.* „Grünes Futter auf dem Koben durchaus ſchlecht und ſchädlich.* „Die Ferkel im Felde mit Futkterkräutern zu ernähren, iſt ſehr vortheilhaft, vorzüglich mit Lucerne, nächſt dieſer „ mit Klee,“ 4 ;„Meine folgenden Verſuche gingen darauf hinaus, ausfündig zu machen, welche Futterart zur Maſtung der Schweine beſonders zweckmäßig ſey.“ Verſuch mit Maſtſchweinen. „Ich wählte im Januar unter meinen Schweinen I0 Stück aus, die, ſo viel möglich, gleich groß waren. Sie wurden je' zwey und zwey gewogen. Das erſte Paar wog 13 Stone*) 4 Pfund. Das zweyte=== 12= 6== Das dritte== 13=--= Das vierte===. 12== IL=> Das fünfte=== 13= 1.= No. 1. Das erſie Paar ward mit gelben Erbſen ge- mäſtet, die 56 Pfund den Buſhel wogenz der Preis 30 8. das Quarter. 9 =-- 2. Mit Weitenkaff, wovon der Buſhel 22 Pfd. wog; Preis 9 d. pr. Buſhel. == 3. Mit Buchweißen, Gewicht 47 Pfund a Buſhel, Preis 2 S8. pr. Buſhel. == 4. Mit gekochten Kartoffeln, Gewicht a Buſhel 54 Pfund, Preis 2 8. pr. Buſhel. No. 18») Ein Stone iſt== 14 Pfund. EN EE== 269 No, 5. Mit gefochten gelben Wurzeln, Gewicht 8 Buſhel 55 Pfund, Preis x 3 d. pr.“Buſhel. „Id halte es für das beſte, eine gegebene Summe zu beſtimmen, als poſſend ein Schwein damit zu mäſten. Diejenigen, die ich. dabey um Rath fragte, waren der Meinung, daß 8 Buſhels(2 Tonnen) gelbe Erbſen noth- wendig.ſeyen, um ein Schwein wohl zu mäſten. Preis derſelben ward nun als Baſis für meine Berechnung feſtgeſeßt. Pf. St. 8. No. 1. Erbſen, x 6 Buſhels(4Tonnen) 3== --“- 2. Weißenkaff, 80 Buſhel 3, Ah --- 3. Buchweißen, 27 Buſhel 3= 4 . Kartoffeln, 28 Buſhel zu 2 Pf. St. 16 8. Arbeitslohn und Feuerung 43, 2:Pf=St. 33 842.4 Arbeitslohn und Feuerung 6 8.104.) »Die Schweine wurden paarweis wieder gewogen, bald ihr Futter aufgefreſſen war. , p j 5. Gelbe Wurzeln, 49 Buſhel zu? | . 1.lvog»[ 2, Woog id 2 3. wog»„ 4. wog„„ 5. wog„ 2 I vb a T| 3 erm Der d. emen 9 ſo- Das Reſultat war: Stone., Pfd. Dim 6 2, 9 291.03 25 74 SD GiEEN „Aus dieſen Verſuchen erhellet, daß gekochte gelbe Wurzeln beſſer ſind, als irgend eine andere Futterart. Kartoffeln für fich allein ſind, wie ich aus dieſen und meh reren 270 reren koiederholten Verſuchen erfahren habe, nicht'nahr- haft genug, ſondern es iſt nothwendig, ſie den Schweinen mit Korn, Erbſen oder etwas anderem vermiſcht, zu geben. Weißenkaff iſt, wie man aus dieſem, und ebeufalls aus den vorhergehenden Verſuchen erſieht, ein vorzüglicheres Futter, als Erbſen,*-; „Mit Rückſicht auf die comparative Eigenſchaft der gelben Wurzeln und der Karkoffeln zum Fettmachen, bes merkt man aus dieſem Verſuche, daß nach" No. 5. das Stück der mit gelben Wurzein gemäſteten, 17 Stone und 13 Pfund, und nach No, 4. bey Kartoffeln, das Stück 12 Stone und 10 Pfund wog. Der Unterſchied machte 5 Stone und 3 Pfund»(73 Pfund) Fleiſch aus, die durch die Maſtung mit gelben Wurzeln, im Verhältniß zu den Kartoffeln, gewonnen waren. Auf der andern Seite war, um dieſes größere Gewicht zu erhalten, eine Conſumtion von 49 Buſhels(x2 Tonnen) gelber Wurzeln, gegen 28 Buſhels(7 Tonnen) Kartoffeln. Hätten die Schweine eben ſd viele Buſhels Kartoffeln verzehrt» als' ſie von gelben Wurzeln erhielten, ſo würde ihr Gewicht größer bey: Kartoffeln als bey gelben Wurzeln geweſen ſeyn. Schweine lieben die- gelben Wurzeln mehr als Kartoffeln, und“ freſſen die erſtern mit größerer Begierde. Nimmt man aber gleich viele Tonnen von jeder Ark, ſo werden die Schweine mit Kartoffeln ſtärker ausgemäſiet werden. Ein Umſtand, der die Aufmerkſamfeit des Landmannes ver- dient! Denn es iſt ſchwerer, einen angemeſſen Boden für gelbe Wurzeln, als für Kartoffeln zu finden, und der Ere trag eines Acre mit Kartoffeln iſt beynahe eben ſo groß» und 271 und' zuweilen größer, als eines Acre mit gelben Wur- ln.*) Die folgenden Verſuche wurden von Young ange- ſtellt ,-um die größere- oder geringere nährende Eigenſchaft verſchiedener Futterarten zu beſtimmen, wenn ſie mit ein- änder veriniſcht werden, als? Kaff, Kleie, Pferdebohnen, Erbſen, Buchweißen und geſchrotene Gerſte. Young beſchließt ſeine Verſuche'mit fölgenden Bemerkungen: „Aus meinen Verſuchen ergiebt ſich, daß Weitenkaſf ein weniger koſtbares Futter iſt, als Erbſen allein.* 9%»Daß gekochte gelbe Wurzeln beſſer, und jeder andern Futterart zur Schweinemaſtung vorzuziehen ſind.“* »Daß Bachweißen vortheilhafter für Schweine iſt, als Erbſen.“ » Daß eine Vermiſchung mehrerer verſchiedenen Futter- ärten beſſer iſt, als eine Art für-ſich allein.“* »Daß es beſſer iſt, den Schweinen Korn, Erbſen u. ſ. w. geſchroten, als ganz-zu geben, und vortheilhafter ver- miſcht, als für ſich allein,“ » Daß Erbſen und Gerſte ein ſüßeres Spe, als Pferde- bohnen, geben.* Dieſe Verſuche und Bemerkungen, die ich aus Youngs Preisſchrift über die Schweinemaſtung zuſammen getragen habe, ſcheinen mir eine nähere Erwägung zu verdienen, und möchten vielleicht den vbenkenden Landmann veranlaſſen kön- nen, ſein gewöhnliches Verfahren bey der Schweinemaſtung zu *) Die meiſten Landwirthe in Etglatid find darin einig, daß Schweite bey Kartoffeln gut wachſen und gedeihen, daß matt aber, um. ſte fett und ein recht feſtes und angenehmes Speck zu erhalten, ihnen zugleich) oder zum Beſchluß Kory geben muß. 272 zu verändern.- Wie off iſt es wohl nicht der Fall geweſen, daß der Landmann, wenn er aufrichtig überrechnen wollte, was ſeine Schweine-ihm aufzuziehen, und-nachhtr auszu- mäſten. gefoſtiet haben,-jeßt, da. die'Kornpreiſe ſo hoch' fa und, wenn-er überdies den Schaden berechnen olle, den ſeine hevumlaufenden Schweine oft ihm ſelbſt und ſeinen Nachbarn verurſacht haben, vielleicht oft größern Verluſt als Vortheil dabey haben möchte!" Vielleicht könyo ten dieſe Ideen» und Verſuche von Young zu einer min- der koſtbaren Art der Schweinemaſtung führen. Um mit Gewißheit beſtimmen zu können, welches Futter für irgend ein gegebenes Hauxthier, es ſey nun Ochſe, Kalb, Schaaf oder Schwein, das gemäſtet wer- den ſoll, das nahrhafteſte und am wenigſten koſtbare ſeyz iſt es nothwendig, das Thier zu wägen, ehe es mit einer gewiſſen Fukterart gemäſtet werden ſoll, und nachher über die Zunahme deſſelben Buch zu halten, indem man es alle g Tage wägen läßt=“"Lier zu: Land&fehlen uns dergleichen Waagen, wo ein großes Stück Vieh ohne. die" geringſte Beſchwerde auf das Genaueſte gewogen werden kann. In England hat man in den neuern Zeiten dergleichen ers funden, weighing engine genannt. die auf Maſthofen, und ivo viel Vieh fett gemacht wird, ausnehmend nüklich und intereſſant ſind. Ein fettes Stüc Vieh, es ſey nun Ochſe oder Schwein, wird nach dem vermeintlichen Gewicht des Fleiſches am Thiere verkauft z der ganze Handel iſt ſehr oft ein bloßes Glücksſpiel, ſowohl von Seiten des Käufers als des Ver- käufers.- Die ausgelernte Hand und das geübte“ Ange des Schlachters können einigermaßen das Gewicht des Viehes 273 Viehes und alſo auch deſſen Werth beſtimmen; der Lande mann hingegen kann wegen des geringern Grades ſeiner Erfahrung nicht fo. ſicher den Preis beſtimmen. Eine Waage würde den Werth des Viehes genau angeben, und von beyden. Seiten allen Zank und Streit beſeitigen. Ebenfalls würde. der Landmann genau bemerfen können, in wie ferne jedes Stück Vieh. ſein Futter bezahlt hat, und auf dieſe Weiſe dem Verluſt entgehen fönnen, der allezeit bey der Maſiung ſtatt findet, wenn das Vieh enk- weder zu kurz oder zu lang gemäſtet wird. Denn wenn ein Maſtvieh einen gewiſſen Grad der Feiſtigfeit erreicht hat, ſeßt es ſich, und nimmt eher ab, als daß es auf dieſem Punkte ſtehen bleibt. Dieſes kann nur durch das Wägen deſſelben bemerkt werden. Sobald das zunehmende Gewicht des Viehes dem Landmann nicht volle Erſtattung für den Werth des Futters und der Wartung geben kann, muß das Vieh geſchlachtet oder verfauft werden; denn es länger noch zu mäſten, würde-dentEigenthümer nur Schaden bringen, Zweites Thefk S Land- Landwirthſchafts A Tbbette für England... Zum Beſchluß will ich noch DAN furzen Landwirtha ſchafts- Kalender hinzufügen, wie er für England paſſend ſeyn könnte. Ich halte dies für die leichteſte und faßlichſte Art, dem Leſer eine Ueberſicht über die eigenthü mliche Land- Oekonomie eines fremden Landes" zu verſchaffen. „Mit Hülfe deſſelben überſicht er das ganze Verfahren/ und wie die Feldarbeiten, oder andere wichtige Zweige: der Landhaushaltung auf einander folgen. Jh habe dieſen Kalender in der Grafſchaft Sufſolf entvorfen, wo ich mich am längſten aufhielt. Das Jahr beginnt beym Landmann nach Michaelis; die Erndte des leßten Jahres iſt dann ins Haus gebrachf, und er fängt an, den Boden für das nächſte Jahr zuzube- reiten. ES ſcheint daher am paſſendſten zu ſeyn, das ahr mit dem October anzufangen. SCH Oben: Der Saat- Weißen wird ausgedröſchen. Der Weißen wird größtentheils in dieſem Monat geſäet. f Ochſen und anderes fettes Vieh, werden vom Graſe verfauft, Wechſel- 275 Wechſelzeit für Dienſtboten, „Die Termin- Abgabe des Pachters iſt verfallen.*) November. Der Boden wird für Gerſte und andere Frühjahrsſaat aufgebrochen, oin dieſem Monak giebt man den fetten Ochſen, die vor Weihnachten verkaufte werden ſollen, Turnips, die ihnen auf der Weide vorgeworfen werden.**) Die Schaafe werden auf das Rübenfeld getrieben, und gemäſtet. N Man beginnt das Augshauen- der Zäune, Die Abzugsgraben auf den Aeckern werden geöfnet. Die Winterfeurung wird eingeſammelt, und die Stein- fohlen herbeygeſchafft, December, Das Getreide ausgedroſchen und weggefährt. Fette Schweine geſchlachtet. Der Dünger von dem Hofe gefahren,- und auf dem Felde, das gedüngt werden ſoll, am Zaune hinge- legt, Nachts das Vieh in den Hof. eingelaſſen, S.:2 Januar. *) Dex Pachter ſoll ſeine Pacht zu Michaelis und Oſtern bezahlen, allein es wird ihm im Allgemeinen eine Friſt von 3 Monaten bewilligt, ſo, daß die Pacht, diein dieſem Monat fätig. iſt, erſt zu Weihnach» ten abgetragen wird. * X) Jeden Morgen werden einiges Fuder Rüben,( Turnips)-vom Felde geholt, und den O<ſen auf der Grasfoppel vorgeworfen, ſo- gax wenn es ſchon zu frigren anfängt3 was die Ochſen übrig laſſen, I"wird vom Jungvieh aufgefreſſen. -- Januar. Dieſelben Geſchäfte wie im December. Februar. Zu Erbſen und Pferdebohnen gepflügt. Zu Hafer gepflügt. Die Milchkühe, die nun fallen; wohl genf; 4 || "Die in dieſem Monat geworfenen Quien- Kälber werden zugezogen. Maßſtochſen und. fette Hammel ſorgfältiger gewartet, und mit Turnips, geſchrotenem Hafer u. ſ. w. reichlicher gefüttert.: März. Das Pflügen zum Hafer fortgeſeßt. Das. Turnipsfeld zum erſtenmal zur Gerſte gepflügt. Das Brachfeld quergepflügt. 4 Erbſen und Pferdebohnen geſäek. Die lebenden Zäune nachgeſchen, und neue gepflanzt. Die Schaafe lammen, Die Haferſaat beginnt, - April. ii. Hafer geſät. j Das Brachfeld quergepflügt und geegget. ß Fährkühe eingekauft, um ſie auf der Weide zu mäſten.- Kälber gefauft und verkauft. Die Saatzeit der Gerſte fängt an, Kartoffeln“ gelegt.; Steine vom Felde abgeleſen. Der Pachttermin iſt verfallen. May. 277 May. Zum xſten May das Vieh auf die Weide gekrieben. Gewöhnliche Saatzeit der Gerſte. Der Weißen zum erſtenmal gejätet oder behäuft« Schaafſchur, Die Lämmer verkauft. Kartoffeln und Pferdebohnen behäuft. Juni. Der Weißen zum zweytenmal gejätek oder behäuft: Klee gemäht. Mit dem Ausſäen des Turnipsſaamens angefangen, Die Rapfſaat iſt zur Erndte reif. Das Brachfeld gepflügt und geeggel, Julk Heuerndte. Allgemeine Sagtzeit des Turnipsſaamens. Rapfaat geſäet. Der Dünger über das Brachfeld ausgeſtreut und unter- gepflügt. Die Turnips zum erſtenmal zu häufen. Auguft. Kornerndte. Die Turnips zum zweytenmal behäuft. Die fetten Lämmer verkauft. Die Duien zum Stiere gelaſſen. Septem- Geptember. Die Kornerndte- beendigt.| - Die Weißenſtoppel mit der Senſe abgemäht, da der Weißen mit der Sichel geſchnitten wird. Zu Winterwicken gepflügt, die gleich geſe wetrbin. Einige fangen mit der Weißenſaat an. Der Saamen- Klee gemäht.! Lämmer eingekauft, um mit Heu und Rüben vewöfit zu werden. Schottiſche Ochſen und anderes Vieh eingefauft, zur Maſtung mit Heu und Nüben.; Die, Ochſen von der Weide verkauft. Der Bock zu den Schaafen gelaſſen. PY R v - N , FN - | y | 41 y| j [| x Ie m LTL erctvZerz Tab. Vi (1 2 19) iH 7 2 -. 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