SEE I II EEE I I=== &G 3« N| A Verſuch eines Beweiſes, 1» daß/ | wore Pferderennen in Englan 4 ſo wie ſie jekt beſtehen, kein | weſentliches Beförderungs- Mittel ve beſſern edlen Pferdezucht in Deutſchlan werden können. | ie CF. W.von Burgsdorf Königl. Landſtallmeiſter von Oſtpreußen und Litthauen, Director des Königl. Hauptgeſtütes Trafehnen und der Kavallerie- Remonte- Depots in Preußen, Nitter des St, Johanniter- und rothen Adlerordens dritter Klaſſe, Mitglied einiger landwirthſchaftlichen Geſellſchaften und Bereine zur Beförderung des Gartenbaues. AZ QQQ ZZ Königsberg, ben den Webrudern Bornrrdages 1B27; Seiner Excellenz ß. Geheimen Staats- und Kriegsminiſter, dem Königl. Preu Chef des 10:82 Infanterie- Regiments, General der Infanterie, Ritter des ſchwarzen Adlerordens, des Ordens pour le. merite mit Eichenlaub, des eiſernen Kreuzes erſter Klaſſe und mehrerer fremden Orden 2c. Hevrnuvon Ha rt.e in tiefſter Verchrung zugeeignet von dem Verfaſſer. Mein heißer Wunſch, mein unausgeſeßtes Streben: mei- nem theuern Vaterlande nüßlich zu ſeyn, hat auch Ew. Ercellenz bewogen, mich als(geinges Organ zu wählen bei Ausführung eines ihrer großen Pläne zum Nußen der Ar-= mee und des Landes. Ew. Ercellenz haben das Wenige, das ich ſeit ſechs Jahren unter Ihren Befehlen bei der Cin- richtung und Verwaltung der durch Sie ins Leben gerufe- nen Kavallerie= Remonte- Depots in Preußen zu leiſten ver- mochte, nachſichtsvoll aufgenommen; Cw. Excellenz jeßt ab- gehaltenen ſpeciellen Reviſionen derſelben folgte der mich hoch- beglüFende Ausdruck Ihrer Zufriedenheit. Entſchuldigen Ew. Ercellenz nun auch gütig das Wagniß: in Folgendem zuerſt vor Ihnen einen Beweis zu führen, welchen ich meinem Va- terlande ſchuldig zu ſeyn glaube, Um ſo mehr lebe ich die- ſer Hoffnung, als Cw. Ercellenz den Gegenſtand nicht ganz unwichtig finden werden und weil das beſte Soldaten- pferd mein Jdeal, die Züchtung deſſelben in meinem Va- terlande mein Ziel iſt. Trakehnen, den 18. July 1827. Burgsdorf. Wie groß die Vorſicht ſeyn müſſe, um''nicht durch die Stimme ſo Vieler in unſern Zeiten irre geführt zu werden, ergiebt ſic auch bei der Ausübung meines Amtes als Pfer- dezüchter. Dazer iſt mir mein Grundſaß, als Eklectiker zu handeln, auF) immer der nußbarſte geweſen. Seit 37 Jahren gehöre ich meinem Fache, aber gewig nicht ſeinem alten Schlendrian an, Sehr gern habe ich gez lernt und lerne auß) noch. Mannigfache Verſuche habe ich ſowohl hinſichts der Paarung als der Ernährung des edlen Pferdes angeſtellt, und dabei auch, manche von der Natur gezogene Grenzlinie gefunden. In dem mir anvertrauten hieſigen Königl. Haupt- Geſtüt von 70 Mutterſtuten des edel- ſten Reitſchlages, 50 des Hunterſchlages, und 480 des Wa- genſchlages, alſo von 300 Mutterſtuten, habe ich Tauſende von edlen und veredelten Pferden ſelbſt gezogen, die nach dem Zeugniſſe meines Vaterlandes ihrer Beſtimmung wohl entſprochen 3 dadei iſt dieß Geſtüt, indem es auf den Aer- bau ſeiner Fluren baſirt iſt, und auf ſeinen zwölf Vorwer- ken Koppelwirthſchaft treibt, ſehr wahrſcheinlic eins der wohlfeilſten landesherrlichhen Geſtüte in Europa, Yuch bin ich von Privat=Geſtüten umgeben, von denen mehrere aus 30, 40, 50," 60 Mutterſtuten beſtehen, Beſonders leite ich auch ein Landgeſtüt von 250 Beſchälern Trakehner Zucht, welche noch im abgewichenen Jahre auf 130 Stationen in Litthauen und Oſtpreußen vertheilt, 12,823 Landſtuten bedeckt haben, wovon im Frühjahre noch 8,413 tragend nachgewie- 1 ſen werden konnten, und habe endlich die Ehre, Director der ſeit ſechs Jahren durch des Herrn Kriegsminiſter von Hake Ercellenz in Preußen begründeten Kavallerie- Remonte- De= pots zu ſeyn, wobei ich alſo auch 1654 von Königl. Land- beſchälern und Landſtuten gefallene, dem Züchter dreijährig abgekaufte, junge Pferde ſpeziell behandle, und ſie für ihre Beſtimmung allgemein anerkannt vortheilhaft ſich entwickeln ſche. Ich erlebte den Wechſel des Hungerſyſtems mit dem Maſtungsſyſteme; erlebte, wie man früher planlos kreuzte, und dann wiedernoch weiter als Ba>ewell ging, indem man zur unbedingten Inzucht rieth; erlebte die EntdeXungen des Ei- nen, daß das Klima allein das Vollblut gebe3 des Andern, daß das Futter, nach ſeinem Recept gereicht, und ſeine Fül- len- Reitübungen allein es erzeugen müſſen, jedoeln, Jeßt ſindſie beinah 7 Monate in mei- ner Hand, und ihre Entwickelung iſt denn auch augenſchein- lich fehr hoffnungsvoll vorgeſchritten, jedoch noch nicht voll- n EEE SSEN 18.137 0).(NBG: 92007 endet. Sie werden nun wenigſtens den beſten Nothbehelf abgeben, den man in ſo kurzer Zeit von nirgend anders her zu erhalten hoffen konnte, indem natürlich nirgend wo an- ders in Europa das orientaliſche Blut wenigſtens ſo con- ſtant und die daraus hervorgegangenen Producte in ſolcher Größe, als in der engliſchen Wettrenner- Race angetroffen wird. Nur vier ,- wenigſtens fehlerfreie Vollblutſtuten und ein ziemlich guter Halbrace- Hengſt der Rappfarbe waren mir noh zu wählen möglich. So viel Halbrace- Hengſte, beſon- ders in Yorkſhire und Lincolnſhire, ich geſehen habe, ſo wa- ren ſie alle entweder mißgeſtaltet, oder mit groben Fehlern behaftet., Das Glü>k aber führte mir einen Araber zu, von dem ich viel erwarte. Ueber Madras nach London geſandt, dort aber, wie jeder Araber, ziemlich unbeachtet geblieben, und ſchon in zweiter Hand gerathen, konnte ich ihm meinen höch- ſten Beifall nicht verſagen, denn ſolche edle- Umriſſe, Kno- hen gegen das Intereſſe meines Vaterlandes geweſen. Er hat den Beifall aller Kenner erhalten, und das, was man an ihm noch leiſe tadeln könnte, denn= die höchſte Voll- kommenheit bleibt Jdee= ſchwächt keinesweges den großen Werth„ welchen jeder Pferdekenner und jeder Pferdezüchtungs- kundiger= wohl von einander zu unterſcheiden= ihm zu- geſtehen wird. Im Bacing Calendar 1826 Pag. 541. be- findet er ſich unter den Stallions for the Season 1826 als - Araber von der Nedjed- Race aufgeführt, mit der bei allen arabiſchen Beſchälern der neuern Zeit in England hinzuge- fügten Klauſel„Winners and mares that have bred win« ners gratis, all others at 10 Guin. a mare and 40 Sch. to the Groom“ und gewiß ward mir eine Unwahrheit ge- ſagt, indem man verſicherte, er ſey ſehr beſchäſtiget geweſen, auch daß Sr. Majeſtät der König von England ihn ein Jahr früher zu haben gewünſcht.=- Wunderbar iſt e8, daß vdasjenige Land die national- arabiſchen Pferde nicht mehr zur Zucht verwendet, welches den frühern Flor ſeiner Pferdezucht nur allein der ſorgfältig: ſten Benußung des orientaliſchen Blutes zu danken, und da- raus einen Pferdeſtamm gebildet hat, in welchem der mor- genländiſche Typus völlig conſtant, nach der jeßigen Meinung der Engländer und anderer Befangenen aber durch die Wett- rennen noch vervollkommnet worden iſt. Dieſe ſoge- nannte Vervollkommnung einer Haupteigenſchaft, die Schnel- ligfeit, iſt aber nur eine ſcheinbare. Dies ſage ich mit Ue- 120000 FROG;|.) 29BER I mis berlezung und vollſter Ueberzeugung. Denn einmal iſt es ja erwieſen, daß ſelbſt ſcX völlig unz brauchbar macht. I< kann es beweiſen, daß ſeit 10 Jah- ren am häufigſten diejenigen engliſchen Renner ſiegten, die mit Hirſchhälſen begabt, vorne niedrig ſind, auch ſteile Kru9- pen und ſteile Sprunggelenke haben. Auch Lotterie, Long west, Memnon, Fleur de Lis, ſelbſt Tarrar, Favorite noh in den verwichenen Herbſtrennen, denen ich zu Egham, War- wi>, Pontefract, Doncaſter, Newmarket 2c. beigewohnt, ſind eben ſo gebaut. Sie erinnern an. den Bau des Windhun- ERGE 171 des. Auf gerader Linie iſt auch er ſchnell, dieß iſt auch al- les, bei einem dergleichen Pferde aber gewiß ſehr wenig, d. h. für uns Deutſche, die wir nach den Mitteln ſtreben, wodurch wir eine beſſere edle Pferdezucht in Deutſchland für unſere Zwee erzielen können, Die wenigen Individuen der älteren Stämme von richtigern Verhältniſſen und eminent ſtarkem Knochenbau, alſo auch mit der Kraft ausgeſtattet, ein ſchweres Gewicht tragen zu können, ſind ebenfalls durch zu frühe Anſtrengung und durch gänzliche Unbeachtung der nachtheiligſten Knochen- fehler für uns werthlos geworden. Ein Pferd wie der 3Zjährige Belzoni,(Belzoni got by Blacklock his dam Manuella, Blacklock by Whitelocky, Whitelock by Hambletonian) der allgemeine Favorit für das leßte St, Leger Rennen in Doncaſter ſah ich jeßt in England nicht weiter. Bis auf einen unverhältnißmäßig gro- Ben häßlichen Kopf ſchien er alles Gute in ſich zu vereini- gen, das ihn zu einer wahren Seltenheit machen mußte. Auf dem Uebungsplaße zu Doncaſter konnte- man ihn auf 500 Schritte unter 40 bis 50 andern Pferden von gleichem Haar beſtimmt erkennen, denn es ragte ſchon ſeine Maſſe über alle andere empor, und ſelbſt bei der gewöhnlichen Ue- bung, wo bekanntlich die Pferde jedes Trainers hinter einan= der geritten werden, ſah man deutlich), wie ungemein weit Belzoni ausgab, mit einer Leichtigkeit und Feſtigkeit, ganz verſchieden von den Anſtrengungen ſeiner Gefährten. Die Trainers und viele Andere verkündeten ſeine eminenten Ei- genſchaften als einzig in England, alſo Grund genug für GE ME MODU 3 Hee ſeinen Beſißer, Mr. Watt, höchſt ſanguiniſchen Hoffnungen auf ihn ſich hinzugeben, ſchon Childers oder Eclipse in ihm wieder aufleben zu ſehen, und=- 10,000 Guin, aus- zuſchlagen, welche ihm von einem nicht etwa Pferdezüchter ſondern Spieler geboten worden ſeyn ſollen; Grund genug für die Großen des Reichs, bedeutende Theile ihrer uner- meßlichen Reichthümer zu ſchnellerm Umſaße in den Pot zu werfen; Grund genug für den armen Gewinnluſtigen, dieſe Gelegeyheit zu ſeinem Vortheile zu benußen; Grund genug, um jedes menſchliche Bedürfniß, von der Käſeſchnitte an bis zum ausgeſuchteſten Luxusarkikel, in den Tagen vom 18ten bis 22ſten September 4826 zu Doncaſter um das Vielfache ihrer gewöhnlichen Preiſe geſteigert, die gewiſſen Straßen- Abendſcenen aus London, alle Play- Fellows, alle Boxer, alle Juggler, alle Thieves aus England dahin verſeßt zu ſe- hen,= Belzoni und immer nur Belzoni ertönte es im ganzen Reich! So vielſeitig nun die Urtheile über ihn wa= ren, ſo war ich ſchr wahrſcheinlich der Einzige dort, der da= ran dachte=- daß er vielleicht ein weſentliches Beförderungs- mittel der edlen beſſern Pferdezucht werden könnte, aber auch dabei hatte ich zwei Bedenken. Das eine: der häßliche Kopf, das andere, daß er ein Nachkomme des Hambletonian iſt, der zwei ſtarke Spaterhöhungen gehabt, und ſie auch ge- wöhnlich vererbt hat. Die Leger Horses begannen ihren Lauf. Die unzählige Menge dabei intereſſirter Spieler war auf's Höchſte geſpannt, jede Schwingung des Glüksrades ward mit den Teleskopen, die ſonſt auf's Himmelszelt ge= richtet ſind, verfolgt, Siehe da, es ſtand und bezeichnete SSM| den Favorit des Landes als=- den ſeit langer Zeit unglü>- lichſten Renner: denn ſo als auf ihn, hatten die höchſten Wetten lange nicht geſtanden. Wie die Eigenſchaften des Temperaments heißen mögen, gewiß, ſie zeigten ſich jeßt in ihrer eigenthümlichen Beſchaf- fenheit. Eine zum Beobachten dieſer Eigenſchaften geſchärfte Urtheilskraft hätte hier ein weites Feld vor ſich gefunden. . Auch Hogarth nahm oft den„Stoff aus ſolchen Scenen. Ich, bereits ſchr abgekühlter Ausländer, richtete meinen Blick jeßt nur auf die Beine des aus dem Hintergrunde end- lich in die Schranke des Richters, Mr. LoFXwood, wohin deſſen Güte mich geſtellt“ hatte, eintretenden Belzoni und hielt es nicht für unmöglich, ihn nun acquiriren zu können, weil mir die Tendenz des Strebens der dortigen jeßigen Wettluſtigen und Pferdezüchter völlig bekannt iſt, ich alſo die Ueberzeugung haben konnte, daß ſein bisheriger Geld- werth nun ſehr bedeutend geſunken ſey, was ihm jedoch in meinen Augen den Werth nicht nehmen konnte, den ich ihm, ihn bisher nur von weitem: beſchauet, zuzugeſtehen ſo gern geneigt war, ſo daß man ſich über den zu großen Kopf wohl tröſten konnte. Allein an Belzoni hingetreten, ent- de>te ich) auch ſogleich=- das Erbtheil ſeines Urgroßvaters Hambletonian, einen ausgebildeten Spatt auf dem linken - Fuß. Nun erſt hakte er gar keinen Werth für mich. In den Augen ſeines Herrn war er auch verächtlich geworden, aber nicht etwad es Spattes, ſondern der Täuſchung und des Verluſtes wegen, welchen er ihm bereitet hatte. Mit ſicht-' barer Aufwallung ſchleuderte er ihn hin an einen= Trai- LE NEN DR ner für 800 Guin. mit einem Engagement, welches er zwei Tage ſpäter gewann und dadurch ſeinem neuen Eigenthümer, Mr. Dilly, ſehr wohlfeil zu ſtehen kam. Hätte Belzoni ge- ſiegt in dieſem für die Zjährigen Rennpferde ſo wichtigen Ren- nen; dann wäre ſeiner Familie Ruf auf immer begründet. ge- weſen. Blacklock, Vater des Belzöni, hätte wenigſtens um 140 Guin, theurer als zuvor die Stute gede>t, Belzoni ſelbſt, und wenn er nach dieſem Rennen zuſammen gebrochen wäre, was bei der durch die ungeheuer angeſtrengte Vorarbeit er- zeugte Erſchlaffung ſeiner Sehnen und Kapſelbänder an den Köten ſo leicht möglich war, würde gewiß zu 25 Guin, die Stute gede>t haben. Nun ja, breite Knochen und Größe hätte er wahrſcheinlich mitgetheilt, aber ſeinen, ſeines Va- ters und Hambletonians Spatt, alſo wahren Erbſpatt, nicht minder. Erſt ſpäterhin ſah ich Blacklock und auch ſeinen Spatt auf 20 Schritte weit. Nun Tarrar der Winner of the great St. Leger ge- worden, werden wir ſeine Nachkommen, ihm und zugleich dem Windhunde mit hohem Rücken und noch dazu krummen knieweiten Vorderbeinen ähnlich, einſt erbliken. Dabei hat er ſo ſchlechte Hüfe, daß man dort bemerkte, wie nur der durch ſtarken Regen erweichte Renngrund ſeinen Lauf mösg- lich gemacht habe, denn wäre der Boden troken und hart geweſen, ſo hätte Tarrar nie gewinnen können. So geht's nun fort und fort, mit jener einzigen Forde- rung:= Schnelligkeit in frühſter Jugend,= Ehedem war das höchſte Streben der Züchter von Vollblutpferden in England auf den Gewinn eines Kings- Plate gerichtet, denn in einem Rennen von 4 engliſchen Mei- len mit 42 Stein== 168 Pfund Gewicht zu ſiegen, konnte den Sieger nicht anders als ſehr empfehlen. Er konnte kein Füllen ſeyn; er mußte erſt nach erreichtem dritten Jahre von der Weide, gegen das vierke Jahr in Training genom? men und ſehr ſtark ſeyn. Ganz richtig berechnet hat man mir, daß wenn man jeßt, bei den gegen ſonſt ums Doppelte geſtiegenen Vorbe- reitungskoſten ein Rennpferd ſo wie früher erziehen wollte, daſſelbe viel mehr koſten würde, als das Kings-Plate-=- 100-Guin.=- beträgt, und daher ſtreben die Engländer nicht mehr, ſo wie früher, beſonders nach deſſen Gewinn, Dieß iſt ihnen denn auch durch den gütevollen König, wenigſtens in pecuniärer Hinſicht noF weniger fühlbar gemacht worden, weil die alten Renngeſeße nicht mehr in ihrer urſprünglichen rt beſtehen, und beſonders das- ſo ſchwere Gewicht, mit welchem die Pferde früher laufen mußten, bedeutend ermä- ßiget worden iſt. Dadurch iſt denn nun das einzige Gute, das die dortigen Wettrennen älterer Zeit mit ſich führten, nämlich:„daß nur ſtarke Pferde Sieger ſeyn konn- ten“ auch verloren gegangen. Es iſt jenes Mittel, welches urſprünglich zur Belebung und Verbeſſerung der damaligen Pferdezucht in England an- gewandt ward» durch- die an gewiſſen Spleen grenzende Spiels und Wettſucht der Engländer ganz verdrängt worden. Das ungeheure Spiel iſt jekt ſo geſteigert, daß 3+B. der St. Le- ger Course von zwei engliſchen Meilen mit 50 Pfund weniger als das vorgenannte Gewicht, einen feſten, unt"! den N wie 1 I: Lag den Spielern ſelbſt zuſammengelegten Gewinn von 2375 Guin, zum Preiſe hat. In den Tagen vom 18ten bis 22ſten September v. J. zu Doncaſter, wurde auch gelaufen um ein Foal Stakes of 100 Sov. each;(6 Subscribers) um zwei two- Year old Stakes, Ciner of 100 Sov. each(6 Sub- Scribers) der Andere of 20 80v. each,(26 Subscribers). Ueberſchaut man 3. B. die Liſte der Rennpferde, welche in dem leßten Herbſtrennen. zu Doncaſter liefen, ſo findet man unter der Geſammtzahl von 125 Stö, zweijährige 30, drei= jährige 63, vierjährige 24, fünfjährige 7, und ſechsjährige 1 Stück.; Nur ein fünfjähriges Pferd gewann in einem unbedeuso fenden Rennen mit drei= und zweijährigen Pferden, Das ſechsjährige Pferd war der früher ſo geprieſene Lotterie. Er lief zweimal und war ſtets der Leßte. Er war ſchon ent- markt, In Newmarket liefen vom 2ten bis 5ten October 4826 = 109 Pferde, darunter nur zwei fünfjährige und ein ſechs: jähriges, und keins derſelben gewann. Es bleiben alſo die jezigen Wettrennen in England, für den, der nur ſehen will, ganz augenſcheinlich nichts weiter, als ein bloßes Hazardſpiel, zu welchem die Naturkräfte des edlen Pferdes durch alle nur erdenkliche Kunſtmittel zu fräh gewet, dennp< nicht zur völligen Ausbildung gelangen, wohl aber frih in einen ſiechenden Zuſtand verſeßt werden. Beſcheidenheit gebietet, daß ich diejenigen Liſten nicht öffentlich bekannt mache, welche ich von den erſten Beſchäl- en Englands, von den Pferden der meiſten Trainir» 2 4“ EN ſtälle und von mehreren Geſtüten 26. daſelbſt mit. meinen An- merkungen bei jedem Pferde verſehen, mitgebracht habe. Nur wenigen anerkannt großen Kennern in meinem Vaterlande habe. ich ſie vorgelegt, und ſie erſtaunten gleich mir. O wie oft dachte ich. dazumal an die verehrten Beför- derer der Pferderennen in Deutſchland ganz nach engliſcher Art, und an ihre ſo große. Meinung von der Pferdezucht der Engländer, ſo daß wir ihnen nur nachahmen dürften, um des vorzüglichſten Erfolges gewiß zu ſeyn! Viel hätte ich darum gegeben, mit ihnen zuſammen ſehen zu können. Noch einmal behaupte ich? daß jene von Schwächlin- gen gefallenen Thiexe und ſelbſt ſchon widernatürlich ent- markt, von fehlerhafteſtem Bau, mit Spatt, und ganz be- ſonders unter 10 Pferden 8, ſage Acht, mit Haſenhake be- gabt, eine ſtarke dauerhafte Progenitur zu zeugen, völlig un= fähig, ja jeden Falls nur noch ſchlechtere Producte als ſie ſelbſt ſind, liefern können, Noch einen auf die allergrellſte Art ausgedrü>ten Be- weis hievon kann man auch in der ehedem dort ſo herrli- chen, jeßt auch ſchon ſchr tief geſunkenen Halbrace finden. Sie, die dadurch gegen die vorangeführten Nachtheile etwas länger angekämpft hat, weil ſie naturgemäßer als die Voll- blutpferde erzogen wird, hat dennoch nicht den alten Ruhm feſſeln können. Der ganze Schlag iſt ſchon viel ſchlaffer gez worden, die ſchönen Umriſſe ſind verloren gegangen, an ihre Stelle iſt fehlerhafter Bau, es ſind die nachtheiligſten' Kno- ung und Unordnung gerathen ſind, dies nicht min= der in Beziehung auf meinen, freilich viel unbedeuten- deren Gegenſtand der Fall iſt. Wer das Erſtere thun kann, der müßte aber nicht Ken- ner der Sache, nicht mit klaren Augen ausgerüſtet ſeyn, nicht ſo ſorgfältig als ich England durchſucht häben; es könnte ihm nicht um die Prüfung der Urſachen und Wirkun- gen zu thun ſeyn, er müßte mich verkennen, und obenein bei ſeiner Befangenheit beharren wollen. Dann habs ich „freilich nichts mehr zu ſagen, als: daß man mich für die „nächſten 410 Jahre als von jedem Baceground deporkirt be- trachten, mich meinem SchiFſale überlaſſen möge."Lebend oder todt wird man mir nach dieſer Zeit vielleicht Gerechtig» keit widerfahren laſſen.? Mehrere einſichtsvdlle Männer, ſelbſt in England, ſehen die Wahrheit des von mir Behaupteten jeßt ſchon ein, allein ſie fügen hinzu, daß die im Vergleich zur frühern Zeit jeßt ſo außerordentlich geſtiegene Menge ungeduldiger nie zu ſät- tigender Spieler ſie mit fortziehe, und) ſie, in den großen Spiel» Clubb eingetreten, ſich nicht wilkührlich zurüziehen könnten. In Mutterleibe engagiret, umd weil die Preiſe, SES LIN DUET DEL welche die dortigen Pferde in zwei= und dreijährigem Alter gewinnen können, die höchſten ſind, ſo muß es ihnen na- türlich darum zu thun ſeyn, auch ſchon früh zu wiſſen, ob ſie ſich einigen Gewinn von ihren Pferden verſprechen kön- nen, oder ob ſie beſſer daran thun, forfeit zu zahlen, und die theuren Zubereitungskoſten zu erſparen, Wenn ich in einem nach meiner 1817 zurücgelegten Reiſe geſchriebenen und vergriffenen kleinen Aufſaße über die engliſche Pferdezucht auch geſagt habe: „Es iſt unſtreitig wahr, daß man in keinem andern Lande, als in England, auch jeßt noch, einzelne ſo auffallend große, ſtarke und edle Pferde, die Hinſichts ihrer Macht und Dauer ſo geprüft ſind, finden kann. Ihre Unzahl iſt aber nur geringe; doch richtig benußt, wäre ſie hinrei- hend, dem ganzen Pferdegeſchlecht daſelbſt eine Aufhülfe zu verſchaffen, die uns in Erſtaunen ſeßen würde“ ſo habe iz dadurch gewiß mein hohes Intereſſe für die gu- ten enoliſchen Pferde auf eine völlig unzweideutige Art an den Tag gelegt, ja, es ſollen ſich) ſogar ein Paar Männer in meinem-Vaterlande geäußert haben, daß ich die engliſchen Pferde zu ſehr liebe, der Kreuzung mit friſchem orientaliſchen Blute nicht genug zugethan ſey. Allein e3 kann, und wenn die Wahrheit hier nur in der Mitte liegen ſollte, der Neid doh nichts Anders behaupten, als: daß ich, wenn es der Nachzucht'galt, den beſſern edlen Pferden, ſeyen ſie nun unmittelbar aus dem Orient, oder deren Reinzucht aus dem Occident zu uns gekommen, ſtets den Vorzug gab, und daß einzelne Eigenſchaften, wenn ſie nicht in Harmonie ſtan« den, nat den andern Hauptforderungen, welche der wahre Kenner, welche wir Deutſche an ein möglichſt vollfommenes Pferd machen, mich nie beſtochen haben. Wollte man nun die in England jeßt allgemein RR) tete Fehlerhaftigkeit der Renn- und Jagdpferde nur darin fin- den, daß man ſie aus Unkenntniß ihrer Nachtheile nicht ſorg» fältig genug beachtet, und darnach folgern, daß wenn wir hier bei den nach Art der Engländer einzuführenden Wettrennen nur bei der Züchtung darauf halten, daß difformer Bau, als z.B. großer Kopf, verkehrter niedergeſenkter Hals, krumme, knie- weite, überfeine Vorder-, lang gehoſete, ſteile Hinterbeine und ſpiße Kruppen ohne Puürzellage, daß Spatt und Hafen- hake 2c, vermieden werden, ſo könnten bei Befolgung nur der ſouſtigen diesfälligen Maximen und Verfahrungsarten. der Eng- länder dennoch viel beſſere und fehlerfreie Rennpferde hier hervorgebracht werden;, dann würde ich, dies einerſeits ganz zugebend„ dennoch auch hiernach der feſten Meinung bleiben: daß engliſche Reunpferde überhaupt als un- mittelbare Gebrauchspferde ſich nicht für uns Deutſche eignen, und ganz beſonders aber die“ Pferderennen gleich den engliſchen, welche uns je8ßt ſo eifrig empfohlen werden, nie dem wah» ren großen Zwecke, Verbeſſerung der edlen Pferdezucht» entſprechen könnenz 1) reitet man auf einem engliſchen Wettrenner doch ſehr ſchlecht; 2) mangelt den Deutſchen das engliſche Geld, um ihren Wetten, ihren davon unzertrenalichen ſehr koſtbaren Ein- richtungen den Nächdru> und das Intereſſe zu geben, wodurch allein die Sache nur zu halten iſtz 3) ſind die jeßigen engliſchen Wettrennen durchaus nicht, wie jeßt in Deutſchland öffentlich behauptet wird, die einzig wahren Kraftmeſſer für die Vollblutpferde, ja ihr Beſtehen in der jeßigen Probe kann at:ch hier nicht als leitendes Prinzip bei der Nachzucht gelten. In Beziehung auf die erſte' Behauptung wird Niemand, der den Verſuch gemacht hat, einen engliſchen Wettrenner zu reiten, das Gegentheil behaupten. Denn auf einem nach vorne herabhängenden hohen. ſchmalen Körper ſelbſt zu hän» gen, und wenn man ſich nicht'noh obenein ganz nach vorne vorbiegt- ſogleich gewärtig ſeyn zu müſſen, über Kopf vor- weg geſchleudert zu werden, iſt wohl eben ſo wenig eine be- hagliche Situation, als eine gänzliche Starrheit und Unbieg- ſamkeit an dieſer Schnellmaſchine zu finden, Eine Reiſe da- rauf kann nun aber auch nicht weit gehen.“Die jeßigen jungen Rennpferde in England ſind ſchon ohnehin ſo ſchwach auf ihren Füßen, daß ſie, wenn ſte nicht im höchſten Grade exaltirt werden, jeßt leider ſo häufig fallen, ganz'beſonders auch im Schritt und. ohne jede Laſt, weshalb deun auch kein dergleichen Thier dort ohne ſtark gepolſterte Kniekappen nur eine Viertelmeile weit geführt wird: Welcher Reiter wäre nicht auf dem gefeiertſten» Gewinner des Derby oder St. Leger verloren, wenn er ſich mit der ſcharfen Waffe in der Hand einem"Gegner auf einem ard= biſchen= Weidepferde zu geſtellen; hätte?' Wie ſo an- ders fühlt ſich dabei der Araber oder deſſen naher"Nachkom- LIEN: 1 DUE IEE me, der nicht in engliſcher Hand geweſen! Ich will nur zu Kennern der Pferde reden, darf alſo auch dieſen Gegenſtand nicht weiter ausmalen, darf die Urſachen nicht noch heraus- heben, wodurch ſich beſonders nur diejenigen Hunter anges nehm fühlen, die durch Bau und Dreſſur.mehr Gleichgewicht in ihren Gangarten annahmen, je näher ſie der orientaliſchen » Abkunft ſtanden, Viele von ihr. entfernteren, nach Art der allermeiſten jetzigen Rennpferde, geformten Hunter ſind aber ſehr ſtarrhalſig und unangenehm zu reiten.' Den zweiten Gegenſtand betreffend/ darf ich die Aus» einanderſeßung wohl unterlaſſen, denn wo Einen der Schuh drückt, weiß ja Jeder ſelbſt am beſten, Aber ohne große Be- triebscapitale geht die Sache nun einmal nicht. Selbſt in England werden fo viele durch dies Hazardſpiel unglücklich; denn gerade ſv viel Geld als gewonnen wird, gehet auch wie- ver verlorenz- ein Spielgewinn hat überdieß wohl ſelten nur beglüt, die Gräßlichkeit des Gegentheils iſt ja aber hinrei- mäßige Uebung der“ Körperkraft des Pferdes, um da- durch eine größere Ausbildung darin zu erhalten, recht ſehr ſtimme, jedoch keinesweges die engliſche Methode als nüß- lich anerkennen kann, die uns nun auch durch einen ſehr küh- nen hypologiſchen Schriftſteller als unfehlbar aufgedrungen wird, weil ja der Tanz die Muskeln der Füße, das Fechten die des Arms ſtärkt, und ſolche vollkommener ausgebildet werden,| wenn der Menſch dieſe Uebungen von Jugend an betreibt. Dies auf 48 Monate alte Füllen, die geritten wer- den müſſen, angewandt, kann nur als ein großer Mißgriff gelten; denn wer nur irgend mit den Elementen der Reit- kunſt, mit dem Medanismus des Pferdekörpers und. der Kraft bekannt iſt, welche der Reiter durch die Zügel willkühr- lich, oft auch unwillkührlich, beſonders auf die hintern Glied- maßen deſſelben ausübt, der wird dieſe Methode höchſt. ſchäd= lich, alſo verwerflich finden. Jugendliche Tänzer und.Fechter ſtrengen ihre Kraft nur in dem Maaße an, als die Straff- heit der Muskelfaſern, die Härte der Knochen, ſo wie die erlangte Fertigkeit es geſtatten, dagegen kann beim Reiten eis nes fo jungen rohen Pferdes nie von einer willkührlichen Be- wegung die Rede ſeyn, wohl aber iſt häufig nur eine heftige Parade hinreichend, ſelbſt dem ausgebildeten Pferde bleibende Schwäche zu verurſachen, um ſo leichter alſo jungen Thie- ren, in welchen die Muskeln, Sehnen und Knochen noch nicht: die ganze Spannkraft und Härte erlangt haben. Die jungen Rennpferde documentiren dies faſt an allen Körpertheiken durch fehlerhafte Veränderung ihrer natürlichen Linien'und Winkel, beſonders in den Biegungen des Rückens, da DE aw ag em dn AST 5:<==. en 2000 der Sprunggelenke und Feſſeln, fo wie durch die Erſchlaffung der Kapſelbänder an den Köten und durchgehende Gallen 2c. Als wahrheitsliebender Mann kann ich verſichern, daß ich zweijährige Rennpferde in die Rennbahn eintreten ſah, denen man den ſchwachen Huf, um ihn zuſammen zu hal- ten, mit dünnem aber ſehr zähen ſchwarz gefärbten Bindfa- den äußerſt künſtlich umwidelt, die Kötengelenke aber mit Flor von der Farbe ihre3 Haares feſt umwunden und die Enden vernähet hatte.; Der hohe Weidepkaß mit kurzen kräftigen Gräfern be- ſetzt, müſſen im Sommer, der geräumige Stall und Tum- melplaß im Winter die Arena ſeyn für das edle Füllen bis zum vierten Jahre; Hafer oder Gerſte, Stroh und Heu muß dabei gereicht werden, dann wird es wachſen und ſich ſtärken, und muthig fich tummeln mit ſeinen Gefährten. ' Dies iſt nun einmal erfahrungsmäßig die Uebung, welche mit der Natur und Entwickelung des Füllens gleichen Schritt hält. So geſchah es früher auch in England, und dieſe Me- thode gab die noch nie wieder erreichten alten engliſchen Ren- ner, die noch dazu allergrößtentheils Mütter hatten, welche = nie frainiret worden waren. Am Schluſſe dieſes ſol- len mehrere dergleichen namentlich aufgeführt werden, Nach. dem Herbſtrennen im nördlichen England war ich noch kurz vor meiner Abfahrt aus Hull in den Trainirſtällen zu Richmond und Middlehbam, und ſah nun daſelbſt, viele verhißte, ja buchſtäblich wahr, entmarkte junge Renner, welche ſo eben von der Rennbahn abgetreten, in ihr Winter- lazareth eingezogen waren. Sie gingeu wie auf Stelzen, und | | | N | || WE 9: 7-00 Mil aus Mangel an Gelenkſchmiere kna>ten die Sehnen bei je- dem Tritte, ein Zuſtand, welchen man in England jeßt äus ßerſt häufig findet. Die Unglücklichen gingen in Buchten- ſtällen, oder in ſogenannten Paddocks los herum, bei Mohr- rübenfutter, als Surrogat des ſo ſpät im Jahre nicht mehr kräftigen Graſes. Binden und Arzeneien wurden nun mit Sorgfalt angewandt, um wenn möglich zum-nächſten Früh- jahre no, dieſe ſhwächlichen Treibhauspflanzen ihrer ephemeren Beſtimmung entgegen gehen zu ſchen. So mißgeſtaltet der allergrößte Theil derſelben auch war, ſo viele Knochenfehler man auch ſchon ſah, ſo waren ſie doch ſammt und ſonders aus Mutterleibe her ſehr hoch engagirt, ſie müſſen alſo ihren CEurſum durchmachen.-- Nach 10 Jahren müſſen die Wett» rennen in England für den wirklichen Pferdekenner ein ganz eigenes trauriges Schauſpiel ſeyn. Doch=- Geld wird nach wie vor dabei gewonnen und verloren werden, aber ſie wer» den eben ſo wenig eine wohlthäötige Einwirkung auf den dor- tigen Pferdeſtamm augüben, als ihre Boxer, die ſich die Naſenbeine, ja die Gehirne für Geld einſchlagen, und ſich allein für dies hohe Talent ausbilden, der Nation ein Ueber- gewicht an phyſiſcher Kraft über andere geben werden, Ju» belnd ſieht die Menge den Erſchlagenen niederſinken, ſo wie einſt Nom den Gladiator.=- Welchen Contraſt geben dage- gen die im Wachsthum von Jugend an zurücgehaltenen, ebgehungerten, abgeſchwitßten, federleichten, alten Rennjok- keys! Auch ſolche Kunſtprodukte ſicht man hier nicht, doch ſie ſind unentbehrlich zu dem, was wir nachahmen ſollen. Englands Hähne ſtreiten auch für die dortigen Großen und Reichen, ohne daß das ſonſt ſo mündgerechte Geſchlecht der„Hens“ noh mundgerechter, ſondern vielmehr zäher wird. Nüßlicher gab es vielleicht keine Wette in England, als die, welche der Beſitzer des berühmten Pinſcher Crab ein- ging, nämlich, daß ſein Crab in wenigen Minuten 100 Stük lebendig eingefangene Ratten allein tödten würde. Die Wet- ten ſtanden hoch, ſehr ho<. Der zu dieſem außerordentli- mäßig erzogen, d.h. nicht nach dem alten Schlen- drian, auch nicht nach den neueſten, völlig unhaltbaren An- preiſungen und Recepten, ſondern mit Berückſichtigung der Geſeße der Natur, nach ſorgfältiger Ueberlegung und Com=- bination der Urſachen und Wirkungen, und deſſen, was die Erfahrung=- die Lehrerin der Wahrheit=- für den gegebe- nen Zwe gebietet, dann bin ich gewiß ihr großer Verthei- diger, und auch ſie werden uns“ nach wie vor verkheidigen, wo wir ihrer bedürfen. Allein noch einmal ſey es geſagt: ſv viel Gewicht ih dem Menſchen auf die vollfommnere Ausbil- dung ſo vielex organiſchen Weſen und insbeſondere der Haus- thiere einräume, ſo darf er dennoch den erſten Elementen dabei nicht vorgreifen, er darf nicht hemmen, nicht beſchleu- nigen. Z.B. wird: er mit jeglichem Futter, und wenn es elte, früh geſchonte und volljährige Pferde, und um ihren Werth als die ausgezeich- netſten Soldaten= und Jagdpferde völlig zu documentiren, würde ich in Stelle der hohen Preisgeber feſtſtellen: 1) daß vor erreichtem fünften Jahre kein Pferd zur Con- currenz zugelaſſen, desgleichen keins mit Erbfehlern; 2) daß vor jedem Lauf ein28 Soldatenpferdes um einen Preis unter zwei und zwei Preisbewerbern wenigſtens Eine Flankeurbewegung, Soldaten- und Jagdpferd aber einen güten Sprung in die Rennbahn hinein thun müſſez 3) daß die Rennjokkeys für Geld von jeder Rennbahn aqus- geſchloſſen bleibenz 4) daß das im Spyrunge und Laufe zu tragende Gewicht nicht unter 450 Pfund betragen dürfe. Mögen immerhin zuſchauende Engländer lächelnd ſagen? in Newmaxket, Ascod= Head, Epſom, Doncaſter 1c. gehe es anders = 33 amm- anders her, Gern können wir ihnen dieß zugeſtehen, denn ihren Rennen, als Spiel“ſo wohl berechnet,“ und dem damit verbundenen Außerordentlichen treu nachzuahmen /“ würde uns doch nie gelingen. Aber auch ihnen wird's nicht gelingen, ſich von ihren Fehlern in der Pferdezucht los zu machen, und im ernſlen Kampf unſere tüchtigen Gebräauchpferde auf die Dauer hinter ſich zu laſſen.| Wir wollen Nußen ziehen aus dem Guten, welches ſie vor uns geleiſtet haben, denn es war ſolches wahrlich nicht geringe. Das ſchr beſonnene Feſthalten und Verbreiten des edel- ſten Blutes, eine vortreffliche Ernährung und bedingungs- weiſe auch die früheſten Wettrennen, beglückt durch die inſu- lariſche Lage des Landes, von keinem zerſtörenden Kriege be= fallen, haben den Grund zelegt zu dem Ruhme, welchen man den engliſchen- Pferden ſeit langer Zeit wohl zugeſtehen mußte, Seit 30 Jahren aber hat ſich die Sache Fanz anders geſtal tet, ſie iſt nicht mehr ſo wie früher in der Hand der Pfervezüchter, die durchaus nicht alle zur Zucht beſtimmte Stu- ten laufen ließen, und dazumal nur erſt ſelten die Füllen in Mutterleibe hoch engägirten. Die Zahl derer, welche jeßt Rennpferde halten, hat ſich gegen dazumal mehr denn unt die Hälfte vermehrt, Die meiſten jeßigen Beſißer von Rentt- pferden in Enzland ſind weder Pferdekenner noch Pferdezüch- ter, bloß Spieler; ſie vertrauen ihre thorough- hred Mare dent erſten beſten Grundbeſißer an, ſie laſſen ſie mit einem Gewinner des Derby- oder St. Leger Stake, er möge ſonſt beſchaffen ſeyn wie er* wolle; bede>en, engagiren das zu er- I EEE NL wartende Füllen ſo, hoch;als möglich, und treiben nun mit dem 18monatlichen Füllen: das Weſen ſo fort, als ich es ge- ſchildert habe.„Die neuen Rückfichten der Engländer bei der Paarung ihrer Vollblutpferde haben. das beſte edle Blut ver- unreinigt, der durchaus fehlerhafte Gebrauch. hat den Verfall deſſelben; vollendet. Alſo noch einmal: wohl nicht anders als warnend können ſolche Mißgriffe vor uns ſtehen.=- Habe ich-in dem bisher Geſagten meine Gründe für den Beweis, welchen ich zu führen verſucht, auch nicht erſchöpft: ſo habe ich für jeßt auch, nicht weitläuftig werden mögen. Nun aber will ich auch noch ein dem ſo eben behandel- ten Gegenſtande wohl analoges engliſches Raiſonnement, mit Thatſachen belegt, hier folgen laſſen, welches ſich vielleicht noh nicht in: der Hand vieler Deutſchen befinden mag; es iſt die Ueberſezung des mir intereſſanteſten Abſchnittes eines 1825 in England erſchienenen Werkes von Nicol. Hankey Smith. Dem intelligenten praktiſchen Pferdezüchter dürfte dieſe Ueberſetzung nicht unangenehm ſeyn, und den Geiſtern, welche nichts weniger als ſelbſt verſucht, erfahren, und etwas in dieſer Beziehung geleiſtet, ſondern nur mit gewandter Feder Syſteme bildend, ihre Hypotheſen vertheidigen, möge es we- nigſtens zu einer kleinen Abkühlung dienen. Beobachtungen über die ZUht des Rennpferdes nebſt Bemerkungen über die comparative Vorzüglichfeit des engliſchen Rennpferdes des heutigen Tages und früherer Zeit und einer Nachricht"a | über die|) fremden Hengſie und Stuten,»| welche in England eingeführt worden, e| ſo wie über | die Leiſtungen ihrer Abkömmlinge als Rennpferde 2c.| 1 von( ". |. Nicol. Han>ey Smith. | 4 | Gulet img. Obgleich alles, was mit den Rennpferden in dieſem Lande in Verbindung ſteht, ohne Zweifel zu einer größeren Voll- kommenheit gebracht iſt, als in irgend einem andern Lande der Welt, ſo ſcheint es doch, daß unter denjenigen, welche die beſte praktiſche Wiſſenſchaft davon haben, ein Zweifel vorhanden iſt, ob unſere jeßigen Pferde eben ſo gut ſind, als die in früheren Zeiten. Dieſe Meinung, verbunden mit dem eigenen Verlangen, von allem, was dieſes edle und ſchöne Thier betrifft, fich genau zu unterrichten, und eine hinrei- en und leicht belaſtet, wo nur Geſchwindig- keit ſich hervorthun kann.== Früher liefen ſie lange Stre- Fen mit ſchwerern Gewichten, wo ſtarke Knochen oder Kraft eben ſo nöthig waren; und es iſt wohl anzunehmen, daß das Pferd, welches die Eigenſchaften beſit, um in jener Er<<< ea.-. ee=== Ez ERGEE EU ÄGE GEEEEN = 38= Zeit Ruhm zu erwerben, jeßt in Newmarket nicht ein glei- und Gefühl vornehmer Herren zu genügen.= Dieſer Unterſchied nun, zwiſchen der frühern Art und Weiſe der Wettrennen, macht es ſehr ſchwer, Aber die verhältnißmäßige Schnellig- keit oder den Werth der Pferde eine beſtimmte Meinung ab- zugeben, und am wahrſcheinlichſten iſt der Schluß, daß die heutigen Pferde für die heutige Mode des Wettrennens die beſten ſind, während Jedermann auf dem Rennplaß na- türlich alles verſucht hat, daſſelbe Ziel zu erreichen.= Der Autor hat ſich indeſſen in den folgenden Blättern zu zeigen bemüht,(wenn die Behauptung wahr iſt, daß unſere Pferde früher beſſer waren als jeßt) daß wir ſchuldig ſind, unpar-» theiiſch zu unterſuchen, aus welcher Quelle dieſe Vorzüglich keit entſprungen war, und. wenn ſie durch irgend eine be- ſondere Race entſtanden ſeyn ſollte, alsdann dieſelbe Race wieder, ſo weit es ausführbar iſt, bei unſrer heutigen Zucht einzuführen, und wenn er ein neues Licht über den Gegen- ſtand. verbreitet hat, das vem Pferdezüchter entweder zur nüß- lichen Belehrung, oder dem Liebhaber zum Vergnügen die- nen kann, ſo wird derſelbe ſeine Mühe als reichlich belohnt betrachten,=; Der Autor, welcher mehrere Jahre unter den Arabern gewohnt, und die Natur und die Behandlung der arabiſchen Pferde mit der größten Aufmerkſamkeit beobachtet hat, hofft, daß eben dieſer Umſtand denjenigen die Bemerkungen über den Gegenſtand um ſo angenehmer machen wird, für deren Nußen und Vergnügen das Werk beſtimmt iſt, und welchen er jeßt die Ehre hat, daſſelbe mit der ſchmeichelhafteſten Hoff- nung zu überreichen, daß es, nicht ohne einige nüßliche Be- - lehrung für den Einen, oder Theilnahme und /Neuheit für den Andern möge betrachtet- werden.=- ; Carl Stonham. Suffolk, den 24. März 4825.| Betrachtungen“ über die Zu:"des Nachdenkens werth, oder in neun Fällen unter zehn zum mindeſten Vertrauen berechtigt. Die Würdigung des beſten Beſchälers hängt indeſſen davon ab, daß er zu- erſt gute Stuten gehabt habe; denn hat er nur ſchlechte ge- habt, ſo werden ohne'allen Zweifel die Abkömmlinge auch nur von gemeiner Geſtalt ſeyn, und das Pferd als ein ſchlech- ter Beſchäler erſcheinen. Häufige Fälle könnten' angeführt werden, um dieſes zu, beweiſen. Zum Beiſpiel: Wenn die erſte Stute, welche dem Araber Godolphin gegeben wurde, eine ſchlechte geweſen wäre, ſo iſt es mehr als wahrſchein- lic, daß er niemals eine andere würde gehabt haben. Marsk(der Vater des Eclipse) wurde nach dem Tode des Herzogs von Cumberland. bei Tatterſall's für eine Klei- nigfeit an einen Landmann verkauft, indem er als ein ſehr mittelmäßiger Beſchäker betrachtet wurde. Anno 4766 dete er Landſtuten in Dorſetſhire für x Guinea;= nachdem wurde er von Herrn Wildmann für 20 Guineas gekauft, und der ; Verkäufer war ſehr zufrieden,- ihn mit ſolchem Vortheil los zu werden. Der Graf von Abingdon kaufte ihn ſpäterhin für 1000 Guineas, und vor ſeinem Tode de>te er für 100 Guineas und 4 Guinea für den Stallknecht.,; Squirt,(der Vater des Marsk) als Eigenthum des Sir Harry Harpur, war zum Erſchießen beſtimmt, und als er zu dieſem Zwe> nach der Hundehütte geführt wurde, exr- hielt ihn nur die Fürbitte eines Dieners des Sir Harry am Leben. Nach dieſem zeugte er noch Marsk, Syphon, Herrn Pratts berühmte alte Stute, die Mutter von Pumpkin, Maiden, Purity 26. 6' SE Old Traveller diente eine lange Zeit nur für ge- meine Stuten, und hauptſächlich kleine Klepper, da- aber ei- nige von ſeinen Abkömmlingen, obgleich von ſchlechten Stu- ten gefallen, doch zitmlich gut liefen, wurden Pferdezüchter bewogen, ihm einige gute Zuchtſtuten zu geben, als Dainty, Davy und Squirrel, von ſehr edler Geſtalt, erſchienen.= Aber zu dieſer Zeit war er ſchon beinahe zu alt zum Deen, ſonſt wäre es nicht zu bezweifeln, daß er Renner würde er- zeugt haben, denn als Squirrel zu Newmarket lief, fingen ſeine Abkömmlinge an geſchäßt zu werden.= Squirrel erzeugte verſchiedene ſehr flüchtige Pferde, und auch eine große Anzahl ſehr geſchäßter Zuchtſtuten.=- Daß viele gute Renner ſich als ſchlechte Beſchäler ge- zeigt haben, und umgekehrt, weiß der Verfaſſer ſehr wohl, und wünſcht ſehr, jeder Frage, die dieſen Gegenſtand betrifft, zu begegnen, ſo weit ſeine Jdeen und Unterſuchungen reichen, und dieſe der Erwägung ſeiner Leſer zu unterwerfen ,' nicht mit der vergeblichen Anmaßung, irgend eine unfehlbare Art der Pferdezucht zu enkde>en, aber mit der Hoffnung, daß dadurch Andere, die mehr Erfahrung und Beurtheilungskraft haben, als er ſelbſt, zu jenen natürlichen Unterſuchungen mögen geführt werden, welche die billigen Erwartungen des Erfolges befördern werden,=- Nach ſeinen Begriffen kann kein Pferd eine gute Geſtalt haben, oder ein guter Beſchäler ſeyn, wenn es nicht großes Ebenmaaß beſißt; hiebei meint er' aber nicht dasjenige, was man bei andern Pferden als Schönheit annimmt, ſondern das Hervortreten aller derjenigen Punkte, wo ſich(beſon-= ders dem Racepferde eigen) Muskel, Länge und Kraft 2c. gehörig verbinden, obgleich es häufig behauptet worden iſt, daß Pferde von allen Geſtalten das Gegentheil bewieſen ha- ben; dieſes indeſſen hält er für eine ſehr unbeſtimmte Mei- nung und vielen Ausnahmen unterworfen.= Daß ein Pferd, welches in den Augen eines gewöhnli- kt, und brachte 47 Füllen, von welchen die folgenden gute Renner wa- ren: Miracle, Dido, Conundrum, Virgin, Biddle, Miss Tims, Pumpkin, Maiden und Purity. Sie war die Mut- ter von der Cub Stute, welche Goldfinder und Intlidel zur Welt brachte, ſie gebar die Mutter von Prince Ferdi- nand, Walnut, Rockingham 2c,, und von ihr iſt mehr gutes Blut entſprungen, als von irgend einer andern Stute in dem ganzen Geſtütbuch,=- Herrn O'Kelly8 berühmte 4 alte Sfute Tartar, die Mutter von Antiochus, Venus, Jupiter, Adonis, Mercury, Volunteer, Queen Mab, Ma- ria Whitenoge, und verſchiedener andern, war niemals trai- nirt,= ſie wurde, nachdem ſie 20 Jahr alt geworden, an Jemand für 5 Guineen verkauft, welcher ſie wieder für eine Guinee mehr verkaufte, nac) welchem ſie Herr O'Kelly für 100 Guin. kaufte, wobei der Verkäufer über ſein gutes Glück hoch erfreuet war, und es wird behauptet, daß Herr O'Kelly durch ihre Abkunft noch L. 30,000 Sterl. erworben hat, nach- dem ſie ſchon 20 Jahr alt war.= Die Mutter von Clio,' Young- Marsk, All-Fours 2c.(eine Blank Stute) war niemals trainirt.= Miss- Vernon, die Mutter von Otho, Barbar, Philipps, Baccolly, Falstaff und fünf Andere, rannten nie,=- Die Mutter von Conductor, Anderly, Alfred, Georgiana,-Coaxer, Dictator, Becciver, Scor- Ppion, Eyebright und Laurestinus rannte nie,=- Die Mutter von Dorimont, Coxcomb und Doubtfull(eine Babraham Stute) war nie trainirt.=- Die Cygnet Stute, Mutter von Flimnap, Florizel, King Pipin, Bourdeaux; Sting, Czar, Winnifred, Mac Heath 2C,5 rannte nie.=- Miss Cleveland, die Mutter von Hecate, Faggergill, Lady Betty, Armida, Papillon,(die Mutter von Sir Pe- ter, Lady Teazle 2c. 2c,) Middlessgex( die Mutter von Sca- gul, Scrab 2c,, rannte nie,=- Midge, die Mutter von Miss Cleveland, rannte niemals, und brachte verſchiedene gute Renner zur Welt,=-- Miss Cranbourne, die Mutter von Milksop, Flippante, Plotena und Countess, rannte nie,=. Die Mutter von Snipe, Woodwek, Thunder, TS ge. In. I I nI<=<-... 5 Ee ee SEH At 42274 Carinu, Warrier, Lumber, Mane Whirlwind und Borascha, rannte nie.=- Begulus, Mixbury, die Mutter von Knavestock, Dormouse, Sousannah, Mopsey, Hyder Ally, Music, Molly, Eugenius, Alphonso und vier An- dern, war nie trainirt.= Die Mutter von Lady Jane, Doctor Last, Peter Pounce, Old Scratch, Penultima, (die Mutter vom Baronet, Dorcas, Brickdusch, Nan 1.) und Gamester,(eine Cade Stute) rannten nie.=- Bonn» glaſs, die Mutter von Lycurgus, Prig, Hostage, Maria, Maw, Mants, Porsenna, Tycho 2c., rannte nie.=- Die Mut- tev von Narcissus, Slattern, Polydore, Specimen und FriSkey,(eine Cade Stute) war nie trainitt.= Me- dusa, die Mutter von Weasell, Pope Joan, Lout, Pris- cilla 2. rannte nie. Weasell gewann den Königspreis zu Litchfield, 4 L. 50- Preiſe, Gewicht dem Alter gemäß, und 16 L. 50-Preiſe. Die Cub Stute(von Herrn Pratt*s O1d Squirt Stute) die Mutter von Goldlinch, Chafhnch, Miss Nightingale 2c. war nie frainirt. Miss Nightingale war als eine der beſten Stuten ihres Jahres anerkannt, und war nur zwei Mal überwunden; ſie wurde zu Boroughbridge ver- giſtet, und ſtarb Sonntag Abend, juſt vor dem Tage, als ſie um einen L. 50-Preis laufen ſollte,= ſie wurde geöff- net, und man fand in ihrem Körper Kugeln von Enten- ſchroot, welche mit Bleiaſche gemiſcht waren 3; ein Mann, Namens Turner, wurde des Verdachtes wegen Anno 1779 vor das Gericht zu York geſtellt, aber wegen Mangel hin» länglicher Beweiſe wieder frei gelaſſen. Grey Starling, die Mutter von Foundling, Wanton, Wildair, Arbustine 1c,, 4 52= rannke nie,=- Grazy,. die Mutter von Anger, Standby, Bungler, Virago, Protector, Matchless und Lutestring, Sparrow und Quill, rannfe nie,= Miss Lüdes, die Mut- ter von Britannicus, Mittimus 2c., rannte nie.=- Die Mutter von Zamora, Zanga, Zadig, Zangara und Mount Airy(eine Bajacet Stute) war nie im Rennen verſucht, ſondern von Sir J. Namsden an den Herzog von Grafton als Zuchtſtute verkauft.=- Miss Holme,(eine Cade Stu- te) die Mutter von Loyol1d, Etherlinde, Danae und von verſchiedenen Andern, rannte nie.=- Nun, die Mutter von Mareshal, Monkey und verſchiedenen Andern, rannte nie. = Lucy, die Mutter von Constractor, Jonquille, Loge- catcher und Lucy,(eine Spectator Stute) rannte nie.= Jilt, von Othello alias Blanck and all Black, die Mutter von Firetail, Gig, Aria, Firebrass, Haymaker, Furma- mondo, Comet, Wildfire und Brutus, rannte nie,-- Die Mutter von Nancy, Pompey, Lady Squander, Don Joseph und Herodius, rannte nie.=- Die Mutter von Co- mus». Dupe, Turk, Shylok, Circe und Pythia, rannte nie,=- Joy» die Mutter von Polidore, Lumbago, Me- canus, Morigold,( Conspirator, Honeygucle, Sunflower, Jonquille, Dandefion, Garland und Festoons Mutter) war niemals trainirt,=- Matchem- Middleton, die Mut- te: von Mexico, Castrado, Jemina,(Bridget, Maddin, Fortunatus, Jnca, Zelia, Rose und Malespinners Mutter) Random, Mexican, Golconda, Rolla und Stowell, rannte nie.= Miss Middleton, die Mutter von Matchem Middleton, war nie verſucht, ſondern eine Zuchtftute in des Herrn Shaftoes Geſtüt, und war die Mutter von Gander, Poarcher, Gull, Miranda, NailPem c-- Lucretia, die Mutter von Stephans, Harapha, Smart, Gaymann und verſchiedenen Andern, war nie trainirt, ſondern war-eine Zucht- ſtute in Lord Grosvenor's8 Geſtüt,=- Die Mutter von Ta- kamahaka, Sanio Panca, Grimalkin und Gnatcatcber, rannte nie.= Die Mutter von Boston, Chequino, I1- mio, Xenophon 2c., rannte nie,=- Gaudi, die Mutter von Vephestion, Fidget,(Satellite, Columbine, Con- federate, Mouse und Serpents Mutter) Clytus, Cleome- nes, Nisus, Clara, Corvinus, Duchess 2c. rannte nie, Hephestion gewann vier und zwanzig Mal,=- Die Mutter von Hyppolitus, Susann, Fanny, Merlitena und Bich- mond, rannte nie.= Die Mutter von Leviathan, Hya« cinth, Vulcan, Savage 2c., war nie trainirt,=- Die Mut- ter von Masquerade, Pomona und Fire- away, rannte nie, Die Mutter von Omnium, Herald, Miss Barforth,(Fitz- herod's Mutter) Thistle 2c., war nie trainirt,=- Die Mutter von Pretender, Barbiniola, Cardinal- York, Sti- letto, Tick Tack, Montgolfer, rannte nie, Titania, die Mutter von Staring Tom, Shepherdess, Satellite, Sweet- wort, SusSex, Macaria 2c,, rannte nie. Fancy, die Mut- ter von Countess Clondy, Pensioner, Schedius, Thalia, Achates, Tabitha, Cynthinus 2c., rannte nie.=- Miss Boze, die Mutter von Javelin, Mole- catcher, Polidore, Dido, little Henry und Anna, rannte nie,=- Paragon, die Mutter von Partian, Mystery, Whitelegs, Mudge, Gladiator, Madonna, und verſchiedenen Andern, rannte nie. 54-=- = Die Mutter von Polydore, Czarina, Ario, Bungler und Spot, rannte nie.=- Die Mutter von Crop, Eldon, Grace, Frenow, Kiss my Lady und Nobleman,(eine Coombe arabiſche Stute) rannte nie.=- Die Mutter von Flylax, Starling, Sybilla, Hunkamunka, Ferdinando, Hemp, Phlegon ,' Patrician, Perigrine und zwei Stutz Füllen,(das eine die Mutter von Monimia, und Hambleto- nians Großmutter). war nie verſucht, ſondern 3 Jahr alt gedekt.=- Gamesome, die Mutter von Twinger, Jasper, Aviry, Famous und Clytus, war nie verſucht, ſondern zwei Jahr alt gede&t, wodurch ihr Name berühmt wurde.= Whiteneck, die Mutter von Pacolot, Fudge, Toy, Tulip, Nautilus, Grisippo, und verſchiedenen Andern, rannte nie. == Die Ancaster Starling Stute, die Mutter von Dove, Vestal, Mistake, Pigeon, Dame Quikly, May, Fly, Niwmble und verſchiedenen Andern, war nie verſucht, ſondern' 2 Jahr alt gedekt,= Die Mutter von Kipling, Libanus, Mist, Foyal Oak, Prince William und verſchiedener An= dern,(eine Tartar-Stute) rannt2 nie.== Die Mutter von Ariadne, Olympia, Aurora,(Esperance, Bellisimo, Sacharis8a, Tickler, Telltale, Thumper und Twillights Mutter) Nonsuch, Ermine, und verſchiedenen Andern,(eine Snip- Stute) rannte nie.=" Die Mutter: von Chalkstone, Brilliante, I1sis, Sphinx, Planet, Muse und Blaze,(eine Shepherds Crab- Stute) rannte nie,= Young Country Wench, die Mutter von Domitian, Golden Grove, Dzum- mer und Amethist, rannte nie.= Die Mutter von Gol- den BRose, Berry Bush, Miss West und Shepherdess, (eine Begulus- Stute) rannte nie,= Die Mutter von Scaramouch, Miss Harvey alias die Aying Mare, ein brau- nes Stut-Füllen vom Oronocko,(die Mutter von Stoie) Clotho und verſchiedenen Andern, rannte nie. Die Mutter des berühmten Pferdes Sweetbriar,( eine Shakespeare Stu- te) eben ſo.= Die Mutter von Bepulse, Mentor c., war nie verſucht.=- Auf der andern Seite waren die fol- genden Stuten alle gate Renner und alle erzeugten ſie Ge- winner. Brockles1y Betty(von Curven Bay Barb) Bonny Black(von' Black Hearty), Miss Nusham(von Hart- ley*s Blind Stallion), Bald Charlotte(von Old Royal), Miss Belvoir(von Grey Grantham), Boxana(von der Bald Galloway), Silberlocks(von dito), Spinster(von Partner), Couhing Polly(von Bartlels Childers), Du- chess(von Whitenose), die Mutter von Le Sang, Dux, Phoenix etc. Amelia( von dem Araber Godolphin), Gian- tess(von Matchem), Perdita(von Herod), Purity und Maiden(von Matchem), Brim(von Squirrel), Modesty Gvon Cade), Miss Cornforth(von Matchem), Tube- rose(von Herod), Sappho(von Begulus), Music(von Forrester), Molly long Legs(von Babraham), Fairy (von Shepherds Crab), Virgin(von Changeling), Dizzy (die Mutter des Grey Dorimand etc.) Miss Peeper(von Begulus), Virago(von Pantons Araber), Angelica(von Snap)»"Hyaena(von Snap), Principes8a(von Blank), A la Greque(von Regulus), Helen(von South), Cha- rity(von Alcides), Dove(von Matchless), ſie war die Mutter der Brunetto von Squirre], welche den Trumpator» MR 3 02 Cantator, Pipator 26 zur Welt brachte, Fanny(von Mer- !in), Couquette(von dem Compton Barb) Bozetta(von Squirrel), Sultana(von Young Cade), Miss Tims(Schwe- ſier des Pumpkin), Nuteracker(von Matchem), Curio- aity(von Snap), BPriestess(von Matchem), Zephir (von Squirrel), Milliner(von Matchem), Mopsque- czer(von Matchem), Grace(von Snap), Cunegonde (von Blanck), Impudence(von Eclipse), Atalante und Maiden(von Matchem).-- Von allen dieſen rannten die zwei Letten am häufigſten, und erzeugten die größte An- zahl Gewinner. Atalante war ohne Augnahme die beſte Stute ihrer Zeit im Königreiche,=- Die Folgenden Stuten waren „alle gute Renner, haben aber nie einen Gewinner erzeugt. Silvertail(von Whitenose), Blacklegs(von einem Sohn des Smiting Ball), Stately(von Mogul), Fair Rachael (von Babraham), Nothern Nancy(von Sir Wm. Midd- letons Shuirrel); Carton,(von Regulus), Fair Phyillis (von Othello), Nanette(von Matchem), Laura(von Losty), Nettle(von Bagazet), Lady Bell(von Mat- chem), Tipsy(von dito), Iris( von GI0I und Mary Davy(von Dainty Davy).= Im Ganzen ſcheint es, daß im nemlichen Zeitraume von ſolchen Stuten, welche weder trainirt waren, noch ge- laufen hatten, eine größere Anzahl Gewinner erzeugt worden, als von denjenigen, die als Wettrenner gebraucht wurden,= und daß die Zahl der Stuten, welche von guter Geſtalt wa= ren, und nachmals Gewinner erzeugten, diejenigen überſteigt, welche gute Rennpferde, aber mangelhafte Zuchtſtuten wa- Ir ren.= Obgleich es richtig iſt, daß es einige Stuten giebt von einer Conſtitution, ſtark genug, um die ſchwerſten Pro- ben augzuhalten, ſo iſt dieſe Regel dennoch keinesweges ohne viele Ausnahmen, und der Verfaſſer würde jedenfalls eine Stute von guter Geſtalt, Blut und Thätigkeit, wenn ſie nie trainirt worden war, als Zuchtſtute derjenigen vorziehen, welche ſchon als Wettrenner ſchr ſtark gebraucht geweſen.= Da- gegen würde er allemal einen Hengſt oder eine Stute, deren Temperament, Conſtitution, Schnelligkeit und Kraft geh- rig geprüft worden, dem- oder derjenigen vorziehen, die noch nicht geprüft worden, Es iſt zum Beiſpiel nicht zu bezweifeln, daß alle jene Stuten, welche gute Renner waren, ohne aber Gewinner zu erzeugen, ſich als ſchäßbare Zuchtſtuten erwieſen haben wür- den, wenn ſie nie als Renner gebraucht wären, und daß an- dererſeits die Mehreſten von jenen, die Gewinner erzeugten, aber nie als Renner gebraucht waren, ſich als gute Renn= pferde gezeigt haben würden, wenn ſie auf die Probe geſtellt worden wären; indeß bezweifelt er doch ſchr, daß viele un- ter ihnen in ſolchem Falle eine ſo gute Race hervorgebracht haben würden,= Beinahe in jedem Werk dieſer Art iſt viel über das be- rühmte Pferd Eclipse geſagt, aber es würde ihm ſehr lieb ſeyn, über einen ſehr wichtigen Punkt in Betreff dieſes Pfer- des eine genügende Meinung zu hören, nemlich: wo es ſeine außerordentlichen Kräfte her bekommen habe, da Marske, fein Vater, gewiß nicht eines der vorzüglichſten Pferde ge- weſen, oder wenn man ihn ſo nennen könnte, ſo war er wohl unter dieſen doch eines der ſchlechteſten ſeiner Zeitz; aber er wird hier ſeine Leiſtungen anführen, und es dann dem Leſer ſelbſt überlaſſen, darüber zu urtheilen.= Im April 1754 erhielt er zu Newmarket 40 Guineas von Herrn Cornwall, gegen deſſen graues Füllen von ſeinem Araber.= Am 8, Mai gewann er den Jokey Club- Preis von 100 Guineas und drüber, bei vierjährigem Alter 8 St, Gewicht in einem Lauf in der runden Rennbahn, indem er beſiegte Herrn Pantons Pytho, Herrn Crofts Brilliant, Lord Gowers Ginger, und Herrn Vernon's Beau.=- Jm fol- genden October überwand er mit 9 St. Gewicht Lord Trent- hams Ginger von Shok mit 8 St. 9 Pf. mit 300 Gui- neas.= Außer den obigen hat er nur drei Mal gelaufen, nemlich im April 1755, wo er durch Brilliant und Syphon übertroffen wurde.=- Im April und Mai 1756, als er in zwei Rennen, jedes für 4000 Guineas von Snap überwun- den ward, und im folgenden October hatte er Strafgeld ge- gen den Spectator zu zahlen,=: Spilletta(die Mutter des Eclipse, von dem Regulus und der Miss Western erzeugt) lief nur ein Mal, nemlich im April 1754 zu Newmarket, für einen Preis von 1. 50, und wurde von Royal Tantivy und Jason beſiegt.=- Wo- her denn, kann man fragen, hatten die außerordentlichen Kräfte ihres Abkömmlings Eclipse ihren Urſprung? da nach den Leiſtungen beider Eltern deſſelben es nicht angenommen werden kann, daß einer von beiden von ganz edler Geſtalt gewe- ſen ſeyn könne, oder durch hartes Wettrennen an ſeiner Con- ſtitution gelitten habe.= Obgleich Spilletta noch einen Bru- = 9= der des Eclipse hervorbrachte, ſo erwies dieſer ſich dennoch nur als ein mittelmäßiger Renner, und da ſie außerdem nichts von hohem Werth hervorgebracht hat, ſo iſt es ſchwer, ein entſcheidendes Zeugniß zu ihrem Vortheil zu geben. Es iſt wahr, daß Marske noch viele gute Renner erzeugt hat; aber eben ſo gewiß iſt es auch, daß nach den bewunderten Lei- ſtungen des Eclipse, er auch die beſten Stuten in England zur Deung erhalten hat.=- Squirt, der Vater des Marske, war erzeugt von Bartklett8 Childers, und Regulus, der Va- ter der Spilletta, von dem Araber Godolphin; und wenn es nicht unrecht iſt, ſeine Vorzüglichkeit ſo entfernter Ver- wandtſchaft zuzuſchreiben, ſo iſt es nicht zu bezweifeln, daß er von der edelſten Race abſtammte, und von der einen Seite von demſelben Stamm, aus welchem das einzige Pferd er- zeugt war, welches man mit ihm vergleichen könnte, nemlich: Flying Childers; aber der Verfaſſer führt dieſe Meinung durchaus nicht als vollſtändig überzeugend oder genügend an,=- Anmerkung. Seitdem Obiges geſchrieben, haf dex Autor mit vie- lem Bergnügen das vortrefflihe und gelehrte Werk des Herrn John Lawrence, Geſchichte und Beſcheibung des Pferdes,(Hi- Story and Delineation of the Haorse) gelefen, und daraus viel Belehrung und Unterhaltung geſchöpft, und hier findet er zum er- ſten IMal eine bemerFenswerthe Erklärung über einen ſo oft ange- führten Zweifel im Betreff des wahren Geſchlechts- Regiſters des Eclipse; aber früher Fonnte er es ſich nie erflären, von welchem andern Pferde man es erwarien fönnte, dem Marske dieſe beſon- der& Ehre ſtreitig zu machen,=» Shakespeare, das Pferd, wel- ches Herr Lawrence anführt, das nach ſeiner Meinung einen An- ſpruch auf dieſen Nuhm hat, war gewiß voll von dem Blute des Arabers- Darley, und da er der Bater von Flying Childers war, ſo ſpricht dieſer Umſtand nach des Berfaſſers Dafürhalten zu Gun- 60 ſten von Herrn Lawrence's Räſonnemenk.== Shakespeare wurde erzeugt durch Jnzucht und geht auf beiden Seifen zurü> bis zum Araber Darley. Er war erzeugt von Hobgoblin, ſeine Mutter (die Feine Hartley Stute) von Bartletts Childers, Bartletts Childers von dem Araber Darley,=- Hobgoblin von Aleppo, -=- Aleppo von dem Araber Darley.=- Er wird indeſſen einen andern Fall von einer Stute anfühe- ren, welche nur ein Pferd von ſehr ſchöner Geſtalt hervor- brachte, nemlich: die Mutter von Bay Malton, welche Otho, Jerkin, Boyal George, King Herod, Asham, Turf, Car- dina] Puff u.ſ.w., die beſten Pferde der Zeit, überwand,=- Er war gezeugt von Sampson, ſeine Mutter von Cade, er war ihr erſtes Füllen, und(mit Ausnahme des Treasurer, eines mittelmäßigen Pferdes) das einzige, welches rennen konnte, obgleich ſie verſchiedene andere von Sampson, Sha« kespeare, Engineer 2c, hervorbrachte.-- Dieſes und viele andere Beiſpiele, die hinzugefügt wer- den könnten, beweiſen auf das Klarſte, daß die Pferdezucht nicht auf beſtimmte Negeln zurück geführt werden kann; aber daraus folgt nicht, daß es ganz dem Zufall überlaſſen bleiben ſollte; im Gegentheil kann nach ſeiner Meinurg die Pferdezucht in allen ihren Zweigen nie zu genau beachtet und unterſucht werden; und der Züchter, welcher ſeine Stuten und Hengſte mit Aufmerkſamkeit in Rückſicht auf Abſtam- mung, Ebenmaaß, Temperament und Conſtitution, über- haupt auf alle die Punkte, die am wahrſcheinlichſten das Weſentliche der Schnelligkeit und der Kraft erzeugen, zuſam- men bringt, muß allemal einen beſſern Erfolg haben, als derjenige, der dieſe feſtgeſeßten Regeln gar keiner Aufmerk= zu. 561. ve ſamkeit würdigt.= Es iſt, wie ich glaube, Sache der Meinung, ob die Zuzucht im Allgemeinen mehr dem Vater oder der Mutter ähnlich iſ?.= Es iſt nicht zu bezweifeln, daß ſie von Beiden annehmen, obgleich zuweilen mehr von dem Einen als von dem Andern,= Die Abkunft von eini= gen Stuten wird häufig das Mehreſte von der Mutter an- nehmen; von andern das Mehreſte vom Vater, und zuwei- ſen wird ein Füllen das Mehreſte von der Stute, und viel- leiht das nächſte das Mehreſte vom Hengſt annehmen u, ſ,w« = Auch ereignet es ſich wohl zuweilen, daß die Abkömm- linge etwas von den Eigenſchaften des Großvaters, der Groß» mutter, oder eines andern entfernten Verwandten an ſich ha- ben, und obgleich ſich dieſes nicht ſo oft zuträgt, um ſtark in die Augen zu fallen, ſo iſt es dennoc) nicht ohne Ge- wicht, da ihre Eigenſchaften in einem mindern oder höheren Grade auf die Nachkömmlinge übergehen, und daher rührt auch jeßt der Werth und die Vorliebe für das Geſchlecht und die Verdienſte der Voreltern durch viele Generationen,= Der Verfaſſer muß indeſſen bekennen, daß er im Allgemeinen ge- neigter iſt, der Mutter mehr als dem Vater zuzuſchreiben, und hat in ſv weit die beſtimmte Meinung, daß es wahr- ſcheinlicher iſt, daß eine gute Stute, von dem ſchlechteſten Beſchäler edler Race gede&t, einen Renner erzeugt, als dies von einer ſchlechten Stute, von dem ſchönſten Beſchäler in England gedeXt, zu erwarten iſt, und daher kann Jemand, der gute Stuten beſißt, irgend einen Beſchäler in Ruf brin- gen,= Durch Zufall oder eine andere unerklärbare Urſache hat es ſic< ohne Zweifel wohl ereignet, daß eine gute Stute 62 vder eine ſolche, die ſich als guter Renner gezeigt hatte, und nachmals auch durch einen Beſchäler von ſchöner Geſtalt ge- de>t worden, nicht nur kein Pferd gezeugt hat, welches dem Vater oder der Mutter an Werth gleich zu ſtellen geweſen wäre, ſondern überhaupt als Renner ohne allen Werth.=, Anmerkung. Des Herrn Chas. Bunbüry's Eleanor, Lord Gros- venors Meteora und Plover ſind Beiſpiele hievon,== aber ge- wöhnlich iſt dann doF4 das Gegentheil anzunehmen, und in neun Fällen unter zehn wird es anders ſeyn, da eind ſo plößliche Aug- arfung etwas Ungewöhnlides»iſt, au& mit den gewöhnlichen Na- turgeſeßen nicht übereinſtimmt.=- Er haf indeſſen noh niemals gehört, daß eine ſt, ein gutes Pferd hervorbringen wird.== Es, iſt zur allgemeinen Gewohnheit geworden, eine Race mit der andern zu kreuzen, und oft iſt dieſe ſo weit getrieben, daß man einem Hengſt von ſchlechterer Geſtalt und Werth den Vorzug vor einem gegeben hat, welcher von beiden Sei- ten von der edelſten Race abſtammt,=- Man wird indeſſen finden, daß viele von unſern beſten Pferden in beiden Linien von derſelben edlen Race abſtammen, und er iſt ganz der Meinung, daß wir die edlen Racen ſo viel als möglich, ja ſogar in der naheſten Verwandtſchaft ſollten zu erhalten ſu- en laſſen ,, beſonders deshalb, weil ſich alsdann das Blut des Herod und Eclipse trifft, wie man zu ſagen pflegt, oder mit andern Worten: weil ſich hier die zwei Haupteigenſchaften der Schnelligkeit und der Kraft mit einander vereinigen.= Zum Beiſpiel: Whis- key, Waxy, Coriander, Precipitate, Calomel, Overton, Gobanna und Benningbrough waren alle von Herod Stu- ten, durch Söhne von Eclipse gezeugt, und ſind als Wett- renner und Beſchäler zu gut gekannt, um einer weitern Er- wähnung zu bedürfen.=- Ebenfalls Eagie, Hambletonian, Warter, Oscary, Champion, Parasol, Sancho, Meteora und Dick An« drews, waren alle von Highflyer Stuten durch Söhne von Eclip3e gezeugt, und Highflyer war von Herod gezeugt.= Haphazard war von Sir Peter gezeugt, ſeine Mutter Miss Hervey von Eclipse. Walton von Sir Peter, ſeine Mut- ter von Dungannon, Dungannon von Eclipse mit einer Herod Stute.=- Houghton Laſs von Sir Peter, ihre Mutter Alexina yon King Fergus,=- King Fergus von Ecltipse.=- Der Vater und die Mutter der Abkömmlinge in dieſem Falle, gleich denen von Grey und Chesnut Skin und vieler andern bereits angeführten, ſind von demſelben Pferde gezeugt.== Waltön hat das Mehreſte von dem Blute des Herod, indem Dungannon(der Vater von ſeiner Mut- fer) von einer Herod Stute( Aspasia) war, und er iſt da= her in ein und demſelben Geſchlecht, obgleich nicht in ganz naher Verwandtſchaft, gezeugt, Des. Herzogs von Grafton << Eve-- von Imperator, (] v 1 x x v v" Conductor, ---=" Stut-Füllen- Springht1y, ein Hengſt-. und ein Stut- Füllen 2 purt,; und nicht eins von dieſen war mit den drei Pferden von He- rod zu vergleichen.; Fünftes Beiſpiel: Twinger( Spectator, Gohn des Crab. &. Jasper, nachmals Brutus. Gamesome. Blank. Araber Godolphin. 1 Kleine Hartley Etute. Blossom, eine Tochter des Crab: 4 Gamesgome hafte drei Hengſtfüllen von andern Beſchälern, aber keines davon war mit Twinger oder Brutus zu ver- gleichen. Sechstes Beiſpiel: Eine Stute,( Shakespear Hobgoblin. Kleine Hartley Stute. Miss Mere- ſ Cade. dith L&rine Hartley Gtute, war die Mutter'von Sweet Briar und Miss Meredith, erzeugte ebenfalls die Mutter von Chalkstone mit Shepherd's Crab; die Mutter von Betsey mit; Shock, die Mutter von Xing William mit Snap. Keines war aber von derſelben Figur wie Sweet Briar, oder als Beſchäler ihm gleich. ' Siebentes Beiſpiel: Girandola( Rocket Blank Fancy Crab, eine Partner Gtutfe. Fidget(Spectator J Crab, eine Partner Gftufe. Gaudy, Schweſter ſ Blank, der ChrySolite, 1 Blossom, Toter desCrab. Das Pferd hatte einen innerlichen Fehler, muthmaßlich den Nierömnſtein; aber war es geſund, ein vortkrefflicher Renner, Er war dem Confederate gleich zu ſtellen, und den ſieben*) andern von Fidget gezeugten Füllen bej weitem vorzuziehen.= Achtes Beiſpiel: Damper(Spectator ſ Crab, eine Partner Eftute. Blank f Araber Godolphin. LU Kleine Hartley Stute. Fancy S Crab, L die Widdrington Gtute mit Partner. Nancy erzeugte den Termagant und vier andere Füllen mit dem Araber Panton; Dainty, Damsel und Dolly mit Snap, Nancy Darling mit Bells Araber, Dance mit Squirrel und Plun- der mit Herod.=- JT) muß bemerken, daß Damper ein faules,"ſc O'Bradley( Todhter von| Snake Fſ Lister Türf, UL Tochter von Ff Hautboy. L Tochter von ſ Hautboy. Dieſes Pferd gewann ſo viele Preiſe, als beinahe irgend ein ] Pferd je gewonnen hat, beides mit ſchweren und leichten Ge- 94 wichten, und daſſelbe kann mit Recht als das erſte Pferd ſei'| ner Zeit betrachtet werden. Er lief ungefähr um das Jahr| 1746.= Wir haben nun nur noch das Geſchlechts- Regiſter des Eclipse zu unterſuchen, und nach demſelben können wir mit Recht annehmen, vaß"deſſen Schnelligkeit von der wiederhol- ten Kreuzung des Lister Türk und Hautboy herſtammte.=- Fc kippe: ſ „Taus Marsk. Spilet-[Regu= ſ Araber Godolphin, ta. Squirt/ Bartletts, q Araber Darley. Childers, 1 Betty Leeds« Mutter von Caroline und Shock/ Snake, ſListerTürf, | Tochter u Hautboy« Tochter von ſ Hautboy. Tochter| Hutton's ſ Hutton's bay Türk, von|Blacklegs. I Todter Nn Coney- ſ ListerTürf. Skins,, Lochter von j Hautboy» Toter von( Fox Cub,| Clumsey, N Ib: 4) Tochter vomF Araber S L Leeds. Tochter von| Coney- ſTisterTürk. Skins, 1| Tochter von j Hatn. gr.| UL Barb. jus. Y Tochter von f Balt Galloway,| Tochter von( Snak& FSListerTürf. 1 Hautboy.| OldWilkesvonHautboy, | We- J Old Mon- Stern, tagne, Tochter von| Hautboy» LTodter von ſ Brimmer» L Moth.| Smith's Sohn Snake. Spiletta hatte ein Stutfüllen von des Herzogs Araber, und ein Stutfüllen von Chrysolitez aber obgleich beide ſehr gute Beſchäler waren, ſo iſt doch zwiſchen der Geſtalt dieſer Fül- len und der des Eclipse gar feine Vergleichung, anzuſtellen; deſſen Vorzüglichkeit, ich wiederhole es, nur durch die öftere Kreuzung erklärt werden kann, mit Lister Türk und Haut- boy, einem Blute, das ſich immer traf oder zu einander paßte,= Beobachtungen über den Character und das Blut "unſerer Renn-Pferde in frühern Zeiten, mit einer Beſchreibung Dex mehreſten ausländiſchen Hengſte und ner„Ab run t. E; iſt unmöglich, daß irgend Jemand, der von der Zucht der Rennpferde unterrichtet, oder ein Freund derſelben iſt, unſre jeßige Pferdezucht ſowohl als die der frühern Zeit be- trachten kann, ohne ſich zu wundern, daß das arabiſche und ausländiſche Blut, welches in vergangenen Zeiten mit Recht ſo hochgeſchäßt wurde, nun ſo ganz aus der Mode gekom- men iſt.= Ungefähr von dem Jahre 1768 an bis auf die jeßige Zeit ſind, wie es ſcheint, arabiſche und ausländiſche Hengſte nicht viel gebraucht worden; aber ihre glorreichen Nachkommen, vorzüglich Herod, Matchem und Eclipse ha- ben auf das edelſte das Blut fortgepflanzt, von- welchem ſie herſtammten,-- Haben wir indeſſen ſolHhe Pferde als dieſe, es ſey Ren- ner oder Beſchäler, zur jeßigen Zeit?=- oder ſind die jeßi- gen Pferde, im Allgemeinen genommen, der unmittelbaren Ab- kunft dieſer berühmten Rennpferde gleich Zu ſtellen?=- wenn nicht, ſo ſeßt dieſes die Frage: ob unſer Blut ſich fortſchrei- tend verſchlechtert hat, außer allen Zweifel,=- Um dem Le- ſex die Mühe einer weiteren Vergleichung zu erſparen, ſo wird der Verfaſſer hier die Geſchlechts- Regiſter jener berühm- ten Pferde einrüken, um zu zeigen, wie viel ſie von dem arabiſchen und fremden Blute in ſich hatten,= Der Byerley Türk erzeugte: Jigg«+. mit einer Spanker Stute, erzeugte Spanker, gezeugt von D'Arcey's gelben Türk; „-“-. 4 Partner. erzeugte MWartar, 4 7 erzeugte Herod 5 ea enn umm IZ zZ 5 an“ Cade,. | ||/ erzeugte Matchem Gainks Whynot(Sohn ſeines Berbers), ſeine Großmutter, eine Königl. Stute, mit einer Partner Stute,= Partner von Jigg, Sohn des Byerley Türk, ſeine Mutter von der Curven Bay Berber, Sorcerer und Re- membrancer ſind, wie er glaubt, die einzigen Beſchäler, die von dieſem Blute übrig geblieben ſind, und angemerkt zu werden verdienen.= -) Die Königl. Stuten waren von dem Stallmeiſter König Charles II. in England eingeführt: einige ihrer Abkömmlinge ſind ſo genannt. Der Araber Darley erzeugte: Barkletts Childers mit einer Carless Stute(Betty Leeds), zeugte Carleſs von Spanker, mit einer Barb Stute; Squixt, mit einer Snake Stute,=-- Snake von Lister Türk, mit einer Tochter von Wilkens O149 Haut- boy, von dem Sedbury Türk, mit einer Königl. zeugte Stutez Marsk. mit einer Blacklegs, genannt die Buby Stute, Blacklegs von Huttons Bay Barb, ſeine Mut- ter von. Coneyskims, eine Tochter von Wilke's Hautboy, von dem Sedbury Türf, mit einer zeugte Königl. Stute.== Eclipse, mit einer Begulus' Stute( Spiletta), Regulus von dem Araber Godolphin, ſeine Mutter, Grey Bobinson, von der Bald Galloway, St. Vicko1 er Barb. Wenn unſer jetziges Geſchlecht edler Pferde(blood hor- ges) vorzüglicher iſt, als dasjenige früherer Zeit, ſo iſt an- zunehmen, daß. eine weitere Verbeſſerung nicht thunlich iſt, und ſo iſt die Sache zu Ende.=- Aber, wenn die früheren Pferde beſſer waren, als die jeßigen ,„ ſo fordert der gemeine Menſchenverſtand nichts weiter, als wieder zu demſelben Blute zurük zu gehen, welches dieſe Vorzüglichkeit hervorbrachte. =- Niemandem iſt es unbekannt, daß unſer beſtes Blut alles von den Arabern, Türken und Berbern ſtammt; und es muß anerkannt werden, daß ſie daſſelbe, wegen der Vorzüglichkeit ihres Stammes, in hohem Grade beſeſſen; und wenn, wie eit 102 7 früher bemerkt, unſer jeßige Stamm ſchon ſv weit von je- nem Blute entfernt, an Schnelligkeit und Ausdauer mangelz- hafter iſt, als jene näheren Abkömmlinge von demſelben, ſo liegt das Heilmittel klar vor Augen: man gehe nur zu der- ſelben Quelle zurü&, wo dieſe Vorzüglichkeit ihren Urſprung hatte.= Da der Verfaſſer nicht eitel genug it, zu glau- ben, daß irgend eine eigene Meinung von ihm über dieſen Gegenſtand Einfluß auf die eines Andern haben wird, ſo will er ſich, ſo viel als möglich, hauptſächlich auf Thatſa- t,*) aber zu erwarten, daß ſie mit ſchlechten Stuten gute Renner hervorbringen ſollten, iſt ohne Zweifel zu viel erwartet,= auf jeden Fall heißt das: von dieſen mehr als von irgend einem unſerer einlän- diſchen Beſchäler erwarten; und wenn dieſes der Prüfſtein ih- rer Zeugungsverdienſte iſt,(wie er weiß, daß es in einigen Fällen geſchehen) ſo kann dieſes nicht als ein richtiges Kenn- zeichen betrachtet werden, um darnach auf die eine oder die andere Art zu entſcheiden. Und wenn wir auf Thatſachen ſchen, in Betreff ihrer früheren Vorzüglichkeit als Beſchäler, ſo wird Jedermann, welcher die Frage unpartheiiſch betrach» tet, wie ich glaube, mit mir übereinſtimmen, daß es mehr als wahrſcheinlich iſt, daß wenn ſie eine gleiche Zahl von guten Stuten mit irgend einem andern beliebten Beſchäler der jeßigen Zeit gede>t hätten, die Abkurft, ſo wie früher, in vorzüglicher Form erſcheinen würde, beſonders auch im Lauf mit ſchweren Gewichten.=- Dieſe Meinung, obgleich in dieſer Zeit auffallend, iſt nicht auf Theorie, ſondern auf die unleugbarſten Beweiſe gegründet: indeſſen, ehe ich fort- fahre, dieſe Behauptung zu beleuchten, oder weitere Bemer» kungen über die Urſachen zu machen, welche die mindere Schäßung des ausländiſchen Blutes veranlaßt haben, will ich einige Bemerkungen über die arabiſchen Pferde herſeßen, welche vielleicht für Einige nicht weniger intereſſant ſeyn wer- . EIER geſagt worden, daß die Wellesley Araber einige mit- telmäßige Stuten gehabt haben, aber es iſt zu bezweifeln, ob ſelbige reine Araber waren. -- 104- den, da ſich dieſelben auf meine eigene perſönliche Kenntniß und aufmerkſamen Beobachtungen, während eines langen Auf- enthalts an den Grenzen von Arabien, und gelegentlich auch in Arabien ſelbſt, gründen.=- Das wüſte Arabien iſt nac) meiner Meinung das Va- terland des urſprünglichen Race-(blood) Pferdes, denn da ſicht man nur Ein Geſchlecht der Pferde, und alle zeigen das edelſte Blut.=- Sie ſind klein, mit ſchönen Köpfen, rein und weit zwiſchen, den Knieba>en, große offene Naſenlöcher, Haut, Mähne und Scweif dünn, breite ſehnige Füße, große vorſtehende Musteln, ſehr lebhaft, do% ohne Tücke, und im Stande, mit ſchweren Gewichten lange auszudauern,' und dabei erhalten ſie ſich da gut, wo“ die mehreſten andern Pferde verhungern würden,== Die Maber in den Wüſten ſelbſt reiten nur Stuten, denn da ſie fortwährend in„Zelten leben(ihre Stuten und Füllen auch einen Theil ihrex, Famiz lie bilden) und häufig verfolgen oder verfolgt werden, ſo gehen gewöhnlich ihre Stuten, fertig geſattelt, nur mit ab= genommenem Zügel, los vor den Zelten„' und ſind ſo abgerich= tet, daß eine jede nach dem Ruf ihres Herrn hört,= Hengſte würden natürlich nicht ſo ruhig ſeyn.=- Eine andere Ur- ſache, warum ſie nicht Hengſte brauchen, iſt, weil dieſe wie- hern, und dadurch off eine Annäherung entde>en würden.=- Der Verfaſſer hat ebenfalls von dieſen Arabern erfahren, daß Stuten Strapazen, Hunger und Durſt mit mehr Geduld als Hengſte, wie auch die Hiße beſſer ertragen.=- Aus dieſen Gründen- wird eine Stute in dieſem Lande weit höher als ein Hengſt geſchäßt; und da der Eingebornen -> 1,05= Leben und Schickſale ſo oft von ihren Pferden abhängen, ſo ſind ſie denſelben auch ſehr zugethan, und ein Vater, der ſeinen Sohn mit einer Lieblingsſtute beſchenkt, oder ſie ihm vermacht, wird ſo betrachtet, als habe er ihm ein reiches Erbtheil gegeben.=- Kein Wunder alſo, daß ſie ſo ſchwer zu erhalteh ſind,==*) * Die folgende Erzählung mag dazu dienen, dieſes zu beſtätigen, und zu zeigen, welchen Widerwillen die Araber haben, ſich von ihren Gtufen zu trennen: Der Autor befand ſich einſt am Euphrat, währ rend ein Haufen Araber aus der Wüſte plößli< ein Dorf über- fiel und plünderte, das gerade über dem Schiffe lag, auf welchem er ſi befand,=- und da er hinlängliches Bertrauen. zu der Gaſt- freundſchaft und den friedlichen Geſeßen gegen jeden Fremden, det ſim ihnen zu nähern gefrauf, beſaß, ſo wagte er ſi ans Land, nur in der Abſicht, ibg Pferde zu ſehen.=-- Sie ritten alle meh- renfheils Gdte dex Autor einen Araber nach der Haupt- ſtadt von Nidgel(Dereyah) mit einem Briefe und Geſchenken an den Befehlshaber, um einige Hengſtfüllen und, wo möglich, auch eine oder zwei Stuten zu kaufen,=- indeſſen der Mann ſtarb auf dem RüEwege, und da ſein Bruder dringend verlangte, denſelben 106 Stutfüllen werden daher mit der größten Sorgfalt erzo» gen,= ihre Nahrungsmittel ſind nur ſchr kümmerlich, ihr gewöhnliches Futter iſt Weide, Gerſte und Strohſpreu, aber es wird ihnen geſtattet, eine lange Zeit an den Stuten zu ſaugen, und ſie erhalten Kameelmilch in Ueberfluß.=- An- dererſeits werden die Hengſtfüllen oft getödtet, aber zuweilen (wie er ſelbſt geſehen) werden ſie nach einer benachbarten Stadt gebracht, 42 oder 148 Monate alt, halb verhungert, ohne Sattel oder Zaum geritten, aber gelenkt mit einem klei- nen frummen Stö>chen(welches dieſe Araber immer brau: hen), indem ſie ſich unter ihrer Laſt biegen, und werden ſo für jeden Preis verkauft; doch ſo hoch wird dieſes Blut noch Verſucß zu machen, ſo wurde ihm Aeſes geſtattet; auch er war dem Gterben, nahe, fam aber doh mit drei Hengſtfüllen zurück, obgleich) es ihm nicht gelungen war, eine Säfte zu bekommen, ausgenommen eine unfruchtbare.== Während der Verfaſſer in jenem Theile der Welt war, erin» nert er ſic, eine Erzählung von einem Araber gehört zu haben, welcher über 80 Jahr alt und niemals frank geweſen war,=- die- ſer hatte eine Lieblingsſtute, die ihn 15 Jahre lang unter Neid und Bewunderung Aller in vielen Gefechten und auf langen Mär- ſchen getragen, ihm auch verſchiedene ſhäßbare Füllen gebracht hatte.= Als er nun Franf wurde, ſchenfte er die Stute und ei- nen Säbel, der ſeinem Vater zugehörig geweſen, ſeinem älteſten Sohn, und erinnerte ihn, ja den Werth zu erkennen, und ſic) nie zur Ruhe zu begeben, ohne zuvor beide ſo blanE wie einen Epie- gel gepußt zu haben. In dem allererſten Gefene Luft und der Boden von Arabien ſcheinen von der Natur beſonders geeignet zu ſeyn, Ausdauer und Muskelkraft ſowohl in den Thieren als in den dort wohnenden Menſchen zu erzeugen. Die Antelope„«( das ſchnellſte Thier in der Welt) lebt häufig da, iſt jedo< weit kleiner, ſchöner und ſchneller, als daſſelbe Thier in Perſien, der Türkei oder Indien; und ſelbſt die Beduinen(oder. die Menſchen, welche dort wohnen) obgleich dem Anſehen nach die elendeſten Geſchöpfe, welche er je ge- ſehen, augenſcheinlich nichts als Haut und Knochen, wie ihre Pferde, können die außerordentlichſten Strapazen und Entbehrungen ertragen, ja ſogar zwei oder drei Tage in die- ſem brennenden Klima ſich ohne Waſſer behelfen:=- gewiſſe Urſachen haben auch gewiſſe Folgen, und er möchte glauben, daß es eben ſo unwahrſcheinlich iſt, daß man in Marſch- ländern und Sümpfen gute Renner, ihr Blut ſey ſo gut als es wolle, erziehen könne, als gute Zugpferde in den Wüſten Arabiens.= Die Erſteren würden zu fleiſchig und phleg- <==“ un<< IE eamargäg Ea EE we EREN... ana wg EEt wurden, und ein ähnlicher Fall kann vielleicht in dieſen Tagen die arabiſchen Pferde wieder in Aufnahme bringen.=-- Gewiß iſt es, daß das arabiſche Blut die beſte Abkunft von Rennpferden erzeugt hat, die wir je gehabt haben, und die Frage, warum dieſes jeßt nicht eben ſo ſeyn ſollte? fällt natürlich Jedermann auf, der über den Gegenſtand nachdenkt;=- die einzige Urſache, welche er anführen kann, warum es nicht geſchehen, iſt nur die, daß ent- weder die Hengſte nicht ſo gut als die frühern geweſen ſind, pder daß ſie keine guten Stuten gehabt haben; in der That glaubt er, daß keine Vollblut- Stuten jeßt mehr mit der Ab- ſicht zu ausländiſchen Hengſten geſchit werden, um Renn- pferde zu erzielen, ſondern, wenn denn unſere Race ausge- artet ſeyn ſoll,(welches, wie im höre, die allgemeine Mei- nung iſt) ſo muß die Möglichkeit, einen ſolk iſt.= Es ſcheint, daß unſere jeßigen Rennpferde im allgemeinen höher ſind, als früher, während in den Beſchreibungen der berühmteſten Beſchäler früherer Zeit 45 Hände hoch ein großes Pferd ge- nannt wird,=- Der Autor iſt zu glauben geneigt, daß die- ſes daher rührt, daß unſre Zucht höhere Schenkel hat, und nicht ſo viel Körper, Knochen und Muskeln, und aus die- ſem Grunde auch nicht im Stande iſt, ſo ſchwere Gewichte zu kragen, oder ſo guf für die Dauer zu läufen.= Aber iſt es nicht eine natürliche Folgerung, daß unſere jeßige Art des Wettrennens auch die Geſtalt unſerer Rennpferde geän- dert haben müſſe? früher liefen ſie weite Stre>ken mit ſchwe- ren Gewichten, und jeßt kurze Entfernungen mit leichten Ge- wichten.= Er iſt keinesweges ein Vertheidiger der Viermei- len- Rennen mit Gewichten, wie. es früher ſo-ſehr Mode war, aber vielleicht würde die Mittelſtraße zwiſchen dieſem und dem gegenwärtigen. Syſtem wünſchenswerfh. ſeyn.= Eine Meile iſt nicht hinreichend, zum das Blut, irgend" eines Pferdes zu prüfen 3; und obgleich. die gänzliche Abſchaffung von heats in vieler Rückſicht ſehr zu loben iſt, ſo würde doch,. wenn die großen stakes zwei oder drei Meilen und mit leich- ten Gewichten wären, dadurch unſer beſtes Blut erzeugt und erhalten werden. Weite Stre>en und heats mit ſchweren Gewichten vernichten ohne Zweifel bald die Schnelligkeit und ſind für die Menſchlichkeit nicht ſehr rühmlich; but bonesty iſt gewiß die wahre Probe des Blutes, und früher wurde angenommen, daß kein Hengſt das allgemeine Lob als Be- ſchäler verdiene, als bis ſich derſelbe auch auf dem Rennplaß als ein gutes Pferd gezeigt hätte,=- aber jeßt würde ei- nem Pferde/ das the Derby gewonnen hat, allgemein der Vorzug vor dem beſten Pferde über den B. C. gegeben werz den.= ES iſt keinem Zweifel unterworfen, daß die Araber nicht nur dem Anſchein nach, ſondern auch in der Wirklich- keit, den erſten Anſpruch auf angeborne Reinheit des Blutes haben, welches augenſcheinlich durch das Klima, das Futter, die Behandlung und Kenntniß in unſerm Lande verbeſſert worden iſt; aber können nicht dieſelben Urſachen, die anfangs zu dieſer Verbeſſerung geführt haben, im Lauf der Zeit, auch zur Augartung beigetragen, ohne eine gelegentliche Wieder- 8* einführung des Blutes,' von welchem dieſe Vollkommenheit. urſprünglich herſtammt, um diejenige Ueppigkeit gut zu ma- hen, welche die natürliche Folge von ſtarkem Futter und ei- nem weniger'tröcnen Klima iſt, wodurch| eine Neigung zur Vermehrung des Fleiſches und der Säfte 26. entſteht, wodurch aber auch“ in demſelben Maaße die Elaſtizität und Feſtigkeit der Muskeln und Stärke der Sehnen vermindert wird, kurz alle jene Eigenſchaften,* welche ein vorzügliches Blut anzei- gen.=* Der Autor hat Pferde in Perſien geſehen, von wel- ſchwer, dieſes überflüßige Gewicht wie- Der fort zu ſchaffen.=- Er iſt der entſchiedenen Meinung, daß nicht nur ihr Fleiſch, ſondern auch ihre Knochen und Sehnen. weniger dauerhaft ſind, als die jener, welche mit mehr hartem und fröftigen Futter genährt find und tro>en und''warnte gehalten werden; dieſe ſind gewiß viel beſſer, und ihre vorzüglichere Stärke, Muth und Thätigkeit ſind außer allem Zweifel.== Die Natur ſtattet die Thiere mit verſchie- denen Eigenſchaften aus, nach dem Klima, Boden 2c,, in welchem ſie zu leben beſtimmt ſind, und obgleich Kunſt und Sorgfalt und eine genaue Kenntniß und ſen'das Rennpferd hier zu einer größern Vollkommenheit als in irgend.einem andern Theile der Welt gebracht. haben, ſo iſt dieſes doch immer nicht ihr vaterländiſcher'Boden,= Er glaubt nicht, daß ein engliſches Zugpferd länge in Arabien leben, viel weniger ſeine Gattung verbeſſern würde; es würde ſich da ſchneller verkleinern, als ſich das arabiſche Blut hier vergrößert, weil die Verſchiedenheit des Zuſtandes weit grö- ßer ſeyn würde; deun wir können das Fehlende durch wärme Ställe und Deen, beſſeres Futter, größere Sorgfalt und Bequemlichkeit, als die Leßteren in ihrem Vaterlande haben, Liebe zum Rennwe- erſeßen, wo(was auch dagegen geſagt worden ſeyn mag) dieſe, er kann es bezeugen, nichts von ſolcher Sorgfalt oder Futter erhalten, als wir in dieſem Lande für das gemeinſte Pferd nothwendig erachten,= indeſſen iſt es nicht zu be- zweifeln, daß eine ſchlechtere Pferdegattung, welche dort le- ben und ſich fortpflanzen könnte, ſich auch(ohne Vermi- ſchung mit einem andern Geſchlecht) fortſchreitend im Blute eben ſo verbeſſern würde, als die aus jenem Klima bei ei- nem ähnlichen. Wechſel ausarten würde,= oder in demſel- ben Verhältniß der natürlichen Tendenz einer jeden Oetrtlich- keit gewiſſe Eigenſchaften bei dem Einen zu erzeugen, und ſie beim Andern zu vermindern.=- Er wird nun eine hinläng- liche Anzahl von Beiſpielen anführen/ um die außerordentli- ken, wurde dieſe dem Araber zugeſellt, welche von die- ſer DeXung Lath gebar, das erſte Pferd, das der Araber Godolphin erzeugte. Cs würde überflüßig zu bemerken ſeyn, daß er mehr zur Verbeſſerung unſeres Blutes beigetragen hat, als irgend ein anderer Beſchäler vor oder nach ſeiner Zeit, =- es iſt ebenfalls unnöthig, alle ſeine Abkömmlinge aufzu- zählen; er war außerdem der Vater von Cade, Begulus, Blank, Babraham, Bajazet, Old England 2c. 26.3 es war mit ihm kein Geſchlechts- Regiſter herüber gekommen, und es iſt auch nicht bekannt, von wo er urſprünglich eingeführt worden.= Cs heißt,> daß Herr Coke ihn aus Frankreich brachte, und daß er wirklich einen Karren in den Straßen von Paris gezogen haf. Der Verfaſſer will hier das Ge- ſchlechts- Regiſter der Roxana geben, der Mutter von Lath und Cade, mit dem Araber Godolphin, um zu zeigen, wie voll von ausländiſchem Blute dieſe Pferde waren, Cade war nicht ein ſehr guter Renner, welches der Verfaſſer dem Um- ſtande zuſchreibt, daß Cade ſeine Mutter verlor, als er zehn Tage alt war, und. künſtlich: aufgezogen wurde; aber er zeigte ſich als einen unſerer beſten Beſchäler( der beſte Beweis von gutem Blut), er war der Vater von Matchem, Changeling, Young Cade und vieler andern berühmten Beſchäler und 0055 14 EO 7 220 Zuchtſtuten, welche in den Annalen der Wettrenner zu finden ſind.== Boxana war gezeugt von dem Bald Galloway; ihre Mutter(Schweſter von Chaunter) von dem Türken Acaster, die Großmutter vom Araber Leeds(Vater des Leeds) mit einer Tochter des Old Spanker.=-- Bald Gal- loway war gezeugt von St. Victors Barb, ſeine Mutter von Fenwi>s Whynot(Sohn von ſeiner Barb), ſeine Groß- mutter von einer Königl. Stute.=*) Der Araber Darley war das Eigenthum des Herrn Darley von Buttercramb nahe bei York; ein Bruder dieſes Herrn wohnte im Auslan- de, und ſchikte denſelben als ein Geſchenk herüber. Indeſſen fann der Autor nicht finden, daß" ein Geſchlechts- Regiſter mitgeſchidt worden, auch erfahren wir nicht, von welchem Theil des Landes er her kam;= Er führt dieſes nur an, um zu zeigen, daß wir nicht ſo peinlich ſeyn ſollten, wenn wir einen Araber von guter Symetrie und Blut finden,(wie denn kein Zweifel obwalten kann, daß das Blut gut iſt) einen Verſuch mit ihm ohne dieſe Umſtände zu ma- chen, auf welche er ſeinerſeits nur wenig Werth ſeßen würde, = Er war der Vater des berühmten Flying Childers, wel- her als das ſchnellſte Pferd in der Welt gegolten hat; gleich vielen von unſern beſten Rennpferden war er in and in ex- zeugt, und voll des arabiſchen Blutes von beiden Seiten, er war-im Jahre 41715 geboren, ſeine Mutter war Betty Leeds von Old Carleſs, feine Großmutter,(re