Un lu. Pibl. Gi 2SSen] ——— 5— 8 — kt Wd; Ms Berfſy<& -45 u| Benjamin Bells über den AfGerbon nebſt einem Borſchlage die höhere Cultur der Felder zu befördern. EIG SON EAGLE 4 SEES RARON Aus dem Engliſchen überſeßt und miß erläuternden Zuſäßen verſehen von 0 Lb eie. ES ham es 17 AUE S 108 ZN NECLIN Gi EE ads Erſter Theil. DI ER NTM) T904« in der Realſe des menſchlichen Geſchlechts gleich zuträglich iſt 5 welche bei denen, die ſich ihr widmen, die Liebe zum BVaterlande, die Gewohnbheiten friedlicher Induſtrie und die Anhänglichfeit an eine Nez, gierung unterhält, die ſie beſchüßt und aufm fertz; eite Beſchäftigung, welche die weiſeſten und beſten Menſchen in allen Zeitaltern als die Pflegerin jeder öffentlichen und Häuslichen Tua gend verehrt haben. Ich habe mich bemüht, mehrere der Urſa: Hen anzugeben, welche bisher die Fortſchritte des„Ackerbaues in Großbritannien aufgehalten haben, und zugleich die INitfel,- wodnr< jene ans dem Wege geräumt? werden können. I< habe ebenfalls verſucht zu zeigen, daß die vex- mehrie Bolfsmenge in Großbritannien und der beiſpielloſe ZXDachsthum unſerer Manufakturen, unſers Handels und unſeres Reichthums unter Ew. Majeſtät Regierung eine höhere Auf- nahme und Verbeſſerung des ITational- UdEer- baues unvermeidlich und dringend nochwendig maden, IH vereinige meine innigſten Toünſche nit denen aller Ew. Nrajeſtät Unterryanen, - daß Sie lange das Vergnügen genießen mögen, den A>erbau Ihres Reiches nach dem Ver hältniſſe ſeiner Bevölkerung und ſeines Reich- fhums ſteigen zu ſehen. Durc< ihn allein kön: nen ſie vor den ÜUebeln bewahrr werden, wel: He der Mangel allezeit havorbrings, nnd im ſichern Genuſſe des Reihthums und der X5ohl: fahre bleiben, welche ſie durch ihre Bemiiz hungen in andern Zweigen der Induſtrie ſich erworben haben.| Ich verharre mit dem tiefſten Reſpekt Sire, Ew. Majeſtät Edinburg, den aten Februar 1802, unterthänigſter Benjamin Bell. ZKM GG" züri Borrede des Verfaſſers. << eiliennmnumn ng D. der Verfaſſer folgender Abhandlungen ei- nen großen Theil ſeines Lebens. mit der Aus- übung einer beſchwerlichen Kunſt zugebracht haf, ſo. wird das Publikum zu erfahren. wünſchen, wodurc;, er ſich berechtigt' glaube, über. die Verbeſſerung des Ackerbaues zu ſchreiben. I< halte es daher für nothwendig, einige Umſtände meines Lebens hier anzugeben, deren Grwäh- nung ſonſt unnöchig und unſchicklich geweſen ſeyn würde. Bon meinen früheſten Jahren an, haffe das Gtndium und die Ansübung der Land- wirthſchaft großen Neiz für mich. VWielleiche rührte dieſes vornämlich daher, daß, ſo lange ich auf Schulen und auf der Univerſität war, ich alle Jahre die„Ferien auf einem großen Farm bey meinem Vater zubrachte, welcher denſelben auch jeßt noch beſißt, und der in dem Diſtrikte, in welchent er lebt, lange für einen der vorzüg- li<ſten Landverbeſſerex iſt gehalten worden. vIn Um dieſem meinem Lieblingsſtuditum nach« Hängen zu können, übernahm ich in-einer frühern Periode meines Lebens einen Farm in der ITach- barſchaft von Cdinburg, bald nachdem ich mich in dieſer Stadt als-LIundarzt niedergelaſſen haffe; und ob ich gleich niemals viel Zeit auf meinem Farm zubringen konnte, ſo war ich doc<, da Landwirthſchaft meine einzige Erho- lung atsmachte, gewöhnlich im Stande, in je- der Woche drey oder vier Tage auf demſelben mif meiner Familie zuzubringen, die während des Frühlings, Gommers und Herbſtes dort Lebte.:' Ich. beſaß auch mehrere Jahre lang noch einen andern Farm in, einer größern Entfernung von GEdinburg, nahe bey der Abtey Melroſe, der einſtmals 300 Morgen(acres) und darüber. groß war. Außerdem habe im auch größten- theils die verſchiedenen LYirthſchaſtsarten im ganzen Königreiche kennen gelernt, theils auf den entferntern Neiſen ,* die ich, gleich andern praktiſchen Aerzten, oft zu machen veranlaßt wurde, theils auf verſchiedenen weitern Reiſen nach Süd-England, zu denen mich die Wieder- herſtellung meiner Geſundheit nöthigte, und es haben alſo wohl nur wenige beſſere Gelegenheit Een t. - 5m- SRT RE ZEEZ Än EIIIE OE ECUE 50 = Ix gehabt, den Zuſtand des Acerbattes unfer ung Fennen zu lernen; denn auf allen dieſen Reiſen nahm ich jede Gelegenheit wahr, mir Kennt: niſſe vom Ackerbau und vornämlich von loca- len praftſchen Verbeſſerungen zu erwerben und immer," ſeitdem ich ſelbſt einen Farm beſaß, habe ich entweder ſelbſt Verſuche angeſtellte, um ſolche Punkte der Landwirthſchaft aufzuklären, die mir deſſen zu bedürfen ſchienen, oder einige meiner Freunde haben es auf meine Bitte ge: than. Daher und weil-ich gewohnt bin von al: fem, was mir Bemerkenswerthes aufſtößt, eine ſchriftlihe Itachricht aufzubewahren, beſaß ich ſhon lange eine große Gammlung von INate: rialien über dieſen Gegenſtand.“Son frühe ſch im mit Bedauern, daß der Ackerbaw in un- ſerm Königreiche nicht mit ſeiner Bevölkerung gleiche Fortſchritte machte, und ich hielt es: da- ber für Pflicht,'meine IlMeinung denjenigen vorzulegen, die einem ſo großen Uebel abzuhel: fen Macht und Gewalt hatten. Das erſte, was ich. darüber mittheilte, wax, wie man aus dem Anhange. No. 1 ſehen wird, ein Aufſaß, vom Jahre 17383, von welcher Zeit an bis jeßo. jene IMeinung durch alle ITachforſchungen; die H 18 | (| -r A 3ch, daxüber angeſtellt habe, beſtätige worden iſt.; Der- AFerbau iſt zwar. in einigen Diſtrikten verbeſjert worden, aber nicht nach- Verhältniß der Nationalbevölkerung oder der vermehrten Conſumtion, die, zufolge des größern Reiche: fhums, ſelbſt bey einer und derſelben Volks- menge, unfer uns ſtatt gefunden. haft. Da ich ſah, daß die Regierung Feine Rückſicht daranf nahm, und daß mit jedem Jahre die gerechte Beſorgniß wuchs,' daß die Folgen davon für die ganze Idation ſehr. un- glüFlich ausfallen würden, ſo unterwarf ich meine Gedanken über dieſen Gegenſtand dem Urtbheile eines IMannes, deſſen Ilteinung, wie ich verſichert war, bey dem Publiko von gro- ßem Gewichte ſeyn würde, des verſtorbenen Dr. Adam Smirh. Dieſer billigte nicht allein al- les, was ich über den U>erban dieſes König- reiches geſagt habe, ſondern anch faſt alle in dieſen Abhandlungen angeführten Behauptun- gen; und ſo entſchloß ich mich» dann, auf des Dr. Smiths ernſtliche Birte, das Ganze dem Publiko vorzulegen. ' Dr. Smith wünſchte dringend, das Pux- Slifwunm möchte von der JTothwendigleit, Die XI Nationalſchuld zu vermindern, überzeugt wer: den, die ſonſt, wie,er behauptete, früher oder ſpäter, und vermütrhlich in kemer ſehr entfernten Zeit, das ganze Reich zu Grunde richten würde; und ob er gleich in Anſehung der beſten IlTe- thode,„wodurch ein beträchtlicher Dheil dieſer Schuld abgetragen werden könnte, zweifelhaft war, ſo geſtand ey doch, daß er feinen Plan fenne, durch welchen dieſes mit ſo großer LDahr- ſcheinlichkeit eines'guten Erfolas bewirkt wer: den foönnte, als den von mix vorgeſchlagenen. Er erfannfe vollfommen die TBichtigkeit des Ackerbaues, die Nothwendigkeit ihn aufzu- muntern, und wie leicht dieſes geſchehen könne. IH ordnete demnach meine NMraterialien zum Dru>; aber da die Pflichten meines Be: rufes mich beſtändig beſchäftigten, ſo war ich damals nicht im Grande, dieſe Arbeit zu beens digen. Us aber vor etwa drey Jahren die jeßige Cinfommentaxe vorgeſchlagen wurde, und mir dieſer Plan mancherley Schwierigkeiten unterworfen zu ſeyn ſchien, ſo eilte ich, das, was ich, darüber niedergeſchrieben hatte, nebſt einigen Bemerkungen über die JTrationalſchuld amd einem Verſuche über die Verbeſſerung des AXerbanes, bekannt zu machen.. Auch habe XIT im, obgleich bisher ohne mich zu nennen, meine JMeinung über andere ähnliche Fragen von Zeit zu Zeit dem Publiko mitgetheilt. In vorliegendem VVerke ſind die drey er:, wähnten Abhandlungen ſehr erweitert; weil man aber die Zuſammenſtellung dieſer, dem Anſchein nach, ſo ſehr verſchiedenen INaterien vielleicht tadeln wird, ſo glaube ih hier fürzlich meine Geünde dafür angeben zu müſſen. I< habe mich in dieſem VYerke haupt- ſächlich bemühf, meinen Landeslenten die TVYich- figfeit des Ac>erbanes aus demjenigen Geſichts- punkte darzuſtellen, aus welchem er betrachtet zu werden verdient. eil ich aber überzeugt bin, welches an< des vorhin erwähnten reſpek- tablen Itannes Neeinung war, daß ver Aer- bau in Feinem Reiche gedeihen könne, wenn dar? in das Volk verhältnißmäßig höhere Taxen als in andern Ländern bezahlen muß, und die: ſes in Britannien offenbar der Fall iſt, ſo war ich anfänglich LVYillens, dieſe und einige andere Aufſäße über die Einkünfte des Köniareiches denen, die mehr unmittelbar auf den AFerbatu Bezug haben, voran zu ſchi>en. Da es mir aber nicht möglich war, das Ganze ſobald zu vollenden) XL und- der gegenwärtige Zeitpunkt ſehr paſſen ſchien, einen Theil meines TYerkes ins Publi- Eum zu bringen, ſo ließ ich einige andere Aufs ſäte zurück, welcHe. nun in einem andern Bande erſcheinen werden, Bey allem, was ich über die Einkommenz faxe, die vſſentlichen Fonds und die ITationals ſchuld“ geſchrieben habe, war mein Hauptzweck der: zu zeigen, daß, ehe man nicht die uvrhigen INaaßregeln zu ſchneller Verminderung der ITaa tionalſchuld ergreift, ſehr zu fürchten iſt, daß dex AFerban dieſes Landes nicht die ihm nöcthige Aufmunterung erhalten werde, und daß un: fer allen jemals vorgeſchlagenen Plänen nur eine gutfeingerichftete Cinfommentaxe, meiner IMMeinnng nach, das nöthige Geld aufbringen könne, wodurch ein irgend beträchtlicher Theil dieſer Ould abbezahlt werden Fann, Gleichwol billige ich dieſe Toxe nicht, ſs wie ſie gegenwärtig gehoben wird. VWielmehr behauptete ich ſchon damals, als dieſe Toxe zu- erſt vorgeſchlagen wurde, daß der beabſichtigte Zwe unmöglich dadurch erreicht werden Eönnte;, und. ſie haf ſim auch zuverläſſig, als die drük-/ kendſte Abgabe bewieſen, welche das Volk. in XIV Großbritannien, vder anch in irgend einem“än: dern Lande in ſpätern Zeiten jemals haf'bezah- len' müſſe Kein Theil derſelben wird von der zuhlreichſten Klaſſe des gemeinen Weſens aufs gebracht, ob dieſe gleich nach Verhältniß ihves Ranges die wohlhabendſte, und daher am beſten un Stande iſt, ſie zu kragen. Der. Plan, auf welchem ſie beruher, iſt nicht darauf angelegt, die: Ginfünfrie eines jeden ausfindig zu machen, und man hat alſo. aus dieſen und andern Grün- „den-Urſache zu glauben, daß. ein großer Theil des ITational- Vermögens niemals: dadurch be- ſtenert worden iſt.' - Eo lange dies äber der Fall iſt, wird die GEinfommentaxe nicht nur für alle,. die ſie bezah- len müſſen, drücend, ſondern die Gumme, welche dis Negierung dadur< erhälf, wird anch von nur geringem Belange ſeyw. Anch iſt ſehr zu befürchten, daß bey der IWiederberſtellung des Friedens viele dadnr< abgehalten werden, mit dem in- andern Ländern erworbenem? VWermögen nach! Britannien zurückzufehren.' Nan ſollte folglich entweder dieſe Akte" widerrüfen, oder dieſe und andere" Ginwürfe, welche ſich dagegen mächen" laſſen/ heben!" I< bin indeſſen nicht der Meinung, daß dieſe" Schwierigkeiten uns . XV überſteiglich ſind“ ic; glaube ſogar, daß von dem ganzen Einkommen aller" Eintvöhner des Nei: ches ſehr leicht eine gleichförmige“ Taxe erhoben ' werden könnte; und' daß, wenn dieſes geſchähe, die Folgen davon höchſt wohlthätig ſeyu wir: den. Die Regierung würde"dadurch in dert Strand'“geſest, nicht wur den Tilgungsfond ins king Fund)'anſehnlich zu' vergrößern," wödrnrh wahrſcheinlich einzig und allein"die Idativiakl, ſchüls"bedeutend verringert werden Fann/ fett: dern ſie würde anch ſogleich alle'die hohen Tä zen berabſeßen fönnen, welche jeßt von Conſiume xionsartifeln bezahlt werden müſſen", und dieſes würde ſchon allein ſehr'wichtige Wms nach ſich" ziehen. Werden dieſe Tarett niht hald, attf» die eine: oder die“andere LZeiſe-1herabgeſest/ ſo>imniſs ſer“ in der That alle Manufakttren" des"ganzen Königreichs darunter leiden. Dewn,. wennudie Hohen Taxen, welche das- Volk. in en nien bezahlen' muß, noch fernerhin beybehalfen werden, und der Aekerbau nicht mehr' Aufmun:- ferung erhält, ſo werden wir"die durch diele: „berlegenheit unſerer Ntanufakinren in andern Ländern erhaltenen Vortheile u Debut Lönnen. 723 AREEEIECT. gg g en AES ele Sn I E== <->erbau dieſes Landes ſehr berrächrlim- leiden wird. Der Werkauf dieſer Taxe iſt zwar eines von den Hülfsmitteln, deren ich vor ſehr langer Zeit, ſelbſt gegen die Regierung als eines Iltirtels erwähnte, von welchem, wie ich glaubte, unter gewiſſen Be- ſtimmungen, großer Nuten zu erwarfen ſtände; - aber man haf dieſen Plan gegenwärtig nur in der Abſicht ausgeführt, den Preis der Sto>s zu erhöhen, wogegen es mir dem Jrationalinte: reſſe angeineſſner ſcheint, dieſes niemals zu wa-“ gen, und ich habe 2s daher für nothig gehalten, ausführlich meine Gründe dafür anzugeben. Diejenigen, welche bey den öffentlichen Fonds intereſſixt ſind, werden größtentheils anz: derer Jleinung ſeyn; aber zum Glück. iſt es an dern jeßo Flar, daß die Wohlfahrt der Nation ſo wenig auf dem hohen Preiſe der Fonds be- ruhe, daß, aus Gründen, welche-ich in dex erſten b SvIIt . und zweyten Abhandlung angegeben habe, der Zuſtand aller Klaſſen ſehr wahrſcheinlich in eben dem Verhältniſſe ſich verbeſſern werde, in wel- hem die Fonds fallen. Gs folgt dieſes nothwendig, weil die Fonds, ſo lange ſie hoch ſtehen, einen großen Theil des Nationalvermögens an ſich ziehen, und darunter muß der A>erbau des Landes in eben dem Maaße leiden.. Da aber ein blühender Zu: ſtand des Nationalac>kerbaues ſo wichtig iſt, daß - wir ohne ihn gar nicht exiſtiren konnen, und es für jeden Stand der bürgerlichen Geſellſchaft vortheilhaft wäre, wenn das. ganze Syſtem der fundircen Ochulden vernichtet und ſeiner nie wier der erwähnt würde, ſo werden wohl nur wenige, die Gutes und Uebles beurtheilen können, zwei- felhafe ſeyn, welcher Verweridung des JTatio- nalvermögens ſie den Vorzug geben wollen. I< habe über dieſen Punkt durch das gan: ze XDerf hindurch meine Illeinung ausführlich vorgefragen,' und mif gleicher Freymürbigkeit von der Idothwendigkeit, geſprochen, den Aer: bau auf eine wirkſamere Art /aufzumuntern, als es bisher. geſchehen. iſt. I< glaube zwar nicht, daß dex Arberbau das einzige ſey, womit ſich XIX eine Nation beſchäftigen müſſe, aber ich bin völ: lig der Meinung der Deconomiſten, daß keine Nation gedeihen und ſteigen könne, die nicht ihn zum erſten Gegenſtande ihrer Auſmerkſamkeir macht. Z< gehe nicht ſo weit, zu behaup- fen, wie mehrere Deconomiſten gethan haben, der Ackerbau ſey die einzige Kunſt, welche der Na- fionalanfmunterung werth iſt; aber ich bin voll: fFommen überzeigt, daß er ſie nicht nur mehr verdient als andere, ſondern auch, daß alle Kün- ſte und Ildanufgkeuren um deſto beſſer gedeihen werden, wenn der A>erbau des Reiches gehörig aufgemunfert und unterſtüßt wird. Hauptſächlich um dem Bolke in. Großbri- fannien zu zeigen, wie wichtig dieſes ſey, und es aus der Apathie zu wecken /'worein es in Anſe: bung alles deſſen gefallen iſt, was die Werbeſ: ſerung der Ländereyen betrifft, habe ich meine Nreinung ſehr freymürhig geſagt und hoffe, daß mein Bewegungsgrund dazu, ſelbſt in den Au- gen der Kritik, die Fehler in der Anordnung und Kompoſition dieſes TWerks entſchuldigen, werde, die man in verſchiedenen Gtellen bemerken wird. Die Eile, womit dieſes. Werk geſchrieben worden, iſt ihm ſowohl in Anſehung der Kom: s b 2 » 9, poſition als auch in der Anordnung nachtheilig geweſen» Um frühzeitig damit erſcheinen zu fönnen, iſt ein großer Theil deſſelben während einer Reiſe beendigt worden, die ich, meiner Gez ſundheit wegen, im verwichenen Gommer ma- cen mußte, und es war ſchon zu Anfange des Herbſtes beynahe vollendet, obgleich, aus ver- ſchiedenen Urſachen, ich niche im Stande war, das Ganze eher als jeßt in den Dru> zu geben. Die Form, welche ich meinem- Werke an- fänglich gab, würde ihm bey ſeiner Erſchei: nung vortheilhafter geweſen ſeyn; aber ich fand es nothwendig dieſe abzuändern, da im mich erſt vor kurzer Zeit dazu entſchloß, für jeßt nur dieſen einen Band herauszugeben. I< darf indeſſen hoffen, daß, wenn anders die Materialien, welche ich liefere, gut ſind und mein Naiſonnement richtig iſt, die Art der Aus- führung dem von mir beabſichtigten Zwee ſo« gar beſſer entſprechen wird, als eine mehr ſyſte: - matiſche Schreibart gerhan haben würde. JYIenn LYerke dieſer Art irgend einige be- deutende LIirkung hervorbringen ſollen, ſo müſ- ſen ſie populair ſeyn. Dieſes findet aber bey einer didaktiſchen Schreibart ſelten Statt, Hat XXI man einen wichtigen Gegenſtand zum. Zwecke, ' umd Fann dieſer Zwe nur dadurch erreicht wer- den, daß das Publikum ſeine ITorhwendigkeit einſieht, ſo muß ihm, die Sache nter mehre zen Geſtalten vorgeſtellt werden; man muß ſie ihn oft und wiederhohlt betrachten laſſen.» Kurz, ſelbſt in Dingen, die ihr eigenes Intereſſe' betref fen, müſſen die Menſchen dazu aufgefoderfk, wiederhohlt angereißt und gewiſſermaßen zu ih- rem eigenen Bortheile- getrieben. werden; ſonſt vergeht oft. eine Generation nach der«andern; ohne nur. einmal zu'vermuthen, daß irgend ef- was gethan werden köune, ihren Zuſtand zu verbeſſern.' Feſt überzeugt, daß noch ſehr vieles ge- ſchehen könne, den Zuſtand des Volks. in Bri- fannien zu verbeſſern, daß, ſo groß ſeine Laſter auch ſind, ſeine Hülfsquellen, wenn ſie gehörig geleifef werden, dennoch dazu hinreichen, und daß, obgleich unſer TYohlſtand bisher den der Bewohner anderer Länder übertroffen haf, die- ſer doh noch erhöher werden könne, wenn nur der Ackerbau die ihm nöthige Aufmunterung ex- erhält, welche er bis jeßt nie erhalten bat, habe ich Feine ſchickliche Gelegenheit vorbeygehen laſ- ſen dieſes zu ſagen. Auch darf ich hoffen, daß *(E48 eben | ß | 4 4 | | | | XRKII - meine Meinungen dadurch,'daß ich ſie ſo oft wiederholt und aus verſchiedenen Geſichtspunks fen'därgeſtellt habe, vermuthlich weit eher die Wirkung hervorbringen werden, die ich davon erwarte, als' in einer gedrängteren Zuſammen: ſtellung. j IMteine Berechnungen wird man,'wenn die Data, worauf ſie ſich gründen, zuverläſſig waren, hoffentlich ſelten irrig finden. do dies ſes nicht'der Fall war, wie zum Beyſpiele, bew der Ausmeſſung des Königreichs und andern Dingen mehr, konnte ich nichts weiter“ als meine Meinung ſaget, und muß es näherer Unterſuchung überlaſſen, die Wahrheit zu er forſchen. Dbgleich es meine Abſicht nicht iſt, dieſes TSerf für ein Syſtem des UAc>erbaues auszuge ben, ſo ſoll'es doF das ITüßlichſte von allem dem enthalten, was ich über die verſchiedenem Dweige der Landwirthſchaft habe ſammeln kön: nen, oder was ſich mir bey der weitern Aus- deſſelben noc< darbieten'wixrd. Zw werde dazu von' meiner Seite weder Fleiß uoch INühbe ſparen In dem zweyten Bande werde ich um: ſtändlicher die Urſachen betrachten, welche die WW KOSTÜM ELOGE 1% VERTE XX Berbeſſerung des AFerbaues in,Britannien, ver: hindern, und, die Nittel angeben, wodurch, mit der meiſten VIahrſcheinlichkeit eines Solücklichen Erfolgs, jene aus dem LYege geräumt. werden Exönnen. Auch: werde.ich /über;den-Kalch, Nerz gel, und andere Düngerarfen meine Meinung ſagen und-eitte große Anzahl von Verſuchen-er- zählen, welche die Löirkung des.„Kalchs als Dünger auf eine Art erklären werden, die, wie ich»glanbe, andern"bey der Landwirthſchaft ſo- wohl Koſten als auch Mühe erſparen undes verhüten wird, daß der Kalch“ unter manchen Umſtänden angewandt werde, in denen man ihn jezt ohne ITußen, ja in einigen. Fällen ſo- gar mit wirklichem Schaden branch. - Meine Beirerfungen über Anpflanzungen wird man, wie ich hoffe, nüßlich finden, da ich ſie in mebreren Diſtrikten“ geſannnler habe, wo man auf dieſen Zweig des ITationalreichchums aufmerkſam geweſen iſt,- Der Neſt des Werkes wird"alles enthalten, was, ich über den prak: üſchen Theil des A>erbaues habe erfahren/ und ausfindig machen können, und in dieſem werde i< nichts aufnehmen, was nicht' durch die Er? fahrung beſtätigt worden iſt, GIES Di <2 53 + 4 Ee wm r= SCHERRER IE "SEEN TIE De WOTI. mn HEMER... 56. iW WIA R R kar 20 527 XXIV 1(Hiermit habe ich denn alſo meinen Leſern einen ſehr weitläuffigen Plan vorgelegt, zu deſ- ſen Ausführung mich bloß die Abſicht vermocht bat, unter dem Volke von Britannien denjeni« gen Enfhuſiasmus für die. Verbeſſerung des A>erbanes rege zu machen, der, wie ſich mit Grunde glauben läßf,ceinzig und allein die Rück Eehr-des/ IlTangels verhüfen Fann, welchem die ITation jeßt ſo oft ansgeſeßt iſt.„Aber die Be: mühungen Einzelner: können nur wenig nußen, wenn. ſie: Feine öffentliche Unterſtüßung erhalten, und: daher würden alle diejenigen, welche, in An- ſebhung; der ITochwendigkeit den Uc>erbau auf- zumunfern„mif. mir einerley JiTteinung ſind, wohl thun, wenn ſie. unfer dem Volke in ihren verſchiedenen. Diſtrikten die Begierde rege zu machen ſuchfen, ſich über dieſen hochſt intereſ: ſanten und„wichtigen Gegenſtand“ die: möglichſt genatteſte und vollſtändigſte Kenntniß zu verſchaf- fen und dieſe weiter zu verbreiten. Zu dieſem Zwecfe ſollte man, ſowol in ei- ner jeden Grafſchaft, als. auch im den großen Grädfen,: Zuſainmenfünfte der vornehmſten Gin- wohner veranläſſen, die es ausdrücklich zu ih« rem- Zwede machten, den. Zuſtand, des Acker- baues zu unterſuchen.- In dieſen Zuſammen- bi res Sirin MEDER, MIE me M 5% WERDET 1 88.0. FOMA ERL WIES WEI. XXV Fünften erbielfe man ſowol über den Zuſtand des A&erbaues, als auch über die. in jedem. Die ſtökte befindliche Ndenge von Getreide die beſten ITtachrichfen, und darans würden gewiß die wichtigſten Vortheile folgen. Das Parlement erhielfe auf dieſe Art die zuverläſſigſte Kenntniß . von.dem ITational- U>erban, die es nur immer erhalten Fönnfe, und würde ſo beſſer als bisher inr Stande ſeyn über die Aufmunterung zu ur theilen, deren er bedarf. Sollten Zuſammenfünfte zu dieſem Ende zwe>e(Statt, finden, ſo werden. ſie wahrſchein- lich' in den Städten am meiſten befördert wer- den, weil hier gemeiniglich mehr Geiſt und Ener- gie. herrſchen, wie in den Grafſchaften. In dex-Thak iſt es auch für das Intereſſe der Städ- febewohner von der höchſten LXVichtigkeit, daß der A>erbau auf das wirkſamſte unterſtüßt wer- "de, weil ſonſt die Preiſe des Getreides, Fleiſches und anderer Lebensmittel zu einer noch beſorg lichern Höhe als bisher ſteigen werden, wovon die Folgen hauptſächlich auf die Städtebhwoh- ner fallen würden. Könnte män- aber nicht die Geſchicklichkeit und Crfahrung der am beſten unterrichteten Mit» glieder beiver Häuſex des Parlements beſſer bee ZH] 3 3 7 Xe '*] « [) 7“ ||„| / = j 1. k 4 | “ 3 |] XXVI wußen,"um die"NMTeinungenm dieſer Zuſatmmen- "fünfte der Regierung bekannt zu machen,'als man'bisher gethan hat." Denn, wie eifrig die Miniſter anch'ſeym mögen,“ nüßliche Plane zu befördern, ſo wird doH- jedextnaun,''der die Mannichfaltigfeit ihrer Geſchäfte erwägt, ein» ſehen, daß manche Dinge zurüfgeſeßt werden müſſen, die, bei mehrerer Hülfe oder'INTuße, ſehe baldvansgeführe werden könnten.| Denn ob gleich das Detail einer jeden wichtigen' Unternehmung immer von andern ausgeführt werden muß, und wir mit Necht glauben können,'daß die von dert Miniſtern aggeſtellten Beamte" die beſten Ge- ſchäftsmänver ſind, welche ur zu haben waren; fo Fann“'dennoch', ſs groß ihre Fähigkeiten auch ſeyn mögen, weder ihre Anzahl“groß genug ſeyn, voch werden ſie hinlängliche'Gelegenheif Haben, fich“ die'nörhigen ITachrichten' und Kenntniſſe zu den mannichfaltigetn Planen'zu verſchaffen, die in dieſer am'Begebenheiten reichen Periode“ einer größern Aufmerkſamkeit"bedürfen.“ Vielleicht bönnn viele ſolcher National- Angelegenheiten durch Comites von Parlementsgliedern geleitet werden."Bigher hat"eine>fede'ſComite ,' welche „ur Unterſuchung politiſerbau zu heben und zu verbeſſern, als wenn deſſen Angelegenheiz KXY ten in erſter Inſtanz einer ſolchen Comirs" von Parlementsgliedern unterworfen würden. Won dieſen ſird viele mit den ihn drückenden Män- geln vollfommen beFannt; ſie können aus allen Theilen der ITation gewählt werden; man wür- de alſo durch ſie über alles, was auf ſie Bezug haf, die vollſtändigſten ITachrichfen und die be- ſten Plane zu künftiger Direktion für die Boards of Agriculture erhalten, denen er hernachmals untergeordnet werden müßte. JVix wollen daber hoffen, daß die Regierung bald einen, ſo wichti: ge Vortheile verſprechenden, Plan annehmen wer- de, von welchem die IlTiniſter, die ihn ausfüh- ren, ſowol mehr allgemeine Zufriedenheit, als auch von allen Claſſen mehr Dankbarkeit einernd: fen werden, als die nüßlichſten MTaaßregeln, woran ſie oder ihre Vorgänger Theil nehmen, ihnen jemals gewährt haben. Wenn ſie aber wegen der beſländigen Verwendung ihrer Zeit auf Dinge, die ſie für nothiwendiger halfen, nicht im. Stande ſind, ſic darauf einzulaſſen, oder wenn ſie vou der ITüßlichkeit dieſer Vorſchläge, vielleicht nur weil ſie nie achtſam genug dar- auf waren, nicht überzeugt ſind, und daher kei: ner von ihnen geneigt ſeyn ſollte, ſie auszuführen, ſo iſt dieſes doch gewiß kein Bewegungsgrund XXXL für andere, ſich davon abhalten zu laſſen. Vors züglich aber hätte ein Landedelmann die nächſte Veranlaſſung dazu, und wenn irgend einer voi ihnen den Antrag zur Niederſeßung einer ſolchen Comite für den A>erbau machen wollte, ſo wür: de die Regierung ihrer bisherigen Handlungs? weiſe in ähnlichen Fällen ganz entgegen handeln, wenn ſie entweder Einwendungen dagegen ma- cen, oder gar ſich weigern wollte, zu einem je- den verſtändigen von der Coinite vorgeſchlage- nen Plane mitzuwirkert. Ich habe in dieſen Aufſäßen große INtühbe angewandt, gegen die allgemeine Ilteinung, zu beweiſen, daß ſelbſt in dem gegenwärtigen Aus genblicke im ganzen Königreiche ein ſehr bent“ rühigender Mangel ſowol an Getreide, als anch an Fleiſch und andern Lebensmitteln Statt finde. Auch habe ich mich bemüht zu zeigen, daß das Übel jet zu einer ſolerbaues niedergeſeßf, die dann, wie es ſehr wohl geſche- ben kann, durch die öffentlichen Verſammlungen in einem jeden Diſtricte die nöthigen JTachrichten erhielte, ſo würde man bald die LIahrheit ex fahren, und ein großer Theil des Elendes, unter welchem wir ſeufzen, ſchnell aufhören. Fände ſichs, daß der U>erbau des Königreichs nicht verbeſſert und folglich keine größere DOuanfitärt Koru. im Lande ſelbſt producirxf werden kann, | 10:35 ſo würde, die überflüſſige Volksmenge unſers j' Reichs nach America und andern Ländern auss wandern, wo die Lebensmittel leicht zu haben ſind. Fände nian hingegen meine über dieſen Punct angegebene Meinung richtig, daß die Beſchaf- ſenheit des Bodens und die Größe des Derrito- riums von Großbritannien von der Art ſind, daß ſie leicht eine dreymal ſo große Volksmen- ge wie jeßt ernähren Fönnten, ſo würde eben die- ſe Comite, die das Verdienſt hätte, dieſes Pin ua KAXXIIZ Publikum vollſtändig zu beweiſen, keine Schwie. vigFeit finden, einen wirkſamen Plan zu dieſem Endzwece anzugeben."Jh habe in der dritten Abhandlung einen Plan zur Verbeſſerung des Ackerbaues“ vorgeſchlagen, den ich für einen der beſten halte; aber eben derſelbe Zweck kann auch durch mehrere Plane erreicht werden. TJſt nur erſt die ITorhwendigkeis einer ſolchen INTädaßre-" gel bewieſen und allgemein anerkannt, ſo wird man übrigens Feine Gchwierigfeit weiter anz treffen; Es iſt aber ſeht zu. befürchten, daß dieſes diirch Feine in den Verſammlungen des ganzett Parlenents angeſtellte Unterſuchung jemals ges ſchehen wird. Alle Beweiſe, die im Parlemente vorgetragen werden mögen, werden bey dem Pu- blifo nicht die allgemeine Ueberzengurig hervor« bringen, wovon der glückliche Erfolg ſolcher ITaaßregeln einzig und allein abhängt. Zur Erreichung dieſes wichtigen Zwecks ſcheint kein Plan ſo gur arigelegt zu ſeyn, als die von mir erwähnten Localunferſuchungen in den Städten ind Grafſchaften; verbunden mit den Arbeiten auserleſener Comites von Parletnentsgliedern; denen man zuförderſt jeden Theil des ganzen(Ges x XXXIV ſchäftes anvertrauen ſollte. Alsdann könnte man von, dem Zuſtande des ITationala>erbaues mehr Kenntniß erhalten und. jeder Zweig deſſel- ben binnen wenig Jahren vervollkommner wers den, als es ſonſt wahrſcheinlich in dem Verlaus fe eines ganzen Jahrhunderts geſchehen wird. In“den folgenden Abhandlungen habe ich gezeigt, daß, ohne Beyſtand: an baarem Gelde von Seiten des Staats, der ITationala>erbatu ſich niemals beträchtlich emporheben wird; aber ich habe zugleich gezeigt, daß die daztt erfordera liche Summe nicht groß iſt, und daß wir durch ſie ſehr. bald zu ſo wichtigen Vortheilen gelangen würden, wie wir ſie. vielleicht nie von irgend ei- nem Aufwande von gleichem Belange erwarten dürfen. I< halte es für wahrſcheinlich, daß nach wenigen Jahren, und vermuthlich ſchon im zweiten oder driffen Jahre von der anfäng- lichen Ausführung des Plans an, die Gefahr einer Hungersnoth aufhören würde, welcher wir jeßt bey jedem Mtißwachſe ausgeſeßt ſind;"daß wir in ſechs oder ſieben Jahren einen Ueberfluß an Getreide nnd andern Proviſionen haben wür- ben, und hernachmals ſogar andere Länder(Gus XXXV ropens mit vein Getreide verſehen könnten, wel: ches bey ihnen eingeführt wird. In der vierten Abhandlung habe ich geſucht zu zeigen, daß Britannien ſehr leicht dieſe ganze Quantität Getreide produciren könnte. Dieſes Land hat zugleich den Vortheil einer beſſeyn La- ge als diejenigen Reiche, welche an der Oſtſee liegen, um das Korn denen Ländern Curopens zuzuführen, die deſſen gewöhnlich bedürfen. Der aus dieſem Handel entſpringende Vortheil würde ſehr anſehnlich ſeyn, und da wir ſelbſt durch nichts ſo gewiß vor einer abermaligen Hungers- noth geſichert werden, als wenn wir im Stande ſind, andere Länder mit dieſer Quantität Ge- freide zu verſorgen, ſo ſollte die ITation nicht eber ruhen, bis ſie ihren A&>erbau dahin gebracht hätte, ſich dieſen wichtigen Vortheil zu ſichern. In der Dhat, kein Handel unter allen, die wir beſißen, Fann biemit jemals verglichen werden. Alles, was zu dieſem Zwecke nothig iſt, ſcheint darin zu beſtehen, daß die Regierung den Acker bau gehörig aufmunftere: und beſördere, und da dieſes zu allen Zeiten hätte geſchehen müſſen, ſo iſt.das, was je3t:von uns gefordert wird, genar c2 ammerereerePr==zezeunäldung: n= 7 GEE Z7007 EGON NEN R SERN XXXVI eben das, was wir ſowol als unſere Vorfahren| länaſt hätten thun ſollen Anſtatt uns, wie wir es bisher nur zu ſchr gethan haben, anf den Handel und auf unſere I1tanufakturen zu ver« laſſen, muß der A>kerbau allgemein von der ITa- tion als der erſte, wichtigſte, der Aufmerkſam: Feit würdigſte Gegenſtand anerkannt werden, Dieſes wird uns nicht nur in Anſehung des Ge- freides und anderer ITothwendigkeiten des Lebens von andern Ländern unabhängig machen, ſon« dern uns auch ſehr wahrſcheinlich gerade das ges| - währen, nach deſſen Beſiße wir ſo eifrig ſtreben,| einen blühenden Zuſtand der Manufakturen, die,| unfer übrigens gleichen Umſtänden, in jedem| Lande in eben dem Verhältniſſe emporſteigen werden, in welchem dort Ueberfluß an Lebens- mitteln herrſcht. j Niemand kann mehr wie ich gegen deu unzwedmäßigen Gebranch eingenommen ſeyn, den man gewöhnlich von Prämien(bounties) macht Man ertheilt zwar jeßt, aus einlenh- tenden Gründen,' ſehr ſelten Prämien zur Bes förderung, des Handels und der Ianufakturenz wenn aber ein ſo wichtiger Erwerbezweig, wie der Acterbau eines Reiches iſt, unzureichend wird, NXXVIL' und feine für ſeine Bevölkerung hinlängliche Menge Korn liefert, und wenn man mit Recht glauben darf, daß, durch ſolche dem Vermögen der Nation angemeſſene Geldprämien der Zu- ſtand ſeines A>kerbaues ſo ſehr gehoben werden Eönnte, daß dieſer nun überflüßig den bisherigen Mangel erſeßte, ſo werden unter ſolchen Ums- ſtänden wol wenige Bedenken tragen zu bes hauptfen, daß man dazu ſehr anſehnliche Prämien bewilligen ſollte. Der Ackerbau Britanniens“Haf ein gatiz vorzügliches Recht anf dieſe Art von Unterſtit- ßung; denn er hat offenbar ſehr harf dur< einen Miſßgriff gelitten, welchen die Regierung thaf, als ſie auf den U>erbau Laſten legte, welche er nicht im Strande iſt zu tragen, durc< die ihm einzu großer Theil ſowol des ITationalverms- gens; als auch der“ JZnduſtrie entzogen und auf Nranufakturen gewandt wird, ſo daß, man. mag es als eine für den übrigen Theil«der ITation heilſame IMTaaßregel, oder als bloße Gerechtig- Leit"gegen diejenigen, welche äuf ſolche Art! ge- liefen haben,; beftrachfen, in beiden Fällen der Ackerbaurreibende Theil der Nation ein Recht auf ſehr freygebige Unterſtüßungen zu haben ſcheint. GOD 2 „=“. a 274 4 ] H ' || ; 2 | | | | Ka XXXVIIT Ich habe dieſes in den folgenden Aufſäßen umſtändlich abgehandelt; denn ich halte es für durchaus nothwendig, wenn irgend ein Plan zur Unterſtüßung des A>erbaues gelingen ſoll, daß ein ſo wichtiger Punct gehörig unterſucht und verſtanden'werde. Geſchieht dieſes ,/ ſo wage ich es vorher zu ſagen, daß der Ackerbau die voll- Fommenſte Aufmunterung finden, die Ländereyen allenthalben verbeſſert und. das, Getreide bald in jedem Diſtrikte im Ueberfluſſe vorhanden und ſo wohlfeil ſeyn werde, wie es billig ſeyn muß. Dahingegen kann ich aus. Gründen, die ich aus- führlich angegeben habe, ebenfalls vorberſageu, daß, wenn man den U>erbau nicht ſehr Ffreyge- big durch Geld aufmuntert, ihn nicht von dem Drucke befreyt, der, durerbaun; aber dies kön- nen nur diejenigen glanben, die die Sache nicht unferſucht haben, und folglich nicht im Stande ſind darüber zu urtheilen, Man glaubt gemeiniglich, daß die Land» faxe die einzige Abgabe iſt, welche der Akerbau bezahlt; aber das iſt ſo wenig der Fall, daß diejenigen, welche Ackerbau treiben, nicht bloß eben ſo gut wie andere eine jede Tare bezahlen müſſen, ſondern anch noch, mit manchen der dri- Tendſten Taxen im Reiche beſchwert ſind, die NKXX afidere nicht zu bezahlen haben, und von denen einige. weit] /mehr als die Landfaxe betragen, wie aus folgenden Angaben erhellet. Ein ſehr großer Theil der Abgabe für die Ilrmen(poor's rates), vermuthlich fieben Achtel des Ganzen, werden vom A>erbau erhoben. Da man nun allgemein annimmt, daß die Ab- gabe für die Armen ſich in dieſen leßten beyden Jahren auf beynahe 7 Millionen Pfund Gerl. jährlich belaufen habe, ſo würden hiezu unge- fähr 6 Millionen von dem A>erbau oder den Ländereyen, welches hier völlig einerley iſt, auf- gebracht werden müſſen Damit man aber die: ſe Berechnung nicht für übertrieben Halte, neh- me ich ſie hier'an zu 5'500,000 Pf. St. Die ganze Geiſtlichkeit, die Parochial- oder JIüational- Schulmeiſter, werden von einer Taxe auf. den Acker- batt bezahlt und alle Kix- cliche Berlegenheiten zwar leicht durch Geldborgen heben könnten, aber ſich ſtandhaft entſchließen, lieber dieſe Unbequemlichfeif zu erfragen, als ihren Nachfommen die Berbindlichfeit aufzulegen, jährliche Zinſen zu bezahlen 5; obwol in dieſer Bergleichung, der daraus entſpringende Vor- fbeil großenfheils auf die Seite des Publikums fallen würde, welches bey einem ſolchen Berfahren verhält! | r 1247" ie kabeera 1080. 3275 Ue GER HLE H0 "EI „„> 3 FR emmerenmerngerm=zngditeng.= Ge eE8(IEEE PERG EE mes STREIK ÜR AGE 7% Perarn" Gu, nißmäßig weit mehr gewönne, als Privafperfonen jo erwarfen dürfen. Um aber den Werth dieſer Beſteu: rungsarf deſto beſſer ſcjäßen zu können, wird es dien: lim ſeyn, ſie mif dem bigher in Großbrifannien ans genommenen Gyſteme genauer zu vergleichen, nach, welchem alle Taren auf Conſumtiongartifeb gelegt worden ſind. Folgende Einwürfe, die ſich gegen die Abgaben von Conſumfibilien machen laſſen, ſind, vielleicht un- fer allen die wichtigſten. 1. Jedes Beſteurungsſyſtem ſollfe billig auf das, Vermögen eines jeden einen gleichen, demſelben ange meſſenen, Einfluß haben. Aber nichts Fann ungleia Her ſeyn, als wenn faſt alle Abgaben auf Conſum- fiongartifel gelegt werden. Diejenigen, welche alle ihre Einkünfte verzehren, es mag nun die Unterhals fung einer zahlreihen Familie oder irgend ein ande: cer Grund. ſie dazu nöfhigen, und welche dadurch mancherley Künſte uud Manufakturen beſördern, wera den nach dieſem, Gyſteme höher, als. es nach ihrem Bermögen geſchehen ſollte, taxirt. Diejenigen, welz fen. Geeleufe, dergleichen feine andre Nation jemals aufzuweiſen gehabt haf, wir eben dieſen Bor2 theilen zu danfen haben; großenfheils auch durch den ſtarfen Credit, welchen unſere Kaufleufe, ver? möge ihrer anſehnlichen Reichthümer,, zu geben im Gtande ſind.- Gin. Borzug, worin es ihnen die Kaufleute feiner andern Nation gleih thun kön» nen. Wenn ihe geringes Bermögen die Kaufleute anderer Länder allgemein nöthigt, vor der Aus- richtung der ihnen gegebenen Commiſſioven, enfwes der den, Betrag derſelben empfangen zu müſſen, oder ſogleich. zahlbare Wechſel darauf zu traſſiren, ſo. können dagegen die„unſrigen ein Jahr, andert. halb Jahre und länger credifiren. Das eigene Jn fereſſe anderer Nationen erfodert es daher, ihnen den Borzug;zu geben, und ſo lange jenes dabey im Spiele -- FE= iſt, werd ſie es auch thun, froß aller noch ſo ſtcen? gen Verbote ihrer eigenen Regierungen. T 4“ Die Vortheile, welche den engliſhen Manus ſacturiſten ihre großen Capitalien gewähren, ſind in verſchiedener Hinſicht ſehr befrächtlih. Gie werden dadur< in Stand geſeßt, die geſchidfeſten Künſtler aus allen Ländern, fremde und einheimiſche, an ſich zu ziehen und theuer zu bezahlen, wodurch eben ihre Fabrifate ſchon ſeit ſo langer Zeit ihre Superiorifät behaupfet haben. Dieſes Mittel wirkt in der That ſo Fräſtig, daß wir nicht beſorgen dürfen, es wer- Den gufe Küunſiler ſic) jemals bewogen finden, uns zu verlaſſen 3; denn wo könnten ſie mehr Aufmuntke- rung, wo größere Belohnung finden? In England wird ihre Arbeit theuer bezahlt, wogegen ſie nir? gend auf dem ſeſten Lande weder einen ſo hohen Gehalt nod) einen ſo gewiſſen Verdienſt finden würe- den, und daraus folgt, daß, wenn auch einige unz ſerer geringern Kaufleufe zuweilen verleitet worden ſind, ihr Baterland zu verlaſſen, dagegen die beſten Handwerker jeder Art aus allen Ländern nach Groß2 Britannien binſtrömen, wodurch unſere Bepölkerung an nüßlihen und producirenden Menſchen ſehr be- deufend gewonnen haf, Die Anzahl fremder Künſtler, welche ſih nach England binbegeben, iſt ſo befrächtlich, daß, wie ich mit gufem Grunde annehmen zu können glaube, ſie die'Zahl derer, welche daraus jährlich emigriren, dreymal überſteigt, und„noh dazu ſind es nur die Gre„RES: es vorzüglichſten, welche zu uns kommen, wel ſie ſehr wohl wiſſen, daß andere keine Arbeit finden würden. Der große Reihthum unſerer Fabrikanten ſett ſie ebenfalls in den Stand, dieſe vortfreſflichen und wirkſamen Maſchinen zu erbauen, wodure der Regierung hinreicßt, es wenig dar auf anfomme, ob ihre Bedürfniſſe dur< Abgaben von Conſumtibilien aufgebracht werden, oder vob wan eine allgemeine Tare auf das Einkommen lege. Ju- deſſen wird ſelbſt unter dieſen Umſtänden* die“ leßfere für die Fabrifen am wenigſten nachtbeilig ſeyn, Aber. in tief verſchuldeten Ländern, in denen alle Jahre ſehr große und ſtarke Hülſsmittel erforderlich ſind, iſt dex Unterſchied für alle Claſſen, haupfſäch: lich aber für Kaufleute und Fabrikanten gewiß ſehr bedeutend. Die Zerrüffung, welHe neue Auflagen auf Fa- brifwaaren unfer den Manufakturiſten ſelbſt hervor- bringen können, iſt off ſo groß, daß ſie eben deghalb auf dem feſten Lande häufig aus einem Neiche ins andere ausgewanderf ſind. Außerdem wird auc die Gſpeiſe' des Vortheils für die Längſtilebenden“, in Verbindung mit einer ſv voll? fommenen Sicherheit, bey dem unter uns jeßf herr? ſchenden“Spekulationsgeiſte und bey unſerm Reich» thume ſo Fräftig wirken, daß dieſe Gumme und ſogar noch mehr. alle Jahre leicht dadurch aufgebracht wer? den dürfte." Ein Berſuch, welchen die Regierung vor. wenigen Jahren mit einer Tontine machte, iſt zwar nicht geglücff; allein dieſes rührte wol hauptf- jächliH daher/ daß die gleich anfänglich verſprochee nen. JInfereſſen weit unfer denen ſtanden, die man hätfe geben ſollen, nämlich nicht viel über 4 Procenf, ſo daß alſo der Plan nicht vollzählig wurde, und folglich gar nicht zur Ausführung fam. Wie ſehr aber auch immer ein Plan dieſer Arf bis. zu einem gewiſſen Umfange, glüßen mag, ſo würde er doc nie der Regierung die jährlim erfor- dur DI= derlihen Gummen„verſchaffen können. Dazu ſcheint dur aus Fein Mittfel- binlänglich, wenn es„nichf eine Beſteurung der, Einkünſte;iſt=- ein Mittel„ welches zuve.laſjig manderley, Borzüge beſikt. I.„Es iſt vielleicht, die einzige unfer allen bigher vorgeſchlagenen Beſteurunggarten,. wodurch das Geld mif. gehöriger„Gleichheit aufgebracht werden kann, Manz; haf, die Beſteurung des Eigenthums.,in man- durch eine ſolcerbau, ihren Manvfakturen und ihrem Han? del abhängen, werden allezeit mehr wahren NReich- fhum beſißen und unabhängiger ſeyn, als ſolHe, die ſich hauptſächlich auf ihre große Menge. von Gold und Silber verlaſſen, Bey den zahlreichen Vorzügen, welche wir be- ſiken, ſollten wir daher nichts unferlaſſen, was in irgend einigem Grade die Induſtrie des Bolks erhö- Hef und befördert, Dieſe wird uns viel ſicherer, als Gold und Silber, den bleibenden Genuß alles deſſen verſchaffen, was nur eine Nation ſich wünſchen mag, Nichts hingegen könnfe uns dieſen Genuß gewiſſer enfreiſſen, als der Einfluß eines zu hohen Arbeits: fohns auf diejenigen, die die Candarbeif verrichten. Jedermann in allen Claſſen ſollte freylich, wie ih ſcsei: genthümer('Stockholders) ſelbſt, daß das. Cinfom: men jeder-Arf beſteuert werde;. denn. iſt für. die Be» Dürſniſſe des Staats nis ſtehen-jeßf niedrig?); ſollte aber die Regierung durch Mangel an Unterſtüßung in ihren. Operationen gehindert werden,„ſo werden ſie ſchr wahrſcheinlich in nicht gar.langer, Zeit,.auf weniger als die Hälfte ihres jez Gigen Preiſes fallen,, Man braucht indeſſen eben nicht auf die in den öffentlichen Fonds ſtehenden Capitalien ſelbſt eine diz recte Abgabe zu legen; man beſteure nur das? Ein- Fommen,"woher es auch rühre, ſo werden nlle blos in der Epeculation gegründeten Gdwierigfeifen aus dem Wege geräumt ſeyn; denn alle, gegen die Bes ſteurung des in den Fonds befindlichen Geldes, ge- machten Einwürfe, ſind in der That blos ſpeculativ. Es haf noM niemand gewagt, zu behaupten, daß 3») Als die erſte Ausgabe dieſes Werts erſchien, ſtanden die 3/Pr& cents zu 54-- urid jeßo ſtehen ſie' nur: 31:58» c 1 --“ 41-=-- die, deyen. Einfünfte aus den, Fonds herrühren, von den gewöhnlichen Taren, auf Wein, Brantwein und andere Conſumtiongartikel, befreyf ſeyn müſſen 3 da- durch ſind aber alle unſere; Fonds im Grunde wirk: lich beſteuert worden, und. vielleicht mehr als:nöthig geweſen wäre,, wenn man„ſie gerades Weges mit Abgaben, belegt hätte, da in dieſem Falle eben die: ſelbe Symme.,mit weniger Mähe und Hebungskoſten hätfe aufgebracht werden können. Bey jeder Prüfung dieſes. wichtigen Gegenſtane des iſt der Haupfeinwurf, der ſich gegen die Beſteu: rung des Einfommens madchen läßt, die Schwierig» keit, irgend einen, dahin abzwedenden Plan zur Aus= führung,-zu bringen, ohne, Gefahr zu laufen, die Vermögengumſtände der-ſo karicten Perſonen bekannt zu machen. Wäre dieſes aber auch eine unausbleibliche Folge, ſo würde doch für das Ganze ſehr wahrſcheinlich kein Natheil daraus erwachſen, vielmehr könnte es viel» leiht dazu dienen, die follen Gpeculationen derer aufz zudeXen, die ohne eigene Fonds, blos auf Credit, Die weitläuftigſten Entwürfe beym Sandel und bey Fabrifen raſch: unternehmen und dadurch die fraurige ſten Bankerotte veranlaſſen. NRechtſchaffene Kaufleute würden dadurch gewinnen, 1und blos diejenigen dar- unfer leiden, die andern vielleicht nur ſchaden, wenn ſie. länger, handeln. „Allein; man, fann das; Einkommen beſteuern, ohne die, Vermögensuümſtändei der ſo. taxirfen Perſo? nen befannt zu machen, und zugleich vollkommen die eme 42 alert Abſicht erreichen, wohin alle dieſe Bemerkungen füh ren ſollen, näml;ch alle öffentliche Abgaben von dem eigentlichen Bermögen, zu erheben, worm diejes auch beſtehen mag. BVielleicht wird dieſer'Zwe>, durch den Plan zu einer Einfommentaxe, welchen das Parles- menf vor Furzem angenommen haf, erreicht werden; iH ſage, vielleicht! denn über eine ſo wichtige, in ihrer Anwendung ſo ausgedehnte Maasregel, fann die Erfahrung ollein»vichtig entſcheiden. Aber dem erſten Anbli> nah ſcheinen ſich einige erhebliche Ein? wendungen dagegen machen! zulaſſen. Jemand zu nöthigen, ſeine Einfünffe anzuge- ben, um ſich tariten zu laſſen, iſt nicßf nur eine un? angenehme Zumufhung für. jedermann, ſondern es fönnen. auch Einzelne in eine ſehr unatnngenehme Lage PFommen, wenn ſie ſich ſelbſt taxiren ſollen, und ans dere gleichwohl ihren Angaben widerſprechen dürſen, wie das bey unſerer jeßigen Cinfommentare der Zall iſt. Dieſes ließe. ſich gewiß mit Beybehaltung'aller Bortheile des bisherigen Plans leiht abändern. Nan müßte das. Ding umkehren und Taratoren ernennen, die das. Quantum: feſtſeßfen, welches von den Eins fünften: bezahlt werden+ſollte, anſtaff von den Bes ſieuerten zu verlangen) den Befrag derſeiben anzus geben,„ausgenomnmien in dem Falle,“ da ſie zu bes weiſen. häften, daß ſie zu hoch'faxirf'“ wären. Da dieſes ſich aber ſelten zufragen würde, und nie ans vers als'wie.eine-freywiſlige Handlung eines Einzels nen angeſehen werden könnte, ſo würden auch wenig Klagen darüber entſtehen. Die Commiſſarien zur Bollziehung dieſer Acke ſind auch nicht zahlreich genug, Sie müßten nicht blos für ganze Grafſchaften oder große Diſtrictfe, ſondern für einzelne Kirchſprengel angeſtellt werden, oder man müßte die Commiſſarien von zwey, drey oder mehr angränzenden Gprengeln mif einander vereinigen z ſonſt wird das Bermögen einer' beträchtlichen Anzahl Menſchen nicht mit Gewißheit heraus gebracht wer- den. Denn in ſehr vielen Fällen ſind zwar die Ein? Fünfte eines jeden unfer"den Nachbarn und Bewoh» nern einer Gemeine befannf, oder man kann ſie doch ohne viele Mühe und Nachforſchung leicht erfahren 5 Dazu ſind aber mehr Lofalkenntniſſe aller Umſtände erſorderlich, als man bey großen Diſtricten voraus: ſeßen Fann. Um dieſe und andere Einwürfe gegen den Plan unſerer Einfommentare zu heben, werden wahrſchein- lich von"Zeit zu Zeit mehrere Beſtimmungen vorge- ſen Aufmerkſani- Eeit verdienen. Wenigſiens wird man den darin ent- haltenen Grundſätßen ſchwerlich ſeinen Beyfall verſa« gen können, da ſie'nicht nur gereung mit einer anſehnlichen: Geldſtrafe, etwa von Einfauſend Pfund Sterl. belegte, und ſo» wol den Taxaforen einer jeden Gemeine, als auch ihren Gchreibern, Commiſſarien und Einnehmern ei- nen Verſchwiegenheits- Eid abnähme, ſo daß, weil nun Jnufamie und Berluſt damit verbunden wären, man ſelten oder nie von einem Eidbruche der Art hören wärde. Um das Geheimniß noch ſicherer zu bewahren, könnte man verordnen, daß, wenn än die Taxatoren eines Diſtrikts, wegen einer Reviſion ihrer eigenen Entſcheidung, appellirf würde, niemand ver» bunden ſeyn ſollfe, ihnen alle ſeine BVermögengurt» ſtände zu entde>en, ſondern daß drey unter ihnen dazu„erwählt würden, mit deren Berichkfe die andern ſich begnügen müßten. 12. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß keiner der Taxaforen oder Commiſſarien einen Gehalt befäme. Etwas Gewiſſes könnte: wan ihnen zwar zugeſtehen, um ſie für ihre Unkoſten bey öffentlichen Zuſammenz fünften zu entſchädigen, aber mehr als das müßte nicht bezahlt werden. Auf den erſten BliE kann dieſes hart ſcheinen, aber bey näherer Unterſuchung werden das manche wenig? -- 49= wenigſtens niht finden, Das Geſchäft aller dieſer Leute muß aus eben dem Geſichfspunkte, wie das der Geſchwornen(Jurymen), der Friedengrihfer und ans derer öſfenflichen Aemter, befrachfet werden, woſür Feine Belohnung weder gegeben no<4 erwartet witd, und die jedermann na; den Geſeßen übernehmen muß, ſobald er dazu aufgefordert. wird, Die Schreiz- ber bey den Boards der Taraforen, der Einnehmer und Appellations» Commijſarien.( commissioners of appeal) müſſen indeſſen allerdings beſoldet werden 5 aber es bliebe dennoh einer von den vielen wichtfiz gen Borzügen dieſer Methode, die Nevenüen zu he ben, daß ſie in Bergleichung mif allen bisherigen nur wenig Koſten verurſachte. Die Taxatoren und Appellations: Commiſſarien würden um ſo williger auf eine Beſoldung Verzicht thun, da nach Berlauf des erſten oder zweyten Jahrs das ganze Geſchäft ſehr leicht verwalfet werden Fönn2 fe; denn, obgleich eben dieſelbe Anzahl von Zuſammen? fünffen nofhwendig bliebe, ſo würden dieſe doch mit jedem Jahre weniger beſclichkeit oder ſchlechten Betragens halber verändert werden dürften, Dur dieſe und andere Einrichfungen, welche ein gehörig angeſtellter Berſuch mit dieſem Plane an die Hand gäbe, würde jeder Einwurf, dem derſelbe unferworfen zu ſeyn ſcheint, frühzeitig aus dem We- ge geräumt und die Einfkommenacte leiht und voll» ſtändig in Wirkſamkeit geſeßt werden, und zwar mit weniger Mühe und Unfoſten, als nach irgend einem andern bisher angegebenen Plane, und mif größe: rer Gewißheit eines gleichförmigen Einfluſſes auf jede noch ſo verſchiedene Art von Einkünften. Dieſes alles iſt niht blos auf Theorie oder Spe- culation. gegründet: mif einigen Veränderungen iſt es beynahe eben daſſelbe, was in Holland häus- fig als die billigſte, wirkſamſte und am wenig? ſten koſtſpielige Art, die Abgaben zu erheben, aus- geführf worden iſt. Und pb ſie gleich bisher in Eng: land nicht üblih war, ſo iſt doc ſchon ſeit langer Zeit in Schottland eine ſehr anſehnliche Taxe, unter dem dorf üblichen Namen Stent eingeführt geweſen, die ungefähr auf eben denſelben Grundſäßen beruht, Die Taxatoren, oder wie ſie in Schoftland ge- nannt werden, die Stent-masters, werden alle Jahre gewählt, von jeder Art von Kaufleuten einer; zuwei? ſen wählt man ſie auch unter andern Einwohnern. Sie haben die Gewalt von der ganzen(Gemeinde eine gewiſſe Summe zu erheben und beſtimmen den An- amine, SI emma theil, welchen ein jeder dazu bezahlen muß, nach dem Berhältniſſe ſeines muthmaßlichen Profits oder ſeines reinen Einfommens. DOb nun gleich jedermann das Recht hat, Remedur zu verlangen, wenn er zu hoch farxirf zu ſeyn glaubf, und die auf ſolche Weiſe erho: bene Summe ſehr anſehnlich iſt, da manche Perſo» nen zehn, funfzehn, ja ſogar zwanzig Pf. Sterl, da- zu beyfragen müſſen; ſo hört man doh. bis jet wee nig Flagen darüber. Ein einziges Beyſpiel von Wie derſeßung gegen dieſe Taxe fiel vor 30 Jahren in Edinburg vor, und ſelbſt in dieſem Falle hielt es der Kläger doch nicht für raihſam, mit ſeiner Klage her» vorzufrefen, Die Beſteurung des Einkommens ſcheint alſo nichf nur vor jedem andern bigherigen Gfeuerplane viele wichtige Borzüge zu beſißen, ſondern ſie fann auch leicht ausgeführf werden, ohne daß man Gez fahr liefe, die Einfünffe eines jeden Einzelnen be- kannf zu machen, und zugleich ſo, daß es faum möglich wäre, ihr auszuweichen. Vielleicht glauben manche, daß es ſehr ſchwer ſeyn würde, die Einfünfte anderer zu beurtheilen, und daß dieſes in ſehr vielen Fällen nicht mit einiger Beſtimmtheit geſchehen. könne. Allein die Erfahrung ſcheint das Gegentheil zu lehren. Ein Berſuch wür- de vielmehr, aller Wahrſheinlichkfeit nach, bald zeigen, daß durch dieſe Beſteurungsart: viele Reichthümer an den Tag kommen und faxirt werden würden, die bis? ber niemals ſichtbar waren, und daß kein Einfom» men von Belang der- Aufmerkſamkeit und den Nach» D 2 -- 52= forſhungen einer zahlreichen Geſellſchaft von Tara? foren entgehen fönnfe, die nur über kleine Diſtrikte die Auſſicht zu führen hätten. Bey dem jeßigen Plane kann das freyli<, wie ich wiederholt bemerkt habe, nicht geſchehen, da man für jede Grafſclichfeit des jedesmaligen Beſißers an. Bieles hängt von der Größe des angewandten Cas pitals ab, und ſehr vieles von beſondern Lokalvers hältniſſen, von der Beſchaffenheit des Bodens, der -- 5= Nähe der Märkte, von Dünger, Kohlen, Bauholz, Arbeitslohn, vom Zuſtande der Wege, welches alles auf den Erfrag eines Farms ſo großen Einfluß haf, daß die in allen dieſen Verhältniſſen begünſtigten Farmers bequem und. im Ueberfluß leben können, während andere, ob ſie gleich eben ſo viel und ſo- gar mehr Pacht bezahlen, bey eben ſo viel Kennt- niß und Fleiß, aber ohne dieſe Vortheile, in Man- gel und Sorgen leben müſſen. Dieſes Bild ihrer Lage iſt nicht im geringſten überfrieben," Einem jeden, der viel mit dieſer ſehr nüßlichen Claſſe von Menſchen umgegangen iſt, wer: den gewiß Beyſpiele der Art off genug vorgefom- men ſeyn. Daß die Farmers nach dem Befrag2; ihres Pacht» geldes farxirt werden, da doh ihre'/Einfünfte von ei- ner Menge anderer mannichfaltig combinirfer Urſas en ziehen. Wird die Einkommenacle in dieſem Gfü>e nicht bald abgeändert, ſo werden alle landwirthſchaftlichen Berbeſſerungen einen ſolcmäßig wäre, iſt es vielleicht zu einer andern ganz und gar nict. Gol: che theure Jahre, wie die jeßigen, etwa ausgenommen, haf ſich, während der leßfern, wenigen Jahre, die Lage unſerer Fabrikarbeifer durch ihre beyſpielloſe Superiorifät in aller Arf Arbeit, und die häufige Nachfrage nach allen ihren Artikeln, gar ſehr gebeſ- ſert. In dieſem Falle iſt es alſo niht mehr wie recht uind billig, daß dieſe Claſſe eben ſowol, wie alle ans dere, nach dem Verhältniß ihrer Kräfte, ihren Antheil -- M. zu den nofhwendigen Gfaafsausgaben beyfragen muß, da auf alle andere, Claſſen jeßt weit größere Laſten wie vormals gelegt ſind, Da' die Anzahl der zu dies ſer Claſſe gehörigen Perſonen befrächtlich iſt, ſo iſt ſie au< nothwendig im Beſiße eines großen Theils des geſammfen Nationalvermögens, und es erforderf es daher nicht blos die Billigkeit gegen andere, daß ſie nach dem Verhältniſſe ihrer Einkünfte, dieſe bes ſtehen nun worin ſie wollen/ zu der Unterſtüßung der Regierung beytrage, ſondern ſie wird es auch um ihrer ſelbſt willen thun. Alle, welche zu dieſer Claſſe gehören, wiſſen es ſehr wohl, daß unter ſehr wenigen bigsher auf dem Schauplaße der Welt erſchie nenen Negierungen, ſo viel Bequemlichkeit und Wohls leben und ſo viel Sicherheit des Eigenthums und. der Perſon Statt gefunden haf, wie in Großbritannien. Dieſes und jedes andern Bortheils würden ſie aber wahrſcheinlich bald beraubt werden, wenn diejenigen, welche an der Gpiße unſerer öffentlichen Angelegenhei- fen ſtehen, Feine hinreichende Unferſtüßung erhielten, und das wäre zuüverläßig der Fall, wenn alle unſere geringern Fabrifarbeifer feine Taren bezahlen ſoll- ten. Alsdann wären aber die Xleinern Farmers nach eben dem Grundſaße zu ähnlichen Ausnahmen berech» figf; beyde Claſſen aber, diejenigen mit eingeſchloſ- ſen, deren Einkünfte von etwa gleichem Belange ſind, machen den'zahlreihſten Theil des'ganzen Reichs aus, und ſind wirklich, zuſammengenommen, im Beſiße des größfen Theils aller National: Einkünſte, 579.0 Ah. 2% EL je 20 De as 7 K js „“ WE; a, & 7. | .; NO 4 is Ät lre -- 62.== Unabhängig von andern Gründen für die Be» ſteurung des Einkommens dieſer untern Gtände, zeigt ein- einziger ſhon hinreichend, daß ihr unmittelbares Jnutereſſe ſelbige nothwendig mache,' Wird ihr Ei- genthum nicht erwähntermaßen geradezu beſteuert, ſo geſchieht es zuverläſſig auf irgend eine andere Art, und wahrſcheinlich mit mehrerem Nachtheile und mit größerem Berluſte, wie ſolches kürzlich bey der ſo ſehr erhöheten Auflage auf Salz der Fall war. In dieſer RückſiMt würden alſo auch ſelbſt die untern Bolksklaſſen niMtf darüber klagen, wenn man ſie mik dieſer Taxe belegte; ſie würden ſic zwey, vier bis fünfhundert Pfund betragen, ſchon bey allen andern Taxen verhältnißmäßig mehr be- zahlen, und dieſe Taxen härter fühlen," als es bey größern Revenüen gewöhnlich der Fall iſt.“ Man Eönnfe desgwegen alle Einkünfte von einhundert und funfzig bis funfzehnhunderf Pfund zu einem Eilftel faxiren, und nach einer leichten Gradation, wie ich nachher angeben werde, müßten dann die Reicheren ein Zehntel, ein Achtel, ein Sechſtel und mehr be- zahlen. Gehr großmüthig thafen dieſes mehrere vor drey Jahren durch eine freywillige Subſcription 3 ei- nige nur für ein einziges Jahr, andere hingegen mif dem Berſprehen, während des Krieges alle Jahre eine gleihe Gumme zu bezahlen. Was nun aber mehrere mif ſo vieler Großmuth und von fceyen Gtüden gethan haben, dürfen andere bey dem Be- ſiße gleich großer Reichthümer wol nicht für unan- gemeſſen halten 3 es wäre vielmehr bloße Gerechtig» feit gegen jene, welde ſim ſo ſreygebig bezeigten, als ihr Vaterland in Geſahr war, wenn alle dieje? nigen mif einer eben ſo hohen Abgabe belegt würden, welche nicht ſo handelten. Nach dieſem oder einem. andern auf ähnlichen Grundſäßen beruhenden Plane, wird man von unz ſern Nationaleinkünfien jährlich. eine Gumme aufz bringen fönnen, die wahrſcheinlich nicht nur zur Zührung irgend eines unvermeidlichen Krieges, ſon? dern auch, zu einem jeden andern nothwendigen 3Zwe- de hinreicht. Damit aber die dadurch zu erhalfende Summe, vollzählich und beträchtlich genug ſey, muß Dieſer dieſer Plan, wie ih ſc zu geben, ſie auf eben Dieſelbe Art angewandt werden müſſe. Die Menſchen in den unfern Ständen ſind in der Regel nicht unbilliger als andere Wenn die Ta2 ren nach dieſem vder irgend einem andern Plane ih» re Kräfte überſteigen, ſo werden ſie ſiH nothwendig darüber beſchweren, und alsdann muß man auf ihre Klagen hören; brächte man aber einen Plan in Bore ſchlag, der in allen Berhältniſſen-und Umſtänden zwettmäßig genug wäre, der atf klaren und billigen Principien beruhte, und mit gehöriger Rü>ſicht auf Eparſamfkeit'>itsgeführf würde, ſo wiſſen ſie: alle ſehr wohl, daß die Regierung ohne Unterſtüßung nicht beſtehen kann 3 und würden“ leiht einſehen, daß ein ſol an, zu behaupten, daß das ganze Land- Einkommen von Großbrifannien nicht weniger als vierzig Millionen betrage. Arthur Youngs Autorität, auf welche M. Pitt ſich gewiſſermaßen ſtüßt, würde. von größerm Ge- wichſe ſeyn, wenn er ſpäter geſchrieben hätte. Diez ſer berühmte“ Mann glaubte damals, daß die Lands fare auf jedes Pfund wirklicher Auffünffe ungefähr zwey Gchillinge befrage, Aber ſeitdem Young, die- ſes ſchrieb, ſind ſecs und zwanzig Jahre, verfloſſen, und binnen dieſer“ Zeit ſind, die Auffünfte von den Ländereyen off um mehr als das Doppelte ihres vo» rigen Erfrages geſtiegen. So richtig alſo ſeine Mei: nung über dieſen Punkt zu der damaligen Zeit'ges- weſen ſeyn mag, ſo-fann. ſie doc<. nicht wohl auf die jeßigen Umſtände angewandf werden. M. Young fiellte überdem ſeine Unferſuchung baupfſächlich-nur in den'am beſten Eulfivirfen Gegenden unſerer Inſel an, wo im Ganzen die Landfare ſehr hoch ſteht, und es läßf ſich alſo mif Grunde glauben, daß er bloß deswegen den ganzen Erfrag derſelben ſo ſehr viel höher ſchäßf, wie er ſonſt gethan haben würde. Wenn wir von den engliſchen Nationaleinkünfe- fen reden, und von dem Erfrage der Taxen, womit dieſe beſchwert ſind, ſo muß bey gehöriger Aufmerk» ſamkeit jedermann einſehen, daß ſie auf das Gänze ſo befrächtlilichfeit empfangen, ſo wie die Gebühren und Honoraria, welche in höhern.:Ständen denen bezahlt werden, die einen gelehrfen: Beruf freiben. DIE GI IE ( m er 4&3 WEr, | vy] |. ZF =. -- 78= Da alle Einkünffe von ſechzig Pfund und drü- ber in die eine vder andere der vorigen Beſtimmun gen mit eingeſchloſſen ſind, ſo ſind bey der leßtern nod) diejenigen mif hinzuzurechnen, welche Feine ſech, zig Pfund. befragen, aber do hoher Conſumtfionsfaxen nicht ſo guf erfragen können, wie es bey größern Revea nüen möglich iſt, Es läßt ſim daher mif Grund, annehmen, daß alle dieſe untern Claſſen gegen eine ſol die wir dafür annehs men fönnen, müßte..es,„meiner Meinung nad, nicht ſchwer ſeyn, naß gut eingerichteten, Gradationen, ſehs Millionen zu, erheben. Bey. dem erſten Ver? ſuche dürfte es indeſſen rafhſam ſeyn, dieſe Steuer -- 91- nur auf fünf'Millionen einzuſchränken, welches nur der funfzehnfe Theil des Totaleinfommens dieſer gans» zen Claſſe iſt, Der nach der vorhergehenden BereHhnung auf einhunderf acht und ſechzig Millionen ſic belaufende Reſt des Nationaleinkommens, kann im Durchſchnitf, ohne erbebliche BedrüFung für die Beſißer, füglich zu einem Achtel des Ganzen tarxirf werden, und das ber ein und zwanzig Millionen einbringen, Zur Bervollſtändigung deſſen, was ich vorhin über die Zwecmäßigfeit des Plans geſagt babe, dieſe Steuer bey größern Einkünften verhältnißmä- ßig zu erhöhen, ſckeln. Dawit jedermann leben und gedeihen fönne, muß niemand beeinfrächfiget werden, und dann wird auch ein jeder in allen Claſſen beſſer jm Gtande ſeyn, nichf nur alle ſeine andern noth2 wendigen Ausgaben zu beſtreiten, ſondern auch ſeia nen angemeſſenen Theil zu den öffentlichen Laſten zu bezahe -- 97== bezahlen. Unſere|National- Fonds ſind anjeßtf bei weifem größer wie jemals; würde nun die Einfom- menakte ſo abgeändert, daß jedermann ſo viel als möglicß nach dem richtigen Berhältfniſſe ſeiner Einz künfte bezahlen müßte, ſo erhielte die Regierung als ler Wahrſcheinlichkeit nac<ß gewiß eine zur Ausfüh» rung aller nothwendigen EndzwecFe vollfommen hinz reichende Gumme, ohne daß bedeutenide Klagen dar über würden erhoben werden. Will man äber keins Änderung darin machen, und ſoll die Akte in ihrer gegenwärtigen Geſtalt beybehalten werden, ſo wird ſie, anſtatf der ſechs und zwanzig Millionen, die mani, wie ic geſucht habe zu zeigen, leicht dadiircEend geweſen. Es ſind. diejenigen dadurclich ſind, und von allen, die ſie kennen, ſo ſehr verabſcheuet werden, daß nichts, als die Unachtſamkeit derer, die ſol.Hergeſtalt auf eine gewiſſermaßen legale Weiſe den freyen Gebrauch dieſes verderblichen Artifels geſtatten, Gduld daran ſeyn Fann, daß derſelbe ſo ſehr unter uns eingeriſſen iſt, Bon dieſen und allen andern Üblen Folgen der Conſumtionsfaxen würde ein wohlangelegfer Plan, dieſe Toren von den Einkommen zu erheben, uns ſo- gleich beſreyn."Yuc< wird die Nation wol nicht leicht glauben, daß diejenigen, welche ſic das Ber- dienſt erwarben, einen von ſv wichtigen Bortheilen begleiteten Plan aufzuſtellen, ihn nur bis zu einem gewiſſen Umfange ausführen, und nahdem ſie die meiſten Gchwierigfeifer« aus dem Wege geräumt has ben, es andern überlaſſen werden, ihn zu vollenden: Denn, wenn ein, wahrſcheinlich mit den wohlthäfig» ſten Folgen für das ganze Reich begleiteter, und für die Erleichterung ider Unterthanen hüchſt nothwendi- ger, Borſchlag y.ichf ſogleich in ſeinem ganzen Um- ſange ausgeſüb/rf wird, ſo geſchieht es doch gewiß binnen kurzer Zeit, Die A'asführung eines Plans von einer ſolchen Widktigkeit und einem ſo großen Umfange, wird al- IE SEGOTEEREESET, E5 1 rawenn =] :=1 Q = 8 .2 “A 4 Q. +2 kT) 5 Zs [=] = 2 = G rx 14 DV A Db 2 (= be = 8 Ware die bigher allgemein herrſHende Meinung gegründef, daß die Größe unſerer Gfaafsſs zu ſecs und neunzig veikauff wurden. Wir dürfen ſogar hoffen, es werde endlich eine Zeit Fommen, da jedermann einſieht, daß unſer Natio» nalreihfhum und unſere Proſperität ſo wenig vorn dem hohen Preiſe der Fonds abhängen, daß, wenn alles übrige gleich iſt, unſer Wohlſtand vielmehr ge- rade in eben dem Berhältniſſe zunehmen wird, in welchem die Fonds herabſinken. Wer je dieſen Gegen ſtand näher unterſu 2 2, 4" 0: 4.1 (00N € + €) Er iE; + Fenn= a arme meg M E"Gde mri Min 10002 Kr =“ T12== beſtritfen werden, die an' der Spiße der Regierung unſers Landes ſtehen; denn öffentliche Treue und Glauben ſind bisher bei allen Geldverhändlungen des Gtaats noch immer unverleßf geblieben, und müſſen es auch fernerhin ſtets bleiben. Allein, obgleich je- der redliche Mann*der Meinung beiſtimmen wird, daß die Berbindlichkeiten"der Regierung in Abſicht auf die regelmäßige Bezahlung der ihren Gläubiger ſchuldigen Zinſen, ſtrenge beobachtet und erfüllt wer» den müſſen, ſo werden doh wol nur wenige behaup fen, daß ſie auf irgend eine Weiſe verbunden ſey, für den Berluſt einzuſtehen, welcher Einzelne durch ihre Speculationen auf den eventuellen Preis) der Fonds«leiden 3 vder daß die Nation irgend einen Plan annehmen oder Maoßregeln ergreiſen müſſe, um' die Fonds in einem gewiſſen beſtimmten Preiſe, er ſey nun hoc) oder niedrig, zu erhalten. Der billigſte, ehrenvolleſte und mif der Würde und dem Charakter einer reichen und mächtigen Na- fion am meiſten übereinſtimmende Plan, würde. der ſeyn, wenn die Regierung ſich in die Fonds durch? aus nicht wiſchte, ſondern nur regelmäßig die Zin: ſen der Staatsſchuld bezahlte, und in Zufunff nicht anders als al pari, oder nah dem currenten Preiſe die Gtods einfaufte.= Hiervon werde im ober nachher no< umſtändlicher reden, und will alſo hier erſt die Inconvenienzen angeben und unterſuchen, die nach der Meinung einiger daraus enfſtehen müßten, wenn die Nationalſchuld und die damit zuſammen- han- hängenden Fonds(funds) entweder gänzlich getilgt oder doch beirächtlich verringert würden. So groß iſt die:Macht der Gewohnheit, daß, bis vor kurzem, eine große Menge. Menſchen die ſHwere Schuldenlaſt, an welche wir uns nur zu lange gewöhnt haben, für ſo nothwendig: zu unſerer Boblfahrt: hielten, daß ſie nicht einſahen, wie wir ohne ſie eyiſtiren Fönnften, Durd die, bey allen über ſie gehäuften Gulden fortdauernde, Proſperi2 fät der Nation gefäuſcht, überſahen ſie alle andere Quellen ihres Reihthums, und wurden dadurch vers leitef, dieſe Schulden für eine der wichtigſten unfer allen zu halten. Aber hierauf kann man ſehr richtig mif einem berühmfen Gehriftſtellexr antworten: daß Brifanniens zunehmende Proſperität nicht, wie meh- rere ſehr unrichtig angenommen haben, eine Folge ſeiner Staatsſchulden iſt, ſondern daß es, durch Übers windung eines jeden daher rührenden Hinderniſ- ſes, dieſer Schulden ungeachtet, ſo blühend gewor? Den ſey. In dieſer Hinſicht ſcheint es mit ganzen Natio» nen ſich eben ſo, wie mit Individuen zu verhalten. Die von Schulden herrührenden Berlegenheiten ſind vielleicht benden gleich nachfbeilig,'und es ſollte daber eine jede, aus Nothwendigkeit oder aus ir: gend einem andern Grunde, gemachte Schuld ſo ſf, wirklich wünſchen, die Regierung zu unterſtüßen und zu unterhalten 3 ſo müſſen doch die- jenigen, welche hierauf einen ſo großen Werth legen, ſiH erinnern, daß nur wenige aus dieſem Bewe? gungsgrunde Dabey infereſjirf ſind, die Fonds aufs recht zu erhalfen, und daß dagegen die Anzahl derer ſchr groß ſey, deren Jnkereſſe es zuverläſſig erfoderf, daß ſie auf immer aufgehoben oder vernichfef wer? den. Ein jeder, der zur Abfragung der jährlichen Zinſen unſerer Nationalſchuld Taren bezahlen muß, wird ohne Zweifel wünſchen, daß eine ſolche Schuld nie exiſtivrf hätte, und wenn die Bezahlung dieſer Zinſen gar ſchwierig iſt, ſo wird die Stärke dcr Re» gierung dadurch geſchwächt und nicht vermehrf wer? den. Denn/ nofhwendig muß die Anhänglichkeit des? 2 ITZ(EEE jenigen Theils der Nation gegen ſie abnehmen, der, ohne bey den Fonds infereſſirt zu ſeyn, und ohne den geringſten Theil ſeines Vermögens darin angelegt Zu haben, blos deghalb mif Taren beſchwert wird, da- mif andere ſtarfe Annuitäten erhalfen, die, ſo viel er einſehen Fann, nie ein Ende nehmen werden. Cs iſt nichf genug, wenn man hierauf antfwor- fet,"daß dieſe Schuld reerbau, den Manufaktus ren und dem Handel zur Unferſtüßung, HSiezu kommet noch, daß am Ende alles Geld, welches wir beſigßen, gerade ſo gebraucht werden würde, wie es eigenflic) "“mtner geſchehen ſollte, Anſtatt daß jeßf große Gum» mem bis. zu mehreren Millionen. immer zu GSpeku- lagioßen in den Fonds bereif liegen," würde alles zu beſſer. EnSzwedXen, zur Erweiferung eines jeden Zweiges der"Mationalinduſtrie und zur Beſörderung eines jeden, nüßlichen" Plans angewandt werden, Alsdann fämen auc< die Capitaliſten ſelten in Ver- ſuchung, das ausgeliehene Geld wieder zurück zu fa- dern, und alle Geſchäfte würden dadurc<; an Feſt!g- Feif und Gicherheit gewinnen; dahingegen bey jeder neuen Anleihe der Handel und die Fabriken des gan: zen Königreiths bis auf den Grund erſchüttert wor- den ſind, wenn ihnen ungeheure Gummen nur plöß: lich entzogen wurden, blos in der Abſicht, um an den hohen Prämien Theil zu haben, welche die Re- gierung, wenn ſie in Berlegenheit war, bewilligen mußte. Wenn das baare Geld der Nation auc< no entgegen zu wirken, Nur diejenigen Länder ſind glü>lich und ſicher in dem Beſiße ihrer Reichthü? mer, in denen, durd< eine zweckmäßige Anwendung ihrer National- Fonds, der AE>erbau auf der höchſten Gpike der Boll» fommenheit ſteht, deren er fähig iſt. Eine ſtarke. Bevölferung wird dadur< befördert, und dem Solke Überſluß an allen Nothwendigkeifken des Le- bens geſichert, und ehe das nicht in Großbritannien Gtatt findet, ſind wir nicht berechtigt zu ſagen, daß wir reich ſind. Hamburg iſt reiß, Amſterdam und Venedig waren beyde reich=- an Geld, aber nicht in Anſehung jener Quelle von einzig wahrem Reich? fhum und Glüd, dem, von ihrem eigenen Bol: Fe, auf ihren eigenen Feldern gewonnenen Überfluſſe an Lebensbedürfniſjen. Samburg hängt, in Anſehung der eigentlichen Mittel zu ſeiner Exiſtenz, wie einſt Benedig und Amſterdam, von andern ab, und würde, wie'wir alle vormals geſehen baben, bey der erſien Erſcheinung eines Feindes, wahrſchein? lim gleich wieder fallen. Ein ſolt werden, da er nichf nur mit dem Geiſte der Unab2 bängigfeit übereinſtimmf, mit welchem ſie aufwachſen, ſondern auch weil er dem ganzen Reiche die vollfome menſte Sicherheit verſchaffen würde. In ſo fern alſo dieſe Arf von Neichthum, und dieſe Unabhängigkeit unſerer Subſiſtenz von andern Nationen, wünſchenswerth ſind, ſollfe ein jeder, der ſeinem Baterlande wohl will, alle ſeine Kräfte dazu aufbiefen, unſere Nationalſchuld möglichſt ſchnell zu tilgen, Denn ehe dieſes nichf enfweder ganz oder doch größtentheils geſchehen iſt, wird auch, wie ſehr zu befürchfen iſt, in unſerer Gifuation, von dieſer Geife, feine erhebliche Beränderung Gtaft finden. Die Verſuchung, in den Fonds zu ſpeculiren, iſt ſo groß, daß ſie wahrſcheinlich noh immer einen gro= ßen Theil des Nationalvermögens an ſich ziehen wer? den, wie das bis jeßtf unglücklicher Weiſe der Fall war. Sieht man nun aber ein, daß die Aufnahme und höchſte Berbeſſerung unſexs Landes von weſenfa lihem Nußen'ſey, ſo müßte man auch ſogleich ei? nen Plan annehmen, wodurch nicht nur unſere Gtfaafsſchuld endlich getilgt, ihr ferneres Anwachſen zugleich verhüfef, und jährlich, ſo viel nur immer in unſerer Macht ſteht, abbezahlt, ſondern wvdurc< auch dem unter allen Ständen allgemein eingeriſſe- IEEE % VIE G 1 gee 7 emm ne= uner vEEn 700g EEN ue. E == a..---- FME aide 128== nen Hange, in den Fonds zu ſpeculiren," ein Ende gemacht würde. Bis dahin müſſen alle Berbeſjerun- gen eines jeden Zweiges der Landwirthſhaff nur langſam und ſchläfrig von ſtaffen gehen, oder auch vielleicht gar auf demſelben Punkte ſtehen bleiben, wie ſie es wirklich jeßt zu thun. ſcheinen; denn ſo reich auch die Nation ſeyn mag, ſo. werden doch ſchwerlic< auf den AXerbau jemals größere Capita- lien verwandt werden, ebe nicht dieſer ,- einen großen Theil derſelben verſchlingende, Strudel gänzlich ges hemmt iſt. Denn es können, wie ich in der folgen? den Abhandlung zu zeigen ſuchen werde, Feine bedeus fende landwirtfhſchaftl'che Berbeſſerungen Gtaft fin? den, eh? man nichf große Capifalien ausdrücflich in dieſer Abſicht darauf verwendet, Wollfe man die Nationalſs al pari oder zu ſechzig Proz cenf recnef, vder auch ſo, daß die von der Regiez2 rung für eine jede Actie dieſer Sto>s bezahlten Zinz ſen in zwanzig Jahren den Kaufpreis wieder einz bringen,(at twenty years purchase). Auf dieſe Arf würde, ſelbſt während des Kri62 ges, ein ſehr anſehnlicher Theil unſerer Schulden ir wenig Jahren bezahlt, zumal wenn man nod). die Zinſen der jährlich angefauffen Gummen ſiH onhäus fen ließe, wie es bisher mit dem Tilgungsfond ges ſchehen iſt, Aber es dürffe wohl»die Frage der ernſt? baffeſten Unferſuhung von Geifen der Negierung werth ſeyn, in wie fern es nichf etwa beſſer wäre; die dirc< einen ſchnellern Anwachs jenes Fonds zit erhalfenden BVortheile, wenigſtens auf einige Jahre; fahren zu laſſen, und dagegen ſogleich ohne den 927 3 * Femme eee morgen= =.s geſchloſſen wird, welches täglich bis zu erſtaunlihen Summen geſchieht, iſt die Nafionalſchuld jeßf wirklich an die Stelle der von Banquiers ausggeſtellten Wechſel, und ſogar auch an die Gfelle des Goldes und Gilbers gefrefen. Die übermäßige Gumme der hiezu dienenden Gtods muß auf Märkten aller Art große Wirkungen hervorbrins gen; denn in dem Umfange, in welchem die Stocks bei kaufmänniſchen Verhandlungen gebraucht wers den, müſſen ſie in der That eben das bewirken, was eine gleiche Gumme ia Münze oder in Banknoten bewirfen würde, und man kann ſie folglich als eine der vornehmſten Urfahen befrachfen, weswegen das Korn, ſo gut wie alle andere Dinge, ſo. ſehr bei uns im Preiſe geſtiegen iſv,. Landbeſißer haben alſo eben ſo guf wie andere von Zeit zu Zeit den Pachtzins ihrer Güter erhöhet, aber Feinesweges in eben dem Berhältniſſe, wie- bei dem Preiſe anderer Artifel. Eine anpartheiiſche Un ferſuzung, wird vielmehr das Gegentheil zeigen. Denn, während Kaufleute und Fabrikanten allent- halben in Ueberfluß, Bequemlichkeit und Ueppigteit feben, finden ſehr viele, deren Eigenthum bloß in Ländereien beſteht, es unmöglich von ihren Einfünf2 fen zu leben, und ſind daher fief verſchuldet. Gs wie alſo die Lage des: einen Theils der bürgerlichen Geſellſhaff ſich von Tage zu Tage verbeſſert haf, ſo hat ſic die der Landbeſißer befrächtlich verſchlim- merf, Bor funfzig oder ſechzig Jahren hielt man IECHN ve IIS Le =- DE jeh Gs SSICXG S 7007 7“ ENT DIN CIE, -- hdr GIE SIE INGEN VEIT R X +4." <= 134 4% die Landeigenfhümer niht nur für die reſpecfabelſie Cloſſe unter den Einwohnern, ſondern ſie waren ouch ohne alle Frage? die wohlhabendſten. Jekt ſind ſie in Rückſicht des Vermögens tief geſunfen, und damit muß auch ihr Anſehen bald ſinken, wenn ih» nen nicht geholfen wird. Wer dieſe wichtige Veränderung in der Lage der Landedelleute(country gentleman) nicht genau erwägt, dürfte hierauf antworten, daß vielleicht ein Fehler in ihrer“ Lebensart daran ſchuld ſey, dem ſie alſo abhelſjen müſſen. Aber das iſt ſo wenig allges mein der Fall, doß ſie, ſelbſt mit der äußerſten Spar? ſamfrif und Sorgfalt, durchaus nicht mehr eben ſo wie vormals leben können. Jhre Einkünſte ſind zwar geſtiegen, aber nicht in Berhältniß mit den Taxen, womit ſie belaſtet ſind, nicht in Verhältniß mit dem erhöhefen Preiſe aller Conſumtiongarfifkel oder auch mit den ſie allenthalben vmgebenden, enfweder langſamer von Kaufleufen und Fabrikanten zu Haus ſe gewonnenen, odec'ſchneller aus Oſt- und Weſte Indien eingeführten großen Reichkrhümern. Die Fol ge davon iſt, daß zum großen Nachtheile der Na- fion, eine befrächtliche Anzahl Familien, die ehemals hauptſächlich oder vielleicht ganz auf ihren Gütern lebten, nun nach den Gtädfen ziehen müſſen, wo ſie in ſtiller Eingezogenheit bequemer leben können, und mif den Ausgaben für ihren Lebengunterhalt zugleich ihre Bedentſamfeit und Nuüßlichkeit vermindern. - Nur eine ſtarke Reduktion“ unſerer Staatsſchul den und Verminderung oder gänzliche Auſhebung meh RE, I35 LZ rerer drücfenden Taxen, die bisher ausſchließlich auf das Eigenfhum und nichf, wie es ohne alle Frage ſeyn ſollte, auf das Einkömmen gelegt ſind, können die verderblichen Folgen verhüfen, welche bald daraus entſtehen werden, wenn dieſe reſpecfable Claſſe des gemeinen Weſens gezwungen iſt, ihre Güfer zu ver2 laſſen, und fremden Händen anzuvertrauen. Um der Nuhe und Sicherheit der Nation willen, und um ein ſo ſchrec>liches UnglüF zu verhüfen, womit andere Länder, und vorzüglich eine der wichtigſten brittis- ſchen Beſißungen, faſt vor unſerer Thüre, das K6ö2 nigreic Jrland, hauptſächlich deswegen beimgeſuchf worden ſind, weil die Eigenthümer nicht im Lande ſelbſt wohnten, ſollten wir alles, was in unſern Kräfsz fen ſteht, dazu anwenden, die Beranlaſſung dazu unfer uns zu entfernen, Und dieſes kann ſehr bald geſchehen, wenn der hier angegebene, oder ein ande2 rer ähnlicher Plan ſtandhaft verfolgt wird, Damit dieſer oder irgend ein anderer Plan, den man zur Tilgung der Nationalſchuld etwa vorziehen möctfe, einen ununferbrohenen Fortgang hobe, muß durch eine Parlamentgacfe der Preis beſtimmt werden, zu welchenr nachmals. alle von der Negierung anz? zufaufenden Gfods verfauff werden ſollen. Denn, weil durch die Operation des Plans ſelbſt die Men- ge der Gfo>s mit jedem Jahre immer mehr abnäh- me, ſo könnfe- ſonſt leis entweder al pari pder zu dem Preiſe anznkauſen, wofür ſie ur? ſprünglich von ihr verkauft worden ſind Dies wäre zwar für manche ſehr vortheilhaft, welche Sto>s zu niedrigen Preiſen g'Fauft haben; allein da jedermann, Der genöfhigf wird ſein Eigenthyum weozygeben, gut Dafür bezahlt werden muß, und es zur Ehre des Na fional- Charaffers gereichen würde, die Gläubigex des Staats ſo billig wie möglich zu behandeln, ſo wird man in dieſer Rückſicht eine ſolHe Aufopferung wol für nichfs mehr als für Schuldigkeit halfen. Wenn mati es indeſſen für hart hielte, diejenigen, welche Sto>s zu hohen-Preiſen eingekauft haben, zu zwingen, ſie al pari zu verkaufen, ſo müßte man uns ferſuchen, ob und in wiefern man efwa den Stoks2 beſißern bei allen ihren Verhandlungen mit der Re- gierung das Recht zugeſtehen Eönnte, jeden Preis, hoch pder niedrig, dafür zu empfangen, welchen ſie ſelbſt wirklich dafür'bezahlt haben, ehe ein Geſeß darüber porhanden war. Daraus würde dann folgen, daß zwar viele Stoc>s über das pari, aber auch viele dar? unter würden gefauſt werden, ſo daß im Ganzen der Unterſchied zwiſchen beiden Borſchlägen, in Rückſicht auf die Anusgaben der Regierung, von keinem Belan2 ge ſeyn würde, -- 137=> Was für einen Plan man-auß annehmen mag, ſo wird er wahrſcheinlich die Wirkung haben, daß alle rien von Sto>s nicht viel über das pari ſteigen, viel? mehr gewöhnlich darunter werden verfauff werden, und ſo der verderbliche Gpielgeiſt. endlich ganz aufs hören wird, den die hohen Preiſe der Fonds beſtän- dig unferhalfea. Eine andere wohlthäfige Folge für das Ganze wäre dieſe, daß dann unſer geſammtes Nationalvermögen, wie ich ſhon bemerkt habe, über? all im Reiche zecſtreut, und zu nüßlichern Unterneh- mungen angeivandf werden würde, anſtatt daß bis- her große Gummen deſſelben in einem ſehr unpro- duktiven Zuſtande geblieben ſind, ſo off man ein befrächtliches Steigen der Fonds oder große Bortheile bei einex Anleihe der Regierung haf erwarten können, wie das ſchr gewöhnlich der Fall iſt, ſobald uns ein Krieg bevorſteht, und auch ſo lange ex währf, So geſchieht dann zu der Zeit ſelbſt, wenn uns? ſere öffentliche und Privat- Berlegenheit aufs höchſte ſteigt, wenn man den Aderbau und jeden Zweig nüß» liher Induſtrie auf das thätigſte aufmuntern ſollte, um das ſaſt von jedem Kriege unzertrennliche Unge- mach zu erleichfern, von dem allen gewöhnlich das Gegentheil, Ein großer Theil des im Königreiche befindlihen baaren Geldes wird plößlih allen an- dern Unfernehmungen enfriſſen, und mit“ großer Aengſtlichkeit, Unkoſten und Gefahr nach London gebracht, in der ausdrüclichen Abſihf, um damit in den Fonds zu ſpielen, iich 138 I EGobald man aber das wahre Intereſſe der Na? tion in dieſem wichfigen Punkte kfeunen und einſehen wird, iſt au? zum Glücke ein unmittelbares und ſimeres Sülfsmittel gegen dieſes Uebel in unſerer Gewalt, Die Regierung beſtimme, entweder nach dem. von niir angegebenen vder nach einem andern billiger und gerechter ſcheinenden Plane, für ihre künftigen Einfäufe den Preis der Gtfoc>s nach denen, welche jetf verfauſt werden müſſen, aber befrächtlich unfer dem Preiſe ſtehen, wofür ſie vormals meiſten. fheils verfauff worden ſind, und die verderbliche Tendenz unſers GStaatksſchulden- Gyſtems(funding SyStem) iſt großentheils auf'einmal vernichtet. Denn wäre erſt ein billiger mäßiger Preis feſtgeſeßf, über welchen die Stocks niemals ſteigen dürffen, ſo würde au< mit Gpeculationen auf ihr evenfuelles Gteigen nicht viel zu gewinnen.ſeyn, und man wür? de künftig nicht, wie bigher, große Gummen zu die- ſem verderblichen Handel in Bereitſchaſt halten. Jede Nationalverbeſſerung würde dadurc<; zus? gleih nachdrüdflic) und unmittelbar befördert, und die aus der Berminderung der Conſumtionsfaren für alle Claſſen entſpringenden Vortheile bald alles über? freffen, was man, dem erſten Anblife nach, viele leihf davon erwartet. Die Regierung hat indeſſen das Syſtem der fun? dirfen Gulden noch: nicht ſv ganz aufgegeben, daß ſie ſo verfahren könnte. Da ſie es nicht wagt, ſich in Anſehung der erfoderlichen Hülfsmittel auf irgend eine andere Quelle durchaus zu verlaſſen,.ſo hält ſie =. IZ39-.- es noch immer für nöthig, die Fonds mit ihrem gans zen Einfluſſe zu unferſtüßen, Hauptſächlich in dieſer Rückſicht iſt eine Parlamentgacte über den Berkauf der Landfare ausgewürff worden, und da der Erfrag deſſelben zum Anfaufe von Sto>s angewandt], und folglich die Quantität dieſer leßtern dadur< gar ſehr vermindert wird, ſo muß nun der Reſt verhältnißse mäßig im Werthe ſteigen. Allein, da man mif gufem Grunde glauben Fanny, daß dieſer Plan in allen ſeinen Theilen den Forts ſchritten deg AFerbaues hinderlich, und eben deswes den für alle Claſſen nahtheilig iſtz ſo iſt es in der That ein GlüE,“ daß er wol ſchwerli< jemals voll» ſtändig wird ausgeführtf werden, Nach den leßten Berichten, die ich davon erhalten habe, ſcheinf nicht der vierfe Theil der Landtare verkauft zu ſeyn, und da der Verkauf derſelben mancherley großen Schwie- rigfeifen unferworfen iſt, ſo iſt es auch eben nicht wahrſcheinlich, daß jemals viel mehr davon. wird verfauff werden. Da die Fonds dur< dieſen Plan einen höhern erfünſtelfen Werth erhalten, und alſo um ſo mehr ei? nen noch grüßern Theil des Nationalvermögens an ſiH ziehen; fo iſt er dem Publiko gewiß ſc<ädliHh, und wird unmittelbar, und auf mancherlei Weiſe, allen Landeigenthümern nachtheilig werden, die vielleicht ihr Geld auf den Ankauf dieſer Taxe verwenden. Sollte die Quantität der drey Procenf- Sto>s, wels» de jeßf als der Preis dafür feſtgeſeßt ſind, bezahlt werden, ſo wird bei dem.ganzen Handel» kein Vor? |, 75 74| 35 4100 4 [24| vi N| 15:06: KB“„" NN! » R " 3] »- MIE y y amen 140 MD fbeil herausfommen, ehe dieſe Gfod>s nicht unfer funfzig Procenf ſallen, ſo daß alles, was über funf zig Procenf daſür bezahlt wird, nebſt den Ausgaben für die Unferhändler(agents) als reiner Verluſt zu befrachfen iſt, der durc; nichts wieder erſeßt wird. Denn wenn man mit baarem Gelde kaufen will, ſo muß es für den Käufer eben ſo nachtbeilig ſeyn, wenn er höher wie zu fünf Procent(at 20 years Purchase) fauft, als es für die Regierung nach fheilig iſt, wenn ſie nic was irgend eine andere Claſſe zu fragen haf, zu bes zahlen, die ſic bigher jährlich auf zwey Millionen beläuft, ſondern au< ein ungeheures Capifal von vierzig Millionen auf den Ankauf dieſer Abgabe zu verwenden, um es in eine für ſie und ihre Familien höchſt nahtfheilige Situation zu verſeßen, Denn vf fenbar haf es mif dem auf den Aukauf dieſer Taxe verwandten Gelde niht, wie einige behaupfetf haben, eben dieſelbe Bewandniß, wie mit den in Ländereyen angelegten Capitalien, Bon dem Werthe der Lände» reyen kann man erwarfen, daß er ſteigen werde, und"in ſehr vielen Fällen ſteigt er auch vin der Thot ohne allen Zweifel ſehr befrächtlich, dahingegen die Annuitäten des in den Ankauf der Landfare vergra2 benen Geldes beſtändig dieſelben bleiben, Wirkliches Landeigenthum genießt auch gewöhnlich einer gewiſz ſen Theilnahßhme und Achtung, welche man. bloßen Renkenbeſißern nicht wiederfahren. läßt, Ein anderer ſchr wichtiger Grund, der die Land» eigenthümer von dem Anfaufe dieſer Taxe abhalten muß, iſt der: daß went dieſe Taxe aufgehoben wür». de, es wol keinen Zweifel leidef, daß man ihnen ſehr bald eine“andere von vermuthlich größerm Bes lange auferlegen würde. Hierauf anfworfet man zwar, daß» immerhin noc) mehr Abgaben auf die Ländereyen gelegf werz- den Fönnen, die jeßige Taxe mag gefauff werden oder nis werde können verkauft werden 3 allein das iſt niht wahrſcheinlich, weil das Eigenthum in dieſer Verfaſſung ſchwerer als andere Sto>s zu behandeln iſt, und wenig oder gar nicht im Preiſe ſteigen oder fallen würde."I< glaube vielmehr, daß es gewöhn» lich mif Berluſt würde verkauff werden,, Denn da die Zinſen nicht in London, noh irgendwo ſonſt als in den Grafſchaften ſelbſt, wo die Capitalien ſtehen, zahlbar ſind; ſo würde daraus bey dem ganzen Ges ſchäffe fo viele Unbequemlichfeit entſtehen, daß alle Geldbefißer ſcerbaues und der Manu facturen hinderlich, und für die Capifaliſten unbes4 quem iſt; ſo werden, nac< gehöriger Erwägung als lex dieſer Umſtände, wol nur wenige geneigt ſeyn; ſim darauf einzulaſſen. Wenn man aber gleih mit Recht annehmeri muß, daß nie ein bedeufender Theil dieſer Taxe wirs verfauff„werden, ſo iſt es doch nicht wahrſcheinlich; daß weder die Regierung no< das Publikum bey demi Mißlingen dieſes Plans leiden werden. Die National: ſchuld wird nun zwar nichf dadurch vermindert, wels hinreichende Unferſtüßung-bey dem Publifo finden, ohne welche fein Finanzplan von Bedeufung jemals gelingen kann; ſv myß er auf einem Grunde beruhen, der weder in den Mit» feln zu ſeiner Ausführung, noch in der davon zu erwarfenden Wirkung täuſchend oder zweifelhaft iſt. Würde jeßf ein Plan vorgeſchlagen, aus welchem erhellte, daß im Berlaufe weniger Jahre ein anſehn: licher Theil unſerer Nationalſchuld abbezahlt, und die dadurch gewonnenen Intereſſen alle Jahre dazu angewandf werden ſollten, unſere bigherigen Con- ſumtionsfaren zu vermindern, ſo würde er gewiß all» gemein und in einem jeden Stande auf das. wirke ſamſte unferſtüßt werden 3; denn wirklich ſind in die: ſem wichtigen Punkfe alle Claſſen einer und derſelben Meinung. Sie ſind ängſtlich beſorgt für die Erhal- fung einer Conſtifufion und einer Regierung, unker welcher ſie und ihre Vorfahren mehr Glü> und Gi- t werden. Daraus folgt, daß die leßfern ſämmfli< jeßo feine ſo*bequeme und angenehme Lebengart führen können, wie-ſie es ſeit langer Zeit gewohnt waren, und auf welche ſie doM, in Rückſicht ihrer Nüßtlichfeif und Wichtigkeit, ein unbezweifelfes Recht haben. Lente aus dieſer Claſſe ſind gewöhnliH guf er- zogen. Jhr Eigenthum iſt im Ganzen befrächtlich: ſie haben deswegen eine große Anhänglichkeit an ihr Vaterland; dur< den beſtändigen Aufenthalt unker den geringern Bolfsflaſſen werden ſie mif ihnen und ihren Umſtänden befannf, und eben dadurc< ihnen und ihren Familien in allen Unglücksfällen ſehr nüß» ſig, und durch die Richtung, welche ſie ihren Pla- nen und Bemühungen geben, haben ſie bigher einen ſo großen Einfluß auf jene gehabt, daß wir viels leicht großentheils dieſem. den tiefen Frieden verdan- N, Fen, deſſen wir uns erfreuen fonnfen,, während die 0034 zerſtörendſten Kriege ayf dem feſten Lande wütheten, Denn von unſerm Lande iſt es buchſtäblih wahr, daß ſeit mehreren Generationen der Donner der Kanonen nie anders darin gehört iſt, als um die Siege un»- ſerer eigenen Flotfen und Armeen zu verfündigen. Wenn wir nun aber die bedeufenden Vorzüge, welche wir beſißen, gehörig zu ſchäßen wiſſen, ſo müſſen wir: alle Laſten aufheben“,“welche nur dazu dienen, dieſe ſo nüßliche Claſſe zu unferdrü>en, wels: -en, dagegen Leute von. großem Bermögen, ſich«Faum einmal: darüber beflagen dürfen, weil»ſie:im Beſitze aller dieſer Dinge bleiben önnen,“ ohne"daß die Ausgabe dafür ihnen beſonders läſtig'wäre, Eben ſo gewiß äiſtes, daß die unfern Stände dur rechtigt ſind, Porter oder Ale zu trinken,„Bon keis nem dieſer Artikel kann man ſagen, daß er durcsbeſiker wäre die? ſes am Ende nicht nactheilig, und folglich würden ſie ſiH auch niht darüber beſchweren 3 denn, wie ſehr ſie auch immer alles geſcheuet haben, was dem Preiſe der Stos ſchaden fönnfe, und obgleich, die Berminderung dieſer Sto>s einen ſehr weſentlichen Theil des von mir vorgeſchlagenen Plans ausmadt,' und auch in hohem Grade dadurc< bewirkt werden muß, ſo wage ich es doH dreiſt zu behaupten, daß =="BOO."= eine ſtärkere Berminderung der Sto>s, wenn ſie je» mals in einem befrächtlichen Grade ſtaft fände, weit enffernf, ſchädlich zu ſeyn, die wohlthätigſten Folgen haben würde. TJ< berufe mich deshalb auf die in dieſer und der vorhergehenden Abhandlung umſtände [im angegebenen Gründe, welche auch durch den ſehr blühenden Zuſtand vollfommen beſtätigt ſind, in welchem die Nation ſeit mehreren Jahren blieb, ob- gleiß die Efo>s ungewöhnlich niedrig ſtanden, Der Ackerbau unſers Landes kann durch andere Mittel gehoben und bald dahin gebracht werden, den , Einwohnern Ueberfluß zu verſchaffen, anſtatt daß „dieſe, wie es bisher auf eine höchſt unveranfworf- liche Weiſe der Fall war, von einer ſehr dürftigen, ungewiſſen nnd durch enorme Preiſe erzwungenen Zus fuhr aus'andern Ländern abhingen, Aber dieſes, wie iM ſchon irgendwo bemerkt habe, würde viel" ge: wiſſer und vollfommener erreichf werden, wenn man einen angemeſſeneu Theil des Nationalvermögens auf dieſen wichtigen Zweck und auf die Untexyſtüßung unſerer National: Manufakturen verwendete, anſtatt daß dieſes Bermögen bis jeßt beſtändig auf das koſt» ; barſte Spiel, das vielleicht je in einem Lande ſtatt ge? "funden haf, verwandf worden iſt, namentlich zu dem auf eine erſtaunliche Gumme ſich belaufenden täglichen GfoEXshandel, womit zwar zuweilen ungeheure Reichs thümer erworben, wodurch aber zugleich viele von denen, die ſim unglüdlicher Weiſe darauf einläſſen, "bald und gänzlich zu Grunde gerichfet werden, Ul Ueber die Verbeſſerung des Ackerbaues, .d. zT SERRE I 4 der vorhergehenden Abhandlung haffe iM Geles genheif zu bemerken, daß man, anſtaff von den Landbeſigern den Ankauf ihrer Landtaxe zu verlanz- gen, ſie ſogleierbau Bezug haben, entzogen und in Fabris Fen angelegt werden; zugleich-werden die„Arbeifer mif jedem. Tage ſchwerer zu erhalten. ſeyn, und. zuleßt zu Foſtbar werden, als daß man ſie. zum Landbau brauchen. Fönnfe.. Gelbſt jeßo iſt das ſchon in ſo fern der Fall bey uns, daß der AE>erbau,- wenigſtens im Verhältniſſe der Nachfrage und. der Reichthümer, welche. die Nation beſit, keine weifere Fortſchritte wacht, und das7offenbar aus der vorhin angegebes nen Urſahe« Jn der That ſieht man auch allenthals Ben im" ganzen Reihe, daß, wenn. da, wo ſich Feine großen Sabrifen befinden- Berbeſſerungen beym Lands bau mit Einſicht und Verſtand betrieben werden, ſie Dagegen meiſtenfheils in einen fümmerlichen und ſogar ſinfenden Zuſtand, gerathen ſind, wo ſich anſehnliche Manufackuren befinden, die nicht nur faſt alle Arbei? fer aus ihren verſchiedenen Diſtricfen an ſich zieben, ſondern auch ſogar das Geld der Candbeſißer, und ſelbſt Der Farmer,„für die; der aus dieſen großen Anlagen qu ziehende Gewinn eine ſo ſtarke.Berſuchung iſt, Daß ſie enfweder ſelbſt Theil daran nehmen,' oder ihs re Söhne Theil. daran nehmen laſſen. Dadurch wird ihr zur Landwirthſchaft. beſtimmtes Capital vermins derf, und alle weitere Berbeſſerung ihres Farms ih2 nen enfweder unmöglich gemacht, oder“ ſie wird doM mif weniger-Nachdruc> und Erfolg»betrieben. Dieſes gebt, in Wahrheit, in manchen Diſtriefen- ſo weit, 'daß, wenn man ihm nicht ſchnell entgegen arbeitfef, dieſes für die ganze Nation von nachtheiligern Fol» gen ſeyn wird, als durch allen Reichkhum, den dex blühbendſte Zuſtand'unſerer Fabriken produciren mag, jemals wieder guf gemacht werden kann. Unſere Lage in dieſem wichtigen Stücke iſt auch auf Fine Weiſe einzig in ihrer Art. Ähnliche Ur- ſachen bringen allenthalben ähnliche Wirkungen her? vör,- und dem zufolge iſt es in allen Ländern von Europa=- ic< rede hier von ſolchen, die, wie Frank: reich, Deutſchland und Jtalien, ein'ausgedehntes Zerriforium b'ſiken=- ſehr wohl befannt, daß, faſt ohne Augnahme, der Ackerbau in denjenigen Diſtric2 fen am vollFommenſten befrieben wird, wo niemals große Manufacturen exiſtirf haben. Ein merfwürdie ges Beyſpiel, was für eine Wirkung es auf den Arberbau eines Landes habe, wenn nur ein kleiner Theil der Einwohner große Gummen Geldes aufz- häuft, ſehen wir an dem Einfluß der“aus Mexico und Peru na< Gpanien eingeführten Reichthümer, wo der Aferbau bald ſo ſehr vernachläſſigt wurde, daß bis zu dem gegenwärtigen Augenblicke Spanien, bey allen Bortheilen eines ſchönen Clima's und ei: nes fruchtbaren Bodens, in Anſehung der nöthigen Lebenemittel großentheils von andern Ländern ab» Hängt. Da nun die von Brittiſchen Kaufleuten und Jabrikanfen erworbenen Reichthümer bey weitem mehr befragen, als alles ,- was Gpanien je aus America =-- 4368=- zieht, fo darf man mif völligem Rechte glauben, daß dieſelbe Wirkung daraus" erfolgen werde ,. wenn man nicht bey Zeifen darauf achfet und ihr vorbeugt, Dieſes Übel ſcheint wirklich ſchon in hohem Gras de bey uns eingefrefen zu ſeyn; aber man fann ihm nod enfgegen wirfen, wenn die Nation mit dem gez hörigen Geiſte und Nachdru> für den Ackerbau und die Verbeſſerung ihres Grunds und Bodens ſorgek,, I< will indeſſen deswegen nicht behaupten, daß man in unſerm Lande die'Manufacturen gar nicht aufmunfern ſolle; aber es ſcheint mir ein ſo klares Argument für eine Meinung zu ſeyn, die ich ange2 nommen zu ſehen wünſchte ,- daß, da ein befräctliz cher Theil unſeres der Verbeſſerung fähigen Territo riums vernachlaſjigf wird, und gar nichts prodveirf, und wir noch dazu alle Jahre von andern Nationen große Vorräthe von Getreide zu erhalten. ſuchen müſz ſen, welches durch eine beſſere Cultur unſers eigenen Landes unnöfhig wäre, es ſür das allgemeine Jn- fereſſe und die Sicherheit des ganzen Reichs, und für das Beſte der Manufacturiſten ſelbſt, Höchſt; zus fräglich ſeyn. würde, wenn män den Adferbau mvüg? lichſt zu heben und zu unferſtüßen ſuchte, Dadurch würde uns Überfluß an allen Nothwendigkeiten des Qebens, und ſeine beſtändige Begleiterin, eine ſtarke Bevölk-rung geſichert, und alle Fabriken im ganzen Königreiche könnten“ dann mehr und beſſer beſördert werden, als man es jeßt mit Sicherheit thun. darf. ===. 169 mmi Es haben ſiH zwar einige“ verleiten laſſen zu glauben, und: ſogar Fähnlich zu:bBehaupten.,'daß' der Aferbau in Großbritannien auf keine höhere Stuſs der;Bollkommenheif gebracht werden könne, als dies jenige 1ſt7, äuf welcher er ſich bereits befindet:.abex dieſes iſt allen Thatſachen ſo durchaus entgegen, daß ein jeder Kenner der Landwirthſchaft zugeben wird, daß: ſogar„ſhon bei) nur-mäßiger Unterſtüßung' unz ſer AFerbau leicht ſo ſehr verbeſſert werden könnfsz, daß er befrächflich mehr als das doppelte,"und-vers 'mufhlic dreymal. ſo viel wie jeßt aufbrächte.“ Denn es ſind niht blos die Geweinheiten und wüſten Pläs ße; deren wir ſehr viele im Lande haben, die'einer. Berbeſſerung bedürfen: faſt auf jedem Farm, einige wenige Diſiricfe, die einen von Nafur reihen Boden haben, oder: ſ. ug WETTRENNEN Sis erbaues, verglichen mit unſern Bedürfniſſen, eine jährliche Gumme von zwey Millionen fünfmalhunderttauſend Pfund' das wenig? ſte“zu ſeyn, was man dazu vorſchlagen darf, Die Teichteſte und beſte Methode, dieſe'Gumme herbeyzu» ſchaffen, wäre vielleicht eine allgemeine Beſteurung Des Einfommens, oder ſie könnte auch großentheils aus den Auſfünffen der Landtkaxe beſtritfen werden, wenn ja die Landbeſißer fernerhin damit belaſtet blei»? Karzai 17X Zr ben“ ſollen«und,“wie, es'ſehr. wahrſcheinlich. der“ Falk ſeyn wird, ſich feine Käufer dazu finden3 oder;- wenn Feiner von dieſen beyden Borſchlägen Beyfall findet, ſo muß! mai“ dieſe Gumm? aus irgend einem andern Nationalfond nehmen, und als eine-Wiedererſtatkung denen geben, von welchen man; ſie ſcon ſeit ſehr langer Zeit gar nicht hätte“ nehmen. ſollen,“nämlich: den-Eis genthümern und Berbeſſerern dex Ländereyencim gans zen Königreiche, die, obgleich jeßt die ärmſte Claſſe unfer allen Einwohnern, außer ihrem Antfheile an den übrigen Gfeuern, noc< überdem init-der drüdenz den Abgabe von zwey, Millionen belaſtet geweſen ſind5 -=»eine Summe, womit ſie ſhon ſeit.den leßten funf zig Jahren im Stande geweſen ſeyn würden„ jährlich wenigſtens zweymalhunderttauſend» Acres mehr in, eis ne höhere Culfur;zu bringen, als ſie gethan haben, welches nicht blos für die Landeigenthümer, ſondern auch für das ganze Reich längſt die wichtigſten und beilſamſten Folgen gehabt hätte. Bon der angegebenen Summe würde ich vorſchla? gen, jährlich eine halbe Million. zu Prämien zu bes ſtimmen, Dieſe müßten von dem Board vf Agri2 eulfure, in Berbindung mit den erwähnten Eftabliſſe- ments, in den Provinzen oder Grofſchaften vertheilt werden. Nach dieſem Plane würde vin einer jeden Grafſerbaues zu beſtimmenden Prämien, ohne Bedenken die für den Anbau der Kartoffeln obenan ſeße. 1. Um uns anſehnliche Vorräthe von dieſem wichtigen Artikel zu verſchaffen, würde ich vorſchlagen, jährlich in jeder Graſſchaff eine Prämie von dreihunderf Pfund Sterling für die ſtärkſte Aerndte; der beſten Kartoffeln auf der größten Anzahl Aec>er(acres) Landes zu beſtime- men, Dieſe dürfte nicht weniger als einhundert Morgen befragen, und müßs: fo nachher mit-Waizen, Gerſte oder Hafer“beſtellt werden.==+=. 300: Pf, Et; Für die nächſte-größte Quantität der beſten Kartoffeln auf nicht weniger als DIerSi a: MEL: eb ent 18 52211 440 LIU WADEN! 3 - Und für die driffe ſtärkſte Huanti: fäf auf nicht weniger als fünf und zwane zig Äcker---.-- 50== ---- ERG: 2 Trapsport:= Alle müßten naH gufen von dem Board of Agriculture in jeder Grafſchaft mifzutheilenden Wirthſchoftsregeln bes ſtellt:worden ſeyn, 2. Eben ſo für Quantitäfen von Ländereyen, nicht we- die drey größfen niger als einhundert Morgen für die größte, vierzig für die zweyfe, und fünf und zwavyzig für die dritfe, welche die beſten Turnips, Möhren, Kohl, gedrill- fe Bohnen oder Erbſen lieferten, hernachmals mit Waizen, Gerſte oder Hafer beſtellt wären- 3. Für die drew ſtärkſten Quantitäs fen des ſchwerſten und beſten Gefraides, Waizen, Gerſte oder Hafer, auf einer und Anzahl von einhundert, von vierzig und von fünf und zwanzig Ä>er, welche im vorigen Jahre in gut behandelter Brax» er groß, wobey feine Derſelben im folgenden Jah. re auf die Prämien Ne, 1, 2. und 3, An- ſpruc< machen darf. N y. 5. Für die beſte Behandlung des Hoſdüngers, und die ſtärkſten davon ge; wonnenen Quantfitäfen auf Farms von einer gegebenen Anzahl Äcfer(acres) ein Preis von zweyhundert, einer von ein? bunderf, und.ein driffer von funfzig Pfund..;. .. 6. Für die größte Anzahl gufer Pferz de, die irgend ein Farmer erzielt und aufzieht, wovon die Arfen von dem Board.in jeder Graſſchaft beſtimmt wer- den, für nicht weniger als zehn Gtu> zweyhunderf Pfund, für die nächſt größ: fe Anzahl, von wenigſtens ſechs Stu, einhundert Pfund, und für die dritfe von nicht.weniger als vier Gtü> fünfzig Pjund.... 7. Sür die größte Anzahl Rindvieh von der beſten Race, die zum Acern ge- brauchten De Landes, die mif Forſtbäumen neu bepflanzt, völ- [ig eingebegf und in jedem andern Punkte nufs beſte behandelf ware, wozu die Vor- ſchriften von dem Board of Agriculture erfbeilf werden müßten, ein Preis von 400 Pfund für eine Stree von nicht weniger, als einhundert Morgen, ein zweyfer Preis von 200 Pfund für ei- nen Raum von wenigſtens funfzig Mor? gen, und ein driffer von 100 Pfund, für ' einen Plaß von nicht weniger, als fünf uid zwanzig Morgen.| 15. Für die beſte Bewirthſc... EndliH< müßte man auh noch eine Gumme für unvorhergeſehene Fälle an- nehmen, die ſich vielleicht bey einer ſo: e beſäßen, ==. 185 emen die, nam dem Urtheile des, Boards'of Agriculföre der Grafſchaft, einer Berbeſſerung fahig wären. Über dieſes Geld müßten die Boards in der Graſſhaſtfreye Diſpoſition haben, die dann dahin zu ſehen hätten, daß es gehörig angewandf würde, und die für die ſihere Wiederbezahlung der Haupfpoſten Sorge kra- gen müßten. Da man für jeden zu verbeſſernden Aker (acre) Landes niht mehr als zehn Pfund Sterling bewilligen dürſte,= eine Gumme, welche von je- dem, der zu dergleichen Berbeſſerungen Neigung hakt, auf ſole verwandt werden, ohne daß die Nation dazu weiter etwas bergäbe, Auf dieſe Weiſe könnten mit ſehr mäßigen Ko ſien alle der Cultur fähige Grundſtüke im ganzen Königreiche auf den höchſtmöglichen Grad der Culs- fur gebracht werden; welches ſchwerlich jemals an? ders, als durch dieſes oder irgend ein anderes eben jo außerordentliches Mittel geſchehen wird: denn die zur Culfur der Ländereien erforderlichen Koſten ſind jeßt ſo groß,'und. der Gewinn beym A&erbau ſo klein und ungewiß, in Bergleihung mit dem beym Handel und den Manufacfuren, daß man ſelten oder nie: mals große Capifalien darin anlegen wird, wenn ex nicht, auf die eine oder die andere Art, öffentliche Auſmunterung erhält, Bisher iſt unſer Board of Agriculture für die Nation von geringem Nußen geweſen, und das blos aus der Urſache, weil der ihm angewieſene Fond durch» aus zu Feiner einzigen wichtigen Unfernehmung hin- exeichend war. Um Nugen ſtiften zu können, muß dieſer Board alle Jahre über eine befrächtlihe Summe Geldes diſponicen Fönnen:? man muß Prämien ver- theilen, und dieſe müſſen, bey dem jeßtf im König» reiche befindlihen großen Reichthume, anſehnlich ſeyn, wenn ſie die Aufmerkſamkeit der Farmer rege machen ſollen, Kleine Summen werden wenig helfen: wäs ren ſie aber ſo beſtimmt, als ich ſie in den einzelnen Artikeln des vorhergehenden Plans angegeben habe, ſo würde ſich über alle Zweige der Landwirthſchaft ein Geiſt verbreifen, wovon ſich Niemand einen Begriff machen Fann, der Dieſen ganzen Gegenſtand. nicht vollſtändig und genau Ffennt. Eine unmittelbare ſehr heilſame Folge dieſes. Plans. würde, wie im ſchon bemerkf habe, die ſeyn, daß wir dann ſehr bald mif allen Nothwendigkeiten des Qebeng beſſer als jemals verſorgf wären, und daraus Emzaas 137 worms würden alle. jene wohlthätige Wirkungen folgen, die allezeit da Gtfattf finden, wo dieſe im Überfluſſe vor» handen. ſind.. Unſere Bevölferung würde nothwendi- ger Weiſe ſehr ſchnell zunehmen, und unſere Jugend mehr Neigung zur Berbeſſerung der Cultur der Län- Dereyen, als zu ven Manufakturen befommen, Durch ländliche Arbeit würde dieſe geſünder, ihre Bater2 landsliebe erhöhef, und man würde dann, wenn es darauf anfömmt, dieſes zu beſchüßen, ſic< beſſer auf ſie verlaſſen konnen, als es im Allgemeinen bey ſol- chen Leuten möglich iſt, die meiſtentheils in beſtändi- ger Zerſtreuung und Berſchvendung leben,, wie das nur zu häufig bey der unfern Claſſe der Fabrikanten der Fall iſt, die gewöhnlich in großer Anzahl zuſame mengedrängt wohnen, und ſelten auf das Land, in welchem ſie leben, irgend einen andern IBertfh ſeßen, als nah Berhältniß des Lohns, den ſie darin für ihre Arbeit empfangen. Ausnahmen hiervon wird man vhne Zweifel antreffen. Man findet täglich unfer der Claſſe der Fabrifarbeiter manchen braven Mann, manden gufen Bürger; aber man muß zugeben, daß eine Nation, deren junge Leute größfentheils Fabrik: arbeifer ſind, niemals ſo unabhängig und ſicher iſt, als ſie es aller Wahrſheinlihkeit nac<ß ſeyn würde, wenn. dieſelbe Bolkomenge mit dem Landbau beſchäfsz figf wäre. Ien müſſen. Der vorhergehende Plan ſoll uns zu Leiner andern Abſicht dienen, als daß das Publikum, und wo möglih auch die Regierung, die- ſen Gegenſtand beſſer und genauer unterſucht, als es bisher geſchehen zu ſeyn ſcheint. Geſchähe dieſes wirk- lih, und verſorgfe wan den Board of Agriculture mif einem ſtärfern Fond, ſo würden die vereinigten Bemühungen derer, welchen man die nähere Sorge für dieſes wichtige Stü> unſers Nationalreichthums und unſerer Wohlfahrf anvertrauen wird, weit vollfom? menere Plane aufſtellen, ols irgend ein einzelnes Jn2 dividuum vorzulegen im Gftfande iſt, Man kann gegen dieſen Plan, zur Verbeſſerung der Landwirthſchaft, einwenden, daß er nichts ent2 halte, worauf man mit Beſtimmkdeit zählen, oder wovon man ſich viel verſprecßen könne, weil er keine einzige neue Arf der Culfur angiebt, und weil man bisher ſelten dur; Prämien den beabſichfigten Zwe erreicht haf, eme 189 mam Über dieſen Punkt bin im der Meinung, daß, wezn die Farmer mit den Mitteln, ihre Beſißungen zu verbeſſern, verſehen würden, und die Eigenfhüa mer in einem jeden Diſtricfe ſich bemühten, landwirths ſchaftliche Kenntniſſe-unfer ihnen zu verbreiten, ſie auf dieſe Art am beſten. die vorzügiichſten Methoden Fennen lernen und in Augübung bringen würden, Zu dieſem Endzwede'fenne ich: aber fein beſſeres Mittel,«als. die Anordnung der vorhin erwähnten Gorietäten in eia ner jeden Grafſerbaues hafte.„In allen. Diſtrikfen, wo ſich dergleichen. Gos ciefäfen bildeten, wuchs allgemein die Neigung zu Berbeſſerungen des Bodens, und die Begierde, ihn zu ceinem größern Erfrage zu bringen. Aber, bei den kleinen Fonds ,. womit..die Bemühungen. dieſer Sociefäten unferſtüßt, und der Ungewißheitf, ob dieſe geringen Beiträge«auch fortgeſeßf verden; wovon gleichwol. doch ihre ganze Nüßlichfeit abhängt, verz finken„ſie gewöhnlich ſhon früh in gänzliche Kraſtlo? ſigkeit und. nußen, während der furzen;Zeit ihrer Exi2 ſtenz, hauptſächlich nür.dadurungen liefern können. Die Nachrichten, welche ſelbſt ſchon alle unſere eigenen P, ovinrvial: Societäten zu beſtimmten Zeiten an deu National: Board, als ihren gemeinſchaſtlichen Mikt- telpunkt, einſchifen müßten, würden daher ſehr wich? fig ſeyn. Dieie müßten wieder regelmäßig den Bos ards in den Graſſhaften mitgetheilt werden, welche ſie dann ſchnell und in einem kurzen Augszuge im ganzen Königreiche bekannt zu machen hatten,== eine Maaßregel, die gewiß von ſehr weſentlichem Nußen ſeyn würde.; Der praktiſche Theil des A>erbanes Fann, aller Wahrſheinlichfeit naM, durch nichts mehr geboben und veibeſſert werden, als durch eine ſolHe Anord nung, wodurch nüßliche Kenntniſſe ſi< in allen Ge- genden des Landes verbreiten würden. Kein Theil Des gemeinen Weſens bedarf dieſes öffentlichen Bei«- ſtandes mehr, als die Landwirthe 3 denn ſo befrem- dend“vdieſes auch ſcheinen mag, ſo iſt es do< aewiß, daß unfer den Landwirthen ſo wenig Mittheilung we. 195 amm ſiaff findet, daß nur wenige unfer ihnen irgend ei» nen. Gebrauch Fennen, wenn er nicht unmittelbar in ihrer Nachbarſchaſt üblich iſt. Die nüglichſten Verz beſſerungen exiſtiren daher oft ſchon ſeit vielen. Jahz ' cen, ja ſogar. ſhon ſeit'Jahrhunderfen, in, einem oder zwei Diſtrikten, ohne daß man ſie in andern Gegenden des. Reichs in Augübung gebracht, odex gur einmal davon gehört hatfe, wohingegen.die fleinſie Verbeſſerung bei den Fabriken ſogleich in. jea dem Diſtrikfe angenommen wird. Ju der Thatk. iſt auch dieſer Mangel an Unterricht unter den Land wirthen vielleicht die Haupturſache der ihnen ſchon lange vorgeworſenen harfnäFigen Anhänglichfeit an alfe Gewohnheiten, die durc<4 die Anordnung ſolcher Acderbaugeſellſchoften in allen unſern Grafſung von dem Präſidenten aus ein» ander geſeßf und erklärt werden, Auf dieſe Weiſe würde man großen Enthuſias- mus für Landwirthſchafiliche Unternehmungen verbrei? fen, ohne welchen, wie ſehr zu befürchten iſt, keine weſentliche Berbeſſerung des brittiſchen Grunds und Bodens jemals ſtatt finden wird. Jedermann weiß, was für großen Nußen die Gtiftung der Königlichen Societät zu London, und anderer ähnlicher Anſtalfen in andern Ländern, in dem weitläuſtigen Gebiefe der Philoſophie geleiſtet haf; und es leidef feinen Zweifel, daß dieſer Nußen für die Beförderung des A>erbaues eben ſo groß wä» re, wenn dafür eine Gocietäf geſtiftet würde, die An ſeben genug, und eine der Abſicht angemeſſene Macht beſäße. .Die Schwierigkeiten, welche man gewöhnlich eie nem jeden neuen Enfwurfe enfgegenſeßt, können es vielleicht verhindern, daß dieſer, ſo wie jeder andere Plan von gleichem Umfange„/"mit demjenigen Nach- drucde ausgeführf werde, welchen der gegenwärtige 2 R87 rF Zuſtand.:des. AEetbanes. in unſerm Lande.offenbar ex: fordert. Wäre dieſes unglüflicher Weiſe der. Fall, ſo würde ſchon allein dadurch ſehr viel Gutes geſtiftet werden, wenn die Regierung auch nur drey pafrios tiſct ſeyn; ,;es iſt aber nicht wohl einzuſehen, wie die Bearbeitung eines Gartens oder auch ſelbſt. von'einem'oder zwey Acker Landes ihm nachtheilig ſeyn fönne, da er dieſe doh meiſtentheils als Gragland für ſeine Kuh'brauchen würde, ſolche Pläße. etwa ausgenommen, die er zum Karfoffelnbau und zur Culfur anderer gewöhnlichen Gartengewächſe mit dem Spaden bearbeitete. Jndeſſen werden manche der Meinung ſeyn, daß ſelbſt ſhon dieſe blos gelegenfe liche. Garfenarbeit den Fabrikanten nachtbeilig ſeyn werde; ſie beſorgen, ſie werde ihn Zeit koſten, die er für ſich ſelbſt und für das Publikum nüßlicher und beſſer anwenden könne. Männer aber, die ſo urtheis ſen, gründen ihre Meinung'auf bloße Speculation, und nicht auf Erfahrung und Beobachtung. Sie kena nen die Natur des Meriſchen niht, der Abwechſelung in ſeinen Beſchäſſtigungen verlangt, wenn er ſich nicht üunglüclic) fühlen ſoll; und es weiß Jedermann, wie wenig eine Arbeit einbringt, wenn diejenigen„ welche ſie treiben ſollen, mißvergnügt oder mit ihrer Lage nicht zufrieden ſind. Es 1ſt in der That offenbar uns vernünftig, zu verlangen, daß ein Weber jeden Aus genblic ſeiner Zeit auf ſeinem Weberſtuhle, oder ein Schmidt bey ſeinem Amboß zubringen ſolle: es ge- ſchieht daher auch ſelfen oder niemals. Denn, wenn dieſe Menſchenklaſſe der vernünſtigern Beſchäfftigung mif der Bearbeitung eines fleinen Grundſtües, zum Beſten ihrer Familien, beraubt iſt, ſo unferlaſſen. ſie es ſelfen, einen beträchtlichen Theil ihrer Zeit im Biero hauſe, und nur wenige Tage in jeder Woche: bey ih» rer Arbeit zuzubringen. Dagegen hat. man faſt als [enthalben bemerkt, daß dieſes ſelten bey ſolchen Jas brifanften der Fall iſt, die bis jeßt noch nicht bey ein» ander wohnen, ſondern abgejonderf und off eigner 4 454522 5 P 21 yon dem andern enfſernt arbeiten, häufig einen oder zwey Morgen Landes beſißen, deren“-Bearbeitung nicht blos ſie ſelbſt vergnügt und glü>lic<, ſondern auch ihre Kinder geſünder und ſtärfer macht, died» bey fugendhaffere Grundſäße einſaugen, wie man ge*- wöhnlich bey ſolchen Fabrikanten antrifft, die dieſes Borzugs nicht genießen. Der Einfluß hiervon iſt ſehr“auffallend bey dem Unferſchiede, der ſic< in dieſem Gtüezwiſchen den Baumwollen:Fabrifanfen, die allgemein in großer An zahl, off bis auf mehr als tauſend Menſchen zuſam? men gehäuft ſind, und denjenigen Fabrikarbeitern findet, die unſer einländiſches feines Tuch verarbeiten. Dieſe [eßtern arbeiten faſt allenthalben abgeſondert und ohne Berbindung mit einander; alle der Erholung und dem Bergnügen beſtimmte Zeit wenden ſie auf die Beſor2 gung ihrer Gärfen und. anderer Eleinen GrundſtüMe, welche ſie beſißen, an die ſie und ihre Familie mei- ſtentheils eine ſo große'Anhänglichfeit bekommen, daß ſie, wie man ſchon oft geſehen haft, mehrere Generatio- nen hindurch bey einer und, derſelben Familie bleiben, ſo klein auc< dieſe Beſizungen gewöhnlich zu ſeyn pflegen, Auch macht dieſe Abwechſelung in ihren Be? ſchöfftigungen ſie weder zu ſchlechtern Kaufleuten, noch arbeiten ſie deshalb weniger, wie einige ſpecu?2 lative Köpfe vorausgeſeßtf haben, wohingegen ſie da? hin abzwe>t, ſie zu fugendbaffern Bürgern zu ma:- , ſo wäs ven im Ganzen dazu nichf über 1200c0 Morgen ers forderlich, da die Anzahl der Landpfarren in beiden nicht über ſeerbaues offenbar nothwenz dig machf, mögen dem erſten'AnbliF naH Gdwies rigfeifen zu haben ſcheinen, die man vielleicht für unüberwindlich halten- wird.- Aber man gebe nur dem Board of Agriculfure hinreichende Fonds/'ſo wird jede Gchwierigkeif verſchwinden.'Auch würden die zu dieſem Endzwe&>e angewieſenen Fonds, ſelbſt in Rückſicht auf pecuniaire Wiedererſtattung, an das Publikum, nicht lange in einem unproduftfiven Zur ſtande bleiben. Es iſt mir wahrſcheinliM, daß wir nach Berlauf von zehn oder zwölf Jahren, und viel» leiht binnen nod) fürzerer Zeit, von andern Natio» nen doppelt dagjenige für Gefreide wieder erhalfen würden, was ich darauf zu verwenden vorgeſchla- gen habe, anſtaff daß wir bis jeßt fäglich große Gummen für Getreide auswärtfs verſchiden, Die einzige Einwendung, die man mif einigen AnſHein gegen den Plan,- den. A>ecbau durc. die -- 206== Bertheilung von. Prämien aufzumunfern; machen Fann, nämlich die damit verbundenen Koſten, wäre alſo gänzlich gehoben.. Aber, ſelbſt zugegeben, daß dieſes noch 4weifelhaft iſt, ſo dürfen wir dennoc< das auf einen ſol Theil deſſen. betrüge,„was wir jeßt für eingeführtes Getreide bezahlen müſſen, und nicht den dreißigſten Theil unſerer jeßigen jährlichen Jug? gabe. 3 Aber, könnfe man ſagen, wenn die Bortheile ſv wichtig ſind, welche die Nation aller Wahrſchein» lichfeit naß durch den jährlichen Aufwand von 2,500,000 Pfund nac<4 Berlauf von 10 Jahren er- halfen wird, warum fönnfen wir nicht durch ſtärfe: re Geldvorſchüſſe dieſen Zweck früher erreichen? Hier2 gegen hätte ich. aber verſchiedenes einzuwenden. ErſtliH ſollen zum Behuf eines durcen Landes, die bisher nichts einfrugen, zu bald fultivirf, ſo würden unſere Vorräthe zu ſchnell zunehmen, und die Korn? und Bieh- Preiſe zu ſehr fallen. Und endlich ſcheint dieſes auch durchaus von keinem Nußen zu ſeyn; denn werden nach jenem Plane jährlich 20000 Morgen Qandes in höhere Cultur geſeßf, und noch dazu alle Jahre eine halbe Million in anjehnlichen Prämien. an die Landwirthe vertheilt, ſo wird die vereinigfe Wir kung von beyden, nach Berlauf weniger-Jahre-,„un- ſerm Mangel- vollkommen. abhelfen; und ,mehr als dies dies dürfen wir weder wünſchen no< erwarten; Denn, wenn gleich jedermann das ſchre>liche, aus dem Ntans gel an Lebensgmitfeln entſtehende Unglü, bedauren muß, ſo dürfen. wir doch nicht wünſchen, daß) ſie ſim jemals in einem ſolchen Lleberfluſſe häufen, daß die Landwirthe ſie entweder nur mit Mühe abſeßen fönnz fen, oder für ihre Arbeit und das darauf verwandfe Capital feine angemeſſene Bezahlung. erhielten,- Sie würden ſonſt bald ihre Fonds- wieder beravsziehen und auf einfrägligjere Unternehmungen verwenden. Dieſen höchſt wichtigen Vortheil könnten wir nun dadurch) erhalfen, wenn in allen unſern Grafſchaften Boards of Agriculture angeordnef würden, und es iſt mir nicht wahrſcheinlich, daß es auf irgend einem andern Wege möglich ſeyn werde, eine ſolche Auf- merfjamFeif auf den Aderbau rege zu machen, daß Dadurc<4 den Bewohnern unſers Landes ein binrei- licher Weiſe nur in geringer Menge vorhanden iſt, ſo könnfe' das ganze Geſchäft in Ber» [auf einer Woche vollbracht werden. Die Unkoſten dafür wären von gar keinem Belange, und der da urc< gewonnene Borfheil ſehr groß," Dieſe Aufmerkſamkeit von- Seifen der“ Regierung - wäre man den Kornhändlern und' Färmers im gan -- 221== gen Königreiche. in. der- That ſchuldig... Beyde Claſſen von. Menſchen, ſind für die Nation ſehr wichtig, und in. ſo fern, als. ſie'nicht nur in dieſem Falle, ſondern unfer allen ähnlihen Umſtänden, wären verläumdetf worden, müßte) man, ihnen auch-beyſtehen und ſie rechtfertigen;. ſonſt werden ſie einen Handel aufge- ben, in welchem man ſie nicht ſhüßt, und ihre Ar- beif und ihr Geld auf andere Unfernehmungen ver- wenden. Gie haben aber ganz: vorzüglich dadurch gelitten, daß mehrere aus den höheren Gtänden in die unge- gründefen Klagen mif eingeſtimmf haben, die dec Pöbel in jedem Lande gegen die Kornhändler erhebt. Manche ſind, ſelbſt ſo weit gegangen zu verſichern, daß während dieſes Getraidemangels Kornhändlex wnd Sarmer eine große Menge Korn lieber vernichtet, als daß ſie ihre Preiſe herabgeſeßt hätten, und ſv lächerlih dieſe Behaupfung auch' ſheinen mag, ſo iſt ſie dennoc< ſehr allgemein geglaubt worden. Durch eine öffentliche Unferſucßung würde man von dem allen die Wahrheit erfahren, und den Be- lauf unſers National- Getraidevorrafhes mit Gewiß: beit Fennen lernen. Das Befragen allex Farmer und Kornhändler, die redlich gehandelt baäffen, wäre dann von allem Berdachte befreyt, wohingegen diejenigen, die große Kornvorräthe verheimlicht hätfen, wenn es deren giebf, der Jnfamie preis gegeben würden, welche ſie verdienen. In ſo fern ein einzelnes Individuum Unferſuchun- gen der, Art anſtellen kann, habe ich feine Gelegen? Fp; I. .„% R a Ge IEE EAESTE: Maa. ue EDE ee an Sr„a Is win » edle IE Ce nei E --= 2255 EIE ia ZE as heit, die ih mir dazu verſchaffen Fonnfe, vorbeygehen laſſen, und dieſe haben mir genau das vorhin era wähnte Reſultat geliefert. Dem gemeinen Borure theile über dieſen: Puncf geradezu entgegen, fanden ſih die Magazine unſerer Kornhändler, während dex ganzen Dauer des jeßigen Gefraidemangels, ſehr dürf- fig verſehen, wie jedermann wiſſen konnte, der ſich die Mühe geben wollte, ſic danach zu erkundigen 3 denn man legfe dazu feine Gdwierigfeiten in den Weg. Ungeachtet der großen Menge Getfraide, welche unſere Kaufleufe in den leßfen beyden Jahren einges führt haben, fand ſim do< nur ſelfen viel davon in den Magazinen, weil die Nachfrage danacH ſo groß war, daß es großenfheils ſegleich zum Berbrauche unmitfelbar von den Gcehiffen weggekauff wurde, worin es vom feſten Lande ankam. Es iſt daher nie in ſolHen Quantitäten aufgeſchüfs» fef worden, daß das geringſte davon hätffe zerſtört werden können, wenn dieſes auch wirklich dem Jus fereſſe der Kornverkäufer zuträglich geweſen wäre. Diejenigen, welche dieſe Meinung unferhalfen und verbreifen, mögen dieſes vielleicht wohl in guter Ab« ſicht thun; da ſie aber dadurch ſehr grauſam gegen viele Menſchen handeln, deren Beträgen, meiner Ueberzeugung nach, dadurch intallen ſollich no< recht, wenn dieſe) bey ihrer gänzlichen Unwiſſenheit über eine ſo wich: tige Frage, zum Nächtheil anderer ſolche irrige Melk nungen verbreiten, Mas Faktum verhält ſim ohne allen Zweifel ſo, daß: zwar einige wenige einzelne Farmer ſic< in ſol= ſie in den Gtand ſeßen, ihr Geſchäft beſſer und in einem größern Umfange zu befreiben? Wenn bey jedem andern Gewerbe die Leufe reich werden und mif Ruhe und Bequemlichkeit leben; wie iſt es mög: lim, daß ein Landwirth bey ſeiner harten Arbeit bes barren werde, wenn er ewig in Dürftigekeit bleiben und aller der Borzüge beraubt ſeyn ſoll, die anderi durch ihre Arbeit zu Theil werden?. Diejenigen, wel» che den Kornmangel aus dieſem Principe herleiten, führen dagegen:an, daß in vorigen Zeiten, als die Farmer arm waren, die Lebensmittel wohlfeil gewes ſen wären; aber billig ſollten ſie auch nicht vergeſſen, daß in jenen Zeifen alle andere Artikel ebenfalls wohl» feil waren, oder für eine geringere Quantität Silber verfauff wurden, welHes hauptſächlich daher rühref, weil das Silber damals ſeltener war als jeßt, und daß, wenn der Zuſtand der Farmer jeßt beſſer iſt als damals, man doh, bey genauerer Unterſuchung finden wird, doß er nicht befrächtlich beſſer gewordeit ſey, wie der Zuſtand aller andern Claſſen hier im Lande. Wenn die Farmer jeßt dreymal mehr Pacht für ihreLändereyen bezahlen, wie ihre Vorfahren vor hun dert Jahren fhaten, viermal ſo viel für das Geſina de und befrächtlich mehr für jedes Geräthe, welches ſie brauchen; iſt es dann nicht klar, daß die Artikel, mit welchen ſie handeln, nierbau würde, ohne alle Berbeſſerung, genau' in dem?zu- ſtande geblieben ſeyn ,. in welchem er zu jenen Zeiz fen-war. Die Landwirthſchaft erfoderf ein ſehr großes und bey weitem größeres Capital, als die brittiſche Nao fivn jemals darauf gewandt hat. Gie, fann weder für die Nation. noch für Einzelne mit Bortheil betfrie- ben werden, wenn die Fonds, womit es geſchieht, nicht groß genug ſind; und es iſt ein unleugbares Sactum, daß wenige unſerer Farmer hinlänglichen Reichthum beſißen. Einige unter ihnen, es iſt wahr, haben Bermögen erworben, aber bey der großen Anzahl derſelben würde es in der Thaf hart ſeyn, wenn dem nicht ſo wäre; aber ihre Anzahl iſt ausnehmend klein in Bergleichung mit der Menge derer, die in Dürf- figfeit leben, oder do? nicht unabhängig genug ſind, Anſtatt. daß unſere Farmer zu reich ſeyov ſollten, Fann man, wie ich glaube, flärlich zeigen, wie-.ich an meh2 rern Stellen dieſes Buches zu thun geſucht habe, daß ſie im Ganzen ſo arm ſind, daß es ihnen; nicht mög» lich iſt, ihre Grundſtü>e, ſo vollfommen zu kultiviren, wie es billig geſchehen ſollte, und daß aljo, wenn wir jemals aus unſerm National: Territorium reiche- xe Erndten ziehen ſollen, dieſes nur"dadur< bewirkt werden fann, daß ein viel größerer Theil, der'.Natio- nal- Reihthümer auf den'AFerbau verwandt. wird, als bisher geſcheben«ſt, und bey weitem mehr als die Farmer ſelbſt beſißen, - 2371= Diejenigen, welche behaupfen ,' daß unſere Farmer zu reich ſind, beobachten nur allein diejenigen, welche in der Nachbarſchaft großer Städte leben, und vor? Sgüglicßh die, welche die Märkte der Hauptſtadt vers ſorgen, deren Bewohner bald Hungers ſterben wür2 den, wenn die Farmer, die ſie mit den Lebensbedürf?- niſſen verſehen, eines nur irgend bedeufenden Theils ihres Bermögens beraubf würden Aber. man er- wäge doch die ungeheure Arbeit, die Unkoſten und das Niſjiko, die mit ſolce bleiben zu Graſe liegen, um Vieh aufs zuziehen oder zu möſten, wovon. allein der Profit gewiß iſt. Man haf hiegegen angeführt, daß, obgleich die Kornpreiſe in unſerm Lande, bis vor wenig Jahren, den erhöhefen. Ausgaben beym Ad&erbau nicht ange- meſſen geweſen ſind, ſie doh jeßt gewiß mehr befra- gen müſſen, als die ſtärkſten Ausgaben beym Korm bau erfodern, da gegenwärtig dieſe Preiſe viel höher ſtehen, als ſie billig ſtehen ſollten, und bey weitem höher, als die Einwohner dafur bezahlen können, und daß alſo gerade das, worüber wir uns beklagen, nämlich die übermäßigen Kornpreiſe, ſelbſt das ſicher: ſte Mittel ſeyn werden, in Zukunft ihre Wiederfehr zu verhüten, Dieſes iſt, wie ich weiß, zu allen Zeiten die Mei? nung derer geweſen, die nach Faufmänniſchen Grund» ſäen ſo ſchließen: daß, wenn die Kornpreiſe hoch ſtehen, mehr Land kultivirk werden und dadurch dev Preis wieder fallen muß. Allein, obgleich„die Kaufs leufe allezeit nach dem Grundfaße handeln, ihre Han? delsartifel dann einzufaufen, wann ſie wohlfeil und ſie da wieder zu verkaufen ,/-wo ſie theuer ſiad, und dadurch vff großes Bermögen erwerben, ſo finden doh die Landwirthe ohne alle Frage, daß es höchſt gefährlich ſey, eben dieſe Grundſäße und Abſichten auch auf den Kornbau anzuwenden. Gie haben ſie daher niemals angenommen, und werden ſie auch ver4 muthlich niemals annehmen. -.- 235 rm In dieſem Stuc>e iſt der Unterſchied zwiſchen Kauf- [eufen und Landwirthen in der That ſehr beträcht- lim. Wenn irgendwo ein'Handelsartikel ſelten iſt, ſo iſt wenig Gefahr dabey, einen hinlänglichen Bor- rxafbh davon nah andern Gegenden hinzubringen: es iſt gewöhnlih ſehr bald geſchehen, und das damit verbundene Riſiko geringe.- Aber. große:BVorräthe von Korn. aufzufaufen, um damit„im folgenden Jahre die Märkte zu verſehen, dabey iſt die Geſahr unermeßlih und durchaus gar nicht zu berechnen, Tritt in einem Jahre Kornmangel ein, wie wir ihn in dieſem Augenblide erfahren, ſo wird das Gefrei- de vielleicht zu ganz unerhörten Preiſen verkauft, und gleihwol fann eine einzige vorzüglich gute Erndfe, wie die, welcher wir jeßt enfgegen ſehn, die Korn» preiſe wieder gar ſehr herabſeßen. Die Farmer können nur dadurch eine größere Menge von Getreide produciren, wenn ſie diejeni- gen Grundſtüde pflügen und beſtellen, die ſie ſonſt gewöhnlich zu Graſe liegen laſſen. Ließe ſich dieſes nun bloß auf ein oder zwey Jahre bewerkſtelligen, wie diejenigen, welche feine Landwirthe ſind, glau- ben, ſo wäre jenes auer und ihren übrigen Handelgartikeln. hun. Sie verkaufen ſie ſo ſchnell als möglich, und das, iſt ihrem eigenen Bortheile ſo gemäß, daß das Publikunz, wahrlidh fei? nen Grund hat, zu beſorgen, durch ein enigegenges ſeßtes Verfahren der Farmer leiden zu müſſen. wm 239=. Wenn die Erndten ſehr ergiebig ſind, müſſen! die Farmer ihr Korn zu einem niedrigen Preiſe verFaun* fen 3; denn der Kornpreis richtet ſich, wie der'von allen andern Dingen, vornämlich nach der Mengs, die ſich davon auf den Märkten findet. In ſchlech? fen Jahren'alſo, müſſen ſie nothwendig ihre"Preiſe erhöhen, ſoyſt würden: ſie bald in die äußerſte! Ur: mufh gerathen 3 denn/obaleich die Farmer, wie ich ſchon erwähnt habe, allezeit in: gufen Jahren'äm meiſten gewinnen, ſo iſt doch ihr Bortheil beym'Ge- freide, ſelbſt bey der beſten: Erndte, ſo klein ,: daß, wenn man ihnen in ſchlechten Jahren, wo ſie mix wenig Korn verkaufen können, nicht erlauben wollte, ihre Preiſe zu erhöhen, ſie unmöglich ihr Gewerbg länger forfſezen könnfen Es ſcheinen indeſſen gleich? wol doch jimance zu verlangen und zu erwarfen, daß die Farmer, in guten wie in ſchlechten Jahren, ihr Korn immer ungefähr zu demſelben Preiſe ver- Faufen ſollen, ſie mögen viel oder wenig geerndfef haben. Eine ſo unbillige Foderung, daß ſich ſHwer- lich irgend ein Grund dafür angeben läßt. Faſt bei jeder Frage, die über den Kornmangel aufgeworfen worden, haf man in der That immer geſubeynas be für unmöglich, daß er jemals in bedeufendem Gra- de'einfrefen, könne, weil nämlich die'Ausgabe dafür und die Givierigfeit es in ſchlechten Jahren auf- zukaufen und zuſammen zu bringen zu groß ſind, und es zu gefährlich iſt es zurückzuhalten, und das dvurerbau dae durch zugefügt wird, ſondern auc: deswegen, weil nun alle Märkte im ganzen Königreiche weniger re? K gelmäßig mit allen Nothwendigkeiten verſehen were SITE den, wie ſie es ſeyn würden, wenn dieſe den Korn2 und Bieh- Händlern allein gänzlich überlaſſen wären. Bey jedem andern Artikel richten ſim die Kaufleute mif ihren Borräthen nach der mehrern oder minz2 I ZU Dern Nachfrage, und da es eben ſo ſehr ihr eigener Bortheil, als der des Publifums iſt, daß es nicht daran feble, ſo iſt dieſes auch ſelfen der Fal, wenn anders die erforderliche Quanfiftät nur irgend zu has ben iſt. Hieraus folgt, daß niemand in Anſehung derjenigen. Artifel, womit, die Kaufleufe gewöhnlich handeln, in Berlegenheit ſeyn kann; denn, iſt zufäl; liger weiſe einmal ein Kaufmann nicht damit verſea hen, ſo haf ſie doH gewiß ein anderer. Man, hat aber nicht den geringſten Grund zu glauben, daß es ſi mit dem Kocrne und andern R -- 258. Qebengmitfeln hierin anders verhalfen würde, wenn man dieſem Handel völlige Freiheit ließe, und jeder mann erlaubte dabey zu verfahren, wie es ihm gut Sünkt., Geſchähe dieſes, ſo würde die Anzahl derer, die ſic auf die manderley Zweige dieſes Handels les gen, ſehr befrächflich zunehmen. Faſt in eben dem Verhältniſſe nähme auch das Capital zu, welches dar in ſte>tz3 es entfſtäunde Concurrenz, und alle Märkte wären dann nichf nur, in größerm Ueberfluß und re- gelmäßiger mit allem verſehen, ſondern es würde auH4 alles zu billigern Preiſen zu haben ſeyn, als wenn dieſer ganze wichtige Handel nur auf eine Claſſe von Menſchen eingeſchränft bleibt, die ihm weder durch ihre Erfahrung, ihre Kenntniſſe, ihr Anſehn, noch durc< ihre Capifalien nur zum zehenfen Theile Ge- nüge leiſten Eönnen« Für London und alle unſere Handels- und Max» nufactur- Städte wäre es in einem noch höhern Gra- de vorfheilbaff, wenn dieſer Zweig unſers Handels auf einen andern Fuß geſeßt würde. Denn, da ein großer Theil der Bedürfniſſe für dieſe Städte, vor? nämlich aber für Condon, aus enffernfen Grafſchaften ſo wäre es offenbar noch hingebraHf werden muß, wenn ſie deshalb ſo weis- ſchädlicher für die Farmer, te Reifen machen ſollten, da ſie, wie ich gezeigt ha- be, ſchon ſo großen Schaden und Ungemoende Weiſe eingeſchränkt; man haf bisher dieſe Einſchränkung. in ihrer ganzen Kraft»bey»- behalten, und die Folge davon iſt:. daß die Schwie» rigfeit,"die großen Städte hinlänglich mif. Lebengmite feln'zu verſorgen, in einem ſolHen Grade zugenpm? men hat,"daß ſie wirklich ſelten oder'niemalshinreiz chend damit verſehen ſind 3 auch dürfen wir"uns /dar? über eben nicht wundern. Betrachfet man Londons ungeheure Bevölkerung und. die dort herrſchende Lebensart, bey welder die Menſchen doppelt ſo viel Fleiſchſpeiſen verzehren, wie eben dieſelbe Anzahl irgendwo ſonſt konſumirf, ſo ſieht man. deutlich ein, daß der Betrag dieſer Bez dürfniſſe ſich ſo hoc< belaufen müſſe,, daß ſie nur durch die vollfommenſte, denen die damif handeln, zu ex? theilende Freiheit und Protection, ſo reichlich und ſo regelmäßig, wie es die Nothdurft erſodert, zu erhals fen ſtehen., Wann dieſes einſt geſen, oder auH in den Gegenden ſelbſt, wo ſie fabricirt werden; Daher ſind die Gtahlwaaren aus Birmingham, Shefs field und Woovdſto>, alle baumwöllene Fabrikate aus Lancaſhire und andern nördlichen Gegenden, ſo wie auch die ſc mehrere“befinden,: von welchen es ſlich die Preiſe, wenn ſchon die vor- räfbige Quanfifäf noc< immer zu unſerer Conſumtion Hinreichend wäre; wird aber eine reiche Erndfe aud) nur bloß angekündigt, ſo fallen die Preiſe gewöhn? lich ſogleiH, wie“ dieſes au<% allenthalben mit deu = 264== Qebensmitfeln der Fall ſeyn würde, wenn die Märk- fe, wo ſie verkauft werden, reichlicher damit verſe hen wären, Denn, wenn Korn und Fleiſch im Über? fluſſe vorhanden ſind, ſo müſſen die Preiſe mäßig ſeyn; dagegen iſt es eben ſo offenbar, daß alle Ein: ſchränkungen, womit man diejenigen belegt, welche damit handeln, alle Angriſfe, denen ſie von Geiten des Pöbels ausgeſeßtf ſind, und alle noch ſo ſtrengen Geſeße keinen Einfluß darauf haben können, ſie wohl: feil zu machen, wenn die Märkte nicht reichlich da- mit verſehen ſind. In ſo fern die Theurung der Lebensmittel in den großen Sädten daher rührt, daß das ganze Land nur wenig producirf haf, werden die Preiſe freilich theuer ſeyn; wenn aber diejenigen, welche damit handeln, ſo geſchüßt und aufgemuntfert würden, wie ſie es bils lig ſeyn ſollten, ſo wäre, aus den angegebenen. Grüne den, dennoch allezeit ein jeder Artikel dorf im größ? ten Ueberfluſſe, wo die Nachfrage am ſtärkſten iſt, und dorf würden folglich auch die Preiſe am mäßig: ſten ſeyn. Um dieſen höchſt wichtigen Zwe= zu erreichen, iſt fein foſtſpieliger Plan erforderlich. MNtan wider? rufe nur alle Geſeße gegen Korn- und BVictkualien?- Händler, die man bisher noch immer beybehalfen hatz man ſchüße ſie und erlaube ihnen, ihre Waaren in allen Lagen und"Verhältniſſen, wann und wie es ih- nen guf dünff, zu faufen und zu verfaufen, und die ganze Sache iſt abgethan, Geſchieht dieſes endlich, -- 265==» und der Zeifpunkt iſt hoffentlich nilit hät fe. Ohne das Fonnten ſie. die: großen Koſten der Tracht, der Aſſecuranz und des Niſiko nicht fragen, welches noch hinzu kömmt, wenn ſie an Ausmärtige, und nicht im Lande ſelbſt verkauft werden.y Werden die Preiſe in unſerm Lande jemals ſo niedrig, daß ſie. Dieſes verſtaffen, ſo önnen nur Unverſtändige die Exrportation diejer Artikel mißbilligen, und ſo lange ſie höher ſtehen, haf man feinen Grund zu glauben, daß ſie jemals in einem nachtheiligen Grade wirklich Statt finde, Außerdem iſt es aber dem JInfereſſe der Kauf- leufe ſo gemäß, den einheimiſchen Märkten den Box? zug zu geben, daß das Publikum von dieſer Seite gewiß nichts zu befürchten haf; und ſo wie aus dem Geſagten erhellet, daß es ſehr vortbeilhaſt ſeyn würs de, den inländiſcerbau ſeyn, und alle, die ſich damit beſchäfsz figen, würden ſich gekränkt fühlen, weil dieſe niedri» gen Preije durch Prämien bewirft wären, die wir fremden Ländern zur» Beſörderung ihres Ackerbaus bezahlt hätten; wie denn die großen Summen, welz2 che jedes Land, woher nur immer Korn zu befommen war, von uns dafür empfangen haf, dieſe Wirkung ſiherlich gebhabt"haben, Wäre daher der ganze Kornhandel'frey, ſo wür: de jeder Zweig deſſelben weit beſſer durch diejenigen regulirt werden, die ſich'damit beſchäftigen," als"es andere jemals thuw€önnen'; und man erwartef ver? gebens, daß irgend) ſeine'Claſſe von Kaufleuten ihr Geld“ und'ihre Zeit“mit der dazu wöthigen Bereitwil« -- 271=< ligfeit bey dieſem Sandel risfiren werden, ſo lange er in allen Gtürfen mit ſoler haben, wenn man verlangt, daß jedes Brodt ſein beſtimmtes Ge- wicht habe; auch würden manwerley allerdings mög» lihe Befrügereien verhüfef werden, und die Bäcker ſim mehr beſtreben, einer dem, andern es zuvorzuthun, wenn das Gewicht nebſt dem Preiſe und Namen des Bäckers'mit leſerlihen Buchſtaben auf jedes Brodt geſtempelt werden müßte; aber man ſollte feinem andern erlauben, den Preis zu beſtimmen, oder ſich auf irgend eine Weiſe darein zu miſchen, Wenn man die Bäcker zwingt, ihr Brodt für einen feſtgeſeßten Preis zu verkaufen, ſo behandelt man ſie nicht allein mit einer Härte, womit man Käufleufe und andere Stände bisher nie behandelt haf, ſondern es läßt ſich auch Jeicht zeigen, daß das Publifum, bei dieſer har» fen und vielleicht ſogar ungerechten Behandlung eines der nofhwendigſten Gewerbe im ganzen Reiche, nichts gewinnt Man haf nie einen hinreißenden Grund dafür angegeben, warum die Bäcker gehalten ſeyn ſollen, ihr Brodt zu einem, von andern,'als von ihnen ſelbſt, feſtgeſeßten Preiſe zu verkaufen, da man doch das Fleiſch, Gemüſe, Fiſche und alle andere Lebensmittel einer ſoler, daß das Brodt gewöhnlich um io bis 20 Procent theurer iſt, als es billig ſeyn ſollte; und das wird es auc< nothwendig bleiben, ſo lange dieſes ſo ganz unentbehrliche Lebensbedürtfniß unter einer ſolchen Controlle ſteht,; Aus' welchem Grunde wird dann alſo dieſe Brodi fare beibehalten? Sie vermehrt nur die Geſchäfte der obrigfeitlihen Perſonen, erhöhef, wie ich ſhon bes merkt habe, allenthalben den Preis des Brodtes, und vernichtet den Nacheiferungsgeiſt unfer den Bäcern, S -- 274== und da ſie alſo offenbar nicht den geringſten Ifüßen hat, fo dürjen wir mit Recht hoffen, daß ſie mit al? Ien andern auf den Kornhandel gelegten Einſchränz fungen bald werde aufgehoben werden. Eben'ſo wenig Grund haf man anzunehmen, daß die'ſeit mehreren Jahren in unſerm Lande Stakt ge- fundenen hoben"Kornpreije von einer nur einigerma» ßen bedeufenden Experfation herrühren, und wenn das Gefreide-und' andere Lebensmittel einſt im Ueber- fluſſe in Brifannien producirf werden, welches doch fo leiht möglich wäre, und, wie wir hoffen dürfen, bald geſchehen wird, ſo wird ſichs auc< wahrſcheinlich zeigen, daß die Exportation des Gefreides gerade der einfräglichſte Handel iſt, welhen die Nation jemals gehabt haf, 6. Unter andern Urſoerbaues am vortheils Daftejten wäre, vder daß Gefreide und alle andere Lebensmittel in weit größerm Ueberfluſſe würden pros ducirf werden, wenn man zu größern Farms mehr als bigher aufmunferfe; und aus dem bereits Geſagten erbellef, daß, wenn nur die Lebengsmittel wirklich im Ueberfluſſe vorhanden wären, man nicht daran. zwei feln dürfe, daß.auh die Markfpreiſe wohlfeil ſeyn werden, Man haf oft darüber ſpeculirt, was für elne Größe der Pachthöfe oder Farms am vortheilhafteſten wäre, Man kann hierüber mit völligem Rechte ſaa gen: die beſte Bröße eines Farms ſey die, wenn ſie ſeinem Beſißer verſtattet, ihn mif Anwendung aller ſeiner; Kräfte in vollkommener Culfür zu erhalten, Beſitzen die Farmer mehr Land, als ſie gehörig cufs fiviren können, ſo wird das Publifum dabey leiden, S2 276-- weil ſie zu wenig produciren 3 haben ſie'aber weniger Land, als ſie bearbeiten können, ſo verliehrt das Publikum ſowohl als die Farmer, weil in dieſem Falle ein Theil ihrer Arbeit, wie ihves Capitals, verloh- xen geht, Es iſt indeſſen offenbar, daß die Größe der Farms ſiH nad) ihrer Lage, der Beſchaffenheit der Märkte in der Nachbarſchaft, dem Zuſtande des A>erbaues in der Gegend, und der Arf des Grundes und Bo» dens richten müſſe, Wenn zum Beyſpiel in der einen Gegend ein Farmer bey hinlänglichem Capitalfond ſehr leicht 600 Morgen nicht zu ſchweren Landes, vder auch nod) mehr bearbeifen Fann, weil er einen großen Theil deſſelben zu Graſe liegen laſſen, oder mit Futter? Gewächſen(green crops) beſtellen muß, indem er nicht mehr Dünger anſchaffen kann, als auf ſeinem Hofe gewonnen wird, ſo haben dagegen ſolerbau'wenden“, der ein Hauptgegenſtand ihrer Ar? beifen' iſt, den Chineſen nachzuahmen, ſo iſt die Be- ſchaffenheit unſers' Bodens und unſers Clima's von der Arft, und unſer Land ſo groß, daß man ſich von den Progreſſen, die“wir in Anſehung'der' Menge un- ſever“ Produkte und“ unſerer Bevölkerung machen wür den, gar feinen der Gache angemeſſenen Begriff zu machen im Gtfande iſt. Da aber, bey dieſem Berfah2 ren der Chineſen, eine einzelne Familie nur wenig Land cultiviren kann, ſo wird es nicht nötbig ſeyn, auf den Ac>erbau eben dieſelbe, kleinliche Sorgfalt zu wenden, wozu die Chineſen durch ihre;ausnehmend ſtarfe Bevölkerung gezwungen ſind, ſo langs dis Bevölkerung und die Lebensarf in Großbritannien ſo bleiben, daß, wenn nur. ein fleiner Theil"der Einwohner ſich mit dem AdXerbau beſchäftigt, dieſer die übrigen mif Lebensmitfeln verſorgen Fann. Es, iſt daher einleuchfend., daß die- jeßt in Europa allges mein eingeführte„Gewohnheit, den.. AFerbau mit Pferden und Dhſen zu befreiben, den Borzug behals fen wird, ſo lange, die Bevölkerung: von Britannien gegen die Grüße des Landes nur geringe bleibt, und. Menſcerländereyen theile man in vier Schläge(divisions), beſtelle den einen mit Kars foffeln, Zurnips oder Bohnen, nach der Beſchaffen» Heit des Bodens, den zweyten mit Gerſte, den drit», fen mit Klee und den vierten mit. Waizen oder Ha- fer, ſo fann alles Land ſehr wohl auf einem einzi» gen Farm bearbeifeft werden, und wird für die Märkte mehr und beſſeres. Korn und Vieh lieſern., als wenn eben, ſoviel Land in kleigere Farms vertheilt wäre. Man wird zugeben, daß billig kein Farm kleiner ſeyn'ſollte, als nöthig iſt, um zwey Pferde, den Far- mer und ſeine Familie hinlänglich zu beſchäftigen, Dieſe Quantität Land wollen wir zu 60 Morgen oder ein Zehntel deſſen annehmen, was ih vorhin bei dem jeßigen Zuſtande" der Dinge in Brifannien, als die beſte Größe eines Farms angenommen habe. Nun wollen wir' den Unterſchied'zwiſHhen der Quantität von Lebensmitteln befrachteny, welche der große Farm, wie ſi< vernünftiger Weiſe annehmen läßt, auf die Märkte liefern wird, und derjenigen, welche von dem- ſelben“: Grund und Boden verkauff werden könnte, wenn er in zehn Farms vertheilt wäre, und man wird finden, daß dieſer Unferſchied unermeßlich iſt. Nach dem von. mir angegebenen, oder irgend ei- nem andern ähnlichen Plane, wonach der Boden bes ſtändig in gutem Zuſtande erhalten würde,. könnte von, dem größern Farm eine anſehnliche Menge Korn alle Jahre verfauſf werden. Nach Abzug deſſen,.was,, zur Saat für die Familie, das Geſinde, und, für, die Pferde erfoderlich iſt, bliebe die Duantfität Korn, Wai» zen, Gerſte; Hafer und Bohnen zuſammengenommen, die- ein Faxm„pon, dieſer Größe, jährlich,„verkaufen könnte, im Durchſchnitte: 750 Duarters; oder. völlig ſo viel, als. 500, Menſchen von dieſen Artikeln zum;:./. Unterhalte brauchen, Außerdem, würde; auf. dieſem Farm noh eine große Menge vorzüglich guten Lan? des, zum Viehfutter, zum Heu und zu Turnips genußf, und die daber nocerbau freiben, im Durchſchniff niht 47 27 Ed LARNE< PHE Raak 3055 LDE FIRIIEHER Wg mn ng wäre. auch für-ſie ſelbſt eine gute Beihülfe,- went man, wie im ſchon in der driften Abhandlung ange» merff habe, ihnen allenthalben, wo es, thunlich iſt, Land genug zum Unterhalte für eine Kuh bewilligte, wofür ſie gewiß gern eine gute Pacht. bezahlen wür» den. DObgleich aber die Bortheile befrächtlich ſind, die daraus entſpringen würden, wenn man den Häus? lingen(cottagers):ſo viel Land bewilligfe, als ſie und ihre Kinder ohne Bernachläſſigung ihres eigent» lichen Gewerbes bearbeiten Fönnen, ſo muß es doce in vollfommener Cultur erhalten kön» nen, ſv wird das nicht ſchädlich ſeyn. Denn da auf dieſe Weiſe mehrere Beſchäftigungen zugleih mit Nus ßen befrieben werden, ſo geht feine Arbeit verlohren, weder die Arbeit derjenigen, die in einer ſolce und vielleicht durch: aus in allem und jedem Punkte nach eben den Grund» ſäßen behandelt und geleifef würde, die man in An: jehbung aller andern Handelgartfikel allgemein als die beſten anerkannt baf, nämlich daß man ihm völlige Freiheit verſtättete, Beſtände die ganze cirEulirende Geldmaſſe des Landes, ſtaff des Goldes und Silbers, in Papier, und könnte dieſes entweder von„Jndivie duen vder von Bankgeſellſchaffen. völlig frey und uns gehindert ausgegeben werden, ſo würde dieſes, allent Anſchein nach, nicht die mindeſten ſchädlichen Folgen baben, Zugleich würden die befrächtlichen Unfoſtent beim Münzen des Goldes und Silbers dabei erſparf; und alles, was wir von dieſen Metällen beſißert, Fönnfe nun)auf eine nüßlichere Weiſe gebraucht werden. Die einzigen Einrvendungen, welche man biege4: gen maden kann, ſind: 20..and Banknoten beim duswärtigen Handel nicht gebraucht werden fönntenz daß man leicht zu viel von dieſem, die, Stelle des baa- ren Geldes verfrefenden, Medium produciren könnfe, wodurch ein zu großer Ueberfluß des Geldes entſtehen wücde; und daß diejenigen, welche dieſes Papier aus» geſtellet hätten, bisweilen falliren und eine Menge Menſchen in Berluſt bringen können, Es ſcheinen mir indeſſen- dieſe Einwürfe gegen jene Maaßregel'von feiner großen Wichtigkeit zu ſeyn. Beim Handel mif andern Ländern, können wir alles Geld eben ſo gut in Goldſtangen und Silber- barren remitfiren, wie auch jeßf ſce zu erportiren, So wie uns dies alſo bei unſerm Handel mik fremden Ländern keinen Nachtheil brächte, eben ſo wenig haf man auch Grund zu glauben, daß das Geld oder die Noten der Banquiers, die ich hier für eins annehme, jemals durch die vollfommenſte, den Banquiers ertheilte Freiheit bei uns zu häufig were den würden, Das wäre nicht einmal wahrſcheinlich, wenn auch jedermann ſogar Noten ausſtellte, und pP ſein"eigener Banquier würde, Geld..ſollfe billig durchaus als ein Sandelgarti» Fel, betrachtet werden+ denn der alleinige Nußen.deſ- ſelben beſteht doM,in der That bloß darin, als ein Medium beim Handel zu. dienen und Kauf und BVer- Fauf. zu erleichtern, die größern Gdwierigfeiten unz ferworfen wären,, wenn an deſſen Statt Dinge von großem Bolumen gegen einander ausgefauſcht werden müßten.- Aus dieſem Geſichtspunkte die Sache. be» trachtet, iſt es nun aber flar, daß der Handel einer ganzen Nation ſowol, als auch der-eines jeden dazu gehörigen Diſtriktes, nur eine gewiſſe Menge Geldes, wie eines jeden andern Artifels, erfodert; allein, da "dieſer Handel feiner größern Menge Geldes bedarf, ſo könnte es auch nirgend ausgegeben werden, wie zahlreich unſere Banken au< immer ſeyn möchten. Die Banquiers müſſen daher mit ihren Nofen genau nach eben denſelben Grundſäßen verfahren, wie anz dere Kaufleute und überhaupt alle Menſchen bei dem Berkaufe eines jeden Handelgartikels thun, Sie müſe ſen den Belauf ihrer Noten ſo viel als möglich nach der mehrern oder mindern Nachfrage einrichten; und wie ſehr ſie ſichs auch immer mögen angelegen ſeyn laſſen, ſie zu verkaufen oder in Umlauf zu bringen, ſo ſieht das do, nicht mehr in ihrer Macht, wie die Kaufleute vder die Farmer es in ihrer Gewalt haben, mehr von ihren Arfifeln abzuſeßen, als andere kau- fen wollen, Wenn die Conſumtion des Königreichs T.2 “-- 5202"ws eine'gewiſſe Quanfifät Korn, Tleiſch und anderer Han? delsartifel erfoderf, und wenn die“ Einwohner nicht mehr als dieſe conſumiren können, ſo machen die Far- mer und“Kaufleute, die mit dieſen Artikeln handeln, wie groß ihre'Vorräthe auch immer ſeyn mögen,'doH niemals den Berjuch, mehr davon auf die Märkte zu bringen, als, aller Wahrſcheinlichkeit nac<, verlangt werden wird; auch würden ſie ſie nicht verkaufen kön» nen, wenn ſie thörichf genug wären es' zu thun, Eben ſo wenig werden die'Banquiers mehr von ih2 ren Noten abſeßen können, als der Handel in ihrer Gegend erfodert, da es eben ſo gewiß iſt, daß die Farmer und andern Kaufleufe nicht mehr Noten ver- langen werden, als ſie bei ihrem Handel nothwendig brauchen: denn ſie- müſſen ihren Banquiers nichf nur für jede von ihnen empfangene Note und für jeden erhandelten Wechſel vollkommene Gicherheit geben, ſondern auch noc) alle Unfoſten an Zinſen, Stempel und Commiſſionsgebühren bezahlen. Das 1Publikum haf alſo ganz und gar nicht zu befürchten, daß es bei dieſen Banquiers auf dem Lan? de in dieſer Rückjicht die mindeſte Gefahr laufe. Bei den von mir angegebenen Umſtänden hat die Nation vielmehr vollfommene Sicherheit gegen allen bedeuten» den Schaden, dea ſie durc) die Noten der Banquiers ſeiden konnte, weil nämlich der Eigeinuß dieſer Ban- quiers und derjenigen, an welche ihre Noten verkauft odet ausgegeben werden, einander eben ſv ſehr ent? gegenſtehen, wie Käufer und Berkäufer bei einer je? 293:== den andern merFanfiliſchen Verhondlung: Wer Banks nofen zu erhalten wünſcht, muß entweder. baares. Geld, oder ein anderes bhinreichendes Aequivalent das für bezahlen, welches wiederum. niemals.«geſchehen, würde, wenn diejenigen, welhe ſolliherweiſe in Großbrifannien geſtaffef, ſo haf man, Urſache zu fürHtfen, daß alle unſere Manufakturen und unſer Handel ſehr bedeutend dabei leiden würden: denn ei2 ne nothwendige Folge davon wäre dieſe, daß ſie Dann mit größeren Gcer und allen andern Bedürfniſſen verſehen werden, und dieſe nun behaupten, daß es vortfhbeilhaffer für die Nation wäre, wenn ſie das ausſchließliche Privilegium be- kämen, ſie mit. dieſen Bedürfniſſen zu verſehen, als wenn man zu vielen erlaubte damit zu- handeln 3; eben ſo müſſen nun au< nah eben denſelben Principien diejenigen, welche große Bankgeſchäfte freiben, den Wunſch hegen, daß man glaube, das Publikum wer? de am beſten verſorgt ſeyn, wenn es nur von ihnen mit Banknoten verſehen würde. Jſt nun aber die Ungereimtheit dieſes Raiſonnements in. dem einen Falle klar, ſo muß ſie es auch in dem andern ſeyn z und wenn man, um die. Nation mit Banknoten zu bedienen, Monopolien ertheilt, ſo iſt es niht ſchwer vorauszuſehen, daß binnen nicht gar langer Zeit ſie ſih über den Handel und die Manufakturen des gan? zen Königreiches ausbreiten, und den Nuin aller Eine wohner nach ſich ziehen werden, Landbanken ſind ein ſehr wichtiger Bortheil für alle, die im ihrer Nähe wohnen. Sie verſchaffen ih-' nen die Bequemlichkeit, ihren Geldvorrath ſicherer zu verwahren, als ſie es zu“SHauſe thun könnten, und (SSE 300= es-ſogleich wieder erhalfen zu önnen, wenn fie.deſe ſen» bedürfen. Dadurch werden zugleich in- jeder Gez gend große Gummen,ſehr. nüßlich angewandt, die ſonſt ungenußtf geblieben wären. Durch den Einfluß, welchen» die Landbanken auf ſolXerbau ia hohem Grade nüßlich ſind, und folglich bey weitem mehr dazu beyfragen, die Preiſe der Landwirthſchaft: lihen Produkte zu vermindern, als ſie zu erhöhen. Wäre es aber auch ver Fall, daß ſie vie Farmer in den Gtfand ſeßten, mehr als es vermuthlich jemals geſchehen iſt, einigen Märkten ihre Produkte zu ent- ziehen, um ſie auf anderen deſto mehr in die Höhe zu freiben, ſo würde dieſes doM nur dann geſchehen Fönnen, wenn die Preiſe niedrig ſtehen, und das würde, wie ſich leicht zeigen ließe, weit davon ent- fernt ſchädlich zu ſeyn, ſehr. wohlthäfige Folgen ha- ben. Es würde die Conſumtion zu der Zeit vermin- dern, wenn die Lebensmitfel im Ueberfluſſe vorhan- den ſind, welches gewöhnlich unmittelbar nach der Erndte der Fall iſt, und in demſelben Verhältniſſe würde es auc< im Frühjahre und Sommer die Preiſe niedriger echalfen, wenn die Lebensmittel überall ſel» fen und ſolglich fheuer werden. Aber auH ohne das ſind die Landbanken dem AFerbau und eben deshalb auch dem Publifo nüße lich, weil ſie es den Sarmern;möglig machen, land» wirthſchaftliche Verbeſſerungen.mit mehrerer. Schnels ligfeit und“ Gewißheit auszuführen,-als ſie-es ſonſt thun könnten,„Müßten die Farmev den Vortheil und wag 304 iir die Bequemlichkeit entbehren, welche die|Bänquiers ihnen verſchaffen, ſo' würden die wichtigſten Verbeſz: ſerungen ſehr häufig untferbrot ſich vermuthlich auf nicht weni- ger als auf eini Achtel äller jeßt in Cultur ſtehenden Ländereyen im Reiche; wäre es aber auh nur ein Zehntel, oder auch ſvgat nur ein Zwänzigtel, fo würz de dadurch doM mehr Körn produtirt, als wir je- mals dur< Jmporfation erhalten önnen, mit Dem ſehr wichtigen Unterſchiede, daß wir es auf dem ei- ven Wege erhalteri, ohne Geld dafür aus dem Lands zu ſchi>en, und zugleich den Werth unſeres eigenen Grunös und Boderis erhöhen: auf dem ändern We- ge hingegen jährlich Zwölf Millionen zur Berbeſſe- rung fremder Länder äusgeben, und obendrein ſtarke Prämien bis äuf eine Sümme von beynahe Drey Millionen bezahlen, üm die Produkts eben dieſer Betbeſſerungen naß Britänüien zu briügen;== ein Berfahren, welches dias. Bewohner der Länder, aus welchem wir dieſes Korn holen, ſim nur dann etkläs cen fönnen, wenn ſie vorausſeßen, daß unſer eige: ner Grund und Boden ſcerbau ſehr bes frächflich darunfer leiden würde. 8. Unfer andern Urſachen der Theurung, welche| wir in dieſen leßtern Jahren erfahren haben, wird| keiner häufiger erwähnt, als der großen Menge unz| ſecer wüſten Pläße und unangebaufen Gemeinheiten. Gamen 309 mr Allein obgleich es, allem Anſcheine nacH, ſowohl für den Staat, als für einzelne Individuen, ſehr vors fheilbaff wäre, wenn unſere Gemeinheiten gefheilt wür2 den, ſo glaube im do<4, bey dem gegenwärtigen Ak» Ferbau in Brifannien, nicht, daß durch den Anbau derſelben die Preiſe der Lebensmittel würden vermin« derf werden. Man hat ſogar Urſach zu fürchten, daß die Preiſe des Getreides,- ſo wie auch aller andern Produkte, dadurch ſteigen würden, wie im in der Folge ausführlicher aus einander ſeßen werde. Wenn alſo dieſe meine Muthmaßung gegründet iſt; ſo ers warten wir Hülfe von einer Seife, wo keine zu hofs fen iſt, und verſchwenden die Zeit mit Bemühungen um efwas, das uns beſtändig täuſchen wird. Diejenigen, welche ſih einbilden, daß die Thei? lung unſerer Gemeinheiten den Preis dex Lebensmit2 tel herabſeßen würde, waren bis jeßt der Meinung, daß derjenige Theil unſers National- Territoriums, welcher bigher cultivirf worden iſt, keine unſerer Con- ſumtion angemeſſene Quantität Korn produciren kön- ne, und daß, ehe dieſer nicht größer wird, wir alle- zeit Mangel daran haben, und folglich die Preiſe hoh bleiben werden, Hierin ſcheinen ſie indeſſen offenbar zu irren, und bey näherer Unferſuchung wird man finden, was ich auch hernachmals zu zeigen ſuchen werde, daß der» jenige Theil unſers Landes, welcher ſchon lange unfer dem Pfluge gehalfen' worden, und übrigens eben ſo guf dazu paßt, als die wüſten Pläße und Gemein- voa Z10==. heifen, weif mehr befrägt, als wir bey unſerer jeßiz gen Bevölkerung bedürfen. Aus dieſer Unterſuchung wird erhellen, daß die Ländereyen, welche bisher in Britannien cultivirt worden, bey weitem mehr befragen, als man gemei- niglich glaubf, ſo daß man es leicht dahin bringen Fönnfe, eine hinreißende Menge Korn und ande rer Lebensmitfel für eine weit ſtärkere Population da- von zu gewinnen. Gie könnfen ſogar Uleberfluß für beynabe dreißig Millionen Menſchen verſchaffen, und es muß folglih der Mangel, welcher uns ſo oft drückt, von irgend einer andern Urſa herrühren. 9. Dieſer Kornmangel, welchem wir ſo oft ausge- ſeßt ſind, ſoll, wie manche glauben, daher rühren, daß bey uns zu viel Land in altem Graſe liegt; da- ber ihr Rath, dieſes umzubrehen und mit Korn zu beſtellen. I< balte es für wahrſcheinlich, daß drey bis vier Millionen der beſten Ländereyen im Königreiche, der Regel nach, altes Grasland ſind. In theuren Zeis fen wäre es allerdings rafhſam, dieſe mit Korn zu beſtellen, wenn unſere übrigen hierzu eben ſo faugli- c wieder zerſtöhrf würde, was her? vorzubringen lange Zeit erfodert haffe. Dadurch wür- de auc<4 wol unfehlbar die Zahl derer vermehrt wer- den, die, wie es in dieſen leßfern Jahren häufig gee ſhHab, ihren ländlichen Aufenthalt verließen, um in den Gfädfen zu wohnen, und da dieſes, wenn es zunähme, dem JInkereſſe der Nation und den Sitten des Bolks ſehr nachtheilig ſeyn würde, ſo- ſollte mar es wahrlich nicht nod) durc<4 eine fol det: Fall ſeyn könnfe, ſo würden dieſe Grundſtücke doch durc vſtere Kornerndten in eben denſelben Zus tand verſeßt werden, in welerbau ge- hörig aufgemunferf; wärgn die Landfarxe und die an- dern Abgaben, welche vom Ackerbau bezahlt werder müſſen, aufgehoben: ſo häffe Britannien jederzeit einen eben ſo großen Überfluß an Lebensmitfeln al: Jex Arf haben können, wie ihn andere Länder hafs- fen, und dieſes würde für alle unſere Manufackuren und unſern ganzen Handel von ſehr weſentlichem Nus ßen geweſen ſeyn. Statt deſſen hat die Nation, ohne.auf ihren Ader- bau zu achten, ſichs unbedachtſamer Weiſe in den Kopf geſeßf, zuerſt und vor allen Dingen nur durch Fabriken und Handlung Geld gewinnen zu wollen, ohne im mindeſten daran zu zweifeln, daß ſie für Geld allezeit Lebensmitfel würde erhalfen können, Hierin haben wir uns aber gröblich geirct, FG ür Für. Geld werden wir freilich immer eine binvei- hende Menge von Lebensmitteln dort kaufen können, wo man ſie im Ueberfluſſe bat; denn' da Geld das all» gemein eingeführte Medium beim Handel iſt, ſo wird man eben ſo gern Lebengmittel als andere Wäaren da- gegen verfauſchen; weil aber eigentliche Nothwendig» Eeiten des Lebens ſelten in irgend einem Lande in grö? ßerer IMRenge producirf werden, als das Land zu ſeiner eigenen Conſumfion bräucht, ſo iſt es eben ſo gewiß, daß eine jede Nation,. deren Bevölkerüng ſehr ſtark iſt, und ſich wegen ihrer Gubſiſtenz auf andere ver» läßt, ſo reich ſie auc) immer ſeyn mag, ſich oftmals gefänſcht finden, und alle Uebel des Mangels und der Theurung zü erdulden genöfhiget ſeyn wird. Faände, in Anſehung. der Lebensmittel, die Nah: frage von Geifen des einen Landes bey einem ans? dern beſtändig und regelmäßig Gtatf, ſö würde man ſie mit der Zeit von daher nicht erhalten können; ſo groß auch immer die verlangte Quantität ſeyn möch fe; du es aber dus eigene Intereſſe eines jeden Reiz - ſo ſind große-Quantifäfen ſelten dann;zu befommern, wenn man ihrer gerade bedarf. Wenn Großbrifannien in Pohlen, Deutſchland un5 Amerika einen hohen Preis für ihr Gefreide ausböfe, und den Landwirfhen und Kauſleufen dieſer Länder, alle Jahre eine regelmäßige Abnahme deſſelben ſicher? fe; ſo würden dieſe, ſo groß die verlangte Quanti- fat"auch immer ſeyn möchte, mit großer Begierde das Anerbiefen annehmen und bald im Stande ſeyn, ihren Confraff zu erfüllen. Da der Markt beſtändig und gleichförmig wäre, ſv würde man das Korn als einen-regelmäßigen und Bortheil bringenden Handels2 arfifel betrachten, welches es bisher nur ſelten ſeyn konn? fe, weil die Nachfrage darnach ſo höchſt ungewiß war, Die großen Gummen, welche die Landwirthe jener Länder für ihre Produkte erhielfen, wären gleich» ſam Belohnungen für ihre Induſtrie, wodurch ſie in den Gtfand geſeßt wären, alle Jahre große GStre>en neuen Landes urbar zu machen, und ſo würden ſie, ohne auch nur einmal auf ihren eigenen Märkten die Preiſe, zu erhöhen, die großen Bedürfniſſe der unſri- gen befriedigen können, Sollte dies aber au<4 wirklich geſchehen und die briftiſche Nation jemals ſo thöricht handeln, ſich auf dieſen Nusweg zu verlaſſen, um auf ihm einen nür irgend befrächtlichen Theil ihres Kornbedarſs zu erhalten, ſo würde. ſich. doch ſebr“ bald finden, daß derſelbe mit unüberſteiglihen Gcwierigfeiten. verbun? den iſt. Der ,driffe Theil deſſen, was die Nation an - 8523= Porn conſumirf, würde ſhon mehr als das Doppels fe von dem befragen, was wir bey unſerm Handel mit andern Ländern gewinnen. Denn, nach den be, reits erwähnfen Angaben unſerer Conſumfion, wä: ren für dieſes Driffel ſhon 16 Millionen Quarters erforderlich, die nac dem. Preiſe, welchen wir jeßt für das Korn bezahlen,=- und ein geringererPreis ließe ſich wol eben nicht erwarten=- jährlich achfzig Millionen Pf. Sterl. koſten würden. Zu einer ſole jen Quantität würde man eine ungeheure Menge von Gchiſfen nöthig habet. Gie würde in der That allen Kauffartheyſchiffen des ganzen Landes beſtanz dige Beſchäftigung geben, und bey der großen Entfer2 nung der Länder, aus. welchen wir allein große Quantitäfen Korn erhalten können, würden wir doch, froß dem allen, off in großer Ungewißheit bleiben und immer der Gefahr einer Hungersnofh ausgeſeßt ſeyn. America iſt ſo weit enkfernf, daß wir die gro? ßen Quanfitäten, deren wir in Jahren des Mans gels bedürfen, nie ſchnel genug von daher erhalfen fönnen, und die Oſtſee iſt off mehrere Monate hin? durch wegen des Eiſes ganz unzugänglich, ſo daß wit off aller Communication mit den an der Oſtſee lies genden Ländern beraubt ſind; Hiezu kömmt roch der- Einfluß, welchen Gtreitigz keiten und Krieg zwiſchen unſerm und andern Länder und ſelbſt Eigenſinn darauf haben können, Faſt all: unſere Schiffe und das darin verladene Getreide köna N 2 (euern 324 nd nen in einem jeden Augenblicke in Beſchlag genom- men werden, wie das auch vor kurzem in Nußland wirklich zu einer Zeit geſchah, als man es gar nicht erwarfen Fonntes; und endlich iſt es befannf, daß das von eingeführfem Korne gebackene Brodt ſelten weder ſo ſchma>haft noch ſo geſund iſt, als wenn es 9bn inländiſchem friſch gedroſ" Jedermann alſo, der die'Gefahr, ſiHh von uns geſundem Korn nähren zu müſſen, zu permeiden: und ſich. die Annehmlichkeit zu verſchaffen wünſcht, ſchmack: haftes und gufes Brodf zu eſſen, wird dahin ſtreben, daß wir unſern Bedarf von unſern eigenen Feldern erhalfen, Er wird niemals wünſchen, daß das brittia ſcein und Dör» fer; nac den weitläuftigen Unternehmungen, die man in jedem Diſtrikfe“- antrifft, welche alle mit einer großen Anzahl von“ Arbeitern, die faſt ganz Curopa und Amerika mit ihren Manufakturwaaren verſor, gen, angefüllt ſind; nach den großen Ausrüſtungen unſerer ungeheuren Sloffen und Armeen, und nach mehreren andern Thatjachen, die, hier Feiner weifern Aufzählung bedürfen, ſo kann man mit Recht, glau? ben, daß, wenn wir die Bevölkerung, des König? reichs zu zwölf Millionen ſchätzen ,..wir uns woh eben nicht von der Wahrheit entfernen, J< könnte Dieſes durch verſchiedene Facka, die, ich. in dieſer Aba ſiht geſammelt habe, beynahe beweiſen 5 das iſt aber nunmehro unnöthig geworden, da wir nächſtens dar: über eine möglichſt zuverläſſige Angabe von:denjeni? gen erhalten werden, welchen die Zählung des Bolks Durch eine beſondere Parlementfgakfe auſgetragen wor den iſt, Bis dahin werde ich indeſſen unſere Popu4 lation zu zwölf Millionen annehmen, und das um ſo mehr, da alle Berichte, welche wir bis jetßt von der noc< fortdauernden Zählungßj empfangen haben, dieſe Annahme zu beſtätigen ſcheinen, Ungefähr drey Millionen von dieſer Anzahl Men- ſchen leben, wie. man finden wird, größtfentheils von Hafer und Gerſte; ih will indeſſen diejenigen, welche ſim bloß von. dieſen beiden Kornarten nähren, und Zeinen Waizen conſumiren, nur zu zwey Millionen annehmen,. obgleich dieſe Zahl wahrſcheinlich zu ges "3" 88= zing: iſt, da alle unfece Claſſen in Schottland und mehrere in Wallis und Nord- England durchaus nur von. Gerſte und Hafermehl leben,. Die. übrigen zehn Millionen Einwohner können wir als ſolc für den Handel, die Geſeßgebung dieſes Landes ſich jemals hierein miz ſchen, und die Preiſe beſtimmen, wofür die Kaufleute ihre Waaren verkaufen ſollen, ſo würden die Far2 mer ſig niht mehr darüber beflagen dürfen, went man auc ihnen für ihr Korn ein Maximum feſtſeßte, Aber bis dahin, daß dieſes geſchieht=- und da es vermuthlich das Todegurtheil aller briffiſchen Wohl« fahrt ſeyn würde, ſo können wir mif Recht hoffen, daß es niemals geſchehen werde=- nac<4 welcher Res gel kann man bis dahin über die Farmer und andere Kornhändlex Einſchränkungen verhängen? Daß die Theurung, welche wir ſo oſt erfahren, hauptſächlich von der Unruhe des Publikums herrüh- re, und daher, daß diejenigen, welche mit Lebens mitteln handeln, nun deshalb ihre Preiſe ſteigern köns nen, davon giebt die geringe Menge Korn, die ſelbſt in den ſchlechteſten Jahren jemals bey uns importirf wird, den Flarſten Beweis, Bis jeßt haf man ge? wöhnlich geglaubt, daß in ſolhen Jahren ein Drits - 8 5 fel poder ein, VBierfel, und bisweilen ſogar. die Halfte unſerer National- Conſumtion importirf werdes- es ſcheint aber, daß wir bigher nie über den dreißigſten Theil unſers jährlihen Bedarf bey“ uns einzuſühren im Gtande geweſen ſind, und daß wir ſelbſt in dem gegenwärfigen Jahre, mit den ungeheuren Koſten von ſfunfzehn Millionen Pfund Sterl,, uns doch nicht mehr als den achfzehnfen Theil deſſelben haben verz ſchaffen können. Da dies nun alles iſt, was. wir während eines Jahres bisher zu imporfiren im Stans de geweſen ſind, und wir folglih den Reſt des conſüa mirfen Korns aus unſerm eigenen Lande gezogen has ben müſſen; ſo wäre es unbegreiflich, wie ein ſo ges ringer zufälliger Kornmangel die unmäßigen Preiſe veranlaſſen könne, wozu es in dergleichen Fällen ge2 wöhnlich verfauff wird, wenn Furcht, Aengſtlichkeit und Zweifel nicht Schuld daran wären, die bey dem geringſten Anſchein eines Mangels ohnfehlbar ein? frefen, Dieſe Meinung über den Einfluß, welchen die Jurchtſamfeit, des Publikums auf den Preis der Les bensmitfel haf, wird ſehr guf durch dasjenige erläu» fert, was in Anſehung der Fleiſchpreiſe ſchon ſeit lan? ger Zeit im ganzen Königreiche Stakk findet., Keine Art Fleiſc) wird jemals bey uns importkict; denn das Bieh, welches wir aus Jrrland erhalten, ſehe ich wie unſer eigenes an; und gleihwol, wenn man nur die hohen Preiſe dafür bezahlt,>welche die Eigens fhümer gern darauf ſeßen möchten, ſo wird niemand Mangel daran haben; denn wenig Märkte in der Welt ſind mit gufem Fleiſche ſo wohl verſehen, als Die unſrigen, Ge: Es muß indeſſen mif den animaliſigs Kränkheiten hervorbringt, wenn es zu reichlich genoſ2 ſen wird, wie das bey den Tägelöhnern auf dem Lans de, und nod) mehr bey deni Familien der Kleinen Fars mer, ſehr allgemein der Fall iſt. Dieſes iſt alſo auch noh ein wichtiger Einwurf gegen ſolche fleine Farms, Das wenige Korn, wels c mag dieſes- vielleicht über« frieben ſcheinen, und wer die wahre Beſchaffenbeis 2 2 ==""590.= der Gache niht mit gehöriger Aufmerkſamkeit unter ſucht, wird vielleierbau zu vernach2 läſſigen, um andere Länder mif Manuſfaktfurwaaren zu verſehen; und obgleich man bis jeßf unter uns die Tendenz dieſes unglücklichen Jrrthums noc niht einz mal einſieht, ſo iſt ſie doc< der Aufmerkſamkeit ſcerländereyen meis ſtentheils ſo'guf als. möglich'eultivirf werden, und 45 JMD: 55 fie daher niht-wshl beträchtlich verbeſſert, ivder zu'eis nem höhern Erfrage gebracht werden können, ſp iſt es doM ſo wenig der Fall, daß nur diejenigen eine ſolHe Meinung hegen können, die niht im Stande ſind, darüber zu urtheilen, Niemand kann die vorkrefflichen Eigenſchaften mancher unſerer Farmer mehr anerkennen, als ichz allein, ob man gleich in- verſchiedenen Diſtrikten die Flarſten Beweiſe hiervon anfrijff, vorzüglih da, wo die Farmer reich find und große Pacthöfe beſißen, ſo iſt es doch eben ſo wahr, daß man über die Ark und Weiſe, wie die übrigen Ländereyen im ganzen Königreiche behandelt werden, nicht zu geringſchäßig urfheilen kann, woran offenbar die Armuth ihrer Bes ſizer Schuld iſt. Nur ein ſehr kleiner Theil, nicht mehr als ein Neuntel oder ein Zehntel unſerer Ad>erz ländereyen, wird nah irgend einem regelmäßigen oder verbeſſerfen landwirfbſchaftlihen Gyſteme cultivirf, wogegen ein großer Theil der übrigen'auf die ſchlech» feſte Arft, die ſi< nur denken läßt, behandelt wird. Gewöhnlich wird es'gepflügt, und mehrere Jahre hin2 fer einander mif Hafer und Gerſte, oder auch(gele: gentlich mif Erbſen beſtellet, und wenn der Boden dann auf ſolerbau verwandt, und die Farmers, vornämlich da? durch, daß man ihnen eine lange Pachtfzeif bewilligte, gehörig aufgemunfert würden, unſere Nationalpro- dukte, ſowohl an Korn als an Bieh, auf weit mehr als das Doppelte ihres jeßigen Betrages gebracht werden könnten. Bon der Größe Brikanniens; oder der Vermeſe ſung ſeiner Oberfläche, haft man niemals eine, genaue Kennkniß erhalten, ſodaß auch nicht zwey Schriftſtel2 [er darin mit einander übereinſtimmen, Einige haben behauptet, daß ſie beynahe 70'000000 Morgen(acres) befrage, wobey] für England und Wallis mehr als 50'000000, und.für Schottland gegen 20'000000, ge? rxechnef. werden; andere haben angenommen, daß die ganze Oberfläche. von England und Wallis nicht über 238'000000 Morgen ausmache, welcher Meinung Slt William Petty geweſen zu ſeyn ſcheint; wohingegen Dr. Halley, ein gleichzeitiger Schriftſteller von gros ßem Ruſe, ſie zu faſt 46'000000 Morgen annimmk. Dieſe ganze Verwirrung entſlteht aus bloßem Mangel an einer genauen Bermeſſung, woran es noc immer faſt gänzlich fehlt. Nicht eine einzige unſerer. Karfen vom ganzen Königreiche und nur ei2 nige wenig? Bermeſſungen einzelner Grafſchaften ſind zuverläſſig; auch haf wan eben keinen Grund zu hofz fen, daß dieſem Mangel ſo bald werde abgeholfen werden; denn obgleich einſt, eine Vermeſſung des ganzen Königreichs angefangen worden, ſo wird dies ſe vermuthlich entweder ganz ins Sto>en gerathen, oder doch in langer Zeit noch nicht vollendef werden, da die Unfoſten ſehr befrächtlich ſeyn müſſen, und man Feine große Gumme dazu ausgeſeßt haf. Da eine genaue Kenntniß dieſes ſo weſenklichen Punkts nicht allein rühmlich ſür die Nation, ſondern auch in mehr als einem Befrachte von großem Nua ßen wäre, ſo ſollte man ſelbige zu erhalfen ſuchen, wie groß auch immer die Koſten ſeyn möchten. Man ſollfe dazu die beſten Landmeſſer anſtellen und ſie reichlich bezahlen, ſonſt wird'die ganze Arbeif nicht gehörig ausgeführf werden, man wird ſich nicht dar2 auf verlaſſen Fönnen und ſo alle angewandte Koſten verliehren. Aus Mangel an zuverläſſigeru Documentenz müſſen diejenigen, welche über Streitfragen dieſer Iſrf ſchreiben, das zum Grunde legen, was ſie für das Beſte halten, und dieſem Grundſaße zufolge will ih bier zu beſtimmen ſuchen, wie viel, meiner Mei- nung nach, alle Aderländereyen im ganzen Königs? reiche ausmachen, und wie viel dieſe in allem produ» ciren, Nach den genaueſten Nachrichten zu urfheilen, die im mir über dieſen Punkt habe verſchaffen kön» nen, befrägt, meiner Meinung nach, die ganze Dbers fläche von Brifannien nicht mehr als 62'000000 Mor2 gen(acres)- Wahrſcheinlich wird ſichs aber zeigen, daß ſie zwiſchen 60 und 64 Millionen betragen 3 ich nehme hier demnach das Mittel zwiſchen beyden, welches folglich 62'000000 Morgen ausmadht. Hievon kann man 1/000000 Morgen für die Wege und Heerſtraßen, die Flüſſe, und die Pläße für die Städfe und Dörſer rechnen; 1'000000 für die 9Bälder, die Gebüſche und jungen Pflanzungen; und 3/000000 für die Felſen, die unzugänglichen Gebirge, und für die durchaus unbrauchbaren, unverbeſſerlichen Gümpfe und Moräſte, Ein anſehnlicher Theil unſers Landes, obgleich zu bergigf für den AFerbau, iſt dennoch als Weide? land großer Berbeſſerung fähig, wenn es eingebegt, theils abgewäſſert, theils mit Kalch gedüngt, theils Bewäſſerungswieſen(watering meadows) daraus ge? macht oder ſonſt gehörig behandelt würde, I< will dafür die ſchr beträchtliche Anzahl von 15'090009 Mora --.. m 7 Morgen rechnen, und für unſere wüſten Pläße und Gemeitheiten 6'5002000 Morgen. Na< dem leßfen Berichte, den wir über die wüs' ſten Pläße und Gemeinheiten erhielten, ſchienen dieſe ungefähr 7'300000 Morgen zu befragen. Da man über dieſe Angabe für zu“ groß bielf, und mehrere Gemeinheiten in England vor kurzem gelheilf worden ſind, ſv werden ſie vermuthlich nicht mehr als die von mir angegebene Anzahl Morgen augsmachen. Zieht man dies alles zuſammen genommen, oder die Gumme von 26'500000 Morgen, von 62'000000 ab, wozu ich nämlich die Oberfläche des ganzen Kö- nigreichs angenommen habe, ſo bleiben 35'500000 Morgen zu andern Beſtimmungen übrig. Hiervon ſcheinen, wie ich bereits angegeben habe, ungefähr 3'500000 Morgen in altem Graſe zu lies, gen, die Parks des hohen Adels und der veihen Par ficüliers im ganzen Königreiche mit eingeſchloſſen. Es bleiben daher noM 32“000000 Morgen zum Kornbau und zu andern Dingen übrig. Den beſten Nachrichten zufolge, die ich mir aus den landwirthſchaftlichen Provinzial-Berichfen, der ſtaz fiſtiſcerbaues, ſehr ſchHädlim wäre, weil unſere unfer dem Pfluge gehalfe- nen Länderzyen dadurc<) gar ſehr würden vermehrt werden, deren wir ſhon beynahe dreymal mehr has ben, als wic brauchen, Gleichwol fadle iM deghalb die Maaßregeln niHf, alle Gemeinheiten im. Königreiche zu theilen 3 denn ehe dies nicht geſchehen iſt, fann man von ih- nen durchaus gar feinen Nußen erwarten; aber was ich unendlich bedavre, iſt: daß man uns von einer Maaßregel Ueberfluß will erwarten laſſen, bey wel- cher er ohne Zweifel in ſo fern noch weniger Statt finden fann, als durch ſie das*Mißverhältniß zwis ſchen der Quantität Landes, die wir Eultiviren, und den Fonds, die wir auf ihre Berbeſſerung wenden, noch mehr vergrößert werden wird. Wenn wir bereits 27/000000 Morgen Aderland beſißen, und wenn 10'000000 Morgen bey einer vollkommenen Culfur nicht allein für unſere Conſum- fion hinreichend wären, ſondern uns auch in den Gtand ſeßen würden, die Länder Europens mit einem großen Theile ihres Kornbedarfs zu verſehen; wenn wir bigher nie im Stande waren, mehr als 3'000000 Morgen gehörig zu cultiviren, welches ich für völlig ausgemachf halfe, und wir dann nun, in einer ſolchen Qage; durc< no<: größere Bermehrung unſers Ader» landes, uns eine größere Quantifät Korn verſchaffen wollen, ſo iſt dieſes eine Maaßregel, die gewiß(Mie mand anrafhen wird, der ihre Wirkung reiflich ver wogen haf.| Gie würde unſern Kornmangel ſogar noch vergrößern, weil ſie wirklich die auf den A>er- bau verwandfen Fonds noch mehr vermindermuwügas de, die. jeßt ſc GIESE Ax x ) =' 1864. zer Prämiert, die man dafür bezahlt, gewiſſe Artikel aus dem Lande hinaus zu ſchien, oder ſie herein zu bringen, ſind meiſtentheils- ſ<ädlich; das könnte aber der Fall niht. ſeyn, wenn ſie dafür bezahlt wers den, um das Korn im Lande zu: behalten, weil ſie vornämlich als Prämien dienen; würden, in jedem folgenden Jahre ſtärkere Quantitäten davon zu pro duciren. Go lange wir daher nur wenig Korn vor? räfhig haben, würde ich vorſchlagen, in jedem vor? züglich gufen Jahre unſere Farmer auf dieſe Art, zu bewegen, daß ſie von aller Arft Korn die vom Par femenfe für erfoderlich gehalfenen Ouantitäten zurüc behielten. Dadurch würde man bey weitem mehr errei? chen, als durdy alle noch ſo große Jmportation jemals bewirkf werden fann. Die übermäßigen„Preiſe des imporfirfen Korns ſind bekannt: nimmt man alle Ar- ten Korn: Waizen, Gerſte, Hafer, Erbſen und Boh- nen zuſammen, ſo fommen uns 2'700000 Quarfer auf beynahe 15'000000 Pfund Gterl. oder das Quarz fer ungefähr auf 5 Pfund 11 Scillinge zu ſtehen. Nun iſt es mir wahrſcheinlich, daß, wenn wir eine Prämie von 1 Pf. 10 Sen gehörig zu: beurtbheilen. Jndeſſen ſind alle BVolksklaſſen ſo ſehr dabey intereſſirt, daß dieſer ovdex ein anderer ähnlicher Plan wirklich ausgeführf werde, daß wol niemand gegen irgend einen vernünftigen, dahin ab» zweEenden Borſchlag das mindeſte einwenden wird, ....'S66.== Alber vorzüglich würden die Fabrikanten dabey gewin- nen, weil dadurerbau, >=. 367..- 1 ;guf und: rathſam, den freyen Gebraud“'des“Getren des zu allen dieſen Dingen zu geſtäffen,'aisggenom:? men etwa in ſchlechten Jährenz'wenn wirainätnlich noch immer, wie bisher den freyen FOR EEE Getfränfe erlauben wollen. So lange dieſes der Fall iſt, müſſen wir ohne alle Frage die Deſtillation des Kornbrandtweins auf- alle Weiſe zu befördern ſuchen, ſo bald die Quanti- tät Korn, die wir billig allezeit vorräthig haben ſoll» ten, geſammelt iſt. Um degwillen.ſollte man ven Gebrauch aller anderer Arten ſpirifudſer Getränke verbiefen: ſelbſt Rum ſollte wan nicht einführen, noch erlauben im Lande ſelbſt. aus Zucker vder Melaſſe Brandtwein zu machen, außer in ſolchen Jahren, wo es uns an Korn ſeblt. Dies, kann man ſagen, würde unſern Colonieen ſchaden; ober da es jeßtf darauf anfömmf, den Zus ſtand des Mutterlandes zu verbeſſern, indem dieſes bei der-jeßigen Beſchaffenheit ſeines Aferbaues nicht im Gtande iſt, ſeine Einwohnex mit den gewöhnli- c<4en nöfhigen Lebensmitfeln zu verſehen, ſo ſollte keine Betrac<ßfung der Art uns von unſerer Pflicht zurückhalten. Jede billige Nachſicht muß man frei- ſich den Colonieen wiederfahren laſſen; da wir aber aus ihnen nichts als Artifel des Lurus ziehen, ſo werden es wenige wägen, zu behaupfen, daß ſie je- mals durch ſolHe Mittel unterſtüßt werden dürfen, die der Verbeſſerung unſers eigenen Bodens, deren wir bei der jeßigen Bevölferung des Königreiches ſo br 8 ſehr“ bedürfen, auf. irgend. eine IZeiſe-Wege'ſtes beri: und:ohne welche ſogar unſere-Colonieen ſelbſt nicht: unterſtüßt und. erhalten werden könnten,„Es war: eine höchſt: weiſe. Berfügung der alten franzöſi» ſchen Regierung, und ſie wird auch: noch; jesßf ſtrenge beobachtet, daß ſie die Einfuhr des Rums in Frank2 reich ſelbſt in den kleinſten Quantfitäten nicht erlaubte. Daher wurden nun alle ſpiritubſen Getränke, die ente weder im Lande ſelbſt gebraucht oder exporfirf wur2 den, auch in Frankreich ſelbſt producict, und dadurch der Aderbau des ganzen KönigreiHs aufgemuntert und(gehoben, j 9Bas man aber auch hernachmals thun'mag, ſo ha ben wir jeßt ſicherlich die Verpflichtung auf ung, die ſtarke Korn-.Conſumtion zu verhindern, die bey den Brandtweinbrennereyen und der Bereitung der Stär? Fe und des Haarpuders meiſtentheils Statt findet. Es haben zwar einige behauptet, die zu allen dieſen Iſrtifeln im Berlaufe eines Jahres bisher gebrauchte Quantität Korn ſey zu unbefrächtlich, als daß man Notiz davon nehmen könnte; allein ic weiß aus ſchr gufen Quellen, daß ſie bey weitem größer iſt, als'man gemeinigſlich glaubf, ſo daß ſogar dasjeni- ge, wos man auf dieſe Weiſe erſparfe, ſchon ſehr viel dazu beyfragen würde, die Wiederkehr einer Theurung zu yperhüten, welcher wir jeßt ſo oft aus? geſeßtf ſind, Wenn von der Duanfität Korn die Rede iſt, die unſere Brandtweinbrennereyen conſumiren, ſo führt abb 365 ommmem führf man dabey gewöhnlich an, daß ſie bloß Malz verbrauchen; allein obgleich einige wenige Brandkf2- weinbrenner faſt nichts als Gerſtenmehl dazu anwen? den, ſo iſt es doM bey andern ſo wenig der Fall, daß ſie'auc< no< äußerdem, und zwar grüßtfenfheils, mehrere andere Artickel dazu nehmen, vorzüglich Wai- zen ,- offmals aber auc< Hafer, Bohnen ünd Erbſen. Hierdurch allein können wir uns erflären; wie es den Brandtweinbrennern möglich ſey, eine ſo unz geheure Menge Bieh zu mäſten, welches ſie durchaus nicht thun könnten, weiin ſie nicht ſechsmal ſo viel Korn bräuchten, als ſie angeblich thun ſollen. Gelbft die Quantität, welche bloß von den verböfeinien Brenz nereyen conſumirf wird, muß ſchon ſehr befrächtlic< ſeyn, woran man wohl um ſo weniger zweifeln kann, da mari noch ſogät vor fFurzem in Schoktland allein ſolcher Brennereyen, die" ganz und gar keine Abgabe bezahlen, gegen vierfauſend rechnete. Wird das alles gehörig erwogen, ſo kann wohl Niemand daran zweifeln, daß die Quantität Korn,- welche unſere Brennereyen verbrauchen, ſehr befrächt: lich ſeyn müſſe; und wenn man nun noch dazu weiß, daß ſie zu einem jeden Faſſe von 120 Gallons Pfo»- bebhalfigen Brandtweins funfzehn Quarter Korn übers bhaypt brauchen, einen Theil Waizen mit eingeſchloſz ſen, oder ſo viel Korn, daß zehn Menſchen ein gan? zes Jahr lang davon leben Fönnfen, ſs fann man, in unſerer jeßigen Lage, wahrlich fein Argument einer Auſmerkſamkeit würdigen, deſſen man ſich vielleicht Aa -- 370= bedienen möchte, um dieſe Berſchwendung auch noh fortwährend zu geſtatten, Wenn bloßes, von dex beſten Gerſte gemachtes, Malz dazu gebrauchf wird, ſo geben zehn Quarfer, oder aud) noh weniger, 123 Gallons probehcltigen Brandtweins; wird er aber aus gleichen Theilen Malz, Waizen, Gerſte, Haſer und Bohnen deſtillirt, welc wm d= Nro. 1. Die Witterung war, während eines großen Theils » des Jahres 1782 ſo ungünſtig, daß die Kornerndten ſehr ſchleht ausfielen; daher entſtanden im'folgenden Jahre Mangel und Theurung überall im ganzen K4 nigreiche.: Unſer A&Xerbau ſchien mir bey ſeinem damaligen Zuſtande vorzügliHh dadurch zu leiden, daß eine zu große Anzahl Menſchen und ein zu großer Theil'unz ſers baaren Geldes in den Nanufakturen ſteckte, und ich ſchloß daraus, daß wir noh öfferer einem ſolchen Mangel ausgeſeßt ſeyn würden.! Dieſes bewog“mi; der Regierung meine Meinung vorzutragen, unddie: jenigen Mittel van die':HSand zu geben, von welchen man ſich, mif“ der größten Wahrſcheinlichkeit eines pünktlichen Erfolgs, verſprechen könnfe, ein ſv II Unglüd& zu'verhüfen. IH gab in einem Memoriale, welches ich in die- ſex Abſicht im Jahre 1783 überreichte, einen Plan an, wie eine genauere Kennfniß der Bevölferung Britanniers,/ und eine allgemeine Ueberſicht. des gan? zen Königreichs zu erhalten'wäre, Es ſollte: hiernach beſtimmf werden, wie viel Korn jährlich zur Ausſaat gebraucht würde, wobey jede Art von Getreide bea ſonders anzugeben wäre; wie viel Pfecde im Lände gehalten würden, und. zugleich ſollte dieſe Ueberſicht auch noch über andere Punkte Nachrichten enthalten, die denjenigen, welche jich mit Unterjuchung polifia ſcher Fragen beſchäftigen wollen, gewiſſere Data, als Die bisherigen, lieferfein. 14: Der Empfaug; dieſes Memorials wurde mir ſebr höflich. angezeigt 3.da, aber durchaus nichts geſhab, unr die. darin enfhalteven Borſchläge zur Ausführung zubringen, und. im Hauſe der Gemeinen im Jahre 13009 auf eine Zählung des Bolks angefragen wurde, ſo hielt ich dieſes für eine. ſchifliche Gelegenheit, ſol he abermals in Anregung zu bringen. Dies geſcerbau des Königreiches zuſam? = S6 menhängenden Punkt, zuverläſſige Kenntniß erhältens wodurch allein man ſich einen richtigen Begriff von den Hülfsquellen der Nation, verglichen mit ihrer Be völferung machen und gegenſeitig ſchäßen Fann ,. und ohne welche eine bloße Kenntniß der Bolkszahl von geringem Nußen iſt. Da die meiſten Menſchen gegen nichfs mißfrauiz ſcher und argwöhniſcher zu ſeyn pflegen, als gegen der2 gleichen Unterſuchungen, deren eigentlichen Zwe ſie Nicht beurtheilen fönnen, ſo ſollfe man ſie nicht den Geiſtlichen oder den Schulmeiſtern auffragen, weil dies ſe dadurch den Haß ihrer, Gemeinen auf ſich laden könn2 fen, ſondern man ſollfe ſie denen anverfcauen, die die Landtaxe einſammeln, welche wiederum keine ondere als höchſt genaue und ſorgfältige Subſtituten dozu brau erbaues. Bis dahin, daß ein Plan zu Erreichung dieſes Endzwettes angeordnet iſt, können allerdings mancherley Mittel zur Bec2 minderung des aus einem ſolchen Mangel entſprin? genden Unglücds, in Vorſchlag gebracht werden; aber keins wird dieſe Abſicht mit Zuverläſjigkeit erfüllen; als wenn wir bey;dexr Conſumfion des Korns die &- 883.== firenaſte Sparſamkeit beobachten,. Alles andere wirs wenig belfen, wohingegen die ſchlimmſten Folgen,-die aus dem allergrößten Mangel vermuthlich jemals enfa ſtehen werden, durc< einen ſol mit völliger Gewißheit zu erreichen, ſo müßte man dieſe Maaß- regel bey Zeiten ergreifen, und ſie ſogar mit Ges walt durchſeßen. Gie müßte entweder gleich einfres fen, ſobald die Erndte ſchlecht auszufallen ſcheint, oder ſobald die Kornpreiſe höher ſtehen, wie ſie, nac< dem Urtheile des Parlements, billig ſtehen ſolle fen, Würde ein ſol“ ausgeführf, ſo würde die Wirkung deſſelben ſowohl dauerhaff als auch wichtig ſeyn. Eine ſollichfeit, weldſes bisher faſt alle Regulative, die man in Anfehung der Bereitung des Mehles und Brodtes jemals angeordnet haf, ims mer gethan haben. Auch ſelbſt- die Brodttfaxe ſollfke man aufheben, und da die Müller zuverläſſig am beſten wiſſen, wie man vom Waizen die größte Quantität Mehl erhal» fen könne, und es eben ſv ſehr ihr eigener. als ihrer Kunden Bortheil iſt, dieſe wirklich zu erhalten, ſo dürfen wir nicht beſorgen, daß die Nation darunter leiden werde, wenn man dieſes, wie überhaupt ihr ganzes Gewerbe, ihnen allein überläßt.' VII. Reine: andere Pferde als ſole,“ die-ſchiwere Arbeit thun müſſen, ſollfken in Jahren des Mangels mit Hafer oder Bohnen gefufferf werden, und wenn unſere Cavallerie nicht efwa wirklich im Dienſte iſt, fo müßte man auch dieſe auf die Hälſke ihrer ge- wöhnlichen Rationen einjhränfen, und ſo ſollten Überhaupt, wenn die Preiſe hoch ſtehen, Feine ans dere Pferde Korn bekommen, als ſolche, die zum AFer- bau, zur Frachffuhr oder zu Reiſen gebraucht wer» den. Alle Pferde, die zu anderem Gebrauche gehal fen werden, Fann man im Gommer und“Serbſte füg- lich mit Gras futtern, und im Winter und Frühbjahre mif Heu, Stroh, Karkoffeln, Rüben oder Mobcen, ſo daß es ganz unnöthig iſt, ihnen Hafer oder,.Bohnen zu geben. IX Jn allen ſchleerknehte und. Tagelöhner auf dem Lande'verhältnißmäßig hö- ber geſtiegen'iſt, als der“Lohn, den die Gärtner em» Pfangen,"und zwar erhalfen“ die Aerfnechte Dicht bloß ſtärfern Lohn, ſondern ſie finden auch viel leich? fer Arbeit und Dienſte, weil, wegen.der hohen Taxe, die man für die Gärtner, und wegen der an?- Dern Ausgaben, die man für die Ländereyen in der einen oder andern. Geſtalf bezahlen muß, nicht viele Gärtner gehalten werden, IH dringe hierauf um deſto mehr, da der Gar- fenbau bey uns ſeit einiger Zeif die Fortſchriffe nicht macht, die:man-mif Recht davon hätte erwarten kön? nen, und da, wenn er nicht gehörig aufgemuntferf, S94= wird, wir in kurzem des angenehmſten und heilſame? ſten Lebensgenuſſes- beraubt ſeyn wer* den, deſſen ſich ein'Land nur immer erfreuen kann. Nro. IN. Da einige Behauptungen, die ich in dieſem Werke Bie und da"geäußert habe, den ſonſt allgemein-ange- nommenen Meinungen widerſprechen, ſo entſchloß ich mich ,. diejenigen', die am' zweifelhafteſten ſcheinen Fönnten, dem Urtheile ſachverſtändiger Männer"zu umferwerfen,"und ihre Bemerkungen dem Publiks miätzutheilen, ſie möchten nun zur Beſtätigung meiner Meinungen dienen vder nicht. Damit ſienun„deſto bereitwilliger ſeyn möchten, mir ihre, Meinuögen»mitgutheilen, ſtellte ich diejeniz gen Punkte,„über welche, ich ihr“ Urtheil;zu erfahren wünſchte; als Fragen, auf, und folgende, Blätter ent halten] nun ſowohl"die. Fragen ſelbſt, als auch die Antworten, welche ich darauf empfing. Es war meine Abſicht, die Herren öffentli) zu nennen, an die im mich in dieſer Angelegenheit ges wandt hatte, da ſie nicht allein ſehr zahlrei< waren, ſondern auch in ihrer Gegend in großem Anſehen ſtans den» Weil-ſie.aber faſt-alle hierzu nicht. geneigt waz ren, ſo verſprach ich ihnen, es zu,unferlaſſen, Die Beſchaffenheit der hier jeßt folgenden Fragen war es indeſſen niht, was ſie dagegen abgeneigt machte 3 mn DID) em weil„dieſezaber: mif andern; in, Verbindung ſtehen, die in dem, nächſten, Bande etſcheinen werden„und mebs rere dieſer Herren-wünſchten, daß es nicht bekannf würde, wie ſie darüber dächten, ſo ließ ich mic es gefallen ,' feinen detfelben namhaft zu maden. Die Jahl" derer /'an welche ich mich deshalb wandte, war ſehr anſehnlich, aber ih erhielt nur von fünf und zwanziger Antwort auf meine Fragen. Sie lebten alle in verſchiedenen Grafſchaffen, meiſtentheils in großer»Entferming"von einander; ſo daß“ man das Urtheil,( welches"fie:darüber,; äußerten, umſo mehr als die"Meinurg'aller gut ünferrichteten Männer im ganzen" Königreiche! betrachten» Xann,» welches(wohl nicht der Fall ſeyn könnte wenn ſie“nwrtim einen und demſelben Diſteikte*gelebt häffeng: 25116 mans I Alle beklagten den Zuſtand des Acer? baues in Brifannien, der, einige wenige Diſtricte ausgenommen, mit der Bepöſferung nicht gleichen Schritt gehalten habe, und gaben ſämmtlich einerley . Gründe davon an, nämlich: Mangel an Gelde ſo2 wohl unfer den Landeigenthümern, als auch unfer den Farmern und dann, daß die Pachtzeiten meiſten? theils zu furz wären. Eben ſo behaupteten auch meh rere --= 401== rere, daß die Zehenfen und die, Abgabe für die Ar2 men(poor's. rates) ein großes Hinderniß für den AEFerbau wären; alle aber gaben die Armuth der Jar: mer und die kurze Dauer ihrer Pachttermine(Jeases) als die Haupturſachen an, weswegen noch immer ſo viele Ländeceyen in ihrem jeßigen unverbeſſerfen Zu? ſtande blieben, "Sie waren einſtimmig der Meinung, daß, wenn man den Farmern nur hinlängliche Fonds verſchaffte und ihre Pachttermine verlängerte, unſere bisherigen A&Ferländereyen bald dahin gebracht werden Eönnfen, daß ſie für das Doppelte unſerer jeßigen Bölksmenge Überfluß an Korn und andern. Lebensmitteln liefere fen. Keiner unter ihnen äußerte eine beſtimmte Meiz- nung über die Gtärfe unſerer Population; ſie glaub- fen auc: nicht, daß man das zur Berbeſſerung des A&erbaues nöthige Geld würde herbeyſchaſfen kön? nen; aber alle behaupteten, daß, wenn dieſes mög? lich wäre, ein jeder Farm im ganzen Königreiche auf das Doppelte ſeines bisherigen Ertrages gebracht wer? dem fönnfe; und faſt alle waren überzeugt, daß. die Summe unſerer Nationalprodukte an Korn und Fleiſch ſehr leicht auf das Dreyfache deſſen zu bringen wäre, was ſie bigher geweſeu iſt, I3fe Fr.= Wenn nun aber auch gleich mif Hülfe des baaren Geldes alle Ländereyen im ganzen Königreiche verbeſſert und zu einem höhern Erfrage gebracht werden könnten, ie frägt ſichs doch noh, ! g mw mene wangen,- emm » vwaygngen-g SS EE VESCHMLBENGENN PESEEN m 402 Wini vb auch, Threr Meinung nach, der hiedurc< erhal- fene Gewinn groß genug ſeyn würde, um die Aus? lage der hiezu unſtreitig erfoderlichen anſehnlichen Summen zu reßtfertigen? Intw.= Da bis jeßt das baare Geld, wenn es anders mif Verſtand und richtiger Beurtheilung auf die Verbeſſerung des Grunds und Bodens gewandt wurde, ſaſt-allezeit einen hinreichenden Gewinn ein» gebracht hat, ſo fann wan mif Recht glauben, daß dies auch fernerhin geſchehen werde. Go lange die Nation gezwungen iſt, große Quantfifäten an Korn und andern Conſumfionsartifeln einzuführen, wird der durch die Berbeſſerung des Ackerbaues zu erhal? tende Bortheil ſehr anſehnlich ſeyn, und vermuthlich mehr befragen, als alles, was wir an unſerm aus wärtigen Handel gewinnen. Denn, es iſt nichf das Korn allein, welches wir, bis zu einem ungeheuren Belaufe, bey uns einzuführen genötfhigt ſind, ſondern wir importiren auc) noch viele andere Lebensmittel, wie zum Beyſpiel, Fleiſch, Federvieh, Butter, Käſe, Reiß und andere Dinge mehr« 12fe Fr:= Wenn das Parlement es für rafh- ſam hielte, daß die Nation zu dieſem Behufe Geld vorſchöſſe, auf welche Weiſe müßte dieſes, Jhrer Meinung nach, geſchehen? Glauben Sie, daß, wenn man für die Berbeſſerung des Ackerbaues, näment- lich für die Erzielung der ſtärkſten Quantitäten des beſten Gefreides, und" die Berbeſſerung allex Arten ewe 403-.. von Bieh, ſo wie für alles, was mif dem Ad>erbau in Berbindung ſteht anſehnliche Prämien wvertheilte, dieſe von Nußen ſeyn würden? Glauben Sie ferner, daß es vorfheilhaff wäre, wenn man auch noch aus ßerdem für eine jede Grafſ