3 Albrecht. Thaer'"s rhapſodiſche Bemerkungen B. Be ll's Abhandlung en über den AFerbau. DTI Berlin, 43.04 In der Realſhulbuchhandlung. 4 AAR H R 8 20:2 zur Ueberſeßung. SVE I» aTV hielt es für ſcHi>licher, meine Bemerkun- gen über dieſes Werk in einem Nachtrage ans zubängen, als durch Anmerkungen die Leſung deſſelben zu tmterbrechen. Stakt der Vorrede bitte ich alſo auch dies ſe Bemerkungen bis Seite 18. zu leſen, oder auch, wenn man will, den ganzer JTachtrag der Leſung des Werks vorhergehen zu laſſen. Dieſer Theil betrifft größtentheils Staats» wirthſchaft und Finanzweſen in Hinſicht auf AFerbau; der zweite Theil, der wahrſcheinlich enen ae weden» mere egen Fg Iv bald erſcheinen wird, und dann in der Ueberfez: zung gleich nachfolgen ſoll, wird Gegenſtände des praktiſchen Ackerbaus enthalten. LVie nüß: lich das Nachdenken über die Verhältniſſe ſei- nes Gewerbes zum Staat jedem praktiſchen Ak- Ferbauer ſey, zeigte ſchon Münchhauſen im 4fen Bande ſeines Hausvafers trefflich. nn“+..8 D: Kriege, welhe Engländ geführt haf, um das von Cromwell“ gegründete Handelsſyſtem zu behaups y fen und zu erweifern, haf die Brittiſhe Staatsſchuld, *« ſeit Wilhelms des Dritten Regierung, auf 450 Mil: lionen Pfund gebräs. Dieſe Zinſen oder Annuität ſind ſeit der Revo lution von 8 auf“6, 5 und 4 pro Cent des wirklich dem Gtaatfe Übergebenen Copitals geſunfen; und unz? fer des Herrn Pellhams Adminiſtration, etwa im Jah2 ce 1753, von 4 auf 3 pro Cent herabgeſeßt. Man nannfe dies die 3 pro Cent Gto>s reduced. Ils aber in-der' Folge wiederholte'Kriege mit Frankreich die Regierung nöthigfen, neue Gtaats» ſchulden zumachen, war ſie unfer verſchiedenen vor?- fheilhaffen und nachfbeiligen Umſtänden gezwungen neue Gelder zu 3, 4 und 5 pro Cent aufzunehmen. Auch hier wurden jene zwey Hauptbedingungen zur Grundlage des Coufrakts gemacht, der mit den Gläu- bigern geſchloſſen wurde, und es enfſianden 3, 4 und 5 pro Cent conſolidirfe Gfo>s, oder neue fun- dirfe Schulden, für welhe 3, 4 und 5 pro Cenk Ilnnuität bezahlt, und gewiſſe Staats«Einkünfte, die fius neuen Taxen hervorgingen, verpfändet wurden. Im Jahre 1697 beliefen ſi die ſämmtlichen Staatsſchulden Großbritanniens auf etwa 213 Mil» lion Pfund; es wurden bis 1701 etwa 5 Millionen davon abgefragen. Der Gduldenbeſtand blieb alſo im Anfange des vorigen“ Jahrhunderts 363 Million Der Krieg, welcher 1701 ausbrach, und andere Umſtände, häuften die Schulden dergeſtalt, daß ſie ſich 1722 auf 555 Millionen beliefen. Während des Sriedens von 1722 bis 1739 wurden 875 Millionen abgefragen; es blieben alſo 4655 Millionen. Der Krieg, der 1739 ausbrach, häufte bis 1748, wo durc den Aachener Frieden die Ruhe wie: der heigeſtelltf wurde, die. Schulden wieder bis„auf 5855 Millionen. Jun dem Frieden bis 1755 wurden 6 Millionen Sulden.abgefragen: ſo daß beym Anz» fange des ſiebenjährigen Krieges die fundirfen Grhula den Großbrifanniens ſich auf 7275 Millionen Pfund beliefen, Der ſiebenjährige Krieg hatte die Sculden- auf 1393 Millionen vermehrt; während eines 11jährigen Friedens wurden 11% Millionen Ghulden abgefra» gen: ſs daß 1775 die ſämmflihen Gulden Groß brifanniens auf 123 Millionen Pfund ſich beliefen== eine Schuld, unter deren Laſt damals; nach der öf2 fentlichen Meinung, England erliegen mußte, Wet Hätte es alſo glauben ſollen, daß ſeit dem in einem Zeitraume von 28 Jahren, 322 Millionen neüe Schulz Den gemachf werden Fonnten, ohne den Brittiſchen Credit zu untergraben, und daß, nachdent die Schul» denlaſt auf 450 Millionen geſtiegen iſt,. immer no< Capitaliſten ſich finden, die begierig gemig ſind, ihr Geld in Brittiſche Fonds, als den beſten Zufluchts2 Ort für die öffentliche Pecuniar- Sicherheit, zu tragens A 2 ere Ä me Das Steigen und Fallen der Sto>s iſt kein Be- weis von dem Gfeigen- und Ginkfen des öffentlichen Engliſchen GStaafs- Credits; er entſteht vorzüglich: 1) aus einer unvorfheilhaſten Bilanz mit dem feſten Lande, und 2) aus neuen Handelgunternehmungen, die von ſolchem Umfange ſind, daß die cirfulirende Geldmaſſe in England nichf zureiMf, um'die neuen merfantiliſchen Engagements zu realiſicen. I< bez merfe, doß das Gteigen und Fallen der Sto>ks ſel- fener von Spekulationen und Proceduren der Beſißer wirklicher Stods berrührtf, die ſich ſolcs zum Grunde gelegt worden. Wenn, nun der große Umſang dieſer ConfraFfz durch die plößliche Dazwiſchenkunff einer- nachfheiligen Geld bilanz. mif dem feſten Lande, oder durc< Erweiterung des Gebiets. zu neuen Handelsſpekulationen überraſcht wird, wo das handelnde Publikum, ſtatt des baaren Gel» des, Stocks zum einheimiſchen Ausgleichen anbieten, oder Gtod>s verfaufen muß, um mit dem Augländer fer? fig zu werden; ſo entſtehf daraus die nafürliche Fol: ge, daß der Capital: Preis der Brittiſchen Staats? Dbligafionen oder der Gto>s beträchtlich ſinfen Fann, obgleich der Staats«Credit derſelbe iſt, und die auf den Gtotd>s haftende Annuität völlig ſicher ſtehet, Die Sto>s in England ſind als ein cirfulirendes Mez dium zu befrachten, und ſind folglich demſelben Hanz -.-."D v=- delgeinfluſſe unferworfen, der auf dem feſten Lande die Proportion des Goldes zum Silber ſo oſt ver2 ändert. Go lange das Gteigen und Fallen des Enoliſchen Staats- Credits keinen Einfluß auf das Steigen und Fallen der Engliſchen GStorks haf, rührt leßteres le- Diglich von Borfällen und BVeränderungen in der Handelswelt her, naß welchen dem Kaufmanne bald der Beſiß von Sto>s, bald der Beſiß von baarem Gelde vortheilbaft iſt. In jedem Falle werden die Efo>s im Preiſe ſinken, wo Subſidien oder auswär2 fige Handels- Entwürfe den Engländer nöthigen, große Gummen auswärts zu ſenden, und dadurch eine nachtheilige Geldbilanz und einen nacthbeiligen Geld: Cours mit dem feſten. Lande zu veranlaſſen. Als, im Jahre 1795 die Franzoſen im Begriff ſtan» den, in Holland einzudringen, und die Engliſche Ar» mee zwiſchen der Ems und Weſer ihr Haupkquartier genommen hatffe, waren die Wechſel, welche Brook BVatſon, als General- Commiſſär der Engliſchen Ar» mee, auf die Engliſche Gcf werden mußten, und weil man feine Gtods gebrauchen fonnfe, um mit dem feſten Lande zu liquidiren: ſo entſtand dara naus die nafürliche Zplge) daß viele Gfo>s- Jnhaber den idealiſcen oder wirklichen Beſiß der Stocks vera kaufen mußfen, um durch baare Remeſſen ihren Crea dif deen zu können=- und, im Verhältniß der Geldnotbh, welcher die Bank nur in geringem Maaße zu ſteuern vermochte, mußte der Preis der Sto>s ſinken. Zn der Regel finden wir auch, daß der Preis der Gtoc>s mif einem nactheiligen vder vortheilhaf- fen Engliſchen Cours ziemlich gleichen Schritt hält. unſers Publikums).! „Dieſer Mißbrauch haf auf die von der Land? „wirthſchaff handelnden Werke vornämlich einen übeln „Einfluß, Das Publikum würde wenig verlieren, „wenn es der Uleberſezung z. E. ves Mill's entbeh4 „ren müſſen. Derowegen wäre zu wünſchen: „1) Daß man in der Wahl derer zu überſeßenden „Werte recht efel ſeyn möchte.“ c „2) Daß Niemand eine Ueberſeßung übernähme, „als ein ſolcher, der nicht allein in beyden GSpras „hen gleich geübt, ſondern auch in der Materie, „wovon gehandelt wird, völlig unterrichtet iſt,“ „3) Daß ſodann der Ueberſeßer nicerbaues insbeſondere haben. Da aber jeds Nachricht vom geſelligen Leben, von Na» tional: Gebräuchen, von häusgliher Einrichtung, von Saus- und Garten- Geräth, von Kleider» und Stie? felform, von jeder Bequemlichkeit, Zierde und Friz volifäf, die aus Eogland kommt, begierig von un? ſerm Publifum in Städten ſowol als auf dem Lande aufgenommen. wird 5; ſo ſchmeichle im mir, daß das [andwirthſchaffliche Publikum auch das nicht ohne alles Jnfereſſe leſen werde, was England darſtellt, wie es in landwirthſchaftliher Hinſicht iſt, wenn es gleich feine direcfe Anwendung auf unſere Berhälfs niſſe litte.; mmm LZ um Vielleicht trug es unvermerkt' etwas bei, mich leb Haffer für dieſes Buch zu infereſſiren, daß der Berf. ein in England ſehr geſchäßter praktiſcher Wundarzt und auch'ein'in“Deutfſchland dürc< Ueberſeßungen befannfer mediciniſchex Schriftſteller war, Es iſt in der Shaf merkwürdig, daß in England äußerſt viele Aerzte, nicht nur prakfiſche Landwirthe ſind' und werden, ſondern daß auch die Landwirthſchaftswiſz: ſenſcke nac< ſcheinen beide Wiſſen ſHaffen etwas ſehr heterogenes zu haben. Genauer befrachfef aber wird man finden, daß ſie nur in An? ſehung des Dbjekts verſchieden ſind; ſubjectiviſch aber ſim einander auf eine auffallende Weije gleich foms men, Beide erfordern dieſelben“Vorkenntniſſe dls -- 74= der Nafurwiſſenſchaff, der Chemie, der Mineralien? Thier- und Pflanzen: Kunde, und aus den meiſten Theilen der reinen und angewandfen Mathematik, Sie ſind nicht nur beide Erſahrungswiſſenſchaften, ſondern ſie haben auch in der Art ihrer Begründung und Erweiferung noe des Nas» furforſchers möglich, aber ſo wenig beym Ader, als beym menſchlichen Körper, welche beyde der Einwir- fung-ſo vieler unbefanntfer Kräfte ausgeſeßt ſind. Die einzige Art von wahren Berſuchen=- denn die Beobachtung des Erfolgs, der aus der Vermiſchung unbefannfer und ungemeſſener Potenzen berausfommf, iſt kein Berſuch, zu nennen=- welche ſich bier anwen? den laſſen, ſind die Fomparativen, wo man näm? lim alle übrigen Umſtände, die möglicher Weiſe auf den Berſuch Einfluß haben können, bey den verſchie denen einzelnen Theilen des Verſuchs, möglichſt gleich zu erhalfen ſucht, und nur einen Umſtand verän dert, folglich mit Recht ſchließt, daß, der veränderte Erfolg durch dieſen veränderten Umſtand herbeyge- führt ſey. Da aber Berſuche dieſer Art in der Land- Birthſchaft, ihrer, Schwierigkeit und Koſtſpieligkeif, == I5. und.der Medizin, der ſeltnen Gelegenheit. wegen, wo ſie ſich ohne Berleßung des, Gewiſſens vornehmen[aſ: ſen, noch zuiſelfen ſind--: und überdem der größfe Theil der Landwirthe nur erndfen, der größte Theil. der Aerzte nur die Kranken hergeſtellt ſehen, nicht die Wiſ:2 ſenſchaften dur< Berſuche bereichern will; ſo würden beyde Wiſſenſcerbaus2 Kunde erforderlich ſind; ſo iſt es nicht ſo unglaubs lich und unnafürlich, daß derſelbe Kopf, der in die eine fief eindrang, auch in der andern neue Aufſchlüſje geben, könne,“ wenn er Beranlaſſjung haf, ſeine Ta2 lenfe darauf zu verwenden, wie manche meiner Gön?| ner wähnten. Daß dieſe Beranlaſſung ſich in Deutſch» land ſelten, in England häufig findet, haf ſeine Grüns de, die nicht hierher gehören. Wir gehen zurüf zu unſerm vorliegenden Werke, j In der Borrede erzählt der Verfaſſer die beſon "Seren Umſtände feines Lebens, die früh eine Neigung für ven Aderbau in ihm erregfen,"und ihn in den "Gtand ſekten, dieſe auch während" ſeiner praktiſch- 3 chirura Hirurgiſchen- Laufbahn zu befriedigen,- Er„bemerkte auf ſeinen, Reiſen, ,durc< das| Königreich, wie wenig die::Berbeſſerung des A>erbaues, mit der Zunahme der Bevölkerung gleichen Schritt halte, und legte ſeine Gedanken, Beſorgniſſe und beynahe alle die Meinuns gen, die in dieſem Buche vorgetragen ſind, dem gros. ßen Adam Gmith vor, der ſie niHtf nur ſämmtlich billigte, ſondern.. ſie auch dem Publikum vorgelegte wünſchte. Das iſt auffallend, weil ſich A, Smith in ſeis nem EFlaſſiſhem Werke über National- Reichs fh um, zwar für den: Aerbau, als erſte Angelegen2 Heit und Bedürfniß des Staats, und für die vollkoma menſte Freyheit und Unbeſchränkfheit deſſelben erflär: fe, ihn do<4 aber niht, wie der Berf., auf eine aus2 gezeichnete Weije vor andern Induſtriezweigen begünz ſtiget haben wollte. Aber Smith könnte, als er je: nes Werk ſchrieb, noc< nicht vorausſehen, daß durch gewiſſe politiſche Mißgriffe, und durch den großen Einfluß, welchen das Handelsintereſſe in die Staats. verwaltung erhielt, der Ackerbau im Verhältniß der übrigen Jnduſtriezweige, und der durch dieſe ſich ſo vermehrenden Boifsmenge, ſo weit zurüce bleiben würa de; bemerkte dieſes gefährliche Ereigniß vielleicht ſpä2 ferbhin, und„war daher froh, durch die Sergusgabe dieſer>Gchriff, eine Gelegenheit zu bekommen, ſeine gegenwärtige Meynung darüber zu außern, Dieſer Zug würde wenigſtens dem Charakter diejes rubigen, vorurtbeilsfreyen Forſchers unpaſſend ſeyn. Nachtr, zu Bell's Verſ, 1, Th, B wenne ezeee(PIRIIG. 20 .-"YS:- I< übergehe manche jin der“ Borredeferwähnte wichtige Begenſtände, weil wir'in*der Folge Gele» genheit haben"werden, Reflexionen darüber„anzu- ſiellen. Die erſte Abhandlung, über dieBeſten rungdes Einkommens, liegf zu'weif außer den Grenzen der Landwirthſchaft, als daß- wir dabey.. lange ver weilen ſollfen., Der Berſ. will, daß der größte Theil der Staats»Beduürſniſſe oder» der- Gfeuern von Dem reinen. Einfommen, eines, jeden, es-erfolge vom, Grund und.Boden ,;. vom Ga; ital- Beymögen. oder vom Gez werbe, rad) einem beſtimmfens Verhältniſſe. gehoben -werde;;„dagegen. Die unendliche Mannichfaltigkeit von Ibgaben,„vorzüglich„Die auf die Lebensbedürfniſſe, wegfallen follenz.,, 1 Es iſt wohl gets) daß feine nafürlichere und "billigere Abgabe erfunden werden könnte, äls dieſe. Nach dem Verhältniſſe meines Einfommens genieße ich"der'Bortheile der bürgerlihen Berfa ſſung, und der Sicherheit des Eigenthums. Je größer der Na- tional. Reichthum, je zahlreicher die Claſſe der Rei- hen und Bermög'nden, je vervielfachter und geſpann er der Gewerbsbefrieb iſt, um deſto verwickelfer wird die Berwaltung des Staats, die Aufrechthaltung der GVeſeße und der Gerechtigkeit, und deſto ſtärker. muß die bewaffnete Hand zum Schuß gegen einheimiſche und auswärtige.. Feinde ſeyn, Britannien braucht ſeine Gee.- zund. Landmacht faſt allein zur De>Xung ſeines Handels. Dex. Arme bedarf wenigern Schußes, und fordecf auch wenigern Aufwand von der Regierung. Dieſer Grundſaß iſt au< wohl in allen neteren Finanz: Gyſtemen anerfannt. Nur hat man Beden? ken getragen, dieſe Gteuer direfte vom EinFommen 31! heben; theils, weil dieſes ſo ſ legt, und in- Dem er dieſes Geld; aus der Cirfulafion heraugsnimmt, und dadurch dem„Sum Beſten ſchadet, no oben- drein frey ausgebhet; andern Theils Fonnfen auch nicht alle Jusgaben beſteuerf werden. Folglich treſſen dieſe Steuern nicht jeden im gerechten."Berhältniſſe, Zus vem haben ſie das UUleble, daß ſie ver Deſraudation ſo ſehr unferxworfen ſind, und deshalb nicht nur ei? nen großen Aufwand zu ihrex Erhebung erfordern, jondern auc< die Moralität der Nation verderben. Nachdem man. die Unzweckmäßigkeit aller Kün- ſteleyen, um durch Vertheilung der Auflagen auf ge- wiſſe Artikel,' dieſen oder jenen Handels- und Judu, ſtriezweig zu heben und einen andern niederzudrücen, B 2 wee den= emp wide»<= 00er maenner= PRE E neſÜüſiepenen pd vez 20 ame eingeſehen haf, würden ſim wohl die meiſten Finanz 9ldminiſtrationen geneigt finden laſſen, alle Staats. bedürfniſſe durc< eine direffe Auflage» auf das Ein- Fommen zu heben; wenn man nur ein ſicheres Mittel hätte, ſolches zu erforſchen. In verſhHiedenen klei? nern Staaten haf man es von alten Zeiten her den Bürgern auf Eid und Gewiſſen überlaſſen,"eine ge? wiſſe Duofe von ihrem aktiven Vermögen jährlich in den öffentlihen Gerbau aus einein:ganz beſondernGeſichtspunkte an:"Wenige haben ihn“ unfer' die-Kafegorie eines Ges werbes geſeßf,“ſondern ihm ganz andre: Grundſäße unfergeſchoben, als; den Manufakturen jund/Fabriken, Und dennoch verhalt es ſich in; allen Gfücen, iwie dieſe.' So viele Gtadtbewöhner, wenn ſie im Goms mer aus dem. Thore Fommen, und die mit reichen cüchtfen prangenden Felder ſehen, verdanfen die glück liche Erndfe lediglich dem Grund und Boden und der ſchönen Witterung, Was es aber gekoſiet haf, die- ſen Boden erſt zur Fruchtbarkeit zu bringen, und.dann Sin zu erhalten, erwögen ſie ſelfen, Auf Boden und Witferung, meinen ſie, komme faſt alles an, das HEBEN Arbeit finde ſich von ſelbſt. Aus dieſer dun- Eeln, ſchiefen Anſicht rühren ohne Zweifel viele un richtige Borſtellungen und Fehlſchlüſſe her. Das landwirthſchaftlihe Gewerbe verbält ſich in feinem GfüdFe anders, als das Nanuſoktiur: und Fabrifen: Gewerbe. Man muß nur den Grund und Boden als das rohe Material deſſelben betrachten, durch deſſen Verarbeitung vegekabiliſche. und fhieri- ſche Produkte von mehrerem oder minderem Werthe hervorgebracht werden, je nachdem die Verarbeitung mif meherem vder minderxem- Aufwände/'von Arbeit und' Verſtande befrieben wird. Go)i.,wie aus eivet beſtimmten Quäntitfät und Qualifät' von Lein, durch die Berarbeitung in böchſt grobe und höchſt ſeine Leinewand, der einfache ünd zehnfache Weith her* WIN Wed» worten wn | Fah IEE 5 vorgebracerbau anzu- legen. QLeßteres wird nicht anders geſchehen, als wenn der Landwirth feine, vortheilhaffere Arf es zu benußen findet, d. h. wenn der Aferbau ihm vor- theilhafter iſt als jeder andre Gebrauch, den er da- von machen, als jedes andre Gewerbe, welches er mit dieſem Capital betreiben könnte, Man weiß kaum, ob man über die dumme Ein- falt laßen, oder über die böſe Einfalt ſih ärgern ſoll, wenn man von vielen Leuten, ſogar Schriftſtel»- lern, beſonders denen, die in gewiſſen öffentlichen Blättern ſo gern. ihren... Senf zu Markte bringen, unfer die Urſachen der höheren Kornpreiſe noch im mer die größere Wohlhabenheitf des Landmannes als Hauptfurſach, derſelben aufgeführt findet. Wenn es mif dieſer Wohlhabenheit wirklich richtig iſt, wenn es etwas mehr bedeufef, als daß er ſeiner jämmer- ſichen Armufh jeßt minder unferliegt, wenn er dadurch in den Gtfand geſeßt iſt, einen Borſchuß zu machen, der erſt nach drey oder vier Jahren mit billigen Zin- ſen wieder bherauskömmt; ſo gebt ihm nur durch Wegräumung der unüberwindlichſten Hinderniſſe Ge- legenheit und Ausſicht, ſein Capital vortheilhafter in ſeinem Gewerbe zu verwenden, als es auf land« übliche Zinſen zu legen, und ihr werdet bold eine für die vermehrte Bevölkerung zureichende, überflüſ: ſige Quantität von Produkfen auf euren Märkten; ſehen.“ Der arme Landwirth bleibt immer'ein ſchlech» ter Wieth. Deni' ein güfer, ein verbeſſernder'Wirth' muß mehr Geld anlegen, als er in demſelben! Jahre wieder heraus befomnif, Er darf nicht auf augen» blidliche Wiederkehr des Capitals, ſondern nur auf“ reichliche Zinſen Rechnung machen. Glanbt ihr viel leiht es könne, es dürfe niemand ein größeres Cas pifal mit Bortheil im' den Aderbau verwenden?= Nun ſo dürft ihr'auch nicht über Theurung der Prei- ſe, über Seltenheit der Lebensmittel Flagen. Denn ſo' waren ſie noers nichf vermehrt. Denn um von ei- nem Morgen zehn Scheffel zu gewinnen, wird ein ge- ringerer Aufwand erfordert, als um zwanzig Schef- fel davon zu erndfen. Dder vielmehr: die erſten zehn Scheffel erfordern mehrentheils weniger Aufwand, als die zweiten zehn Scheffel, die ich mehr davon er- balten will. Die erſten erfolgen mehr von Grund und Boden, die zweyfen mehr von der Arbeit. Es ver» hält fim damit wie bey gröberen und verfeinerten Fäbrikwaaren, Am Werthe der erſtern haf das Maferial, am Werthe-der leßtern die: Arbeit mehr Antheil.“„ In England geſchabhe dies nun nichf in gehöri» ger Maaße, höchſtens nur in einzelnen Grafſchaften und Diſtrikten. Die in einem kurzen Zeifraume ſich ſo ſchnell erhebenden Manufakturen, Fabriken, ſo wie der ſteigende Handel, der vortheilhafte Colonieen- An- bau und die Sciffahrf machten eine größere Produk» tion nöthig, enfzogen aber dem A&erbau das dazu erforderliche Kapital.' Jeder Wohlhabende konnte ſein Geld vortheilhaffer als in der Landwirthſchaft anle» gen. Dazu kam, daß im Parlemente und in der Re- gierung das Handelginfereſſe über das Jutereſſe der Grundeigenthümer- die Oberhand befam, und alles nur aus dem merkantfiliſchen Geſikerbau nur als ein unter- geordnetes Gewerbe an, welches dem größeren Gez winn des Handels und der Fabriken nachſtehen müſſe. Wo beyde in Colliſion kamen, entſchied man zum Vor» fheil der leßfern und die weſentlichen Begünſtigungen, welhe man zu Ende des ſiebzehnfen Jahrhunderts dem Aderbau ertfheilt hatfe, wurden wieder aufge» hoben, Hieraus iſt dann vafürlm die Folge entſtanden, daß dev J&erbau geringe, oder wenigſtens geringere Fortſchritte im ganzen Reiche machte, als er im Ber- hältniß der übrigen Gewerbe hätte machen müſſen, weil der Betrieb deſſelben für den Wohlhabenden mine der vorfheilhaſt war. Und dies haf dann die Eng! == 29 eam fänder dahin geführt, daß ſie jeßt alles in großem Ueberfluß, aber häufig nicht fatff zu eſſen haben, und mif allen ihren Schäßen und ihrer ganzen Schif- fährt gar leicht außer Stand ſeyn Fönnen, ſich, die nothwendigſten Lebensbedürfniſſe zu verſchaffen, wenn nicht ſehr Fräſtige und angemeſſene Hülſsmittel zur Berbeſſecung des Aerbaues angewandf werden, Zu allem, was dem Acferbau das nöthige Bes friebs: Capital entzog, iſt in England nun noc die große Gtaatsſchuld gefommen., Es iſt die Meinung vieler, daß auf dieſer großen Gtaotsſs'oder Staatgobligationen== dieſes den Engländern gänz eigenfhünfiche vnd von ihnen zum Erſtaunen hoch getriebene Spiel== einen „mne= 30„=. zu“ befrächtlichen, Theil, des Nationalvermögens"p3r- ſchlinge und es anderen“Gewerben, entreiſſe. Dieſe Sto>s oder Staats Dbligätionen werfen nicht nur beträchtliche Zinſen von dem Einkaufs- Ca 'pitale ab, ſondern es fann aiich derjenige, welche eine zureichende Summe Geldes darauf zu verwenden haf; durch das Anfaufen derſelben, wenn ſie niedrig! ſtehen ,;. und das Berkaufen, wenn ſie ſteigen, ſich große Bortheile mädchen; wofein er anders das Staals “Barometer, welches das Gteigen und ZFallen dieſer “Efows anzeigt, richtig zu beobachten verſteht.| Die ſes Negoz oder dieſes Spiel iſt für alle Capitaliſten äußerſt anziehend, und wer nicht Betriebiamkeit und Kenntniſſe genug hat, ſein Vermögen irgend einem andern Gewerbe zu widmen, der findet hier Geleg-n- "Heit, es vötrtheilhaft zu benußen. Handel und Mü nufakturen warfen bieher immer einen zu hohen G: winn ab, als daß, tfroß.dieſer Stko>s- Gpeculation, ihnen das Capital im Ganzen"entzogen ſeyn, ſollte, Der Akerbau hingegen und beſonders die Berbeſſe- xung der Ländereyen haf es, nach der einſtimmigen Nei nung aller Beobachfec, einen Zeitraum hindurch eme? pfinden müſſen, daß er nicht einfragli< genug ſeh), um demſelben ein beträchtliches Capital zu widmen. Der reiche-Eigenthümer fand ,es nicht nur vor: &beilbafter;; ſein. Vermögen in den Stoc>s avzulegen, „als„es zur.|Beebeſſerung ſeines, Guts.zu verwenden, ſondern die ſo allgemein einreißeude Gpielſuht, dieſe „Begierdej;ohne Arbeit und Kenntniſſe ſich zu bereichern, <<< Z1<< fand auch bey dieſem Hohen Spiele inden Fondsymehr ihre-Beſriedigung.“ Derjenige„Pächter, welcher, kein zureichendes: Bermögen ſelbſt beſaß„war„nicht; im Gtande die Zinſen zu bezahlen,'welche der Capitaliſt, um ſein Geld auſs möglich höchſte zu benußen, von ihm forderfe. Der Gohn des wohlhabend gewordes nen Pächfers fand es ſeinem Bermögen, nicht mehr angemeſſen, hinter dem Pfluge berzugehen, ſondern anſtändiger in ver Hauptſtadt auf Gentlemans Fuß zu leben und ſein Geld in den Fonds anzuiegen, wenn er nicht Betriebſamkeit genug hatte, ein anderes Ge» ſc<äfi, zu unternehmen,| Dieſe Gtodjobberey, die in England von bohen und niedrigen Perſonen, die ein gewiſſes Bermögen in Händen haben, ſo erſtaunlich befrieben wird, und bey„welcher man ſich: häufig unerlaubter Mittel be- dienet, hält der Verf. deshalb dem A>Ferbau und jedem Gewerbe ſehr verderbliH<. Bigjeßt kennf man ſie auſſerhalb England nur wenig, ob es gleich rei 32 üben durch ganz Deutſchland verbreiten; welches“ denn, da unſre Gewerbe“ noh: ſs ſehr des Capitals bedüra fen, vön'hö= fummen häuffen 3; vor allem der ungeheure Befrag der. Armenfore, dem ſich. die Städter und jedes ans dre Gewerbe, in Berhältniß gegen die aFerbautfreiz bende Claſſe, faſt ganz entzogen; Lind nün endlich die feblerbaffen Maaßregeln in BefraHt des Kornhandels, wodure) man den Landwirth zwingen wollte, ſein Gekfreide, ſeine Wol- je und ſeine übrigen Produktg off wohlfeiler zu ver- Faufen, als ſie ihn Foſtefen; ihm wenigſtens nichf den Bortbeil zugeſtand, den er durch ſein Capital und ſeine Arbeit in jedem anderen Gewerbe häfte erlagen Fönnen; Maaßregeln, deren unglückliche Fol? gen ich in der zweyten Abtheilung des zweiten Baus des meiner Engliſchen Landwirthſchaft auge? führlich gezeigt habe, HietdurcH iſt nun der AFerbau und überhäupt die Produktion aller Lebengmittel, im Berhältniß dex ſiH fäglich vermehrenden Conſumfion, ſv ſehr geſun? ken, daß Brifannien in den glücklichſten Erndfe- Jah? ren nichf ſeinen völligen Bedarf haf, in mitktfelmä2 ßigeri befrächtlichen IRangel leidet, und bey wahrem MißwahHſe der Hungersnoth ausgeſeßt iſt. Gewiſſermaaßen ſcheint nun zwar das Uebel ſei ne Mittel in ſich ſelbſt hervorzubringen, indem die ſehr hohen Preiſe des Gefreides deni Aerbau ſeit einigen Jahren wieder begünſtigt haben, Dies hat ſerbaues, und die Pächter befommen neue Thätigkeitz da ſie wieder Geld in Händen haben. j “ Allein das gywährt kein feſtes Zufrauen, und Eann deshalb ohne be/ondre B-aunſtigungen nicht von Dauer ſeyy, England muß, ſo lange der Ader? bau ſich nic Nun aber kann der Engliſche Landwirth'bey „ den ungeheuren Laſten, die auf dem A&Xerbau, ruhen, und bey dem in England täglich ſiH vermindetnden Werthe des Geldes, mit- dem auswärtigen Kornbau, ohnerachfef der hinzufommenden Fracht und Epeſen, nicht Preis halten. Und obgleich die ſämmtliche Zu- fuhr, welerbau würde dann in einem beſtändigen gerechten Berhältmiſſe mit. dem Bes darfe der Nation geblieben ſeyn, weil er immer in gleichem Maaße, wie andere Gewerbe, vortheilhaft ges weſen wäre, und die darauf verwandten Koſten, nebſt! den Zinſen des Betriebs- Capitals und einem billigen Borfheil, immer und ſicher häffe abwerfen müſſen, Mit dem verminderfen Werihe des ſich ima mer-mehr anhäufenden Grldes, mit den zuneh menden Auflagen, dem erhöhefen Preiſe der Arbeit und aller Bedürfniſſe des Landwirths, wäre in ges Höriger Proportion auch der Preis der Produkfe ges ſtiegen, und, durch) dieſen ſteigenden Preis die Neia gung mehr zu produciren im rechten Maaße erhalse fen worden. Go wie man aber dem Landwirth die Gicerheif raubte, Preiſe zu erhalten, die jene Koſten und jenen gerechfen-Borkfheil, nach Berhäaltniß der heurigen Erndfe bezahlten, machte die Energie in Bes freibung des AFerbaues wenigſtens einen Stillſtand, den ſie doM auf feine Weiſe machen durfte, wenn der Bedarf für die ſo ſchnell zunehmende Bevolkea rung ferner durch ſie ſollte erhalten werden, Das angemeſſenſte, einfachſte Mittel, einmal verz nachläſſigt, bleibt nimMt mehr anwendbar! Es müſa« ſen andere mehr zuſammengeſeßte, mehr raffinirfe, entferntere und Foſtſpieligere hervorgeſucht werden, Aus dieſem Geſichtspunkfe muß man die Borys ſchläge anſehen, die der Verf. in dem 3ten Abſchnitte über die Berb-ſſerung des A>Xerbaues thut. Gie köns nen nur auf die beſonderen gegenwärtigen Verhält: niſſe dieſes außerordentlichen, dieſes durc; alle Jndu2 ſtriezweige ſo hoch geſpannten; ſo enorm bevölkerten, reichen und mächtigen, aber der Sungersgefahr nun faſt jährlich ausgeſeßten Reichs paſſen. Der Staak ſoll jährlich 2x Million Pfund Ster- ling(15 Millionen Thaler!!!) hergeben, und ſolche der Diſpoſition eines Nationala>erbau- Bireaus und der ihm unfergeordneten Provinzial- Büreaus übers laſſen, um den YJ&erbau allmahlig auf ſeinen noth- wendigen Standpunkt zu heben!-- Der Name dies ſer Summe erregt vielleicht das Erſtaunen Deutſcher Leſer, aber ſie wäre in Hinſicht ihres Nußens nur eine Kleinigkeit für die Briktiſ fommt, In wie fern die Art und Weiſe der Verwene- dung, Die der-Berf. vorſchlägt, für die Brittiſchen Verhältniſſe zwe>mäßig ſey, wage ich nicht zu entz ſcheiden. Die Einrichtung der Provinzial- A>erbaus Büreaus und die Bereinigung derſelben in ein natio» nales und cenfrales, welches mit dem Parlemenfe und der Regierung in naher Berbindung ſtehen, und ges wiſſermaßen eine Cormite der geſeßgebenden und aus? übenden Gewalf ausmachen müßte, ſcheint mir, ſo wie es in der Borrede des Buchs weiter ausgeführt worden, ſchr gut berechnef zu ſeyn, vorausgeſeßt, daß man für alle und jede Provinzial- Büreaug eine binlängliche Anzahl thätiger, Femntnißreicher, vorur2 tbeilsfreier, unbeſtechlicher, unpartheyiſcher, rechtſchafs fenex und eifrig pafriofiſher Männer finden kann, Aber dieſe Männer müſſen ſich ohne pecuniäres Jn2 fereſſe, und wo es nöthig iſt, mit Hintanſeßung ih2 rer eigenen Angelegenheiten der Sache eifrig wids men und, auch bey einem minder in die Augen fals lenden Erfolge niht zu früh erfalfen; nichf durch Ghwierigfeiten, Widerſprüße und Ueberſtimmung ihrer Meinungen ſich abſchreden laſſen, Eine große Forderung!= die aber nothwendig erfüllt werden muß, wenn der Effect geſichert ſeyn ſoll, Db ſich in allen Grafſchaſten Englands eine hinrei das Übrige zur Biehfutterung, und andern für. den Menſchen nahrhaften Gewächſen verwandt, wird, mea 40-... SH fann dies niht off genug wiederholen, weiltſich ſo viele von dem. Gedanken noc< nicht losmachen' önnen, daß der Anbau anderer Früchfe und die ſtarke Biehzucht die Urſache des mangelnden Wefrei- des in England ſey. Die einſtimmige Meinung aller beobachtenden Land- und Efaatswirthe, die eviden- teſte Erfahrung von ganzen Provinzen, die angeſtell- fen tauſendfältigen Verſuche in einzelnen Wirthſchafs fen beweiſen, daß die Produktion des Getreides bey der Wechſelwirthſchaft von der ganzen Fläche dieſer Wirthſchaft anhaltend immer höher iſt, als wo Ge-' freide allein gebauef wird, Ein oder zwey Jahre werde ich freili< mehr Getreide gewinnen fönnen, wenn ih die ganze Feldflur damit beſäe 5; damit iſt es aber vorbey,, und das erſchöpfte zuſammen ge? Ballete und verpilderfe Land giebf nur dürftigen Körnererfrag, im Verhältniß deſſen, was verbeſſernds; Früchte trug oder zu Graſe lag.: Ueber den Nußen der Prämien ſind die Meinungen ſehr gefheilt, und auch meine eigene iſt ſchwankend darüber, Wenn eine Sache vorfheilhaft iſt, ſo kömmt es nur darauf an, daß- man ſie ken: nen lerne und ſicd davon überzenge. Wenn dieſes gehörig bewitff wird,'und die Gen der. Rüben. und. Möhren einzuführen, wäre.,es vielleicht hinreichend,„denen Hanvarbeitern, die in einem Tage eine gewiſſe Fläche, gehörig behaks Fen Iernfen, nach Verhältniß ihrer Geichi> lichfeif, eine Belohnung von. einigen Thalecnzzu geben, Beſtimmt. ausgeſeste Prämien: erregen, meiney Bepbachtung nach, leicht Mißtrauen... Wenn. die Gas De„ſo ausgemachf„gut.;iſt,“denkt mancher, warum muß ſie- denn erſt dur. Prämien hervorgebracht wers den?-- Das Arbeiten. nach einer Prämie erregt off eine üble Meinung.der, Nachbarn... Der muß ſehr hungrig nach dem Gelde ſeyn, ſagt man, muß nichts beſſerers zu“thun wiſſen, der. ſeins. Zeit, und Arbeit verwendet, um das angelobte Geld zu erhalten. Man ſagt das off mit Unrecht, weil man„nur, auf das Geld, nicht auf den Ertrag, den die Gade giebt, uw- O0. ERDE aumen 23"nadie, 720 NETE MEY ARTEN CIREEN. N...: --: 48== ſiehef, oft aber auch wohl mit vollem Rechke.. Dis Unſicherheit endliM, ob man unter denen ſeyn werde, die die Prämie wirklich erhalten, ob man. nicht als Mitkompetent einem andern, dem es beſſer glückf, nachſtehen werde, ſchre>t oſt die ſolideſten Leute ab, und verurſacht, daß nur eine gewiſſe Arf von Mens ſchen, die man Windbeukfel zu nennen pflegt, unfer ven Competfenten auftfriff, und dadurch theils die Sa2 erbaues verbunden. gewiß hinreichend ware, den AFerbau eines jeden. Staats in den blü- Trommer den:- mem «8 2 Hendſten Zuſtand zu verſeßen, und jeden Fle> Landes - Nußbar zu machen, Es fäme nur darauf an, daß uns der Berf. au< Maaßregeln angäbe, wie'Miß- bräuche hierbey vermieden, und die Wiederbezahlung Des Geldes nach zehn Jahren geſichert werden könn: fe. Db dies von der Adminiſtration und Aufſicht der vorgeſchlagenen Provinzial: Büreans zu erwarten ſey, zumal bey Pachtfern, iſt eine Frage, die ich nicht zu entſcheiden wage. Nur ſo viel iſt gewiß, daß, wenn ein Gtfaaf auch eine nach Berhältniß minder bee frächtlihe Summe zu dieſem Zwecke ausjeßte, aber durch gute Borkehrungen Mißbräuche verhütete, ohne die Theilnahme zu dieſem Anlehn zu ſehr zu erſchwes ren ,' die Wirkung davon erſtaunlich ſeyn müßte Ei- nes vollig zinsfreyen Anlehns bedürfte es nicht ein» mal, da die meiſten Verbeſſerungen do< nach drey Jahren ihre Zinſen zu fragen anfangen. Alſo vielleicht nur auf drey Jahr zinsfrey, dann drey Jahr zu mößigen Zinſen, und nun dieſe mit einem jährlihen Abtrage des Capitals, ſo daß ſolches in einem Zeifraume von 25 Jahren auf eine faſt un? merkliche Art ſamt den Zinſen amortiſirf wäre! So bald riämlic< der Abtrag anfängt, vermindern ſi die Zinſen,"und die Abbezahkung wird progreſſive ſtärker. Der Staat ſchöſſe folglich höchſtens drey- jährige Zinſen zu ," und in manchen Fällen könnfen. auch dieſe unmerklich nachbezahltf werden.; Die HaupturſaH der unterbleibenden Verbeſſe- rungen des Grund und Bodens iſt, wo keine andre mu2 4B 7 Hinderniſſe im Wege ſtehen, der Mangel an. Capital vder die Gelegenheit dieſes auf eine andre Weiſe beſa ſec und augenblicklich zu benußen; da, in der Land4 wirthſchaft angelegf, der Nußen erſt ſpäter nach» Fommt, und der an ſeine ArmſeligEit, gewohnte Landa mann von dem ſpäter nahfommenden Nußen keinent Begriff hat. Go bald ihm indeſſen Geld dazu ana gebofen wird, unfer Bedingungen, deren Erfüllung ihm leicht ſcheint, wird er die Sache in einem ans dern Lichte ſehen und ſchon zugreiſen.“ Wenn er ſelbſt mif ſeinen Leuten und Geſpann die dazu erforderliche Arbeit verrichten kann, ſo wird kt angeſtrengfer ara beiten, weil ihm ſeine Arbeit dur< dos vorgeliehene Geld gleichſam bezahlf wird, er folglich einen una mittelbaren Beirdienſt davon haf. Eine dazu vom Sfaafe ausgeſeßte Summe wür2 de für das Ganze mächtig wuchern, und die Maſſes des National- Reihthums auf vielfache Weiſe- vera mehren. Denn, außer der Berbeſſerung des Grund und Bodens und der vermehrifen Produktion, wird dieſes in ſchnelle Cirfulation geſeßfe Geld allenthals ben Thätigkeit und Berdienſt erwecken, Wenn die Staatskaſſen dieſes Geld nicht vorrä» thig und überflüſſig häffen, würde es durch eine auf Landes: Credit gehörig geſicherfes Anlehn[eicht heca bey zu ſchaffen ſeyn, Das Geld der Capifaliſten würde folglich im Lande auf die höchſt mögliche und. wohlthätigſte Weiſe benußt werden. Eine beſondere Landescultur: Caſſe, gut und pünktlich. verwaltet, würs * 12m“ ege zn dun- wem emen, -== 46= be fiH das Zufrauen der Nation und des Auslandes' erwerben.' 4 Die Mitglieder jener Provinzial- Büreaus vder einer vfonomiſchen Landes- Gociefät müßten es ſich allerdings zur Pflihf machen, Diejenigen Gegenſtände aufzufinden, welche zu einer Berbeſſerung vor an? Dern geeignet ſind, Es würde ihnen unfer den mei» ſten Umſtänden eine angenehme Pflicht ſeyn, durch ihre Bermittelung ihren thäfigen Nachbaren und Un» fergebenen aufzuhelfen, die Culfur in ihrem Umfreiſe zu vermehren, und unfruchtbaren wenig benußten Boden zu hoher Fruchtbarkeit zu bringen, Die Bor- ſchläge, vie Auſmunterungen, die nöfhigen Anwei- ſungen und eine gewiſſe Arf von Aufſicht könnte man von ihnen allein erwarten;, aber die Prüfung der Borſchläge wäre die Sache des Central- Bü- xeaus,/ oder eines beſondern. Landes- Deconomie- Col» legiums, welches nötbhigenfalls ſeinen der Gache ge- wachſenen Commiſſarien. eine beſondere Unterſuctfen Verbeſſerung werden mannichfaltig, dem Locale na< verſchieden ſeyn müſſen. Urbarmachungen wüſter Ländereyen, Abwäſſerungen ſumpfiger Gegenden und Moore; Durcſtiche von Flüſſen, wodurch vieles Land gewon? nen, Eindammungen, wodurch vieles gegen Ueber? ſchwemmungen geſichert wird, Befriedigungen, wo ſie nüßlich ſind, Anlagen von Schwemw- und Be- wäſſerungs: Wieſen, ſind große Gegenſtände, die Ans ammer 4»- lehne aus der Landes: Cultur: Caſſe vor allen erfor» derfen. Es giebt aber auc< mance kleinere, mehr ſpecielle, auf welche einzelnen Landwirthen, beſonders aus der ärmern Claſſe, Borſchöſſe zu geben wären, 3 B. die Trockenlegung feuchter Ländereyen durch ver» de>fe Abzüge, das Beſahren'mit Mergel mit Moo» der und anderen Erdarfen, die Anlegung eines Kalk: ofens und Kalkdüngung überhaupt= kurz alle die Gegenſtände der Cultur,'die ihre Koſten nicht gleich in dem erſten Jahre wieder bringen, und deshalb von den Unvermögenden nicht unternommen werden könz2 nen. Bielleiht gehört hierher auch eine beträchtliche BVBercmehrung des Viehſtapels, eine zweEmößige Ber: beſſerung der Race, die Errimkung nüßlicher Gebäude, die Einführung zwed>mäßiger. Werkzeuge u. ſ. w. Es iſt beinahe unmöglich, daß ein Staaf, dex zugleich die Hinderniſſe der Verbeſſerungen wegzus räumen weiß, und eine Reihe von Jahren bindurch eines glücklichen Friedens genießt, durch eine gut verwaltete Landes: Cultur- Caſſe ſeinen A>erbau nicht zum höchſten Flor bringen ſollte, Eo evidenf es erwieſen, ſo allgemein es aners kannt iſt, daß ein höherer Betrieb der Manufaktu- ren und Fabrifen ſich nur auf einen höheren A>er- bau ſicher begründen könne, nur ſo begründet dauer baft und für die Gtärke des Gtfaats und die Glück ſeligkeit der Nation wahrhaft vortheilhaft ſeyn kön ne;.ſo häufig. iſt dieſe Wahrheit überſehen worden. Wenn nur in mittleren-Jahren die nothdürſtigen Les bengmitfel gewonnen wurden, ſv war gleich das Jas brifweſen-das erſte Augenmerk der Gfaafsverwalfüns gen. Man hielt ſic überzeugt, daß ihr Betrieb ſelbſt den AFerbau heben, daß die vermehrte Con» ſumtion die Produktion von ſelbſt vergrößern müſſe. Ia einigen beſondern Fällen iſt dies rimtig. Go lange aber, nah dem Flächen- Jnhalf des baulichen Bodens, niht Menſc zuwege nau< den, wv Nahrung für ſie'iſt, und daß dieſe Mert ſchen Arbeit und Berdienſt ſuchen und aufzufinden wiſſen, wenn män ſie nur ſchalten und walten läßt und = ſie wie vernünftige Menſer- Cul- fur abhängig von Fabriken und Schiffahrt ſey, und ein gewiſſer Necenſent gläubf mir eine große Beleh- rung gegeben zu haben; wenn er dieſe Sage nach» ſpricht. Allein eine genatiere Kenntniß der Engliſchen Cultur: Geſchichte, und der Engliſchen Lokal- Ver? hältniſſe zeigt gerade das Gegentheil. Der ſchon ſeit Jahrhunderten im Bergleich gegen ändere Gtäafen-- die Niederlande uusgenommen»=- bey weitem höher getriebene AFerbau, die dadurch entſtandene. größer2 Bevölferung begründete in England, neben der ſo an? gemeſſenen geographiſchen Lage, den hohen Flor anz? derer Gewerbe und der Schiffahrt; und die vormali- ge befrächtlihe Kocnausfuhr weſhäfite der Nation Natwer. zu Bell's Berſ: 1. Th. D 7 0 1 7m 4 den erſten Fond zu demj'ynigen Capitale, womit ſie nachher ihre Fabrifen und ihren Handel betrieb. Go/ lange ein gehöriges Berhältniß ſtatt fand, ging alles glüclich, ſeitdem aber der A&erbau im Berhältniß der übrigen Gewerbe zurüf blieb, ward England in den unſicheren, abhängigen Zuſtand verſeßf, den un- ſer Verf. beſchreibt.| England iſt zwar darum noch nichf geſunken und haf Mittel genug ,- ſeinen Ackerbau wieder in Ber- hältniß mit ſeiner Bevölkerung zu ſeßen. Es haf durch ſeinen Reichthum und ſeine Schiffahrt das große Des ficif an Lebensmitteln bioher deXen können, und es iſt bis jeßt nur entſeßliche Theurung und Mangel, aber feine Hungergnoth mif allen ihren Folgen enf- ſtanden. Aber man denke ſich einen verhältnißmäßi- gen Defekf eine Reihe von Jahren hindurch, in ei- nem andern, bevölferfen Staate, und die Folgen wer- den füren am Les ben, die der nafürlichen AnſteFung vormals unfers lagen. Jeßt wird die Kuhpo>en: Jmpfung dur die wahrſcheinliche völlige Ausrotfung der Kinderpo>ken mehrere Menſchen am Leben erhalfen, als die blua tigſten Kriege durc< ganz Europa ködfen. Alſo enk- ſteht dur< Verminderung der Gferbefälle Bermeh2 rung der Menſchenzabl; die vermehrten Bedürfniſſe des Einen geben dem Andern Berdienſt; wer nichts erwerben kann, findef in den großen ſtehenden Hees ren ſeinen Plaß, in denen man ſelbſt die Chen mehr zuläßt... Menſchen Fommen folglich gewiß immer mehr. =='Schafff ihnen Lebensmittel! iſt der Zuruf der Menſchheit an alle Staaten, auch in Deutſchland. Der rohe AXerbau, ſo wie er war und größ? fentheils noch iſt, fonnfe einer geringern Menſchen- zahl binreichende Lebengmittel geben, wenn kein bes ſonderer Mißwacs, entſtand. Allenfal!s blieb von einem Jahre zum andern ein kleiner Ueberſchuß, der eine ſchlechtere Erndte de>te. In den meiſten Ges genden blieb immer ein Aufbruch aus altem Anger zu machen, der als Neubruch reihe Erndfen gab. Hierwit iſt es an den weiſten Orten aber vorbey, wenigſtens ſo lange nicht Hauptveränderungen in der ganzen Wirth/. m.== ſpürt den Mangel an Dünger.- Man haf angefan» gen die Brache zum größten Theile zu beſtellen, abex ohne größeren Düngerſtand den Boden deſto ſtärker erſchöpff und'mit Unfrauf verwildern laſſen. Bey dem gewöhnlichen alfen Gange der Dinge wird alſo die Produktion gewiß nicht ſtärfer werden 3; wie ſie es müßfe., wenn nicht über lang vder furz Mangel entſtehen ſoll, Die Wirthſchaftsverbeſſerungen, welche man an einzelnen Drfen gemacht haft, ſind viel zu unbedeu- fend für das Ganze. Sie ſind, als Beyſpiele, von Wichtigkeit=- aber man muß die Gache noch anders angreifen, wenn ſie genug würfen ſollen.; Es giebt manche ſonſt vernünftige, aber ſo ver- ſtädferfe Menſchen, daß ſie die Wirkung eines ver? beſjerfen AFerbaues gar nicht einſehen können. Gie geben es zu, daß man durch mehrere Düngung und Bearbeitung zwey oder drey Einſaatmaaß vom A>er mehr erhalten Eönne; aber das ſcheinf ihnen unbes deufend. Gon der Ertrag eines Gaafmadßes mehr iſt von großer Wichtigkeit für das Ganze, ſo bald er allgemein iſt. Geſeßt man“habe in einer Pro- vinz oder einem Diſtrikte bisher im Durchſchnitt fünf? fältig geerndfef, und das habe ſür den'Bedarf von ei? ner Million Menſchen zugereicht. Man bringt es nun dabin, nur um eins mehr zu erndfen,«ſo giebt dies Nahrung'für 250,000 Menſchen mehr; denn die Einſaaf muß in beyden Fällen abgehen.- Vermehrt man die Erndte um ſo viel, ohne daß ſic die Men» re 5 5-- ſchenzahl in demſelben Verhältniſſe vermehrte, ſo müß- fe ein großer Ueberfluß ei(ſtehen, und das Gefreide unfer ſeinen nafürlichen Werth ſinfen, wenn es feine auswärtige Abnehmer hätte. Hingegen würde der Mangel und die Theurung groß werden,'wenn ſo viel Menſchen mehr entſtänden, und nichf mehr Ge- freide, als für die Million vormahls zureichte, er? bauet würde, Nun aber wird niemand, der von den Operatio2 nen des AFerbaues nur einigen Begriff hat, bezwei- feln, daß durch mehrere Anſtrengung, und beſonders durch ein beſſeres Berhältniß zwiſchen Fruchtbau und Düngererzeugung ein Gaalforn mehr anhaltend gez wonnen werden fönne. Man kann ſich hiervon in der Wirthſchaft eines jeden nur etwas fleißigern Ader» bauers ſofort überzeugen Und da, wenige glückliche Gegenden ausgenommen, im ganzen Deutſchlande bisher im Durchſhnitt höchſtens fünffältig geerndfef worden, ſo würde durc; den höheren Erfrag eines Gaatffvrns ein VBiertheil an Lebensmitfeln mehr erzeugt, dem Mangel der übermäßigen Theurung und der be- ſtändigen Furcht vor Hungersnoth gewehret ſeyn, was auf jede andre Arf gewiß nicht erreicht werden wird, Und wäre di:ß dann nicht der Mühe werth, daß NXegierungen ernſthafte, wiiF/ame, große Maaßre- geln zu dem Zwede nähmen?= Nur keine Klein? lichfeiten! Wenn, kleine Urſachen große Wirkungen, wie man ſagt, hervorgebracht haben, ſo waren es ei? genflich nicht jeuye, die dieſe bewirkten, ſondern andre * mw=== gar;«u: IW B6! 52 Kräfte, die zufällig in Mitwirkung kamen, und durch jene höchſtens in Anregung gebrachf wurden. Will man mif Sicherheif efwas bewirken, ſo muß man die Mittel dem Zwe angemeſſen wählen. Dekonomiſche Profeſſoren auf Univerſitäten, ökonomiſche Societäten in den Städten, die über kauſend Künſteleyen, nur nicht über die Bermehrung der Fruchtbarkeit des Bo» dens, berathſchlagen, wollen es nicht thun. Der Bo» ard of Agriculfure in London verſprach als ein -Zuſammenfritf dex'augübenden und geſeßgebenden Macht, als Bereinigung der politiſchen Parfeyen zur BerbeſſerungDes Akerbaues viel; aber wie man ihn mit dreyfauſend Pfund jährlich dotirtfe, wie man ihn als ein Spielwerk, welches man gewiſſen Leuten vor? geworfen haffe, behandelfe, fonnfe nichts heraus? kommen. Er haf indeſſen im erſten Anfange viel ge? leiſtet; aber nicht durch ſich ſelbſt, ſondern durch ſeinen Stifker und erſten Präſidenten Sir J.. Sins elair, der ſich der gufen Meynung, die man im Ino und Auslande von dem Juſtitut*hatfe, zu bedienen wußfe, und in Furzer Zeit wenigſtens eine große Maſſe von ſchäßbaren Nachrichten zuſammenbrachte. Ohne nach Berhältniß der Größe und des Reich? fhums des Staats eine ſo große Summe, wie unſer Verfaſſer fordert, jährlich aufzuwenden und zu ver? ſchenken, ließe ſim viel thun, wenn man nur ernſte li< Sand ans Werk legte, ein Anlehn zur Landes» verbeſſerung bewilligte, durch vffentlicen Credit bes günſtigte, und eine, unſern Zeiten. und Bedürfniſſen -- 57= angemeſſene Legislafur, in Anſehung Landwirthſchaft» liher Gegenſtände einführte, und dieſe der Gewalt peralfefter Obſerpanzen und römiſcher Rechtgentſcheiz dungen enfzöge= wenn man das Salus populi 5u- prema lex esto, aber unfer der immer möglichen Entſchädigung alfer wohl hergebrachfen Gerechtſamen, gelfend machte. Es fommtf bey uns nur darauf an, daß der Landmann das Bermögen habe, ſeinen A>ex zu verbeſſern, und in Benußung deſſelben nicht einges ſchränkt ſey, Alles übrige werde ſich leiht. finden, So lange jenes aber nicht iſt, werden. alle die gethanen Borſcer nichts mehr verwende, dann aber ſein Gefreide in der Er2 wartung immer höherer Preiſe zurü&halte, bis es ver: -- 39'= dorbeit iſt. Bey uns ſagt man noch: wenn der Bauer nicht muß, ſo rührt er weder Hand no< Fuß, und ſonach muß er in den allerfümmerlichſten Umſtänden ſeyn, um Getreide zu produciren, Der-Berfaſſer giebt ſich'die Mühe, ſolHe“ Meynungen ganz ernſthaft. zu widerlegen. Aber werden Leute, die ſo efwas hervor- bringen, wohl irgend einen vernünftigen Grund eins ſehen können vder wollen?= I< will nur einige Umſtände und Bemerkungen des Verf., die nicht klar genug, zum Theil aber auch nicht ganz richfig ſcheinen, ausheben, Das alte Grasland umzubrechen hält er nicht für raofhſam und vortheilhaff. Unfer altem Graslande verſteht.der Engländer nicht unkaltivirte vernach» läſſigte, gewöhnlich gemeinſchaftliche Aenger, ſondern reiche feffe Weiden, die in den Marſcmäßigere Hülfsmittel da. So iſt der Berf. auch gegen die Urbarmachung des wüſten Landes, Er hält zwar eine Theilung die» ſer Gemeinheiten für höchſt nügßlich, weil ſie dann als Weideland produktiver gemäht werden könnfen; aber ihren Aufbruch will er nicht. Er nimmt an, daß 14 Millionen Ae>ker in Britannien mit Getreide beſtellt würden,'und dieſe Fläche hält er ſhon für zu - 62== groß. Das National-,Jntereſſe ſey, die“ Quanfitäf dieſes Landes, eher zu] verringern«als zu vermehren, weil das Capifal und. die Arbeit, die darauf verwandt werden könnte, noc<-zu klein dafur ſey.- Drey Mil- lionen Aed&er: ſeyn höchſtens auf; eine meiſterhafte, energiſche Weiſe Fultivief, und dieſe producirfen is als alles übrige. Wenn„ſtatt. der drey Millionen nur ſieben Millionen auf gleiche Weiſe behandelt würden, ſo ſey die Nation aug aller. Verlegenheit in Anſchuuvg ihres Getreides, und. werde no< einen befrächflichen Lleberfluß zur Ausfuhr haben. Wenn ein nach gewöhnlicher Art kultivirfer Ak- fer 17 Buſhel Ertrag gebe, ſo bringe ein in voll- fommner hoher Cultur befindlicher 60 Buſhel=- bey- nahe 25 Gcheſfel vom Magdeb. Morgen-- hervor. Dies ſey erwieſen und kein wohrer A>ergmann be- zweifle. es. Das in höchſter Cultur befindliche Land ſchlage überdem bey feiner Jahrswitferung fehl, da= hingegen das gewöhnlich behandelte ganz dem Zufall der Witterung überlaſſen ſey, Auch mehrere, Engliſche Schriftſteller, die über Die Legislafur des A>erbaues geſchrieben haben, be- ſonders Mich ell, erklären ſiß dur freffen und feine Art von Witterung ſeinen Ertrag befrächtlich hecunterſelzen. Aber höher"s i SR„Bie ;<: es im Durchſchnitf doH nicht annehmen, und der Ertrag von 60 Buſhel vom Aer iſt zwar nichts ganz außerordenfliches, aber vo<; über das gewöhn: liche, was man auch durd die beſte Kultur dem Bo: den abgewinnen Fann, Ein Land überdem, weldjes no< ſo vielen wüſten vder ſſhire. Aber ſie iſt ſelten ind irregufär, und über das gerechte Verhältniß Nate, zu Bel's Berf, 1, Sh, der Viehweide zum Ackerbau haf der. Engländer nur noh dunkele Begriffe.. Die Theilung der Geſchäfte iſt ſehr vortheilhaff in allen ſeinen Gewerben' einge22 führt; aber bey„dem Aderbau iſt ſie zu weit„ge? frieben;“die Biehzucht und' Akerwirthſchaften ſind zu ſehr getrennt, wie ich im dviffen Theile meines ZBerks über engliſche, Candwirtbſchaſf. ausführlicher zeige. Durch mehrere Einführung der Koppelwirth2 ſchaft ließe ſich in manchen Diſtrikten viel ausrichten, in andern würde es freylich eine ganz neue Umlegung der Pachthöfe und Austfbeilung, des Landes erfordern Doch ich beſiße nicht die 0 OPEN FNNE und habe nicht die Abſicht, den„Engländern, darüber etwas vorzuſchlagen; mein Zwei iſt nur, meines Aufors Borſchläge zur Verbeſſerung des Aerbaues, auf Deutſchland anzuwenden, Ind da würde, meiner.Ues berzeugung nad, jeder Gfaaf, der noch überflüſſigen Slächenraum von gufem Boden hat, bey€ Einführung der Koppelwirthſchaftf und mehrerer Ausdehnung des arfbaren Bodens ſicherer gehen, als bey zu ſchneller Betreibung der höhern, garfenmäßigen Kultur. Daß dieſe in einzelnen Fällen rathſam ſeyn, und größeren Bortheil von einem EKeinertn Plaße, als von einem dreyfach größeren gewähren Fann, davon iſt zwar | niemand. überzeugfer wie im; aber dieß muß- man der Willführ und der Induſtrie eines jeden überlaſſen. Wenn der Staat durch ſeinen Vorſchuß und Kredit efwas fhun will, ſo wende er esyunfer vorgedachfen Umſtänden hauptſächlich dazu an, allen Grund und Boden wenigſtens in den Stand zu ſeßen, daß ex urbar gemacht, und in den Umlauf gebracht werden könne, damit er zur höheren und geringeren Kultur gleich geſchidt ſey. Was unſer Verfaſſer über die Größe der Pachts N höfe oder Wirthſchaften in Hinſicht auf das allge? meine Beſte ſagt, daß nämlich nur von den größeren eine hinreißende Produktion zu erwarten ſey, haf man in England, alles Geredes vom Gegentheil ohnerachtet, allgemein anerkannt. IH glaube die Gründe für und wider die größeren und kleineren Wirthſchaften in meinem Buche über engliſche Wirth. ſHaſt zwar Foncentrirf, aber deutlich genug darge» ſtellt zu haben 2ter(B. 2te Abth, 91.)- Wenige von der Natur ſehr begünſtigte und vorzüglich'kultivirte Provinzen ausgenommen, würde ſich der Staaf auf. die Produktion unſerer gewöhnlichen Bauerwirth: ſHaften nicht verlaſſen können, Der Ueberſchuß, den ſie für die Städte liefern, iſt zu gering. Aber darum bedürffe es aum der großen Wirthſchaften nicht, die wir in Deukſchland ſo nennen; dieſe ſind mehs- renfheils zu groß, um auf die höcern(600 bis 9oo Magdeb. Morgen) die zweE>mäßigſten wären, ohne jedoch alle Eleinere, beſonders in der Nachbarſchaft von Städten, augzuſchließen, und darin ſtimme ich ihm völlig bey.“ Auch das, was der Verfaſſer über völlige, unz beſchränkte Freiheit des Getreidehandels ſagt, ſtimmt zu ſehr mif dem überein, was ich im zweyten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft und in verſchiedenen Gtellen der Annalen geſagt habe, als daß ich mich. dabey verweilen ſollte. I< glaube, daß das, was er ſagf, zur Uleberzeugung mancher, die noch zu feſt an alfen eingeſogenen Borurtheilen hängen, beytfragen Fann, weil er das Nachtheilige aller der Beſchränz: Fungen, und Den zweEwidrigen Effekt, den ſie hervor- bringen, in ein ſo helles Licht ſtellt. Es iſt und bleibt ewig eine Thorheit, durFH Regulationen des Korn? bandels gleichmäßige Preiſe bewirfen zu wollen. Der / Preis des Getreides richtet ſim, wie der einer jeden Waare, nach der Quantität, worin ſie vorhanden iſt, und nach der Nachfrage. Jſt viel Getreide vorhanden, jo muß es wohlfeil werden, um ſo mehr, da es eine Sache iſt, die ſih ohne großen Verluſt nicht aufbe- wahren läßt, und eine ſs große Konkurtenz von Y * 49..48.4..00 Me 1en. Gie rühren noerbaues, welhen der Hunz ger endlich bewirken fönnfe, dadurch verhüten! Wenn die Engländer ihre Fabrifafe, wir unſre:rcohen Prox dukfe ſo viel wohlfeiler geben können; ſo iſt das ja der deutlichſte Fingerzeig, daß wir ihnen das Fabri2 ciren„Überlaſſen, unſer Capifal und unſre Arbeit aber ganz auf das Produciren verwenden müſſen. Sata fen wir leßferes, ſHon auſs höchſte gefrieben und könn? fen unſer Bermögen auf die Produktion niht mehr völlig verwenden, ſo wäre es ein anderes, und dann würden wir auch mif unſern Manufakturen leichter Gdritf halten fönnen. Aber yon dem Ziele ſind wir. noc; weit enffernf, Nan haf geſagt: die Gefreideausfuhr ſey zu ſchwierig, die Koſten der Verſendung, zu hoh, als daß ein Gfaaf den Kornhandel vortheilhaft betreiben Balan 74 Fönnte,==" 9ber däfur ſorgen ja die, die'hüngern? n Sie'holen es' von den GSeeküſten und größeren- Etröh-" men“ab, und bis" dahin bezahlen ſie ja“ate Koften reichlich.- Wie nügßlich"iſt der Verdienſt“ Getreidefräc00-=" A BZA, WA HEERNI ERES wund ſelbſt hin' und'wieder auß" ſchon in Deutſchlatis ſehen /' das-plafte“Land von Menſcheit erſchöpfen 3 wenn das ſtädtiſche Gewerbe' dich atiffallend größeren ;Bortheil Zu“ ſchr das' Uebergewicht über das Tandliche (Hefommts"Denn große Gtädtfe müſſen immer voin "Qande Yekutire werden, weil ein großer Theil ihrer Einwohner durerbau Fann außer dem Nofhwendigen. noch einen großen Ueberfluß von Menſchen ernähren und ihn nüßlich beſchäftigen, wenn er einen vortbeilhaffen Abſag ſeiner Produkte außerhalb Landes findet, Wenn es die Noth erfordert, ſo kann er aber auc< Menſchen und Pferde entbehren, ſeine Arbeit vermindern, undi doc< das Nothwendige liefern, ohne, wie es bey Fabriken der Fall ſeyn würde, in volligen Stillſtand zu kommen, Aber wünſcht man nicht allenthalben den Aer» bau empor fommen zu ſehen?-- Fromme Wünſche! wenn man nichts thuf, um die ihm enfgegen ſtehens den Hinderniſſe aus dem Wege zu räumen, und fägsz lim ſelbſt neue erſchafft. Die einzige Methode, ein Gewerbe in Aufnahme zu bringen, iſt die: es vor» theilhaff zu. machen z und dem Yderbau mißgönnf man jeden Bortheil. Der Aderbauer ſoll ſich fei Kapital zur Verbeſſerung ſeines Bodens erwerben, weil der Baumwollenſpinner vorer ſt darunfer leiden würde, Den Abſatß jeder Fabrik außerhalb Landes ſucht man ängſtlich zu befördern, damit Geld ins Land komme. Den Abſaß des A>erbaues hemmt man, damit des Geldes im Lande nicht zu viel werde, Wie kalt ſpricht man von den Hinderniſſen, die dem ArFerbau, der freyen Benußung der Ländereyen entf- gegen ſtehen! Wie viel Bedenklichfeiten haf man, den Eigenſinn eines Einzelnen nicht zu kränfen, ſeine wohlerworbenen Gerechtſamen Fr (d] der gegen ein billiges ITachtv. zu Bell?s Verl. 1. Th. = 8 equivalent nicht' aufgeben will, wenn äu eine . ganze Provinz därum ihren rohen, unproduktiven Ac>erbau beybehalten muß!'Wie wenig aber bedenkf man ſich ſonſt, wenü es darauf anfommt, den freyen Gebrau< des Eigenthums'zu beſchränken; um dem allgemeinen Beſten“ einen kleinen Vortheil zu vers ſchaffen! -W- NENNEN EN nN | | Bz Dhaer’'s ſemerkungen 1804. Luchhandlung. Farbkarte 13