¹ V Univ.-Bibt. Giessen —— —— — N — — 5 —Q———⸗⸗————— (257 de M.P4 Johann Chriſtian„ila Anleitung 45. M IALHLES vder vielmehr zum Zuttergewächsbay HD ZUr Stallfütterung des Rindviches mit Anmerkungen; Berichtigungen und Zuſäßen neu heräausgegeben von Albrecht Thaer, des Königs von Groöbrittangien Churfürftlichem Leibarzte 1e. Mit d As:=.-<5> 4=<==„== 7 2 e&=-/ EE 2=z 2=€ 5= Z=-==] ZZ„===-<<= ZU===<<3 Z= aufäin TON. SEE ana mk 2 4 S- | | [] | E53 Ervcellenz lehrten mich zuerſt Bergens Anleitung zur Biehzucht als eins der beſten Bücher in dieſem Fache kennen. Erlauben Sie mir alſo, Ihnen dieſes Buch, mit Anmerkungen von mir verfehen, überreichen und mich zugleich öf- fentlich für Ihren Schüler, ja für Jhren Sohn in der Landwirchſchaft erklären zu dürfen. Für Ihren Sohn in der Land- wirthſchaft"-- denn Sie waren es, der mid) zum Landwirth machte. Die Verehrung, welche Ew. Erxcellenz Windy „edler Charakter und die ausgezeichneten Ei-| wt, genſchaften Ihres Geiſtes und: Herzens jedem| M einfloßen, der Gefühlfür wahre Würde hat,| wein und die beſondere Gewogenheit und Zunei- 177 gung, weiche Sie mir ſeit jeher bezeugten,| 1, feſſelten mich ſeit etlichen zwanzig Jahren| fend, dergeſialt an Ihre Perſon, daß. auch jede| Yet Ihrer Neigungen, jedes Ihrer Gefühle mich| Wafe mit durchdrang... Früher hätte ich Soldat| lte werden mögen, wenn Sie. von Ihren Feld»| kimi zügen ſprachen,=-«Wie konnte ich Sie mit lh fo vieler Klarheit und Wärme von der" ;| Landwirthſchaft und ihrer Vervollkomm- nung, ais Grundlage der öffentlichen und individuelien Wohlfahrt reden hören, ohne meine natürliche Neigung dafür entzündet zu fühlen? Wenn jeder Patriot, jeder Menſchen- freund, der Ew. Excellenz kennet, über die Wiederherſtellung Ihrer Geſundheit die lebhafteſte Freude empfindet; und die längſt- mögliche Erhaltung derſelben wünſchet; wie ſchr muß es derjenige thun, der mit Vater- landsliebe alte wahre Freundſchaft für Ihre Perſon verbindet! Alte wahre Freund- KEENE DESENSNEEEN DIEN NTIG Saen aan Ee RE emmm ſchaft,=- ich darf mich dieſes Worts, ales 1, Rangabſtandes'ohngeachtet dfFentlich bedie- 1% nen-- welche die alte, ſinnliche, aber ſichere im Probe, eines Scheffels Salz, wenigſtens be- 7] ſtanden bat. wife Ich darf hoffen, daß ein großer Theit| iu meiner Leſer dieſe Freude, dieſe Wünſche mit| 14 ;;|; y| Wie S mir theilen, mit mir ausrufen werde: Gott| jb ; 8 1 JDOUN erhalte lange den edlen Landſchaft» 0" director von Bülow!| an :|'. Ww |, wY A. Thaey,| 5 ; piÜ 18] eng nen ene H-! ler“im Syſteme dep Körnpolizey in andern Staaten [PI zu verhüten. Hier. wollte ich mur ſagen, daß alte 4 pofitive Beförderungen des Ackerbaues unnothig wer- liche ven, wenn man ihm nur völlige Freyheit läßt und 0 Hinderniſſe, die mehrentheils in Fehlern der bürgerli- e<8-- Gewiß nicht alſo, nicht mit dem Eifer, nichtmit derreellen Betriebſamkeit hat Eng- land von Seiten der Regierung verfahren!=-Und gleichwohl ſind die Folgen nicht ſo anſchaulich bey uns, wie in England. Muß nicht die Schuld den Fand-- Ehritt halten zu laſſen: zumahl in Stqaten die Englands Hülfsmiitel nicht haben, =Te S ün 2 Be nena Xl Landwirthen ſelbſt beygemeſſen werden, indem es- ihnen vielleicht nicht ſo ſehr am Wollen zum Gus ten, wie am Wiſſen fehlet?== Dieſen Fehler aber „abzuhelfen, und einem jeden insbeſondere Lehren und Unterricht zu geben, kann nicht das Geſchäf- te, der Königl- Cammern jo wenig, als der Ks:* nig!l. Commiſſarien ſeyn, weil andere und größere Geſchäfte darunter leiden würden. Ich: bin mir bewußt, nichts in'meiner Schrift /aufgenominen zu haben, was nicht ſchon die Erfahrung bewähret, und die Pra» xis beſtaitiget hat. DOekonomiſche Novellen, Pro» jecte, und auf einen ungewiſſen Erfolg beruhende Vorſchläge ſacht man vergebens darin. Mir ſiche ren Schritren kann mir daher auth). gefolgert, wer- den. Sollten dennoch" hier'oder da Ziwveifel und Bedenklich! eiten bey meinen Leſern vbwalten, oder ſollte ich mich nicht deutlich genug ausgedrucft haben; ſo bin ich auf die erſte“ Anforderung, ſie fomme her, von wem ſie wolle, bereit, die Zwei- fel zu heben, die Bedenklichfeiten gus dem Wege zu raunen, und über dasjenige mich deutlicher zu erflären, was vielleicht noch undeutlich geblieben ißt, I< bin bereit, ſo lange es mir die bevorſte- |„EE MEREN 1779 XII henve Königl. Bedienung erlauben wird, meinett Landsleuten, wenn ſie es verlangen, perſönlich auf- zuwarten, und ihnen mündlich nähere Ausfunft über Sachen zu geben, die ihnen zweifelhaft ſeyn mögten. Ich bin bereit, ihnen die Saamen von nicht genugſam bekannten Kräutern und Pflanzen, von Eſparſette, von Turneps, und andern nach- zuweiſen, oder ſie ihnen zu verſchaffen. Ich biete mich in dem allen einem jeden zu Dienſten an, und ich bitte diejenigen, die vondieſer Anerbietung, Gebrauch machen wollen, die Briefe an mich, un- ter meines Herrn Verlegers Adreſſe, poſifrey zu übermachen.*) Berlin, im December 1780. x) Es iſt befannt daß der Tod dieſe Anerbiekungen des“dienſiwilligen und gutmüthigen Verfaſſers ver- eitelt hat. Vor- Vorrede des Herausgebers. Dr einem Jahre ſchrieb mir die Langeſche Buchhandlung in Berlin(welche durch nachhe: rige Uebereinkunft das Verlagsrecht dem gegen- wärtigen Verleger abtrat) Bergens Werk ſey nachdem ich es als eins der nüßlichſten 8co- nomijc hatte: ward aber darauf. von demſelben nach, dem beträcht- lien Gute Hehlen an: der- Weſer verſegt, um die dortige Wirthſchaft einzurichten. Nach dem Tode des Grafen fam er. nach Berlin, ſchrieb hier dieſes Buch, und ging in König- liche Dienſte= ich weiß nicht in welcher Qua- lität= nach den neu acquirirten. Preußiſchen Provinzen, wos. er ſein Leben, in der ſruchttra- gendſten Periode, bald endete. Die ihn gekannt haben, beſchreiben ihn, als einen klugen, wißbegierigen, überlegenden,. aber dennoch raſchen und thätigen Mann, dem die Vervollfomnung der Landwirthſchaft im Ganzen vor allem am Herzen lag. Er ſuchte auf alle Weiſe, ſo viel es ſeine Lage erlaubte, ſeine Kenntniſſe zu erweitern;- machte viel kleine Rei- ſen zu Fuß und unterhielt eine ſtarke Correſpon- denz, Auf ſeinen Reiſen ſuchte er nicht unberu« fen zu lehren, ſondern nuy zu lernen.== Es iſt ein ſehr häufiger Fehler reiſender Oeconomen= der dem Stande ziemtich ankleben muß, da ihn A, Young in England und Frankreich ebenfalls demerkt hat=- daß ſie ſtatt eine ſremde Wirth- ſchaft XYH ſchaft genau zu' beobachten“ und Erkundigungen darüber einzuziehen, nur von der ihrigen ſprechen und' än die ihrige denken. Sie ſehen eigentlich nichts, oder jedes do) nur in dem Verhältniſſe, worin es mit ihrer Wirthſchaft ſtehet. Zeigt man ihnen Gerſte nach Kartoffeln, Kohl oder Rüben. gebauet,(9 verſichern tit daß ihr Weißen in der“ gedüngten Brache doch einträglicher ſey, als dieſe ſreylich außerordentliche Gerſte. Zeigt man ihnen den Klee im zweyten Felde nach den Brac>“rüchten, ſo ſagen ſie, daß im zweyten Felde bey ihnen noch ſchönes Korn wachſe, Kommt man mit ihnen zum Weißenfelde iy der ungedüngten Kleeſtoppel, ſo verſichern ſie es jey doch nicht beſſer, wie das ihrige nach der gedüngten Brache, und ſehen ſie die bear- beiteten, in vollem Dünger gebaueten Brach- früchte, ſo beſorgen ſie, daß dieſe üppigen Gewächſe dem Korne den Dünger entziehen, Den Gang der Wirthſchaft im Ganzen über- ſehen ſie.“ Trifft man unglücklicher Weiſe mit einem ſolchen Oeconomen an'einem dritten Orte zuſammen, ſo erfahrt man, ihrer Red- feeligkeit wegen, nichts; denn von allem wird KER geſprochen, 2 WTIETEÜRNT NT. XVI geſprochen, nur nicht vom eigentlichen Objecte=- In dieſen Fehler verfiel Bergen, der ſo oft er abkommen konnte, fremde Wirthſchaften beſuchte, - nicht. Unbeſorgt, ſeiner vielen Frägen wegen, für einen Ignoranten gehalten zu werden, zog er die genaueſten Erkundigungen einund wußte durch wohlangebrachtes Lob und zurücgehaltenen Ta- del die gute Laune des Wirths beſſer/ als dur< ungeforderte Kritiken und Belehrungen, zu er- halten. So ſuchte er auch dür ſeineTorreſpondenz mehr zu lernen, als andre zu beiehren und gab nur ſeinen Rath, wenn er gefordert wurde und nüslich ſeyn konnte, mit vieler Ueberlegung. Es war iindeſſenimmer ſeine Abſicht, ſeine durch Erfahrungund Nachforſchung erlangten Kenntniſ: ſe durch eine Druck|hrift gemeinnüßig zu machen. JyBerlinſand er dieMuſſe hierzu, und ſchrieb zuerſt über dieſen Theil der Landwirthſchaft. Sein Buch iſt, wie es ſcheint, bis vor kurzer Zeit wenigin Um- lauf gekommen und unter dem Wuſte sconomiſcher Schriften vergraben worden. ESiſt vorzüglich gegen den Kleebau in und ſtatt der Brache, der damghlis ſo unbeſchränkt empfoh- let ZZ. el vw) pv NA ws fit4 Heſel NN dut wut iw fut, Her ſof oy vo" 3 wohl; Wild NWog (6 Aut Chys 1 1A1X len wurde 5 gerichtet. Dieſe Methode war in Hehlen verſucht worden und mußte wieder auf- gegeben werden, da die Aecker verwilderien und der/“Klee-mißrieth.- Bergen ſuchte ſich durch, die beſondern Kleefoppeln zu und halftich önfangs wuürklich damit. Er fand aber, daß der Kleebau hier ebenfalls mißlich ſey. und da- her ging er zur Anſaung fünſtlicher Wieſen über. Beſonders aber hat er den Anbau der Wurzel- gewächſe im Großen, zur Viehfütterung, in Deutſchland zuerſt ausgeſührt.und gelehrt. Man 'glaubte vorher dieſer Anbau ſey zu mühſam und zu kleinlich und überließ ihn daher kleinen Leu- ten, die ihn ſchon längſt ſehr benußt hatten. Bergens Buchund ſeine Vorſchläge hielt man ſeibſt nur auf kleine Wirthſchaften berechnet; wozu er durch die kleinen Wirthſchaftsmodelle von 30'Morgen, die ex aufſiellt, zum Theil wohl Veranlaſſung gab. Sie ſind gewiß mit Schuld, daß ſeine Vorſchlage nicht häuniger erwogen'wurdem E3 gab ſogar am Ende dieſes zufgellfiten Jaht- hunderts eine Periode, wo einige Cameraliſtenund Staatsmanney den unter den kleinen Wirthen fich immer XX immer mehr verberitenden Kartoſfelbau für nach- theilig hielten, Der Kornbau, beſorgte man, möchte darunter leiden, und, was bey dieſen mauiwurfsäugigen Finanziers wohl'die Hauptſa- be klein und verſteckt am Rände gedruckt. So wie ſie jekt geſeßt find, machen ſie zwar einigen Mißſtand und fallen wegen ihrer unterbrochenen Verbindung zuweilen ſonderbar auf. I< glaube aber, daß ſie ſo nüßbiicher ſind, ſowohl um die Aufmerkſampeit des Lejers auf den Hauptgzegen- ftfand des Paragraphen zu heften, als um 1hm das Nachyſjuchen einer Materie zu erleichtern, Dies Buch iſtnicht für die elegante Leſewelt, ſon- dern für den lehrbegierigen Landwirth gedruckt. Zelle, den 1.) Junius 18060. A. Thdexr, | Inhalt. Vorerinnerung: über die allgemeine. Biebzucht eines Fkandes, und die Anwendung der Mittel zur Verbeſſerung derſelben.== Nb» ſicht und Plan der Scrift. 1844: Paragraphe. Seiten. Erſter Abſchnitt. Von landwirthſchaftlichen Ver- beſſerungen überhaupt. LI, Schlechte Beyſpiele müſſen niemand von Verbeſerun»- gen abhalten L 2."Werden durch Nachahmung auswärtiger Landwirth- ſchaften veranlaßt t 3 3. Beyſpiele vom Angliſiren 6 4.-- Helvetiſiren 8 5. Und von der Leichtgläubigkeit fortgepflanzt 10 6. Dergleichen Verbeſſerungen ſind. unter der Kritif 12. „7. Sie müjſen von anderer Art ſeyn I3 8. Zur Prüfung bedarf es der Bekanntſchaft mit guten Wirthſchaften 13 9. Beyſpiele davon 15 10. Ein paar einzelne Grundſäbve; Exiſtenz guter Wirth- ſchaften 17 11. Prüfungsmittel ohne dieſe Bekanntſchaft I9 T2, Mit der Viehzucht muß allemal der Anfang gemacht Werden; 20 y Zweyter XXIV Paragraphe. Seitett. fugt; ; Zweyter Abſchnitt. Bon Verbeſſerung der Wei- 1 | den und Wieſen insbeſondere.|„1 13. Die Viehzucht kann nur durch beſſere Nahrungsmit-|| tel für das Vieh. verbeſjerk werden 2x|„N 14. Beſchaffenheit der Weiden im Ganzen- 22| 4.64 15. Die guten Angerweiden ſind vor der Hand nicht| 4 zu enkbehren 22| gf | 16; Von Mooren und Brüchern iſi wenig zu erwarten 24„ 2 17. Von Holzweiden noch weniger 625| 1.0 18. Von den auf Dreeſchen und Beyländern am we-% nigſien 27 han (Einſchränfung dieſer Behauptung) 28 19. Ueberdem iſt die Gemeinheit im Wege 28| 49 20. An Wieſen fehlt es. zum Theil gänzlich 29 4) 21; Die Gemeinwieſen müſſen bleiben, was-ſfie ſind 33 NE (wird bezweifelt)| x 22. Mit privativen Wieſen hat es. eine andere Bewand-|“1 niß 15 3E| 4,7M 23. Hohe und krockne Wieſen. können verbeſſert werden:|(MM Erſtlich durch das Bewäſſern 3.| 4 24. Mit Flußwaſſer 33 4. in 25. Mit Quellwaſſer NR Dr 4“" 26. Die übrigen Bewäſſerungsmethoden ſind unbedeu-' 09 tend 38 6 1) 27. In welchen Fällen das Bewäſſern ſchädlich wird 39 M 28. Zweytens: durc die gewöhnlichen Hülfsmittel 4x| 29. Drittens: durch Beſaamung mit Futterkräutern 42 dit 50% Verfahren beym erſten Umbrechen, oder Entraſen 43 h 24-. im Fall dex Plat Winktergetrgide tragen dg :) kann 45 v 5:E y Stifte, 'Weir '98mit 6 22 nicht 22 nn 24 4.05 » we- 27 29. 28 29 id 39 wand: 31 eden; 31 33 37 bedeu 35 ivd 39 ttel 41 ern 42 ſen 4 fragen 3) 32, Paragravhe. Seiten. 32. Verfahren im Fall er ſich nur für Sommergetreide ſchickt 5 46 33. Warnung für Künſteleyen bey der Entraſung 4» (und für Ausfaugung des Bodens)"9184 34. Die Verbeſſerung der niedrigen und naſſen Wieſen, iſt zum Theil kein Werk des Privatmanns- 52 35. Zum Theil von ihm möglich zu machen 53 36. Erſilich: bey moraſtigen Thonwieſen 53. 37.'Zweytens: bey Moor- oder Torfwieſenz;> ſchichte eines Moors 54 38. Wenn unter der Oberfläche ein beſſerer Boden vor? - Handen 56 (Behandlung des abgebrannten flachen Torfs) 57 39. Wenn es durcaus Moor-: oder Torfgrund iſt 59 49. Drittens: bey Sumpf- oder Queil- Wieſen 563 41. Von Wieſen, die weder zu der einen ns< zu der andern Claſſe zu rechnen 63 42; Aligemeine Hülfsmirtel- 66 43. Berſchonung ver Wieſen mit der Hütung 65 44. Vertilgung des Mooſes 67 45- Beförderung des Graswuchſes NS NISCH 46. Planirung der Oberfläche 72 47. Zweifel: wider die Ver VeſerangSuimel werden ge- hoben 53 48. Und;die Nüßlichkeit der Wieſen gegen ſonderbare Meynungen vertheidigetk 74 Dritter Abſchnitt. Von Futter- Kräutern über- haupt.] 49. Die Futter- Kräuter erſeßen den Mangel an Wei- XXV den und Wieſen 76 Ix*K 50. XXVI Paragraphe. Seiten. 50, Müſſen nicht auf Koſten des Gekreidebaues gepflanzt werden 78 51. Verſchiedenheit derſelben und deren Benußung 79 52. Abſicht und Nuten bey der Viehzucht, müſſen die Futterkräuter beſtimmen 802 53. Geſchichte der Futter- Kräuter 82 (Thörichte und vernünftige Nachahmung der Eng- länder)' 87 54. Daraus gezogene Lehren 83 55. Die in der Folge angewendet werden ſollen 92 Vierter Abſchnitt. Won Futterkfräutern insbe- ſondere,: 56. Oeconomiſche Eintheilung und Claſſification aller Futterkräuter 03 Erſte Ab timeid uy ng: Di eK r ät ier. Eirſte Claſſe: von den ergrebigſten; zur Stallfütterung ſchic>klichen Kräutern. 57: 1) Der große rothe Klee;"Spaniſche Klee, 95 58; Anbau, wobey im erſien Jahre Getreide geerntet wird 66. 59.-=- wobey ſofort Fütterung erfolgt 100 60. Fernere Wartung und Behandlung IOf 61. Gyps und Salz befördern den Wachsthum außeror- dentlich 104 62. Präparirung des R>ers, gebrannt und ungebrannt 105 Y 63. Ed Betrei Che om AEN Steifen, pflanzt 78 1979 Jen die 80 82 ' Eg» 87 .88 92 n8be- „aller niſche 95 eerntet 6% 63: 64. 65. 66. 79. 80. 'NXVIE -Paragraphe. UNSE Der Gebrauch deſſelben iſt nicht ſo neumobdiſch, als man denken mag] - IO Welches Salz verſianden werde"G Anwendung beyder Mittel I*T Dörrung oder Heugewinnung des Klees 115 (Die Anmerkung des Herausgebers über einige Methoden den Klee zu dörren iſt unrichtig S, 113. geſeßt); Aufnehmung des Saamens 117 2) Die Eſparſette; Eſper“ Sainfoiun 119 Anbau: Beſchaffenheit des Bodens 129 (Genauere Beſcumnmung deſſelben) Fernere Wartung 124 Ernte oder Heugewinnung 126 YAufnehmung des Saameuns- 128 Behandlung der ausgetragenen Eſparſettfelder 131 Unbilliger Tadel, woher. er rühre? 132 Augnahme von der Regel im Anbau 135 3) Die Luzerne; Scenklee; iſt nicht zu empfehlen 137 (Dieſer. Behauptung: wird vom Herausgeber wis- derſprochen) Beyſpiele eines gut gerathetten Anbaues 139 4; Die verſchiedenen Wi&enartenz; Anbau in der Brache; 140 Sind als Getreide beſſer zu nußen 142 (Werden vom Herausgeber auch als Futterkfraut ems vfohlen) Die wilden Arten ſind nicht austräglich genug 144 KUONI Zweyte Paragraphe.; Seiten. Zweyte Claſſe: Von fünſtlichen-Wieſen-- Rrauteprn. | XXVII| | | | 81. Die Abſicht wird genauer beſtimmt 15446| 102, 82.“ 5) Der Holländiſche weiße Wieſeun-Kleex47| 0 83.76) Der gelbe Hopfen-Klee 147| 5 84.. 7), Das Hafergras 11 143| 85. Können in jedem Boden gebauet werden, 149 6. 86. Wozu auch die Yenger und ſonſtige Hükungspläße zu rechnen- 149 W. 87. Werden in Vermiſchung mit einander geſäet 150 N 88. Verfahren, wenn der Plas als Acker benußet„| worden ISC 10), 805310„is wenn es Grasgärten,; Wörthe c. 105) find 153 90. Gewöhnliche Behandlung der leßtern im Aufbre-| 309 270. Einwürfe wider den Plan und andere Vorſchläge 510 271. Die Einwürfe werden. widerlegt S11 272. Und die Vorſchläge verworfen 512 273. Erſte Urſache 514 274. Zweyte Urſache 517 275. Dritte Urſache 522 Beſchluß: Net LEES GESA ummn mmm 20 mi XXXVII Beſchluß:'Vortheilez Hebung der Hinderniſſe. 100 539 Erſter Nachtrag des Herausgebers, Ueber die Beſaamung der Wieſen und Weiden mit zweck- mäßigen perennirenden Gräſern S. 539 Auswahl der Gräſer nach Deſchaffenheit des Bodens 54x nach ihrem Wuchſe und ihrer Beſiaudu g8a:t 542 "nach ihrem früheren oder ſpäteren Yustriebe und Mähereife; 544 nach der Quantität und"Qualität ihres. Ertrages 546 nad) der Viehart wofür ſie beſtimmt ſind> 547 Eine Vermiſchung mehrerer Gräſer iſt vortheilhafter, als die Ausſaat eines einzelnen' 547 Eigenſchaften verſchiedener GrasSarten in landwirthſchaft- licher Rückſicht."; des Hafergraſes 550 des Knaulgraſes 555 des Honiggraſes 556 des Kammgraſes 558 des Ruchgraſes"55859 des Goldhafers; 560 des Schafſchwingels JUS60 des Ouekenkreſp SCO 'des Zwiebelgraſes S6 des jährigen Riſpengraſes 562 des weichen Treſp 563 des Wiceſenzittergraſes 563 des: haarfsrmigen Straußgraſes MOTELS O2 des Wieſenfuchsſchwanzes 564 des Thymoty- Graſes 566 Pe gelb Oſa! Unge 4 Ue dun Rofl) Nen Cfey des rohrartigen Glanzsgraſes S. 568 des Waſſer- Nispengraſes, des Mannaaraſes des blauen Perlgraſes Ns 569 des Ackerriethgraſes 569 - Hes Fukterkreſp 570 "des rauhen Wieſenviehgraſes 570 des glatten Wieſenviehgräſes S7 des Wieſenſchwingel 571 Vermiſchung anderer Kräuter mit den Gräſern 572 Die alte Lehre von der Sympathie und Antipathie der Pflanzen hat etwas richtiges zum Grunde 573 Der weiße Klee,/der gelbe Hopfen-Klee, der rothe wildeKlee 575 Die Vogelwicke, die Zaunwicke 577 Die gelbe Wicke; 578 Gräſer- Miſchungen, welche auf verſchiedenen Bodenar- ken am zweckmäßigſien ſcheinen 579 Zweyter Nachtrag. Neber das Verhältniß der Viehzucht und des Fukterbaues zum Üekerbau. bey der Stallfätterung 583 Beſtimntung der Bodenarten 583 Die Wirthſchaft auf gutem Boden 587 auf Mittel- Boden S9L ; auf ſchlechten Boden 593 Fütterungs- Tabelle nach Tagen und Monathen 558 Dritter Nachtrag. Ueber Zuzucht des Nindviehes 605 Dreyerley verſchiedene Zwecke bey der Rindviehzucht - müſſen die vuswahl der Race beſtimmen 606 Erſter Zweck; die Molkerey 607 Ob- =ze- XL Ob hierzu die ſogenannte Friſiſche Race: ant tattgliche ſien S. 609 Einzelne Kühe haben einen Vorzug im Milchertrage vor andern) 611 Wie von dieſen eine milchreiche Race zu erzielen ſey 612 Kennzeichen einer guten Milchkuh 615. Zweyter Zweck: Die Mäſtung 618 Dritter Zweck: Zugvieh 620 Aufzucht der Kälber. 621 Du Pehhte PIC Waffe Onyelhe vie id 4 Nn, Wm Qan; in-JProh 0 Anion mtr Jl) Vor: Voxerinnerung über die allgemeine Viehzucht eines Landes, „und die Anwendung der Mittel zur Verbeſſerung derielben. MIcnn von der Viehzucht eines landes over einer Provinz, und von deren guten oder ſchlechten Be- ſchaffenheit, die Rede iſt, ſo ſieher man nicht auf einzelne Gegenden oder einzelne Wiehwirthſchaften, die ſich auf die eine oder die ändere Art auszeichnen mögten. Man nimmt alles zuſammen, und urcheilet vom Ganzen.=- Die Viehzucht eines Landes, oder einer Provinz, kann alſo immer gut ſeyn, obwohl ſie an einigen Orten ſchlecht iſt. Sie wird aber auch immer ſchlecht„bleiben, obwohl ſie an einigen Orten gut iſt.' In dieſer Bedeutung kann von der Viehzucht der mehreſten Deutſchen Provinzen wohl nicht geſas get werden, daß ſie gut, oder auch nur mittelmäßig ſey.= Die nicht übergroße Bevölkerung, wodurch KARR ſonſt XLII N fonit das Vieh verdräanget wird 37„ver ſchlechte, ofr nicht die Koſten. der Arbeit erſeßende Getraidebau, der in ſchlechter und ſparjamer Düngung des Akers ſeinen Grund'hatz das fleine elende Vieh, was al- lenthalben zu finden, und den magern Kühen des Pharäo gleich iſt; die Nothwendigfeit bey theils Land» wirchen, Butter und Käſe anzufaufen, ſtatt zu'ver- AU die großen Summen, die jährlich für Vieh had für Produkte der Viehzucht, ür Butter, Käſe 11. f. w. nach Pohlen, nach Dännemark'nach Hol- länd, nach der Schweiz gevenz die des Tranſports wegen ſich erhöhenden Preiſe, wenigſtens in großen, und ſolchen Städten, die keine ſchiffbaren Flüſſe zu Dienſten haben; das Mißverhältniß der Preiſe zwi- ſchen den Prödukten des Ackers"und den Produkten der Viehzucht, im Vergleich mit andern kändern;= das, und noc< mehr, ſind ſo viel redende Beweiſe von der ſchlechten Beſchaffenheit', daß es überflüßig jeyn ürde, dieſe mißtonende Saite fer: ner zu berühren.| In allen Staaten und Ländern, ſelbſt in jenen ver oingeferkerten Vernunft, iſt die Verbeſſerung der Landwirthſchaft, die in-engerer Bedeutung nur Vieh- zucht: und.“NFerbau begreift, der weſentlichſie Geget- ſtand >) Dies.iſt wohl nicht der Fall; vielmehr findet man in bevölker:en„Provinzen und in der Nachbarſchaft großer Städte die Anzahl des Viehes vermehrt. NI WEN Neher (umd, Wu R Ott OMe WDE bm Ah 0, of (ban, Aas vas al: en de (and: Y zw duft en= Zeweiſe dep(8 ite fet: 0" jenen unz der x Vieh: Geg fia) NUN EU hbarſgs ehrt, ÄLIN ſtand. der Regenten und ihrer. Cameraliſten geworden,- Sie, die: ſonſt in, ſchlechten beräucherten Hütten ein- gefehrt,> und„elend und verachtet. war, wii H. Jeße. Sie iſt zu dem, Range der Wiſſenſchaften empor. ger, hoben,„indem ihr auf hohen Schulen Schr eſtühle. er 0477 richtet worden.„Geſeße und„Vei vr-dnungen| mien ermuntert, durc< Beyſpiele, denfender tandwir- Y | Gl 5 KA M 35f in Palläſten aufgenommen, geehrer und. geſchs bt Q 910 wird ſie der drückenden Feſſeln entlediget, burch Pra IE the praktiſch, gelehret, durch Geſellſchaf ten,. die ſich,. in dieſer Abſicht. patriotiſch verbunden, vollfommner gemacht, und durch die Naturlehre und andere Hülfe I vz7 Rf wiſſenſchaften auf die richtigſten Wege gele eitel.== ſiv 82 5, Biel, ſehr. viel, hat. ſie ewonnen!--- Aber.„dieſer ZS , 4»/ 2.00 Gewinn bleibt nur in den. Palläſten GG nommen habenz äußerſt. wenig... gleichſam. als ob fie“ 3208 83 zO undankbar wäre, jöm mt zu. dent ſie ſonſt beherbergen» ZEA SEETT € den Hürten. Dem großen Haufen fehlt es an Keine: niß, die Freyhei: derſelben. zu ſeinem Beſten zu len-.. ken z an Einſicht, ſich dazu ermuntern zu laſſenz n„Induſirie, den gegebenen Beyſpielen zu folgenz an Wiſſen, wodurch ihm das Vollfommnere unbekannt bleibt; an Geiftesaufklärung und an der Möglich? eit die Bemühungen der Gelehrten nußen zu können, und, nicht ſelten an Willen, indem ſein. Eigenſinn ihn nur allein die Bahn ſeiner Väter folgen läßt. XLIY Daher hat'die praktiſche Verbeſſerung der Land- wirthſchaft im, Ganzen einen ſo langſamen“ Fortgang. Daher findet man ſie nur hin und wieder beym Adel bey Beamten, bey Predigern./ Und vaher ſind es gemeiniglich auch nur Landwirthe dieſer Art, die den TXbſichten der Cameraliſten entſprechen, und in Be lohnungen und Preiſen. Aufmunterung finden. In der ganzen nürdlichen Hälfte von Deuſchland haben vielleicht nicht drey gemeine Wirthe, der verbeſſerten Viehzucht. wegen, je Prämien erhalten*). Kenntniſſe unter den großen Haufen ausbreiten, ſeine Einſichten erhellen, ihm ſachdienliche Wiſſen- ſchaften beybringen 3=- das ohngefähr wird auch ſei- nen Willen verbeſſern, wird ſeinen Eigenſinn brechen, wird; Induſtrie und. Fleiß bey ihm veranlaſſen und vermehren, und“ wird die Grundlage zur Verbeſſe- rung der Landwirthſchaft im Ganzen werden. Die- ſes aber kann nur durch praktiſche, auf Vernunft und Erfahrung gegründete Anweiſungen und Vorſchriften und durch zweckmäßige Ausbreitung derſelben, mdg: lich gemacht werden, ſo etwa, wie der Cameraliſt den Unbau irgend einer fremden Pflanze, oder ſonſt eine unbefannte aber nüßliche Sache, einzuführen und möglich zu machen weiß**). Zwar *) Das läßt ſich jeßt nicht mehr ſagen. E41 58 FR63 XK) An M | ji" (ins DO Yard! 14.4 ve ih "7 ph (4 von We, if N Welſh wh Ww fin, Verſiun! Wt= fo fin len Abe 8 Derbe Wt Erf at Fab feln 4 NN] ju land: ang, 1 del nd eg e det Ye, I1 aben fen fen, ſſen: | ſe hem, - und beſſe: Die: und iften (108; raliß ſonf ahren Zwar |) Am XLV“ : Zwar fehlt es in unſerm bächerreichen- Jahrhun- vert nicht an dergleichen Anweiſungen und Vorſchrif- tonz von einzelnen fliegenden Blättern. bis zu“ dien- Bänden ſind die Buchläden damit angefüllet. Allein Faſt gar keine ſind dem gemeinen, und nur wenige dem raffinirenden Landwirth nüßlich. TH will hiemit keinem unſerer guten Scriftſtel- ler das gebührende Lob ſtreitig machenz ſie verdienen noch von unſern Enfeln, geleſen, und beherziget zu werden. Ihre Schriften ſind aber theils zu"weit- [äuftig, indem ſie über die Gränzen der gemeinen land- wirthſchaft hinaus" gehen, theils zu gelehrt, indem ſie aus der Naturlehre ,/“Mathematik 2c. alles enthalten, was zur Aufflärung und Beſtättigung der Säße dienen kann, als daß gemeine. kandwirthe Geld, Zeit, und Verſtand genug: zur Anſchaffung und. Leſung" derſelben hätten:= Der gute wie der ſchlechte Schriftſteller, in ſo fern ſie den Weg der Verbeſſerung betreten, lehren überhin Neuerungen, und beyde ſagen, daß es Verbeſſerungen ſind» Wie kann der Landwirth ohne Erfahrung, ohne Kenntniß beurtheilen, wer Recht habe? worin kann er den guten von dem ſchlehten ſehrer unterſcheiden? Beyde drücken ſich, entweder zu abſirakt, oder zu unbeſtimint, immer % 3 aber NX) Am meiſten haben es Beyſpiele gethan und wer- den es thun. Der Staat braucht'nur die Hinder- niſſe aus dem Wege: zu räumen. | LESE SENT äber"fehren Einſichten und Kenntniſſen fo wenig 4e: * mäß aus“,' daß er den'einen nicht verſtehen, und „des andern Vorſchriften nicht befolgen kann. | Einige Find" ferner" zu ſpeciell, und ſchränfen j" ſich: auf“ die Gebräuche und Handgriffe ihres Orts oder | bret Gege nd, ſv gut ſie auch ſeyn mögen, zu ſehr ki]„ein, als daß in entlegenen Gegenden; wo: Boden 5„Iund"Wirthſchaftsart"verändert" ſnd" ohne reellere "Wyn 2“) Bekanntſchaft fich Anwendung davon'machen“ ließe. Andete'“find zu allgemein", und ſoßen eine gänzliche "Reforite"'der fandwirthſ= Er, der ſelten über die Gränzen ver Feldmark ſeines "Dorfs, viel. weniger in fremde känder gefommen,, 9der wenn es) als Soldat geſchehen iſt, auch. dann als Soldat gedacht... und(4; den. Henfer. um. freunde "ZEN SEE 4 AWirh- ane XLV Wixthſchaftseinrichtungen. bekümmert hat; ſchwört darauf,"daß außer der Einrichtung ſeines Dorfs oder feiner Gegend feine andere und beſſere in der ganzen Welt exiſtiren könne, Da ex mit der Mut- ter Milch und des Vaters ehren alle ſeinem Stan- de anflebenden Borurtheile eingeſogen und angenome- men bat, ſo fann er auch nichts anders glauben, viel„weniger. begreifen, daß eine Verbeſſerung möglich ſey.==„Der. allgemeine Zuruf an ihn: Bauet Zuts kechräuter 3; ſäet den Klee unter die Gerſte, ſo habt ihr" in dem Jahr no<4 Gerſte, und in dem folgenden das vortrefflichſte Kleefutter; dieſes mähetr grün ab, und gebt, es eurem Vieh quf. dem Stalle,, dann er- Haltet ihr,„nebſt vieler-Milch, auch vielen» Dünger z führt. dieſen in eure Aecker, ſo verbeſſert ihr, nebſ? der„Viehzucht, auch den Acerbau!"<= dieſe gewühn- liche, ſchon alt werbende leyer, nad) welcher viel- leicht nur einige vermögende und unternehmende Wir- the ehedem getanzet,„und. dennoch wohl anfänglich ihre. Wirthſchaft derangiret haben;=- wenn ſie an: Ders. feine unangenehme Empfindungen veranlaſſet, rühret den gemeinen Mann niht. Sein Dudelſack iſi ihm angenehmer.= Sieht er zugleich einen oder. den andern Wirth bey einer Neuerung ſtolpern, wie. es denn gemeiniglich den jungen rüſtigen Wir- then. geht, die zu ſehr melioriren, angliſiren, und nochmehr in==" iren unternehmen; ſo verlieret er ) vollends 0 NL Wu (ROE is wih (w. 1m. dir an Juhifal 1, Wenn vi ed Tt va volt 16,07 ffe NOR ſhip Goh gen. XLIX vol'ends allen Gläuben, und ſchließt nach ſeiner Phi: [oſophie- daß jede Veränderung, jede Neuerung, unnmiß und unthunlich ſey.=- Ich beſcheide mich ſonſt gerne; und ich weiß es aus eigener Erfahrung, daß ver Bauer nicht beſſer, als durc< Beyſpiele gelehrer werden könne. Allein dieſe Beyſpiele müſſen von an- derer Art, ſie müſſen nicht aus Büchern geholet, ſondern auf Bernunft und Erfahrung gegründet ſeyn und auch in unerhebſichen Dingen nicht fehl ſchlagen. Der kleinſte Verſtoß giebt ſonſt zum Mißtrauen An- laß“ Geräth äber“ alles wohl, ſieht er die beſſere- Wirthſchafr neben feiner ſchlechtern figuriren, ſo wirv er aufmerkſam. Und iſt man ſo glücklich, nur einen aus der Gemeinde auf ſeine Seite zu bringen, und ihn. zur- Nachahmung“ zu bewegen; dann wird bäld der'ganze Haufe mit langſamen Schritten nachfolgen; ohngefahr wie von einem Haufen ſchnatternder Gän- ſe, wenn er in Bewegung geſeßt wird, eine der an-| dern geduldig zu folgen pflegt. Niemand, als wer unter den gemeinen Wir- then gelebt, mit ihnen Umgang gepflogen, und mit ihnen zu ſchaffen gehabt hat, glaubt es vielleicht, wie ſiolz ſie nog auf ihre Wiſſenſchaft ſind!== Wex nicht ſelbſt ackert und ſäet, nicht ſelbſt Bauer iſt, den ſehen ſie für keinen kompetenten Richter an.= Seht voch' den Stubenwirth, den lateiniſchen kandwirth-=- ſagen ſie==den da, der nie einen Pflug in die Hand WEA genome zwe ; ) genommen) nie ein»Korngeſäet mie eine. Kuh 5ge- füttert, nie"Butter und„Käſe gemacht Har; der will uns belehren,/ uns: die: wir.alles. ſelbſt verrichten, alles beſſer-wie- er wiſſen müſſen,„und. bey ,der,Land- wirthſchaft grau geworden. ſind. Wer alſo denwgemeinen. kandwirth lehren, wer ihn feiner Fehler zeihen;.. und- eines"Beſcrn überzeu- gen will, der muß ſich; ganz;,ynd, aar. zu ſeiner Denk- weiſe-herab laſſen; ſichän Feine„Neinungen, ſeine Begriffe,+ Jeine,-Vorurgeite hinein verſeßemz; nicht im ſatyriſch-ſpdttelnden. ſomdera« im freundſchaftlich belehrenden. Tou mitzivn:- Leden 7744198; gleichſam bey der: Hand. nehme. und, Schritt; für: Egritt leiten; ihm jeden Handgriff 7 jede, Jolge Zeigen==" Furz felbſt. ein Bauer KEWE werdet?„wenn er will, daß: ſein Unterricht. Wurzel faſſen;- Früchte bringen, und" ſeine! Mühe;qnicht. vergebens ſeyn ſoll. Iſt er fo SG mit Epxempelin vorgehen und. einen oder den andern aus..der. Gemeinde dazu anreizen zu kön- nen ſo“. er. bey einem.foichen tei noch meh gewonnen Spiel! Jedoch muß die Abſicht 08 ſofort auf den höch- fienyGrad ver Vollfommenheit gerichtet ſeyn, welchen die anzunehmen fäßig iſt.+ Man muß venten Sprung thun, nicht von dem möglichſt ſchlech- ten. zu deim möglichſt guten mit einemmal gelangen wolien. Unter Tauſenden iſt kaum einer, der dieſen Sprung 0) "0" Wm ja IG Wh u M0) ket Frät Sah ju fn Gitt, Hh 41100) Vit v" Wm Wit "WH NW Ke WUN):4 h"de cpi] ten, (andy wer zem "enb ſeine nicht felich 1 bey TUN furz » will, ngen, ſter oder fon: mehr Li Sypeunzg mit zu machen wagt, oder hn wagen fann. = Der Natur gleich, die ſtufenweiſe gehet, aus dein" Kinde den Jüngling, aus vem Jüngling den 'Maäann macht, ſo auch muß der Verbeſſerer der Land- wikrsſchaft im Kleinen anfangen, mit dem Mittelmäs- figen fortfahren 5 und'der Vollfommenheit, die viel- leicht noch Menſchenalter entfernt bleiben,""gewiß aber, wenn der Ünfang gemacht iſt, nach dem Lauf alter irrdiſchem' Dinge erfolgen wird, näher zu kom- men ſuchen.<="Vergebens wird man dem Landwirth "Dem drittem 10der' vierten! Dheil' feines Ac>ers,'vielleicht auch"nochmehr„1 ſofort: mit Futter-Zräuternnbeſaga- "mein; Und ähem Vieh“ im Stall füttern laſſen wollen; wenn ſein: Acker"nicht vurchgängig Futter Zrauter"tragen fämr/" wenn es an Vieh fehlt; die Kräuter verfüttern? und"aun"Stroh; um einſireuen zu können“ Wevgebeins) wirv"man ihm von beſſern "Ernten /'vermictelſt"des mehrern Düngers,.'vorſchwa- ßen„> wenn er wenizſtens in dem erſten und zweyten Jahreyſichet', daß!ſeine Kornernte geſchmälert, ſeiner AWWirchſchaft!"alo oFenbarer Verluſt zugezogen 7 und vie“ Quelle zum Theil: verſtopft wird, woraus er ſcho- pfeni; und-ſowohl: ſich ernähren, als ſeine Abgaben '"beſireiten ſoll.“ Wergebens wird man ihn zur Hoff- nung beſſerer Zeiten bereden, wenn ihn dieſe Hoff- nung gegenwärtig Mangel leiden läßt.== Ich bin nicht LU nicht gewillet, den ſchleunigen; das Ziel mit einem- mal erreichenden Verbeſſerungen diefer Nrt das geväh- vende Lob ſtreitig zu machen. Allein dazu gehöret Geld, ein Metall, das nirgends weniger als bey kandwirthen, am wenigſten aber bey dem großen Har: fen derſelben, gefunden wird!. Faſt alle Verbeſſerer der Landwirthſchaft; ſie mögen es rheoretiſch oder praktiſch, in Lehren oder Beyſpielen ſeyn, haben hier- „auf keine Rücfficht genommen, und auch dieferwegen ſo wenig ausgerichter, und ſg wenig Nachfolge ge hHäbt.: Man überſehe nur. die kandwirthſchafi im Gän- zen? hier und. da ein Edelmann» ein! Beamter; ein Pächter, auch wohl“ ein Anbaucr des Himmelreichs, die induſtridſe und“ vermögend genug geweſen, dem Borurtheile und dem Lehrgelde, ſo ſie anfänglich ges ben müſſen, Troß: zu bieten ,. haben. ſich au: 8. dem Staube erhoben; dev.„gemeine»fatndwirth aber, in deſſen Händen doch die Landwirthſchaft und Viehzucht des Staats im Ganzen iſt, deſſen Reichthuum den Reichthum der Staaten, ſo wie deſſen Armuth die Armuth der Staaten bezeichnet, ſchmachter wie ſein Urfer und Bieh, noch immer im Joch der Borurthei- le-und des Schlendrians. Seine Wirthſchaft it nicht um ein Haar beſſer, als ſie vor 100 Jahren gewe- jenz; und ſie wird nach 100 Jahren auch noch nicht beſſer ſeyn, wenn ihm die Vorurtheile nicht unver- merkt fmt; 4 niht je De iht den ) die ſein thei nicht gewe nicht ven mel! LID merkt benommen, und die Wege, ve er wandeln " foll, nach und nach vorgezeichnet werden*). Zu Revolutionen iſt die menſchliche Vernunfr, wie die Geſchichte aller Zeiten lehrer, ohnedem nicht ſo geneigt, als die menſchlichen Schickſale es ſind.== Carl der Große mußte unſern Vorfahren einen“ beſ- ſern Glauben mit Feuer und Schwerdt beybringenz Lutcher würde weniger ausgerichtet haben, wenn er „ſeine beſjern kehren nicht mit dem Intereſſe amalga- miret härte; und der große Peter ließ ſeinen Ruſſen) wie die Mediſance ſagt, den Glauben an die dritte „Perſon der Gortheit. mit dem Stoc'einbläuen.== Weit, entfernt, das Körperliche mit dem Geiſtlichen, die kehren der Landwirchſchaft mit den Lehren" des Evangeliams vergleichen zu wollen, iſt es gleichwohl gewiß, daß der Bauer jenen, die er vom Vater er- halten, und vom Machbar in der Ausübung geſehen hat, eben ſo treu, als dieſen verbleibt.- Mit Ge- walt wird nichts ar'sgerichtet.== Und ob zwar dos Intereſſe ſich mit einmiſcht, ſo iſt dieſes doch zu weit entfernt, als daß die Vernunft diefer Art Menſchen ſich nicht für die gegenwärtige Zeit intercediren, und jene Vortheile wie das Himmelreich betrachten ſollte, j von *) Merkliche Forkſchritte wird ein aufmerkſamer Beo- bachter ſeit der Zeit, worin der Verf. ſchrieb, auch in der Wirthſchaft des gemnzeinen Landmannes in manchen Gegenden entdecken, 7 Bom.äm auf =====> LIV von deſſen Erhaltung. dtiritt? der Folge auch ſo groß wie er wolle.=- Er der dem gemeinen Sprichwort nach nur aus dex Hand in den Mund Hat, der“ um ſeine Abgaben zu beſtreiten und ſeiner. Schuldigkeit ein Genüge zu thun, ſich- dhnedem ſchon fümmerlich behelfen, und wenn er heure alles präſiivet hat, auch, heute ſchon wieder für Morgen ſorgen muß,=- woher ſoll er den, durch einen ent- fernt bleibenden Vortheil ihm gegenwärtig gewordenen Verluſt erſeßen? Und aus dieſen Geſichtspunkt be- trachtet, iſt es ihm nicht zu verdenken, wenn er ge- gen alle, ins Große gehende, mit der Zerrüttung ſeiner jeßigen Wirchſchaft verbundene Neuerungen und Verbeſſerungen, geſeßt auc<, daß er die Vor- theile davon einſähe, taub, und demjenigen Verfah- ren getreu bleibt, wobey er und ſein Vater bisher beſianden ſind. x Man zerreiße. alſo die Kette der ſandwirthichaft- lichen Gewerbe des gemeinen Wirths nichtz man fu- die Ziex 4 61 1„F3: ahnen m der »„Qt fehlen Gewiß Cheils "er hit dem 1 den „und edem - alles (orgen 1 ent denen ft be: er 68 ittung ungeit Bor- erfah: bisher jehoft an ju dt: LY che nicht ſeine Vernunft zu' betäuben, weil ſie etw? ſchwach iſt. Man verbeſſere nur'die ſchadhafteſten Glieder in jener und ſuche dieſer die Nothwendigkeit und den Itußen der Verbeſſerung begreifiich' zu ma- den. Mian begnüge ſich alſo mit einem fleinen An- fange, deſſen: Nußen ſogleich fühlbar wirs, und der in das Ganze der Wirthſchaft weiter keinen Einflus hat) als eben den MMußen,' weichen er ſofort ſtiftet. Wenn die Wirtbſchaft ſonſt Butter und"Käſe"zu- kaufen müſſen, jo iſt es zum Anfange genüg/ wenn ſie dieſer“"Auszäbe überhöoben wird; wenn ſie ſvaſt Grüße und Biehl mir Wäſſer beſcheret,'"ſo iſt es zum Anfange genug,- wenn ſie Deilch dazu änbeut's und wenn Frau over Magd. ſonſt die Zeit zum Gras- und Kraurſuchen verſchwenden müſſen, um nur die Kühe am Leben zu erhalten, ſs iſt es zum Anfange genug, wenn die Hälfte'ver Zeit" geſparet, das Bieh aber in beſſere Umſtände geſeßt wird,== Die Vernünfe des Wirths ,."wein ſie nicht" allzuſchläfrig iſt, wird nun aufwachen, und auf det einen Seite zwar Vor- theil, auf der andern aber Schaden bemetfen."Wie die Elemente in vän Chaos"der Poeten, ſv werden Vorurtheile und beſſere Einſichten in ſeinem Gehirn mit einander ſtreiten. Ja, denkt er, indem! er ſich hinter den Ohren fraßt, das iſt zwar gürz"ich'hbäbe aber auch von meinem Acker entbehren müſſen, und ernte ſo viel weniger. Man nuße jeßt dieſen Streit feines LYVI ſeines Gehirns zum Vortheil der guten Sache,. und - mache ihm begreiflich, daß ein für Kſe und But-« ter erſparter, oder dafür eingenommener Thaler eben ſo gut als derjenige ſey, den er für„Getiaide ein- nimmtz man führe ihn auf die Miſtſtätte, und laſ- ſe ihm den, vermittelſt der Stallfütterung erhaltenen Dünger mit dem Vorrath anderer Jahre vergleichen; “man frage ihn und ſein ganzes Haus, ob. diz Wiilchs ſuppen nicht beſſer als die Waſſerſuppen. geſchmeckt haben; man appellire an die Wirthin,. wenn. ſie „rechter Art iſt, und laſſe dieſe den Ausſpruch thun, -ob ſie lieber mit milchreichen, als mit trocken ſiehen- den Kühen, alſo lieber auf die neue, als auf die älte Weiſe wirtbſchaften will.=- Alles denke ich wird zu Gunſten der erſtern ausſchlagen, und ſo wird auch der Wirth zur Fortſeßung derſelben, wenigſtens zu noch einjährigem Berſfuch, beredet werden. Und dieſer zweyte Verſuch iſt zuverläßig hinreichend, die Vorurtheile zu vertreiben, und beſſern Einſichten Raum zu verſchaffen. Durch den mehrern Dünger, den er mittlerweile in vie Brache, oder ins Som- merfeld gebracht, wird er, in jehäin Fall, auch des MNußens in ſeiner Feldbeſtellung gewahr, oder har ihn, in dieſem, durch eine beſſere Ernte ſchon bezo- gen. Er ſieht alſo, daß der Stein des Anſtoßes, indem er einen unerheblichen Theil des Acfers im Kornbau verlohren, aus dem| 329680 geräumet, und was NE Dinu (aan | ws 15,08 Qymann | Eh 0" aus it, I ſü auf Om 1 Fut (me beſſern Weihen, |[100 Widen, Weiden 1 My | | Neg Wii "«) fin Anch 1 und But; x eben de ein d lqf; [tenen ichen; jitlchs mec>t n. ſie bun, ehen: f die „wird LV - 1was er davon geerntet haben würde, durch die beſſere Düngung ſeines übrigen Akers, und den beſſeren Er:- trag davon, hinlänglich erſeßt ſey. Man fomme dieſen neu erlangten Einſichten ferner zu Hülfe, und ma- . als. was hr als der Landmann verſieht: und Fennf.. gder aus dent ſſion, Buche ſelbſt kennen lernen kann. Auf keinen Fall h bis- verſpreche ich mir aber 9xvße Wirkungen von ſol? nnen, chen Voiksſchriften/ es ſey denn das der Landmann ' ſchon ohnehin auf den Wege iſt, eine in'd-m Fuche nem deutlich beſchriebene Verbeſſerung auszuführen und er tußen nur noch mit einigen Schwierigfeiten und.Zweifela zu riften, kämpfen hat. Dieſes Buch war vielieicht vor 20 Jah- x mag ren noch über die Begriſſe mancher Landwirthe qus den es ſic gebildetern Claſſen, und wahrſcheinlich„wird es im“ nächſten Jahrhunderte unter dieſen Claſſen mehr prafk- vi tiſchen Nugzen ſtiften, als es imi verfloſſenen geſtiftet her mw hat. LX Was allenfalls der Güte der Schreibart abge-| ur! het, mögte vielleicht durch die Güte der Sachen er-. wm ſeßer werden. Ich ſchreibe nicht aus Büchern, nicht|% vom Hörenſagen, nicht vom Zuſehen, ſondern aus "| Erfahrung. Ich habe gelejen, gehöret und geſehen, 0" DU ich habe aber auch ſelbſt gearbeitet, und aus Einöden Ww . nn große und fleine landgüter erſchaffen, bey denen die" Natur, der Weiden und Wieſen wegen, nichts ge- y than hatte, und die Kunſt alles thun mußte, I< wN habe alſo auch mit größern Ungemächlichteiten, als bey wN ſchon exiſtirenden Wirthſchaften vorhanden ſind, zu fämpfen gehabt, und weiß es ſehr gut, woranf es ei- fb - Sentlich anfomme, und wie man dieſe Ungemächlich- feiten heben, und an die Seite räumen könne. Uebel würde es indeſſen um die Landwirthſchaft| öder um mein Gehirn ſtehen, wenn ich alles, was ich vortragen werde, für neue Erfindungen ausgeben wollte.== In der Hauptſache ſage ich nichts, als was nicht ſchon in verſchiedenen Gegenden Deutſch: 4“ lands durch langjährige und graue Erfahrung erprobt und bewährt befunden, was aber für andere, und für die meiſten Gegenden noch neu genug iſt, als| daß die Bekanntmachung nicht nüßlich werden könn»| te.== Gänzlich von allem neuen entblößet ſind dieſe Bogen aber auch nicht. In landwirchſchaftlichen Din- gen wo oft wiederholte Verſuche dem Wiſſen erſt das Gewicht geben, verbeſſert die Zeit unſere Erfahrun- gen " | Why - jen er nN niht tn aus eſehen, inoden teh, die hts ge I) als bey d, zu es ei: hlich- hſchaft „Was geben „als utſch: probt . und „Ww fon ) dieſe 1 Dim eſt das fahrun gen LXI 'aen und Kenntniſſe.- Derjenige iſt glüFlich, der da- von Gebrauch zu mächen"Gelegenheit und Luſt hat. Ich glaube unter die Zahl dieſer Glücklichen, wenn nicht jeßt, doch vor kurzem noch, begriffen. geweſen zu ſeyn; und überlaſſe es zur Entſcheidung„. ob und wie weit mein Neues mehr oder weniger aligemein« nüßig ſey. "Wem es anſisßig ſeyn ſollte, zur Ertäyternig der Natur des Viehes die Beweiſe von der Natur des Menſchen zuweiken entlehnet: zu finden, ver be- denfe nur, daß ich nicht für Naturkundige, ſondern für ſandwirthe, und was. noch mehr iſt, für den großen Haufen derſelben ſchreibe, der weder den Lin- ' nee noch den Büffon, und ſein Vieh nicht weiter, als. den Arten und Farben nach kennet.=- Alle aus der Naturhiſtorie hbergenommenen Beweife können ihn nicht ſo gut, als die Anwendung auf ihn ſelbſt, über- zeugen. J< weiß dies aus der Erfahrung. Daher habe ich auch das Gewiſſe fürs Ungewiſſe nehmen, und lieber, um nüßlich zu werden, der Erfahrung fol: gen, als in weithergeholten Gründen aus det Naturhi- ſiorie"gelehrt ſcheinen, und weniger nüßlich ſeyn wol- ken. IF auch die Anwendung allemal nicht treffend aenug, ſo wird nichts verlohren ſeyn, wenn nur die Abſicht erreicht wird. Eben daher iſt auch alles Botaniſche, was Claſ- ſification, Bene:inung und Characteriſirung der Pflan- zen LXII zen betrifft, weggebliebent: Der Landwirth erſchrit ſchon vor einem Buche, worin er des Lateins wegen, in welcher Sprache die. beſten Pflanzen- Syſteme doch nur. abgefaſſet ſind, eine buntſcheckige Sprache, und Seiten. lange Raiſonnements erblickt,„die nicht zu ſeinem Zwecke gehören. Es ſey ſo nüßlich ,- wie es wolle, ihm. wird es nicht nüßlich, weil er es nicht lieſet:==. Vielleicht. iſt das„auch die; Urfache, warum die Königl.- Neademie“der Wiſſenſchaften+ bey“ ihrer diesjährigen, bis zum er&en Jonmer33) zu beant- antwortenden Preizaufgabe? welche Fatterktäiuter; zum trocknen,„Friſchen Oel OFAYG) 5. in Cee ebe und: überhaupt. eritz urbar dazu. zu machenden Grund- ſtufen, die: AED und beſen: ſind 2,,alle jonſt gewöhnliche botaniſche"ChaFit ficafions-Zierathen;.:aus drücklich unrerſager/ und mur diee igentlichen Sachverſtän- digen zur Beantwortung eingeladen hat.=- Zwarwill der- gleichen, nicht aus der Botanik geſchöpfter; auf irgend ein Syſtem ſich„gründender Unterricht nicht allemal gut geheißen werden. Es iſt Empierie,: ſagen die Gelehrten, die unſicher und unzulänglich iſt.-. Sie bedenken aber nicht, daß es um ihre. Theorien viel- leicht ſchlecht ausſehen würde, wenn nicht die Eme pirifer. voran gegangen, und durch: Experimente und Erfahrungen, die Bahn erbfnet hatten 3. daß alle Landwirthe, feine gelehrte Kx enntmiße. beſißen,„nicht be- fißen können, und nicht veſiken dürfen; daß man gegen hrit- egen, e doch , un. hf zu ie es nicht jend mal | die Sie viel Eme und LX geden einen Gelehrten tauſend Ungelehrte rechnen kann und daß man alſo,'um einen zu befriedigen, taufend unbefriediget" laſſen /“ öder; welches einerley ſagen will, der praktiſchen Lanvwirthſchaft, in ihrer gegen- wärtigen ſage, nur einen'ünerßbeblichen Dienſt lei- ſien“ würde.=="Die wiſſenſchaftliche Kenantniß,"die ſich:auf Naxurlehre,'Maärhematif 2c."grändet, iſt an- genehm, iſt nüßlich. Sie iſt aber auch, wenn es zur Ausübung kommt,* eben ſo unſicher und unzu- länglich. Exverimente und Erfahrungen, d. i. vie Praxis, machen ven& ndwirth!" Mit jenen Hülfs- wiſſenſchaften bekannt/ handelt er nach Grundſäßenz ohne dieſe Bekanntſchaft handele er ſeiner Exfaßrung und praftiſchen Kenntniß gemäß, freylich,'obne' ſich allemal die Urſachen erflären zu fönnen, warum er ſo und nicht anders PENG des Erfol38 aber iſt. er immer gewiſſer, als ver bloße Theoketikor." Ih bin“ Fein Freund der MUSEE die alle wiſſenſchaftli- -“ neration. Mein Zin ig eid ich nicht“ ſo weit!= XIV Um jedoch die Hochachtung für die wiſſenſchaftliche Kenntniß, die ſie ſo. ſehr verdient,"an den Tag zu legen, habe ich verſchiedene Säße aus der Naturlehre ſo gut.ich gekonnt, zu erläutern, und ſolchen Land- wirthen, die vielleicht nie daran'gadacht haben, die Bewegungsurſachen von ihren. Handlungen, in mög? lichſter Kürze, zu erklären geſucht. Nöthig wäre es, vielleicht. geweſen, von der Käl- berzucht/ von der beſſern Behandlung: des Molkens werks;„der Verbeſſerung und Bermehrung- des Dün- gers; der Benußung der ſonſtigen Weidepläße u. dergl. m. etwas. zu(ſagen, da. dieſe, Dinge den weſentlichſten - Bezug auf die Viehzucht haben.“ J<-habe aber erſt das Urtheil der. Leſer„über meine jeßige Arbeit abwar- ten, und lieber, wenn ich Veyfall finde, von ihnen der Unvollſtändigkeit beſchuldiget werden, als,.wenn ich keinen finde, weitläuftiger ſeyn, und ihnen noch beſchwerlicher fallen: wollen. Ein Wink derſelben iſt Befehl für micbewachſenen Wäl- dern von einer Gegend zur andern ziehen müſten, ſo- bald die Natur weder Weide, noh Wild, noch an- dere Bedürfniſſe mehr darbot. Die Zeit entwielt täglich.neue Dinge, die vorhin unbemerkt geblieben ſind; und ſo wachſen mit der Zeit auch unſere Kenntniſſe, unſere Erfahrungen und unſere Wiſſenſchaften.=- Welcher Mecklenbur- ger hätte es vor funfzig Jahren wohl geglaubt, daß die dortige fandwirthſchaft eine ganz andere Richtung, eint wb ww | "1 (w put wi vmeht u dei ) uhd | Din: M Üblich: 3; nicht ſelben nicht enden Retie: und 1 un delcher . Gewe: auchet? ir die Thiere Wal: (en, ſo: od) ans ey die ſen mi hrung flenbu' bt, dif ichtun), ein Von landwirthſchaftl. Verbeſſer. überhaupt. 3 eine ganz andere Geſtalt anzunehmen fähig, und aus ihr dasjenige zu machen geweſen ſeyn würde, was ſie jeßt wirklich iſt! Wir müſſen daher nicht allen Glauben verlie- ren, nicht alle Hoffnung zu Verbeſſerungen aufge- ben, wenn auch verſchiedene dahin abzielende Neue- rungen nicht den gewünſchten Erfolg gehabt, oder wohl gar Schaden veranlaßet haben.=- Wir müſſen' vielmehr nach vem Rath des Apoſtels Alles prüfen, und das Gute behalten. Wenn auf Nebenumſtände, wie es bey der Landwirthſchaft im allgemeinen Ver- ſtande nöthig iſt, keine Rückſicht genommen wird, ſo iſt dieſe Prüfung um ſo leichter, da es bloß auf den:Nußen ankömmt, welchen die Neuerung dem kandwirth gewähret. 6: 42% Werden durch Nachahmung ausländiſcher kandwirthſchaften veranlaßet. Unſere mehreſten Neuerungen haben die Nach- ahmung ausländiſcher Wirthſchaften bald im Gan- zen, bald in einzelnen Theilen zum Grunde.= Der neuen Erfindungen will ich nicht einmal erwähnen; denn Ellis, Tull und Dühamel bey den Engländern und Franzoſen; und Kretſchmar, E>hard und andere weniger bedeutende bey uns ſind der vermeintlichen Wichtigkeit ungeachtet, die ſie ihren Erfindungen A 2 bey- H" ====== dmg--= > 2<= y 4 Erſter Abſchnitt. beylegten, ſchon vergeſſen und haben zum Theil, wie RKalm vom Ellis behaupret, kaum den Namen eines kanvwirths verdienet.== Der Deutſche iſt nun ein- mal ſo geartet, daß er das Gute, das Nüußliche ſei- nes eigenen Vaterlandes überſiehet, und nur dem Fremden, dem Ausländiſchen ſeine Aufmerkſamkeit widmet.= Wir haben Gegenden und Provinzen in Deutſchland, wo die Landwirthſchaft wirklich zu ei- nem hohen Grade der Vollkommenheit gebracht, und andere, wo bald dieſe bald jene gute Einrichtung, bald dieſer bald jener nachahmungswürdige Handgriff eingeführet iſt.= Allein wir glauben nicht, daß Deutſche von Deutſchen lernen können; jeder bleibt in dem für ihn beſtimmten Winkel der Erde.= Ue- berdem fehlte es ehedem unſern bkonomiſchen Schrift- ſtellern an der Gabe, das Gute was wir haben, mit dem verdienten Lobe auf eine überzeugende Weiſe be- fannt zu machen.= Die Ausländer, und unter die- ſen die Engländer verſtanden es beſſer. Dieſe bra- ven Inſulaner, welchen freylich an Induſirie und Er- findung keine lebende Nation vielleicht gleich fommt, deren' angeſehenſter Theil aber auch aus ſeinen Beſikungen in andern Welttheilen mehr Guinees, als felbſt unſer vermögende Adel aus ſeinen Gütern „Thaler ziebet, kamen auf den Einfall aus ihren vaterländiſchen Gütern, fo beträchtlich ſie auch ſeyn moge ten große Luſtgärten zu machen, in welchen alle Theile der heil, wie jen eines nun eins liche ſei: 1 dem ſamfeit ien in zu ei: , und Yung, dgriff daß bleibt =- Ue "rift- , mit iſe be: er die- e bra: d Er- mm, ſeinen (ne, juten! ihren 1 mog“ heilt der Von landwirthſchaftl. Verbeſſer. überhaupt. 5 der fandwirthſchaft abwechſeln; Natur und Kunſt vereiniget werden, alſo Nußen und Vergnügen mit einander verbunden ſeyn ſollten: ein Einfall, wel- hen nur ſo reiche fords gebähren konnten und der, man Fann leicht erachten, mit unendlichem Lobe be- gleitet, über das Meer oeſchickt ward. Dieſe ei- gentlich dem Vergnügen mehr als dem Nußen ge- widmeten Einrichtungen, dieſe Parks, dieſe Holzplan- tagen von Amerikaniſchen Stauden und Bäumen, die- ſe künſtlichen Wieſen wurden nicht ſobald durch jene Schriften bey uns bekannt, als auch ſchon Augenzeu- gen zu threm kobe auftraten.== Junge Wirthe, mit den erwähnten Vorurtheilen wider ihr Vaterland be- laden, reiſeten mit guten. Börſen beſpickt zur Erlex- nung der Wirthſchaft nach England.=“ Allein ſon- don war groß: das Vergnügen darin noch größerz die Zeit kurzz alles Dinge, wobei der Landwirth- ſc Der Acker wurde tiefer als gewöhnlich gepfiüget, und we- gen der untern ſchlechten Eroſchichten auf einige Jah- re verdorben; vielleicht, weil einmal ein Engländes ſolches gethan, und dazu ſeine beſonderen Urſachen. ge- habt hatte.-- Die bisherigen breiten mit hohen Mit- telrücken verſehenen Ackferſtüke muſten in ſchmale vierfüßige verwandelt, folglich ſo lange augeinander gepflüget werden, bis der Acker eben, und die Hälf- te der ſonſt kultivirten fruchtbaren Erde in dcn Fur- erbau oder die Viehzucht ver- beſſern: und muß den Hauptzweck aller landwirth- ſchaftlichen Bemühungen erreichen, d. i. den.baaren Geldüberſchuß vermehren. Wo dieſe Eigenſchaften fehlen, da ſieht es mit den Neuerungen verdächtig aus?== Und ich gebe meinen Leſern das Recht, in alle neue Borſchläge, und alſo auch in die meinigen das größte Mißtrauen ſo lange zu ſeßen, bis ſie ſol- „er, Wieſen und Weiden beſißt, und wovon ex mit Frau und Kind, auch wohl mit Knecht und Magd lebt; gemeiniglich zwey Paar Ochſen, ein Paar Kühe und ein bis zwey Rinder ernähret; mehr Ne| EEE TDIION 3 2x. 4) wen EE j Ge Gi GIS 4647-„Erſter Abſchnitt... mehr Abgaben im Verhältniß ſeiner Grundſtücke als bey uns gewöhnlich entrichtet z gleichwohl ver» mögender und wohlhabender iſt als unjere Wirthe, deren Beſißungen die ſeinigen drey und viermahl überſteigen.=- Der fünfte Theil des Ackers oder ſeiner ſämmtlichen Grundſtücke, welches eben*die ſechs Morgen künſtlicher Wieſen im Wechſel ſind, iſt ſo ergiebig, ſein ſämtliches Vieh den Som: mer hindurch mit grüner Nahrung im Stall zu exr- halten, und nebſt einigen in der Brache gebaueten Wurzel und Kohlgewächſen auch den hinlänglichen Bedarf für den Winter zu beſcheeren.-- Die War- ' kung des Viehes iſt zwiſchen Wirch und Wirthin getheilet. Dieſe ſorgt für die Kühe und das junge Vieh z; jener für die Ochſen, womit er ihrer Stärke und der geringen Arbeit wegen nur ſpielend arbeitet, und ſie ſo gut füttert, daß ſie nach unſerer Manier zu jeder Jahreszeit fett ſind.=- Im Herbſt wird den beyden ältern einige Wochen Ruhe und beſſer Futter gegeben, während welcher Zeit die beyden jüngern, ſo vorhin nad) und nach angelernet ſind, die Arbeit al- lein übernehmen müſſen. Dadurch werden jene nach dortiger Manier bald Kaufmannswaare, die auch eben ſo bald Käufer findet. Nun kauft er nach Beſchaf: fenheit feines Futtervorraahs und ſeiner Zuzucht, ein Paar Stiere oder junge Ochſen, oder erſeßt auch den Abgang aus eigener Zuzucht wieder, und gewinner im € el 1,', WING WWonderes Yan wit felt D dine | An On wt Welden W= ji bom fid 4 Von ſandwirthſchaftls Verbeſſer. überhaupf, 17 im erſteren Fall bey dem einjährigen Umſaß allemal etliche und dreißig Thaler, im andern aber die ganze Einnahme. 4. 10, Ein Paar einzelne Grundſäße. Weil es leichter iſt, einzelne Fälle als ganze Ber Tebenheiten zu überſehen, ſo will ich noch ein Paar beſondere VGrundfäße dieſer Wirthſchaften ausheben.== Man würde alſo denjenigen für einen ſchlechten Wirth halten, der feinen Aer nur alle neun oder zwölf Jahre düngen, und Käſe und Butter für ſeine Wirthſchaft zulaufen wollte.== Bey uns weiß man es in einigen Gegenden nicht anders. Selbſt unſer dconomiſcher Lehrer, der Pommerſche und Neumärkiſche Wirch= welchen ich noch öfterer zu citiren Gelegenheit haben werde= ſcheint ſich mic dieſer ſparſamen Düngung zu begnügen und nur mit dem Butteranfauf unzu- frieden zu ſeynz als ob dieſer nicht eine nothwendige Jolge von jener wäre. Kann der Wirth öfterer dün- gen, 10 hat er mehr Vieh; und hat ex mehr Vieh, jo wird es auch nicht an Butter fehlen.== Wenn wie bey jenen Wirthſchaften die Urſache der elenden Viehzucht gehoben iſt, ſo ſind auch alle daraus entſte Henden Folgen gehoben. Eben ſo wenig würde man ven Wirth ſchäßen, dex feinen Aer verquäten ließe, weil es ein ſicheres Zei- Ber in Heu und Stroh.== A'!ſo muß mit Verbeſſerung der Weiden und Wie- ſen, im Fall wir von der Gewohnheit nicht abwei- chen wollen, der Anfang gemacht werdenz- denn die Verbeſſerung der Aecker läßt ſich theils ohne vorher- gegangene verbeſſerte Viehzucht nicht wohl gedenken, theils gewinnt das Bieh, indem ſie mehr Stroh lie- fern, in Anſehung ver beſſern Nahrung nichts.=- Beyläufig bemerke ich, daß ich unter Vieh und Vieh- 3 zucht -[ZBB 22 Zweyter Abſchnitt, zucht mir hauptſächlich das Hornvieh gedenke, Ich bitte meine Leſer, ſich dieſer Bemerkung auch in der Jolge durchaus zu erinnern, 6. 14. Beſchaffenheit ver Weiden. Von den Weiden iſt faſt durchgängig wenig oder gar nichts Gutes zu erwarten.= Der gering» ſte, zugleich aber der beſte Thetl beſtehet in boſonde- re Aenger und Hütungspläße: ein anderer in tiefe oft unzugängliche Moore und Brücher: noch ein an- derer in Nadel- und taubhölzer; und der größte Theil in Dreiſch-Aecker oder ſogenannte Beyländer.-- Der Heiden erwähne ich nicht, weil dieje nicht für Horn- vieh, ſondern für Schaafe ſind, oder doch ſeyn ſollten.? 8. 15, Die guten Ungerweiden ſind vor der Hand nicht zu entbehren. Die wenigen Angerweiden können zwar zu einer größern Benußung gebracht werden, denn gemeinig- lich iſt Grund und Boden von eben der, wenn nicht von beſſerer Güte, als die des übrigen in der Feld- mark; ich werde dazu auch unten(8. 86.) Anweiſung geben.=-- Allein dieſe Verbeſſerung iſt nicht zu be- wirken, wenn nicht für den Unterhalt des Viehes auf Ich In der wenig ringz onde: tiefe ant: heil Der vorn: ſeyn nD ner nig: icht eld: ſung 1 bi“ he auf Von Verbeſſer. der Weiden u. Wieſen insbe;. 23 auf eine andere Art geſorget wdrden.== Alles, was bey der jeßigen Lage der Sachen geſchehen kann, be- ſtehet darin: daß die nicht ſelten darauf beſindlichen Ameiſen- und Maulwurfshaufen fortgeſchafft und ſtreuetz die Geſträuche von Weiß- und Schwayzdor- nen 2c, ausgerottetz die Dieſteln ausgeſtochen 3 die etwa riefen, ein ſaures(Gras bringenden Stellen mit Gräben verſehen; und überhaupt die-überſüßi- gen Feuchtigfeiten abgeleitet werden.=- Bon befon- deim Nußen iſt es auch, die Weide nach Verhält- niß des. Umfanges und der Viehmenge in drey oder vier Abtheilungen zu bringen, und alle drey oder vier Tage eine dieſer Abtheilungen dem Vieh einzu- räumen.=- Gemeiniglich überziehet es den Plaß, be- ſonders im Anfang von einem Ende bis zum andern, inden; es ſich die beſien Stellen ausſuchet 3 und zer“- tritt dabey mehr als es verzehret,=- Dieſem wird dann nicht allein durch die Abtheilungen vorgebeuget, ſondern man hat nachher auch in jeder Abtheilung, weil ſie zehn bis vierzehn Tage verſchonet bleiben, immer friſches Gras*). B 4 9. 16. +) Wenn es noch Gemeinweiden ſind und bleiben ſollen, ſo ware doch eine Policey- Verfügung, in welcher Ordnung die verſchiedenen Arten von Vieh aufgetrieben werden und auf: einander folgen ſol- len ſchr wichtig. m STREET 0.9. IE 24 Zweyter Abſchnitt, 6."iG Von Mooren und Brüchern iſk wenig FU erwarten. Die Wetden in Mooren und Brüchern ſind oft gar nicht zu verbeſſern; oft iſt die Verbeſſerung au- ßer dem Wirkungskreiſe des Privatmannsz; und oft verlohnt es ſich auch der Mühe nicht, daß die Regie- rung daran Theil nehme.= Der gemeinſte Fehler iſt, daß ſie niedrig liegen und in den warmen Som- mermonaten, wenn die Gewäſſer ſich verzogen oder „verdunſtet haben, zwar vieles aber wenig gedeihliches und ungeſundes Futter liefern.== Unter den Bruch- weiden aber begreife ich nicht, was man vielleicht an der Oder, der Neße, der Warthe darunter verſtehet, und was an der Elbe und der Weſer Marſchweiden genennet werden, als welche einen fruchtbaren Boden haben und das ſchönſie Gras geben; ſondern ſolche, die auf oder an Torfmooren, in Elßbrüchern, und unter andern Umſtänden vorhanden; die den größten Theil des Tahres unzugänglich, und auch dann noch moraſtig genug ſind, wenn das Vieh einige wenige Sommermonate ſich fatigirend genug darin ernähren muß.== Dieſen Weiden iſt nicht anders als durch Ableitung des überflüſſigen Waſſers zu helfen, wo- durch jedoch in Elßbrüchern dem Holzanwachs geſcha- det wird,== Nicht ſelten aber iſt die Lage ſo(tief, vaß Von Verbeſſer der Weiden u. Wieſen insbeſ. 25 /vaß dieſe Ableitung unmöglich beſchaffet werden kann z und nicht ſelten iſt der Umfang ſo geringe, daß die darauf zu verwendenden Koſten den Nußen weit übertoie- gen würden. An Verbeſſerung von dergleichen Mooren und Weiden iſt alſo nicht zu denken.=- Sind ſie im Gegentheil von großerm Umfange und ſo ſituiret, daß der Nußen den Koſten entſpricht und dem Waſſer Ab- zug zu geben ſtehet; ſo iſt es doch ebenfalls nicht ein Werk der Weideintereſſenten. Das Waſſer muß ent- weder durch fremde oft entfernte Feldmarken geleitet werden, welches die Beſißer derſelben nicht verſtatten würden; oder es fehlet an Geld.= Folglich bleibt denn Alles von ſelbſt in den bisherigen Stand. In- deſſen iſt aus unzähligen Beyſpielen die gegründeſte Hoffnung zu ſchöpfen, daß Verbeſſerungen dieſer Art durch Vermittelung und auf Koſten Unſers Allergnä- digſten Königs Majeſtät in den Königl, Staaten in Zu- kunft werden vollführt werden. 587....176 Von Holzweiden no< weniger. Die Verbeſſerung der Weiden in Tannen, Fich- ten und Kiefer- Hölzungen will noch weniger ſagenz denn womit, wodurch und auf welche Art könnte ſie geſchehen?=-- Wollte man auch die Hölzung ausrot- ten, ſo würde der ſterile Boden, welchen ſie einnimmt, nichts oder weniger mehr gewähren, als was er ſchon B 5 jeht x. 8 SEDEOEDLLTITET 3. SS 25 Zweyter Abſchnitt. Jeßt darbietet: hin und wieder ein Hälimchen ſaures Gras, das ohnehin von dem Heidekraut, ſo ſich un- verweilt an ſolchen Orten einzufinden pflegt, bald würde verdrungen werden. Die Eich- und Buch- hölzer von gewöhnlicher Art liefern zwar etwäs mehr Nahrung für das Vieh, von rechter Art aber noch weniger: denn je beſſer der Holzanwachs iſt, je ſchlechter iſt die Weide; und je beſſer dieſe iſt, je ſchlechter iſt jener.=- Widerſprechend iſt es daher, von einem und demſelben Grundſtücke entgegengeſeßte Dinge, Holz und Weide zugleich zu verlangen.= Man laſſe alſo Hölzung Hölzung, und Weide Wei- de ſeyn, und verbinde nicht eins mit dem andern.=- Hat man über beydes freye Dispoſition, oder mit andern Worten: wird die Dispoſition nicht von der Gemeinheit eingeſchränkt 3; ſo überlege man, an welchem Theile es bey der Wirtbſchaft fehle; ob Hölzung oder Weide zu verbeſſern, und ob jene beſ- ſer als dieſe, oder dieſe beſſer als jene zu nußen ſey. -- Gemeiniglich iſt die Hölzung der Weide wegen ſchlecht, und gemeiniglich iſt der Nußen. von dieſer gröſſer als von jener.== Man rotte alſo die Höl- zung ſoy weit aus, daß für alle Bedürfniſſe hinläng- licher Brrrath bleibt, und behandele den Vorrath als Hölzung, den ausgerotteten Plaß aber als Weide: der Nußen von beyden iſt denn zuverläßig vollfommener") 6. 18 .*) Etwas Mehreres läßt ſich nicht ſagen. eh jm NEN Wet jh WW wi Von Verbeſſer. der Weidenu. Wieſen ins8beſ. 27 ſaures NWS OM < unz;? bald Von den auf Dreiſhen und Beyländern Duc: am wenigſien. mehr ' Die mehreſten Weiden pAegen die Dreiſchäer, 4 und die ſo genannten Beyländer oder drey und ſechs- en Ye jährigen Rocenfelder herzugeben.=- Dieſe ſind nicht GE anders als durch eben dasjenige zu verbeſſern, zu 4 deſſen Verbeſſerung ſie die Veranlaſſung werden ſol- ekt len, nemlich durch vergrößerte, oder beſſer als bis- her eingerichtete Viehzucht.=- Wenn die magery = Beis Dreiſchäcker in mehrern Dünger werden geſckßt ſeyn, (57 dann werden ſie, jedoch nur bey ſchlechter Beſtellung me auch mehr und beſſer Gras liefern.=- Von einer 0 ſolchen Verbeſſerung aber kann, wie man von ſelbſt 6; einſchen wird, nicht die Rede ſeyn.= Der Acer ob ſoll nicht Gras, ſondern Getraide tragen, und die- eſ ſes wird bey guter Beſtellung auch wenig Gras auf- ey: kommen laſſen.== Wo ſoll auch der in den Acker gen; zu bringende mehrere Dünger herfommen?= Die ſer trocknen Sand- und kalten Llehmäcker mögen überdem ol: auch ſo viel Dünger erhalten wie fie wollen: ſie ng werden nie eine nahrhafte Weide für die große Vieh- als zucht gewähren, nie eine dauerhafte der Abſicht ge- det mäße Verbeſſerung derſelben werden.= Die Holl- 0 ſteiniſche und Mecklenburgiſche Koppelwirthſchaft, oder 18 die Weidenwanderung beruhet zwar auf dieſe Me- - thode, „Zad 10 Nh"|| a0 | ARBON "| 7 t ) (| ; M '“ R 3 391 k || 48 |<) i IBA| 48! 1? 4 1" t UTL / Nmmh 189 ] 08 t| NI| || ; j | 4 |] 28 Zweyter Abſchnitt, thode, der zufolge ſammtliche Grundſtücke=- die Hözungen und tiefen Wieſen und Sümpfe ausge»- nommen=- nach der neueſten Einrichtung in vierzehn Schläge oder Koppeln getheilet, wovon alljährlich im Wechſel zwey gebraachet, ſechs mit Getraide beſiel- let, und ſechs beweidet werden. Allein wir müßten eben ſo große Felder, eben ſo gute Aec>er, eben ſd wenig Menſchen haben, wenn wir ſie nachahmen wollten.=- Bey einem ſchlechten Boden, und auch bey einem guten in volkreichen Provinzen iſt ſie nicht anwendbar. 7). 61196 Ueberdem iſt die Gemeinheit im Wege. Sämmtliche Weiden pflegen zum Uebermaaß des Unglücks noch mit einer, von der Barbarey unſerer Vor- *) Dies iſt- zuviel geſagt und beruhet zum Theil auf unvollkommene Vorſtellungen, die ſich der Verf. von der Koppel- oder Wechſelwi- thſchaft macht. Man muß immer bedenken, daß da, wo Koppelwirthſchaft iſt, nun auch alle übrige Weide wegfällt, und daß aller Grund und Boden abwechſelnd zum Ackerbau benutzt werde, der nicht etwa Wieſe oder beſtändi- 9e: Holzzuſchlag iſt. Des Verfaſſers nachmahls em- pfodlnes Syſtem läuft ſelbſt auf Wechſelwirthſchaft, nur mit Stallfütterung verbunden, hinaus. Wenn der Verf. unter einer vierzehnſchlägigen Wirthſchaft nicht einen Umlauf von zweymahl fieben Schlägen verſieht; ſo exiſtirt eine ſolche Wirth ſchaft wohl kaum. =" die QUSge letzehn ich im be ſtel; Üßten en ſd hinen auch nicht ee | des ſerer Vote auf von Ran haft daß 'bau di: ent: haft) Zent aft igel 1016 Von Verbeſſer, der Weiden 1. Wieſen insbeſ. 29 Vorfahren herrührenden Gewohnheit behafter zu ſeyn mit der leidigen Gemeinheit nemlich, die überdem al- len Verbeſſerungen; wenn ſie ſonſt auch möglich wä- gen; ſchlechterdings im Wege ſtehet.= Zwar ſind und werden noch immer die Gemeinheiten, zum Glück für die Landwirthſchaft im Ganzen, zwiſchen den Be- fißern großer kandgüter und den Unterthanen aufge- hoben; bey dieſen aber, zu ihrem beſondern Nach- theil, in ungeſtörter Ruhe gelaſſen.=- Den gemeinen Weiden, wovon wir. gegenwärtig reden, geht es nur gar zu oft= der mit den Ausſchweifungen großer Städte unbekannte Landmann verzeihe den Ausdruck, =- wie den gemeinen Huren. Ein jeder macht Ge- brauch davon, ſo oft ex ſich laben will; feiner aber nimmt ſich ihrer an. bd. 20.! An Wieſen fehlet es zum Theil gänz- lich. Die Wieſen, oder die zum Graswuchs und zut Heugewinnung gewidmeten Pläße ſind leyder! in ei- nigen Gegenden nur dem Namen nach bekannt z und der Landwirth iſt gezwungen, entweder aus entfernten Orten Heu zu faufen, oder auch aller-guten Pflege ſeines Viehes auf den Winter zu entſagen. J. 21. 30- Zweyter Abſchnitt. 9. 21. Die Gemeinwieſen müſſen bleiben was<ſreFimd. Was aber an Grundſtücken dieſer Art vorhan: den, iſt in Anſehung des Hütungsrechts, gleich den Weiden, bald mit der Gemeinheit behaftet, bald auch nich“.=- In erſterem Fall ſind alle Vorſchläge zur Verbeſſerung überflüßig. Denn wenn ver Nachbar die Wieſe bis in der Mitte des Mays vielleicht auch noch länger behüten, und das beſte und vorzüglichſte Gras mit ſeinem Vieh wegnehmen darf; ſo kann man man von dem Grundeigenthümer, der den noch nachwachſenden Ueberreſt des Jahres in ſohren und troenen Grasſiengeln als Heu zu benußen hat, nicht verlangen, daß er ſich die geringſte Mühe zur Beförde- rung eines beſſern Graßwuchſes gebe, weil nicht er, ſondern ein anderer Vortheil davon haben würde 00 Die Aufhebung der gemeinſchaftlichen Benußüng, und *) Dies iſt doch wohl zuviel geſagt. So wenig ich die Vorhude auf den Wieſen vertheidigen will, ſo kenne ich doch Wieſen genug, die, ob ſie gleich bis Mitte Mays behütet werden, einſchürig einen grö- ßern Ertrag geben, als andre hudefreye in zwey Schnitten. Es wäre daher unverantwortlich; auf die Verbeſſerung ſolcher Wieſen nichts verwenden zu wol- len. In England werden in den meiſten Gegenden die Wieſen nur einmahl gemähet, im Frühjahr mit den fn IN Phy) OE, Yer eiben vorhan: ich den d auch ge zur achbar : uch lichſte fann | noch n und nicht fürde: 19977 0% ung, und 4 ich [; ſd enen Wieſen iſt das Hülfsmittel, der Lage wegen, nicht anwend- bar; obwohl ſie des geringen Ertrags wegen einer Verbeſſerung ebenfalls bedürfen. 7 Dazu giebt es denn andere Mittelz nur Schade, daß die jeßige Verfaſſung uns dasjenige nicht allemal erreichen läßt was wir in andern Umſtänden erreichen könnten.. Sind alſo die Wieſen in der Heugewinnung nicht zu entbehren; ſo ſind auch die überall bekannten Ver- C5 beſjerungs- 42; Zweyter Abſchnitt. beſſerungsmethoden?: die Streuung der Maulwurfs- haufen; die Abtragung der Ameiſenhügel, deren TDza- ſeyn die Unterlaſſung jener nothwendigen Arbeit ver- rath; die Ausrottung des Strauch- und Buſchwerks die Wegnehmung der in den Wieſen oder auf der Mirragsſeite derſelben befindlichen großen Bäumez die- Ueberfahrung mit Mergel, guter Erde u. ſ. w. denn auch, wenn man den Miſt entbehren und kein Fluß ihn wegſchwemmen kann, die Bedüngung derſelben vor Winters, die einzigen und bewährteſten, 6. 29.| Drittens: Durc< Beſaamung mit Futtet- Fräutern. Weiß man aber dem Bieh auf andere Weiſe zu rathen; hat man Futterkräuter gebauet oder ſonſt Vor- Fehrungen getroffen, daß ihm der Verluſt der Wieſe nicht empfindlich wird z ſo muß ſie aus eben den Ur- ſachen, warum die Mecklenburger die Weidenwande- rung eingeführet haben, umgebröchen; ein Paar Jah- re lang als Acker benußet; im leßten Jahr der Be- acferung aber mit dienlichen Futterfräutern beſgamet; und hierauf wieder als Wieſe behandelt werden; da denn die Heuerndte davon die vorigen zuverläßig 3- mal überſteigen wird. Obwohl dieſe Art Wieſen auf gleichem Fuß mit den ſogenannten Wörtchen over Grasgärten, wovon nachher EÜ NG( kf y j ve NU 1, du Zl 0, NE vurfs- 1 Da- it ves hwerk uf der 0; die“ denn Fluß elben Von Verbeſſer. der Weiden u. Wieſen insbeſ. 43 nachher(8. 89.) geredet wird, beackert werden könnten ſo ſeße ich doch voraus, daß ſie von größern Umfan- ge, vom Hofe oder Dorfe entfernter, und weder ſo gemächlich, noc< auch des Bodens wegen mit eben dem Nußen zu bearbeiten ſeyn, und daher eine an- dere Verfahrungsart erfordern mögten, 6. 30- Verfahren beym erſten Umbrechen oder Entraſen. Die Entraſung des Bodens oder diejenige Pro- cedur, vermittelſt welcher die Wieſe in Ackerland verwandelt, der Raſen folglich der Beſtellung ſo we- nig hinderlich als dem Wachsthum des Getraides ſchädlich wird, iſt das erſte und vielleicht das wich: tigſte Geſchäft. Man will nicht gern eines Jahres Benußung durch das Brachen ,/- wodurch ſonſten die- Abſicht am erſten erreicht würde, verlieren, und'hat daher verſchiedene Behandlungen erdacht, die bald ſchädlicher, bald nüßlicher ſind, Unter allen habe ich die folgende am beſten befun- ven: Im Frühjahr, ſobald Froſt und Schnee es ver- ſtatten und die Wieſe nur ſo viel abgetronet iſt, daß Pferde over Ochſen nicht einſinken, wird ſie auf ſechs bis acht Zoll tief regelmäßig und ſolchergeſtalt umge- pflüget, daß die Furchen ſich ordentlich umlegen, der , Raſen .. IZ =<== 44 Zweyter Abſchnitt.- Raſen allemal zu unterſt kommt, und feine Balken ſte- hen bleiben: hierauf aber im Anfang des Aprills mir ſogenannten kleinen Feldbohnen= einer Frucht, die bey uns befannter zu ſeyn verdiente, weil ſie zur Ver- mehrung des Brodforns und zum auswärrigen Debit gleich gutes Geſchick hat.= beſtellet, und auf einen Magdeburgiſchen Morgen etwa ein Scheffel, auch nachdem die Bohnen größer oder kleiner ſind, wohl etwas mehr oder weniger genommen.= Die Eggen müſſen ſcharf, auch ſchwer und tüchtig genug ſeyn, um ſowohl hinlängliche Krume auf den werdenden Acer zu bringen, als auch nicht zu zerbrechen. Oft reißen ſie die Furchen herum, welche gehörig wieder zurecht gelegt werden müſſen. Eine einzige beym Pflügen nicht ordentlich umgefehrte oder von den Eg- gen wieder umgeriſſene Furche iſt noc< Jahre lang im Lande zu bemerken und ſtöret die gute Beſtellung. ==Zu Ende des Auguſts ſind die Bohnen reif. Ein außerordentlicher Zufall müſte es ſeyn, welchen wohl nur allein der Mehl- oder Honigthau veranlaßen Fann, wenn die Einſaat nicht das achte, zehnte und wohl zwölfte Korn in der Erndte wieder geben ſollte. == Der Preiß der Bohnen ſteht anderer Orten zwi- ſchen Rocken und Gerſte, oft anch dem Rocken gleich. <<<< uo uo ev den um dr von Unt ef wmp qm Ma am I EN win Dy dud,= by mj ſie wt Ww" N Worauf fon ſip; ls mit t, die 1 Bey Debit einen . auch wohl Sggen feyn, nden Oft jeder bey | Ey: lang ing, Ein hl ßen und Ute, wi- fen Von Verbeſſer. der Weiden u, Wieſen insbeſ, 45 5.402 Verfahren, im Fall der Plaß Winterge- traide tragen kann. Nun fommt es darauf an, ob der Boden tro- Fen genug iſt, um Wintergetraide tragen zu können, oder ob er mit ſogenannten Hungerquellen over ſonſt von unten aufſteigenden Feuchtigkeiten beladen, wes- halb er ſich nur für Sommergetraide ſchickt.=- In jenem Fall ſind gleich in der Erndte die erforderli- chen Maaßregeln zu treffen.=- Die Bohnen müſſen au<4 bey der beſten Witterung an drey Wochen tronen und draußen bleiben,= Regen ſchadet ih- nen nicht viel=- und es würde nicht rathſam ſeyn, den Acker eben jo lange liegen und begraſen zu laſſen. =- Man fährer ſie alſo grün davon, und räumet ih- nen einen andern zur fünftigen Brache beſtimmten Plaß in dem übrigen Felde einz; läßt die Stoppel und das in derſelben befindliche Gras mit allen Vieh- arten in der Eile abweiden; ſtreet ven Acer Nach um, und egget ihn nach etwa acht bis zehn Tagen, wenn Bohnenſtoppel und Graß dürre geworden, ſcharf durch.-- Sollten ſich OQuäken hervor geben, wie es bey naſſen Sommern zu geſchehen pflegt, ſo werden ſie mit den Eggen zuſammen gezogen und nebſt den etwa nicht abgeſirorbnen Graswurzeln fort geſchafft; worauf man eben ſo tief als beym erſten Umbrechen - pflügt 46- Zweyter Abſchnitt, pflügt.== Der alte Raſen wird oben kommen, aber ſo gerottet ſeyn, daß die Egge ihn füglich zertheilen und der Acker ſofort beſteller werden kann.== Auf die vorhergegangene Witterung kommt jedoch viel an: ein trockener Sommer wirkt auf die Verrottung des Raſens mehr als ein naſſer.=- Will daher die zwote Fahre noch keinen guten Acker gewähren, ſo muß nach etwa vierzehn Tagen, wenn er etwas ge- brachet hat und wieder gut abgeegget iſt, zur drit- ten geſchritten werden.= Für Rocken ſchickt ſich ein ſo friſcher Boden nicht: Weizen und Spelz ſind für ihn.= Nachdem wird er wie gemeines Gerſtland behandelt 3; gut iſt es aber, wenn ex nach der Ger- ſte wieder als Wieje liegen bleiben ſoll, die Weizen- oder Spelzſtoppel mäßig zu düngen, und den Dün- ger vor Winters unterzuwenden.= Mit der Gerſte wozu im Zrühjahr noch zweymal gepflüget werden muß, werden die Futterfräuter geſäet, wovon gehö- rigen Orts, wenn von Futterfräutern die Rede ſeyn wird, umſtändliche Nachricht gegeben werden ſoll (A:..87); 4... 92. Im Fall er nur für Sommergetraide taug- lich. In hingegen der Boden nur zur Beſtellung mit Sommergetraide tauglich; ſo können imerſten Jähre die Bohnen 1, aber ertheilen Af < viel 'roftung her die en, ſo 'as ge: x drit: ich ein [; ſind vſtland : Get- Zeizen? Duün- Gerſte erden gehö > ſeyn 1. ſell tauy) nd m dhre dit Bohn Von Werbeſter. der Weiden u, Wieſen insbeſ. 47 Bohnen immer, bis ſie troFen genug ſind, darauf ſtehen bleiben.=- Man weider darauf den Plaß nach Gutfinden ab, und pflüget ihn vor Winters ſo tief herum, daß der alte Raſen oben kömmt... Alle Un- arten deſſelben, im Fall er nicht hinlänglich gerottet ſeyn jollte, vertreiben Froſt und Schnee des folgen- gen Winters. Im Frühjahr wird er noch zweymal bearbeitet und mit gutem Weißhafer, wovon man das zwolfte bis ſechzehnte Korn ſich verſprechen kann auch wohl mit Bohnen oder andern Hülſenfrüchten, welches aber nicht ſo gut und der Reinigkeit des Ackers ſchädlich„ſt; noch einmal beſiellet.== Hanf und Flachs, wer Luſt dazu hat, werden dasmal eine erſtaunliche Grndte liefern.=- Das folgende Verfahren iſt, man habe für Saamen gewählet, welchen man wolle, dem vorigen gleich. Man fann auc) im ew ſten Jahre Hafer, im zweyten Bohnen und im vdrit- ten Gerſte ſäen; und dieſe Methode wählen, im Fall man das erſte Jahr nicht früh genug zu Boh» nen ſollte pflügen können.=- Der Ertrag durch alle drey Jahre wird dem vorigen ziemlich gleich bleiben, 9... 33% Warnung für Künſteleyen bey der Entra- ſung, Ueberftüßig würde es ſeyn, der ſonſtigen zur Nrtbarmachung der Wieſen erfundenen, von einigen Wirthen t ==== atme 48 Zweyter Abſchnitt. Wirthen auch in Nusübung gebrachten Künſteleyen zu erwähnen, wenn es vielleicht nicht zur Warnung nöthig ware. Vorzüglich gehöret dahin die Abſchälung des Ra- ſens und die Verbrennung deſſelben, wozu man eigene ſs betitelte Schellpfüge erſonnen 3 ſich auch wohl des gewöhnlichen Plaggenhauers bedient, und geglaubt Hat, durch das Abſcheelen ſofort einen arthaften Bo- den, durch die Aſche, von dm Raſen aber Dünger zu erhalten. J< habe die Procedur nicht geſehen, viels weniger in Ausübung gebracht; kann aber Original- Briefe aufweiſen, worin ſie genau beſchrieben und fehr gelobt wird. Sie iſt noch in lothringen, im Elſaß und der Gegend zu Hauſe.=- Allein unſere Deutſchen Landesleute in Amerika ſind bey derglei- djee Urbarmachung ihrer neuen Beſißungen durch Schaden klug; und ihre beſten Gegenden unfruchtbar und dde geworden. Den Schweden iſt es eben ſo ergangen.== Wer auch mit der Oberfläche unſers Erdbodens, oder der ſogenannten Dammerde, und deit Eigenſchaften derſelben bekannt iſt, der fann unmöglich ein Verfahren billigen, wodurch wir uns dasjenige auf einmal entziehen, was lange Jahre nicht wieder erſeßen können"*). Etwas *) Ueber das Abplaggen und Brennen des Raſens verweiſe ich die Leſer auf das, was ich im 8teu Rap. zus Gt weh |(ey | ſid/ Wd wl a au 008 fe, jen ON Du| "Ww" ZD für dy telepen Zarnun es Na | eigen hl des 'glaubt n Bo- er zu biels inal- und - 0 unſere prolei: Dur) tbar n ſoy fers Von Verbeſſer, der Weiden u. Wieſen insbeßſ, 49 Etwas beſſer iſt das Abplaggen, inſofern newlich die Plaggen in Haufen oder Mieren gelegt; mit Dün- ger vermengetz; bierauf aber, wenn ſie durchgebrannt ſind, auf denſelben Plaß wieder auseinander gebracht werden.== Wie aber derjenige allemal leiden muß, welchem man den Rock auf eine Zeitlang nehmen, danny aber zerriſſen und abgenußt wiedergeben will: ſo auch leidet der Boden, welchem man den mit den beften Säften aus Gras und Wurzeln; und mit den aus der tuft erhaltenen fruchtbaren Nahrungsmitteln angefüll- ten Raſen nimmt ,- und alle darin befindliche Säfte und fruchtbare Theile in der Miete verſtoFen und verdunſten läßt.= Das befannte- und nüßliche Ri- golen der Gärten, wodur< die obere oder Dammer- de auf einige Fuß verſenfer wird, alſo weder in Aſche, noch in gerotteten Plaggen, der die Pflan- zen ernährenden Dberfläche zu Hülfe kommt-, iſt kein Beweis: für das Gegentheil.=- Denn einmal ſind in dieſer Dammerde lange nicht ſo viel Nahrungstheile für die fünftigen Pflanzengenerationen, als in einem .. ſeit Kap. meiner Einleitung zur Kenntniß der Engl. Fand- ' wirthſchaft geſagt habe. Hier werden ſie das Ver- fahren und die Gründe dafür und dawider anfreffen. In verſchiedenen Gegenden rhun es die beſten Land- wirthe und die Eigenthümer verſiatten es den Pach- tern gern. D ÄT TE GEE = or 50- Zweyter Abſchnitt. ſeit verſchiedenen Jahren geruheten, und den Ein- flüſſen der Luft in Schnee, Regen, Thau und Reif ausgeſeßt geweſenen Raſer vorhanden: hiernächſt muß auch die rigolte Erde wenigſtens ein Jahr lang ru- hen,'um eben die Einflüſſe der fuft zu genteßen, und drey bis viermal ſtärker als gemeines Land, oder als eben derjenige Plaß gedünger werden, wenn ex nicht wäre rigolet worden. Dieſe obzwar ſpeculativen, gleichwohl der Natur angemeſſenen Gründe habe ich überdies noch durc) Experimente zur Gewißheit. gebracht.= Mit einer Wieſe, deren Boden überall von gleicher Güte wary ließ ich zur einen Hälfte nach der eben erzählten, zur andern aber nach der(6.-30.) empfohlenen Methode procediren.=- So lange die eigentliche und der Kornbau darauf-dauerte, hatte der abgeplag- gete Theil, beſonders im erſten Jahr, beydes in der Bearbeitung. und in der Erndte Vorzüge.== Beym nachherigen Grasbau. aber ward ich nicht ſowohl von meinen Fehlern, denn dieſe ſah ich im voraus, als von meinen Grundſäßen überzeuget,== Ich erndtete auf der'gepläggeten Hälfte bey weitem nicht ſo viel und nicht“ſv gutes Heu, als auf der andern.= Da gleiche Urſachen gleiche Wirkungen haben, ſo iſt leicht zu erachten, daß es in dem künftigen Kornbau nicht beſſer ergangen ſey. Mit Von Verbeſſer. der Weiden u, Wieſen insbeſ. 5 1 " Ein: Mit Erzählung noch mehrerer Methoden will ich d Reif vem Leſer nicht beſchwerlich fallen, weil es überdem ft muß feinen Nußen hat,* Ing tw D 2 15 9. 34. nteßen, , bder*) Man vergleiche hiermit ſofort das, was der Berf. nn er in dem 81. bis 95. 8. über die Aufbrechung der Wei- deänger und Grasgärten ſagt; ſo hat many, ida dieſe ſich von der Behandlung der Wieſen wenig un- terſcheiden; alles bey einander, was zu dieſer Mate- tatur rie gehört. Sie iſt ſo gründlich als prackiſch von. durch- dem Verfaſſer ausgefährt und verdient die größte einer Aufmerkſamkeit aller Landwirthe. war, Kleine Bemerkungen. werde ich bey einzelnen 1, zur Stellen hinzufügen. Hier möchte ich nur die War- nung, welche der Verf. im Verfolge ſelbſt giebt, recht vihohe dringend einſchärfen: Daß man einen ſolt== vielleicht denen gleich, die un- ſere Vorfahren zu Herrmanns Zeitett bewohner ha- ben, der die in Amerika noch die Wohnungen der erſten, die dortigen Wälder urbarmachenden Coloni- ſien find. Sie verwandelten ſich jedoch, je nache dem die Verwandlung der Beſißungen nach und nach zu Stand gebracht ward, in gute Häuſer: denn die Dberfläche konnte und durfte nicht, der Benußung im Torf wegen, mit einemmal abgeräumet werden. 6: 38: Wenn unter der Oberfläche ein beſſerer Bo- den vorhanden. Die wenigſten Beſißer moorigter Wieſen mög- ten dieſe günſtigen Umſtände bey ſich vereiniget fin- den.=- Wer feinen Torf zur Oberfläche; und wenn es iſt, keine Abnehmer 3 oder keinen ſchiffbaren Fluß zum Transport deſſelben; gleichwohl unten einen beſſern Bo- den und Fall zur Ableitung des Waſſers hat, wird frey- lich die Arbeit nicht ſofort, aber dennoch in der Fol- ge durch die beſſere Benußung des Grundſtücks hin- länglich bezahlt erhalten.= Die ven untern und beſ: ſern Grund bedeende Oberfläße= vorausgeſeßt, daß ſie nur ein Paar Fuß ausmache= halte alſo Torf oder nicht, ſo wird ſie doch als Torf bearbeitet und Won Verbeſſer. der Weiden u. Wieſen insbeſ. 57 und getrocnet, hiernächſt auf der Stelle verbrannt, und die. Aſche, weil die Arbeit nur im Sommer ge- ſchehen kann, vor Winters untergegraben oder unter- gepflüget), wenn der Plaß groß genug-dazu iſt.-- Im Frühjahr, wenn durch noch einmaliges Graben DDiS! 25 oder *) Das Untergraben wäre höchſt nachtheilig. Eine ſolche wohlthätige Aſche muß mit vieler Sorgfalt auf der Oberfläche erhalten werden, bis ſie mit der Krume innigſt vermiſchet worden iſt.- Man muß ſie daher nur ganz fiach unterpffügen, oder was beſſer iſt; man muß den unterliegenden Boden, nachdem man die torfigte Oberfläche abgeſtochen und beyſeite gelegt hat, erſt pflügen, dann den Raſen darauf verbrennen, die Aſche möglichſt egal ausſtreuen, und darauf küchtig und wiederhohlt durcheggen. Die Engländer pflegen dann ſogleich Turnips hineinzu- ſäen und ſie von den Schafen abhüten zu laſſen. Wer aber dieſen Bau nicht betreiben kann oder will, der ſae Winterrübſen, oder Rap- Saat hinein. Sie wird mehrentheils einen guten Ertrag geben. Stän- de ſie aber im Frühjahre nicht nach Wunſch, oder man wollte dieſes Land früher wieder zur Wieſe ha- ben, ſo laſſe man die Rapſaat von dem Hornvieh oder den Schafen abhüten, oder man mähe und verfüt- rere ſie im Stall. Dann gebe man aber ſo viel Dünger, als man hierdurch etwa genommen hat, dem Lande zurück und ſäe in die umgebrochene Rapſaat- Skoppel- Gerſte oder Hafer, und darunter Klee und zweckmäßige Grasarten, um es hiermit wieder eindree- Chen zu laſſen. 58 Zweyter Abſchnitt. oder Pflügen die Aſche wieder zu Tage gebracht wor- den, kann man darauf ſäen und pflanzen, was man will, und ſich von Allem die reichlichſte Erndte ver- ſprechen. Für Kornfrüchte=- die Bohnen G. 30.) ausgenommen-- iſt der Boden dasmal noch viel zu ſtark. Ich rathe alſo zu Erdtoffeln, weißen und braunen Kohl, Tobak, Hanf, Flachs und dergleichen viele Nahrung und Neubrüche erfordernden Gewäche- ſen, und demnächſt zur Beſaamung im Herbſt mt Weizen.“ Der Koſten und Nußungsanſchläge enthalte ich mich, um nicht zu weitläuftig zu werden.= Nach der im vorigen Paragraph bemerkten Erfahrung aber kann ich dem leſer verſichern, daß, ſo groß auch die Ko- ſien ſcheinen mögten, eben ſo groß auch der daraus folgende Nußen ſey.= Wenn-nur dasjenige, was der Plaß bisher eingebracht hat, mit demjenigen, was er in der Folge einbringt, von drey oder vier Jah- ren zuſammen genommen, und jenes von dieſem ab- gezogen wird; ſo iſt der Ueberſchuß zuverläßig hinrei- hend, alle verurſachte Koſten, geſeßt auch, daß die ganze Arbeit im Tagelohn verrichtet ſey, zu erſeßen. = Moc< mehr würde es geſchehen, wenn die Ober- fläche als Torf zu nußen wäre, woran- wir doch nicht denten wollen.=- Zu baaren Geldauslagen will ich jedoch nicht, und am wenigſten die Unvermögenden bereden. Sie ſind auch nicht nöchig, ſo wenig es nöthig NO miſeh (ehen) (Gum who (ip uh ew WW hun un Py Von Verbeſſer. der Weiden u. Wieſe insbeſ. 5 9 nothig iſt, die Verwandlung in einem Jahre zu be- werkſtelligen. Es können mehrere Jahre darauf hin- gehenz und in jedem finden ſich nach beſtellter Sommerſaat bis zur Erndte Tage und Stunden, in welchem die übrige Wirthſchaft, und wenn es auch ſchlechter Witterung wegen wäre, einen over ein Paar Arbeiter entbehren kann.=- Dieſe widme man der neuen Schöpfung und fahre damit ſo lange fort bis ſie ganz vollendet iſt.=- Andere, die Vorſchuß thun und die Arbeit beſchleunigen können, beſchleuni- - gen auch ihren Nußen und ſtehen ſich freylich beſſer! 9. 39. Wenn es durchaus Moor- oder Torfgrund iſ. Wenn indeſſen== welches wohl am mehreſten zukreffen wird=- unter der moorigten Oberfläche kein beſſerer Grund vorhanden; oder dieſer auch ſo tief ſieher, daß entweder der Plaß nicht trocken geleget werden könnte, oder auch die künftige Benußung den Koſten nicht entſprechen mögte; ſo kommt es auf die fage an, der zufolge die überflüßige Näſſe entweder abzuleiten ſtehet, oder nicht.=- In jenem Fall wird die tiefſte„Gegend der Wieſe mit einem vier- oder ſechsfüßigen Graben, nachdem ſie von geringerm oder größerm Umfange iſtz dann noch mit andern klei- nern,'in jenem fallende Gräben verſehen, und hier- auf GO ZWeyter Abſchnitt, auf dem ſich in den großen Graben ſammelnden Waſſer der fernere Weg gewieſen. Die Anzahl und Anbrin- gung der fleinen Gräben richten ſich nach klage und Umſtänden: die ausgeworfene Erde aber wird, nach- dem ihr durch eines Jahres Ruhe die ſchädliche ſtip- tiſche Säure benommen worden/ zur Erhöhung der niedrigen Stellen verwendet, oder wenn ſich keine finden, überall ausgebreitet.= In dieſem Fall, und wenn das Waſſer nicht abzuleiten ſteher, iſt kein an- derer Rath, als durch verſchiedene; auf acht bis zehn Ruthen von einander entfernte jechs Fuß breite und- vier bis fünf Fuß tiefe Gräben== jedoch fommt es ach hier auf den Umfang der Wieſe und auf die größere oder geringere Näſſe an=- die überflüßigen FSeuchtigkeiten zu ſammeln und mit der ausgeworfe- nen Erde, nachdem ſie ſich durch einjährige Ruhe va- zu qualificiret hat, die Wieſe zu erhöhen, indem ſie in der Art augeinander geſtreuet wird, daß an den Grabenſeiten weniger als auf das Mittel zwiſchen denſelben fommt. Hier ſowohl, wie dort, wird durch die Gräben freylich ein Theil des Bodens ver- ' lohren: dieſer Verluſt aber durch das beſſere Wachs- thum des Graſes, insbeſondere aber durc) die beſſere Güte deſſelben vollkommen erſeßt.=. Nicht ſelten ſind dieſe Art Wieſen auch ſo trocfer; zu machen, daß ſie den Pflug leiden und beackert werden können. Sie laſſen ſich dann völlig wie die trockenen Wieſen | 6.32.) Waſſer Inbrin- 3 und f na, 'e ſtip: ng der feine - ind 1: alls zehn und "tes if die figen vorfe: Min 1 ſie den Von Verbeſſer. der Weiden u. Wieſen insbeſ, 5 (6. 32.) behandeln: nur daß des Bodens wegen an- dere Früchte zu wählen, z. E. Manghafer, nach Be- ſchaffenheit auch wohl Wicken; und daß, wenn ſie nachher auch nicht abſonderlich mit Kräuter- und Gras- ſaamen beſtreuet werden, der Graswuchs durch die friſche Narbe dennoch viel gewinnet.=- Des Heuabfahrens und des etwa darauf weidenden Viehes wegen find über die Gräben hin und wieder Brücken erforderlich, die eben nicht kunſtmäßig und von Bohlen vorgerich- tet ſeyn, ſondern nur aus Knüppelholz und Buſch- werk beſtehen dürfen, worüber etwas Erde gebreitet wird*). ER Von den verdeckten Abzugsaräben, obwohl ſie vortheilhafter und mit feinem Verluſt des Boden vcr- bunden; um ſo künſtlicher und koſtbater aber auch anzulegen und zu unterhalten; und dennoch wohl in ſehr naſſen Wieſen nicht hinlänglich ſind, ſage ich nichts; *) Auf ſogenannten Grünlandsmooren, oder Lüchern, wo kein hinreichender Waſſerfall auszumitteln ſtehet, iſt oft keine andere Abwäjſſerungs- Methode möglich). Man verliert freylich einen beträchtlichen Theil des Bodens durch den Graben; gewinnt aber vennoch ſehr am Ertrage. Wo ſandige Erde in der Nähe zu haben iſt, da wird ſich das Auffahren derſelben auf die erhöheten Beete reichlich verintereſſiren. Man ſehe einen Fall dieſer Art in den Annalen d. Nieder- ſächſ. Landwirthſ. 1ſten Jahrg. ztes St. S. 166. 62 Zweyter Abſchnitt, nichts; weil ich hier, wie überall, nur mit den leichteſten, einfachſten und wohlfeilſten Mitteln mich befaſſen will*), Auch die Bewäſſerung iſt bey tiefen und naſſen Wieſen, wenn Lage und Umſtände es verſtatten, ei- nes der bewährteſten Berbeſſerungsmittel. Das Wayt- ſer ſeßt nach und nach ſo viele und gute Erde qn, daß die Oberfläche um ein merfliches höher und tro- Fener, und zur Hervorbringung beſſerer Grasſorten geſchüfter wird. Mir iſt ein zwiſchen fultivirt wet- denden Bergen belegenes Thal bekannt; welches zu Wieſen benußet, und von einem kleinen Fluß durch- ſtrömt wird. Die Wieſen lieferten ehedem, weil ſie mit Ouellen beladen, und tief und naß waren, nur geringes, und ſchlechtes ſaures Gras und Heu, ſo faum von Pferden geachtet wurde. Jeßt äber iſt es, mittelſt einer funfzehnjährigen Bewäſſerung, ſo gur, daß *) In dieſem Falie finden verdeckte Abzugsgräben freys lich nicht ſtatt. Sie müſſen theils Fall haben, theils würden ſie ſich im Moor- Boden nicht lange halten, Sonſt ſind ſie nicht ſo künſtlich und foſtbar anzule: gen; daß der Aufwand nicht in einigen Jahren reichlich erſeßet werden könnte. Uebrigens mus ich in Rücktficht dieſer dvft mit ſo großem Vortheile an- zulegenden verdeckten Abzüge ſowohl, als anderer Abwäſſerungs- Methoden auf die erſte Abhandlung im 1ſten Stücke meiner Beyträge zur Kenntniß der Engl. Landwirthſchaft verweiſen, jr ven we mw Von Verbeſſer, der Weiden u. Wieſen insbeſ.63 daß ſelbſt Schaafe ſich wohl dabey befinden. Auf ei- nem Fleck, wo der Erndtewagen wenden kann, ernds ten die Beſißer ein Fuder Heu. Ich habe die Obex- fläche unterſucht, und gefunden, daß ſie eines Fu- ßes hoh über den alten Grund die treflichſte Erde enthieltz kein Wunder, daß ſo gutes Gras darauf wuchs! Dieſe gute Erde aber hatte der kleine Fluß von den benachbarten Aeckern im Regen- und Schnee- waſſer erhalten, und den Wieſen in dex Bewäſſerung mitgetheilet*)% M 240. Drittens: bey ganz ſumpfigten oder Oueh- bewieſen, Die ganz ſumpfigten, oder im gemeinen Aus- drück die Ouebbewieſen, deren Oberfläche gleichſam ein Fell iſt, ſo von dem darunter befindlichen Waſſer getragen wird, müſſen vermöge dieſer Eigenſchaft noch unter dem Waſſer eine feſte Erdlage haben, die kein Waſſer durchläßt 3 welches denn nichts an: ders als Thon iſt.=- Dieſer pflegt ſelten tief zu ſte- ſtehen, und gemeiniglich iſt Sand ſein erſter Nach- bar. *) Hier iſt alſo durch Zufall aufgeſchwemmte Erde. Wie dieſes in manchen Fällen durch die Kuuſt be- würfet werde, darüber wird Hrit. Meyers vorher an- - geführte Preißſchrift mehrere Aufklärung geben. 64-. Zweyter Abſchnitt. bar.= Bon einer ſolchen Wieſe kann das Heu nicht “ohne febensgefahr für das Bieh gebracht, und-mit “eben der Gefahr fann es nur darauf geweidet wer: den. Heu und Weide ſind beydes von der elende- ſten Beſchaffenheit, und gutes Gerſt- oder Habex- ſtroh iſt oft beſſer.=- Wenn, wie ich vorausſeße, das Waſſer nicht auf der Erde durch Abzugsgräben fortzubringen ſichert, ſo iſt ihm vielleicht ein Weg in [die„Erde zu weiſen.=- Man gräbt einen Jeich oder eine große Grube da, wo Sumpf und Ouebbels am gröſten ſind; entlediget ſich durch verſchiedene bekann- te Mittel des bey der Arbeit hinderlichen Waſſers, und ſucht durch den Thon zu kommen und Sand zu 'erreichen.=- Iſt dieſes, ſo hat man gewonnen Spiel. Der Sand läßt das Waſſer durch; die Oberfläche ſenkt ſich nach und nach auf den Thonz die Wieſe 'wird trockener, und die Gräſerey ſowohl in der Men- “ge als in der Güte beſſer.= Kann man des San- “des nicht habhaft werden, ſo wird man auch nicht ſo viel gewinnen, gleichwohl ſich immer noch mehr Nu- ßen ſchaffen, als die Koſten der Arbeit betragen ha- ben. Mitt der ausgegrabenen Moor- und Thonerde wird eben ſo wie mit den Grabenauswürfen.(vorher: geh.9) verfahren.== Sie bleibt ein Jahr und bis in den zweyten Winter liegen und wird auf dem Froſt in die niedrigen Stellen gebracht, oder auf der gan- zen Wieſe ausgebreitet, und das Wachsthum des Graſes ew H icht und mie det Wer: et elende: Haber: "auSſehe, bels an Baſu, Zand; Spiel erflächt Wieſe Men: San- Abhar- Fen ſchlechterdings nothwendig. Mergel auf naſſe und Gyps auf trockene Wie- ſen, von welchem leßteren mehr vorfommen wird 4. 61. 62); Tauben- und Hünermiſtz- Aſche, lebendi- ge oder ausgelaugtez Kalch; gute Straßen- und Schlammerde- wenn ſie ein Jahr lang in Haufen gelegen; der Abfall in den Gradierwerken bey Salz- ſiedereyen(6. 64.)= Alles befördert das Wachsthum des Grafes und vertreibet das- Moos.=“- Nur Scha- de daß diefe Mittel zum Theil gar nicht, zum Theil ſelten und in geringen Ouantitäten zu haben; und alſo auch gar nicht, oder ſelten vnd nicht in hinlängs lichem Maaße anzuwenden ſind.=- Wer mit noch mehrern, aber auf dem Lande noch ſparſamern Düngern bekannt ſeyn wiil, wird in allen guten Haushaltangsbüchern Genüge erhalten. Er wird Hörner; Klauen und Leder vom Vieh; Muſchel- und Auſterſchaalen 3 Salpeter- und Weintreber; Une ctuofa, wovon erliche Tropfen einen ganzen Morgen düngen; und dergleichen Sächelchen mehr finden. Ein zu unſern beſſern Dienſten ſtehendes Mittel iſt der Urin vom Vieh oder die Miſtjauche, die oft der üblen Situation der Miſtſtätten halber wegſließet und gar nicht benußet wird.=- In Franken und ei- nigen andern Gegenden von Oberdeutſchland verficht | nan hn iſt (ohar- Wie- dj. hendi- ufen Zalt: hum ha- heil und ; lan Voti Verbeſſer. der Weiden u. Wieſen insbeſ. 7x man es beſſer!=- Ruf dem Vordergeſiell vom Wax- gen wird ein dazu beſonders vorhandenes Faß, z. E. ein altes Weinoxrboft geleget 3 mit Jauche angefulletz und, wenn es auf die Wieſe gebracht iſt, der Za- pfen am hintern Ende ausgezogenz;. der Hals von- einem gewöhnlichen Gartenbrauſer in das Zapfloch geſte>t, oder auch ein. dazu aptirtes durchlöchertes Holz oder Blech davor gemacht; die IBieſe langſam überfahren, und ſo mit der Miſtjauche ordentlich be- goſſen*). Wenn das Faß geleeret iſt, wird ein an- ders nachgeholet, und auf die Art ſo lange fortge- fahren, als man Wieſe oder Jauche hat.=- Dabey aber iſt zu bemerken, daß dieſe nicht friſch, wie ſie aus den Ställen fließt, ſondern roenigſiens etliche Wochen altz und alſo aus der Miſiſtätte da, w9 fein Zufluß von den Ställen iſt, genommen ſeynz-== oder wenn der überflüßige Urin, wie man an vielen Orten den Gebrauch hat, in beſonders dazu verſenk- te Fäſſer oder in Gruben aufgefangen wird, allemal das älteſte und wenigſtens vier Wochen lang geſian- dene Faß, oder die eben ſo alte„Grube gewähletz wenn aber der Urin jünger iſt, mit Waſſer verſeßt werden müſſe,== Bey den, dieſes Verfahren zum | E 4!- Gkeunde *) Am beſten wird ein Kaſten, deſſen Boden mit vie- len Löchern durchbohrt iſt, hinten am Wagen vefe- ſiiget, in weichem die Jauche aus. dem Zapfioche lauft; und ſich ſo mebt verbreitet. 72? Zweyter Abſchnitt, Grunde habenden natürlichen Urſachen will ich nicht verweilen, ſondern nur aus der Erfahrung bemerken, daß die äzzende Schärfe-des friſchen und ungeſchwäch- ten Urins das Gras mehr vertilgen als deſſen Wachs- fhum befördern würde.= Mit vier oder fünf Fäſ- ſern von beſagter Größe fann ein Morgen hinläng- lich begoſſen und gedünget werden. b. 46. Planirung der Oberfläche, Wieſen, die eine ungleiche Horizontalfläche und bald tiefe Stellen, die ein ſchilfigtes, ſaures und grobes Gras geben; bald Höhen und Berge haben, worauf gar nichts zu wachſen pflegt, können vor dep ' Hand nicht anders als dur< Abtragung der Berge, und durch Erhöhung der niedrigen Stellen mit der abgetragenen Erde verbeſſert 3 dergleichen Arbeiten auch nur im Winter auf dem Froſt unternommen werden.=- Jn der Folge erhalte ih noch Gelegen- heit, von der ferneren Behandlung der alſo umge: - wühlten Pläße mehr zu ſagen. G. 102) 8. 47. Zweifel widepx die Verbeſſerungsmittrteſl, So ſehr mir auch daran gelegen iſt, das Zutrauen meiner leſer zu verdienen und zu erhalten, ſo wenig mögte ich voch verſchiedener bisher vorgeſchlagener Ber- ih icht merten, hach: | Pacht: inf FUr Pinlänge e und 6 und jaben, 0 der Zerg, it der eten men egen Jn90 (, aue en) en? er Von Verbeſſer. der Weiden u. Wieſen insbeſ. 73 Verbeſſerungsmethoden halber darauf Anſpruch machen können.=- Vielleicht geſellen ſie mich eben der Claſ- ſe von Wirthen bey, denen nachzufolgen ich ſelbſt- gewarnet habe(4. 6.), Vielleicht zucken ſie bey ver- ſchiedenen Stellen die Achſeln und hohnlächeln ein wenig. Vielleicht heißen ſie einige Methoden aberwi- ßiges Zeug, wovon unmöglich Gebrauch zu machen ſey. Werden gehoben, I angemeſſen ſey.= Man laſſe nur dem Vieh unter dem ange- prieſenen warmen Brühfutter und Kartoffelbrey, und unter gutem Heu die Wahl; over man gebe einem Stü> den ganzen Winter hindurch jene, dem andern aber dieſe83; und ſehe dann, ob es in erſjerem Falle nicht allemal das Heu vorziehen, im andern aber ſich beſſer befinden werde.== Erdtoffeln und Rüben ſind Freylich die einzigen Surrogate des Heues für ſolche Wirthe, die überall keine oder geringe Wieſen ha- benz; und dieſe Gewächſe werde ich am gehörigen Ort als Surrogate auc ſelbſt empfehlen.=- So gut ſie aber auch ſind, ſo wenig räume ich ihnen'den Vor- zug ein. Hier iſt es noch unndthig zu beweiſen, daß dieſe und verſchiedene andere Wurzel- und Kohlge- wächſe blähend und laxirend 3 aus dieſer Urſache alfo auch dem Vieh nicht ſo geſund und ſogar ſeiner Na- tur entgegen ſind, weil ſie ohne Zuſaß von Stroh oder Heu bald gar nicht, bald auch nicht fo gut wie- dergefäuet werden können. Es frißt dieſe Gewäch- ſe, und frißt ſie mit Vergnügen, wenn es nichts an- ders hat; ja es ziehet ſie ſelbſt dem ſauren Heu vor woran es überdem nur aus Hunger gehet.=- Allein das giebt feine Regel, die Wieſen zu abandonniren, oder die ſchlechten nicht zu verbeſſern! Wem gar feine Wieſen von der Natur zu Theil geworden: wer feine künſtliche anlegen will oder kann, der wird fich 76- Zweyter Abſchnitt. ſich bey jenen Surrogaten des Heues ſchr wohl be finden. Wem die Natur aber mit Wieſen bedacht Hat, ſie mögen von ſo ſchlechter Beſchaffenheit ſeyn wie ſie wollen; der wird ſich, wenn er meinen Bor- ſchlägen folget, und ſeinem Vieh durch die verbeſ- ſerte Gräſerey ein angenehmes Winterfutter bereitet, geſeßt auch, daß es nicht hinlänglich, und mir jenen Hülfsmitteln abzuwechſeln ſeyn ſollte, noch beſſer befinden. Dritter Abſchnitt. Von Futterkräutern überhaupt, d. 49. Däte Futterkräuter erſeßen den Mangel an Weiden und Wieſen, Indeſſen mögte die Viehzucht im Ganzen bey allen den verſchiedenen Methoden zur Verbeſſerung der na- türlichen Weiden und Wieſen wenig oder gar nichts gewinnen!=- Die ſchlechte Beſchaffenheit der Wei- den überall; der gänzliche Mangel an Wieſen in ei- nigenz und die wenige Hoffnung zur Anwendung der Verbeſſerungsmiteel in andern Fällen, werden ſo lange unumſtößliche Hinderniſſe der verbeſſerten Vieh- zucht bleiben, bis es unſern Wirthenefallen wird, jenen Gegenden, deren ich(6. 9.) erwähnet habe, und die überall feine natürliche Weiden und Wieſen, gleich- wohl vehele 1 dur) dw mif md jm! 4 he Jt 94 vünf (un 3 (6 me fw€ Nint [17070 Wt fe (m Gif win ve eh m Iih fut on bad 1) mw benen (el Fl Inbauy ooh! bs dedacht u ſeyn hn Vor: verbeſ; ereitet, * jeten beſſet Von Futterkräutern überhaupt„47 0 wohl die ſchönſte Viehzucht beſißen, nachzuahmen, und ihrem Beyſpiel zu folgen. Ic< habe daſelbſt ſchon bemerkt, und hier wies derhole ich es, daß dieſes anſcheinende Paradoron durch den Anbau ſchilicher Futterfräuter und Ge- wächſe für das Vieh gehoben ſey. Was aber dorr möglich iſt, ſollte das b-y uns weniger möglich ſeyn? Wenn es dort fleißige und geſchickte Wir- the gtebt, ſollte es bey uns weniger geben?== Ih wünſche nicht, daß ein einziger meiner Leſer nur einen zweifelhaften Gedanken daran haben, und ſich ſelbſt erniedrigen möge.=- Auch wir können es mög- lich machen: auch wir können fleißig und geſchi>t ſeyn. Es kommt nur aufs Wollen anz auf ein ver» nünftiges Wollen, welchem alle ſonſtige Conſideratio- nen in Abſicht auf Herkommen und Gebräuche nach- geſeßt ſeyn müſſen.=- Sobald wir von dem wichti- gen Einfluß welchen die Viehzucht auf unſern Acker, bau und Geldbeutel hat überzeuget ſind; und ſo bald wir einſehen, daß ohne eine gute Viehzucht Jleiß und Mühe beym Ackerbau vergebens; die ganze Wirth- ſchaft elend, und die Geldeinnähme dürftig iſtz ſo. bald wird es auch nicht an Enrſchlüſſen zur Aufnah- me der Viehzucht fehlen, und ſobald werden wir auch bemerken: daß ohne Verbeſſerung der Nahrungsmit- tel keine Verbeſſerung der Viehzucht(6. 1x3.), ohne Anbauung der Futterfräuter aber in den mehreſten Fallen 78. Dritter Abſchnitt. Fällen keine Verbeſſerung der Nahrungsmittel weder „moglich, noch zu bewirken ſey. bd. 50. Müſſen nicht auf Koſten des Getreive- baues gepflanzt werden. Ih bin nicht gemeinet, die Viehzucht auf Ko- ſien des Getreidebaues begünſtigen, oder zu einer ſo wenig weſentlichen Verbeſſerung der Landwirthſchaft Vorſchläge geben zu wollen. Umgekehrt ſoll der Ge. treidebau durch die Viehzucht verbeſſert, und die Erndten vermehret werden.=- Zwar iſt ein aus der Viehzucht gelöſeter Thaler eben ſo gut als derjenige, den man für Getreide einnimmt: dies bleibt auch al- lemal in ſolchen Gegenden und in ſolchen Ländern wahr, die von der Natur mehr Geſchick zur Vieh- zucht als zum Ackerbau erhalten haben.= Die ge- vbürgigte Schweiz; das niedrige Holland z die Mar- ſchen bey Hamburg; unſere medrige Gegenden an der Elbe, der Oder, der Neße, der Warthe und mehrern kleinen Flüſſen, geben das unverwerflichſte Zeugntß.=- Allein dasjenige, was hier die Natur gethan hat, durch die Kunſt erzwingen zu wollen, würde eben ſo vergebliche Arbeit und von eben ſo ſchlechtem Erfolg begleiter ſeyn, als wenn man die hohen Alpen, oder die niedrigen, der Ueberſchwem- mung ausgeſeßten Gegenden an den Flüſſen beacern wollte. WWöpabere Gel nid wuntart NOE Dy auf d Tiden furbau | weder Feide uf Ke iner ſy hſchaft er Ge, 1d. die 18 der jenige, uch al: andern Vieh, le ge Mat“ 1 an e und fichſte Natur ollen, nf "dv wen) fen IWtt Von Futterkräutern überhaupt 779 wollte.== Ich werde alſo nicht die Hälfte, oder-einen andern nahmhaften Theil unſerer Beſißungen mit Fut- terfräutern zu beſtellen 3 nicht dem Beyſpiel der Eng- länder(6. 2.), welches auch nur von dem reichſten Theil derſelben geſchiehet', zu folgen lehren, die zum Vergnügen, und nachdem ſie Laune haben, die ganze Wirthſchaftsart ihrer Gürer metamorphoſiren, und we- nig nach dem Nußen fragen, wenn- ſie nur ihrer ftiebhaberey ein Genüge leiſten. Solche das bisherige Syſtem der Wirthſchaft gänzlich verändernde, und eine neue Bewirthſchaf- tungsart der Güter einführende, mit Koſten, nicht ſelten auch mit Schaden verknüpfte Verbeſſerung der Viehzucht iſt nicht für uns.== Die Wirthſchaft muß auf denſelben Fuß erhalten; der bey uns allen mög: lichen Veränderungen in derjelben vorzuziehende Ak- kerbau nicht geſchmälert; die Getreideerndte nicht ver- ringertz die Geldeinnahme nicht geſchwächt; feine Ausgabe veranlaFetz und dennoch der Endzweck ep- peicht, d. i. gerade nur ſo viel Futterfräuter gebauet werden, als zur Ernährung des-zur tüchtigen Be- düngung unſers Ackers erforderlichen Viehes nöthig iſt. S.2151 Verſchiedenheit derſelben und deren Be- nußung. Es giebt aber ſv mancherley Futterfräuter und Gewächſe, und ſo mancherley Benußungen derſelben, ' daß 80 Dritter Abſchnitt. daß es nvthig ſeyn wird, dieſe in genauere Erwägung zu ziehen, um jene darnach beſtimmen zu können. Es giebt Futterkräuter, die abgeweider; andere, die grün äbgemehet und auf dem Stall gefüttert; an: dere, die zu Heu gemacht; und Gewächſe, die nur im Winter benußer ſeyn wollen;== dder mir andern Wor- ten, einige ſchifen ſich zum Nbweiden, andere zum Grünverfütrern auf dem Stall, andere zum Heumachen und noch andere bloß zur Winterfütterung.= Alle dieſe Kräuter, und alle die Benußüngsarten machen denn freylich dem Unerfahrnen die Wahl ſchwer; und dieſer Bürde und des ungewiſſen Erfolgs zu entgehen wäre es ihm allerdings gerathener, bey der bisherigen Verfaſſung zu bleiben und keines von allen zu wäanlen, 8.-ZB Abſiht und Nußen bey der Viehzucht be- ſtimmen die Futterkräuter. Ich will verſuchen, ob ich die Wahl erleichtern helfen und zu beſtimmreren Einſchließungen Anlaß ge- ben kann.=- Abſicht und Nußen müſſen ,. wie bey) allen menſchlichen Handlungen, alſo auch hier die Entſcheidung geben. Da ich von allem Erfahrung, und von allem Guten ſeit langen Jahren Erfahrung habe; ſs können meine feſer mir ſicher die Wahl überlaſſen; und eben ſo ſicher auf das Reſultat der- jelben bauen. Welche (Om ' Aulang ägun) nne, ) andere, tert; an: ' Nr Un n Wor ere zu machen - A nächen '; und tdehen verigen vagen tb hten ß[19 16 be) ex di run), run Way 190177 M Von Futterkräutern überhaupt. 82 Welche Abſicht äber verbindet man mit der Sorn: viehzucht; und welchen Nußen ſollen Kühe und Ochſen beſcheeren?=- Milch und„Kälber verlange ich von den Kühen, antwortet die Wirthin: und Arbeit will ich von den Ochſen, von Ochſen und Kühen zugleich aber„Dünger haben, antwortet ver Wirth: und das iſt ſo ganz Recht!=- Nun kann-man aber auch durch Weiden von den. Kühen Milch'und Kälber,-und von 'den Ochſen Arbeit haben: und es kommt wieder dar- -auf an, ob die Abſicht völlig erreicht und der Nußen Hinlänglich Jey? Und dieſes wird wohl ein Jever ver- mnünftige Wirth bezweifeln!=- Wir erhalten wenig Milch und ſchlechte Kälber von den Kühenz wenig Arbeit von den Oc zufrieden. Man glaubte no). beſſere entdecken zu können und die Wirthſchaftsverfaſſung, indem alle Vieharten und beſonders die Schaafe den groſten Theil des Winters weiden können=- ein ſo mildes Klima hat das ſüd- liche England!== verlangte das ganze Jahr hindurch ; grüne ve“ dis rämien geachtet Neolt hämey, hand verden; tet ih: Zetor): nN Oz ur bon andert wah: Die m der Heſſer (007 man Vot- Sel Bi „ter nen 190) nes jüd ur int Von Futterkräutern überhaupt. 85 grüne Kräuter. Der Geſchmack des reichſten Theils ver Nation, in den Parks(b. 2.) große grüne Ra- ſenpläße zu haben, trat dieſem Verlangen bey, und als Theilnehmer der Regierung ließ derſelbe überall, und ſogar in andern Welttheilen nach Kräutern for- ſchen. Der ausgebreitete Handel begünſtigte das Un- ternehmen.=- Borzüglich in der neuen Welt, die man am beſten kannte, deren Clima auch dem vater- ländiſchen am mehrſten entſprach, fand man eine Men- ge Kräuter 3 und bey dieſer Gelegenheit zugleich eine Menge Bäume, Stauden und andere Gewächſe, die theils nüßlich, theils ſchön waren 3 und welches Alles man zu Hauſe nicht zu haben glaubte, zum Theil auch wirklich nicht hatte. Nun pflanzte alles aufs Neue wieder vom kord bis zum Pächter. Alles wett- eiferte: die Großen um Ehre und ſchöne Parks, die Ge- ringern um Prämien und Nußen. Jeder lobte ſein Ver- fahren, und, von den dortigen Schriftſtellern beflügelt, verbreitete ſich dieſes kob mit mehrerm oder minderm Rechte bald über das Meer,-= Die Schweden wur- den zuerſt aufmerkſam: und um ihre angefangene Verbeſſerung der Schaafzucht unter einer ſo kalten Zone noch mehr zu erhöhen war nichts nöthiger, als auf die Verbeſſerung des Futters dafür zu denken. Kalm reiſete nach England und von da zur Quelle ſelbſt, aus welcher ein großer Theil der Engliſchen Kräuter gefloſſen war== nach Amerika, Deutſch- land und die Schweiz folgten ſpäter, und ſchickten & TZ zwar 86 Dritter Abſchnitt. zwar keine dffentliche Geſandſchaft ab: junge Wir- „the aber, gereizt durch das öffentliche Lob, beſahen ſich in England(6. 2.). Dieſe brachten denn alle Sämereyen ,. die ihnen angeprieſen wurden, mit zu- rück; und andere verſchrieben ſich, was in Büchern am meiſten gelobet war.=- Der Beſtellungen wur- den bald ſo viel, daß der Verfehr mit Saamen ein ordentlicher Handelszweig bey einer Nation ward, die nächſt Ackerbau und Viehzucht auch aus vem Handel alle mögliche Vortheile zu ziehen weiß.=== Allein hier miſchte ſich auf Seiten der Saamenhänd- ler Eigennuß und Charlatanerie mit ins Spiel; wie es denn gemeiniglich in kaufmänniſchen Angelegenhei- ten zu geſchehen pflegt.=- Man pflanzte und ſäete demnach bey uns Alles, was man aus England er- hielt? und wie man ſich erinnern wird(6. 3.), ei- nige unſrer rüſtigen Wirthe wollten durchaus die Engliſche Wirthſchaftsverfaſſung in Deutſchland na- tionaliſiren. Ihre Verwunderung aber war nicht ge- ringe,'als ſie, eben die Kräuter zum Theil ſchon in Menge auf ihren Wieſen und Aeckernz zum Theil als bekannte Küchenkräuter in ihren Gärten; zum Theil aber an Zäunen und Hecken, auch auf Wegen fan- den, wo ſie ihrer widrigen Eigenſchaften wegen vom Bieh verſchont und ſtehen geblieben waren. Durch fremde prächtig klingende Namen allgemein bekannter, zum Theil unnüßer Pflanzen alſo angeführt, verhülle- ten c Wir: beſahen hn alle mit zu: Züchetn 1 witt: en ein ward, ; vein händ: ; wie enhei- nd er ), w 8 die d na tO: on 11 al Thal | far | von Zur 11107) hülle! (m Von Futterkfräutern überhaupt. 87 ten ſie die Schaam in dem lobe einiger andern unbe- Fannten, zu gleicher Zeit geſäeten Pflanzen, und in der Hoffnung auf einen beſſern Erfolg.= So er: hielte ſich denn der Schwindel, von den Engliſchen Futterfräutern veranlaßt, verſchiedene Jahre hindurch und hatte auf manches Deutſche Gehirn und auf manche Deutſche Börſe nicht den beſten Einfluß.= Indeß gewann doch die Deutſche Landwirthſchaft im Ganzen dabey. Denn indem dieſe Oeconomiſchen Mär tyrer ſich für das gemeine Beſte aufopferten, wur- den andere, die Mangel der Viehzucht ebenfalls be- herzigende Wirthe auf die Fucterkräuter unſers eige- nen Vaterlandes aufmerkſamer. Es traten Scrift- ſteller zu ihrem ſobe auf: die Landwirthe wurden be- kannter damit: und die Erfahrung beſtättigte es, daß ſie vor den Fremden große Vorzüge hatten.= Noch mehr! unſere ehemahligen Lehrer lernten von uns wie- der und fingen an, unſern gemeinen rothen oder ſpa- niſchen Klee ſtärker zu bauen: mit der ihnen gänz- lich unbefannt geweſenen Eſparſette, mit unſern Kohlarten u. ſ. w. Verſuche zu machen z und ihr Vieh auf dem Stall zu füttern, wovon ſie ſonſt gar Feine tiebhaber geweſen S 4 6. 16. *) Was der Verf. in dieſem 5. über Engländer, über ihre Landwirthſchaft und deren Nachahmer ſagt, be- darf einiger näherer Beſtimmung und Berichtigung. Die 33: Dritter Abſchnitt. ß. 54» Daraus gezogene fehren. So ſtehen die Sachen gegenwärtig no<: und zu wünſchen iſt es, daß ſie immer auf den Fuß blei- t dew Die Engländer ſind ohnſtreitig. unter den Neuer diejenige Nation, welche den Ackerbau und durch ſelbigen den National- Wohlſtand aufs höchſte getrie- ben haben. Wir können ſie daher mit Ehren als unſre Vorgänger und Lehrer betrachten, und ihnen auf eine unfern Verhältniſſen angemeFJene Art nach- ahmen.; Man ſcheint es jeßt zwar beynahe vergeſten zx haben, was öoc alle claſſiſche National- Schriftſiel» Iker der Engländer einmüthig anerkennen und erwei- ſen, daß der verbeſſerte Ackerbau die Baſis war; worauf die Manufacturen, die Schiffahrt, der Han- del und das ganze politiſche Syſtem dieſes Staats beruheten. Man fiehet jetzt den Stamm vor den Zweigen kaum. Jener Stamm iſt der Ackerbau und nur nachdem dieſer ſiark und ſaftreich genug gewor- den war, konnten die auf ihn gepfropftfen Zweige; die enorme Stärke erlangen und die goldenen Früch- ke tragen, die der oberflächliche Beobachter anſtaunt ohne zu bemerken worauf ſie ruhen. Wahr iſis, dieſe Zweige find jeßt ſo übertrieben, daß der Stamm fie nicht mehr zu kragen vermag. Man muß fremde und fünftliche Stüßen herbey h9h- kn. Verläßt man ſich aber, wie es ſcheint;'zu ſchy auf Von Futterkräutern überhaupt. gg959 ben mögen!== Wir haben nicht nöthig, unſere Viehzucht durc) ausländiſche Futterfräuter zu ver- F5 beſſern: ): m auf dieſe, ſucht man die Triebkraft in den Zweigen 08 bia nod) immer zu vermehren, ohne den Stamm und dm ſeine Wurzel nach Verhältniß zu verpflegen; ſo== wird der Baum. allmählig vertrocfenen, oder= went Neuen die fremden Stügen einmaßhl fehlen ſollten=- was durch Gott verhüte! brechen und durch ſeinen Fall Curo- getrie: pa erſchüttern. en als Wer, nur lüſtern avf ſolche Zweige und Früchte, ihnen die Erziehung eines geſunden Stammes vernachläßi- - gef ünd die Pfropfreiſer auf einem zu ſchwachen oder verkrüppelten Stamm ſeßt, betrügt ſich ſehr und wird ſſen zu-. feine oder nur faftloſe Früchte erhaiten. riftſiel; Kurz der Ackerbau muß Fabriken und Handlung erwei: ernähren. Das lerne der Staatswirth aus Englands War, Beyſpiele!) Han- Doch ich ſchreibe ja nur für den Landwirth: taats und auc dieſem rufe ich mit Ueberzeugung zu? ah- ' den me dem Engländer nach!=- Ein anderes iſt aber 1 und nachahmen; ein anderes nachäffen. Wer ohne evo Rückſicht auf Zweck, Verhältniſſe und Vermögen, nur weig einzelne Mittel und Handgriffe nachmacht, iſt kein Früch: vernünftiger Nachahmer. Wean er dann Thorheit ſiaunf' Über Thorheit begeht, ſo lacht, ich bitte Euch! nicht über den Engländer, ſondern über den Affen! ieben) Mittel anzuwenden ohne den Zweck zu wollen, iſt nd, der höchſte Gipfel der Dummheit. Wenn der Eng- hoh ſänder Gräſer und Kräuter zur Weide bauet, 1die ſchr Aber vor der Sichel nux trockne Halme geben, ſo auf nehme 0 Deitter Abſchnitt. beſſern: wir haben deren ſelbſt genug und von beſſe- rer Güte, als jene ſeyn können. Wir kennen ſie, beſonders unſere Gräſer, nur zu wenig: und noch weniger bemühen wir uns, von den vvrzüglich- ſten Saamen zu erhalten, mit den Gräſern eben ſo wie mit dem Getraide zu verfahren; und auf dem vrdentlichen Wege der Kultur eben ſo gutes Gras zu erhalten, als bemühet wir ſind, gutes Getraide zu erndten. Wäre dieſes, ſo würden wir zuverläßig“ eine nehme man es doch nicht übel, daß ſie zur Stall- füfterung nicht taugen. Daß dieſe Gräſer auch an unſern Hecken und. Zäunen wachſen, dafür kann er nicht. Stakt ſie mit Unwillen wegzuwerfen, hätte man lernen ſollen, wie und wozu die Gräſer an un- ſern Hecken und Zäunen zu gebrauchen ſind. Stallfütterung verſtieß bisher noch zu ſchr gegen die Principien und die ganze Wirthſchafts- Einrich- tung der Engländer. Aber gewiß iſts, daß ſie hier- in wieder von uns lernen können und wahrſcheinlich lernen werden. Klee, Esparſette und Kohlarten ha- ben ſie aber längſt gekannt. Daß man bisher.den ganzen Zuſammenhang der Engliſchen Wirthſchaftsarten, ihre Verhältniſſe und ihre Verſchiedenheiten nicht kannte, hat ſo viele Mißverſtändniſſe veranlaßt. Man lerne erſt ihre Zwecke, ihre Verhältniſſe und ihre Mittel kennen, und dann prüfe jeder, in welchem Stücke es rath- ſam für ihn ſey, ihnen nachzuahmen. Manche Stü- >e dieſer Art wird er zuverläſſig finden. mit Gal (unburr dem Gan zn(ebe P1 uw Gmd wN (ih 4 m ſwr 1 "leid ve un "%Y Ny on beſſy 19: un) ezüglic: „eben|) j uf den 5 Gre jetraide erläßig eint Etall- ch an ann er hätte an un gegen nrich- hier- inlich n ha- 6 der e und vielt ihre nen rache Gti Von Futterkräutern überhaupt. 91 eiee größere Anzahl von, Futterfräutern aufzuweiſen haben, als die Engländer es können.== Und wollten wir von allen Saamen aufnehmen, ſchöne und prächtige Namen dafür erfinden, und große Lo- beserhebungen davon machen; ſo würden wir auch mit Saamen handeln, und eine in der Botanik und landwirchſchaft noch nicht ſo weit gekommene Nation als wir es zum Theil ſchon ſind, eben ſo leicht hin- tergehen können, als die Engländer uns hintergan- gen haben*).?| Wenn es gleich meine Abſicht geweſen iſt, die Feſer auf die Lobeserhebungen ausländiſcher Futterkräuter und Gewächſe aufmerkſam zu machen 3; ſo habe ich doch nicht die Meynung, fie von allen Verſuchen damit gänz- lich abzurathen.=- Dies wäre der Weg zur Entfer- nung unſerer Kenntniſſe von allem Guten, und un- ſever Wirthſchaft von allem Nüßlichen. Es giebt vielleicht not und eben ſo nahrhaft als jene ſind, zur zwoten Cläſſez Diejenigen, welche zwar auch, aber nur in beſon- dern Fällen und mit geringerm Nußen gebau- et werden können, zur dritten Claſſe; und endlich Diejenigen, welche ſo wenig ergiebig und ſchlecht oder unſerm Clima fo wenig angemeſſen ſind, daß ſie der Mühe des Anbaues nicht verloh- nen, zur vierten Claſſe gehören ſollen. Die zworte Abtheilung der Futtergewächſe zer- fällt in dem Betracht, daß dazu nur Wurzel- und Kohlgewächſe gehören, von ſelbſt in ihre nätürliche Claſſen. Wir fangen mit den Kräutern an. Erfſie Claſſe; Von den ergiebigſten, zur Stallfütterung ge: ſchickten Kräutern. 8. 57- I Der rothe Spaniſche Klee. Num. x. Der große rothe Klee, auch Spaniſcher Klee-=- vielleicht weil ſein Anbau aus den ehemaligen Spaniſchen Niederlanden zu uns ge- fommen= verdienet bey verſchiedenen andern Vor- zügen 95 Bierter Abſchnitt. zügen„auch um deswillen den erſten Plaß, weil ex in jedem Bodeu, ſelbſt in magern Sand- und kale ten fcehmäern, wenn ſolche nur gehörig gedäünget und verarbeitet werden, fortfommtz dabey dauerhaft allen Vieharten angenehm, drey und viermal zu mä- Hen, und ſo ergiebig iſt, daß zwey bis drey Kühe den ganzen Sommer hindurch von einem Magdebus- giſchen Morgen ernähret werden können*) %. 58- Anban: wobey im erſten Jahr Getraide ge- erndtet wird. Ein kroner., remery gut bearbeiteter, und nicht Friſch gedüngter Boden, wie aller Gerſtac>er es bey uns iſt, oder doch ſeyn ſollte, iſs ihm der angenehm fte. Er gerath aber auch in jedem andern Boden verhältnißmäßigz nur von Natur ſehr maſſes, oder im Winter unter Waſſer ſtehendes Land iſt nicht für ihn.= Wir ſäen ihn in unſerm kältern Clima im Frühjahr und zwar nicht allein, ſondern in Vermi- ſchung =) Hier iſt etivas zu viel geſagt. Juf magern Sand- äc>fern kann der Klee ohne dine ganz befondere Kul- tur nicht mit Vorkheil gebauet werden. Um ihn drey bis vier Mahl zu mähen, und zwey-bis drey Kühe von einem Magdeburgiſchen Morgen den Som- mer hinduyech zu ernähren, wird ſchon ein Bodex von ſeltener Güte erfordert, | | ! fet (emm durch| jun vw vin gm Weil 6 „und feh gedüngt! dauerhof [ zu mb ey Küh (agdebiy ide 98: d niht es bey genehm Yoden , Dder ht für| ma Perm ſchun) Gan) ve Rub Im ihn [8 dr 1 Goi Bod Von Futterkräutern insbeſondere 197 ſchung mit andern Pflanzen und Getraidearten, mit Hafer, Gerſte, Bohnen oder Flachs; am beſten aber mit Gerſte. Die jungen Pflanzen erhalten da- durch im Sommer Schuß für die Hiße, und wir von demſelben Acker in dem Jahr noch Getraide.= Einige unſerer Landesleute ſtreuen auch den Saamen zm Aprill über die Rokenſaat. Sie müſſen aber mehr nehmen als ſonſt nöthig wäre: und erhalten, in- dem der ſo früh geſäete Klee oft über den Rocken, wenn dieſer ſich legt oder nicht gut geräth, die Ober- hand gewinnt y weder eine ſonderliche Korn- noch ei- ne jonderliche Klecerndte: überdem iſt der Aer nach- gehends auch ſchwerer zu bearbeiten") Auf einem Magdeburgiſchen Morgen, zu 180 zwölfſüßigen OQuadratruchen gerechnet ſind ſechs Pfund geſunden und guten Saamens(5. 67.) erforderlich 18 „Dieſer *) Beydes iſt nicht zu beſorgen. Im Heſſiſchen und den Rheingegenden wird jeßt mehr Klee unter das Winter« als unter das Sommergetraide im Früh- jahr geſäet. Nur mir dem Saamen darf man nicht ſparſam ſeyn. Man lockert den Acker zuvor mittelſt einer mit Dornen durchflöchtenen Egge auf. **) Acht Pfund iſt das geringſte was ich zu ſäen an- rathe, Es fönnen ſechs Pfund hinreichend ſeyn; wenn der Saamenz; die Witterung und der“oden fehr gut ſind, Aber nut mehrerem gehet.mau ſiche- rer SG 98 Vierter Abſchnitt, Dieſer wird, ſobald die Gerſte geſäet und völlig ein- geegget iſt, über den Acker geſtreuetz; worauf das gewöhnliche Bewalzen folger. Wer ihn in die offne Furche ſäen, oder gar unter die Gerſte mengen woll- te, würde den kleinen Saamen in beyden Fällen zu tief in die Erde bringen, und gleichſam vergraben;z in leßterm beſonders aber von demjenigen, was nod) auffommen mögte, ſehr ungleich ſtehenden Klee er- halten,= Bey einer andern Gelegenheit will ich die Sache deutlicher machen(4. 88.)= Zum Nusſtreu- en des Saamens ſind nur die drey Vorderfinger, aber eben ſo viel Gänge über den Acker, als zum Gertraide erforderlich*).=- Hierauf werden noch die Waſſerfurchen aufgepflüget, nachgeräumer und gecb- net. In trocknen und warmen Aeckern iſt es voch nicht jo ſehr als in kalten, Regen- und Schneewaſ: ſer oft nicht durchlaſſenden Lehmäckern nöthig. Wenn der Boden gut, vorhin auch zum Ro- F>en gut gedünget iſt, ſo wird der Klee ſtärker als die Gerſte wachſen, und die Erndte davon vermin: dern rer. Je ſchlechter der Boden, deſto mehr muß man einſäen. *) Wer im Säen dieſes Saamens noch nicht fehr ge- übt iſt, thut beſſer den Auswurf ſo zu vertheilen, daß er den Acker zweymahl übergehen kann. (ig fe fand di ollig eit: auf das die offye Igen woll: Fällen zu ergraben; was no Klee 1 (| ich dy Auftre erfngen als zun noch di 1d ged es doc neewal: n Ro er als 1971007 den 6 a ehr 9% heile) Won Futterfräutern insbeſondere 99 dern).=- Wer ſich und ſeinen Boden in dieſer glücflichen Lage weiß, und wem mehr an der Gerſte als am Klee gelegen, kann den Saamen acht, läna. ſtens vierzehn Tage nach beſtellter Gerſte, wenn dieſe ſchon gelofen iſt, und bevor das an einigen Orten alsdann erſt gebräuchliche Bewalzen derjelben vorge- nommen wird, annoch darüber herſireuen, ohne zu fürchten, daß es dem Wachsthum des Klees nach- theilig ſeyn mögte.== Nur tritr nicht ſelten der Um- ſtand ein, daß wegen einfallenden Regenwetters das Bewalzen der Gerſie nicht unternommen; wobey zwar dennoch der Klee geſaet, demnächſt aber wegen der auf dem Acer gebliebene Klöße, nicht ſo gut, und ſo furz an der Erde weg, wie ſont, gemähet werden fann. Im erſten Jahr der Kleebeſtellung alſo erndtet man Gerſie, und kann, da dieſe erſt mit dem Ende des Auguſis, und in einigen Gegenden noch ſpäter reif wird, keinen Klee verlangen.=- Die gemähete Gerſte muß, wenn ſie wie gewöhnlich ſtark mit Klee durc oder voll.=- Dem Klee ſchadet es nicht: er kommt beym erſten Schnitt erſt aus der Erde: beym zweyten wird jenes ſchon dünner: und beym dritten verliehret es'ſich noch mehr.== Es. würde alſo zum erſtenmal nur wenig Futter geben, wenn man nicht dier, als gewöhnlich ſäen wollte. Hafer nimmt man darum, weil er öfterer nachwäche ſet: indeſſen daß die Gerſte geſchwinder kommt, ſich aber ſchon im zweyten Schnitt gutentheils, und im dritten faſt völlig verlieret. s. 60. „Ternere Wartung und Behandlung. Nach abgebrachter Gerſte=- wir ſchlieſſen uns an den vorleßten Paragraphen wieder an=- kann die Stoppek auch mit Schweinen, jedoch treibend und daß ſie in ſteter Bewegung bleiben, und keine Zeit zum wühlen erhalten, abgehütet werden.=- So ndö- thig dieſes wegen der auf dem Kleeacker zurückbleiben: den Gerſtähren und Körner iſt, damit nicht Mäuſe G 3 herbey- +) Im Durchſchnitt wird dieſer Klee im zweyten Jah- re beträchtlich ſtärker, als der unter reif gewordenem Getraide. Die Eradte des dritten Jahres iſt immer ſchr zufällig und unzuverläßig. 102 Vierter Abſchnitt. herbeygezogen, ſich einniſten und den Klee verderben mögen: ſo ſchädlich würde es doch bey reanigter Wit- kerung jeyn, indem die ſpißen Klauen dieſes Viehes mehr an den Wurzeln cuiniren würden, als die Mäu- ſe je daran verderben könnten. Selten wird der Klee in dem Jahre noch ein- mal ſo ſtark wachſen, daß er gemehet werden kann. Gemeiniglich muß er abgehütet, dabey aber die ard- ſte Vorſicht gebraucht werben. Nichts iſt dem Vieh war angenehmer, aber nichts iſt ihm auch gefährti- Her. Die Leſer ſollen mehr davon erfahren(b. 180.) Hier iſt es an der Bemerkung genug: daß der junge Klee durchaus nicht vom Regen oder Thau naß, fon- dern ſo trocfen als möglich, und ſo ſpät im Jahr wie möglich, abgehütet werden; auch daß man das Vieh nicht ganze oder halbe Tage lang ſondern| täglich nur ein Paar Stunden darauf laßen müſ- ſe.= Weniger gefährlich iſt er jedoch, wenn Machtfröſte ihm das grüne Kleid genommen und ein ſchwarzes angeloaet haben: obwohl ihm dadurch von ſeiner Annehmlichkeit nicht viel benommen wird. Nun hat man eine noch zwey Jahr dauernde, und wenn die vorige Düngung und Beſtellung nicht fehlerhaft geweſen, jährlich drey bis vier Erndten ge- bende Kleewieſe. Der Ertrag iſt jedoch zu erhöhen, und es befördert das Wachsthum des Klees nicht we- nig DES. 4 ve umi uh! haufen je W MD vj, zu) mif „mw wenige W00! verderben te Wit, 8 Vieh die Min noch din en fan die 9 em Vij gefähr; (4. 180) ver jun aß, fo im Jaht nan di fondert "n müſ: wen und eit reh vor ). wern) 19 nid fen phöhe) It m ny EN Bon Futterkfräutern insbeſondere. 103 nig wenn man alljährlich vor Winters*) jeden Mor: gen mit ein Paar Fuder guten Dünger deleget,'das Stroh im Frühjahr abharfet, und die Maulwurfs- haufen ſtreuet, die ſonſt auch im Mähen hinderlich ſeyn würden.=“ Wer die ſchon(4. 45.) zur Ver- beſſerung der Wieſen angerathenen, in Aſche, Ofen- ruß, Kalch/ gu“er Straßenerde u. dergl. m. beſtehen- ven Hülfsmittel anwenden, und eins oder das ande- re im Merz, oder in der erſten Hälfte des Aprills auf ſeinen Klee ſtreuenz oder auch die Begießung deſſelben mit Urin in vorgeſchriebener Art möglich ma- chen fann, wird noch größern Nußen haben. Demohnerachtet vereinigen ſich zuweilen verſchie- dene Umſtände: ſchlechter Acker, ſchlechte Beſtellung viel Regen, naſſe und kalte Winter u.i!ſ. w. zum Nachtheil des Klees, beſonders in ſeinem dreyjähri- gen Alter.= Man merkt es im Frühjahr bald, weil weniger Stamm vorhanden: hilft aber dem Uebel ab indem man den Acker mit eiſernen, mit Dornen vurchfſochtenen Eggen überfährt, Unkraut und Gras auf die Art vertilgetz und zwar die Köpfe der Klee- wurzeln mit zerreißt, eben dadurch aber Anlaß giebt, daß ſie ſich mehr beſitauden, und da, wo ſonſt nur : G. 4 wenige *) Ich kann nach mehreren angeſiellten vergleichenden Verſuchen nicht anders als der Meynung derer bey- treten welche eine leichte Ueberdüngung im Frühjah- jahre für würkſamer halten. 104/ Vierter Abſchnitt, wenige Stengel gewachſen ſeyn würden, noch einmal ſo viel treiben müſſen*). .. 38.. 61, Gyps und Salz befördern den Wacsthum außerordentlich. Nichts übertrifft aber die Wirkung auf alle Kleearten, und nächſt dieſen auf alle Hülſenfrüchte mehr,: als Gyps und Salz.=“ Die wunderthätige Kraft dieſer durch Natur und Kunſt erzeugten Pro2 Ducte iſt ſo groß, daß man ſelbſt geſehen, ſelbſt Ge- brauch davon gemacht haben muß, um daran nach Ver- dienſt glauben zu können. Nur Schade, daß ſo wenig Gyps gefunden wird, und daß die Salzſiede- reyen, denn es bedarf nur des ſonſt nicht zu nußenz den Abfall3 aus denſelben, ſelten ſind. Beyde Mittel dürfen jedoch nur in ſehr gerins gen Quantitäten angewendet; und ich weiß Gegen- „den, wohin ſie auf acht bis zehn Meilen geholet werden,=- In der Hoffnung alſo, daß vielleicht eis nige meiner Leſer Gelegenheit dazu haben, und indem die Verſuche gerathen, auch„andere zur Nachfolge reizen, und ſo zu einer nicht geringen Verbeſſerung der *) Das alles habe ich leider! vergeblich verſucht. Man verlaſſe ſich nicd,t darauf,“ fondern wenn man auf dieſes Futterfeld rechnen muß breche man es um Und beſäe es mit Wicken, Mangkorn oder einem au» Hern angen;efienen Futterkraute. NW pr fui NG Wehöcht vt jM Winnt u day ſaw ſmd Chi dr It m Af mam Wd Wh Oy" W i" vy huh fut des far; "oc einmal a h8thun auf alb ſenfrüchte derthätige ten Pro: bft Ge: tach Ver- daß ſo Salzſiede- u nuben pr gerin Gegen? geholet eicht es d inden tachfolge eſſerun) de verſucht, enn mat n es un inen an Von Futterkräutern insbeſondere. x05 der Viehzucht im Ganzen"Anlaß geben mögten, will ich ſie näher damit bekannt machen. 6. 62. Präpartirung des Gypſes, Der Gyps iſt ein mit Vitriol- Säure geſättig- ter Kalkſſein=- welche ſeiner Eigenſchaften es ſey, vermittelſt der er eine ſo große Wirkung auf das Wachsthum der Pflanzen äußert, getraue ich mir nicht zu entſcheiden. Andere, die mit der Natur bekannter ſeyn wollen, haben es auch nicht gethan z und derjenige hat die wahren Urſachen wohl am meis- ſten verfehlt, welcher die Landwirthe zuerſt aufmerk- ſam darauf gemacht hat, indem er die Lehre von der Schwere und der anziehenden Kraft dabey zu Grun- de legt.== Es kann uns auch gleichgültig ſeyn: ge- nug, daß die Erfahrung ſeine Dugend bewähret.=- Iſt man doch mit den Tugenden der Menſchen zufrie- den, ohne ſich ſehr um die Bewegungsurſachen zu bekümmern! Es giebt Temperamentstugenden z=-der Gyps mag ſie auch haben. Nur in Staub verwand«s't iſt der upeintus in großen Platten brechende Gyps für die Pflanzen brauchbar; in welchem Zuſtande er darüber herge- ſtreuet wird, ſo ohngefähr, wie man auf dem Acker das Korn ſäet. Gebrannt oder roh iſt die Wirkung zwar ziemlich gleich, die von dem ungebrannten je- Gs voch 106 Vierker Abſchnitt. doch der von dem Ungebtannten vorzuzießen. Der Gearannte iſt leichter zu zermalmen, erfordert jedoch Holz: bey dem Rohen iſt die Mühe ſchwerer, man kann aber das iHolz ſparen.== Ich würde zu weit- läuftig werden, wenn ich die Praparitung beyder Ar- ten, wie es wohl im Großen erforderlich iſt, um? ſtändlich beſchreiben wollte. Aber von den nöthigſten Handgriſſen im Kleinen, um(Gebrauch von der Sa- er giebt allemal um den vierten Theil weniger Er- trag.= Wer den Pyrmonter Brunnen beſucht, und die Kenntniß der dortigen Landwirthſchaft dem Brunnenvergnügen nicht ganz nachgejeßet hat, wird- mir beytrecen, und das Geſagte bezeugen müſſen. VIT.65: Anwendung beyder Mitttel. Gyps und Salz aber werden nicht auf den blo: ßen Aer, wenn er etwa beſiellet iſt, ſondern auf di? jungen LT2 Vierter Abſchnitt. jungen Pflanzen geſtreuet, wenn ſie eines Zolles hoch, auch wohl etwas höher gewachſen ſind.=“ Ein Mag- deburgiſcher Morgen erfordert an Gyps noch einma ſo viel, als Rocken darauf geſäet ſeyn würde, nem- lich zwey Scheffel; und an Salz ohngefehr die Hälf: te des Rockeneinfalls, nemlich ſechs bis acht Meßen, == Mit dem Ueberſtreuen verfähret man, wie ich be- reits bemerket habe, eben ſo, als wenn man Korn ſaet3 nimmt jedoch weniger"Gänge über den Acker, wählet dazu eine ſtille Luft, und entweder trübe, et- was regnigte Witterung, oder auch die Abendzeit, Der feine Gypsſtaub wird vermittelſt des ſanfren Re» gens, oder des in der Nacht fallenden Thaues beſſer an die Pflanzen gebracht*): und man darf nicht fürch: ten, daß eine trockene und windige Luft, die, wenn die Arbeit am Morgen unternommen würde, ſich Nach- mittags noch einfinden fönnte, den Staub davon füh- re.= Zuverläßig fann man den vierten Theil der ſouſtigen Erndre mehr hoſſen. Der Gyps vertreibet die *) Der Thau iſt dem Begypſen ſehr zuträglich. Aber ein etwas ſtarker Regen, der bald darauf fällt und den Gyps von den Blättern abſpühlt, macht es völlig ſruchtlos. So wenig fich die Art, wie der Gyps würket, beſtim- men läßt, ſo iſt es doch ausgemacht, daß er nur auf die Dlätker würke, und daß alles, was auf den B9- ven fällt, verlohren iſt. Daher darf das Begypſen nicht eher geſchehen, als bis die Blätter ſich über den Boden verbreitet haben. va I. ypfüht pn der 7 ſuch | dM „" Nh)! y nige y nidt 7 Ni meran M fin Wh ven Wl W| fich hi! Wt At) E hoc), in Magq- ) einmal 6, nem: te Hält. Meßen, ich bi | Kort Acfer, ve, es diet, n Res beſſer für: went n führ eil der treibet die ber ein - und Reihenweiſe ſo ohngefähr aus, wie ſich Getraide auszuzeichnen pflegt wenn der Dünger nicht gehörig geſtreuer iſt. ' Mach jedesmahliger Kleeernte wird das Begyp- jen des wieder aufwachſenden jungen Klees wiederho- let,*), welches jedesmal auch mit eben dem Nuhßen verbunden *) Einige behaupten das Gypfen des erſten Wuchſes habe auch auf den zweyten einen wohlthätigen Ein- - fluß. Andere leugnen dies. Jcen getvorden iſt; niit. dem Harkenftiele umzuwenden; endlich) beym Thau in Hauſen zu bringen und einzit- fahren. Bey gutem Wetter geht dies ſehr gutz aber bey anhaltenden Negen leidet der in Schwad lie- gende Klee doch ſehr; Mir gefällt daher folgende neuere Methode, die id) aber noch nicht ſelbſt verſucht habe ſchr. Man laſſe den Klee bey heiterem 1, warmen Wetter und zwar nur in warmer Tagebßzeit mähen. Gleich hinter dem Mähen. wird der Klee ausgeſtreuet; dannt ihn die Sonne etwas, abwelke und außcrlich troefne, wel- Gyes jedog); wenn er feitte außere Feuchtigkeit haf; niche nsthig iſt. Vor Abend und ehe der Thau fällt wird er it fleine ſchmale, aber hohe Haufen nicht bloß zuſammen geharft, ſondern'mit den Händen aufgelegt. An der Windſeite macht man in die Hau- fen Lüächer; damit die Luft ein wu 17 7e: 1. Da ſich der Klee in dieſen Haufen ohne Rachtheil bald etwas beſatgt, ſo ſtehen ſie gegen an Wind zien! lich feſt. Sind dieſe Haufen ziemlich ausgetrocknet, ſo werden zwey Haufen zuſammen gebracht, aber ja nicht mit der Harke, ſondern mit der Hand in Tü- ey gu; folgen 18 bret: Treuen; zt diſe lich ab lange Zerder t, de d fel: achttü wordt, Von Futterkräutern insbeſondere, 117 wird dann die großen dürren Stengel allein erndeen,. T:1:67. Aufnehmung des Saamens. "Der Saame pflegt in falten(ehm- und allen eingeſchloſſenen Reckern ſelten, eher aber in Sand-Fel- dern und jolchen die ofen und der Sonne ausgeſeßt ſind. zur Reife zu kommen. Man nimme ihn von dem zwey- ten Schnitt des zweyten Jahres, wovon-man ſo viel' ſtehen läßt, als man Saamen haben will. Eine zwölffüßige Ouadratrurhe. giebt ohngefähr ein Pfund. => Seine Reife erkennet man, wenn er gelb und hart wird, welches in der Mitte odex am Ende des Septembers erſt zu erfolgen pAeget. Gemeiniglich ſind alle Blätter von den Stenzeln gefallen, und die Saamenköpfe ſchwarz geworden. Dieſer ſchon halb- dürre Klee wird bey guter Witterung gemähet, wie gemeines Heu gedörrer, eingeſcheuert, und im Win- ter bey ſiarken Froſt gedroſchen. Nar wenig Saa- men wird ſich zeigen 3 aber alle Köpfe, worin er ſehr tief ſißt, werden von den Stengeln gefallen ſeyn. Dieſe werden denn zurück genommen, und jene aber- ma!s"gedroſchen.=- Schwerer wird es, den Saa- men heraus zu bringen, im Fall der Klee nicht. tro- den genug geerndtet, und in der Scheure in Hiße gerathen ſeyn ſollte; wodurch die Saamenköpfe eine | H 3 Feuch- 113 Vierter Abſchnitt. Teuchtigfeit annehmen und behalten, die auch der ſiärkſte Froſt niche wegnehmen kann. Wenn ſie alſo fünf bis ſechsmal übergedroſchen ſind, und noch im- mer GSaamen enthalten, ſo iſt kein anderer Rath, als den Handgriffen der Wirche am Rhein zu folgen und den Saamen entweder ſo fort, oder auch nach- dem die Köpfe in der warmen Stube, oder in ge linder Backofen wärme getrocknet worden, mit ven Han- den atuszureiben; eine Arbeit, die ihren Unterneh- mern das Anſehen der Schornſteinfeger giebt.=- Man muß ſich aber beym Dörren hüten, daß der Saame durch übermäßige Hiße nicht Schaden nehme, ſon- dern durchaus gelb und glänzend bleibe. Er iſt ver- brennet wordeny wenn er braun; ſo wie er nicht die erforderliche Reife erhalten, wenn er weißlich iſt. Hierauf iſt beym Saamenkauf, wozu ich alle kleine Wirthe, der Beſchwerlichkeit ihn zu erhalten, und der gemeiniglich wohlfeilen Preije wegen rathen will, wohl zu achten. Die braunen und weißen Körner laufen gewiß nicht, und veranlaßen, daß man dicker ſäen, und auf einem Morgen ein bis zwey Pfund mehr, nachdem der ſchlechten Körner ſich weniger oder mehr darunter finden, nehmen muß.=“+ Deſto ſicherer zu gehen, probiret man den Saamen vorher, indem man eine gezählte Anzahl Körnerin einen Blumen- topf, oder auf ein gutes Gartenbeet ſtreuet, und nach dem- jenigen Theil, was davon aufgeht, ſeinenUeberſchlag macht. ILenn uh der ſe alſo 10h im: * Nath, folgen h' nad) in 9 1 Hän: erneh: Man dame ſon: ſi vet ; nicht Ich if, fein und will, Orne! dider Nfund nigt Deſi! orhet me Dem acht: Benn Von Futterfräutern insbeſondere. 319 Wenn es mir darum zu töun wäre, große Lo- begerhebungen von Gegenſtänden zu machen,- vie ih- res ungezweifelten Nußens wegen keines tobes bedür- fen 3 ſo könnte ich die Vortheile des Kleebaues ſchon aus der Anziehung des Saamens davon beweiſen, welche ich doch ſo eben den kleinen Wirthen abgera- tßen habe.== Ein Morgen giebt nemilich an zwey- hundert Pfund Saamen, und ein Centner koſtet jeßt achtzehn Thaler. Alſo gewinnt man'von cinem Mor? gen nicht allein drey und dreißig Thaler baar für zw9 Eradten Heu davon, ce, und eine etwas ſchlech: vo Saamen, ſonvern hat auch) eine gute vor vem Saamenkl tere mit vemſeben,== Man rechne jede nur zu fünf Thaler im Durchſchnitt, ſo hat man drey und vier- zig Thaler ohne beſonders viele Umſtände. Welchss ReFerproduct giebt wohl mehr?=- Doch genug: ich bin fein Freund von deraleichen Rechnungen. 6. 68. I. Die Esparſette. Nuin. 2. Die Eſparſette, auch kurzweg Eſper; Sainfoinz iſt eine der prächtigſten, robu- ſieſten„ und in Abſicht auf die Viehzucht eine der geſundeſten und nahrhafteſien Pflanzen? erfordert aber einen, gemeiniglich nur den gebürgigten fändern eigenen Boven.== Hohe und freie Gegenden ſind ihr Element, Boſchaf- 120 Vierter Ab/Hhnitt. Beſchaffenheit des Bodens, Die Luft muß ſie von allen Seiten faſſen, die Sonne vom Morgen bis zum Abend beſcheinen fkön- nen,- Ein rrockener ſtarfer Thon- oder Kleyboden, der auf zwey bis drey Fuß tief die Eigenſchaft der Oberfläche nicht verleugnet, den Hang. gegen Mittag oder doch eine horizontale Lage hat, und weder von Bäumen noch Geſiräuchen beſchattet wird, iſt ihr der angenehmſte,=- In dem ſteinigtſten Boden, ſelbſt auf Felſen geräth ſie, wenn nur zwiſchen den Streinen und in den Felßklüften gute, oder wie man auf dem Eichsfelde ſagt, Haſſelerde ſich findet*).= Ihre *) Es fommt, wie man jeßt mit Zuverkäßigkeit wiſ- ſen kann, auf die Oberfläche des Bodens bey der Esparcette faſt gar nicht an. Nothwendig aber muß ſie in der Tiefe ſehr kalkhaltige Erde oder Geſtein antreſfen, wenn ſie gerathen ſoll. In der frucht. barſten Krume, die eine ſolche Unterlage nicht hat, wird ſie zwar aut laufen, aber im zweyten und dritten Jahr wieder ausgehen. Hingegen heſiaudet ſie ſich in einer höchſt ſterilen Oberfläche, die einen RKalkrelſen nur eben bedeckt, von Jahr zv Jahren ſtärker. Sie dringt mit ihren Wurzeln in die Spal- ken und Niten der Felſen ein, und hohlt ſich da heraus den Haupttheil ihrer Nahrung. Sie iſt daher ein unſchäßbares Gewächs für alle die, welche ſterile Kalkberge zu benußen haben, Vergebens ober wird zent! (anpt! vd n, die en fön; )0oden, “ aft der Mitt 'r von ſt ihr oden, 1 delt inan t wiſh ey) der vy muß Aeſieit frudt: € het) un audet einen ahren pal: ſh je iſ eſche ober vid .- Von Futterkräutern insbeſondere, 121 Ilre Dauer iſt, wenn die untere Beſchaffenheit des Bodens der obern entſpricht, dreißig bis funfzig, im Gegentheil funfzehn bis zwanzig Jahre. Sie ver- langet weder Dünger noch große Aufſicht; und giebt jährlich zwo gute, auch noch wohl eine etwas ſchlech- tere Erndte, 9... Anbau. Aus dieſen Urſachen iſt man auch gar nicht zärt- lich im Anbau und in der Wartung. Sterile, von guter Erde entblößete, zum Getraidebau untaugliche Aeckerz wie dergleichen auf und an den Bergen nicht ſelten zu finden ſind; Dreiſche, die es aus eben den Urſachen ſchon lange Jahre geweſen; verwilderte, mit ' Geſiräuchen bewachſene, ſteinigte, zu aller ſonſtigen Benußung unbrauchbare Pläßez=- alle dieſe und ähnliche Stellen,. wenn ſie nur in Abſicht auf Lage und Boden die gehörige Eigenſchaft haben, räumet man der Eſparſecte ohne Dünger ein. Sie verſchmä- het jedoch nicht, wie leicht zu erachten, einen beſſern und gedüngten Boden. Man wähle nun zum Anbau artbaren, dreiſche gelegenen oder verwilderten Acker, ſo wird ſolcher auf H-5 alle wird man ihren Anbau da verſuchen; wo der Unter- grund nicht reich an Kalk iſt. Vergl. Einleit. zur Kenntniß der Engl, Landwirthſchaft Kap. 20, 122 Vierter Abſchnitt aile Fälle wie Gerſtland behandelt; denn daran iſt viel gelegen, daß er rein ſey, und weder Ouälen 00 Unfraut der jungen Eſparſette anfänglich ven Plaß ſtreitig machen; nachher wird ſie jelbſt ſtark ge- nug, ihn wider ihre Feinde behaupten können.= Der unterm Pfluge befindliche Acker wird vor Win- ters, und im Aprill und May des folgenden Jahres gut gepflüget, jedesmal auch vor dem Pflügen ſcharf abgeegget 3; den Dreiſchen wird eine T!1 Furche mehr ge- geben, indem ſie im Sommer Furz vor der Ernte umgebrochen und nachher, wie eben 104.00 bearbet- fet werden; der verwilderte Acker aber von vem dar- auf befindlichen Strauch- und Buſchwerk gereiniget, und darauf den Dreiſchen gleich behändolr. 3n der leßten Hälfte des Junius wird die Eſpar- ſette allein, ohne Beymiſchung von Getraide, bey ſehr troFener Witterung in die friſche Furche geſäet die dem Lande in dieſer Abſicht noch gegeben werde muß, und hierauf mit guten eiſernen Eggen einge- egget, aber nicht bewalzet. An Sqaamen ift doppelt ſo viel ndthig, als Rocken erforderlich geweſen ſeyn würd?, auf einem Morgen nämlich zwey Schefel, Alsdann werden noch, im Fall das Land ſteinigt feyn ſollte, die etwa quf der Oberfläche ſich hervorgeben den Steine abgeſucht, und damit die ganze I jung beſchloſſen. > C-) es >22 ! /(,2 N 0 2 dove 0 wan if Zuilen (ich den ſtart 0“ Von Futterkräautern insbeſondere, 123 Ss ſimpel und der gemeinen Feldbeſtellung gleich dieſes Verfahren iſt: ſy viel Aufhebens haben andere davon gemachtz viel Fleiß und beſondere Borſichten vergebens angewendet, und wieder andere ebenfalls dazu verleitet.=> Das Jäten iſt z-'E. eine ganz Überflü- ßige Sache. I< habe einige hundert Morgen in verſchiedenen Jahren gebauet, aber nie einen Fuß? breit Landes jäten laſſen.=- Boden, Beſiellungsart und Frucht, alles ſind und werden gleich große Jein? de des Unfrauts. Von artbaren Aeckern wählt man nur ſolche, deren. Kräfte durch Kornfrüchte ſeit eini? gen Jahren ziemlich erſchöpft worden, worin alſs OQuäken und andern Unfräutern ohnehin die Luſt zum Wachſen vergehet. In„thonigten Dreiſchen, noch weniger in einem verwilderten Boden der Art werden ſie niemahls gefunden. Die oft wiederholte Beacke- rung, wenn fie nur jedesmal zu einer trockenen Zeit vorgenommen wird, vertreibt fie noch mehr; und die Beſtellung ſelbſt in den heißeſten Sommertagen iſt vem Ueberreſt ſo wenig günſiig, daß in dem Jahre ſich gewiß feine zeigen werden. Im folgenden Jahre breitet ſich die junge Eſparſette erſt platt an der Er? de aus; fein Unfraut kann alſo unter ihr auffom- menz und hierauf wächſet ſie ſo mächtig, daß es vol- lends erſticken muß. Daher dünger man auch nicht zur Efſparſecte, weil man Gefahr laufen würde, mit dem Düngex auch Infraufs: 124 Vierter Abſchnitt. Un'rautsjaamen in den Acker zu bringen. Man wals zet die beſiellte Eſparſette nicht zu, damit die etwa mit den Eggen oben gebrachten Ouätben und Gras- wurzeln verdorren; nicht mit des Walze angedrückt werden, und wieder wachſen mögen.=“ Man ſäet auch mit der Eiſparſette,' wie mit andern Kleeſorten wohl geſchiehet, fein Getreide; einmal weil es bey der ſpä- ten Beſtellung nicht reif werden würde, 1U1d man dieſe früher vornehmen müſte: hauptſächlich aber, weil man mit den auf dem Felde zurückbleibenden Aehren und Zoenern eine andere Art von Feinden, die Mäuſe, anioen und herbeyziehen, und dieſe ungebetenen Gä- ſie, ſo lange die Eſparſette dauert, nicht wieder los werden würde.=- Sie pflegen ſich ohnehin aus den benachbarten Kornfeldern einzufinden, und nicht we- nig Schaden zu verurſachen. 9...70: Fernere Wartung. Im erſten Jahre der Beſtellung alſo hat man Feinen Nußen. Die Pflanze wächſet ohngefähr eines Fingers lang, breitet ſich platt an der Erde aus, und fann weder gemähet, noch darf ſie abgehütet werden. -=- Im folgenden Jahre aber, ohngefähr im Unfanz oder in der Mitte des Junius iſt ſie, was fie werden joll: eine drey Fuß hohe und prächtige Pflanze, die grün oder trocken eben ſo gut wie Hafer futtert, und im hh Din NO (11) un edi an wal; ie etiva ) Ora: gedrüct vet auch n wohl er ſpä: n dieſe il man 1 und (äuſe, 1 Oä- er[08 18 den ht we mon eines , un tde, nfang erden , di! und in Von Futterkräutern insbeſondere. 125 im leßtern Fall an dreißig Centner Heu von einem Morgen Ausbeute giebt.== Weniger wird es jedoch betragen, wenn Einſaar oder Beſtellung nicht getaugt haben, und die Eſparſette dünne ſtehen ſollte. In dieſem Fall läßt man den Saamen reif werden; ſo viel als man will davon aufnehmen; mit dem Ueber- reſt aber das Feld noch einmal ſich ſelbſt anſäen. Over man lockert die leer gebliebenen Pläße mit der Hacke auf, und befaamet ſie von neuem. Das Wachsthum und außer dem erforderlichen Boden auch die Dauer derſelben, hängt von der War- tung und Pflege ab, die ſie erhält.=- Sie behilft ſich, wie ich ſchon bemerket, zwar auch ohnedem;z giebt ohne- dem zwey bis drey Erndtenz und iſt alſo in Betracht des geringem Bodens, den ſie bedarf 3 der geringen War- tung, die ſie erheiſchet z;, der vortreflichen Futterung, die ſie gewährerz und der Dauer mit welcher ſie aushalt, allen übrigen Futterfräutern vorzuziehen. Größer aber ſind natürlicherweiſe Nußen und Dauer, wenn der Trieb zum Wachsthum vermehret wird, und hiedurch Gras und Unkraut, ihre Ver- treiber, zurück gehalten roerden.=- Dies geſchiehet denn durch die bey dem rothen Klee in Vorſchlag gebrachten Mittel(8. 69.|f.)z worunter hier Gyps und Salz die beſten ſind. Auf dieſe folgen Ofenruß und Aſche; alsdann Hüner- und Taubenmiſt; und endlich der Dünger von Pferden und Hornvieh.= Der 4/20%- be Der auimerkjame Feſer wird leicht bemerken, worauf es bey diefer M0 angeſehen eiae nemlich vermit- telſt der Güte, die man ſeiner Eſparſette thun will, ihr mc be “> > va t- 4! JWachsthums anzeigen: Der Purpur, mit welchem ſie alsdann die Flur bedeckt und das Auge ergdöbtz der aromatiſche, angenehme Geruch, den ſie ausduf- tet%..,-Die HENOAMEN an das ehemalige wüſte und vde dieſer Zlur, verglichen mit ihrem jehigen Zu- Fand, und das ſchmeichelhafte kod, welches man 7 ſelbt mit Recht beylegt und angenehmer als fre iſt= von dem allen kann ſich nur der, richtige Vor- ſrellungen machen, der ſich in dieſer Lage, befunden, und dieſe herrliche Pflanze-gebauet hat. Nachvem ſie gemähet iſt, oder auch beym Mähen ſelbſt wird ſie wie Gras auseinander geſchlagen, den folgenden Morgen acwendet, und am Abend in klei ne Haufen gebracht. Hierin muß ſie troen, die Haufen jedoch täglich ein paarmal umgeſeßet werden. -- Die freye lage des Feldes kömmt der Dörrung nicht wenig zu Hülfe, und bey Sonnenſchein und guter Witterung kann ſie nach drey oder vier Tagen als Heu eingeſcheuert werden.=- Gedüngt und ge- pflegt giebt ſie Anfangs Auguſt-die zweite, und ge- gen Michaelis die dritte, jedoch etwas ſparſamere z ohne Dünger und Pflege aber gemeiniglich nur noch eine gute Ernte, welche man ihr denn vierzehn Ta- ge vor Michaelis, der alsdann noch guten NZitterung zum Heumachen halber nimmt, und in älle Weije damit wie mit ver erſten verfahret.== Sie wächſet alsdann etwa noch einer Hand. hoch; und wird bey trockener NWWitte- Mw/ 128 Vierter Abſchnitt. Witetterung, und wohl zu bemerken, nur mit dem Hornvieh, durchaus aber nicht mit Pferden und Schaafen abgehütet.=- Dies iſt um ſo nöthiger, da ihrer Dauer wegen das Verſehen eines Jahres mit dem Schaden vieler Jahre verbunden iſt. 044.472. Aufnehmung des Sqaaqamens. Zum Saamen gelanget man auch weit geſchwin- der und mit leichterer Mühe als zum rothen Kleeſaa- men. Er iſt von nierenformiger Geſtalt und in einer braunen ſtachlichten Hülſe eingeſchloſßen, mit welcher er auch ausgeſäet wird. Ein Morgen giebt vier Schef- fel, eher aber mehr als weniger. Dieſer Calcul und unſer Wille entſcheiden, wie viel Eſparſette von dem erſten Wuchs dazu ſtehen bleiben müſſe.=- Die Rei- fe des Saamens erfennet man, wenn ſeine Hülſe braun wird 3 bey welcher ihm nötchigen Reife er jedoch leicht abfällt.=- Man muß a!ſo die Köpfe oder Spißen der Pflanzen, an welchen nur Saamen wächſet, durch einige mit Schürzen und Säcken verſehene Leute ab- ſchneiden, und erſt in die Schürzen, aus dieſen aber zum weitern Transport in die Säcke geben; alsdann auf einer Scheuerdiele, welche durch Oeffnung der Thüren den Tag über die durchſtreichende Luſt gege: ben wird, etliche Tage abtrocknen; hierauf in nicht zu dicken Lagen droöſchen 3 den leicht abfallenden Saa- men bringen Harfe werd dt wm eſchwin, Rleeſag n einer welcher Chef, cul un on den ie Rer ' braun leicht Zpiben durch ite ab n abit (ödant 19 di! fe nict Gar mn Von Futterkräutern insbeſondere. 129 men wie Korn worfeln, und auf Staubwannen oder Sieben vollends reinigenz endlich aber zu Boden bringen, dünne ausbreiten, die erſlen Dage mit Harken ein paarmal umrühren, und jo vollig trocken werden laſſen.== Da die Saamenernte in die Mirte des Julius fällt; ſo kann man man auch noch in demſelben Jahre ſofort, oder etwas ſpäter, und längſtens" bis Ausgangs Anguſt davon ſäen. Noch ſpäter aber iſt nicht anzurachen. Die Pfanzen wer? Den nicht ſtark genug, dem Winter zu widerſtehn, und die mit demſelben zu Herbſt- und Frühjahrszeiten 'verbundene unangenehme, mit Regen, Schnee, Froſt und Glatteis vft abwechſelnde NRZirterung in dem thonigten Boden ertragen zu können.=- Ih habe allemal von friſchen Sgamen beſſere und. voller ſtehen- de Efparſettfelder als von überſährigew, wund von dieſem, wieder beſſere als von noch älterem erhalten. So viel trägt es zur Wirkſamkeit ver Naur bey, wenn iman der Narur den„Lauf läßt! Die beſte Zeit zur Ausſäung eines jeden Saamens iſt zweifelsdhne die ,- worin er zur Reife kommt,. Bey ällen ihrer ei- genen Cultur. überlaſſenen Pflanzen iſt es ſd"AU unſere Feld- und Gartenfrüchte, machen Ausnähmen. Wer weiß aber== doch dem ſey wie ihm wolle: zu- verläßig iſt es; daß die Ausſaar von friſchen Eſpar- ſettſaamen beſſer als von&lrerem geräthz und. daß man ſehr wohl thut, die Präparatur ves Fandes in 127 Der 130 Vierter Abſchnitt, ver Art zu bewerkſtelligen, daß man, ſobald der Saamen. reif iſt, ſäen könne. Mit der ſolchergeſtalt geköpften oder ihrer Spi- ßen beraubten Eſparſette wird wie mit der andern verfahren.= Sie wird abgemähet und geheuet, und, iſt zwar dem Vieh eben ſo nahrhaft aber nicht ſo ſchma&haftz; giebt auch in dem Jahre nur noch eine und nicht ſo ergiebige Erne. Wem jedoch dieſe nicht weitläuftige Procedur dennoch zu umſtändlich; oder wem mehr an der Güte des Heues als des Saamens gelegen ſeyn ſolite, ma- het die Eſparſette, wenn der Saamen nur die halbe Reife hat, heuet ſie und dröſcht das Heu entweder ſofort, oder nach und nach im Winter, wie es ver- füttert wird, Allein man erhält kaum zur Hälfte aufgehendenz; und wenn das Feld alt genug iſt, daß ſchon Gras und Unkraut darauf wächſet, auch unrei- nen Saamen, womit neu anzulegende Felder noth- wendig verdorben werden.=- Hauptſächlich verfahren diejenigen ſo, die den Saamen zum Handel ziehen, Beym Ankauf iſt daher vor allen Dingen darauf zu ſehen, daß er von fremden Sämereyen rein, und die Saamenhülſe nicht weißlich oder gelb, ſondern dunkelbraun; vas Korn ſelbſt vollſtändig; ſo viel es feine Geſralt erlaubt rund, und von dunkel- gelber Farbe jey. Hat man keine Wahl, ſo muß man, wenn es nur nicht an der Reife fehlet, etwas mehr bald der ter Cpt andert let, un) nicht|) h ein) voceduy Gitt e, mär halbe (weder es vet Hälft! t, dieß unrel: - noth, fahren ziehen, auf zu , un onder! 0 bil dun: Von Futterkräutern insbeſondere, 13x mehr, für einen Morgen; alſo 2X bis 235 Scheffel rechnen, und durch Worfeln, Schwenken, Sieben u. ſ. w. die Unfrauts- Sämereyen Heraus zu bringen juchen, Vel 34 Behändlung der ausgetragenen Eſparſett- Fe10:0 Pp: Ich habe geſagt, daß die Eſpärſette von funf- zehn bis funfzig Jahren dauerez3 dieſe mindere oder größere Dauer aber nächſt der guten Wartung von dem Boden abhange.= Ihre Wurzel geht nemlich, je älter ſie wird; je tiefer in die Erde dder in Fel- ſen- vder Steinklüfte, zwiſchen welchen ſich Erde finder. Trift ſie früher vder ſpäter eine ihr nicht an- gemeſſene Erdlage, Sand, Lehm u. ſ. w. oder in den Felſen und Klüften gar keine Erde mehr anz ſo hd- rer ihre Wirkung auf, und die Pflanze ſtirbt. ab. Nach und nach, wie dieſes geſchiehet, wird ihre Stelie von allerhand wildwachſenden Gräſern einge- nommen. Bon einein Jahr zum ändern wird der Eſparſette weniger und des Graſes mehr; bis man endlich faſt lauter Gras erntet.= Obwohl es noch ällemal ein geſundes und nahrhaftes Furrer iſtz ſo verlohner es doch nicht der Mühe, den Plaß in die- ſer Berfaſſung lange zu unußen. Es frägt ſich alſo, auf welche ändere und beſſere Art es geſchehen könne 5.2 zumal 132 Vierter Abſchnitt. zumal wenn er vorhin deswegen zur Eſparſette ge- nommen, weil er kein Geträide mehr tragen, oder ſich ſonſt nicht cultiviren laſſen wollte. 'Jeßt ſiehet es indeſjen anders mit ihm aus.== Durch die beym Heuen jährlich zwey bis dreymal, zwar nicht ſ9 fehr wie beym rothen Kiee, jedoch zum Theil b9efallduen Blatter der CEſparſecte; vielleicht auch dur) die ihr des beſſern Wachschums wegen zuge- führren Hülfsmittel, iſt die Shetflache des Bodens, Zeit gelegen, mit eines viertels- oder eines halben Zolles hoch der be- ſten Pflanzenerde bedeckt 3 die eben ſo, wie der Wachs- thum des Grajes dadurch veranlaſſet worden, auch) ven Wachsthum des Getraides befördern wird. wHDie- zu kommen noch die vielen im Lande befindlichen zum Theil ſchon GINN zum Theil noch grünen Eſparſettwurzeln. Man laſſe aljo das Feld, wenn es nun nicht mehr EEE werden ſoll, mit allem Vieh und ſelbſt mit Schaafen ſcharf abhütenz breche es im Herbſt umz wähle aber dazu der ſtarken Wur- zeln und des feſten Bodens wegen gute, mit ſchar? fen Eiſen verjehene Pflüge und zwar trockene, jedoch ſolche Tage und Zeiten, welchen ein guter Regen Furz vorhergegangenz verfahre ferner im folgenden Jahre damit wie mit gemeinem Brachacker; ſae Ro- >den oder Weizen darin, und nach Rocken oder Weizen bey gewöhnlicher Beſiellung Gerſte oder Haſer. Im vierten eite 00 |) Mer aus,= drenmal, oh zum vielleicht en zuge Boden, en zum grünen „wenn allen breche Wut- ſchar jede Keom genden 6 Re Beizen Im vierten Bott Futterkräutern insbeſondere. 233 vierten Jahr kann ſchon wieder Eſparſette Folgen; die um ſo beſſer gerathen wird, wenn man in der Brache zum Rocken oder Weizen guten und kurzen Stalldünger gefahren, woran ſie in ihrer Kindheit Feine geringe Stüße hat. 8. 74; Unbilliger Tadel: woher er rühre. Keine Pflanze iſt ſonſt wohl von Kennern mehr gelobet, und von ihren Verkennern. mehr getadelt worden, als die Eſparſette. Billig iſt das Lob: un- billig der Dadel!= Eine Sache deswegen zu tadeln weil ſie unſern, ihren Eigenſchaften contrairen Er- wartungen nicht entſprochen, iſt noch mehr als Un- billigfeit== iſt Ungerechtigkeit. Wir können die Natur nicht umändern, und unſere Erwartungen müſſen ihren unveränderlichen Geſeßen angemeſſen ſeyn. Niemand kann verlangen, daß Fiſche in der ſuft, und Vögel im Waſſer leben ſollen. Jedermann aber hat nichts viel Beſſeres von der Eſparſette ver- langet. Man hat ſie bald in kalte ſehm- oder dürre Sandäcer, bald früher, bald d ſpäter, bald mit, bald ohne Getraide, bald in dieſem, bald in jenem fri- ſchen Dünger geſäetz; bald den zaärtlichſten Garten- fräutern gleich behandelt und gejätet, bald'minder zärtlich tractiretz man hat ſich ſo lange Jahre ge- quälet und ZM immer junge PAfanzen erhalten, im IJ 3 zweyten 134 Vierter Abſchnittt. zweyten oder dritten Jahr aber erleben müſſen, daß ſie abgeſtorben und vergangen ſind; und endlich bey dieſen dfrieren vergeblichen Verſuchen geurtheilet, daß die Pflanze niche für uns ſey, nicht in Deutſchland wachſen, und am wenigſten im Großen gebauet werden könne.= Härte man aber die teichte Bücher- Fenntniß von derſelben durch die Bekanntſcha fe 21 ſolchen Ge. enden, die aus vieſjähriger Erfahrung ih- rer jchon gewohnt waren ,- zu verbeſſern gejucht; ſo würde man gefunden haben, daß man gerade den Fiſch in die Luft, und den Boge! ins Waſſer ſeßen, oder daß man die Eſparſette in einer ihr eben ſo wi- vernatürlichen Erdart bauen wollen. Man wür- de gefunden haben, daß dergleichen Boden durch- aus nicht für ſie, und alle Mühe und Künſteley: da, mit“ vergebens ſey.== Man würde aber auch nicht unbillig davon geurtheilet, feine Nachbeter veranlaſſet und diejenigen vielleicht nicht von dem Anbau zurück- gehalten haben, die den ihr angemeſſenen Boden wirklich hatten. Einen der größten und gefährlichſten Tadler hat dieſe unſchuldige Pflanze an dem Hausvater erhalten. Groß iſt ſein Tadel, weil er ſogar von allen Verſu- en und dem Hafer=- dje Gerſie gehöret in der zwoten Gai- le= Abſchlag zu haben. Je beſſer die Wicken ge- rathen, d. 1. je weniger Gras und Unkraut ſie auf» fominen 4 10 je reiner alſo der Aer von dieſen Schmaroßer-- Pflanzen bleibt; je beſſer fann derſelbe au) Ne beſtellet werden, und je beſſer wird der Rocken darauf gerathenz welche gute Beſtellung auch auf den darauf folgenden Hafer Einfiuß hat.= Wenn indeſſen nur alle neun oder zwölf Jahre ge- dünger; wenn der Aer, wie in vielen Gegenden zu geſchehen pflegt, zwey oder dreyfährig zur Win- terfaat, und ein oder zweyfährig zur Sdmmerſaat be- ſelletz auch ſo wenig in der Brache als ſonſt einmal vor * 142 Vierter Abſchnitt. Winters herum gebracht wird, wenn alſo die Wi- Fen im neun oder zwölfjährigen Dünger ſchlecht wach- ſen, und Gras und Kraut die Oberhand erhaltenz und wenn hierauf der Acker, löblicher Gewohnheit nach, einfährig mit Rocken beſtellet wird;=- ſo iſt es natürlich, daß der Rocken und alle bis zur gan- zen Brache. ihm ſolgende Frucht ſchlecht fortkommen; dieſes aber nicht ven Wicken, ſondern der ſchlechten Düngung und ſchlechten Beackerung beygemeſſen wer: den müſſe: 9. 79. Sind beſjer äls Getreide zu nurzet; I< kenne verſchiedene Gegenden, wo man die Wicken als Futterfraut bauet und davon zur grünen Futterung im Sommer Gebranch macht; welches ich in Nochfällen ebenfalls gethan habe. Sie find auch den Pferden und dem Rindvieh eine vorzüglich geſun: de und wohlſchmeckende Nahrung.= Allein ich kann den Anbau in dieſer beſondern Abſicht döch nicht em- pfehl len. Sie ſind in Vergleichung mit dein rothen Klee zu wenig äausträglich, und können nur ein Mahl, dieſer aber kann drey bis vier Mahl gemähet werden, und der Ertrag eines jeden Schnitts iſt vem von den Wicken vollig gleich. Beſſer iſt es daher, den rochett Klee als Futterfraut, und die Wien als Getreide - zu nüßenz ſie reif werden zu laſſen und zu droſchenz 2[] ß Bon Futterfrautern insbeſondere, 143 de Wi den Saamen oder das Korn zu verkaufen, oder ge: dt wach: ſchroten zu verfüttern; mit dem häufigen Stroh aber erhalten; ſeinen Strohvorrach, und mit dieſem ſeinen Dünger wohnheit zu vermehren*). 20 b. 86. zur gan-*) Wenn der Verf. den Anbau der Wicken; als Fut, Ommen: terfraut grün gemaßet, ganz verwerfen will; ſo kann Äfecltit ich ihm darin nicht beyyflichten. Es giebt mancher- EN ley Berhältniſſe, unter welchen ſie als Futterfraut 00 höchſt ſchäßbar ſind. Sie geben freylich nur einen Schnitt, aber dieſer iſt bey weitem ſtärker wie ein Schnitt vom Klee. Eine vorzügliche Zuflucht gewäh- ren fie, wenn der Klee, wie im Jahre 1799 der Fall tze an manchen Orten war, auswintert. Sie werden auf ; das Kleefeld geſäaet und leicht untergepflügt. Da man man dy fie nicht auf ein Mahl ſäen darf, ſo wähle man in grün erwähntem betrübten Falle Zuerſt die Striche, wo der ches ih Klee am meiſien fehiſchlägt. Man wird dann von nd auch vierzehn zu vierzehn Tagen deutlicher wahrnehmen ) geſu: fönnen, ob der übrige Kiee fich erhoblen will. Und wenn er dieß nicht nach Wunſche thut, ſo fährt man y am ſort Wicken auszuſäen. In dieſer Rückſicht rathe ich ht eit jedem Stallfuürterungs-Wirthe ſeine Parthie Wicken | tothe im Frühjahre vorräthig zu haben. Vielleicht meint 1 Mahl mancher, es ſey eben ſo rathſam; Hafer und Get- werden ſte oder anderes Mengekrorn zum grünen Futter aus- vort del zuſäen, welches mehrere Schnitte giebt.= Aber ei- 4 nes Theils glaube ich nicht, daß dieſe mehrere Schnit- vorge ke dem einzelnen Wickenſchnitte in Qualität und Ouan- ere! tität gleich kommen; andern Theils bleibt der Frucht- ſchen; wechſel ſo beſſer in O.dnung, und die Wicken ſind vert obn- 144 Vierter Abſchnitt, S...780, Die wilden Wicen ſind nicht austraglich genug. Mit den wilden Wicken, worunter die Vogel- wie, die wir im Getreide als Unkraut haſſen, und womit öhnſtreitig eine weit beſſere Vorbereitung auf die fol- gende Getreide- Saat, als jenes Mengkorn, nnter welchem der Aer leicht verwildert. Grün abgemähete Wicken ſind einer reinen Bra- en auch duaufig Unfraut auf, wird früher r'if wie jene, und ſtreuet ſeinen Saamen aus. Die Zeit wird dann auch mehrentheils zu furz, um das Wickenfeld mehrere Mahle zu pflügen. Dies alles fällt bey grün abgemäheten Wicken weg, und daher verdienen nur dieſe den Nahmen einer verbeſſerten Frucht. Veberdem ſind die Wicken zum grünen Abfürtern bei) einer ſoliden Stalifütterungswirthſchaft in der 0... 04" 4 I.["L+..„.[.(27 IE NETTER IE As Hinſicht bft unentbehrlich, weil der Klee in zureiuen- EGLE B210 tom- men würde,' wo der Acker ſeiner, nach einer faſt . 54 AE POZAHEIEE 4..“ Cr SIR SLI TAA ZL LES Der Menge gedauiekt; zu Dpſft aujf PEſcive allge» DEF jen, und wohl! ] die fol 1 nnter 'n Bras dendent ſen bey ih der Fahre (8 liegen nte läßt f au die , voinsvg“2 j.*. EU MORBE welche keine beſondere Art," ſowdern nuf 1:i..5 ZIER 5 Sy 994 N.'-- F> eine„Avart der unſrigen) eine vicia sativ4 jb; zu ieſem Zwechs. Allein ſie ſcheint unſre Winter oder vieimehr unſre böſen Frühjahre nicht ertragen zu Fonnen. Sie iſt wenigſiens unſicer. Durch fie benußt. der Engländer(ME ien Acker zweynmahl im Jahre, bauet nachdem ſie abgefürtert oder: abgeweidet' worden Kartoffeln, AEN je Ru- ben: oder gar noch Gerſte. Ich mache mir Hoffnung M eine andre Wicenart» die unſre Wirter erträgt) u ſubſtitairen. Big dahin fa! mn Rapſaat mit etwas EEN vermiſcht, im Herbſt ausgeſäct und im Früh» jahr abgefüttert; die Stelle der Winterwicken ver» kreten; da ſogar in England dieſe Futter- Rapſaat ihnen. den Vorzug ſtreitig macht, E; || ß| /] ' | | | 146 Vierter Abſchnitt, Zwote Claſſe: Oder die zur Verbeſſerung der natürlichen Wieſen und Weiden ſchicklichen Futterkräuter, Ö. 81. Die Abſicht wird geitatter beſtimmt. Z< will den Fall genauer beſtimmen.==“ Es trifft ſich zuweilen, daß man niedrig liegende Aecker hat, die ihrer Gragartigkeit wegen nicht immer zu Aeckern, ſo wie der Näſſe und des mit der Zeit dar- auf wachſenden Mooſes wegen nicht immer zu Wie- jen benußet werden können. Man bedienet ſich ih- rer daher auf beyde Arten. Erhält das Gras im Ge- traide die Oberhand, ſo läßt man ſie als Wieſe lie. gen. Will das Gras nicht ſonderlich mehr fort, ſo bricht man ſie zum Beackern wieder auf.=- Man hat ferner beſondere Gräsgärten und Wörthe oder wie dergleichen Gras tragende Parzelen ſonſt heißen, die weil ſie hoch belegen, und das Gras des dürren Bo- dens wegen vergeht oder auch vom Mooſe erſtickt wird, nur geringes und ſchlechtes Futter liefern; gleichwohl, weil man ſonſt das Vieh verhungern laſ- ſen müßte, nothwendig beybehalten, und zum Nach- theil des Ackerbaues ſtark gedünget werden müſſen. Wenn ein ſolcher Plaß dann und wann umgebro- enem und naſſem Boden vorlieb: kommt bey uns in guten Wie? ſen von ſelbſt fort, und wird im Anbau an zwey bis drey Fuß hoch; treibt aus einer Wurzel über funſzig Stengel; wächſet frühzeitig und mit den Klee? arten gleichſam um die Wette, kann alſo auch wie dieſe zwey bis dreymal gemähet werdenz läßt ſich leicht dörren oder zu Heu machen, und liefert grün oder trocfen ein fehr ſüßes, dem Vieh gedeihliches Futter: == Ein päaak Abarten deſſelben ſind in dem kleinern Wuchs, y Wel Pflanze haften, Eigen- Jedoch ur ein | das Saq- ) Eine. dreyjährige Veſtellung folcher Angerplözemit Ges fraide, obus Düne 176, iM Schr vite! gefordert. Sie tras gen ſie ay 5 bas hat keinen Zweifel, Sie müßen aber eis nen erſiautzlichen Neichthum von NahrungsE!?off beſigen wenn ſie dadurc) nicht ſy„ausgemagert werden ſoll- ten, daß manche Jahre vergehen, ehe ſie wieder ei- nen dem vorigen gleichkommenden Naſen erhalten. Ich ſeße aber voraus; daß man dieſen durc eine ſolche Operation nicht verſchlechtern, ſondern ver- beſſern will. Man hat gefunden, daß ſolches aus- geſogene Grastand in vielen Jahren kaum Dünger annehnien, oder dieſer vielmehr keine Wirkung dar- auf hervor bringen will. Daher hat man ſo man- 0: 91; Boßfere MSI PSE: wird gezeiget. Hier iſt die beſſere Verfahrungsart? wobey ich aber. ausdrüclich bevorworte,-daß ſie nicht bey gan- zen Breiten oder Feldern, ſondern nur bey ſolchen kleinen Orundſivcfen. unſerer Beſißungen,; wie die Grasgörten und Wörthe es aller Orten zu ſeyn pfle- gen; angewendet werden kann: und in vielen Ge- genden Deutſchlands,“namentlich in Franken, im Heſſiſchen, im. Braunſchweigiſchen 26. wirklich ange- wendet wird, alſo nicht die Erfindung irgend eines Gtubenmbirhs; oder„meine eigene; ſondern die ge- wöhnliche Handlung vieler braven Landwirthe bereits iſt. Man grabt nemlich den zum Umbrechen deſtinir- ten Plaß mit. dem Spaden oder der Grabeſchäufel ordnungsmäßig umz; fängt früh genug, und ſobald nur der Froſt: aus der Erde iſt; damit anz fährt bey müßigen Stunden, indem bald eine ungünſtige Witterung vom Ackerbau abruft, bald eine günſtige die 158 Vierter Abſchnitt. die Arbeit beſchleuniget, und Zeit gewinnen läßt, damit, und ſo lange fort, bis alles ferrig iſt, womit es denn bis zu Ende des Aprills Zeit hat; pflanzt hierauf Erdroffeln; ſäet nach den Erdtoffeln Rocken; und nach Rocken Gerſte*), Man *) Bey dieſer Behandlung wird, wie ich mit eige- nem Schaden, grade durc) dieſe Stelle dieſes ſonſt ſo lehrreichen Buchs, ve leitet, erfahren habe, der Boden noch mehr ausgeſogen; als durc die vorhe- rige. Die Karkoffeln gerathen auf ſolchem umgegra- benen Anger ſehr gut, nehmen aber ſchon beträcht- lich viel heraus. Der barauf folgende Rocken eig» net ſich die in Verweſung gegangenen Theile des Raſens faſt ganz zu, und man hat nach demſelben ſchon einen qausgeſogenen Boden. Dazu kommt, daß ver Spatenſtich, um Krume herauf zu bringen, und den Raſen unten zu legen, ſchon ziemlich tief geſche- hen muß, daß alſo die fruchtbare Narbe zu tief her- unter und eine rohe Erde, die unter ſolchem alten Anger zu liegen pflegt, herauf gebracht wird. Den Kartoffeln ſchadet dieſes natürlich nicht, auch der Ro- >en dringt wohl tief genug ein; aber die Begrä- ſung hat von der verſenkten vegetabiliſchen Erde kei- nen Nußen,; und es muß ſich oben erſt eine neue Ackererde wieder erzeugen. Ein Boden der einmahl gegraben worden, muß auch zum zweyten Mahle ge- graben werden, wenn man nicht tief genug herauf- hoblende Pflüge haf, oder die rohe Erde nicht gleich vom Anfange durch die Macht des Düngers oben verbeſjern kann. N (eſce (4 fo leit hat a (Gäb veto M NEN hne eid jj ve Ih ſn [ohne Wi 0 Wu hm dy! "en[äßt iR, wohnt (3 Want 1 Roc Mit mit eig, ſes fonſ be, det e vorht; maegrd- betracht, Fen ugs eile des demſelben mt, das gen un ef Geſch tief hw ein ald „d, I) ) der Av: e Begtt Erde fü ine nt eim" ahle gn herauf 'f gleid 18 bel Von Futterfräutern insbeſondere, 159 tan ſſoße ſich nicht an das Graben als einex beſchwerlichen und Zeit verſplitternden Arbeit. Frey- lich iſt mit dergleichen geruheten Gragängern nicht jo leicht als mit Gartenland fertig zu werden; man hat aber äuch zwey Monate Zeit dazu.=- Ein ſcharfer Späden und ein Paar geſunde Arme können viel aus- richten, und mit leichter Mühe in einem Tage neun zwölf- üßige Quadratruchen herum bringen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Bey den großen Wirthſchafteit, die ich zu reſpiciren hätte, und wo die Aufſicht über die Arbeiter das weſentlichſte Geſchäft des Wirch- ſchafrers mit iſt, äccordirte ich die Arbeit an Tage- [öner rurhen- und mörgenweiſe; daß ich älſo mein Augennierf nur auf die Düchtigkeit der Arbeit, nicht auf den Fleiß der Arbeiter richten durfte. Ich gab in einer Gegend, wo das Tagelohn theuer, und ein guter Tägelbhner für zehnſtündige Bemühung nicht unter ſechs Gröſchen zu haben war, für den Mor- gen von 120 Ouaädrätruthen Calenbergiſchen Maaßes: a) zu graben für die Ruthe x Gr.. 5 Rthlr. b) die Erdtoffeln zu päanzen====> 42 Gr. c) zu behäufen, das erſtemal== 20= das zweytemal X= 8= d) die Erdtoffeln auszugraben, im ordinären Tagelohn--= 2.- 12.= Alſo koſtete die Beſtellung und Ernte 1ORehlr. 4 Gr. Dagegen 150 Vierter Abſchnitt. 7 Dagegen erhielte ich von acht Himten Einfagt 110) einhundert und ſechzig Himten, bald auch mehr, bald M wenigerz im Durchſchnitt aber immer das zwanzig: 1" ſte Korn*). I< will die Koſten von einem Magdeburgiſchen Morgen, obwohl dieter um ſechs zwölffüßige Oua- dratruthen kleiner iſt, eben ſo hoch, und die Einſaat zu ſecen und Zäunen vom Bieh verſchont bleibenden Pflanzen iſt leicht ſo viel zu er- halten, um daraus wieder ſo viel zu ziehen als nd- thig iſt, in der Folge große Breiten damit anbauen zu können. Qt:„101, IX. Das Birdgras, Num 9. Das Birdgras; Fowlmeadow- gras; iſt eines der neueſten Gräſer, die wir der Willfährigkeit Engliſcher Saamenhändler zu danken haben. Im Jahre 1755 ward es zuerſt bekannt, in- deim ein gewiſſer Bornemann es unmittelbar aus Neu- Georgien=- wohin der erſte Saame von Waſ- ſervoögeln gebracht, davon auch der engliſche Nahme “entſtanden ſeyn ſoll== nach Deutſchland und der Schweiz ſchiekte*). 9.3022 *) ZI geſtehe daß ich dieſes Gras nicht kenne. Die - neuereias Engländer welche über die Gräſer in laud- wirthſchaftlicher Hinſicht, aber mit botaniſchen Kennt- niſſen geſchrieben haben; erwähnen Deſſelben unter dieſem Nahmen nicht. 174 WBierter Abſchnitt. 6 402. Summariſche Nachricht vom Anbau und . vom Nußen. In ſumpfigten und naſſen Wieſen von allerley Boden iſt es gut, wenn man zum Bewurzeln des Graſes 0 darauf bringen kann, oder auch der- gleichen Wieſen(4. d. 39. 40. 40.) durch Grabener- de, durch JI la niren u. ſ. w. verbeſſert hat. Es wäch- ſet zu einer: Höhe von zwey bis drey Fußz iſt dau- ernd; und muß mit Mang- oder Rauhhafer, wel- EIER Ri Gee anna em 22a RN Ennen een---> .> ZIE<<< 220 2= es Zub EE zie rpm. mf EE LEE en EASE 0.<<<= T= I: GES 330 Vierter Abſchnitt. det. Mit Deutſchen Kräutern und Gräſern aber eben ſo, wie mit den ausländiſchen, Verſuche zu machen, und ſich einander zu verſtändigen„. iſt viel? leicht erſt unſern Enkeln vorbehalten. 6: 2X08; Wie ſol TI0: Von Wurzelgewächſen. Die Wurzelgewächſe haben jedoch vor den Kohl- gewächſen viele Vorzüge. Sie geben auf einer gleich großen Ackerfläche mehr Nahrung fürs Viech, ſind. geſunder, beſſer zu conſerviren, und dauern den gan- Winter hindurch bis zur grünen Fütterung des folgenden Jahres. Wir wollen 567 alſo zuerſt damit beſchäftigen"). GEIER Die Erdtoſſeln, Die Erdtoffeln ſind vielleicht ſs bes fannt, daß jede Wirthin ein langes und breites hf davon zu erzählen ſich unternehmen 1108 I< zwet- fele jedoch, daß nicht einmahl der Wirth ,' viel we- niger noch ſie, ſchon alles weiß, was ich davon zu jagen habe,= M 35 Beſchaf- *)- Wenn ic) die beyden ketten Puncte, der Confer- vation und der' Dauer, durch den Winter 4 59CD? me; ſo kann ich dem Verfaſſer nicht beypflichten» Keitt befanntes Futtergewächs kommt dem weißen Kohl in der OQpantität und HOualität des Futters, welches eine beſtimmte Fläche giebt,> gleich; die Möhren unter gewiſſen Umſtänden doch ausgeneom- nen." I< werde an einem andern Orte Gelegenheit Haben; niich darüber ausführlicher zu erklären. 186 Vierter Abſchnitt. Befchaſfſenheit des Bodens. Sie kommen in jedem Boden fort; ein krocfe- ner, mehr leichter als ſen eben ſo viel, als wenn nicht gepflanzt würde. Man nehme z. E. ein Stück von zwanzig Ruthen Länge an. Jeder Pflan- zer erhalt davon fünf Ruchen. Der erſie am Ende des Stücks, wo angefangen wird, iſt damit auf der einen Seite in der Zeit, daß die Pflüge herauf- und herunterfahren, längſt fertig; und eben ſo bald wird er auf der andern Seite in der Zeit fertig, daß die Pflüge wieder dahin kommen. So wie es aber mit dieſem iſt, ſo iſt es mit allen; und ſo wie es mit einer Furche geht, ſo geht es mit allen.= Jedoch iſt nd? thig, daß wenigſtens der vordere Pfiug mit Ochſen beipannet, N beſpannt, uche 0 (ioß liegt! NENNE Ih nicht j ura v Zuß vet auß am wf ſch dert, ohni! bey wür der Yeh verlie 1 nigen Ze fen Obe fon Wefonder ) vw; 0) breit fap) aus ena 1 Den vie Lange dy m lehtot e.: Di er treten, f die an: rüden fo um Be er muß um dar t bleiben as Pflatt „viel, al z. E. eit er Plat am Ent N auf di rauf: im ald wid daß di! aber mi Von Futterkräutern insbeſondere, 193 beſpannet, oder wo man dieſe nicht hat, das in der Furche gehende Pferd unbeſchlagen ſey. Die darin bloß liegenden Erdroffeln würden ſonſt gequetſcht wer.| den, in Fäulung gerathen, und nicht aufgehen, Vie- les beruher. jedoch auf die Pflanzer: und gute von' feib und Seele gleich gelenkſame Leute wiſſen ſich fo zu behelfen, daß, indem ſie die Erdtoffeln in die. Furche werfen, ſie ſolche zugleich mit dem Fuß an das ganze fand drücken, wohin das Zugvieh gewöhn: lich nicht zu treten pflegt. Es fommt ſonſt nicht dar- auf an, ob die Erdtoffeln gerade anderthalb oder zwey Fuß weit, oder ſo weit man will, in den Furchen aus einander zu liegen kommen; wenn man nur dar- auf ſiehet, daß dieſes Maaß weder zu ſehr vermins dert, noh zu ſehr vergrößert, die Abſicht alſo nur ohngefehr erreicht werde. Größere Pünktlichkeit da- bey würde auch größere Zeit erfordern. Bermittelſt der Pflüge kann man der Pflanzung ſchon das erfore derliche Maaß geben: und in Anſehung des nachhe- rigen Behäufens iſt es ſehr gleichgr.ltig, ob es hau- fen- oder reihenweiſe geſchiehet. Das alſo beſtellte Feld bleibt in den Furchen ſo lange liegen, bis. die mit dem Dünger des vorigen Jahres darein gebrachten, oder von ſelbſt wachſenden Unkräuter,| mit dem, Erdtoffelkraute zugieich hervor fommen; und nun wird es bey guter Witterung, und beſonders im Lehmboden mit eiſernen Eggen tüchtig, 3 3119 r94 Vierter Abft iſt. Das nachhe- rige Wachsthum iſt vielmehr deſto freudiger. 0:-:/L.L.64 Das Behäufen. Nun folget das Behackfen oder Anhäufen der Pflanzen, welches befannt genug iſt, und, wie ſchon bemerkt worden, aller Orten mit der Hand geſchie- Het.= Aber weniger und vielleicht gar nicht befannt iſt es, daß dieſe ſonſt koſtbare und beſchwerliche Ar- beit auf eine weit wohlfeilere, weit leichtere, und der Abſicht eben ſo gut entſprechende Art bewerkſtel- liget werden könne. Geſchiehet vermittelſt eines Pfluges, der beſchrieben wird. Das Vieh nemlich muß, wie überhaupt die ſchwerſten Arbeiten bey der Landwirthſchaft, alſo auch dieſe übernehmen 3 wobey ein dem gewöhnlichen Pflug- haafen ähnliches, mit einer Scheerdeichſel verſehenes, von einem Pferde zu regierendes Werkzeug erfordert wird.== Das Haupt oder Höft iſt an dem kurzen HDaafen- W& Ma das Aerleht den Guy m aud de f der yy as nacht ', ufen der vie ſchont d geſchte: t befannt erliche J ere, bewertet 68, di! haupt vt alfo au) jen Pfa) verſehen erforder m fu Haaf Von Futterkräutern insbeſondere, 1295 Haafengrindel beweglich; auf daß es vermittelſt des da- mit verbundenen, durch Keile befeſtigten Sturzes, theils nach| der Höhe des eingeſpannten Pferdes, theils nach der Abſicht gerichtet werden fann, die man hat, entweder mehr oder weniger Erde an die Pflanzen bringen, den Pflug alſo tiefer vder flacher ſtellen zu wollen. Die Anhäufung geſchiehet an bey- den Seiten zugleich; daher iſt an jeder Seite ein Molder- oder Reeſterbrett vorhanden, welches auf die gewöhnliche Art angebracht und befeſtiget, nach hin- ten aber jauf der untern Kante mehr ausgeſchweift, aljo ſchmäler daſelbſt als gewöhnlich iſt. Man wör- de ſonſt, weil der Pflug auf beyden Seiten Dienſte thun; alſo in einer immergleichen Perpendiculärrich- tung, bleiben muß, auf einer zweyfüßigen Breite Landes entweder allzuviel Erde herausbringen und den Pflanzen"zu nahe kommen, oder auch ein Pferd wür- de die Arbeit. nicht verrichten können. Denn jemehr der Pflug durch die auf den Reeſterbrettern vorhanz- dene Erde hinterwärts beſchweret würde, je tiefer würde er vorne faſſen, und je weniger würde es auch in des Führers Gewalt ſeyn, ihn zu halten oder zu regieren,- Die Schaar iſt nicht ſo ſpiß wie beym HDaakenz hat einen höhern Rücken, und auf demſel- ben, ſtatt des am Pfuge befindlichen Seggs oder Vordoreiſens, ein ſechs Zoll kohes, unten ſich faſi an die Spike ſchließendes, ſich oben hinterwärts bie- | Weg gendegp 1965 Vierter Abſchnitt. gendes, vorn ſcharfes, hinten ſich in zwey Blärtern erweiterndes, daſelbſt alſo eine Oeffnung machendes Eiſen, in welchem zugleich das darnach eingerichtete Pflughaupt ſich endiget. Dadurch wird die Erde auf beyden Seiten getrennetz den Molder- oder Reeſterbrettern, die ſich an die nach hinten ſich aus? dehnenden Blätter ſchließen, gleichſam zugeführet, und von dieſen die Anhäufung vollends bewirfket. Die Sceerdeichſel iſt auf dem Grindel beweglich, damit die veränderte Stellung des. Pferdes, indem es ſich» der Fliegen erwehret, oder ſonſt auch mehr auf dieſe oder jene Seite gehet, in der Richtung des Pfluges nichts verändere und unvollfommene Ar- beit veranlaſſe. Das Pferd ziehet aber nicht an der Deichſel, ſondern an einem an den Vordertheil des Grindels da, wo die Deichſel angebracht iſt, befeſtig- ten dreyföpfigen krummen eiſernen Nagel, woran der Ring des Schwengels gehänget wird. Geht der Pflug ordentlich, ſo wird der Mittelnagel genommen, drängt er ſich aber auf die eine oder die andere Sei» te, ſo nimmt man dieſen oder jenen Nagel. Sol- d Wenn 48 Die G-*) Ich habe mich ſeit 12 Jahren beſiändig der Me- jer verd) thode welche der Verfaſſer im 115ten Paragraph ſehr ſte ange gut beſchreibt, bedienet und ſie auch höchſt zwe- mäßig befunden. Jedoch mit dem Unterſchiede, das mit de "mal ich jedesmahl zu den Kartoffeln dünge. Und zwar 18 wird der Dünger unmittelbar auf oder unter die 4 03 Karkoffeln gelegt. Auf zwey Pflanzer iſt daher noch 1 ele eine Perſon nöthig die den ausgeſtreueten ziemlich nte ſo' langen Miſt mit der Miſiforke zuſammen ziehet und 3 verbun in die Pflansfurche leget. Zuweilen trifft ſichs, daß er über die Kartoffeln gelegt wird, zuweilen daß er | 100 unter ſelbige kommt, je nachdem der Pflanzer oder der Miſtieinleger dem andern vorkommt, Ic<. habe wenn de dies ziemlich gleichgültig befunden, obgleich die En1g- es April länder in der Regel das erſie empfehlen. Tenma in Die Düngung halte ich für ſo weſentlich und ſie a; Im Ihy' ſcheint mir auf den Ertrag der Kartoſſeln einen ſo eptemht, großen Einfluß zu haben, daß ich, ſeit ich dieſe Er» 1fens fop fahrung gemacht habe, wenn ich mit Dünger ein- 4 mahl zu furz gekommen bin, lieber gar feine Kar- zen Zu toffeln auf den übrigen Theil des Landes baue, Ziertehn ſondern reine Sommerbrache halte. Aller übrige vird. dl Aufwand iſt ſich gleich/ aber der Ertrag iſt um die auch Ww; Hälfte verſchieden. Wenn ein gedängter Morgen genmält mir gewöhnlich 240 Himten giebt, ſo erhalte ich von einem ungedüngten faum 129. pern 5,: JI<< 260 Vierter Abſchnitt. F. I177. Ernte, (38 Die bey der frühen Sorte im Anfang des Sep- EEE, fembers, und bey der ſpäten am Ende diejes Mo- 4% nats v 1| Ich bane Kartoffeln auf lehmigen, ziemlich bin- IN denden und auf fandigen Boden. zur auf erſte- 4 MINE fen wird langer Miſt in die Furchen gelegt; bey 0440 0.9 leßterm aber wird kurzer Miſt auf die geivöhnliche MEN Weiſe unkergepflügt. Auf erſteren kommen Tiſch-Kar- 4 u foffeln, hier gewöhnlich Holländiſche genannt, die ( MONIER'man allgemein für ſchr wohlſchmeckend erklärt. Auf letzteren baue ich die große, Engliſche Futter- Kar- foffel, die auch auf Sandboden, gedüngt, inen |"| ſehr reichen Ertrag giebt und daſelbſt minder wäßrig HRD und ſchleimig wird. Auf dieſen Boden laſſe ich die 0 Kartoffeln nicht mehr anhäufen, fondern fie nur mie | j" 14 der nachher zu beſchreibenden Pferdeſchaufel bearbei- 1144 4 39 ken und rein halten. MU) Der Nuten eines ſolchen Inſtruments, wie der |/ 1; Verfaſſer im r16ten Paragraph beſchreibt, war mir 1 längſt ſehr einleuchtend geweſen und ich hatte das Bearbeiten der Karkoffeln ſchon mit einem gewohn- | lichen Haafen verſuchen laſſen, ehe ich unſern Verf, 10147 kannte, Dies geht zur Noth 3 aber die Arbeit wird ; Hoch ſchlecht und ungleich. Die Beſchreibung des Ver- faſſers von ſeinem Werkzeuge war mir nicht deutlich Senug, um es genay nach feiner Angabe machen zu laſten, SG ES GG li fa (yy nh "| hing und Von Futterkräutern insbeſondere. nats eintretende Ernte fann n.ht anders als durch Menſchenhände- beſchaffet werden.= Einige haben ? 7? das 9 des Cy;? dieſes M,„12m ejes Nh laſſet. I< verſuchte es auf verſchiedene Arten und tial fand zuletßt, die auf der Tafel 1. abgebildete Einrich- fung am ziweämäßigſien. Dieſe habe id) daher nach- mahls auch unverändert beybehalten, Denn wenn es gleich ſcheint, als o9 ſich mancherley Verbeſſe- rungen dabey anbringen ließen, ſo habe ich ſie: doh "lich bin, auf erſtv "M4 unnöothig gefunden; da 248 Inſtrument alle ſeine fn Zwecke ſo vollfomnten evfullt. Man kann flach und jh Chie tief 04:05 LEE es nam eine unten ſpitz zulau- iet, Auf fende Furche und legt die Erde von beyden Seiten "WYW Cen ind, pyramidaliſch an, ſo daß ſie nicht zurück- ie fällt. Dabey erfordert es ſo wenig Kraftaufwand, pe daß ein fleiner Eſel es, auf nicht gar zu ſandigen EE Boden, ſehr gut zieht. Für ein ſchwaches Pferd iſt M" ic M es ein Spielwert. Es durchſchneidet die Oueken An- nicht, ſondern faßt ſie mit der Spitze und hebt ſie [ bearb allmählig aus dem Boden heraus. Eine Beweglich- | keit des Grindels habe ich nicht nöthig gefunden, wie dir weil das Pferd in der Scheerdeichſel Raum genug war mit hot, fich zu bewegen, ohne den Haafken zur Seite att das zu werfen. Auf der Scheerdeichſel wird ein Echwen- gewöhn gel eingehängt woran das Pferd zieht,| 'n Verf, Da ich aber die KartofFeln theils nicht ſämtlich, eit wird theil3 nicht ſo früh, als das Unfraut ſchon erſchien des Ye anhäufen wollte, ſo richtete ich dieſes Werkzeug auch deutlich* mit einer Schaufel ein. Dies ging zwar, hatte aber ehen zt doch allerley Unbequemlichkeiten, indem ſich Unfraut [aſel: und 202 Vierter Abſchnitt. das Auspflügen verſucht, aber bald wieder eingeſtel let. Was allenfalls mit dem Zutagebringen der Frucht und Erde vor der Schaufel anhäufte, und ſolche leicht nach der Seite ausgleitete. Jh verfiel alſo auf das Taf. Il. abgebildete Juſtrument, und dies erfüllet dieſen Zweck vollkommen. Es vertilget alles Unkraut ſehr würkſam und lo>ert die Erde ſehr guk. Man kann damit dicht an den Reihen der Pflanzen herziehen und behält das Inſtrument, vermittelſt des fleinen Nades, worauf es vorn ruhet völlig in ſeis ner Gewalt. Je nachdem die Zwiſchenräume breiter oder enger ſind, ſeßt man hinten kleinere oder grdö«- Bere Haafkeiſen ein. Der zur Fortziehung dieſes Ins ſiruments erforderliche Kraftaufwand iſt ſv geringe, daß:es ſelbſt in ſchwerem'Boden kaum eines Pfer» des bedarf. I< brauche immer einen Eſel dazu. Mit dieſen Juſtrumenten habe ich lange und mit dem beſten Erfolge alle in Reihen geſäete und ge- pflanzte Gewächſe, Karkoffeln, Runkel-, Stech- oder Kohlrüben, Kohl und in Reihen geſäete Bohnen bearbeitet und dieſe Bearbeitung hat alles bewürkt, was eine vollfommene Brache thun kann. In den Reihen dex Gewächſe ſelbſt kommt wenig Unfraut auf; da es durc die mehrere Mahle übergeworfene Erde erſticket wird. Was indeſſen vorfommt, muß durch Handhacen oder Augziehen vernichtet wer- den. Dieſe Arbeit iſt aber in den Reihen unbedeu- tead und erfordert wenig Zeit und Hände. Seitdent Von Futterfräutern insbeſondere, 203 der pe Frucht dabey gewonnen wurde ging durch die meh- bringe dy rere Arbeit beym Sammeln derſelben doppelt wieder Gut verlopen, und fold Seitdem ich indeſſen die neueren verbeſſerten verfiel eh Werkzeuge der Engländer habe; nehmiich Pflüge mit und diz doppelten und einfachen beweglichen eiſernen Streich- filget al; brettern, ohne Räder, bediene ich mich auch dieſer, e ſehr gut, Sie wühlen den Boden in den Zwiſchenräumen ſiär- ! Pflanzen fer und tiefer um und man kann die Reihen über iittelſt des"einen Fuß hoch damit anhäufen. Die Arbeit iſi aber (ig IM els größer und mannigfaltiger damit. In bindendem me breiter oder von Oueken ſehr unreinem Boden richtet man oder grds mehr damit aus. Mit einem leichten Pfluge ohne dieſes ys Räder für ein Pferd, deſſen eiſernes, gewölbtes ſv gen Skreichbrett man weiter oder enger ſpannen fann, eines Pfiy pfiügt man die Erde an die Pflanzen- Reihen, ab- ſel dazu wechſelnd an und ab; wodurch fhonigt- lehmiger Boden eine Bearbeitung erhält, die jede reine Brqs 190 und mten iſt, iſt eine ziemlich mühſame Arbeit, Ferner || greift die Arbeit die Pferde ſehr an, weil der Pflug 1038) 491) tief hm d fer fm Ww WÜſtenthell Handige Coup un eln,(by eueren Dh, der Erty 1' und de Nur muß laſſen fön len, all tüde un: ein Auge (anze und < nyr die das Zet ht verſucf gehabt hy diger obi! fig geſchiv im heran jen; u e ich, dj als bey haben un) geht dif un falle hald iw Fein der Ivy (| Von Futterfrautern insbeſondere. 207 und ſechzehn Kinder täglich einen Morgen beſtreitet, Jene ſind mit Miſtgabeln zum Aufgraben, dieſe mit Körben oder andern Gefäßen zum Einſammeln verſe- hen. Ein jeder von den Erſien nimmt zwey Reihen vor, deren Frucht er zu Tage bringt, und hat zwey Kinder bey ſich, die ſie gemeinſchaftlich mit ihm auf- leſen.= Weil es, wenn der Anbau ins große geht vieler Säcke bedürfen würde, ſo iſt ein mit dichten Körben verſeßener Leiterwagen erforderlich, auf wel- endes Brod bereiten laſſen, iſt auch dem Bieß eben ſo nahrhaft.== I< habe den Vor- fuch gemacht, und achtzehn Schweine, je ſechs und ſechs beſonders; mit Getraideſchrot und Erdroffoln zu gleicher Zeit mäſten laſſen, um das Verhältniß im Maaß und in der Wirfung ausfündig zu machen. Beym Auf» ſeßen wurde jedes Theil in Anſehung der Größe und Schwere ſo viel möglich egaliſiret. Ich mäſtete, wie gewöhntich, von der Mitte des Septembers bis ge gen Wethnachten; und dasmal vierzehn Wochen, Ein Theil hatte auf jedes Stück ſechszehn Himten halb Gerſte- ha!b Wickenſchroot3 das andere auf je- des StüX acht Himten dergleichen Schrot, und ſechzehn Himten ErdroFe!nz und das dritte auf jez des Gruück„it und dreißig Himten Erdtoffeln ver» zehret, als ſie geſchlachtet unben alle mit einan? der aber, was ihnen ſonſt noch an Kohlblötrern 2c. zuſloß, auf gleichem Fuß erhalten, beſtändig auch 4).2 gut 212 Vierter Abſchnitt. gut gefreſſen, indem ich, wie gewöhnlich, oft und wenig eingeben laſſen. Diejenigen, die lauter Korn verzehret hatten, gaben am Gewicht ſämtlich 1087 Pfund z die welche ſich halb mit Korn und halb mit Erdtoffeln begnügen müſſen-.- I112 Pfund; und die mit bloßen Erdtoffeln abgeſpei- ſet waren===== 1094Pfund. Im Gewicht der Flaumen war wenig Unterſchied, nur daß die von der Erdtoffelmäſtung etwas gelber zu ſeyn ſchienen; wie denn auch nachher der geräu- er zu den Wieſen im Ertrage wie 1== 6 bis 83 oder die Erdtoffeln von einem Morgen ſind 922 2 in 214 Vierter Abſchnitt, in der Fütterung eben ſo gut, als das Heit von ſechs bis acht Morgen Wieſen*).' / Wer jeinem Hornvich täglich zehn Pfund Heu auf ein Stück geben, und folglich die ſieben Win: fermonate- hindurch, nemlich von der Mitte des DOctobers bis zur Mitte des Mays, zwanzig Centner, oder ein gutes vierſpänniges Fuder darauf rechnen Fann/ hat ein Glück, das wohl jeder kandwirth ſich. wünſcht, vielleicht aber unter tauſenden faum einem zu *) Die Nahrungskraft der Kartoffeln iſt von dem Vafaſſer wohl etivas zu hoch angeſchlagen. Dages: gen hat er den Ertrag weit unter dem angegeben, den ich ſeit langen Jahren beſtändig davon gehabt Habe. Das Reſultat dieſes Vergleichs zwiſchen den Ertrag der Wieſen und des Kartoffelnfeldes unter: ſchreibe ich daher nur im Ganzen. Noch immer ſingt mancher das alte Lied von der Nahrungsloſigkeit und Schädlichfeit der Kartofeln für die Geſundheit nach. Wäre das Gegentheil nicht längſt erwieſen, ſo würde ich den Beweis in die. ſem Frühjahre mit meinen Vieh führen können, wel- ces im verwichenen Winter von 1799=- 1800 faſt nichts wie Kartoffeln erhalten hat, indem wegen des mißrathenen Klees faſt überall kein Heu gege- ben werden fonnte, Ohnerachtet dieſes Bich det ganzen Winter hindurch Milch gegeben hat, iſt es allenfalls zum Schlachten fett genug; und ſo“ ges ſund und munter, wie man Vieh im Frühjahre üer wänſchen fann, 2 2 um guat ds Ö Std | hd") ſech) fund Ze ben Yi Nitte dy Centy, * rechnet rth ih m einen zu on dem Dages ügegeben on. gehabt iſchen den des unt" d von dy Kartof theil id! 8 in din nen, ww 1800 fi em Wege Deu gegt Vich det ti q DIEL Frueh Vott Fütterkräutern insbeſondere. 215 zu Theil wird. Einem jeven aber wird der Wunſch gewähret, und nicht einer unter tauſenden verfehlt des Glü>s, täglich zwey Meßen Erdtoffeln auf ein Stück geben, die ſieben Wintermonate hindurch alſo. ſechs und zwanzig Scheffel darauf rechnen zu können.== Dazu kommt der große Abſtand in den Grundſtücken ſelbſtz indem ein Morgen Wieſen faum das Heu für ein Stüc gewähret, ein Morgen Erdtofſeln aber fünf Stücken Nahrung giebt. Nach vieſer Berechnung kann ein jeder nun auch leicht den Umfang ſeines Erdtoſfelbaues beſtim- men.== Wer zehn Stüc Vieh hat gebraucht zwey, wer funfzehn hat gebraucht drey Morgen. Wer die Fütterung aber verbeſſern will, und z. E, täglich eine Meße mehr geben, gebraucht auch ſo viel Acker- mehr,- oder er kann nur drey Stüc Vieh obngefehr auf den Morgen rechnen. Er muß alſo zu ſechs Stück ſchon zwey; zu neun Stück dreyz zu zwölf Stück vierz und-zu funfzehn Stück fünf Morgen haben. Auf dieſen Ueberſchlag wie und welchergeſtalt man füttern, und wie viel man taglich geben will oder kann, damit die Fütterung, wenn ſie einmal angefangen iſt, auch bis zu den grünen Kräutern fortgeſeßt werde, iſt überaus viel gelegen. Denn die Erdtoffeln= eine ihre übrige Tugenden noch mehr erhöhende Eigenſchaft== ſind dem Vieh ſo angenehm, daß es bey der Entbehrung derſelben ſo OD 4 ſei ht 216 Vierter Abſchnitt. leicht an fein anderes trockenes Futter zu bringen: das ihm wohl ehcdem ſchmackhaft geweſene Heu ver- ſchmähet, und erliche Tage in Ertbartung der Erd- foffeln hungert, wobey es denn, wie leicht zu erach» ten, von Fleiſch und Milch kommt. Freylich muß es qm Ende qus Hunger anbeißenz wer wird aber ſich. gerne ſchädlich, oder Tyranns genug gegen ſein Wieh ſeyn wollen, es hungern und ſchmachten zu ſehen? C: 12x. Die Turneps der Engländer. Die Turneps-=-eine Engliſche, unſern wel- ßen runden Rüben von&Gleiſch und Geſchmack ganz gleiche, und nur in der Geſtalt davon unterſchiedene Rübe-- iſt allen Vieharten, die Pferde ausgenom- men, ein angenehmes, und in größerer Menge auch eben ſo nahrhaftes Futter als die Erdtoffeln. Site iſt lang; wächſet eines halben Fußes hoch über der Erde; färbt ſich eben ſo weit roth; bleibt unterhalb, ſo weit ſie in der Erde ſtehet, weiß; komme bey ge- höriger Beſtellung in jedem Boden fortz und wäch- ſet oft zu der Größe und Schwere von fünf bis ſechs Pfund, gemeiniglich und im mittelmäßigen Bo- den von drey bis vier Pfund*N 8. 122, *) Man hat in England mehrerley Abarten: roth: köpfige, g“ünföpfige und weiße; lange und runde, Die M Üringö: eZ ve 9 der Ert: t zu ew lich ms wird aby egen ſeit dten zu ern weis ad gan ſen laſſen, aber ich ließ es auch bey dieſem Verſuch bewenden. Die treffliche Vorernre ging faſt gänzlich verlohren, denn nur hin und wieder wurde eine, der andern zu nahe ſtehende Pflanze äusgezogenz und die Ernt2 ſelbſt war zwar in der Größe der Frucht um Vieles, im Scheffel aber um ein Geringes beſſer. Ein Mor- gen gab nur dreißig Scheffel mehr. Dieſer Gewinn- hielt jenem Berluſt nicht das Gleichgewicht, und noch weniger konnte er die Behackungsfoſien erſeßen*). EBER AEI: 6. 125. x) Nach unſern Erfahrungen iſt der Unterſchied des Ertrages, wenn ſie nach Engliſcher Art und wenn ſie nach der gewöhnlichen gebauet werden, ſo über- wiegend zum Vortheil der erſierenz; daß man bey | allen y 9 02 Vierter Abſchnitt. 9. 125, Vorzügliche Eigenſchaften. APNINSG Die beſondere Eigenſchaft der Turneps, vermö- VEN ge welcher man zu eben der Zeit, wenn es in unſerm |(; Climä aflen Schwierigkeiten, die ungeübte Hacker machen, ſie doch unbedingt vorziehen muß, wenn man ein» mahl Rüben bauen will. In denen Diſtricten Englands; to9 der Rüben- bau nicht ſo eingeführt iſt; wie in Norfolk und Suf- folf und man daher feine geübte Hacker hat, wird jeßt die Drillmethode häufig angewandt; und zwar auf folgende Art: Man ziehet Furch an in einer Ent- fernung von 27 Zoll, legt in dieſe Furchen den Miſt, zieht ein Stück Hol oder die umgeichrte Egge mit ei: nem Pferde queer über das Feld um die Furchen bey» nahe wieder zuzumachen und den Miſi mit Erde zu be- - deen. Dann ſäet man mit einem Rüben- Driller den Saamen in dieſe Furche und walzt nun. das Feld der Länge nach. Die Zwiſchenräume bearbeitet wan mik der Pferdeſchaufel 3. die Reihen hackt man aber mit der Handhacke ſo aus, daß etwa alle 9 Zoll eine Rübe ſtehen bleibt. Dieſe Arbeit iſt dann ſehr leicht. Man behauptet, daß ein ſo beſtellter Rübenacker, ohnerachtet der weiten Enkfernung der Reihen, um ein Drittel mehr an Rüben gebe, als ein nach Norfolker Manier bearbeiteter. Die Rüs- ben, welche unmitrteibar auf dem Miſt ſtehen, ſolten von enormer Größe werden, Ein L Clima dn namlich tanbers gen jong" en, 0p8, bern) 3 In Unfoy Clin fer Mad N Wan di) der Nübey und Suß hat; wird ynd zwar 1 einer Eyb en den Nh Egge mity Furchen hy t Erde zum ber» Du zt nun vy 16 bearb 1 haft mi etwa a) Geit if dam ſo beſteht fernung d! 4 gebt) j Die A ehen,[els (yt / Von Futterkräutern insbeſondere. 223 Clima an grünen Futterfräutern zu gebrechen beginne nehmlich von dem Anfange oder der Mitte des Sep- tembers an, täglich davon nehmen, und, was man genommen hat, durch den verbeſſerten Wachsthum der übrig bleibenden wieder erwarten; alſd eben ſo viel davon ernten kann, als man ohnedem geerntet has haben würde, erheben ſie zu einem unſerer vorzüge- lichſten Futterfräuter, und machen ihren Anbau in wohleingerichteten Wirthſchaften faſt nochwendig.== Man hat zwar zu dieſer Zeit auch ſchon die frühen Erdtoffein, und kann andere noch folgende Futterge- wächſe ebenfalls haben. Allein von jenen nimmt matz im September noch nicht gerne; oft hat man auch zum Aufgraben, ver Geträaideernte wegen, noch keine. Zeitz und dieſe ſind theils im Maaß, rheils in der Güte weniger ergiebig. Der. Wuchs, oder die“ Ge; ſtalt des'Turneps hat den hauptſächlichſten Antheil an diefen Borzügen.- Der Gehalt aufrecht ſtehender Cylinder, deren Länge zwblf, und der Durchmeſſer drey bis vier Zoll beträgt=- in welcher Art die Turneps wachſen== verglichen. mit dem Gehalte plat- | ter Ein unbearbeitetes NRübenfeld ſteht immer voll Unfrauf; welches ſeinen Saamen noch reif macht; und iſt daher eine wahre Pflanzſchule des jährigen Unfrauts. Durch das Behacken hingegen wird dieſer Unfrautsſaamen vertilgt. Schon aus dieſer Urſache hat die Engliſche Methode große Vorzüge, 224 Vierter Abſchnitt. ter Kugeln, deren größter Durchmeſſer fünf bis ſechs Zoll ausma2n Meynungen und tehren verleitet*). Oft geben anch andere Urſachen zur Verbrei- tung unrichtiger Begriffe von einer. Sache Anlaß, beſonders wenn ſie noch neu iſt.== So ſchickte ein junger Beamter eines benachbarten landes vor ohnzoe- fehr zwanzig Jahren an die Rentfammer einen ganz zen Scheffel voll großer Rüben, mit der Anzeige daß es Turneys wären, wozu er den Saamen aus Brabant erhalten. Man kann leicht erachten, daß ſeine Abſicht, gelobt zu werden, erreicht, und jei- ner Induſtrie ein großes Compliment gemacht wurde. = Hätte man aber gewußt, was ich wußte, man würde *) Hier haf der Verfaſſer eine Art von NRunkelrüben erhalten; die noch immer ein dconomiſcher Schrift: ſielier,. dem andern nach; für die Turneps der Eng- länder hält,; Dieſe aber unterſcheiden ſich, dex Art nach, von unſern weißen Nüben, beſonders denen die' im Brauuſchweigiſchen gebauet werden, gar nicht, und der Abarten. giebt es mancherley, auch in England, Die im folgenden Paragraph beſchriebenen runden Rüben laſſen fich nach Art der Engländer vortrefiich bauen, erhalten dann eine gewaltige Größe und ge» ben einen erſtaunlichen Ertrag. P 225- Bierter Abſchnitt. würde vem jungen Herrn ſtatt des Lobes einen derben Verweis gegeben haben. Es waren weiter nichts als unſere gemeinen runden Rüben, die, wie es tin dortiger - Gegend der Gebrauch mit ſich brachte, in der gedüng: ten Brache gebauetz; wovon die größten ausgeſucht, und frenylich ungeheure Maſchinen, nemlich fünf Pfund und varüber ſchwer waren. Was etwa ſonſt noch bey den Turneps zu beo» bachten, iſt auch 9:- 125. Die runden weißen Rüben. eben den runden weißen Rüben; Wapf- ſerrüben; Klumprübenz; eigen, die, wie ich ſchon bemerkt habe, außer der Geſtalt und dem ge- ringen Ertrage jenen in Anjehung der Cultur, der Ernte, der innern Güte, der Benußunggsart u. ſ, iw. ganz und gar gleich ſind 3; jedoch mit einem ſchlech- tern Böden vorlieb nehmen,“ und ſpäter, allenfalls zur Sdmmerung in die Rockenſtoppel, wie es vieler Orten gebräuchlich iſt, geſäet werden können.= Bey ihrer plattrunden Geſtalt wachſen ſie wie die Durneps halb aus der Eide, und förben ſich wie die- ſe auch ſo weit roth. (bin om Ue Dry nichts ed 3 I ortigy der edin Quögeſud unf Pfuz 8 zu be , W/! >, wiel] 0 dem v! uſtur, dt gaart 1 em ſhe) allenfa € es Diel Onnes je wie! < wit Ww 0, 1:9 Von Futterfräutern insbeſondere, 2327 y 45.202825 Anbau im Lfüneburgiſchen, In- einem großen Theil des Churfürſtenthums Hannover, ſelbſt in der dden Lüneburger Heide, ha- be ich oft die Hälfte der Brachfelder mit Rüben an- gebauet gefunden*). Man ſäet ſie== weil man Jelten was anders hat=- auf Schaaf- und Plagx- gendünger 5 der im Winter gemacht„' nach beſtellter Sommerſaat gefahren, und mik dem ſandigen Acker ein paarmal verarbeitet worden, von drey Tage vor, bis drey Tage nach Jacobi=- ſo will es die Regel; -- und mäſiet im Herbſi Ochſen und Kühe zum Einſchlachten oder zum Verfauf damit. Denn alle Bauerwirthſchaften, die ſich einigermaaßen gur ſiehen, ſchlachten einen invalid gewordenen Ochſen, eine Kuh, Lder einen Stier einz= die Schweine ſind rarer;=- und die, welche beſſer daran ſind verkaufen überdies noch. == I< kenne Beamte, die zwölf bis dreyzehnhundert Pfund ſchwere Ochſen mit Rüben fett gemachtz zu- Jeßt nur noch etwas Schroot von ſchlechtem Getraide ſv behm Worfeln hinten weggenommen, dem Futter zugemiſchet 3 und das Stück für neunzig bis hunderr Thaler nach. Hamburg verfauft haben.=- Ueberdent iſt der nach Rüben wachſende Rocken, wie die graue P 2 Erfahrung *) Dies habe ich leider? nicht geſehen, 228 Vierter Abſchnitt. Erfahrung dortiger Gegenden, und meine eigene, ob- zwar jüngere, gewähren, im Korn und Stroh um vieles beſſer als der im übrigen Brachfelde, ob- gleich es eben ſo gut gedünget worden. Er iſi, int Stroh länger 3 oicbt mehr im Scheffel; das Korn iſt ſchwerer im Gewicht, und folglich mehlreicher. V; 229% Anwendung davon für uns, Man darf alſo auch bey uns nicht fürchten, die gedüngte Brache durch den Rübenbau zu enetviren. Es ſchadet, ihr ſo wenig, daß ſie vieimehr durch die abfallenden Blätter; durch die im Lande zurückbleiben- den kleinen, und die oft abbrechenden Spißen der großen Rüben, mehr Stärke erhält, und eben dä- her das beſſere Gerathen des Rockens, und aller. bis zur neuen Brache darauf gebäuet werdenden Früchten veranlaßet z; welches ſonſt in keiner andern Urſache ſeinen Grund haben kann, Brach- und Stoppelrüben, Brachrüben geben von einem Morgen allemal 120 bis 150 Scheffel; und Stoppelrüben ſelten mehr als z0 bis 60 Scheffel: ein Verhältniß beynaße wie 3 zu I.= Wer alſo bieher in der Brache geſäet hat, nun aber in der Stoppel ſäen, und eben ſd viel wie ſonſt ernten will, muß-dreymal ſo viel Feld wie ; uf" je Gt Brat ſonſti ald 0] Ze tae mN Rt vn% Yy( Wachat nügliche! Chmamo (6 niet wei wie KE vorſehe Verand w) 2 itte, Wehe, 6 "th in (de, Or ift in as Kim cher, en, die brenn, I< die bleiben: ßen de eben di aller by Früchten Urſa allem en mh rahe wi! Ye gefält eben iel Fed wt Von Futterkräutern insbeſondere. 229 ſonſt dazu nehmen. Wer im umgekehrten Fall bis- her Stoppelrüben gebauet hat, und ſie nun in der Brache bauen will, bedarf nur den dritten Theil des ſonſtigen Feldes, um eben ſo viel zu ernten; ſpart alſo Saamen und Arbeit. 6. 130. Müſſen von den gröbſten Unkräutern gerei- niget werden. Hedderich, und alle ſonſt unterm Sommerge- traide wachſende Unkräuter, pflegen ſich auch unter den Rüben, vorzüglich im Brachacker, einzufinden, Nicht daß ſie den Rüben ſchaden, ſondern weil ſie ven Acer ausſaugen, iſt es ndthig, ſie zu entfer? nen. Dazu bedarf es denn nicht vieler Umſtände, Bey Gelegenheit, daß man die kleinen, ſich im Wachsthum hindernden Rüben ausziehet und zum nüßlichen Gebrauch verwendet, werden auch jene Schmaroßerpflanzen mit ausgerupft, und damit ſie ſich nicht umſonſt genähret haben, mit den Rüben zugleich verfüttert. Das Vieh findet die mehreſten weil ſie noch jung find, ſeinem Geſchmack angemeſſen. Ich habe ehedem das Unkraut armen, mit einer Kuh verſehenen Feuten Preis gegeben. Sie haben mit Vergnügen meine Rüben gleichſam gejätet, und mir noch Dank dazu geſagt. Was ihre Kuh nicht ver? zehrte, gaben ſie ihrem Mäſtepork. P 3 9. I3I1. 230 Vierter Abſchnitt. S. 131 Mittel wider die ErdAdöhe. Nicht ſelten ſind die Erdflöhe der Einträgliche Feit des Rübenbaues hinderlich.=- Die AeFer wer» den zu der Zeit, wenn die Pflanzen noch jung und erſt in ein Paar Blättern aus der Erde hervor ge- Fommen ſind, damit gleichſam überſäet, die jungey Pflanzen abgebiſſen, und unſere HoFnungen vereitelt. Gewöhnlich trifft dies Unglück Stöppel-, weit ſelt- ner aber Brachäcker. Die Urſache darf man nicht weit ſuchen. Dieſes und dergleichen durch den Sommer, und die in Luft und Erde vorhandenen Wärme belebt werdende und ſich vermehrende Un- geziefer muß nothwendig in dem bis in der Mitte des Sommers ruhig gebliebenen, und zu den Rüben nur einmal gepflügten Rockenacker fich mehr eingeni- ſtet haben, kann alſo auch bey fortdauernder Wärme => weil das einmalige Pflügen nicht einmal die Lebenden vielweniger die Brut hat zerſtbren fönnen= ſich ſtärker vermehren, als in einem nach dem Winter dreymal ge- rührten, und eben ſo oft geeggeten Brachacker; wo iho nen zum Einniſien keine Ruhe verſtattet, und die erſte Brut vielleicht ſchon in der Geburt erſtickt worden.= Man geht alſo mit dem Brachacker weit ſicherer*). Finden *) In Rückſicht auf die Erdgöhe iſt das wohl eis nerlep. SIE (iy M! NENE ju (fen.> ( Ruhe dam wien NE k Intägih (eer wn jung uh jerbor vw € jung vereitelt, vet felt f man urch den handenen ende Um ver Mitt en Küh re eingeb x Wir! 6(ebend fich ſtatt penal gy ye; wo die rden, 7 cherer) Find wohl" Von Futterfräutern insbeſonvere. 23 Jinden ſich die ungebetenen Gäſte aber dennoch ein; ſo iſt das einzige bisher erprobte Mittel zu ihrer VBer- treibung= der Gypsz3; womit man eben ſo verfäh- vet, als wenn man ihn auf Klee oder Hülſenfrüchte ſtreuet(8. 65.) Für diejenigen, die deſſen niche mäch- 'tig ſind oder werden können, iſt kein anderer Rach, als den Acker noch einmal umzupflügen und nachzu- fäenz vor allem aber auf Stoppelrüben Verzicht zu leiſten,=- Unter dreymal werden ſie kaum einmal gu- te Rüben ernten, und bey den um die Zeit faßt allemal. fallenden Honig- und Mehlthauen, wodurch die Erdfliöhe noch. mehr begünſtiget werden, immer in der größten Gefahr ſeyn*). G- 132: Ernte. Die runden Rüben laſſen ſich ſonſt wie die lan- gen, oder die Turneps(Zb. 124.) behandeln. Die Fleinen werden, wo ſie voll ſtehen, nach und nach verzogen, wodurch die übrig bleibenden mehr Raum zum„Wachſen erhalten; die eigentliche Ernte wird M. 4. auch *) Das einzige Mittel,"welches man in England gen die Erdflöhe bewährt gefunden hat, iſt das zen in der Nacht, weil ſich dann die Erdfiöhe bef ſon- ders auf den Blättern aufhalten. Auch gegen die Raupe, welche ſpäterhin ihr F&nd wird, iſt das Walzen das einzige Mitte. 232 Vierter Abſchnitt, auch nach und nach,“wie das Kraut vom Vich be- zwungen werden kann, genommen; und hierguf ver Acker einfährig mit Rocken beſtellet. Conſervirung, Den Erdroffeln gleich werden auch beyde Rü benarten conſerviret(h. 118.)3 nur müſſen ſie, im Fall man ſie im Keller aufbehalten, früher verfüt- fert; und im Fall man ſie eingefuhlet hat, längſtens im Merz aus der Erde genommen werden. Dort wachſen ſie aus, und werden unſchmacchaft und ſto- >ig: hier äußern ſie eben den Trieb, wodurch ſie in Hißze zu gerathen und zu verderben pflegen*). Aufnehmung des Saamens. Vom Saamenaufnehmen, welches iich als eine bekannte Sache vorausſeße, bemerke ich nur, daß man den dazu deſtinirten Rüben das Krauer nicht tief ausſc Putt ; undd 6 Unhecdt er Game 10h vie% bt; ſelt und. im Ni gen Mn Dies 0 neben ei früh ve" vüppel ONA Von Fatterkrs utern insöeſondere, 2359 in der Mitte.des Junius zum erſtenmal, und etwa vier Wochen ſpäter zum zweytenmal nöchig zu ſeyn: alſo gerade zu einer Zeit, wo man in großen Wirth- ſchaften, der Heuernte wegen, alle Hände voll zu haben, und galle MNebengeſchäfte hintenan zu ſeßen ſich berechtiget glaubt.= Allein die den Wurzeln zu. wid- mende, Arbeit hindert dem Hauptgeſchäfte ſo wenig, daß ſie im Gegäntheil daſſelbe noch begünſtiget.„Ge- meiniglich werden die zum Heuen erforderlichen Ler:te es mögen nun Dienſtboten oder Tagelöhner ſeyn, Abends vorher beſtellet. Sie finden ſich am Morgen einz ein ſtarf gefallener Thau oder ein kleiner Regen laſſen aber die Arbeit nicht zu: oder wenn der Regen an- halt, hofft man gegen Mittag auf Sonnenſchein. Um die keute nicht auseinander gehn, oder einen gu- ten Nachmittag ungenüßt verſtreichen; gleichwohl alle Hände bis dahin nicht müßig ſeyn zu laſſen, it man oft um Arbeit verlegen.. Dieſe findet ſich auf dem Wurzela>er, wobey eben die regnigte Witterung vor- theilßaft wird.=- Ueberdem iſt es bey großen Wirth- ſchaften von beſonderem Nußen, wenn das Ganze ſo fonge le iſt, daß die Witterung auf den Fleiß des Wirths nicht immer Einfluß haben, und er auch bey der ungünſtigſten arbeiten könne. Wäs dabey ge- wonnen wird iſt ſo gut Gewinn, als was bey der beß- ten zu erreichen ſieht.= Mit kleinen Wirthſchaften hat es eben die Bewandniß: Frau, Magd und Kin- 39% “+. 2409 Vierter Abſchnitt. der ſind ebenfalls zur Heuernte eingerichtet.== Wo aber weder bey großen noch bey kleinen Wirthſchaf- ten Wieſen vorhanden= freylich da iſt man auch nicht an die Heuarbeit gebunden. Man hat andere Beſchäftigungen, die jedoch ſelten nüßlicher als das Wurzeljäten ſeyn mögren: oder man arbeitet gleich dem geſchäftigen Müßiggänger, das iſt, man thut im Grunde gar nichts*). „Ernte, Wenn das Jäten zu zweyenmalen gehdrig 92- ſchehen, ſo wachſen die Wurzeln ohne fernere Auf- ſiche bis Michaelis fort da ſie denn ausgegraben wer- den. Zur Erleichterung dieſer Arbeit wird das Kraut vorher *) Wenn man Loute haf, die gute Augen haben und im Behacten geäbt ſind, ſo kann man das Jaken ganz erſparen. Fehlen dieſe, js muß man die foſt- ſpielige Arbeit des Järens einmahl daran wenden, Nie laſſe ich aber ganz rein jäten, ſondern nur das größere und das dichter um die auf 1 FUß Enfkfer- nung auszuſeßenden Pflanzen ſtehende Unfraut 1weg» ziehen; don Jätern aber auf dem Fuß. die Hacker folgen, wodurch die Arbeit wenigſtens um die Hälf- fe verringert wird. Zw-y Mahl laſſe ich aber nie jäten; dagegen wohl dreymah!l behan, w.I Denußy rol gilt 1) anzig Pu - zehn hit en die Feſt es genau 0 >, hof Gly 1e von) Am Eine Em! egen hahe) Annalen 6,30. Ü er Suit Von Futterkräutern insbeſondere, 243 Solchen Wirthen, die nach dem gemeinen Sprichwort nicht bloß aus der Hand in den Mund Haben; die alſo die Koſten des Jätens und Ausgra- bens eine Zeitlng, und ſo lange vorſchießen können, bis ſie ſolche durc, können ſie auch nur auf eben die Art von Menſchen genoſſen, indem ſie, mit Eßig - eingemacht, dem Braten beygeſellet werden 535 Die verſchiedenen andern zur Speiſe für uns zwar angenehmen, zur Fürterung fär das Vieh aber wenig einträglichen Rübenarten übergehe ich**), damit ich EE 4 5.4: 6.-T4t. *) Ic kann dem Verfaſſer in dem, was er von den Runfelrüben in Anſehung der Qualität ſagr, nicht beyſtimmen. Die Wurzeln zicht das Vieh, meiner Beobachtung nach, jedem andern Gewächſe vor und Milch und Butter wird, nächſt den Möhren, im Winter am beſten darnach. Die Bläkker aber liebt das Vieh im Sommer nicht ſchr und läßt ſie gegen Kohlblätter liegen. I< bin aber mit der Quanti- tät dieſer Rüben nicht zufrieden und erhalte gegen andere Futtergewächſe zu wenig von derſelben Flä- Michaelis die Ernte und werd der Rüben ſelbt. Man wählet dazu, ſo viel mög» dßern Rau lich; eine gute und trockene Witterung, und bedie- aber wenige net ſich dabey der gewöhnlichen Miſtgabeln, womit Erde hehs! die Rüben erſt in der Erde gelichtet, oder etwas duft oder h) empor gehoben, und hierauf mit dev Hand am ohngefht 1 Kraut heraus genommen werden. Bey großen man nen Pflanzungen, wo nichrere Arbeiter zugleich nöthig ey Mitte ds ſind, nimmt jeder derſelben drey bis, vier Reihen uf einmal, deren Früchte er, rückwärts tretend, zu Blätter(in Tage bringt, und ſolche nebſt ſeinen Gehülfen haus Die Zi fenweiſe vsr ſich, auf den beernteten Plaß, zuſam ztättern, men wirft. Aus dieſen Haufen werden ſie auf Wä a; auß m) gen; die mit dichten Rörben beſeßt ſind, geladeny/ MENNE und nach Hauſe gefahren. Man ſchneidet ihne f ihr eſt hierauf das Kraut IO aus, Sat es im Srüh» wollt Eb jahr nicht auswachſen möge, und läßt ſie; um ſich (a) voiz 252 Bierter Ab oſchnitt bauet wird, als weil es nun einmal der Gebrauch und die Gewohnheit, ſo mit ſich bringt, denn Proe Dducte von Erde nURIgen und deſio beſſer conſerviren zu fötznen, vierzehn Tage bis öret) Wochen in luftigen Kamniern,„oder auf einer Dreſs;diele, nicht zu hoc) auf einander liegen. Dies iſt um ſo nöthi- ger; wenn die Erntewictterung nicht gürſtig geweſen ſeyn, und ſich viel Erde angehänget haben ſolite. Die Erde wird dadvurc troen,. und fällt, indem dieſe Rüben, wie alle Wu zelgewächſe, in Keller oder Gruben aufbewahret, und nuttmehr an- Ork ihrer Beſtimmung gebracht werden, von ſelbſt ab.= Mit ven GSaamenrüben verfährt man wie mit den runden weißen Rübeit.(s. 133.) Man ſchneidet ihnen nenlich das Kraut nicht zu ſchr aus: conſer- viret ſie den Winter über im trockenen Saxde; ver, pflanzt ſie im Frühjahr, wenn kein ſiarler Froſt mehr zu beſorgen, an einen warmen, vom Winde nicht zu beſireichenden Ort im Garten; und bericket das Saa- menbeet, im Fall das Kraut etiva zu groß werden, und ſich zur Erde legen ſollte. Von ſolidern Beſtandtheilen, als die gemeinen weißen Rüben, aber nicht ſo mehlreich als die Erd- toffeln, wird die nährende Kraft der Kohlrüben das Mittel zwiſchen beyden halten. Sie ſind im Frühjahr, indem ſie bis Pfingſten dauern, wohliſchmeckender als im Herbſt und. Winter, und werden wie die weißen Rüben verfüttert, nemlich klein geſtoßen, und dem Häck-' ſelfutter beygemiſcht: jedoch iſt etwas mehr Vorſicht . dabey Von Futterkräntern insbeſondere. 253 it Oebtud in ER IIID; """ ducte und Benubßungen ſind. im Grunde ſchleht. Ich | AtG- K;. GSTN ZEN DEREN Z| ſage dies nicht, weil ich, wie ich ichon merken laſſen, dich Fein Onſerbiten 33 Z REGEN: 7 Ue Iiffun dabey erſorderlich, EH veStwegen weil ſie nähren-/ |""4 der und derber von Fleiſch ſind, kann das Vieh auch Wr NiChE NN; a SIMEELE:- ;"ee; nicht ſo große EStiücke, wie von jenen, zermaimen. M jo Noi Si? müſſen daher fehr klein geſtampft, uiid, was bey der Häckſelvermiſchung noch nicht von gehöriger Be- ſchafFenheit iſt, zurück geſießen, und noch einmal ver- arbeitet werden. Ant vortheilhazteſten zeigen ſie ſich bey der warmen oder Brühfätterung, wobey auch jene ſig getweh ben ſolitt (le, inden lit Sellery Wande Vorſicht in der Zubereitung zum Theil wegfällt. Sie||. 200, 40 geben, den Erdtoffein gleich, dem Waſſer oder der|| j 036:2 n Sauce des Futters einen dem Vieh ſo angenehmen in| an ſehued Geſchmack, daß ihm, auch ohne Nüben, das dür-|| u8;(onſa reſte Strohhäckſel reizbarer wie H:u wird. 4| Sande m Eine Ruthe Ackers von 144 Quadratfus erfor-|| ee Froft me dert an Pflanzen ,/ wenn ſie anderthalb Fuß aus ein». 55 inde nietty einander geſeßt werden, jede alfo 235 Quadratfuß h et das Eu Raum einnimmt, 643 und ein Morgen von 180'n| voß Werd) Ouadratruthen 11520 Pflanzen oder 192 Schoc>.' Da die Rüben oft die Größe eines Huthkopfs er- 4' ie gemeint reichen und zwey bis drey Pfund wiegen, wogegen 4 (8 die Er) jedoch andere kleiner bleiben; ſo kann man auf ei- y plrüben di nen Scheffel im Durchſchnitt ein Scho>, die 192(| m Frühja)) Scho> alſo zu eben ſo viel Scheffel rechnen. Jh+(| ekender wil! 42 Schock. oder eben ſo viel Scheffel, für Miß-| die Weißt: wachs oder Mißrathen zurück ſchlagen, wovon aber ddem DiE- immer noch die Blätter zu nußenz; ſo bleiben 150 ehr Borſe Scheffel. Hievon können bald fünf Stück großes dab) Vieh 254 Bierter Abſchnitt, fein Freund von Kohlgewächſen zur Viehfütterung, und' etwa mit Vorurtheilen dagegen eingenommen bin, jondern aus genauer Kenntniß und Ueberlegung. In Sachſen habe i< Anbau, Ernte und Benußung von zwey Jahren erlebt und zugeſehen; und in. Weſt- phalen habe ich ſelbſt gebauet, geerntet und genußt. Denen zu Gefallen, die etwa ihrem Bieh eine Ver- änderung verſchaffen, und Verſuche machen wollen, theile ich jedoch gerne das Verfahren mit*).| ß. 142. Vieh, wenn jedes wöchentlich einen Scheſfel, täglich alſo etivas über zwey Meßen betömmt, den ganzen Winter hindurch.bey bloßem Strohhäckſel erhalten, und eben ſo gut genähret werden, als andere, wel- > Wanzen vhm| hm af ſh tn, nom ſchw! ſh behupe den wehe| UNG Velte qber behut ſto beſſer y In es jeh eſchiehet| Die Et) efwas wer) gen, und, 3 bald hart wu und Re eln dringet ert, Dh [, jedoch 1 3 das dritt n in Reh möglich| ht genau! m Verſch ter, je m - Zut Zu nehmt) 0 1 bedarf 0 u beſchrie m Von Futterkräutern insbeſondere. 265 SET 247 Benußung im Abblatten. In der leßten Hälfte des Auguſts, wenn man früh genug und in der Mitte des Mays gepflanzer hat, pflegt der Kohl ſich zu ſchließen und Köpfe zu ſeßen. Von der Zeit an iſt die Pflanzung zu benu- ßen, indem man die beyden untern Blätter der Pflanzen, wenn ſie anfangen gelb zu werden, weg- nehmen fann. Sie fallen nachher doh nur ab, blei- ben auf dem Lande zurück und verfaulen. Man hü- te ſich aber mit grünen Blättern eben ſo zu verfah- xen. Die Pflanze bemühet ſich da, wo ſie wegge- nommen ſind, neue Blätter zu treiben, und ver- ſchwendet dazu denjenigen Nahrungsſaft, den ſie zur R 5 Ausbil- nen Werkzeuge beſißt, kaum eines Handſchlages wei- fer. Sobald der Kohl angewachſen iſt, wird er mit der dreyhackigen Pferde- Schaufel fin die Länge und Queere durchzogen und dieſes nach 14 Tagen noch einmahl wiederhohlet. Nicht bloß die frühe Zerſtö- rung des Unkrauts, ſondern auch die Auflockerung des bindenden Bodens iſt von großer Wirkung auf das Wachsthum des Kohls. Wenn die Pflanzen et- was erſtarket ſind, wird die Pferdehacke das erſte Mahl flach in die Länge und queer durchgezogen und dieſes nach den Umſtänden noch ein oder zwey- mahl tiefer wiederhohlet. 2566 Vierter Abſchnitt. Ausbildung des Ganzen anwenden ſollte. Niemals erhält man ſo gute Köpfe. Ernte, Bis im October, ſo lange ſtarke Nachtfröſte es nur erlauben, bleibt der Kohl im Felde. Alsdann wird er aufgehauenz; auf Erndtewagen, deren Lei- tern mit Buſchwerf durchflochten, nach Hauſe gefah- ren; hierauf geblatretz die beſten Köpfe zum Kochen aufbewahret, und die geringern zum Einmachen für die Menſchen verwendetz oder auch ein Theil, wenn man dazu auf dem Lande feine Gelegenheit gehabt, verfauft; die Schlüpfe, oder die Pflanzen welche keine Köpfe. geſeßt haben, endlich aber dem Vieh verfüttert; -=- der Acker darauf einfährig mit Weizen beſtellet*). Da eine Quadratruthe 1443 und ein Magde- burgiſcher Morgen 25920 Quadratfuß hat, eine Pflanze aber 4 OQuadratfuß Raum erfordert, ſo wür- de man 6480 Kopfe oder 108 Schoc> Kohl von ei- nem Morgen ernten, wenn jede Pflanze einen Kopf dete:== Gewinns genug, um feinen Fleiß zu ſparen!== Vieles hängt indeſſen'von der Witte- rung ab. Ein ſehr trockener Sommer iſt der Pflan- zung ſelten günſtig. Man kann jedoch ein Jahr ge gen x) Wir haben'es hier mit dem Kohl lediglich als Viehfutter zu thun, OQufittet Ente au we wn fem werden wier geſch porau! 8 Niem Rachtfröſt .. Aid ; deren Nauſe gefd zum Kot machen fit heil, wen (eu dehoht „welche fein h verfütten n beſtellt) ) ein May! ; hat, dert, ſo m Rohl vom! e einen A nen Reß! der Pit ſt der IP ein Jet) WW | kediglid 7 Von Futterrräutern insbeſondere. 267 gen das andere immer Zweydrittheil gute Köpfe, und ' N,".>- EG„/ Einvrittheil Schlüpfe rechnen, GZ E48. Conſervirung durch Einſäuern. Im Fall man mehr gebauet hat, als man in der Wirthſchaft gebrauchen, oder verkaufen kann, bleibt freylich keine andere Benußung als die zum Verfüttern bei dem Vieh übrig. Da indeſſen die Ernte auf einmal geſchiehet*),- ver ganze Vorrath aber nicht auf einmal verfüttert, und even ſo wenig in ſeiner natürlichen Beſchaffenheit lange conſerviret werden kann; ſo hilft man ſich auf eben die Art, wie es mit dem für die Menſchen beſtimmten Kohl geſchiehet, und ſäuert ihn ein. Es würde jedoch, voraus geſcßt daß die Quantität nicht flein ſey, vie- ler Gefäße dazu, und nicht geringer Koſten bedür- fen.= Man gräbt daher an einen dazu ſchieflichen P'aß im Hauſe, oder neben demſelben, unter einer veshalb anzubringenden Verdachung, eine Grube von belicbi- ger oder derjenigen Größe, als in Rückſicht auf das Kohlquantum nöthig iſtz bekleidet ſoiche im Erunde und an den Seiten mit guten,„anderthalb Zoll di- Fen Bohlenz betheeret dieſe, der beſſern Dauer *) Warum das? Man kann im September mit K zu füttern anfangen und bis zum December ih) 19) immer vom Felde hohlen. 268 Vierter Abſchnitt. wegen, und ſicehet nur darauf, daß keine Feuchtig- Feit hindurch dringen könne, das Behältniß aljo waſ- ſerdicht werde Man nimmt auch wohl, wenn man Gelegenheit hat, große Sandſteinplatten; und macht mehrere Gruben, im Fall das Quantum des Kohls zu groß, oder man gewillet ſeyn ſollte, dieſe Fürte- rungsart in der Folge eben ſo ſtark zu betreiben, Eine Grube kann indeſſen ſechs Fuß tief ſeyn, und eben ſo viel im Durchmeſſer halten, man mag ihr eine runve, oder viereckigte Beſtalt geben. Im leßtern Fall hält ſie 216 Cubikfuß, und faßt eben ſo viel als man ſonſt in 32 Weinorhoften, den gewöhnlichen Be- hältern des Sauernkohls, gelaſſen haben würde. Ich rechne nemlich ein Orhoft zu 192 Quart, das Quart zu 603; und das Ganze zu 11520 Cubiſche Zolle.=- Es verſteht ſich jedoch, daß dieſe oder mehrere Gruben ſchon im fertigen Stand ſeyn müſſen wenn das Einmachen vor ſich gehen foll. Mit dem zur Präparirung des braunen Kohls faſt überall gebräuchlichen Stoßeiſen wird denn alles, was dem Viehe nicht ſofort gegeben wird, an K0- pfen, Schlüpfe, Blättern und ſonſtigem Abfall klein geſtoßen, wobey man, indem es zuweilen auf halbe Köpfe und ganze Blätter nicht ankommt, eben nicht genau ſeyn darf; hierauf in die Grube geſchüttet, mit Salz zwiſchen durch beſireuet, nach und nach feſt Ve ſt fam vol, der ſotevety| darüber 1! Gebäude!| den Get Gib Dg ) (I (heften J darf, ds ſe als = ſid ſmd| äbrigen, Vieh wird ) Jies ſchien wenn| auf y hingel det ih Aber| her den d 0Nge en Furth miß aß my 1 Wenn ma ; und mit nm des Feh dieſe Fütt u betreibt ſeyn, m an mag ih Im lehtety| ſv viel als lichen Do vürde. TJ wart, dy "20 Cubijt! ß dieſe dt ſeyn miſt aunen Ae denn dis d, me Abfall fl Von Futterkräutern insbeſondere. 259 feſt geſtampft oder getreten, und, wenn die Grube voll, oder kein Vorrath mehr iſt, mit Steinen be- ſchweret, auch mit Waſſer ſo weit begoſſen, daß es darüber herſtehet. Wenn die Grube außerhalb den Gobäuden ſituiret, und zwar oben bedeckt, aber an den Seiten offen iſt, muß ſie bey ſtarkem Froſt mit Stroh beleget werden*). db. 149. Verfahren beym Füttern. Denen von den Wirthinnen in kleinen Wirth- ſchaften aut gepflegten, und, wenn ich ſo ſagen darf, des' Schmaroßens gewohnten Kühen= indem ſie alles verzehren, was die Menſchen übrig laſſen -- iſt der eingeſäuerte Kohl, wenn ſie erſt im Ge- ſchmack gekommen, ein Lkeferbiſſen. Aber auch dem übrigen, nicht gleicher Vorzüge rheilhaft gewordenem Vieh wird er angenehm, und was noch mehr iſt, auch **) Dies Einſäuren hat mir immer zu weitläuftig ge- ſchienen. Bis Mitte Januars hält ſich der Kohl, wenn er auch draußen ausgebreitet, Kopf bey Kopf, auf einen Raſenplatz, worauf kein Waſſer ſtehet, hingelegt wird, immer ſehr gut, und der Froſt ſcha- det ihm nicht leicht. Bis dahin kann man ihn aber verfüttern. Erſt iverden die loſen Blätter, nach- her die Köpfe verfüttert. Die Maſchiene zum Schnei- den der Kohl- und Wurzelgewächſe iſt jeßt ziemlich allgemein befannt. 270- Vierter Abſchnitt. auch geſund.== Man giebt ihn in kleinen Portionen und nur ohngefehr ein Paar Handvoll zu einem kur- zen Futter, weil er in ſtärfkerm Maaß zu laxiren pflegt. Da man auf ein Ouart vier Handvoll, auf zwey kurze Zutter aljo ein Ouart rechnen kann; ſo reicht ein Stück Vieh mit- einem 190 5 wenn es zugleich Heu und täglich fünf bis ſechs kurze Furter erhalt; 77.bis. 62:-Dage5: um Zall es aber an Heu fehlt, der furzen Futter alſs acht bis neun ſeyn müſſen, 43 bis 43 Tage:= Indeſſen kann auch die Zeit verdoppelt werden; wenn man jedesmal nur eine Handvoll geben will. S. 150; Schlechte Methoöden der Sachſen. Vielleicht glauben meine Leſer, daß ich die Kohlwirthſchaft den Sachſen, die in dieſem Fall berühmt, und deren Brachfelder gemeiniglich zur Hälfte mit ihrem Weißfraut angebauer ſind, abgeler- net habe,=- Keinesweges! die Franken ſind meine Zehrer, wo man zwar weniger bauet, von dieſem wenigen aber mehr Nußen als von der Menze in Sachſen hat, Ih kann das Verfahren verſelben, wenn man ja Kohl bauen und füttern will, um ſo mehr zur Nao empfehlen, als ich es ſelbſt dann und wann, mit gutem Erfolg, nachgeahmet habe. Po 46 fp) w pohuheit| Feu! wechſlen der Dm ſ 14.148 fe volgen; deln dam Kel den Jo Flein aſhi Phuge 1 die anden! bl zwar ſiche Mit bleibende Winde di es mit evi I= (hngt= Nite bieden. ju ſtehen, dm.= 9 am Ende, fer hunden dn Gal ven Dern JU een hy aß zu latte Jandvel, W en Fann;| 4 7 Wenn furze Fut ver an Hy ) neun fer 1 Fann aus devimal mit Ofen, | dieſem iy neinglic fund, abzu! von did er My! ven Derfiw will, um) ih nachge Von Futterkräutern insbeſondere. 27x In Sachſen bauet und benußet man ſein Weiß: fraut, wie ſchon bemerkt worden, mehr aus Ges wohnheit und ſchlendriansmäßig als aus Abſichten. Die nach dem Winter friſch gedüngte Brache wird wechſelsweiſe mit Weißkraut und Erdtoffeln beſtellet, der Boden ſchicke ſich dazu oder nicht.= Die Kohl- art iſt ſchlecht, klein und ſpißköpfig, wenn noch" Kö- pfe erfolgen; aber auch die beſte und größte Art wür- de in dem leichten und troffenen Boden ausarten, und eben ſo klein und elend werden.== Das Berpflanzen geſchiehet ſpät, am Ende des Mays, ſofort hinterm Pflüge in die friſche Furche ,. und eine Furche um die andere: eine den Pflanzen auf denſelben Augen-' blick zwar vortheilhafte, in der Folge aber ſehr ſchäd- liche Methode!=- Der in den offnen Furchen liegen bleibende Acker trocknet aus; GSonnenſtrahlen und Winde dringen an die Wurzeln der Pflanzenz und alles mit dem friſchen Dünger im Acker gebrachte Gewürme= denn oft wird nur erſt zur Saatfurche gedüngt== bedienet ſich dieſes Umſtandes, und rui- niret, was von der Dürre etwa noch verſchont ge? blieben. Ueberdem fommen die Pflanzen auch enge zu ſtehen, und können nicht ordentlich behäuft wer- den.= Man behacet ein bis zweymal, und erntet am Ende, ſtart Köpfe, Blätter oder Schlüpfe. Un-' ter hunvert Pflanzen erhalten kaum fünfe die Größe eines Sallatkopfes.= Bis im ſpäten Herbſt, weil die 272 Vierter Abſchnitt, die alſo geſommerte Brache löblicher Gewohnheit nach, mit Gerſte beſteller wird, bleibt auch der Kohl im Felde. Dann wird alles mit einemmal eingeholet, die wenigen Köpfe zum Verſpeiſen ausgeſucht, der ganze große oft zwanzigmahl mehr betragende Ueber- reſt im Hauſe, oder unter freyem Himmel auf einen Haufen geworfen, und jo lange im Uebermaaß, un- ordentlich und praſſend davon gefüttert, als es die im Haufen nothwendig erzeugt werdende, das Fau- len und Berderben befördernde Hiße verſtatten will. = So wird denn alles mit einander ſchlecht, oder gar nicht genußt!=- Die wenigen Blätter, die man vorher durch das Abblarten im Felde erhalten, kom- men nicht ſehr in Betrachtung.. GL15T, Schädlichkeit in der'grünen Fütterung. Ungeſund und dem Vieh ſchädlich iſt der Kohl allemal, wenn er grün verfüttert wird. Die im Spätjahre oft fallende Nebel=- Gewürme, Schne- Fen, und alles Ungeziefer, was man bey ihm finder, wird von dem Vieh auch mit verzehret.=- Er blähet zugleich und laxiret vas Vieh zu einer Zeit, wenn man die Kräfte deſſelben durch ſolidere Fütterungs- mittel beyzubehalten ſuchen muß; denn eine in den Winter gut gebrachte Kuh kommt zuverläßig, wenn ſie nicht gar verhungern darf, auch eben ſo gur wieder aus No V zu pn V Auedenburd je vor W!' Eingeſanet! Vieh ehm 0 (0, als lah (op gebend et auß zu| oft aben| Und wil m Nannen[ch *) Da ih Sohl mit de Ahl Guttefy ſacht nie Boden h vertu EN der Sohl iz al eingehen geſucht vy gende Uh el auf ein emaaß, als es h) das Fa) fatten wil lecht, ode! ew) Ve my alten, fem Ütternn) iſt der&4 Diet meg Gt ) ihm find!) -(Er liht Zeit, Futtern eine in 01 ig wun gut md oj Von Futterkräutern insbeſondere, (8; 73 aus dem Winter*). Dies wiſſen die Holländer im und Holſteiniſchen wohl, indem ſie vor Weihnachten ſtärker als im Frühjahr füttern. Gingeſäutert oder eingemacht gereicht er jedoch dem Bieh eben ſo ſehr zur geſunden Nahrung und Medi- ein, als HIRE erfältend und zu Krankheiten An- laß gebend er ihm grün iſt. 6. 1852; Die braunen Kohlarten nußen nicht. Oer brauneoder grüne Kohl wird in Weſt- phalen eben ſo ſehr zum Viehfutter als für die Mens-' ſchen gebauer, in verſchiedenen Haushalrsſch riften auch zu jener Benußungsart unve: dienterweiſe ange rühmet. Meine Leſer ſollen bald ſehen was an ihm iſt. Ich übergehe die verſchiedenen Arten, und die oft eben jo verſchiedenen Handgriffe beym Anbaus; und will nur den von den Weſtphälingern alſo'g6- nannten jcenden Kräutern und Gewächſen kommen demnach ſehr aut fort und gerathen vorzüglich: a) in jedem Boden, er ſey von welcher Beſchaffen: heit er wolle: b) der rothe Klee für den Sommer. die Erdtoſſeln für den Winter. Im thonigten Boden beſonders gerathen: der rothe Klee für den Sommer. die Eſparſette für Sommer und Winter. die Erdtoffeln der weiße Kohl / NT ? für den Winter. c) Im Lehmboden beſonders: der rothe Klee für den Sommer. die Erdtoſffeln die Turneps die runden Rüben| für den Winter. diegelben Wurzeln der weiße Kohl 2 d) In Sandboden beſonders: der rothe Klee für den Sommer. die Erdtoſfeln die Turnevps 1; die runden Rüben für den Winter. die gelben Wurzeln S 32 e) 278 Vierter Abſchnitt, DT E44 e) Im ſchlechten bisher nicht cultivirten, doch e was feuchten. Lande beſonders: das Raygras für den Winter. der ESpergel für Sommer und Winter. €) In Sümpfen beſonders: das Birdgras für den. Winter, iim Nothbfal auch für den das Kolbengras EIE = Gommer. S) Zur Verbeſſerung der bisherigen Graspläße und troFenen Wieſen, der Weiden, und des im Getraidebau niche immer zu benüßenden Acfers dienen, und gerathen in jedem Boden: 5.] eigentlich für den 4(9 2.2 „der weiße Wieſen. Klee ZUBE Wovon . aber atuich im Some- KH: K|; der gelbe Hopfen: Klee mer Gebrauch ge- macht werden fann. h) Zu dem herrlichten Futter gelanget man ſofort, und ohngefehr 5 bis 6 Wochen nach dem Anbau: nach der Vorſchrift 6.59. 1-. ZZENDE und nach der von 6. 95. 7 für den Sommer, Auf das Vieh: Das Hornvieh, worauf es vorzüglich angeſehen, auf deſſen Geſchmack und Geſundheit alſo auch Rück- fiht zu nehmen ifi, Verzehret aile hier ausgewähl- ten jen Naht geh | ader gerin wh jeh val der wa von aut Vieh di und an teſten Au; mit dem( Und ſhmad d Geſundh dieſer Rh Vuß deſſelhen, nN des 0] nter, ) für da Spläße un ) des iM m. Aer h für de % wohn h im Goty jebrauch 1 verden fan man ſoft dem Anh! hn(Gon ) angeſeht) auch Nis auggenil W Von Futterfräutern insbeſondere. 279 ten Nahrungsmittel, das einzige Raygras ausgenoms men,„mit einander, jedoch freylich mit mehrerm oder geringerm Appetit. Am angenehmſten ſind ihm die Eſparſettez; der weiße Wieſen. Klee, der gelbe Hopfen- Klee, das Hafergras in Vermiſchung; die Erdtofe feln 3; und die gelben Wurzeln. Das Men gefutter d. 8. 59. 95. Weniger angenehm der rothe Klee, die Tupneps und Rüben.; Unſchmackhaft aber im Anfange, wozu es ſich jedoch bald gewöhnet, das Birdgras, Kolbengras und der weiße Kohl. Es verſieht ſich jedoch, daß hier von gut genährtem und an gutem Futter gewöhntem Vieh die Rede ſey.=- Schlecht genährtes, mageres und an Stroh gewöhntes Vieh frißt auch die ſchlech- teſten Kräuter mit dem größten Appetit, und beißt mit dem Sprichwort zu reden wohl in Steine. Und da dasjenige, was dem unvervorbenen Ge- ſchmack des Viehes am angenehmſten, auch ſeiner Geſundheit am'zuträglichſten iſtz ſs brauche ich in dieſer Rückſicht nichts weiter hinzuzufügen. Und auf. den»Wirth. Außer dem Vieh kommt aber noh der Herre doſſelben, oder vielmehr der?größere oder geringere S 4 Nußen 280 Vierter Abſchnitt, Mußen in Betrachtung: und dann ſind die nüßliche ſien die beſien,=- Hier entſcheiden x) Das größere Product, welches von einer gleich großen Fläche erhalten wird: und hterin über- treffen der rothe Klee, die Erdtoffeln, Turneps und runde Rüben alle übrigen, 2) Der Boden: der, welchen die Eſparſette, das Raygzras, Birdgras, Kolbengras, der Sperzel und weiße Kohl erheiſchen, kann auf eine ande- re Weiſe nicht beſſer benußet werden. 3) Die Dauer: worin die Eſparſette z und der weiße Wieſen-, gelbe Hopfen: Klee und das Hafergras in Vermiſchung, den Vorzug haben. 4) Das Nahrhafte: und ſo haben die Eſparſerte, die zuſammenzeſeßten: weißer Wieſen-, gelber Hopfenklee und das Hafergrasz; die Erdcoſfeln und gelben Wurzeln den Vorrang. Der übrigen Vieharten erwähne ich nicht, weil ſich nachher noch(Gelegenheit dazu finden wird, und es bey dieſer ſummariſchen Wiederholung und Aus- wahl der vorzüglichſten Kräuter in Abſicht auf den Boden, auf das Bieh und auf den Wirch, nur die Abſicht gehabt, den Leſern dieſe Mühe zu erſparen, und ihrem Gedächtniß zu Hülfe zu kommen*). b. 154. *) In wie fern ich in dieſer Nangordnunng und Aus- wahl der Futtergewächſe mit dem Verfaſſer'nichk überein- Hon ude zugl; Kaden 1100 wad, Dd, viefe Abſicht wrfich erf ſem Md warum vie ſchön über her, won mene(ef überein ſelbſt( jet de nüßlih heiner alg ) hlerin dh m, Sum arſecte, dy der Oper; eine ant ) und det '" und dei rug habn » Eſparſety ( N|" jen,(ey nicht, m | wird, 1 19 und Wi icht auf du ch, mud zu erſpart) ven), (5 n9 un Jus „faſe 10 aher Bon Futterkräutern insbeſondere, 281 Indeſſen iſt es nicht genug, daß wir die vor- züglichſten Futter- Kräuter und Gewächſe, unſerm Boden und unſerer Abſicht gemäß, zu wählen und zu bauen wiſſen: wir müſſen ſie auch gehörig an- wenden, d. 1. dem Vieh verfürtern können, wenn dieſe Abſicht völlig erreicht werden, und der Nußen wirklich erfolgen ſoll, Nicht ſelten werden die be- ſten Abſichten ſchlecht ausgeführet: die Urſache, warum viel Gute3 in der Welt unterbleibt!=“ Die ſchon überhaupt empfohlene Etallfürtrerung iſt es da- her, worauf es nunmehro anfommt, und womit ich meine feſer näher befannt machen will.. S 5 Fünf: übereinſtimme, werden die Leſer ſich zum Theil ſchon ſelbſt ſagen können. Mehreres wird der erjie und zweyte Nachtrag hierüber enthalten, 282- Fünfter Abſchnitt. Fünfter Abſchnitt. Von der Stallfütterung überhaupt. V. 1956 Nußen der Viehzucht hängt von der Be- handlung des Viehes ab, Der größere oder geringere Nußen bey der Vieh- zucht hängt lediglich von der Behandlung des Viehes ab. So verſchieden dieſe iſt, ſo verſchieden iſt auch jener. Die ſchlechteſte Behandlung gewähret den ſchlechteſten, die beſie Behandlung den beſten Nu- ßen: und dieſer fann in Abſicht auf das Hornvieh in nichts anders als in großen gut genährten Ochſen und Kühen, in vieler Arbeit von jenen, in vieler Milch von dieſen, in vielen Dünger von beyden, und in immerwährender Geſundheit des Biehes bes ſtehen, damit weder Arbeit noc>) Milch, noch Dün- ger, aber noch weniger das Vieh ſelbſt verlohren gehe. 6. 156. Iſi bisher ſchlecht erreicht worden. Db dieſer unwiderſprechliche und ewig wahr blei- bende Nußen bisher erreicht worden; ob man nicht im Gegentheil kleine und. magere Ochſen und Kühe, geringe Arbeit von jenen, geringe Milch von dieſen, geringen Yo |" 7 genen immer gen pon allen' um fo 100 Erfahrun Q,,,.14 ay NE Penn diſe Orund uter Dich ſhet wan| .(e Hh ſelbſ, Peil Wir Benöjelt 1 deen ſchlech bm.= YJ zum Weil und ſaury Wechrthu und Wilh indem 4; gen und khh haupt, 1 der 9) ) ) der Vi des Vieh en iſt aut währet de! beſten Ru as Hornhi! hrten Dh ny in vi von bert) g Vieh y , no< Dv bſt verh! orden ig wahr WW 6 man 1 und Fil ) von dieſel) geringe Von der Stallfütterung überhaupt. 283 geringen' Dünger von beyden, und zu Krankheiten immer geneigtes Bieh gehabt, alſo- auch dieſerwegen von allen Seiten verlohren häbe== darüber darf ich um ſo weniger weitläuftig ſeyn, als Augenſchein und Erfahrung es leider aller Orten; mehr als zu ſehr zu Tage legen, Wenn richtige Begriffe nicht trügen; wenn dieſe Grundſäaße keine Chimären, und die Beyſpiele guter BViehwirthfchaften feine Blendwerke ſind, ſo ſichet man leicht worauf es anfommez auf die ſchlechr te Behandlung des Biehes, und folglich=- auf uns ſelbſt. 60-155. Weil vie Behandlung ſchlecht geweſen. Wir laſſen das Bieh ſich die Hälfte ſeiner Le- benszeit und wohl noch länger in Weiden ernähren, deren ſchlechte Beſchaffenheit wir vorhin beleuchtet. ha- ben.=- Welche Nahrung kann es aber auch auf dieſen zum Dheil dürren und magern, zum Theil tiefen und ſauren Weiden erhalten! Wie kann es im Wachsthum gewinnen! Wie kann es an Stärke und Milc< zunehmen! Wöäüe kann es geſund bleiben, indem es Thau und Reif mit einfreſſen, von Flie» gen und Bremſen ſich plagen laſſen, ſich bald erhi- ßen bald erfalten, und oft halbe Tage lang nach und . von 284- Fünfter Abſchnitt, von den Weiden wandern; oder, wenn 8 gewöhn. lichermaaßen bis Martim draußen bleibt, im Froſt und Schnee halb erfrieren muß! Welchen Dünger Fann es gewähren, da es nur ein Paar Stunden in der Nacht/ oder gar nicht zu Hauſe zu kommen, den Dünger alſo größtentheils oder gänzlich auf Weiden und Triften zu verſchleppen gezwungen wird! Seine zweyte Lebenshälfte, die Winterzeit, laſ- ſen wir es vollends vom Kummer und Elend beglei- ten; von zwey Gefährren alſo, die, indem ſie ſo- gar dem keben gefährlich werden, alle Freuden deſ- ſelben und allen Nußen für uns vereiteln.== So lange die Erde nicht überall mit Schnee bedeckt, ſo lange nur in Hölzern, Heiden und Mooren ein dür- res Hälm= Kümmerlich erhält es bey ſo elenden Nahrungsmit- teln ſein Leben; und in dieſem Zuſtande, wenn es ' noc< am eben bleibt, betritt es auch die eben ſo elende Weide,=- Da ſeine Jünglingsjahre ebenfalls in Elend und Kummer verſtreichen, und ſein männ- lithes Alter feinem beſſern Schickſal unterworfen iſt; ſo wird es ohne mein Erinnern wohl einleuchten, daß man unmöglich große und gut genährte Ochſen und Kühe; unmöglich viele Arbeit von jenen und viele Milch von dieſenz unmöglich vielen Dünger von beydenz; unmöglich geſundes und robüſtes Vieh z und eben ſo unmöglich den beſten Nußen von ſeiner Viehzucht haben könne. b. 158. Die Stallfütterung verbeſſert den Nußen. Nur dadurch, daß wir die ſchlechten und kei- ner Verbeſſerung fähigen Weiden völlig abandonni- renz; jene nahrhaftern und kräftigern Nahrungsmit- tel Bo gel für d un baut! Winter 4 zu erreich! man m mon Dd 6 fd by nec ſelte, daß Ruh ſO 1 eben wen Gummer: ve Nahr hungrig gem If, bon den maßen, x beuemlich veidhaltige veranlaſſer fann nid und Hauf Jen und) Wieſenhy daß jena: Vieh feld tde Mh fen ej hl ohh Gypſy 4 ehmen my feln ty die ihm) wird,» ahrungön ", wenn| te eben| ce Fenfal ſein man worfen einleucht ahrte 991 1 jenen u len Diy! hüſtes Di 1 von ſt! + 1 Nuß fen und ) gbandut" ME | Von der Stallfütterung überhaupt. 287 tel für das Vieh in hinlänglicher Menge anziehen und bauen; und es im Sommer ſo gut wie im Winter auf dem Stall füttern, ſind alle Vortheile zu erreichen: auf keine andere Weiſe aber, wenn - man nicht Wunderwerke und Hexenmährchen anneh- men will, möglich zu machen, I< kann mir nicht vorſtellen, vaß jemand da- bey noch zweifelßaft ſeyn,' und. E. glauben ſollte, daß eine mit Klee im Stall ſatt gefütterte Kuh ſich nicht beſſer befinden, und nicht mehr Milch geben werde, als eine andere, die in ven heißen Sommer- Tagen auf den Weiden umher laufen, ih- re Iahrung fümmerlich ſuchen, und oft eben ſo hungrig zu Hauſe kommen muß, als ſie ausgegan- gen iſt. Ich kann mir nicht vorſtellen, daß jemand von den Ochſen, der Stärfe wegen, eben das muth- maßen, und die geringhaltigen, mit der größten Un- bequemlichfeit für das Vieh verknüpften Weiden der" reichhaltigern, die größte Bequemlichkeit für daſſelbe veranlaſſenden Stallfütterung vorziehen werde. Ich fann nicht glauben, daß jemand dem dürren Stroh- und Heufutter mehr Kraft,, als den anempfohlnen ſafti- gen und nahrhaften Gewächſen, oder dem künſtlichen Wieſenheu zutrauen werde,=- Ich kann nicht glauben, daß jemand mehr Dünger zu erhalten hoffe, wenn das Bieh ſolchen den ganzen Sommer hindurch verſchleppt und 483 Fünfter Abſchnitt. und auf Weiden und Triften zurück läßt, im Wintex aber nur dürres und mageres Futter erhält, als wenn s Jahr aus Jahr ein auf dem Stall bleibt, und im Sommer mit den ſaftigſten Kräutern, im Winter aber mit eben ſo gur nährenden Gewächſen verſorget wird.=- Und endlich kann ich nicht glauben, daß jemand die verbeſſerte Kälberzucht bezweifeln und nicht einſehen werde, daß, indem die Kühe mehr Milch geben, auch ihren Kindern mehr davon- zu- Rießen, und ſo die erſte Grundlage zu großem und ſitarfkem Vieh geleget werden müſſe.= Glaubte und befürchtete ich alles das, ſo könnte und müßte ich be- weiſen: daß, eine im Stall gefütterte Kuh drey bis vier Weide- Kühen in der Milch das Gleichgewicht halte: daß ein alſo ernährter Ohje gegen einen weidenden doppelte Stärke habe: daß in Anſehung der Winterfütterung daß därre Stroh und Heu mit den nahrhaftern Gewächſen, und dem künſtlichen Wieſenheu, gar nicht zu vergleichen, und in dieſer Abſicht nicht viel beſſer als nichts ſey: daß ein im Stalle ernährtes Stück dreymal mehr Dünger als ein anderes gebe, ſo im Sommer gar nicht oder we- mg zu Stalle kommt, und im Winter bey elendem Futter nur das Leben erhält: und daß endlich gut genährte Kühe ſchon an und für ſich ſtärfere und ge- jundere Kälber zur Welt bringen, und zu ihrer Er- ztehung drey bis viermal mehr Milch darbieten als “„. jene N jaw de by ſih 1 u un hergeben j NC 9 mf 4 wrauft um Zell, u Oegegn H, R fütten yd allzu wan für| ſid, „ſcheide Wuns mah ſell= en Yeoris weder ver Worden N benz det, m Yiy t, Ww Wen bt, ind 0 um Wp en verſo auben, y vetfeln 1 jühe m) davon) 'oßem m aubte un ſte im be 1 drey bh) (eiche) gegen ein n Anfehn 1d Heun d nd daß(in 1 unge 0! ht oder! en ebend endlich 1 pe undd ihrer fr ebieton 1 jur Von der Stallfütterung überhaupt. 285 Nd jene, die Faum' das eigene Leben erhalten, kaum das bey fich tragende Kalb zur höchſten Nochdurft ernäh- ren; und faum etwas Milch zu deſſen Erziehung hergeben können, die dann zum Uebermaaß des Un- glücks der Geiz der Menſchen ihm noch entzieht.== Ich müßte das beweiſen, ſage ich: allein ich würde zu weitläuftig werden, Vielleicht aber geſchiehet es zum Theil, wenn noch andere Zweifel und Einwürfe uns begegnen werden*). [] 4. 159, *). Die wichtige Frage über den Vorzug der Stall- .. fütfterung oder des Weideganges iſt nach ſo vielen und langjährigen Debatten noch fFeine8weges zu einer allgemein gültigen Entſcheidung gefommen. Wenn wan auch hat zugeben müſſen, daß die Gründe für die Skallfükterung in der Theorie überwiegend ſind, ſo hat man doch behauptet, die Praxis ent- ſcheide für den Weidegang. Wenn Theorie und Praxis== wie das nach mancher Leute Behauptung in allen Künſten und Wiſſenſchaften der Fall ſeyn ſoll-- ſich häufig widerſprechen; ſo liegt dies nicht in einem natürlichen Widerſpruche der Theorie und Praxis an ſich, ſondern darin, daß die Theorie ent- weder unrichtig, unbeſtimt oder unvollſtändig iſty oder daß ſie fehlerhaft in der Praxis angewandt worden. Die Theorie ſagt: Du kannſt von demſel» ben Flecke Landes, worauf eine Kuh wei- det; zum wenigſten drey Kühe auf dem TD“. Skale un m ngen ZEN r Ia Gide<<< ee SI II <== Zz a. GE <==== X 290 Fünfter Abſchnitt. 9. 159. Weil die Behandlung verbeſſert wird. Aus dem bisherigen werden' die Lejer bemerkt haben, daß die Stallſütterung nichts anders als ein verbeſſerter, Stalle füttern, von jeder derſelben die- felbe Nutzung wie von ertſierer haben, aber doppelt ſo, viel Düngung erhalten. Dieſer Satz it als Erfahrungs- Saß evident, und kann täglich und unter allen Umſtänden durch coni- pärative Verſuche erwieſen werden. Warum macht er denn ſo wenig Eindruck? Und was läßt ſich da- gegen einwenden?==- Dies wird ſich zeigen, went wir die verſchiedenen Wirtöjſchaftsverhältniſſe durch- gehen. Was der Verfaſſer im 157ſien Paragraph über den traurigen Zuſiand des Viehes beym Weidegange ſagt; trifft hauptſächlich bey der ſogenannten Fel- derwirthſchaft zu, wo das Ackerland beſtändig mit Getraide beſellet»oder gebrachet wird, das Weide- land aber in Commutzion von jedem Intereſſenteiiy ſo viel jeder es kann, benußet, von keinem aber fultivirk und verbeſſert wird. Wenn das Vieh bey nmaucher Schlag- oder Koppel- Wirthſchaft nicht beſ- ſer daran iſt, ſo liegt dies nicht an der Wirthſchafts- art; ſondern an einem fehlerhaften Verhältniſſe und Betriebe derſelben. QOhne Zweifel werden hier die Vorzüge der Skalſätterung um ſo auffallender ſeyn. ; Aileimn NU Die 9 fung fonnte ward wb R wirt bish licht in| viel m „Wußte, vem hema N Vethä des Einig mehr( (797 Von der Stallfütterung überhaupt. 29x verbeſſerter, durch die beſſere Behandlung bewirkrer ! 2++;+ M“TS e et wird Zuſiand des Viehes ſey; eM zufolge die der Träge ; T2 heit Jer beet ers als = Allein ein erfahrner practiſcher Landwirth tritt auf erboſſetty, und ſagt: ich habe es verſucht, aber wieder aufge- geben, weil fein Vortheil dabey war. Warum? Die gemeine Weide ſamt Stoppel- und Brachbehü- Den di tung war doc) etwas werth, bey, der Etalifütterung yabn konnte er fie gar nicht benuten, und ſein Klee halten ward ihn überdem in der Brache oder wenigſtens ent, un) im Stoppelfelde abgehütet. ud(en Nach einiger Zeit kömmt es bey beſagtem Land-. vn wad wirthe zur Gemeintheilung und zugleich werden die pt fich d: bisherigen Aecker ſo umgeſeßt, daß er ſeinen ſämt, igen, wen„lichen Grund und Boden neben einander oder doch niſſe du) in beträchtlichen Breiten privative erhält. Man frägt ihn, ob er nun Staltfütterung wieder angefangen habe? graph ib= Behüte der Himmel, ſagt er) für Stallfütterung! Weideptt I< habe Meklenburgiſche Schlagwirthſchaft=- die ant jl- geht über alles! Jc über und über beleget iſt, werde ich wohl nicht zu entſcheiden brauchen.--- Un- ſere Berliner Viehmäſter mögen fiatt meiner auftre- ten. Jhre erſte Sorge iſt, dem Ochſen das ſchmu- ßige Kleid, womit ſie ihn aus den Händen des Land- manns erhalten, auszuziehen; und ihre fernere Sor- ge bleibt nächſt der Fütterung, vaß er fein ſolches wie- der anlegen möge.=- Dieſe nothwendige Reinlichkeit wird vermittelſt der empfohlenen Veränderung des Stalls ſehr befördert, und von Seiten des Wirths leicht erhalten. Man ſitreuet den Kühen mehr hin- kerwärts, den Ochſen mehr unter ſich, und erhält dadurch ky mſi ma raum, breit 41 fonf au bi)! Nic Hung er unz ſends 1 (m VN fonntt, der R Nacht! Mittel niht Üder Wen niht ſo tath aeh fan;| fethalb werft darf 1) ſigkeiten de), ichn, vy | belegt fet und neh; nehr abe y Kräute, er das Y) ven un fonnen,« tterung 1 ſie iſt m 1 doe; ws = Wie" ifft wohl) Vieh ſo 1 einem elm er belegt) hen,= 1) meiner a on das ſm den des(1 fernere& n fold € Rotnlic! anderun des Dr) on mehr 1) | und is dad) Von der Stallfätterung überhaupt. 297 dadurch von jenen ſämtliche, und von dieſen die meiſten Excremente in der erwähnten Rinnez die man täglich mit der darin befindlichen Streu aus- räumet,"und das Auegeräumte, wenn der Stall breit genug iſt, vorerſt nach hinten an die Wand, ſonſt aber ſofort aus dem Stall auf die Miſiſtätte bringt, und bierauf von neuem wieder, einſtreuet, Nicht ſelten, beſonders bey denen die Stallfüt- terung erſt einführenden Wirthſchaften, iſt die Streu- ung rar z und eben ſo ſelten mögte ſie auch nachge- hends in der Art zu bewerkſteiligen ſeyn, daß ſie al- len Abgang vom Vieh aufnehmen und bewahren könnte. Das Flüßige wird ſich alſo größtentheils in der Rinne ſammeln, und würde zu nicht geringem Nachtheil der Wirthſchaft wegſließen, wenn man nicht Mittel dagegen vorfehrte.== Wenn alſo der Stall nicht ſo hoch, vder die Miſiſtätte nicht ſo niedrig, oder wenn ſie nicht am Stall belegen, oder überhaupt nicht ſo ſituiret ijt, daß es zu dem übrigen Miſivor- rath gebracht werden und ſich mit demſelben vereinigen kann; ſo bringt man eine oder mehrere Gruben au- ßerhalb des Stalles an, und leitet alles, was ſonſt wegfließen würde da hinein.* Der Grund derſelben darf jedoch nicht aus Sand beſtehen, der die Flüſ- ſigfeiten einſaugt; er muß thonigt oder lehmigt, oder doh, wenn ein ſolches Erdreich fehlt, mit Thon T5 oder 298 Fünfter Abſchnitt. oder fehm eines halben Fußes dick überſeßt ſeyn.== Man fann auch ſtatt der Gruben alte Fäſſer eingra- ben, welche noch beſſere Dienſte leiſten. Einen nä- heren Finzerzeig von der Nühßlichfeit dieſer die Ver- des Düngers bezweckenden Vorfehrung habe ich(4. 45.) gegeben*). 6. 164, *). Wo man die Einſtreuung bey der Stallfütterung ſehr erſparen muß, welches beym Anfange dieſer Wirthſchaft gewöhnlich der Fall ſeyn wird, da wird der eigentliche Stand oder Lager des Viehes ſo furz gemacht, daß es mit den Hinterfüßen nur eben dar- auf ſtehen kann und dieſer Stand mittelſt einer Bohle oder Aufmauerung von Steinen und einge- brachtem Sande um 1 Fuß erhöhet. Der Hintere der Kühe ragt dann über dieſen Stand hinaus und alle Excremente fallen hinter demſelben, das Lager aber bleibt völlig rein. Je nachdem Stroh vorrä- thig ilt, füllet man den hinteren, vertieften Plaß, mehr oder weniger, damit aus; und fängt alſo Miſt und Urin damit auf, oder leitet ſolchen in ei- nen außerhalb des Stalles befindlichen Behälter. Es verſieht ſich von ſelbſt, daß man da, wo man mit der Einſtreuung ſparſam umgehen muß, nur auf eine geringere Maſſe von Dünger rechnen dür- fe, und ſich oft die Weirläuftigkeit der Düngung -- mit Jauche oder Atel gefallen laſſen müſſe. de richtun) faſt mu jmd un dan Kat lufundes, Brettz 1 neh,| höht dl zin ch! das R inden ſondern ln de S ſeht fehn,« Väſer eim 1, Eline) N eſer die 1 richtung 4) qs tallfütterut fange dit wd, da Ziehes ſo iy nur eben hy mittelſt dd 1 Und Der Hint d hinaus 1 1 das yt Stroh vm rtieften Di d fängt 1 ſolchen it! en Behält da, won | muß, 1] rechnen di ver Ding) ſſe. Von der Stallfütterung überhaupt. 299 5%- 164. DEN R TLHP en. Der Krippen halber darf ich wenig ſagen: Vor- richtung und'Nußen ſind genug bekannt.= Ein faſt nothwendiges Stück-habe ich gleichwohl nicht überall bemerkt. Dies iſt ein, von dem Vieh ab- „und alſo an"der nach dem Futtergang hingefkehrten obern Kante der Krippe befeſtigtes, längs derſelben laufendes, ohngefehr ſechs bis acht Zoll breites Brettz welches mit ſeiner äußern Kante, der Länge nach,„in einem Winkel von etwa zwanzig Graden hdler als die Krippe ſieht, und den Nußen hat, daß ein Theil des Futters, indem das Vieh gemeiniglich das Maul vorwärts aus der Krippe hält, oder auch indem es aus den Raufen ſrißt, nicht zur Erde, ſondern auf dieſes Brett, und von demſelben wieder in die Krippe falle. H;"165. Der: RauF en: „In Anſehung der Raufen werde ich ſchon weit- läufriger ſeyn müſſen, weil deren NMüßlichfeit beſtrit- ten wird. Ich will zuerſt die Vorrichtung anzeigen und. dann den Streit, ſo gut ich kann, encſcheiden. Sie 300 Fünfter Abſchnitt. Sie ſind völlig wie Pferde- oder Schaafraufen geſtaltet, und an der Seite des Futterganges mit dünnen Brettern, an der inwendigen, dem Vieh hin» gewandten Seite aber mit dünnen Stäben oder Strahlen verſehen, die jedoch nicht ſo weit als bey Pferden ge- bräuchlich iſt, ſondern höchſtens nur drey Zoll aus einander ſtehen; jenes damit kein Futter auf den Ganz herausfallen, dieſes, damit das Vieh, welches größere Portionen als die Pferde zu nehmen gewohnt iſt, nichts überflüßiges heraus reißen, und, indem es ſich der Fliegen erwehret oder andere Bewegungen macht, fallen laſſen und unter die Füße treten md- ge.== Ungefähr anderthalb bis zwey Fuß, nachdem man klein oder großgehörntes, und junges oder altes Vieh hat, wird die Raufe oberhalb der Krippe an- gebracht, jedoch in der Art, daß das Centrum, oder der untere Balken derſelben, von dem Centro der Krippe auf einen Fuß perpendiculär nach dem Futtergang zu abſtehe, alſo ungefähr auf die äußere Kante des Krippenflügels treffe. Hiedurch wird vem Vieh größere Bequemlichfeit zum Freſſen aus der Krippe; und dem Wirth, wenn es aus der Raufe frißt, der oben bey Beſchreibung des Krippenflügels entwickelte Nußen verſchafft. Die Raufen=- ſagen einige=- find theils überflüßig, indem man das lange Futter auch eben ſo gut aus den Krippen verzehren laſſe könnez theils unbequem P) unbuen dt un „- Pe! ſ mögt (ic auch es von ds WEL (06 Zutt dutlih fü jahren Piech,| nan mn Ruhe 9 aber eu heißhut fich ät dasjen); feinen wit dem merit h mehr f gen fe dam| und un gemeſſe Des| ws Chufug ENG H em ieh 1 der Einh Pferd y ey Zul 4 er auf) e<, welh en gewh nd, ind jewegung, treten 1) ß, nach! 5 oder di Krippen 8 Cent dem my x nach die alk! < widiv en aN ; der Aul vippenfn . fid x auß me; und Won der Stallfütterung überhaupt. 391 unbequem für das Vieh, indem es eine ungewöhnli- mit geſerm quemlichfeir dieſer Vorrichtung leicht überzeugen. en aufüh! Ein Menſch iſt auf dieſe Weiie im Stande 100 Stück iege und!' Vieh ordnungsmaßig und langfam zu fürtern. Ex 8 fur) kann ſehr leicht mit der Heugabel das Futter ſo het von 897 unterſchieben; daß es in die Mitte des Futter ganges ; Dach 12 fallt, ſo daß beide Reihen es erreichen und herbey- zuß im' ziehen ))) wv! (04 IS 308 Fünfter Abſchnitt. 11.90 dabey,"und wir eben ſo wenig. Der rothe Klee 1,017 und die Esparſette jedes beſonders, und der weiße, und ziehen können. Er fängt auf einer Seite an, und gehet ſo die Reihe herunter. Dann gehet er ge» mächlich wieder herauf und fängt, wenn das obere Vieh das ſeinige verzehret hat, wieder au. Zwiſchen» Dur wird er Zeit genug haben, einmal herunterzus ſteigen; und das Fukter was etwa ein Stück zu viel an ſich geriſſen hat, unter die Nachbaren zu vertheilen. Er fann ſo das:Vieh langſam, Mor- gens und Mittags drey Stunden, Abends 2 Stun» den lang freſſen laſſen. Das Vieh wird ſich bald daran geivöhnen ſein Futter, was ihm von oben nur nach gewiſſen Zwiſchenzeiten herabfällt, langſa- mer zu verzehren; da es ſonſt, wenn es die Futter» karre immer ivoy Augen hat, damir eilt, um deſis mehr zu erhalten. Bey dieſer Vorrichtung iſt es allein möglich, den jungen grünen Klee ſo auszubreiten, daß er ſich nicht erhißet. Es ſchadet nichts, wenn er naß eingefah» ren wird, welches dcc == runden Blatte und iy (ofel, Frau| der und 0“ ne R den Oi Wi atv" ; Ve AW dte Urlhin en des Th hh Thür zu ſy här dant tetn das) auch fin) ahr, müſſen wv (ihnung 1) aehſchnitt quert; fahr efüllet wi) die Seipp 3 dazu gebn Ortel aub welle b yt! fangen, erden, 1) 3 Aſh fen, ng ne bw ng Unbed uſer hat)" tände 19), bali e denfi 1 " Von der Stallfütterung überhaupt, 31! Frühlings- und fruchtbarer Herbſiwitterung, und in guten und warmen Aeern, kann man jedoch den An- fang um acht Tage früher und das Ende um vier- zehu Tage ſpäter rechnen.== Der rothe Klee pfiegt der zeitigſte zu ſeyn. Wer ſo viel davon gebauet hat als ſein Vieh bedarf, braucht ſich, der grünen Füt- terung wegen, um die übrigen nicht viel zu beküm- mernz3 wer weniger davon, zugleich aber die andern beſißt, ſteht ſich ſammt ſeinem Vieh beſſer, indem er in der Fütterung abwechteln, und es bey grd- ßerm Appetit erhalten kann.= Im September, wenn die grünen Kräuter rar zu werden beginnen, und nicht mehr ſo ſiark als vorhin wachſen, erſeßen die dem Aer genommenen kleinen Turneps und weißen. runden Rüben, nach Gelegenheit des Orts auch die Blätter vom weißen Kohl den etwanigen Abgang; und im October und November fann man mit Erd- toffeln, mit Rüben, mit gelben Wurzeln, mit dem Kraute dieſer Früchte, und, wenn nan den Boden - U 4 dazu der Klee ziemlich ausgebreitet auf Roſien liegen kann, und von welchen aus man ihn auf dem nächſten We- ge dem Viehe vorwerfen kann. Das Vieh muß fer- ner aus- und eingelaſſen werden können, ohne den Kleevorrath zu paſſiren. Sonſt drängt es ſich nah den; Kleehaufen, ſtößt fich und überfrißt ſic) dabe)- Dieſe Sache iſt bey der Stallfütterung vo" großer Wichtigkeit und erfordert reife Ueberlegung. 312 Fünfter Abſchnitt. dazu hat, mit den Blättern und der ſogenannten Schlüpfe vom weißen Kohl=- alles jedvc< mit ei- nem Zuſaß von Strohhäckſel=- abwechſeln 3- zugleich auch die rothen Klee- und Eſparſettfelder, und die Fünſtlichen und natürlichen Wieſen, unter den vor- Hin gemachten Bedingungen, von dem Bich abwei? den laſſen. Für den übrigen Winter bis wieder zur grünen Fürterung dienen die Heuſorten von Num. 2.» die von Num. 5. 6. 7. in Bermiſchung„. und die verſchiedenen Wurzel- und Kohlgewächſe; von welchen allen der ſummariſche Auszug(8. 153.) nache zuſchlagen*). d. 168. *) Zur früheſten grünen Fütterung, wenn man ſolcher bey einem guten Vorrathe von Heu und Kartoſrſeln nicht entbehren kann, muß man im Herbſt auf dem zu Kartoffeln, Kohl und Rüben beſtimmten Lande Rap oder Winierrübſen- Saat mit etwas Rocken aus- Ffäen. Wenn dieſes verfüttert worden, ſo wird die Lucerne und die frühen Gragarten tähbar feyn. Dann folgt der erſte Kieeſchnitt. Zwiſchen dieſent -und dem zweyten iſt die Lucerne und efliche Gragsar»- ten wieder herangewachſen, auch von den meiſten Gräſern der erſte Schnitt zeitig. Beſonders aber neh- men die im Marz; und April geſäeten Wicken und Sommerkorn dieſen Plaß ein. Sodann folgt der zweyte Kleeſchnitt und nach demſelben wieder Lucer- ne, frühe Gräſer, ſpäte Wicken, zugleich mit Kohl» blättern, Rüben u, d. gl. Nun kommt die Zeit, wo , Rian "we Von der Stallfütterung überhaupt, 313 der| Öfen | Nen Q.. 168. ) jeh Wi; fel; woh) Hauptregeln bey der Stallfütterung. eder"md| 4 Y; 4 '; u) Jolgende Regeln ſind überhaupt zu. beobachten: nter den m.. De SE T deny x) Das Bieh muß die grünen Kräuter in kleinen " NANY. vin Portionenz und er bis 4) 2) feine welk gewordene, keine, vom Regen oder 1 bond) eine|| ten bob Thau naſſe, und keine junge noch nicht ausge- ſung wachſene Kräuter erhaltenz-. wächſe; 3) nicht augenblicklich darauf getränkt; . 153.0 4) nicht mit einemmal von der trockenen auf die grüne Fütterung, und umgekehrt, geſeßt; und h.1! 5) reinlich gehalten werden. pn man 5 Was in Abſicht auf ein jedes Kraut und Ge- und Fathf wächs insbeſondere zu bemerken, wollen wir hiernächſt Herbf auf! auch ſehen.(6r Abſchn.) Emme a 48 Rot x 6. 169, 8.900) Erſte Regel: das Vieh muß kleine Portio- etliche Gui In Anſehung: der erſten Regel, nach welcher n den nej die grünen Kräuter in kleinen Portionen gegeben ders aber 1! U 5 werden n Wien 1| ann. feht! man nach dem zweyten Schnitt die Kleefelder! und 1 wieher fu künſtlichen Wieſen um Mittag behüten läßt; Mor2 eim mit 8) gens und Abends aber ſchon Rüben und Kohlblätter (die Zh füttert, bis man denn allmählig zur Herbſt- und qi Winterfütterung übergehet. 314 Fünfter Abſchnitt. werden müſſen, erinnere ich, daß alle Kräuter, vor, züglich aber der rothe Klee und das Mengſal 9. 59. nicht aber das 5. 95.=- in ihrem grünen Zuſtande um ſo mehr Saft, und um ſo ſtärkere mit Luft an“ gefüllte Poren haben, je beſſer und. ſtärker ſie ge? wachſen ſind.= Der beym Vieh in das Blur über- gehende nahrhafte Theil des- Safts erhißet ſolches, ' die Luft aber bleibt in den Eingeweiden zurück und verurſacht Blähungen. Genießt das Vieh zu viel, welches zuverläßig geſchiehet, wenn es zu viel auf einmal erhält; ſo iſt nichts gewiſſer, als daß durch die gar zu große Erhißung des Bluts eine Verſtopfung in den Eingeweiden erfolgt, vermittelſt welcher, und der in denſelben vorhandenen Luft, es bis zum Pla- ßen aufgeblähet wird, und in wirklicher Gefahr zu Frepiren geräth, wenn» es nicht ſchleunige Hülfe er- hält.== Oft iſt die Gefahr, ehe ſie bemerkt wird, ſchon ſo groß, daß die Hülfe durch innerlich treiben- de Mittel zu langſam erfolgen und vergebens feyn würde. Der Patiente iſt in dieſer Verfaſſung äu- ßerſt unruhig, ſieht wild umher, ſtampft mit den ' Füßen, blöckt vor Angſt, wirft ſich zur Erde, vnd muß endlich erſti>en.=- Zwey äußerlich anzubrin- gende Mittel giebt es nur, ihn zu retten*). 6. 170. +) Die Krankheit iſt, die Theorie des Verfaſſers bey Seite geſeßt; die Folge einer Unverdaulichkeit. Wenn das Von der Stallfütterung überhaupt. 315 täutet, WW noſe| 3. d. KoR en Zuſi 4 Hülfsmittel wenn- es zu viel erhalten, nit(uft Erſtes. Beym erſien entlediget man den Maſidarm mit der Hand, die nebſt dem Ara: mit Del beſchmieret Fats s tier fie Blut Ar bet folds zurücf u)|- ſeyn eh zu vid' EIN das Vieh zu ſchnell mehr gefreſſen hat,“ als ſeine .;: Verdauungskräfte zu bezwingen im Stande ſind.= ß durch die es ſey junges oder altes, gränes oder trockenes, vor. kopfung i! geworfenes oder abgeweidetes Futter=- ſo geräth ( Saäuſend gehen die Blähungen aus dieſer Oeffnung fort 3 der Patient erhält bald Linderung, und“ gene- ſet in ein Paar Tagen völlig wieder, indem man die Wunde nur bloß mit kein- over Battmöl, auch eberhalb, der Fliegen wegen, mit etwas Theer be- ſtreichet, ihm gutes troenes Futter giebt=- denn ſchlechtes würde er, der grünen Kräuter gewohnt, verſchmähen=- und nur wenig ſaufen läßt. Ich ha- be ein alſo curirtes Stück nach zwey Jahren, weil es ſeines Alters wegen ausgemerzt wurde, geſchlach- tet und gefunden, daß der Panzen mit dem Neße da, wo der Stich applicirk worden, zuſammen ge- wachſen war.== Der Paſtor Mayer in Kupferzell hat die Methode in ſeinen Beyträgen, unter dem Titel vom Viehſtich zuerſt bekannt gemacht, und weitläuftiger beſchrieben. Sie iſt in dortiger Ge- gend jo allgemein, daß man nicht mehr Umſiände damit, als bey uns ohngefähr mit dem Aderlaß des Viehes macht, Ein Beamter daher, welchem ich, der beſſern Bekanntſchaft mit dieſer Cur ungeachtet, vor einigen Jahren gleichwohl meine Zweiſel ſchriſt- lich entdeckte, antwortete mir: »„Disher hat der Bauer allerhand Mittel gebraucht. hSeit mehrern Jahren aber iſt der Viehſtich ein- „geführet, iſt zur Nachkur und zur Wiederherſtellung des Tons im Magen das zweckmäßigſte Mittel, ' Von der Stallfütterung überhaupt. 323 Det hetdug, 4„geführet, den Sie grauſam nennen. Sie haben dieſet Deſt„auch Recht!= Allein was ſollen wir unter 19, Wd ay»3wey Uebeln wählen? den Tod over den Stich? indem 0= Nicht wahr, Sie wählen was ich denke?== aumöl, 4„Es iſt ein Mittel, ſo wir immer bey uns führen, was They„Nicht leicht wird ein Viehhirte zu finden ſeyn), giebt ch„der nicht ein Meſſer bey ſich habe; und jedes uter gew„Meſſer iſt im Nothfall hiezu dienlich.== Das ißt. Zh„Mittel iſt ſo erprobt, daß man es jedem ganz ſi- ahren, 1„Her anrathen darf.=- Bey uns wird es allges 8 geſchh„mein gebraucht, und ich erinnere mich nicht daß „ſolches]j je einmal fehl geſchlagen wäre.= Ste- „hen Sie alſo immer getroſt darauf los: es iſt "it dem J zuſamm!?;; IE ENID |. 167606„5 grauſam nicht, und iſt gemeinnüßg.“ ud Z E=:.. ae Jedoh4 bemerke ich; daß man ſelbſt in dieſen (Ww u= 1:40,:. j Fe Gegenden das alfo geheilte Bieh nicht gerne länge gemach wl 56 EI behält, ſondern im erſten oder zwoyren Jahr nachher 4 dorf n 8 ; Unih mäſtet und verfauft. mehr Umi m Aderleh! Tb. 172. In 28 Wobei Drittes. / 4: 452 as;:| 4 u EE M a Bemerkt man äber das Uebel und die bdrhändez Zwe ge Gefahr früh genug, ſd giebt man dem Vieh; nach ſeiner Größe oder ſeinem Alter; ein bis zwey itte geb loch Schnupfatbac>== der füchtigſte iſt der beſte== „Viſit' in ein halbes Ouart ſüßer Milch ein, und treibt es pgepu; aus dem Stall auf denz Hofe umher,= Vermittelſt fung 05.3 X 2 deb 324 Fünfter Abſchnitt. der Bewegung zugleich pflegt es dann bald Luft zu erhalten, und von den Blähungen befreyet zu werden. 9.473: | Viertes. Ein mehr ſonderbares als erprobtes Mittel rheile ich anno mit, nicht daß ich es eben anrathen, ſon- dern nur beweiſen will, wie erfinderiſch oft die ein- fältigſten Menſchen in der Noth, und wie glücklich oft ihre Erfindungen ſind.=- Auf einem der entlege- nen Vorwerke der Güter, wo ich mich gerade bes fand, hatten die Ochſen- Knechte des Abends nach vollendeter Arbeit dem Bieh wider die gemachte An- ordnung mehrern und jüngern Klee gegeben, als ſie hätten geben ſollenz vielleicht um den Ochſen ihrer Meynung nach recht gütlich zu thun, vielleicht auch ſich das Füttern bequemer zu machen.=- Zum Glück hatten ſie die Folgen früh genug bemerkt, vor deren Veranlaſſung ſie täglich gewarnet waren, und in der. Conſiernation das Bieh aus dem Stall gelaſſen. I< kam bey der gewöhnlichen Ronde, die ich des Abends zu machen pflegte, eben darauf zu, und fand ein halbes Dußend Knechte mit entblößtem Haupte treibend hinter die Ochſen, indem ſie ſolche an den Schwänzen hielten, und mit dem npiedergekrämpten Hute die Flanken derſelben, ſo ſtark ſie nur konn- ten, bald auf dieſer bald auf jener Seite ſchlugen z wodurch) Yo! wirs fi te dein(ew) au wirk viel zu 10 Aalten Dir -Dmn ud Warn R (tß vo ordont Vieh 1 und fal fro der Zif halb des nnn velly 3 *)€ nid 1 bab Aufi Net zu werde Mittel thy) nrathen,) ) oft die 6 wie glüd | der entl) < gerade| Abends 1 gemachte 7 eben, 1 Hchſen i1 vielleicht Ww - Zum 01 ft, vor im reit, un Stall groſs die 4 und ft) / zuy frem Du ſoche an dergefräm ſie mar iM eite fw" q] ob Von der Stallfütterung überhaupt. 325 wodurch ſie dem Vieh, nach ihrer Philoſophie, auf dem gewöhnlichen Wege Luft machen wollten, und auch wirklich machten, denn bey jedem Schlage init dem Huthe gingen die Blähungen häufig ab.-- Ich mußte über den ſonderbaren Auftritt, weil es nicht viel zu bedeuten hatte, mehr lachen, als'ich unge- halten der übertretenen Ordnung wegen ſeyn konnte. -= Den verdienten Verweis ſchenkte ich ihnen daher, und warnete nur für ähnliche Fehler. 8. 174. Beſtimmung der Portionen. Man darf ſich indeſſen die Gefahr nicht zu groß vorſtellen. Sie iſt nur bey unordentlicher, bey ordentlicher Fütterung gar nicht vorhanden. Das Vieh mus zu jeder Tages8zeit, Morgens, Mittags und Adends, jedesmal ohngefehr drey Stunden lang- ſam freſſen, eben ſo viele Portionen haben, und in der Zwiſchenzeit theils ruhen, theils auch ſich außer- halb des Stalles eine Bewegung machen, oder wie man zu ſagen pflegt ſich die Beine vertreten. Wenn es zur Nacht noch eine Portion, alſo zehn Portio- nen in vier und zwanzig Srunden erhält, ſo kann es völlig zufrieden ſeyn*). Wie ſtark aber jede Portion XE ſeyn *) Eine genaue Abtheilung der Portionen läßt ſich nicht wohl beobachten. Bey einem größeren Vieb- ſtapcl 3 25 Fünfter Abſchnitt. ſeyn müſſe, wenn es gerad? ſo viel genießen ſoll als ihm geſund und nüßlich iſt, haben andere ausgemit- telt und ich durch Verſuche ebenfalls erprobt.= Ein Stü, es ſey groß oder klein, verzehret in vier und zwanzig Stunden ſo viel grünes Futter am Göewichte, als ohngefehr der fünfte Theil ſeiner Schwere beträgt.== Unſere gewöhnlichen Kühe, die ſelten über zweyhundert Pfund wiegen, haben alſo täglich an vierzig Pfund, die Ochſen von drey bis vierhundert Pfund an ſech83zig bis achtzig Pfund ge- nug 9). Man theile dieſes Gewicht für die zehn Portionen in eben ſo viele Dheile, ſo beträgt jede Portion für die Kühe ungefehr vier Pfund, und für die Ochſen, nachdem ſie kleiner oder großer ſind, ohn- gefähr Fkapel wirft eine oder mehrere Perſonen dem Vieh das Fakter, ſo wie es das ſeinige vollig verzehrt hat, vor; läßt es jedoch). auch wohl etivas warten. Mor- gens unv Mittags laſſe ich 3 Stunden lang füttern, Abends nur 2 Stunden, dann aber Stroh vorter- fen. Zwiſchen dem Füttern wird gemolfenz zuweilen doch auch wohl vorher. &) Dieſes Gewicht iſt zu geringe. Maäine großen Frie ſiſchen Kühe verzehren 120 Pfund grünen Klee in ei- nem Tage reichlich, und 80 Pfund freſſen auch die kleineren. Sie erhalten aber kein Häckfel dabey and nur auf die Racht Stroh nah Belieben, wovon der >47 GER EIE SD RIDE IE DIES AGEN Reſt EIG eten 12ird,. iw G weinen nehthel ſchwert den erf laß zi | bmin verden jeuige li Nen fol 34 zehtet in hh 3> ) Futter 4 Theil foi | Kühe,| haben 7) bon drey| 4 Pfund; für die 4 ) beträgt j; und, unſ nen den 1 ig verzehrt warten. 1[ang füh E froh vor! (fen jun ve großen j wert Riee m eſſen aw fel babe) ) t m" en Wor Von ver Stallfütterung überhaupt. 327 gefähr-ſecden und abtrocknen*).- | 6. 178: x) Die naſſe Fütterung läße ſich gar nicht vermeiden, wenn man nicht eine ſolche Einrichtungy wie in dev Anmerkung zum 268 6. beſchrieben worden, hat. ZJ „habe Fünfter. Abſchnitt, 6. 478: Der jungen Kräuter. Junge noc<4 nicht ausgewachſene Kräuter endlich ſind am undienlichſten.=- Vorzüglich trifft das den rothen Klee Num. 1., und das Mengſal db. 59.3 weniger die Eiparſette Num. 2.53 und am wenigſten die vermiſchten Arten Num. 5. 6. 7.5 weil darun- ter ſchon tro>ene Gräſer vorhanden.=- Der junge Pflanzenkörper hat, wenn ich ſo ſagen darf, noch zu wenig ſolide Theile, und vie ganze Subſianz iſt Saft. Da der den Futterfräutern eigene, und eben ihre Tugend ausmachende viele Saft bey erwachſenen, wenn ſie übermäßia gefüttert werden, ſchon böſe Folgen hatz ſo ſind. dieſe bey den jüngern um ſo mehr zu fürchten, und um ſo zuverläßiger zu erwar- ten, je weniger ſie feſte, den Saft gleichſam verſe- ßende trockene Dheice habn.== Was ohngefähr dem Menſchen das Brod zur Butter, das iſt dem Vieh der trockne Theil der Pflanzen zum Saft.=- Man- her grau gewordene Wirth, deſſen Weiden und Wie- ſon allzudärre, ſeinem Vieh kaum nährende Kräuter und Gräſer gewähren, wird hier ſeltſame Dinge zu hören glauben. Er höre mich aber, wenn ihm ſein Bieh habe aber keinen Nachtheil davon geſehen, als daß das Vieh weniger davon frißt und folglich weniger Milch bey naſſer Witterung giebt. Py gu) ld, „viertel| que verſö! (eflich in d laſſn m im Ad uh bem J (imm 1 Ma noß| ſen Ö zun WE wit Ae) vm Ki daß de als die€ v. Gr ver ein Wider det = Na wh, wnn ir daß ie Hit| [5 I räuter in trifft daz" gſa|. am wendy / Weil dan = Der ju atf, nod janz if Sy md. eben h erwachſen 1. ſhon H Üngern um| iger zu(ey gleichſam Ww)" ohngefaht 1 iſdn oft.= I! den undBt rende Fra me Din| ven ihm vi hen dd (glich vm Von der Stallfütterung überhaupt. 333 Vieh lieb, und ſein Bortheil angenehm iſt!= Ei- ne viertel Stunde iſt hinreichend, die den jungen Klee Kuh zu verfüttern, und augen- blicklich in die Umſtände zu verſeßen, für"deren Ver- anlaſſung mittelſt übermäßiger Portionen ich in der erſten Regel gewarnet habe.= Eben das erfolget auch beym Abweiden des Klees zur Herbſtzeit, hier aber um ſo geſchwinder, wenn er vom Regen oder Thau naß iſt.= Eine ganze Heerde Kühe auf einem gewiſſen Gute an der Weſer kam noch vor einigen Jahren dieferhalb in Lebens3zefahr. Der Hirte, der an einem regnigten Tage die natürlichen Wieſen das mit aäbweiden ſollte, auf dem Wege dahin aber ei- nen Kleeacker in der Nähe paßiren mußte. glaubte, daß der junge und fette Klee dem Vieh angenehmer als die troifnere Gräſerey-auf den Wieſen feyn wür- de. Er lenkte alſo mit vierzig StüFX auf dem Klee- acfer ein, lenfte aber nur mit fünf und zwanzig wieder davon, denn funfzehn blieben auf der Stelle“) -- Man muß im Anfange, wie man nachher ſehen wird(4. 201.); den Klee zwar ausdrücklich füttern, wenn er noch jung iſtz man wird aber auch finden, daß er mit Stroh hinlänglich verſeßt, und damit zu Häckſel geſchnitten werden müſſe. DE | J. 175, x) Dieß iſt freylich eine ſchrekliche Geſchichte. Wahr: ſcheinlich rührte das Unglä> aber nur daher, daß dieſes 334 Fünfter Abſchnitt, 9. 179: Dritte Regel: das Vieh muß nicht ſofort getränktz Die dritte Regel, der zufolge das Vieh nicht ſofort auf die grünen Kräuter getränkt werden muß, erläutert- ſich aus der vorhergehenden.= Even die ſchädlichen Wirkungen, die von vem, ven Kräutern durch Regen oder Thau zugeführten Waſſer veran- laſſet werden, erfolgen auch, wiewohl in geringerm Maaß, wenn den Kräutern ſo fort in dem erſten Magen oder Pſalter des Biehes, indem es ſäuft, Waſſer beyzemiſchet wird. Man läßt es alſo, nach? dem es gefreſſen; eine halbe oder ganze Stunde im Hofe, alsdann aber erſt zur Tränke.== Die Bewe- gung, die es ſich mittlerweile macht; gereicht ihm auch in andern Abſichten zur Geſundheit; dem Wirth aber, dieſes Vieh keines guten Futters gewohnt war, ſich alfo. an dem jungen Klee überfraß. Etwas mehr Vorſicht muß man freylich mit jungem Klee und Ga: ſern beobachten, weil ſie nicht nur dem Vieh viel ſchmäckhafter, ſondern auch viel nahrhafter wie alte ſind, und es ſich alſo eine Unverdaulichkeit zuziehen kaun; wenn man ſoviel giebt, wie es freſſen will. Die Vermiſchung des erſten grünen Futters mit Stro9 halte ich nur des Durchfälles wegen für nöfhig; deit es ſonſt erregt, und weil man im Anfange ſparſan damit umzugehen genöthiget.ziſt. feennet. voß ma 0 /&! wittage[08 Gurt! tran R wf an der von ſeßt Iv run, Gral!( Viarthee Fraften Zuſa 10.0 Wel 90 Gul j Wänden das Vich 1) € Werden y => Eb) ven Kray Waſſer vy [ in gerin in dem er! dem es ſe! t(8. alſd, 1 nze Stunt! -- Die I bivgered ng , yp ."m Eies Duma wohnt wa) Etivas 1! m Klee uns dem Di)! rhafter iti lichtet jus es freſſe! N; ters mit far nötig! fange 3 Von der Stallfütterung überhaupt, 335 aber, wenn es auf der Miſiſtätte geſchiehet, zum Nußen, indem der Miſt feſt getreten wird, und de- ſio eher und beſſer in Gährung kommt, oder ſich brennet.== Unnöthig iſt vielleicht die Erinnerung, daß man täglich zweymal, nemlich Vor- und Nach- mittags tränfen müſſe*). 07.0807 Vierte Regel: nicht mit einmäl von det tronen auf die grüne Nahrung, und umgekehrt, geſeßtz Nach der vierten Regel muß das Vieh nicht auf einmal von der trocknen auf die grüne, und wie? der von der grünen auf die tro>ene Fütterung ge- ſeßt werden.= Schon bey Weiden lehrt die Erfah- rung, was es heiße, wenn es mit einemmal vom Stalle ab, und in dieſe gelaſſen wird.=- Häufige Diarrheen, wodurch es ermattet und oft ſo ſehr von Kräften kommt, daß es nicht gehen kann, welchen Zuſtand man die Groſe zu nennen pflegtz Blutflüſſe u. f. w. ſind die gewöhnlidjen Begleiter.= Nicht ſo übel geht es zwar, wenn es- nun wieder auf den Stall kömmt; man ſieht ihm aber doch die ſchleumg veränderte Nahrung bald an. Es wird augenblicklich magerer, *) Dieſe Regel iſt wichtig, und ich laſſe nicht eher tränfen, als bis das Vieh wiedergekäuet hatz3 alſo nur furz vor dem nächſten Futter,, 336 Fünfter Abſchnitt. magerer, und die ſonſt platt gelegenen Haare ſtehen aufrecht.== Was beym weiden nicht füglich zu än- dern iſt,= man müßte denn das Vieh, wie es von einigen guten Wirthen auch wirklich geſchiehet, acht bis vierzehn Tage vorher, ehe es vollig in die Weide gelaſſen, und ehe es völlig wieder heraus genommen wird, Abends und Morgens im Stall mit trockenem Jutter verſehen,= das kann die Stal'fütterung vollig ändern, wobey ſonſt die Foigen noch nachthei- liger ſeyn mögten.= Vierzehn Tage vorher alſo, bevor man völlig grün fättern will, vder es des Wachsthums der Kräuter wegen kann, miſcht man der bisherigen troffenen Fütterung ſchon die grüne bey, indem man beyde zu Häckſfel ſchneidet. Man geht dabey gradatim, und nimmt anfänglich obhn- gefahr den, vierten, nad) einigen Tagen den dritten Theil, und ſo träglich an grünen Kräutern mehr, und ait Stroh weniger, bis endlich jene das Ganze ausmachen, dieſes alfo ganzlich zurückbleibt.=- Eben ſo geht man auch zur Herbſtzeit von der grünen zur trocenen Fütterung über.=- Schon oben(8. 267.) habe ich bemerkt, daß die Kräuter im September rar zu werden beginnen, daß man alsdann aber die fleinen Turneps und runden Rüben nebſt dem Krau- te davon 3 im October und. November eben das, und zugleich Erdtoſfeln, gelbe Wurzeln, nach Gelegen- heit auch die Blätter vom weißen Kohl,== welches alles Do ales mid di Sit „ehrliche? 109 zur Ju EN wneſten mann, M löchet de Vieh, j Catharre, 1 der uf Veſchliehut nige ed Chniflih WD *) Jn dv irt ju Ciehfüt Vith he ann Nm Da Ih, ht Noah 31h Vy h)| Leh, WW 8 M geſchieht, 4 g in die h raus gehom | mit trody Gtal'füttn noch naht! je borher| ,. bdet es ny, müht! ſhon die 41 neidet, FJ anfänglie| gen den di Krauter n jene das Ou bleibt,= ky der grünt) oben(4,17 um Gebt Sdann abt? ebf dem ſt eben ds," nach Oi hl,- wel) "'y Ny Wm Bon der Stallfütterung überhaupt. 337 alles„mit einem Zuſaß von Strohhäckſel zu füttern; endlich Klee- und Eſparſettfelder, auch künſtliche und natürliche Wieſen zum abweiden, folglich Mittel'ger nug zur Futterveränderung in Händen habe*). ß. 181. Fünfte Regel: und. reinlich gehalten wer: den, Die fünfte und leßte Hauptregel, die Reinlich= Feit des Viehes betreffend, mögte der Nüßlichkeit wegen wohl am meiſten bezweifelt, und daher am wenigſten befolget werden... Wüßte aber der Land» mann, wie viel die ab- und zurückführenden Schweißs- löcher der Haut, bey ihm ſo gut als bey ſeinem Bieh; zur Geſundheit beytragenz; wüßte er, daß Catharre, Fieber, und oft noch böſere Krankheiten in der unterbrochenen Ausdünſtung, und alſo in Berſchließung derſelben ihren Grund haben; und wüßte er, daß Kälte, Näſſe und Unreinigkeiten die Schweißlöher verſchließen: er würde die Zweifel verlieren, und jein Vieh der übeln Witterung in - den *) In diefem allmähligen Uebergange von einer Fut- tferart zur andern beſtehet mit ein Haupkvorzug det Stalifütterung. trockenes Futter erhält das Bieh bey unſerer Stallfütterung äber nie, da es den ganzen Winter hindurch ſaftige Wurzelgewächſe has Y 338 Fünfter Abſchnitt. ven Weiden, und den eigenen Ercrementen deſſelben im Stall, weniger Preis geben.=- Schon bey der bisherigen wenigen und mageren Fütterung, wornach es eben ſo wenig und mager miſiet, iſt es einge Zoll hoch über und über damit bedeckt, und trägt nicht ſelten alles, was es ſeit acht Tagen-ausgewor- Fen, als einen Panzer. um und an ſich.=- Geſchie- het das aber am dürren Holz, wie wills am grünen gehn, wenn es in einem Tage, mehr, als ſonſt in vier Tagen miſtet! Zwar kommen die vorhin(Fb. 163.) empfohlenen Veränderungen des Stalls und die dabey bemerkten Handgriffe der Reinlichkeit zu Hülfe, Al- lein das iſt noch nicht hinreichend! Man muß mehr thun: man muß Ochſen und Kühe den Pferden gleich behandeln, täglich mit einer ſtumpfen Strie- gel abreiben, täglich abmiſten, und täglich mit fri- ſcher Streu verſehen. Das Striegeln geſchiehet am Morgen,“ bevor das Vieh zum Spaßierengehen auf den Hof gelaſſen und getränket wird, und das Ab- miſten während der Zeit: worauf man denn ſofort, mehrern Düngers wegen, die friſche Streu macht. tan fann aber auch erſt gegen Abend einſireuen, im Fall es an Stroh fehlen, oder man des Dün- gers wegen nicht ſehr berümmert ſeyn ſollte*). 6. 382. 9 ſehr ic) von der Nüßlichkeit des Striegelns und 6 ſchens überzeugt bin/ ſo ſelten wird man er- Ny reichen, fen, I ahn, ſah he vy m| 0 / Von der Stallfütterung überhaupt, 339 deſſelben | bey de M 182; Wend Fütterungs-Reglement. iv. Ich will die eigentlichen Handgriffe, wie ſie aus ; den bisherigen, auf Vernunft und Erfahrung ge- Weges gründeten Regeln fließen, in der Kürze zuſammen Geſch: faſſen, und davon auf einen Tag die Anwendung grün machen. 8 Nachdem die erforderlichen Kräuter Abends vor- DE her eingeholet, und die Kühe am Morgen gemolken ß IEE erhalten ſie früh um fünf Uhr das erſte, nach ! 4 Y 2 ſechs UB mt 20 reichen; daß es regelmäßig geſchehe. Eine Haupt- 1 Gfl) 2 el aber iſt die, daß den Kühen jedes- mit ft mah! vo? dem Melken der Euter mit warmen Waſ- Aöt am vſFer a MEIER werde. Ich halte dieß nicht blos “ n der Reinlic,keit der Milch wegen für nöthig, ſondern' | glaube auch, daß es. die Secretion der Milch beför- hw dert und Stockungen im Euter vorbeugt. Statt des | Jf0 Schemels ſeßt ſic) das Milchmädchen auf einen läng- | ad), licht runden Stürzel, hinter dem Bügel, der in ſteu der Mitte befindlich iſt. Der Deckel des vorderen Dh Theils geht auf, und hieraus wäſcht ſie, mit einem darin liegenden Lappen, jedesmahl den Euter ab, ehe ſie zu melken anfängt. Den Kühen ſcheint dieß ' 191, eine angenehme Empfindung zu machen und ſie laſſen die Milch leichter von ſich. Die Mägde thun es gern, ſobald ſie es gewohnt ſind, weil es das Mel- ken erleichtert. [08 u 01000 Felden 349 Fünfter Abſchnitt. ſechs Uhr das zweyte, und gegen acht Uhr das drit- te Futter 3 worauf ſie geſtriegelt, um neun Uhr eine Stunde lang auf dem Hofe, um ſich Bewegung zu machen, igelaſſen, um zehn Uhr zur Tränke, und gegen eilf Uhr wieder zum Stall gebracht werden. Mittlerweile wird der Stall abgemiſtet und gereini- get, und das'erforderliche Futter für den Mittag, auch etwas für den Abend eingeholet.== Zu Mitta- 'ge um eilf Uhr bekommen ſie dann wieder das erſie, degen ein Uhr das zweyte, und bald darauf das drit- te Futter. Zwiſchen dem erſien und zweyten geſchie- het das Melken, und nach dem dritten legen ſie ſic) ein paar Stunden lang, um zu ruhen. Währ- rend der Zeit wird der übrige Futterbedarf für den Abend, und was für den andern Morgen nothig iſt, Herbey geſchafft.= Nachmittags um fünf Uhr wer- den ſie abermals eine Stunde auf dem Hofe, und zur Tränke gelaſſenz; worauf ſie zum Nbendbrod um ſechs Uhr das etſte, um ſieben Uhr das zweyte, um acht Uhr das dritte, und wenn ſie hierauf gemolken ſind, am neun Uhr das Nachtfutter erhalten. Bey den Ochſen iſt der Arbeit wegen eine an: dere Ordnung erforderlich. Billig müſſen ſie im Sommer, und wenn man keine Wechſelgeſpanne hat, des Morgens früh von drey oder vier, bis neun oder zehn Uhr, und des Nachmirtags um eben die Stundenzeit arbeiten. Die Mittagshiße iſt ih- nen Ny u| un" mi u ſeſm jd| M" Gun) NU ve 100 m Iny fen an pu SA je G | m De 3 Zam ſchmd ten,= Morgs darauf, Gim( pn| un läßt, werden dv |) wendet des deb Uhr ein Vedung 1 nie, u) : Wetdit, | geren Mitt), Mittz 18 erſt, as drit geſchiv egen|! Wi) für des hi)| Ihr we! fe, u brod un pte, un gemi 1. eine fie 1 ſpan 1, 11 eben 19 pen Von der Stallfütterung überhaupt. 341* nen eben ſo beſchwerlich als ſchädlich; beydes auch um ſo mehr je beſſer fie genähret, und je fleiſchig- rer ſie ſind.=- Wehe dem Wirth wenn ſie vor Hi- ße die Zunge Eilen lang aus dem Halſe ſtreen, und Stunden lang nach geſchehener Arbeit bauchſchlas gen müſſen! Schwind- und Dürrſuchten ſind die gewöhnlichen Folgen.= Man fängt daher am frü- hen Morgen, und ſchon um ein oder zwey Uhr zu füttern anz giebt nach vollendeter Morgenarbeit ein paar kleine Futter, tränft darauf, und läßt ſie eine halbe Stunde bis vor der Nachmittagsarbeit ruhen, »a' man denn wieder ein paar kleine Futter gtebt.== Des Mittaas überhaupt iſt ihnen in arbeitsvollen Zeiten die Ruhe angenehmer als die Speiſe; dieſe ſchmeckt zur kühlen Morgen- und Abendzeit am beß- ten.== Man füttert ſie alſo des Abends, wie am Morgen, in drey over vier Portionen recht ſatt, tränkt darauf, und macht ihnen vermittelſt einer guten Streu ein weiches Nachtlager, voſſen ſie jedoch nur wenige Stunden genießen können.=> Zur Erntezeit, und wenn vie Arbeit uns keine Stunde beſtimmen läßt, vielmehr die Stunden von der Arbeit beſtimmt werden, iſt freylich die Ordnung nicht beyzubehalten, deſio mehr Vorſicht und Behutſamkei“ aber anzu- wenden. 9 3 b. 183. 342 Fünfter Abſchnitt. Beſtättigung deſſelben durch Beyſpiele, In Franfen, wo man die Stallfütterung faſt bis zur Pedanterie treibt, wo es aber auch das ſchö- ne und große Vieh mehr als anderer Orten werth iſt, glaubt man beym erſten Anblick eher in den Marſtall eines Fürſten, als in den Kuhſtall zu kom- men.= Der Stall iſt geweißet, mit Fenſtern ver- jehen und hell; jedes Stück hat ſeinen beſondern ge- räumigen, mit Brettern abgeſchlagenen Stand, und ſteht, in zwey Reihen, nicht wie bey uns mit dem Kopf nach dem Futtergang, ſondern nach der Wand gefehret. Die Stände ſind wie der Futtergang mit Kieſel, doch iſt leßterer zuweilen auch mit großen plat- ten Steinen gepflaſtert, zwiſchen welchen eine Rinne Hinter dem Viel hergehet. Die Krippen ſind nicht ſelten von Stein ausgehauen, worin das Jutter Fühler und ſchmackhafter bleibtz und die Raufen an der Wand, wie in Pferdeſtällen, befeſtiget.=- Das Bich wird täglich gepußt, geſtriegelt, kardätſcht, und Übrigens eben ſo gehalten wie es bey Pferden gebräuch- lich iſt. Am Morgen wird ihm die Streu genom- men,=- des dortigen guten Bodens, und anderer Wirthſchaftsverfaſſungen wegen ſieht man eben nicht auf. vielen Dünger,=- der Stand mit dem Beſen ausgefehret, der ganze Stall nebſt dem Futtergange gereiniget, Py? |„itt| dan) w Rs aft; u 4; wd) weben dl Or mi ve Zihe s (at mt wi I m Ah zv Zu fen, 1 verricht yet md phen iw vs Gat Uſtieuſe = zu vw ſen ern 96 d, und Ne de v Way) ang m ben pla) 1e Nim ind vid Von der Stallfütterung überhaupt. 343 gereiniget, leßterer auch mit Sand beſtreuet. Je- desmal, wenn ein Stück den Tag über miſtet, wird der Miſt zuſammen gefehret und aus vem Stall ge ſchafft; und legt es ſich einmal darin nieder, ſo wird es wieder gepußt und geſtriegelt. Die Schwänze werden alle Morgen ausgewaſchen, und an einigen Orten mit Bindfaden an die Pfeiler der Stände in die Höhe gebunden, damit ſie, wenn ſich das Vieh legt, nicht ſchmußig werden. Gzegen Abend wird vas Vieh dann ordentlich wieder geſtreuet.=> Bey zehn Kühen verrichtet ein einziges Mädchen die Ar- beitz was aber„noch mehr iſt, es muß auch das Zutter für ſie mähen und eintragen, und das Mel- ken, und alle beym Molkenwert vorkommende Arbeit verrichten. Sogar auf vier und zwanzig Kühe rech? net man nur zwey Mägde!=- Unſere Land- Nym- phen werden vor dieſer Arbeit erſtaunen, und mich ves Satans Engel übergeben, im Fall irgend. ein' in- duſirieuſer Wirth= durch meine Erzählung veranlaßt -- zur Nachahmung bewogen werden, und eben das von ſeinen Mägden fordern ſollte*). Y 4 8. 184. x) In den Niederlanden iſt dieſe Behandlungsart des Rindviehes ebenfalls allgemein. Bey einem großen Viehſtapel aber iſt ſie wohl nicht auszuführen und die Einrichtung Her Stände iſt zur Fütterung ſchr unbequem, 344 Fünfter Abſchnitt, 6. 184. Sinwürfe wider die Stallfütterung, und den Anbau der Futter-Kräuter. Alles gut, Alles ſchön!=- wird man ausrufen == nur wir können das Ding nicht möglich machen: Ländlich, ſittlich! bleibt auch bey uns die große Re- gel; von welcher man ſo leicht'nicht abweichen kann. = Erſtlich mögte es den mehreſten Wirthſchaften an den guten Boden fehlen, welchen die Futter: Kräu- ter verlangen.--- Wäre das auch nicht, ſo mögte es voch zweytens an dem dazu nöthigen Dünger gebre- jen.== Und ſchaffte man auch dazu Rath, ſo wür- de es drittens an Stroh zum Einſtreuen mangeln, da befanntermaaßen nichts rarer als das Si:roh im Sommer iſt.= Viertens verlieret wan jo viel Acker als man Futter- Kräuter bauer, im Kornbau, wor- auf es doch hauptſächlich bey uns anfommt.=-- Es iſt alſo fünftens die Frage, od durch die Stallfürte- rung ſo viel gewonnen werde, als im Kornbau vers loren geht?-- Sechſtens wird unſer Vieh, des Wei- dens und nicht des ewigen Stillſtehens im Sta:le ges wohnt, fein Gedeihen haben; das Weiden wird ale ſo nüßlicher als die Stallfürterung bleiben.= Sie- bentens werden die Futter- Kräuter, weil ſie geil und fett wachſen, den Acker entfräften, und zum folgen- den Getraidebau verderben.= Wir ſchränfen auch 'ahtens hs dit Jeter| vert ſchier 0 mid jw vofele un 0 moll YV mdf aller N iſt.= wir je! 0 Wnher ly“ EG (andi Geweht lie d und d ſm ſe bey 1 legen, ; Welder 0, und L: OUStNfn machn, oße Ry 11 Fanz, frem at Kräut date es v gebt ſo wir angel, (roh in BG, 1, iw =" allfütte - Von der Stallfütterung überhaupt, 345 achtens die Weide für unſer übriges Vieh ein.=- Ueberdem ſind wir neuntens mit den Handgriffen bey der Fütterung nicht befannt genug; wir könnten leicht Fehler begehen und uns ſchädlich werden.=- Und entlich zehntens iſt das DIE 104 zu viel Weitläuf- kigfeit und Arbeit verfnüpft:- w!r haben mehr zu thun und fönnen uns darauf He ein! a 1M, CG. 4851 Demolirung der Schußwehr: ländli<, | ARAL? 2 18 3 LARNE Da iſt nun ein ganzes Heer von Einwürfen, an deſſen Spiße überdem noch das große Bollwerk“ aller Borurtheile, das ländlich, ſictlich, aufgeſühret iſt.= Wir müſſen erſt dieſes überwinden, bevor wir jenes angreifen. tändl.ch, ſittlich!= dieſes von unſern Flugen Ahnherren erfundene, und von uns ſehr übel ausge- legte Sprichwort== will demnach in Anjehung der kandwirthſchaft nichts weiter ſagen, als daß die zur Gewohnheit gewordene Behandlung, oder vas Sitt- liche derſelben, dem Clima, dem Boden, der Lage, und der politiſchen Verfaſſung des Landes, angemeſ- ſen ſeyn, und dagegen nicht verſtoßen müſſe.» Wer bey uns, den Jtaliänern gleich, Citronenwälder an- legen, oder den Engländern gleich Rüben zum ab- weiden im Winter bauen; wer im Sande IPeißen Y 5 ſäen, Za-Ra me dH iI I- Ee ee I EIE 255 22-= ES EEE == är ga R enn nnn dufte FE 345 Funfter Abſchnitt. ſaenz wer niedrige der Ueberſchwemmung ausgeſeß- tre Wieſen in Aecker, und Berge in Wieſen ver- wandeln, oder fette für Hornvieh dienfiche Weiden für Schaafe benußenz und wer in Bierländern kei- ne Gerſte, in Weinländern keine Reben bauen, oder in einem Hornvieh- und Schaafzucht begünſtigenden ande Stutereyen anlegen wollte:=- der würde nicht allein wider das alte Sprichwort, auch wider die noch ältere Natur ſündigen,==.Wer aber Pflanzen und Gewächſe, die von unſerm Stand»- ort aus in Norden und Süden, in Oſten und We- ſten gebauet und benußet werden, auch bauet und benußetz wer'den dazu ſchicklichen Boden für be- kanntere Früchte, die nicht ſo nüßlich ſind, nicht anwendet;. wer, wenn er mehr Aecker hat, als er gehdrig düngen kann, auf Vermehrung des Dün- gers denkt, und ſie möglich zu machen ſucht; und wer auf die Viehzucht in einem Lande, wo die Pro- ducte derſelben rar, und beſſer als die vom Ackerbau ins Geld zu ſeßen ſind, Fleiß wendet, und alle Vortheile dabey zu Hülfe nimmtz=- der wird kei- nesweges wider die alte Regel in dem Sinn, wor- in ſie unſere Vorfahren gedacht und angewendet ha- ben, verſioßen, geſeßt auch, daß dergleichen Hand- lungen weder zu Gewohnheiten noch zu Gebräuchen in demjenigen Winkel der Erde geworden ſind, wels- hen wir bewohnen.=- Vorurtheil und Eigendünkel ſchließen ſondern- | ſlupen gar ju ufd gn ent |.„! -- Dil age, eſe we Weiden dern fj; ENEN ſiigendy Gtand d We, vet un) für b& )„niht „We 8 Dit 19081) ie De MWfitha md iw ird fb| 1, nde | Han rauh ), wb nä hlichet Von der Stallfütterung überhaupt. 347 ſchließen das immer wahre: ländlich, ſittlich: nur in gar zu enge Grenzen, oft bloß auf ein Dorf, und auf die Gebräuche des Nachbars ein. Die Handlun- gen EE kandsleute ſind ſchon nicht Sitte mehr! ."22,0 = Hot 4,090 die“ guten Alten mit dieſem, von uns zum FM rafelſpruch erhobenen. Svrichn EAU EEE dritten Theil desjenigen Geiſtes auf uns zugleich vererben kön- nen, der ſie beſeelte, als ſie aus Deutſchlands Wäldern AeFer und Wieſen, und aus Wuüſeneyen wohnbare Pläße ſchufen: wir würden bald eine andere Ausle- gung davon machen,"und eben ſo bald alles, was gut, was nüblich, was unſerm Clima, unſerm Bo- den und unſerer lage angemeſſen, geſeßt auch, daß es bey deim nächſten Nachbar noch nicht gebräuchlich iſt, einzuführen ſuchen, ſo gut wie ſie den größten Theil unſerer'Getraide- und Vieharten, und alles, was unſre Landwirthſchaft gutes hat, aus entfernten kändern herbey veſchafft und eingeführet haben.=- Noch vor funſzig Jahren war der Bau der Erdtof- feln, des Tabaks, Dis Waids, des Krapps, die Zucht der Seidenwürmer u. ſ. w. wenig Sitte im lande, ſo gewohnt und bekannt wir jeßt damit, und ſo ſehr dieſe wirthſchaftlichen Dinge nunmehr zur Sitte bey uns geworden ſind.= Nur dann kann das ländlich, ſittlich, zum Schuß dienen, wenn ir- gend eine Sache dem Clima, dem Boden und der Lage, worin wir uns befinden, und dem Lande, wor in 0 0, 348| Fünfter Abſchnitt. in wir wohnen, nicht angemeſſen iſt. Von der Art aber iſt keines der vorgeſchlagenen Dinge, und alſo 108 mögten die dagegen gemachten, hinter jenem Boll: en|- Werf verſchanzt geweſenen Einwürfe wohl eben ſo | leicht zu überwinden ſeyn,= Wir wollen jeden be- ſonders zu entfernen ſuchen*). 6. 186. x) Dieß ländlich, ſittlich iſt bey dem allem wohl die größte Schwierigkeit, die der Einführung der Stahlfürterung an vielen Orten entgegen ſtehet. Bey 003 11] einer völligen Abgeneigtheit der Menſchen wird man 1500 ſchwer damit fortfommen. Am ſicherſten iſt es unter dieſen Umſtänden nach dem V Zorſchlage eines Schles- wigers8, im 2ten Stück des zten Jahrgangs der An- nalen d. N. Lw., die Abgeneigtheit allmählig zu überwinden und gewiſſermaßen Leute und Vieh dazu erſt anzuziehen. Mit der Wartung des Viehes iſt noch nicht alles gethan, ſonſt ließen ſich dazu noch wohl Leute herbeyſchaffſen. Eine vollſtänvige Stall- fütterung erfordert aber eine gänzliche Umänderung des Akerſyſtems, von deſſen Nüßlichkeit man grade die wohlmeinendſten und anhänglichſten Wirthſchafts- „HU 4.00 bedienten, vom Verwalter an, bis zum Jungen her- 50 ab, überzeugen muß, wenn man die Sache gut aus- gefährt haben will,. „mihi iich Yöfectiy Geſilt ve AInjelm nd det Bim dd ſas MEN x 9.13 (6 hn halb ni unſern bauen then od (andeöre Oewah)| beh hn er fer der Ih und alß m Dell;| eb h eden hy! 496. 3 "4 Woh ung di! 4 et, Zy! jd mm. es une (CH 4 der Ir pt; hlig eh deu' hes if zu 19 » Gall erung | gta! ſhafis: en hen f auf; Von der Stallfütterung überhaupt, 349 4. 186. Abfertigung des erſten Einwurfs: Es feh- Let. an Boden. Erſtlich fehlt es wohl feinem„Daahe, ſel 6.6 fol: ner einzelnen Wirthſchaft im Lande, an dem zum Anbau der. Futter- Kräuter erforderlichen Boden. Wenn dieſer auch nicht dem einen angemeſſen iſt, ſo iſt er es doch gewiß dem andern. Man beliebe ſich nur an die Auswahl der beſten Kräuter und Gewäch- ſe(6. 153.), auch in Abſicht auf den für ein jeves ſich ſchickenden Boden, zu erinnern, ſo wird dieſer- halb niemand zu klagen Urjache finden.=- Nur auf unſern Willen, auf unſern Fleiß beruhet es, ob wir bauen oder nicht bauen, und ob die Verſuche gera- then oder fehl ſchlagen ſollen.=- DOefters ſchon haben Landesregierungen von dieſem oder jenem Kraute und Gewächſe den Saamen unentgeldlich ausgetheilet*); doch ohne Nußen: man hat ihn in die clendeſten, zu aller ſonſtigen Benußung untauglichen Necker bey der elendeſien ))"Durch eine ganz tinentgeltliche Austheilung wird man faſt nie jſeinen Zweek erreichen. Man muß ſo etwas den Leuten zu einem wohlfeilen Preiſe und in beſſerer Güte zu verſchaffen ſuchen. Was der Bauer Gans umſonſt hat; achtet er nicht. Wir haben bey der K. Landwirthſchafts- Geſellſchaft zu Zelle dieſe Er- fahrung in mehreren Stücken gemacht. 350 Fünfter Abſchnitt. elendeſien Beſiellung geſtireuet, und dann freylich wer ver Ernte noch Nubßen davon gehabt. Man hat aber auch nicht gewollt, daß der Verſuch gerathen, man hat nicht gewollt, daß ein den Schlendrian nicht be- günſtigendes Product wachſen, daß es eingeführt und nüßlich werden ſollte, denn ſonſt würde man mehr Jleiß darauf gewendet haben.=- Mothwendig muß es dem Willen zur Laſt geleget werden, was die den Fleiß erbeiſchende Vernunf: unmöglich ſündigen kann. Allen Thieren, bis zum verachtetſten Gewürme, iſt der Trieb zur Selbſterhaltung und zur Verbeſſerung ſeines Zuſiandes von der Idatur eingepräget.| Das wilde Roß ſucht ſo lange der Sclaverey zu entgehen, bis es in den Sklingen der Menſchen gefangen iſt. Die Ameiſe hilfe dem Mangel im Winter durch ihren Fleiß im Sommer ab. Dem Herrn der Er- de, vem vernünftigen Menſchen, iſt dieſer Natur- trieb eben ſo wenig verſagt. Er hat nur zu viel Vernunft, um ganz'inſtinfktömäßig zu handeln, und zu wenig, um unter den dargebotenen Mitteln alle- mal die beſten wählen zu können. Die Vernunft wird von der Erfahrung zeleitet, welches n'e und rieche;. daß: der verſchiedene Geſchma> und Geruch eben ſo verſchiedene Nahrung voraus ſeke; daß der Dünger, in ſo fern er Pflanzennahrung enthält, aus Erde, Salz und DOel beſtehe; daß insbeſondere das Salz den verſchiedenen Geſchmack, und das Del den verſchiedenen Geruch in ven Pflanzen veranlaſſez und. daß alſo die in der Brache gebaueten Futterge- wächſe zwar die feinen Erdtheile des Düngers, un- . noglich aber, weil ſie weder einerley Geſchma> noch einerley Geruch mit dem Getraide haben, die dieſem "ange? aber m es für ſenfrüd DE 4 ter by 6,0 hw Ah: ; auß(, dieß de Vettaih 9 dien, iffe ve! flanzen x Ey, miſcht handlun Gründ ſch mir übe, un) nde un d Opi) voßcht hal nde dj Hel dm „ranlaſ) ute) 18, M ad 0) e dieſet ang! Von der-Stallfütterung überhaupt. 353 angemeſſene Sälz- und Oeltheile an ſich nehmen kön- nen.= Wem dieſes zu abſtrakt gedacht, oder zu weit hergehohlet ſeyn möchte,. beliebe nur auf ſeine eigene Handlungen zu merfen. Man ſäet nicht ger- ne Rocken nac< RoFen, nicht Gerſte nach Gerſte, nicht Hülſenfrüchte nach Hülſenfrüchten. DSelbſt in „Gärten wechſelt man mit ven Früchten ab, und pflanzt da Kohl und Rüben, wo man vorher Erbſen und Bohnen geerntet hat. Man handelt alfo wirklich nach den, der Theorie' und der Natur angemeſſenen Grund- ſäßen, vielleicht ohne zu wiſſen, daß man nach Grund- ſäßen handelt.=- Die Erde iſt da, wo Rocken ge-- wachſen, von Nahrungstheilen für Rocken erſchöpft, aber nicht für Gerſte; wo Gerſte gewachſen, iſt ſie es für Gerſte, aber nicht für Hülſenfrüchte; wo Hül- ſenfrüchte gewachſen, iſt ſie es für Hülſenfrüchte, aber nicht wieder für Rocken, weil, wenn man auch nicht dängt, ſie mittlerweile mit friſcher Nahrung aus der Luft, im Regen; im Schnee:c. verſehen worden. Und alſo iſt ſie auch da, wo Erdtoffeln, Rüben und Möhren gewachſen, von Mahrungsrheilen für dieſe erſchöpft, aber nicht für Rocken, Gerſte und an- dere Getreidearten.== Ueberdem wachſen die Erd- toFeln in den verwildertſten Dreiſchen, auch Rüben und Möhren, wenn nur der Boden gehörig verarbei- rer wird; in dieſem Fall iſt alſo gar kein Dünger er- Forderlich. Andere Kräuter und Gräter behelfen ſich ebenfails ohne Dünger, z. E. die Eiparſeite, das 2 (> 281-242 ve) SUCHSTASE» 354 Fünfter Abſchnitt. Raygras, das Birdgras, das Thimotygras, der Spergel. Sie können aber auch, des Bodens we- gen," nur in beſondern Fällen und nicht ſo allgemein gebauet werden. Wenn ich geſagt habe, daß die Kräuter vermit telſt der Benußung im Stall zehnmal mehr Dunge gewähren, als der Boden, der ſie trägt, anno) be ſiven magz ſo wird freylich eine Materie erfordert, worin Miſt und Urin vom Vieh geſammelt, die Vermehrung des Düngers alſo möglich gemacht wer- ven kann.== Dies iſt gewohnlich Stroh, woran es 6. rtS8. Des dritten Einwurfs: es mangelt an Stroh. dem dritten Einwurf zufolge, und der vielleicht unter allen der erheblichſte iſt, den mehreſten Wirth- ſchaften im Sommer eben ſo gewöhnlich zu fehlen pflegt.== Aus eigner Erfahrung belehrt will ich alſo feineswegs den Mangel beſtreiten, ſondern nur Mittel zur Abhelfung deſſelben an die Hand geben. Hauptſächlich iſt er bey erſt eingeführter Stallfütte- rung im erſten und zweyten Jahr vorhanden z nache her liefert der mehr gedüngte Aker auch mehr Stroh, und macht der Ioth ein Ende. Wenn ur füt, machen) ſhaft zu gewon einiger Wmenren vn Om "4,) 20v je beſt vom vt let nt Wint Girl als gern 9 jf 1 Geh (Qwel) Mat erhal er fetter Y9e98! Wy Bodens W [0 ollgemet fer ben erforde) net,) acht ww woran ngelt dj JE en With zu fühlt (ih 4) dem nd gebn taft "1; va ich m) Wett Von der Stallfütterung überhaupt. 355 Wenn man alſo in dieſem Jahre Futter Kräu- rer faet, um in dem folgenden davon Gebrauch zu machen, muß man nach vem Umfange der Wirth- ſchaft zugleich etliche Morgen mir Wicken mehr, ais gewöhnlich, in der Brache beſtellen, die, wenn ſie einigermaaßen gerathen, den Strrohvorrath anſehnlich vermeiryen, und den Acfer, den ſo eben beygaebrach- ten Grundſäßen zufolge, und nach dem, was(4. 78.) davon geſagt worden, unr jo weniger enerviren, je beſſer ſie gerathen ſind. Die Arbeit nur muß kei- nem verdrießenz die ſonſt aus dem Wickenſäen her- geleitet werdenden böſen Folgen weideg ihn gewiß nicht verdroſſen machen.= Wian muß ferner im Winrer für den folgenden Sommer ſfoxgen, mit dem 'S:roh rärhlich umgehen, und nicht mehr“einſtreuen als hochſtens erfordert wird, die wenigen und ma- gern Zuswürfe vom Vieh zu fammeln, und es vor Froſt und Kälte, zu bewahren.-= Wer fonſt das Stroh lang gefüttert hat," und es nun zu Häckſel ſchneidet, wird viel ſparen; und wer das ſchlechte Wickenſtroh für den ſchlechten Dünger im Winter verwendet, das beſſere Rockenſiroh aber für den beſ- ſern Dünger im Sommer aufhebt, ſparer ebenfalls. Man wird ſo freylich wemger Wintervünger als Fonſt erhalten, dabey aber i1t nichts verlohren. Der Som- mer erſeßt den Verluſt reichlich. Ein aus dreyfach fectern Nahrungsmitteln des Viehes entſtandenes&ur- 3 2 der 356 Fünfter Abſchnitk. der Dünger iſt zuverläßig im Acker noh einmal ſs wirkſam ,/ als zwey andere; auch kann der Sommex- dünger ſo gut in die Brache oder zur folgenden Win- tergetraideſaat gefahren werden, als der Winterdün- ger.== Endlich giebt es noch andere Hülfsmittel, im Fall die bisherigen nicht hinreichend ſeyn ſollten. Heidekraut, Schilf aus Bächen und Teichen, Far- renfraut, die hin und wieder wild wachſende Genſter, faub und Nadeln der Bäume=-- alles vermehret die Streuung, und verbeſſert zum Theil, wie Schilf und Farrenkfraut, den Dünger.=- Das Heidekraut, und das kaub und die Dradeln der Bäume, können jofort eingeſireuet, vas Scilf aber, das Farrenfraut und die Genſier müſſen vorher getro&net werden.== Eichenlaub wird jedoch ſchädlich, wenn man den Dün- ger davon friſch benußen will..== Die Wirkung des kaubes auf die Pflanzen iſt der, von der Borke auf die Häute der Thiere gleich.. Seine äßende Ei- genſchaft erſtickt den Pflanzenkeim gleichſam ſchon in der Geburt. Man bemerkt es an denjenigen Stellen der Necker, die an Eichbäume ſioßen, und auf wels? 20= zuſammen an Wintergetraide 57 80 Scheffel. b) im Sommerfelde: allenfalls Gerſte, den Mor- gen zu IX Scheffel Einſaat gerechnet: von 63 Morgen im zweyjährigen Dünger zum 5ten Korn u eden eum Wr. 5..42 Geheffel | 34 von 360 Fünfter Abſchnitt. von 62 Morgen im fünfjährigen Dün- 42 ger zum Zten Korn=== 00025.00---2 von 65 Morgen im achtjährigen Dün- "230 Fer Zum aten Re eie rt DE zuſammen an Sommergetraide=- 92 Scheffel. c) in der Brache: allenfalls Wicken, den Mor- gen zu I Scheffel Einſaat gerechnet: von 65 Morgen im dreyjährigen Dünger zum aten Korn, zuſammen= 27 Scheffel. Die übrige Brache darf der ſchlehten Düngung wegen, wenig- ſtens nicht regulair„ beſtellet werden. Sie ſoll nunmehr aber Futterkräuter bauen, und zehn Morgen Aer dazu hergeben, folglich nur funf- zig Morgen zum Getraidebau, und in jedem Felde 165 Morgen behalten;" vermittelſt der Stallfätterung aber alle drey Jahre düngen, ſo erntet ſie bei gleis 43===-, wobey die übrige in eben dem Dünger befindliche Brache verſchonet bleibt; und alſo 20 Scheffel Ro»- Fen, 33 Scheffel Gerſte und 16 Scheffel Hülſen- früchtez überhaupt aber 69 Scheffel, und von der ſonſtigen weunjcht jährigen | behh; mun hey dee) au ſolchen aal ME dünge bade Ander das ſt jm (iw und ? Mei: 42 TSN 2. Oh den Ny 19er zun ie übriy "weni wen, u nur für em ih [Füttern bey ae) 1 Wint ) Chf 3 Fri! efindliä ffel A Hülfe von. di ufig Von der Stallfütterung überhaupt. 361 ſonſtigen Ernte zu 199 Scheffel ohngefehr den drit- ten Theil mehr. Ich glaube nicht, daß man die Exnte bey der neunjährigen Düngung zu geringe, oder bey der drey- jährigen zu hoch finden, oder auch zweifeln werde,; ob zehn Morgen, die Futterkräuter für ſo viel Vieh als zur Bedüngung der 165 Morgen erforderlich iſt, - beſcheeren können.=> In Anſehung der Ernteberech- nung glaube ich vielmehr, daß alle Wirthe, die bey drey Feldern nur den dritten Theil der Brache, oder alle neun Jahre, düngen können, bey einem ſolchen Ertrage in einem ſolchen Boden ſich noch glücklich ſchäßenz und daß, wenn eben ver Boden um das dritte Jahr, und alſo die ganze Brache ge- dünget, zugleich aber auch nach guten Grundſäßen bea&Fert wird, der Ertrag noch höher gehen könne. Andere Wirthſchaften in der Lage ernten gewöhnlich das ſiebente, achte Korn, und in fruchtbaren Jah- ren noch mehr. Ich habe nur das ſechste Korn ge- rechnet, um denjenigen nichts unglaubliches zu ſagen die ivon Jugend auf ider neun oder zwölfjährigen "elenden Düngung, und der eben ſo elenden Ernten gewohnt, ſich von den Folgen der beſſern Düngung und beſſern Cultur keine Begriffe zu machen im Stande ſind.= Die Zweifel aber, ob zehn Mor- gen Futterfräuter hinlänglich feyn mögten, ſollen am gehörigen Ort gehoben werden(Z. 262.) 35 Wenn 352 Fünfter Abſchnitt. Wenn alſo im Kornbau fein Verluſt iſt, wenn im Gegentheil der Aer verbeſſert und die Ernte vergrößert wird, ſo iſt die d. 190. Des fünften Einwurfs: In der Biehnu? ßung nicht gewonnen. zum fünften aufgeworfene Frage: ob durch die Stallfütterung* ſo viel gewonnen werde als im Korn- bau verlohren gehe? ſchon vollig beantwortet und überflüßig, Das iſt ſie aber nicht!== wird man einreden -- denn obwohl die Sache bey einer, die Stallfüt- terung ſchon einige Jahre ausbuenden Wirthſchaft ih- re Richtigkeit haben mag; ſo ſicht es doch im An- fange anders aus. Geſeßt man habe bey einer klei- nen Wivthſchaft, um dieſe Ernährungsart des Vie- hes einzuführen, zehn Morgen, oder auch nur fünf Morgen mit Kräutern angebauet? woher werden die ſonſt davon zu ernten geweſenen Hülſenfrüchte von ohngefehr zwanzig Scheffeln erſeßt? Durch die Stallfütterung kann in dem Jahre nicht ſo viel ge- wonnen werdenz auf den mehrern Dünger, und auf ven Gowinn einer beſſern Ernte des folgenden Jah- res kann ſich der kleine Wirth nicht vertröſten laſſen, ſeine Finanzen können feinen Abſchlag ertragen, da ſeine Von eint. Au5h miſe a Quang| | Dit | ſien Johr fat und€ (m I Ohe verh uid(een (egen eh am dn Ve Nothw nicht eh Furcht Brache das dar nah der vÜth in vn wenn das* dünz noh 6 oe ſtehet iſt, Wehn die Etyt! B ichn ur< di 1 Kory tet und eintede Stalſfit ſchaft 1) im Ihr ner dw des Ziv uur für rden dit hte vo r< dv viel 90 kd au n Zu laſſet) |, vw ſeln! Von der Stallfütterung überhaupt. 3563 ſeine Ausgaben keinen Abſchlag leiden; gleich dieſen müſſen auch jene ihren beſtändigen und ungeſtörten Gortgang behalten. Der Stein des Anſtoßes liegt alſo in dem er- ſten Jahre, und beſteht in der verminderten Aus- ſaat und Ernte an Hülſenfrüchten. Nach dem vor- leßten Paragraph muß aber der Wirth ſchon das Jahr vorher mehr Hülſenfrüchte, als ſonſt, gebauet und geerntet haben, welches dann den Verluſt in der gegenwärtigen Ernte zu Hülfe kommt z; und wenn er noch einmal auf dieſelbe Art procediret, ſo holt er den Verluſt völlig ein. Beynah wird es auch zur MNothwendigkeit, wenn es in dem folgenden Jahre nicht ebenfalls noch an der Streuung fehlen ſoll.>Die Furcht, daß die Wicken einen Aer, der durch die Brache neue Stärke erlangen ſollte, entfräften, und das darauf folgende Getraide mißrathen mögte, iſt nach dem, was vorhin dieſerhalb geſager worden, un- nothig. BVermittelſt der Stallfürterung wird überdem in dem Sommer ſo viel Dünger gewonnen, daß, wenn man ſolchen nicht zur Brache anwenden will, das Wickenfeld damit noch im Herbſt überflüßig ge- düngt, und ſo in den Stand geſeßt werden kann, noch einmal ſo viel Wintergetraide zu tragen, als es ohne Steallfütterung, und ohne mit Wicken be- ſteilet, und nur bloß gebrachet zu ſeyn, getragen ha- ben ) 354 Fünfter Abſchnitt. MV ben würde.= Do von den folgenden Jahren ſoll Be x ja die Rede nicht ſeyn!=- Im erſten Jahre braucht wb| 14" man daher nur einige Scheffel Wicken in der ſonſt|' |N unbenußt gebliebenen Brache mehr zu beſtellen, um| De 090); im Kornbau deſſelben Jahres gar nichts zu verlierenz ie dm 00,4 1] dagegen aber ſich mehr Milc<, mehr Butter, mehr an 90 Käſe, mehr Arbeit von den Ochſen, mehr Dünger, juin gut genährtes und geſundes Vieh, und gute Kälber| Puche ſchon im Mutterleibe zu verſchaffen*).| vn ganz] mt 1 8. 191. dm Ue Des ſehſten Einwurfs. Das Vieh wird wehtun kein Gedeihen haben. vin Daß zum ſechſten das Vieh, weil es der Be- ds VU wegung in den Weiden und nicht des Strillſtehens wiede im Stall gewohnt ſey, kein Gedeihen haben, das nicht 4 Weiden poſtiret Gtall 6 *) Hiermit kommt der Verfaſſer, meines Erachtens"wN nicht durch. Bey der Einführung der Stalifürterung(im wird im erſten Jahre, wenn ſie auf Einmahl ge-- ſchen ſchiehet, im Ertrage der ganzen Wirthſchaft ein be- Yuh frächtliches Minus fich ergeben, und das folgende| folhe Jahr wird ſolches noch nicht decken. Im dritten| Jahre muß es aber, wenn keine Unglücksfälle ein- 048, treten, völlig erſeßt ſeyn. Wer nicht einigen Vor- vier! ſchuß leiſten kann=- der aber nach einigen Jahren mi ſeine ſicheren 59 bis 100 p. LC. Zinſen giebt= der Auge muß allmählig zur Stallfütterung übergehen. Jahren A Ore beauf 1 der ſon en, iy verl, fer, mh Düny,- ee Kalt 'h wir) der Ze tillſiehew en, Ww Pein 7 Erachtens fütterun) nahl vp tein bo folgend 1 Dritt alle(in en Jo Jahr! 1100 '", Von der Stallfütterung überhaupt. 355 Weiden alſo nüßlicher als die Stallfürterung ſeyn werde, iſt ſehr voreilig geurtheilet, Die Gewohnheit betreffend, ſo muß es im Win- ter ebenfalls im Stall ſtehen; und Froſt und Kälte ungerechnet iſt ſein Beſinden beſſer, als wenn es drau- ßen im Schnee, in Hölzern 3c. herumirren müßte.=“ Was aber die nothdürftige Nahrung im Stall gegen den gänzlichen Mangel derſelben im Freyen zur Win- terszeit iſt, das 1ſt ohngefähr die reichhaltige, an den Ueberfluß gränzende Stallfütterung gegen die nothdürfrige, kaum den Unterhalt darreichende Wei- de im Sommer.=- Wie das Vieh dort, wenn es des Tränkens und Abmiſtens wegen ausgelaſſen wird, wieder zum Stall eilt, und indem es oft die Zeit nicht abwarten kann, ſich gleichſam vor den Thüren poſtiretz jo auch hier würde es, wenn man es vom Stall auf magere Weiden bringen wollte, ſich gewiß nicht darin aufhalten, ſondern bald wieder nach Hau- ſe eilen.=- Die Erfahrung lehret es auch ſchon an ſolchen Orten, wo man Mittags und Abends das Vieh nach Hauſe zu nehmen im Gebrauch hat, an ſolhen Kühen, denen die Wirthin ein gutes Mit- tags- oder Abendbrod aufzutiſchen pflegt. Sie ſpa- bieren zwar, weil ſie geſättigt ſind, in Geſellſchaft mit auf die Weide, verbergen ſich aber bald den Augen des Hirten, ſtehlen fich von der Heerde ab, 3111D 366 Fünfter Abſchnitt. und eiſen der vermeintlich vollen Tafel zu, deren Beſeßung der Wohlthäterin in Gärten, in Feldern auf Angzerfurhen, und an Zäunen und Hecken oft noch Mähe macht.= Im Frühjahr freylich, wenn die Erde Kraut und Gras treibt, pflegt das Vieh ſich nach der Weide zu ſehnen: es ſchlentert, wenn ſich die Gelegenheit dazu anbeut, vom Hofe weg an Oerter, wo es ſeine Neugierde zu befriedigen hoft, und hält ſich bey jedem grünen Grashalme auf. Das iſt aber kein Beweis, daß ihm die Weide lieber als die grüne-Scrallfütterung ſeyz die grüne Nahrung iſt ihm nur lieber als die troFene; die zu der Zeit gemeintglich in dürrem Stroh beſteht.=- Wenn die Nahrung im Stall einerley mit der in Weidea, wenn ſie noch ſchmackhafter, und weniger mübiam zu verzehren iſt; ſo fällt jene Sehnſucht» wie es denn auch die eben beygebrachte Erfahrung beſiättiger, von ſelbſt weg.== Wer wird auch nichr lieber ruhig leben und gut und ſatt eſſen, als von Morgens früh bis Abends ſpät umher laufen und darben wollen, ge- ſeßt auch, daß man es bisher gewohnt geweſen? Die Natur iſt überall eben dieſelbe, und tyre unverän- derlichen Triebe, in ſo weit ſie die Erhaltung betref- fen, wirken in gleichem Maaß, wie auf vernünftige, ſo auf unvernünftige Thiere. Die Gewohnheit al- ſo, der zufolge man gut oder ſchlecht denähret wor- den, wird nicht wie andere Gewohnheiten zur Richt- ſchnur | | | | | j VP! ſam i" pr ſe) | De au Mit ſ weni; ih wett , fat Orundht «Ram Fou fw R die Ö( und| fann Nerven rung we Koper uno Fah) font Mutt de 7 zattet ii: | Regel Wt dep In Felden | Hefen ſt Mich, vn € das Vj fert, wi fe weg 1 igen hof uf, lieber; Nahryy | der 2) Venn y | Wei nühlan 1068 NWM» eeiget, vi pubg loben 5 früh ollen, I ſen? Di Unpedn na bein münft melt ref m r Nw ſchu Von der Stallfütterung überhaupt. 367 ſchnur des künftigen Betragens. Wer guter Koſt gewohnt geweſen, wird die beſſere nicht verſchmähen z wer ſich mit ſchlechter Nahrung beholfen hat, wird die gute gewiß nicht verachten. Mit der Gewohnheit hat es demnach nichts Ine ſich, und das Gedeihen oder Nichtgedeihen hat eben ſo wenig zu bedeuten:== Gedeihen haven kann phy- ſiſch weiter nichts fagen, als munter, geſund und Aeiſchigt von Körper ſeyn. Die Munterkeit ſeßt Geſundheit, und das Fleiſchigte Geſundheit und gu- te Nahrung zugleich voraus. Ein Schwindſüchtiger iſt wohl zuweilen münter, ddc<- bleibt er bey der be- ſten Nahrung mager. Nes beruhet demnach auf die Geſundheit, die ſchon im Mutterleibe gegründet, 1:nd durch Diät erhalten wird.=- Unmöglich aber fann der Embryo des Kalbes geſunde und ſtarke Nerven und Fibern bilden, wenn die geringe Nah- rung welche die Mutrker erhält kaum für ihren eigenen Körper hinreichend, und wenn ſie noch überdem bald ungeſund bald- ſchädlich iſt. Unmöglich kann das Kalb, wenn es ſchon ungeſund und ſchwach zur Welt fommt, geſunder und ſtärker werden, wenn ihm die uttermilch entzogen wird, und wenn widernatürli: der Kräurer getrieben wird. Die Schmaroker unter denſelben ſind augenblicklich wieder da- Ja wenn es in die Stoppelfelder, oder auf nicht mehr zu mähende Fünſtliche und natürliche Wieſen, gebracht wird, ſcheint ihm die mehr mühſamere Ernährung im Grafen an- fänglich gar fein Ernſt zu ſeyn. Es glaubt ſpaßie- ren zu gehen, trügt ſich auf die vollen Krippen oder Raufean, und mehr aus langer Weile, als um ſich zu ſärtigen beißt es dani und wann einmal an 3 bis es ſicht, daß ſein Schickſal uicht zu ändern, und die Tafel im Stall nicht mehr ſo geſpickt iſt*), Freylich ein der Arbeit und Bewegung gewöhn- ter Menſch, wenn er eingeſperret werden ſollte, wür- de auch bey den fräftigjten Nahrungsmitteln ſich we- der jo gut als ſonſt befinden, noch ſo geſund al Aa 2 ſonſt *) Dieß alles iſt im ſtrengſten Sinne der Worte wahr und richtig, und jeder kann ſich auf Stallfütterungs- Höfen mit eignen Augen überzeugen. 372 Fünfter Abſchnitt. ſonſt bleiben.'Davon iſt äber kein Schluß auf das Vieh zu machen. Der Menſch iſt zur Arbeit be- ſtimmt, denn dabey ſoll er ſein Brod eſſenz nicht das Vieh, für deſſen Nahrung, ohne daß es ſich dar- um bemühen darf, die Natur geſorget, und„ihm wei- ter keine Laſt aufgeleget hat, als in fo fern es eine Laſt iſt, ſie zu verzehren. In ſeinem geſitteten Zu- ſtande muß es zwar arbeiten;. allein dieſer Zuſtand iſt erzwungen und nicht natürlich, daher iſt auch die Arbeit erzwungen und wider die Natur. Nur Be- wegung heiſcht ſie vom Vieh, um feben und Ge- ſundheit deſſelben zu erhalten, aber mehr in dem Zuſtande, worin ſie es geſeßt, als in dem, worin wir es gezwungen haben."Die Hälfte ſeiner Lebens- zeit muß es im Stall gefeſſelt zubringen. WGaar kei? ner Bewegung in dieſer Periode gewohnt, wird ſie in der andern Lebenshälfte ihm mehr zum Ungemach als zur Wohlthat: ohngefähr wie dem Menſchen, der„ein halbes Jahr völlig: müßig geweſen, wodurch ſeine Nexven und Fibern erſchlaFt ſind, die Arbeit beym Dreſchen, Holzſchlagen u. ſ. w. obwohl er ih- rer vorhin gewohnt war, mehr läſtig als angenehm, und. ſeiner Geſundheit, oder welches einerley iſt, ſei- nem Wohlbefinden mehr nachtheilig als vortheilhaft ſeyn würde.== Entweder alſo ganz Kunſt, oder ganz Natur! Entweder das Vieh zu allen Zeiten gleich, und einmal wie das andere gehalten, oder es auch ſeinem NY fn Wy jw " N zw Zern I Ol 1uß auf by re Arbeit fe eſſen; nit E ſic Wi: 10„ihm erm es ih teten er Zuſi | auch N; Nur B | und(1; hr in dr. Jem, Wo iner Vobis On) + Wd 1 Unge Muſt) 1, wodu) die Iehit wohl| ange [ey 1 1! vorteil oder jam ien lid) ex 66 ſeinet) IS energe EI Von der Stallfütterung überhaupt. 373 ſeinem natürlichen Zuſtande gänzlich überlaſſen! Das leßte geht nun freylich nicht an, und alſo muß das erſte geſchehen. Natur und Kunſt läßt man ſonſt zwar in andern Dingen, wo es auf Schönheit und Vergnügen angeſehen iſt, mit Fleiß abwechſeln. Bey der Viehzucht aber kommt es auf den Nußen, auf- die Geſundheit des Viehes anz und da iſt dieſe Ab- wechſelung ſchädlich! Vielleicht bin ich dieſes Punkts wegen weitläuf- tiger geweſen, als ich hätte ſeyn ſollen. Es würde unterblieben ſeyn, wenn nicht viele, und ſelbſt ein- ſichtsvolle Wirthe das Gedeihen des Viehes bey der Stallfütterung bezweifelten, ihre Zweifel für Gewiß- Heiten ausgäben, andere weniger Einſicht habende Wirthe zu gleichen Zweifeln veranlaſſeten, und ſo der Verbeſſerung der Viehzucht kein geringes Hinderniß in den Weg legten.= Die hier beygebrachten ver- nunft- und erfahrungsmäßigen Beweiſe=- denke ich =- ſollen ſie hinlänglich widerlegen, und den böſen Saamen, den ſie etwa geſireuet haben, erſtien, be- vor er Wurzel ſchlagen kann*).| Aa:3 9. 192. *). I< habe viele Kühe, die nicht bey Stallfütterung aufgezogen waren, zehn Jahre auf dem Stalle, im- mer geſund, immer fett, und immer in guter Milch erhalten, 374 Fünfter Abſchnitt. 6. 192. Des ſiebenten Einwurfs: Die Kräuter entfräften den Acker. Eben ſo ungegründet iſt ſiebentens der Einwurf daß die Futterkräuter, weil ſie ſtark und fett wach- ſen, den Acfer entkräften, und zum künftigen Ge- traidebau verderben ſollten. Icen und Zäunen, in Feldern auf Angerfurchen 2c. beſchäfrtiget ſeyn, damit ſie etwas Kraut und Gras jammeln, den Hunger des BViehes einigerntaaßen ſtillen, und ſ9o- nach ſein Daſeyn auch einigermaaßen benußen md- gen? Sollte das Mähen und Einholen der. Futter- Fräurer== die am meiſten in Betracht kommende Arbeit bey der Stallfütterung== wohl mehr Zeit. er- IN fordern, oder Frau und Wiagd mehr beſchäftigen? und ſollte man nicht wohlfeiler und beſſer wegkommen wenn man dasjenige an einem Orte zuverläßig erhalt was man an vielen Orten nicht erhalten kann, und oft vergebens ſuchen muß? Wie derjenige; dem ſein Fleiß den Unterhalt anbeut, weniger Zeit zu deien 382 Fünfter Abſchnitt. deſſen Herbeyſchaffung bedarf, als der Bettler, dey ganze Tage lang darnach laufen, in allen Häuſern darum nachſuchen, und in verſchiedenen ſich wohl gar abweijen laſſen muß.=- So"auch erfordert es weniger, Zeit und Möhe, den täglichen Unterhalt des Viehes von dem, durch unſern Fleiß exiſtirenden Futterkfrauts- Acker auf einmal zu nehmen, als ihn aller Orten Händevoll, und Halm- und Stengelweiſe zuſammen zu ſuchen, oft auch wohl an DOerter zu kommen, wo andere ſchon geerntet haben. Eine wahre Betteley und keine Wirchſchaft!== Man nehme, um ſich noch mehr zu überzeugen, eine ge- wöhnlich kleine Wirtchſchaft von drey Kühen und zwey Stück jungem Vieh anz der Ochſen erwähne ich nicht, weil dieſe für den Wirth oder Knecht ſind, und zum Theil etwas beſſer als das meltonde und junge Vieh gehalten werden; dazu bedarf es täglich, nach der(4. 165.) beygebrachten Erfahrung, an grünen Kräutern: Für drey Kühe a 40 Pfund==- 12095Pfund. Für zwey Stück junges Vieh, im Durch- ſchnitt a 20 Pfund=== 49= zuſammen-- 160 Pfund. Dieſe Proviſion eines Tages wächſet uf einer Ackergröße von ohngefähr ſechs bis acht Ouadratrus thenz eier, Da m Huſer) | ſich wol pfordet 4; Untehzt viſtirende döt engel) Derter Eiy = Mt eine zb hen un) nerwähn er Rt 20 Pum 17 „rewe 0 Pfund auf eint jadra then) Von der Stallfütterung überhaupt, 383 then*)z und eine ſehr ſchwache Magd müßte es ſeyn, die ſie nicht in dreymalen, jedesmal alſo et- was über funfzig Pfund, fortbringen kännte.. Ich will zum Abmähen eine halbe Stunde, und zum Heimtragen, wenn der Futterkrauts- Acker, der Vor- ſchrift gemäß, nah am Stall belegen, für jeden Gang auch eine halbe Stunde rechnen, ſo erfordert das ganze Geſchäfte zwey Stunden Zeit.= I< frage jede Wirthin, die für ihre Kühe weder hin- längliche Weide noch beſondere Grasgärten hat, auf ihr Gewiſſen, ob die kümmerliche Zuſammenſuchung des, im Stalle nebenher gefütterten Graſes bisher nicht drey und ſechsmal mchr. Zeit und Mühe verur- ſacht habe. Die geringere Beſchäftigung in Gegenden, wo das Vieh den ganzen Sommer, und Tag und. Nacht in Weiden bleibt, will ich zwar nicht ſchlechterdings be- ſtreiten. Oft aber auch ſind dieſe Weiden ſo weit entle- gen, daß es faſt zur einzigen Beſchäftigung einer Magd wird, die Milch von den Kühen einzuholen.= Solche Wirth- x) Dieß Gewicht an grünen Klee wächſt in einem Schnitte auf zwey OQuadratruthen; wenn er gut ſteht. Sh rechne aber; meiner Erfahrung nach, auf jede Kuh täalich eine Calenbergſche Quadratruthe guten Klees zur reichlichen Fütterung. 384- Fünfter Abſchnitt. Wirthſchaften, die an ihre drey oder vier Kühe täg- lich zwey- oder dreymal eine dergleichen Geſanvrſchaft abſchicken müſſen, wenn dieſe in allen eine längere Zeit als zwey Stunden bedurft hat, gewinnen bey der Stallfütterung ebenfalls|S' an Zeit und Arbeit, in- dem die Einholung der Futterkräuter und das Mels fen faum etwas mehr als zwey Stunden Zeit erfor- dert.== Mur die großen Viehwirthſchaften, die Holländereyen, oder um mich des beliebten neuen - Kunſiworts zu bedienen, die Schweizereyen, die träglich zweymal zu melken, und das Vieh am Abend ohne es weiter zu füttern, nach Hauſe zu nehmen, oder auch in der Weide zu laſſen, ſo in dieſem wie in jenem Falle aber auf zwanzig Kühe, nur eine Magd zu rechnen pflegen, würden verlieren.= Jür dieſe jedoch, weil ſie der benachbarten großen und klei- „nen Ströme und der Ueberſchwemmung, oder auch) ande- rex Urjachen wegen, ihre Weiden und W Zieſen ſelte anders als Weiden und Wieſen nußen fönnen, iſt die 'Stallfütterung einmal überharpt nicht 3 und dann mögte es, wenn auch eine andere und beſſere Benußt ung der Grundſtücke ſtart fände, z zum Theilanarbeitſamen Händen mangeln„wie z. E. im Mecklenburgiſchen, wo im Gan- zen dreymal mehr Biel als Menſchen vorhanden*). Geſeß *) Wo viel Vieh iſt, werden auch wohl Menſchen leben fonnen! GES er V 04 iq Gal ;- Weid Menſchen Zaun | mit deſt! im Gy Dina dam hat 0 Rhe füh ändticht in" ae Inn) Arbeit," UU Nehme; dieſem 1119007 y M= 0 undi '(ud ant jefen Nell) 0900 danny Bungy en Ham o 1m Ou nden 4 (p9 Menſch Von der.Stallfütterung überhaupt, 385 Geſeßt aber auch, die Ernährung ves Viehes im Gtalle erfordere-:mehr Mühe und Arbeit als die in. Weiden: was wäre: es denn nun mehr! Aller Menſchen Loos iſt ja die Arbeit, und alle=“ die Faullenzer ausgenommen=- überlaſſen ſich derſelben mit deſio- größerm Vergnüngen, je mehr Nußen oder iEhre ſie davon haben, oder je angenehmer ſie ſich die Zeit damit vertrriben,== Man pflüget den Acker nicht des A>ers, ſondern der Ernte wegen, bie:man von ihm nimmt. Man füttert das Vieh im Stall nicht des Viehes, ſondern der Milch, des Düngers, und mehrerer Vortheile wegen, die man davon hat.== Wer ſeinen Aer ſchlecht beſtellet, hat ſchlechte Ernten; wer ſein Vieh ſchlecht wartet, hat ſchlechten Nußen. So wenig die größere Arbeit eiter guten Acferbeſtellung entgegen ſeyn kann, um ſo weniger kann ſie es einer guten Viehzucht,"da dieſe auf den Ackerbau den weſentlichſten Einfluß hat. Die Viehzucht kann ohne Ackerbau, der Ackerbau one Wiehzucht nicht beſtehen. Eine ſchlechte Vieh- zucht hat einen ſchlechten A>erbau, eine gute Vieh- zucht einen guten Acferbau zur Folge.= Man müßte ſeinen Nußen ganz und gar verfennen, man müßte kein Wirch ſeyn, wenn man dieſes nicht ein- ſehen, und die vermehrt. werdende Arbeit der verbeſ- ſert werdenden Viehzucht entgegen ſeßen wollte, Bb ß. 196. 386- Sedchster Abſchnitt, 6. 196. Beſchluß. Wo ſind nunmehr die wider den Anbau der Jutterkräuter und wider die Stallfütterung aufge- worfenen Zweifel, BWedenklichfeiten und Einwürfe? == Geſchlagen und vernichtet ſind ſie! Wenigſtens hoffe iM, daß Wernunft und Erfahrung"werden ge- ſieget, und die Feinde der verbeſſerten Viehzucht und Landwirthſchaft: Vorurtheil, Sclendrian, Liebe zum Alten, Eigendünfel, und wie ſie alle heißen, auf meiner Bahn vor mir her werden zerſireuet haben. Und ſo hoffe ich auch, mit meinen Leſern, Hand in Hand, ohne ferner beunruhiget zu werden, weiter gehen, ſie mit allen Gegenſtänden dieſer fremden Gegend befannt machen, und zeigen zu können, wie ſie von allem zu ihren Nußen, und in ſo fern jedem rechtſchaffenen kadwirth gut genährtes, geſundes und großes Vieh eine Freude ſeyn muß, auch zu ihrem Vergnügen den zweckdienlichſſten Gebrauch machen können, Bigsher haben wir geſehen, was bey der Stall? fütterung überhaupt zu beobachten ſey.=- Jeßt wol- len wir einem jeden Futterfraut und Gewächs ins- beſondere unſere Aufmerkſamkeit widmen, A V u ymy Unter reh Nuß ein Aus Gez: auch vorſid vor VN fütter Anbay det ng he Sinti! Benigfen verden y zucht| ſtebe zu m, al et habn, , Hand 1 1, Dit x frendy Onnen fern jb ſundes un hu em h< mn der Gil Jeht hw wach"y Ges Von der Stallfütterung ins8beſondere. 387 Sechster Abſchnitt, Von der Stallfütterung insbeſonderez in Abh» ſicht auf eim jedes Futterkraut und Ge- wach. 9... 197%, Von welchen Futterkräutern die Rede ſeyn ſoll. Diie drey erſten Claſſen der Kräuter und Gräſer; und die Wurzel- und Kohlgewächſe, und auch da- von nur die nüßlichſten, ſollen hier Gegenſtände der Unterhaltung werden, indem die vierte und zahl- reichſte Claſſe der Kräuter geringen, oder gar keinen Mußen, wenigſtens nicht im Anbau, gewähret, b. 198. Vom rothen Spaniſchen Klee, Der rothe Spaniſche Klee-- ſo ſehr ex ein Univerſal- Futterkraut iſtz man nehme dieſen Augsdruck nicht für Coarlataneriez ſo gut er in allen Gegenden und in allem Erdreich forrkömmt,=- will auch eben jd ſehr mit Aufmerkſamkeit behandelt, und vorſichtig verfüttert feyn. Jh habe ihn größcentheils vor Augen gehabt, a!s ich vorhin die Regeln zur Sctall- fürcerung überhaupt entwarf(6. 163. ff.)z; und ich bitte Bb 2 meind 338- Sechster Abſchnttt. meine Leſer, von allen dem, was dort geſagt ifi, gegenwärtig die Anwendung zu machen. Die größ- te Vorſicht iſt nöthig, wenn er noch jung iſt, und Feine Blüthen geſcht hatz weniger gefährlich iſt er, wenn dieſe ſein männliches Alter und ſeine ſolideren Beſtandtheile anzeigen*). 6. 199. Nothige Vorſichten im Anfang der Fütte- rung. Im Frühjahr, bey ſeinem erſten Wuchs, wür- de es jedoch nicht wohl gethan ſeyn, wenn man die Blüthe abwarten wollte. Bor Ausgang des Mays, und in fältern. Aeern vor der Mitte des Junius, pflegt ſie ſelten zu erfolgen. Einmal würde alſo das Bieh eben ſo lange darauf warten müſſen, und hier- nächſt finden ſich noc< andere Inconvenienzien. Der Klee wächſet nemlich, nachdem er gemähet worden, allem Grummt in guten Wieſen gleich, in ſechs. Wochen oder vierzig Tagen wieder**); in den erſten vier Wochen aber, auch wenn er noch nicht ge- mähet iſt, und bevor er Blüchenknoſpen anſeßt, lang: ſamer *) Aber vielleicht blos aus der Urſache, weil im leß- tern Zuſtande das Vieh nicht ſo gierig darauf iſt, und ſich keine Unverdaulichkeit dabey zuzieht. **) Doh nur, wenn die Witterung ſehr günſtig iſi ſonſt können wohl acht Wochen darauf hingehen. Y ( Ww( ſion v! un fl (m, fen, 1 ſeh zieht Henupu (NNN Dach . ſmn van thy hn; Hit vifagt if Die größ ) ſt,(nd lich 1 ſolidem 'Füttt 08! wilt | man dw es Matt 8 Tuny e ffe und iw. jen, x(mäht gleid, I ); Inh Von der Stallfütterung inöbeſondere, 389 ſamer als in den leßten vierzehn Tagen, wenn dieſe ſchon vorhanden: wovon die Urſache in den, wenigern und kleinern, und in den mehrern und größern Blät- tern, und alſo in den wenigern und mehrern Gefäs ßen, womit er die. Nahrungstheile aus der Luft an ſich ziehet(4. 192.), zu ſuchenz welches aber“ in der Benußung um ſv nachthe'liger ift, je weniger die Füt- terung, wenn es an andern Reſſourcen fehlt, ſeinem Wachsthum gemäß, und alſo zu einer Zeit ſparſamer als zu einer andern, einzurichten ſtehet.=- Am be- ſien und nährendſten iſt er, wenn eben die Blüthen anfangen auszubrechen, und wenn ſie vollig ausgebro- - haft genug iſt, auszuwählen und unter die Füße zu fehren, den jüngern aber, wenn er auch ſchon blü- het, und ihm zu viel auf einmal gegeben wird, be- gierig und ſich dabey zu überfreſſen pflegt. Natürli- en zu laſſen z vielmehr *) Es iſt zum Erſtaunen; welchen Eindruck ein ſolches theoretiſches Gewäſche auf vernünftige Leute oft auf lange Zeit machen kann. Der Glaube an die Schäd«- lichfeit des Klees für arbeitende Ochſen hat ſich im nördlichen Deutſchland hin und wieder noch bis auf dieſen Tag erhalten, und wenn man genau auf den Grund deſſelben geht, ſo findet man ihn in dieſer aus“ der veralteten Humoral- Pathologie hergehohltet Aeußerung des Pommerſchen Wirths. Man ver- ſchließt lieber die Augen gegen ſonnenklare Erfah- rungen, j t| Wehlh nn bie tüd in ſo ſv 1,(bn Milcſt und nit ſchaft) als aw nein| 8 mitn 1 häufig anbricht u loſſet; vielmeh! in ſoli! te oft. die Gi) oc ſic) 1] h bis ay yn-auf dy in die veoh Nan Oi ve ftp vungen Von der Stallfütterung insbeſondere, 403 vielmehr ihren Kleebau auch auf dieſelben, als eines der nahrhafteſten und geſundeſten Futrerkräuter'dafür zu erweitern, im übrigen aber die empfohlnen Vor- ſichten nict aus den Augen ſeßen. Sie werden ge- ſundere und weniger waſſerſüchtige Ochſen haben, als in den;bisherigen naſſen, ſauern und dürren Weiden. d. 204. Den Pferden iſt.der Klee, minder dienlich. Minder dienlich'und nüßlich iſt der Klee den Pferden.== Von heißerer Natur, und zu Erhißun- gen geneigter als das Hornvich, wird das Blut auch bey. ihnen leichter und“ eher in Wallung gebracht. Die Folgen äußern ſich nicht in Blähungen=- einer Wohlthat der Natur beym Hornvieh, wodurch dem Körper weiter nicht geſchadet wird,=- ſondern in andern Zufällen, die den feſten Theilen deſſelben ſchädlich werden, und ſich in Verfangen, in Blind- ECe*2 heit, rungen, die man ſchon in Niederſachſen vom Gegen- theile, ſehen kann; wenn man den allgemeinen Lan- desgebrauc Weil nun. das Heu in Abſicht auf ſeine Güte nicht ſo. genau und Portionen weiſe, wie das Hartfut- ter, gegen einander abgemeſſen werden kann; weil es ven Pferden nur ſo ohngefehr zugetheilet wird, ſo wählet man, um allen Uebeln zu entgehen, ven für- zeſien, den ſicherſten Weg: man entziehet ihnen das? jenige, ſo im Uebermaaß ſchädlich werden kann, gänzs lih, und denft nicht einmal daran, daß auch das Grummt ihnen dienlich feyn könne; und freylich iſt es, ſeiner. Jugend wegen, noch ſaft- und..dlreicher, Aim Uebermaaß alſo auch noch undienlicher. Cc 4 Wenn 408 Sechster Abſchnitt. Wenn ſchon natürlich fette Gräſer, die überdies gedörret ſind, aus Gründen und guten Regeln den Pferden nicht gegeben werden, weil ſie ſchädlich ſeyn können;=- welche Meynung kann man denn von dem viel ſaft- und ölreichern Klee faſſen, beſonders wenn er grün verfüttert wird? Müſſen alle Zufälle, die jene zur Folge haben und welche jeder fandwirch Fennt, der Dumpfen, die Engbrüſtigfeit, Mauken, Galle, und alle Krankheiten, die in dem erhißten und verdorbenen Blute, und den daraus entſtehenden böſen Säften ihren Grund baben, ſich nicht in grö- Berem Maaße bey dieſem äußern, je mehr er jenen an den Wirkungen zur Veranlaſſung überlegen iſt? Man fürtert ferner, auch ohne Rückſicht auf po“ litiſche Umſtände, weil etwa der Rocken beſſer als der Hafer zu verſilbern, lieber Hafer als Rocken. Die aus der Erfahrung abgezogene Regel befiehlt es und die Erfahrung lehrt, daß die Pferde beym Ha- fer ſich. beſſer befinden*), Der Rocfen hat mehr ' Dek *) Beyläufig geſagt, halte ich die Meinung von der Schädlichkeit des Rocfens für Pferde auch für ein bloßes Vorurtheil und nicht auf Erfahrung beruhend. Da ſeit zehn Jahren der Preis des Hafers verhält. nißmäßig viel höher, wie der des Rockens geweſen iſt, und man den Hafer weit vortheilhafter verfil- bern fonnte„ fo haben meine Acker- und); jungen Kutſch- AE ei VN) H un vie Hi Yue b Wallun gebracht Perfatht (ahm des Gd 18) WW Elch ay;| ſammt Füße falls, Wal Urth Wir ſind, Rau den Überdie| (eln des| diih ſom denn bo y beſos ' Zufäh, andwir) Mauly, erhißta. tehender; mob er Jenn gen iſt? | auf yy veſſer Roten, fiehlt& m H: f mehr Hel von de! für ein ruhend,; verhält geweſen ) perfil jungen Gutſch! Von der Stallfütterung insbeſondere. 409 Oel und Geiſt, wie jeder Branteweinbrenner weißz die hißigen und flüchtigen Theile geſellen ſich dem Blute bey, dies wird denn ebenfalls erhißt und in Wallung, bey einem fühlen Trunk aber in StoFung gebracht? ein Zuſtand im Körper, den man! das Verfangen oder Verſchlagen nennet, und worauf ei- Lähmung der Nerven an den äußern Gliedern, oder das Steifwerden erfolget. Hält die Nahrung lange an, ſo wirkt das erhißte Blut auch auf andere Ner- ven, unter andern auf die zarteſten der Augen. Endlich hört die regelmäßige Circulation der Säfte auf, ſie fangen an zu ſtocken, und die ſchädlichen ſammeln ſich im Spach und in der Mauke an ven Füßen, in Huſſen und Druſen aber in der Bruſt. Wird man nun wohl von der das Blut eben- falls, vielleicht nur nicht ſo ſehr erhißenden und in Wallung bringenden Eigenſchaft des Klees ein beſſer Urtheil fällen können? Da gleiche Urſachen gleiche' Wirkungen haben, wird man nicht, da jene gleich ſind, es auch von dieſen zugeſtehen müſſen?= Räumt doch der Verfaſſer felbſt ein, daß der von dem Klee entſtehende viele Chilus die Ochſen anbru- Cc 5“ So ſchwer dieſe Thiere ohne Weide, ohne Branteweinbrennerey, oh- ne Brayuerey, beſonders vom Frühjahr bis zur Ern- te zu erhalten ſind, ſo leicht und wohlfeil kann es vermittelſt des Klees geſchehen. Angenehmer und ge- doihlicher iſt er ihnen, wenn er in Gährung gebracht und in einer Art von Säure übergegangen iſt. Dies h geiehiehet wenn man ihn vier und zwanzig Stunz den lang einweichet. Zu dem Ende find zwey Gefäz ße in der Größe erforderlich, daß ein jedes-die Pro- viſion auf einen Tag ſaſſen kann. Hierin wied der Klee, fein zu Häſel geſchnitten, und dazu Weſche, Spüligt, Molken und was man fonſt den Schweinen zu beſtimmen pflegt, gegeben, auch an bloßem Waſ- fer hinzugethan, was an dem vollen Maaß noch feh- ken mögte, Man kann auf ein'großes Stück ecwa acht *) Von Schaafen ſagt und weiß der Verfaſſer ſo wes nig, daß wir auf dieß Wenige nur gar nicht Rück- KOt nehmen wollen. Dd 418 Sechster Abſchnitt: acht bis zehn Pfund ,. und auf ein kleines die Hälfte nehmen, und wenn man will, des-Wohlgeſchmacks und beſſerer Nahrung wegen etwas Schroot von Dreſpen, ſchlechten Wicken“und anderm geringen Getraide hinzufügen. Hierauf wird alles mit einan- der wohl umgerühret, und bis zum folgenden Tage in Ruhe gelaſſen, da es dann die erwähnte Säure hat. So bald ein Gefäß ledig iſt, muß es wieder angefüllet werden, damit die Anrichtung immer vier und zwanzig Stunden im voraus bleibe.== Im Herbſt, wenn es an Klee zu gebrechen beginnt, ver- treten das Kraut von den Rüben, die kleinen Rüben ſelbſt, und der Kohl; im Winter aber Rüben und Erdtoſſeln, alles in eben der Arr appretiret, die Stel- le deſſelben. Man kann alſo auch bloß, mit Futter- Kräutern eine gute und wohlfeile Schweinezucht un- terhalten; ja wie wir(4. 119.) geſehen haben, Schwei- ne damit mäſten*). Q.„212, *) In England treibt. man Schweine auf ein Klee- feld, läßt ſie daſelbſt fett weiden, und Arthur Young ſchließt nach ſeinen in der experimentale .-agriculture hierüber erzählten Verſuchen, daß dieß, „nächſt der Saak-Aufnahme, die vortheilhafteſte Be- nußung des Klees ſey. Sie ſollen nicht wühlen, ſo lange ſie Klee genug haben. Jc< führe dieß hier bloß an, ohne es zur Nachahmung zu empfehlen, und fenen yw M wen ben m verß es ve fene vu Cy wt dein die Dihſv! No ſhmadt rot vy N getinn mit elm nden Ty fe Ei Rüben 1 , die Gu nit Fut ezuc! u , Gs 0,0 ein A Arth erimentis des din feſt| apl,) dieß hi npfehien NN) Von der Stallfütterung insbeſondere, 419 O4 215. Behandlung des gedörrten Klees, Das bisher Geſagte betrifft den Klee nur in ſeinem grünen Zuſtände.= Von der Fütterung, wenn er geddrret vder zu Heu gemacht iſt, darf ich um ſd weniger viel ſagen, als ich einmal den Anbau deſſel- ben in dieſer Abſicht nicht ſeht empfohlen habe; hier: nöchſt auch die Vorſicht und Behurſamfeit dabey micht viel größer zu ſeyn braucht; als die; welche man ge- wöhnlich beym Heu und Grumme anzuwenden pflegt: -- Den Pferden giebt man das ſchlechte, dem Hörn- vieh das beſſere, und den Schaafen das beſte Heuz den Pferden gar feinen,“ dem Hornvieh den ſchlech- tern, und den Schaafen den beſten Grummtr.=- Sd auch verfahre man mit dem Kleeheu/ aber wohl zu verſtehen, daß man es nicht dann ſchlecht nennt, wenn es verdorben iſt, denn in dieſer Verfaſſung iſt es keiner Viehart dienlich! Den Pferden gebe man al- ſo nicht das Verdorbene, ſondern nur wenig; den Schaafen dasjenige, was am beſten. geerntet, und in der Scheune am beſien conſerviret worden; und deim Hornvieh den größern Ueberreſt, '+“Db'2"0 USOB und nur um die Meinüng des Verfaſſers von der Gedeihlichkeit des Kleefutters bey Schweinen zu be- ſiättigen. Die Methode des Säurens hat meinen vollkommenen Beifall; da alles geſäuerte Futter den Schweinen beſſer anſchlägt. 420 Abſchnitt. Ob der gedoörrte Klee lang oder geſchnitten zu verfüttern, und welches am gerathenſten ſey? kömmt theils auf die Güte deſſelben, theils auf den Vor«- rath, und theils auf die Einrichtung an, die man ſchon getroffen hat oder noch treffen will,== Die Hauptſache iſt, daß er verzehret werde.= Iſt das Deu gut, ſo wird es von jeder Art Vieh: mit Stumpf und Stiel conſnmiret, ohne etwas zu ver-, Frümeln; iſt es ſchlecht, ſo wählet es dasjenige aus; was ihm nicht ſchine>t, und wenn man nichts um- fommen laſſen will, ſo muß man ſchneiden.== Hat man viel, ſo pflegt man ſich nicht gerne mit dem Schneiden zu befaſſen; hat man wenig, ſo reicht man freylich weiter, wenn man es mit Stroh verſe- ßet und ſchneidet.=- Iſt endlich die Einrichtung der Wirthſchaft von der Art, daß alles Futter dem Vieh, geſchnitten gegeben wird, ſo wird man auch den Klee alſo behandelnz3 iſt ſie es nicht, ſo wird man ſich auch nicht leicht zur Scneidung deſſelben bequemen. Jedoch iſt es nöthig, dasjenige Heu, was von Saa- men- Klee geerntet worden, und zwar eben ſo geſund und nahrhaft als das andere, aber holzigter und dem Vieh weniger ſchmackhaft iſt, in Häckſel zu verwan- deln, weil ſonſt wenig davon verzehret werden, alf? auch wenig davon zu gute kommen würde, k Q 283, itte zy fönmt en Det; die min -"Rſ Tft dy eh: mi a 1 Gu gefun nd di verar nN, ſt Von der Stallſütterung insbeſondere, 421 9. 213. Die Eſparjette iſt allen Bieharten gleich dienlich. Von der Eſparſette, obwohl ich deren Anbau nur zur gedörrten Fütterung empfohlen, darf man jedoch nicht glauben; als ob ſie grün weniger nüß- lich, und vem Vieh minder dienlich wäre. Keines- weges! Sie iſt allen Vieharten auch alsdann die an- genehmſte, die geſundeſte, und die kräftigſte Nah- rung, und theils nur zu gut, um allen Vorrath im Sommer zu conſumiren, und für den Winter, wenn es ebenfalls auf. ſtärkende Nahrungsmittel anfommt, nichts aufzuheben, theils läßt ſie ſich vorzugsweiſe ſehr gut dörren, wogegen der rothe Klee zum grü- nen Verbrauch ſich beſſer ſchickt, d. 214. ' Fürterung derſelben, wenn ſie grüniſk, Wirthſchaften, die ſie des von ihr erforderten Bodens wegen in ſolcher Menge bauen, daß ſie auch grün davon füttern können, ſtehen ſich allerdings beſſer» Sie kann allem Vieh unter allen Bedingun- gen gegeben werden, ohne irgend eine andere böſe Folge zu fürchten, als die im Uebermaaß ihren Grund haben mögte. Jene viele Cautelen, die der Klee er- fordert, bleiben hier nur nach dem verjüngten Maaßs- ſtabe anwendbar. Irren würde man ſich doch auch, Dd 3 wenn 422, Sechster Abſchnitt. wenn man ſie durchaus vom Regen oder“Thau naß, oder in Haufen erhißt, over halb verwelft, verfüttern wellte. So groß iſt ihre Tugend nicht, daß ſie die Sünden der Menſchen mit übernehmen könnte! Zum Gebrauch. am nüblichſten und dem Bieh am dienlichſten iſt ſie, allen Kräutern gleich, wenn ſie blühet. Weil ſie aber noch ſpäter als der Klee .zu blühen, pfiegt, das Vieh. alſo auch noch länger darauf. warten müßte, ſo verfährt man auf die(5. +99.) gemeldete. Art, und ſeßt dem anfänglich gerin: gern Gehalt: derſelben ſo viel Stroß bey, als zur GSärtigung des Viehes erforderlich iſt, fährt damit '„Auch. ſo. lange fort, bis die hervor fommenden Blü- hen den Strohzuſaß, unndthig machen. Man muß indeſſen, weil ſie, nur zwey bis dreymal, der Klee aber drey bis viermal gemäher werden fann, etwas 1:hr Flächengröße auf ein StüF Vieh, und= da vo? dieſem der dritte Theil oder die Hälfte eines Morgens hinlänglich iſt= ohngefähr zwey drittel bis drey viertel Morgen rechnen, und darnach ſeine Ein- theilung machen. Nachrheilig würde die Häckſelfüt- terung'um ſo mehr ſeyn, da ſie dem Vieh ſo ange- nehm iſt, daß es keinen Halm übrig läßt(dF. 200.). Jedoch darf ſie auch nicht zu alt werden. “1 Die Kühe,=- wer kann wohl zweifeln, daß ſie,-nicht. viele Milch darnach geben?=- Wirklich bringt ſie- mehr als der Klee; ſie iſt überdem fetter, und hau EE efütten 0 fee üte! em Dh ), Wenn der Aly ) län die(| H gerin“ als zu et dam en Bh tan muß der Rie /(m d= te(in ttt bv ime fi fit ſo an! „200, . de Piri fettet) und ruwuu menue rnin Und den. Schaafen, womit ich keine Verſuche ge- macht, kann ſie im mäßigen Gebrauch unmöglich ſchädlich ſeyn 9... 6. 1215. Wenn ſie geddrret worden. x Die geddrrte Eſparſette, oder das Heu, hat alle Tugenden der' grünen, wiewohl jedem Kraute gleich, das von ſeinen guten Eigenſchaften verlieret, nachdem es gedürret worden. in etwas minderm Grade. Indeſſen iſt ſie dieſem Schickſal vorzugs- - weiſe: weniger unterworfen. Jh will daher in Ab“ "ficht"auf das Hornvieh nichts hinzufügen, und nur. der. Pferde wegen bemerken, daß man ihnen ven Ha- fer weniger oder mehr entziehen könne, nachdem ſie weniger oder mehr Eſparſettheu erhalten; nur gänz“ lich muß es nicht geſchehen, indem man ihnen viel» leicht nichts andets geben wollte. Sie würden zwar nicht umfommen dabey, vielmehr ſich beſſer wie wohl Dd 4 ſonſt, *) Da die Eſparſette in der Regel nur an Bergen, in weiterer Entfernung vom Hofe gebattet wird, ſo iſt aus dieſer Urſache die grüne Fütterung derſelben ſelten zweckmäßig. 424. Secster Abſchnitt. ſonſt, aber doch nicht ſd gur befinden, als wenn das Furter bald in Häckſel, wozu Hafer gehöret, bald in Heu abwechſelt.--- Gegen zehn oder funfzehn Pfund Heu, nachdem es beſſer oder ſchlechte geerne fet worden, kann man immer eine Meße Hafer, et- was weniger an Gerſte, und hald jo viel Rocken oder Wicken rechnen, im Fall man Gerſte, Rocken odex Wien fürtern ſollte. Junge Pferde können ſich: bioß mit dem Heu behelfen.; Den Schaafen iſt die gedörrte Eſparſette, denn davon have ich Erfahrung, um ſo zuträglicher, je mehr fie von den: flüchtig bligen, dieſem Vieh in allen Kräutern ſchädlichen Theilen, befreyet, und je Fümmerlicher oft die Vinternahrung derſelben iſt.= Den Zuchtſchaafen bereitet man damit vie vortheil- hafteſte und geſundeſie Wochenſpeife, die eine Wöch- nerin dieſes Viehgeſchlec des Biehes ſehr reizen könnte, obwohl es nicht minder geſund iſt, muß auf alle Fälle zu Häckſel gemacht, oder auch den Pferden gegeben werden. G.2064 Die Luzerne wird übergangen. Die Luzerne mögte vielleicht unter tauſenden meiner Leſer, im Fall ich je ſo viel erhalten ſollte, nicht, einer bauen,„weil;in eben dem Verhältniß Dd 5 wohl 426 Sechster Abſchnitt. Y Mf)! wohl feiner ſuſt haben wird oder haben kann, alles als m (17100 das anzuwenden, was dazu erfordert wird: den gus Tich in 100) ten Boden, die koſibare Beſtellung, und die mißli- ſerif (MSEt poſen hel) ds 6 den. förder! breltun) ? NON wb iv, vun men ſcm eri; I Koh Das bey[7] ) fott x een ih Wirky allgem: t, ſie gefeh müßlicſn ). Anfor), zu. cft [lation Ww" othig 0 zu Ki) "finden PTT) Zerfehtt jen deſs zur Wb ellen zv ſid! Bon der Stallfütterung insbeſowdere, 439 ſchicft gemacht werden. Wenn wir nun die Erdtof- feln kochen, und ihre Säfte, bevor ſie vom Vieh ge- - noſſen werden, auflöſen, ſo thun wir ſchon zum Theil, was der Magen thun: müßtez er kann jeßt das Erhaltene beſſer und ſo gut bearbeiten, daß von den nährenden Theilen nichts yerloren geht, Wir be- fördern alſo die Verdauung und die. geſchwindere Ver- breitung eben dieſer nährenden Theile im Kürper. Zweytens: der ſonſt unangenehme, widrige und graserdige Geſchmac> derſelben, welchen man auch die Groſe zu nennen pflegt, geht in dem Waſſer über, worin ſie gekocht worden. Sie werden dqa- vurch, wie wir an unſerm eigenen Geſchmace abneh- men können, dem Vieh auch angenehmer und wohl- ſchmeckender.-- Und' Drittens? laſſen ſie ſich«gekocht zur Fütterung beſſer präpgriren." Das nur mit einer Reihe Zähne verſehene Hornvieh kann nicht große Stücke zermal- men. Wir machen ihm die Mähe des Käuens noch Jeichter, indem wir ſie gänzlich zerreiben und in ei: nen Brey verwandeln, 6. 227. Meynungen für die rohe Fütterung. - Alle Thiere, und auch unſer Wirthſchaftsvieh, erwiedern dagegen die Vertheidiger der rohen Fütte- Ee 4 rung 449 Sechster Abſchnitt. Fung, ſind von der Natur beſtimmt, ihre Nahrung, ohne vorhergegangene Auflöſung der Theile vermittelſt des Siedens, zu genießen, und daher auch mit den erforderlichen Werkzeugen, zur Abſcheidung- der näh- renden Theile von den gröbern, verſehen worden. Wir handeln alſo. der Natur gemäß, und ſind ſelbſt-der Stärke dieſer Werkzeuge beförderlich, indem wir ſie in ſtetiger Bewegung erhalten; ohngefähr wie ein der Arbeit gewöhntes Pferd weniger mühſam und unver- droßener arbeitet, wenn es beſtändig geſchiehet, als wenn es eine Zeitlang ruhig, obwohl bey gleichem Futter gelaſſen; Us8dann aber wieder eingeſpannet wird. Geſeßt auch, daß die Verdauung der Erdtoffeln durch das Abkochen befördert, und das Nährende derſelben geſchwinder im Körper verbreitet werde, ſo wird doch die Verdauungskraft geſchwächt. So lange wir alſo nicht alle Nahrung des Viehes fochen, ſo lange muß auch das Abſieden der Erdtoffeln ſchädlich ſeyn. Zweytens: derjenige graserdige Geſchmack, den ſie beym Kochen im Waſſer zurücklaſſen, iſt nur den Menſchen unangenehm und widrig, keinesweges aber dem Vieh. Mit dieſem bey unſerer Fütterung eben- falls im Waſſer übergehenden Geſchmac können wir das bloße dürre Stroh im Häckſel, wenn wir es da- mt anfeuchten, ſo angenehm als Heu machen, ohne daß wir das mindeſte von der Frucht ſelbſt nöchig baben, Drit- ſpin!! Autſch paratut ſtelligen Hand, ift nhl fehndt Ane gw fut de dn, Ju nichts Thuy, Vermiete I) mid 19: der ih, rden, Y ſelbſt em wir) ie ein h nd un! (ehe,| p leicht anne ffe dy ve derſel ) wird v) ge wir 4) (ange 1) ſeyn, mad; ft uud wegt dt rung(Dw nnen vir 8 dv en, hn f: ni Dil Von der Stallfütterung insbeſondere, 441 Drittens: auf einem Wergeltroge, einer Ma- ſchine, die in den Obſtwein- oder Cyderländern zur. Quetſchung des Obſtes gebraucht wird, iſt die Prä- paratur zum Futter beſſer und geſchwinder zu bewerk- ſtelligen, als vermittelſt des Breymachens mit der Hand. Wenn auch Stücken zurück bleiben, daran iſt nichts gelegen. Das Hornvieh hat ſtatt der einen fehlenden Reihe Zähne zwey Magen; und was es mit einemmal nicht fät:en fann oder mag, wird, wenn es in dem erſten Magen aufgelöſet, und der Strufk- tur der käuenden Werkzeuge angemeſſener gemacht wor- den, noh, einmal hervor geholet und wiedergekäuet. Auch dadurch legen wir den Einrichtungen der Natur nichts im Wege. ß. 228. Entwickelung beyder Meinungen. Meinungen gegen Meinungen abgewogen, haben in Anſehung des erſten Saßes die Liebhaber der 97» kochten Fütterung zwar ziemlich ſcheinbare Gründe auf ihrer Seite. Nicht alles aber iſt Gold was gleißt. Sie haben beſonders die Natur des Menſchen in Ge- danfen gehabt,' und Anwendung davon aufs Vieh ge- macht. Man kann das auh in vielen Fällen, nur grade nicht in dem gegenwärtigen! Wenn auch des äußere Körperbau nicht in Betracht kömmt, ſoüſt doch der innere, und vorzüglich ſind die Werkzovzge zur . Ee 5 Er- 342 Sechster Abſchnitt. Ernährung beym Hornvieh ſehr verſchieben.=- Eben ſo verſchieden iſt die Nahrung. Der Menſch genießt ſie allemal gekocht,== Obſt und einige andere Ge- wächſe ſind mehr Delicateſſe als Jtahrung,=- das Vieh al!emal roh; und wehr Hunger als Deticateſſe treibt es anfänglich zu gekochten Nahruncsmitteln, woran es ſich denn mit der Zeit gewöhnen kann.== Ganz Recht haben-alſo die Gegner, wenn ſie die ro- hen Erdtoffeln der Idatur des Viches angemeſſener finden. Gräſer und Kräuter, Heu und Stroh, Kohl und Rüben, Spreu und Körner,= älles erhält es roh: warum nicht auch Erdtoffeln! Seine Natur will es nun ſo. Die Natur ſtören, heißt die Wir- Xungen derſelben hemmen, dieſes aber veranlaſſen, heißt ſich ſelbſt ſchädlich werden; denn der Vortheil des Landwirths beruhet ſchlechterdings auf den or- dentlichen kauf der Natur!=- Wir fkünſteln ohnehin und aus Gewohnheit ſchon genug an der Viehzucht, unndthig iſt es, dieſe Künſteley zu vermehren. Da das Hornvieh, ſo viel es ſein jehiger Zuſiand er- laubt, vermittelſt der Stallfütterung der Natur nä- ßer geführet, und ſein Zuſtand, mit dieſem aber der unfrige verbeſſert wird 3 ſo wäre es wider die Natur, wider den verbeſſerten Zuſtand„des. Viches, und "wider unſern eigenen Vortheil gehandelt, wenn wir vr dieſe vorzügliche Winternahrung, nicht wie ſie die . 3 catur Y Mat uſe ZU ten Fil | vie biſ | Pit feln, M (t ſch j APireun viſa€ hal: dv ] Naſs wenn Maſch fem, | hälten von bal |,= Uhr 4(eh ande 0, 10, yi Deſituſſ oS, 1 Famm,= ſie ditt gemeſſey roh, 6 ethält) me Ni t die. Y) veranlaſt er Born auf dw eln amb Viſi) hre N Zuſtand( Ratit m abd die Notts hes," wenn 1! wie fe dt Now Von der Stailf ütterung insbeſondere. 443 Natur gegeben, ſoydern in einer widernatürlichen Verfaſſung verfüttern wollten. Zweytens, ſtüßen ſich die Liebhaber der'gefoch: ten Fütterung auf eine bloße Hypothefe, die durch die beſſere Erfahrung ihrer Gegner widerleget wird. =“ Wenn auch nicht die ſogenannte Groſe der Erdtof- fein, ſondern beſonders der Saft derſelben, nachdem er ſich mit dem Waſſer vermiſcht, die angerühmte Wirkung im Füttern veranlaſſetz ſo hat doch auch "dieſer Saft den graserdigen Geſchmac>, und alfo be: hält die Erfahrung das Uebergewicht. Drittens, bedarf es wohl keines Zweifels,- daß Maſchinen immer mehr als Menſchenhände präſtiren, wenn beyde zu gleichem Zweck wirken; nur muß die Maſchine weder ſehr koſtbar, noch ſehr zuſammengeſeßt feyn, damit jedermann fie leicht anſchaffen und unter- halten könne, Da der ſogenannte Wergeltrog, wo- von bald mehr vorkommen wird, keines von beyden iſtz da ferner durch den belobten Erdtoffelbrey die Hand- lung der Natur geſtöret, indem das Wiederkäuen überflüſſig gemacht, und der zweyte Magen des Vie- Hes, worin alles, was des Wiederkäuens nicht bedarf, um ſo geſchwinder übergehet, mit dieſem ſchleimigen Brey gleichſam ausgekleiſtert wird; fo haben auch hier die Gegner der gekochten Fütterung ein größeres Recht, und die Natur für ſich. SE :k9 NEN "oD 444 Sechſter Abjct, alſo, daß. ſie an der einen Seite des Steins vier bis fünf Fuß, an der andern aber zwey bis. drey Fuß hervor ſiehet. Die längſte Seite der Spindel wird mit dem Ende an die Wand, oder an einen eingeſchlagenen Pfahl befeſtiget, jedoch daß ſie beweglich bleibt.- Wenn nun der frumme Trog unter dem, auß der hohen Kante ſtehenden Stein ge- bracht, und die Spindel an dem kürzern Ende nach der Richtung des Troges hin und her, geſchoben wird, ſo läuft der Siein um, und zerdrückt oder querſcht alles. was im Troge iſt, Ein Menſch) kann die Ar- beit verrichten, und mit leichter Mühe Steine zew malmen, vielmehr no: Ervdtoffeln, 6.841: Iſt einfach und leicht vorzurichten. Ein jeder Lkandwirth kann die Maſchine ſelbſt einrichten, in ſo fern er nur einen Schweinetcog aus- zuhauen verſteht. Einer beſondern Aufſicht in der Unterhaltung bedarf ſie der einfachen Zuſammaenſe- ßung wegen nicht, und köſtbar iſt ſie eben ſo wenig. Ein frummes Stück Holz zum Troge,„das ſonſt nicht anders als im Brennholz nüßlich, und wozu Eiche Freplich 448 Sechster Abſchnitt. M | y freylich beſſer als Tannen oder Kiefern ſind, findet ſich| 4 ſeicht aller Orten, ohne daß es theurer als Brennholz Zil! y' 1 bezahlt zu werden brauchte. Ein jeder äbgelaufene L (1198) Mübhlſtein,„wenn er nur ganz und nicht geborſten iſt die fr) 0 taugt dazuz und fehlte es daran; ſo mögte ein ale d! 11] neuer Stein, der Entlegenheit des Steinbruchs und fen m „0 p1])| des geringen oder größern Transports wegen, auf ei- ſie ge )'nen bis zwey Thaler zu ſtehen kommen. Das veni- hör 1) ge Eiſenwerk, als eine Krämpe und Nagel zur Be-(acht feſtigung der Spindel, und ein paar an jeder Seite|| 6) des Steins durch die Spindel Fehende Nägel, da- weir! mit er ſich darauf nicht hin und her ſchieben möge, 1 die aber auch von Holz ſeyn können, mag acht bis größt zwölf Groſchen koſten. Und zur Spindel iſt jeder Ippt abgebrochene ſeiterbaum, wenn das Stüc nur derade by und noch feſt genug iſt, bräuchbar*). ang b. 232. ds Y x) Dieſe Vorrichkung kann freylich nicht koſtbar ſeyn, 04 ich beſorge aber, daß die Arbeit des Zermalmens| wn etwas weitläuftig und bey einem großen Viehſtapel| wede nicht wohl anzuwenden ſey. Man hak gegenwärtig win die ſehr zweckmäßigen Maſchienen, welche durch ein anden mit Meſſern verſehenes Rad, Würzel- und Kohlge- uf| wächſe ſehr geſchwind zerſchneiden; und die Arbeit, oli welche das Stampfen erfordert, ſehr erleichtern. Ich ſche den Grund nicht ein, warum man den ohne- 00 hin wiederkäuenden Thieren die Kartoffeln in Brey- yt A||| geſtalt geben ſoll, Jene Schneidemaſchiene und eine 183=. gute €? EEE EEE EEEEEIENEE 1 ) findet ſh Vrumheh Öbpelnn ebert mögt brüchs 1) H; duty Das vy el zur% "der Ei agel, y eben muy ad act) el iE Nur hen) |. oftbat(M) Zermaln Biehn egen) » durd dt 1) Sohl) die Jeb) tem. H den oh! in Du und(iv gun Von der Scalifütterung insbeſondere. 449 C.232: DIE Zubereitung und Fütterung der Erdtoffeln. Die Erdtoffeln= es verſieht ſich, daß man die frühreifen eher als die ſpäten nehmen, mit jenen alſo die Fütterung anfangen, und mit dieſen beſchlie- ßen müſſe,== dürfen nicht trocfen und friſch,- wie ſie gewergelt, ſondern erſt wenn ſie-mit Waſſer ge- hörig verſeßt ,- und damit zu einer gewiſſen Säure gebracht ſind, verfüttert werden. Eben dieſes» Waſſer iſt es, was von dem Vieh ſo,cgern genoſſen, und wodurch es angereizt wird, das magerſte Strohhäck- ſel, nachdem es damit angefeuchtet worden, mit dem größten Appetit zu verzehren. Zufolge. dieſer ,. den Appetit reißenden Eigenſchaft habe ich vorhin ſchon, als noch von dem Anbau die Rede war(hb. 120.) angerathem, ſeinen Erdtoffelvorrath nach der Anzahl des Biehes ſo abzumeſſen, daß die Fütterung, nach- dem ſie einmal äygefangen, ungehindert bis zu den noch wohlſchmeckendern grünen Kräutern fortgeſeßt werden könne; indem ſich das Vieh ſchwerlich, und nur mit Verluſt von Fleiſch und Milch, an eine andere trockene Nahrung zu gewöhnen pflege.== „Auf dieſen UeGerſchlag bernhec es denn, wie viel man täglich füttern könne oder wolle; der Zuſaß. vom | Waſſer gute Häckſelmaſchiene ſind aber bey einer großen Scallfütterungswirthſchaft faſt unentbehrlich. | Ff 459. 1. Sechster Abſchnitt. Waſſer beruhet quf die Portionen, die man täglich geben fann oder will; die Anzahl dieſer aber beruhet wieder auf den Heuvorrath, den man geerntet hat. „Die“Erdtoffelſuppe wird nemlich dem kurzen Fut- ter beygemiſchet. Man giebt davon mehr oder we- niger Portionen, nachdem man mehr oder weniger Heu geben kann. Erhält das Vieh Vor- und Nach- mittags, bevor es getränft wird, auch zur Nachr jedesmal eine Portion Heu, fo ſind ſechs Portionen hinlänglich; im Gegentheil, und wenn es ſich ganz ohne Heu behelfen muß, werden acht oder neun Portionen erfordert.== Jcene Nahrung bedenkt, die man dem Vieh mit dieſem Amalgam gleichſam in den feib ſpielt. Die Anmerkung, daß alles bisher geſagte nur ollein das Hornvieh betreffe, iſt vielleicht überflüßig. Weniger überflüßig mögte es ſeyn, auch der übri- gen Vieharten zu erwähnen. ß. 235, 454 Sechster Abſchnitt. 6. 235. Den Pferden ſchmec>en ſie nicht. Den Pferden, welchen man die gute Wartung und-Pflege-an„ihrem wohlgenährten Körper abſehen Fanny will. dieſe. Frucht nicht ſen. SSchmack- »hafter mögte ſie denen ſeyn, die verhungert und ſo elend ſind, daß- ſie, wie man ſich auszudrücken pflegt, nur in der Haut zuſammen hängen. Mit- ſolchen aber habe ich keine Verſuche gemacht*). "*“ 9. 236. Den Schweinen find ſie angenehmer. Daß- die Erdtoſſeln den Schweinen angenehm, zuträglich und. überaus nährend ſind, wird. man ſich, vielleicht noch aus dem angeführten Beyſpiel erinnern (8. 119.); denn wenn ſie damit gemäſiet werden fönnen, ſo iſt nicht zu zweifeln, daß ſie auch zur „täglichen! Nahrung dienlich und von eben der Wir- Fühg ,'wiewoßl im verminderten Maaße ſeyn, weil ſie au< uur im verminderten Maaß gegeben werden, Kuß eben die Art, wie beym Hornvieh gezeiget worden, wird auch in Anſehung der Schweine ver: fähren vur daß an Waſſer weniger genommen und“ die Buithe m< auh der Du ey 1 Werd, h geen weine en un „Pm wäſt gland dit oh har) Von der Stallfütterung inbeſondere. 453 wäſcht und wergelt ſie alſo, giebt Waſſer, oder was man außerdem an Spüligt, vom Molkenwert, und ſonſt zu geben hat, ſv viel man will hinzu, läßt die Maſſe vier und zwanzig Stunden lang mit einander ſtehen und gähren, und füttert dann nach Gefallen vavon.; 6.237. Die Schaafe werden damit gemäſtet. Schaafe, bey denen es mehr auf die Zunahme an Fleiſch und Fett als auf die Geſundheit angeſe- hen iſt, alfo Merzſchaafe, nehmen überaus und eben ſo gut darnach zu, als in fetten Weiden, oder bey ſonſt einem andern Mäſtungsmittel. I< habe einſt eine Parthie zur einen Hälfte mit gutem Heu und Branteweinswäſche, zur andern mit Stroh und Erd- coſfeln gemäſtet. Der Käufer wußte von dem Un- terſchiede in der Fütterung nichts, bemerkte ihm aber beym Schlachten im Fleiſch und Fett, ſo wie die Conſumenten im Geſchm a; beydes zum Vor- cheil der Erdtoffelmäſtung. Die Hammel waren im Gewicht beſſer, und der Geſchmack zwar fremd, aber doch nicht unangenehm geweſen.=- Das, Verfahren bey der Fütterung iſt dem vorigen gleich.= Bey anderthalb Meßen ohngefähr auf ein StüX täglich, wird es in acht bis zehn Wochen fett, folglich wer- ven fünf bis ſechs Scheffel in allem erfordert. Wenn Sf 4 es 455 Sechster. Abſchnitt. 1 es mager anderthalb Thalex werth geweſen, fett aber vy"; für drey Thaler verkauft worden, ſo hat man dieſe hy fünf oder ſechs Scheffel auf anderthalb Thaler, und „einen Scheffel auf ſechs bis ſieben Groſchen ausge- bracht. Stroh, vielleicht auch etwas Heu, und die Mühe wird durch. den mehrern und vortreſlichen Däün- ger aufgewogen werden. 4 G. 238: Die Turneps, und runden weißen Rüben Die Turneps der Engländer und unſere wei- ßen runden Rüben werden, da beyde Arten in der äußern Geſtalt, und in dem größern oder gerin- gern Ertrage, den jene gegen dieſe auf einer. gleichen AFergröße geben, von einander abweichen; im in- nern aber, was Beſtandtheile, Geſchmack, nährende Eigenſchaften u|f. w. betrifft, ſich völlig gleich ſind, (3 auch in Anſehung der Fütterung auf gleichen Fuß (04) behandelt. Ich faſſe ſie daher ebenfalls zuſammen. 10) Mit den Rüben aus langjähriger Erfahrung be- kannter als mit den Erdtoffeln, iſt man des Gebrauchs wegen auch weniger zweifelhaft und ſtreitig. Alle Wirthe in allen Gegenden kommen darin überein, daß ſie in in ihrem natürlichen Zuſtande d. i. roh berfüttert merden. müſſen. jh 9. 239- Py Gird H De dienlichſt geneh 0 m. M ju ſed Peſt, 1 wam G Dey jen ſonſten hädſel 1 genug 4 + fett bn | mand Thaler, 1) [Hen duu UW, und lichen Jh nm Rüby unſere w, de Arte 1 | oder(nh men gehn jen; ny df, nähre y leid jn) gleichen 3) zuſam" rfahrung 8 Oebrain eitig, Ww rin übern ve dl Von der Stallfütterung insbejondere, 45 7 6. 239. Sind Hornvieh und Schaafen am dietlich- ſten. Dem Hornvieh und den Schaafen ſind ſie am dienlichſten und zuträglichſten, und jenem eben ſo an- genehm als die Erdtoffeln, dieien aber noch angeneh- mer. Nicht minder dienlich, aber weniger zuträglich, ſind ſie den Schweinen, Das wäßrigſchwammiate Weſen, woraus ſie beſtehen, iſt dieſen an ſtärker näh- renden Sachen gewöhntem Vieh nicht ſolide genug. Bey jenen Vieharten wird dieſer Fehler, wenn es ſonſt ein Fehler zu nennen, durch den Zuſaß von Stroh- häckfel verbeſſert, mittelſt welchem das Futter ſolide genug gemacht werden kann. ß. 240. Bebandlung in Anſehung des Hornviehes. Dem Hornvieh giebt man vier bis ſechs Meßen auf ein Stück täglich.=- Das leßte Quantum iſt ſchon zur. Mäſtung hinreichend, wenn das Vieh nicht groß. und ſchwer iſtz denn darauf muß beym Mäſten ſo gut als bey gemeiner. Fütterung Rückſicht genom- men, und das. Futterquantum alſo dem Körper des Viehes jedesmal angemeſſen werden.== Dieſe An- merkung war ich allen. meinen Leſern noch ſchuldig, die ſich bisher nicht daran gefehret, und ſonſt wohl. nicht ge- wußt haben, warum ein Stück vor dem andern ſich öf 5 aufs 438' Sechster Abſchnitt. aufzunehmen und beſſer zu gedeihen pflegt*).= Wer weniger als vier Meßen giebt, die aber eben ſo gut wie zwdlf bis funfzehn Meßen Heu ſind(h. 133.), hat auch wenigern Nußen.=- Das Verfahren bey der Fütterung iſt ſehr leicht? Mit dem, in einigen Gegenden die Form eines lateiniſchen DS, in andern' die Geſtalt eines Kreuzes habenden gewöhnlichen Stoßeiſen zum grünen Kohl, werden die Rüben in einem geräumigen Troge ſo lange geſtoßen, bis keine größere StüFe bleiben, als die ohngefähr einer wel- ſchen Nuß gleichen; hierauf in der Futterwanne ei: ner jeden Portion ſo viel Häckſel zugemenget, als das für einen Tag beſtimmte Quantum beträgt, und dieſes Mengſal in der Krippe mit wenigem Waſſer, ſo zu dem Ende bey der Hand ſeyn muß, angefeuche tet. Wer z. E. drey Meßen Rüben bey ſechs, oder vier Meßen bey acht Portionen Häckſelfutter täglich geben will, nimmt jedesmal eine halbe Meße. Bier teßen Rüben zu ſechs Portionen geben jedesmal! zweyvrittel, und drey Meßen zu“ acht Portionen noch feine halbe Meße.= Sechs Meßen aber, welche ſchon zur Mäſtung hinreichend ſind, müſſen in öfte- ren und nicht weniger als geun Portionen, jedesmal alſs zweydrittel„Meße R EIS 6. 241. *y) Dieſe Bemerkung iſt allerdings. von. großer Wic,- tigkeit, und ich werde im zten Nachtrage mehr daw über ſagen. Wer inder Fü ben„ind neh| man m den Dich own Gttof man hr went zw Zu aße m Fütterut fönnen, Ghcffel Da bier beſigen, Kühen| Da ferm Rn, Nahen wenn Welte, wenige ')=Ye ben jh" Ö.1y) fahren by in enam in audi vöhnlihy Rüben 1 » bis fon einer w) wanne( get, 4 fragt, im n Wiſſe angefen ſechs, td)! ter fal) ße Ii jedem one + wih 1 im ft jebeein! ' 241, vw Pil: nehr da? ES KEI IWS we rr C eÜrIEGIGASTTE Von der Stallfütterung insbeſondere, 459 6. 241. Erſparen Stroh und Heu. Wenn ich(4. 133.) geſagt habe, daß die Rüben in der Fütterung felbſt vor dem Getraide Vorzüge ha- ben, indem man Stroh und Heu dabey ſparen kön- ne; fo iſt dies in dem Verſiande zu nehmen, daß man mehr Rüben als Getraide füttern kann, ohne dem Vieh ichädlich zu werden.= Bey aller trockenen, oder Stroh- und Heufütterung wird geſparet, wenn man ihr nahrhaftere Dinge zuſeßt. Nur auf das wie viel kommt es anz und dann haben alle diejeni- gen Zuſäße Vorzüge, die auf einer gleichen Flächen- aröße mehr Nahrung. der Güte nach geben, in der Fütterung aber in größerer Menge conſumiret werden können. Go giebt z. E. ein Morgen zweyhundert Scheffel»Röben, urd kaum acht Scheffel Gerſte. Da vier Scheffel Rüben eben ſo viel nährende Kraft beſigen, wie ein Scheffel Gerſie, ſo gewähren die Rüben ſchon ſechsmal mehr Nahrung für das Vieh. Da ferner gegen einen Scheffel Gerſte vier Scheffel, Rüden, oder von jener räglich eine, von dieſen vier Meßen gegeben werden können: an Häckſel alſo, wenn man ſchlechthin Rüben gegen Stroh rechnen wollte, drey Meßen, eigentlich aber, wie man der beFern Nahrung wegen rechnen muß, ſechs Meßen weniger erforderlich ſind; ſo wird auch ſo viel, over um das Ding.nicht zu genau zu nehmen, es wird der 460 Sechster Abſchnitt. der dritte Theil an Stroh erſparet.= Will man auch das verlohren gegangene Gerſtiſiroh ſehr hoch, mit fünf Mandeln, in Anſchlag bringen, und anneh- men, daß damit ein Stück Vieh, täglich zwey Gar- ben gerechnet, ſechs und dreißig Tage im Häckſel ges reicht, nun aber von dem übrigen Vorrath Erſaß ha ben müßte; ſo rechne man nur dieſen Zeitraum drey- mal, und balanzire dann die bisherige, mit der Rü- benfütterung.== Bey jener hat es in 108 Tagen täglich 2 Garben, und. alſo in allem gebraucht --“ 216 Garben Bey dieſer gebraucht es den dritten ' Theil weniger, und alſo--= 144=> Folglich werden bey dieſer, gegen je? ne, wieder gewonnen--“- 72 Garben, und die weniger geexnteten fünf Mandeln dadurch er- ſeßt.= Nun aber können zweyhundert Scheffel Rü- 'ben, ſo viel ein Morgen giebt, in dieſen 108 Ta- gen acht Stüc großes Vieh, auf ein Stuc täglich ' ebenfalls vier Meßen gerechnet, ernähren. Da die Strohmenage ſchon bey einem Stück den ſonſtigen Verluſt erſeßt,. ſo wird ſie bey den übrigen ſieben Stücken ſchlechterdings eine Wohlthat der Rüben, und dieſe beträgt, da wir nun einmal Sommerſtroh zur Norm genommen, drey und dreyßig Mandeln. Die ſechsmal beſſere Ernte in der Frucht unge- rechnet. : Maun Yon Yat wadeſcht! il, Fille wir Heu fi lich verm Y M! der Fi ſhödliche merkſam geringen daz Vie es zwar ungeacht (uch gau) unbeſchad ky df min! röhre h aufgebl oder ej währt, am Vi hut, egen FEEN a ee iE Von der Stallfütterung inbeſondere. 451 Vill y h ſchr n Man mag alſo dem bisherigen Häckſelfutter Ge- „und und ktraideſchroot, oder andere verſtärkende Nahrungsmit- je Gy tel, oder gar nichts. beygemiſcht haben, auf alle | Difily Fälle wird beym Gebrauch der Rüben an Stroh und- h Erſhy Heu ein Großes erſparet, und der Dünger anſehn- traum by lich vermehret. nte dend) 108 Zy 2 M raucht Vorſicht bey der Fütterung. 16 Gar In einem einzigen Falle können die Rüben in - der Fütterung ſchädlich werden, jedoch ohne beſonders nr ſchädliche Folgen zu veranlaßen, ſobald man nur auf- M 17 merkſam genug iſt. Dieſer entſtehet, wenn man zu 1 Gals geringen Fleiß beym Stoßen angewendet haben, und das Vieh zu große Rübenſiücke erhalten ſollte. DOb dadur<.|:; pfl es zwar wont der ihm HUE einen Reihe Zähne Ki ungeachtet, die Rüben leicht zermalmen, und man 7 1' auch ganze Rüben, wenn ſie nicht zu groß ſind, ihm a u unbeſchadet geben kann; ſo gejcſel und Rüben- oder den Ni Rapſaatsſchooten, gegeben, und ſolches nach acht oder en; dah zehn Wochen fett verkaufen können. Einen Scheffel m ia Rüben brachte ich dadurch zu vier Groſchen aus. e(egen*)' ß. 244- Behandlung in Anſehung der Schweine. Shuft Die Schweine ſind zwar keine Verächter der on der 1 Rüben,=- denn was verachten dieſe naſchhaften mm ihn Thiere wohl?=- nur weniger nüßlich, wie ich ſchon » die 6 erwähnet, ſind ſie ihnen in Abſicht auf den Wirth, 9 und Mi wenn er Erdtoſfeln, oder andere ſiärker nährende ori 1 Mittel, bey Rüben zugleich hat. Sie ſind nicht ſo- harn Zh lide, nicht ſtarf genug, man müßte denn viel davon 1 fon m geben, welches jper zu fojtbar, der übrigen Ge fmdirl zucht auch nachtheilig ſeyn würde, Indeſſen können 15. M dem Schweinefutter immer einige Rüben beygemiſcht DE 4 und der Tranf dadurch dicker gemacht werden, 40.1 Bon hy! weldes niht'; ſi, ſic)" 2 ß, 3] 45 9 464 Sechster Abſchnitt. 9. 245. Die gelben Wurzeln.. Die gelben Wurzeln werden von allen Viehakten, und noch dazu ſehr gerne genoſſen z ſie find allen Vieharten auch ſehr geſund und ſehr zu- träglich. Nur Schade, daß der Anbau etwas müh- ſam, und aus dieſer Urſache wohl nicht zu hoffen ſt, daß ſie zur Viehnahrung ſonderlich gebauet, am wenigſten aber, daß ſie in dieſer Abſicht allgemein werden mögten. 5. 246. Fütterung ver meltenden Kühe damit. Ic<< amaiit eie GIN a ri Gn dee mi; eien ie=== nz| ES V und de | fütterut aus fü ſen, 1 viel Zu vs Di | liwalihe | Dante | beef tralde | M) | fer. Bon der Stallfütterung insbeſondere. 469 Ruhen biz 6. 249. t Verſhly"D:e1
  • ers rechnen wollte. Es geht aber oft an, daß eu Ehn, 2.| 0. die Moore, Brücher und Sümpfe trocken geleget, ENE die Hölzungen, wie im Mecklenburgiſchen oft nur zu viel geſchehen, ausgerotter, Weiden und Wieſen al- ſo verbeſſert, und entweder al3 Ackerland benußet, Unger, ' Lehm rſt vy Hder doch dieſem in der Güte gleich geachtet werden; Ein trod daher denn dieſe grotesfe Wirthſchaften nicht zum und ai Maaßſtabe dienen, oder wenn er einmal genommen fönnen| iſt, nicht anders eingerichtet werden können. Vitnißml Mit andern Wirthſchaften, die von der Gemein- tger a6'4 heit Vortheil oder Schaden haben, und des Nach- (ger 641 bars Wieſen und Aecker zu behüten berechtiget, oder auch ſchuldig ſind, ihre Wieſen und Aecker von des Nachbars Vieh behüten zu laſſen, hat es eben die Bewandniß. Die Gemeinheit darf nur gehoben wer«- den, um den Sachen eine andere Geſtalt zu geben“). '/ ſh vw- 6 Mi MED find, m B) Leider. liegt noch ein großer Theil von Deutſchlands fe, diem Grund und Boden in. ſolchem Zuſtande, daß keine "wel ordentliche Bewirthſchaftung in ſelbigem möglich iſt, “9 und in ernigen der fruchtbarſten Provinzen kennt man mit den kaum etwas anderes, als jene groteske Wirchſchaft. (iel joſe) Dieſe Reliquien des Nomaden- Lebens find dem kom- Motte) menden Jahrhunderte zu vertilgen aufbehalten, Bey uc wt ſolchen Wirthſchaften läßt ſich freylich fein allgemei- 32 " nes 474.« Siebenter Abſchnitt. 9. 253. Principien,; nach welchen das Verhältniß zu beſtimmen. Es müſſen daher nur diejenigen Wirthſchaften zum Grunde geleget werden, die ihre Weiden und Wieſen als Ae>er benußen, oder im Fall es nicht angeht, doch einen gleichen Ertrag davon beziehen fhnnen.*) Wir wollen in jeder Hauptart des Bodens, in ſo fern man ihn in aut, mittelmäßig und ſchlecht einzutheilen pflegt, eine Wirthſchaft von einer Hufe oder von dreißig Morgen Magdeburgiſch, feſt ſeßen, und annehmen, daß zur Weide für ein Stück Bieh im nes Syſtem und Verhältniß anwenden. Jeder muß die Servituten, die er auf des andern Grund und Bo- den hat, ſo gut wie möglich zu benußen ſuchen, und wenn er um eines Pfennigs Vortheil willen dem an- dern für einen Thaler Schaden thäte. Und der an- dre muß auf ſeinem Eigenthume, ſo viel er kann, gegen die Verwüſtungen zu retten ſuchen, welche ein- geſchlichene Berechtigungen darauf anrichten. Hierin beſteht faſt die größte Kunſt ſolcher Wirthſchaften. Es iſt dabey aber alles ſo local, daß ſich nichts all- gemeines anwenden läßt. Manches hat von ſeinen Berechtigungen wohl mehr Schaden als Vortheil, aber=- das Recht muß doch ausgeuübt werden. **) Soll doch wohl ſo viel heißen. als. völlig privativ? Dm im aul zwey)| Winter herzieht dreh, Mogel um ds ſte gedinget erhältng Bietbhuy Weiden uy jall 6"4 von bein Bodent, 1 hd ſchi) aner Zz „feſt ſeht Gtüd dD) | Gebe ng- und m) ſuchen 10 [len dem aw Und Ww del er io) „welt 00 ten, Aim (eehſhaft! h nis pon ſel 3 Poth) erden, N privati) Von dem Verhältn. der Viehz. zum Ackerbau. 475 im guten Boden ein Morgen*), im Mittelboden zwey, und im ſchlechten Boden drey Morgen; zur Winternahrung aber, außer dem was der Acker dazu hergiebt, im guten Boden anderthalb, im Mittelboden drey, und im ſchlechten Boden vier und ein halber Morgen erfordert**); daß zugleich im guten Boden um das neunte Jahr, im Mittelboden um das ſeh- ſte, und im ſchlechten Boden um das dritte Jahr| gedünget werden***)z' folglich in Anſehung des gu- ten *) Nur in der ſtärkſten Maärſchweide könnte x Mag- deburger Morgen zu einer Kuhweide hinreichen, Sonſt muß man auf recht guten Boden 2 Morgen, auf Mittelboden 3 und auf ſchlechten Boden 5 bis 7 Morgen auf eine Kuhweide rechnen. s*) Hierunte“ verſteht nehmlich der Verfaſſer Wieſen. Denn auf trockenen Sandboden, welchen er ſchlech» ten Boden nennt; kann man auch auf 20, Morgen nicht den Heubedarf für eine Kuh, ohne Kunſt gewin» nen. Die Wieſen laſſen ſich aber nic)t wohl in eine Klaſſe mit dem Akerlande ſetzen. Denn oft ſind bey dem ſchlechteſten Ackerlande auf der Höhe die beſten Wieſen in den Niederungen am' Ufer der Bäche und Flüſſe; und der ſtärkſte Ackerboden hat dagegen oft die ſchlechteſten Wieſen neben ſich. ***) Wenn der Boden Jahr aus, Jahr ein, Getreide fragen und nur alle gs Jahr eine Brache haben ſoll -- denn Wechſelwirthſchaft hat der Verfaſſer, wie ich es [] 476 Siebenter Abſchnitt. ten zu dem mittelmäßigen und ſchlechten Boden Weiden und Gräſerey wie rt zu 2 und 3, und die Düngung, den Jahren nach, wie 3 zu 2 und x, ſich verhaltem'z; ferner daß ein Stü> Bieh, weil es geweidet wird, acht gute vierſpännige Fuder Dün- ger*) geben, der Acer" in jedem Boden gleich ſtark gedünget, die Ernte alfo auch im Mittel: und ſchlech- ten Boden gleich, und nur im guten etwas beſſer ſeynz; und endlich, daß nur. derjenige Theil des Ackers, der gedünget wird, gebrachet, und was nicht gebauet wird, als Weiden und Wieſen benu- ßet werden ſolle;== So entſtehen aus dieſen Prin- cipien, wogegen wohl niemand etwas einzuwenden haben wird, folgende Berechnungen, s. 254- 28 anfangs glaubte, hier nicht im Sinne== ſo iſi dieß eine gar erbärmliche Düngung. *)- Hier muß der Verfaſſer die kleinen Bauer- Pferde in der Gegend zwiſchen Berlin und Frankfurt vor Augen gehabt haben. Guter vierſpänniger Fuder vow 4003 Pfund, erhält man von einer Weidekuh bey ſiarker Einſtreuung, höchſtens vier. In Meck- lenburg rechnet man, daß eine Kuh 90 bis 109 Qua- drat- Ruthen ausdünge. Von demVerhältn. der Viehz. zum Ackerbau, 497 "m Dy 9. 254. Und) Z: T 3 Anwendung davon: auf guten Boden, y;) ; j v Die Wirthſchaft im guten Boden gebraucht für ei), Weil';' m 4 drey Stüc> Vieh zur Weide 3, und zur Heugewin- 74 nung 4*, zuſammen 7% Morgenz behölt alſo zum ve Getraidebau 22x Morgen. Davon werden jährlich j 1.0 2x Morgen, als der neunte Theil, gedünget, und 3A48 hof:'. 008 hiezu an Dünger'25 Fuder erfordert, ſo viel die Heil 1 drey Ochſen oder Kühe geben. "M nv Sie erntet folglich von 20 Morgen an Winter ejen din und Sommergetraide, jeden Morgen im Durchſchnitt| ſen I zu 6 Mandeln gerechnet,=- x20 Mandeln. AU Davon kommen auf ein Stück überhaupt 40' Mandeln, und täglich in den ſechs Winter-Monaten 3% Garben, auf ein Fuder Dünger aber fänf Man- deln Stroh*). tee Vir 255 1.| Auf Mittelboden. Die Wirthſchaft im Mittelboden hedarf für 3- e=fy Stüc 1Vieh zur Weide 6, und zur Heugewinnung 9, er Me% furt m*). Zur Weide kann ich hier nicht minder wie 6 Moxr- Zul gen annehmen. Zur Winterfütterung nach gewöhn- eth licher Art wird»aber das Heu von 4 Morgen zurei- ». M Garben, und auf ein Fuder Dünger x Mandel Stroh*) db. 257 Reflexionen. Bey der Wirthſchaft im guten Boden findet ein ziemlich richtiges Verhältniß in allen Dingen ſtart. Der Strohvorrath iſt dem Vieh und dem Dünger angemeſſen. Bey x) Da der Verfaſſer, wie er ſich nachher erklärt, trot- kenen; do< aber in guter Kultur befindlichen Sand- boden hier verſteht, ſo muß das Stück Vieh zum mindeſten 5 Morgen zur Weide haben. Blieben alſo nur 1* Morgen Ackerlaud. Das geht ſo nicht! Ge- ſetzt dieſe Wirthſchaft hätte die 132 Morgen Wieſen einmahl, ſo müßte von dent Uebrigbleibenden die Hälfte; 8* Morgen, zur Weide genommen werden, worauf denn in Rückſicht der guten Heugewinnung, 2 Stück Vieh gehalten werden können, die dann auch, wenn* des Ackerlandes brach wäre, zur Ausdüngung zureichen werden; falls nehmlich Weide und Acfker- land wechſelten. Und anders iſt ſolchem Boden, oh» ne äußere Zuflüſſe; bey der Weidewirthſchaft nicht zu helfen. f 480 Siebenter Abſchnitt. Bey der im Mittelboden iſt des Strohes ſchon zu wenig.=- Will ſie die Zahl des Viehes einſchrän- ken, den Getraidebau vergrößern, und hiedurch ſich mehr Stroh vorſchaffen, ſo wird ſie ſchlechter dungen und ſchlechter ernten, folglich dasjenige wieder ver- lieren, was. ſie durch den vergrößerten Getraidebau zu gewinnen gehofft. Güte des Ackers und der Wieſen, oder ver natür lich guten Beſchaffenheit des Bodens an. Trägt je- ner das ſechſte Korn, und geben dieſe viel und gutes Heu, ſo kann ſie fertig*werden. Bey der Wirthſchaft im ſchlechten Boden iſt vollends das größte Mißverhältniß. Drey Stu> Bieh. gegen 75 Morgen Aer, wovon überdem nur 5 Morgen beorntet werden, können ſich unmöglich mit dem wenigen Stroh behelfen, und noch. weniger iſt dieſes zum Dünger hinreichend.=- Weiden und Wieſewachs, wenn ein ſolcher Boden noch. Gras zu tragen im Stande iſt, zu vermindern, um den Ge, traidebau zu vergrößern, ſchränkt auch die Zahl des Viehes ein, und dieſe Einſchränkung vermindert den Dünger in eben dem Maaß, in welchem der vergrd- ßerte AFerbau ihn mehr als vorhin erheiſcht.=- Den dreyjährigen Düngungsturnum zwey, drey oder vier- mal zu verlängern, und alle ſechs, neun oder zwölf Jahr zu düngen, hebt das Verhältniß zwiſchen Dun- ger und Acerbau auf“, wie es denn leider auf die Ark Indeſſen kommt es auf die- Yon "tal dir De ſhlecht winnet Cho dem? gen ditf, 1 Gf: wicht 4 be hy 3 Ue Neduh f4 ter dian' Wieder vy Vetta 8 wh ' der Nalh Trägt) „und 9x Body( Orey Gj erden! h un 100) mw Weiden 1 0) Om 11 mv G we Zu mindert vw ober bit! oder zwi] chen Dit er auf! WMW Von dem Verhältn. der Biehz. zum Ackerbau, 481 Art aller Orten aufgehoben iſt.=- Sollen aber, weil der Boden zut Ernährung'des Hornviehes gär zu ſchlecht ſeyn mag; Schaafe gehalten werden, fo ze- winnet der Dünger noch weniger, denn wie viel Schaafe gehören nicht zur Gewinnung von 25 Fu- dern? Und wenn dieſe ſich auch auf die 222 Mor- gen ernähren fönnten, woher fommt der Winterbe- darf, und womit wird der Acker beſtelle? Die Schaafe ſind am wenigſten geſchickt, das Gleichge- wicht zwiſchen Ackerbau und Biehzucht zu vermitteln, 6. 258; Daraus gefolgerte Schlüffe, Aus dem allen folget denn, daß bey gemeiner Wirchſchaftsart nur im guten, und höchſtens noch im Mittelboden, ein Verhältniß zwiſchen Vi h:ücht und Ackerbau ſtatt finden; im ſchlechten Boden aber durchaus nicht erreicht werden könne.= Daß Wei- den und Graſung zum Acker im guten Boden wie x zu 2, im Mittelboden wie 1 zu 1; ſich verhalten, vder daß dort Eindrittel Gras- und Zweypydrittel Kornland, hier aber die Hälfte Gras- und die Hälf- te Kornland zum Maaßſtabe angenommen, und dar? nach die Einrichtung getroffen werden müſſe*). Vielleicht +) Unter der Voräusfeßung einer nicht zu fargen Win- terfütterung muß auf Mittelboden das Verhältniß Hh des EGG Z ZG ZG SSS | [7 1. 1 | 0, ' „mn | " | 482 Siebenter Abſchnitt. Vielleicht hätte ich dieſe Berechnung ſparen köne nen, weil ſie nicht gänzlich zu meinem Zweck gehört. I< habe ſie daher auch ſo kurz gefaßt,„als es der Verſtändlichkeit unbeſchadet nur geſchehen könnenz in- veſſen e'zeben ſich no< wohl Urſachen, warum ſie nicht überflüßig ſey. 6. 259. Bewandniß beym Anbau der Futterfkräu- rer: Bey Wirthſchaften, die der Natur zu Hülfe Fommen, und durch den Anbau der Jutterkräuter und Gewächſe gleichſam von ihr erzwingen, was ſie freywillig verſagt,== auf welche denn auch nur un- ſer Augenmerk gerichtet war,= kann dasjenige möge lich gemacht werden, was ſonſt unmöglich iſt. Auch in dem ſchlechteſten, vielmehr noch im Mittelboden kann ein richtiges Verhältniß erreicht, und je went= ger das Vieh an Grundſtücken zur Nahrung bedarf, je mehr kann der Getraidebau erweitert, und je vor“ theilhafter in allen Wirthſchaftszweigen kann es dem Wirth werden. Auf die Beſchaffenheit des Bodens fommt es nur in ſo weit an, als die ſtärkere oder geringere Düngung des Ackers auf die Zahl des Viehes und den des Graslandes zum Acerlande wie 6 zu 4 ſeyn- Schade, daß der Verfaſſer zu wenig Kenntniß der ſogenannten Koppelwirthſchaft hatte! an den Gt jeder L | wichſe; in jede | Pich“ Fle eepeichen weißen 3 Oſeſ andere| u gedent Hede Heber auf a Anbau Won dem Verhält. der Viehz. zum Ackerbau. 463 vo Ey den Strohvorrath Einfluß hat.*) Sonſt rrägt ein ed jeder Boden die ihm angemeſſenen Kräuter und Ge; als Sr wächſe, und dieſe geben, ein jedes in ſeiner Art, One; in jedem Boden äuch gleich viel Nahrung für das warum) Vieh.*) So iſt z. E. mit einem Morgen rothen Klee oder Rüben im Sandböden**) eben das zu erreichen; was mit einem Morgen Eſparſette dder tterfti) weißen Kohl im Kleyboden nür erreicht werdven fann. Geſeßt indeſſen, däß im guten Boden din oder das zu H) ändere beſſer geräthe und mehr gebe, ſv ſoll das kei- attetfra ne Ausnahme machen; wir wollen ſeiner lieber nicht 1, I) gedenken, und uns nur auf Mittel- und ſchlechten ich mw Boden einlaſſen, Was dort mehr erfolger,"mag als jenige m Ueberfluß zur üppigern Fütterung des Biehes, oder M0 008,7 auf andere Art verwendet, oder, es mag duch der Mitteln Anbau eingeſchränkt werden j487: nd je 0' Hh-2 b. 260. ung(wf 5 GO I ie 2) M SEDUD: BE4.22) ESKEN und xxx) Zu ſolchen Behauptungen hatte ſich der Berfaſſer mn wohl nur durch Gügenmus und ſeine Nachbeter verleiten läſſen. Das Gerathen des rothen Klees iſt ſeibſt auf einem durch langjährige, größe Kultur uns va(; Düngung verbeſſerten Sandböden eine mißliche und e gering ivon der Witterung ſehr abhängige Säche. Und ein iche m' Morgen Nüben auf Sandböden giebt ünter Voraus- dy'ſeßung einer gleichen Kultur nicht den dritten Theil ) des Futters; welches ein Morgen weißer Kohl auf oh!) J2 1.:., y Kleyboden gewährt. Möhren kommen ihn doch faſt men en N gleich. 484 Siebenter Abſchnitt.) Ss./ 260: Grundſäße zur Beſtimmung des Verhält: niſſes. Diejenigen Kräuter und Gewächſe, die im Mit- el- und ſchlechten Boden beſonders gerathen, kennen wir nach(6. 153.), und dies ſind vorzüglich: rothe Klee für den Sommer, die Erdtoffeln und Rür- benarten*) für den Winter, und die künſtlichen Wie- ſenfräuter beydes für Sommer und Winter.= Die Anmerkung, daß die Sommerfüttrerung zu vier, und die Winterſütterung zu ac> 2753 Morgen. Die Brache davon beträgt 95 orgen, welche ſchon bey der je- bigen ſchlechten Düngung aller Or- ten zur Hälfte mit 45 Morgen ge- ſommert wird, Dies ſoll auch hier geſchehen; nur mit dem Bedinge, daß darunter die 3 Morgen Rüben begriffen. Es gehen demnach für die halbe Bräche 44, für die Rüben 3. Morgen, und zuſammen ab==> 53.= 07m Tolglich tragen Getraide=> 223 Morgen. Dieſe geben, den Morgen im Durc- ſchnitt zu 5 Mandeln gerechnet,== 112 Mandeln, zu, 6 Mandeln aber= 134 Mandeln. Auf ein Stück Vieh kommen deig- nach in erſterm Fall überhaupt=== 37 Mandeln, Davon zum Einſtreuen durchs gan- ze Jahr täglich eine Garbe, ma-..==. IS===== Auf ein Fuder Dünger aber-4=>=,-+3;=== Wenn Stroh. allein das Vieh ernähren,'zugleich auch die Auewürfe der Nahrung aufbewahren, oder. wenn man mehr Stroh verfüttern als einſtreuen müßte, ſo würden 2X oder 3 Mandeln Stroh auf ein Fuder Dünger nur zur Hälfte hinreichend ſeyn.== Hier. aber, wo das Vieh vier Monate lang mit gränen Kräutern allein, und die übrige Winterszeit mit Erd- toffeln und Rüben größtentheils erhalten, das Stroh, aljo mit den Auswürfen anderer Nahrungsmittel nyur- verſeßt, und mehr davon eingeſtreuet als verfüttert wird, iſt das Duantum hinreichend. Ich will das noch näher und durch die Erfahrung beweiſen"). Ueber» *). Die Berechnung nach Mandeln, Stiegen und Scho- den bleibt immer ſchwankend, da die Bunde alltent« halben ſo verſchieden ſind. Ein in dfonomiſchen An- ſchlägen und Berechnungen ſehr erfahrner und ma» Eh= 12-0.== auf ein Fuder Dünger ES 2%--= Gegen die vorige Bere<ßnung werden nur ſieben Mandeln Stroh weniger, dagegen aber drey Fuder Heu mehr geerntet. Für jenes geht ein Fuder Dün- ger ab, für dieſes hingegen kommen 6 Fuder, und ſo viel hinzu, daß auch die Kleeac>er ihr Theil da- von DD. 0). 492 Siebenter Abſchnitt. vont erhalten können.= Das Vieh hat im Winter auf ein Stück, außer zwey oder drey Meßen Erd- toFeln und Rüben, täglich neun Pfund Heu, und übervem noh zum Häckſel und zur Streu 2 Garben Stroh.= Mehr wird man wohl nicht verlangen, alſo auch gegen dies Verhältniß aller Theile zu einan- der wohl nichts einwenden kbnnen. Die zur Vieh- nahrung erforderlichen Grundſtücke betragen aber noch nicht den ſechſten Theil vom Ganzen, und nur 43 Morgen. 6. 263. Auf ſchlechten 7 00/0. Die Wirthſchaft im ſchlechten Boven düngt al- fe drey Jahr, mithin jährlich zehn Morgenz dazu bedarf ſie; 8 Morgen 8 Fuder,== 89 Fuder Dünger.| Sie hat älſo 5 Stü großes Vieh nöthig, oder rechnet zwey junges für ein großesz und dieſe fünf Stück bedürfen zu ihrer Nahrung an: rochen Klee, Erdtoffeln und Rüben, 5 Morgen.== Da die Ru- ben in die Brache kommen, ſo bleiben für den Klee 24%/ und für die Erdtoffeln xX, zuſammen 33, und folglich zum Getraidebau====== 26X Morgen. Die Brache beträgt 82, und die Hälſ- te 43. Morgen. Dieſe foll ebenfalls gez fömmert, in der Symmerung aber die Pond Traulp 1! Ver 47 9 zuſamm Zola Oetratd Pye De Wf wam DU Qube zun un | da de ger ml Fidhrun den by fe verſt zen; Etro eſch Din Vich Onder m ity ehen Ez | Hu,(n) U 2 Ohe € verlange, [e zu dnn e zur 4 n aben. und m en Dit tend -% jW! nothig 0 d Dif tothe gt Da di M x den A m 33 x Muy Von dem Verhaltn. der Viehz, zum Ackerbäu, 493 Tranſport-- 3005 ee 26X Morgen. 12 Morgen Rüben begriffen ſeyn, Zu 42 gehn demnach noch 15 Morgen, und zuſammen ab----.<= BE 152,7 Folglich bleiben zur„Beerntung mir Gotrabe ne R eie 205 Morgen Wovon zu hoffen, a Morgen 6 Man- dein---=.------ 123 Mandeln. Auf ein Stück Vieh kommen demnach in allem SEELEN ABER EIE Darn 243==== Davon zum Einſtreuen täglich eine Garbe==>= 24=> zum Hääſel im Winter, nichts und--außzemt- Juden: Dunger- nus: 425.> Hier iſt wenig Stroh zum Häckſel vorhanden, da der Vorrath im Ganzen dem erforderlichen Dün- ger nicht angemeſſen iſt. Alſo muß eine andere Ein- richrung, vermirtelſt der künſtlichen und ſechs Jahre danernden Wieſen, getroffen werden. Es wird da- bey freylich erwas in der Getraideernre und im Stroh verloren, dieſer Verluſt aber,.wie wir an dem vori- gen Beyſpiel geſehen haben, indem ſtatt 7 Mandeln Stroh 3 Fuder Heu erhalten wurden,. um vielmal erſeßt. Da überdem die fünſilichen Wieſen weniger Dünger als der Acker bedürfen, ſo iſt' auch weniger Vieh erforderlich, weiches alles denn der Sache eine andere und beſſere Geſtalt. giedt, Wir 494 Siebenter Abſchnitt. Wir wollen einmal 3 Morgen dieſer künſtliche Wieſen, ohne weitere Urſachen anzugeben, als daß 120 Centtier öder 6 vierſpännige Fuder Heu davon erfolgen; ännehmen, ſo bleiben noc< 27 Morgen. Dieſe ſollen um das dritte Jahr; mithin jähr- lich 9 Morgen, gedünget werden. Darauf gehörten zwar nach dem vorhergehenden Anſchlage 72 Fuder Dünger, wir wollen aber; weil wir in der Ernte zurück ſchlagen wollen, an Dunger ebenfalls ein Fu- der weniger, alſo ſieben Fuder für den Widrgen, und in ällem rechnen 63 Fuder Dünger. So vie! geben vier Stück Bieh, wofür an Klee Erdtoffeln und Rüben erfordert-werden 4 Biorgen. Die Rüben kömmen äuch hier in die Brache; mit- hin bleiben von den 27 Morgen nach Nbzug der 2 Morgen Klee, und des einen Morgens ErdtoFein== 24 Morgen. Davon beträgt die Brache 8 Morgen, und der vierte Theil 2 Morgen. Dreyviertel ſollen nemlich geſommert werden. Der Acer wird es, daß ex ſtatt ſonſt um das ſechſte Jahr müßig geweſen, jeßt aber nur um das zwölfte Jahr müßig ſeyn kann, bey ſo guter Pflege gewiß nicht übel nehmen, vielmehr ſich gut befinden und ſehr dankbar ſeyn. Nach Ab- zug des Brachtheils zu 2 Mörgen, und der Rüben zu 4 Morgen, werden älſo mit Getraide beſtellet .. IE Es=.-- 21 Morgen, und anneh nur ſo TE ten de 116 Aer then. uder Von dem Verhältn. der Viehz, zum Ackerbau. 498 BUN und geerntet, den Morgen zu 53 Man- n dy deln gerechnet, EE GERE NEIGEN 116 Mandelti. . We Auf ein Stü Vieh kommen demnach| gn UN CHEN E GEZASST ZOE LAMOPLINN mithin H Davon zum Einſtreuen durchs ganze uf gehen Jahr, täglich eine"Garbe=(== 24<=<= 72 ii Zum Häcſel, bey 14 Pfund Heu,| | der Em täglich an eine halve Garbe=== 5=-=“: 10 ls ein] und auf ein Fuder Dünger beynahe=- 2=-=- Orgen 1 Es ſcheint zwar, als ob hier des Strohes zum Dünger im Ganzen, und zum Häckſel fürs Vieh, ür an R annoch zu wenig ſeyz allein diesmal ſcheint es auch 4 Mön nur ſo! ache; m! Zur Ueberzeugung wollen wir, des Düngers we- Nbzug de! gen, von der vorigen Berechnung nach den Producs ediofil- ten des Acfers und der Wieſen Anwendung machen? 116 Mandeln Stroh geben= 19x Fuder Dünger. 19910 27 NOTO"SIREC 244-.-=. Jen wund 2 Morgen Rüben und Erdtof- ;, Nj feln----- 4 DE ofen I Die Vorernte der Rüben= 1€= um fan) 0) 6 Fuder Heu=“= EILE--- - plelniht Zuſammen== 69 Fuder Ounger. Nad Und da nur 63 Fuder zur Beduüngung des or Rübe Ackers erfordert werden, ſo bleiben für 2 Morgen ro- ficht then Klee und 3 Morgen künſtlicher Wieſen noch 6 Mott Fuder Übrig, In 0„ZS 496 Siebenter Abſchnitt, In Anſehung des zum Häckſel nicht hinlänglich ſcheinenden Strohes bedenfe man, daß die Vorernte der Rüben, und die Abweidung des rochen Klees und der künſtlichen Wicſen, nicht in Betracht gekom- mei, welches doMm; weil beydes in die Zeit des Strohbedoarfs fällt, nothwendig eine Erſparniß daran werden mußz daß ferner ein Stü Vieh täglich 14 Pfund gutes Heu, und entweder 2 Meßen Erdrof- fein; oder 3 Meßen Rüben, außer dem aber noch vie halbe Garbe Stroh erhält; und daß alles das eben-ſo ſättigend und nährend als 30 Pfund Heu fey, ſo viel kein Stück von gemeiner Größe in ei- nem Tage zu verzehren vermag. Zwey Morgen rothen Klee, ein Morgen Erd- toffeln und Rüben, und 3 Morgen fkünſiliche Wieſen ernähren demnach ſo viel Vieh zu jeder Benußungs- art hinlänglich, als zur hinlänglichen- Bedüngung des Ackers erfordert wird. Alles mit, einander macht 5 Morgen, folglich den fünften Theil vom Ganzen aus"). 6. 264, *) Wenn nür die Voräusſekung richtig wäre; daß ein halber Morgen Klee zur Sommetfütterung auf ein Stück Vieh hinreichte, und daß ein Morget künſtlicher Wieſen 49 Centner Heu gebe; ſo wäre bey „des Verſäſſers Berechnutig nichts zu e innern Hier- über habe ich ſchon meine Zweifel bey der Wirth- ſchaft auf Mittelboden geäußert. Jeßt aber bauek der (elbeden WH wi hier deu dieſen ; terfräl Mittal: juneine un dn milf Von dem Verhältn. der Viehs. zum Ackerbau. 457 M). 264 .. Mit„Daraus gefolgerte Schlüſſe. wee Sh Und ſo folgern wir nunmehro: daß„auch beym 1700 diem Anbau der Futter- Kräuter und bey der Stallfütte- u Ay rung das Verhältniß der Viehzucht zum Ackerbau auf parniß day die beſſere oder ſchlechtere Beſchaffenheit des Bodens, 0 täglih,, der zufolge er weniger oder mehr zu düngen iſt, ge- eben Ey gründet werden; und daß die zur Ernährung des Vie- em aber 1 hes erforderlichen Grundſtücke ſich zum Acfer im Mit- aß alles) telboden, vder in allen warmen tehmäckern ,' wie 1 Pfund/ zu 53 im ſchlechten Boden, oder in allen Sandäckern Größe) wie 1 zu 4 verhalten, oder daß ſie dort den ſechſten, bier den fün/cen Theil aller culturfähigen Grundſtü- More(! ele zunter dem Bedinge, daß von jenen der ſechſte, von ſid Dil dieſen ver zwölfte Theil gebrachet wird, ausmachen müſſen. - Benihu) Wir folgern zugleich: daß vermittelſt der Fut- Beh terfräurer und der Stallfütterung der Ertrag des, Mittel- und ſchlechten Bodens ſelbſt dem beſten bey nander m jahn gemeiner Wirthſchaftsart gleich, und, Bewirchſchaf- V tung gegen Bewirthſchaftung gerechnet, im Mitreibo- .“";|| GARDE 25 1 ) den noch einmal, im ſchlechten Boden vier bis fünf- + ly; W mal. ſo hoch gebracht werden könne. Wo 3 fittetun) v-/ t. 205. 4 Nor| iD; 18:04 der Verfaſſer gar auf Sand, und legt ſein Fun: (ALM dament von imaginairen Klee an. Das Ganze iſt en 0] ein Luftgebäude und würde ausgeführt durch ſeine „ Nih| 625: ) der Di eigeize Ehwere verſinken, + aber jun; Fi iW "y| 498 Siebenter Abjchnitt, |/ 9. 205. "' 1,4 Sernere Anwendung auf verſchiedene | WO; Wirthſchaften. | 47% EEE | jup Dem Leſer die Mühe zu erſparen, will ich das „ji Syſtem verſchiedenen Wirthſchaften,- in Abſicht auf W| den. Umfang derfelben, anpaſſen. Die Zahl des Viehes und die daſſelbe ernähren- den Grundſtücke verhalten ſich zum Acer: a) In Mittelboden, Horn-y Bedarf an 4 Aerl.[Sui dex um das ſechſte vieh frothen| Erd- zfünſt 1008
    ZE= 1 Von dem Verhältn. der Viehz. zum Ackerbau. 499 Das anſcheinende Paradoxon,'nach welchem die Wirthſchaften im ſchlechten Boden mehr Bieh, folg- lich auch mehr Futterkrätrer, als die im qzuten Bo» den, haben müſſen, verliert ſich bey der Erinnerung, daß wir jenen eine dreyjährige, dieſen nur eine ſechs- jährige und um den vierten Theil verminderte Dün- gung zugeſtanden, aus dieſer Urſache aber auch den Er» trag des Ackers faſt gleich geachtet haben. Großes Hornvieh, oder Ochſen und Kühe, habe ich deswegen zum Maaßſiabe bey dex Viehzucht.„6e- braucht, weil es ſich beſſer dazu, als andere Viehar- ten; ſchickt. Sonſt verſteht es ſich, daß alle Wirch- ſchaften, von zwey Hufen und darüber, Pferde und junges Vieh haben müſſen. Dieß macht aber in der Nahrung dafür und im Dünger keinen Unterſchied. -=- Da die Pferde zugleich mit Getreide und dem Abfall davon erhalten werden, ſo kann man, der Fut- terfräuter und des Strohes halber, immer zwey Pfer- de auf einen Ochſen oder eine Kuh, und an jungem Bieh, da es nur die Hälfte bedarf(6. 194.), eben ſo viel rechnen. Zwey Pferde, oder zwey Stück jun- ges Bieh, geben aber eben den Dünger. Meit den bey großen Wirthſchaften, von zehn Hu- fen und darüber, gewöhnlich verbundenen Schäfereyen hat es jedoch eine andere Bewändniß. Die Schäfe- reyen verbrauchen viel Stroh, ohne nach Proportion eben ſo viel KiaignE zu liefern. Man pflegt i im-Wei- 12 1TN9U8 dern gO Siebenter Abſchnitt. den und Füttern zehn Schaafe auf eine Kuh zu rech- nen, und erhält von ſechzig Schaafen, wenn auch der Sommerpferch in Reh fommt, den Dünger nicht.=- Dergleichen Wirthſchaften, wenn ſie au- ßerdem, zum Anbau der Futterkfräuter und zur Stall- fütterung gehörenden Bezirk ihrer Grundſtücke nicht noch beſondere Abtriften und Hütungen, und beſonde- re Wieſen haben, vermittelſt welchen das Schaafvieh ſich im Sommer ohnehin ernähren, das im Winter darauf zu gebende Stroh aber durch die nicht zum UNn- ſchlag gekommene Hevgewinnung erſeßt werden kann, erfordern eine andere Einrichtung. Dieß gehort indeß nicht hieher ,. und überdem ſind wohl die meh- reſten mit dergleichen Hütungen und Wieſen verſehen. 4..:266, Erforderniſſe zur Einführung deſſelben. Wir wüßren alſo, wie viel Nahrungsmittel für das zur Bedüngung unſers Ackers erforderliche Vieh an rothen Klee, an Erdtoffeln und Rüben, und an künſtlichen Wieſenkräutern, wir haben, und wie viel Getreide, theils des'Viehes, theils des Düngers we- gen, wir ernten müßten.=- Nun kommt es noch darauf an, die gehörige Einrichtung bey der Wirch- ſchaft zu treffen.= Ordnung, die Seele aller Din: ge, iſt ſchon beym gemeinen Feldbau, vielmehr noch hier erforderlich. Der Anbau der Futterfräuter und die Bonden ve Gal Pirhſch nd qm trächtig! darf. als(mt: Beſim d dijet wer mit verh hören ſd we Ora Anbat eingef nod| gen J WT ſenfrä und) einan) uh zu teh: Wenn dud den Yime enn fd d zur yl dſtücfe nh md beſt) Schach im Win cht zum) verden fn Dieß aht ohl die m ſen verſch deſſelht noe verlie M ben, um und wied! Düngen unt 8 m der Bir cal D jeimeht 1 fraute 1" dy h | Von dem Verhaltn. der Viehz, zum Ackerbau, 59 die Stallfüktterung ſoll ſich gleichſam an die bisherize Wirthſchaftsart anſchließen, und damit zuſammenhän- gend gemacht, die alte Verfaſſung aber nicht beein- trächtiget werden. Wenn dem ſo iſt,== und anders darf es nicht ſeyn!== ſo muß man auch das Ganze als eine Kette betrachten, an welcher alle Glieder zum Beſten des Ganzen wirken, und wovon keines beſchä- diget werden darf, wenn die Wirkung, oder die da- mit verbundene Abſicht, nicht leiden, oder gar auf- hören ſoll.= Wir wollen alſo der Art und Weiſe, wie die Grundſtücke zu den verſchiedenen Kräutern und Gewächſen, und zum Getreide eingetheilet, wie im Anbau damit abgewechſelt, und wie alſo die Ordnung eingeführet und erhalten werden müſſe, näher treten z noch immer aber eine Wirchſchaft von dreißig Mor- gen im Mittel- und ſchlechten Boden vor Augen haben, 01.267. Plan dazu. Der rothe Klee, wie man ſich nach(8. 60.) er- innern wird, dauert drey Jahre*), die künſtlichen Wie- ſenfräuter dauern ſechs Jahre(6. 594.), die Erdtoffeln und Rüben müſſen alljährlich beſtellet, alles muß mit einander gebauet, gleichwohl in dem bisherigen Sy- 343 ſtem *) Das Ausſaat- Jahr mitgerechnet! Im zweyten Be- nußungs- Jahre kann aber ſein Ertrag im Durch: ſchnitt nur auf die Hälfte angenommen werden, wenn keine Gräſer darunter ſind. 592 Siebenter Abſchnitt. 0908 4 RE 9 gemacht, und noch weniger der „Büächfeld: zu LEE NEIGEN 4:5 zu nähe getreten werden. (5. 141. 06 4:0 muß erheblicher Urſachen wegen iS u is; zunächſt am Stalle ſeinen Plaß DEI I 406 ſſen auch die dem Hofe, oder dem men werben. DUNPEUNSON NEE MEIN 0.« ut 3 Jahren ſeiner Dauer giebt iLaEich 22 FÜ Jahr noch Getraide(4. 58.), und Vir äG Ed Jahre Klee. Da im Mittelboden an- „ im ſchlechten 2 Morgen erfordert werden, Ü>d , F “od VH IRLINERG: wollte, es nur ein Jahr um Jahr zwey; 43 ſeyn, und man hätte ſo das eine Weil aber bee i I Jahr"'dreyjährigen Klee. "Mühlagen|. reyjahrige zuweilen im Wachsthum EEE.-, und die Fütterung erknappen EBT. ailD 400 beyde Jahrgänge zuſam: men uf M| jüngere den ältern mit überneh- nad- tan beſiellt daher alljährlich die Hälfte - was man ganz nödthig hat, im Mittelboden ZL57T 3. alſo 3, im ſchlechten Boden einen Morgen. IH ſeße ferner voraus, daß man[den beften ; 4 zunächſt gelegenen Ackers auswählenz; daß man ME durc gufe Düngung noch mehr zu verbeſſern 4 HOE ihm mehr Gute thun werde; als man *: yr der Hand dem übrigen zu chun vermagz ſo fol- gef; Pouden u git) un EG: hamit 4 ve A Früchte! out) vr Si R hohen Man undv ſehald Gept deny läßt 1 (9 0 Von dem Verhält. der Viehs. zum Ackerbau, 503 igt be ja get, daß man ihn-auch öfterer zum Kleetragen zwin» m gen, und daß er auch mehr leiſten könne*). n|| So fort, nachdem er Klee getragen, ihm wieder fachen vem | damit zu beſtellen, iſt aber auch nicht rathſam: er wür- eine I; . ij ve ermüden. Eine kurze Abwechſelung mit andern dazu Nn Früchten, die der Neuheit des Bodens wegen außer- „Dame ordentlich gut darin fortfommen, erfriſchet ihn, und 4 58) 1 der Klee wächſst nachgehends mm ſo beſſer wieder. ttelbode,' Die Erdtofſeln ſind in Neubrüchen, oder umge- ert win brochenen guten Dreiſchen, in ihrem Eletnente(Ö. 111). M ander)- Man pfanzt ſie alſo in den ausgetragenen Kleeacker, ein' Shu und. verfährt entweder nach 6. 89.3. oder pflüget ihn, (B000) ſobald der zweyte oder dritte Schnitt im Anfang des ahrigen Septembers davon iſt, und nachdem er auch mit Pfer- 1 Woch ven und Schaafen ſcharf abgehütet worden, flach um, 0 erf läßt ihn drey bis vier Wochen brachen, egget ihn tüch- gänge tig ab, vünget und pflüget den Dünger vor Winters mit hm ZS AF tief h die-+) Die beſte Düngung wird es nicht verhindern, daß Mitten der Klee ſich austrage, oder das Land, wie man egen ſagt; ſeiner müde werde, wenn er ſo oft darauf nm Af fommt umd ſo lange darauf Feht; wie der Verfaſſer . will. Zweymahbl wird es gut gehen 3 das dritte Mahl G jim wird er ſchwach werden und zum vierten Mahle ganz jw vie mißrathen. Daher iſt die Einrichtung mit den be- als m fondern Kleeköoppeln in ber Nähe des Hofes von fei» 9; fö nen Beſtande, ſondern mau muß durch das Janze !". Feld damit gehen. geh ' 504 Siebenter Abſchnitt. tief unter. Im Frühjahr wird er: noch zweyma! be- arbeitet, und darauf beſtellet. Itach den Erdtoffeln ſäet man Rocken, darnach Gerſte, und mit derſelben zugleich wieder Klee*). Der Acker hat alſo zur Erfriſchung eine Zwie ſchenzeit von 3 Jahren, in welchen er Erdtoffeln, Rocken und Gerſte trägt, zugleich auch vermittelſt des Erdtoffelbaues bracher(b. 192.). Da er 2 Jahre Klee beſcheeret, der Beſtel- ſungsturnus alſo in 5 Jahren herum kommt, ſo ſind auch fünf dergleichen Pläße nöthig, auf welchen die Früchte folgendergeſtalt abwechſeln: *)"Keine Sicherheit beym Klee, der erſten Frucht nach der Brache oder nach beha>- fen Brachfrüchten geſaet wird! Abtheilungen.| 1780 1781 1782..11.110283 1784 Gerſte Erd- Erſte mit Klee| Klee| toFeln| Nocken GAAEN 10 Erd- Gertie Zweyte| Klee| Klee| toffeln| Rocken|> mit EE 2 ce K!ee | Erd?| Gerſe Dritte KNlee| toffein| Rocken| mit Klee Z! 488 Klee : Erd; Gerſte Vierte toffeln| Rocken| mit Klee Klee | Klee; :| Gerſte AF Erb: Fünfte| Rocken| mit Klee|»Klee| toffeln Klee Und wenn er nicht mit Bonden [ind M] ſaled ſam dor! D und ſo ſelect Nu 100 d damit hau Unt P dem want vel 00300 ſchid! the od weiſt, tale| N auh Yz dene Yitt mittelt) der Vyy amt feh welchen) er micht m nach bes“ Von dem Verhältn. der Viehz. zum Ackerbau. 505 Und da jedes Theil im Mittelboden dreyviertel, im ſchlechten einen Morgen hält, ſo macht es in al- lem dort 33, hier 5 Morgen. Dieſe zieher man von dem übrigen Felde ab, und ſo bleiben vorläufig im Mittelboden 264, im ſchlechten Boden 25 Morgen. Nun ſind aber noch dort anderthalb, hier drey Morgen künſtlicher Wieſen erforderlich. Wie wind cs damit zu halten ſeyn, ohne in dem übrigen Acker bau Unordnung zu machen? Auf zweyerley Art kann es geſchehen.=- Entwe- der man läßt die Wieſe in dem ganzen Felde herum wandern, ſo daß ſie alle ſechs Jahr einen neuen Paß erhält, wogegen der vorige wieder zum Acer gezogen wird; Oder man nimmt auch ein paar beſonders ſchickliche Pläße dazu, und behandelt dieſe wie Wör- the oder Grasgärten(4. 89.) alſo, daß ſie wechſels- weiſe, 6 Jahre um 6 Jahre, Futterkräuter und Ge- “traide tragen müſſen, Das erſte iſt nicht wohl thunlich.= Wenn auß die Gemeinheit der Wieſenwanderung nicht im Wege wäre*), ſo mögte es doch die damit verbun vene Unbequemlichfeit ſeyn. Der Acer müßte beym Mittelboden in 16, und beym ſchlechten in 8 Theile Ii-.5 gele 4 *) Ich meinte, der Verfaſſer ſpräche nur von priva- tivem Acker. Bey anderm findet gar fein ordentli- "es Syſiem ſiatt. x 306 Siebenter Abjchnitt. geleget werden, wovon erſt in 96 oder 48 Jahren einen Theil die Reihe treffen würde; überdem wür- ven auch die Theile zu klein, und indem ſie bald in der Mitte, bald am Eüde des Feldes, bald hier, bald dort ſituiret wären, der übrigen Feldbeſtellung hinderlich werden. Beſſer iſt alſo die zweyte Methode; die künſili- Und folglich wird Getraide geern-| tet von----==|215EMorgen. alſo auch noch von 55 Morgen, aus angeführten Ur- ſachen, mehr als vorhin gerechnet iſt.; Man muß ſich nur nicht an die Brüche in der Rechnung ſtoßen!=- Ich weiß zu gut, daß man nach Ruthenzahl und Brüchen ſein Feld nicht eintheiien und beſtellen könne. Es kommt in der Ausübung fo genat nicht darauf an, und überdem verlieren ſich bey grd- ßern Zahlen, d. i. bey größern Wirthſchaften, derglei- rx Er telmehr; gemäß, NEHME fahrung, 1618 der Natur eingewendet, und d macht, wird, ich SIIURE rothem Klee ang agegen das Anſäen ns nich was erat 25 er* unſer Pommerſche Can Di AR mit muß ihn jo oft anf n d MNeumärkiſche Rſs meint zu verbreiten ſucht ühren, weil er ebe Wirth= ich find== wenn ſie 4 5 der guten 7604 oft Ideen ORTAIUT EE: uf fei Sache na mſchädlichere Art b Ie andere, de nachtheilig von ihrer Nüßli ettiehen werden kb m. Getraidebau 19] MEHÄHHEN ichfeit verlieren vnnte, würde viel ; und viellei"04509; er nicht? Er ſe vielleicht andere Ha meinet er! ßt nur hinzu: d FERI ſagt * er Kleeb j 3 au ZIN es / gad är A) v „nwfann „dt. du ſelben| weine Blat tere a fam) ( N ] fehlen, Futtt beſon weng| ffr werds den Dehy un" % we en 2 Wh, ehen hy y Getradiy 33 Ann Dd aub) ders zu 1) genäht- 19, nid der Net 1 Befpil eiß ni m - Brehent choft, m! Zirth= ) oft Jun nacht! Hetraidih! würde meint eine»[9 000, 73 ] 29n dem Verhaltn. der Viehz. zum Ackerbau, 51x es iſt nemlich durchaus von dem rothen Klee die Rede, vielleicht weil ihm die übrigen Futterfräuter unbekannt geblieben,=- muß dem Getraidebau richt den geringſten Eintrag thun, vielmehr den- ſelben befördern.== Daß dieſes aber auch nach meinem Syſtem geſchehe, davon glaube ich auf jeder Blattſeite, in ſo fern es ein Gegenſtand dieſer Ma- terie geworden, hHinlängliche Beweiſe gegeben zu haben*). 6. 251. Die Einwürfe werden widerleget. Meinungen zu widerlegen, denen die Gründe fehlen, iſt unmöglich! Denn daß der Anbau der Zutterfräuter von ſeiner Nüßlichkeit verliere, weit beſondere Pläße: dazu gewidmet ſind, kann eben ſs wenig für einen Grund gelten, als ſchwer. es einzu- ſehen iſt,'daß die Kleewanderung im Felde herum, oder das alljähtige Anſäen der Brache mit Klee, von beſſerem Nußen ſeyn ſolle. Man ſagt zwar, daß dadurch dem Getraidebau nichts entzogen werde, indem die Brache ohnehin zum 6:7 Man muß zwiſchen Einſaat und Ernte ENER den. Erſtere vermindert der Futtergewächsbau bey der ſogenannten Feldwirthſchaft; leßtere aber ver- ntehrt er deſto gewiſſer. Bey der Koppelwirthſchaft wird ſich hingegen auch die Einſaat etwas vermehren. 512 Siebenter. Abſchnitt, zum Grastragen beſtimmt ſey, welches doch ge- ſchehen würde, wenn man dazu beſitmmte Koppeln- haben, und ſolche alle drey Jahr mit Klee beſiellen mäßte.= Wer wird aber auch ſo widerſinnig, und allen haushälteriſchen Grundſäßen entgegen handeln, und Klee nach Klee in Ewigkeit fortſten? Wie kann das auch einmal möglich ſeyn! Drey Jahre dauert ja nur der Klee; man muß alſo auch, wenn der Acker ausgetragen hat, ſo fort wieder zur Beſaamung ſchreiten, und ihn, in dieſer Abſicht, vom Herbſt an bis zum Frühjahr bearbeiten. Wie ſchlecht muß nicht die Arbeit in einem drittehalb Jahr lang geruheten, fich feſt gelegenen und berafſeten Boden ausfallen, wenn überdies vielleicht die Witterung nicht günſtig iſt! wie unarcbar muß er am Ende nicht werden, wenn das Ding unaufhörlich ſo fortgehet! und wie elend muß auch nicht der Klee gerathen, dem es ge- wiß nicht gleichgültig iſt, ob ihm gut- oder ſchlecht bearbeiterer Aer angeboten wird!=- Wenn ich eben- falls den Kleepläken oder Koppeln keine Ruhe ver- ſtatte(Fd. 267.), ſo bewillige ich ihnen doch die Bra- He, oder welches einerley ſagen roill, die vftere Auf- lockerung der Erde vermittelſt des Erdtoffelbaues, Geſeßt auch daß der Boden, des vor Winters un» tergepflügten Düngers, und der dem Pflanzen vor- hergehenden viermaligen Bearbeitung mit dem Pflu- ge ungeachtet, noch ſcholligt und kloßigt bleibe 3 den ; Erd- | yd: pueden fe (eten, d und[0er gugenbid folgenden€ Werden, M genf ncht mit Oe mit Dj (Ih fe bei NW,= (den de ;', aud) When| Id 9 jeh AU WE mh ber 4 Von dem Verhältn. der Viehz. zum Ackerbau. 5x 3; Je deb mt 4 Erdroffeln ſchadet es n:cer ent? „ Fernet ſey, auch der Klee enkfernet werde, gründet ſich auf die(4. 161.) gegebene, und daſelbſt, auch (4. 176.) noch mehr erläuterte Regel; der zufolge die grüne Fütterung: ſo nah:am Stall, als möglich, vorhanden ſeyn muß. Der dort erwähnten Vortheile will ich hier nur in ſo weit. gedenken, als ich von vem allgemeinen Grundſaßt: daß entgegen geſeßte Urſachen entgegen geſeßte Wirkungen haben, die An- wendung, und vermittelſt derſelben den aus der Ent- legenheit des Klees entſtehenden Nachtheil, überhaupt begreiflich machen will.== Bey großen Wirthſchaften, wo etwa 50 Kühe auf dem Stall-gefüttert werden, reicht überdem kaum ein eigenes Geſpann zur Einho- lung des. Klees.: Der Hirte, oder wer es iſt, be- ſchäftiget ſich bloß mit dem Mähen; er verlanget noch wohl eine Magd, den: Klee'n Haufen zu har- fen, damit das Aufladen geſchwinder gehe. Mun fommet -*) Daß der Klee die Stelle der Brache nicht vertreten und ihren Zweck nicht erfüllen könne, darin bin ich mit dem Verfaſſer einverſtanden. Im übrigen aber nicht BE SLI Qu fammt di diſe nid dür a gen Au zwey Ku eil 00 (ft Im fh A falt hauf UB) ſe hr zu(nt bringen Ende| gegen dD 6 Mihd fen) füttern 4 diſe 4 tm wn (8 des finden te ſh Käſte aft| "rech Vondem Verhältn. der Viehz. zum Ackerbau, 515 Ve weia kommt ein Fuder beym Stalle, und wird, wenn dieſer nicht zum Durchfahren eingerichtet iſt, vor der Thür abgeladen. Drey Mägde werden zum Eintra- gen, zum Füttern und zum Abmiſten, und ein oder= zwey Kerle zum Häcffelſchneiden, wenn man zum| achat Dheil oder ganz Häckfſel füttern will, und keine 5 de, aeh Mühle dazu hat, erfordert. Alſo haben 7 oder 2|| ebf u keute, und 4 Pferde oder Ochſen, bey ungefähr 50| "der zu Kühen Arbeit. Iſt dabey der Sommer naß, oder| als mh fällt häufiges Regenwetter ein, ſo iſt es im guten y| ten Bort oder Lehmboden vollends böſe. Der Kleeacker wird| als I'M ſv ſehr durchgefahren und durchgetreten, daß er bis 1| egen zu einer neuen Brache nicht wieder in Ordnung zu| ben, vil bringen, und“ der Weg dahin ſo ſchlecht, daß am| aus der ft Ende faum mehr durchzufommen ſieht.== Iſt hin- IF] gegen der Klee nahe beym Stalle, ſo können 4 bis Bieſheht 5 Mägde die ganze Arbeit beſtreiten(6. 183.), ſie ebert M) können den Klee mähen und einholen, das Vieh 1 zur Orb füttern und abmiſten, und brauchen höchſtens nur + ef! Hülfe zum Häckſelſchneiden. Es wird alſo an Leu- er vella ten und Zugvieh geſparet, und der Acfer ſo wenig, fab als der Weg daßtin, verdorben. Eben die Vortheile ie: ZU finden auc nach Verhältniß bey kleinern VWirthſchaf- fort ten jftatt.. Wenn die unndthigerweiſe verſchwendeten . Kräfte von Menſchen und Zugvieh bey einer Wirth- icht vert jchaft von 50 Kühen träglich nur auf einen Thaler 7,00 zu rechnen, ſo bringt es bey einer Wirthſchaft von abger 050 5 8516- Siebenter Abſchnitt. zehn Kühen täglich 5 Groſchen, bey einer von ſechs oder acht Kühen, 3 oder 4 Groſchen, und Aer und. Wege werden hier ſo wenig, wie dort, ver- vorben). 9. 274: *) Bey einer Stallfütterung von 15 Kühen würde es ſchon, wo nicht unmöglich, doch ganz unwirthſchaft- lich ſeyn; den Klee durch Menſchen hereinbringen zu kaſſen. Drey bis vier Leute hatten damit den “ganzen"Tag zu khun. Hingegen können die Acker» pferde, wenn ſie Mittags und Abends zu Hauſe kommen, faſt öhne Mühe ein Fuder mitbringen: Wenn das Ackerland gut und neben einander gelegen iſtz ſo halte ich, auc bey der größten Staüfütte- rung, fein beſonderes Geſpann dazu nöthig. Liegt es zerſireuet, ſo iſt es freylich rathſamer, ein Paar Ochſen, die fett gemacht werden ſollen, dazu auf» zuſiellen. Solern der angeblich: leicht utter fin fortfommende Klee gebracht wird; NE Erfolz 186" fann dies haben? | Dal Wenn. der. gute Wirth. in guten Gegenden „ian dann und wann einen Theil der Brache mit.. Klee FEN beſtellet, vielleicht weil er. einen Kleeac>er;- oder eine eine verh) künſtliche Wieſe, eingehen laſſenz und wenn dieſer h hip 8. ſagt, daß man auch in der Brache Klee bauen könne, 1...0 ſo iſt nichts dagegen einzuwenden. Seine Brache iſt eoßn im dreyjährigen Dünger ,. ein Boden, wie„ihn ei: :(ht a)= 0) die) Cf 3 gent!( lich S13 Siebenter Abſchnitt. gentlich der Klee haben will(5. 58.)z; er mähet ihn vielleicht ein oder zweymal und früh genug, den Acer noch eben jo oft als die ganze Brache zu bearbeiten, düngt mit dem gemachten Sommerdünger, hat in der folgenden Ernte feinen Abſchlag, und den ge- wonnenen Klee im Kauf.=- Wenn wir aber ihm unbedingt nachbeten; wenn wir ſchlechtere Wirthe in ſchlechtern Gegenden eben ſo unbedingt zu folgen leh- ren, und thnen zu eben den Vortheilen Hoffnung machen wollen, die jener hatz wenn dieſe dann auch ſo folgen, und von„ihren ſchlechtern Aec>ern die ſchlechteſten wählen, wei! ſie ebenfalls zur Brache ge- hören; dann iſt viel dagegen einzuwenden!== Der Klee wächſer nicht, und kann nicht wachſen, Unfrauc bedeckt den Aer, wenn er noch Unkraut tragen kann, die darauf verwandte Arbeit iſt vergebens, die auf Beſtellung des Wintergetraides zu verwendende grö» ßer wie ſonſt, und vie folgende Ernte, des nicht or- dentlich beſtellten Ackers wegen, geringer.= Wo „Bleiben bier die ſchönen Hoffnungen? Verſchwunden ſind ſie! und die alſo irregeführten und getäuſchten Wirthe werden gewiß nicht dem ſchlechten Rath, dem ſchlechten Aer, der ſchlecyten Beſtellung, ſondern dem Klee, und allem, was mit ihm verbunden iſt, die Schuld beylegen', und zu nochmaligen Verſuchen fich nicht ſo ſeicht entſchließen. Brachen, Jam gung vt vm pie mm? ytwtnd |» pcd wam ver mv Verthe unden uad di für iht NW Wirths wachten Wtteu ſu in vt R (EN =V; wf betrich Von dem Verhaältn, der Viehz. zum Ackerbau. 519. er"Brafhen? die) zum Graästragen beſtimmt ſind, | Mmh weil ſie kein Getraide mehr tragen können, ſind ge- | bn wiß nicht für den Kleez.' er muß wenigſtens einen, Wt hh im dreyjährigen Dünger befindlichen Acer haben. “ Wb Da man einen ſolchen, der bi8sherigen ſparſamen Dün- vr Wh gung wegen, nicht gern aus dem Getraidebau verlie- e Bieyt ret, ſo habe ich(4. 188. u. 199.) Anleitung gegeben, 1 Folge wie man dieſen, nur in dem erſten Jahre des Anbaues Hef eintretenden. Verluſt abwenden könne.= Wer nicht ſe danny ſo procediren, wer dem Klee den gehörigen Acker| Aeden) nicht widmen, und ihn in ſchlechteren. bauen, will,; x Beh) ver muß ſich auch im Anfang. länger quälen, und die en! ah Vortheile länger entbehrenz. wobey er denn ermüden fem Unfa und endlich glauben wird, daß der Anbau des. Klees tragen fn und die Stallfütterung ſo wenig für ſeinen; Aer, als n8, view für ihn ſey. vend 1! Aus verſchiedenen Stellen des Pommerſchen':c, des nt! Wirths iſt abzunehmen, daß der Klee bey den ge- “HY machten Verſuchen nur ein oder zweymal zur grünen geſu Fütterung gemähet worden; daher auch der Verfaſ- verh ſer eine Menge Wicken zu bauen anräth, um, wenn 4 Jil"' der Klee fehlſchlage, das iſt, nach ſeiner Art, wenn 494/fudt er nur einmal zu mähen ſey, den Adang Ji. EHFEBRU« eh h= Wenn, mögte auch ich ſagen, die Kleewirthſchaft + Bei auf feine andere, dem Getraidebau unſchädlichere Art betrieben wird, ſo verlieret ſie ihre ganze Nüßlichfeit, denn hier geſchieher vem Getraidebau ja offenbar Kk 4 Ein- Brad) 520 Siebenter Abſchnitt. Eintrag!== Dreymal wenigſtens muß der zweyj4hs rige Klee geſchnitten-werden. Auf einer gleichen Flä» t und beſchattet den Boden nicht hinlänglich, und hinterläßt den Acker in einem zä- hen, verqueckten Zuſtande. Reiner, eben und dicht- ſtehender Klee dagegen macht den Boden ſchon durc ſeinen Schatten und die unter demſelben fich anhäu- fende fixe Luft, ſo wie durch die ſaftigen eindrin- genden Wurzeln lockerer und fruchtbarer, wie er vor- her war, und zur Aufnahme des Wintergetreides in die erſte Fahre= beſonders wenn der dritte Wuchs niedergewalzt und vorſichtig uintergevfügt worden= vorzüglich geſchickt. Auf dieſe Verſchiedenheit beru- “hen die. ſo wiederſprechenden Meinungen und Erfah»- rungen, welche man von der! Schieflichfeit des Klees, als Vorbereitung zum Wintergetreide, hört. IK | 5.22- Siebenter Abſchnitt. udn Gi: 275. vis SIN) :+„el Dritte Urſache. uy 13 Der dritten Urſache gemäß muß der nach dem Klee beſtellte RoFen ſchlechterdings mißrathen, nicht des mh ; 010 In einem vorzüglichen, milden, warmen Kiey- Wm oder vielmehr Mergelboden, der rein von Unkratit, vor-" züglich von Queen, und-wohl durcdüngt iſt, gebe ligt ich es zu, daß man nach zwey abgetragenen Korn- wi ſaaten ein untadelhaftes Kleefeld erhalten könne; bes wh! ſonders wenn der Klee dem Boden noch neu iſt. Aber Wurd auf kalten, frautwüchſigen Thon- oder Lehmboden Zu geht dieß nicht; ſo wenig wie auf ſolchen Aeckern, 4 die nach kurzen Zwiſchenzeiten ſchon mehrere Mahle vont » Klee getragen haben. Hier kann man auf ein gutes gut Kleefeld nicht anders Rechnung machen, als wenn"ſt man ihn mik der erſten Frucht nach der gedüngten Brache=- oder nach behackten Früchten, welche die Wit Stelle der Brache völlig vertreten= ausſäet. Wenn hint man dieſes that, alles übrige gut beobachtet und Di kein ſo unglückliches Kleejahr, wie das von 1799 wW einfällt, ſo kann man ſicher darauf rechnen, in der in Skoppel des einjährig benutzten Klees mit einer Fah- h ve eben ſo gutes Wintergetreide, wie in der Brache, hy zu erbauen.| Wer den Klee, wie' der Verfaſſer, zwey Jahr benußen will, der muß entweder mit einein oder zwein y jungen Schnitten im zweyten Jahre zufrieden ſeyn und dann noch Zeit zu gewinnen ſuchen, ihn drey- mahl Von dem Verhältn. der Viehs, zum Ackerbau, 523 des Klees, ſondern der einfährigen ſchlechten Beſtel- lung wegen.== Ich habe zwar(b. 192.) geſagt, und ;; | wd de die ahm, nh VN:; mahl zu pflügen; oder ex muß mit dem Klee zugleich reinen Saamen ſolcher Gragarten ausſäen- welche Va die leeren Pläße im zweiten Jahre ausfüllen, und Unfrah 1 deren Wurzeln den Boden nicht zähe machen und Üngt if 4 leicht zerſidörbar ſind; oder aber er muß nach dem agen dy zweyten Kleejahre Hafer bauen.=- Wer dieß thun en Fön);) will, nimmt natürlicher Weiſe in die Brache Winter- neu if. forn, und ſäet im Frühjahr den Klee darunter-- er Cihnh) Kartoffeln würde ich, nach des Verfaſſers Rathe/ chen Win nie in die Kleeſtoppel nehmen, weil ſie noch eine nöhren vortrefliche Kornernte tragen kann, und Kartoffeln, auf ein au gut bearbeitet, vollkommen die Stelle der Brache 0, Ehn erſeßen. er gedit Daß übrigens der Klee bey einer ordentlichen 1 Welge! Wirthſchaft durch das ganze Feld gehen müſſe, hat uöſäc M keinen Zweifel. Wenn auch eine beſondre Kleekoppel obadtit 1m-- wie nun oft wiederhohlte Erfahrung genugſam as 601 1) gelehret hat= ſich nicht bald austrüge, ſo fiele doch) hne in ein Hauptvortheil des Kleebaues=- die Unterbre- i ein 91)erten Acer. Dies iſt ſo bekannt, daß die öftere Bearbeitung der Brache dieſe Abſicht in aller Welt, wenigſtens doch in allen Deutſchen Wirthſchaften, mit zum Grunde hat.= Kann aber wohl ein anderthalb Jahre lang geruheter, ſich feſt gelegener, nicht ſelten beraſeter Boden, wenn er einmal gepflüget wird, ſoy locker werden, als durch vier- und in einigen Gegenden bey ungünſtiger Witterung noch öftermaliges Pflügen geſchiehet 2? Entweder unſere ganze Bearbeitung der Brache iſt unnüß, überflüßig und Tändeley, oder das einmalige Pflügen taugt auch nicht!=- Es be- darf indeſſen keiner Zweifel. Man nehme nur vie ſchlechten Wirtche zum Beyſpiel, die ihre Brache we- niger als andere bearbeiten; der Augenſchein bey der Ernte wird bald-lehren ,/- warum es nothwendig ſey, den Acer gut und oft aufzulo>ernz; ich nehme die leichten'"Sandäcker aus, die zwar auch, aber in ge- ringerm Maaße aufgeloFert, d. 1. einmal, und ge- gen ſtarken Lehmboden wohl zweymal weniger gepflü- get werden müſſen.: Was hilft alſo dem Rocken die im Acer vor- handene, vermittelſt der Ruhe ihm verſchaffte Pflan- zennahrung? Sie wird beym einmaligen Pflügen nicht ' ged nigt ufs u" 64 Burzeln | Geburt Nehru! Zun,! [ung 160% vun ufd nbi fs zu ul m VN Reds D Outhy? Yer eſe m wih d dm, Iv nh in (ld dav inne, Gotent beſte, ſtalt, friihen Von dem Verhältn, der Viehz, zum Aerbau, 527 NE nicht aufgeldſet, und bleibe in den harten Stücken) N ie und Schollen des EI SEIN MENN wohin Ms 14 Wurzeln des Rockens nicht dringen fönnen. Die| fn Kloewurzeln aber geben in der Zeit, daß der Rocken| bem Nahrung bedarf, noch keine Mahrung her; erſt im|| 19:08 1 Junius, wenn die Frucht reift, gehen ſie in Fäu-||' vn Om lung über. Indeſſen muß man hievon keine Anwen-|,| d Jahre y dung auf die Rüben machen, die nach(4. 128.) eine| lten binwy vorzügliche Nahrung des gleich darauf folgenden Ro- 0, Dl Fens werden. Dieſe ſind fleiſchigter/ michin auch en Grp zur Fäulung geneigter.=- Und ſo können die ſonſti- (iges ly gen Vortheile des Kleeackers, in. Anſehung ves arbeitung) Rocas, nicht wirkſam werden. dele,|| 1=>) Der Verfaſſer ſagt es ſelbſt von demjenigen ehme m) Guthe, das überall der Held ſeiner Kleegeſchichte“ iſt. » Beh! Der erſie Ro>en nach dem Klee iſt nämlich nicht ge- jein by 1 rathen, aber nachher hat der AFer beſonders gute hwendiy Früchte getragen. Iſt das nicht Beweiſes genug von h nehm) dem, was ich geſagt habe? Es iſt und würde aber obe ity! auch in der ganzen Welt ſo ſeyn!=- Wie er alſo al, und bald darauf aus ſeiner eigenen Erfahrung behaupten niger 39 könne, daß wenn der Kleea>er in der Mitte ves Septembers umgeſtürzt, und mit Rocken einfährig Me beſtiellet werde, das beſte Korn varnach wachſe, der- ofie Mv geſtalt, daß es ſich wohl öfters noch vor dem, im 1 Hus friſchen Miſt geſäeren hervor thue, iſt mir und viel: nh leicht 528 Siebenter Aber beſſer als derjenige,- der im friſchen Miſt =- das nehme ich ſiatt der gedüngten Brache== ge- ſäer worden; ſo muß ich die ganze Landwirthſchaft der Gegend des ſchlechteſten Kornbaues beſchuldigen, denn das iſt anderer Orten eine unerhörte Sache; das will und kann ich aber nicht! Zwar beſtellt auch wohl der gute Wirth(vor? hergeh. 6.) ſeinen Kleeacker, wenn es nicht anders ſeyn Fann, einfährig mit Wintergetraide.==“ Sein Boden „y'G; jeu getabil de vv dum qufut (ume zy. A habn) vm J fehr) Oran Mate der einfäh At; Weizen ſe en hachher Prahe Antwor! en ft »3 Zel me „vf 6 vBCHeln den Or ef pm Kerb,(4) en Ob aben,=) d Otti Vernunft y me 9 ſx! urch niht, fer in) nte fe des Klit Das: hejeh „ven 13: Wildt) vöbleidn Erfahnyy ahrig 4 1 feiſpuk Brat=) (andwight 8 beſu hört Ot . Picht niht ND ds- Gut pd Von dem Verhaältn. der Viehs. zum Ackerbau. 525 "Boden aber. beſtehet nicht aus zähem Lehm ober dür- xem Sande, ſondern aus einer, durch hundertjäßri- ge gute Düngung entſtandenen, faſt eben ſo viel ves gefabiliſche als mineraliſche Theile in ſich haltenden Er- De, die, wenn ſie. dennoch zah oder ſteif ſeyn ſollte, durch Mergel und andere Hülfsmittel hinlänglich auf: HeloFert“worden; und in dieſem ſehr auen Boden bringt er. nicht Rocken, ſondern Weizen oder Spelz, zwey Ackerproducte, die gerne zähes oder ſteifes Land Haben wollen.== Vor einigen Jahren fragte ich ei- nen: Freund in einer, des guten Kleebaues eben ſo ſehr, als des guten Ackerbaues. wegen, bekannten Gegend, mit welchem ich mich ehedem über dieſe Materie unterhalten hatte, ſchriftlich: ob er noch der damals geäußerten Meynung=- das war für die einfährige Beſteliung=- ſey? Die Frage wurde durch eite; auf den Klee gefolgte, eben nicht ſonderliche Weitzenernte veranlaſſet, von der ich verlangte, daß ſie eben jo gur wie in der mir Erbſen geſömmerten, nachher gedüngten, und noch zweymal bearbeiteten Brache"ausfallen ſollte.== 3, Niemals== war die Antwort== befomme ich ſchönern Spelz, als in ei: „nem friſch umgebrochenen Kleeaeker. Ich laſſe ihn »3 Zoll tief brechen, ein wenig beeggen, und danit „mit Spelz beſaen, NB. Auf dieſen Neubruch aber „darf fein Röcken geſäet werden, der wegen der all- „gemeinen Regeln ſchlechte Ernten giebt.“ 11 Unſet '5,30 Beſchluß. Unſer ſehm- und Sanda>ker aber, der in Anſe- ßung der ſchlechtern Cultur und der ſchlechtern Dün- gung noch ſchlechter iſt, als es Aecker dieſer Art au- derer Orten ſind, träat noch zur Zeit weder Weißen noch Spelz.= Rocken iſt: für ihn, und dazu muß er mehr als einfährig. bearbeitet werden. Vernunft, und die Erfahrung ſo vieler Gegen? den, faſi von einem Ende Deutſchlands bis zum an- vern, beſtättigen demnach, daß der Anbau des Klees in der Brache, wenn einfährig Rocken darnach geſäet wird, kaum mehr Vortheil bringe, als der Nachtheil in der Rockenerndte beträgt. Sogar noh in den fol- genden Ernten, bis zu einer neuen Brache, muß der Einfluß zu ſpüren, und dieſes jedem Wirth begreif- lich ſeyn, der nur bemerkt hat, wie ſehr die, etwä wegen ſchlechter Witterung, ſchlecht gerathene Bear- beitung der Brache auf die folgenden Saaten wirke, und wie wenig der Acker ehe, als in einer neuen Bra? ker zu überlaſſen, wobey viele Fraftloſe, dem Vieh unnüße oder gar ſchädliche Pflanzen ſich. einwurzeln und beſaamen, oder dieſes etwa durch die Ausſireuung des vom Heuboden abge- fegten Saamens. vom Heu wilder Wieſen zu beför- dern.=- worunter gewöhnlich mehr Saamen unnüßer frühreifer Kräuter, als derjenigen die eigentlich be- nußt werden, enthalten iſt=- wählet man nun die beſien, nahrhafteſten, dem Boden und dem Zwecke angemeſſenſten Gewächſe aus, und überzieht mit ſol- jen den Acer. Es bedarf wohl keiner Auseinander- ſeßung der Vortheile, welche eine ſolche Beſaamung gewähret. Sie muß aber mit Auswahl und Ueberle- geſchehen, und hierzu wird eine richtige Kenneniß dieſer Pflanzen und ihrer Natur erfordert. Man wird nicht erwarten, dieſe hier vollſtändig zu finden, Sie erfordert ein eigenes Werk. JIndeſ- ſen, will ich nur die Hauptpuncte aus einander ſeßen, worauf man bey der Auswahl dieſev Gewächſe zu fe“ hen hat, und ſodann einige der nüßlichſten nahmbaft machen, Vor yu u vy€ john feh i. vielem| ju NA - mgemeſe vac * gw u" Jacht,? NAVI NON wit vi i90 auf ven ſiche en On ein Y na Wi hit mat (ſtreet, (mh| weſſen 1 iiſv bey adele vderzul fr Sch | Erſter Näöchtraz. Sar den"0; 7 N IIM Vor allem kömmt es auf ven Boden an, wor- auf dieſe Gräſer gedeihen, d. h, nicht kümmerlich,* ſondern friſch wachſen und ausdauren. BVisher ſind| (ten, WH Aedehen Wh Deda bbs, SII: e.. zh 4 M in vielen vconomiſchen Schriften manche Gragarten ee boy n Z de ; NI zu allgemein, als jedem Boden und jedem Zwecke ae angemeſſen, empfohlen worden, und daher iſt bey practiſchen kandwirthen mancher Verſuch feßl geſchla- gen und die Sache ſchnell wieder aufgegeben worden. Mancher, der auf einem reich gedüngten Gartenflecke Deubig eine Gragart im üppigſten Wuchſe fah, wünſchte ſich Zeſen nichts ſehnlicher, als dieſes Gras zu beſißen, erhielt verlaſſe, m 8 gar bh nN, Ot" damen mit vieler Mühe eine Parthey Saamen, und ſäete ie eigent) ihn auf einen der Natur dieſes Grafes ganz entge- et mant gen ſichenden Boden,„und ſtatt der erwarteten rei- nd den 7 den Gragernte, kamen einzelne magere Halme unter verzieht nt einem Wuſte von Unkraut hervor. Auf ſeinen eige- er Aue) nen Wieſen und Aerbörthen wuchſen dagegen viel-, ſchlagen... Es ſind verſchiedene Verſuche zur Beſtimmung des Verhält: niſſes im Ertrage und in der Nahrhaftngkeit der vor- zuglichſien Gragarten angeftellet„worden. Indeſſen ſind "OE Ww As ibid feln) yana) y with (9 wn unde ſchein May 170 Zeiepm mmememwerwenttiiem er€-€m Ea ASTE Erſter Nachtrag. 547 Dif. find die Reſultate derſelben noch zu widerſprechend “';/ und nicht belehrend genug, um ſie hier anzuführen. Weſs ven ; Fünftens ſind nicht alle Gräſer allem Vieh ) M 4 gleich SEIEN und SPE: Das PAD liebt in Ä den PE MeRt vie a DANGEIEMN ſchilfartigen; das M i“ AINEIE" WREDE SARDSRG: Schaaf die 4 Thy feineren, ſüßeren Graſer. Jedoch giebt es gierunter WE Ausnahmen. H„Dies ſind die Hauptpunkte, welche der land- nd Bi, wirth bey den Gräſern in Erwägung ziehen muß, « um darnach eine Auswahl bey ihrer Nusfaat und ihrer tde Du Vermiſchung zu machen. „Gran- Viele, beſonders Teutſche Oeconomen, find zwar I mit der Meinung, daß man nur eine einzelne“ Grasart Interſcd! unvermiſcht auf einem Plaße ausſäen ſolle. Dies end, Im ſcheint der Theorie nach vieles für ſich zu haben. viel a Man känn die dem Boden und dem Zwecke angemeſ? < ſud, 5 ſenſte Art auswählen und das Ganze im'rechten nen. ane Zeitpunkte der Reife abmähen. Allein die Erfahrung „Reſu ſpricht mehr für eine gut gewählte Vermiſchung. „faucht d Es ſcheint der Natur der Gräſer gemäß zu ſeyn, tige- Auch) daß ſie gern unger einander wachſen und ſich mit 5 Fele einander vertragen. Die höheren, mehr in Halme mri"ſchießenden Gräſer ſtehen immer bultig und ſchlie: ves Dai* fön ſich am Boden nicht an einander. Wenn ſie fait 1) auch ſehr dicht geſäet ſind und im erſten Jahre ſehr ;. dicht auflaufen, ſo verdrängen die ſtärkeren Pflanzen a Mm 2 doch 548 Erſter Nachtrag," doch bald die ſchwächeren, breiten ſich aus und. ſi hen. nun in faſt gleicher Entfernung in einzelnen Klumpen mit leeren oder durc) Unkraut beſeßten Zwiſchenräumen. Zwar wachſen ſolche Gräſer, ſo lange fein Unfraut ſich einſchleicht und der Bode durch ein zeitiges Frühjahrseggen aufgelockert wird, veſto höher, und was man an der Menge der Gras- halme verliert, gewinnet man durch ihre Srärke. „Allein“die“ Halme werden auch härter und bleiben dem Bieh nicht ſo angenehm als| die Feineren. Dann aber iſt es nach mehrern Jahren nicht möglich, das Gindrängen"ſchlechterer Kräuter und. Gräſer in den Zwiſchenräumen zu verhüten, die dann dem ausgeſä- eten Grafe die Jrahrung rauben und es allmählig verdrängen. Daher bin ich. entſchieden der Meynung daß es rathſamer ſey, für eine künſtliche Wieſe, die viele Jahre liegen foll, eine Miſchung aus mehreren Gräſern zu wählen. und denen hochwachſenden ſolche zuzuſchen, die den Boden bede>en und ohne jenen nachtheilig zu werden, in den Zwiſchenräumen ihre Nahrung finden Wenn eine beſondere Witterung oder irgend ein Zufall der einen Grasart nachtheilig würde, fo wird ſie durch die andre erſeßt. Das Heu einer aus mehreren guten Gr äſern be- ſiehenven Wieſe iſt im allgemeinen beſſer, dem Vieh 4BD5 nehmer und gedeihlicher ,. weil jedes„Gras eine beſondere Eigenſchaft hat.- Eins vermehrt: durch ſtar- fe (4 Nep uſe | veſt | nb) juin N hy. En heu Tah neg( aeht mn wm (m R in beſt zuahme VT und mehrerer Muetah! (Woehen (fdert, feht Ve | Weber Erſter Nachtrag. 549 N Un Opel ke Rispen und Halme das Gewicht; ein anderes taut hy verbeſſert durch ſeine feinen faftigen Blätter die Qua- , lität deſſelben. Eins trägt durch ſeinen frühen Aus- d der Dep trieb bey der erſten Maht, ein anderes durch ſeinen elodat 14 Farfen Nachwuchs bey der Nachmaht am meiſien 196: da Ou bey. Eins giebt durch ſeine ſaftreichen Blätter den ihre Ey Heu Nahrungsfkraft 3 ein anderes durch ſeinen ange- +(M A nehmen Geruch fieblichfeit und Gewürz. Daher Mena zieht mancher wohl nicht mit Unrecht das Heu feiner mlich: guten und natürlichen Wiſe ek fünſilich ER Hoſe eren Zutter vor- Allein die höchſte Kunſt 75 dar- Made in beſiehen, dieſen natürlichen Borzug künſilich nach: a ie zuahmen, oder nonete Pflanzen auf- bewahren, in welchem Zuſiande ſich die Gräſer ſehr gut erhalten. Dann wird er den Saamen, nach der vortrefflichen im zten Stück des erſten Jahrgangs der Annalen d. N. S, kw. abgedruckten Abſandlund, ſehr leicht ſelbſt aufnehmen können. 1) Das Hafergras, der Wieſenhafer, (Avena elatior) von einem Franzöſiſchen Schriftſtel- ler irrig fär das Raygras der Engländer gehalten, und ſeit dem Franzöſiſches Raygras genannt, iſt aus den Empfehlungen ödconomiſcher Schriftſieller als die vorzüglichſte Gragart unter allen befannt. Wirklich hat dieſes Gras ſeine großen Vorzüge, wenn MEG u aht! (iy vi yf tode nedeigen! auf(odin M zum Indo nin pfa huh ſiehet, Nin+ ſorgfal durch,» darauf mit an detos gt nud non und. (6 be Thonb war wied 4 vm 2 ſih je Erſter Nachtrag. 551 üg; wih wenn aleich einige Lobpreiſungen deſſelben übertrieben 4 Wh und daher der Verbreitung ſeines' Anbaues eher nach- VO unh theilig als vortheilhaft geweſen ſind. Es wächſt ſowohl Wen auf trockenen, höher gelegenen; als auf feuchten und 45 bn dn niedrigen Wieſen und iſt unter den Gräſern, die ne Geht) auf trocfnerem Boden fortfommen, eins der höchſten dd und„ſtärkſten.' Dieſe Eigenſchaft empfiehlt es ſehr (Cine zum Anbau.- Man glaube aber nicht, daß es auf NN Anboh 1 trocfenem, magerm Boden, wie einige Schriftſteller p aus zu)„geſagt haben, einen reichen Ertrag geben werde. Es en, hält ſich daſelbſt zur Noch, beſtaudet ſich aber ſchwach ndl ſtehet einzeln, und erreicht feine beträchtliche Höhe. bezeichnt Nur wenn"der Sandboden gut“ durchdünget und ſcheiden 1 forsfaltig vorbereitet, vom Unkraute gereiniget und Pflan y durch.„die„Walze. wieder befeſtiget iſt,- gedeihet es ie Griſch darauf und kann. hier dann mit Honiggraſe vermiſcht, mon 0) mit. größerem Vortheile- vielleicht„ wie irgend ein an- en Jahr deres grünes Futter-Kraut: zebauet werden. Auf ei: | Math nem lehmigt- ſandigen. Boden wächſt es aber mit ge-|, ringerer Düngung, nachdem der Boden gut geloert€ und gereiniget iſt, ſicherer 3; und für dieſen Boden iſt | fanhaft| we es beſonders geeignet. Auf feuchterem cehm- und|| -“A Thonboden oder niedrigen„Wieſengründen kann es| tas vn) zwar mit unter die Grasmiſchung genominen werden, j' „ehtil wird aber von verſchiedenen andern Gragarten in je-€ Mw dem Betracht übertroffen. Es. wächſt und beſtaudet-[|| f) ſich ſehr ſchnell und. wenn es früh geſaet wird kann 1 m„ps:'Mm 4 man|" ;| 4 TWG /A», fen imeni 552 Erſter Nachtrag. man noch in demſelben Jahre eine gute, im folgen» den mehrere eeichliche„Ernten davon haben., Vis zum vierten und fünften Jahre wird der Ertrag im mer reichlicher, beſonders wenn es mit Dünger et- was. verpfieget. wird; im ſechſten aber fängt es an abzutiehmen. "Das Rindvieh frißt dieſes Gras im Frühjahr fehr gern und. daher iſt es bey der Stallfürterung ein Herrliches Gewächs. In dieſem Frühjahre 1800 gab es vom 24ſten Aprill an, eine reiche Ausbeute. Daß: es ihmy)caber.den. ganzen Sommer hindurch an- genehmer und gedeihlicher ſeyn ſollte, wie"der rothe Klee, muß ich, nach meinen Verſuchen, entſchieden verneinen. Vielmehr.-gehet. es. ungern daran, wenn es des Klees. der'Wieen“ und: des einmahl gewohnt" geworden iſt, und verliert/ wenn „Man es dazu-nöthiget,. beträchtlich an der„Milch. Und wenn ich gleich'nicht bemerkt habe, daß das Vieh „irgend ein Gras dem jungen rothen Klee vorziehe; ſo. giebt es doch viele, welche es im Sommer vor dem Wieſenhafer auswählet. Daher iſt es am rath- „Jamſien, nur den erſten Schnitt grün zu verfüttern, ben. zweyten aber zu Heu zu machen. Der dritte wird» Anfangs Octobers wieder grün verfüttert werden Foönnen. Die mug; qu Joie fw ie how! vil feine wh wh Oraöfel nicht d reinen bereit dite( man die ſus N1 Wee "ußet benußer nd! an indy Erſter Nachtrag. 553 Oe Die Pferde freſſen GE„Gras ungern grünt, Gn x aber"s Heu deſſelben ſchmec>t und befommt ihnen (Dim gut. Für Schaafe iſt es nicht. "Di Der Anbau veſſelben kann auf mancherley Art fangt 6y geſchehen. Man kann es, wie ven Klee, mit Som- mergetraide, oder auch im Frühjahre über ven jun- gen Rocken ſäen und eineggen, und das Getreide m 0 reifen laſſen, wenn man im erſten Jahre keine Ern WFätterun te davon haben will, Bur darf man auf die Stop- he 1800 pel keine Nachweide geſtatten, indem das Vieh das he Ji junge Gras ausreiſſen würde. Wer will, kann es bind)» auch allein ausfäen, und wird dadurch ein dichteres wie de Grasfeld in den erſteren Jahren erhalten, fall3 es 0, enth nicht durch Unkraut überwältiget wird. Wey einer daran, m reinen Ausſjaat dieſer und anderer Gräſer wird man Mentfus äber leinen Zweck, in den folgenden Jahren reiche, und erliert/ mn dichte Grasfelder zu haben, beſſer erreichen, wenn nder I man die Ausſaat erſt zu Ende des Julius oder An- daß nt fangs Auguſt verrichtet, nachdem der Acker gehörig R[ve vori geſommerpflüget, oder mit reinigenden Gewächſen be- Sonn nußet worden iſt. I< habe um den Acker bald zu ves am benußen und ohne Mühe rein zu erhalten, dieſes 1 bere und' andre Gräſer im May mit Spergel ausgeſäet Ze it. und. mich bey dieſer Methode ſehr gut befunden, Jeter Nach der Aberntung des Spergels kommen die Grä- ſer ſehr friſch und dicht hervor. Auch laſſen ſich al: le Gräſer ſehr wohl mit Klee ausſäen, beſtauden ſich ' Nim 3 aber 554 Erſter, Nachtrag. aber dann erſt recht, wenn dieſer ſich verliert; ob ſie gleich den Ertrag des Kleefeldes ſchon vermehren helfen. Ueber die Qualität des Saamens läßt ſich nichts beſtimmtes ſagenz weil es dabey auf ſo viele Zufäl- ligfeiten,„die Reife und Vollkommenheit deſſelben, die Geſchicflichfeit des Saemanns und die dem Auf- laufen oder Bewurzeln mehr oder minder günſtige Witterung anfommt, und wir obendrein noch nicht genugſame Erfahrungen darüber haben. Man gehet freylich. ſicherer, wenn man zu viel, als wenn man zu wenig ausfäet.- Indeſſen ſcheint mir die Angabe des Hrn. Director Achard- der nach Beſchaffenheit des Bodens 25 bis 32 Pfund vollkommenen, reinen Saamens auf einen Magdeburger Morgen verlangt, übertrieben und abſchreckend. Ich habe nie mehr als den ten Theil dieſer Ausfaat genommen, und ihn immer ſtark genug befunden; glaube ſogar, daß man bey gehöriger Vorſicht mit viel weniger ausfommen könne. I< ſeße voraus, daß jedem meiner Leſer die Abhandlung über den Gräſer- Anbau, im dritten Stücke des erſten Jahrgangs der Annalen bekannt ſey, die ich ſonſt ganz abſchreiben müßte. Nach der daſelbſt gegebenen theoretiſchen Berechnung wären auf einen Morgen nur 1 Pfund 8 Loth erforderlich. Wenn man das vierfache annimmt wird man den Zufälligfeiten, worauf bey jener theoretiſchen Angabe auch Oie, ] us 9m (net Wo 11 us 48 uf je wh) „mw 6 a vn Buchſe 6 das Nicht Er dem bt Gpecie bulbol welche wegen [ungäw weil fe hald ſch 2) Dactyl dem ve [ew vel Reih hebu! vm fühle Erſter Nachtrag. 555 „Alen: NNN auch ſchon etwas gerechnet worden iſt, genugſam begegnet haben. tf ah In Anſehung Ne Aufnehmung 9 Saämens EM N me ich NU) ſo wie bey andern Gräſern ebenfalls Heit Mil auf jene ſchaßbare HENN verweiſen. Nitr be- vie wi nerfe ich, daß wenn man fine Plaß zum Wel In; Om men des Saamens ſtehen läßt, man am ſicherſien dee ab gehe, den erſten Wuchs früh zu mähen, vom zweiten (mn Wuüuchſe aber den Saamen zu nehmen, weil ſich ſonſt Tay das dicht ſiehende Gras leicht niederlegt. 08 my Eine'bisher nur als Spielart betrachtete, von ji die Ip dem. berühmten Wildenow aber als eine beſondere Veſcpfy Species anerkannte und mit dem Namen(Avena enen bulboſa) fnolliger Wieſen- Hafer belegte Art, egen vn weiche Knollen an den Wurzeln hat, ſoll nicht nur hie Mh wegen härterer Blätter und Halme minder empfeh- en u lungswerth, ſondern auch darum zu vermeiden ſeyn, gar, dj m weil ſie ein faſt unvertilgbares Unkraut abgiebt, ſo- er ausf bald ſich ihr Saame einmal verbreitet hat. 1 weine 2) Knaubgras, rauhes Hundsgras, 1 5 ide Dactylis glomerata. Dieſes Gras iſt zugleich mit nalen ba dem vorhergehenden von einem bekannten Schriftſtel- +. Jh ler neuerlich empfohlen worden, weswegen ich es hier 9 wi gleich folgen laſſe. Mur kann ich nicht in die Lobes- „erfutlh erhebungen mit einſtimmen, die dieſer Verfaſſer da- adm von macht. Es iſt ein rauhes, mit vielen, mehr du Ys füßl- als ſichrbaren Stacheln beſeßtes Gras, welches M wenig: 555 Erſter Nachtrag. wenigſiens ſolches Vieh, das einer ſanfteren und ſaf- tigern Nahrung gewohnt iſt, durchaus verſchmähet. Meine Kühe haben es nicht freſſen wollen; Pferde nehmen allenfalls vorlieb damit. Höchſtens um die Maſſe des Heues zu vermehren, welches für Pferde und vielleicht zum Verkauf nach der Stadt beſtimmt iſt, könnte mun deſſen Anbau empfehlen, da es ei- nen ſtarken Ertrag giebt und zur Noth auch auf ziemlich dürren Boden wächſt. Wer aber, wie ge- „wöhnlich der Fall iſt, für ſein Rindvieh Futter. bau- en will, der kann immer beſſere Gräſer auswählen. Da es einen ſehr feinen Saamen hat,. ſo braucht man wenig. Dies iſt das Gras, welches die Hun- de vorzüglich freſſen und ſich danach erbrechen. 3) Ueber den Wieſenlold gewöhnlich Engli- ſcez. daher braucht es nicht dicht ge- EEE ſaet zu werden... Es ſoll indeſſen, beſonders im er- u ir ſien Jahre ſeiner Ausſaat ,- leicht vom. Winter leiden nd a | und überhaupt. bald ausgehen, wenn es ſich nicht wie- : feht m der beſaamet. y t I"'.>: 8 wa Man muß“es. mit dem kriechenden Roß- „te befund graſe(Holcus, mollis) nicht verwechſeln. Leßteres Gras ſhit hat eine minder glänzende, mattere Faabe und eine p h 5) We! Frie; jW 558 Erſter Nachtrag. kriechende, quefenartige Wurzel, bleibt viel niedri- 9er, und würde auf guten Weiſen nur als Unfraut anzuſehen ſeyn. Auf ſandigen Pläßen würde man es vielleicht benußen können. 5) Noch ein Gras, welches auf ziemlich tro- Fenen Boden fortfommt und etwa mit dem Knaub: Graſe in gleichem Range ſtehet, iſt das Kamm- gras(Cynoſurus criſiatus). Man hält es für ein den Schaafen vorzüglich zuträgliches Gras. Ue- brigens hat es ſehr wenig Blätter, und ſchießt nur, mit" grade ſiehenden Halmen in die Höhe. Daher giebt es keinen Raſen und würde allein ſehr unvor- theilhaft zu bauen ſeyn. Vermiſcht mit andern Grä- ſern, denen es ſeines graden Wuchſes und ſeiner ſchwachen Wurzel wegen nicht im Wege iſt, kann es den Ertrag der Wieſen vermehren. Man muß nur wenig von deſſen feinen Saamen unter andre Grasſaamen mengen. Die vorbenannten Gräſer waren ſolche, welche auf hoch belegenen, trockenen Boden zum Mähen auszubauen ſind. Die nächſt folgenden erfordern ebenfalls feinen feuchten Boden, wachſen aber nicht ſo hoch, daß man einen ergiebigen Ertrag vor der Senſe davon erwarten kann, ſchicken ſich aber deſto beſſer zur Weide, va ſie einen dichten Anger bilden, und ein feines und jedem Vieh, vorzüglich aber den Schaafen, angenehmes Futter geben. Ihr Anbau j iſt Gaame 1 ſpi (er ſelbf Gaamens wk Es pſi Gaamo (8 eint Vicſen wf un dv Erſter Nachtrag. 557 iſt daher beſonders auf Dreeſchweiden zu empfehlen. Sie können indeſſen auch den Mähewieſen in gerin germ Maaße beygemiſchet-werden,- da ſie als Unter- It pi NH Ie ds Uf en Wr hy gras durch ihre feinen Blätter das Heu ſehr ver- f zienlhy beſſern. it dem Ay; 6) BVotzüglich gehört hierher das Ryu< gras, | das Seht(Anthoxantum odoratum) welches ſeines aromatiſchen nw hält 3) Geruchs, ſeiner belebenden Kräfte ſeiner dieblichkeit es Otzz,| wegen auf keiner Wieſe und Weide gänzlich fehlen ud ſchidty ſollte, um ſo mehr da es allenthalben wächt, wenig he. Plaß und Nahrung wegnimmt und eins der frühe-. ein fehr uh ſten Gräſer iſt.“ Es wird von jedem Vieh ſo vor- je anbei züglic) geliebt, daß es mit Uebergehunz reicherer fes und We Pläße dahin eilt, wo dieſes Gras beſonders ſtehet. ege ih Da es zuerſt faſt von allen Gräſern blühet und Tan Saamen anſeßet, auch allenthalben zu finden iſt, 0 unte Wb fo wird'der Landwirtch den Saamen um deſto leich- ter ſelbſt aufnehmen können, und etliche foth dieſes ole, Saamens ſind auf einen Morgen hinreichend, wenn mM er mit andern Grasſgamen gehörig vermengt wird. 1 zum . ei Es pflanzt ſich hernach von ſelbſt durch Wurzel und Ww. y Saamen fort und verliert ſich nicht leicht wieder, ws fen aber 1;] wc es einmahl ſtehe. Nur auf ſpät zu benußenden 0“" Wieſen und Weiden wäre es vergeblich dieſes Gras ſich ober Dt 4| DES| EESTI NN + chi auszuſäen, indem es früh zu ſeiner Reife kommt 70 m und dann vergehet. liq be? Ohr Im R j| 560 Erſter Nochtrag..- 7) Der Goldhafer(Avena llaveſcens) iſt näch jenem eins der vortrefflichſten Gräſer für Wei- ven und zum Untergrafe auf Wieſen. Sein ſchöner Glanz, der gegen die Sonne goldfarbig ſtrahlt, macht es für das Auge ungemein lieblich und ſollte es bil- lig den Garten- Künſtlern, für kurz gehaltene Ra- ſen-Pläße, mehr empfohlen haben. Dem Landwir- the, dem die Verbeſſerung der Dreeſchweiden am Herzen liegt, iſt es als eins der nahrhafteſten und lieblichſten Gräſer zu empfehlen, da es auch auf trö- efenen Anhöhen wächſt, früh hervorkommt“ iind meh- rere Mahle im Jahre austreibt. , 8) Der Schaafſcke wird, und deſto ſtärkere Ausläufer macht, jemehr der Bo» elineh in den gelöert wird. Den Samen muß man nur auf ſan-" eiden"A digem Böden ſuchen 3; auf fetterem macht es wenig reif. dae 10) Das fnollige Riſpengräs, Zwie- hafen beläras(Poa bulboſfa) verdient auf allen troce- diefs Oi nen Feldern, die man nac Mecklenburgiſcher Art era bewirthſchaftet, over deren" Stoppelweide zman be- «Win nußen will, eingeſäet zu werden. Es iſt, wo es Vf bin ſich einmahl eingewurzelt hat, unvergänzlich und bey- dieſes Ort nahe unzerſtörbar, ohne jedoch dem Kornbau nächthei- andre un lig zu werden. Wenn der Aker mit anderen Früch-- ten beſtelſet iſt, ſo zeigt es ſich kaum, oder vergehet us weni) dvc<- wenn dieſe zu treiben anfangen. Sobald ſie |, jen ao aber reif und abgeweidet ſind, treibt es aus ſeinen pfa uy) iin Acker verbreiteten Zwiebelchen hervor, und über- bea ziehet ſolcheh mit einem feinen Grän, aus welchem jeh Nn bald Erſter Nachtrag. kleine Halme hervor treiben. Es iſt jeder Viehart Fehr angenehm und gedethlich.. Wenn es nicht geſtört wird ſo treibt es zweymahl im Jahre, nehmlich im Frühling und gegen den Herbſt hervor, und verliert ſich im Sommer völlig. Zur Herbſtiweide iſt es be- beſonders ſchäßbar. QGSeine Zwiebelchen vermehren ſich in der Erde auf eine erſtaunliche Weiſe und können in ſelbiger lange ruhen, ohne zu verweſen. Der Saamen ſelbſt hat die Geſtalt kleiner Zwiebeln und es iſt gleichgültig ob man dieſen oder die Wur- zelzwiebeln ausſſreuet.| 11) Das jährige Rispengras(Poa annua) iſt eins der allgemeinſten Gräſer; zwar niedrig, ſte- het aber ſo dicht, daß ſeine Halme ganze Raſenplä- ße bilden. Es heißt jährig, treibt aber immer neue Schößlinge, blühet das ganze Jahr hindurch und treibt immer zugleich Sproſſen und reifen(Saamen. Das Walzen und Treten befördert ſeinen Wuchs. Es ſiehet indeſſen ſeiner Kleinheit wegen andern Gräſern und Kräutern kaum im Wege. Mit jedem Boden, der nur einigermaaßen Dünger in ſich hat, nimmt es vorlieb. Dem Vieh iſt es ſehr angenehm und da es in Suffolk, wo die beſte Dauer- Butter in England gemacht wird, das häufigſte Gras iſt, ſo glaubt man daſelbſt, daß es ſich für die Kuhwei- -den beſonders paſſe. Ob es gleich jährig heißt, ſo gehöt es doch nicht aus, wo es einmal ſiehet. Man h darf BES Ba 5* NIGER SI SEEEIEIEST- Erſter Nachtrag. 553. “4 The darf nur hin und wieder Wurzeltheile einfeßen, um Ne es auf einer Weide, zu verbreiten. In altem Wei- nehmbh delanve fommt es nicht auf. und belle 12) Der weiche Treſp(Bromüs mollis) iſt eide if ih ebenfalls ein niedriges; allenthalben auch auf dem en vem Sande wachſendes Gras, welches von ällem Vieh geliebt * Wei m wird. Db es gleich nur ein zweyjähriges Gewächs ) zu veitih iſt; fo wüchert und vermehrt es ſich doch dur< den iner Zwi Saamen ungemein. und kann nach Schreber ſelbſt der die* zur Befeſigung des Flug- Sandes gebraucht werden, Zum Mähen iſt es faſt zu niedrig. und in einer (Poa amy Grasmiſchung auf Mäßewieſen auch deswegen unniß - nied,| weil es zu früh reift; vom Vieh abgefreſſen treibt nze Rä es aver ſtark nach und- bringt bis in den ſpäten 1901100,0) Herbſt immer friſche: Rispen,; Blüchen und reifen hindu 1! Saamen. pn: EO uu! fen Gant 13) Däs Wieſen-Zittergeas) Flittet- inen Buh Gras; Haſengras,(Briza media) wächſt auch veg uw auf trockenen unfrüchtbaten Pläßen und gelangt auf Mitt ſelbigen zu einer Höhe, daß es zur Noth gemähet ; i' 140 werden Fann. Beſonders ſchicft es ſich aber hier zut he ana Schaafweide,"55" 6 auer i4)-- Das haarf drmige Straußgr as, „pt(Agroſftis capilearis) wächſt ebenfalls in magerm und n Ke trofenem Boden dicht und ziemlich hoch und läßt da- N= ſelbſt kein Moos auffommen. Alles Vieh, beſonders |.% die Ruhe freſſen dieſes Gras ſehr gern, da es zarte ii" Nn 3 und 864 Erſter Nachtrag. und zahlreiche Blätter hat. Es gehört daher zu den Gräſern, die auf trockenem, magerm Boden, wenn. man ihn zu Viehweiden benußen will, anzubauen ſind. Indeſſen ſind dieſe, beſonders die ſieben zuleßt be- nannten Gragarten allein auf trockneren und, magern Weiden zu empfehlen, und es würde thörigt ſeyn, ſie auf fruchtbaren, fetten und feuchten Wieſen aus- zuſäen. Auf troFenen, ſandigen, zur Wechſelwirth- ſchaft beſtimmten Koppeln ſollte man ſich ihres An- baues befleißigen und ihren Saamen über die leßte Saat ausſireuen. Ich gebe nun zu venen Gragarten über, welche-für eigentliche Wieſengründe nur ges eignet ſind, rs) Hier ſteht ver Wieſen- Fuchsſ veredelt. en query Da es ein ſpäteres Gras iſt, ſo muß es nicht mit Mh mit dem verherigen und. andern frühern Gräſern unta es vermiſcht ausgeſaer werden. Es paßt ſich vorzüglich vorher] auf ſpät zu benußenden, feuchten Pläßen, Es giebt Wäh Wb vielen Saamen und dieſer fällt nicht leicht aus, wes| : find Ai! wegen er bequem aufgenommen werden kann, Die- |- Fer Grasſaamen iſt ſchon häufig bey den Saamen- MITE :" händlern zu bekommen und es iſt wohl am rathſam- JN ſten vie erſte Anlage von- dieſen zu nehmen, da man hr egi chr epn.| Nn 4 untop ml 568, Erſier, Nachtrag. unter. dem wild wachſenden Fonſt leicht eine fleittere Abart aufnehmen mögte. 17), Das. rohrartige Glanz-Gras(Phala- zs arundinacea,) eine Abart, von vem in den Darren. aufgenommenen Band graſe, iſt zwar bis- ver. in Deutſchland. noch nicht als ein anzubauendes Futtergras empfohlen worden; auf den Gütern aber wo„der: in oben:angeführter Abhandlung beſchriebene Grasbau im großen getrieben) wird, hat man gefun- den daß es:vom"Rindvieh und“ Pferden. ſehr gern gefreſſen. werde, wenn es noch jung iſt und nicht in Sumpfen; wächſt: 11 Wegen der großen Maſſe von Krautzydieves vermöge ſeiner breiten Blätter giebt, wäare,:os daher zum Anbau auf feuchten Wieſen ſehr zu empfehlen. Es blüher ſehr ſpät zu Ende des Ju- iu83+ es» verſteht“ ſich aber/ daß man ſeine Bläthe- zeit: meht abwarten, vielmehr es' jung ſchreiden muß, da, es venn um deſto öfterer austreibt. Bermuthlich würde: es ſich mit dem Thimoty- Graſe gut“ vermiſchen laſſen, da es dann noh ein ſtarkes Untergras gäbe, wenn jenes ichon in Halmen ſteht. 18) Das Waſſer-Nispengras, Waſſer viethgras,'große Milißgras, große Wie- fenvieh-Gras(Boa aquatica,) verdient auf feuch- ten, nicht leicht troen zu legenden Wieſen angeſäet zu: werden, da es vom Rindvieh, wenn es jung ge- ſchnitten iſt,' grün und trocken gern gefreſſen wird, und ehitän. BEE SGR kama eike... NZ gif. 19) e(Vicia dumetorum) GOfELIIUN N- verdient in den Wieſen mit ausgeſaet zu werden, ob- gleich ihr wahrer, Standort. an Zäunen und Gebü- ſchen. iſt...- Ihre. Blätter. ſind aus 6 bis. 7 Paar „Blättchen, zuſammen geſeßt,; die on der Mittelrippe vf„eine kleine Spiße haben: FADie'Blumen ſind ger fis m wohnlich. auch purpurblau, F zuweilen“ aber weiß und „agen 7„ſien:3, 4 bis 5.quf furzen Stielen*iweben einander« 4(a):"7.0 » den" O9%. Auf We j FNT:00/00 ur Beſu jorh öl Nn deſeh Cu 573 Erſter Nachtrag. Auf alten Wieſen kann der Saamen dieſer und det' vorhergehenden Art in die Maulwurfshügel, nachdent ſie aus einander geworfen, geſtecket werden. 3x) Die Wieſen-Platterbſe, Honigwis- >e, Wieſen-Kicher, gelbe Wicke(Lathyrus, pratenlis) gehört ebenfalls zu den nüßlichſten Wie- ſenkräutern. Sie hat eine kriechende Wurzel, wel- che vieſe, äſtige, viereckige, einen bis zwey Fuß lange Stämme treibt. An jedem Blattſtie! ſißen zwey gegen einander überſtehende ſchmale, ſpißige, lanzett-- c3rmige Blätter, und am Ende deſſelben einfache, "zuweilen auch zwey- und dreyfache Gabeln, womit ſich die Pflanze, wie die Weinreben, anhängt; an. den Anwachswinkeln hingegen ſtehen zwey beſondere Blättchen. Die Blumen ſind gelb, wohlriechend und ſißen in großer Anzahl auf dem Stamm. Vom Vieh wird dieſes Gewächs ſehr gern gefreſſen, giebt einen reichlichen Schnitt und verdient daher wenig- ſtens mit andern vermiſcht, ausgeſaet zu werden. BVermutßlich wäre ein beſonderer Anbau dieſes auss daurenden Gewächſes ſogar zu empfehlen. Ich enthalte mich mehrere Gewächſe dieſer Art änzufühnen, zwar nach vielen Gründen in einer Wieſenmiſchuns ſehr nüßlich aufzunehmen wären, deren Nati ber Mlandwirthſchaftlicher Hinſicht ari nicht genugſam ausgemittelt "SZ. füge nur noch hinzu, vaß die Gee deih: wehte witt Di fitdurt fi 2) (Thyms erf und 00 ße der Out fö fet 4 vi Hee und W iind freud wähet 23. und vinge Zu wh weht Iich viel 32 Varun W| hei Zu ter Aen venbey| 0; hy Yen | 4; 19 | Wife d dieſet und 4 üg, ve den, ) Di de(Lahn bit Wurzy x | bis 309 4 eee Fhnp pbige, iy ſelben ent Zabel, zt , anhäht 1 zwey nt! 6, wohnt! Stamm, 1! gefreſſen! ne dah m ſaet zum nbay dips het, väcfe vt 3rändt! 17] nehmt pi) feliche! M am ug! j vh- 1]„H je) Erſter Nachträg. 554 „/ veihlichkeit und Annehmlichkeit des Futters durch. eine geringe Behmiſchung gewürzartiget Kräuter ſchr be- fördert wird; und rathe daher 32) den Ouendel dder wilden Thymian, (Thymus Serpillam) der auf ällen Wieſen ausdau- ert und vom Vieh ſehr geliebt wird in kleinem Maä- ße der Saäamenmiſchung zuzuſeßei. Es kommt nun äuf eine gehörige Auswähl det zu vermiſchenden Sämereyen in Rückſicht auf dei Boden und die Beſtimmung des Grasländes an Auf feuchtem, jedoch abzüwäſſerndem; reichem und fruchtbarem Wieſenboden, der mehrere Mahle ge- mähet werden ſoll, würde vörzüglich Num. 15. 323. 25. und 1. äuszuwählen feyn. Es könnte eine ge- ringe Zurmiſchutig von 6. und 17 Zendinmen werden; um mehr Untergras zu erhälten Auch känn bettächt-“ lich viel von 28, und etwäs von 29; 36; 31 und 32 därunter äusgeſäet werdet. Auf feuchtem, kaltem; minder reichem und rs- hem Böden, er ſeh thönigt öder inod'ärtig, ws ſpä ter Zeinähet werven kann, dürfte eine Miſchung fol: geitder Gräfer äm nüßlichſten ſeyn Num, 16; 15); 0Ö; 203 WIESE Auf näſſen; quelligten; nicht ABER Wieſen ſchifen fich vorzüglich die Gräſer Num. 15, 18, 19; 26, 22,5 ſo wie äuch an Gräben und näſſen Orteti,| 29 2 Zur 580 Erſter Nachtrag. Zur Beſaamung feuchter, mooriger und marſch- artiger Fettweiden würden Nma. 1, 6, 7, Ir, 14, 154 16,177 193 205 217. 234 251270 28, 29, 30, 31, 32 ſich ſämmtlich ſchien und man könnte aus ſelbigen eine Miſchung von höheren und niedrigen Gräſern auswählen. Auf höherem, trocknerem, lehmigt- ſandigem und fruchtbarem Boden, wo gemähet werden ſoll, ſind 1, 4, 24 und 25 die vorzüglichſten Gräſer. Zum Untergraſe wird 6, 7, 11, IZ, und 14 hinz. zu gemiſcht. Dann ſäet man 26, 27, 28, 29, 30 31 und 32 darunter. Iſi ein ſolcher Aer aber mehr zur Dreeſchweide als zum Mähen beſtimmt, ſo beſaet man ihn haupt» ſächlich mit 4, 6, 7, 24, 25, 20, 27, 28, auch mit IO, IT, 12, I4. Hoher, ſandiger, dürrer Boden kann durch 4, 6 7, 8, 9, 10, I1, 12, 13, 14 und 26 am ſicherſten begraſet und zu einer guten Dreeſchweide, beſonders für Schaafe gemacht werden. AU5G: Das Verhältniß, worin dieſe Saamen unter einander gemiſchet werden, muß der Beurtheilung ei- nes jeden überlaſſen werden. Von feinerem Saamen braucht wan y der Maſſe nach weniger, wie von grö- berem. Auch- werden diejenigen Gräſer minder dicht angeſäet) die ſich ſiarf ausbreiten und deren einzelne Pflanzen einen weiten Raum einnehmen, In der mehr | | ihr du(an pn hit ehut man zuſireuen man vu Erfah) hefadet] ſtern qe mß Quſeun Abhand fanntin n Oreße! ſchr 90 Gollfom ſea hah hn mh nahdet undda (eweint fahren! Otra niht wmmmmeenmeautkitgenmnmeditr rr le IE EITE tr“ m FCG=» mee eoeneannregygenene= Erſter Nachtrag. g8r ANE 0. muh mehr erwähnten Abhandlung in den Annalen der Nie- v|| derſ. kandwirthſchaft 1ſter Jahrg. 3tes Stücke findet 3 9 man hierüber die meiſte Aufklärung. Du Anfange u thut man wohl, mehr Saamen, wie ndthig iſt, aus- m WEN zuſtreuen und alle ſchicfliche Gräſer, deren Saamen | man vorräthig hat, unter einander zu miſchen. Die igt- ſeh Erfahrung wird„dann bald lehren, welche Gräſer der t wednn beſondre Anbau am liebſten trägt, und weiche er nach lichſten Oz ſeiner individuellen Beſchaffenheit nicht annimmt. Verſu- + und wir in Deutſchlan! boden ,: ſo wie mc 5.84; Zweyter- Nachtrag. der weſtlichen"Sceefüſte“in den Bremiſchen und Holl? fteiniſcheun Marſchen, in ſchmalen Strecken auch ſchon oberwärts am Ufer. der Elbe und anderer Slüſſe an- trifft... Dies. iſt. ein aus Thonerde und vegetabiliſch animaliſchem Moder innigſt vermiſchter, vom Waſſer aufgeſchlemmter, oft auf einer Lage von Muſchelkalk ruhender Boden, deſſen. Kräfte beynahe unerſchöpf- lich find; der wenn er gut bearbeitet wird, Feuch- tigkeit lange in ſich hält, und wo er gehörig abges wäſſert und gegen Ueberſchwemmungen geſichert wer- den fann, doch im Uebermaaß derſelben auch nicht teidet 3 dieſen. Boden ſeße ich bey Seite, da die Bes wirthſchaftung: deſſelben etwas eigenthümliches hat, und dieſer Boden.im Ganzen nur als Seltenheit und als. Ausnahme- zu. betrachten„ift.? Unter ven Boden der erſten Claſſe verſte- he ich, was man einen warmen milden Kley- und natürlichen Weißenboden nennt, aus Thon, Kalkerde und etwas Sand zuſammengeſeßt, ſo wie man ihn im Hildesheimſchen, einen Theil des Lembergiſchen, Braunſchweigſchen, Magdebürgiſchen und Halberſtädt- ſchen, in einem großen Theile von Oberſachſen, auch in den been Gegenden ves Meclenburgiſchen, und auf der öſtlichen Seite von Hollſtein antrifft. 2). Mittelboden.. Hierher rechne ich alles; was man Lehmboden nennt ,. ſowohl den kalten, zä- ben, (en) Nj]| ffe pie der 7 jene in dem Oe)! Geng (h Gand“ WORT) Fehlen! fß b m;| hoh bit (aw y wer 9 Mirthſe we | Zwehter Nachtrag, 885 LT; m hen, als den mit Sand und Kies mehr gemiſchten. 0.100- u Zu Er erfordert ſtärkere Düngung und mehrere Cultur, ; wie der Boden der erſten Claſſe, kann aber hierdurch jenem: im Ertrage gleich gemacht werden. Er iſe dem Gedeihen und der Fortpflanzung der Gräſer faſt geneigter wie jener; weniger aber den ſchoten- und fleeartigen Gewächſen. Man nennt ihn daher gras- EEN 1 vow Ys 1: Maſh ew wird, ji ' wuchſig. gebb 3) Schlechter"Boden. Hierunter verſtehe | Geſche y ich Sand-, auch Moorboden. Jedoch nehme ich nicht den auß) ganz rohen Flug- oder Triebſand, auch nicht den te, da Mbh ſchlechteſten„“ magerſten nur aus Noth oder vermit- jÜmlict| teiſt bejonderer Hülfsquellen cultivirken Sandboden Zeltenhtn anz; ſondern einen ſolchen, der einige Beymiſchung von bindenden Theilen, Lehm, Mergel und vegetabi- Claſſe liſchem Modex hat. it weniger als drey von des e! ve En Mi Wenigen als dien ſ„Verfaſſ rs Hufen „et oder 90 Morgen, läßt ſich kaum eine ordentliche hon, Sim A z j? 146 Wirthſchaft führenz denn zwey Pferde können, oh- Wie ne Mebengewerbe, mit wenigerm nicht beſchäftiget (enb werden. Jenen Flächen-Inhalt nehme ich alſo auf d Habe dem beſten Boden als ein Simplum an. rſachfit 1) Um aber die Wirthſchaften in ihrem Ertrage giſchen. und. ihren Arbeiten ohngefähr gleich zu machen, ſeße nf. ich dieſes Simplum für die Wirthſchaft auf Mittels ji“ 4 dd boden zu 4 Hufen oder t20 Morgen, und für die „fallt N Wirthſchaft auf ſchlechten Boden zu i6 Hufen oder 1 O9 5 180 586 Zweyter Nachtrag. „489 Morgen an. Ich befolge hierin die Grundſäße des Bonitirungs- Syſtems gewiſſermaaßen, doch nicht völlig, indem ich ſonſt den Flächen- Inhalt der leßten Wirchſchaft gegen die erſtere weit größer annehmen müſte.;; 5% Ich ſeße ferner voraus, daß der Boden in je- der dieſer Wirthſchaften durchaus gleich, und nicht nur privativ, ſondern auch neben einander liegend, -oder doch in gleiche nicht weit von einander entfernte „Koppeln oder Schläge eingetheilet ſey, Ich nehme auf die Wieſen keine Rückſicht. Da indeſſen jede Wirthſchaft. einige Wieſen haben wird, ſo verlange ich von dieſen nur das für die Pferde nöthige Heu, wogegen ſie einen Theil des Pferde-Düngers, inſofern er aus dieſem Heu erfolgt zurücf erhalten können.. Sind mehrere Wieſen vor- Händen, ſo können ſie nach ihrer Qualität einen an- dern Wirthſchafts- Zweig ausmachen. »«Sn Anſehung des Strohertrages rechne ich nach dem unter(FZ. 262.) angeführten auf Erfahrung be- gründeten Prinzip, daß im Durchſchnitt und in Mit- teljahren dieſer ſich zu den Körnern wie 300 zu 39 verhalte.| Ein Fader Miſt nehme ich ſo an, wie zwey taugliche Pferde auf guten Wegen es ziehen können zu 40 Rheinl. Cubik- Fuß oder 2000 Pfund. Eine beſtändig und reichlich auf dem Stalle gefütterte und gehörig, ufd qe Zu pd): düngt 1! gen un Juden, zvor af! he JEN der nhalt de 7 W oer An t Beda y) id, NN" inander li nander in N feine Rihh . Wieſen kn wut des einen. Hb em Hu wt xe Wiz! alitat dw rech(19 | Erfah it und!|] vie 10011) "PLM 4 Zweyter Nächtrag.. 587 gehdrig eingeſtreuete Kuh giebt vollkommen x6 ſol- "her Fuder in genugſam verrottetem Zuſtande. A) Die Wirthſchaft auf gutem Boden“ düngt in 9 Jahren zweymahl, oder jährlich 20 Mor- gen und auf jedem Morgen im Durchſchnitt mit 8 'Fudern. Sie muß alſo x0 Stück Vieh haben, und zwar außer den Pferden. Ihre Schlagordnung öder Fruchtfolge iſt: Tr) 3 Kartoffeln und> Kohl gehörig bearbeitet; der Morgen mit 10 Inbe Rindviehmiſt und die 4 Morgen Kohl noch als Zugabe mit 10 Für der Pferdemiſt gedüngt. 2) Gerſte mit untergeſaetem Klee. 3) Klee, zweymahl geſchnitten. 4) Weißen in der erſten Fahre. 5) Futterwicen grün zu mähen in drey Abtheilun- gen geſaet im März, im May und Junius. Unter die früheſten wird ein Mengſel von Ro- Fen und Hafer geſäet. Da aber wo die ſpä- teſten hinfommen iſt gegen den Herbſt Rapfſaat oder Schnirtkohl.mit etwas Roc>en vermiſcht - zum Frühjahrsfutter geſäet worden. 6) Rocken. 7) Bohnen in Reihen geſäet und Erbſen. 8) Weißen und Rocken. 9) Hafer. [] , 5; Zur 533 Zweyter“"Nachtrag. Zur vollen grünen Fütterung werden wir von der Mitte: des May), bis: zur Mitte Septembers an 14.00 Rheinl. Quadrat-Ruthen Klee in zwey Schnit- ten oder an 160 OQuadrat-Ruthen Wicken in einem Schnitt. aufs dieſem. Boden für jedes Stück'Bieh reichlich haben. Da alſo 10 Morgen Wicken== ich nehme ihren Ertrag geringe an== 63 Morgen Klee gleich ſind, ſo haben wir x64 Morgen Klee, oder 2925 Quadrat- Ruthen, wovon wir 1000 Quadrat? Ruthen zur grünen Fütterung gebrauchen, folglich 4.925 5305 Morgen: zu Heu übrig behalten, wels » 590 Zweyter Nachtrag. der Felderwirthſchafter wegen ſeiner einen Korn- Ernd» te, die er=- wenn er auch eine reine und eine K!ee- brache'in: 9 Jahren zugeſteht= nun doch verlieren ſoll, ſcheel ſehen. Allein erſtlich bitte ich dieſen zu bedenken, daß ich alle ſeine Außenweide oder fein'n Antheil daran, ſamt ſeinen Wieſen ins Ac>erfeld 40- zogen, und dieſes in den meiſten Fällen woh! um> damit vergrößert häbe. Zweytens aber will ich|'im dafür einſtehen, daß er bey dieſem Fruchtwechſel un» dieſer Düngung von 5 Morgen berrächtlich mehr an Körnern, wie ſonſt von 9 Mörgen ernten und im- mer reines kland behälten werde. Auf den Korn- Ertrag laſſe ich aich: aber nicht ſpeciell einz weil man, weiin ich das angabe ,- was Erfahrung auf ſchlechterem Böden bey einer ſolchen Wechſelwirthſchaft mich gelehrt hat; es für übertrte ben halten würde, und ich doch auch nichr weniger angeben will. Man. muß erſt mehrere Erfahrung über dieſen Fruchtwechſel, mit ſtarfer Düngung ver- bunden; haben. An Stroh will ih, vom Winterkorn; worun- tet die Hälfte Weißen iſt, den Morgen nür zu 2000 Pfund und voni. Sömmerkorn zu 1605 Pfund be rechnen, alſo überhäupt auf 90,005 Pfund, welches auf ſeden Tas des Jahres beynahe 248 Pfund be- trägt; worauf 10 Kühe und 2 Pferde döch fo weich liegen, und neben ven eigentlichen Nahrungsmitteln ſd (ih 158 ſ vy nN od Ni Di .(brrfuß b) More! qe, ä 30 Nut -Zweyter Nachtrag: 591 nh Ritt, yy j ſo viel Maſſe in den ſFeib erhalten können,“daß man. In in Ow noch etliche Maſtochſen füglich mit aufnehmen kann« doch Widen-- Dieſe Wirthſchaft ſerten Boden nichts, weiter nöthig als daß er untergebracht werde, welches mit einem fünf ſchaarigen Saat-Pfinge leicht gehehen: kann... Im Gerſtfelde wird; man. beträcht: lich verlierenz im Haferfelde aber eben ſo viel ge- winnen. Wenn wir“ hier auf jede Kuh zur Sommerfüt: terung== die nun aber wegen des fünſtlichen Gras- feldes früher anfangen und ſpäter enden kann== ei- "zniett Morgen rechnen; ſo behalten wir eben ſo viel zu Heu übrig, zumahl da beyde Futterfelder vor Win- ter nicht umgebrochen werden und drey Schnitte ge? ben fönnen. Zur Winterfütterung hät jedes Stück Vieh ei- nen- Morgen an Futtergewächſen.:. Alſo iſt die Fü:- terung ebenfalls veichlich. So nicht zan Jur ein weih m utter einem| fommen zwar M" de gerat zu eitel ho Gralf ſütterun fe tb eit ih „Di hep mige Vo.jedy 'Gie Wie 4) 43| b MER ni be von Ofinhy zu Äihen Dy Frueh) Fänge chgedagt han de ne le: Beſicln Euern elde tergebragta gat Pf vd : eben Jod) ) zur Goof Fünfigude enden(=! ie eben Ad) feh. drop Gh) | fo if 1 Zweyter Nachträg: 593 So iſt es auch mit dem Stroh. gleich ein Kornſchläg weniger da iſt, hier der mehrere Rocken den Weißen, und der gan: ze Erbsſchlag den halben der vorigen Wirchſchaft: C) Die Wirthſchaft auf ſchlechten, oder Sandboden iſt=. keine Wirthſchaft auf Kleybo- denz; jedoch wenn ſie gehörig eingerichtet wird, äuch nicht ganz ſo undenkbar, wie mancher ſichs vorſtellet. Nur eine vollkommene Ställfütterungswirthſchaft raz the ich niemand darauf anzulegen, es ſey denn, daß er von auswärts her den Dünger erhielte, um ein Futterfeld von kücerne= die in Reihen geſäet auf einem ſtart durchdüngtein Sandböden alletdings fort- fommen fänn=- änzulegen. Der rothe Klee kankn zwar zuweilen; in. dünſtigen Jahreit, auf dem San- de gerathen, es iſt aber kein Verlaß därauf, und zu einem völligen Ertkäge kommt er nie. Allein hal- be Stallfütrerung över Koppelwirthſchaft mit Stall- fürterung verbunden iſt darauf möglich, und die be- ſte Art einen Sandboden=- über deſſen Beſchaffen? heit ich mich öben erklärt häbe== zu benußen. „Dieſe Wirthſchafte- hat 380 Morgen, als unſer hier angendmmenes. Sichplum;«in ſieben" Schlägen; alſo jeden. zu-258==. rund: zu 26 Mörgen>“. "Sier muß: 20 Kühe hälten; welches äber nicht wie"beh"WE Wirthſchaften; ſchwere Märſchkühe, Pd ſond ern Denn wenn 0% ſo überwiegt | 54 Zweyter Nachtrag, ſondern eine gute Art vort Landfühen oder von der kleinen Jütländer Art ſeyn dürfen. Ihr Fruchtwechſel iſt folgender: x) Künſtlich angeſäete Gräſer mit untermiſchtem Klee. 2) Desgleichen. 3) Deggleichen. '4) Kartoffeln und Rüben, 5) Rocken. 6) Buchweißen. 7) Roden. Die Stoppel des leßteren wird ſofort nach dex Ernte umgebrochen, in die erſte Furche Spergel ges ſäet, geegget, dann etwas rother und weißer, went| man den Saamen haben kann, auch gelber Hopfen- Elee, darauf genugſamer Saamen von(NUT eHBEaE, Honiggras, und etwas Ruchgras eingeſäet. Die um Jacobi geſäeten Gräſer haben auf Sandboden ein ſichereres Gedeihen als im Frühjahre, weil ſie nun, nachdem ſie gelaufen ſind, von der Dürre nicht lei- den und ſich vor Winters feſt genug bewurzeln. Auch ſage ich es aus Erfahrung, daß der Klee und die Gräſer unter dem Spergel auf Sandboden vorzüglich gut auffommen, Gegen den Herbſt wird der Spergel. einmal- ge- mähet, aber ſein Nachwuchs muß zum Schuß der jungen 00 WW! 7, An vn ließ ſchneiden när 70/0 pid em er AU a 8 77 hae (0 beſtimt der O Gohan! feht, ſha eh RE" ZERI Vu 7 - wwe wionmm<*eegygeennen= wwe nee SOC TEPE SO m ed Eien=“- bm< af EIER EIER E SEGINUÖEF SIN [] Zweyker Nachtrag. 595 0 ny jungen Gräſer ſichen bleiben und darf nicht behütet werden. '! Wir haben pänn drey Gradſchläge; Süälhänpe it 110.'M 77 Morgen. In guten nicht zu trockenen Jah- ! ren ließe ſich dieſes fünſtiliche Gras. wohl: dreymal ſchneiden, und folglich unter Beyhülfe der. Rüben nicht nur Sommerſtallfütterung ſondern. auch. Heu genug gewinnen: Allein in den meiſten Sommern wird eine Zeit kommen, wo das Gras zurückbleibt vder zur Stallfütterung zu hart“ wirds 4" Ueberdeom fehlt es zur völligen Stallfürterung dieſer Wiethſchafe an Stroh: Es werden alſo dieſe Schläge'einmahl d fofort 174 abgeweidet und einmahl abgemäßerz nicht aber“der ech Cy eine ganz zur Weide, der andere ganz zum Mähen nd wee beſtimmt, weil jenes der Erhaltung und Beſtäudung y gelber ys ver Gräſer weit zuträglicher iſt. Welchen man voy ven H Johannis beweiden und nachher mähen ſoll, oder um- eingeſat. Z! gefehrt, wird Wachschum, Witterung und Bedarf f Satin ſchon lehret; Zm WVor- und Nächſommer wird das WH Bteh Morgens und Abends auf dem Stcalle gefür- Dür mts tert, in der heißeſten Zeit Nachts draußen gelaſet wurzeln, 1„und Mittags zu Hauſe gefüttert, oder aber auf dem ver Flam) Woeideſchlage ihm Rüben vorgeworfen. boden w30) Eine fichere Berechnung läßt ſich auf En Boden, wo die Witterung zu viel mitſpricht, nicht ergel amm machen. Wenn ich aber die Hälfte des Graslandes um. ehh für die Weide recyne; ſo wirv von der andern Hälf- jus- Pp 2 te 596 Zweyter Nachtrag.| te die Beyfütterurg und das jotbuurfäge Het ſü ven Winter erfolgen können. 2 S03M0"Herbſt wird die leßte Grasfoppel flach um- gebrochen"und vor Winters noc< einmahl tiefer ge“ pflügt. Die Hälfte dieſer Koppel iſt zu Kartoffeln, die Hälfte zu Rüben beſtimmt. Bon beyden darf man fich auf umgebrochenem in guter Gahre nieder- gelegtem Graslande eine gute Ernte verſprechen. Die Rüben werden zu€ im Frühjahre, das übrige nach Johannis gefäet. Erſtere werden nach Johannis, wenn die grüne Fütterung knapp werden könnte, brauch: bar; die übrige Beſtellung verſteht ſich von felbſt, bis auf die Bedüngung.. Dieſe giebt der von 20 halben SEEM erUnaG Kühen erfolgende Miſt an.. Wir dürfen.auf die Kuh 12 Fuder rechnen,- alſo 240 Fuder. Auf den. Morgen kommen daher bey einmahliger Durchdün- gung 10* Fuder. Dieſe werden aber ſo vertheilt, daß auf den 4ten. Schlag im Frühjahr 4+ und.auf. den 6teni Schlag im Herbſt 6. Fuder kommen. Stroh, hat dieſe. Wirthſchafty wie in beyden vorhergehenden der Fall war, nicht überflüßig.. Aber ſie kann mit 52 Morgen begailtem-Rocen und 26 Morgen Buchweißen zur halben. Stallfürterung aus-' reichen.. An Rüben und Kätrtoffeln hat ſie für den- Herbſt und Winter xeichlich.;. Dieſe Du PE jn Ex! NO falen, den fon! mg, abge 00 4, (etrah€ fe 3 J ſowohl Yerde » mache, won Viſs 0.30 hehe, = - 222 Zweyter Nachtrag. 597 tft dun Dieſe oder eine. ähnliche Bewirchſchaftung kann Meines Erachtens den Sandboden zum möglichſt höch- ope fuh 9 ſien Errrage bringen! DWBey einer'völligen Koppel- mahl tife wirthſchaft wird es an Futter, Stroh und Dünger u Fr fehlen. Es werden höchſtens x 0 Kühe gehalten wer- on bern den fönnen deren Benußunig ſich auf 50 Rthl. belaufen ' Ott 10 mag. Hier wird, zuimahl wenn Winters Butter gut abzuſeßen iſt, das Stüc 35 thl., das Ganze alſo tſprechen, 7 0,4 300 thl. abwerfen: Der ſtärkere Korn- und Stroh- v. ! 4 00 Ertrag ergiebt ſich aus der ſtärkeren Bedüngungz da Wt v hier 240 dort 80 Fuder qufgefahren werden. ) von feh Ich erinnere nur noch daß dieſe Wirthſchaft, ſowohl wie die beyden andern, nicht mehr als zwey Stallfätm) Pferde erfordern, Wer ſich hiervon überzeugen will, därfmut+ mache, die Berechnung ohngefähr nach der Formel, uder. M wonach ich die Arbeiten einer Stcallfütterungs- iger Duft Wirthſchaft von xx Schlägen im 2zten Stück des 2ten der Annalen der N. L, berechnet ber ſp dv) ' Ä hab L. hr 43.00 fommitt wie in 00 rfid WW Roden I) (fäeteni uw hat fi few 1.467 4 w BE Gion GE- | 598 Bweyter Nachtrag.! Um alle Zweifel zu heben, wollen wir die Bes xehnung einer Stallfütterungs-Wirthſchaft auf Mit- telboden. noch einmal von der entgegengeſeßten Seite anfangen. Folgende. Tabelle zeigt, was meiner Er- fahrung nach, eine Kuß großer Art täglich, monath- lich"und jährlich an Fütterung und Einſtreuung be- darf 5 wenn ſie reichlich verpfleget wird,.' | S Py|| Fükterungs-Tabelle Nit: li: Zei Eine Kuh erhält täglich naß| Eine Kuh erhält monarhlich nah " Pfund. Id; Pfund. E "| E ZD DONE US 35 mh WEr EIE Zs IST PAT I6 1-2= 418 SHE TAGE (|E EST 12ER SEG) SRE LIES 28184 4 bv| SIE|2S| 2 SiIZIE 2 I Ee 2? Zz S2 D== Dar.. 5/8 IP 355 (> Be SRS==? ie> ie pzy Es 55= D-“=| 44 4s ICI SION ES 22104 K950)[23 MCHN Bci BE-ZIM MRZ DE;> ED|D Ww &Fanuar. 1|=-|20|1c|10|=[ro] 5| 10 1311= 620| 310| 310=| 310|. 155| 310 Februar...|= 135||=|= ſ161 51 16 1281==| 9980|=|=.=> 2801| 140| 280 | März. dal 21. 4008 S4 ONA 2 MOSS SITE 022 01..2534 229 '| 6 Wprilag 1 4-- l2s|(>| 22:440|: 19:4 1A430|:| 7501 1> 600| 3060| 3031| 300 ih May.-=-j15|-|--| 50| 5| 10| 10[31= 465|=|= 1 1550| 155] ZT0| 310 | Junius, AE ESS| 6 11 3-P TG 61. EF= 1:--|= 13306|=P 501.300 / Julius. TI Hero 1-11 2-4 IMO DID ee|-5>(| 040.22 AU ZIEQ--| 93| 310 ' Auguſteum ulmer|n:34:49|Minhm|:|>| 0198440| 277 fn 909) 2608 |] September. 12091--|20/=-| 50|--| 8| T0|30 600|-| 600|==| 15:01=| 246) 300. | Hetober..|401--|10|10| 10|=| 8! 10|311x240|==| 310| 3X0| 310|=| 248| 310 November.|50|--|110|10|=| 5| 8| x0 j30|1500|=-| 300| 300]=| 1530| 249 300 December,[50-“lreltobi=e+ 51-8 1:40 13111550=| 3101 310)= 7551 2481 310 Beträgt jährlich=-|489013900|1835|1230|14,080|16605|231213659 533,552 Pfund, Zweyter Nachtrag. 62; APRenn nun nach meiner| und anderer Erfahrung 1x[44% erfordern xv Kühe | E .“. Morgen auf gutem- und laut vorſtehender Tabelle Mitrtelboden, im MDurch- ohngefähr. ſchnitt giebt. Winterſirob 2005 Pfund=== 235 Morgen. Sommerſiroh 1000-=== SD Kartoffeln. 13000...===> 3 Kohl 32000.-=." 1“. e y Möhren 24000/== 2 Rüben 15000-=== DIEN - r-eE Kleeheu 330*==- B Grünen Klee 148850-==>== IEE 7 60 Morgen Jene Wirthſchaften haben alſo, wie noch deut- licher hieraus erhellet, einen beträchtlichen Ueberſchuß auf den Nothfall. Sie könnten 4 bis 5 Stück Vieh mehr halten, wenn man ſich nicht gegen den Mißs- wachs des einen durch den Ueberfluß des andern zu ſichern hätte. Die Einſireuung kann, wenn das Stroh minder ergiebig ſeyn ſollte, beträchtlich vermin- dert werden. Im Durchſchnitt wird aber der Mor- gen mehr geben, wie hier angenommen worden. Die Summe ves Futters und der Einſtreuung auf ein StüF Vieh durchs ganze Jahr 33552 Pf. giebt 163 Fuder Miſt a 2000 Pfund. Dagjenige, was von dieſem Futter zur Milch und zum Fleiſche des y 604 Zweyter Rächtrag. Wen k 4 | des Thieres' übergegangen iſt, wird durch das im Mi 14| ſte enhaltene Waſſer reichlich erſeßt. Und ſo ſtim- 198!: 0.& ic“ 7 |) Nai] men die Reſultate einer möglichſt genauen Berech- | nung mit denen überein, welche die Erfahrung im 100.00- allgemeinen giebt. 19|“ Wegen des Verhältnißes des grünen Klees zum 4 Kleeheu bemerke ich noch daß der junge Klee grün | fich wie 4% zu x gegen den völlig getrockneten ver- | N/m halte.. | 4 Pad wa mn|| | UNE | 1,4 jj) 18.). 4 y | |(9 jj 4|| 11 z Ue Wir jut, vs L auf H dieſes Erzieht duch d uE mV überhn gewant "0 man j Ken hr hh eng tg, ' dutch dy i" Y, ht Uh NN ſt enduem yy e die Erfahm; grünen Shy' t Junge Ar y lig getroffen» „wenne rwiicr water mengen. nme ee IIIS Dveitter Näa ſo 629 Dritter Nachtrag. ſo würde ich rathen dic. Jütländer zu wählen. Sie ſind am leichteſten zu erhalten und werden bekanntlich in. Mecklenburg jährlich in großen Triften eingefüh- rot, wo ein jeder, der auf die Holländerey etwas ver- wendet, ſie zu erhalten ſucht, Es iſt ein ungemein dauerhaftes, kernfeſtes Bieh, was auch ſchlec bey der Rindviehzucht wäre Anziehu.3 recht tüchtigen Arbeitsviehes. Wenn man dieſes zur möglichſten Vollfommenheit bringen wollte, ſo müßten ohne Zweifel ganz andre Rücfſichten, als 4.077 “beym ) “:4 (pm M haube! wahl zu ucttüh qm hit gen wid 00/80) Qual! jemand! und zun ves Ken felt und vmſich jena Ber weiſen 9 fienet Ye (eä verd W; ve Fülh Wm wiederh Ver.r0 iH mel N iger Imlnb Win] >=» umme ia. ene=meagygeenne= APS FIT tr Dritter Nachtrag."658 Nb beym Milch- und. Maſivieh genommen werden."Ich "m dlaube gewiß daß man durch. eine ſorgfältige Aus- (7 wh wahl. zur Arbeit«gut gebaueter Springochſen und 1.00: Zuchtkühe, dann durch Erziehung und Uebung der jun- 0 gen Thiere, einen Schlag von Rindvieh hervor brin- JE gen würde, der:den. Streit über den Vorzug der Pfer- Srefete de oder Ochſen beym Acerbau, ohne Widerrede zum ew Vortheil der. leßteren entſchiede. Ohne Zweifel wur- 0(eon de man Ochſen und verſchnittene Kühe hervor bringen 0 Oiſe,< und zurichten können, die nicht nur in der Kraft je- TN des Pferd überwögen, ſondern auch in'der Schaellig- EN Feit und Ausdauer mir gewöhnlichen guten Acferpferz wa den« ſich in einen Wetrrſtreit einlaſſen könnten."Ein- vi zelne Beyſpiele, die.man von ſolchen Ochſen hat, be- vb weiſen genug, daß die Natur dieſes Viehes dazu ge- 10077 eignet jey, Meyr hierüber zu ſagen, wäre wohl vor- ; mj erji vergeblich. „Whit Was die Wartung, Tränkung und Fütterung (Gad der Kälber und jungen„Rinder anbetrifft, ſo werden 40 es mir meine Lefer wohl erlaſſen, hier dazjenige zu wy" wiederholen, was in ſo vielen dconomiſchen Bücher hier- „64 über recht gut geſagt iſt.„Nur über einige Punkte will| vie ich meine Meynung ſagen,: „M Ich ziehe das, Tränken der Kälber, wenn es mit ge: 3 horiger Vorſicht geſchiehet, ven Saligen, JSMShNDEFG IE „di len Unbequemtichfeiten wegen, womit.dieſes NELPENOEN if vy„als in Rückſicht auf die Milchkühe,.vor, Exiſt zwar das “"| Saugen 622 Dritter Nachtrag: Saugen der Natur angemeſſener 3 äber wir wollen auch nicht den einzigen Zweck der Natur mit der Milch, ſondern wollen ſie für uns benußen. Allen- falls laſſe man die Kälber die erſte Milch== das jo- genannte Beeſt==" in den erſten 3 Tagen weg'aus gen. Naur rathe ich ſelbſt dies bey Kühen nichr, die zum erſten Mahle kalben weil die Art /.; wie man ke bey dem erſten Kalben. gewöhnt, einen Einfini auf ihr Verhalten beym Milchgeben die ganze: Lebens,cit hindurch behält. Giebt man ihnen durchs Anemeiren zum eren Mahle Erleichterung gegen das Dtechcit ver Milch, ſo laſſen ſie ſolches hinjort immer gern geſchehen, ſtehen ruhig dabey und ſchlagen nicht. Man hat häufig verſucht, Kälber ohne Wüich aufzuziehen,- und mancherley- Surrogate dafür ge- wählt. Zuweilen iſt dies gut gegangen, mehrenthetls. aber verunglückt. Maſtkälbern kann man allerdings nach den erſten x4 Tagen einen Zuſaß von nahrhaf- ten, milden Abfochungen=- von Leinſaamen oder Oehlfuche4,-Hafergrüße= oder von altem Weiß- brode 1m d. gl. geben, und dagegen die Sahne von der Milch abnehmen. Bey Zuzuchtkälbern iſt dieſes aber gewiß nicht anzurathen. Das einzige was die- ſen, wie ich weiß, mit ſehr gutem Erfolge gegeben werden fann, und vortrefflich bekommt, iſt ein Auf- guß von recht gutem Heu, mit kochendem Waſſer gemacht und mit Milch vermiſcht, Dieſer Thee ähn- liche ſche"m feyn Get jiht m zert NEE inland jay di [oſ0.08 8 zee von EW (verhau) ] bey Rinder j Vfptingel WR Jehen 10 von all und dat felt 1 ohlgen, fid, dy vicht by Dritter Nachtrag. 623 [iche Trank„ſcheint ihnen ungemein wohlthätig zu ſeyn.| Gegen den Durchfall der Kälber, der ihnen ſo 'end, ſondern kann wd und darf bey einer guten Fütterung. auch nicht be- wn folgt werden. Der Trieb zur Begattung iſt bey zu wohlgenährten Rindern im zweyten Jahre oft ſo hef- „0 tig, daß ſie kranf werden und abzehren, wenn er nicht befriediget wird. In den Marſchen findet man +. M„" NEU AER y häußg 624 Dritter Nachtrag. - häufig, daß Rinder unter einem Jahre ſchon began: gen und darum nicht ſchlechtere und kleinere Kühe werden, wenn man nur die Vorſicht gebraucht, ſie zum erſten Mahle nicht zu lange zu melken, Jon: dern ihnen die Milch nach einem halben Jahre auf- ziehen läßt. (ät; the ſi ſon: wf: EE EEE IT KN SEITE j Erflärung der Kupfertafeln. Das Inſtrument, womit Kartoffeln und andre in Neihen gepflanzte Gewächſe angehäufet- werden, iſt auf der erſten Tafel vorgeſtellet 3; in. Fig. x. wie es vollſtändig von der, Seite anzuſehen iſt; in Fig. (a 2.7 wie der untere, Theil, von oben. anzuſehen, ſich darſtellen würde, wenn er==. erwa in. der Richtung und in Fig. 3-5 wie es von hinten zu, nach heraus genommenem Sterze, erſcheint.; x Jig. 1.= abgeſchnitten wäre, Es hat,' wie Fig. 1. zeigt, völlig den Bau. ei- nes gewöhnlichen Mecklenburgſchen Haafens und würk- lich ließ ich einen ſolchen dazu einrichten. Auf die Säule'a, woran ſonſt unten das Haafkeiſen befeſtiget iſt, ließ ich, um den Boden beſſer zu trennen ein dreyecfiges Holz db befeſtigen, ſo daß die Baſis auf die Säule, eine ſcharfe- E>e aber vorne käme. An die beyden Seiten der Säule wurden 2. kleine Streich- bretter€ angeſchräget, die vorn an dem Höfte zue „ue jammens Wins DS dD |& I Pleo 3 ---| Cc ſammentraten, hinten aber durch eine Strebe[, Fig. 2. und 3., von einander gehalten wurden. Auf dier ſe Streichbretter wurden eiſerne Platten in der Form von d genagelt um dadurch die Erde mehr zu heben und anzulegen. Die eiſerne Sohle g ward vorn in eine Spiße 1 verlängert, um damit in den Bodett. einzugreifen, und dann durch ein herauf gehendes, vorn ſcharfes Eiſen i mit dem dreyeckigen Holze b verbunden. Die übrigen Theile bedürfen keiner Er- klärung, da ſie wie bey einem gewöhnlichen Haaken find, den ich als bekannt genug voraus ſeßen darf. Auf Kk wird. eine Scheere oder Gabel- Deichſel auf- geſchoben, worin das Pferd an einem darauf befe- ſtigten Schwengel ziehet. Ohne Zweifel wäre dieſes Inſtrument mancher Verbeſſerung fähig und werth. Da es aber ſeine Dienſie, ſo wie es zuerſr gemacht wurde, gut und leicht verrichtet, ſo hat man es un- verändert gelaſſen. Das Geſtell eines jeden Haa- fens kann leicht dazu eingerichtet werden. Der Schaufel-Pflug iſt auf der zweyten Tafel in 3 Anſichten vorgeſtelletz in der erſten Figur von- der Seite 3; in: ver zweyten von oben und in der dritten von unten, Dieſe Figuren zeigen ihn mit ſolcher Deutlichfeit, daß ſie feiner Erklärung bedür- fen. Die Haakeiſen', deren Sohle ſich in der drit- ten Figur zeigt, beſonders die beyden hinteren, kön- nen nen nach' der Breite der Zwiſchenräume, welche da- mit bearbeitet werden ſollen, ſchmaler und breiter ge. macht und leicht aus und eingeſchroben werden. Je nachdem die eiſerne Stange, woran das kleine Rad läuft, länger oder fürzer geſteller wird, dringen die Haakeiſen flacher oder tiefer in den Boden ein. . Die Erklärung der dritten Tafel finder man in der Anmerkung zum 366. 3., Seite 304. u. folg. | TTT 11 11) 11000 70 Zü. KU De A: duu Bin[7 "m T MIT AMT M0 M TTT MM ig R Ze. FIT VIALE]. IIIITSIIETT ES- WE EEEEEEEETEPRAEEEEE EA AAFEESNIE SEEN IEEE EEEEESEEIEEESSEESESSESGEESEN 0 JEN HTM ZM nu NIT IE | BE Os. EE Drudfehler. S,. 26. Anmerk. ſt. Mehreres 1. Wahreres. AIT26. m 20 55 ft.„Ci Y cre: 205»= 3.22. ſt. neben einandev.1. näher zuſammen. 273> 2: 5. ſt. geneigten l. geeigneten. 239.=> 2. 4. ſt. gültigen l. geltenden. 554. Z. 4. ſt. Qualität 1. Quantität. 285,-2,20. 16.8 naubgras 1;„Knaulgras« E07 2:12,|. coina[,'ovina. 561. Z. 6. ſt. vorziehet[l. vergehen. 563. 3. 24. ſt. capilearis[. capillaris. SSI. 3. 8. ſt. Anbau 1. Boden. 584. 3. 20. ſt, Lembergſchen 1. Hannösveriſchen. 593- 3: 8. ſt. undenkbar l. undankbar. 6209. 3-21. ſi. aufziehen|. aufſtehen. Erinnerung, In zwey Anmerkungen S. 383. und 390. habe ich mich übereilt, nicht allein im Ausdrucke; ſondern auch Ideen confundirt. Eine Nheinländiſche= nicht Calen- bergiſche== Quadrat- Ruthe rechne ich täglich 0 ein Stück Rindvieh, die Kleefätterungs- Zeit hindurch, At ein Schnikt von einer ava Mahe iſt täglich 7 zureichend. Welches ich um Mißverſtändnls von übelen Folgen zu vermeiden, hierdurch anzeige. Der Herausgebeyr