—— GG SOazzert's &=.C H€ Theorie des Duüngers ſeiner rationellen Anwendung im Landbauz 0.0d er auf Verſuche gegründeter Beweis, daß nach der ge- wöhnlichen Art der Anwendung des Düngers im Land- bau mehr als die Hälfte ſeiner düngenden Subſtanzen verloren geht. Im Auszuge mit Anmerkungen und ciner Nachſchrift berausgegeben von GF W Der a ordentlichem Mitgliede der naturforſhenden Geſellſchaft zu Leipzig und der vfonomiſchen Societät daſelbſt 2c. 2c. n= Seip nige IRMA in der Baumgärtnerſchen Buchhand Pide x H 852.5. pi>> ND Na 2x Der wohllöblichen Leipziger Oeconomiſhen Societät, als ein geringes Zeichen ſeiner beſondern Hoch- achtung und Ergebenheit gewidmer von ihrem Mitgliede CaF Wi;„Beug- TE Pater den Wundern, welche uns die Betrachtung ver Natur darbietet, verdienen keine eine größere Beachtung, als die, welche ſich in Hinſicht der Le- bensfunftionen der organiſirten Weſen zutragen, Die Aufmerkſamkeit der Naturforſcher wird beſonders durch die Phänomene der Entwielung und des Wachs- thums, durch die Aſſimilation fremdartiger Subſtan- zen angezogen, die nicht ſelten ihrer Natur nach, gänzlich von einander verſchieden zu ſeyn ſcheinen, Die Funktionen des thieriſchen Lebens ſind im Allgemeinen mit einem dichtern Schleier des Geheim- niſſes bede>tz3 aber in beſonderer Hinſicht auf Ernäh» rung der organiſirten Weſen, bietet uns das Pflanzen- veich vielleicht weit ſchwieriger zu erklärende Thatſas c ade viele Jahre vegetire, und durch die angenehmen Gerüche ihrer vielen Blüthen die Bewohner deſſelben erz freue. Im Allgemeinen genommen, ſind unſtreitig die blätz- terreichen Pflanzen am meiſten geeignet ihre Nahrung. =“ 4= ſtüßend, bewies, daß'die in den Pflanzen wieder aufs gefundenen«erdigen Theile vom Regenwaſſer. mitge» theilt würden. Kirwan machte bemerklich, daß die bei dergleichen Verſuchen gebrauchten, irdenen(Ges fäße von ihrer Subſtanz-ebenfalls etwas könnten abge» geben haben."Andere behaupteten, daß ſelbſt das deſtillirte Waſſer von fremden Subſtanzen nicht frei ſey» Man ließ.in die Reihe der Rechnung über dieſen Gegenſtand.die„außerordentlich kleinen Theilchen mit eintreten,„die in Der Atmoſphäre herumſchweben und gewöhnlich unſichtbar ſind, die aber/bemerkbar werden, wenn'man einen Sonnenſtrahl in ein finſteres Zimmer dringen läßt. Mit noch weit mehr Erfolg griffen noch Andere jene gemachten Verſuche an, indem ſie bewieſen, daß die von jedem axganiſchen Stoff ſtreng iſolixten Pflan- aus der Atmoſphäre zu ziehen. Sowohl die Theorie als auch die"Praxis liefern uns hiezu die ſprechendften Be» lege, Dahingegen ziehen die Pflanzen, in deren-Sub- ſtanz fich Azot findet,“den größten Theil deſſelben durch die Saugorgane ihrer Wurzeln aus der Erde, oder aus zerſezten organiſchen Subſtanzen. Erfahrungen dieſer Art müſſen uns bei Auswahl der zur grünen Düngung auszuſäcnden Pflanzen- Saamen leiten; eine Düngungs» art, die in Italien ſeit länger als zwei tauſend Jahren und bis zu den heutigen Zeiten mit dem beſten Erfolg angewendet wurde, und die ich, bei einſichtsvoller Ana. zz x<< zen niemals Früchte tragen könnten. Sie zeigten, daß Tillet*s Verſuch, welcher in andern Stoffen, als in Pflanzenerde, Weißen- Aehren erzeugt hatte, nichts beweiſe, weil dieſer Verſuch in Gefäßen'ange- ſtellt wurde, die in ihren Böden durchbohrt waren, wodurch eine“ Communikation. mit dem Erdreich ſtatt fand, in welches man dieſe Gefäße geſeßt hatte.*)* Lange Zeit hindurch wurde jene Lehre Vaw- Helmont's nur durch indirecte Argumente ange- griffen, die nur zu beweiſen ſtrebten, daß der Ut- ſprung des Wachsthums der Vegetabilien von verſchie- dener Art ſeyn könnez aber eine nicht unbedeutende Unterſtüßung fanden die Opponenten dieſer" Lehre in ven Entdeckungen der Chemie über die Gas- Arte. Die Zerſeßung ves Waſſers in Sauerſtoff und Wäſ- ſerſtoff,, die Entdeung über die Zuſammenſeßung der atmoſphäriſchen Luft, worin das Sauerſtoff- Gas, Stickſtoff- Gas und das kohlenſaure Gas ſich mit einander“vermiſht befinden, zeigten). daß die Atmo» wendung, für das ſicherſte Mittel halte, ein' von Stadl ten und“ ähnlichen Hülfsquelken* entferntes deteriorirtes Grundſtück zu verbeſſern; äs *)»Beſönddrs:! fand) Haſſenfr aß! durch"Verſuche mitt Hyaceinthen, welſchen- Böhnen' und Kreſſe; daß Pflanzen, die, ohne in unmittelbarer» Berührung mit Erde. gewoſen zu ſeyn, aufgewächfen- waren nur; un ſphärd und das Waſſer alles enthalten, was die Sub- ſtanz der Pflanzen ausmacht, nämlich, Sawuer- ſtoff, Waſſerſtoff, Kohlenſtoff und Sti>- ſtoff*) j j Es blieb aber demohnerachtet der große Einfluß des Düngers auf die Kraft der Pflanzen eine unan- greifbare Thatſache: es handelte ſich nunmehr um die Erflärung dieſes Umſtands. Die Einen betrachteten die Luft und das Waſſer nur als Vehikel zur Ernährung der Pflanzen, Sie verſagten ihnen das Vermögen, durch ihre Subſtanz ſelbſt zur Vermehrung der feſten Pflanzentheile etwas beitragen zu können, vollkommen vegetirten; denn ſie trugen weder Früchte, noch zeigte ihreſtoff, welcher nur in einigen Pflanzen, vor» züglich angetroffen wird, geht nächſt dem Kohlenſtoff gez wiß auch als Nahrung in die Pflanzen über; denn durch die Fäulniß entwickelt er ſich in ihnen. Der Lord Douns << 075 -==- BE= .> Dieſe Vermehrung, glaubten ſie, rühre, aus- ſchließlich von dem durch die Fermentation auflöslich gemachten Dünger her, welcher. vom Waſſer aufgelöſt in die Pflanzen, durch die Saugorgane ihrer Wurzeln. gleichſam. eingepumpt. werde« Die Andern ſchrieben die ganze Pflanzenernährung der Luft und dem Waſſer zu. Sie, glaubten, der Dünger wirke nur mecha- niſch, indem er die Verbindung des Erdbodens modi- ficire„ ihn dadurch für die Wurzeln der Pflanzen zu- gänglicher mache, ihm das Vermögen mittheile, die „der Ernährung günſtige. Feuchtigkeit länger an ſich zu halten und. indem er ihn zu gleicher Zeit für die Aufnahme, einer größeren. Quantität Wärme empfang« lich mache. Während die Philoſophen ſich über den Proceß, ſtritten, den die Natur bei Ernährung der Pflanzen; befolgt, gründeten die A>erbauer den Reichthum ihrer Erndten auf Erzeugniß und Anwendung des Dungers- Aber auch unter den Lektern erhoben ſich verſchie- dene, Meinungen, über die beſte Methode in der An- donald zeigt, in ſeiner Schrift über die Verbindung des. Ackerbaues mit der Scheidekunſt, daß, wenn man Kalk an feuchte Wurzeln bringet, dieſer aus ihnen Waſſer- und Sti>ſtoff entbindet, indem er flüchtiges Alkali bildet, 85 Bb 346 3m Na as wendung des Düngers), das"heißt/ über das zu be- folgende Verfahren zur Erhaltung der größtmöglichſten Production, durch den kleinſten Aufwand. Dhner- achtet der Arbeiten und Schriften einer großen Anzahl berühmter Männer, iſt män über dieſen Gegenſtand“ noch nicht einig.“| So lautet in der Hauptſäche die Einleitung des Herrn Profeſſors Gazzeri, zu ſeiner Abhandlung. Er hät in dieſem Betracht eine Theorie aufgeſtellt, die er durch unmittelbare Verſuche beſtätigt hat und voll Zuverſicht allen Landwirthen zur Befolgung darbietet, Er macht zunächſt bemerklich, daß das Wort Dünger,=- obgleich es nur einen animäliſchen oder vegetabiliſchen Stoff zu bezeichnen ſcheint, wels“ net, ohne ſie, wie der Kalk, durch Corroſivität zu alteriren. Man ſchreibt dieſem Umſtand den Vorzug zu, den das unter dem Namen Urate in Frankreich bekannt gewordene Düngungsmittel vor andern ähnlichen, als Poudrette u. ſ. w., ſich erworben hat, B. beſonders„ wenn es thonig- iſt. Der Herr Verfaſſer erinnert. ferner„“ daß mit“ Ausnahme- einiger Atome anderer Subſtanzen alle orgäniſirte Körper aus Sauer- ſtoff„ Kohlenſtoff und Stickſtoff zuſammengeſeßt ſind. Die leßtere' Subſtanz zeigt ſich nur in geringer Duan» tität'in den Pflanzen, wohl: aber reichlicher in den thieriſchen Körpern. Die Lebensthätigfeit erzeugt bis ins Unendliche variirende Combinationen: im Augenblick ihres Auf- hörens nimmt die bleibt. Es iſt daher wohl wahrſcheinlicher, daß die Pflanzen den inihrer Zuſammenſchung reichlich enthaltenen Kohlenſtoff hauptſächlich aus der mit ihren Wurzeln A 00 EE SI BEET „wn: muri m uw jam"40= Dieſe Abſorption geſchieht durch die Blätter; und die Gegenwart des Lichts iſt dazu unumgänglich nothig. Während der Nacht findet die Abſorption und Zerſeßung der Kohlenſäure nicht ſiatt, ſie ſcheint ſich vielmehr in dieſer Zeit von Neuem zu bilden. Der Herr Verfaſſer bemerkt hier, daß das Verhältniß in der Länge der Nächte und der Tage, unabhängig von der mehr oder weniger warmen Temperatur, als ein folgereiches Element in das Phänomen der Vegetation eintritt, Der Herr Verfaſſer legt Rechnung ab von zwei Verſuchen, zu denen er durch einen ähnlichen Verſuch des berühmten D a vy veranlaßt wurde, Er wünſchte ſich zu überzeugen, ob die Wurzeln ebenfalls das koh« in Berührung kommenden Dammerde, vermittelſt der Wur» zeln, in Geſtalt der Kohlenſäure unmittelbar entnehmen, Eine Menge von Kohlenſtoff findet ſich auch im Kalkſtein in Form der Kohlenſäure, welche in gasfdrs mige Geſtalt übergeht, wenn eine ſtärkere Säure auf die Ralkerde gegoſſen wird, weil durch die Verbindung die» ſer Säure mit dem Kalke Wärmematerie frei wird und ſich mit der Kohlenſäure verbindet. Auch durch das Kalkbrennen entweicht die Kohlenſäure als Gas in die atmoſphäriſche Luft, indem ſie die dazu ndthige Wärz mematerie aus den verbrannten Feuerungsmaterialien bei einem Hißgrad von 1500 Fahrenheit erhält, B« --- 46=> lenſaure Gas abſorbirten,, was von den.in ihrer Nähe in Auflöſung begriffenen Körpern ſich entwiekelt, Er geſteht, daß dieſe Unterſuchungen deutliche Reſultate nicht gegeben haben 3 aber unter mehreren andern Be- merfungen hat er doch die Meinung gefaßt, daß die Wurzeln ihre Nahrung nur in flüſſiger Geſtalt, mit Hülfe des Waſſers aufnehmen, und daß die Blatter ihre Nahrung nur in Geſtalt des Gaſes, durch Ver- mittelung des atmoſphäriſchen Fluidums, erhalten, Wenn der Keim einer Pflanze entwickelt iſt, ſo iſt dieſe beſtimmt, ſowohl dem Volumen, als der Subſtanz nach, ein bedeutendes Anwachſen zu erhal- ten. Sie kann dieſe Subſtanz nur von ſolchen Koör- pern erhalten, mit denen ſie ſich in Berührung findet, das heißt, vom Waſſer, von der Luft und von der Erde. Das Waſſer iſt für die Exiſtenz der Pflanzen ynentbehrlich. Es findet ſich nicht:blos reichlich in den Vegetabilien und führt ihnen die'Stoſſe zu, welche es aufgelöſet hat, es ſeßt auch noch in die Pflanze ſeine Hauptbeſtandtheile, Waſſerſtoff und. Kohlenſtoff, in ſo großer Menge ab, daß dieſe die Hälfte der feſten Subſtanzen einer getro&neten Pflanze ausmaden, - Die atmoſphäriſche Luft iſt ebenfalls zur Entwi- &elung und zum Leben der Vegetabilien nöthig: ſie kommen um, wenn man ſie in ein Lüftartiges, des Sauerſtoff*) beraubtes Fluidum taucht, Im Fin- ſtern abſorbiren die Pflanzen dieſen Grundſtoff, ver *) Wenn Sauerſtoff mit Kohle, Schwefel oder auch mit Phosphor vereinigt wird,„ſo entbinden ſich Licht und Wärme„und durch beider Freiwerden entſtehen als- dann Kohlen- Schwefel- und Phosphorſäure. Beim Ero hißen des Düngers verbindet ſich der[Sauerſtoff der Luft in.den Zwiſchenräumen des Düngers ſehrlangſam mit dem Kohlenſtoff und Phosphor der fermentirenden thieriſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen, und es wird zwar viel Wärme, aber kein Licht frei. Die aus. dieſen Ver? bindungen des Sauerſtoffs mit andern Körpern reſultiz renden Erzeugniſſe ſind alle als Säuren zu betrachten, ſie mögen durch die frei gewordene Wärmematerie in Gasgeſtalt, oder in Geſtalt von Dünſten erſcheinen, die durch Kälte tropfbare Flüſſigkeiten darſtellen. Die Baſen, welche mit Sauerſtoſf allein ſich zu verbinden im Stande ſind, können im bloßen Waſſer nicht aufs geldſet werden, ſie müſſen daher, um von den Saugs2 organen der Pflanzen als Nahrungsmittel aufgenommen zu werden, zuvor in Säuren verwandelt ſeyn. Das kohlenſaure Gas erzeugt ſich und entweicht in die Ata moſphäre durch die Vereinigung des Sauerſtoffs mit der Kohle, wenn Vegetabilien gährend zerſcht werden. Es läßt ſich aber erweiſen, daß bei ſol= oder Salpeter? ſtoff Salpeterſäure hervor, die für die Vegetation fehr vortheilhaft wirkt. Dieſe Vereinigung wird aber befonders durch die Bearbeitung des Landes init dem Pfluge-oder mit dem Spaten bewirkt, indem dadurch PIE: LE)=== fie' wieder das leßtgenannte Gas unter dem Einfluß des Lichts und dünſten das Sauerſtoffgas aus. Dieſe Abſorption und. Zerſeßung der Kohlenſäure iſt eine dem Leben der Pflanzen ſo nothwendige Ver- richtung, daß ſie auf der Stelle umkommen würden, wenn man ſie in eine, durch abſorbirende Stoffe dieſer Kohlenſäure beraubte Atmoſphäre tauchte, Sauſſure, hat durch überzeugende Verſuche Dargethar;, daß der größte Theil des„Kohlenſtoffs, iden man in den Pflanzen findet, von dieſer Zerſeßung des in der Atmoſphäre enthaltenen kohlenſauren Gaſes Herrührt. Indeſſen iſt eben ſo ſehr erwieſen, daß, -wenn gleich das Waſſer und die Luft zur Belebung der Pflanze oder vielmehr zur"Verhinderung ihres Ab- ſerbens nothwendig ſind, ſix demohnerachtet'nur ſchwach und kraftlos bleibt auch keine Früchte'trägt, wenn ſie nicht vom Erdboden Unterſtüßung erhält, Man muß in der vegetabilen Erde zwei Arten von Subſtanzen betrachten, namlich: "15 04)" eine Miſchung erdiger, metalliſcher und ſali- niſcher Subſtanzen; 9) eine mehr'oder weniger bes frächtliche Quantität zerſeßter drganiſcher Stoffe. Wenn man den Boden diefer organiſchen Sub- ſtanzen gänzlich beraubt und ihn nur auf die erdigen ane Menge atmoſphäriſche Luft in die Zwiſchenräume der Erde eingeſperrt wird, wovon die tiefen Eindrücke, Die unſere Fußtritte auf ein friſch bearbeitetes Land mas eten, zwiſchen Morgen und Mittag belegenen Ort. Ich umhüllte ihn mit vielen Stroh- Stoppeln, bedeckte ihn mit einer gro- ben Leinwand, und über dieſe grobe Leinwand legte ich eine ſolche Quantität von Stroh, daß ſie zur Er- "haltung einer gleichmäßigen Temperatur hinreichend war. Man ſieht alſo, daß dieſe Vorrichtungen nicht geeignet waren, eine ſchnelle Fermentation und einen großen Verluſt an Grundſtoffen zu begünſtigen 3 denn es iſt bekannt, je größer die Maſſe und je leichter der Zutritt der Luft iſt, um ſo viel ſchneller entſteht auch die Fermentation: hier aber war die Maſſe der Mate« *) Man ſicht hier, daß der Herr Verfaſſer von Pfunden 2 zwölf Unzen redet. "44 Kd 66 rien unbeträchtlich 3 es kam nur wenig Luft mit ihr in Berührung; und dieſe Luft erneuerte ſich nicht, und berührte nur die Oberfläche der Materie, Nachdem der Keſſel ſo geſeßt war, au ich die Zuſammenſeßung des darin befindlichen Dün- gers. I< hatte zu. dieſem Zweck einen Theil davon zurückbehalten, und bediente mich dazu eines einfachen, oder vielmehr mechaniſchen, alsnen, wobei ich mich auf eben die Art benahm, wie ich ſie weiter oben für den ganzen Miſt angegeben habe. Nach einer Ruhe von einigen Stunden, klärte ich die Flüſſigkeit ſorgfältig ab 3 den Bodenſaß warf ich auf ein doppeltes Filtrum von Löſchpapier, welches durch ein, an ein Tuch befeſtigtes Drahtneß unterſtüßt wurde; und als das Waſſer ſo weit abgelaufen war, daß die Materie eine hinlängliche Conſiſtenz erhielt, ſo ließ ich ſie nach dem oben angegebenen Verfahren tronen. Es folgt hier die Angabe der Beſtandtheile 0. 28 ENE Mm =. KK von den hundert Deniers des im Verſuch Geſe Miſtes: ) Deniers- Gran, MENZE 0486076 ve 18 70 148 ANE*"= SAD. eo 0 0 ue LY 8 Verdünnte Miſtmaterie«+» 44 6- AUjioStiche Theile"++».»" 2 46 Total 400 Deniers«. Die verdünnte Materie, welche während ihrer Vereinigung mit dem Waſſer faſt ganz organiſch zu ſeyn ſchien, nahm nach ihrer Austro>nung ein halb- erdiges Anſehen an. Indeſſen, nachdem ſie pul- veriſirt und lange ausgetro>net war, wog ich fünf und zwanzig Gran davon ab, und verbrannte ſie über Weingeiſt in einer ſilbernen Räucherpfanne, bis ſie zu Aſche oder zu Erde reducirt wurde. Dieſer Ueber- bleibſel wog noch neun Granz ſo, daß alſo die als frocen angenommene verdünnte Materie, nicht mehr als vier und ſechzig pro Cent an organiſchen Sub- ſtanzen enthielt,: Ich wollte Anfangs eben ſo mit einiger Genauig« eit die Quantität der im Miſt enthaltenen, wahrhaft auflöslichen Materie beſtimmen; da ich aber von der 'außerordentlichen Schwierigkeit dieſer Sache durch die vorhergehenden Verſuche war überzeugt worden, 4 gab ich dieß Vorhaben auf, dü IBU ade Die Flüſſigkeit des erſten Abſchwemmens hat eine ſolche Die, daß die Filtration derſelben außer- ordentlich ſchwierig und langſam vor ſich geht; und obgleich die Filtration durch die Miſchung des Pro» ducts der folgenden Abſchwemmungen ſehr erleichtert wird, ſo bedarf man doch zur Vollendung der Opera- tion mehrere Tage, und es iſt ſehr leicht möglich, daß ſich während dieſer Zeit einige Veränderungen mit der Materie zutragen können, Da es ſich überhaupt um eine ſtrenge Analyſe hier nicht handelt, ſo habe ich die Quantität der aufs- löslichen Materie nach dem berechnet, was zur Voll- zähligmachung der hundert Deniers fehlte; wobei ich allerdings eine Kleinigkeit für unvermeidliche Verluſte zugeſtand, I< werde hierauf einige Bemerkungen über die weſentlichen Verſchiedenheiten vortragen, welche zwi- ſchen der aufldslichen Materie des friſchen Miſtes, und zwiſchen der auflöslichen Materie des fermentirten und zerſeßten Miſtes ſtatt finden. Den 48 May, das heißt, ohngefähr nac ſtoff nicht aufnehmen ſollten, ſo iſt es doch wohl vorzüglich bei den angebaueten Pflanzen möglich, daß ſie durch die Wurzeln aus der im Erdboden, durch deſſen Bearbeitung ein: geſcharrten atmosphäriſchen Luft Azot entnehmen, das ſich in der Atmosphare gegen. die Lebensluft bekanntlich wie 3 zu 4 verhält. Durch die Proceſſe der Verdauung, Sanguification und Abſonderung werden die verſchiedenen Beſtandtheile eines animaliſchen Körpers aus einfachen Peincipien zu- ſammengeſeßt.. Können nicht eben ſolche Aſſimilations2 Proceſſe bei Ernährung der Pflanzen ſtatt finden? Wie wären ſonſt die verſchiedenartigen Gerüche und Säfte bei Blumen und Früchten zu erklären, die unter gleicher Temz peratur in einem und derſelben Erdart, mit einem und demſelben Dünger genährt, nebeneinander aufwachſen? Wie wollte man es erklären, daß an einer und derſelben Pflanze die Wurzel nach Teufclsdre> riecht, während die Blume angenehme Gerüche verbreitet, oder daß auf einem wilden Apfelbaume mit ſauren Früchten ein gepfropfter Zweig wohlſchme>ende Goldreinctten' trägt? Die Subſtanz der Pflanzen", alſo auch der Sti>ſtoff, kann ſonach' aus Elententartheilen» durch die Aſſimilation a“ 36= Unter vielen andern Pflanzen enthält der Weißen den Kleber, welcher ihn von den andern Cerealien unterſcheidet, und welchem ſein Mehl die Eigenſchaft verdankt, auf eine beſondere Art im Brodbacen zu gähren, Iſt es nun nicht vernünftig zu. glauben, daß die Seltenheit oder der Mangel der thieriſchen Mate- rien im Boden. ſchlechte Weizenernten verurſacht, wenn andere Pflanzen gut darin fortfommen, oder wenigſtens, daß das geringe Verhältniß des Klebers im Mehl von derſelben Urſache abhängen kann,*) zuſammengeſeßt werden. Am entſcheidenſten ſprechen wohl darüber Schraders intereſſante Verſuche, die er mit verſchiedenen Getreidearten, indem er ſie in ſublimir- ten Schwefel ausſäete, anſtellte, Die Pflanzen wurden nur mit deſtilirtem Waſſer begoſſen, und der Zutritt jedes Atom's von Staub, ſo wie aller fremdartigen Körper wurde abgehalten, um überzeugt zu ſeyn, daß keine Erd- ait zu den Pflanzen kommen konnte. Demohnerachtet fanden ſich in dieſen Getreidearten alle die Beſtandtheile, Erdarten und Metalle(Eiſen und Braunſtein), welche die Halme und Achren der auf gewöhnliche Weiſe erzogenen Getreidearten enthalten. Die Pflanzen ſeßen alſo keine rohe Säfte in ihrem Zellgewebe ab. Es würden ſonſt die Getreidearten, die im Miſte erzogen worden, größtentheils Ammoniak und Phosphor enthalten, B. *) Im Allgemeinen verdient dieſe Meinung des Herrn Verfaſſers beachtet zu werden. Aber beſonders lſt dagegen der Einwurf zu machen, daß oft auch in Ae>kern die mit - 3= I< weiß es, daß bei den von mir angeführten Verſuchen, welchen ich eine beſondere Aufmerkſamkeit gewidmet habe, die Umſtände und die Reſultate viel- leicht denjenigen nicht ſtreng ähnlich ſind, die ſich beim gewöhnlichen Laudbau darbieten.| Faſt nur bei den Gärtnern und Blumiſten erhält man den Pferdemiſt rein: gewöhnlich wird der Miſt von verſchiedenen Thieren einer Landwirthſchaft mit den Stoffen vermiſcht, die als Streue gedient habenz aber verſchiedene Urſachen machen es ſchwierig, ſichere und unter einander vergleichbare Reſultate bei Bear- beitung großer Maſſen dieſes vermiſchten Düngers zu erhalteu,*)' Teichſchlamm gedünget wurden, deſſen düngende Eigens ſchaft wenigſtens größtentheils vegetabiliſchen Urſprungs iſt, der Weizen kräftig vegetirte, B. *) Kirwan unterſuchte ebenfalls mehrere Miſtarten, vorzüglich um ihren Gehalt an Kohle auszumitteln, die allerdings am kräftigſten für die Vegetation zu wirken ſcheint, er fand, daß| Pfund Kohle 408 Schafmiſt gaben 6 -= friſcher Kuhmiſt. 5 -= friſcher Pferdemiſt-.„. 101/129, gefaulter Kuhmiſt. 5 i 1057-70 gefaulter Pferdemiſt. v? 18/1105. Wenn auch die Beſtandtheile des Miſtes von eincr und derſelben Thierart im Allgemeinen ſich gleichen, ſo va- .- 23x 0 : u v == 38= Die Anzahl, die Beſchaffenheit, und die Pro- portionen der verſchiedenen, dieſen Dünger ausmachen- den Materien bringen große. Verſchiedenheiten. im Gang und in den Reſultaten der Zerſeßung der Maſ- ſen hervor, welche man bildet, oder eben ſo, in den perſchiedenen Theilen einer und derſelben Maſſe. Das, was man dem Verſuche unterwirft, gleicht niht:genau der ganzen Maſſe. Ich durfte mir daher nur ſchmeicheln, der Präcie ſion nahe zu kommen, wenn ich mit einem beſtimmten und faſt homogenen Miſt arbeitete. J<, war. über- dem noch durch frühere Verſuche überzeugt, daß ich nur Reſultate, den hier gehabten ähnlich, erhalten würde, und daß die daraus zu ziehenden Schlüſſe ſo einleuchtend ſeyn müßten, daß kein Zweifel mehr ſtatt 19 finden kann über das, was ſich bei der Zerſeßung des m" Düngers zuträgt, von welcher Beſchaffenheit er auch || ſeyn mag. riiren doch wohl die quantitativen Verhältniße. dieſer Be ſtandtheile unter einander und die Grade ihrer Eigenſchaf- | ten, nach dem Grade der reichlichen oder dürftigen Fütte- j 13| rung des Thieres und hauptſächlich nach der von ihnen ge- ij| noßenen Futterart, was ganz vorzüglich bei Hausthie- ren der Fall ſeyn muß. Um. alſo bei Unterſuchungen dieſer Art zu ſichern Reſultaten. zu gelangen, ſollten/ we- nigſtens bei comparativiſchen Unterſuchungen, jene Um- ſtände mit berückſichtigt werden. B. Gleichwohl habe ich es nicht verabſäumt„den zu- ſammengeſeßten Dünger einer Unterſuchung»zu unter» werfen z und ich bearbeitete zu dieſem Zwei ſowohl einen künſtlich gebildeten Dünger, als auch einen ges wöhnlichen aus einem Haufen genomimenen Miſt. Bevor ich dieſe Verſuche und ihre Neſultate bes» rühre, werde ich von einigen andern reden, die ich mit reinen, nicht ſelten im eandbau angewendeten Excrementen-anſtellte. Zweiter Verſuch. Am 42 Juny ließ ich künſtlich und nach der oben beſchriebenen Art Miſt von Hünern tronen, die faſt gänzlich mit Kleien und mit ein wenig Mais genährt waren. Jh wog ſehr ſorgfältig zwei Portioneu das- von ab: die eine von funfzig Deniers und die andere von fünf und zwanzig Gran, Die erſie Portion rührte ich zur Conſiſtenz eines dünnen Teigs mit Waſſer ein und ſeßte ſie in ein gläſernes Gefaß, das ich mit einem Stück Pappe bedeckte und einer gemäßigten Tempera« tur ausſeßte, um die Materie der Fermentation zu unterwerfen. Die fünf und zwanzig Gran wurden in der ſilber- nen Kapſel verbrannt und hinterließen ein Reſiduum von vier Gran. Dritter Verſuch. In ein anderes ähnliches Gefäß legte ich funfzig Deniers Miſt von Tauben, die mit Wien reichlich ernährt waren. J< verdünnte dieſen Taubenmiſt mit Waſſer, bedeckte ihn und ſeßte ihn eben der Tem- peratur aus, wie den Hünermiſt. Fünf und zwanzig Gran davon verbrannt, hinterließen ein Ueberbleibſel von drei und einen halben Gran, Alle drei Tage unterſuchte ich die beiden Gefäße und goß ein wenig Waſſer hinzu, um denTeig in ei- nem gleichmäßigen Grad von Weichheit zu erhalten. Die Fermentation bildete ſich in den Materien ſehr bald, und es entwickelte ſich aus ihnen, beſon- ders vom Taubenmiſt, ein ſehr ſtinfender Geruch. Am 42 Juny, einem Monat nach Anfang des Verſuchs, wurden die Materien beider Gefäße ausge- trocknet und ſorgfältig abgewogen. Der Hünermiſt hatte ſich bis auf dreißig Deniers achtzehn Gran, und der Taubenmiſt bis auf neun und zwanzig Deniers reducirt. Eine Quantität des leßtern, von fünf und zwan- zig Gran, die verbrannt wurde, reducirte ſich auf ſechs und einen halben Granz eine gleiche Menge Hüner- miſt aber auf ſechs Gran, Vierter Verſuch, Funfzig Deniers Menſchenkoth wurden ſorgfäl- tig ausgetro>net und verminderten ſich dadurch bis auf zwei und zwanzig Deniers: mit Ausnahme einiger Ausdünſtungen enthielten ſie alſo acht und zwanzig Deniers Waſſer. Fünf und zwanzig Gran davon verbrannt, ließen ein Reſiduum von drei Gran zurück. Funfzig Deniers deſſelben Koths wurden mit Waſſer eingerührt, in ein gläſernes Gefäß geſeßt, mit einem Stüc Pappe bedeckt und wie die vorherge- henden Gefäße der Fermentation unterworfen, Die faulende-Gährung ſtellte ſich ſehr bald mit einem außerordentlich ſtinkenden Geruch ein. Anfangs tronete ſich die Materie merklich aus; aber in der Folge erweichte ſie ſich ſehr und wurde faſt flüſſig. Der ſich daraus entwielnde Geruch war vom vorigen ganz und gar verſchieden, und weit weniger unangenehm als dieſer. Es bewegte ſich eine große Anzahl von Würmern in der Materie hin und her. Nach und nach fing ſie wieder an ſich auszutro&>nen und ſie war am ſechſten July gänzlich trofen- I< wog ſie mit Sorgfalt und fand, daß ſie bis auf zehn Deniers und neunzehn Gran reducirt worden war« Fünf und zwanzig Gran davon verbrannt, ließen ein Reſiduum von fünf und einem halben Gran zurück, Fünfter Verſuch. Am 5 Juny 4846 verſchaffte ich mir eine gewiſſe Quantität Miſt von Kühen, die man zu Florenz der Milch wegen im Sommer mit friſchem Graſe ernährt. -z 8== Ich tronete ſorgfältig davon hundert:Deniers, Sie verminderten ſich bis auf achtzehn Gran. Hundert andere Deniers ausgewaſchen und be- handelt, wie ich es hier vorſtehend beſchrieben habe, gaben: Deniers Gran STOSS EG EIER 6 14+ Verdünnten und auf- ſoslichen Stoff. Irieiiie+ 42 3X Im Ganzen 453 18 Sechſter Verſuch. Ich. nahm vier hundert Deniers von demſelben Kuhmiſt, und legte ihn in eine Schaale von Porzelan, die ich ſo bedeckte, daß die Einwirkung der Luft auf den Kuhmiſt nicht verhindert werden konnte, Dieſe vierhundert Deniers mußten nach der hier oben gefundenen Proportion fünfund ſiebenzig Deniers trockner Materie enthalten, wovon ſechs und zwanzig Deniers, neun und ein Drittel Gran Faſerſtoſf, und acht und vierzig Deniers, vierzehn und zwei Drittel verdünnte und auflösliche Materie ſind. Siebenter Verſuch. Ich nahm vierhundert Deniers von demſelben Miſt. Ich weichte ihn in Waſſer ein, und vermiſchte ihn genau mit zwei und dreißig Deniers zerquetſchten Weißenſtrohs um die Vermiſchung: der Streue mit den Ercrementen- nachzuahmen, jedoch fügte ich feinen Urin mit hinzu, Ich bede>te dieſe Materie wie die vorhergehende« Die Terrine enthielt alſo: Deniers Gran StD AR 905146.., 6% 8/82- Saſerſtoff 5 whales 0 26 95 Verdünnte u. auflösliche SMafgbig in v3101697:8.0.00%.148 44> Deniers 407- Am 45 July waren die vierhundert Deniers des bloßen Kuhmiſts, vom Verſuch No 6. auf zwei und neunzig Deniers, ſiebenzehn Gran reducirt, Ich trocknete ſie vollkommen aus, und ſie redu- eirten ſich auf neun und funfzig Deniers, zwei, und Dreiviertel Gran, worunter: Deniers Gran KUſenſt0fſi: 10)+. 8. 0.4-). 66 22 9: Verdünnte und auflösliche Materie-«+« 36 175 Deniers 59 93. Es hatten alſo die vier hundert Deniers reinen Kuhmiſtes in vierzig Tagen einer mittlern Fermenta- tion„ an effectiver,' als tro&en angenommener Sub- %. u 2 ſtanz, funfzehn Deniers' und ein und zwanzig und ein Viertel Gran verloren, nämlich: Deniers Gran Faſerſtoff? 48 V%%% 24107 M5. 3 235 Verdünnte und auflds- liche Materie.+9. Jens 11. 215 Deniers 45 24x An eben dieſem Tage, den 45 July, wogen die mit Stroh vermiſchten. Excremente zwei hundert und ſechs und zwanzig Deniers- J< nahm davon hun- dert Deniers, die ich gänzlich austrocnen ließ, wovon ſie ſich bis auf zwei und dreißig Deniers, achtzehn Gran verminderten, Die zweihundert und ſechs: und zwanzig Deniers enthielten alſo vier und ſiebenzig Deniers trockner Materie- Die übrigen ein hundert und ſechs und zwanzig Deniers, welche an trofener Materie ein und vierzig Deniers ſechs und einen halben Gran enthiel- ten, wurden nach der oben beſchriebenen Methode ausgewaſchen, und ich fand:| Deniers Gran Groben Faſerſtoff) DHLLISS(ON ebduogte ree 7 12 Feinen Faſerſtoff+++» 9 132 Verdünnte und aufs- lösliche Materie++=»+ 24 47 Deniers 41- 63 - 486- Es mußte alſo die Totalität der zwei hundert und ſechs und zwanzig Deniers enthalten: Deniers Gran ESW Ae 24500108 M674299 43 411* Faſerſkoffinmne Lapp 17 4 Verdünnten und auf- 165 O0BELVPEL:e ume 4 8+ Deniers 74- Dem zu Folge waren hier, während der Dauer einer Fermentation von vierzig Tagen, drei und drei- ßig Deniers trocner Materie verſchwunden, nämlich: 'Deniers Gran (GSDNO NEN E20 010: 1928 RL iD 12:2..408 148 123 SONEUILDN 7 2.0 ie ahl 100.420..00 8 4 Verdünnte und auf- (Stiche ZMaterlen> 01:14 6 72 Deniers 33 Wir wollen jeßt ſehen, zu welchen Bemerkungen uns dieſe Reſultate führen. Erſtlich, iſt die Fermentation des Kuhmiſtes weit langſamer als die des Pferdemiſtes, und es zerſeßt ſich davon eine geringere Quantität in einem gegebenen Zeitraum. Es iſt dieß auch mit der allgemeinen Mei- nung übereinſtimmend, welche unter kaltem Miſt den Ochſen- oder Kuhmiſt, und unter warmem Miſc den von Pferden verſteht, -- 46== Eine der Urſachen dieſer" Verſchiedenheit findet ſich vielleicht in den Nahrungsmitteln dieſer Thiere? die Kühe nähren ſich bekanntlich von Gräſern, die Pferde genießen dagegen Hafer, Bohnen und andere mehr nährende Stoffe, Die kleine Quantität ſubſtan- tieller, in der Kräuter» Nahrung enthaltener Stoffe reicht kaum hin, die Lebensfräfte zu erhalten und zu er- ſeen, anſtatt, daß beim Genuß mehr ſubſtantieller Nahrungsmittel, dasjenige mit den Excrementen aus- geworfen wird, was zur Ernährung überflüſſig iſt,*) *) Dieſer Urſache kann der Unterſchied in den Eigen- ſchaften beider Miſtarten wohl nicht zugeſchrieben werden, Denn der Miſt von ſolchen Pferden, die niemals Körner- futter erhalten haben, wird immer bedeutend wärmer ſeyn, als der Miſt von mit Schrot gefütterten Maſtochſen, Man wollte die Wärme des'Pferdemiſtes auch daraus erklären, daß dieſe Thiere nicht wiederkäuen; allein die Voreiligkeit dieſer Behauptung wird jedem einleuchten, der bedenkt, daß die Schaafe, als wiederkäuende Thiere ſchr hißigen, und im Landbau vortheilhaft wirkſamen Miſt liefern, ſo daß 145'Centner Schaafmiſt gleich geſchäßt werden 48 Centz nern Pferdemiſt; auch ſelbſt zu der Zeit, wo ſich die Schaafe einzig. von der Weide ernähren. Da hingegen giebt das Schwein, welches nicht wiederkäuet, in relativer Hinſicht einen kühlenden Miſt, Jedoch iſt wohl nicht zu läugnten, daß die eigenthümz lichen Charactere der thieriſchen Excremente von den Nah- rungsmitteln, aus denen ſie hervorgehen, modificirt wer- =. 0= Es liegt vielleicht eine ganz beſondere Urſache zum Grunde, für jene größere Kälte des Miſtes von trächtigen oder Milchkühen, im Vergleich zu der Kälte des Miſtes von. noc< nicht zugelaſſenen Käl- bern oder von O<ſen, Wenn dieſe Verſchiedenheit wirklich verhanden iſt(was ich nicht unterſucht habe), ſo rührt dieß wohl daher, weil jene außer dem, was zu ihrer Nahrung nothwendig iſt, dem Fötus oder zur Bildung der Mil<, Nahrung von der zu fich ge« nommenen Subſtanz abgeben müſſen. den könnens ader die Individualität der Excremente einer Thierart ſcheint von den Aſſimilations'- Geſetzen des Thierkörpers abzuhängen, von dem ſie ausgeworfen werden. Es ſind ſonach die Excremente das. caput mortuum eines organiſch-ner Ma- terie vernichtet, während beim erſtern blos funfzehn Deniers und ein und zwanzig und ein Viertel Gran verloren gingen. Dieſe Thatſache ſcheint zu dem ſonderbaren Re«- ſultate zu führen, daß ſich die zähe Materie leichter zerſeße, als die leichter fermentirende Subſtanz; wenn man es aber genau überlegt, ſo wird man ſinden, daß die animaliſirten, das heißt, die wahrhaften Miſt- Beſtandtheile zuerſt verſchwinden mußten: ſie waren auch wirklich ſo verſchwunden, daß kaum die geringſte Spur davon übrig geblieben war. Das Stroh zerſeßte ſich nur theilweiſe, das heißt, der Theil dieſes Strohes, welcher nicht aus reiner Faſer beſteht, der einer ſchnellen, Zerſeßung fähige Theil, trennte ſich von der groben Faſer, um ſich mit der feinen Faſer zu verbinden, welche wegen ihrer Feinheit vielleicht nur langſamer davon zu kren- nen iſt, denn ſie iſt aus Erde und aus einer fohlen- ſtoffhaltigen Zuſammenſeßung gebildet, welche weit länger als alle übrige widerſteht« Den andern von mir noch unterſuchten Miſt, erhielt ich von einem Haufen eines auf Bergen belege- = we me EEE. dar 177] fn 49= nen Pachtgutes, wo ſich vier Thiere, nämlich, zwei Ochſen, ein Kalb und ein Maulthier befanden, von welchen der Miſt herrührte. Das, was man mir davon überſchi>te, war aus der Mitte des Haufens, von der untern Lage genoms men worden, und hatte dort bereits mehrere Monate gelegen. Sein Geruch war viel ſtärker, als der des Pferde- oder reinen Kuhmiſtes, auch ſtärker, als der Geruch des von mir zuſammengeſeßten künſtlichen Mis ſtes: dieſer Unterſchied erklärt ſich ſehr leicht dadurch, daß dem vorliegenden Miſt Urin beigemiſcht war. Hundert Deniers dieſes Miſtes redueirten ſich durch das Austrocnen auf neun und dreißig und ein Viertel Denier. Ein anderes Gewicht von hundert Deniers gab beim Auswaſchen Strohhälmhen und andere ganze Vegetabilien, Deniers Gran oder in Fragmenten»«+ 12 46 [FINE Fuſe 00 0) 1 208 16 Verdünnte Materie«,+ 14 5 Aufldsliche Materie«.+ 8 19 Eat 30.1:.8 Bei dieſer Operation blieb das Waſchwaſſer trübe, anſtatt ſich nach einer Ruhe von einigen Stun den abzuklären. Es rührte dieß von der darin ſcne Aſche zurükläßt. Dahingegen zerſeßt ſich der Kuhmiſt weit langſamer, und entwi&kelt weniger Wärme, weshalb er auch weniger an flüchtigen Beſtandtheilen verliert; ſeine Wirkung iſt daher in der Erde nachhaltiger, denn man findet oft noch Rückſtände von ihm im dritten Jahre nach ſeiner Anwendung. Da nun in jeder Landwirthſchaft bes kanntlich weit mehr Kuhmiſt, als Pferdemiſt gewonnen - und der Schaafmiſt mit beiden Düngerarten gewöhnlich nicht vermiſcht wird, ſo muß das Gährungsvermögen <-SGRRIÜNEIEN DIA: 1000250200, IRII-IMEE IE DIIDEUOD IE EDDI ming mmm WIE(waem Es iſt höchſt wahrſcheinlich ,'daß in großen /' zu- ſammengeſeßten Düngerhaufen, welche noch mit Urin getränkt ſind,(ein Umſtand der bei meinen Verſuchen nicht ſtatt fand) die Fermentation weit ſtärker iſt, als ich ſie bemerkt habe. Es iſt bekannt, wie ſehr ſie durch den Zutritt der Luft erleichtert wird 3 und die im zuſam- mengeſeßten Miſt befindliche Strohmaſſe erleichtert den Zutritt der Luft ins Innere des Haufens. Eben ſo iſt es auch bekannt, daß die großen Maſſen einer weit ſchnellern und ſtärkern Fermentation unterliegen, als die kleinen; wenn man dieſer Bemer- kungen noch den Umſtand beifügt, daß der Miſt oft faſt ein ganzes Jahr lang der Einwirkung der freien kuft ausgeſeßt iſt, ſo wird man ſehen, daß das End- reſultat der Fermentation, die Maceration und Ver- vünnung der Faſer iſt. Aber dieß Reſultat wird ſehr theuer erfauft, das heißt, es wird faſt mit der gänz- lichen Vernichtung der animaliſchen Materien„*) und dcs Pferdemiſtes durch ſeine Vermiſchung mit Kuhmiſt, wie ſie gewöhnlich auf den Miſtſtätten unſerer Höfe ſtatt findet, bedeutend modiſicirt werden, wodurch der Pfer- demiſt weniger Verluſte erleidet, als wenn er den Gäh- rungs= Proceſſen für ſich allein unterworfen iſt. B. *) Auch die im Urin befindliche Gallerte und der Ei- weißſtoff zerſeßen ſich, als thicriſche Materien, ſchr leicht; v.. 35%= mitdem Verluſt der verdünnten Theile der Faſer ſelbſt, bezahlt, welche lebtere ſich in erdige, unthätige Maſſe verwandelt. Beim erſten Anblick ſcheint es ſehr ſonderbar, und ſchwer zu begreifen, daß eine ſo große Vernichtung, ein ſo wahrer und beflagenswerther Verluſt der Auf- merkſambeit aller Landwirthe während des Laufes der Jahrhunderte entgangen iſtz und wenn auch von Zeit zu Zeit unterrichtete Männer den Mißbrauch rügten, ſo wurden ſie doch nicht gehörtz3 aber ein wenig Uebey- legung lehrt den Menſchenkenner, daß die Macht des Vorurtheils und der Gewohnheit hinreicnung der Bohnen nahm ich ſie aus dem Gefäß, und leerte die Totalität der im Gefäß enthaltenen Erde über ein pferdehaarenes Sieb, welches in einem Handzober voll Waſſer eingeweicht war. JM rührte und knetete die Erde ſanft um, um ſie in Geſtalt eines feinen Breies durch das Sieb gehen zu machen. Da nun nach Beendigung der Operation nichts auf dem Siebe zurückblieb, ſo zog ich daraus den Schluß, daß die 3 u Ph; Fragmente des beigemiſchten Hornes gänzlich müßten zerſeßt ſeyn, Ich unterwarf die Erde des andern Gefäßes der- ſelben Operation. Es blieb eine gewiſſe Anzahl von Horn- Fragmenten in einem weichen, ſeifenartigen Zuſtand auf dem Siebe zurü, die ich austroc>nen ließ und nach. dieſem zwei und zwanzig Gran ſchwer fand. Alſo von zwei gleicheu Quantitären dieſer Mate- rie, die ſtreng ähnlichen Umſtänden ausgeſeßt waren, zerſekte ſich die,- welche ſich mit den abſorbirenden Or- ganen einer Pflanze nicht in Berührung befand, nur theilweiſe, während die, welche jener unmittelbaren Berührung unterworfen war, ſich ganz zerſeßte, Wir wollen hier nicht die Einzelnheiten eines an- dern Verſuchs aufzählen, wobei der Herr Verfaſſer zu erforſchen die Abſicht hatte, ob Wachs und Baumharz, ſchwer aufzulöſende Subſtanzen, die den Einwirkun- gen der Luft und des Waſſers ſehr widerſeßlich ſind, durch die unmittelbare Berührung mit den Wurzeln, verbunden mit der Einwirkung der Luft und des Waſ- ſers auflöslich werden und in die Subſtanz der Pflan- :zen übergehen könnten. t Dieſer Verſuch glückte ihm gänzlich. Wenn das Wachs und das Harz, ſagt der Herr Verfaſſer, Subſtanzen, welche unter die unauflöslich- ſten gehören und den Einwirkungen der zuft und des EE DENN 4-0 Waſſers am Beſten widerſtehen, durch die Berührung der Wurzeln einer lebendigen Pflanze auflöslich. wer den und in: die Pflanze übergehen 3 kann man da wohl noch zweifeln, ob in die Reihe der bewundernswürdi- gen Kräfte des organiſchen Lebens, die von mir hier angezeigte aufzunehmen ſey, durch welche die noch nicht effectiv auflösliche Subſtanz des Düngers, durch die Berührung der Wurzeln auflöslich und durch ſie abſorbirt wird? Mehrere Phänomene der Vegetation und der Cultur treffen für dieſen Beweis zuſammen, Es iſt bekannt, daß gewiſſe Pflanzen eine größere Quantität von Dünger verzehren oder abſorbiren als andere, das heißt, daß nach der Erndte einer wenig erſchöpfenden Pflanze in dem Boden ein größeres Verhältniß concreten Düngers zurückbleibt, als nach der Erndte einer erſchöpfenden Pflanze, Dieß beweiſet unwiderleglich, daß die Pflanze, welche den Boden ausgeſogen hat, den Dünger aufs- löslich machte und ſich mehr davon zueignete, als die andere. Die Einwirkung der abſorbirenden Organe trägt ſonach viel zur Veranlaſſung der Auflöſung bei, die der Abſorption immer vorausgehen muß. Wenn man eine und dieſelbe Pflanze in den ver- ſchiedenen Epochen ihrer Entwi&elung betrachtet, ſo ſieht man, daß ſie in der Epoche des Entſtehens der = 00= Blüthe und der Frucht mehr Nahrung bedarf, und daß ſie während dieſer Zeit in wenigen Tagen mehr Subſtanzen abſorbirt, als ſie davon zu ihrer Ernäh- rung während einiger Monate bedurfte, * Wenn man aber annimmt, daß eine vorherge hende, effective Auflöſung der ernährenden Subſtanz ſtatt findet, wie will man es dann erklären, daß die Pflanze ſo wenig davon abſorbirt, während Dünger und Regen reichlich vorhanden ſind, und daß ſie eben ſo viel davon abſorbirt, wenn bei eintretender Tro>- niß das Auflöſungs- Mittel mangelt, und wenn der aufldslichſte Theil des Düngers ſchon allmälig ver- mindert ſeyn muß. Jch erinnere mich, daß die anhaltende Trocfniß im Jahr 4817 eine gänzliche Mißernte erwarten ließ, und die Ernte gerieth hier demohnerachtet ſehr gut. Wenn man die Nothwendigkeit einer vorgängigen, effectiven Auflöſung der ernährenden Subſtanzen, un- abhängig von der Einwirkung der Lebensfräfte der Pflanzen, annimmt, wie wollte man dann die Ein- führung des reichlichen Nahrungsſtoffes in die Wur- zelgefäße, für das Entſtehen der Blüthe und der “Frucht, erflären; welche Einfährung nur eine furze Zeit, das heißt, während der Bildung des Korns dauert, und die ohne Waſſer, welches als Aufldöſungs- "mittel oder Vehikel dienen könnte, ſtatt findet. Wollte man ſagen, die Wurzeln der Cerealien --“ 69=- haben in dieſem Fall eine ſehr concentrirte Auflöſung abſorbirt? Ich antworte:| 4) daß man vom Miſt eine ſehr concentrirte Auf- löſung nicht erhalten fannz 2) daß meine und des Nitters Davy directe Verſuche beweiſen, daß eine concentrirte Auflöfung von Subſtanzen, die der Vegetation am wenigſten ſchädlich ſind, wie das Gummi und der Zuer, die Pflanzen tödtet, anſtatt ſie wachſen zu machen, weil ſie die Gefäße der Wurzeln verſtopft; anſtatt daß die Pflanzen mit einem Zweihunderttheil und ſelbſt mit einem Dreihunderttheil dieſer Quantität in Waſ- ſer aufgelöſeten Gummi's oder Zuers außerordent- lich gedeihen, Jekt, frage ich, wie iſt es möglich zu glauben, daß bei einer großen anhaltenden Hiße, in einem von Natur tronen Boden, während der Fructifications« Zeit eine gleiche Auflöſung vorhanden ſey oder ſich in Menge bilden könne? Welche Vorſtellung ſoll man ſich aber von der Art und Weiſe der Auflöſung des Düngers und von ſeiner Einführung in die Wurzeln, wenn das Erds reich faſt aller Feuchtigkeit beraubt iſt, machen? Ich weiß es nicht! Indeſſen ſcheint es mir doch, daß man nach den beobachteten Thatſacßen und nac< den befaniten ='"'0ü= Kräften des Organismus, eine Art erdenken kann, nach welcher eine ſolt zu machen; es kann aber die Nahrungsſtoffe nicht in die Pflanze einführen. Wenn wir aber annehmen, daß neue aus der Gährung folgende Zuſammenſcßun- gen, als die Bildung der Kohlenſäure und des Waſſers, auf Verbrennung der Stoffe hinauslaufen, und wir be- trachten von dieſer Seite die Gährung, als eine lang- ſame Combuſtion, bei der ſich zwar viel Wärme aber Pein Licht entwiket, ſo ließe ſich vermuthen, daß, wenn aus den Wurzeln der Pflanze Ausflüſſe ſtatt fänden, durch welche die Gährung der organiſchen Gebilde beför- dert würde, dieſe nur aus Sauerſtoffgas beſtehen könn- ten; weil der freie Zutritt des Sauerſtoffgaſes bei frei- willigen Zerſeßzungen organiſcher Subſtanzen unumgäng- lich nothwendig, und überhaupt bei Subſtanzen, die mit Erde bedeckt ſind, durch Abhaltung der atmoſphäriz ſchen Luft erſchwert iſt. B. „wr. TE m Ich werde hier einige allgemeine Practifen des Landbaus in Erinnerung bringen, die. am Meiſten vom Vertrauen zur Theorie der Fermentation des 418 Düngers zeigen.: 718 Man wendet ſehr oft Materien als Dünger 3| "4 4 und ſelbſt als den beſten Dünger an, die weder gäh- 18 rungsfähig noch auflöslich ſind: wie zum Beiſpiel, +4'"' Horn, Federn, Wolle, Lumpen u, ſ. w-, die man in die Erde bringt, ohne ſie einer vorläufigen Fermen- tation unterworfen zu haben und die überhaupt nur eine langſame Zerſeßung erleiden, Man bezahlt aber dieſen Dünger theuerer, als “ ein gleiches Gewicht von Miſt. Die Landwirthe ſeßen den Preis des Düngers mit der davon zu hoffenden Wirkung in Verhältnißz und doch hängt hier die Wirkung augenſcheinlich von [| der Langſamkeit der Zerſeßung dieſes Düngers abz j!] es verliert ſich nichts davon, und die Totalität ſei- „18; ner Subſtanz wird in die Subſtanz der lebenden Ve- || getabilien umgewandelt, ;| Die Wirkung des Hordenſchlags auf die Felder 19487 würde unbedeutend ſeyn, wenn die Fermentation und 3 4 die Auflöslichfeit des Düngers von ſeiner Wirkung [hr unzertrennlich wären. / J ſ| Die grüne Düngung, oder das Unterpflügen blü- hender Staaten, wodurch der Boden ſo kräſtig mit nährenden Subſtanzen bereichert wird, übergiebt dem ZA PEER win Boden Pflanzen, die frei von jeder Vorbereitung ſind, wodurch ſie hätten zerſeßt, oder in auflösliche Stoffe verwandelt werden können. Ic . noch zu klar warz; er ließ es ſich in einem Glaſe ſetzen und fand, daß ſich der Bodenſaß gegen das darauf ſchwimmende Waſſer verhielt, wie 4 zu 474 Ohne Manfred's Wiſſen machte Hartſöker mit Waſſer aus dem Rhein, zu einer Zeit, wo es trübe war, den nämlichen Verſuch und fand, daß ſich der Bodenſatz zum Waſſer wie 4 gegen 99 verhielt, folglich x55 des Waſſers ausmachte. Vom Jahr 4809 bis 1821 ſtellte Herr Eſcher ge- naue Berechnungen an, über das in jedem dieſer Jahre unter der Brücke des Rheinſtromes zu Baſel laufende .ewemmpenwamume Aufn ME„da terie ſich in unorganiſche Subſtanzen auflöſet; und daß man dem zu Folge zugeben muß, daß bei der neuen Production der organiſchen Subſtanzen, die Materie größfentheils aus einer andern Quelle kommt, als aus der der organiſchen Weſen:' dieſe Quelle kann nun wohl feine andere ſeyn, als die Atmosphäre, Wenn die gewöhnliche Anwendung des Düngers für den Erdboden bei vielen Menſchen den Glauben be« Waſſer. Nach den der naturhiſtoriſchen Geſellſchaft zu Baſel vom Verfaſſer vorgelegten Berechnungen für jedes dieſer Jahre beträgt das unter der Baſeler Rheinbrücke jährlich durchlaufende Waſſer im zwölfjährigen Durch- ſchnitt 4,046'763,676 Cubik- Toiſen(zu 4000 Fuß.) Wenn wir' nun von Manfreds und Hartſökers oben erwähnten Verſuchen den Durchſchnitt ebenfalls und das Verhältniß des Bodenſaßes wie 4 zu 450 anneh? men, ſo ergiebt ſich, daß nur allein der Rheinſtrom jährlich 6'978,425 Cubik- Toiſen(zu 41000 Fuß) mit ſich fort ins Meer führt. Wenn wir auch annehmen, daß von Baſel bis zur Mündung des Fluſſes im Flußbette ſelbſt viel abgeſeßt wird, ſo kommt gewiß durch neue Gewäſſer eben ſo viel wieder hinzu. Eine ähnliche Be. rechnung kann man ſich vom Po bilden, wenn man wäch Riccolo's Berechnung annimmt, daß er in jeder Stunde 48'000,000 C. Fuß, oder täglich 43270.00,000 C. Fuß Waſſer ins Adriatiſche Meer wirft. Dieſe un= ſerm Continent ſo entführten Stoffe ſind größtentheils organiſchen Urſprungs und deshalb um ſo beflagensz werther für den Landbau. B. 5,40 ie ISLZZ Bn ten FR NE Ws ="SE Es ſſt eine ausgemachte Thatſache, daß" jeder Miſt, welcher der Fermentation unterlegen hat /-nur einige"Hunderttheile- auflöslicher Materie- enthält, während der friſche Miſt bedeutend mehr und von ver» ſchiedener Beſchaffenheit davon enthält; dieſer Friſche Miſt enthält hauptſächlich eine wahrhaft animaliſirte Materie, die für ſehr nahrhaft gehalten wird, ſich aber im fermentirten Miſt nicht mehr vorfindet. Wenn man überdem noch wohl überlegen will, daß jede Quantität fermentirten Miſtes, wenigſtens eine doppelte Quantität von friſchem Miſt vorſtellt, ſo ſollte man daraus ſchließen, daß die Fermentation, Die man nach der gewöhnlichen Methode dem Dünger widerfahren läßt, wenigſtens die Hälfte der Quantität vernichtet, die thieriſche Materie, verſchwinden macht, und weit davon entfernt. iſt„ die auflösliche Materie zu vermehren, den Foſtbarſten und wirkſamſten Theil davon verloren macht, Wenn jemand auf Treu und Glauben ännimmt, daß die Fermentation die Materie des Düngers auflös- lich mache, und daß, um dieſen Zwe zu erreichen; die Fermentation mehrere Monate hindurch verlängere werden müßez; ſo muß er, um mit ſich ſelbſt conſequente zu ſeyn, eben ſo voraus ſeßen, daß,.wenn die Mate«- rie des Miſtes im Anfang der Fermentation auflöslich zu werden beginnt, dieſe Auflöslichkeit erſt vollſtändig oder wenigſtens zulänglich iſt, wenn die Fermentation beendigt iſt, Zwei andere eben ſo irrige Vorausſeßungen, ſind “von dieſer eine nothwendige Folge, nämlich: 1) daß die Theile, welche nach und nach auf- löslich werden, ihre Auflöſung erhalten; das heißt, daß in dem Maaße, in welchem ſich die Total- Maſſe vermindert, der auflösliche Theil ſich concentrirt und ſich für den Augenbli> des Bedürfniſſes erhält. 92) Daß, wenn die Fermentation einmal beendigt iſt, auch die ganze Düngermaſſe in den auflöslichen Zuſtand übergegangen iſt, Die von mir weiter oben angeführten Verſuche beweiſen es zur Genüge, wie irrig dieſe Vorausſeßun- gen ſind; und aus ihnen muß ſich jeder, wer es auch( ſey, von ſeinem Jrrthum überzeugen können. Man unterſuche es nur und nehme eine Hand voll gänzlich zerſeßten Miſtes 3; man verdünne ihn mik einer gewiſſen Quantität von Waſſer, und. man wird ſehen, wie ſich dieß Waſſer, mehr oder weniger, durch eine geringe Quantität wahrhaft auflöslicher Materie färbt; aber. der größte Theil davon wird-un- aufgelöſet bleiben. Wenn man das, was von feſter Materie übrig bleibt, durcß ein Sieb laufen läßt, ſo wird man fin- den, daß die ganze Subſtanz dieſes verzehrten Miſtes aus grober Faſer, feiner Faſer und aus. feiner Mate- rie beſteht, die alle nicht aufgelöſet werden können, I< will die. Reſultate hier ſummariſch wiederho- len, Die Fermentation oder Maceration des Düns gers, um ihn dadurch auflöslich zu machen, iſt aus fol« genden Gründen nicht nur eine unnüße und unvernünfs= tige, ſondern auch eine ſchädliche Operation: 4) Das, was man zu erreichen ſtrebt, iſt keis nesweges nothwendig; j 2) Man erlangt es nicht; 3) Man verliert mehr als die Hälfte vom Miſt, alle Arbeit, die Zeit und die Unfoſten für das zur Be« arbeitung des Düngers erforderliche Local! Dient aber die vorgängige Fermentation des Mi ſtes nicht dazu, gewiſſen nachtheiligen, von der An- wendung des friſchen Miſtes entſtehenden Folgen vor- zubeugen, und wird nicht der friſche Miſt die Vege- kabilien entweder durch ſeine Temperatur oder durch. ſeine Ausflüſſe verbrennen? Ich ſelbſt habe dieß lange geglaubt, weil ih es ſehr oft hatte geleſen, und ſagen hören 3 aber die Er- fahrung hat mich belehrt, daß, wenn dieß auch bei einigen Pflanzen möglich iſt, die ſich etwa unter einer großen Maſſe. von Miſt befinden, doch eine große Nachläßigfeit dazu gehört, um dieſe Wirkung im Großen ſchädlich werden zu laſſen, -- 86= Ich habe einige ſehr einfache Verſuche angeſtellt, um mich über dieſen Gegenſtand ins Klare zu ſeßen«. In eine Menge verſchiedener. Materien habe ich Saamen, ſowohl allein, als mit Erde vermiſcht, von verſchiedenen Vegetabilien geſeßt, um mid) zu überzeugen, ob dieſe Materien einen ſchädlichen Eina fluß auf die Vegetation ausüben, Ich richtete Ans fangs meine Verſuche auf Subſtanzen, durch welche das Keimen unterſtüßt wird, und bediente mich dabei kleiner gläſerner, im Boden durchlöcherter Gefäße, die drei und eine halbe Unze tro&en gewogener Gartenerde faſſen konnten. Dreißig von dieſen Gefäßen wurden mit verſchiedenen Materien angefüllt und jedes am Rande mit einer Nummer bezeichnet. Jn jedes gehd- rig angefeuchtete Gefäß wurden fünf Saamenkörner geſte>t. Die Reſultate ſind hier, wie folgt, aufges zeichnet:' No 4, Erde, aus einem hohlen Feigenbaum ge- nommen. - 2. Galläpfel, - 3. Sägeſpäne von Holz« - 4. Gehacktes Papier. - 5. Zerſtampftes Stroh. - 6. Zerſtampfte Kohle. ». 7. Zerſtampfte thieriſche Kohle. - 8. Zerſtampfte foſſile Kohle. 9. Ueberbleibſel von Wolle. =. 3= - No. 40. Gewaſchener Flußſand. - 114..Geſtoßenes Mangan- Oxyd. - 492, Friſcher Pferdemiſt.) Der Saame keimte in allen dieſen. Gefäßen, welche fämmtlich einer gleichen Temperatur und Feuch- tigfeit ausgeſeßt waren; jedoch. feimte er in;dem einen Gefäß-Früher..als, im; andern,, und zwar in: folgender Ordnung: Mo: 44 S6,.40)% Os 25:1 55.104, 17554) 8742. Ich bemerkte hierbei einiges Beſondere, nämlich der Saamen in No.41 keimte zuerſt; aber die Wir- kung zeigte ſich ſchneller in den Wurzeln, anſtatt daß die Nummern 2, 5, 40, 9, welche ſpäter keimten, ein ſtärkeres Blattfeder“' Sbgleich der Taubenmiſt ſich“ als der hißigſte Dünger, und als ein ſolcher gezeigt hat, der unter allen'am Erſten fähig iſt, der Vegetation zu ſchaden und ſie ſogar auf der Stelle zu unterbrechen, ſo ſchadet er doch nicht und erzeugt vielmehr eine höchſt kräftige Ve- getation, wenn man ihn im Verhältniß eines Zwan- zigtheils der Gartenerde beimiſcht, Es iſt ſehr leicht, hieraus Anwendungen für die Praxis des Landbaus zu ziehen, Ich'nehme ein Land an, das gut-und bis auf die Tiefe eines Fußes bearbeitet iſt, und nehme dem zu Folge an, daß der Dünger bis auf dieſe Tiefe ſich mit der Erde vermiſchen kann. Vierzig Cubik Zoll gut getro>nete Gartenerde wogen zwei Pfund vier Unzen 53 dem zu Folge muß ein Cubikfuß(ſechszehn hundert acht und. zwanzig Cubik-" Zoll) fünf und neunzig Pfund wiegen. Vierzig Cubik- Zoll getroen, EE oD SAGER m mem u IEE EEE TIED IEE RE ve ÄR 3 408.-2.0 2548 „» Wehn es alſo erwieſen iſt, daß der Menſch: von allerhand. vegetabiliſc Zeit ſoviel Futter. conſumiren zu laſſen; und. noch meh- rere andere. gegründete. Einwendungen laſſen. ſich gegen, die ſpecielle Anwendung dieſer. Berechnung, erheben; aber, wenn man bis zur Winterausſaat auch nur- einen, Theil. dieſer Vorſchriften befolgen und ihrer Produkte conſumiren, den Ueberſchuß derſelben. für den Winter bewahren fann: ſo muß, dieſe Methode doch einen reichlichen Vortheil gewähren, weil die. erſte Dünger- quantität auf jedem Fall im Herbſt oder. im Anfang des Wintexs vermehrt ſeyn wird, und weil man den noch, ſpäter zu gewinnenden Miſt im Frühjahr anwen- den könnte; beſonders, da der im Anfang. des Früh« jahrs über die Winterſaaten geſtreuete Miſt, wenig- ſtens. im leichten Boden, oft mehr Wirkung zeigt als Her unfergeaerte.“ Dieſe Berechnung iſt übrigens weniger, ihrer ſpe- ciellen Richtigkeit als einer allgemeinen Veberſicht we- gen aufgeſtellt. Ueber die vorſtehende Abhandlung des Herrn Profeſſor Gazzeri muß ich noch bemerken, daß ſie Im Jahr 48419 zu Florenz in italiäniſcher Sprache er- ſchien, 18214 in die Bibliotheque universelle u, m. a+ aufgenommen wurde, und überall ungetheilten Bei- fall: erhielt. I< glaube alſo, daß auch unſere Land- wirthe die teutſche Heräusgabe einer dem Landbau äu- ßerordentliche Vortheile verſprechenden Abhandlung mit- dem Eifer für das Beſſere aufnehmen werden, welcher von jeher das