— — — —— — 6 * 7 * N 8 16 ——— I 33 7 7 Oekonomie MW./ Dd.er WFndwirthſc 3 2€ 9%<<. 107, Vil. Kapitel. Von der Production des Strohes, und von der Metyode däſſelbe zu berechnen.„. 101= 105. VII. Kapitel. Von dem zu hoffene den Ertrage der Wieſen und Weiden 105== 109, IX. Kapitel, Von dem Verhältniſ- niſſe gleicher und verſchiedener, mit verſchiedenen Gewächſen beſtellter Flä- e der Landwirthſchaft(dem groß ten reinen Gewinne) die Rede zu ſeyn braucht; und b) indie Lehre von der zwekdienlichſten Veranſtaltung ſämmtliche Ver- richtungen dev Landwirthſchaft ihrem endlichen Zwede zuzu- führen, ſo daß dur< die Erzielung und Benutung der rohen 1* emma Ä X G. 2- Unter dem Namen Landgut, welche3 das Object einer landwirthſchaſtlichen Verwaltung iſt, verſteht man: a) alle dazu gehörigen Grundſtüke, als: Jer, Wieſen, Weiden, Gärten, Weinberge, Wälder, u-ſ-w- b) alle auf dem Grund und Boden haftende landwirthſchaftliche und landwirthſchaftlich- techniſche Gebäude, als: Wohnhäuſer, Stallungen, Scheunen, Getreidebehältniſſe, Brauhäuſer, Brantweinbrenne- reyen, Mühlen u. ſ. w. e) ſämmtliches zur Wirtha ccgemäßeſte Verwaltung aber iſt wieder nur dann möglich, wenn das Landgut zu» vor ſowohl im Ganzen als in allen ſeinen Theilen aufs möglichſt beſte und zweFXgemäßeſte organiſirt worden, ſo das der Verwaltung nicht nur durch übel berechnete, unzweF&mäßige, und Reibung verurſachen- äber in den übrigen Provinzen der öſterr. Monarchie. In Oeſtreich z. B. iſt faſt kein Landgut, das nict an andere Gutsherrn Zehend zu entrichten hätte ,/ ſo wie es wieder meh- rentheils das Recht hat- von andern Orten her Zehend zu be- ziehen. Für Nichtungarn habe ich an dieſem Orte no< zu bes merken, daß der Zehend bey uns urſprünglich bloß ein Recht der Geiſtlichkeit iſt, und daß ihn mehrere Güterbeſißer nur Kraft alter Verträge mit der Geiſtlihkeit, und bloß pahtwei- ſe von ihren reſpectiven Unterthanen zu erheben das Recht haben 3; wogegen die Erhebung des Neuntels(ſo wie an mans- t, finde ich für gut meinen Gegenſtand in dieſem Werke in fol- genden vier Büchern vorzutragen: 1. Von der Provyädevtik der landwirthſchaſtlichen Organiſations- und Verwaltungslehre, oder von den landwirthſchaſtlichen Verhältniſſen und Normalgrund- ſäßen. 11. Von der Würderung oder Werthſchäßung der Landgüter, und den dabey obwaltende Grundſägen- d-- R-- 111. Von der Organiſation der Landgüter, und ihrer verſchiedenen Theile. 1V. Von der Verwaltung der Landgüter 3 allwo von den verſchiedenen Beamten und Dienern, von ih- rer Correlation mit dem Gutsbeſiger, und unter ein- ander, und von ihren Eigenſchaften und Obliegen- heiten gehandelt wird. Erſtes Bu. Von der Propädevtik der landwirthſcung möglichſt vermieden, ſondern auch der Mechanismus in ſeinem Gange zwe&mäßigſt befördert werde, ſo iſt dieß auch bey der Landwirth- ſchaft, die man wirklich mit einer ſehr zuſammengeſeß* ten Maſchine vergleichen kann, der Fall- Mit au- ßerſt wenigem GlüFe wird ſich daher Jeder mit Or- ganiſirung und Verwaltung der Langüter befangen, der die mannigfaltigen landwirthſchaftlichen Verhält» niſje nicht überall aufs genaueſte zu beobachten, und die von der Productionslehre abgezogenen Normal- grundſäge nicht überall richtig anzuwenden verſteht. Mag alſo immerhin mancher unwiſſende Jdiot, der lieber mühſam im Schlamme des Schlendrians fort- watet, als leicht auf ebenem Wege von Grundſäßten einherwandelt, das was ich hier unter der allgemeinen Benennung Propädevtif der Verwaltungslehre vortrage, als geringfügige Kleinigkeit und. Grillen» fängerey anſehen, ſo wird doch jeder denkende und vorurtheilsfreye praktiſche Landwirth mit leichter Mü- He einſehen, daß gerade dieſe, und noc) manche an- dere(mir vielleicht entgangene) ähnliche Rudimente es ſind, auf welchen die Organiſirung und Verwäl- fung der Landgüter ganz weſentlich beruhet, 1 Savpiter Bon der Arbeit im Allgemeinen, und von den Grundſäßen die dabey zu beobah- ten ſind. VS. H. Außer dem zur Landwirthſchaft nöthigen Srund und Boden, und außer dem zur Anſchaffung des Jn- ventars, und zum Betriebe der Wirthſchaft erfor- derlichen verhältnißmäßigen Kapitale, iſt nichts ſo wichtig, nichts ſo weſentlich, als die Arbeit. Denn das, was wir dem Boden ohne alle Arbeit abzuge- winnen vermögen, iſt ſo wenig, ſo geringfügig, daß es beynahe gar keine Erwähnung verdient, wozu uns den Beweis die nomadiſchen Völker füglich erſparen können, die oft ungeheuere Stre&en des beſten Landes bedürfen, um auch nur ein nothdürftiges Leben fri- ſten zu können. In demſelben Verhältniſſe aber, als wir mehrere Arbeit auf den Grund und Boden ver- wenden können, haben wir auch mehrere und reich» lichere Früchte von demſelben zu hoffen. Kein Wun- der alſo, daß der Grund im erſteren Falle beynahe gar keinen, oder doch einen verhältnißmäßig nur äu ßerſt geringen, im andern aber oft einen enormen Werth hat, da in der Landwirthſchaft immer das den größten Werth haben muß, was am meiſten zur Herbeyführung des leßten Zweckes(d. i- zur Vermeh- rung des reinen Vermögens) dientich iſt- 6,5 Aus- dem ſo eben geſagten fließen von ſelbſt fol» gende zwey Grundſätze: 1.) Der Werth und der Preis des Grund und Bodens ſteht immer im umgekehrten Verhältniſſe mit der größern oder geringern Bevolkerung, und der da- rauf beruhenden zrößern oder geringern Menge der zu häbenden Arbeit, Je Häufiger, und um je bil- ligern Preis daher die Arbeit in einem Lande, oder einer Gegend iſt, deſto hoher im Preiſe ſtehet der Grund und Boden; je ſeltener aber die Arbeit8hände ſind, und je theurer daher die Arbeit iſt, deſto wohl» feiler iſt das Landeigenthum. So kann man z. B« = wie Thaer ſehr richtig bemerkt= in manchen menſchenleeren Gegenden Amerika's denſelben Grund oft mit dem Preiſe eines einzigen Taglohnes auf ewige Zeiten an ſich kaufen, den man in Belgien, oder in manchen hochbevölkerten Gegenden Italiens und -.. 10== Gnglands kaum um den Preis von 80 Tagwerken auch nur in jährigen Pacht erhalten würde. 2.) Alle Wirthſchaſtsſyſteme, welchen Namen ſie auch haben mögen, von der beſtändigen und allge- meinen Weidung des Viehes, mit nur ſehr geringem, bloß auf die häuslichen Bedürfniſſe berechnetem A&er* bau, bis zur ſtrengſten und vollkommenſten Stallfüt- terung unſerer ſämmtlichen Hausthiere, mit Ausſchluß aller, auch der geringſten Weide, ſind keineswegs für alle Lagen und Umſtände paſſend, ſo gut ſie auch an ſich und abſtract betrachtet, ſeyn mögen, ſondern müſſen immer nur mit beſtändiger und unverrücter Hinſicht auf die Quantität der Arbeit, die uns in der gegebenen Lage um billige Preiſe zu Gebothe ſteht, eingeführt werden, wenn ſie anders frommen und Nu- ßen ſchaffen ſollen. Je niedriger daher Grund und Boden im Preiſe ſteht, und je ſeltener und theurer die Arbeit iſt, deſto mehr laſſe man ſich angelegen ſeyn ein ſolches Syſtem zu erwählen, das die wenig- ſie Arbeit erheiſchet; und hat man auch ein erübrig- tes Kapital, ſo verwende man es lieber auf Ankau- fung neuer Gründe, als daß man es auf Arbeit(mit Ausnahme der allernothwendigſten) die nur um enor» me Preiſe zu haben iſt, unbedachtſamer Weiſe ver- ſchwenden ſollte. Sicher würde in dieſem Falle Jeder äußerſt unklug handeln, der auf ſeinem Landgute eine ſtrenge Stallfütterungswirthſchaft den Umſtänden zum Troße einführen wollte, da ſolche nur mit größter Kraftanſtrengung, und mit vervielfältigter Arbeit ge- horig im Gange erhalten werden kann. Je ſeltener und theurer aber Grund und Boden, und je häaufi« --- 11 ee ger und wohlfeiler daher die Arbeit iſt, deſio mehr gebührt immer einem ſolchen Wirthſchaftsſyſteme der Vorzug, bey welchem die meiſte Arbeit ihre Anwen- dung finden kann. Unter ſolchen Umſtänden viele und große Weiden dulden, und das AFerland oft und lange brache liegen laſſen, wäre wahre Thorheit; im Gegentheil iſt hier, den A>er ohne Ausnahm' alljährlich= wo möglich wohl gar mit doppelten Srüchten= zu beſtellen, die Weide möglichſt zu ver- mindern, oder wohl gar gänzlich abzuſchaffen, und ſämmtliches Hausvieh= in ſo ſern es angeht-- der ſtrengen und beſtändigen Stallfütterung zu unterwer- fen, das, was jeder rationelle und denkende Land- wirth den Umſtänden gemäß eiſrigſt unternehmen wird. 5. 6. Wenn nun Jemand mit einem beſtimmkett Kapi- tale ſic) der Landwirthſchaft widmen wollte, ſo hätte er im erſten Falle den bey weitem großten Theil deſ- ſelben auf den Ankauf eines Landguts in möglichſt größter Extenſion zu verwenden, und nur ſehr wenig für die dringendſten und durchaus unausbleiblichen Arbeiten zurüFzubehalten 3; im andern Falle aber hät- te er ein möglichſt kleines Landgut anzukaufen, nicht. nur darum, weil unter ſolchen Umſtänden die Land- güter theuer zu ſeyn pflegen, ſondern auch, und zwar vorzüglich, deswegen, weil er bey ſolchen Verhält- niſſen für die manigfaltigen Arbeiten, die unter Fkei- nem Vorwande unterlaſſen werden dürſen, immer ein großes diſponibles Kapital in Händen haben muß. Erſtere Methoden zu wirthſchaften nennen wir mit Thaer extenſive, lekßtere aber intenſive Wirthſchafts- Syſteme; worunter wir ſämmtliche Wirthſchaſt8arten, ſie mögen auch wie immer modifi- cirt ſeyn, in ihren Extremitäten begriffen haben wollen. 01179 Da nun die Arbeit einen ſo großen und weſent- lichen Einfluß in die geſammte Landwirthſchaft hat, ſo folgt nothwendig, daß derſelben richtige Berechnung, gehörige Vertheilung, und den Umſtänden angemeſſe- ne Verwendung bey der Verwaltung eines Landguts immer von allergrößter Wichtigkeit ſeyn müſſe. So wichtig aber dieſe Sache iſt, ſo ſchwierig iſt ſie auch oftmals und in vielen Fällen, beſonders Neu- lingen auf dem weiten Gefielde der praktiſchen Land- wirthſchafts- Wiſſenſchaft, da ſie nur durch mehrjäh- rige Praxis geläufig werden konn, wie Jedermann der auch nur einige Zeit wirklich praktiſcher Landwirth war, leicht mit mir eingeſtehen wird. Glücklicher Weiſe giebt uns indeſſen eine wohl- verſtandene Theorie(die in unſerer Wiſſenſchaft ohne» dieß bloß aus der Praxis ihren Urſprung nehmen muß) einige allgemeine Grundſäße an die Hand, die uns gleichſam zum Leitſtern dienen, und mittelſt derer wir uns, wenn wir nur nicht unbedachtſam handeln, ſelbſt wenn wir auch noch Neulinge wären, überall orien- tiren können, ohne erſt=- wie es meiſt in Ermange- lung eines Leitfadens zu gehen pflegt=- gleich einem gähe aus dem Schlafe gewekten im Finſtern herumzu-- tappen, und durch eigenen oft ſehr beträchtlichen Scha- den, folglich durch traurige Selbſterfahrung klug zu“ werden, oder etwa das, was einem Wirthſchafts- Verwalter längſt bekannt ſeyn ſollte, vielleicht ſogar a H38, Eu von den gemeinſten Routiniers mit Schamröthe zu er- lernen brauchten. Dieſe Grundſägte ſind beyläufig fol- gende: ß. 8- 1.) Jede Arbeit, die zu rechter Zeit und den vrk- lichen Umſtänden gemäß angewendet wird, iſt auch nüßlich, ſo wie jede Vernachläßigung derſelben, wo ſie etwa nothig, oder auch nur nügßlich ſeyn könnte, immer unausbleiblichen Schaden bringen muß. Die- jenigen irren daher gewaltig/ die ſich für große Öko- nomen(leider würdigt man auch oſt im Deutſchen das Wort Öfonomie ſo weit herab, um damit Knierey und Filzigkeit zu bezeichnen) halten, weil ſie nur ſehr wenige Arbeit auf ihre Wirthſchaft. verwenden, und dadurch an Koſten ſparen. Derjenige der das Weſen der Wirthſchaft beſſer verſteht, läßt ſich im Gegentyeile eiſrigſt angelegen ſeyn, immer Arbeits- bände ſowohl, als Zug- und andere Arbeitsfräſte in Fülle in Bereitſchaft zu haben, damit er ſo viele Ar» beit auf ſein Landgut verwenden könne, als nur im- mer die Umſtände unter denen er wirthſchaftet, erhei- ſchen mögen, volkfommen überzeugt, daß nichts in der Welt ſich beſſer bezahlt, als Arbeit die den Local- verhältniſſen gemäß angewendet worden. Daß aber hiebey alle Umſtände wohl beachtet werden müſſen, und daß ganz beſonders auf die oben erwähnte eben durch die örtlichen Verhältniſſe zu beſtimmende größe» re Extenſion oder Intenſion der Wirthſchaft immer eine ganz eigene Rückſicht genommen werden müſſe, daß es endlic) hierin, ſo wie überall, auch ein Maximum gebe, das man nicht unbeſtraft über- ſchreiten darf, verſteht ſic) wohl von ſelbſt. 9. 9-+ 2.) Die größte Schwierigkeit, mit der ein Land- wirty bey Vertheilung und Verwendung der Arbeit zu kämpfen hat, liegt beſonders darinn, daß hier die Arbeiten nicht wie in den Fabriken und Manufakturen gleichmäßig durch das ganze Jahr fortlaufen, ſondern daß in manchen Jahrszeiten die Geſchäfte ſich außer» ordentlich anhäufen, während in andern leicht leere Zeiträume entſtehen, in denen wenig, oder nichts zu thun iſt. Daher geſchieht es, daß, beſonders Neu- linge, ſehr leicht in einen von beyden Irrwegen ge- rathen, daß ſie entweder-- wenn ſie vielleicht zu hitig und zu generos ſind=- zu viele Arbeitskräfte unter» halten, die ſie dann in jenen leeren Zeitklüften nicht hinlänglich beſchäftigen können, und folglich zum Theil der Wirthſchaft zur Laſt und mit Schaden un- terhalten müſſen; oder= wenn ſie etwa zur Knicke» rey einigen Hang haben--dasß ſie deren zu wenig hal- ten, mit denen dann zur Zeit der Anhäufung der Ges ſchäfte die Arbeit entweder nur ſchlecht verrichtet, oder nicht zur gehörigen Zeit vollführet werden kann. Dieſem immer ſehr unangenehmen Übel wird zum Theil dadurch geſteuert, wenn wir außer dem gewöhn» lichen Getreide auch einige andere den Umſtänden an» gemeſſene nüßliche Vegetabilien unſerm A>er anver» trauen/ welche mit dieſem zu gleicher Zeit weder be- ſtellt zu werden, noch zu reiſen pflegen- Hierdurch erreicht man den doppelten Zwe, daß zur einen Zeit (die man bey uns wie bekannt, der vielen Geſchäfte wegen, vorzugsweiſe die Arbeitszeit(dolog* ideje) zu nennen pflegt) die allzugehäuften Geſchäfte in et» was vermindert werden, und daß zut andern die ſonſt ſo gehäſſige Leere in etwas ausgefüllt wird, um Ge- ſinde, Vieh, und andere Arbeitskräſte nüßlich beſchäf- tigen zu können. Und hieraus ſchon erhellet die gro- ße Nüglichkeit der neuern Wirthſchaftsſyſteme, von denen wir uns weiter unten bey der Organiſation der Landgüter zu ſprechen vorbehalten, indem nach die- ſen mit leichter Mühe, und ohne dem Getreidebau auch nur im geringſten einen Eintrag zu thun, die verſchiedenartigſten Feldfrüchte auf den Aer gebracht werden können« Gin anderes Mittel dieſem Übel-- wenigſtens in Hinſicht des ohnehin ſo geſchäftvollen Nachſommers und Herbſtes= abzuhelfen, ſind die Scheuern. Denn hat man deren gar keine, wie dieß bey uns an vielen Orten der Fall iſt, ſo iſt man gezwungen ſein ſämmt- liches Getreide von der Ernte bis etwa Mitte oder En- de Oftobers au3zudreſchen oder auszutretten, weil dieß im Nachherbſte und Winter unter freyem Him- mel unmöglich geſchehen kann- Wer aber kennt nicht die Sto&ung, welche dieſe Arbeit oft bey den übrigen zu dieſer Zeit nothwendig vorfallenden Geſchäften ver- urſachet? Hat man dagegen Scheuern, ſo läßt man dieſe Arbeit vorſäßlich für den Winter, da das Ge- treide bey ſtarkem Froſte ſich ohnedieß beſſer und mit leichterer Mühe ausdriſcht, und man driſcht daher im Nachſommer und Herbſte höchſtens nur ſo viel, als man etwa gerade zum Saamen, oder zu andern Zwe- Fen nöthig hat. Wenn ich indeſſen hier von Scheu- ern ſpreche, ſo will ih mein'n Landsleuten keine8wegs zumuthen, daß ſie ſo große Scheuern bauen ſollen, um, wie die Deutſchen, ihr ſämmtliches Garbenge treide darinn aufzubanſen. Dieß wäre bey unſern gro- ßen und ausgedehnten Wirthſchaften eine wahre Ver- ſchwendung, da das Garbengetreide== wie uns die Er- fahrung längſt gelehrt= eben ſo gut in wohlgebauten Feimen(Triſten) aufbewahrt werden kann. Ja ich würde ſogar in Deutſchland keine Scheune für Gar- bengetreide bauen, weil ich es keine8wegs nöthig fin- de, und weil ich überzeugt bin, daß die Aufführung jedes entbehrlichen Gebäudes eine ſchlechte Wirthſchaft iſt. Eine Scheune aber, gerade nur ſo groß und nicht größer, daß darinn ſämmtliches Getreide und andere Saamenfrüchte, zu jeder Zeit nach Willkühr und Be- lieben ausgedroſchen, oder=-wo dieß der Brauch iſt, =mit Pferden ausgetrettet werden könne, dieß iſt's was ich hier verſtehe, und was jeder große und flei- ne Landwirth haben ſollte, und mit leichter Mühe und geringem Koſten haben kann. Ein Mittel endlich ſich nicht mit überflüßigem Ge- ſinde, das man etwa nicht das ganze Jahr gehbrig beſchäftigen könnte, zu überladen, beſteht darinn, daß man für ſolche Arbeiten, die nur zu manchen Zeiten vorfallen, lieber Tagelöhner, oder Accordar» beiter nehme, Knechte aber nur in dem Verhältniſſe Halte, als dieſelben zu den durch das ganze Jahr fortlaufenden Arbeiten nöthig ſind. ßS. 10- 3.) In den Fabriken und Manufokturen hat man den großen Vortheil, daß die verſchiedenen Arkeiten getrennt, und einzeln den Arbeitern zugetheilt werden können, wobey man auf Alter, Geſchlecht, Geſchi>- lichfeit, Körperkraft u. ſ. w. Rüſicht nehmen kann, und wodurch denn zulegt die Arbeiter, weil ſie immer nur mit einerley Verrichtung beſchäftiget ſind, eine ſo große Fertigkeit erlangen, daß ſie oſt unglaublich viele Arbeit zu verrichten", und"dieſelbe dennoch voll- kommen gut zu beſchaffen im Stande ſind,(o daß eben hiedurch die Fabrikate wohlfeiler gegeben werden kön» nen, weil der Frabrikant auf ſolche Weiſe an Ar- beitslohne ſpart, ohne de8halb die Arbeiter verfürzen zu dürfen. So ſind z. B. in großen Nähnadelfabri- fen ganz eigene Leute, die vielleicht in ihrem ganzen Leben nichts anders thun als die Nadeln poliren, an- dere, die nichts als die Spigen ſchleifen, wieder an» dere, die bloß die Öhrlein darein ſchlagen, u. f. w. ſo daß keiner in der ganzen Fabrik auch nur eine ein- zige ganze Nadel machet. Wer ſicht nun nicht ein, daß bey ſo vertheilter Arbeit ſämmtliche Werkleute es zu einer allen Glauben überſteigenden Gewandtheit bringen müſſen, die nicht anders als dem ganzen Ge» ſchäfte zum größten Vortheil gereichen kann?= Zu wünſchen wäre es daher, daß dieſer herrliche Grundſaß der Arbeitstrennung und Arbeitstheilung auch bey der Landwirthſchaft ſeine volle Anwendung finden könnte; allein wer nur einigermaßen unſer Gewer» be der Landwirthſchaft Fennet, bey welchem die verſchie- denartigſten Geſchäfte je nach der Jahr8zeit mit ein» ander abwechſeln, und einander Platz machen, wird mit leichter Mühe einſehen, daß dieß im ſtrengen Sin- ne wohl nie möglich iſt, Wer würde ſich ß+ B. bey- fallen laſſen, andere Knechte zum Miſtführen und Dek. der Landw. 1 Th. 2 Miſtbreiten, wieder andere zum AFern und zum Eg- gen, und noch andere zu den mannigfaltigſten übri- gen Arbeiten beſonders halten zu wollen? Gut und nüglich iſt es jedoch immer, dieſen Grundſaß nie aus den Augen zu verlieren, um ihn überall da anzuwenden, wo nicht das Weſen und die Natur des landwirthſchaftlichen Gewerbes ſelbſt ſeiner Anwendung im Wege ſteht. Und dieß thut auch wirk- lich jeder denkende praktiſche Landwirth- So z. B- ſtellt er beym Heumachen nicht Jeden ohne Unter, ſchied zum Mähen an, ſondern er wählt hierzu nur die kräſtigſten, geſchi>teſten, und in dieſer Arbeit bes- wandertſten Leute, und gebraucht die andern bey den übrigen Geſchäften des Heuwerbens, wo weniger Ge- ſchiXlichkeit und mindere Kräfte erforderlich ſind. So vertraut er zur Saatzeit die Arbeit des Säens nicht leicht einem andern an, als von dem er im Voraus überzeugt iſt, daß er dieſe höchſtwichtige Operation auch mit gehöriger Sachkunde und Pünktlichkeit zu vollführen im Stande iſt, während er die übrigen ihm zu Gebothe ſtehenden Arbeiter mit andern nüg- lichen Arbeiten, denen ſie gewachſen ſind-, gehörig beſchäftiget. Und eben ſo macht er es in allem Übrigen? 6.1 4.) Will man ſich in größerer Extenſion wit der Erzielung ſolcher Produkte abgeben, welche zu ihrem Gelingen unumgänglich ſehr viele und mannigſaltige Arbeit erfordern, und bey welſchen der zu Hoffende' Gewinn weit mehr noch durch die Arbeit, als durch die Güte des Bodens bedingt wird, ſo unterlaſſe man nie zuvor reiflichſt zu überlegen, ob man auch dieſe Arbeit in ihrer ganzen Fülle, und„immer zur gehörigen Zeit daran wenden könne, ohne deshalb andere vielleicht noch viel wichtigere, und in das Gan- ze der Wirthſchaft bey weitem eingreifendere Arbeiten vernachläßigen zu dürfen. So iſt die Cultur derjeni»- gen Hakfrüchte, welche zu ihrem Gedeihen viele Hand- arbeit erfordern, ob ſie gleich unter andern Umſtänden außerſt lohnend iſt, überall nicht anzurathen, wo man wegen Mangel an Bevölkerung nicht ſicher iſt, ob man die dazu erforderlichen Arbeits8hände immer zu gehöriger Zeit, und um billigen und verhältnißm4ä- ßigen Preis erhalten könne. Manche Handels- und Fabrikpflanzen aber, welche häufigere Arbeit fordern, unter ſolchen Umſtänden in größerer Ouantität auf dem Aer bauen zu wollen, würde vollend3 ins Ver- derben führen, und lautes Gelächter aller Kundigen nach ſich ziehen. ß. 12. 9.) Zur Verkürzung und Verminderung der Arbeit leiſten oft gut und zwe&mäßig gebaute Maſchinen und Inſtrumente nicht geringe Dienſte; wie dieß nicht nur in Fabriken längſt bewährt iſt, ſondern wie es auch bey der Landwirthſchaft täglich erprobt werden kann. Schon unſer gemeinſtes Werkzeug, der Pflug, Hat=- wenn er mit ſeinem nunmehr auf den Garten- bau reducirten Vorgänger in Umwühlung und Um- wendung de8 Bodens, dem Spaten verglichen wird== ſeit ſeiner Erfindung ſo viele Arbeitserſparung hervor«- gebracht, als alle Maſchinen der Fabriken zuſammen 2% 12,04 7 genommen nicht bewirkten, und vielleicht auch nie be- wirken werden, Außerdem begreift Jedermann leicht, wie viel durch die Egge an Arbeit erſpart werde, wenn wir dieſe mit der nur im Kleinen anwendbaren Harke(dem Rechen) vergleichen wollen, Und ſo gilt dieß überall von allem AFergeräthe, wenn wir dieß mit den ähnlichen und bepläufig gleiche Wirkung lei- ſtenden Handinſtrumenten zu vergleichen uns die Mü- he nehmen wollen« Fn unſern neuern und neueſten Zeiten aber ſind nicht nur unſere landesüblichen und gewöhnlichen A>er- werkzeuge, als? Pflug, Egge, u. ſ. w. um vieles verbeſſert und vervollkommnet worden, fo daß ſie auch einen weit größern Effect in Erſparung der Arbeit hervorzubringen vermögen, ſondern es ſind auch meh- rere ganz neue Maſchinen und Juſtrumente erfunden worden, mittelſt deren entweder die Arbeit der ſcon bekannten AFergeräthe noch mehr verfürzet, und ver- ringert werden kann, oder durch welche manche Hand- inſtrumente, die bi3her noch immer, ſelbſt beym Aker» baue, mit großem Arbeits- und Kraſtauſwande zu Hül- fe gezogen werden mußten, glülicher Weiſe ganz ver- drängt werden können. Hieher gehören ſämmtliche Exſtirpatoren verſchiedener Form und Conſtruction, wodurch manche ſeichtere Pflugart ſtatt des Pfluges mit großer Kraft- und Zeiterſparung beſchaffet werden kann; vorzüglich aber die manigfaltigen Cultivaio- ren, mittelſt derer die verſchiedenen Hafrüchte, als Mais(Kukurugt) Kartoffeln u- ſ- w. durch Zugkraft behaFet und behäufelt'werden konten, welches vor- mals nur durch Handarbeit mittelſt der Handha>e mi DEU uur vder Handhaue geſchehen konnte. Dieß allein iſt ſchon vermögend der ganzen Agrikultur einen völlig neuen und höhern Schwung zu geben, da nun dieſe treffli- liche Mittel in Übung zu bringen ſich beſtreben 3; und nie wird er die Schande erleben wol- len, daß auf ſeinem Landgute wegen Mangel oder ſchlechter Beſchaffenheit des A&ergeräthes irgend eine Arbeit entweder unterbleiben, oder auch nur mit Scha- den bringender Kraft- und Zeitverſplitterung vollführt werden müſſe. Fndeſſen hüthe man ſich von der andery Seite ſorgfältigſt nicht in Machinomanie zu verfallen, eine moraliſche Krankheit, die heut zu Tage eben fo gewöhnlich iſt, als ſie einen Landwirth zum ſpielen- den unmündigen Knaben herabwürdigt, und in den Augen jedes verſtändigen Praktikers verächtlich machet. CS. 13- 6.) Große und ausgedehnte Arbeiten fange man, ſo viel möglich, nie mehrere zu gleicher Zeit, und am wenigſten an verſchiedenen von einander weit entfern- ten Orten an, damit man ſie ja, wenn man ſie Lin» mal begonnen, auch mit ganzer Kraft baldigſt zu Ende bringen könne. Denn, wenn wir die Arbeiter zu ſehr vertheilen, und eben deshalb etwa zu weni-| ge Leute bey einer ſehr großen und ausgedehnten Ar» beit anſtellen, ſo geſchieht es leicht, daß ſie den Muth ſinken laſſen, und ſo zurüFſchreFen/ daß ſie dann auch das nicht einmal zu thun im Stande ſind, was ſie ſonſt mit leichter Mühe verrichtet hätten; wogegen, wenn wir die Arbeits8hände immer der Größe und Ausdehnung der Arbeit gehörig anpaſſen, der unter dieſen Leuten entſtehende Eifer oft mehr als alles Antreiben wirkei, und beynahe das Unmögliche mö- glich machet. Eine zu große Zerſtreuung der Arbeiter an ver- ſchiedenen von einander entlegenen Plätzen hat über- dieß noch den unausbleiblichen Nachtheil, daß ſie die Fnſpection zu ſehr erſchweret, oder wohl oft gar un- möglich machet, welche doch bey größern und wichti» gern Geſchäften ſchlechterdings nothwendig iſt. So wie man aber bey großen und ausgedehnten Arbeiten auch verhältnißmäßig viele Arbeiter anzuſtel- len hat, ſo hüthe man ſich ſorgfältigſt bey kleinern und geringern Arbeiten mehrere dieſer Leute, als ge- rade nöthig iſt, zu verwenden, weil ſie in dieſem Fal- le einander mehr im Wege ſtehen, als ſich gegenſeiti- ge Hülfe leiſten, und=-was das ärgſte iſt= ſehr ee 393) an leiht auf den Gedanken gerathen, daß wir die Sache nicht verſtehen, und daß wir eben darum ihrer ſo vie- le an demſelben Plate zuſammen angeſtellt haben, weil wir die Arbeit ſür weit wichtiger und ſchwerer halten, als ſie wirklich iſt. Und überzeugen ſie ſich einmal, daß wir die Arbeitskräſte nicht zu berechnen wiſſen, ſo iſt nichts ſicherer, als daß ſie ſich möglichſt zu ſchonen, und nur die Zeit dahin zu bringen ſuchen. S. 171. 7.) Bey größern und wichtigern Arbeiten, deren Gelingen vorzüglich von der Gunſt des Wetter8 ab- hängig iſt, wie z» B. die Ernte u. d. gl. mache man ſich'3 zum unverbrüchlichen Geſeße, alle vorhandene Arbeitskraft ſo zuſammen zu halten, und während der günſtigen Witterung ausſchlüßlich, und zwar wit größeſter Anſtrengung auf dieſe Geſchäſte zu verwen» den, daß ſie in möglichſt kürzeſter Zeit zu Ende ge- bracht werden. Sollte jedoch unglüFlicher Weiſe eine ſolche Arbeit, wegen unvermuthet- eingetretener un? günſtiger Witterung auf einige Zeit unterbrochen wer- den müſſen, fo verwende man die dazu beſtimmten Arbeitskräfte ja nicht zu einem vielleicht eben ſo wich- tigen und ausgedehnten Geſchäfte, das ſehr viele Zeit erfordert, wenn»es beendigt werden ſoll; ſondern man ſuche ſie indeſſen mit verſchiedenen kleinen Arbeiten, die ſo häufig in der Wirthſchaſft vorkommen, und oft nicht minder als die großen nöthig ſind, nüglich zu beſchäftigen, von denen man ſie täglich, und ohne die geringſte Stöhrung in der Wirthſchaft, von neuem ihrem Hauptgeſchäfte zuführen könne, ſo wie das -- 24== Wetter wieder hiezu einladet. Denn ein Hauptgrund» ſaß in der Landwirthſchaft iſt, und bleibt es immer, daß nie eine Arbeit angefangen werde, wenn man nicht ſicher iſt, ſie' continuirlich fortführen, und bal- digſt beendigen zu können. Unterbrechung der Ge- ſchäfte, und öfterer Übergang von einer halbverrichte- ten Arbeit zur andern, verurſachen immer Sto>ung, und taugen in der Wirthſchaft nichts. GS. 15- 8.) Nothwendige Arbeiten, und alle ſolche, die wir nach reiflicher Überlegung und Erwägung unſe- rer örtlichen Umſtände einmal beſchloſſen haben, kön- nen nie ohne weſentlichem Schaden auch nur einen Augenbli> verſchoben werden, ſobald wir nur diens- thigen Kräfte zur Ausführung zuſammen bringen fön> nen. Sollten auch die Koſten vielleicht ſich höher be- laufen, als wenn man die Arbeit auf eine andere Zeit verſer doppelt zahlet. S- 16. 9.) Urbeiten, die man etwa an ſehr entfernten Orten vorzunehmen für gut findet, müſſen immer mit größter Anſtrengnng der Kräfte begonnen und feort- geſeßt werden, damit man ſie in möglichſt kürzeſter Zeit zu Ende bringe, theils weil das Hin» und Her- gehen unter ſolchen Umſtänden immer ſehr viel Zeit? u I 2 verluſt verurſachet, und theils weil die ſo nothige In- ſpection immer deſto ſchwieriger wird, in je grö» ßerer Entfernung ſie nothig iſt. 6. 17. 10.) Zur Erleichterung der Berechnung, Verthei- lung, und Verwendung der Arbeiten trägt ſchr vie- les bey, wenn der Verwalter einer Wirthſchaft vor- läufig ſchon entweder gleich fürs ganze Jahr, oder doch periodenweiſe ſämmtliche Arbeiten, in der Ord»- nung, wie ſie dem angenommenen Wirthſchaftsſyſteme und den Localverhältniſſen gemäß vorzufallen, und auf einander zu folgen baben, genau aufzuzeichnen ſich die kleine Mühe nimmt, damit er auf ſolche Wei- ſe ſhon im Voraus eine vollkommene Überſicht aller Arbeiten vor Augen habe, und hieraus ermeſſen kön- ne, ob die Arbeitskräfte die ihm zu Gebothe ſtehen, auch dazu hinreichen oder nicht, und ob in lekßterm Falle-- wenn dieß räthlich und thunlich iſt= die Ar- beitsFraft im Verhältniß vermehrt werden, oder== wenn vielleicht die Umſtände ein Anderes gebiethen= lieber die minder nothigen Arbeiten, zur Vermeidung übermäßigen Dranges, und daher entſtehender Ver- wirrung, unterlaſſen werden ſollen. Jn dieſes Ver- zeichniß nehme er aber nicht nur die großen und aus- gedehnten, ſondern auch, und ganz vorzüglich jene Fleinern und vorübergehenden Arbeiten auf, die ihrer Kleinheit ungeachtet oft nicht minder wichtig als die größten ſind; und dieß zwar um ſo mehr, weil gera- de die es ſind, die dem geübteſten Gedächtniſſe ſehr leicht entſchlüpfen können, wogegen die größern Ar- beiten fein praftiſcher Landwirth je vergeſſen kann. . -=“ 26== H. Kayiter Von der Handarbeit, und den Mitteln zu ihrer Berechnung. 6.18» Handarbeit nennen wir jene, welche von Men- ſchen ohne Zuthun des Zugviehes verrichtet wird,| oder welche die Menſchen zwar auch bey dem Viehe verrichten, ohne daß jedoch die Arbeit, die etwa das Vieh verrichtet, hier in Betrachtung gezogen wird, 9. 10 Die Arbeiter durch welche wir die landwirth» ſchaftlichen Geſchäfte beſchaffen, ſind viererley Art, 1.) Knechte, und Mägde oder Dienſtbo»- then beyderley Geſchlechts, welche wir auf das gan» ze Jahr aufnehmen, und entweder mit Koſt und Lohn, oder auc wohl mit Lohn und Deputat, oder Con» vention in Naturalien, ſtatt der Koſt, entſprechend verſehen z 2.) Tagelöhner, welche wir zu gewiſſen Zei- ten des Jahres, und beſonders dann, wenn wegen Anhäufung der Arbeiten das Geſinde nicht wohl zu- reichet, tagweiſe aufnehmen, und auch nach dem Ta- ge bezahlen, und welche je nach dem verſchiedenen Orts8gebrauche, und den häuslichen und örtlichen Ver- hältniſſen, entweder etwas kleineres Taglohn und nebſt- bey Koſt, oder größeres Taglohn ohne Koſt erhalten z ams 27 re 3.) Akkordarbeiter, welche wir für manche eigene, und dringende Arbeiten, die ebenfalls, weil ſie nicht das ganze Jahr hindurch fortlaufen, durd) das Geſinde nicht verrichtet werden können, nicht im Tagelohne, ſondern im Akkorde oder Verdinge auf- nehmen und bezahlen, ſo daß die Größe ihres Lohnes immer mit der Große ihres Fleißes im Verhältniß ſtehet. Dergleichen ſind die Schnitter und die Dre- ſcher, denen wir eine beſtimmte Quote von dem ge- ſchnittenen oder gedroſchenen Getreide ſtipuliren, und nach geendigter Arbeit verabreichen; die Mäher und übrigen Heuwerber, mit denen wir etwa nicht nach dem Tage, ſondern nach der Area akkordiren, und ſie auc) darnach bezahlen; u. ſ- w. 4.) Endlich Frohnarbeiteroder Fröhner (Roboter), welche eine beſtimmte Quantität von Arbeit, die wir Frohnen, Frohnden, Frohndieſten, oder=- wie bey uns gewöhnlich= von dem ſlaviſchen Worte Ro bota,(Arbeit) Roboten nennen, Kraft verſchie- dener Landesgeſeße und öffentlicher Verordnungen, oder in Folge von maticherley Verträgen,*) das Fahr hindurch zu verrichten, verpflichtet ſind. Die- ſe Arbeiten ſind zwar, wie bewußt, von zweyerley Art, nämlich 1Hand- und Zugfrohnden. Hier indeſſen wer- *) Bey uns in ngarn werden die Frohndienſte der Uns terthanen= wenn ſie anders nicht nah alten vollgültigen Ver? trägen geleiſtet werden=- dur< das zum Landesgeſfetz gewor dene königl. Urbarium(Benignum VUrbarium regium) beſtimmt, deſſen vollkommene Kenntniß alſo bey jedem unga- riſchen Güterverwalter vorausgeſcht werden muß. SE Bu den wir uns bloß mit erſtern beſchäftigen, während wir uns oon lettern im folgenden Kapitel das Nöthi- ge zu ſagen vorbehalten« S. 20- Bey dem Geſinde oder den Dienſtbothen hat ein Landwirth folgende Vortheile: 1.) Da dieſe Leute gleichſam ein Mitglied der Fa- milie des Landwirthes ausmachen, und ſich als ſol- cmäßigkeit des Zug» und Il>ergeräthes bedingt werden. Gut und nüßtlich iſt e38 auch dieſe Leute(ohne je- doh lange Predigten zu halten, welches ihnen immer -.- ZU=. zuwider iſt, und daher nie etwas ſruchtet) ſchi>lich zu belehren, daß ſie die Frohndienſte keineswegs, wie ſie oft fälſchlich wähnen, umſonſt leiſten, bloß, weil es ſo befohlen wird, und weil ſie der Gewalt nachgeben müſſen, ſondern daß ſie dadurch für die Gründe, die ſie vom Gutsherrn, entweder, wie bey uns, bloß iure dominii.usus fraetas, oder, wie in den deutſchen Erbländern der öſterr- Monarchie, höch- ſtens iure dominit utilis beſigen, einen wahren Pachtzins entrichten, den ſie unter jeder Regierung und Verfaſſung, welche anders den Schuß des Ei- genthums nicht außer Augen ſeßte, auf dieſe, oder auf eine andere Art, im Gelde, oder in Naturalien, oder wie immer, zu entrichten hätten. 8. 24. Aus dem ſo eben Geſagten ergiebt ſich Folgendes 2 1.) Eigentliche Dienſtbothen ſind immer nur in dem Verhältniſſe aufzunehmen und zu unterhalten, in welchem ſie zur Wartung des Viehe3, zur Dirigirung der Zugkraft, und zu den übrigen, entweder alltägli- hen, oder doch beynahe durch da3 ganze Jahr gleich mäßig fortlaufenden und auf einander folgenden Ar»- beiten erforderlich ſind; dgl. das A>ern und Eggen, das Miſtführen und Miſtbreiten, das Einführen des Getreides und Heues, u. ſ. w- Laſſen auch dieſe Ar» beiten zuweilen kleine Zeitklüfte übrig, ſo können die Leute in dieſen mit mancherley kleinern bald vorüber- gehenden, oder auch wohl mit manchen, wenn ſchon etwas größern und ausgedehntern, doch nicht an Zeit gebundenen, und nicht dringenden Arbeiten, nütlich beſchäftiget werden, dgl. die Ausbeſſerung der He>en und Verzäunungen, die Reinigung der Gräben, Ver- beſſerung und Herſtellung der Feldwegz, verſchiedene Fleinere Arbeiten, die vielleicht gerade auf dem Felde oder im Garten vorfallen u. m, a. Zu großen, aus- gedehnten, nur zu gewiſſen und beſtimmten Jahrszei- ten vorfallenden, und dabey dringenden Arbeiten, als die Ernte, die Heuwerbung, u. dgl. verwende man das Geſinde nie anders, als hülfsweiſe, wenn es et- wa von ſeinen gewöhnlichen und fortlaufenden Arbei- ten gerade nichts zu thun hat, und beſorge zu die- ſen Geſchäften immer hHinlängliche andere Arbeiter. Denn wollte man die Dienſtbothen in ſolcher Anzahl Halten, daß ſie auch dieſe Geſchäfte zu gehöriger Zeit beendigen, und gehörig vollbringen könnten, ſo wür- de man ſie zu manchen Jahrszeiten nicht hinlänglich beſchäftigen können, folglich zum Theil zur Laſt der Wirthſchaft unterhalten müſſen; hält man aber des Geſindes nur eben ſo viel, als zu den fortlaufenden Arbeiten nöthig iſt,(wie ich auch zur Berechnung der Dienſtbothen nicht anders angeben kann) ſo iſt es Xlar, daß e3 dieſen nur ſelten wiederkehrenden, und dobey ſich anhäufenden und dringenden Geſchäften nicht gewachſen ſeyn könne, obgleich es deshalb ſeine gewöhnlichen Arbeiten vernachläßigen muß. 2.) Cben daher ſind. zu allen jenen Wirthſchafts- geſchäften, die nicht immer fortlaufen, ſondern ſich nur ſeltener des Jahres ereignen, dabey aber ſich an- häufen, und dringend ſind, andere Arbeiter nothig, die nach Verſchiedenheit der Umſtände, bald Tageloh- ner» bald Akkordarbeiter ſeyn können.« Lektere ſind am am gewöhnlichſten in der Ernte, deym Dreſchen, und än manchen Orten bey der Heumahd; Erſtere wer- den zu allen übrigen Arbeiten, die durg das Geſin- de nicht beſtritten werden können, auſgenommen. 3.) Die Fröhner(Roboter) können zu den ver- ſchiedenſten Geſchäften verwendet werden, ſo daß, wenn wir ſie in großer Menge haben, nicht nur oft gar keine Tagelöhner, und zum Theil auch keine Ak- kordarbeiter nothig ſind, ſondern daß wir ſelbſt unſer Geſinde möglichſt vermindern müſſen, um dieſe Ar» beitskräfte die wir nun einmal haben, nicht unbenußt zu laſſen, und gehörig beſchäftigen zu können. 6. 25. Nach dieſen vorausgeſchi&ten allgemeinen Be- trachtungen über Arbeitskräfte und Arbeitsleute, iſt es nun an der Ordnung einen Faden: aufzuſuchen, mittelſt deſſen die Anzahl der Arbeiter, die eine gewiſ- ſe zu bewirthſchaftende Area nöthig machen kann, aufzufinden und zu berechnen wäre. Im Allgemeinen nehmen mehrere Schriftſteller*) al3 Grundſaß an: daß eben ſo viele Handarbeiter zur *) So ſagt Thaer?„,So wie man bey den Pferdarbei- ten annehmen kann, daß das Geſpann zureihe, wenn man bey der Beſtellung damit auskommt, ſo wird man mit den Handarbeitern ausreihen, wen mann in der Erntezeit zur gehörigen Vollführung derſelben Menſchen genug hat, Und dieſe Menſchen wird man wiederum bey einer gut eingerichte- ten Wirthſchaft das ganze Jahr hindurch nüßlimäßig zu vollbringen,“ ſ. deſſen Pleines aber vors treffliches Werkhen: Der angehende Pädhter.= Faſt das Nämliche ſagt Rudolf Andre m ſeiner Darſtel- lung der landwirthſte Arbeiter bey günſtiger Witterung wohl noh mehr beſtreiten können. Das Nämliche gilt auch von der Bereitung des Wieſenheues, wo wir dieß, wie bey uns in Ungarn gewöhnlich, zu Erſparung der Arbeit3kräfte ebenfalls nur einmal wenden. Ja noch weniger darf im Ver- hältniß pro Area Arbeit gerechnet werden, wo man, wie in manchen ſchlechter bevölkerten Gegenden, eben wegen Mangel an Menſchenhänden, das Heu gar nicht wendet, ſondern es ganz ſeinem SchiFſale über- läßt, bis es von ſelbſt ſo troFen geworden, daß es aufgeſchobert werden kann.- Ganz anders verhält es ſich aber, wenn wir das Wieſenheu nach einer ähnlichen Methode bereiten wol- len, wie in einigen Gegenden Englands und Deutſch- lands jenes berühmte Grünheu bereitet wird, welches wegen der unausgeſeßten Wendung und Streuung, die es erfordert, ſo große Arbeitskräfte nöthig macht, daß für jedes x oder wohl gar für jedes x Joch täg- lich ein Arbeiter gerechnet werden muß, wenn man nicht in Verlegenheit gerathen will. Eben deshalb möchte ich dieſe Methode Heu zu machen, ſo gut ſie auch an ſich iſt, in dem größten Theile von Ungarn, wo es zu weit nüßlichern und nöthigern Geſchäften oft an Arbeitshänden gebricht, nie anrathen- 6. 32- Beym Einführen des Heues iſt jedem Knechte noch ein Gehülfe zum Auf- und Abladen beyzugeben, und dieß zwar immer um ſo mehr, je weniger die Wieſen vom Meyerhofe entfernt, und je öfter daher die Heu- wägen des Tages ab- und zuzufahren im Stande ſind. ß. 33. Da wo man die Ernte der Cerealien mittelſt der Sichel verrichtet, kann man annehmen, daß 4 rüſti- ge und fleizige Arbeiter beyderley Geſchlechts, wenn ſie im Akkorde arbeiten, täglich mit einem Joche fer- tig werden können. Beſſer iſt's aber immer, und ſi- te und arbeitſame Männer bey recht günſtigem Winde 80 bis 150 Meten Wintergetreide, und etwa 120=- 200 Metzen Sommergetreide in einem Tage reinigen. Aber auch hier rathe ich lieber etwas weniger anzu- nehmen, wenn von vorläufiger Berec<ßnung der Ar- beit die Rede iſt, damit unſer Calcül lieber übertrof- ſen werde, als auch nur im mindeſten nicht zutreffe- S. 38 Wenn man den Mais(Kukurug) und die Kar- toffeln bloß mittelſt Handarbeit beſtellt,(o ſind, je nach Verſchiedenheit des Fleißes und der Geſchi&lich- keit der Arbeiter und je nach einer einfachern oder - 6= tändelhaftern Methode 6-=- 10 Tagwerke auf ein Joch zu rechnen; wobey jedoch die Hälfte des Arbeitsperſonals (nämlich die Einleger) aus ſchwächern Perſonen und allenfalls auch aus etwas erwachſenen Kindern bey? derley Geſchlechts beſtehen kann. Legt man aber dieſe Gewächſe in die Pflug- ſurche, ſo iſt bloß jedem dritten(oder, wenn etwa die Furchen ſchmäler gezogen werden, jedem vierten) Pfluge ein Einleger, und ein Zuträger, der dieſem die Saamen oder Knollen zuträgt, beyzugeben. Hier- aus ſicht man deutlich, wie ſehr an Arkeitskräfe ten geſpart wird, wenn die Hafrüchte, bey welchen dieſes angeht, nach dem Pfluge beſtellt werden, und wie ſchr dadurch ihr Bau im Großen erleichtert und befördert wird. N S- 30- Verrichtet man das BehaFen und Behäufeln des Mais, der Kartoffeln, und anderer HaEfrüchte bloß mit Handarbeit, mittelſt der gewöhnlichen Handha- >e(Handhaue), ſo ſind meines Erachtens auf das Joh allerwenigſten 10 Tagwerke zu rechnen.*) Ja wenn man nur einigermaßen an dem Fleiße und der ») Francois de Reufchateau ſagt uns zwar, daß im franzöf. Flandern ein Mann des Tages 6 ares= 1662(3? mit der Handhaue beha>e,(ſ- Schwerz?s belg. Landw« IT. B.) wornad< freylih nur etwas über 7 Tagwerke auf ein Joh kämenz allein dieß iſt ein Belge, und belgiſche In- duſtrie dürfen wir wohl bey uns im Allgemeinen nie voraus- ſetzen, am allerwenigſten aber, wenn es ſich von einem Maaß? fiabc zur Arbeitsberehnung handelt. Tüchtigkeit der Arbeiter zu zweifeln Urſache hat, ſo wird ihre Zahl wohl noch vermehrt werden müſſen, damit ſie nicht etwa, wenn ſie zu ſehr angetrieben werden, bloß um die Wurzeln der Gewächſe etwas herumkragen, den übrigen Aer aber unberührt laſz ſen, welches auf die folgenden Saaten nothwendig den böſeſten Einfluß hat. Bey gewöhnlichen nicht ſehr ausgewählten Tagelöhnern werden daher wohl kieber gegen 15, bey Fröhnern(Robotern) aber ſogar bis gegen 20 Tagwerke pr. Joch anzunehmen ſeyn, damit weder der Calcül zu Jrrung führe, noch et- wa die Arbeit nur oberflächlich und ſchlecht verrichtet werde. Wird aber dieſe Arbeit durch Zugkraft mittelſt der Cultivatoren verrichtet, ſo ſind dabey nur zwey Arbeiter nöthig; und da mit einem ſolchen Inſtr u- mente, wie wir unten bey der Zugarbeit ſehen wer- den, nach Umſtänden 2= 4 Joc< des Tages been- digt werden können, ſo kommt auf das Joch+ oder höchſtens 1 Tagwerk Handarbeit- Jedermann ſieht Hieraus leicht ein, wie ſehr hierdurF die Handar- beit geſpart werde, und wie dieſe vortrefflichen neu- erfundenen Inſtrumente allein es möglich' machen, daß nunmehr die Ha>früchte, beynahe ohne Rückſicht auf Bevölkerung, in jeder beliebigen, auch größten Extenſion, mit Nutzen gebauet werden können. S- 40. Die Kartoffelernte erfordert täglich pr- Joch au- ßer etwa 5= 6 rüſtigen Männern oder Weibern zum Ausha>en der Knollen, wenigſtens 15 ſchwächere Per- -- 48-=-- ſonen, allenfalls erwachſene Kinder, zum Aufleſen und Zuſammentragen der Kartoffeln. Ja in dem Ver- hältniſſe als dieſe Arbeiter ſchlechterer Art ſind, kön» nen ihrer oft 20, 24 bis 50 pr. Joch nothig ſeyn. Dieß iſt nun allerdings bey dem Kartoffelbaue die großte Schwierigkeit; denn ob mati gleich die weni- gen Ausha>er dadurch erſparen kann, daß man die Kartoffeln(wenn ſie nach dem Pfluge geleget ſind) auspflüget, ſo ſind doch die weit mehreren Aufleſer durchaus unentbehrlich. Das räthlichſte iſt daher in den meiſten Fällen, überall, wo man nicht etwa einen Überfluß an Frohnden(Roboten) hat das Kartoffel? Aufnehmen im Verdinge, um eine beſtimmte Quote, oder einen Theil des Ernte- Ertrages auszugeben, wie man es bey der Getreide- Ernte zu machen pfleget- S. 41. Wenn von Beſtimmung der Anzahl der zu hal- tenden Ochſenknechte die Rede iſt, ſo fFommen zuvor drey Punkte in Betrachtung zu ziehen: 1.) Wie viele Ochſen vor den. Wagen, und wie viel deren vor den Pflug geſpannt zu werden pflegen, oder vermöge der örtlichen Umſtände geſpannt werden müſſen?.) Ob immer, vor und nach Mittag die nämlichen Ochſen angeſpannt werden, oder ob man die Ochſen im Wech- ſel arbeiten läßt, fo daß immer die eine Hälfte aus- ruhen, und neue Kräfte ſammeln könne, während die andere mit Arbeit beſchäftiget iſt? 3.) Ob man im- mer durch das ganze Jahr Tagelöhner zur Aushülfe Haben kann, oder nicht? Im 0 08- mim Im erſten Falle iſt nun für eben ſo viele Ochſen ein erwachſener und robuſter Großknecere nicht in Hinſicht des Lohnes, ſuche ihnen vielmehr noc< überdieß bisweilen eine kleine Freude zu machen, da die Leute bey dieſer Methode auf jeden Fall weit härter und anhaltender zu arbeiten, und obendrein das Doppelte an Vieh zu beſorgen haben. Ein fauler arbeitſcheuer Kerl wird ſich auch nie an einen Ort ein- dingen, wo mit Wechſelochſen gearbeitet wird. Auf gute auserwählte Dienſtbothen aber ſollte man billig Dek, der Landw-« 1 Th,; “t immer Rüſicht nehmen, und bedenke, daß mat ohne ihnen ſo wenig, als ohne zwe&mäßigem Ader- geräthe gut und gehörig wirthſchaſten könne. Außer den Knechten iſt bey Wechſelzügen noch ein Hirte nothig, der die Ochſen wechſelsweiſe auf die Weide, und von da wieder zu den Knechten und zur Arbeit treibet. Wird dieſer Menſch ſo wie die Knechte das ganze Jahr unterhalten, ſo kann er im Winter ſehr leicht als Gehülfe bey der Viehwartung, oder bey der Ma- ſiung u. dgl. verwendet, oder mit Heubinden, oder irgend einer andern zu dieſer Zeit vorfallenden Arbeit nüßlich beſchäſtiget werden. Durch Tagelöhner, wo man ſie immer mit Si- Kühe eine einzige Magd, wobey er gar feiner Hülfe, die ihr etwa geleiſtet würde, auch nur mit einem Worte erwähnet. Dieß ſcheint mir aber auf ei- ne weibliche Perſon auf jeden Fall zu viel, als daß ſie ihre Arbeit auch gehörig verrichten könnte. Nach Burger***) reicht ein einziger“ italieni- ſcher Küher zu allen Arbeiten hin, die 20= 24 Stü Kühe erheiſchen, und macht wohl auch noh ſelbſt den Käſe aus der von dieſen Kühen erfolgten Milch. Aber auch dieß möchte ich nicht zum Maaßſtab der Arbeit8berehnung annehmen, wenn alles auch pünfkt- lich verrichtet werden ſoll. Das Höchſte, was meines Erachtens in dieſer Hinſicht mit Sicherheit angenommen werden kann, und was robuſte und an Arbeit gewöhnte Leute auch wirklich etwa leiſten können/ ſcheint mir das zu ſeyn, was uns ein glaubwürdiger teutſcher Schriftſteller INK) von den Schweizern erzählt, welſe auf 50=- 6o Melkkühe vier männliche Küher zu halten pflegen« *) ſ. Thaer's Grundſäße dev rat. Landw- xx) f. Reider's rationelle Landwirthſmagd und einen Knaben auf 15 Melkkühe; und einen Mann und einen Knaben auf 50 Säugekühe. Zur bloßen Arbeit des Melkens 10kleinerer, oder 7= 8 größerer und milchreicherer Kühe rechnet Bu r- ger**) eine Stunde. Eben ſo ſagt uns auch B e g- trup***) da er von der engliſchen Wirthſchaft redet, daß allda eine Magd 7-8 Kühe in einer Stunde zu melken im Stande ſey. Dieß Lettere könnten wir daher auch als Maaßſtab annehmen. ß. hb. Zur Beſorgung der Wintermaſtung von 180 Stü jungen Rindern rechnet A, Young***) fünf erwachſene Menſchen und eben ſo viele Knaben, wenn alle Vorrichtungen zwe>mäßig ſind- Dieß ſcheint auch völlig hinlänglich zu ſeyn, da auf einen Mann und einen Knaben zuſammen!36 Stücke, oder auf jede Perſon ohne Unterſchied des Alters 18 Stücke fallen. *) f, deſſen Rural Oeconomy, xx) in jeßt erwähntem Werke. 88) f. deſſen Bemerkungen über die engli- ſ große ſchwere Maſtochſen, vder auf 20 halberwachſene Rinder, oder Kühe, je ein Mann zu rechnen,, Zur Hälfte halberwachſene Knaben zu dieſem Geſchäfte anzuſtellen iſt aber des- halb vortheilhaſt, weil dieſe in Verbindung mit äl- tern und erfahrnern Leuten, wenn ſie dieſen ſubordi- nirt werden, die nämliche Arbeit verrichten, und doch weit geringer im Lohne zu ſtehen kommen. S. 45. Bey den Schaaſen kann man annehmen, daß im Winter; da ſie gefüttert werden, ſo wie zur Zeit der Lämmeruyng, auf jede 500 Stü> ein Mann gerech- net werden müſſe; wobey« aber wohl auch mitunter erwachſene Knaben zu gebrauchen ſind. Auf der Weide, wenn dieſe groß und ausgedehnt iſt, ſo daß nicht ſo leicht Schaden durch die Schaafe zu befürchten ſteht, kann ein Mann mit Hülfe eines wohlabgerichteten Hundes leicht 1000 Stücke und dar- über beſorgen. Iſt aber die“ Weide geſchloſſen und enge, und von Feldern und andern Gegenſtänden al- ler Art, denen die Schaafe Schaden zufügen könnten, umgeben, ſo trifft e3 ſich leicht, daß auf jede 500, ja wohl ſogar auf 300 Stücke ein Schaafknecht nv» thig iſt. Da wo die Schaafe gemolken werden, iſt auf jegliche 100, oder doch wenigſtens auf 150 Stü> Mutterſchaafe beym Melken ein Mann zu rechnen„da- mit die Schaafe nicht zu ſehr an der Weidezeit ver- Fürzt werden. Alus dieſem wird nun ein Jeder leicht berechnen können, wie viel er unter gegebenen Umſtänden, zu vollſtändiger Beſorgung ſeiner Schaaſe Leute nothig habe, S5. 40. So oft bey gehäuften oder außerordentlichen Ar- beiten das Geſinde, welches wie ſchon oben erinvert worden, nur im Verhältniß der fortlaufenden Arbei- ten zu halten iſt, nicht hinreicht, ſind Tagelöhner, oder Akfordarbeiter zu Hülfe zu nehmen, Das Nam- liche iſt der Fall, wenn einer oder der andere Dienſt- bothe erkranken ſollte. Die Anzahl dieſer Menſchen aber im Allgemeinen anzugeben iſt unmöglich, ſon- dern ſie müſſen immer für das jährliche Bedürfniß jeder ſpeciellen Wirthſchaft beſonders berechnet. wer- den, da die Umſtände unter welchen man wirthſchaf- tet, wie jeder Praktiker weiß, oft tauſendſältig ver- ſchieden ſeyn können. S. 47 Bey jeder größern und ausgedehntern Wirth- ſchaft iſt außer dem arbeitenden Geſinde noc< ein Meyer(Aervogt, Schaffer, Unterverwalter, oder wie man ihn immer ſonſt heißen mag) nothig, der unter der Aufſicht der Beamten das Geſinde unmit»- telbar zu inſpiciren, und in Ordnung zu halten, ſo wie die für jeden Tag angeordneten Arbeiten gehö- rig auszuführen die Pflicht hat. Außerdem fordert man noch gewöhnlich von ihm-- beſonders da, wo man keinen eigenen Wagner hat= daß er die Pfiü- - 56== ge und das übrige AFergeräthe zu repariren oder wohl auch neu zu machen verſtehe. In mittleren und. kleineren Wirthſchaften jedoch, wo es ſich einen ſolchen Mann eigens zu halten nicht lohnte, kann ſeine Stelle füglich durch einen der Knechte vertreten werden, der zwar ſo wie alle andern überall mitarbeitet, dem aber jedoch das übri- ge Geſinde untergeordnet iſt. Man nennt ihn des- halb den Ober- oder Altknecht(Öreg-beres) und fordert vom ihm alles das, was man von dem Meyer zu fordern berechtiget iſt. S. 48 In Hinſicht des Werthes und Verhältniſſes in welchem die verſchiedenen Arbeiter zu einander ſtehen, Fann man annehmen, daß gutes, arbeitſames, und für unſer Wohl beſorgtes Geſinde, ſo wie tüchtige und geſchi>te Akkordarbeiter, ſich zu den gewöhnli- e mit Vortheil ver- kaufen können. Sie ſind ferner mit weit geringern Koſien zu ernähren, und mit Geſchirre zu verſehen; ſie fordern etwas weniger Umſtändlichkeit um rein ge- halten zu werden;- ſie können, ungeachtet ihrer gerin- gern Gelehrigfeit, doch viel leichter einem jeden auch oft nicht ſehr geſchikten Menſchen anvertrauet werden,"da ein„Durchgehen, und ein dadurch etwa zu erfolgendes Unglück bey dieſen Thieren nicht ſo leicht zu befürchten iſt; ſie ſind zu einigen Feldarbeiten, be- ſonder38 aber zu unſerer Hauptarbeit, dem Adern, eben ſo gut wie die Pferde, und beynahe noch beſſer zu gebrauchen; ſie geben im Durchſchnitt einen ſchätß- barerern Miſt; und was derley gute Gigenſchaften mehr ſind, Allein ihre Schattenſeite iſt, daß ſte zu weiten Fuhren in entlegene Gegenden nie taugen; daß ſie bey ſchlechten Wegen, wo ſie tief eintreten, ſo wie bey Glatteiſe im Winter oft wochenweiſe nicht gehörig OG<= benußt werden können; und daß ſie endlich, ihres langſamern Schrittes halber, immer weniger Arbeit, als gleich tüchtige, und gleich gut genährte Pferde in- nerhalb der nämlichen Zeit verrichten können; man müßte ſie denn im Wechſel halten, da man aber nicht der Thierart, ſondern der Methode die größere Foör- derung der Arbeit verdanket. Aus dieſem Allem erhellet von ſelbſt, daß immer die Umſtände und Localverhältniſſe entſcheiden müſſen, ob wir lauter Pferde, und gar keine Ochſen, oder ob wir nur ſehr wenige Pferde(ganz ohne allen Pfer- den kann wohl feine Wirthſchaft von nur einiger Aus- dehnung beſtehen) und übrigens lauter Ochſen halten ſollen. Wenn wir nun z. B. zwiſchen hohen und ſtei- len Gebirgen A&erbau treiben, allwo die Wege auf den Bergen ſehr ſteinig und felſigt, in den Thälern aber zu gewiſſen Zeiten äußerſt ſumpfig und moraſtig ſind; und wenn wir überdieß ſehr weit von Städten und Handelspläten entfernt ſind, allwo wir ſowohl unſere Naturprodukte zu verkaufen, als uns das Nso- thige für unſern Hausgebrauch und unſere Wirthſchaft zu verſchaffen gezwungen ſind; ſo iſt ſehr natürlich, daß wir unter dieſen Umſtänden uns bloß an Pferde Halten müſſen. Wirthſchaften wir dagegen in einer Fläche, wo die Wege gut ſind, oder doch leicht gut gemacht werden können; und haben wir überdieß die nöthigen Handelspläte in der Nähe, fo daß nur we- nige oder gar keine weite Fuhren der Wirthſchaft hal- ber nöthig ſind; ſo haben wir, ohne Zweifel, um ra- tionell zu handeln, allermeiſt nur Ochſen zum Zuge En 61-.. zu halten, und die Pferde dagegen auf die möglichſt mindeſte Anzahl zu reduciren- 6. 50- Will man in Hinſicht des nöthigen Geſpanns ei- nen allgemeinen Grundſaß annehmen, ſo kann es auf feinen Fall ein anderer, als folgender ſeyn: Halte weder mehr Zugvieh, als du das ganze Jahr hindurch nüßlich zu be- ſchäftigen im Stande biſt, damit nicht Viehund Geſinde zum Theil der Wirth- ſhaft unnüßer Weiſe zur Laſt falle; aber auch janicht weniger, als zu allen Arbeiten, die entweder nothwendig ſind, oder auchnur mit Nußen vorgenommen werden können, völlig hinreichend iſt. Zweifelſtdu aber auch nur im mindeſten, welches eigentlich die richtigſte Gren? ze dieſer Kraftbeſtimmung ſeyn könnte, ſo halte lieber um ein paar StüFe Zug- viehes zu viel, als daß du deſſen auch nur um da3 kleinſte Bruchtheil zu wenig haben ſollteſt, weil nichts ſo ſehr den LandwirthinVerlegenheit und Schaden bringen kann, als wenn es ihm auch nur immindeſten an den gehörigen Kräf- ten mangelt, Die Zahl aber ſelbſt des nsthigen Arbeit3viehes numeriſch zu beſtimmen, ſo daß dieſe Beſtimmung» wie ein anderer Leiſten, allgemein paſjend ſeyn ſollte, iſt eine Aufgabe platter Unmöglichkeit, da es oft un-' == 62=... endlich viele Umſtände geben kann, welche ba'd eine Vermehrung, bald eine Verminderung der Zugkraft räthlich machen können. Dergleichen ſind: die gro- ßere oder mindere Cohäſion des Bodens, ob er zähe, oder etwa gar widerſpenſtig, ob er loFer oder wohl gar looſe ſey; die größere oder geringere Entfernung der zu bewirthſchaftenden Gründe vom Meyerhofe, ſo wie ihre Contiguität oder Zerſtü>lung; die Lage und Geſtalt des AFerlandes, ob es flach und eben, oder hügelig, oder gar bergig ſey; die größere oder gerin- gere Menge und Weite der nöthigen Fuhren; der JIn- tenſions- oder Extenſion8grad des angenommenen AFerbauſyſtems, u. m. a, So werden oft zwey kräf- tige und gut gefütterte Pferde, oder vier eben ſo tüch- tige und wohlgenährte Ochſen unter manchen Umſtän- den 50, ja bisweilen wohl gar bis gegen 100 Jochen Aerlandes gewachſen ſeyn können, die unter andern ſehr verſchiedenen Verhältniſſen kaum für 25 Joche hinreichen dürften. 9. 51... Einige nehmen zwar an, daß eben ſo viele Stiü- &e Arbeitsviehes für jede gegebene Wirthſchaft zu rech- nen ſeyen, und das ganze Jahr hindurch nüglich be- ſchäftigt werden können, als mit welchen man im Stande iſt die Frühlings- oder Herbſtſaat in 24(oder in manchem Falle in 12) Arbeitstagen gehörig zu vol- lenden.*) Aber einmal ſcheint mir dieß doch nur höch- *) So ſagt T haer?„Man pflegt wohl einen ungefähren, und methrentheils zutreffenden Ueberſen iſt» Dieſe Bodenart erfordert, daß man die Ar- beiten darauf wenigſtens in zwey) Wochen oder 12 Arbeitsta- gen vollende, und daher ſo viel Zugvieh halte, als dazu er? forderlich iſt.“ f- deſſen Werkern der Öſterreicher mit einem Pferde nicht ſo leicht nachahmen; ſo begreife ich doch wahrlich nicht, war- um wir uns nicht zur Regel machen könnten, Pferde nie anders als zweyſpännig, und Ochſen entweder zwey- oder höchſtens, und auch dieß nur ſelten, vier- ſpännig zu gebrauchen, wodurch in Vergleich mit un- ſerm biöherigen Mißbrauche, ſchon ſehr vieles an Zug- kraft erſpart würde. 8. 55. Fn Hinſicht deſſen, was ein Pflug des Tages an Arbeit richten könne, ſind die Meinungen oft ſehr verſchieden. Dieß iſt auch ſehr natürlich, ſo lange man nicht die Umſtände beſtimmt, unter denen man etwas annimmt, oder berechnet, als welche oft einen gewaltigen Unterſchied machen können; dgl. ſind die „Breite und Tiefe der Furchen, die oſtern oder ſelte- nern, und größern oder kleinern Umwendungen, die = 67= am Ende des AFers nöthig werden, der Cohäſion3- grad des Bodens, die günſtige oder ungünſtige Lage der Üder, die Zwe&mäßigkeit oder Unzwekmäßigkeit des Pfluges, die Kürze oder Länge des Tages, die Art und Beſchaffenheit des Zugviehes, u. m, a. Nach Thaer*) kann auf jeden Pflug in lo>erem Boden täglich nach unſerm Feldmaaße angenommen werden: a) Beym Herbſt- oder Frühlings- pflügen für Sommergetreide, ſo wie beym Brachen SINE NEZEN 15 Joch b) Beym tiefern Herbſtpflügen für HaFfrüchte; L a L 3 1= ce) Beym Rühren, oder beym zweyten Pflügen für die ſpäter zu ſäen- de kleine Sommergerſte.- 2 WAs d) Beym Saatackern Z 8 I&= ſo daß alſo im Durchſchnitte aller AFerungen des gan- zen Jahres,“ etwa 134 Joch täglich auf jeden Pflug zu rechnen wäre. Nach meiner eigenen Erfahrung ſind im Durch- ſchnitt aller Akerungen des ganzen Jahres, und im Durchſchnitt aller übrigen Umſtände, auf jeden Pflug, unter nachſtehenden Beſtimmungen, täglich zu rechnen: a) Wenn er von Ochſen gezogen wird, die weder gewechſelt, noch or- dentlich genährt werden...-& Joh.**) *) f. Grundſ. der rat. Landy. **) Will man das Vieh zu Grunde richten, ihm wohl auch mehr zumuthen, ſonſt aber auf 5* ſo Pann. man Leinen Fall, Be 8 b) Wenn er von Ochſen gezogen wird, die zwar nicht gewechſelt, aber| gut gehalten werden, und immer bey| Kräſten ſind.«+ 5; H 1 Joch. e) Wenn er von tüchtigen, und wohlgenährten, kraftvollen Pferden ge» zogen wird. B.» E. 4) Wenn er von ſtarken wohlge- nährten Wechſelochſen gezogen wird. 1%= E3 verſteht ſich wohl, daß, je nach der Verſchie- denheit der oben erwähnten Umſtände, bald etwas mehr, bald etwas weniger wird gerichtet werden können. Im Durchſchnitte aber= wie ich es ohnedieß bemerkte= wird dieſe Annahme, wie ich glaube, ſicher immer richtig befunden werden, und daher ohne Furcht vor Irrung zum Maaßſtabe der Arbeitsberechnung ange» nommen werden können« S. 54. Da das Eggen immer von mehrerer Wirkung iſt, wenn es durch Pferde verrichtet wird, ſo ſeße.ich auch hier voraus, daß die Egge allenthalben, wo man an Pferden bey dex Wirthſchaft keinen Mangel hat, von Pferden gezogen werde. Und in dieſer Voraus- ſezung nehme ich an, daß da, wo bloß ſo, wie bey uns, auf einfache Art geegget wird, eine jede Egge täglich leicht 8= 10„bey Anſtrengung aber, wie es manchmal nöthig iſt, wohl auch bis x5 Joch Feldes beſtreiten könne. Da aber, wo die Egge=- wie dieß bey zähem und ſchwerem Boden in Teutſchland häufig geſchieht= 15= T zu mehrerer Zerkrümelung und Pülverung des Bodens, bald in die Runde, bald über Kreuz, bald in Schlan- genlinien, wiederhohlte Male über den Aer hergezo- gen wird, da wird ſie auch bey größter Anſtrengung der Pferde des Tages kaum 4= 3, ja gewöhnlich wohl nur 2=-5 Jo< Aderlandes gehorig beendigen können. Dieß wenn Pferde angeſpannt werden. Spannt man Ochſen vor die Egge, ſo muß man auf jeden Fall etwa x oder wohl gar 3 Arbeit weniger annehmen, um ſicher zu rechnen. Man müßte denn die Ochſen auch bey dieſer Arbeit im Wechſel gebrauchen, da ſie denn, wegen der den ganzen Tag über immer fortlau- fenden und ununterbroßenen Arbeit, wenigſtens eben ſo viel, ja wohl nog um etwa 7 mehr des Tages ausrichten können. G. 55. Die aus Dornbüſchen zuſammengeflochtene bey uns zur Ebnung des Bodens gewöhnlich angewandte Buſchegge(tüske borona) kann, je nach ihrer Breite, mit Pferden oder Wechſelochſen leiMt 12== 15 Joche und darüber; mit einerley Ochſen aber etwa 6=- 10 Joche des Tages gehörig beendigen« 6. 56. Die gewöhnliche Walze, die wir theils zur Pla- nirung des AFers, theils zur ZuſammendrüFung und Befeſtigung des zu loſen Bodens gebrauchen, und die aus Holz, Stein, oder= wie an vielen Orten in England= auch aus gegoſſenem Eiſen beſtehen kann, ar 6 11.01 err leiſtet, wie natürlich, je nach ihrer Länge, und der Breite des Terrains, das ſie mit einem Male über- rollet, bald mehr bald weniger des Tages. Iſt ſie, wie wohl am gewöhnlichſten, 8-9 Fuß(Schuhe) lang, ſo kann ſie mit Pferden gezogen etwa 10== 12,| mit einerley Ochſen 7=8, und mit Wechſelochſen et- wa 12--14 Joche täglich beendigen. Iſt ſie aber Fürzer, und etwa nur eine Klafter lang, ſo richtet ſie auch im Verhältniß weniger, und bey Pferden werden daher uur 7--9, bey Ochſen ohne Wechſel 5-7, und bey Wechſelochſen etwa 3= 10 Joche täglicher Arbeit anzunehmen ſeyn. 6.82, Die Stachel- und Keilwalzen, die nur bey ſehr zä- Hem Boden, zu Zermalmung der hartnädigen der Egge widerſtehenden Schollen angewendet werden, und nie länger als etwa klafterlang zu ſeyn pflegen, beſchaffen mit Pferden gezogen etwa 5= 6, mit un- gewechſelten Qchſen etwa 4-5, und mit Wechſeloch- ſen etwa 6- 7 Joche täglicher Arbeit, S. 58- Die Exſtirpatoren verrichten, je nach ihren meh- reren oder wenigern Schaaren, und ihrer eben daher rührenden größern oder geringern Breite, bald[mehr bald weniger Arbeit des Tages, und fordern bald mehr bald weniger Zugkraft, Der kleine Exſtirpator von 5 Schaaren braucht bloß ein Pferd oder zwey Ochſen, und macht mit Pferdgeſpann eirca 54%, mit einerley Ochſen ce, 3, und mit Wechſelochſen e- 4 Joch des Tages. Der ſiebenſchaarige Exſtirpator braucht ein bis zwey Pferde oder zwey Ochſen, und bearbeitet täglich) mit Pferden eirca 5, mit ungewechſelten Ochſen e- 4, und mit Wechſelochſen e. 6 Joche Landes. Der neunſchaarige Exſtirpator fordert 2 ſtarke Pferde oder 4 Ochſen, und fördert mit Pferden circa 63x, mit einerley Ochſen e. 5, und mit Wechſelochſen ce. 3 Joch täglicher Arbeit. Der eilfſchaarige braucht ſchon mehrentheils 4 Pferde oder 6 Ochſen, und bearbeitet mit Pferden eirca 3, mit ungewechſelten Ochſen e. 6x, und mit Wechſelochſen ec. 9x Joc< Ader des Tages- Der Dreyzehnſchaarige große Exſtirpator fordert 4 gute Pferde, oder 6=-3 Ochſen, und bearbeitet mit Pferden eirea 9, mit einerley Ochſen ec. 7, und mit Wechſelochſen c. 21 Joch Landes in einem Tage. Der großte oder fünfzehnſchaarige Exſtirpator endlich braucht 4--6 gute tüchtige Pferde, oder 8== 10 Ochſen, und beendiget mit Pferden eirea 11, mit ungewechſelten Ochſen e. 9, und mit Wechſeloch- ſen e- 13 Joc< AFers in einem Tage. Die Jordanſche Saategge iſt weiter nicht8 an- ders, al3 ein modificirter Exſtirpator, und verhält ſich zu den eigentlichen Exſtirpatoren etwa ſo, wie der Hakenpflug zum eigentlichen Pfluge- Man ha ſie von zweyerley Größe, wovon die kleinere etwa die Arbeit des ſiebenſchaarigen, die größere aber die Arbeit de3 eilfſhaarigen Exſtirpators täglich zu verrichten im Stande iſt. -- 72= S. 90- Die verſchiedenen Cultivatoten, deren. wir uns zur Bearbeitung der Zwiſchenräume bey Hafrüchten, und zum Behäufeln derſelben bedienen, fordern bloß ein ſtarkes kräſtiges und wohlgenährtes Pferd, mit welchem aber, da es doch immer etwas angegriffen wird, billig öfters des Tages gewechſelt werden ſollte. Sie bearbeiten, wenn ſie bloß in einer Nichtung. - des Ackers gezogen werden, etwa 4, und wenn da- mit auch über queer gearbeitet wird, etwa 2 Joch Fel» des in einem Tage. 6. 00». Das Miſtführen, ſo wie das Einführen des Ge- treides und des Heues muß immer für jede ſpecielle Localität auch beſonders berechnet werden, da es im- mer von der Entfernung der ÄFer und Wieſen, und von der Beſchaffenheit der Feldwege abhängt, wie viel Fuhren ein Wagen des Tages verrichten könne; ſo wie es einen großen Unterſchied hierin machet, ob die ſchon oben erwähnten und die Arbeit nicht wenig fordernden Wechſelwagen gehalten werden oder nicht. Die Laſt anlangend, welche das Vieh bey nicht allzugroßer Entfernung, und bey guten Wegen, be- quem zu ziehen im Stande iſt, kann man=- ordent- liches: und wohlgenährtes Vieh vorausgeſeßt= anneh- men, daß ein vierſpäanniger Pferdewagen, oder ein vier- bis ſechsſpänniger Ochſenwagen von Miſt 16=- 183 Ctr., von Heu 20= 25 Ctr., und von Garbengetreide 25-- 50 Ctr. laden und führen könne- Zweyſpännig indeſſen richtet man immer verhältnißmäßig etwas - 73= mehr aus. Man kann daher füglich auf jeden. zwey- ſpännigen Pferde- oder Ochſenwagen 10== 12 ECtr. Miſt, 14= 16 Ctr. Heu, und 16=- 26 Ctr. Gar- bengetreides rechnen. SI50L: Noch weit weniger laſſen ſich jene außerordentli- 10-231 00572 Mais----=- 82== 88,-- Heideforu;:=-.- 55== 75. Hülſenfrüchte=---“- 80- 96-=- Kartoffeln==-- 70= 90= ſo daß wir alſo im großen Durchſchnitte, ohne einen merklichen Fehler zu begehen, jeden Metzen Weißen- 3.918090 Roggen- 430 große Sommergerſte= 68 kleine Sommergerſie=- bo Wintergerſte EU Z==2100 Hafer 4 WI DAG - Hirſe. 2432,80 Mais- 3=1,00 Heidekorn. KUES I67 Hülſenfrühte-= 88 Kartoffeln= 80 16 annehmen, und darnach das Gewicht der ſämmtlichen Huantität dieſer unſerer Früchte mit größter Wahr? ſcheinlichkeit berechnen können- Fn Fällen, wo wir dieſe Berechnung nicht im Voraus anzuſtellen gezwungen ſind, können wir das Gewicht unſerer ſämmtlichen Früchte faſt mit mathe» matiſcher Genauigkeit beſtimmen. Wir dürfen nur zuvor einen Meßen jeder fraglichen Frucht genau ab- wägen, um davon auf das Gewicht der ga nzen vor handenen Quantität mit völliger Sicherheit ſchließen zu können. Hat z. B. Jemand 100 Megen Weißen von ganz gleicher Qualität, wovon der Megen genau abgewogen 92 16 wiegt, ſo ſteht die einfache Propor- tion 1: 100= 92: y, nach welcher jeder Schulkna- be mit leichter Mühe wird berechnen können, daß die 100 Metzen Weißen gerade 92 Ctr. wiegen; und dieß wird-- vorausgeſeßt, daß das Getreide ganz egal iſt, und daß die Abmeſſung des ganzen Quantums ſowohl, als das Wägen des einen Meßkens mit ge- höriger Genauigkeit vor ſich gegangen=- eben ſo rich- tig zutreffen, als wenn mit unendlichem Kraft- und Seitaufwande, und mit einer wahren Rieſenarbeit ſämmtliche 100 M. Weigen abgewogen worden wären. 6. 65. Die Nahrungskraft der verſchiedenen vegetabili- ſchen Subſtanzen, inſonderheit derjenigen, welche zur Fütterung unſeres Viehes angewendet werden, oder angewendet werden können, darf ſchlechterdings dem- jenigen nicht unbekannt ſeyn, der ſich mit der Orga- niſation und Verwaltung eines Landgutes befaſſen will, Denn, da das Gewerbe der Landwirthſchaſt ohne Vieh nicht getrieben werden kann, dieſes aber nur dann bey Kraft und Geſundheit bleiben, und wahren nachhaltenden Nuten verſchaffen kann, wenn es immer, durch das ganze Jahr, gleihmäßig, und in demſelben Verhältniſſe genährt wird, ſo iſt es von ſetbſt klar, daß jeder Landwirth, dem dieſe Kenntniß mangelt, in unendliche Fehler und Irrungen verfallen müſſe, welche nothwendiger Weiſe Verwirrung in der Wirthſchaft und mannigfaltigen Schaden nach ſich ziehen. 67 100% Von dieſer ganzen Lehre der Nahrungskraſt der Begetabilien hat man aber wohl in ältern Zeiten we- nig oder nichts gewußt- Daher denn auch geſchah, daß oft die aufgeklärteſten Landwirthe=- wie man es aus ihren Schriften ſieht= einem entſeßlichen Wan- ven und Straucheln-ausgeſeßt waren, da ſie außer einem gewiſſen, an ſich ſchon unbeſtimmten/ und un- beſtimmbaren, und überdieß nur durch äußerſt viele Grfahrung zu erlangenden praktiſchen Takt, durchaus nichts beſaßen, wornach ſie in dieſer Hinſicht mit fe ſtem Schritte wandeln konnten. Bloß den neuery, ja man kann ſagen, den neue- ſten Zeiten war es vorbehalten, in dieſer Hinſicht Epoche zu machen. Denn außer mehreren denken- den Zandwirthen in England, welche durch ihre man- nigfaltigen Maſtungsverſuche ſehr viel Licht in dieſer Sache verbreitet haben, und außer den Verſuchen die von verſchiedenen berühmten Chemikern über die Nahrhaf- tigkeit der vegetabiliſchen Subſtanzen angeſtellt wurden, Hat vorzüglich der königl. preuß. Staatsrath Thaer in Verbindung mit ſeinen getreuen, und unermüde- ten, leider verſtorbenen Amts8gefährten, dem Chemi- ker Ginhof ſich um dieſen ſo wichtigen Punkt der Landwirthſchaft ſolche Verdienſte erworben, daß er ein wahrer Gründer dieſer ganzen Lehre genannt werden kann.*) Den Lehren dieſes großen Mannes *) Neb Thaer und Einhof hatſich vorzüglich H e rm b2 werde ich nun auch in dieſem Werke huldigen, ohne jedoch, wie man ſehen wird, Alles knechtiſch nachzu» ſchreiben, und ohne mich in Klee-Luzerne-Eſparcette-und WiFenheues*) 0,5= Spergelheues 1-- Muhßharheues 4=- grünen Wieſengraſes**) *) Dem Heue der Dyadelphiſten wird hier wie mart ſicht, nah Thaer eine größere Nahrungskraft zugeſtanden als dem Wieſenheue 3; und dieß zwar aus dem Grunde, weil dieſe kultivirten und auf dem AFer angebauten Kräuter immer gleiches kräftiges Heu liefern, das Wieſenheu aber ins unendli- Sohlrüben(worunter auch Rotabaga) das Kraut ungerechnet Dvd== detto das Kraut mit in ungefähren Anſchlag gebracht 6=- Kopfkohl(öſtr. Häupelkraut) 2==“ Kartoffeln 0,40 Metz. Weiten*) 0,755"> Roggen -=- Mengkorn(Halbfrucht) 0,50= große Sommergerſte 0,57= kleine Sommer- und Wintergerſte 1-=- Hafer 0,33= Mais 05r> Hirſe 0,5= Heidefkorn 0,43> Hülfenfrüchte aller Art im Durchſchnitte „38= Fartoffeln Oder, welches zwar anders ausgedrückt, doch immer beyläufig auf eines hinausläuft: 1 Ctr. Wieſengrummet iſt.= 0,,, Ctr. Wieſenheu = Klee-Luzerne, Eſpar- cette- oder Wieſenheu= 1,,==»- ==»Spergelhi.4.. 5= 1;,5 *) Weiten iſt zwar kein gewöhnliches Viehfutter, kann aber unter Umſtänden übergroßer Menge, und daher rüh- render unverhältnißmäßiger Wohlfeilheit allerdings ſehr nüß- lic dazu verwendet werden, daher iH ihn denn au hier ans zuführen keinen Ayſtand nahm. 6*" -- 64== x Ctr- Muharheu= 1 Cir, Wieſenheu = Grünes Wiefengras=="0/. 40m= --“ grüne Dyadelphiſten als Klee, Luzerne Ic-= 0,55> 7 29!„grüner Spergel=.>= Gx 7> -=- GSpergelſtroh«-+» 1----- --“ SHeidefornſtroh»«+»=%,s5-- --+ Muhßharſtroh>.+»=05== == GErbſenſtroh--- orb auen -- Pferdebohnenſtroh- Orzs>-- --“ Linſenſtroh«»+»'»=%<:7-- -- Widenſtroh«-»=%55-- | Hirſeſtroßh«+++= 0%> FEE -“ Gerſtenſtroh.« Ops SITE 207 -“- Haferſtroh+-- Or 4 8105 4-7 -- Maisſfirolh++,»= 007 7 8„a Weißenſtroſ'. 3 4= 106592. imm 1|== Roggenſtroh- Oui 13 imme Mengkornſtroh- Or:-- Runkeln, die Blätter ungerechnet+»++>= 9,29 Runkeln, das Kraut mit in Anſchlag ge- bracht+ 9 2+= --- Möhren--»*>= 798 -- Paſtinaken»-+*= 0%g9 19 Rüben.-.-*?*.= 0; ae=-» Kohlrüben, das Kraut unaerechnet= 055=> w.e detto da3 Kraut mit in Anſchlag gebracht.=%,45>> l | x City. Kopfkohl 6 5++= 0/15 Cit. Wieſenheu = Kartoffeln-+»»»= 0/55-- 1 Meßen Weißen.«+= 24 Ctr. Wieſenheu ==.„Roggen»«,(6..,9==?---- 8/ Mengkorn. ii. 45...== ,2.4,1..77. =“ große Sommergerſte= 15=-. KE| Fleine Sommexrgerſtt==,4 E17 Bm„ABintergerſte+ 94.+= 481.077-- EE 1 Oufe....: wn 2-- BE SN Dd Did<< IEU CTO DTP Ene Er Hinſe cem Mer Zun= -- Heideforn== 48„=, --- Hülſenfrüchte ver» ſchiedener Art im Durchſchnitt«+»= 235>-- == Fartoffeln==" Opi=> S. 09+ Nach dieſem Maaßſtabe nun wird ein Jeder, der nur der gewöhnlichſten Rechnungsarten kundig iſt, mit leichter Mühe berechnen können, in welchem Ver- hältniſſe die verſchiedenſten Quantitäten der hier her- gezählten mannigfaltigen Futtergattungen in Hinſicht ihrer reſpektiven Nahrungskraft gegen einander ſtehen. Denn wer ſieht z. B- im erſten Augenbli>e nicht ein, daß das Erbſen- und Wienſtroh, ſo ſehr es auch von Vielen mit Recht als Viehfutter empfohlen wird, do< nur die Hälfte deſſen bey der Fütterung des Vie- hes leiſten könne, was wir von gutem Wieſenheue bey gleichem Gewichte zu erwarten haben? Oder wem 4 56 leuchtet es nicht augenbli>lich ein, daß 1 Meßen Mais. einen Ctr. Runkeln faſt zwölfmal, einen Ctr. Kopf- Fohl aber ſogar vierzehnmal an Nahrungskraft über- treffe? u. ſ. w. Um jedoch meinen werthen Leſern die Sache noch mehr zu erleichtern, und ihnen gleichſam einen ſchon fertigen Schlüſſel zur Futterberechnung in die Hände zu liefern, nahm ich mir die Mühe bepgefüg- te Tabelle auszuarbeiten/ in welcher ſämmtliche Füt- terungsmaterialien in Hinſicht ihrer reſpektiven Nah- rungskraft nicht nur mit dem Heue, als dem gewöhn- lichſten Viehfutter, ſondern auch unter ſich ſelbſt ver- glichen erſcheinen. J< gebrauchte dabey die Decimal- brüche, deren Kenntniß ich, wie ſchon-in der Vor- rede erinnert worden, ohnehin bey meinen Leſern vor- ausſeße, weil nur dadurch mit Vermeidung mancher Schwierigkeit, die großte Genauigkeit zu erreichen iſt Bey hieſigen Centnern hat beſonders die Decimalrech- nung das Gute, daß ein Hunderttheil eines Ctr's ge- rade 116 iſt, z. B- 2,,. Ctr.=2 Etr. 55 1b; 0,,, Ctr. d. i. 225 Ctr.=oder 37 Ib- u. ſ- w- Aus dieſer Ur- ſache ließ ich überall Hunderctheile, wo im auch Zehn- theile hätte ſeßen konnen. Bey Metzen verhält ſich die Sache zwar anders, indem ein hieſiger Preßburger Metßen in 2 halbe, oder 4 Viertel, o. 8 Achtel, o- 16 Maßl(Halbachtel) o. circa 36 hieſige Maaß eingetheilt wird. Allein, wollte ich nicht unnüß Schwie- rigkeiten verurſachen, ſo mußte ich auch hier bey den Decimalbrüchen, und zwar bey den Hunderttheilen bleiben, nach welchen jeder Landwirth ſich mit leich- ter Mühe in Praxi zu richten wiſſen wird. 1.8 05%:= Hat z- B. Jemand ſeine“ Schaafe ſeit einiger Zeit (verſteht ſich nebſt anderm, beſſerm und nahrhaſterm Futter) zum Theil mit Weigenſtroh geſüttert, und wollte ihnen nun ſtatt dieſem Wienſirohy reichen, ſo ſuche er linker Hand die wagerechte Colone Weiten? ſtroh, und oben die ſenkrechte Colonne Widenſtroh auf, und der Punkt, wo ſich dieſe beyden Colonnen kreußen, wird ihm alsbald zeigen, daß er ſtatt jedem Ctr. Weigenſtrohes 0,,, Ctr- oder 40 Ib Wienſtro- hes zu füttern habe, um ſeinen Schaaſen dadurch die nämliche Nahrung zu geben. u. ſ- w. VE ma pvirt el Von der Beſtimmung der Ausſaat der ver? ſchiedenen Akerfrüchte. 6. 70. Daß Derjenige, der ſich mit der Organiſation und Verwaltung eines Landguts befaſſen will, der Productionslehre ſämmtlicher Landwirthſchaft, beſon» ders aber des AFerbaues und der Viehzucht vollkom- men kundig ſeyn müſſe, verſteht ſich wohl von ſelbſt. Denn wie ſollte irgend Jemand eine Sache ihrem leß- ten und endlichen Zwe&e mit Gelingen zuſühren kön» nen, wenn er ſich dieſelbe nicht zuvor nach allen ih- ren Eigenheiten und im möglichſten Detail genau be- kannt gemacht kat? Fndeſſen giebt es doch immer einige Lehren in der landwirthſchaſtlichen Productionslehre, welche ein =“ 03= Landguts- Verwalter ganz vorzugöweiſe vor andern wiſſen muß, wenn er ſeinem Amte mit Glüe vorſte- hen ſoll, und welche daher meines Erachtens, gleich Lehnſätßen auf die landwirthſchaſtliche Ökonomie, von welcher wir hier handeln, zu überragen ſind- Eine ſolche Lehr& iſt, eine vollſtändige und ge- naue Kenntniß von der Quantität des Saamens, wel- = O S-]-S dR es DO= ee....s.--==e7; do=8=>.== Mary) AED; Gs beu]-=> Ge Ge- 7== |S(WS|€| 21 SE| SE(SS Z| ES|S SIND| SB(SEBI(= SZS| S|/S1ZUS|/*1|Q Z| S>(S 20x 19 NN(20 P2I=| S== net< PIE SE xS== Es=== 2 S== 2 25 Ss 4===.-: es:= ZI S6 JSSE|E R SB SPES ISE ESE(BIE IM/ DS 21.2 S Z==S ZGZ:=|Qi( 2 S4. 2 14m == S dad..r*.. I. vu.|: vx 2 2<|>> Ge>12[0 E=3.- 2(=) es<= S2> 3 SB„=S 77% S= ==|SZ| Z 7<|==| 2 S= SE USS 2 2. St 7 DO= Z =.-. EN-* ET= S 2 EID.-= SS 5175=(ua.€- D Z S1 1: <> 2-;=> > ED Z S SE ='or ja:< [27]%Z 7 ET&S> R Es 2== S Z eb u OD var S| Z 8 » es 2 EN>= ..*; 4 D 2 S 2>-= & van] Kg 4 e n Anmmpnnmwweng m mmnuomeemenee nennen TO Wieſenheu= Wieſeugrummet Klee- Luzerne- Eſparcette- u- Wi>enheu= | | Spergelheu | Muharheu | Grünes Gras Grüner Klee/Luzerne/Eſparcette, u- Wien 1,566; 0533 j 0,55| O,;7 2520| O5 44 (SAE 0,547; O,63 2540 0,52. 0368 2 0550 0544 Grüner Spergel>= Spergeiſtroh 2 Heidekornuſtroh== Muharſtroh|= Erbſeuſtroh- Bohnenſtroh ED Linſenſtroh= Wickenſtroh-= | Hirſejtroh Gerſtenftroh= Haferſtroh= Mais- oder Kukurubßſtroh= Weißenſtroh= NRoagenttroh= Mengkorn- oder Halbfruchtſtroh Rankeln Möhren |] | Daäßtinaken= üben= Kohlrüben= Fopfkohl(Häupelkraut) | 0,556 ow 0,43 0,57 0,53 0,571 Oo O.11' 0,14 0,99 0,13 0,12' 0,16 0,43 O957 | 0,15 O,21 mwg j Q,17 0,23 nn EN | 0,1 j O,28 O,i1| O,14 | 0,29 0,38 ij 1] 1 ! O,21/ 0,283 0,17 0,23 O,21' 0,28 0,14 0,19 OQz3r1 O;314 mmmmemaung 0509 Ou 0,07 OQO, 10 wmpuunzg 0,903; O. 10 0,15, 0,97 | O4! 0508| O,59| O1 |; Kartojjeln;= Weißen j= Roggen= Mengkorn(Haldöfrucht)= || Große Sommergerſte= Kleine Sommer- und Wintergerſte Hafer€ | Mais(Kukurus) | Hirſe | 1]"57 Heidekorn= Hülſenfrüchte 1,50 2,10 | Kartoffeln 0,56 0.146 0,22 0,15 0525 0,08 Ou OQO, 11 0,15 2.) Ol 1 1,550 7 15:6 2 2550 9. 255- 2,50 1,53| 1535 2562 T 535 3 1 oil 06% 0,30| 1| 0,351 1526| 1560| 2 D 2540„930 97 ge 704 2 12,- 2 005 4 756 By 3 IE Eau 9 2708(5.9401,| 09931 907 1 2508 1.1208?: 1,32| 0550| 0566| O532| O,66| I| 1532| 1,65(A968| T562 a EI| I 206 En IE 1. 0550| OM 0,:400,-5 M 1,25 15:0 DI E55 0,66| 0562 ESL. 0,92| I9:,;0| 02,50 0650 O5 0, 4+ Obs 0,30 1 E20." 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Dieſer allgemeine Grundſaß iſt zwar hinlänglich, um uns bey der Beſtellung unſers A>Fers überall orientiren- und vor Mißgriffen verwahren zu können. Fndeſſen müſſen wir doch auch nach Maaß oder Ge- wicht wiſſen, wie viel von jedem Saamen, je nach den verſchiedenen Umſtänden der Localität und der Be- ſtellung unſerm Aer gegeben werden müſſe, und welches dabey als das Minimum, welches als das Maximum, welches als das Durchſchnitts- Quantum anzuſehen ſey. -“ 90-=- Als einen ſolchen allgemeinen in der Natur der Sache ſelbſt gegründeten Maaßſtab(Cynoſur) glau- be ich nun onnehmen zu können, daß auf ein hieſi- Ges Jo)==21200) 1147 folgende Saamenquantitäten erforderlich ſeyen: als Min. als Max- im Durchſchn. Bom Winterweizen 33 Meß. 5 M.*) 2 M. -- Sommerweißen 1x= 2%k=- 2- =-„Spelz( inden Spelzen.) ZEN mel I WEISS 38-- =" do.(ohneSpelzen) BV|=(28= 13=- == gewöhnlicher Win- terroggen 1=="28= PF) 9 IE= =. Staudenroggen 3= 18= 14-- --“ Sommerroggen 135= 25= 1:= -- Mengkorn(Halbe- frucht) 134= 23=- 13-- *) Wenn die Beſtellung des Winterweißens, ſo wie dieß immer geſchehen ſollte, ſpäteſtens bis halben Oktober ſtatt hat, ſo iſt auc) nie mehr als höchſtens 2 M. Saamen auf das Joh nöthig, verſpätet man ſich aber, und will dennoch der Natur zum Troße Weißen bauen, ſo werden wohl mehs- rentheils 23, ja bey ſehr großer Verſpätung wohl gar 3 Me- ben Saamen pr. Joh erforderlich ſeyn, um den Mangel des Beſtokens dur< die Menge des Saamens zu de>ken, *x) Yom Noggen ſind in der Regel wohl ſelten über 1x M. Sammen pr. Joch nöthig, bey ſehr großer Armuth des Ackers jedoch, ſo wie bey ſehr großer Verſpätung der Beſtel- lung, muß dieſe Quantität allerdings verhältnißmäßig ſteigen, ſo daß- das Maximum zu 24 M- pr. Joch gar nicht zu hoh angenommen iſt. -- 91- als Min. als Max. im Durchſchn. Von gr. Sommergerſte 15 M, 23 M 2 M «SE."Sommergerſt,-2'= 3=- 24-- =- Wintergerſte 14>= 38.-- ZIE => Hafer 2 A HE) 24 Von Mais(Kufkurutz) a) beym Grübeln GE x 22 84€ b)noa< dem Pflüge 4=" 35=(42 c) breitwürfig EE Sim GE EM Hirſe+= X=== 55= -=- Heidekorn M 1 Hamas ML -- Pferdebohnen a) bey der Rei- henſaat 14.-= 2- SEE DIE bVEeHWÜENG. 2,24=. 3 zur 23-- -=- Fiſolen(Phaſeolen) a) beym Grübeln 5= zx 24.130 5 b) nach d. Pfluge 4= 34= 7% EN Erbſen 14= 2= 12.02 0: Linſen 14= 1z:= 12024 - Wien E40 3 MRTG ds GUN EIE -- Klee te) bb 12) 15 10 Ib *) Obgleich in der Regel, und bep gewöhnlichen Um- ſtänden 5 Metzen ſo ziemlich das Höchſte ſeyn dürfte, was wir vom Hafer auf ein Joch AFerlandes anzubauen pflegen, ſo giebt es doh bisweilen ſolche Verhältniſſe, unter dene wohl noh eine größere Quantität Saamens nöthig iſt. Dagl- ſind eine ſehr verſpätete Beſtellung, ein ſehr ſchlechtes armes Feld, u. m- a. Vier Meßen als Maximum wird daher keie nem praktiſchen Landwirthe zu viel ſcheinen können- -“ 92= al3 Min« als Max. in Durchſchn. Von Luzerne 10/765::15 Ib 12 6*) =--- Eſparcette 5 Met. 4 M. 33 M. -- Muhar(Futterhirſe) x=+== 2M --“ Spergel 6 IB. 10 IP 8 Hb Von Kartoffeln a) im Quadrat 3 Met. 12 M. 10 M. b) in Reihen 10-== 80=-- 20=-*)* = Möhren 3 Jb 5- 4 H: -- Paſtinaken a) nach Maaß+ M F+ M. 3, M. b) na; Gewiht 5 Hb 7 Ib 6 IB x) Die hier angegebene Quantität des Klee- und Luzerne? Saamens iſt allerdings hinlänglich, wenn ſowohl der Saame vollkommen gut, als ver Acker tauglich und gehörig vorberei- tet iſt. Sind aber dieſe Sämereyen nur im Geringſten feh? lerhaft, welches beſonders, wenn ſie von Außen zugekauft roerden, ſehr leicht geſchehen kann, oder wird in der Zuberei- tung des Feldes auc< nur das Mindeſte verſäumt, ſo iſt gleich verhältnißmäßig an Saamen zuzuſeßen« Fa bey re As 2 8 TT 6-=- e) zu beyden zugleih 1 2= 24= 2=-*) -- Lein 1X zam„DE= 2= -- Senf Mere 3.7=> -=-- Wau 10 IB 15 6 12 IB = Waid SUM eG 02 M6 u IMs -=- Karden I-- x= De= %) Das vortheilhafteſte für den Producenten iſt auf jeden Fall den Hanf ſo zu bauen, daß er ſowohl quten Baſt, als qu» ten Saamen in größter Menge erhalten» Hat man jedo bis- weileuy Urſache auf den einen oder den andern Verzicht zu lei- ſten, ſo ſind allerdings die Angaben sup a) et b) zu empfeh- len. Nur verlange man in erſteren Falle keinen Baſt, und in leßterem keinen Saamen von Bedeutung und Volkommens Heit. VI.& 4 p ite l. Bon dem zu erwartenden Ertrage der verſchie- denen Ackergewächſe. CG. 73. Gleichwie e8 zur richtigen Anordnung und Ver- waltung der Feldwirthſchaft höchſt nothig iſt, die Ausſaat für jede gegebene Lage und jede Area gründ- lich beſtimmen zu können, ſo iſt es unter verſchiede=' nen Verhältniſſen nicht minder nothig zu wiſſen, wie viel man denn von dem der Erde anvertrauten Saa- men auch Production zu hoffen habe, und wie ſich dieſe Production der verſchiedenen Feldgewächſe ent» weder nach Maaß, oder nach Gewicht, oder auch wohl nach beyden zugleich, gegen einander verhalte. Wenn e3 aber ſchon ſchwer iſt, den zur Ausſaat benöthigten Saamen für jede gegebene Fläche mit Ge- nauigkeit zu beſtimmen, ſo iſt es ſicher noch ſchwerer die Quantität der Production, die wir erſt noch zu hof- fen haben, und die, da ſie durch ſo verſchiedene Um- ſtände bedingt wird, in's Unendliche varixen kann, auch nur mit einiger Genauigkeit angeben zu können« Fndeſſen hat uns doch eine wohlverſtandene, d. i. nicht aus der Luft gegriffene, und aus hypothetiſchem Hirngeſpinnſte zuſammen gefli&te, ſondern von der Praxis ſelbſt abſtrahirte landwirthſchaftliche Theorie auch hierüber ſchon längſt ſo viele Belehrung gege- ben, daß wir zwar nicht mit mathematiſcher Gewiß- heit und Genauigkeit, wohl aber mit größter Wahr- emen mennmmmrnEE== 09 ſcheinlichkeit und moraliſcher Gewißheit auch hierin ohne Jrrung Etwa3 annehmen können, ſo bald wir, nur vorher genaue Rüſicht auf die Umſtände genom- men haben, unter welchen, ſo wie auf die Art und Weiſe, wie gewirthſchaftet wird« S. 74 Wir nehmen daher dieſen zu hoffenden Ertrag der ver- ſchiedenen AFergewächſe unter der Vorausſezung, daß der Boden für jede Pflanze vollkommen tauglich und ihrer Natur angemeſſen iſt, und daß in der Cultur nicht das Geringſte verabſaäumt wird, kurz die Wit- terung allein, die nicht in unſerer Macht ſteht, abge- rechnet)„unter Vorausſeßung lauter günſtiger Um- ſtände, im Durchſchnitt der Jahre, und in unſerm Klima folgender Maßen an: Winterweißen++-=an Korn 15 Meßen pr. Joch Sommerweizen-«- 4, 10101== Es Winterroggen«+»+--. 17= WE Sommerroggen»- 1-19: 1(87). A30 *) Den Ertrag des Sommerweißens und Sommerroggens getraue ich mir im Durchſchnitts- Maximum auf keinen Fall höher, als den des erſtern zu 10, und den des leßtern zu 6] Meten pr. Joc< anzunehmen, weil dieſe Früchte in unſerm- Klima ſehr unſicher ſind. Aus der nämlihen Urſache nehme ich den Ertrag der Hirſe und des Heidekorns nicht höher, als erſtern zu 20, und lettern zu 12 M. vr. Joch an, obgleich dies ſe Früchte bisweilen einen enormen Ertrag zu geben vermö- gen. Den Ertrag der Erbſen aber getraue iH mir vollends nicht über 8 M. pr. Jo< anzuſeßen, weil dieſe in unſernz Slima in Hinſicht des Korns mehrentheils mißrathen. Mengkorn(Halbfrucht) an Korn 138 Meß. pr. Joch Große Sommergerſte«---"“ 18= u Kleine Sommergerſte»« EEE DED 15 Di 0 Bn Wintergerſte«+»+»---- 20=- Hafer+= 2 00008-- 24= LIEF Mais(Kufuruß)--+-<< 130==.. SJ 7 Malt(eS INES.. 20-=-- Heidekorn»«-»++= 12.=- Pferdebohnen Z)ABFeitWILNg Geſuc= LE EE I b) gedrillt««»«- 24=== Ziſolen(Phaſeolen) M a ES= 1 7 GLVſeNM od 0 2 ie dee-- 8=-- Feiiiſe-uu 0 ieis 9 8- 12-»-= Wien»- 3) an Saamen 18= 1m b) an Heu 40 Cir= Klee:»= 2) an Saamen Pz 9= b) an Heu DO 119 2201.10:(00 €) an Grünfutter- 3001=="<= Luzerne-» 3) an Saamen 20 09-2109 65 b) an Heu 00== vir e) an Grünfutter 600= 2 Eſparcette» 3) an Saamen z) nach Maaß 15 Metzen= 2) nach Gewicht Em CH 45 777 b) an Heu 131, NNRÄUE ZEN Di ARE €) an Grünfutter 250=*)> Futter? x) Wenn wir hier von dem Maximum der Production des Klees, der Luzerne und der Eſparcette ſprechen, ſo ver» ſteht fich von ſelbſt, daß nur von denjenigen Jahren die Rede | Futterhirſe(Muhar): : a) an Saamen 15 Meß..pr. Joch pb) an Heu 30 Ct,== Spergel.« 23) an Saametn 4- wee b) an Heu 10=-- ce) an Grünfutter(NO EE 5 Kartoffeln- a) nach Maaß 200 Meßen= b) nach Gewicht 160 Cir== Mohren.- 3) als Hauptfru<ßt 250== b) als zweyte Frucht 60== ih EEN AOLINARGUT 15. 202 Dat 097 1.4.7.0." jar. Sem 200,4:(ez 29 SN IENEL UNN ie 9 100 5 a8 6 0 804.000.<= am. Müben--- 4) als HauptſrUcht? 200,--..=» B)Hals zweyte SrÜOL 50==""> Kohlrüben(gemeine ſowohl als ſchwediſche, oder No- | tabaga) 250:"44 Ex : Kopfkohl(Häupelkraut) ue med ZB ) Naps und Rübſen, an Saamen | a) nach Maaß 2,05... 222227 | b) nach Gewicht 16 Cti«== ] Mohn-. a) nach Maaß 16 M.== | b) nach Gewicht 12 Cit.== DE"Ohlrctfiavankemumen.. 4......127 M. 2 | Dotter,-. EEE EEN PREN ſeyn Fönne, in welchen ſie auh einen ſolchen Ertrag zu geben ' vermögen. Dieſe ſind, wie bewußt, beym Klee bloß das 2-te | Jahr, und bey der Luzerne und Eparcette das Zote und 4-te und die nächſtfolgenden Jahre, bis etwa in'das 8-te 107-te oder 12:te, da ſich denn der Ertrag wieder vermindert. Oek, der Landw. 2 Th. E Hanf..- a) an Saamen 15 M.*) pr-Joch b) an Baſt 5 Etr.= Lein(Flachs) a) an Saamen 87. 2 b) an Baſt SE OTT Tabak, an Blättern "1 a) in der Haupterinte 20== 05 b) in der Nachernte**) 4= Genf. ale. 21 9015 enig is 118 MS MD II Simmel 4 ele le dle EI SNHEIE 1E= Reuchel ee 015. 0008.60 MM m OUTS. HEN 1. 18 1101 De IIe ARD IE in-- Schwarzkümmel(Nigelle)«-» 10 M= Safran, an Blüthe, in 5 Jahren etwa 40 165 pr Joh, mithin im *) Dieſe Saamenquantität gewinnt man aber auch bey beſter Cultur nur dann, wenn man den Hanf nicht zu dicht fäet, So bald man das Maaß von etwa 2 Meßen Ausſaat pr. Joh merklich überſchreitet, wird man immer in dem Ver- hältniſſe weniger Saamen ernten, und dieſer wird au< in eben dem Verhältniſſe von ſchlechterer Qualität ſeyn» Dieje» nigen, die bloß um feinen Baſt zu erhalten, ſehr dicht ſäen, müſſen daher immer friſchen Saamen zukaufen, **) In jedem mildern Klima kann man dem Tabak, wenn anders nicht Wintergetreide darauf folgen ſoll, noH ei- ne Nachernte abgewinnen, die in manchen Jahren bey renetem Färbema- terial ZENNICH ENES 13.0 Krapp, an getro>neten und gepül- verten Wurzeln als Färbema» terial, im 3-ten Jahre etwa 30 Ctr. pr. Joch/ und ſomit im Durchſchnitt der Plantage und DAD SICH BE 1987 Dere! 5.2.2008 4 10---. Kardendiſteln, ewa,-». 50000 Stü>-- Hopfen, an Blüthe, als bekann- [ED SHEPWIÜNIEN:? Jau 160 125,8 15 Ctr.= 0178: Das, was wir hier als Ertrag der verſchiedenen Aergewächſe angeführt haben, iſt aber nur als die- jenige Production zu verſtehen, welche bey der ſorg» fältigſten und vollkommenſten Cultur, und bey volli- ger Tauglichkeit des Bodens für jedes Gewächs, im Durchſchnitt der Jahre, in unſerm und jedem ähnli» kſal, daß nur dieſes Durchſchnitts- Medium in unſerm Vaterlande, bey unſerm günſtigen Klima, und unſerm geſegneten Boden, überall erreicht würde! Leider ſtoßt man mit Widerwillen nicht ſelten auf Wirthſchaften- bey de- nen, unter gar nicht ungünſtigen Verhältniſſen, kaum über 3 de3 von uns angeführten Ertrages, alſo von Weißen etwa»+--+ 5 Meten pr. Joch -- Roogn>»-» Ei Gafer ESC Si EUER AS:=m 1 1..08 00)«MORTEN U. f. w. mit Sicherheit angenommen werden kann- Und dieß nenne ich das Durchſchnitts- Minimum des Ertrages. Denn, noch weniger unter|ſo günſti- gen Flimatiſchen und ortlichen Umſtänden, wie die unſrigen ſind, im Durchſchnitte zu erzeugen, ſcheint mir eine vollige Unmöglichkeit zu ſeyn, ZU Sdp ldi Von der Production des Strohes, und von der Methode daſſelbe zn berechnen. S. 70. Daß der Ertrag des Strohes ſo wenig als der Ertrag des Getreides alle Jahre gleich iſt, ſondern daß er vielmehr ſammt dieſem, je nach der verſchie- denen Jahreswitterung verſchiedentlich varirt, weiß Jeder,'der ſim auch nur einige Zeit mit der Land? wirthſchaft beſchäſtiget hat. Aber auch ſelbſt das Verhältniß zwiſchen dem Korne und dem Etrohe, das zwar allerdings ſeine Nichtigkeit hat, iſt nicht alle Jahre ſo unveränderlich, daß man von dem einen auf das andere mit mathematiſcher Gewißheit ſchiie- ßen könnte, Wer daher mit völliger Genauigkeit den Vorrath ſeines Strohes erforſchen will, muß dieß immer bey jeder Gattung von Cerealien durch einen beſondern Probedruſch bewerkſtelligen 7 von welchem er mit leichter Mühe und mit größter Genauigfeit auf ſein ganzes Strohquantum ſchließen kann. Nehmen wir z. B+ an, ein Probedruſch gebe 10. Meßen Weit» zen und 3 Ctr. Stroh; ſämmtlicher Weißen aber von gleicher Qualität in Korn und Stroh, liefere nach geendigtem Druſche gerade 1000 Metzen an Korn, ſo wird man durch die bloße einfache Proportion 10: 1000= 8: y in einem Augenbli>e berechnen können, daß das ſämmtliche Weigenſtroh, aus welchem, dieſe 1000 M. Weißen ausgedroſchen worden, 600 Ctr. wiegen müſſe, und dieß wird-- wenn anders beym Probedruſche und bey der Meſſung keine Unrichtigfeit vorgegangen=- ſo genau zutreffen, als wenn man mit unendlicher Mühe das ganze Strohquantum abgewo- gen hätte, Y... 0718 Da aber eine ſo außerordentlich und beynahe ma- thematiſch- genaue Kenntniß der Quantität) unſers Strohes theil3 nicht immer nothig, und theils auch nicht immer möglich iſt, indem wir nicht ſelten un- ſern zu erwarienden Strohvorrath ſchon lange vor der Ernte zu berechnen haben, ſo daß alſo der Probe- druſch gar nicht vorgenommen werden kann; und' da ferner das Verhältniß zwiſchen dem Korne und dem Strohe, obgleich nichts weniger als völlig unverän- derlich, do< im Durchſchnitt der Jahre=- wenig» ſtens bey den gewöhnlichſten Getreidegattungen=- ſo ziemlich beſtändig zu ſeyn pfleget, ſo wird es wohl in den allermeiſten Fällen hinlänglich ſeyn, wenn wir das, was. uns die berühmten landwirthſchaftlichen Forſcher Meyer und Thaer über das Verhältniß des Kornes zum Strohe gelehrt haben, als Schlüſſel unſerer Strohberechnung annehmen. E3 verhält ſich demnach das Korn zum Strohe beim Weiten wie 48 bis 52 zu 100 beym Roggen= 53= 42: 100 bey der Gerſte= 62= 64? 100 beym Hafer= 60= 62: 1200 oder, welches etwas kürzer ausgedrüt auf das Näm- liche hinausläuft, beym Weizen« wie 50: 100 beym Roggen--» 40: 100 bey Gerſte und Hafer=- 60: 200 ſo, daß ſolglich nach jeden 50 Jb Weiten oder 40=- Noggen oder 60=- Gerſte oder Hafer 1 Ctr. Stroh zu erwarten ſteht. Da wir nun oben im 1V. Kapitel angenommen haben, daß im Durchſchnitt 1 Meßen Weiten 99 Hb --“ Roggen 80= --“ gr. Sommergerſie 68== ==. Fleine do- 60-- - wWintergerſte 60-- -=- Hafer 48.-- wiege, ſo können wir auch mit größter Wahrſchein» lichkeit annehmen, daß wir nach jedem Metzen Weißen E 1,85 Ctr. ---) 3 Roggett>. ,-» 2- --“ großer Sommergerſte 1,33= == Fleiner do. 1-- GEE SILAGE IR H HINEIN 3AA 50 -- 104== Meßtzen Wintergerſte 1 Ctr. ae Hafer. O,;r0o=> Strohes wirklich zu erhalten Haber, X) Und da wir im vorigen Kapitel ſahen, daß bey uns der Weißen+ 5188 15 MEe6e der Roggen 2. 17-- die große Sommergerſte 135= die kleine DVS 12; 14= die Wintergerſte.. ß 20==» der Hafer 7; 24== Korn im Durchſchnitts- Maximum per Joch geben kön» ne; ſo kann man auch eben ſo annehmen, daß man in demſelben Durchſchnitts- Maximum**) von jedem Joche 27 Ctr. Weitßenſtroh oder 34-- Roggenſtroh = 20=- Gerſtſtroh von der'großen Sommergerſte = 14= do. von der kleinen Sommergerſte = 20= Wintergerſienſtroh = 19=-Haferſtroh mit größter Wahrſcheinlichkeit: zu erwarten. habe, *) Hier ſind jedoch außer dem langen Strohe auch Ueber- Lehr, Spreue, und alle kleinern Strohtheile, kurz Alles zu verſtehen, was nac< ausgedroſhenem Korne übrig bleibt, ſo wie auch ein verſtändiger Landwirth alles dieſes beſtens zu be- nuten nie unterlaſſen wird. **) Im Dur<ſer oder in Weiden umwandeln wird, indem ſchlehte Wieſengründe eben ſo verderblich für den Land- wirth ſind, wie er gute Wieſen=- was ay< immer einige Nettere dagegen ſagen mögen-- als ſeine ſhäßbarſten Gründe zu betrachten hat. d= 107-- Im großen Durchſchnitt nehmen wir alſo die Heuproduction der Wieſen folgendermaßen an? 1-te Klaſſe zu 35 Ctr. Heu pr. Joch 20 el 245) ARD 1. ae BA Hr LI<< IN LIOR 18m-- wornac) wir uns in dieſem ganzen Werke richten werden. Hätte Jemand Urſache die Wieſen in mehrere Klaſſen einzutheilen, ſo könnten folgende Klaſſifica- tionen angenommen werden: 1. Kl. zu 36 Ctr.[- Kl. zu 35 Cir,|1. Kl. zu 36 Etr. 2,== 30=|2-== 90--|%.-- 32= BE Re NES 0127 28 Gz I mier 4 E de BENT NE wl 41200(SE<< 24= EE BENS LE HES)= dimm 2018 165> Gu Bde ide 10: mm VIO<> ] eie= 02-=- 8.-= 8= I< glaube jedoch, daß eine ſolche und jede ähnli- ern vollig hinreichend ſind- S- 80- Wenn es ſchon ſchwer iſt den Ertrag der Wie- fen zu beſtimmen, ſo muß es wohl no< unendlich ſchwieriger ſeyn, über den Ertrag der Weiden ein richtiges Urtheil zu fällen, um ſie demnach mit den Si>ern und Wieſen vergleichen zu können- Denn nicht nur daß die Weiden eben ſo wie die Wieſen nach -- 10838== ihren verſchiedenen klimatiſchen und örtlichen Umſtän? den ins Unendliche verſchieden ſind, ſo wird auch das Futter, welches ſie produciren„nicht vom Grunde ab- gebracht, um abgewogen und darnach berechnet werden zu können. E38 bleibt alſo hier nichts übrig, als un- ſer Urtheil nach der Anzahl und Qualität des Viehes zu beſtimmen, welches eine Weide hinlänglich, und bis zur Sättigung zu ernähren im Stande iſt., Dieß nun zum Maaßſtabe genommen, theilen wir ſämmtliche Weiden in folgende drey Klaſſen ein: Zur erſten Klaſſe rechnen wir jene, deren jedes Joch fähig iſt eine Kuh oder einen Ochſen mittlerer Grö- ße, oder 10 Frauswollige Schaafe, den ganzen Som»- mer über, vollfommen und bis zur Sättigung zu er- nähren, Zur zweyten Klaſſe jene, deren zwey Joche erforderlich ſind„um beſagtes Vieh, während erwähn- ter Zeit hinlänglich ernähren zu können- Zur dritten endlich jene, deren vier Joche erfordert werden, um einen gleichen Efſect der Viehfütterung hervorzubringen- Damit nun aber ein ſolcher Effect einer vollſtän» digen Ernährung des Viehe8 durch die Weide wirklich erlangt werde, iſt es nothig, daß dieſe demſelben eben ſo viele Nahrung an Graſe gewähre, als es während der Zeit an Heu oder einem andern Nah- rungsmittel verzehrt haben würde; und da eine Kuh oder ein Ochs mittlerer Größe, oder= welches auf das Nämliche hinausläuft= 10 Stü> krauswo lige Schaafe zu voller Sättigung täglich wenigſtens 15 16 Heu oder Äquivalent bedürfen, und dieſe Quantität auch die ganze Weidezeit über, wenn ſie zu Hauſe genährt werden ſollten, täglich benöthigten, ſo macht --- 109 weaa dieß für die ganze Sommerweidezeit(die wir hier.im Durchſchnitte zu 8 Monathen und etwas darüber, oder zu 180 und etlichen Tagen*) annehmen) eirca 268 Cir. Heu aus. Dieſemnach läßt ſich die thieriſche Nahrungspro- duction unſerer drev Weideklaſſen folgendermaaßen annehmen: 1-te Klaſſe= 28 Ctr. Heu 2.te-- Eu HEES RIOT Ee au Zote zt(=;(iD nn RE) nach welchem Maaßſtabe wir auch ſämmtliche Weiden in Hinſicht ihres Ertrages an animaliſcher Nahrungs» production mit den übrigen Grundſtü>en vergleichen werden. *) Das Rindvieh wird wohl ſelten über 5 Monathe oder höchſtens 160=- 170 Tage ſeine volle Nahrung auf der Wei- de finden, dagegen die Schaafe ſehr oft wohl über 200 Tage lang vollkommen auf der Weide gefättigt werden. Aus die? ſem Grunde nahm ich hier im Durchſchnitte etwas über 6 Mo- nathe oder 130 Tage am, x*) Von Weiden, die ſo elend ſind, daß ſie nicht ein- mal in unſere 3-te Klaſſe aufgenommen zu werden verdienen, rede ich hier=- obgleich ſie leider häufig genug angetroffen werden=- aus dem Grunde vorſäßlich nicht, weil ic voraus- ſee, daß kein vernünftiger Landwirth== wenn es anders in ſeiner Mat ſteht= eini, ſo unnüßes Grundſtük dulden, ſondern daſſelbe entweder, wenn es angeht, als Weide melio- riren, oder je nah ſeinen Umſtänden und Bedürfniſſen, ents weder in Aer- oder Forſtland umwandeln wird. -- 110-=- IX. Kapitel. Von dem Verhältniſſe gleicher und verſchiede- ner, mit verſchiedenea Gewächſen beſtellter Flächen, in Hinſicht auf thieriſ-- 89- E ſparcette,;,an Heu 45 Cir.= 5% 1:-»-- 50. Widen, an Heu APACH.==* 49,11.-. hh. Muhar, an Heu 50(Gran===TZ70 End.. 30 Spergel, an Heu 10 Ci.==" 12;:9.-- 1522 K le e, an Grünfutter 500 Ctr.= 66,,,= EN 67. “ Luzerne, an Grünfutter 600 Ctr.= 133,,,=-- 1235 Eſparcette, an Grünfutter j 2I0NEIa==" 09:2===-- 56. Spergel, an Grünfutter. 60. Cit.i= 47.8--- 174 Kartoffeln, an Knollen 3) nac Maaß 200M1| b) nach Gewicht 160 AIM 55 80 Ctr. Heu 80. Möhren, an Wurzeln a) als Hauptfrucht 250 Ctr.= 95 Ctr. Heug5. b) als Nachfruiht 60=== 22 Paſtinaken, an Wurzeln 250 Ctr.= 100 Ctr, Heu 100, 1.99, 0 0298 8* --« 110=- Productionpr. Jo< Proportionalzayl Runkeln, an Wurzeln 500 Ctr.= 60 Ctir- Heu bo. Runkeln, das Kraut mit in Anſchlag gebracht= 69 R üben, an Wurzeln a) als Hauptfrucht 200 Etr-= 387,0 Ctr- Heu 58. b) als Nachfrucht BO RERE Or52 Kohlrüben,(worunter auch die ſchwediſche oder Rotabaga) a) an bloßen Wurzeln 250 Etr.= 65"Eir. He 65. b) Die Blätter mit angeſchlagen== 1163--= 682, Kopſkohl, ay Köpfen 600 Ctr.= 100 Ctr. Heu 1200, S. 81. Hieraus iſt nun das Verhältniß ſehr leicht und faſt ohne alle Mühe zu erſehen, in welchem unſere verſchiedenen Gründe in Hinſicht auf thieriſche Nah- rung3production gegen einander ſtehen- Frägt Jemand z- B- wie ſich aus dieſem Geſichts- punkte ein NRoggenaer zu einem Kartoffelfeld verhal- te, ſo antworte ich augenbli&lich, er verhält ſich wie ho: 30, oder, wo es, wie hier, angeht] in klein- ſter Zahl ausgedrüFt, wie 1:2. d. i. ein Kartoffel- Aer iſt bey gleicher Größe, und unter gleich günſti- gen Umſtänden, das doppelte an thieriſcher Nahrung --= 65, e-.. 10. hervorzubringen fähig, was uns ein Roggenſeld zu liefern vermag, und 1 Joch Kartofſeln iſt daher im- mer 2 Joch Roggen werth, ſo bald nicht von ver- käuflicher Waare, ſondern bloß von Viehſvtter die Rede iſt. Frägt ſerner ein Anderer, wie ſic) in Rüſicht auf quantitative, Nahrungsproduction, die Möhren als Hauptfrucht beſtellt, zur Weide verhalten; ſo ant» worte ich: zur Weide 1-ter Kl. wie 95: 28, zur Wei- de 2ter Kl. wie'95: 14, und zur Weide öter Kl. wie 95: 73 ſo daß alſo 1 Joch Möhren in dieſer Hinſicht über 3 Joch Weideland 1-ter Klaſſe, beynahe 7 Joch Weideland 2ter Klaſſe, und gegen 14 Joch Weideland 5-ter Klaſſe werth iſt. u. ſ. w.*) *) a.) Man merke ein für allemal wohl, daß wir hier bloß von der Quantität animaliſher Nahrung, und nicht von dem reinen Gewinne an Gelde ſprechen, den eine Area, je na< der Frucht die ſie trägt,» zu geben vermag. Wir wollen daher praktiſchen Landwirthen keineswegs au< nur von ferne den Rath geben=- wie wohl heut zu Tage von Einigen, die nur am Shreibepulte Wirthſchaft treiben, lächerlich genug ge ſchieht= daß ſie ihrem Getreidebau durch übertriebene Culz tur von Futtergewächſen auch nur den geringſten Eintrag thun ſollen, obgleich die meiſten dieſer letztern an thieriſcher Nah- rungsproduction das Getreide allerdings übertreffen. Das aber, was jeder verſtändige Landwirth billig thun ſollte, iſt, dur< dieſe trefflichen Gewächſe die Conſumtion des Getreides bey der Viehfütterung möglichſt zu mäßigen, um dieß zu an- dern Zweden verwenden zu können. Hätte z. B- Jemand bisher ſeine ſämmtli Vieh von dieſem oder jenem Fut- ter zu ihrer täglichen Nahrung bedarf, um gehörig bey Geſundheit und Kräſten erhalten zu werden, wo“ bey es allein nur wahren" Nutzen abwerfen kann. Um aber hierüber etwas mit einiger Beſtimmtheit feſtſeßen zu können, kommen außer der Gattung des verſchiedenen Hausviehes, wie ſich dieß ohnehin von ſelbſt verſteht, vorzüglich noch drey Umſiände in ge- naue Betrachtung zu ziehen, nämlich a) die Größe der Race oder des Schlages b) die Arbeit, die das ſc SIS N/(NS1SPS SS](XET TRE GLS(STEU SNS S1 S1 20 ABE in ZIA|E EZSIELZEIZEN- 2.1.2 1 HM ME 15 18.“BO DID E-DU 14227 20 NN HE S0 BE 2) WIRas MRR<536) 100503 DT-m 2) 055= 4+2|02|-8S|2e|> SIS(S/S| Z| 215-AR: S1 2| Z|] 21|2|12]|||“|| ES S1 S| 5] S1 Z|(wWiHE(S1 505 . WEISS ZF E| Zl S|1 W| SiS S 2 44 DB1A1S(SS Z| Z| 8|S|Z|»2|* I EESZU 1-8- EZ NER“141.22 Z|= S|1S|1Z|S|=|2?2 X S S|I=>| 2 S|S S1 21215 1S Jung- vieh für jeden Tag gerechnet werden müſſe« Bey Schaafen und bey Schweinen dagegen neh» me ich an, daß von der Entwöhnung bis zur Vol- lendung eines halben Jahres 3- von da bis zum vol- lendeten erſten Lebensjahre etwa die Hälfte, von die- ſem bis zu völliger ZurüFlegung von 1% Jahren 3 der für das ermachſene Vieh deſſelben Schlages be- ſtimmten Futterportion, und nach dieſem Alter“ end- lich die ganze Futterportion des ausgewachſenen Vie- hes, auf jedes Stü> dieſer jungen Thiere täglich zu rechnen ſey-*) *) Gelegenheitlich habe ich hier folgende Bemerkungen zu maden? T a) Man nehme die Futterbeſtimmung für das junge hers anwachſende Vieh nicht ſo, als wenn jedesmal bis zum leß- ten Tage eines ganzen oder halben Jahres immer tagtäglich die nämliche, ganz gleiche Futterration gegeben werden, und dann mit dem erſten Tage des nächſtfolgenden ganzen oder/ halben Jahres in einem Nu auf die beträchtlich größere Por? tion überſprungen werden müßte, Ein verſtändiger Landwirth wird vielmehr hier wie überall, dem Fingerzeige der Natur folgen, und wird die Futterportionen dem jungen täglich mehr und mehr heranwachſenden Viehe auch! täglich oder do wos -- 20 Gin Pferd von ZUE enn Sitplokes bis zum vollendeten 1ten Jahre„.-=-- 7 vom 1ten bis zum 2ten Jahre.-"14 vom 2ten bis zum 3ten Jahre:.-- 21 nach vollendetem 3ten Jahre a) bey leichter Arbeit-. u-- 28 b) bey ſchwerer Arbeit.-.-- 35X) Ein Pferd von mittlerm Sch Mäh bis zum vollendeten uten Jahre.!-- 5 2) Ein verſtändiger Landwirth wird wohl ſo leiht ein Pferd vor 4 oder 5 Jahren nicht zu harter Arbeit verdammen» ſollte dieß aber denno 105 nach vollendetem 3ten Jahre a) bey“ leichter Arbeit. 4 313.= 14 b) bey harter Arbeit.>.= 20 Ein Schaaf größern Rindvieh kleinen Schlages bis zum vollendeten 1-ten Jahre 4= 300, vom 1-ten bis zum 2-ten Jahre 4.= 600» Joh[519 vom 2-ken bis zum Z3-ten Jahre.« 2= 900, nach vollendetem 3-ten Jahre a) bey der Zucht und Nugung. 1= 1200. H) Pe" der Maſtüttg 592457-..10.,.4,9== 2,00. CinStü&F Pferd von größtem S Pferd vom Mittel- ſchlage bis zum vollendeten 1-ten Jahre . 5.== 600 Vom lten bis zum 2-ten 5Cahren;«1. 1.==" 12007 vom 2-ten bis zum 3-ten Jahre,.. 181 2171800: nach vollendetem 3-ten Fahre EUMWBEHSTeichter"127. 2041.12 3.22 2400« H) Wen, Narter Arbeit„..,. WID 1.9.1205 GinStüd> Pferd von kleinſtem Schlage bis zum vollendeten 1-ten Jahre 01 10 2200 vom 1-ten bis zum 2»-ten Jahre«0,= BIOL vom 2:ten bis zum Z»-ten Jahre,. Ls: 2.210200. nach zurüFgelegtem 5-ten Jahre a) bey leichter Arbeit VLIES== 16804 H) Wen: ſchwerer) Arbeit: 1:7. maufbe= 2400. -- 132=- Jo< m Ein Stück Schaaf von grö- ßerm Schlage bis zum vollendeten+ Fahre-»*%055 69. vom x bis zum 1-ten Jahre.+*%«:== 120« vom 1-ten Jahre bis zu 13 Jahren. 0,5= 180» nach vollendeten 1; Jahren 3) bey der Zucht und Nusung= u= 20: b) bey der Maſtung«+»»* 0,4= 482 Ein Stü> Schaaſ von Flei- nerm Schlage bis zur Vollendung 5 Jahres+-- 49. von. x. bis zu 73. Jahre oa de ER 90. -- 135. von 1 bis zu 13 Jahre ei Me 7 nach zurü&gelegten 15 Fahren! a) bey der Zucht und Nußung«%,-5= 160. b) bey der Maſtung!+»»** Os== 360,*) G. 90- Cben ſo kann Jeder ſo bald er nur der eitt- fachen Proportionsregel kundig iſt, ſehr leicht berech- nen, welche Fläche von Klee, Luzerne, oder andern Futterpflanzen, bey der Stallfütterung zur Sättigung dieſes oder jenes Viehes nöthig ſey, ſo bald er ein- mal aus Erfahrung weiß, welche Area davon irgend *) Das Scweinevich führte ich hier nict an- da kein guter Landwirth demſelben die für das andere Vieh beſtimm- ten Weiden einräumen wird, wohl aber Sümpfe und Morä- ſte, oder Waldungen, die für das übrige Vieh ni Vieh wirklich geſättiget habe- Nehmen wir zum B. an, daß Jemand eine ſo üppige Luzerne habe, daß jedes Joch derſelben 4 Kühe größ» ter Nace den ganzen Sommer über hinlänglich zu ernähren fähig iſt, ſo würde ſämmtliches Vieh, wenn es bloß mit dieſer Luzerner ohne alle Weide erhalten werden ſollte, folgende Arealflächen davon nothig haben: Joch[37 Ein St. Rindvieh größten Schlages bis zum vollendeten 1-ten Jahr««» x5= 79. vom 1-ten bis zum 2-ten Jahr-«»+= 1590 KIR APEN; vom 2-ten bis zum 3-ten Jahr«..«> nach vollendetem 3-ten Jahr a) bey der Zucht und Nußng»-»- 3= 300- b) bey der Maſtung«»++» 3= 602% Ein St. Rindvieh mittlern S hlages bis zum zurüFgelegten 1-ten Jahr«»- 234= 963 vom 1-ten bis zum 2-ten Jahr«-- e%= 1123 vom 2-ten bis zum 3-ten Jahr-»- xz 4% nach vollendeten 5 Jahren a) bey der Zucht und Nugung- 45= 225. b) bep"der IMaſtung:-...2.< 5= 490. Ein St. Rindvieh EU Schlages bi3 zum vollendeten 1-ten Jahre..- 3x= 372 vom 1:ten bis zum 2-ten Jahr,.-+s 75 vom 2:ten bis zum S-ten Jahr=.-. 33= 1123 nach zurüFgelegten 3 Jahren So 1 5 a) bey der Zucht und Nußung«- 3= 150. b) bey der Maſtung+«- x= 5300 Ein Stü> Pferd gr"40 Schlages bis zum vollendeten 1-ten Jahre circa 0,5, oder 105. vom 1-ten bis zum 2-ten Jahr Circa 0;= 210 vom 2-ten bis zum 3-ten Jahr eirca 0,,;=- 319» nach vollendeten 3 Jahren 3) bey leichter Arbeit+ 7- 51/0155== 1207 b) bey ſchwerer Arbeit circa 074, 9der 529 Gin Gt, Pferd mittlern Schlages. bis zum vollendeten 1-ten Fahre"5= Pe vom 1-ten bis zum 23-ten Jahre«» 3= 150» vom 2-ten bis zum 5-ten Jahr+»- 15= 225. -nach zurü&gelegten 3 Jahren a) bey leichter Arbeit ER 1 111 ATIZZ0 20,0, b) bey harter Arbeit« circa- 0,33= 390 Ein St, Pferd kleinſten S<

+ 7E von Sobi3. zu 1 Jahre.- 65 M6 m: 135== --. von 1 bis zu 12 Jahren- nach zurüFgelegten 12 Jahren a) bey der Zucht und Nußung,- 10) DeVI Der? Miaſtung+ 0,07 Ein St. Schaaf kleinern Schlages His. zum Alter= Fahre> u Han Dis zu I Jahre. eo 24...115 von 1 bis zu 1x Jahren« nach zurüFgelegten 13 Jahren a) bey der Zucht und Nugung. BYOVEV VLL MAN, 0% e E in St. Schwein größten Schlages bis zum Alter* Jahres-.- eircä von+ bis zu 1 Jahre eirca von 1 bis 13 Jahren nach vollendeten 13x Jahren! 2).bey: der Zuc« 35= 30 voin: zb. zu 1 Jahre: 0. 0 15== 1460 von 1 bis zu 1* Jahren=»»« 435= 90 nach vollendeten 1: Jahren a)+bey der Zucht!.=--4»""0,7==! 120 b) bey der Maſtung«+.--+»&= 450 Wäre aber dieſe Luzerne minder üppig, ſo daß z. B. 1 Joch derſelben nur 3 Kühe größten Schla- ges zu ernähren fähig wäre, ſo. würde natürlich auch für das übrige Vieh eine doppelt ſo große Area noth»- wendig ſeyn, wenn es gehörig geſättiget werden ſollte Sollte endlich ein Luzernefeld ſo arm an Ertrag ſeyn, daß es höchſtens nur ein erwachſenes Stü Nind- vieh größten Schlages gehörig zu ernähren im Stan- de wäre, ſo müßte aus eben dieſer Urſache auch für jedes Stü> des übrigen Viehes das Vierfache der hier ſpecificirten Area gerechnet werden, weny es nicht ver- kürzet werden ſollte. u«| w- S- 91. Zur Streue wird bald mehr bald weniger Stroh verwendet, je nachdem man dieſes Materials mehr oder weniger hat, je nachdem man die Reinlichkeit de3 Viehes mit größerer oder geringerer Sorgfalt be- ſorget, je nachdem man das Vieh mit ſaſtigerm oder mit tro>nerm Futter ernähret, und je nachdem daſſel- -- 137= be mehr zu Hauſe gefüttert wird, oder mehr drau- ßen und auf der Weide leben muß. Fm großen Durchſchnitte*) glaube ich ſolgendes annehmen zu können: a) Bey Pferden können, wenn dieſelben, wie gewöhnlich, mit tro>nem Futter d. i. mit Korn und Heu gefüttert werden, und dabey der Arbeit wegen, den größern Theil des Tages außer dem Stalle zubrin- gen 2= 5 Ih; Streuſtroh täglich pr. Stü völlig zu- reichen.= Werden aber die Pferde etwa ſtatt des Hafer3 mit ſaſtigen Wurzelgewächſen, oder im Som- mer mit Grünfutter genähret, ſo werden wohl auf jedes Stü> wenigſtens 5 Ib Streuſtroh täglich zu rech- nen ſeyn. b) Beym Rindvieh kann man etwa im Durch» ſchnitt der Schläge annehmen, daß bey troFnem Fukt- ter während des Winters, und bey der Weidung des Viehes während des Sommers eirca 3= 5 Hb Stroß pr. Stü zur täglichen Streue vollig hinreichen. Wird aber das Rindvieh auch den Sommer über im Stalle gehalten, und allda mit Grünfutter gefüttert, und werden demſelben im Winter zum großen Theile ſaſ- *) I< nehme hier auf die verſchiedenen Schläge des Bie? hes keine beſondere RüFſicht, ſondern nehme ſie im Dur täglich, gar nicht Überflüßig ſeyn, um ſowohl das Vieh rein erhalten, als die vielen flüßigen Excremente gehörig auffangen zu können. c) Den Schaafen wird in der Regel keine an- dere Streu gegeben, als das ausgefreſſene Stroh, das ſie übrig laſſen. Ja wo den Schaafen das Stroh- ſutter nur in einiger Quantität gereicht wird, iſt wohl öfters nothig= damit man nicht allzuſtrohigen Miſt erhalte=- einen Theil des bereits ausgeſreſſenen Strohes hinweg zu ſchafſen, und bey den übrigen Viehe als Streu zu verwenden. Wo jedoch=- wie es Einige bey ſehr edlen Schäfereyen zu thun pflegen= den Schaafen gar kein Strohfutter gegeben wird, da Fann man etwa bey der Weidung der Schaafe im Sommer, und bey troFner Winterfütterung derſelben, auf jedes erwachſene Stü täglich etwa x Jb folglich auf 100 St. etwa x Ctr, werden aber im Winter zum Theil Wurzelgewächſe gefüttert, ſo kann man et- wa 3 16h pr. Stü, oder 3 Ctr. auf 100 Stü er- wachſener Schaafe täglichen Streuſtrohes rechnen. . d) Daß die Schweine, wenn ſie gehörig geſtreuet werden ſollen, ſchr viele Streue erfordern, liegt klar am Tage. Wie viel jedoch hier anzunehmen ſey, ge- traue ich mir durchaus nicht zu beſtimmen ,/ da dieß bey uns nur ſehr wenig gebräuchlich iſt., und ich ſelbſt gar keine Erfahrung darüber habe. e) Bey der Beſtimmung der Streue für das jun- ge heranwachſende Vieh iſt beyläufig das nämliche -- 139-- Verhältniß zu beobachten, welche? oben bey der Be- ſtimmung des Futters angegeben worden. S. 092. Wie die verſchiedenſten Futtergattungen nah ih» rer ſpeciellen Nahrungskraft auf Heu zu reduciren ſeyn, um darnach die nöthigen Futterportionen für jedes Vieh beſtimmen zu können, habeid) ſchon oben im 4-ten Kapitel hinlänglich gezeigt. Um aber das für jedes Vieh erforderliche Fut- terquantum für das ganze Jahr gehörig berechnen zu können, iſt noch nothig zu wiſſen, wie viele Futte- rungstage man denn für jede Viehgattung mit Wahr- "ſcheinlichkeit anzunehmen habe, damit man nicht= wie ſo viele ſchlechte Wirthe, die nur ins Blaue hin- ein wirthſchaften= viel zu ſpät ſich über das zu be- klagen nöthig habe, was man doch leicht hätte vor- au3ſehen können, und als Landwirth, der den Na- men verdienen will, auch wirklich hätte voraus ſehen ſollen. Die Zeit während dem Biehe keine Weide zu Ge- bothe ſteht, iſt zwar nach dem verſchiedenen Klima verſchiedener Länder ſehr verſchieden. Daher es denn auch rührt, daß wir die mannigfaltigſten Angaben über die Beſtimmung der Winterfütterungszeit in den landwirthſchaftlicen Schriften finden, je nachdem ih- re Verfaſſer unter einem rauhern oder mildern Klima lebten, und daſſelbe vor Augen hatten Fn unſerm gemäßigten Himmelsſtriche glaube ich jedoch mit ziemlicher Verläßlichkeit annehmen zu kon- nen, daß für das Pferde- und Rindvieh 200, und „efai 1 40 veau für das Schaaf- und Schweinevich 150 volle Fütte»- rungstage anzunehmen ſeyen« Dieſe Annahme iſt, meines Erachtens, gerade von der Art, daß wir da- bey zwar nie in die geringſte Verlegenheit kommen können, die un3 aber auch nicht dazu verleitet, eine enorme und überflüßige Menge Futters unnüß aufzu- häufen, um ſolche von einem Jahre auf das andere aufbewahren zu müſſen, XT 1814. D-14001: Von der Production der Milh und Wolle. 6. 93- Die Quantität und zum Theil auch wohl die Qua- lität der Milch, wird theils durch die Qualität der Melk- kuh ſelbſt, theils durch die Menge und Beſchaffenheit des derſelben gereichten Futters aufs mannigſaltigſte bedingt; daher denn auch die Production der Milch faſt ins Unendliche zu variren pfleget. Ohne mich indeſſen hier in das, was über den Ertrag der Milch in verſchiedenen Schriſten zerſtreut anzutreffen iſt„ ein» zeln einzulaſſen, noch meine eigenen geringen Erfah» rungen ,/ und das was ich bey andern in dieſer Hin- ſicht beobachtete, im Detail anzuführen, begnüge ich mich der Kürze halber bloß die aus dieſen Datis durch Vergleichung hervorgegangenen Reſultate mei- nen Leſern zu einiger Orientirung in der Praxis un- ter folgenden.Punkten vorzulegen: | | --“ 141-=- 1.) Eine ſchle 5=== Die Hammel) Schöpſen, Kappen) 3= 4=-- Fndeſſen iſt es unläugbar, daß man durch lätne ger fortgeſeßte Veredlung die Quantität der Wolle oft *) Dieſen Verluſt, den die Wolle durchg die Wäſche an Gewicht erleidet, kann man meines Erachtens im großen Durchſchnitte folgendermaaßen annehmen: a) Die am Körper der Thiere dur< bloßes S Den Wanten und ſo im BEE niſſe bey den übrigen. ANTEC PIifenr Von der Production des Miſtes, und der zi verläßigſten Methode denſelben vorläufig zu berehaen. S. 95. Da der aus der Verweſung und Entmiſchung der organiſchen Körper entſtandene Humus das erſte und weſentlichſte Nahrungsmittel unſerer Pflanzen aus» macht, und da es keinem Zweifel unterliegt, daß eben dieſer Humus durch das alljährliche Bebauen unſerer Äder, und die Wegbringung der daſelbſt erwachſenen Früchte von denſelben allmählig dem Boden ſo ent- zogen wird, daß er zuleßt aller Nahrung beraubt, Dek. der Landw, 1 Th. 120 -- 146= mehr zur Laſt als zum Nuten gereichen würde, ſy war man auch ſchon in den urälteſten Zeiten darauf bedacht, wie man den Feldern das, was man ihnen durch den Anbau und die Abbringung der Früchte entführt, durch Kunſt erſeßen, und ſomit den Boden in beſtändiger Kraft und Tragbarkeit erhalten konnte, Nichts konnte aber in der ganzen weiten Natur zu dieſem Zwede dienlicher geſunden werden, als der Dünger, den uns der Miſt unſerer gewöhnlichen Hausthiere gewährt, da dieſer ohnehin zu nichts an» derm benußet werden kann, und dennoch, ſo gut wie jede andere animaliſche oder vegetabiliſche Subſtanz, Humus zu erzeugen fähig iſt- Kein Wunder alſo, wenn dieſes Material, ſo verächtlich es auch an ſich iſt, verſtändigen Landwirthen zu allen Zeiten ſo äu» Ferſt ſchäßbar war- Die Sache liegt zu klar am Ta- ge, um irgend einem Zweifel'Platz zu laſſen: Man vergleiche nur zwey gleich beſtellte Felder, deren eines ganz entfräftet und erſchöpft, das andere aber dur) Viehdünger gehörig reſtaurirt iſt, ſorgfältig mit ein- ander, und man wird ſich augenbli>lich überzeugen, daß ſelbſt der höchſte Preis des Miſtes, um welchen dieſer bisweilen für Geld zu haben iſt, nur eine Klei- nigkeit gegen den innern Werth deſſelben ſey, der aus der üppigen Vegetation, und der darauf folgenden reichlichen Ernte, ſo klar und deutlich zu erſehen iſt. CS. 96. Da nun äber der Miſt beym AFerbaue von ſo hoher Wichtigkeit iſt, ſo muß es immer eine der er- ſten und vorzüglichſten Sorgen eines Landwirths ſeyn, daß er nie, und unter feinem Vorwande, irgend ei» nen Mangel an dieſem für ſeine Felder ſo nothigen Material leide, und daß er daher, um auch in die, ſen Fall nie zu gerathen; die Quantität des für ſeine Wirthſchaſt nöthigen Miſtes im Voraus ſchon mit Wahrſcheinlichkeit zu berechnen wiſſe, Hiernach ſtrebten denn auch alle emſige und eif?- rige Landwirthe aller Zeiten, nur hatten ſie nicht die rechte Methode die Production des Miſtes zu berech- nen, da ſie nur immer die Anzahl des Viehes vor Augen hatten, ohne auf die Cönſumtion des Futters und der Streue, mit welchen gerade der Miſt immer im Verhältniß ſtehet, die gehörige Rückſicht zu neh» men. Daher geſchah es denn auch, daß man über dieſe ſo wichtige Säche faſt eben ſo viele von einan» der verſchiedene und einander widerſprechende Anga» ben hatte, als es landwirthſchaftliche Schriftſteller gab, die darüber ihre Meinung äußerten, und daß der Calcül der Miſtproduction ſo lange immer ſchwan- kend blieb, und oft zu den größten Irrungen und Mißgriffen führte, bis in unſern neueſten Zeiten eini» ge berühmte, in der Theorie nicht minder, als in der Praxis erfahrne Forſcher die Production des Miſtes aus der Quantität und Qualität des verzehrten Fut- ters und der verbrauchten Streue zu berechnen lehr- ten, ſo daß das Vieh bey dieſer Berechnung bloß wie das Inſtrument betrachtet wird, welches dieſe Materialien in Miſt verwandelt, und daß vorläufig von deſſen Anzahl gar keine Rede ſeyn kann, bevor die Quantität und Qualität des conſumirten oder zu 30* - 148= conſumirenden Futters und Streumaterials beſtimmt worden«» 8. 07-. Der erſte Gründer dieſer Methode war Joh« Fried. Meyer,.ein Mann, wie ſeine Schriſten X) zeugen, voll Scharfſiyn und tiefer Ginſicht; und die» ſem folgte der Vater der heutigen Landwirthſchoft, der ſo gründliche königl. preuß. Staatsrath A. Thaer der(wie es allen großen, ihrer eignen Kräſte und Verdienſte bewußten Männern eigen zu ſeyn pfleget) Kenntniß und Verdienſt auch in andern anerkennend, dieſe treffliche, mit der Natur ganz übereinſtimmende Lehre, nachdem er ſie zuvor theils mit ſeiner eigenen Praxis theils mit mehreren ſich beſonders zu dieſem Zwee von verſchiedenen Orten her ausgebetenen That- Fachen verglichen, und in jeder Rückſicht bewährt ge- funden, durch ſeine klaſſiſchen Schriften ,/ durch ganz Guropa, ja man könnte ſaſt ſagen, durch die ganze Welt verbreitete, ſo daß ſie nunmehr bey jedem„nur einigermaßen gebildeten Landwirthe ſchon als bekannt vorausgeſeßt werden darf, und als einziger bisher er- probter Schlüſſel zur Berechnung des Miſtes angenom- men werden muß» Sie beſteht in Folgendem: *) ſ vor allem deſſen klaſſiſches Werk: Ueber die Gemeinheitstheilung Ic. Z- Bde. in 4- deſſen 37ter Bd. auch unter dem Titel? Grundſätze 1 nd Anlei» tung zum Bonitiren 9 bekannt 1ſt- 9. 98, Alle Nahrung, welche unſer Bieh von Außen Her zu ſich nimmt, wird zwar zum kleinern Theile in animaliſche Subſtanz verwandelt, wodurch die bis zur Unbrauchbarfeit abgenutzten Theile des Körpers erſeßt werden, zum größern Theile aber wird ſie ſammt den erſterwähnten unbrauchbar gewordenen, und deshalb durch den immer thätigen Organismus weggeſtoßenen animaliſchen Theilen, theils in mehr weniger“ſolider, theils in mehc weniger liquider Form aus dem Kör- per geſchafft. Der Miſt unſerer Hausthiere beſteht al- ſo 3) aus dem feſten Excrementen b) aus dem Urin und andern flüßigen Excrementen, und e) aus der Streue, wodnr< dieſe leßtern aufgefangen werden. Wie es nun aber immer zugehe, ob darum, weil außer den Faſern und übrigen Trebern des Fut» ters, auch die erwähnten abgenußten“animaliſchen Theile aus dem Körper mit abgehen, oder weil auch das Waſſer welches das Vieh ſäuft, nicht wenig zur Vermehrung des Miſtes beyträgt, oder endlich, weil vielleicht ſelbſt aus den gasförmigen Subſtanzen, wel» ene Futter*) woraus ſie *) Bey Grünfutter, und anderm ſaftigen Futter, hat dieß freyli< ein anderes Bewandtniß. -- 150= entſtehen, an Gewicht bey weitem übertreffen, doh ſo, daß zwiſchen dem Gewichte des Miſtes, und der Quanti- tät und Qualität eines jeden beſondern Futters, immer ein beſtimmtes Verhältniß= welches die ſorgfältige Mutter Natur überall beobachtet= ſtatt zu haben pfleget« 8. 99- Dieß Verhältniß war es alſo, welches die Auf- merkſamkeit und den Forſchungsgeiſt des thätigen und ſcharfſinnigen Mey er8 rege machte, welcher auch nach meyreren genau angeſtellten Verſuchen, Folgendes entde&te und bekannt machte; Den Miſt der aus Heu und Stroh entſteht, fin- det man, wenn man das Gewicht des Heues, und edleren Futterſtrohes, als: Wien- Linſen- Spergel- ſtrohes u. dgl. mit 1,,, das Gewicht des gewöhnli- 10766,,;= d.) Grünfutter ebenfalls af HDeu*reducrt 11096/1100 08 HOOP IEE Zuſammen an Heu, Stroh, und Heuäquivalent 42019/553 Etr. Wenn wir nun dieſe Summe wit 2,, multipliren, fergiebt ſich? 42010, X 2,5 1=- qU0451..1/ VDE Thaer hat durch die Conſumtion ſämmtlichen Futter- und Streumaterials 96645,, Ctr. Miſt erhalten müſſen. Wirklich wurden aber während dieſer 5 Jahre ousgeführt 5400 vierſpannige Fuder, jedes eirca 185 Ctr., folglich im Ganzen 99000 Ctr. Miſtes, alſo um 2354,5- Ctr- noch mehr ,/ als nach der Rechnung hät- te erfolgen ſollen, A) Sämmtliche Angaben Thaer's ſind hier auf unſer Ge- wicht reducirt, daher man denn in ſeinem angeführten Werke natürlich andere Numern finden muß- - 157= Dieſen Ueberſchuß an Miſt, ſchreibt Thaer der Weide zu, welche ſein Vieh im Sommer genoß, und wobey er annimmt, daß die Kühe, die nur etwa 3 Stunden außer dem Stalle waren, eirca 183 16, die Ochſen aber, weil ſie viel längere Zeit draußen zubrachten, nur eirca 83 16 dieſes Weidemiſtes zu Hauſe deponirten.- Bey den Schaafen nimmt er 13 WH dieſes der Weide zu verdankenden Miſtes an. In einem andern Werke*) aber rechnet er auf jedes St-« Nindvieh“ im Durchſchnitte 12 3 Jh, unb auf jedes St. Schaaf 13x 16 dieſes von der Weide nach Hau- ſe gebrachten, und täglich zurüFgelaſſenen Miſtes. S. 104 Nachdem ich nun das, was uns die Gründer dieſer Lehre Meyer und Thaer**) zur Richt- ſchnur hinterließen, mit größter Genauigkeit und Treue angeführt habe, ſo ſey es mir erlaubt auch die etwas modificirte Methode vorzubringen, nach der ich ſelbſt den Miſt zu berechnen pflege. Ich beſeitige nämlich eben ſo wie Th aer, um die Sache mehr zu vereinfachen, und eben daher die Be- rechnung zu erleichtern, ſämmtliche Diviſoren, und *) Leitfaden der landwirthſ 200== 400 3C 1,:= 720 20,0; 367254== 700 Summa 2000 d. i. wir erhalten von dieſen Pferden etwa 2000 Ctr. „Miſt „ *) Dieſen Multiplicator nehme ich vorſäßlih etwas blei? ner als Meyer an, weil bey einigem guten Willen vos Vieh rein zu halten, und bey hinlänglichem Strobe es faſt unmög- lich iſt, nicht manchmal die billigen Gränzen zu überſchreiten, wobey ſogleich gin kleinerer Multiplicator nöthig wird ,/ und weil es überhaupt=- wie ſo eben bemerkt worden= immer ſicherer iſt, wenn wir lieber in Natura etwas mehr erhalten» als un? ſere Rechnung beſaget« . B) Seßen B) Seßen wir, eine gewiſſe Anzahl z, B. 1000 St. erwachſene Schaafe verzehren das Jahr hindurch, außer der Weide an Heu."EKG. 1500 Ctr. an Gtroh. 3. 3 3000= an Kartoffeln 1000 Metten= 400=- Heu an Hafer FOO 4... 000== ſo iſt die Nechnung: 1990.26.1,.4 21.2700 8909 3 2,== 7900 400 X 1,= 720 500.20.9.20..12= 42.050 Summa 11570 oder wir erhalten von dieſen Schaaſen 11570 Ctr. Miſt, außer jenem, den ſie von der Weide mit nach Hauſe bringen. Und da wir mit größter Wahrſchein- lichkeit annehmen können, daß jedes erwachſene Schaaf täglich circa 14 16 dieſes Weidemiſtes mit nach Hau- ſe bringt, folglich 1000 Stü> Schaafe 1500 6 oder 15 Ctr. welches durch 290 Weidetage, die wir wenig» ſtens bey Schaafen annehmen müſſen, 3000 Ctr. auss macht, ſo haben wir 11570+ 3000= 14570, oder dieſe 1000 St. Schaafe geben uns an Stall- und Weidemiſt zuſammen, das Jahr hindurch 14570 Ctr, G.) Nehmen wir an, daß eine gewiſſe Anzahl Kü- he, z- B- 30 Stü, außer der Weide, die ſie des Sommers genießen, folgende Futter- und Streuquan- titäten das Jahr über verzehren: an Heu verſchiedener Art 270 Ctr, an Gerſtenſtroh zu Futter 600== Dek. der Landw. 1 Th, 11 -... 162= an Winterungsſtroh zur Streue 505 Ett, an Kartoffeln 700 Mw 280'--[9elt ſo ſteht die Rechnung? 270 X 67 436 600 44 500=< 1100. 9 25= 2700 1 280 X 1,5;= 904 Summa 9740 vder die 30 St. Kühe werden uns bloß vom Stall- futter und von der Streue 3740 Ctr. Miſt geben, außer jenem den ſie von der Weide mit nach Hauſe bringen. Da nun dieſes Weidemiſtes füglich 12 Ib pr. Stü>, und alſo 3,,, Ctr. von 30 Stüden täg» lich angenommen werden können, ſo geben ſie deſſen den Sommer über,( wenn wir auch nur die allerkür- zeſte Weidezeit von 5 Monathen oder 150 Tagen an? nehmen, während welcher das Vieh gewiß auf jeder auch nur mittelmäßig guten Weide ſeine Nahrung finden wird) etwa 540 Ctr., und in Summa erhalten wir alſo von dieſem Viehe das Jahr hindurch an Stall- und Weidemiſie zuſammen 3749+ 949= 4230 Ctr, Miſt. D.) Seßen wir den Fall- es werde eine gewiſſe Quantität Zugochſen, z- B- 60 St. das ganze Jahr hindurch im Stalle gefüttert, und bekomme Folgen- des an Futter und Streue: an verſchiedenem HeU+++«+» 1000 Ctr. an Kartoffeln 1500 Meßen+»= 600 Ctr. Heu an Gerſt- und Haferſtroh zu Futter 3200 Etr. = 163= an grünem Klee und Luzerne 8000 Etr-+ 5 5= = 1772 Ctr, Heu (nn Gren 8." 1000 Er. ſo entſteht folgende Rechnung, bey welcher zugleich wegen der öftern Abweſenheit des Zugviehes aus dem Stalle, und der daher rührenden Vertragung des Mi- ſtes, ein Verhältnißmäßiges, z. B. wie hier, ein Drittheil*) von jeder Futtergattung äbgezogen wird, bevor man ſie noch der Multiplication unterwirft: 10007-= 399== 607'3C 17.== 1200,. 600. 200==.400">C WE<10.7205 1200-- 400==. 800 X. 2,,:==. 2000. 1778== 595== 1185 X MEAD 1000 76 128.00: Summa BEHB vder wir haben von dieſen Ochſen das Jahr hindurch 8555,5 Ctr. Miſt zu erwarten.: E.) Nehmen wir den Fall an, es werden auf 10 Stü> Maſtochſen binnen einem halben Jahre fol- gende Futter- und Streuquantitäten verwendet: *) Man könnte wohl auch etwas weniger, z. B. nur ein Viertheil abziehen. Allein ich rathe, wie ich ſchon öfters bemerktel, in dieſem und ällen ähnlihen Berechnungen immer etwas lis beral zu ſeyn, damit uns auf keinen Fall unſer Calcuül auch nur im Geringſten etwas zu viel bovipiegele, und die Wirk- lichkeit lieber mehr erweiſe, als wir nach der R hnung hätten erhalten ſollen. Bey dieſer Vorſicht werden wir immer gegen mögliche Verlegenheiten geborgen ſeyn, und nicht zu ſpät nach Abhülfe zu haſchen brauchen, wenn dieſe niht mehr mögli iſt, 1.4 fe --“- 164=- Heu« IE IEE NH AS SRE UTZ DON CHEN Mais 43 Meßen.»«= 112 Cir. Heu Kartoffeln 315 Meßen«-+= 126=== Kopfkohl 540, Cm 4 2== Z000 m I Stroh zur Streu«+»-« 150 Ctt. ſo ergiebt die Rechnung: 250 XC 1:(== 450 112.SCHU 3= 1120 120»C 161 22005 991 36 16. 17163 150 X 215= 379 Summa 15950/3 daß wir von dieſem Maſtviehe 1359,, Ctr. Miſt zu erwarten haben. XIN. Sapitel Bon der Quantität des für eine beſtimmte Arealfläcig an ſich, daß er deſſen nur.mit größter Nenitenz das Nöthige an die Pflanzen abzugeben ſcheint, wozu er gleichſam GIE 169 emm erſt dnrch das wöhrend derelnde Ammonium diſpo- nirt werden muß. Wenn daher ein ſehr thoniger, widerſpenſtiger A>er auch noch ſo oft, aber immer nur ſehr ſpärlich gedüngt würde, ſo würde eine ſolche Dün- gung doch kaum bemerklich ſeyn, weil der Thon den nur immer in kleinen Quantitäten und allmählig er- zeugten Humus ſich beynahe ganz aneignen, und der? geſtalt gebunden halten würde, daß davon nur äu- ßerſt wenig in die Pflanzen übergehen könnte. Wird aber ein ſolcher A&er zwar nur ſelten gedüngt, aber jedesmal reichlich und mit einer großen Quantitat Miſt verſehen, ſo iſt der Thon nicht vermögend den in ſo großer Menge zu erfolgenden Humus mit gleicher HartnäEigkeit feſtzuhalten, wobey er jedoch immer» hin durch ſeine große Affinität zum Humus deſſen all- zuſchnellen Übergang in die Pflanzenwurzeln möglichſt mäßiget. Daher geſchieht denn, daß eine ſeltene, aber reichliche, ja oft ſehr ſtarke Düngung auf ſolchem Boden, weder in den erſtern Jahren ein Lagern, noch in den ſpätern ein Verkümmern der Pflanzen befürch- ten läßt, ſondern daß gerade ſie es iſt, welche unter dieſem Umſtänden den größtmöglichſten Vortheil ge- währt. Hieraus folgt, daß die Quantität des für eine wirklich zu bedüngende Arealfläche erſorderlichen Miſtes unendlich verſchieden ſeyn könne, ja verſchieden ſeyn müſſe, je nachdem die Düngung in Folge der ſpeciel» lenerlandes muß unter unſern Umſtän- den und Verhältniſſen ſo und ſo viel Dünger gerech- net werden, alſo brauchen wir für die 100, 10009, u. ſ- w. Joche A>erlandes, die wir haben, jährlich ſo und ſo viel Miſt, um ſolche nachhaltend in Frucht- barfeit erhalten zu können. Haben wir einmal die Quantität des Miſtes im Verhältniß zu unſerm geſammten Aerlande ausge- mittelt, dann iſt es erſt an der Zeit weiter zu berech» nen, wie viel davon jedem Joche der wirklich jährlich zu bedüngenden AFerfläche zugetheilt werden ſoll; wo- bey natürlich in eben dem Verhältniſſe immer mehr oder weniger ausfallen wird, in welchem die Dün- b-,/ 171- gung auf denſelben Aer ſeltener oder vſter wieder- Fehrt. S. 107% Dieſen vorangeſchiten allgemeinen Grundſäßen gemäß, nehme ich nun folgenden Maaßſtab zur Be- ſtimmung der Düngung an: a.) Bey dem bey uns gewöhnlichſten AFerbauſy- ſieme, nämlich bey der drey- oder Zweifelderwirthſchaft mit Brache nehme ich an, daß= wenn anders durch ſchlechte Wirthſchaſt der Boden nicht zu äußerſter Ar» muth und Kraftloſigkeit herabgeſunken iſt= circa 5 Fuder a 10 Ctr. jedes, vder eirca 50 Ctr, Miſt für jedes Joch des ſämmtlichen A&Ferlandes gerechnet, zu- reichen, und dieß nenne ich eine m äßige Dün- gung.*) b.) Bey jedem intenſivern AFerſpſteme, wo ſchon keine Brache gehalten wird, und wo mitunter auch Früchte gebaut werden, die den AFer etwas mehr ausfaugen, rechne ich auf jedes Joch des geſammten Ackerlandes circa 10 zweyſpännige Fuder ä 10 Ctr.» pder eirea 100 Ctr. Miſt, und nenne dieß einegute oder reichliche Düngung- Endlich c.) Wetn nebſt der Intenſität der Wirthſchafts- methode ſämmtliche, oder doch die meiſten. Früchte x) Iſt die Düngung ſo armſelig, daß im Verhältniß des ſämmtlichen AFerlandes nicht einmal 50 Ctr. Miſt auf das Joer nur alle zweyte Jahr düngen, ſo käme natürlich auf jedes Joch des zu bedüngenden Landes das Doppelte deſ- ſev, was auf ein Joch des ſämmtlichen Aerlandes gerechnet worden. Wenn wir endlich dieſes Ader» land um in unſerm AFerſyſteme keine Stöhrung und Reibung zu verurſachen, nur alle dritte Jahre Dün»- gen Fönnten, ſo müßte aus eben der Urſache auf je- des Joch Feldes das jährlich wirklich gedünget wird, das Dreyfache aufgefahren werden, u» ſ. w- Kurz wir finden ſehr leicht die Quantität des auf jedes Joch aufzuſahrenden Miſtes, wenn wir das in Verhältniß unſerer ſämmtlichen aFerbaren Arealfläche, auf ein Joch gerechnete Miſtquantum mit der Zahl unſers Düngzungs- Cyclus multipliciren« Zu noch mehrerer Erläuterung diene Folgendes: Man nehme an, es werde unſerm Wirthſchafts- ſyſteme, und unſern individuellen und örtlichen Ver- hältniſſen gemäß, nur eine mäßige Düngung vorge- nommen, und daher auf jedes Jo< der ganzen aer- baren Arealfläche nur 5 zweyſpännige Fuder a 10 Ctr. oder circa 50 Ctr. Miſt gerechnet, ſo wird bey zweyjährigem Düngungs- Cyclus 100 Ctr. -- dreyjährigem--=- 1,30) 342 -- vierjährigem----. 200== --- fünfjährigem---- 250== --- ſechsjährigem--- 500== -=-- ſiebenjährigem-- 350== -=-- gachtjährigem--- 400== == neunjährigem---- 450= -=- zehnjährigem==. 500"<= -- eilfjährigem-- 2 DO 47= =-- zwölfjährigem-=--“ G600-- Miſt auf jedes Joc< des wirklich zu düngenden Thei- les unſerer Felder aufzufahren ſeyn; und der Ac>er wird gleichwohl in allen dieſen Fällen immer nur ei- ne mäßige Düngung erhalten, und auf gleiche Art in Kraft und Tragbarfeit geſest werden, -- 174==» G. 108. Da aber der Düngungs- Cyclus wie wir ſchon vben in den allgemeinen Grundſaäagen des Düngungs- Geſchäftes bemerkten, ſich immer nach derig und widerſpenſtig iſt, vielleicht erſt in 13= 15 Jahren einmal mit der verhälmißmäßigen Quantität Miſties zu verſehen. 8.) Ein Mergelboden(über 5, doch nicht über 20 Pct. Kalk enthaltend) mag etwa, je nach ſeiner übrigen, der AFerbau aber nur Nebenſache iſt, nicht die Rede ſeyn; denn unter ſolchen Umſtänden hat der Viehſtapel keine andere Gränzen, als welche durch die Quantität der Nahrung beſtimmt werden, und derjenige wird immer für den beſten Wirth gelten müſſen, der das meiſte Vieh zu halten weiß, in ſo fern er dieſes auch mit Weide und Winterfutter gehörig zu verſehen im Stan- de iſt. Ganz anders aber verhält ſich die Sache, wenn der AFerbau die Hauptrolle in der Wirthſchaft ſpie- let, und die Viehzucht nur ſeinetwegen vorzüglich be- trieben wird, in welchem Falle ganz natürlich der *) Dergleihen Viehwirthſchaften ſind die Alpenwirthſchaft in der Shweiz und in andern Gebirgsländern, ſo wie die Weidewirthſchaften aller ſchlecht bevölkerten Länder und Ges genden, z- B. in Amerika, in Rußland u, m, a., zum Theil au< wohl bey uns in Ungarn. Dek, der Landw. 1 Th, 12 = AB Viehſtapel mit dem AFerlande immer in richtigem Ver- hältniſſe ſiehen müß. Denn halien wir des Vieyes zu wenig, ſo geſchieht es ſehr leicht, daß wir an dem für unſere Äer ſo nöthigen Dünger Mangel leiden;*) Halten wir aber deſſen zu viel, ſo müſſen wir es ent» weder wegen Mangel an verhältnißmäßigem Futter nur ſchlecht nähren, und befommen ungeachtet deſſen nicht mehr Miſt, als wir von wenigern Stücen, die das nämliche Futter conſumirten, erhalten haben wür- den, oder wir müſſen auf unſern Feldern eine ſo gro- ße Menge Viehfutters erzeugen, daß dadurch der Ge- treidebau, der doch unter den allermeiſten Verhältniſ- ſen die Hauptſache unſers Feldbaues ausmachet, noth- wendig beeinträchtiget wird. Dieß Verhältniß daher aufzufinden, und für zede gegebene Localität und Wirthſchaſtsmethode richtig zu beſtimmen, muß immer die ernſilichſte Sorge jedes Aderbau treibenden Landwirths ſeyn. Denn da der Dünger, ohne welchem doch der A&Ferbau nie mit Vortheil betrieben werden kann, nur unter äußerſt ſeltenen, und beſondern Umſtänden anders, als durc eigenes Vieh in hinlänglicher Quantität erhalten ner- den kann, dieſes aber unter manchen Localitäts8ver» hältniſſen kaum etwas, oder oft wohl gar nichts au- ßer dem Dünger, an reinem Gewinne für die Wirth- ſchaft abzugeben vermag, ſo iſt von ſelbſt klar und *) Daß Jemand nicht einmal Zugvieh genug haben ſoll- te, will ich hier aar nicht voraus ſetzen 3 denn ein ſo elender Pfuſcher, dem es ſogar an der nöthigen Zugkraft gebridt, verdient ohnedieß den ſchönen Namen eines, Landwirth5 nicht. R REINL TEDES.*-. A ESI IN HEER 13. REICK 5. Kr 72220 ams 179- in die Augen ſpringend, wie wichtig die möglichſt ge- naue Beſtimmung der Anzahl des zu haltenden Vie- Hes jeder Gattung im Verhältniß zu dem AFerlande ſey, damit wir weder durch Mangel an Dünger, noh durch Beeinträchtigung des Getreidebaues Schaden lei- den, und damit nicht das Ineidit in Seyllam, qui vult vitavre Charybdim des altromiſchen Dichter3 auf, uns angewendet wer- den möge. Es verſteht ſich übrigens von ſelbſt, daß zuvor die Nahrung und die Streue, die wir unſerm Viehe geben wollen, genau beſtimmt werden müſſe, bevor wir von der Anzahl des zu haltenden Viehes reden kförinen, indem, wie wir oben ſchon geſehen haben, der Dünger nicht ſowohl mit der Kopfzahl des Vie- Hes, als vielmehr mit der Quantität des conſumirten Futter- und Streumaterials im Verhältniß ſtehet, Be- merken muß ich aber hier noc<, daß immer in eben dem Verhältniſſe., als das Vieh außer dem Miſte weniger reinen Gewinn abwirft, oder wohl gar der Wirthſchaft zur Laſt gehalten werden muß, mehr Fut- ter und Streue für daſſelbe anzuſeen ſey, damit wir deſto weniger, im Übrigen uns vielleicht läſtige leben» de Maſchinen nöthig haben, die uns das Futter» und Streumaterial in Miſt verwandeln." S-MLLd: Da dieß Verhältniß zwiſchen AFerland und Vieh» tand von ſo großer Wichtigkeit iſt, ſo waren auch die beſſern Landwirthe aller Zeiten und aller Länder von je her darauf bedacht, dieſe beyden vorzüglichen 11 jd -. 160== Gegenſtände unſerer Wirthſchaſt in das möglichſt rich» tigſte Gleichgewicht zu ſtelien, ſo wie alle beſſern Schriftſteller nicht aufhören, uns darauf aufmerkfam zu machen. Ja in neuern Zeiten gab es mehrere, die uns theils gelegenheitlich in ihren Werken, theils in beſondern Abhandlungen, die ſie ſchrieben, ſogar ei- gene Belehrungen hierüber hinterließen» Ich geſtehe aber aufrichtig, daß ich Alles, was'ich bisher über dieſen Punkt geleſen= ſey es, daß ich es nur nicht, verſtand ,/ oder wie immer= nur ſehr wenig beſriedi- gend gefunden habe; daher ich es denn auch wage, Folgendes al3 Leitfaden zur Beſtimmung dieſes ſo nd» thigen Verhältniſſes meinen Leſern zur Beurtheilung, und wenn ſie es etwa wirklich nüßlich und brauchbar finden ſollen-- zu einiger Nichtſchnur vorzulegen: 1.) Sobald die Arealfläche der Ü>er*) ſo wie das Wirthſchaftsſyſtem, und die zu erzielenden Feld- früchte bekannt ſind, unterſuche man nach dem vor»- hergegangenen XIH. Kapitel, wieviel für dieſe ſämmt- liche A>erfläche alljährlich Miſt erforderlich ſey, um dieſelbe bey beſtändiger und immer gleicher Tragbar- feit zu erhalten. „umz x) Wie man ohne Kenntniß der Extenſion ſeiner Felder wirthſchaften könne=- wie doch ſv viele ins Blaue hinein thun -=- vegreife ich gar nicht. Sind daher die Ae>er nicht geome- triſch vermeſſen, ſo. iſt dieß das erſte was der Landwirth zu unternehmen hat, und was er in Abgang eines geſchi>ten Feldmeſſers, allenfolls auch ſelbſt= und wenn ihm keine an- der» Mittel zu Gebothe ehen, do< mittelſt des Abſchreitens ==bewerkſtelligen kann, und muß-] IEEE a ZI Lenas EM EE! RLS,€= vet 2ER SE RAREN GARRET 2.) Iſt dieß geſchehen, und feſtgeſeßt, ſo berech» ne man nach Anleitung des IU. Kapitels, wie viel unter den gegebenen örtlichen Umſtänden an Zugvieh nothig ſey, um ſämmtliches Areal gehörig bearbeiten, und jede nöthige oder nüßliche Arbeit immer zur rech» ten Zeit vollführen zu können. Chen ſo beſtimme man auch die Anzahl und Gattung desjenigen Viehes, welches, je nach den verſchiedenen individuellen Um- ſtänden jede3 Landwirths zum häuslichen Bedürfniſſe und zur Bequemlichkeit gehyalten wird, und welches man daher zum Unterſchiede das Haushalts- und Be- quemlichfeitSoieh nennen kann, wie z. B- einige Kühe bloß zum häuslichen Gebrauche, einige Pferde zum Reiten und Fahren u. dal. 3.) Beſtimme man nach dem Inhalte des 4-ten und 10-ten Kapitels, mit Beachtung aller allda ange- gebenen Rüſichten, die Quantität und Qualität des Futters und der Streue, für die ſämmtliche Anzahl des nach vorigen Punkt beſtimmten Viehes. 4.) Iſt das Futter und die Streue für das Zug vieh, ſo wie für das etwaige Haushalts- und Be- quemlichfeit3vieh einmal befannt, ſo erforſche man nach Anleitung des 12-ten Kapitels, wie viel man da- von Miſt zu erwarten habe; wobey aber auf die Wei- de, wenn das Vieh ſolche genießt, eben ſo, wie auf die Abweſenheit deſſelben aus dem Stalle, immer der gehbrige und genaue Bedacht zu nehmen iſt. 5.) Dieſe von dem ſo eben erwähnten Viehe zu Hoffende Quantität Miſtes ziehe man von der garzen Summe des nach dem erſten Punkte berechneten Miſt- bedarfs für unſer geſammtes AFerland ab, und der ve) IBZ=== Reſt weiſet aus, wie viel wir noch Miſt durd Nug- vieh zu erhalten trachten müſſen. 6.) Ferner überlege man aufs reiflichſte, welche Gattung und welche Race des ſämmtlichen Nugviehes für die örtlichen Umſtände, unter denen man wirth- ſchaftet, die vortheilhafteſte ſey, ſo daß man nicht nur den Miſt vollig gratis erhalte, fondern no oben- drein ſo viel reinen Nugen als möglich durch eben das Vieh ſelbſt erziele, oder, daß man wenigſtens im al- lerſchlimmſten Falle, den Miſt ſo wohlſeil als möglich durch die Viehhaltung erkaufe. Hierüber läßt ſich nun durchaus keine allgemein gültige Regel angeben, die für alle vrtlichen Umſtände gleich paſſend ſeyn ſollte. So ſind bey uns in Gegenden, wo man geſunde und troXne Weide hat, feine Schaafe unſtreitig das vor- theilhafteſte Nugvieh das man halten kann, auf ſumpfi- gen, niedrigen, und ungeſunden Weiden dagegen, werden ſie der großen Sterblichkeit halber, welcher ſie an ſolchen Orten unterworſen ſind, gerade unter allem Nußvieh den geringſien Nuten abwerfen, u. ſ. w. 7.) Iſt man einmal damit im Neinen, welches Nußtvieh man unter den gegebenen Umſtänden als das paſſendſte und vortheilhaſteſte halten wolle, ſo iſtnach Anleitung des 4-ten und 10-ten Kapitels das Futter für daſſelbe zu beſtimmen, Dann iſt 8.) Nach dem 12-ten Kapitel auszumitteln, wie viel ein jedes Stü> dieſes Nugviehes, alles genau in Betracht gezogen, jährlich Miſt geben könne, und hie- mit dividire man die Quantität jene8 Miſtes, welcher nach dem 5ten Punkte durch das Nutvieh producirt auen 1383 anm werden ſoll, und der Quotient giebt uns die Anzahl des zu haltenden nöthigen Nugtviehes. 9.) IT einmal auf dieſe Weiſe ſammtliches Viel im Verhältniß zu unſerm Acerlande ſeſtgeſeßt,[0 un- terſuche wan ferner, ob man auch das für daſſelbe beſtimmte Futter- und Streuquantum mit völliger Ge- wißheit und Sicherheit von ſeinen Gründen hoffen dürfe. Man unterſuche daher auſs ſorgfältigſte und genaueſte 10.) Wie viel unſere ſämmtliche Wieſen, ſo wie unſere Klee- und Wienſelder I an Heu, wie viel unſere Weiden, oder, bey der Stallfütterung, unſere Klee- und Luzernefelder an Grünfutter, wie viel un- ſere ÜFer an Stroh und Wurzelgewächſen, wirklich zu lieſern vermögen, und vergleiche dieß mit der OQuaatität des Futters und der Streue, welche wir für unſer Vieh beſtimmt haben, um zu ſehen, ob wir dieſe auch wirklich erhalten, und ob wir dem zu Fol? g2= da der Miſt immer mit Futter und Streue im Verhältniß ſtehet= die nöthige Quantität Miſtes auch mit völliger, Zuverläßigkeit zu erwarten haben; wobey jedoch immer auch auf die Kornfrüchte, in ſo fern wir deren unſerm Viehe reichen, der gehörige Be- dacht zu nehmen iſt. Sollte ſich nach reiflich ange ſielltem Vergleiche.ergeben, daß wir nod) einigen Man- gel an Futter haben, ſo iſt kein anderes Mittel, als dem Getreidebau in eben dem Verhältniſſe an Aer zu entziehen, und dem Futterbaue zuzuwenden Sich bloß und einzig in Hinſicht des Viehſtapels auf Wie- ſen und Weiden fußen zu wollen, iſt und bleibt im- mer die ſchlechteſte und unſicherſte aller Wixrthſchaften, mad 184= die heut zu Tage wohl nur durch Unwiſſenheit ent- - ſchuldiget werden kann. Denn ſo ſchägbare Gründe auch gute Wieſen und Weiden an ſich ſind, und ſo wenig ſie auch, wie einige überſpannte Neuerer fälſch- lich wähnen, mit allgemeiner Verachtung angeſehen zu werden verdienen, ſo ſind ſie doch nur unter ſelt- nern Umſtänden in ſolcher Güte und Menge vorhan- den, daß man das Verhältniß der Viehzucht zum AFerlande ganz darauf bauen könnte- Gewöhnlich verfällt man daher in einen von beyden Fehlern: Man ſieht entweder bloß nur auf das Futter, und hält da- Her viel zu wenig Vieh, im Verhältniß zu dem A>er- lande, oder man hat bloß die AFerfläche im Geſich- te, ohne Rückſicht auf das Futter zu nehmen, und hält zwar hinlängliches, ja wohl gar überflüßiges Vieh, ernähret es aber, weil es an Futter mangelt, ſo elend, daß es nicht die Hälfte deſſen erhält, was es wirklich erhalten ſollte. In beyden Fällen aber erhalten wir zu wenig Miſt für unſere ÄFer, welches denn auch nur ſpärliche und elende Ernten zur Folge haben muß, -- 1895== Zwe ptes Bu Vonder Würderung, oder Werth- ſ<äßung der Landgüter. enen Sd en* 2ER 78 94-116 Bon den porläufigen Begriffen der Würde- : rung eines Landguts. 8. 112, Eine Sache würdern(ſchäen, werthſchägßen, taxiren ,) heißt über den Werth derſelben ein Urtheil fllen. Dieß Urtheil aber entſpringt immer nur aus der reiflichen Vergleichung einer Sache mit einer andern, deren Werth entweder an ſich ſchon bekannt iſt, oder doch ſehr leicht ausgemittelt werden kann, und dieſe leztere Sache iſt daher der Maaßſtab aller Schägung. Dergleichen Maaßſtäbe der Würderung(Schät- zung) haben wir von dreyerley Art: 1.) Die Größe des Nußtens8, den uns eine Sache durch ihre Benußung gewährt." -- 166== 2.) Die Größe des Aufwandes(der Koſten), den die Erzeugung oder Beyſchaffung] einer Sache verurſachet. 3.) Die Größe des Betrages, um wel- e getheilt, und nicht zu weit von einander entfernt ſind; ſo wie im Gegentheile, große ZerſtüFelung und Zerſtreuung der Grundſtücke den Werth eines Landgutes oft ſo ſehr herunter zu bringen vermögen, daß der Beſiter deſſelben, der un- ter andern Umſtänden mit größter Gemächlichkeit, und in größtem Wohlſtande leben könnte, in ſtrengem Sinne darben muß, wie wir dieſe traurige Folge un- überlegter Theilungen in manchen unſerer Compoſſeſ- ſorate häufig genug zu ſehen Gelegenheit haben. Nie- mand glaubt es, als der es ſelbſt erfahren hat, wie ſehr ein ſolches StüFwerk von Landgut jede Fnduſtrie, und jede beſſere Cultur/ auch bey dem beſten Willen, und bey der gründlichſten Intelligenz des Beſiters, völlig ausſchließt, und wie wenig es daber in Ver- ee 201=--- hältniß ſeiner Größe, in den Augen jedes rationellen Landwirth8 wahren Werth haben könne« S. 128. 5.) Daß ein Landgut immer von deſto größerm Werthe ſey, je beſſer und fehlerfreyer der Boden ſei- ner Grundſtüe iſt, und je beſſere und ſorgfältigere Cultur ohne Unterbrechung darauf verwendet worden, iſt zwar wahr; um jedoch der Induſtrie und Intel- ligenz mehr Spielraum zu verſchaffen, iſt es nicht ſel- ten räthlich, vorzugsweiſe ein ſolches Landgut anzu- ſchaffen, deſſen Grund entweder fehlerhaft, oder doch vernachläßigt iſt, vorausgeſeßt, daß es auch verhält» nißmäßig wohlfeiler zu ſtehen komme, daß der Boden Verbeſſerungen zulaſſe, daß die Mittel und Materia- lien zu Meliorationen bey der Hand ſeyen, und daß wir das noöthige Betriebskapital haben, das unter ſol- en zum Hofe führen, und umgekehrt, in gutem und brauchbarem Zuſtande ſind, oder doch leicht in denſelben verſeßt werden können; weil durch alle dieſe Umſtände eine beſſere Cultur, ohne außerordentliche und vielleicht über ſchwengliche Kräfte zu erfordern, weſentlich befördert wird. S 131. 8.) Bey der Shägung landwirthſchaftlichher Ge- b!iude fommt es vor Allem darauf an, ob ſie zwe- mäßig, und wirklich nüßlich, oder wohl gar noth- wendig, oder ob ſie unzwe&mäßig, und überflüßig ſeyen. Im erſteren Falle unterliegt es feinem Zwei» fel, daß derley Gebäude nach dem vollen Koſtenwer- the zu ſchägen ſeyen, da ohne ſie gar keine gute MWirthfchaft denkbar iſt, und da man ſie überall, wo man ſie nicht vorfindet, ohnedieß erbauen muß. Im zweyten Falle aber, wird kein vernünftiger Landwirth Gebäude nach ſolcher Schägung übernehmen, ſondern er wird immer in dem Verhältniſſe weniger dafür ge- ben, als ſie minder zwe>mäßig/ als ſie etwa zu koſt- ſpielig, und als ſie für die vrtlichen Umſtände ent»- behrlich, und daher überflüßig ſind, weil ſie in eben dem Verhältniſſe der Wirthſchaſt mehr zur Laſt, als zum Nußen gereichen. So wenig ich daher ein Lobredner des bey uns an manchen Orten leider ſo grwöhnlichen Mangels an nöthigen und zweXmäßigen Wirthſchaſt8gebäuden feyn kann, ſo kann ich doch auch eben ſo wenig jenen maſſiven und für die Ewigkeit gebauten Prachtgebäu- Z.. 20% 2 den, die wir in manchen deutſchen Provinzen treffen, und die mehr Palläſten als Stallungen oder Scheu- nen gleichen, meinen. Beyfall ſchenken, vollig über» zeugt mit Thaer, daß von zwey übrigens gleich zwe>mäßigen Wirthſchaftsgebäuden, wovon das eine nur 30 Jahre dauert, das andere aber Jahrhunder»- ten troßet, dennoch das erſte auf jeden Fall den Vor- zug verdient, ſo bald es nur um die Hälfte weniger, als das legtere gekoſtet hat. Die Sache iſt an ſich ſo klar, das ſie gar keines Beweiſes bedarf. Denn ſeen wir die Errichtung des einen Gebäudes koſtete nur 10,000, die des andern aber 20,000 fl., fo belau- fen die Intereſſen des erſteren(3 5 Pct.) in 30 Jah- ren ſich auf 15,000 fl., die des leßteren dagegen ma- < en 30,000 fl. aus, folglich um 15,900 fl. mehr, als die des erſteren, von welchem Plus wir daher ein ganz neues Gebäude erſterer Art aufführen, und noch überdieß 50909 fl. baar zurücklegen, oder nüßlicher in der Wirthſchaft verwenden können. Außerden ſeen uns wohlfeilere Gebände weit ge- ringerer Gefahr bey etwaigen Feuersbrünſten aus, ihre Reparatur ereignet ſich zwar etwas häufiger, iſt aber unendlich weniger Foſtſpielig, und ereignet es ſich im Verlaufe der Zeit, durch etwaige Gütertheilungen, daß ein Gebäude nicht mehr am rechten Orte ſtehet, ſo iſt es ein leichtes, daſſelbe nach und nach einge- * Hen zu laſſen, und dagegen ein zanderes an einem ſchiklichern Orte zu errichten. -- 205-= GC: 132. 9.) Der Werth eines Landguts iſt immer deſto größer 7 je mehr es uns Gelegenheit giebt verſchiedene Wirthſchaſt8zweige mit einander zn verbinden, da uns die tägliche Erfahrung lehrt, daß oſt der Grtrag des einen Zweiges in eben dem Verhältniſſe in Zunahme iſt, in welchem der des andern, etwa widriger Um- ſtände wegen, in Abnahme ſteht, So trifft e3 ſich zuweilen, daß das Getreide bis zu einem Spottpreiſe herunter fällt, daß aber gerade zu dieſer Zeit Holz, Wolle, u. a. Produkte zu ſo vortheilhaften Preiſen Abgang finden, daß ungeachtet des Deficits beym Ge- treide, unſere Einkünfte im Ganzen eher vermehrt, als vermindert werden- So kann es ſich auch fügen, daß weder Getreide noc) Holz um irgend einen Preis geſucht wird, daß aber Bier und Branntwein, ſo wie Maſtvieh ſehr gut und vortheilhaft angebracht - werden können. Man verlege ſich alſo auf die Ge- werbe der Bier- und Branntweinbrennerey, und auf die Maſtung, und man wird ſich wenig zu beklagen haben. Und ſo iſt der Grundſatß immer wahr: Je mehrerley Zweige der Wirthſchaft ein Landgut zuläßt, deſto ſicherer ſind ſeine Einfüyfte, und eben de8halb, deſio größer der Werth deſſelben, wenn anders die Berwaltung in den Händen eines Mannes iſt, der Kenntniß, Umſicht, praktiſchen Takt, und Thätigkeit in ſich vereinigt. S1 55- 10.) Verſchiedene kleine Flüßchen und Bäche, ob ſie gleich, wie die großen Flüße und Ströme zum =“ 206= Verkehr nichts beyzutragen vermögen, können jedoch dadurch den Werth eines Landgutes ſehr erhöhen, daß ſie Gelegenheit geben, Mahlmühlen, Sägemüh- fen, u. dgl. nüßliche Maſchinenwerke zu errichten, und daß ſie oft mit außerordentlichem, ja nicht ſelten unſchäßbarem Vortheile, zur Bewäſſerung der Wieſen verwendet werden können. Außerdem gewähren ſie die beſie und natürlichſte Viehtränke, ſo daß in die- ſer Hinſicht der Landwirth von der Sorge gar nichts ahnet, der, man oft in waſſerarmen Gegenden aus» geſeßt zu ſeyn pfleget. SG. 134. 11.) Das Recht des Beſißes iſt auch jederzeit ein Umſtand, der den Werth eine8 Landgutes ſehr erhe- ben oder erniedrigen kann. Den größten Werth da- her haben bey uns, unter übrigens gleichen Umſtän» den, ſicher die adelichen Güter, die man iure Domi- nii directi, ohne alle Einſchränfung, im Beſiße hät. Dieſen Folgen etwa jene Pfandgüter, die ohne alle, oder wenigſtens ohne erhebliche Einſchränkung, auf mehrere Jahre, mit allen Rechten des eigenthümlichent Beſiters, übergeben werden, obgleich der zeitweilige Gigenthümer ſie nur iure Dominii utilis im Beſite hat. Je mehr dagegen der Pfandbeſiter ſich Ginſchrän- kungen gefaileu läßt, oder gefallen laſſen muß, deſto weniger werden ſolche Güter auch relativen Werth, für ihn haben können. Dann kommen etwa der Rei- He nach die Landgüter in Jazygien, Cumanien, in den Haiduken- Städten, in den königlichen Freyſtäd- ten, und in einigen mit ſehr vielen Freypheiten ver- ede. 207 FT ſehenen privilegirten MarktfleXen. Einen weit mitt- dern Werth haben ſchon jene Grundſtücke, die ob ſie gleich iure Dominii utilis beſeſſen werden, dennoch ſchon mannigfaltigen grundherrlichen Abgaben und Leij- ſtungen, fo wie einer beſtändigen Abhängigkeit von der Grundherrſchaft unterworfen ſind. Dergleichen ſind die Bauerngüter in den kaiſ. oſterr« deutſch- erb- ländiſchen Provinzen, ſo wie die nicht zu den Urbari- algründen gehörigen Induſtrialgründe unſerer Bauern; als: Weingärten, Rodungen, u. f. w. Den allerge- ringſten Werth endlich haben alle jene Grundſtüe, die bloß iure usus fruetus beſeſſen werden, und de- ren unmittelbare Beſißer, oder. vielmehr Nugnießer im ſtrengſten Sinne von einem Grundherrn, als voll- ſtändigem und allein wahrem Eigenthümer ſämmtli- ſaal ſo mit ſich brach- te, wirthſchaſtet, ſondern der unſer Gewerbe mit Lie- be und Leidenſchaft betreibet, und dem es weder an dem nöthigen ſtehenden und Betriebskapitale, noch an der erforderlichen Intelligenz gebricht, wird immer vorzugsweiſe ein ſolches Landgut zu wählen haben, welches -- 209== welches entweder gar keine, oder doch nur ſehr we- nige fixe Ginfünfre hat, weil der Theil des Kayitals, der für dieſe gegeben werden muß, gerade nur ſo aus- gelegt wird, als oh er auf andere Art an einem ſi- hen zerriſſen, oft Mei- len weit unter fremden Gründen zerſtreut herum liegen, wie dieß leider, bey uns, in unſern ſogenannten Com- poſſeſſoraten nur allzuhäufig zu ſehen iſt, da Midas türlich durch jede neue Theilung, die nach ſolchen Dek. der Landw. 1 Th. 14 210 ewas Grundſägen geſchicht, der Werth eines Landgutes im- mer tiefer herabſinken, weil eine ſolche übel berechne» te ZerſtüFelung, der häufigen Servituten und Vexa- tionen wegen, die ſie nach ſich zieht, jede gute und energiſche Wirthſchaſt völlig ausſchließt, welches na- türlich einen geringen Ertrag zur Folge haben, mithin den Werth verringern muß.== Res enim omnis(per consequens et fundus) tantum nonnisL valere Po- test, quantum eius usum Capimus.=> Für ſolche Gutsbeſißer indeſſen, die derley zerſtü>elte und zer- ſtreute Gründe in der Nähe der ihrigen anzukaufen, oder in Pfand zu nehmen Gelegenheit finden, fon- nen ſie allerdings einen verhältnißmäßig etwas hohe- ren Werth haben, weil dieſe ſich durch dergleichen Er- werbungen nach und nach in etwas arrondiren, und hiemit den Werth ihres ganzen Gutes einigermaßen heben können. 6,1586 15.) Je mehr eine Gegend bevölkert iſt, deſto mehr werden auch die Landgüter ſchon de8halb werth ſeyn, weil wegen der wohlfeilern Arbeit, die uns un» ter dieſen Umſtänden zu Gebothe ſteht, die Wirth- ſchaſt intenſiver betrieben, und mithin dem Boden von gleicher Fläche ein größerer Ertrag mit Nuten abgewonnen werden kann. S. 139. Außer dem aber, was wir hier erwähnten, muß noh alles das, wa3 auf irgend eine Weiſe- ſey es mittel- oder unmittelbar, einigen Einfluß auf den Werth eines Landzuts haben kann, immer zuvor in reifliche Erwägung gezogen werden, bevor man ſich zum Anfkaufe, oder zur Pachtung deſſelben entſchließt. Es iſt daher immer räthlich, ſich in der nächſten Nach» barſchaft und Umgebung, um alles, was auf die ört» lichen Umſtände irgend einen Bezug hat, genau zu erkundigen, um hiernach die Werthſchäßung des Gutes deſto beſſer berichtigen zu können. Nur nehme man ſich in Acht, daß man ſich in dieſer Angelegenheit nicht an intereſſirte iPerſonen wende, von denen man ſicher nicht die Wahrheit erfahren wird, S. 140. Ein ſo vollfommenes Landgut indeſſen, welches alle guten Eigenſchaften in ſich vereinigte, und gar nichts zu wünſchen übrig ließe, giebt es auf dem gan» zen bewohnten Erdrunde überall nirgends, und wir können uns daher immerhin begnügen, wenn nur deſſen gute Qualitäten die böſen überwiegen. Damit wir nun aber ſehen, wie die verſchiedenen ortlichen Eigenſchaften eines Gutes in den abſoluten Werth deſſelben ihren Einfluß äußern, und dieſen bald erhö» Hen, bald erniedrigen, iſt es nothig, daß wir alles das, was auf irgend eine Art dem relativen Werthe beygezählt werden kann, genau aufzeichnen, und ges? gen einander abwägen, um ſonach den ſchon bekann- ten abſoluten Werth des Gutes gehörig modificiren, und definitiv beſtimmen zu können. S.- 141. Ein jedes Landgut kann als unbewegliches Ver- mögen,=-wohl nur, ſeltene Ausnahmen abgerechnet=- 10 5 br 212 md bloß nach dem Maaßſtabe des Nußens, den es ab- wirſt, oder abzuwerfen vermag, richtig beurtheilt, und geſchäßt werden. Unſere erſte Eorge muß daher immer ſeyn, den Durchſchnittsertrag deſſelben aufs genaueſie zu erforſchen Da aber der Brutto- Ertrag eine38 Landguts nicht bloß dem Grund und Boden allein zu verdanken iſt, ſondern aus den zuſammen»- fließenden Zinſen des Grundkapitals, des ſtehenden Kapitals, und des Betrieb8kapitals zugleich beſteht, ſo müſſen nothwendig die Zinſen dieſer beyden leßtern Kapitale zuvor berechnet, und vom Bruttoertrage ab» gezogen werden, bevor wir vom Neinertrage des Erund und Boden3, der uns allein nur zum Maaßſtabe der Schägung dienen kann, jprechen können, G. 142. Gben aus dieſem Grunde iſt die Schätung eines Landguts nirgends leichter, als in jenen Ländern und Gegenden, wo die Güter allgemein verpachtet wer- den, und wo, ſich) daher für jede Gegend, jeden Bo- den, und jede Lage, ein allgemein giltiger, und landüblicher Pachtpreis feſtgeſeßt hat, von welchem, da er nichts als die Intereſſen des Grundkapitals auswacht, ohne alle Schwierigkeit auf den Werth des Grund und Bodens ſelbſt mit Zuverläßigkeit geſchlof- ſen werden kann- Dieß iſt vorzüglich der Fall in Englayd, allwo auch daher der Werth eines Land»- guts nie anders, al8 durch den Pachtpreis ausgedrüct zu werden pflegt, indem man z. B-« ſagt: Dieſes oder jenes Landgut iſt per Acre*) ſo und ſo viel Pfund IE Dieß: iſt das in England allgemein übliche Feldmaaß 7 Sterling werth; worunter man aber immer nur den Pachtſchilling verſteht, von welchem, als von dem Reinertrage, ſich Jeder leicht den Werth des Grund und. Bodens ſelbſt berechnen. kann, y. 1/15» Die agronomiſche Schägung des Bodens beſteht darin, daß wir von ſeiner chemiſch- phyſiſchen Con- ſtitution, von ſeiner Lage, ſeiner Geſtalt, und ſei- nen übrigen Eigenſchaften, die irgend einen Einfluß auf ſeinen Werth haben können, einen Schluß auf ſeine NReinertragsfähigkeit, und von dieſer wieder, als von den zu hoffenden Zinſen des Grundkapitals, auf den Werth des Grund und Bodens ſelbjt ziehen. Die- ſe Metyode der Schätzung iſt alſo zwar etwas weiter hergehohlt, läuſt aber doc) im Grunde auf das Näm» liche hinaus, weil doch immer nur die Größe des Nutzens den Maaßſtab zur Schätzung abgibt, Es iſt unttreitig, daß dieſe Schäßungsart man;ye Vorzüge Hat, nur ſeßt ſie eine ſehr genaue und richtige Kennt- niß des Bodens, und der darauf gegründeten Reiner- tragsfähigfeit voraus, wenn ſie nicht zu Jrrung Ver- anlaſſung geben ſoll. Ginigermaßen kann man wohl ſcyon von der Beſchaffenheit der Getreideſtoppeln, ſo wie von der der wildwachſenden Pflanzen auf die Grtragsfä- higkeit des Bodens ſchließen, Zuverläßigkeit jedoch, worauf man vollig bauen könnte, geben dieſe Zeichen allein nie, welches etwas kleiner ,/ als unſer in dieſem Werke durchaus angenommenes ungriſches Joh iſt, und etwa 1125 wiener[2 enthält, IV... M8 20 ME UHLSEIL Von der Schäßung der einzelnen Beſtandthei- le eines Landguts insbeſondere. S- 144, Bey der Würderung des AFerlandes gilt ganz vorzüglich das, was wir ſo eben von der Schäßung des Bodens im Allgemeinen geſagt haben. Es iſt nämlich zuerſt der Bruttoertrag im Durchſchnitt meh- rerer Jahre zu erheben, daraus nach Abzug des Ab- zuziehenden ,. der Reinertrag mit möglichſter Zuverlä- higkeit darzuſtellen, und von dieſem endlich, als von den Zinſen, auf das Grundkapital des Acerlandes felbſt der Schluß zu ziehen» Oder man unterſucht den Aer mit möglichſter Genauigkeit nach ſeinen- 218= der Weidezeit, und nach der Anzaßl und Qualität des Viehes, welches ſie zu nähren und zu ſättigen vermögen. 8. 147« Die Forſten und Waldungen, die heut zu Tage wohl nie ohne Beyziehung tüchtiger, und in der Taxation wohlbewanderter Forſileute, leichtſinnig ge- ſchäßt werden ſollen, konnen vorzüglich.auf zweyerley, Art gewürdert werden. Will man es nicht allzugenau nehmen=- wie es ſich wohl in manchen Gegenden, wo3i das Holz nur ſehr geringe Preiſe hat, nicht an- ders der Mühe lohnte== fo kann man, ſo bald nur einmal eine richtige Schlagordnung eingeführt iſt, aus dem jährlichen Durchſchnittsertrage, durch Abzug des Abzuziehenden, den Reinertrag ausmitteln, und von dieſem, als von den Intereſſen, das Grundkapital der Waldung ſelbſt mit Leichtigkeit berechnen. Will man aber größere Genauigkeit bezwe&en,= wie dieß wohl in manchen Gegenden, der hohen Preiſe des Holzes wegen, räthlich werden kann-=- ſo iſt zuerſt ſämmt- liches Gehölz, durch geſchi>te Forſtleute, nach den Grundſägen der Forſitaxation, und dann der Boden durch eben ſo geſchifte Landwirthe, nach den Grund» ſäßen der Agronomie, gehörig abzuſchägen, ynd bey- de Summen in Eins zu addiren. G. 1146, Die Obſtgärten können, meines Grachtens, eben - fo wie die Forſten, entweder nach ihrem duren das örtliche Klima und die Lage weit mehr noch als der Boden ſelbſt in Betrachtung kommen, da von die- ſen äußern Umſtänden ihre Fruchtbarkeit, ſo wie die Qualität und der Werth der Obſtfrüchte ganz vor- züglich abzuhängen pflegen, S. 140-. Sind die Weingärten auf ganz freyem, und zwar auf ſolchem Grunde, der nach Belieben auch zu andern Zwecken benußet werden könnte, ſo kann man ſie zwar auch ſo ſchägen, daß man zuerſt den Grund und Boden nach den Grundſäßen der Agronomie ab- ſchäget, dann den Werth der darauf befindlichen Weinſtö>e erhebt, und beyde Summen zuſammen ad» dirt- Gewöhnlicher jedoch, und unter Umſtänden, wo die Weinberge zu keinem andern Zwe>e benuktt werden können oder dürfen, allein thunlich, iſt es- dieſelbe ſo zu ſchägen, daß wir den durchſchnittlichen Brutto- Ertrag erheben, qus dieſem durch Abzug der Culturfoſten den Reinertrag darſtellen, und hievon, als von den Zinſen, aufdas Grundkapital des Wein- berges ſelbſt den Schluß ziehen. Da, wo die Weingärten ſehr häufig gekauft und verkauft werden, und hiedurch gleichſam die Natur der beweglichen Güter annehmen, kann man ſie auch mit ziemlicher Zuverläßigkeit, bloß nach dem laufen den Preiſe ſchägen, welches, wo e8 angeht, freylich am allerwenigſten umſtändlich iſt. Das örtliche Kli- Wand ZION ma ma und die Lage iſt übrigens bey dieſen Gründen, ſo wie bey den Obſtgärten, immer in die reiflichſie Uberlegung zu ziehen. G. 150» Die Hopfengärten können entweder ebenfalls nach ihrem Durchſchnitt8ertrag, und den daraus erhobenen Neinertrag geſchäßt werden, oder man ſch'6t den Grund und Boden nach den Grundſäaßen der Agrono- mie, und addirt dann den Werth deſſelben mit dem ebenfalls ausgemittelten Werthe der darauf befindli» ſicht genommen worden, S- 151- Küchengärten werden am beſten und ſicherſten nach der Analogie, als ob ſie AFerfelder waren, agronomiſch geſchäßt; nur daß no wegen ihrer grö» Fern Sicherheit, und wegen ihrer Naye am Wirth- ſchaftshoſe, ſo wie wegen der höheren Cultur und reichlichern Düngung, unter welcher dieſe Gründe viel? leicht ſchon viele Jahre lang ſtehen, dem erhobenen Bodenwerthe noch etwas Verhältnißmäßiges zuzuſe- Hen iſt, und daß auch die Obſtbäume, die ſich etwa in einem Küchengarten befinden, noch beſonders zu ſchäßen, und zu dem Grundwerthe zu addiren ſind, 6% 152: Bey der Würderung der ſogenannten engliſchen und andern Luxusgärten, können=- wenn ſie anders ien 221 4 vkonomiſch- richtig geſchäßt werden ſollen=- bloß der Grund und Boden, und die darauf befindlichen le- benden und todten Materialien in Betracht gezogen werden.. Man ſchätßt zuvörderſt den Boden nach Ana- logie und nach agronomiſchen Grundſäten, als ob er ein AFer, eine Wieſe, oder eine Weide wäre; dann ſchäßt man ſämmtliche Bäume und Geſträuche nach den Grundſätgen der Forſttaxation 3; und endlich ſchätßt man die Materialien der Gebäude, in ſofern dieſe auch zu andern und nüßlichen Zweden verwendet wer- den könnten. Denn inſofern dieſe und ähnliche Ge- genſtände bloß zum Luxus und Vergnügen dienen, kann darauf von einem ökonomiſchen Schäßer durch» aus keine Rüficht genommen werden, wenn er an- ders richtig verfahren, und nicht überſchägen will; wohl aber kann der Käufer ſelbſt, wenn er an Der- gleichen Vergnügen findet, dieſem ein verhältnißmäßi- ges Opfer bringen, und Etwas Über die Schäßung biethen, da er Herr ſeines eigenen Vermögens iſt, und da jeder größere Güterbeſißer doM auch auf Ver- gnügen einige Rüdſicht nehmen darf, wenn nur dar» über der Nugen, ohne welchem wohl auch das Ver»- anügen in die Länge nicht beſtehenj kann, nicht all» zuſehr aus den Augen geſeßt wird. 6.153. Fiſchteiche, und fiſchreiche Flüſſe und Bäche wer» den am beſten und richtigſten, nac) dem jährlichen Durchſchnitt3ertrage, und dem nach Abzug des Ab- zuziehenden, daraus hervorgehenden Reinertrage ge- ſchäßt. enum 3 4 3.243 zm 6. 154 Steinbrüche, Mergelgruben, Torfſtechereyen, 1 dal. werden am zuverläßigſten ſo geſchäßt, daß zuerſt durch Kunſtverſtändige unterſucht und ausgemittelt wird, wie viel ſie mit größter Wahrſcheinlichfeit von dieſen Materialien enthalten, und wie viel dieſe unter den gegebenen örtlichen Umſtänden etwa werth ſind, Dann berechnet man mit möglichſter Genauigkeit, wie hoch ſich die Koſten der Förderung dieſer Materialien belauſen können. Hat man einmal beydes ausgemitz- telt, ſo iſt es ein Leichtes durch Abzug der legttern den Werth des Grundkapitals darzuſtellen. Nur muß dieſer Werth noch dadurch näher beſtimmt und berich» tiget, und immer verhältnißmäßig Herabgeſeßt wer- den, wie viel dieſer Materialien jährlich zu fordern nach den Localumſtänden räthlich iſt, weil nur das, was jährlich gefördert wird, auch wirklich jährlich Zinſen bringt, das Übrige aber, bis zu ſeiner Förde» rung» gleich einem zwar ſehr ſicher deponirten, aber doch immerhin todten Kapitale liegen bleibet. GS. 155 Bey der Schäßung der Gebäude, wozu billig immer Baukunſt- Verſtändige“ beygezogen werden ſol- len, kommen drepyerley Rücdſichten zu nehmen: 1.) ob ſie ſchlechterdings zur Wirthſchaft nothwendig, und völlig unentbehrlich, oder 2.)* wenigſtens doch nüg- lich, oder endlich 5.) vollig entbehrlich und unnüß-/ mithin bloße Luxusgebäude ſind. Gebäude erſterer Art, wie z. B- die nöthigen Stallungen, 1- dal. müſ- ſen immer nach ihrem vollen Werthe geſchäßt werden, -=- 225---» ſo daß ſowohl ſämmtliche Materialien, als ſämmtli- mäßig, und feineswegs koſtſpieliger, als gerade nöthig iſt, gebauet ſind; widrigenfalls muß immer ihr Werth um ein Verhältnißmäßiges herab- geſeßt werden, wenn die Schätung nicht Schaden bringen ſoll. Die Gebäude zweyter Art, wie z. B. Heuremiſen u. dgl. müſſen eben deswegen, weil wir ſie nicht abſolut nothwendig haben, ſchon weit gerin- ger angeſchlagen werden, wenn wir bkonomiſch- rich- tig verfahren wollen, und zwar immer um ſo gerin= ger, je leichter wir ſie ohne Schaden bey der Wirth»- ſchaft entbehren können. Bey den Gebäuden der drit- ten Art endlich, können vernünftigerweiſe== ſobald von vkonomiſcher Schäßung die Rede iſt== bloß nur die Materialien, in ſo fern dieſe auch nach Abtragung derley Gebäude no einigen Nuten Haben fönnen, nach ihrem wirklichen Werthe geſchätt werden. S- 150. Die landwirthſchaftlich- techniſchen Gewerbe, als: Bierbrauerey, Branntweinbrennerey, Stärfebereitung, Ziegelbrennerey, Kalkbrennerey, Mühlerey u. m. a., zu deren Schäßung immer Kunſtverſtändige und tüch» tige Praktiker beygezogen werden müſſen, können mei» nes Erachtens, am leichteſten, und vielleicht wohl duch am richtigſten, bloß ſo geſchäßt werden, daß v- 224== man aus ihrem Durchſchnittsertrage die Reinertrags- fähigkeit ausmittelt, und von dieſer den Schluß auf das Gewerbe ſelbſt, als das reſpective Grundkapital, ſammt nöthigen Gebäuden und Requiſiten, mit einem Male zieht. Denn ſind die zu dieſen Gewerben be- nöthigten Gebäude völlig zwe>mäßig, und nichts wei- ter, ſo fallen ſie ohnedieß, und zwar nach ihrem vollen Werthe, in die Schäßung z; ſind ſie aber ent- weder unzwe&mäßig, oder zu koſtſpielig und zu lüxürios erbauet, ſo dürfen ſie= wie wir eben erinnert haben -- auf keinen Fall, nach ihren vollen Werth geſchägt werden« Will man jedoch, ſo kann man immerhin „wenn es nur mit vieler Vorſicht geſchieht= die Ge- bäude, die Requiſiten und Geräthſchaften, das etwa ausſchließliche Reht ein derley Gewerbe auszuüben, ac jedes für ſich und beſonders ſchätzen, und dann dieſe beſondern Summen in Gins addiren. Gut wird e3 immer ſeyn, beyde Schägtungsarten mit einander zu vergleichen, um auf dieſe Art eine durch die an- dere zu berichtigen, und ſonach unſer Urtheil mit größtmöglichſter Zuverläßigkeit beſtimmen zu fonten« Bey einigen Gewerben, wie z. B. bey der Ziegel- und Kalkbrennerey u. m- dgl- iſt immer bey der Schät- zung auch auf die Quantität und Qualität, ſo wie auf die Nachhaltigkeit des Materials genaue Rüſicht zu nehmen- Bey den Müblenwerken aber, ſo wie bey allen Maſchinerien, die durch das Waſſer getrie» ben werden, iſt vor Allem auf die Quantität und das "Gefälle des Waſſers, ſo wie auf alle übrigen Um- » Kände, welche die Kraft, wodurch derley Maſchinen jn Bewegung geſeßt und erhalten werden, vermehren oder oder vermindern können, der genaueſte Bedacht zu nehmen, wenn die Schätzung richtig ausfallen ſoll. SS. 157- Die Schäßung des Inventars(Fundus instru- etus) d. i. alles Deſſen, was auf irgend eine Weiſe zu dem ſtehenden Kapitale gerechnet werden kann, erfordert ganz vorzüglich/ daß ſie nur ſehr kundigen, tüchtigen, und rechtlichen Leuten anvertrauet werde, da hierbey öfters die gräulichſten Fehler, und die größten Betrügereyen begangen zu werden pflegen. Das beſte und ſicherſte iſt hierbey, wenn ſowohl der Käufer als Verkäufer(oder bey Pachtungen, der Pächter und Verpächter) zuvor mit Beyziehung von Mannern, wie wir ſie ſo eben erwähnten, das ſämmt- liche JFnventar, zur eigenen Nichtchnur, Jeder für ſich abſchägen, und dann darüber ſelbſt freundſchaftlich übereinkommen. Da dieß jedoch bey gerichtlichen Schä- kungen, oder bey Schätzungen der Staats8güter nicht wohl angeht, ſo müſſen unter ſolchen Umſtänden die Schäger dieſer Gegenſtände um ſo ſorgfältiger und ſcrüpülvſer gewählt werden« Der Maaßſtab zur Schägung des Jnventars iſt immer der Tauſchwerth, daher denn auch nur vom laufenden Preiſe die Rede ſeyn kann. Das Billigſte iſt, wenn aus dem laufenden Preiſe mehrerer vorher» gehender Jahre ein Durchſchnitt8preis ausgemittelt, und dieſen ſämmtlichen Gegenſtänden des Jnventars bey- gelegt wird. Daß auf alle etwaige Deteriorationen die gehörige Rü>ſicht genommen werden, und immer„ wo Dek, der Landw, 1 Th, 15 --“ 226=- dieſe wirklich ſind; ein verhältnißmäßiger Abzug ſtatt finden müſſe, verſteht ſich wohl von ſeibſt. 9. 158- Nichts in der Welt iſt leichter zu ſchäßen, als die beſtändigen Gefälle,(proventus xi) ſie mögen in baarem Gelde oder in Naturalien einkommen. Sind ſie vollig unwandelbar, und unveränderlich, ſo dürfen ſie nicht einmal berechnet werden, ſondern man zieht von ihnen geradezu den Schluß auf das Grund- fapital ſelbſt, aus welchem ſie als natürliche Zinſen ihren Ausfluß haben. Dergleichen Gefälle ſind: Der Hauszins(Gensus domalis) der Unterthanen; gewiſ- ſe Summen, die etwa von Fuſcriptionaliſten, oder von emphytevtiſchen Guts- oder Gewerbs» Beſißern in recognitionem iuris dominii directi gezahlt wer- den; der Pachtſchilling, wo etwa Erbpachtungen ge- bräuchlich ſind 3; das, was in manchen Gegenden von den Unterthanen als Reluition der Frohndienſte, oder anderer Laſten und„Obliegenheiten, nach einer auf ewi- ge Zeiten abgeſchloſſenen Übereinfunſt, gezahlt wird; u. m. dgl. Sind ſie aber nicht vollig fo unwandel- bar und unveränderlich, ſo muß freylich zuvor aus dem Durchſchnitte mehrerer Jahre ein Durchſchnittsge- ſäll ausgemittelt werden, um von dieſem auf das r*- ſpective Grundkapital ſchließen zu können. Derglei- t, lieber auf an- dere, die Wirthſchaft weit mehr fördernde Art inve» ſtirt haben wollte, im höchſten Grade zuwider ſeyn müſſen, -- 229--- „eee UW WR WS GW EeÖeGOeeem= wN Dan Einige Worte von den Shäßern, und S<äu- kungsregiſtern(Schäßungsprotokollen), SIN NAN] Q,- 160. CE „Jede Schäßung= beſonders aber die gerichtli- ] Gr iſt zu leſen: ;; den wir an,| 22,5 Großen zuvörderſt, ob in 1,5 315 ſeiner während dieſen eigentlicher die vermeſſen Außerdem etwa dieſelben 5 3 3———— ö.. .— — „ —