X 2 & x 5— 9 » ‿ Grundſäße- der € 2 2:50D5G oder |N 3. ai und vollſtändige Anleitung zum M 2605. 280 1260088 und zur Pflege der Wieſen und Weiden. „+ Ein Handbuch für»: praktiſche Landwirthe, von M. A. Angyalffy, mehrerer Landwirthſchafts- Geſellſchaften Mitgliede, Vierter Theil. Zu finden in allen Buchh nfe des Fn 28, Auslandes. D.KON1(:1„DEN A WOIE One million's worth of things vendible being pro- ductions from our earth, and raised by our own hands at home, will, when exported, bring a Na- tion more real gain, than the Sale of three millions worth of goods in manufactures, provided ihe ma- terials manufactured are purchased from abroad.=» Harte's Essay's on Husbandry- Dem Ehrwürdigen Vater der heutigen Laudwirthe Albrecht Thaer x. Preuß. Staatsrathe etc. widmet gegenwärtiges Werk bey ſeinem Schluße zum Zeichen ſeiner innigſten Dankbarkeit für das aus deſſen klaſſiſchen Schriften Erlernte, und ſeiner tiefſten, ungeheucheltſten, unbegrenzten, enthuſiaſtiſchen Berebrung im Lindlichſten Gefühle der Ehrfur 1104221144 VIII Wau, ß: 6;. 6 Iaid. 6..? 4 Krapp;: 4<.. Süßwurzel. 8; 5.. Kardendiſtel n 5. N S Hopfen„-..(9: WREDE Nadhtrag. Unterſuchung des landwirth- ſchaftlichen Bodens, p SSpQUNEN- DEF CrDeN 7.. Abſonderung der Faſern und Steine. Unterſuchung der Erde auf Humus. Unterſuchung der Erde auf Kals... Unterſuchung der Erde auf Sand.. Unterſuchung der Erde auf Thon.- Berfahren bey der Unterſuchung einer Bo- denart, welche keinen Kalk enthält Berfäahren bey der Unterſuchung einer Bo- denart, welche Kalk enthält. c Unterſuchung der Mergelarten=. S Unterſuchung der Modderarten, Ä In wie ferne die Unterſuchung des Bo- dens für den Landwirth paſſe.. Noc' &4 7 Die meiſten Schriftſteller bringen die Handelsge. wächſe, je nach dem Gebrauche, den ſie gewähren, oder je nach dem Materiale, das ſie für mancherley Gewerbe lie fern, in verſchiedene Unterabtheilungen, als Ochlyſlanzen Gewürzpflanzen, Arzneypflanzen, Manuſactur- und Fa- brifpflanzen, Geſpinnſtpflanzen, Färbepflanzen 2. 3 Da jedo< bey dieſer untergeordneten Eintheilung manche Schwierigkeiten aufſtoßen, ohne daß ſie zur Weſenheit im Geringſten etwas beytrüge, ſo überlaſſe ich ſie ſolt. Daß bey dieſer Operation der Pflug ſo vorgerichtet werden.müſſe, daß das Zugvich nicht in der Furche zu gehen komme, verſteht ſich von ſelbſt, weil ſonſt die Pflanzen entweder vertreten, oder wenigſtens in Unordnung gebracht wür- den. Die ſo verſeßten Repspflanzen werden hernach wie andere Hackfrüchte behackt, und geben eine ſehr reichliche Ernte, und vorzüglich ſhönen und ſchweren Saamen.*) Cine andere Methode, das Uibel der leeren Brache zu vermeiden, die ihrer Simplicität wegen mehr für unſere Umſtände paſſet, iſt die, daß man den Acker, ſtatt ihn brach liegen zu laſſen, entweder mit irgend einer frühen Kartoffelſorte, oder mit einer grünen Wi kenſaat | benußet, und dann erſt den Reps, wie ſonſt, breitwür- fig und auf gewöhnliche Art beſtellet. Dieß entſpricht allen Forderungen einer guten Wirthſchaft, indem der Acker dabey eben ſo gut vorbereitet wird, als wenn er brach gelegen hätte. Denn bey den zu Heu grün abge- TGL TNAae 5 Ter unde De EEE an 00:5 Schwerz's belg. Landw.z; und DiEſon's prakt. 8>erbaun. -- 13== mäheten Wicken können ja ohnedieß ſämmtliche oben er- wähnte Pflugarten eben ſo wie bey der Brache gegeben werden; und bey den Kartoffeln wird das eine Akkfern, das etwa unterbleiben muß, durch die Bearbeitung die- ſer Frucht während der Vegetation mehr als hinlänglich erſeßt. Beym Rapſe(denn mit dem Rübſen möchte es wohl ſce will, daß man vom Rübſen etwa 4 1/2/ und vom Rapfe, weil er größer iſt, etwa 6 J; pr. Cal. Morgen ſäe. TTT)== Nach Burger bedarf man 10 ") ſ. Thaer's, Dikſon's„ und Shwerz's ange- führte Werke. 6)|. Thaer's Grundſ, derrcat. Landw. 4X*%) ſf. DiEſon?5 prakt. A>kerbau. **4X) Pictet's Cours d'Agriculture Angloise. Db A- Young's General View of the Apgri- eulture ot the County of Suffolk; und Pictet's Cours d' Agriculture Angioise. +T?) ſ Tverten's Rapſaatbau im Holſtein ſe's prakt, Anl. zut Führung der Wirthſ = 1535=-=- bis 12 Iz Rübſen-Saamen auf das n. 8. Jo<.*)= Koppe ſagt, man ſäet auf den Morgen eine Meße Raps. X)-- Gotthard reſon.- 3/4= 2 1f/2Maaß| 7 ce.) In Yor>ſhire, 234===|" 4 IZ" Fn Sü fifo lk. 11/4= 212-| EMiach; FVeu ſem 1%...-2 EE ESIS I 2029276 5.) 057 f.) Nach Geri>e pt «&.) vom Rübſen. 612== Fh by BP.) vom Rapſe+ 8 5B===[v Sg.) Nac< Burger,= VENT RUVTE 170 7 Ef== 59 Tb DZ h.) Nach Koppe«+ 31/4== Maaß DIRE 167 HW DM 12519 BI 0 1)<> 1 *) ſf. Burger's Lehrbuch der Landw. x) f. Koppe's Unterr, im AFerbam« 3x) ſ,.. Gofthardt's prakt. Anw. zur Cuitur der Manufactur- Fabrik-und Handelspflanzen2co +|f. Weber*'s prakt. Handb. der Feldwirths- ſs nende Winde der Boden zuſchlagen, d. i. an ſeiner Ober- fläche ſo verhärten, daß die junge erſt zu keimen begin- nende Saat nicht wohl durchdringen kann, ſo muß er mittelſt einer leichten mit etwas Dorngeſträuche durch- flochrenen Egge, oder mittelſt einer neuen recht dorni- gen Buſchegge aufgerißet, und ſo für die jungen Pflänz- hen geöffnet werden. Der ärgſte Feind des Winterrepfes, der ſo manche Saat zerſivhrt, iſt der ſchneelooſe Baar= oder Blachfroſt im Winter, wenn er anhaltend iſt, und no< mehr der mit Thauwetter abwechſelnde Froſt des Nachwinters und erſten Frühlings, vorzügli) da, wo das Land etwa zu feucht und nicht gut entwäſſert iſt, Eben aus dieſer Ur= ſache Zus M7 wills fache iſt auch) das dben erwähnte BVerſeßen des Repſes, und das Bearbeiten und Behäufeln deſſelben, wo es die Umſtände erlauben, von ſo großem Nußen für dieſe Oehl- ſaat, weil einerſeits die dadurch entſtandenen Furchen oder Bertiefungen gleichſam zu Ableitern des Waſſers die= nen, andererſeits aber die angehäufte Erde die Pflanzen vor dem Froſte ſhüßet.= Der Raps wiederſteht in- deſſen dem Froſte in der Regel immer beſſer als der Rübſen. Bon den Erdflöhen und andern Inſekten leidet der Winterreps wohl nicht leicht beträchtlichen Schaden, in- dem er in der Regel immer nur erſt ſpät geſäet werden darf, da dieſes Geſchmeiß fich ſchon größtentheils zu ver= lieren pflegt."Wollte man ihn jedoch, wie wir oben an- gezeigt. haben, das erſte Jahr als Grünfutter benußen, ſo iſt er allerdings dieſer Gefahr ausgeſeßt, beſonders in ſeinem erſten Kindesalter, und bevor ſich noh ſeine ei- gentlichen Pflanzenblätter entwickelt haben. Man baue ihn daher zu dieſem Zwecke immer gleich nach der Hälf- te des Maymonaths, damit er ja um ſo ficherer den Zäh» nen der Inſekten entwachſe, und gebrauche dazu nie Rüb- ſen, weil dieſer nach Erfahrung dem Inſektenfraße weit mehr als der Raps ausgeſeßt zu ſeyn pfleget. Die Zeit der Ernte dieſes Gewächſes iſt da, ſo bald der größte Theil der Schoten zur Gelbreife gelangt iſt, und die darin enthaltenen Körner ſchwarzbraun zu wer- den beginnen. Die Nahreifung aller und jeder Sh F= 3005 8= m 4 4 Gi 4 19-= dder zur Feuerung immer noch gut genug bleibt. R)= Ob dieſes Erhißen auf die Keimkraſt des Saamens keinen übeln Einfluß habe, könnte wohl noch eine Frage ſeyn 3 allein der wenige Saame, deſſen män zur Saat bedarf, wird ohnedieß weit zweckmäßiger, wie wir oben ange geben, mit der gehörigen Auswahl einzeln abgepflückt und in den Schoten bis„zur Ausſaat auſbewahrt.== Iverſen räth jedoch den abgeeriiteten' Raps etwa 8 Tage lang auf dem Felde liegen zu laſſen, damit allda der etwa noſ on, in England, rech- net vom Rapſe, wenn er gut geräth, 40 bis 50 Buſhel Ertrag pr. Acre,***)= In Yorkſhire, in England, *) f. Jverſen's Rapſaatbau im Holſt. "I8) Gz Sher 57Grundſ. der rat rand: zw") f, Dikſon's prakt. AFerbau. ele IE 4==s erhält man gewöhnlich 4 Quarters vom Acre,*)= In Suffolk, ebendaſelbſt, iſt der Dur<ſc-=> | 9.) im Jahre 1804. 72-=-= Ie| |€.) im Jahre 1805 2 3/4==. 2.) im fünfjährigen DU jj 4 | ſchnitte„11 Si 62 13405 ZI 105| S.) In den Niederlanden, bey eis 111 guter Ernte 6...as=. 17 S h.) In der Gegend von Lille 14 3/8==-=- El 1.) Im franz. Flandern, im o Durchſchnitte.* 347--= | k.) Bey Menin 2001 829.226: ZG: mm R HEES | 1.) In den Sceldegegenden. 12-- 13 || 1708) MaM BMEger*.261:8=-- 22 1/2 | 10.) Nac Gotthardt+14 uE 71-700 2306 Unter unſern klimatiſchen und heimiſchen Berhältniſſen dürften etwa vom Rübſen 18, und vom Raps 20 Ms. *) f. Burger's Lehrbu< der Landw. *+) f. Gotthardt's Anw. zur Cultuv der Ma- nufaktur-Fabrik-und Handelspflanzen. pr. Joch, im Durchſchnitts- Maximum, mit Sicherheit angenommen werden können.== Lekterer giebt auf gehö- rigem kräftigem Boden immer einen etwas höheren Ertrag als der erſtere, ſo wie er auch gewöhnlich etmſas höher im Preiſe ſteht, indem er ein mehreres und beſſeres Oehl liefert. An Ochl giebt naß Gotthardt 1 Erfurter M+ 7, und nach Whiſtling 676 Ertrag.= Nach W e- ber ſoll der Dresdner Scheffel Rübſen 45--50 Ib Ocehl geben; der Raps jedo= || nern Bodenarten, ſo früh als es vor dem Natfroſte ge- ſchehen kann, geſäet werden muß. 8)|. Thaer's Grundſc der rat. Landw.; We- Ger's Handbu der Feldwirthichaft; und Whiſt- Ling's ödkonom, Pflanzenkunde. dae 27=. FS. 370- Ruta-Bagq Die als Futterwurzel ſo vortrefflihe Ruta-Ba- Ha, oder ſ endlich rechnet auf ein Stück Landes, wo ein Dresdner Schef- fel Getreide geſäet wird, 1/4 Mete Mohnſaamen,||) alſo 1/64 der Ausſaat des Getreides; ſo daß alſo nach unſerm Maaße etwa ein hieſiges Maaß pr. Joch erfor- derlich wäre, Dieß macht nach unſerm Maaße und Gewichte; a) MRah" Th aer).5 5 2» 0 3/8. 468 b.)- Gotthardt„ 4 3 2 34 Maaß* DnD 080 2.0000 88000148. 16..0528 HALS BD. 0 6 2700067 Dis 234:1(2 Maaß 2 e,)-= Fin>+: LEN TSBONN 1 Maaß y“ Meinen eigenen Erfahrungen gemäß brau bekam in verſchiede nen Jahren. einem Morgen von 150[] Ruthen(die Ruthe zu 8 Leipziger Ellen gerechnet, und alſo auf einer Fläche von 9600 Leipziger['] Ellen) nie unter 8, ſon- dern immer 9 bis 10 berl, Sceffel, mithin 4 bis 5. Dresdner Scheffel Saamen, wenn der Mohn an- ders gut geſtanden war,**)== Nach der zu Stutt- gard im T. 1756 herausgekommenen phyſikaliſch-6ko= nomiſchen Wochenſchrift, gab ein Morgen von 160[] Ruthen 4 Malter Mohnſaamen, das Malter zu 4 Simri gerechnet.***)= Na<4 Poske's obenerwähnter Anlei- Fung zum Mohnbau im Großen erträgt ein Calemb. Morgen 15 Himten Mohnes.|-)=- Der Mittelertrag des Mohnes im franz. Flandern, im Durchſchnitte des gan- gen Departement du Nord, iſt 184 Defalitres pr. Hektare. TT)= An der Shelde, in den Niederlanden, Hiebt ein Hektare über 19 Hektolitres Mohnſaamen.+4) Nach Burger endlich erhält man 10 bis 15 Mz. pr. nn... Joh. Fh) Dieß macht nac< unſerm landüblichen Maaße: Metzen& 22.) Nach Thaer SRE 157 bis 14 1/2022 HY Clemens» 5 97 x ZS Sanin *) ß Riems Das Ganze des Getyreidebaues. 4»). Cb end. ..*)f, Whiſtling's ökonom- Pflanzenkunde. +) ſj. Ebend. ID f Shwerz's belg. Landw, 111. B-. FD Ebend. TEE) 6 Burger's Lehrbuch der Landw. --'40 ce.) Nach Gotthard y a) im Durchſchnitte. 18 5/8== B.) im Maximum. 27 7/8== Y.) im Minimum. 938==- d.)= Blumhöof.«1527 B=-= 175 e:)= Find>ieireal"6"410 bis 12 ab ſf.)=- der Stuttgarder phy- ſikaliſch= ökonomiſchen Wo-- giebt ein Berl. Scheffel Mohn- ſaamen etwa 24 bis 25, oder ein Dresdner Scheffel eir- ca 46 bis 47 Iz Ochl.|)= Nah der ſchon erwähn- ten Stuttgarder Wochenſchrift giebt ein Malter von 4 Simri 16 bis 20 Maaß Ochl. 1)= Nac< Poske's ebenfalls ſchon erwähnter Anl. zum Mohnbau im Großen giebt ein Himten 16 Hz Ocehl. Tit.)= Nach Burger erhält man, je nachdem der Mohn leichter oder ſchwerer wiegt, und daher ärmer oder reicher an *) f Thaer's Grundf. der rat. Landw. 2*) f, Gotthardt's Manufaktur-Fabrik-und Handelspflanzen«. 8“) f, Riem's das Ganze des Getreidebaues. Di Cbend. 4x) Whiſtling's ökonom. Pflanzenkund> TFD fſ. Ebend. = 429-- Ochl iſt, vom n. 8. Mz. 18 bis 30 75 Ochl.*)= In den Scheldegegenden endlich ſollen 5 Hektolitres Mohn- ſaamen 1 Hektoliter Oehl geben.**) Dieß macht nach unſerm Maaße'und Gewichte 3.) Nach Thaer. 81/2-= JB? b.)=“ Gotthardt &.) im Maximum 23 7/3 bis 24 3/4 PB.) im Durchſchnitte 23-== iG C= Riem» 52:32... ver(AOA ISLE d.)-- FinFE.< 23.= 24 1/2,(iy e.) Na< der Stuttgar--" derWohenſ> ſ.) Na; Poske. 281/2.== Wb[7 =, Burger.„186 5/8> 31 em 17 17 .) In den Scheldegegenden der Niederlande.- 712== Maaßz A1:s dieſen Angaben erhellet deutlich, wie groß der Ocehlertrag dieſes kleinen Saamens ſey, da ein hiefiges Joch nach dem, was wir oben vom Kornertrage dieſer Pflanze geſagt, wenigſtens 3 Ctr, und darüber eines ſchr vortrefflichen Oehles zu liefern vermag, wie Tedermann leicht bere übertrifft es ſogar das beſte und feinſte Provencer Oehl durch die Eigenheit, daß es durchaus kein Aufſto- ßen aus dem Magen verurſacht, und dem Ranzigwerden *) ſ, Burger's Lehrbuch der Landw« 8*) 6% Schwerz's belg. Landw, Il, Zu ; -=- 483.-= weit weniger als dieſes unterworfen iſt.*) Sollte man jedoch dieß Letztere dabey befürc mann, er wiſſe aus eigener Erfahrung, daß der Ochl- rettig eine weit reichere und ſicherere Ernte, ſo wie auch beſſeres Ochl, als der gemeine Rübſaame liefert;*) und S< werz ſagt dagegen, daß er ihm nach dreyjährigen Verſuchen keiner Empfehlung würdig zu ſeyn ſcheine, „Er blüht“ ſagt ex„„ohne Ende, verſpricht Berge, und gebiert Mäuſe.“**) I< ſelbſt will über ſolche Männer um ſo weniger den Staab brechen7 als ich dieſe Pflanze zwar allerdings kenne, do< nie gebauet habe; und ich überlaſſe daher einem Jeden die nöthigen Berſuche ſelbſt anzuſtellen, ob dieß wirklich in mancher Hinſicht ſehr nüßliche und einträgliche Ochlgewächs, der Bedenklich Feiten ungeachtet, die ſein Anbau hat, nicht dennoch unter manckt, aber do) immerhin gut genug iſt, um von gemeinern Leuten bey der Zubereitung der Speiſen ſtatt Butter verwendet zu werden.= Noch beſſer iſt dieß Ochl aber als Brenn- material, da es weder raucht noh ſtinkt, und nur bey der allerſtrengſten Kälte ſeine Flüßigkeit verliert.= Halt- bar iſt es aber durchaus nicht, ſondern wird bald ranzig. Der Oehlgehalt dieſes Saamens wird folgendermaa- ßen angegeben: Nach Thaer ſoll ein berl. Scheffel 20 bis 24 I5 Ochl geben.= Na< Burger giebt dern, dz Ms. 18 bis 24 Tz Ochl.=- Nach Gotthard giebt die Erfurter Mekße 6 daſige J5 Ochl.=- Und Wh iſt- ling ſagt na; Germershauſens Hausvater, daß ein berl. oder 1/2 Dresdner Scheffel Dotterfaame 24.018928 Tb. Oehl gebe.>) Dieß macht nad) unſerm Maaße: Tb= 25) Nam. Tar 8+ 19 1f2 bis 23' 1/81 8 DE)= DUL qe 4«19 5/8== 26 1/4)Z C.), H Ghitthard..„«„ W1iſ2-=| d.)- Whiäſtling. 23 1/2= 27=> Außer der Benußung auf Ocehl, iſt dieſer Saame auch ſehr zwemäßig als Geſlügelfutter zu verwenden, und ſoll beſonders ſehr gut zum Fettmachen der Gänſe dienen. Die Oehlkuchen können mit Nuten zur Fütterung des Haudshaltsviehes verwendet werden; ſo wie das Stroh *) f. Thaer, Burger's, und Gotthard's, ſo eben angeführte Werke; und Whiſtling's 6konom, Pflan- zenkunde, .- 54 und die Spreu ebenfalls demſelben vorgegeben werden kann.=. Das Stroh giebt überdieß ſehr ſ<öne und feine Beſen, ""S. ah. Hi an f. Der Hanf(Cannabis sativa z; ungr, Keonderz; franz. Chanvre; engl. Hemp) gehört zu den Pflanzen mit getrennten Geſchlechtern, wovon einige bloß männ- liche Blüthen mit dem befruchtenden Blumenſtaube, und Feinen Saamen, andere aber dagegen bloß weibliche Blü- then mit dem darauf folgenden Saamen tragen. Erſte- rer wird bey uns der Blüthehanf( virägos kender); leßterer der Sgaamenhanf(magvas kender) genannt. -- Sie haben beyde eine lange, holzige, mit einem Bü- ſchel von Faſern beſeßte Wurzel ohne Aeſte 3 einen auf- rechten, holzigen, hohlen, mit einer faſerigen Rinde be- deckten, rauhen, gewöhnlich 4 bis 6 Fuß, unter beſon- ders günſtigen Umſtänden aber auch noc< viel höheren Stengel; kleine, ziemlich lange- lanzettförmige, ſcharf zugeſpißte, am Rande ſägeartig gezähnte, rauhe, dun= kelgrüne Blätter; und erſterer kleine bkaßgelbe Btküthenz letzterer aſchgraue, nußförmige, äußerſt öhlreiche Saa= men von der Größe einer Saatwicke. Der Hanf erfordert zu ſeinem vollkommenen Gedei- hen einen eben nicht ſehr looſen, do< auh nicht zähen, etwas feucht gelegenen, und nahrungsreichen Boden. Ein humußreicher, feuchtgelegener guter Lehmboden ſcheint alſo wohl ſein natürlicher Standort zu ſeyn. Do< kommt er auch auf ziemlich ſteiſen und ſtrengen Bodenarten no< immer gut genug ſoxt, wenn dieſe nur gehörig gelocert 2 und ſtark genug gedünget worden, ſo wie er bey etwas feuchter Lage auf ziemlich ſandigem Lehmboden noh im- mer mit Bortheil gebauet werden kann. Nur auf dür- rem trockenem Sande gedeihet er in keinem Falle 3 und immer muß der Acker, wenn er Hanf tragen ſoll, deſto feuchter gelegen ſeyn, je lockerer deſſen Boden iſt, und je mehr er Sand in ſich enthält.=- In abgewäſſerten Teichen, und an anderen unter Waſſer geſtandenen aber davon befreyeten Pläßen, die reich an vegetabiliſchem Modder ſind, ſcheint der Hanf ganz vorzüglich an ſeiner Stelle zu ſeyn.„„Er gedeiht“ ſagt S< w erz in ſeiner belg. Landw.„ſelbſt in ausgetrockneten Moräſten, wo Flachs und Getreide nur Miſt werden würden.“ In Hinſicht der vorhergehenden Früchte iſt der Hanf gar nicht delikat, und kann nach was immer gebauet werden; ja er hat die ſeltene"Cigenſchaft, daß er auch nah ſich ſelbſt mehrere Jahre hinter einander, und zwar ſo oft man will, gebauet werden kann, wenn nur der Boden für ihn geeignet iſt, und wenn man nur an der gehörigen Borbereitung und Düngung deſſelben nichts fehlen läßt.= Er ſelbſt iſt eine ſehr gute Borfrucht für Getreide, ſelbſt für den Weißen; in welcher Hinſicht ich denſelben aus eigener Erfahrung als eine überaus reini- gende Frucht ganz vorzüglich empfehlen kann. Dünger fordert der Hanf immer ſchr viel,' beſon- ders, wenn Getreide, und fonderlich, wenn Weißen dar- auf folgen ſoll; in welchem Falle man nicht leicht zu ſtark dazu düngen kann, Denn ſo ſchr aud) der Hanf als Reinigungsfrucht zu empfehlen iſt, fo muß. ich doch ge- ſtehen, daß er das Feld in hohem Grade ausſauget, ſo daß alſo bey einer ſchwachen Düngung nur ſehr wenig Kraft für die darauf folgende Frucht übrig bleiben könnte, Hierüber machte ich einſt eine comparative Erfahrung, die mir ewig merkwürdig bleiben wird. I< düngte ein cirea 2 Joch großes Feld ſehr ſtark= zu ſtark wie ich befürch- tete= und theilte es dann in zwey ganz gleiche Theile, deren alſo jeder aus etwa einem Joche beſtand. In die Ene Hälfte ſäete ich nun Wicken, und in die andere Hanf, und nach dieſen beyden Früchten beſtellte ich das ganze Feld mit Weißen. Nach den Wicken war der Weißen unübertrefflich. Er war ſo üppig, daß er ſogar eine kleine Neigung zum Lagern zeigte, und über 24 Metzen Ertrag gab. Nach dem Hanfe war er zwar ebenfalls ſehr ſchön, aber bey weitem nicht ſo üppig, ſo daß dieß ganz deutlich zu erkennen, und beyde Feldſtücke augenblicklich zu un- terſcheiden waren. Bom Lagern war hier auch nicht die fernſte Spur, und an Ertrag gab er mir nicht volle 20 Meßen, alſo 4 bis 5 Metzen weniger pr. Joch, als nach den Wicken; obgleich Boden und Düngung völlig gleich waren. Ein klarer Beweis, daß ich zu Hanf noch be- trächtlich ſtärker hätte düngen ſollen, um eine eben fo große Weißenernte wie nach Wicken zu erhalten, Fe bindender und feuchter der Boden iſt, deſto hi- ßiger und friſcher ſoll jederzeit der Dünger ſeyn, welchen man dem Hanfe giebt. Pferde= und Schaaſmiſt wird da- her auf ſolchem Boden in der Regel immer den Rind= viehmiſt an Wirkung übertreffen, wogegen auf looſeren und trocknern Bodenarten gerade guter verrotteter Rind- miſt beſſere Wirkung äußern wird.=- Bauet man den Hanf bloß im Kleinen, ſo wird der Tauben= oder Hüh- nermiſt, wenn man deſſen ſo viel haben kann, auf feuch- ten und bindenden Bodenarten jeden andern Dünger über- 22 LENZ]„ihne treffen, weil er äußerſt hißig iſt-== Je zäher und ſtrenger übrigens der Boden iſt, deſto ſtärker muß der Miſt ſchon aus der Urſache aufgefahren werden, um dem Felde die gehörige Lockerheit zu verſchaffen 3 wobey be- ſonders der friſche unzergangene Pferdemiſt die herrlichſte Wirkung hervorzubringen pfleget. Wiederhohltes gutes Auflo>ern des Bodens, beſons ders, wenn er etwa von Natur ſehr ſteif ſeyn ſollte, iſt eines der erſten Erforderniſſe zum Gedeihen des Hanſes. = Man pflügt daher das Feld vor Winters mit einer breiten Furche ſo tief, als dieß nur möglicher Weiſe ge- ſchehen kann, und läßt es in rauhem Zuſtande liegen 3 Jm Laufe des Winters bringt man den Dünger auf, den man ſogleich ausbreitet, und dann im erſten Frühlinge mit einer ſeichten Furche unterpflüget. Dann egget man das Feld, und pflügt und egget es in einigen Wochen wieder 3 bis man endlich, da es an der Zeit iſt, miteiner ſchmalen, aber tiefen Furche zur Saat pflüget.= Die Tiefe dieſer Saatfurche iſt beſonders wichtig, da ſie die ſchnellere und beſſere Bewurzelung des Hanfes erleichtert. S< werz will die Erfahrung gemacht haben, daß der Hanf für jeden Zoll einer mehr als gewöhnlichen OA die man dieſer lezten Pflugfurche giebt, um 1/2 Fuß höher wachſe.*) Die Zeit der Saatbeſtellung des Hanfes wird ver- ſchieden angegeben. Einige wollen ihn ſchon im Anfange Aprils beſtellt wiſſen, wogegen Andere ihn erſt ſpät, Anfangs Juny, oder höchſtens zu Ende May zu ſäen ra- then, ſo wie er auch wohl am gewöhnlichſten gebauet *)( Shwerz's belg. Landwirthſe will 2 bis 2 1/2 Himten Braun-|, ſchweiger Maaßes auf den Morgen geſäet wiſſen. 8**)==|; Nach Niem bedarf man quf ein Stück Land, wo man| einen Dresdner Scheffel Korn ſäct, 12, 14, bis 16 Mtz. guten Hanfſaamens.*%%*%*)=- Nach Whiftling rech- net man ordentlicher Weiſe auf einen Morgen von 180 | +)-- Eben ſo ſagt Weber, daß man auf 180[] R.| höchſtens 1 1/2 berl. Scheffel ſäct, außer, wenn man| ihn feiner als gewöhnlich haben wollte. TT)= Nach|( Burger bedarf man 2 1/2 bis 3 Mh. für das n. bd.' Joch; die Bauern in Kärnten aber ſäen nach demſelben|| 5 bis 6 Mz. auf daſſelbe Joh. TTT)= In dem Teck- lenburgſchen rechnet man gegen 1 Sceffel Roggenſaat' 1 3/4 Scheffel Hanfſaamen. F|ll) In Suffolk .*) f. Shwerz's belq. Landwirthſe's prakt. Anl. zur Führungder| Wirthſchaftsgeſhäfte. rit) f, Riems Getreidebat. F-ſ. Whiſtling's 6konom. Pflanzenkunde. +t) ſf. Weber's Handb. der Feldwirthſ f.)= Whiſtling. 26.04 152210118658 FSB ebi 98 Nm TL Af= pedm h.)= Burger|| &.) laut eigener Praxis. 17/8= 2 1/8 PB.) laut Praxis der Bauern in Kärnten.. 35/8= 4 3/8 1.) Im Tecklenburgſchen. 3122== m k,) Tn der Grafſchäft Suffolk in England. 15/8--== 1) Nach Fuß... 11/2= 2 m.) Nach meiner eigenen Praxis, 2=)=|) "» 6 A. Young's General View of the Agri- zulture ot the County of Suffolk; und Pictet's Cours d'Agriculture Angloise. =)"E1Fu6's Beyträge zur„Verbelſ.. der Landwirthſchaft. - 62=> In meiner Heimath, nämlich in der Gegend voti Totis(Tata) im Komorner Comitate, wo man den Hanf meiſtens nur im Kleinen und in Gärten bauet, ſäet mant ihn ſo außerordentlich dicht, daß man gewöhnlich 4 bis 5, ja oft wohl auc) 6 bis 8 Mezen Saamen auf das Joch verwendet, um nur recht ſchönen feinen Baſt zum Spinnen zu erhalten z allein der Saame, den man hiebey erhält, fällt ſo geringe, und auch ſo ſchlecht aus, daß man die benöthigte Ausſaat immer anders woher zukau- fen muß, und daß daher dieſe Art den Hanf zu ſäen, ungeachtet des vortrefflichen feinen Baſtes, den ſie liefert, und womit ſie die Hausfrauen erfreuet, im Großen und auſ freyem Felde dennoch keine Nachahmung verdient.= Um bey dieſer dichten Ausſaat dem ſonſt wohl immer nöthigen Saamenankaufe zu entgehen, pflegen ſorgfältige Hauswirthinnen hie und da auf ihren Mais- oder Kar- toffelfeldern einzelne Hanfkörner zu ſtecken, die ihnen denn freylich einen vortrefflichen, und nac< Berhältniß ihrer Wenigkeit, au ſehr häufigen Saamen liefern. Der Hanf geht bey günſtiger Witterung ſehr bald | auf, nachdem er geſäet worden, wächſt ſchr ſchnell em- | por, und hat vorzüglich das Gute und Bequeme, daß er | || ohnedieß, wenn er ſich nur einmal erhoben, mittelſt ſei- nes gewaltigen Schattens alles Unkraut unter ſeinem || Fuße erſtickt, und den Boden äußerſt locker erhält. Nur eine böſe Unkrautspflanze giebt es, nämlich den ſoge» nannten Hanftödter oder Hanfwürger(Oro- banche maior et ramosa) die an manchen ſeltenen Or- k ten, wo ſie zu ſehr einheimiſch iſt, bisweilen ein Jäten des Hanfes nöthig machen kann, wenn aber manc>ſon berechnet, daß der Hanf in England, wenn. er ſo, wie er im Felde ſteht, verkauft wird, zu 8 Pfund Sterling pr. Acre abzuwerfen vermöge.*) Dieß macht nacſon, daßman in Suffolk im Durchſchnitte auf 38 bis 40 Stein(a 14 J5) Hanf pr. Acre Rechnung mache; daß man aber allda zuweilen auch 45 bis 50, ja wohl noh mehrere Steine pr. Acre erhalte.**) Nach Burger beträgt der Ertrag des Han- fes an Baſt 600 bis 800 I; pr. Joch.|)= Im fran- zöſiſchen Flandern, oder im franz., Departement du Nord erhält man vom Hanfe 40 Myriagrammes Lint (Bait pt? Hektare, Jil) Dieß giebt auf unſer Maaß und Gewicht reducirt: *) f, Di>kſon's prakt. A>erbau. +t) f. Ebend. P ſ. Burger's Lehrbuch der Zandw. ++)| Shwerz's belg. Landw. I11. B, 5 X a.) Nach Di>ſon, in Suffolk Ctr. 5 a.) im Durchſchnitte«+ 4,59 bis 4,84/ 7 (2) SEUDRUON 2 u Dol 6 13 009/07 Ee p.)Nach Birger(-/ 12.10. 4790676(2 e.) Im- ſranz. Flandern-+. 210109 enz im Nah eigener Erfahrung kann ich den Baſtertrag des Hanfes, ungeachtet dieſe Pflanze unter allen Han- del8gewächſen mein Liebling war, unmöglich angeben, ohne eine Unwahrheit zu ſagen, weil ich gewöhnlich den Hanf gleich nach der Ernte dem Gynäfkeion überlieferte, und mich wenig oder gar nicht mehr darum bekümmerte, noc< viel weniger darüber etwas aufzeichnete, was ich wohl freylich nicht unterlaſſen haben würde, wenn ich mir ſchon damals hätte vorſtellen können, daß ich je über Wirthſchaft etwas ſchreiben ſollte. An Saamen hatte Sk- ſon, in England, iſt der Körnerertrag des Hanfes etwa 11 bis 12 Buſchel pr. Acre.**)= Gotthard nimmt vom Haufe 48 Erfurter Metzen Saamen pr. daſigen Acker an.|)= Im Departement du Nord in Franf- reich, oder im franz. Flandern, erhält man 19 bis 20 Hektolitres pr. Hektare. 1)= T< ſelbſt endlich, konntt bey meiner Bauart des Hanfes, in guten und beſonders geſeegneten Jahren etwa auf 20, und im Durchſchnitte &* “ a) ſ, Shwerz's belg- Landw. a“) ſ. Dikſon's prakt. A>erbau. +) ff Gotthard's' Manufaktur- Fabrik- und Handelspflanzen, +t) 6 Shwerz's bel!g. Landw, I1l. B. eit aao PIO) hen der Jahre etwa auf 15 Mz. diefes öhlreichen Saamens Rechnung machen. Dieß giebt nach unſerm Maaße folgenden Kornertrag: a.) Naß S< werz, in einem Mg. abgelaſſenen Teihe 21 7/8=== 5.) 2 DUE[0m 4:64,09 48) DALI"0 ce.)= Gotthard« 18 5/8= d.) Im franz. Flandern.„ 10 3/8= 10 77 e.) Nach meiner eigenen Praxis a.) in beſonders geſeeg» neten Jahren 6:20-= * B.)im Durchſchnitte« 15--- Aus dem hier Angeführten erſicht man hinlänglich, daß der Hanf, wenn er gehörig gebauet wird, eine ſchr einträgliche und ergiebige Pflanze ſey, und daß daher Weber von demſelben völlig irrig behaupte, daß deſſen Ertrag wenigſtens um 2/3 geringer als der des Leines ſey. Ganz richtig und mit vollkommener Kenntniß die= ſer Pflanze ſagt dagegen Burger:„Der Hanf liefert zwar gröbern Spinnſtoff als der Lein, dafür erhält man aber von einer gegebenen Fläche mehr, und die Kultur dieſer Pflanze iſt mit minderer Mühe verbunden.“ An Ochl giebt naß) Gotthard die Erſurter Meke Hanfkörner 6 1/2 Iz und na; Whiſtling erhält man aus 4 Jh; Hanfſaamen ungeſähr 12 Loth Ocehl.-- Dieß wäre nach unſerm Maaße und Gewichte: a.) Nach Gotthard. 4 025 Tb yr. Mb. b.)- Whiſtling. 12. 59:08; 16: pr, 7 Ct. Allein dieſe beyden Angaben ſcheinen mir doh nicht ganz richtig und zuverläßig. Denn erſtere ſcheint mir in Hinſicht dG äußerſt geringen Gewichts dieſes Saamens, S00T= Po H(au ===2,00 E00 neun wovon der hieſige Preßb. Meßen bloß etwa 60 kh wiegt, wohl etwas weniges übertrieben, leßtere aber, wenn nicht etwa ein Druckfehler zum Grunde liegt, nach wel- ken, kurz gar keine Arbeit bis zur Ernte; 2.) reiniget und lockert er, ungeachtet deſſen, das Feld unübertrefflich, worin ihm ſobald keine andere Frucht, die wir auf freyem Felde bauen können, gleich kommt 3 3.) kann er ja, ſobald die Blüthezeit vorüber iſt, ſo wie dieß von einigen einſichtsvollen Landwirthen in England und anderwärts gefhicht, und beſonders von S giebt der Teihſchlamm, nachdem er zuvor einiges Zeit der Atmoſphäre ausgeſeßt, oder wohl auch mit etwas Miſt verſeßt worden, einen vorzüglichen Dünger ab. Da der Lein einerſeits eine lockere und gut gepül- verte Krume liebet, andererſeits aber ſchr leicht vom Un- Fraute leidet, ſo iſt in dieſer doppelten Hinſicht ein dfte- res Pflügen und Eggen, als Borbereitung zur Saatbe- ſtellung, eines der erſten und weſentlichſten Erforderniſſe einer guten und zweckmäßigen Leinſaat. Man ſtürzt da- her das Feld vor Winters mit einer tiefen Furcſon rechnet 2 bis 2 1/2 Buſhel Saa- men auf den Acre. 22)= Gericke nimmt 3 Himten braunſchw. Maaßes auf den Morgen an.+)= Bur- ger ſagt, man ſäect 2 bis 3 Mz. auf das Jo<. TT)= Riem giebt auf einen Acker von 150[-] RN. ungefähr 6 bis 8 Dresdner M;h., wenn mehr auf Feinheit des Baſtes, und etwa 5 bis 6 derley Meßen, wenn mehr auf Menge und Güte des Saamens geſehen wird, als die richtigſte Ausſaat an“|P)= Nach Pfarrer Meyer *) f, Gotthard's Manufaktur- Fabrik sund Handelspflanzen. *a) ff, Shwerz's belq. Landw. z*) f, DiEſon's prakt. AFerbau. + f. Geri>e's prakt. Anl. zur Führung der Wirthſchaftsgeſchäfte, 4T) ſ. Burger's Lehrbuch der Landw. +t?) ſf- Riem's Getreidebau.“u a. 80== ſäet man 1 1/2 Himbten Leinſaamen gegen 1 Himken Roggen, alſo um die Hälfte dichter als Roggen.*)= Bey Lille im franz. Flandern ſäct man 9 Havots auf 0,8 Bunder. Bey Menin in den Niederlanden ge- braucht man auf 1 1/2 Bunder 5 1/4 Raſieres- An der Schelde ſäct man vom Nigaer Saamen etwas Über 1 Hektolitre pr. Hektare; vom inländiſchen aber das Doppelte; es ſey denn, daß dieſer 20 Monathe lang in den Knoten gelegen habe, wo man alsdann 5/4 Hekto-|, litres pr. Hektare für zureichend hält. X*)=- Die rich»|; tigſte ſowohl, als die beſtimmteſte yund. umſtändlichſte|, Angabe über die Ausſaat des Leins, ſcheint mir endlich| die Weberſe's prakt, Anl. zur Führung der Wirthſchaftsgeſhäfte. FERSE RR RFI SE M Gutes warmes Wetter, mit öfters untermiſchtem ſanftem Regen, iſt das, was dem Flachſe während ſei» ner Begetation am meiſten behaget. Nur bey ſolcher Wit» terung, wird er= kraftvollen Boden und gehörige Be- arbeitung vorausgeſeßt=- ſchnell empor wachſen, ſeinen Unfällen meiſt entgehen, und jene dunkelgrüne Farbe annehmen, die immer ein Zeichen ſeiner Geſundheit und ſeiner Kraftfülle iſte In Hinſicht der richtigſten Erntezeit des Leines ſind nicht alle Schriftſteller und Landwirthe einig. Einige wollen, daß man ihn erſt bey völliger Reife von dem Felde bringe, die meiſten aber ſind für eine etwas frü- here Ernte, und ſchreiben vor, daß man ihn=- ſo wie es auch wirklich größtentheils geſchieht=- ſchon in der Gelbreife, d. i, zur Zeit, da ſeine unterſten Blätter ab» fallen, und die Stengel gelblich und die Saamenköpfe bräunlich zu werden beginnen, ausrauffe, weil dann der Baſt feiner und geſchmeidiger iſt, während er bey völlio ger Reife gröber und ſpröder zu ſeyn pfleget.=- Uebri- gens kommt es bey der Beſtimmung der Erntezeit immer darauf an, ob man vorzüglich nur auf Flachs odermehr auf den Leinſaamen ſein Augenmerk zu richten hat. Im erſteren Falle iſt natürlich die Ernte zu beſchleunigen, im andern iſt ſie dagegen ſpäter vorzunehmen. Zum eigenen Saamendbedarf wird wan indeſſen in jedem Falle wohl thun, wenn man ein verhältnißmäßiges Stück Feldes bis zur völligen Reife ſtehen läßt, um recht vollfommenen Saamen zu erhalten, da nur ein ſolcher eine gute Saat geben kann. No beſſer iſt-es aber, wenn man ſc= ſon, je nach Umſtänden, von 20 bis 70 Stein(814 16) pr. Acre. Als mittlern Ertrag nimmt er indeſſen 40 bis 50 Stein Flachs pr. Acre an. X*)= Nach Burger wechſelt der Ertrag des Leins an Flachs von 300 bis 500 I: pr. Joh. 1)= In Yorkſhire, in Eng- land„ iſt der Mittelertrag des Flachſes 5 Ctr. pr. Acre. TT) Dieß macht nach unſerm Maaße und Gewichte: a.) Nam Shwerz Ctr.= &.) bey eigener Wirth= ſchaft, auf ſchr rei- iG enbaun. +t) ſ« Burger's Lehrbuch der Landw, +1) Pictet's Cours d'Agriculture Angloise. LX (OD 2D --2- m&T 9,=-=*? ri Shunt+ 7"Ed. I GigE Maak: - 389= Ctr. b.) Nach Di>ſon, in England a.) vom Minimum bis zum Maximum ,« 2,42 bis 8,46 B.) im Mittelertrage+ 4,84== 6,05 ce.) Nach Burger.. 2725= 3,79 d.) In Yorkſhire, in Eng- land. im Mittelertrage...... 4, 83,7, 77 >[]0031= P6vL*at Aber auch der Körnerertrag des Leines iſt nichts we- niger als unbeträchtlich, ob er gleich dem Flachsertrage nicht gleich kommt.=- Nach Gotthard iſt dieſer Er- trag im Durchſchnitte 24 Erf. Mz. pr. daſigen Acker oder Morgen.*)= Di>ſon ſagt, daß in England der Acre etwa 6 bis 12 Buſhel Leinſaamen gebe. XX)-- S< werz- bekam auf oben erwähntem äußerſt nahrungs=- reichen Felde 8,07 Scheffel pr. M. Morgen.== Bey Lille im franz. Flandern erhielt man 3 Säcke auf 0„8 Bundern; und bey Menin, in den Niederlanden, 14 Raſieres von 1. 1/2 Bunder.= Im franz. Flandern, im Durchſchnitte, erhält vom feinen( dicht geſäeten) Lein 6, und vom groben(ſchütterer geſäeten) 9 bis 10 Hektolitres pr. Hektare.+)= Nac< Burger endlich erhält man vom Leine, wenn man die Pflanzen ganz reif werden läßt, 8 bis 10 Mh. Saamen pr. nm. d. Joch. Tt) xf. Gotthard's Manufactur- Fabrik- und Handelspflanzen. 2x) f. Dikſon'5 prakt. AEerbau. +)|. Shwerz's belg, Landw« ++) f. Burger's Lehrbuch der Landw« ER LI R Sa In LÄ ARIE Dieß giebt auf unſer Maaß reducirt folgenden Kör- nerevtrag des Leines: Mzz. 3.) Nach: Gotthard.„1.9 29 EEE EZ EU b.)- Dickſon DIM 12245 31 EN SUOTE 17 1904 1757 e.)= SHwerz, auf äußerſt 2 reichem Boden 5. WS= 43); Bey Qi VDei 4 1 08 ENSE EE ZNS 0.) Dey Men=. 314='=( ft.) Im franz. Flandern a.) vom feinen Flachſe 31/4-= B.) vom gröberen.+14: 7680415 1/21 S:) Nah Burger- N 5 3/4- 7 1/4) Uebrigens hängt der Saamenertrag des Leins immer auch von der Quantität der Ausſaat ab; je ſchütterer man nämlich ſäet, deſto mehr hat man bey übrigens glei= hen Umſtänden Saamen zu erwarten, je dichter, deſto weniger. 0 =D] 0021 Der Ocehlgehalt des Leines iſt nach verſchiedenen Schriftſtellern bald größer, bald geringer.= Nach G ot t= hard giebt 1 Erfurter M;k. Leinſaamen 6 daſige 15 Ochl.*)= Na< Weber erhält man vom berl. Schef- fel 12 bis 14 Hz Ocehl.**)= Nacerſchwärze iſt. Zum gewöhnlichen Schmälzen der Speiſen taugt dieß Oehl in der Regel zwar nicht, und könnte höchſtens dem Gaumen ſehr geringer und armer Leute angemeſſen ſeyn z doch wird bey uns das gute friſche Leinbhl mit der bekannten und in manchen Gegenden beliebten ſäuerli- hen Kleyenſuppe(ungr. Keszöcze ſlow. Biszelicze), ſo wie auch mit rohem Sauerkraut, ſelbſt in den wohl= habendſten und reichſten Häuſern, als Delikateſſe genoſſen. Als Arzneymittel iſt das Leinböhl oft Menſchen und Thieren äußerſt heilſam, und wird häufig zu Klyſtiren angewendet, die, beſonders bey hartnäckigen Berſtopfun= gen ſehr gute Wirkung leiſten.= Die Ocehlkuchen geben dem Biche eine ſo kräftige Nahrung, daß ſie auch mit v =.|99<- vielem Erfolge bey der Maſtung angewendet werden kön- nen,=- In England wird von Manchen ſogar aus dem Leinſaamen ſelbſt ein äußerſt kräftiges und treibendes Maſtfutter bereitet, indem man dieſen entweder kocht, oder quetſcht und kochendes Waſſer darüber gießt.== Schmackhaftes Fleiſch erwarte man zwar von dieſem Futter niht, aber im höchſten Grade mäſtend iſt es auf jeden Fall. Ungeachtet ſeines mannigfaltigen Nußens aber hat doch der Leinbau viele Bedenklichkeiten, die der Landwirth Feineswegs außer Acht laſſen darf; denn 1.) ſaugt der Lein das Feld nicht wenig aus,„ohne ihm=- außer wenn man etwa den Saamen verfüttern, oder wenigſtens die etwa verfütterten Oehlkuchen in Anſchlag bringen wollte -=- etwas" wieder zu geben; 2.) iſt er eine ſchlechte Bor- frucht für daz Wintergetreide, welches doch immer der Hauptzweck unſeres Ackerbaues iſt; 3.) iſt deſſen Ertrag äußerſt unſicher; 4.) erfordert er ſowohl während der Begetation, als vorzüglich bey der Ernte und Zubereis tung zum Flachſe, äußerſt viele, koſtſpielige und zeitver- ſplitternde Arbeit, ſo daß deſſen Anbau mit vorzüglicher Hinſicht auf feines Spinnmaterial wirklich nur für ſehr hoh bevölferte Länder und Gegenden geeignet zu ſeyn ſcheint. 1470: Sa bar: Der Tabak(Nicotiana z ungr. Dokäny; franz. Tabac; engl. Tobacco) iſt eine bey uns allgemein bekannte, und im Kleinen wohl allenthalben, an vielen 0 8 Orten aber ſelbſt im Großen gebaute Pflanze. Es giebt vorzüglich zwey bey uns bekannte Hauptarten, nämlich den amerikaniſchen(Nicotiana Tabacum), und den aſiatiſchen(Nicotiana rustica), welche beyde wieder mehrere Unterarten und Barietäten in ſich faſſen, und ſich übrigens in folgenden weſentlichen Punkten von einander unterſcheiden: Der amerikaniſche Tabak hat eine ſtarke äſtige Wurzel z; einen aufrechten, runden, fein behaar= ten, oben äſtigen, 4 bis 8 Fuß hohen Stengel; große, eyförmig= lanzettförmige, ungeſtielte, abwechſelnd ſit- zende, fein= behaarte, 1 bis 2 Schuh lange Blurrer 5 trichterförmige Blüthen, deren unterer eine lange Röhre vorſtellender Theil von weißer oder blaßgrünlicher, der obere oder tonnenförmige Theil aber von blaßröthlicher, und der äußerſte, den Rand formirende Theil endlich von ſchöner purpurrother Farbe iſt. Der aſiatiſche dagegen, deſſen beſſere Barietä- ten gewöhnlich unter dem Namen Paſcha-Tabak bekannt ſind, unterſcheidet ſich durch ſeine merklich min- dere Größe, da er kaum über 2 bis 3 Fuß hoch wird 3; durch ſeine geſtielten, herzförmigen, oder abgeſtumpft= eyförmigen Blätter; und durch ſeine kürzeren, und klei» neren, gelben, oder grünlichgelben Blumen. Erſterer wird heut zu Tage wohl einſtimmig für beſſer und einträglicher gehalten, daher er denn auch den leßteren in neuern Zeiten ſaſt ganz verdrängt hat. Der verſtorbene treuherzige Chriſt rühmte zwar auch eine Ba rietät des leßteren, die er eben unter dem Namen des aſiatiſchen Tabaks dringend empfahl, und deren Anbau und Benußung er in einer eigenen Abhandlung umſtänd- lim beſchrieb; allein Alles zuſammengenommen, und gehbrig gegen einander abgewogen, wird doch wohl im- mer dem amerikaniſchen Tabak vor dem aſiatiſchen der Borzug gebühren; und weit weniger werden noch andere Arten und Barietäten des Tabaks, die bisweilen von Einigen, um etwas Neues aufzutiſchen, auspoſaunet wer- den, demſelben den Borzug ſtreitig zu machen im Stande ſeyn. Eben deshalb will im hier auch bloß nur vom amerikaniſchen Tabak handeln. Der Tabak liebt vorzüglich einen milden humus- reichen Lehmboden lockerer Art, der eine mehr trockene als feuchte Lage hat. Er kann nah jeder andern Frucht zebauet werden, wenn das Feld nur immer zuvor ſtark gedüngt, und tieſ gelockert wird. Ja er kann unter dieſer Bedingung auch nach ſich ſelbſt, ſo oft man will, hinter einander folgen, wie dieß bey uns, da, wo er im Kleinen gebauet wird, wohl allenthalben zu geſchehen pflegt. Als Borläufer vor andern Früchten, ſelbſt vor Wintergetreide, äußert der Tabak eine ſchr gute Wirkung; nur muß dann zu dem- ſelben beſonders ſtark gedüngt werden, weit ſtärker, als dieß zur reinen B Brache erſorderlich ſeyn würde. Das für den Tabak beſtimmte Feld wird vor Win- ters möglichſt tief umgebrochen, und in rauhen Furchen licgen gelaſſen. Während des Winters=- wenn es an- ders die Lage des Feldes zuläßt=- wird dann der Dün- ger aufgeſahren, und ſogleich gebreitet. Im darauf fol= genden Frühlinge, ſobald der Acker trocken iſt, wind der Dünger mittelſt einer ſeichten Furche untergebracht, darauf wird geegget, und unmittellar vor dem Pflanzen -- 95== wird endlich zu mittlerer Tiefe gepflüget, und das Feld mittelſt der Egge und Buſchegge recht klar gemacht. Da zum Gedeihen des Tabaks weſentlich erfordert wird, daß die Pflanzen möglichſt ſrüh, d. i. ſchonin der letztern Hälfte des Maymonaths, oder doch allerſpäteſtens in den erſten Tagen des Juny ausgeſeßt werden, ſo iſt zur Hervorbringung derſelben, ein Miſt= oder Treibebeet erforderlich, theils um ſie gegen den Froſt zu ſchüken, gegen den ſie in dieſer ihrer erſten Jugend ſehr empfind= lich ſind, theils um ihr Wachsthum auf alle nur müg= liche Art zu vermehren, und zu befördern. Wit ein Miſtbeet kunſtmäßig einzurichten ſey, gehört zwar in die Lehre vom Gartenbaue 3; indeſſen kann ich doc< nicht En hier die Errichtung eines zwar ſehr einfa= e an, füllen den untern Theil dieſes Bierecks mit gut verrottetem Miſte, und den obern mit guter fruchtbarer Gartenerde, und ſäen ihren Tabaks» ſaamen darauf. In Teutſchland gebraucht man an manchen Orten zur Erziehung der Tabakspflanzen aach häufig die ſoge- nannten Tabakskutſchen, welche auf folgende Art berei- tet werden: Man ſchlägt hölzerne Pfähle, die oben eine Gabel formiren, in einem beliebigen Biereke in die Erdez auf dieſe Gabeln legt man dann der Länge des Bierec>ks nach ziemlich ſtarke Stangen, queer über dieſe werden wieder andere Stangen gelegt, vie ſchon etwas ſchwächer ſeyn können, darüber kommt Reiſig, auf dieſes langer und hißiger, dann kurzer und verrotteter Miſt, und end= Lich feine lo>ere Gartenerde, worauf ſodann geſäet wird. == Daß dieſe Maſſe von Miſt und Erde mit Brettern eingefaßt werden müſſe, verſteht ſich wohl von ſelbſt.= Dieſe ſchwebenden Beete haben den Bortheil, daß fie von Maulwürfen und Regenwürmern verſchont bleiben. Je 077 Bn Je früher man den Tabaksſaamen ſäen kann, deſto beſſer iſt es, theils, weil die frühere Saat weit ſiche- rer als die ſpätere den Erdflöhen und anderem Ungeziefer entwächſt, theils, weil man bey früherer Ausſaat mit weit mehr Gewißheit zu rechter Zeit mit gehbrig erſtark- ten Pflanzeu zum Berſeßen verſehen iſt, woran doh je- /"dem Tabakspfſlanzer immer ſehr viel gelegen ſeyn muß. Der Saame muß ziemlich dicht geſäet werden, etwa ſo, wie man Salatſaamen ſäct,. oder wohl nod) etwas dichter.=, Verſchiedene Scriftſteller=- mitunter au< einige von Bedeutung= wollen, daß man den Saamen ; vor dem Säen einquellen, und in der Nähe eines war= men Stubenofens zum Keimen bringen ſoll. I< halte aber nichts davon, ſo wie ich überhaupt von allen natur- widrigen Künſteleyen in der Landwirthſchaft nichts hal- ten kann. Solche erzwungene Pflanzen werden immer . ſchwäclich bleiben, und ſind beſonders gegen den Froſt weit empfindlicher als die, deren Keimen den Kräften der Natur überlaſſen worden iſt. Iſt einmal der Saame geſäct, ſo müſſen die Pflan- zenbeete immer feucht gehalten, und daher mit temperir-= tem Waſſer fleißig begoſſen werden. Das beſte Waſſer zum Gießen iſt Regenwaſſer, oder zuſammengelaufenes Miſtpfuhlwaſſer, und in Ermangelung beyder, fließendes Bachwaſſer.= Sollte man gezwungen ſeyn Brunnen- waſſer zum Gießen zu nehmen, ſo muß es immer zuvor einige Zeit lang der Sonne ausgeſezt werden.== Um das Waſſer treibender und das Wachsthum der jungen Pflänzchen befördernder zu machen, iſt es gut, Hühner- oder Taubenkoth, oder auch ſriſche Kuhfladen darein zu werfen, und darin zergehen zu laſſen.== Das Begießen Grundſ. d. Feldk. 4. Th. 7 === ÄR+ was geſchieht im Anfange, da die Pflänzchen noh ſehr zart, und die Nächte kalt ſind, täglich nur einmal, nämlich gegen Mittag, ſpäter aber, da die Pflanzen ſchon etwas ſtärker, und die Witterung gelinder geworden, pflegt man ſie täglih zweymal, nämlich früh und abends zu begießen. Zeigt ſih Unkraut auf dem Pflanzenbeete, ſo muß ſolches alſogleinem Wetter darf das Berſeßen immer nur in den Abendſtunden vorgenommen werden, da ſie denn doh durch die Kühle, und dem etwaigen Thau des Abends und Morgens einigermaaßen geſtärkt, die ſonſt für ſie leicht tödtliche Hiße den folgenden Tag ſchon etwas leich- ter überſtehen, als ſie dieſelbe unmittelbar nach dem Ber- ſetzen überſtanden haben würden. Die Quantität der auszuſeßenden Pflanzen wird, wie ſehr natürlich, immer durch die Entfernung beſtimmt, in welcher die Pflanzen von einander geſeßt werden. Seßt man dieſe daher, ſo wie mein Freund will, 1 1/2 Fuß „7 3 was ROO=== weit von einander, ſo braucht man auf unſer" gewdhnli- ern des Bodens, die Atmoſphäre gehin- dert wird, ihren heilſamen Einfluß auf denſelben aus= zuüben. Mein mehrerwähnter Freund ſindet nach Erfah= rung ſogar das zweyte Behacken ſchon entbehrlich, und unterläßt es daher auch gewöhnlich, ohne deshalb eine Berminderung des Ertrages bemerkt zu haben, ZIRL Leer Da die Blätter der Hauptzwe> des Tabaksbaues ſind, ſo muß er, ſobald es an der Zeit iſt, ſehr ſorg- fältig gegipfelt und gegeißet werden, um das Saamentragen zu verhindern, und den Blättern den ganz» zen Saft der Pflanze zuzuführen. Erſteres( das G i= pfeln) iſt das Ausbrechen des oberſten oder Haupt= Saamenſtengels, ſobald ſich derſelbe zeiget, wenn auch die Pflanze noch keine zwey Scmäßi- ger im Garten geſchehen, wenn man nämlich die zum Saamentragen beſtimmten Pflanzen( wozu man immer die ſtämmigſten und geſündeſten beſonders ausſucht) in gehdriger Entfernung, etwa 2 Fuß von einander nach allen Richtungen, auf ein gutes Gartenbeet ſeßet, und allda zur Saamenreife kommen läßt. Sind die Blätter reif, welches man aus ihrer gelb» lichen Farbe erkennt, ſo ſchreitet man zur Ernte.= Die unterſten 5 bis 6 Blätter, welche am erſten zeitig wer2 drn, müſſen auch am erſten abgenommen werden, und dieſe machen dann, weil ſie von etwas ſchlechterer Qua- vereuit IDEEN=5 lität find, das ſogenannte Halbgut aus, welches mit den ſolgenden beſſern Blättern nicht vermengt werden darf, um nicht die ganze Tabaksernte in Miscredit zu bringen. Sobald dieſe beſſern Blätter auch ihre gehörige.Reife erlangt haben, welches ihre gelbliche Farbe ankündiget, oder welches vielmehr aus ihren hin und wieder erſchei- nenden gelblichen Flecken zu erkennen iſt, ſo müſſen fie ebenfalls, ſo wie ſie nach einander von unten nach oben zu reif werden, abgeerntet werden. Nur übereile man ſich in der Aberntung der Tabaksblätter ja nicht, und laſſe fie bey einigem Zweifel immer lieber etwas länger ſtehen, als daß man ſie zu früh abnehme, weil die richtige Be- urtheilung ihrer Reife ſehr ſchwer iſt, und viele Uebung erfordert, wie uns die Erfahrung lehret.= Die Ernte muß immer bey trocknem Wetter vorgenommen werden, und darf daher weder bey Thau no bey Regen geſchehen. Nach der Ernte werden die Blätter an einen Bind- faden oder an weidene Ruthen angeſchnürt oder angefä- delt, und an einem ſchattigten und luftigen Orte aufge= hängt, damit ſie gehörig abwelfen und trocken werden. Dieß geſchicht überall, wo der Tabak eben nicht in großer Menge gebauet wird, unter der Dachtraufe, oder auf dem Hausboden, oder wo immer unter einem Dache; in jenen Ländern und Gegenden aber, wo der Tabaksbau ſehr ins Große getrieben wird, wie z. B. in Birgi- nien und Maryland in Nordamerika, ſo wie in mehreren Ländern und Gegenden des großen amerika- niſchen Continents, ja zum Theil auc< bey uns in einigen wenigen Gegenden, hat man eigene Trokenhäu- ſer oder Trockenſchoppen, die bloß zu dieſem Zwecke er- bauet ſind,== Die ſehr kleinen, ſo wie die zerriſſenen oder beſchädigten Blätter, die nicht wohl angeſneren Blättern für das n. b. Joch rechnen könne.+)= Nach Koppe erntet man vom M. Morgen, auf ganz vorzüglichem Boden, nach gehdriger Düngung, und bey fleißiger Bearbeitung, 12 bis 16 Ctr. In der Regel aber, ſagt derſelbe, kann man mit einer Ernte von 6 bis 10 Ctrn,. zufrieden ſeyn. TT) *) ſ. Gotthavd's Anw. zur Cultur der Ma- nufaktur-Fabrik-und Handelspflanzen- x*) f. Weber's prakt« Handb. der Feldwirth- ſhaft. +) f. Burgers Lehrbuch der Landw. +x) ſ- Soppe's Unterr, im A>erbau = 58606= In den Scheldegegenden Belgiens giebt eine Hektare bis an 25 Ctr. Tabak, je nachdem das Jahr günſtig war, und nach der Qnantität des darauf verwendeten Dün- gers. Im franz. Flandern iſt der Mittelertrag des Ta- baks im Durchſchnitte durch's ganze Departement du Nord 3250 16 pr. Hektare. Bey Menin in den Nie- derlanden erntete man 400 J5 Tabak von 1/16 Bunder. X) =- Bey dem würdigen und äußerſt glaubwürdigen Prak- tiker Grafen v. Podewils war der ſtärkſte Ertrag, je nach dem Boden und der Lage, 8 1/2 bis 9 3/53 berl- Ctr. 3; und der Mittelertrag 6 1/2 bis 7 1/2 derley Ctr. pr. M. Morgen. X*)== Nach der mehrjährigen Erfah= rung meines Freundes giebt ein mit Tabak bepflanztes Feld, im Durchſchnitte etwa 9 bis 10 Ctr., in beſon= ders guten Jahren aber aug wohl 12 Ctr. Tabak und darüber pr. Jo*.( Dieß macht na< unſerm Maaße und Gewichte: a.) Nac< Gotthard, Ctr, im Durchſchnitte 18,15== b.)-- Weber, detto". 14 bis 15 1/2 ce.)'=Buürger, detto-. 93/4= 11.1/4 d.)= Koppe, a.) unter ſehr günſtigen 1 Umſtänden.. 18,62= 24, 83||| PB:YHn)der Regel 1 1406 91) 500295 75208 e.) In den Scheldegegenden« 9,05=== 1J|S m] 0 "zz . ſ.) Im franz. Flandern im Mittelertrage. 2110 158<= 1z= *) f; Shwerz's belg. Landw, Il. B. x.)(, Podewils's Wirthſhafts-Erfahrungen, = II07==> g.) Bey Menin in den Nic- Ctr. 1- derlanden 17% 567== 2001077. h.) Na< Podewils a.) als ſtärkſter Ertrag 13,19 bis 14, 90 B.) als Mittelertrag 10,09== 11, 64?|| 1.) Nach meinem Freunde, X x.) im Durchſchnitte- 9--“ 10 S R.) in beſonders guten a Jahren wenigſtens« 12== S7 44470 IWenn nach dem Tabak nicht etwa Wintergetreide folgen ſoll, da denn freylich der Aer von den Tabaks= ſtrünken gereiniget, und hiezu bereitet werden muß, ſo kann man in jedem milderen Klima auch noh eine zweyte Tabaksernte veranſtalten. Man ſchneidet nämlich die von ihren Blättern entblößten Tabaksſtengel mit einem ſchar- ſen Meſſer, oder andern ſchneidenden Werkzeuge nahe an der Wurzel ab, doch ſo, daß man ihnen den unterſten Seitenſproſſen ſtehen läßt, der dann alsbald zu einem neuen Stamm erwächſt, und eben ſo wie der weggeſchnit= tene Hauptſtengel behandelt wird. Man erhält von die- ſem Nachwuchſe, wenn anders die Herbſtwitterung milde und günſtig genug iſt, oft einen Ertrag, welcher der Haupternte ſowohl an Quantität als an Qualität nicht ſelten nahe kommt.== Daß dieß in Teutſchlands Klima (die ſüdlichſten Länder deſſelben, in nicht ſehr gebirgigen Gegenden, etwa ausgenommen) nicht angehe, finde ich ſehr natürlich,„da man allda' wie Gotthard von der Erfurter Gegend ſehr richtig bemerket,„froh ſeyn muß, wenn nur die Blätter des erſten Wuchſes zur Reife kommenz /' daß es aber bey uns, inden ſüdlicheren wär- meren Gegenden mit vielem Erfolge praktiſch ausgeführt << MW OE 1a werden könne, dafür bürge ich; ſo wie ſich ein Jeder, dem es beliebt, in der Gegend von Debreczin, wo dieß mehrentheils geſchieht, und wo dieſer Nachwuchs unter dem Namen Sarjü-dohäny allgemein bekannt iſt, mit eigenen Augen davon Überzeugen kann. Die vorzüglichſte und allgemeinſte Benußung der Tabaksblätter iſt zu Rauch= und Schnupftabak, wie dieß wohl allgemein bekannt iſt. Aber auch als Arzney äußert er oft ſo wirkſame und heilſame Kräfte, daß ſein Nußen unmdöglich verkannt werden kann. So iſt er z. B. in der Bieharzney als ein vorzügliches Ingredienz zu Heilmit- teln gegen die Räude der Schaafe, und ähnliche Haut- krankheiten, ſchon längſt bekannt; in hartnäckigen Ber- ſtopfungen, und andern Krankheiten, wo ſehr ſtarker Reiß der Tnteſtinen nöthig iſt, wirkt er oft ſehr heilſam als Hauptingredienz zu Klyſtiren, u. ſ. w. a Die Reife des Tabakſaamens erkennt man daraus, daß die ſonſt grüne Haut ſeiner Hülle weißlicht und et- was durchſichtig wird, ſo daß man den darunter befind= lichen braunen Saamen bemerken kann.=- Erzeugt'man nur ſo viel Saamen, als man gerade zum eigenen Saat= bedarf nöthig hat, ſo thut man am beſten und zweck= mäßigſten, wenn man jeden einzelnen Saamenkopf, ſo wie er dieſe Merkmale der Reife an ſich trägt, auch ein- zeln abſchneidet, und den Saamen entweder ſo im gan- zen Zuſtande, oder ausgemacht, gereinigt, und in leinene Säcklein geſüllt, an einem rrocknen luftigen Orte bis zur folgenden Ausſaat aufbewahrt.= Erzeugt man aber den Tabaksſaamen im Großen, um deſſen etwa zum Ber- kaufe auszubieten, oder um Ochl daraus zu preſſen, ſo geht dieß tändelhafte Abſchneiden der einzelnen Saamen= =. 564/09" 2 köpſe freylich nicht wohl an. Man wartet daher, bis die meiſten Saamenköpfe ihre Reiſe erlangt haben 3 dann gehet man von Zeit zu Zeit den Aker durc<, ſchneidet die reiſen Saamenköpfe jedesmal ab, bringt ſie in einer vorgebundenen Schürze oder einem Sake nach Hauſe, breitet ſie auf einem luftigen Orte aus, da denn in etwa 8 Tagen die unreifen Köpſe noch nachreifen, ſekt ſie her- nach auf einem nnutergebreiteten großen Tuche(Plachen) etwa einen Tag über der Sonne aus, driſcht ſie aus, reiniget den ausgedroſchenen Saamen, bringt ſie den an- dern Tag wieder an die Sonne, und driſcht den etwa zurückgebliebenen Saamen vollends aus, welcher eben= falls, gereinigt wird, aber, da er von ſchlechterer Qua- lität iſt, mit erſterem nicht vermengt werden darf.== Der ausgedroſchene und gereinigte Tabakſaame erheiſcht alle mögliche Borſicht, damit er ſich nicht erhiße, widrigen= ſalls er leicht ſchimmelt, ſich zuſammenballt, und endlich ganz. verdirbt. Borläuſiges gutes Austrocknen, äußerſt dünnes Aufſchütten, und üöſteres, ja im Anfange tägli- diefe Leute durch ihren eigenen Nußen zur Arbeit ange- ſporut werden, und daß man höchſtens nur eine control- lirende Aufſicht zu führen hat, damit ſie auch jede Arbeit in Allem pünktlich ſo verrichten, wie ſie auf die zwek- mäßigſte Art zu geſchehen hat, und damit ſie nicht etwa, ganz ſich ſelbſt überlaſſen, Gelegenheit finden, einen Theil der Ernte zu entwenden, und diebiſcher Weiſe ſich ſelbſt zuzueignen. GS. 377- WUT 0.8, Der Kürbis(Cueurbita 3 ungr. Tök 53 franz. Citrouille, Courge; engl. Gourd, Bumpkin, Pum- pion) kann zwar auch unter die Futtergewächſe gerechnet werden, da ſein Fleiſch bekanntlich an das Rind= und Schweinevieh verfüttert wird z; da dieß jedoch, bey allen übrigen guten Eigenſchaften, immer nur ein wäſſeriges und geringes, folglich nur wenig nährendes und nicht ſchr ausgiebiges Futter lieſert, die darin eingeſchloſſenen Körner aber ein ſehr gutes und häufiges Oehl enthalten, ſo glaube ich, daß er mit noch viel mehrerem Rechte den Handelsgewächſen beygezählt werden müſſe, daher ich ihn denn auch hier anführe. Er hat eine äſtige 1 bis 2 Fuß tief dringende, nur 5 bis 6 Monathe ausdaurende Wurzel 3; einen dünnen, rebenartigen, aufſteigenden oder kriehenden und ranken- den, mit Gabeln zum Anklammern verſehenen, mit vie len kleinen Stacheln beſeßten, äſtigen, oft 30 bis 50 und wohl noh mehr Schuh langen Stengel; ſcer find, und klappern. Iſt alſo dieß Zeichen einmal 1! vorhanden, ſo ſchreitet man zur Ernte. Weil fie aber? nie alle gleich reifen, ſo iſt es ſchr zwe>mäßig, wenn|| man ſie nur allmählig abnimmt, ſo wie ſie nämlich naß|| einander reif werden, indem fie im reifen Zuſtande ſich|! immer viel beſſer halten, als wenn ſie unreif abgenom«|( men worden. 1 Die Kürbiſſe wachſen oft zu einer enormen Grbße,|! Es iſt bey uns eben nichts ſeltenes deren von 20 bis 50 16|! zu ſchen.= Zu Boſton in Nordamerika ſoll John|| Broughton im I. 1781 einen Kürbis von 141 Ib| (eirca 114 T6 hieſigen Gewichts) gehabt haben.*)==|| 1 | Zu Carlsruhe, im Badiſchen in Teutſc 20= In Hinſicht der Ernte warnet Thaer, daß man die Reife des Senfes ſehr genau wahrnehmen ſoll. Hier mag er aber wohl nur den ſchwarzen Senf vor Augen gehabt haben, deſſen Schoten allerdings gerne aufſprin- gen, und der daher bey der Ernte immer Borſicht erfor- dert. Bey dem weißen Senſe hat es dagegen keine Ge- fahr, denn ſo leicht auch ſein Saame bey dem Dreſchen aus den Schoten geht, ſo ſpringen dieſe do) ſ. Weber's Handb. der Feldwirthſhaft. m 1208 Sad hiebig als der weiße, welches vielleicht größtentheils in der Kleinheit ſeiner Saamenkörner gegründet ſeyn mag. Der Senf iſt, ſeiner öhlreihen Saamen wegen, ſchr vortheilhaft zum Ocehlſchlagen zu gebrauchen.== Thaer rechnet vom Ctr. Senfkörnern etwa 32 bis 34 15 Oehl. X)= Na< Sturm und Weber giebt der Ctr. Saamen des weiſſen oder engliſchen Senfs 33 bis 36 J6 Ochl.**)-- Nach Gotthard giebt 1 Erf. Mh. Senf 6 i5 1); und na; Whiſtling erhält von 1 Ctr. Saamen 36 bis 38 Tz Ocehl T&). Dieß giebt nach unſerm Maaße und Gewichte: a.) Nach Thaer 14.29 bis 31 Tb pr. Ctr, b.)= Sturm und Weber 18430=. 33/2.=== e.)= Gotthard. 211/4=- T6 pr. Mz. d.)-- Whiäſtling, 33== 35 Jb pr. Ctr. Außer der Benußung auf Oehl, kann der Senf noch auf Moſtrich benußt, und als Arzney gebraucht werden. Wird Moſtrich daraus bereitet, ſo muß er zuvor zu Mehl gemahlen, und dieſes Mehl dann mit gutem Wein- eſſig und Zucker, oder mit Moſt gehörig verſeßt und zu- gerichtet werden.= Das Nüßlichſte und Zweckmäßigſte iſt aber das Moſtrichbereiten mit dem Oehlſchlagen zu verbinden, da die reißende Schärfe die der Moſtrich er- fordert, ohnedieß nicht im Oehle, ſondern in den Hülſen *) ſ, Thaer's Grundſ. der rat. Landw, »*) f, Sturms Deuktſerſenf(Sinapis arvensis) ein ſonſt läſtiges Unkraut unſerer Aecker, kann auch, wenn man ſich die Mühe, ihn zu ſammeln, nehmen will, ſowohl auf Moſtrich als auf Ochl benußt werden.== Ein Ctr. dieſes wilden Senfſaamens giebt nach Wh iſt- ling 30 HH Ochl, welches nac< unſerm Gewichte 28 Ib pr. Ctr. wäre, 5 3/70: Kümmel. Der Kümmel(Carum Carvi, vulgo Cumi- num; ungr. Kömeny, Kömeny- mag; franz. Cumin, Carvi; engl. Cumin, Cummin, Caraway) der oft auf manchen Wieſen häufig wild getroffen, und daher auch Feld-oder Wieſenkümmel genannt wird, *) jf. Whiſcling's ökonom. Pflanzenkunde. hat eine ſpindelfsrmige Wurzel; einen aufrechten, hoh- len, gefurten, glatten, geſtreiften, braunen Saamen. Er gedeihet vorzüglich auf gutem kräftigem nah- rungsreichem Lehmboden mittlerer Conſiſtenz; iſt aber übrigens in Hinſicht des Bodens eben nicht ſehr delikat; nur beyde Extreme, die allzulooſen und allzubindigen Bodenarten liebt er nicht. Das Feld, worauf man Kümmel ſäen will, braucht eben nicht friſch gedüngt zu werden, es müßte denn äu- ßerſt ausgeſogen und entkräftet ſeyn 3; geackert und geegget muß es aber durchaus öfters werden, theils um für dieſe Saat LoFerheit genug zu erlangen, theils damit das Unkraut möglichſt zerſtöhrt werde Die Saatbeſtellung des Kümmels geſchieht entweder im Frühjahre, in den Monathen März oder April, oder ſie kann gegen den Herbſt, etwa Ende Auguſts, oder An“ fangs Septembers vorgenommen werden.=- Die Saat- furche hat zu mittlerer Tiefe zu geſchehen, dann wird ſcharf geegget, hernach der Saamöſganz ſchütter und recht gleichmäßig darüber geſtreuet, und mittelſt einer Buſch* egge eingeſchleift.= Je friſcher der Saame, deſto beſſer gedeihet gewöhnlich die Saat. Wenn man will, ſo kann man ſich auch die Küm- melpflanzen auf gut zubereiteten Gartenbeeten heranzie- hen, und dieſe dann im Frühjahre recht zeitlich auf das Feld verſezen. Hierdurch erſchwert man ſich zwar in etwas die Beſtellung, allein die nachherige Bearbeitung des Kümmels wird dadurch um ſo mehr erleichtert, ſo wie der Ertrag auch durc dieſe Culturart unſtreitig vermehrt und erhöhet wird. Unter Umſtänden, wo ſie möglich iſt, verdient ſie daher immer empfohlen zu werden. Die junge Kümmelſaat muß vom Unkraute möbg- lichſt rein gehalten, und daher fleißig zwey bis dreymal| das Frühjahr und den Sommer hindurc< behacket wer- den. Die breitwürfige Saat wird beym erſten Behacken, zugleich verdünnt, ſo daß ſämmtliche Pflanzen wenigſtens 1/2 Fuß weit von einander entfernt zu ſtehen kommen. -=- Sollte man aber den Kümmel auch gar nicht behacken wollen, ſo muß er doch ſchlechterdings gejätet, und mit= telſt der Hände verdünnt werden. Geſchieht auch das nicht, ſo mag man auf einen erheblichen Ertrag nur im Boraus Berzicht leiſten. Die. Ernte des Kümmels erfolgt immer erſt im zwey- ten Jahre, und erfordert des leichten Ausfallens wegen, dem dieſe Frucht bey ihrer Reife ſehr ausgeſeßt iſt, alle Borſicht, die man nur immer anwenden kann, ſo wie man ſie beym Reps und andern Früchten, die gerne aus- fallen, anzuwenden pfleget.= Man zieht daher den Küm- mel, ſo bald er die gehörige Reiſe erlangt hat, vorſich- tig, und nur in den Morgen- und Abendſtunden aus der Erde, bindet ihn in Bündel, bringt ihn nach Hauſe, driſcht ihn aus, reiniget den Saamen, läßt ihn auf einem luftigen oder ſchattigen Orte völlig trocken werden, und verkauft ihn dann entweder ſogleich, oder hebt ihn zu künftigem Berkaufe auf. Den Ertrag des Kümmels giebt Gotthard'zu6 Ctr. pr. Erfurter Acker; und Whiſtling zu 8 Etr. = I)= pr. Leipziger Aker an.*)= Dieß beträgt nach unſerm Maaße und Gewichte: a.)'Nä< Gotthard=;. 9 E02 PET EINNODEN(UW 1ENUT 97 008 0 09.0120.50L/6=> 8 Man gebraucht den Kümmel theils in der Hauvshal= tung, allwo man ihn als Würze zu verſchiedenen Spei- ſen verwendet, oder auch auf deſtillirte Getränke benußt, theils als Jngredienz zu verſchiedenen Arzneyen, wobey er ein bekanntes Blähung treibendes Heilmittel darbietet. Der Kümmel hat zwar das Gute, daß er= außer dem Ausfallen bey der Ernte„=- keinen Unfällen ausge- ſeht iſt, und daher nicht leicht mißräth, aber auch das Ueble, daß er das Feld zwey Jahre hinter einander einz nimmt. Wer daher Kümmel bauen will, muß immer auf den Preis ſehen, und ſich nie eher dazu entſchließen, als bis er davon völlig überzeugt iſt, daß dieſe Frucht eben ſo viel abwerfen wird, als zwey andere Früchte, die man ſonſt gebauet haben würde, abzuwerfen im Stan= de wären. Bey niedrigem Preiſe ſeines Saamens wird ſich alſo der Kümmelbau wohl immer von ſelbſt verbieten, 4 6 58.08 FX"061 4: Der Fen hel(Anethum Foeniculum; ungr. Anis-Käpor, Olasz Kapor, edes Kapor; franz. Fenouil; engl. Fennel) hat eine ſpindelförmige, zwey» “) f. Gotthard's und Whiſtling's hier ſc eirca 7,56 Ctr. geben würde. Der Fenchel wird zwar größtentheils in den Apo- theken verbraucht, häufig aber auch zu verſchiedenen Con- fitüren und Liqueuren benußt. Wenn man will, ſo kann man ihn auch, ſo wie Kümmel, Anis, oder Schwarz- kümmel unter das Brod nehmen, um deſſen Schmack- haftigkeit zu vermehren. Das, was in Betreff der zweyjährigen Occupirung des Feldes vom Kümmel geſagt worden, gilt auch hier. Man hüte ſich daher, bey niedrigem Preiſe des Fenhels, dieſen Bau ins Große zu treiben, und bedenke immer, daß dadurch zwey andere Früchte, die man ſonſt etwa bauen könnte, vom Acker verdrängt werden, deren Werthe aner = I28== * folglich der zu erhaltende Fenchel wenigſtens völlig gleich kommen muß, wenn der Fenchelbau nicht eine ſchlechte Wirthſchaft ſeyn ſoll. GS. 381- S1 m 20.08, Der Anis, oder Aneis,(Pimpinella Anisumz ungr. Anis; franz. Anis; engl, Anise) iſt eine bloß jährige Pflanze 3 mit einem kurzen, höchſtens 2 Fuß ho= hen, oben etwas äſtigen Stengel; zerſpaltenen Wurzel- und Stengelblättern; weißen, am Ende des Stengels und|, der Zweige in Dolden beyſammen fißenden Blüthcen;| und länglich= eyförmigen, geſtreiſten, etwas grauen, aro=| matiſchen Saamen.; Er liebt, ſo wie der Fenchel, gute fruchtbare Lehm=| ! ] bodenarten, vor Allem aber gedeihet er in Neubrüchen ganz vorzüglich. Der Acker wird dazu noh vor Winters tief umge= brochen, und in rauhen Furchen liegen gelaſſen. Ueber Winter, wenn das Feld etwa ſehr erſ<öpſt wäre,(denn ſonſt iſt es wohl nicht ndthig) wird mit kurzem gut ver- rottetem Miſte gedüngt» Im erſten Frühlinge, ſo bald der Boden hinlänglich abgetrocknet iſt, wird ſcharf geeg- get, dann mit einer ſeichten Furche zur Saat gepflüget, darauf wieder geegget, und endlich. der Saame obenauf geſäet, welcher mit einer Buſchegge eingezogen wird. Eine möglichſt frühe Beſtellung iſt beym Anis vor- züglich ſchon deöhalb nöthig, weil er gewöhnlich ſchr viele Zeit zum Keimen brauchet, und oft erſt in einem Mo= nathe und wohl noch ſpäter auſzugehen pfleget» Es geht dieſe =. 90= dieſe frühe Ausſaat aber aum um ſo leichter an, weil er durchaus nicht vom Froſte leidet. Am beſten wird er da- her, ſo wieder Mohn, ſchon im Februar über die Schnee- decke geſäet, Die richtigſte Einſaat des Aniſes giebt Weber zu 11 bis 14 IB, und Gotthard zu 16 bis 20 Nößel auf den Erfurter Acker oder Morgen an. Dieß wäre alſo na< unſerm Maaße und Gewichte: a.) Naß Weber. 16 1/2 bis 19 1/4 6 07 b.)- Gotthard. 6= 7 3ſ4MaaßE SZ Das Jäten und Behacken des Aniſes iſt eine Sache von größter Wichtigkeit, da ihm das Unkraut äußerſt ſchädlich zu ſeyn pfleget, ſo daß er fich ſonſt, wie Fuß*) ſchr richtig bemerket, oft vom Aer verliert, ohne daß man weiß, wo er hingekommen iſt. Bey ſeinem ſpäten Keimen und Auflaufen geſchieht es daher oft, daß man das Feld jäten muß, bevor er no< zum Borſchein ge- kommen. So bald aber die Pflänzchen etwa ein paar Zolle ho< gewachſen ſind, werden ſie mittelſt einer klei» nen Handhaue behacket, und auf ungefähr 1/2 Fuß Ent- fernung verdünnet. Sollte man auch das Behacken gänz- lich unterlaſſen wollen, ſo muß wenigſtens ſchr ſorgfäl- tig gejätet, und das Berdünnen der Saat mittelſt Hän- dearbeit verrichtet werden. Die Ernte des Aniſes nimmt man vor, ſo bald die Stengel anfangen gelb, und der Saäme braun'zu wer- den. Man raufft ihn zu dieſem Behufe aus, bindet ihn x) ,- Fußs. Beyträge zur: Ee Wurzel; kurze, haarige, äſtige Stengel; geſpaltene Blätter mit lanzettförmigen Abſchnitten; ſchön geſtaltete, bald mehr blaue, bald mehr weiße Blumen; und ſchwarze, , faſt dreyekige, rauhe, gewürzhafte Saamen. Er nimmt mit ziemlich armen und ſandigen Boden- arten zur Noth vorlieb, gedeiht jedoHm am beſten auf gu- tem und fruhtbarem lo>erem Lehmboden. Man pflügt das Feld dazu vor Winters mit einer tiefen Furche, und läßt es alſo liegen. Im Frühlinge, etwa im April, wird ſcharf geegget, dann ganz ſlach zur Saat gepflügt, und wieder geegget, und endlich der Saa- me ganz ſchütter obenauf geſäet, und mit einer Buſch- egge eingemaht. Auf den Erfurter Aker bräucht man näß Weber 5 Jhund na; Gotthard 10 Nößel Sgamen; welches auf unſer Maaß und Gewicht reducirt BL) ZIM IOD ERN he 1) 18222048 9.7718.5,04.218.2. 15 b.)=- Gotthard(SAGEN HEIIRENE Maaß auf unſer gewöhnliches Jo<= 1200[]> beträgt. Die junge Saat muß durch ſleißiges Beha>en oder wenigſtens dur< Jäten ſorgfältig vom Unkraute befreyet, und auf etwa 1/2 Fuß von einander verdünnt werden. Die Reife erkennt man aus der Neigung der Saa- menkapſeln zum Aufſpringen, und aus der ſchwarzen Farbe der Körner. Sind dieſe Merkmale vorhanden, ſo raufft man die Pflanzen aus, bindet ſie in Bündel, fährt ſie nach Hauſe, driſcht ſie aus, reiniget den Saa- men, und verkauft ihn, oder bewahrt ihn an einem trocknen Orte. 9* wan) EISE) Tem Als Ertrag rechnet Gotthard von diefer Pflanze 24 Erfurter Meßen Saamen vom daſigen Aker, welches folglich nach unferm Maaße 9 3/8 Mhz. pr. Joch gäbe. Der Schwarzkümmel wird theils als Arzneymittel gebraucht, theils in der Haushaltung als Zuthat zu ver» ſchiedenen Speiſen verwendet.=- Jm Orient ſoll man gewöhnlich das Brod damit würzen, wie dieß bey uns in| Europa mit Kümmel, Fenchel, oder Anis geſchicht. CS. 383. S afran. Der Safran(Groeu9 sativus autumnalis, geu officinalis 3 ungr. Säfrän, yöſele Säfrän, szelid Sä- frän, Beesi Säfran; franz. Safran, Groeus; engl, Saffron, Crocus) iſt ein Zwiebelgewächs, welches nicht dur< Saamen, ſondern mittelſt ſeiner Zwiebel(hierzu| Lande häufig auc< Kiele genannt) fortgepflanzt wird. Die dunkelgrünen, langen, und ſehr ſern Boden, und eine ſonnige, gegen die rau- hen Nordwinde möglichſt geſchüßte Lage.= Ein naſſer, waſſerſüchtiger Boden iſt das gewiſſe Grab des Safrans, und ſeiner Zwiebel unheilbarer Tod. Das zu Safran beſtimmte Feld muß durch wieder» hdhltes Pflügen und Eggen möglichſt mürbe vorbereitet, 1 | -= 133== und durch den ndthigen Dänger in gehörige Kraft geſebt werden, welches etwa folgendermaaßen bewerkſtelliget werden kann: Man ſtürzt das Feld im Herbſte mit einer möglichſt tiefen Furche„ und läßt es ſolchergeſtalt rauß und ohne alles Eggen über Winter liegen.== Iſt der Boden noch bey hinlänglicher Kraft, und hat etwa der Acker, nachdem er gedüngt worden, erſt eine oder ein paar Früchte getragen, ſo braukerer Erde,==|| Nac< Dühamel legt man ſie in Reihen, und zwar nur 1 Zoll weit von einander'in den Reihen ſelbſt, wel» , bey günſtiger Witterung, im zweyten Jahre ungefähr 4 bis 5 5, im dritten und vierten Jahre aber, jedesmal etwa 18 bis 20 16 gedörra ten Safrans, ſo daß man alſo bey fünfjähriger Benußung des Safrans, wenn das Wetter immer günſtig wäre ,- außer der unbedeutenden, und gar nicht in Anſchlag zu bringenden Ernte des erſten Jahres, 40 bis 45 I; erhal- ten könnte, wovon alſo, wenn man dieſen Ertrag auf die 5 Jahre gleich repartirt, 8 bis 9 T6 auf das Joh kämen.= Da jedoch der Safran, wie ſchon bemerket, eine äußerſt unſichere Frucht iſt, die in manchen Jahren wenig oder nichts zu geben vermag, ſo wird es wohl mei- nes Erachtens hinlänglich ſeyn, wenn man im Durch- -- 138== ſchnitte der verſchiedenen bald günſtigen bald ungünſtigen Witterung, auf jedes Joch mit Safran beſtellten Feldes, in fünf Jahren 20 bis 25 kl; gehörig gedörrten Safrans rechnet, ſo daß alſo jedes Joh Safranfeld ſich mit 4 bis 5 IH getrockneten Safrans oder deſſen Geldäquivalent im jährigen Durchſchnitte mit Sicherheit verzinſet,= Gott- hard ſagt, daß der Erf. Aker das erſte Fahr ungefähr 12 Loth, das zweyte im Durchſchnitte 4 Pz 10 Loth, das dritte eben ſy viel, und folglich bey vierjähriger Be- Nußung im Ganzen 9 76 Safran liefert.*)=- Nach Dühamel giebt in Frankreich ein Arpent Safranfel- des im erſten Jahre höchſtens 4 6 trocknen Safrans, im zweyten und dritten Jahre aber giebt es deſſen jedes» mal bis 20, folglich bey vierjähriger Benußung 44 franz. Ib getrockneten Safrans.**) Dieß macht Alles nac< unſerm Maaße und Gewichte; a.) Bey uns, wenn zufälliger Weiſe 16 die Witterung immer günſtigſt,[= «.) während fünf Jahren.440 bis 45 Us B.) auf ein Jahr repartict. 8=, 9 b.) detto, im Durchſchnitte der ver- 8 ſchiedenen günſtigen und unz D: günſtigen Tahreswitterung N | «,) während fünf Jahren;, 20 B.) auf ein Jahr. repartirt«4 iE €.) Nach Gotthard,= 4.) in yier Jahren. 1 1.2..008.. 77 gee 00 B.) auf jedes Tahr vertheilt 31/8--]1 0 || [5] *) f. Gotthard's Manufaktur-Fabrik-y und Handelspflänzen. *%*) f. Duhamel's Elements d' Agriculture. aa d,) Nam Dühamel, Ib: a.) in vier Jahren.- 3212=-=->'2 B.) auf ein Jahr repartirt+ 81/8==) Der Safran wird zum Würzen und Färben verſchie- dener Speiſen, zu allerley Arzneymitteln, ſo wie zum Mahlen und zum Färben benutzet. Zu leßterem jedoch wird er, ſeines hohen Preiſes wegen, wohl nur äußerſt ſelten angewendet.| Gewöhnlich wird der Safran nur zwey Tahre hin- ter einander benußt, ſo daß er alſo das Jahr, da er ge- legt wird, und dasjenige, da ſeine' Zwiebeln herausge- nommen werden, mitgereern nahrungzsreichen Lehmboden 3 iſt aber indeſſen ſo wenig delikat, daß er faſt auf jedem Boden freudig fortkommt, der nur nicht ſum- pfig, oder nicht gar zu ſteif, gar zu looſe, oder gar zu arm iſt, wenn derſelbe nur gehörig vorbereitet wird. Das Feld wird dazu im Herbſte tief geſtürzet; und+ im Frühjahre, ſo bald man zu dem Boden kann, zur Saat beſtellet. Doh kann dieß lehtere auch etwas ſpäter, und etwa noch bis Ende März oder Anfang Aprils geſchehen. -- Dünger fordert der Saflor= wenn anders das Feld nicht gänzlich ausgeſogen und nahrungslos iſt=- zwar eben nicht als unumgängliches Bedingniß, verträgt ihn aber außerordentlich gut, wenn man deſſen hat, und dar- auf verwenden will. Die eigentliche Saatbeſtellung dieſer Pflanze kann auf verſchiedene Art geſchehen. Man ſäet den Saamen entweder breitwürfig über das zu mittlerer Tiefe aufge» pflügte Feld, und egget ihn gehörig unter; oder man legt die Körner, nachdem der Acker zuvor gepflüget und klar -- 142=» geegget worden, in 1 bis 1 1/2 Schuh von einander ent- fernte Stufen oder Gruben, die man mittelſt der Hand- haue machet, ſo wie dieß beym Mais und bey den Kar- toffeln angegeben worden; oder man ſäet endlich den Saa- men reihenweiſe, nach dem Pfluge, oder auf irgend eine andere Art, ſo wie ebenfalls beym Maisbau erinnert worden, Um das Unfraut zu zerſtöhren, und den Grund zu ' Joern, pflegt man die Saflorpflanzen während ihrer Be- getation ein- bis zweymal zu behacken, wobey das zwey» temal zugleich gehäufelt wird, Dieſe Arbeit kann bey der Reihenſaat, ſo wie bey dem Grübeln, ſehr zweckmäßig und mit großer Erſparung der Menſchenhände, mit den nun allgemein bekannten Zugwerkzeugen verrichtet wer- den. Bey der breitwürfigen Ausſaat aber iſt zu dieſem Behacken ſchlechterdings Händearbeit erforderlich, wodurch bey dieſer Gelegenheit zugleich ſämmtliche Pflanzen auf « eine Entfernung von ungefähr 1 bis 1 1/2 Fuß von ein- ander vereinzelt werden müſſen. Die Ernte der Blüthen fällt, je nach der Jahres- witterung, in den Auguſt oder September. So bald nämlich die in dem Kopfe beyſammen ſißenden Blüthe- fafern, die im Anfange ziemlich lichtgelb ſind, ſich dun- kel färben, und faſt braunroth werden; bevor. ſie jedoc< welk zu werden beginnen, werden ſie in den Morgen- ſtunden, bey ihrer jedesmaligen Reife ſorgfältig gepflü- c>et, nac) Hauſe gebracht, entweder an der Luft, oder dur< Oſenwärme oder Glutfeuer getrocknet, dann in Säce gepackt, und an einem trocknen und luftigen Orte zum Berkaufe aufbewahrt.= An Ertrag dieſer Blüthe rech- net Gotthard 406 pr. Erfurter Aer, welches nach a 5 unſerm Maaße und Gewichte etwa 55 16 pr. Joch =10200'177=" Verpa: Etwas ſpäter, da der Saame zur Reife gekommen, zieht man die Pflänzen auf, bindet ſie in Garben, bringt ſie naß Hauſe, ſchneidet die Saamenköpfe ab, trocknet ſie an der Sonne, bis ſie völlig dürre geworden, driſcht ſie aus, reiniget den Saamen, ſchüttet ihn auf einem luftigen Boden wie Getreide auf, und ſticht ihn öfters um, beſonders im Anfange, bis er völlig trocken geworden. | Die Blüthe dieſes Gewächſes, die bey der Cultur | deſſelben der alleinige und eigentliche Zweck iſt, dient vor» züglich in Färbereyen, und zwar ſowohl zum Roth- als zum Gelbfärben; beſonders aber wird mittelſt dieſes Ma- terials durch Hinzutretung der Färbekunſt das ſchönſte - und zärteſte Roſenfarb hervorgebracht, weshalb es auch ein ſo berühmter Handelsartikel geworden iſt.= Unſere gemeinen Leute gebrauchen dieſe Blüthe auch häufig ſtatt des Safrans, als Condiment zu ihren Speiſen, welchen ſie zwar allerdings die gelbe Farbe, aber durſon's prakt. Akerbau. „**) ſ. Weber's Handb. der Feldwirthſc>"24 549 WE: t Einige Wochen na< der Ausſaat beha>et und ver- dünnet man die Waupflanzen, ſo daß ſie ſämmtlich in einer Entfernung von etwa 1/2 Fuß, oder etwas darüber, von einander zu ſtehen kommen. Im folgenden Frühjahre wird dann noſon ſoll er in Englands Klima beſonders dem Brande ſehr ſtark unterworfen ſeyn, ſo daß er oft plötzlich davon zerſtöhrt wird. Dieß, glaubt er, mag wohl auch der Grund ſeyn, warum ihn Man- ſon pflegen einige Land= wirthe in England den Wau früher aufzuziehen, bevor noch ſam Saame zur Reife gekommen, weil er in dieſem 107 -“ 148-= Zuſtande mehr Farbe geben ſoll, und weil man alsdann mehr Zeit gewinnt, den Aker für die darauf folgende Frucht vorzubereiten. In dieſem Falle muß: man aber immer einen Theil völlig reif werden laſſen, um den zur eigenen Ausſaat nöthigen Saamen zu erhalten. Dieß längere Stehenlaſſen des Saamenwau?s iſt indeſſen wohl überhaupt anzurathen, um nur recht vollkommenen Saa- mens verſichert zu ſeyn, Der Ertrag des Wau's wird von Thaer zu 6: bis 3 Ctr. pr. M. Morgen angegeben. X)= Be>mann ſagt, daß man auf 4 ſächſiſchen Ae>ern ä 300[]N. über 100 Ctr. Wau erhalten könne.**)= Nach IB eber kann ein ſächſiſcher Aker= 300[] R. leicht 25 bis 30 Ctr. Wau geben.***)= Di> ſon rechnet im Durc-' ſchnitte 1 1/2 Laſt Wau pr, Acre.+)= Nach Koppe giebt der M. Morgen 6 bis 10 Ctr. Wau. T1)= Bur- ger endlich nimmt 13 bis 39 Ctr. dieſes Färbematerials yr. n. öd. Joch an. TÜT) Dieß giebt auf unſer landesübliches Maaß und Ge- wicht reducirt folgende Ertrags-Angaben: Ctr. = 3.) Nach Thaer R 34 DSL ZIEREN: b.)= Becmann über 160120600 ea > e.)-- Weber CE 1.6 1 OAS SEW OE 26 72 4)'ſ. Thaer's Grundſ. der rat, Landw. «*)(. Be>Emann's Grundſ-der teutſ) f, Weber'sHandbuc derFeldwirthſerbau. ++ ſ- Soppe's Unterr., im A>erbau, +tt) ſ Burger's Lehrbuc< der Landw, ZER DAMEER AE Milik 45 m =- JT4%Ü== Ctr. d.) Nach Dickſon+. 56,58")-=-= e.)- Koppe. MOE SL.> bi8. 15790 NN)=-„Burr; a.0x. 9342= 29 1/4 Der Wau iſt ein bekanntes Färbematerial, welches eine ſchr ſchöne und dauerhaſte gelbe Farbe giebt, und auch verſchiedene grüne Farben hervorzubringen dienet. Der Saame des Wau's ſollnaM Th aer und Be>- mann auf Ochl benußt werden können. Daß er öhl- haltig iſt, unterliegt gar keinem Zweifel, doh zweiſle ich, ob er auh eine hinlänglihe Quantität Ochles giebt, um ihn zu dieſer Benußung zu verwenden. Die Borzüge des Waues ſind, daß ſein Anbau eben nicht ſehr umſtändlich iſt, und gleichwohl, wenn man nur einmal in Hinſicht des Abſazes ſicher iſt, ſehr einträglich zu ſeyn pfleget, und daß er gar keine Zubereitung ver- langt, wie ſol ſtatt Buſhel heißen ſollte, weil ſonſt die Ausſaat ungeheuer dicht ausfallen müßte.=- Nach Web er ſäet man 6 bis 8 Weimarſche Meßen auf 180| DR.|)= Nach Koppe ſind 4 bis 5 Metzen Saa-| men auf den Morgen hinreichend, wenn ein geſchickter Säemann ihn vertheilt. Tb) Dieß giebt nach unſerm Maaße folgende Einſaat: Mz. er WE en SEE ge 20 EEE 2-0 nR SIEREN I.. | a) Nacht SD) hair. 640% 1.1378 bis 4/8)/5 bd.)-“ Gotthard 5,014/8 emm ce.)- Dieſon. DBt--(2 I| d.)= Weber.-.« 3/4„-=1""| eQ.)= Koppe k 3/8- 1/2 |) ſ. Thaer's Gpundſ. der rak. Landw. x“) f. Gotthard's Manufaktur-Fabrik- und Handelspflanzen. a“) f, Diſon's prakt, AXerbau. +)| Weber's Handbuch der Feldwirthſerbam ++f) Voransgeſeßt, daß in der Angabe Di>ſon's wirk- lich 6 Pe>s und nicht 6 Buſhels gemeint ſeyen 3 denn ſonſt machte es das Vierfache aus, welches mir aber eben äußerſt übertrie- ben ſcheint. Während der Begetation wird der Waid öfters mit einer kleinen Hacke behac>ket, damit der Boden gelo>ert und das Unkraut zerſtöhrt werde; wobey, und zwar gleich bey der erſten dieſer Arbeiten, die Berdünnung oder Ber- einzelung der Pflanzen vorgenommen wird, ſo daß ſie ſämmtlich in eine Entfernung von 1/2 bis 1 Fuß von einander zu ſtehen kommen.= Die junge Herbſtſaat noch 0) vor dem Winter zu behacken, und zu vereinzeln, halte| ich indeſſen nicht für rathſam, weil ſie den Winter weit| beſſer überſteht, wenn man ſie unberührt bis in den| Frühling ſtehen läßt. Sollten jedoch die Waidpſlanzen| im Herbſte gar zu üppig heranwachſen, ſo kann man ſie nach dem Rathe Thaer?s abmähen, und zu Biehfutter| verwenden; wenn dieß nur nicht allzuſpät geſchieht, das mit ſie noh zuvor von neuem etwas nachwachſen„und ſich von der durch das Mähen beygebrachten Wunde er-| hohlen können, bevor ſie der Strenge des IP6inters preiß=| gegeben werden. ja) Die Ernte dieſer Pflanze beſteht in dem Abſtoßen-| Sammeln, und Zubereiten der Wurzelblätter, die eben das eigentliche Färbematerial ſind, um deſſentwillen ſie gebauet wird.= Sind nämlich dieſe Blätter etwa eine Spanne lang herangewachſen, ſo werden ſie mit dem ſo- py genannten Waideiſen, welches einem abgeſtumpften Grab- h/ ſcheite oder Spaten(öſtr. Schaufel, Grabſchaufel) gleicht,|| ober der Wurzel abgeſtoßen, gehörig gewaſchen und ge-" reiniget, und auf einem reinen Raſen an der Sonne aus= 0 gebreitet, damit ſie etwas abtrocknen und abwelken. Dann|| werden ſie auf die Waidmühle gebraen und dem Bereinzeln der Waidpſlan- zen, dieſe Händearbeit völlig entbehren fann. Den Crtrag des Waids berechnet Thaer, auf gu- tem Boden, im Durcſkſon be- trägt der Ertrag eines Acre gut bearbeiteten Landes, bey günſtiger Witterung, etwa 1 bis 1 1/2 Tons.**)=- tach Dr. Heinri giebt ein n. bd, Joh 3880 Ih 9e- trockneter Waidblätter.***) Dieß giebt nach unſerm Maaße und' Gewichte: 3.) Nah Thaer, an friſchen Ctr.= Blättern". N NEE) DETEN b.)= Dideſon, vermuth-(0 lich getrocknet. EUTTE ON 193019729088 == 2 Dem re O% an qe> . trockneten'Blättern 6% 29,10=="= Saamen tragen die Waidſtauden immer erſt im Spät- ſommer des zweyten Jahres. Man muß daher bedacht ſeyn, ein mit dem Saamenbedarf in Berhältniß ſtehen- des Stück ſeines Waidfeldes bis zu dieſer Zeit, ohne | eine Blätterernte davon zu nehmen, ſtehen zu laſſen," damit man den nöthigen Saamen in möglichſter Boll- jh kommenheit erhalte.= Tſt der Saame reif, ſo werden h' die Saamenpfſlanzen ausgeraufft, an einem luftigen Orte getrocknet, und der Saame entweder mit-den Händen y ausgemadt, oder ausgeklopft, und zur Saat verwendet,| +)(„Thaer's Grundſ. der rat. Landw. xt) f. DiEſon's prakt. A>erbau.! *««) f Burger's Lehrbuch der Landw, 156 Die Benußung des Waids iſt zum Blaufärben, wozu er vormals ſehr ſtark geſucht, und daher auch ſehr ſtark gebauet wurde, bis ihn endlich der aus Oſt- indien herſtammende, nun aber auc) in Amerika ſchr häuſig gebaute und: allgemein bekannte Indigo in neuern Zeiten größtentheils verdrängte, und zu einer ſchr untergeordneten Rolle herabwürdigte.= Zwar wur- den während der allgemeinen Handelsſperre in den Jah- ren 1809 bis 1813 ſehr viele Berſuche gemacht, ein dem ächten Indigo ganz gleiches Färbematerial aus dem Waid zu bereiten, und Dr. Heinri hat es beſonders darin am weiteſten gebrakenförmige, oder, ihrer vier- bis fünffachen. Einſchnitte wegen, faſt ſternförmige, am Ende der Sten- gel und der Zweige ſtraußförmig beyſammen ſigende Blüth« ken abgelöſet hat, und bedeckt ſie mit fri- ſcher Erde, ſo daß nur die oberſten Spitzen ein wenig aus der Erde hervorragen.= Schr gut iſts, wenn man die Pflanzung dann vornimmt, da man bald einen Regen vermuthet.= Das Pflanzen kann übrigens, wenn man will, auch) mittelſt des Pſlanzſtockes, oder in einzelnen mit der Handhaue gemachten Gruben geſchehen,= Iſt hie und da eine Pflanze etwa ausgeblicben, ſo muß ſie ſogleich durch eine andere erſet werden. Reinheit vom Unkraute und Lockerung des Bodens iſt zum Gedeihen der Krapp- Pflanzen duret und vbſters angehäufet werden. "„ = 60>= Im Herbſte wird jedesmal die Erde in den leeren Zwiſchenräumen ausgeſtochen, auf die Beete geworfen, und über den Krappwurzeln verbreitet. Dieß hat den dop- pelten Nußen, daß dadurch 1.) die Krappwurzeln gegen die Kälte geſchüßt werden; und daß 2.) die überflüßige Feuchtigkeit von den Wurzeln weggeleitet wird, damit fie nicht etwa in Fäulung gerathen. Staatsrath Thaer ſchlägt folgende verbeſſerte Me- thode den Krapp zu bauen vor, von der er ſagt, daß er fie, wenn er je Krapp bauete, ſelbſt befolgen würde: Nachdem der Acker vollkommen rein, klar, und tief vor- bereitet worden, werden mit dem doppelten Streichbretts- pfluge, auf 3 Fuß Entfernung von einander, Furchen ge- zogen, und die Pflanzen auf den entſtandenen ſchmalen Beeten in der Mitte eingelegt. So wie ſie herangewach= ſen ſind, werden die Furchen mittelſt weiterer Spannung dieſes Pfluges in ſtärkerer Bertiefung weiter ausgear- beitet, und mehrere Erde an die Pflanzen gebracht, und dieß wird no< einmal wiederhohlt. Vor Winter wird das ganze Feld= wenn es nicht etwa von Natur ſchon äußerſt nahrungsreicher Boden iſt= mit gutem zergan- genem Miſte beſtreuet, der zwar größtentheils in die Furchen fällt, aber im folgenden Frühjahre durch den- ſelben doppelten Streichbrettspflug an die Beete geſtrichen wird. Nicht alle Handarbeit wird zwar durd) dieſe Me= thode erſpart, aber ſie wird ungemein vermindert wer= den. Ein vorſichtiges Behacken und Bekraßen der Pſlan- zen in den Reihen iſt und bleibt immer nöthig 3 und bey demſelben wird immer einige Erde in die Furche ge= zogen, die aber alsbald durch den doppelten Streichbretts- pflug wieder herauf geſtrichen wird, Sind im dritten Jahre ZUNGE. AUZERÄHGENN. ga =. NOL avm Fahre die Furchen ſchon breit, und die Beete ſchon erhöhet genug y ſo bedient man ſich zur Reinigung der Furchen nur des Scaufelpfluges, u. ſ- w. Beſonders== ſagt Thaer= wird dieſe Methode das Aufnehmen der in einer Reihe und Direction liegenden Wurzeln ſehr er= leichtern u. ſ6 w..*) S< werz brachte dieſe Methode auen. Sie iſt indeſſen, wenn man ſie nicht beſonders nöthig hat, nicht ſchr anzurathen, weil dadurc< das Behacken gehindert wird. Weit beſſer iſt es, die etwa nöthigen mehreren Seß- linge in eigens vorgerichteten Pflanzſchulen aus Saamen zu erziehen, welches auf folgende Art geſchieht: Man ſäct den Saamen im Frühjahre, ſo früh als möglich, auf ein gutes Miſtbeet, und verſeßt die Pflänzchen, ſo- bald ſie die gehörige Größe errenet ſind, bloß durc< Abklopfen, oder wenn etwa zur Zeit der Ernte der Boden durchnäßt, und der daher ſtärker anklebende Un- rath auf dieſe Art nicht loszubringen wäre, durch ein ſchnelles Abwaſchen geſchieht, wobey aber die Wurzeln gerade nur ſo lange dem Waſſer ausgeſeßt werden dürfen, als dieß der Abſonderung des Unraths halber nösthig iſt, damit ja nicht zu vieler Färbeſtoff aus denſelben gezogen werde. Sind die Wurzeln rein, ſo werden ſie an einem luftigen aber ſchattigten Orte getrocknet, und entweder ſogleich verkauft, oder auf einer Darre gedörret, auf der Krappmühle zu Pulver gemahlen, und dann dieß Pulver geſiebt und in Fäſſer gepackt, um ſo als nun völlig her- gerichtetes Färbematerial zu fünftigem Gebrauche oder Verkaufe aufbewahrt zu werden. Der Ertrag der Krappwurzeln, iſt, wenn ſie gehörig behandelt werden, und wenn der Boden ihnen zuſagt, ſchr groß-= Nach Burger beträgt der Ertrag eines n. 5, Joches an getrockneten Wurzeln 12 1/2 bis 25 Ctr.**)= Di>ſon nimmt als gewöhnlichen Ertrag vom Acre 15000 bis 20000 fz Wurzeln an;?82**) wel= fie aus der Erde kommen, verſtanden haben muß, wis» drigenfalls mir die Angabe auf jeden Fall übertrieben ſchiene.= Nach Weber kann man im Durcſc &.) an Wurzeln. 124,13==[|S B.) an präparirtem|| Krapp+ 15352."= I dq.) In den Scheldegegenden S Belgiens Z &.) im zweyten Jahre 8,20==-- v B.) im dritten Tahre 13,72== Der folgenden neuen Anpflanzung wegen läßt man gewöhnlich immer ſo viele Wurzeln ſtehen, als man nöthig zu haben glaubt, um die gehörigen Einleger zu gewinnen; noh beſſer iſt es aber, wenn man ſich eine Pflanzſnet, und auf einem trocknen und luftigen Orte zur Saat aufbewahrt. Die Nußtung der Krappwurzeln, nachdem ſie„ wie wir oben ſchon erinnerten, zu Pulver zermalmet, und gehörig präparirt worden, iſt zum Rothfärben, wozu fie denn auch ein ganz unentbehrliches Material liefern. Er ſteht auch. eben deshalb faſt immer in ſehr gutem Preiſe. In den Scheldegegenden der Niederlande ſollen 200 Ki- Logrammes Krapp 120 bis 140 Francs koſten, wornach ein hiefiger Ctr. etwa 12 fl. 47 kr. bis 14 fl. 54 kr. in Conventionsgelde koſten würde. Das Kraut des Krapps kann zu Biehfutter verwen- det werden, wozu man es im Spätſommer des zweyten und dritten Jahres abmähen, und ſowohl im grünen als im gedörrten Zuſtande verwenden kann, Bey Melkkühen ſoll jedoch dieß Futter, beſonders im friſchen Zuſtande, eine unappetitliche, wie mit Blut vermengte Milch ver- urſachen. So einträglich übrigens der Krappbau iſt, ſo paßt er doh in die wenigſten Wirthſchaftsverhältniſſe- Der Krapp behauptet das Feld drey Jahre lang; er braucht und verzehrt außerordentlich vielen Dünger, ohne jedoch dem Aker etwas Beträchtliches an Nahrungsſtoff(denn == 109,6 7"Gaps die Nußung des Krauts zu Biehfutter iſt wohl nicht viel zu rechnen) wieder zurückzugeben; er erfordert-- beſon- ders bey der gewöhnlichen Bauart= ſehr viele und ſchr umſtändliche Arbeit, die durchaus nicht unterlaſſen wer- den darf; er erheiſcht endlich=- wenn er anders im Gro- ßen gebauet wird=- eine eigene Krappmühle, indem man ſeines Berkaufes im ganzen Zuſtande der Wurzeln, doch nicht immer völlig verſichert ſeyn kann, und was derley Bedenklichkeiten mehr ſind.= Iſt man jedoch im Stan- de, alle dieſe Bedingniſſe ohne Nachtheil der übrigen Wirthſchaft gehörig zu erfüllen, und hat man ſichere Gelegenheit den Krapp mit völliger Gewißheit immer an Mann zu bringen, ſo wird man denſelben auch ſtäts mit vielem Vortheile bauen können, und zwar um ſo mehr, weil er nach dem Zeugniſſe eines bewährten Scriſt- ſtellers,*) bey vollkommener Cultur, zugleich eine herr- liche Borfrucht für den Weißen und jedes andere Ge= treide iſt. C. 388. Sum 8. wWnrz er Die Süßwurzel, auch Süßholz, Lafkri- zenholz, und Lakrizenwurze t genannt,(Gly- kyrrhiza glabra; ungr. Edes gyöker» Higviricz; franz. Reglisse 3 engl. Liquorice, Liquorish) hat eine holzige, perennirende, ſehr ſtark wuchernde Wurzel; einen 4 bis 6 Fuß hohen Stengel; länglich= eyrunde Blätter 3; und in Trauben beyſammen fißende braunrothe Blüthen. *) f. Di>ſon's prakt. AEXerbau: wwe; MOO Sie verlangt zu ihrem vollkommenen Gedeihen einen leicht durchdringlichen, milden, lo>ern, mürben, mehr ſandigen als thonigen, mit Humus wohl durcen"geworden, daß er die Be- arbeitung verträgt, wird wieder gepflügt, und zwar ſo tief, als ein einzelner Pflug zu dringen vermag 3 dann wird ſcharf geegget, der Aer klar gemacht, und die mit Augen oder Knoſpen verſehenen Wurzelſtücke in Reihen von 2 bis 3 Fuß Entfernung eingelegt, wobey man ſie in den Reihen ſelbſt etwa 1 bis 2 Fuß von einander abſtehen laſſen kann.=- Das Legen in Reihen iſt des« Halb ſehr nüßlich, weil es das Aufnehmen der Wurzeln ſehr erleichtert, und daher bey der Ernte ſehr viele Ar« beitserſparung bewirfet.= Man kann zwar die Wur- zeleinleger auch mit dem Pflanzſto>ke in ſenkrechter Rich- tung verſeßen, beſſer iſt es aber immer dieſelben in einer etwas ſchiefen Richtung faſt wagerecht in eine zu dieſem Zwecke gemachte Grube einzulegen, wobey fie ganz mit Erde bede>t werden, ſo daß auch ſogar die oberſte Spiße etwa 1 Zoll tief unter die Erde zu ſtehen kommt.= Die Länge der einzulegenden Wurzelſtücke iſt willkühr- lich, wenn ſie nur geſund, und mit wenigſtens 1 bis 2 Augen oder Knoſpen verſehen ſind. Während der Begetation müſſen die Süßwurzeln durch fleißiges Behacken ſorgfältig vom Unkraute gerei- --- 169= niget werden. Dieß darf beſonders in ihrer zarten Ju- gend im erſten Jahre nie unterlaſſen werden. Im Herbſte des dritten oder vierten Jahres ſchrei- tet man zur Ernte; jedoch nie eher, als bis die Stengel völlig vergangen ſind, weil die zu früh aufgenommenen Wurzeln einſchrumpfen, und wenig am Gewichte liefern. -=- Das Aufnehmen der Wurzeln geſchicht auf folgende Art: Man macht zu beyden Seiten der Wurzelreihen einen ſo tiefen Graben als die Wurzeln reichen, nimmt ſodann die ſtärkſten Wurzeln heraus, und läßt die klei- nern und Nebenwurzeln vorſäßlich in der Erde ſtehen, damit ſie wachſen, und ſich vermehren, um in 3 bis 4 Jahren eine neue Ernte liefern zu können. Auf dieſe Weiſe kann man das nämliche Feld immer zu Süßholz benußen, wenn es nur bisweilen(etwa in 3 bis 4 Jah- ren einmal) mit gut verrottetem Miſte gedüngt wird.== Will man jedoch dieß nicht, ſondern will man das Feld, welches Süßholz trägt, nach Berlauf dieſer Periode wie- der zu andern Früchten benußen, ſo nimmt man ſämmts= liche große und kleine Wurzeln aus der Erde, ſortirt ſie dann, bindet die größern und dickern in Gebünde zum ' Verkauf zuſammen, und bereitet die übrigen zu Seßlin- gen zu.= Das beſte iſt die zum Berfkauf beſtimmten Süßholzwurzeln gleich zu verkaufen, weil ſie durch das Liegen gewöhnlich an Gewicht verlieren, und auch in Menge etwas ſchwer aufzubewahren ſind, Die Süßwurzeln ſind eine Apothekerwaare, die be= ſonders jenen eingedickten Saft liefert, der unter dem Namen Lakrißen- oder Laquiritien-Extract bekannt iſt. Auch geben ſie ein ſehr wichtiges Jugredienz zu dem ſogenannten Bruſithee,=- In England ſoll.man das Süßholz auch als Zuthat bey der Bereitung des be- Fannten Porterbiers gebrauchen.*) Im Ganzen iſt der Anbau dieſer Wurzel bey uns wohl am wenigſten anzurathen, da ihr Gebrauch bloß auf die Apotheke beſchränkt iſt, folglich die Conſumtion eben nicht ſehr groß ſeyn kann. Am unflügſten würde man aber handeln, wenn man fie an jenen Orten und in jenen Gegenden bauen wollte, wo ſie wild in der Erde herum wudert, und wo ſie daher ganz natürlich nur um einen Spottpreis Abgang findet, mit dem höchſtens das Ausgräberlohn gede>t werden kann. So ſoll man dieſe Wurzel in der Gegend von Peterwardein in Sla- vonien, beſonders Salankemen gegenüber, in die- ſem wilden Zuſtande, und zwar in ſolcher Ueppigkeit und von ſolmann's Grundſäße der teutſchen Landw.zu. Trautfkmanns Landwirthſſon 1 bis 3 Pecks pr. Acre, welches nach unſerm Maaße eirea 1/8 bis 5/16 Preßb. MZ. auf das hieſige gewöhnliche Jo<= 1200[17 beträgt. Dieſe breitwürſige Saat dieſer Pflanze wird zwar von Di>ſon für vorzüglicher gehalten, weil die eigent- lichen Karden oder Diſtelköpfe dabey beſſer und vollfom- mener werden ſollen; die meiſten andern Scriſtſteller und und Landwirthe ven Bedeutung rathen jedoch zum Ber= ſeen der Kardenpflanzen, welches beyläufig auf folgende ... NZ is Art geſchieht: Man ſäet den Saamen im erſten Früh» jahre auf Miſtbeeten oder andern guten ſruchtbaren Gar= tenbeeten aus, reiniget die jungen Pflanzen durch öfteres Jäten gehörig vom Unkraute, und verſeßt ſie endlich im July oder Auguſt in Entfernung von 1 bis 2 Schuhen auf den vorher gehörig zubereiteten und wohl gedüngten Acker.= Das beſte iſt dieſelben in 2 bis 2 1/2 Fuß von einander entfernte Reihen zu ſeßen, damit man ſie auch mittelſt Zugkraft bearbeiten könne, In den Reihen ſelbſt iſt es. jedoch hinlänglich, wenn ſie etwa 1 Fuß weit von einander abſtehen. Da der Acker bis zum Berſeßen dieſer Pflanzen ſchlechterdings vom Unfraute rein erhalten werden muß, ſo iſt es auf jeden Fall räthlich, ihn bis zu dieſer Zeit mit grünen Wicken oder Frühfkartoffeln zu benußen, weil er auf dieſe Art eben ſo gut rein und locker erhalten wird, als wenn er eine leere Brachbearbeitung erhalten hätte, Überdieß aber noh eine ſehr ſchöne Ernte an Kartoffeln oder Wicken liefert, ſo daß ihm die Karden nur im zwey- ten Jahre allein zur Laſt geſchrieben werden dürfen. Während der Begetation dieſer Pflanze muß der Boden in den Zwiſchenräumen ſorgfältig gelockert, und das Feld vom Unfraute gereiniget werden, welches bey der breitwürfigen Saat bloß mittelſt der Handarbeit, bey der Verpflanzung in Reihen aber auch mittelſt der nun allgemein bekannten Zuginſtrumente geſchehen kann.=- Bey erſterer Saatmethode müſſen die Pflanzen auch=- wie ſichs von ſelbſt verſteht=- bey Gelegenheit der Be- arbeitung, auf die gehbrige Entfernung von 1 bis 2 Fuß vereinzelt werden, -. 77 Die Frucht dieſer Pflanze, um derentwillen ſie ge- bauet wird, ſind die mit Stacheln und Widerhäcknet, und an die Tuchmacher, Strumpfweber, und Andere, die ſich mit Berfertigung wollener Fabrikate abgeben, verfauft.= Dum Saamenbedarf muß man immer einige Stauden länger ſtehen laſſen, bis nämlich der Saame ſeine völlige Reife erlangt hat.= Dühamel räth dieſe Ernte im mer einzeln, ſo wie die Blüthe zn welfen und zu dorren anfängt, anzuſtellen, welches dann freylich täglich ge» ſchehen muß, bis die leßten Blumenköpfe abgeblühet ha- ben, und welches daher auch, wie er ſelbſt ſagt, gegen drey Monathe dauern kann,*) Als Ertrag rehnet B urger 60000 bis 100000 Stü> Karden aller Art auf das n. 6. Jo<.**)=- Und Gotthard nimmt, bey guter Ernte, 24000 8is 28000, und im Durchſchnitte wenigſtens 16000 Stück Karden pr. Erfurter Aer an,***)= Dieß gäbe folglich naß unſerm Feldmaaße Stü> a.) Nach Burger+.» 45000 bis 75000 7 b.)= Gotthard a.) bey guter Ernte« 39539== 46128 ib 20 DUCHſIhmtten 263599=>'-- je *) f. Duhamel's Elements d' Agriculture. .“) f, Burger's Lehrbuch der Landw. 25%“) f, Gokthard's Manufaktur- Fabriksund Handelspflanzen, -- 474= Die Nußhung der Karden iſt zu Kardätſchen oder Bürſten, um Tücher, Strümpfe, und andere wollene Fabrikate damit aufzufraßen, um ſie hernach ſcheeren und appretiren zu können; wozu dieſe aus den Kardendi- ſteln verfertigten Kardätſchen denen aus Drathe bereiteten weit vorgezogen werden.=- Eben deöhalb iſt auc der Anbau dieſer Pflanze in jenen Gegenden, wo es häufige Wol- lenmanufacturen giebt, allerdings ſehr anzurathen, und kann oft den Boden, den ſie einnimmt, ſehr reichlich verzinſen. In andern Gegenden jedo< dürfte man dieß wohl vergeblich hoffen. GS. 390- H 0 PY frem Der Hopfen(Humulus Lupulus; ungr. Kom- 16; franz. Houblon 3; engl. Hop) iſt vorzugsweiſe eines derjenigen Glieder in der großen Kette der Landwirth- ſchaft, wodurch der Acker= und Gartenbau mit einander in Berbindung ſtehen; denn einerſeits erfordert er wahre und ächte Gartenkultur, und paßt ſeiner perennirenden Eigenſchaft, und vieljährigen Occupirung deſſelben Fel= des wegen, keineswegs in irgend eine Feldrotation, wes- wegen auch das mit Hopfen beſtellte Feld häufig Hopfen- garten genannt wird; andererſeits aber wird der Hopfen == beſonders in Ländern wo große Bierconſumtion iſt= oft in ſolcher Ausdehnung gebauet, daß man ihn wohl nicht füglich zu den Gegenſtänden des Gartenbaues refrucht, oder ſtark gedüngten Wicken oder Hanfe, und nach deren Abern- tung bricht man es im Herbſte ſo tief um, als nux immer zwey in derſelben Fur genannt. Will man ſich die Mühe und Koſten nicht gereuen laſſen, ſo kann man, nach der Angabe Di>ſon?s, zur Beſörderung der Begetation des Hopfens, die Erde jedes Hopfenhügels in einem Umkreiſe von eirea 1 1/2 Fuß, und in einer Tiefe etwa eines Fußes ausgraben, das Loch mit einem Compoſte aus gut verrottetem Miſte und guter fruchtbarer Erde anfüllen, die ausgegrabene Erde darüber werfen, und auf dieſen Hügel die Seß- linge pflanzen. Hat man die alten Pflanzen eines aufgenommenen ausgetragenen Hopfengartens zu verſeßen, ſo geſchicht dieß immer am beſten im Herbſte, etwa zu Ende Okto- bers, weil man auf dieſe Weiſe im folgeuden Jahre eine reichlichere Ernte von ihnen erwarten darf. Die nöthige Quantität der anzupflanzenven Seß= linge, iſt, je nach der Entfernung der Hopfenſtöcke von einander, und je nachdem mehrere oder wenigere Stücke auf einen und denſelben Hügel gepflanzt werden, bald größer bald geringer, und muß daher auch für jeden beſondern Fall einer neuen Hopfenanlage beſonders be= rechnet werden, welches von jedem Landwirthe von nur einiger Umſicht und Kenntniß der Sache ſehr leicht be= werkſtelliget werden kann. Keine unſerer Pflanzen, die wir auf dem Felde bauen, gelangt in kurzer Zeit zu einem ſo anſehnlichen ſchnellen Wuchſe, wie die Hopfenpflanze. Eben deshalb iſt aber auch eine ſehr ſorgfältige Behandlung derſelben während der Begetation um ſo nothwendiger, wenn ſis nicht verwildern ſoll. 127 --.(180== Sodakd der junge neu gepflanzte Hopfen hervorge- trieden hat, und ſi< Unkraut unter demſelben zeigt, ſo wird das Hopfenfeld behac>ket, und zwiſchen den Hopfenpflanzen ſelbſt, wo man mit der Haue(Hacke) nicht wohl beykommen kann, das Unkraut ausgejätet.-- In manchen Jahren, in welchen, wegen allzuhäufigem Regen, das Unkraut mit völliger Wunderkraft heran- wächſt, iſt es wohl auc< außerdem noer angebunden, um ſich daran aufwinden zu können, wobey ſie von Zeit zu Zeit von ihren Nebenranken, die in den Blattwinkeln der Hauptranken zu entſtehen pflegen, ſorgfältig befreyet werden.== Etwa um die Mitte Juny wird abermahls gehackt z und gegen die Mitte July hackt man wieder, wobey zuglei herum flach vergraben 3 dann wird der Hopfenſto> bis auf ſeine Hauptwurzeln' von der Erde entblößt, welches man das Aufziehen, Auf- decfen, Aufräumen, oder Lüften nennt. Eben bey die» ſer Gelegenheit werden auch alle überflüßige Sproſſen und Keime mit einem ſcharfen Meſſer weggeſchnitten, und zum Berſpeiſen verwendet, ſo daß nur etwa 5 bis höchſtens 6 der ſchönſten und ſtärkſten ſtehen bleiben 3 welche aber ſelbſt auch bis auf 3 oder 4 Augen abgeſtußt werden müſſen. Auch werden zu gleicher Zeit die etwa zu einer neuen Pflanzung oder zur Berjüngung einzelner ausgetragener Hopfenſtöcke erforderlichen Sekßlinge von den Hauptwurzeln ſorgfältig abgelöſet. Nachdem alles Dieß geſchehen, wird wieder lockere Erde darauf gebracht. Sobald der Hopfen im Frühlinge ein paar Zolle ho< aus der Erde hervorgetrieben, werden die Stangen, nachdem, wie oben ſchon bemerkt wurde, gehörig vor- gebohrt worden, etwa 1 bis 2 Fuß tief in der Erde be- feſtiget. Man ſpitzt zu dieſem Zwecke das untere Ende 68== derſelben, und damit ſie in der Erde beſſer ausdauern und nicht ſo leiht anfaulen, ſo brennt man daſſelbe entweder an, oder=- welches no< beſſer iſt=- man beſchmiert es mit einem Gemiſch von 1 fz Theer und 1/4 T5 Peen des Hopfens, wo dieſer Bau mit einiger Bollkommenheit betrieben wird, geſchieht drey- mal, nämlich im May, im Juny, und im Tuly, im- mer etwa um die Mitte dieſer Monathe, wobey das dritte Mal zugleich gehäufelt wird. Hat man Zeit dazu und einen Ueberfluß an Arbeitsöhänden, ſo kann man wohl zum Ueberfluße um die Mitte Auguſts noch einmal hacken und häufeln, nothwendig iſt dieß je doch niht, “ 133> Das günſtigſte Wetter für den Hopfen, während deſſen Begetation, iſt milde trockene Wärme, und ſanſte | Süd- und Südweſtwinde. Bey naſſem kaltem Wetter, und bey häufigen kalten Nord= oder ſtürmiſchen Oſtwin- | den, ſo wie bey öfterer und gäher Abwechſelung zwiſchen kalten Sommernächten, und heiſſem Sonnenſchein bey Tage(beſonders in der lehtern Periode des Wacdzthums dieſer Pflanze) geräth der Hopfen nie.= Ueberhaupt leidet er oft von einem Heere von Inſekten verſchiedener Art, vom Honigthaue, vom Mehlthaue, vom Brande, - vom Schimmel, und vom Roſte.== Zwar kann man | ME EEN 7 3; -| bisweilen“ durch eine gute Anlage, und durch eine ſorg- | fältige Cultur dieſen Uebeln einigermaaßen entgegen wirken, ganz beſeitigen und völlig abwenden aber kann man ſie doh nie, und immer wird der Hopfen eine der ' unſicherſten Früchte bleiben, die wir bauen können, Die Reife des Hopfens erkennt man an der gelbe ' bräunlichen Farbe ſeiner Blüthezapfen, an deren größerer | Feſtigkeit und Härte, an deren lieblichem gewürzhaftem : Geruche, und an deren klebrichtem Gefühle. Bemerkt man dieſe Zeichen, ſo ſchreitet man zur Ernte, welche beym Frühhopfen etwa zu Anfange, und beym Spät- : hopfen gegen Ende Septembers vorgenommen wird. Man ſche aber dabey immer auf die Witterung z denn tro>- a1e8 Wetter iſt ein unumgängliches Erforderniß einer guten Hopfenernte. 1 Die Ernte kann auf folgende Weiſe vor ſich gehen: M: Der Hopfen wird etwa ein paar Fuß ho< ober dem | Boden abgeſchnitten, die Stangen ſammt den ſie um- | ſclingenden Hopfenreben aus dem Boden gehoben, und die Blüthezapfen, entweder, wo man einen Ueberfluß - 184= an Arbeitshänden hat, ſofort auf dem Felde abgepflückt, oder der Hopfen wird von den Stangen abgewunden oder abgeſchoben, nach Hauſe und an einen luftigen Ort unter Dach gebracht, und alldort dur Weiber und Kinder abgepflücket. Man bringe jedoch nie mehr nach| Hauſe, als man noch denſelben Tag abpflücken kann, weil ſonſt der Hopfen ſich leicht erhißet und verdirbt., Iſt das Abpflücken des Hopfens geſchehen, ſo ſchüt= tet man die abgepflückten Hopfenzapfen einige Zolle hoch auf einen trocknen luftigen Boden, allwo ſie täglich um- gewendet werden, bis ſie zur völligen Trocknung gelan= gen, welches, je nachdem die Atmoſphäre feuchter oder trockner iſt, in 14 Tagen bis 4 Wochen zu geſchehen pfleget»= Dieß völlige Tro>nen des Hopfens wird je- donet, ſo wird er entz| weder auf luftigen Böden, oder in trocknen Kammern| aufgeſchüttet, oder er wird in Sä>e, Fäſſer, oder Kiſten feſt eingetreten und eingeſtampft, und ſo zum Gebrauche oder Berkaufe aufbewahrt.=- Der auf einer Darre gedörrte Hopfen muß jedo< immer zuvor etwas anziehen, bevor er eingeſtampfet oder eingetreten wird, weil er ſonſt zu Pulver zermalmet würde, wodurch deſ- ſen Güte und Brauchbarkeit nothwendig verlieren müßte. Je' feſter er übrigens zuſammengeſtampfet wird, deſto beſſer erhält er ſich 3; ja er verbeſſert ſich ſogar von Jahr zu Jahre.= Die freye Aufbewahrung auf Böden und in Kammern iſt auf jeden Fall die ſchlechteſte, weil der Hopfen dadurch am meiſten an Kraft verliert. we A85 w=w Die Stangen werden gleich nach der Ernte entwe- der nach Hauſe-und unter Da gebracht, oder ſie wer- den auf dem Felde pyramidenförmig zuſammengeſtellt. Der Ertrag des Hopfens iſt äußerſt unſicher, indem er in manchen Jahren, wenn man ſich au< durchaus nichts in Hinficht der Cultur vorzuwerfen hat, beynahe gar keine Ernte giebt, ſo daß, wenn wir die darauf verwendete Arbeit auch nur oberflächlich berechnen, be» trächtlicher Schaden zum Borſchein kommt. Da er je» doch in günſtigen Jahren dagegen oft enorme Ernten liefert, und öfters auch ſehr gut im Preiſe ſteht, und daher ſich im Durchſchnitte doh immer ſchr gut ver» zinſet, ſo iſt deſſen Cultur allerdings allen größern und vermögendern Landwirthen anzurathen, die gerade nicht mit ängſtlicher Gewißheit auf den alljährlichen Ertrag jedes ihrer Grundſtücke zu warten ndthig haben. Bon den wichtigern Ertragsangaben dieſer Pflanze haben wir unter andern folgende: Thaer nimmt an, daß der Hopfen in ſchlechten Jahren oft kaum 1, in guten aber zuweilen 15 bis 18 Ctr. Ertrag pr. M. Morgen gebe.*)-- Zu Aloſt in ven Niederlanden giebt ein antwerpiſches Journal 25 bis 37 1/2 Ctr. 3; und im franz. Flandern giebt die Hektare im Durcſſon, in England Ctr.? «.) geringſter Ertrag. 1 3/4 bis=-= BI mittlererhEitrag/ 42: 0.5.08= 715000 Py.) guter Ertrag.& 8 5/8= 12 1/8 8.) äußerſt ſeltener Ertrag 17 1/4==,=-(Ee EURES(VIE[1 VES|! 1 ERLE DOE T=> HNE MAUER 070/07 9 0NCPer 123:3/40==> g.) Na; A. Young, in Suffolk. 8 5 3/4A--| h.) Nahm Gotthard a.) Zwiſchen beyden Ex- tremen des Minimums und Maximums. 0-- 12 1/8 BP.) im Durchſchnitte- 6-- > 0032| vw Die Hauptnußung des Hopfens iſt zum Bier- brauen, wobey er ein ſo unentbehrliches Ingredienz iſt, daß er bisöher zu dieſem Zwecke ſchlechterdings durc< nichts vertreten werden konnte.= Bey uns wird er auch häufig beym Brodbacken angewendet, deſſen Zwetk= mäßigkeit wohl unſer ſchönes, gutes und ſchmackhaftes ungriſches Brod mehr als hinlänglich erweiſet.=- Als Nebennußung geben die im Frühlinge ausgeſchnittenen Keime oder Sproſſen eine angenehme Speiſe, die dem Spargel etwas ähnlich, und daher auc-- Unterſuchung des landwirthſchaftlichen Bodens. (Aus Crome's Beyträgen zur nähern Kenntniß des Bodens, in Thaer?'s Annalen der Fortſchritte der Landwirthſchaft.) S- 391- Drocknen der Erde. „Zu einer Unterſuchung bedarf man 1=2 Fl; Erde.= Die Erde muß jedesmal, bevor ſie unterſucht wird, ge- hörig ausgetrocknet werden.= Die eingeſammelte Erde legt man, um ſie zu trocknen, in eine Shale, und ſeßt ſie entweder an einen Ofen oder in die Sonne. |] Dadurch wird ſie den größten Theil ihrer Feuchtigkeit verlieren, allein noh nicht ihren ganzen Waſſergehalt ausdünſten. Um ſie, ſo viel wie wöglich, davon zu befreyen, muß man ſie einer ſtärkern Wärme ausſeßen 3 dieß geſchieht, indem man ſie, nachdem vorher alle u DIN==m Stücke zerrieben. find, in eine irdene Scale oder eiſerne Pfanne gießt, und fie über ein mäßiges Kohlenfeuer ſeßt. Man läßt ſie über demſelben etwa 30 Minuten lang ſtehen, und rührt ſie fleißig um; dabey iſt aber zu bemerken, daß die Hiße nicht zu ſtark werde, indem ſonſt der Humus zum Theil ſchon zerſtört werden würde. Um dieß zu verhüthen, halte man einen trockenen Holz- ſpan an den Boden der Pfanne; wird dieſer braun, ſo muß die Pfanne gleich abgenommen, und das Feuer vermindert werden.= Bey der gewöhnlichen Luftwär- me, oder bey der Ofenwärme, iſt es nicht möglich, alle Feuchtigkeit aus der Erde zu entfernen, und dieſe kann, wenn ſie auf die eine oder die andere Weiſe getrocknet iſt, dem Gefühle nach völlig dürre ſcheinen, und den= no< mehrere Procente Feuchtigkeit bey ſih führen. Beſonders iſt dieß bey dem Thone der Fall, er hält ſo ſtark den lezten Antheil von Waſſer zurück, daß daſſelbe nur vermittelſt der Glühehiße aus ihm herausgetrieben werden kann. Bey dem Erhißen der Erde über Kohlen- feuer, wird zwar nicht alles Waſſer aus der Erde ge= ſchafft, aber der zurückbleibende Theil iſt nicht groß, ſo, daß man ihn überſehen kann. Beſſer wäre es frey- lich, auch dieſen zu entfernen, allein dazu gehörte eine ſtärkere Hiße, bey welcher der Humus zerſtört werden würde z daher muß man ſich begnügen ſo weit die Feuch- tigkeit fortgeſchafft zu haben.= Will man ſich"ganz genau davon überzeugen, ob alle Feuchtigkeit von der Erde entfernt-iſt oder niht, ſo wiege man fie wenn man ſie ſchon eine Zeit lang über gelindem Feuer oder im Ofen getrocknet hat; jeht bringt man ſie wieder auf das Feuer, und ſeßt das Trocknen noch eine Weile fort, u EO en Nach 10 Minuten oder 1/4 Stunde wiegt man ſie zum zweyten Male; hat ſie jezt no< eben das Gewicht, welches ſie vorhin hatte, ſo kann man ſicher ſeyn, daß alle Feuchtigkeit entfernt iſt, weil fic während dem fortgeſeßten Trocknen nichts mehr verflüchtigte; hat ſie aber bedeutend am Gewichte verloren, ſo iſt dieſes ein ſicheres Zeichen, daß noch Feuchtigkeit dabey war, und man wird nun wohl, um ganz ſicher zu verfahren, das Abwiegen noch zum dritten Male widerholen müſſen,“ ß. 392- Abſonderung der Faſern und Steine. „Man nehme 100 Theile der ausgetrockneten Erde zu 1 Quentchen; alſo 100 Quentchen oder 25 Loth der ausgetro>neten Erde, zeidrücke fie in einer Scale ſo fein wie möglich, und laſſe ſie durc< ein grobes Drath- ſieb laufen. Die Faſern und Steine, welche auf dem- ſelben zurückbleiben, reibe man mit den Händen, um alle anhängende Erde davon zu befreyen, ſondere fie von einander ab, und wiege jedes beſonders. Jedes Quent- net, nur eine Differenz von, höchſtens einen halben pro Ct. geben. Es iſt; gut, wenn man die zur Berbrennung dienende Erde nicht. in zu kleiner Quantität nimmt, weil dann ein Berluſt, den man nie ganz vermeiden Fann, um einen deſto geringern Nachtheil hat. Nehme ich z. B. jedes Procent nur zu einem Gran an, ſo iſt es leicht, daß ich einen und mehrere Grane verſchütte, und damit werden ein und mehrere Procente Humus mehr in Anſchlag kommen, als wirklich da find. Neh- me ich aber für jedes Procent 5 Gran, ſo wird man nicht leicht ein ganzes Procent an der Erde verlieren 3 man müßte denn ſehr unſorgfältig damit umgehen.= Dieß iſt überhaupt bey jeder Unterſuchung anwendbar 5 je größere Quantität man nimmt, deſto geringer iſt der Unterſchied, den der Berluſt in dem Neſultate macht. Es kommt aber hier auch in Betracht, daß man bey größern Quantitäten mehr Reagentien gebraucht, die Unterſuchung alſo koſtbarer wird. Das Zude>en des Gefäßes iſt deswegen nöthig, weil ſich bey der Berbrennung des Humus viele Luſt entwickelt, dieſe in der fein zerriebenen Erde eine Art von Aufbrauſen erregt, und Partikeln der Erde mit aus dem Tiegel reißt. Iſt der Humus aber einmal verkohlt, ſo findet dieß nicht mehr Statt; alsdann kann die Be» deckung weggenommen werden, und muß weggenommen werden, damit die Luft beſſer zutreten könne. j Oft hat die gänzliche Berbrennung des Humus Schwierigkeiten. Man muß mehrere Stunden glühen, ehe alles verbrannt iſt» Man kann die Arbeit aber ſchr RT RT - des gebrannten Kalks zeigen, auch wohl mit Waſſer übergoſſen fich erhißen.=- Oder man übergieße etwa 1/2 Loth der Erde in einem Glaſe mit Salzſäure, wo dann ein Aufbrauſen entſteht, wenn Kalkerde vor- handen iſt. Da aber auch Kohlenſäure, Bittererde, und kohlenſaures Eiſen im Boden vorhanden ſeyn können, die ein Aufbrauſen hervorbringen, ſo muß man, um ganz ſicher zu gehen, noch auf eine andere Art die Kalkerde ausmitteln. Dieß geſchieht, indem man die -. 198== Vermiſchung aus Erde und Säure mit etwa 2 Loth Waſſer übergießt, Alles umrührt, und etwas von der Flüßigkeit klar filtirt. In das Durchgelaufene gieße man etwas Sauerkleeſalz z entſteht alsdann ein Nieder- ſchlag, ſo iſt Kalkerde vorhanden. Zuweilen iſt die Kalkerde in ſo geringer Menge im Boden, daß fie kein Aufbrauſen hervorbringt. Um in diefem Falle das Daſeyn der Kalkerde auszumitteln, übergieße man etwa 1 Loth der Erde mit 1/2 Loth Salzſäure, welche mit eben ſo vielem Waſſer verdünnt iſt. Man laſſe das Ganze eine halbe- Stunde ſtehen, verdünne es darauf mit Waſſer, und filtrire es.» In die Flare Flüßigkeit gieße man etwas kohlenſaures Kali- ſo daß die Säure etwas abgeſtumpft werde, und darauf Kleeſalz, wo ſich dann der Kalkgehalt dur<.eine Trüs bung zu erkennen geben wird.=- Hundert pro Ct. zu 2 Gran, der von Steinen, Faſern, und Humus be= freyten Erde, übergieße man in einem hohen Glaſe nach und nach ſo lange mit Salz= oder Saſpeterſäure, welche mit gleichen Theilen Waſſer verdünnt iſt, bis die Miſchung einen merklichen ſauren Geſ erhalten hat. Sollte das Gemiſch nicht flüßig werden, ſo muß man noch mehr Waſſer zugießen. Man laſſe das Ganze 12 Stunden ſtehen, filtrire es alödann, und waſche den unauſgeldſeten Theil einigemale mit Waſſer aus, bis er keinen Geſ mehr zeigt. In die Flüßigkeit ſchütte man ſo lange kohlenſaures Kali(beſſer iſt kleeſaures Kali) bis kein Niederſchlag mehr erſcheint. Dieſen laſſe man ſich ganz abſeßen, gieße die darüber ſtehende klare Flüßig= Fcit behutſam ab, und waſche den Niederſchlag noc ent- ſteht. Das Ganze wird dann ſo behandelt, wie ich es oben angegeben habe. In den Fällen, wo der Kalk 10 und mehrere Pro» cente in der Erde ausmacht, iſt es gut, denſelben vor der Beſtimmung des Humus abzuſondern; die Kohlen- ſäure des Kalk8s macht einen bedeutenden Theil ſeines Gewichts aus, und da dieſer beym Glühen fortgeht, ſo bringt ſie auch einen um deſto größern Gewichtsverluſt der Erde hervor, je mehr ſie in derſelben vorhanden iſt, welnen iſt hier nicht ndthig, da man ſchon weiß, wie viel feſte Subſtanz man in Arbeit hat.= Dieſes Berfahren hat aber auch etwas wider fich. Erſtlih muß man, um nicht zu we- nig unauflösliche Erde zu erhalten, eine doppelt ſo große Menge nehmen, wie in'dem Fall, wenn man den Kalk erſt nac) dem Humus abſcheidet, und dieß erfordert ei- ne doppelt ſo große Menge von Säure, und kohlenſau- rem Kali z die Unterſuchung iſt alſo koſtbarer 3 dann zweytens kann man es nicht verhindern, daß beym Aus- waſchen, Sammeln, und Trocknen der Erde nicht etwa? verloren gehe, wodurc< das Reſultat mehr unficher wird. QRill man aber die Reagentien daran wenden, und den Gewichtsverluſt, der aber ſo viel wie möglich gering ge» halten werden muß, überſehen, ſo iſt dieß Berfahren das beſte.= Sonſt kann man auch, wie ic< angegeben habe, verfahren, erſt- den Humus, und dann den Kalk abſondern; dann ziehe man aber 45 pro Ct. des erhal» tenen Kalkes, welches die Kohlenſäure im Kalke aus» macht, von der gefundenen Quantität des Humus ab, ſo erhält man deſſen wahre Menge, -- 201=- Man hat noh eine andere Methode, um die Menge von Kalk in einer Erde zu entdecken, welche zwar ein- fach iſt, aber doch viel Genauigkeit, beſonders aber eine gut ziehende Waage erfordert. Man nimmt eine genau abgewogene Menge von der zu unterſuchenden Erde, et» wa 1==2 Loth; thut ſie in ein Glas, das einen langen Hals hat. Man ſekt das Glas auf die Waage und bringt dieſe ins Gleichgewicht. Jeßt werden 1--2 Loth Salz- oder Salpeterſäure hineingeſchüttet, das Glas, nachdem das Aufbrauſen aufgehört hat, wieder gewogen, und der Gewichtsverluſt(nachdem man zuvor 1--2 Loth zu dem Ganzen zugerechnet hat) bemerkt. Dieſer Ges wichtsverluſt entſteht von der entwichenen Kohlenſäure. 45 Theile deſſelben zeigen 100 Theile kohlenſauren Kalk an.“ c 6. 395. Unterſuchung der Erde auf Sand. „„Enthält die Erde Sand, welches man durnet, und dann zwiſchen Kohlen glühet. Iſt die Erde nach dem Glühen ſehr leicht zerreiblich, ſo iſt der Thon derſelben nur mager, oder, wenn er fett iſt, ſo iſt derſelbe doch nicht in über- wiegender Menge darin vorhanden. Iſt der Klumpen aber hart, fo daß er fich mit.den Händen ſchwer zer- -. 204= drücken läßt, ſo enthält die Erde viel von einem fetten Thone. Man ſammle das vom Sande abgeſchwemmte Waſ- ſer in einem Glaſe, laſſe den darin ſchwimmenden Thon fich abſeßen, bringe ihn in ein Filter, trockne, und wiege ihn. 2 Gran deſſelben machen 1 pro Ct, aus. Der fetteſte Thon kann durc< andere Beymiſchung, als Sand, Humus, und Kalk, in eine mager anzu- fühlende Erde verwandelt werden. Beſonders ſind die erſteren dazu geſchi>t. So befinden ſich viele Stellen im Oderbruche, deren Hauptgrundlage ein ſehr fetter Thon iſt, welcher aber durch den beygemiſchten Humus ſo aufgelo>ert iſt, daß man ihn leicht bearbeiten kann, und ſeine Klumpen bey einem mäßigen Regen zerfallen. Aecker können übrigens größtentbeils aus Thon beſtehen, ohne bedeutend Kalk, Humus, oder Sand zu führen, und dennoch keine große Bindigkeit haben, auc< im Feuer nicht ſchr erhärten; andere können von Thon weit weniger führen, und dennoch denſelben Zuſammenhang ihrer Erde und waſſerhaltenden Kraft zeigen. In dem erſtern Falle iſt dann der Thon mager, im leßtern fett. Die angegebenen Arten, die Mengc und Beſchaffen- heit des Thons im Aker zu beſtimmen ſind daher nur äußerſt oberflächlich, und laſſen keine ſichern Schlüſſe zu. Wäre ver Thon nicht mit Sand, Humus oder Kalk in der Akererde vermiſcht, ſo würden ſie allerdings ſicher ſeyn; es giebt aber wohl nirgends eine Akkerkrume, in welcher nicht, nebſt dem Thone ,„ das eine oder das an- dere enthalten wäre. ava fe ELER EE AE HENENIEE an Mi 206 85-7 ==... 205=> S. 397- Verfahren bey der Unterſuchung einer Boden- art, welche keinen Kalk enthält. „Sand, Thon, Humus, und Kalk, ſind die Be- ſtandtheile, welche vorzüglich die Bodenarten zuſammen- ſeen, und es wird für den Landwirth hinreichend ſeyn, wenn er nur dieſe abſcheiden kann, Gyps, Talkerde, und einige Salze, kommen nur in ſeltenen Fällen, und in geringen Quantiräten vor, und ihre Ausmittelung und Abſcheidung iſt ſhon mehreren Schwierigkeiten un- terworfen. Das Berfahren, jene erſteren Beſtandtheile abzuſcheiden, iſt aber verſchieden, wenn ein Kalkgehalt da, und wenn dieſer nicht vorhanden iſt. Die Mittel, um die Gegenwart des Kalks in einer Bodenart zu be- ſtimmen, ſind in Einhof?s Chemie genau angegeben, ich verweiſe daher darauf. I< nehme nun zuerſt den Fall an, die Erde enthalte keinen Kalk. Hiebey verfährt man auf folgende Art.= Zuerſt beſtimmt man durc< Hülfe des Abſhwemmens die Quantität des Sandes etc. = Man unterſuche jede Erde auf Sand; denn ſelbſt ein Boden, welcher dem äußern Anſchen nach ganz aus Thon zu beſtehen ſcheint, pflegt dom immer etwas, wenn auch nur feinen Sand zu enthalten.=- Bey einem ſtark ſandigen Boden, überhaupt bey denen Bodenarten, welche nicht zu Klößen zuſammengeballt find, hat man das Zerreiben oder Zerſtoßen derſelben nicht nöthig; be- handelt man aber zuſammengeballte Bodenarten, ſo muß das Zerreiben immer vorangehen., und zwar muß dieſes um ſo ſorgfältiger geſchehen, je thoniger der Boden iſt, - 206= weil in dieſem Falle der ohnehin gewbhnlich feine Sand ſchwer vom Thon zu trennen iſt.== Hat man den zer- riebenen Boden in eine Sc nachdem man ihn getrocknet hat, ein wenig glühen, wobey denn der Humus verflüchtigt wird, und.der reine Sand zurückbleibt. pj Während dem Abſchwemmen kann män ſchon durc< das Gefühl auf die Beſchaffenheit des Thones acerheit des Bodens auf ſeinen Humusgehalt ſchließen, Je höher die Quantität des Humus ſteigt, um ſo lockerer wird der Boden, und un- gefähr 12==16 Pct. deſſelben können ſchon einem Thon- boden von 70-80 Pct. Thongehalt, 5-6 Pet. einem Lehmboden von 40==50 Pct. Thongehalt, und 3==4 Pct. deſſelben einem ſandigen Lehmboden von 20-=-30 Pct. Thongehalt eine ſolche Beſchaffenheit geben, daß ſie frey= li wohl noch zu ſteinharten Klößen zuſammenballen, die aber bey einem gelinden Regen zu einem lockern ar. Ene Pulver zerfällen, welches bey einem geringern Gehalt an Humus nicht der Fall iſt. Eben ſo bewirkt auch ein ſolcher beträchtlicher Gehalt an Humus das Zerfallen des Bodens im Waſſer, auc) wenn kein Kalk in der Miſchung iſt, und man kann daher in einem ſolchen Boden, der ohne Kalkgehalt im Waſſer zerfällt, eine ziemlich bedeutende Menge Humus vermuthen. Unſtreitig hat die Methode dur< das Glühen des genau getro>neten Bodens den Humus zu verflüchtigen, und aus dem hiedurch entſtandenen Gewichtsverluſt die Quantität des Humus zu berechnen, ihrer Einfachheit wegen, und da ſie von einem Jeden, der nur einen Schmelztiegel und eine genaue Waage beſißt, unter- nommen werden kann, vieles für ſich 3 indeſſen iſt es ndthig, daß wir auch ihre Unvollkfommenheiten näher berückſichtigen: a.) Sie ſeßt ein ſehr genaues Austrock- nen der Erde voraus, und man muß dabey den Boden lieber etwas zu ſtark als zu ſchwa austro>nen; da die Feuchtigkeit, welche im leßtern Falle zurückbleiben wür- de, hier mit auf die Rechnung des Humus kommen würde 3; b.) Da man den Humus dabey gänzlich zer- ſtört, ſo erfährt man von ſeiner Qualität, welche doch gewiß viele Rückſicht verdient, nichts; nur aus dem beym Berbrennen ſich entwickelnden Geruch wird man einigermaßen, auf ſeine Beſchaffenheit ſchließen können; ec.) Bisweilen enthält eine Bodenart vielen unausgebil- deten Humus(feine, faſerige, noc< unverweſte Theile, welche beym Durchſieben des Bodens mit durch das Sieb fallen) welcher mit verbrennt, und als vollkommen aus» 14,72 u= gebildeter Humus berechnet wird, da er doch, bevor er aufgelöſet iſt, gewiß nicht eine dieſem gleichkommende Wirkung beſißt; d.) bey einer jeden Bodenart wird der Humus etwas Aſche zurücklaſſen z iſt die Quantität des Humus nur geringe( 2=3 Pct.), fo beträgt dieſes ſo wenig, daß man es gänzlich überſehen kann, ohne einen großen Irrthum zu veranlaſſen; ſteigt aber die Quanti- tät des Humus über 10 Pct., ſo muß die Aſche mit in Rechnung gebracht werden, und dieſes iſt hier ſchwierig, da ſich die Aſchentheile von den übrigen erdigen Theilen ſchwer trennen laſſen. Ein größtentheils aus Humus beſtehender Boden hinterließ mir na< dem Glühen über 15 Pct. an Aſche; wir können alſo wenigſtens anneh= men, daß 10 Theile Humus 1 Theil Aſche zurücklaſſen. Bey dieſer Methode wird die Aſche den erdigen Theilen zugerechnet, ſtatt daß fie doch eigentlich dem Humus zukommen müßte. Dieſe Einwürfe, welche ſich gegen die Methode des Ausglühens anführen laſſen, und deren Richtigkeit ein jeder, wenn er ſich auch nur oberflächlich mit der Che- mie beſchäftigt hat, einſehen wird„' grregten in mir den Wunſch eine andere Berfahrungsart einzuführen, welche ic< hier um ſo zuverſichtlicher empfehlen kann, da ich weiß, daß auch mein ſehr werthgeſchäßter Freund, der Herr Geheime Rath Hermbſtädt ſie jeht. anwendet, Sie iſt zwar umſtändlicher, aber doch nicht ſchwieriger als die vorige, hat aber den Bortheil, daß ſie uns nicht allein die Quantität, ſondern auch die Qualität des Humus genau kennen lehrt. Vorzüglich empfehle ich ſie de FP emu LT= bey den Bodenarten, welche einen ſehr reichen Gehalt an Humus vermuthen laſſen, weil es vorzüglich bey die- ſem darauf ankommt, die Beſchaffenheit des Humus zu beſtimmen; dagegen kann man bey einer oberflächlichen Unterſuchung des Boden3, zumal der gewöhnlichen Acker- erden aus Höhegegenden, welche ſelten über 4 Pct, Hu= mus enthalten, die ältere Methode des Ausglühens bey- behalten.= Meine ganze Berfahrungöart gründet ſig darauf, daß der vollkommen ausgebildete Humus durch Hülfe der Alkalien(ſowohl der kohlenſauren als der äßenden) im Waſſer auflödslic< gemacht wird, die faſeri- gen Theile hingegen nicht von ihnen aufgelöſt werden.== Man koche eine beſtimmte Quantität(zz B. 100 Gran) der ausgetro>neten Erde ſo lange mit kohlenſaurem(oder auch äßendem) Kali aus, bis die Lauge nicht mehr braun gefärbt wird. Will man auf den, zuweilen in der Ackererde enthaltenen aufldslichen Extrativſtoff Rück- ficht nehmen, ſo kann man ſie vorher einmal für ſich mit deſtillirtem Waſſer auskohen, ſonſt kann man ſo- gleich Kali hinzuſezen. Je größer die Quantität des im Boden enthaltenen Humus iſt, um deſto größer muß au die Quantität des Kali ſeyn, und um ſo dfter muß die Auskod)ung wiederhohlt werden. Bey einer Bodenart, welche mir dur< Ausglühen 5 Pct. Humus zeigte, mußte ich, indem ich jedesmal 40 Gran Kali nahm, bey einer dreymaligen Auskohung zuſammen ge- nommen 120 Gran kohlenſaures Kali anwenden, um den Humus aufzulöſen. Um aus einer andern Modder- art, welche mir beym Ausglühen 58 1/2 Pct. verbrenn- liche Theile zeigte, die aufldslichen Theile, welche 50 1/2 - 214= Pet. betrugen, durch Auskochen mit Kali zu entfernen, wurden nach ſechsmaligem Auskochen zuſammen genom- men 400 Gran Kali verbraucht. Die. in dieſem lekten Berſuche verbrauchte Maſſe an kohlenſaurem Kali ſteht mit der des erſteren gar nicht im Berhältniß, denn hier fommen auf 1 Pct. der aufgelöſten Maſſe 8 Gr. Kali, ſtatt daß im erſteren Berſuche 24 Gr. Kali, alſo drey»- mal ſo viel auf 1 Pct. kommen. JT< vermuthe daher, daß ich im erſten Berſuche zu viel»genommen hatte, und daß man in der Regel mit 10 Gr. kohlenſaurem Kali ' auf 1 Pet. Humus ausreichen wird,= Da man aber unmöglich mit Genauigkeit vorher beſtimmen kann, wit viel Humus eine gegebene Bodenart enthalten wird(man möchte denn auch ſchon durch Ausglühen ſeine Quantität beſtimmt haben, welches doch aber zu weitläuftig wäre) ſo ſchlage ich folgende Berhältniſſe vor: ZUNFSCINEN gewöhnlichen Ackerboden aus den Hdöhes gegenden koche man zu verſchiedenen Malen, jedess mal mit 20 Gran kohlenſaurem Kali(und ungefähr 1/2 Quart Waſſer auf 1000 Gr. Erde) ſo oft aus, bis die leßte Abkohung nicht mehr gefärbt iſt« b.) Zu einem Boden aus Niederungen oder Marſh- gegenden, in welchem man ſchon mehr Humus vermus» then kann, nehme man jedesmal ungefähr 40 Gr. kohs lenſaures Kali auf 1000 Gr. des Bodens 3 vielleicht muß man etwas mehr nehmen, vielleicht kommt man auch mit einer geringern Menge zu, denn hier kommt es ſchr auf den Grad des Säuregehalts an. WE ERS << SEED 10 mim c.) Zu einem ſchr humoſen Boden, oder einen ausgebrachten Modder, nehme man jedesmal 60 Gr. Fohlenſaures Kali auſ 1000 Gr. des Bodens. Kokigen Pulvers zu Boden, Man ſammelt dieſen braunen Niederſchlag auf einem genau gewogenen Filter, ſüßt ihn gehörig mit Waſſer aus, trocknet ihn ſtark aus, und wiegt ihn. Allein alles, was man durch Hülfe des Alkali aus dem Boden aufgelöſt hatte, ge= winnt man auf dieſe Weiſe noch nicht wieder, ſondern M 2 x 8 UR EE FN AEN SEITEN es bleibt in der durchgelaufenen, immer noh bräunlich gefärbten Flüßigkeit( wenn man auh mehr Säure wie nöthig war, zuſehte) noch eine Subſtanz zurück, die man durch andere Mittel zu gewinnen ſuchen muß. Cs gelang mir, naß mehreren mißlungenen Berſuchen, ſie durc< Hülfe des Alkohols in Geſtalt gelblich gefärbter Flocken abzuſcheiden, und im vermuthe daher, daß ſie eyweißartiger Natur iſt, da ſie ſich in Alkalien und Säuren aufgelöſt erhält, obgleich ſie ſich von dem wah- ren Eyweiß dadurch unterſcheidet, daß ſie aus ihrer Auf- löſung in Alkalien nicht von den Säuren niedergeſcnet werden, weil der Thon das Waſſer, beſonders die lezten Anthei- le, ſtark zurückhält. Wollte man noch genauer verfah= ren, ſo könnte man ſie glühen, da dann Humus und Faſern zerſtört werden, der Thon aber allein zurückblei- ben würde.= In Hinſicht der genauern Unterſuchung und Beurtheilung des Thons ſelbſt beziehe ich mich auf nuun m 2 Sig aaa IRE er 010)= das, was in Einhof's Chemie geſagt iſt, nur einige Bemerkungen muß ich no Kennzeichen des Thons begnügen müſſen,“ S. 398. Verfahren bey der Unterſuchung einer Boden- art, welche Kalk enthält. „„Hat man ſich davon überzeugt, daß ein Boden koh- lenſauren Kalk enthalte, ſo muß man dieſen abzuſchei- den und ſeine Quantität zu beſtimmen ſuchen; und zwar muß dieſes, wenn man den Humus durc< Glühen ab am 27. am ſcheidet, zuerſt geſchehen; beſtimmt man aber den Hyu- musgehalt durch Auskohung des Bodens mit Kali, ſo kann die Abſcheidung des Kalks geſchehen, wenn der Humus ſchon entfernt iſt.=- Kohlenſaures Eiſen kommt nur zuweilen in feucht liegenden Bodenarten, und koh»- Jenſaure Bittererde nur ſehr ſelten in geringer Quanti- tät, und dann in den Gegenden vor, in deren Nähe ſich Serpentinfelſen oder andere bittererdige Mineralien be- finden, Man kann alſo in der Regel annehmen, daß das, was in dem gewöhnlichen Akkerboden, ſo wie auch - in den meiſten Mergelarten ein Aufbrauſen mit Säuren erregt, kohlenſaurer Kalk ſey.=- Man kann ſich nun, wenn man nicht auf jene beyden Subſtanzen Nückſicht nimmt, und nicht eine große Genauigkeit verlangt, das ganze Berfahren der Abſcheidung und Gewichtöbeſtimmung des kohlenſauren Kalks ſchr vereinfachen.=- So darf man z+ B. nur die kalkhaltige Erde genau austro>nen, als- dann eine beſtimmte Quantität derſelben mit Salz- oder Salpeterſäure ſo lange übergießen, bis kein Aufbrauſen mehr erfolgt, und ein hineingetauchtes Stückchen Lak- muspapier merklich roth gefärbt wird. Dieſe Miſchung läßt man bey einer mäßigen Temperatur ungefähr einen Tag ſtehen, und rührt ſie während dieſer Zeit mit einenr Glasſtäbchen zuweilen um, damit der etwa zuerſt noch nicht aufgelöſte Kalk aufgelöſt werde, Röthet die Flüßig- Feit am andern Tage no< das Lakmuspapier, und ſtei= gen keine kleinen Blaſen mehr in ihr empor, ſo kann man gewiß ſeyn, daß aller Kalk aufgelöſt ſey. Man bringt nun die ganze Miſchung auf ein vorher getrock- netes und genau gewogenes Filtrum, läßt die Flüßigkeit - 221= 2 äblaufen, ſüßt den Rückſtand ſo oft mit Waſſer aus, das Filtrum mit dem Rückſtande aus dem Filtrirtrich- ter, trocknet es ſtark aus, und wiegt es. Nächdem man nun das Gewicht des Filters vom ganzen Gewichte ab= gezogen hat, kann man aus dem durch die Auflöſung des Kalks entſtandenen Gewichtsverluſte die Quantität des Kalks beſtimmen. Z+ B. Man nahm 400 Gran des Bodens, und das getrocknete Filter wog 30 Gr. z; wiegt jekt nach geſchchener Auflöſung der Rückſtand zuſammen mit dem Filter 414 Gran, ſv zieht man erſt für das Filter 30 Gran ab, dann. bleiben 384 Gran; es ſind alſo durch die Auflöſung 16 Gran verloren gegangen 3 dieſe werden(weil man 400 Gran genommen hatte) durch 4 dividirt, und es ergiebt ſich daraus, daß in der Erde 4 Pct. kohlenſaurer Kalk enthalten waren. Sehr genau iſt dieſe Methode freylich nicht, aber ſie wird für die meiſten Landwirthe genügend ſeyn. Eine ebenfalls ſehr einfache Methode, den Kalk- gehalt zu erfahren, iſt die folgende: Man verſchaffe ſich eine ziemlich beträchtliche Menge(1=2 1) Salz- oder Salpeterſäure, deren Stärke man kennt, oder durch einen Chemiker kennen gelernt hat. Der Landwirth kann die Stärke einer ſolhen Säure ungefähr auf folgende Weiſe kennen lernen: man wiege ſich nur 1/2 oder höch= ſtens x. Loth der Säure in einem Zuckerglaſe genau ab, verdünne dieſes mit gleichen Theilen deſtillirten Waſſers, und ſchütte nun von einer Quantität gepülverter, vor= her genau getrockneter und genau abgewogener Kreide ſo bis dieſes keinen Geſchmack mehr annimmt, nimmt dann, lange meſſerſpißenweiſe hinein, bis fein Aufbraufen nicht erfolzt, und ſich nichts mehr auſlöſt; auch bis ein Stück- hen hineingetauchtes Lakmuspapier nicht mehr roth gefärbt wird. Wiegt man nun die übrig gebliebene Kreide, ſo kann man erfahren wie viel die Säure davon aufgelöſt hat; z- B. man legte ſich ein Quentnen und dann glühen, um auf dieſe Art die Quantität des Humus zu beſtimmen. Es verſteht ſich alſo ſchon von ſelbſt, daß man nicht zu geringe Quantitäten des Mergels zur Un- terſuchung nimmt, damit zu dieſen leßtern Berſuchen no< genug übrig bleibe. erfahren ob Gyps im Mergel ſey, wirſt man einige nicht zu kleine Stücke deſſelben in ein„leb- haft glühendes Kohlfeuer 3 entwickelt ſich dann ein leb- hafter ſk- net und wiegt ihn. Hatte man kleeſaures Kali genom- men, ſo zeigen' jekt 100 Theile des kleeſauren Kalks 139 Theile Gyps an z; hatte man kohlenſaures Kali ge- nommen, ſo zeigen 55 Pct. des kohlenſauren Kalks 100 Theile Gyps an. Na dieſen Säßen wird man alſo die Quantität des Gypſes beſtimmen können.= Faſt vermuthe ich, daß auch dieſe Abſcheidung des Gypſes Grundſ, der Feldk« 4, Th. 15 <== BD26"7 für einen Landwirth zu ſchwierig ſeyn wird, indeſſen iſt fie wohl die richtigſte, und ich gab ſie mit an, um nichts zu übergehen,“ S- 400. Unterſuhung der Modderarten. „+ Auch die Unterſuchung der Modderarten ſtimmt ganz mit der eines Bodens überein, welcher vielen Humus enthält.= Da bey den Modderarten der Humus oft in ſehr bedeutender Menge vorhanden iſt, ſo kann man hier das früher angegebene Berfahren, den Humus durch Hülfe des Auskochens mit Kali zu gewinnen, anwen- den. In den mehrſten Fällen wird man bemerken, daß der Humus ſäurehaltig iſt, und nur in den Fällen, wenn zugleich Kalk in ſeiner Miſchung iſt, wird dieſes nicht ſeyn. Sollte dieſer Fall eintreten, ſo muß man zuerſt den Kalk durc< Auſlöſung in Säuren ſfortbringen. Sand und Thon pflegen auch in jedem Modder enthal- ten zu ſeyn, man muß daher auch die Quantität beydex herauszubringen ſuchen. Die Faſern, welche bey dem Modder oft in ſehr beträchtlicher Menge da ſind, verdie= nen bey der Unterſuchung eine beſondere Rückſicht.“' 6. 401. „„ Eine genaue R.) aus, nehme hievon eine Portion von 15:7 K - 228= etwa 1000 Gran, um daraus nach der bekannten Ber- fahrungsart die mineraliſchen Beſtandtheile, als den gröbern Sand, den feinern Sand, den Kalk und den Thon zu JENE und merke ſich das erhaltene Gewicht an.= Dann nehme man eine zweyte Portion dieſes ſcharf ausgetrockneten Bodens, etwa zu 400 Gran, und glühe ſie in einem offenen Tiegel etwa eine gute halbe Stunde lang, oder ſo lange bis der Boden ſeine natür- liche Farbe gänzlich verloren, und dagegen eine hellere oder rbthliche Farbe angenommen hat. Dann wiegt man die zurückbleibende Erde nomZ warm und ſieht den Ge- wichtsverluſt als Humus an.( Enthielt die Erde Kalk, ſo muß dieſer nac; Einhof?s Angabe vor dem Glühen erſt abgeſchieden werden.) Bier Gran Gewichtsverluſt zeigen ein Pct. Humus an.=- Um nun etwas über die Beſchaffenheit dieſes Humus zu erfahren, dürfen ſich die Landwirthe nur nach folgenden, durch viele genaue Un- terſuchungen diefes Gegenſtandes von mir gewonnenen Sägen richten: 1.) Unterſuchte man einen gewöhnlichen Ackerboden aus den Höhegegenden mit mildem Humus, und fand einen Gewichtsverluſt von 2 Pct., ſo werden die auflös- lichen(Extractiv=) Theile beynahe 1 Pct. betragen, und das Fehlende werden Faſertheile ſeyn. Fand man einen Gewichtöverluſt von 4-5 Pct., ſo werden die auflös- lichen oder Extractivtheile etwa 2 Pct, und die Faſer- theile das Uebrige betragen. 2.) Unterſuchte man den fürzlich erſt fultivirten Boden eines ausgerodeten Waldes mit mildem Humus, und fand einen Gewichtsverluſt von 4=-5 Pet., ſo werden ENEN = 099" em» die auflbslichen oder Extractivtheile etwa 1=1 1/2 Pct. betragen, und das Fehlende werden größtentheils noch unzerſezte Faſertheile ſeyn. Fand man 8--10 Pct« Ge- wichtsverluſt, ſo werden die auflöslichen Theile etwa 2--3 Pet, und die Faſertheile die übrigen Procente aus= machen. 3.) Unterſuchte man einen Haideboden mit dem ihm „eigenthümlichen ſäurehaltigen und adſtringirenden Hu- mus, und fand einen Gewichtsverluſt von etwa 4 Pct., ſo wird man keine in Waſſer auflösliche Theile darin vermuthen können, dagegen aber 2 Pct. für ſol