2 3 2 0 GD Grundſd ed der Lg ME 021247 oder gründliche und vollſtändige Anleitung zum ' EE EO PORT und. zur Pflege der Wieſen und Weiden. Ein Hawdhy< für praktiſche Landwirthe, von we" M. A. Angyalffy, Mehrerer Landwirthſchafts- Geſellſchaften Mitgliede, M. eil. /BIBLIOTHERN| Zweyter Th D. KÖNIGLICHEN| -AXC ADENMIE DES LANDBAUES/ 8 74, NÖEGLIN P eſt h, 1823. Zu finden in allen Buchhandlungen de Auslandes. Agriculture is beyond all doubt the foundation of every other art, business, or profession: and it has therefore been the ideal policy of every wise and prudent people to encourage it to the uimost. T call it ideal policy 3 Since as perfectly as Us im» portance has been known, it has not always met with that care and attention its worth requires: and the great political management in ötates where ma- nuſactures and agriculture are encouraged, 15 to give due attention to both, but in every circum- Stance to. See 4hat Ihe wrong Scale does not Pre- ponderate,=- 4. Voung's Farmer's- Letters» Vol. 1 mu SCH h4.4..8 NTER a: pv, i10.0en Not der Cultur der Cerealien- Seite Einleitung,». 1 bis 2 A.) Von der Cultur desGenfeides 2-=- 92 Weißen..-.% 3- 25 Spelz n F Y..„. 23-- 26 Roggen 4. bus.- 26= 55 Mengkorn(Halbfrucht) Wt. Gy, 50 Gevſte:“5 6 DEM ved 001=> 43 Hafer. 35:58 5 wd BRN 2. DF Mais(Suturug) ven Aen== 01 Hirſe.... 8381- 8! Heidekorn.. 685-- 92 B.) Von der Cultur"M7 SÄM En: NE MD Ee EE 29 8 a ACER Gies 23 200-2201 A5 Futterbohnen«. H«+ 94= 106 Fiſolen:; p 6.- 106== 110 Erbſen. 8 n&+ 110== 123 Linſen. M| 6- 123= 128 Biden: 4.05.- 126== 145 C.) Von der Ernte, Meiön ib 8,9: und Aufbewahrung der Ce- vealier 4 N+.- 143-- 184 Zeit der Ernte.% 143= 145 Das Schneiden und een 8+ realien. S.» 145== 149 ; Seite Die übrigen Erntegeſchäfte»+ 249 bis 156 Scheuern und Feimen- N.„ 156-- 158 Kornkammern und Tennen»- 153=- 161 Dreſchen und Tretten«.. 161- 170 Reinigung des Kornes-.. 170= 173 Aufbewahrung des Kornes a.) in unterirdiſchen Gruben«+ 173== 176 b.) in überirdiſchen, aber dennoch [uſt» und feuerdichten Korn- behältern- 4 E E e.) inden gewöhnlichen Speichern oder Kornmagazinen aller Art 177= 180 Ernte, Entkörnung und Aufbewah- rung des Mais-- s 4 Eigenheiten bey der Ernte und Aufbe- wahrung der Hülſenfrüchte.„. 182=-- 184 D.) Von den Unfälllen der Ce- realien 3&<- 184-- 207 Auswintern der Saaten. 79 126 Verſcheinen und Verbleichen der Saaten 186-=“- 187 Lagern des Getreides-.>»+» 1287= 1383 Hagelſchaden 2 2.4 5 4 8 IEEE=== LBO Taubwerden des Getreides,+- 189 Beſchädigung der Saaten- durch das unordentliche Abweiden-.„“ 189- 190 Roſt, Brand, Krebs und Mutterkorn 190-- 194 Unkraut und Ungeziefer«+» 194= 207 176-- 177 180-- 182 NEI E15 VEENEREE VER 0. VI Lb. Von der Cultur der Cerealien. FG. 121. Lie der allgemeinen Benennung von Cerealien verſtehe ich hier älle jene Gewächſe, deren mehlreiche und nahrhaſte Saamen theils uns ſelbſt, theils un- ſerm Viehe zur Nahrung dienen. Sie theilen ſich von ſelbſt, und ihrer Natur nach» in zwey Unterabtheilungen, nämlich in Getreide, und Hülſenfrüchte, Erſtere gehören=- das ein» zige Heidekorn ausgenommen== ſämmlich zu der Fä- milie der- Gräſer, und. tragen ihre Saamen in Ähren oder Niſpen/ auf einem Halme; letztere gehören ſaämmt- lich zu der 17-ten Klaſſe des Lineiſchen Syſtems, oder zu der ſogenannten Dyad elphie, und haben das- her alle ſchmetterlingformige Blüthen, denen dann etwas ſpäter Hülſen folgen, in denen die Saamen- körner eingeſchloſſen ſind, daher ſie denn auch den Namen der Hülſenfrüchte erhalten haben. Eben in Hinſicht auf dieſe in der Natur ſelbſt gegründete Abtheilung, ſo wie in Hinſicht auf das, wa3 jedem Landwirthe von der Cultur der Cerealien noch überdieß zu wiſſen nöthig iſt, trage ich den Grundſ, der Feldk. 2, Th«+ 1 Gegenſtand dieſes Kapitels in ſolgenden vier Ab- ſchnitten vor: 1.) Von der Cultur des Getreides. 2.) Von der Cultur der Hülſenfrüchte. 3.) Von der Ernte, Reinigung, und Aufbewah- rung der Cerealien. 4.) Von den Unfällen der Cerealien, ſowohl auf dem Felde, als auf dem Speicher. A. Von der Cultur des Getreides- FG. 122. Getreidearten, die in unſerm Klima fortkommen, und gebauet zu werden pflegen, und von denen wir da- her auch hier zu handeln haben, ſind: der Weitzen, der Spelz, der Noggen, die Gerſte, der H a- fer, der Mais, die Hirſe, und das Heide- korn. Sämmtliche Getreide ſind zwar einjährige Pflan- zen, die nämlich in eben demſelben Jahre, in welchem ſie geſäet werden, auch zur Reife gelangen, da jedoch einige derſelben in unſerm und allen ähnlichen Kli- maten zu ſpät reifen, und zu unvollkommene Früchte bringen würden, wenn man ſie erſt im Frühlinge be- ſtellen wollte, ſo fieng man an, dieſelben im Herbſte des vorhergehenden Jahres auszuſäen, damit ſie ſich noch vor Winters beſto>en, und hierdurch einen Vor- ſprung erlangen können. Vorzüglich geſchieht dieß mit I “ =. 3 ir dem Weißen, dem Spelz/ und dem Noggen, die auch wirklich auf dieſe Art die beſten und einträglichſten Ernten geben. Sie werden daher auch gewöhnlich unz ter der allgemeinenBenennung Wintergetreide ver- ſtanden, ob es gleich einige Arten dieſer Getreidefrüchte giebt, die auch im Frühlinge gebauet werden können. Das übrige Getreide rechnet man zum Sommerge- treide, weil es= eine einzige Gerſtenart ausgenom- men, die als Wintergetreide im Herbſte beſtellet wird== unſern Winterfroſt nicht aushalten würde, und folglich immer erſt im Frühlinge gebauet wird. Weſentlichen und botaniſchen Unterſchied giebt es zwiſchen dem Sommer- und Wintergetreide der name lichen Art, gar keinen, ſondern es iſt in dieſer Hinſicht Alles bloß auf die zur Natur gewordene und tief ein- gewurzelte Gewohnheit, im Frühlinge oder Herbſte gebauet zu werden, gegründet- Eben daher kann auch jedes Wintergetreide in Sommergetreide, und umge» Pehrt, jedes Sommergetreide, wenn es nur den Win» terfroſt auszuhalten vermag/ in Wintergetreide um- gewandelt werden; wobey man jedo< ſehr allmählig zu Werke gehen, und ſich zuvor auf einem kleinen Fle>e derley umgeänderten Saamen verſchaffen muß, wenn man nicht in Schaden gerathen will. Q.: 123. Weitrtien Der Weitzen(Triticum cereale, oder triti- eum vulgare; ungr. Büza; franz. Froment; engl- Wheat;)/ welcher, je nac< den Umſtänden des Bo- 1.,* den3, des Klimas, und der Lage, bald längere bald Fürzere Halme und Ähren, und leßtere, je nach ſeinen verſchiedenen Arten und Varietäten, bald mit, bakd ohne Grannen hat, verlangt einen ſtarken, mehr tho» nigen als ſandigen Boden. Eigentlicher Thonboden, ſo wie lehmiger Thon- boden, und thoniger Lehmboden ſind daher jene Bodenarten, auf denen der Weißen mit Gewißhei gerathen kann- Bey einiger Feuchtigkeit kann jedoch der Boden, wenn er auch noe Weißen bauen. Immer bleibt es aber richtig, je-tho- niger der Boden iſt, und je weniger er Sand enthält» (ohne jedoch dem Pfluge unbezwingbarer eigentlicher Topferthon zu ſeyn) deſto beſſer taugt er zu Weigen. Hat er überdieß noch eine-beträchtliche Quantität Kalkes in ſich, oder iſt er ein thoniger Mergelboden, ſo iſt er ein ganz vorzüglicher Weißenboden, weil er zwar, gleich einem lo>kern Lehmboden, leicht zerfällt, und dennoch hinlänglich gebunden bleibt, und weil er durch den Kalk gegen alle Säure geſichert iſt, welche der Weißen durchaus nicht vertragen kann. Nebſt dem erſterwähnten bindigen Mergelboden, iſt der humus8reiche ſert. Erſteres geſchieht auf allem bindigen eigentlichen Weigenboden, da denn aber das vorhergehende Pflügen etwas tiefer zu geſchehen pflegt. Leßteres geſchieht auf jenen loſeren Bodenarten, die ſchon nicht mehr eigentlich für den Wei- ßen paſſen;und wobey zu beſorgen ſtünde, daß dieſeFrucht, bey bloßem Gineggen, zu wenig Feuchtigkeit in dem Boden fände, um ihre erſte Vegetation gehörig zu beginnen. Jn dieſem Falle muß aber immer ſeicht, yur etwa 2, höchſtens 3 Zoll tief, geaEert werden, damit die Saat nicht zu tief vergrahen, und erſti>et werde. Hat man einen Exſtirpator, ſo kann der Saame ſehr gut mit dieſem Inſtrumente untergebracht wer» den, weil es gerade das gerechteſte Mittel zwiſchen der Egge und dem Pfluge hält/ und daher die Saat weder zu tief vergräbt,. noc< obenauf liegen läßt. Die Quantität der Sinſaat iſt, je nach der größeren oder mindern Kraft des Boden3, und je nach der frühern oder ſpäteren Beſtellung, oft ſehr verſchieden. Gewöhnlich rechnet man hier zu Lande auf ein gewöhnliches Joch= 1200[]* zwey Megten Saqa- men, und nennt daher ein derley halbes Joch einen Meßen» Anbau, eine Meßen» Area, oder ein M ten- Feld. Dieſe Ausſaat iſt jedoch nur auf mittelmäßigem Boden, und nur dann, wenn weder ſehr ſpät, noc< dem 9 w-- auch ſehr früh geſäet wird, etwa Ende Septembers, vder in der erſten Hälfte Oktobers richtig. Bey kräf- tigem und gedüngtem Felde, und bey etwas früher, noch vor der Mitte Septembers beſtellter Ausſaat, fand ich 1 1/4 bis höchſtens 1 1/2 Meten per Foch überflüßig, wogegen auf magerem kraftloſem Boden, und bey ſpäter/ etwa erſt Ende Oktobers, oder gar im November vorgenommener Beſtellung 3 1/2 bis 3 Meßen Saamen auf eben dieſe Area kaum zureichen werden. Nach Vo ung's Verſuchen in England, ſind 2 1/2, oder bey vortrefflicher Cultur, 2 Buſchel auf einen Acre, das Vortheilhaſteſte. Th a er bemerkt aber ſehr rich- tig, daß Voung einen ſehr wichtigen Umſtand dabey vergeſſen habe, und daß er, wenn er Anfangs GSep- tembers/ oder Ende Novembers geſäet hätte,(Voung ſäete immer mit Anfang Oktobers) in erſterem Falle bey 2, in legterem bey 3 bis 3 1/2 Buſchel großern Vortheil geſunden haben würde.*) Nach Trautmann ſäet man auf dem guien Tuluyer Boden in Nieder-Öſterreich, auf ein dortiges Joch= 1609[]9 11/2 bis 2, im Marchſelde dagegen ebenfalls in N. Öſt., gegen die Grenze von Ungarn, ſaäet man auf ein derley Joch 3 bis 4 Metzen Weißen, und erntet dennoch in der erſtern Gegend beträchtlich mehr, wie in der letztern.**) FE 8 Zum 0x.2.Gml zur Kenntnis der.enak Landwirthſerbau. x), Schwerz belg. Landw. Ate)|. deſſelb. W2er2es III. Band. uy MM. ned g,) Nach demſelben, in ſeiner Metzen Z Heimath am Rheine.. x er h.) In der Gegend von Lille m im franz. Flandern j 13/4 Il 4.) In delMozenb un M rim S in den Niederlanden;. 11/4 D k.) In den Scheldegegenden 1 1/4 o Nach meinen eigenen Erfahrungen und Beobach- tungen, glaube ich== guten und vollkommenen Saa- men überhaupt vorausgeſeßt=- unter nachſtehenden Beſtimmungen, Folgendes, als das richtigſte Magß der Weitenausſagt annehmen zu dürfen: a.) Bey ſehr gutem Boden, bey trefflicher Cultur, und bey früher- Ausſaat, wenigſtens noch vor Ende Meßtzen 03 Septembers.; 11/4 bis 11/2 b.) Bey EINEN SER 2 und mittelmäßiger Cultur, und bey 7 etwas ſpäterer, doch nicht zu 56 7:3 verſpäteter Ausſaat; 11fB- 2| 6) Beep ſeſlechtem>"für Sch Weiten untauglichem, und armen 8 Boden, bey ſorgloſer und mangel- iv hafter Cultur, und bey ſehr verſpä- El teter, etwa erſt im November vor- J genommener" Beſtellung. 1..0000.22- 3 Obgleich der Weizen= wie wir ſchon weiter oben bemerkten= einen gewiſſen Grad von Feuchtigkeit nicht nur verträgt, ſondern ſogar zu ſeinem Gedeihen nöthig hat, ſo iſt ihm doh ein ſumpfiger oder waſſer- ſüchtiger Boden durchaus zuwider, und dieß zwar um ſo mehr, weil ſich in einem ſolchen ſehr leicht ſchädliche Säuren erzeugen, welche dem Weiten immer 4ödtlich ſind. Wenn daher zu beſürchten ſteht, daß der Weigßena>er den Winter über an Näſſe leiden Pönnte, ſo ſey immer die'erſte Sorge des Landwirths, derſelben durch gehörige angebrachte Waſſerfurchen einen Abfluß zu. verſchaffen: Noch beſſer iſt es aber Freylich=- wenn man dieß daran wenden will, und wenn man die Sache anzugreifen verſteht=- einen ſolchen Aer, durch die im 2-ten Kapitel angegebenen unterirdiſchen Abzugsgräben/ von ſeiner überſlüßigen Näſſe zu befreyen.; Im erſien Frühjahre, ſo bald der UFer ſo weit getro&>net und feſt geworden iſt, daß er das Zugvieh, ohne Schaden tragen kann, können wir demſelben nichts Nüglicheres und Erſprießlicheres erweiſen, als wenn wir ihn, mittelſt einer ſcharfen eingreifenden Gage, wiederhohlte Male ſo durcheggen, daß beynahe fein grünes Blättchen ſichtbar bleibt, und der ganze Aer mehr einem Brach- als Saatfelde ähnlich ſieht, Durch dieſe Operation wird nicht nur manches ſchädliche und läſtige Unkraut wirkſamſt zerſtört, ſondern es wird auch jene obere Kruſte, die ſich, bey jedem auch nur etwa3 bindigem Boden, den Winter über gewohnlich. bitdet, gebrochen, und der atmoſphäriſchen Luft mehr wohlthätiger Einfluß in die junge Saat verſchafft, wodurch in Kürze, der A>er von Neuem mit weit ſchönerem und dichterem Grün bede&t erſcheint, als er vorher hatte, oder erhalten haben würde, wenn dieſe Arbeit unterlaſſen worden wäre. Kein Wunder alſo, daß, laut Thaer's Zeugniß, einige Völfker- ſchaften Teutſchlands dieſe Arbeit für ſo wichtig la!- ten, daß ſie dieſelbe unter keinem VBorwande unter- laſſen, ja daß ſie Jeden für einen ſaumſeligen und ſorgloſen Wirth halten, der ſie unterläßt.*) Wenn der Weißen in ſeiner erſten Jugend ein ſo Üppiges Wachsthum verräth, daß ſpaterhin deſſen Lagern zu beſorgen wäre, ſo wird er ,. um dieſes zu verhindern, entweder geſchröpft(öſterr. geſagert) oder abgeweidet. Das Schröpfen geſchieht entweder mittelſt der Sichel oder"der Senſe, und zwar dann, wenn der Weiten ſchon einige Höhe erreicht hot, ohne je- doch ſchon in Ähren“ zu ſchießen, wobey man jedoch immer ſehr Acht zu geben hat/ daß, mit den abzu- ſchneidenden üppigen Weigenbladen, nicht auch zugleich das die fünftige Ühre enthaltende Herz der Pflanzen ergriffen werde, wodurch auf jeden Fall die Saat zu- rügeſeßt, und die Ernte vermindert würde. Das Ab- weiden der Saat ,' welches unter allem Viehe; am beſten und zwe&mäaßigſten mit den Schaafen geſchieht, wird, ſo bald der AFer. hinlänglich tro>en iſt, wo möglich, noch im März vorgenommen ,/ wobey man vor» züglich dafür zu ſorgen hat, daß dieß Abweiden nicht etwa allmählig und wiederholte Male geſchehe, ſon- dern daß der ganze AFer, durch möglichſt viele darauf gebrachte Schaafe, in möalichtt kürzeſter Zeitfriſt, rein bis auf den Boden abgefreſſen werde, dann aber ſorgfältigſt von allem Viehe verſchont bleibe. Kann *) Dieß thun vorzüglich die Me>lenburger. ſ. Thaer's Grundſ. der rat, Landw. und Einl zur Kenntzs niß der engl, Landw. - 14= man ſchon im vorhergehenden Winter oder Herbſte aus der allzugroßen Geilheit der Saat ſchließen, doß dieſelbe ſich bey fortrü&>endem Wachsthume lagern werde, ſo iſt es noch beſſer, das Vorbeugungsmittel des Abweidens ſchon im Winter bey ſtarkem Blach- ſroſte vorzunehmen, und dagegen im Frühjahre die neue Vegetation durchaus mit dem Viehe zu ver- ſchonen. So wie man aber den zu üppigen Saaten durch das Schröpfen und Abweiden Hülfe leiſtet, ſo kann man oft den zu ärmlichen und kümmerlichen Weißen- ſaaten dadurch aufhelſen, daß man ſie im Frühjahre, etwa im Monath May, bey etwas feuhtem Wetter; mit Taubenmiſt und Steinkohlenaſche überſtreuet. Hierdurc) werden fie oft laut Schwerzens 3 Zeugniß ſo verbeſſert, daß ſie nach einigen Wochen gar nicht mehr pennbar ſind. Findet ſich unter dem Weiten einiger Rogget/ welches wohl gewöhnlich der Fall zu ſeyn pfleget, ſo muß derſelbe, da eben deſſen Ühren über dem Weigert empor zu ragen beginnen, entweder ganz ausgejätet, oder es müſſen deſſen Ähren abgeſchnitten werden. Dieſe Operation, welche man hier zu Lande das Lä u- tern(ungr. irtäs) nennt, wird wohl kein ſorgfälti- ger Landwirth unterlaſſen, weil ſonſt der Weißen eine wohlfeilere und minder verkäufliche Waare wird. Giebt es unter der Weitzenſaat viel Unkraut, be- ſonders aber Raden oder Wachtelweißen, wodurch *)(. Shwerz Anl, zur Kenntniß der belg« Landwirthſer immer eine äußerſt mühſame und zeitverſplitternde Arbeit, und bey größerer Ausdehnung des AFerbaues gar nicht möglich iſt, ſo iſt und bleibt e3 immer das rathſamſte, einen mit Unkraut bewach- ſenen WeißenaFer ganz kahl mit Schaafen abzuwei- den, ſo daß, wo möglich, nicht eine einzige Unkraut?- pflanze übrig bleibe. Hat man dieß gehörig vollführt, und den Aer, wie oben erwähnt, tüchtig durchegget, ſo wird der Weitzen bald ſelbſt, und durch eigene Kraft, des etwa noch übrigen Unkrauts Meiſter werden. Die Witterung anlangend, iſt dem Weiten, wäh» rend ſeiner ganzen Vegetation(die einzige Blüthenzeit ausgenommen), von der Saatbeſiellung an bis zur Reife, ein feuchtwarmes, in der Blüthe aber ein troFene3 warmes Wetter am zuträglichſten.*) Die Ernte des Weigens wird vorgenommen, ſo bald die Körner jenen Reifegrad erlangt haben, daß ſie, zwiſchen den Nägeln der Finger zuſammengepreßt, keinen Milchſaft mehr fließen laſſen. Länger, und his zu völliger Reife ſämmtlichen Weitens, zu warten, wäre immer eine ſchlechte Wirthſchaft, weil man die Ernte doch nicht in einem Tage beendigen kann, und weil, bey überreif gewordenem Weigen, die Winde leicht großen Schaden anrichten können, beſonders, wenn eine gähe Hitze auf regneriſche Witterung folget, Um *) ſ: Thaer's Grundſ, der rat, Landw, --“ 16== jedoch vollkommenen Saamenweitett zu erhalten, wel- ſon's prakt, A>erbhäam 0 a =“ 17= als mittleren Grtrag des in höchſter Cultur ſtehenden Landes annehmen. Der Ertrag Brittanniens im Durch- ſchnitte erreicht dieſes nicht auf die Hälfte u, ſ. w. Nach Young. überſteigt der Durchſchnitts8ertrag in England, ſelbſt auf dem reichſten Boden, ſelbſt bey beſter Beſtellung, und ſelbſt in der Nachbarſchaft der Hauptſtadt nicht 6 1/2 Quarters pr. Acre. In- deſſen führt er doch als-Thatſachen an, daß an einem gewiſſen Orte ein einziger»Acre, breitwürfig geſäet, 15 Quarters Ertrag'gegeben habe, und daß in den Romney-Marſchen der Ertrag des Weigßens gewöhn» lich 8 Quarters pr. Acre ſeyn ſoll.*) Gin Pächter des Herzogs von Grafton in England hatte auf ſeinem fruchtbarſten Felde 32, und auf etwas minder fruchtbarem 28 Buſchel pr. Acre, nach gut beſtellten Pferdebohnen.**) Swer- Fen, iſt bekannt, Außerdem wird Stärke und Puder daraus bereitet, ſo wie auch ein vortreffliches ſehr ſtarkes und geiſtreiches Bier daraus gebrauet wer- den kann, Zur Maſtung und zum Brantweinbrennen ſchi>t ſich zwar der. Weigen vortrefflich, und würde ohne Zweifel alles übrige Getreide hinter ſich zurüFlaſſen, da uns jedoch zu dieſen beyden Zwe>en weit wohl- feilere, und dabey dennoch ſehr taugliche Materialien zu Gebothe ſtehen, ſo wird er dazu wohl nur dann verwendet, wenn er entweder zu ſehr mit Unkrautſaa»- men verunreinigt, oder etwa ſchimmlig geworden iſt, ß- 12/4. Sa4mMr.8 4. Der Spelz,(Spelt, Dinkel, Dünkel 3; Triti- eum spelta; ungr. TVenkely, tönköly, tenkely- buza; franz. Epeautre, ſroment loeular; engl. Spelt, oder Spelt-corn;) welcher auf einem und demſelben Boden immer etwas niederer als der Wei- ßen, doch etwas höhex, als die Gerſte wächſt, untere ſcheidet ſich von dem gewöhnlichen Weiten vorzüglich dadurch, daß. ſeine Spelze ſo ſehr an das Korn an- gewachſen ſind, daß dieß davon durch das Dreſchen nicht'gereiniget werden kann, ſondern erſt in einer eigens dazu vorgerichteten Mühle enthülſet werden muß, = 24== Bey dieſem Getreids iſt alſo in der Ernte von dem Winde am wenigſten zu befürchten.! Außerdem unterſcheidet ſich der Spelz in land- wirthſchaftlicher Hinſicht nocern zu beſtellen, weil der Saame in dieſem Zuſtande mit der Egge nicht wohl untergebracht werden könnte. Wird aber der Spelz etwa in enthülſetem Zuſtande geſäet, ſo braucht man auch davon um nichts mehr als vom Weißen, ja es kann noch etwas weniger davon hHinreichen, da ſich dieß Getreide noch ſtärker als der Weißen zu be- ſio>en pfleget- Der Ertrag des Spelzes pflegt ſehr ſicher und reichlich zu feyn.= Nach Swerken verwendet wird, Beſonders wird die Halt- und Dehnbarkeit des Teiges vom Spelzmehle gerühmt, Manche gebrauchen den Spelz auch als Pferde- futter ſtatt des Hafers, da er denn dem Viehe unent» hülſet dargereicht wird. Zu menſchlichem Gebrauche muß der Spelz=- wie ſchon erinnert worden= immer zuvor auf einer Mühle enthülſet werden, und da dieß nicht ohne Schwierig» keit geſchieht, und auch nicht alle Müller damit um- zugehen wiſſen, ſo ſcheint mir das gerade die Urſache zu ſeyn, warum er nicht ſo häufig angebauet wird, als er ſeiner vortrefflichen Eigenſchaften wegen, an- gebauet zu werden verdiente. Er wird übrigens vor- züglich in der Schweiß, in Frankreich, und Deutſch- land, dießſeits und jenſeits des Nheins, theils als Winter» theils als Sommergetreide gebauet. Bey uns *) f, Shwerz Anl. zur Kenntniß der b419. Landwirthſchaft. iſt er nur ſehr ſelien, und auch) nur in ſchr wenigen. Gegenden anzutreffen. R: 0.453000 Der Noggen,(Roden, öſterr. Korn; Secale cereale; ungr. Rozs; franz. Seigle; engl. Rye;) welcher bey günſtigem Boden und Wetter, nebſt ge- horiger Cultur, oft Mann hohe Halme treibet, und nicht ſelten mit mehreren Zoll langen zweyzeiligen Ühren pranget, fordert einen mehr ſandigen und lo» ſen, als thonigen und gebundenen Boden. Daher der lo>ere Lehmboden, der ſchon über die Hälfte Sand enthält, und folglich für den Weiten ſchon zu looſe iſt, ſo wie der ſandige Lehmboden, und der lehmige Sandboden, gerade die tauglichſten Bodenarten für den Noggen ſind. Aber auch ſelbſt auf dem eigentlichen Sandboden, wenn er ſich nur nicht gar ſchon dem Flugſande nähert, kann der Noggen no immer ſein Fortkommen finden, obgleich ſchon allda die meiſien andern Getreidearten nicht mehr zu gedeihen pflegen. Man glaube jedoch nicht, daß Roggen ein ſolches Sandland erfordere, Bey etwas weniger Sand, kommt auch dieſer beſſer fort, und liefert ſtärkere Ernten. Gs iſt hier nur die Rede, daß er zur Noth auch in dem dürrſten Sande fortkommt, wo faſt kein anderes Ge- treide mehr fort will. Steifer und thoniger Boden iſt dem Noggen zwar in der Regel immer zuwider; doch ſäete ich auch auf ziemlich ſtarkem und gebundenem Weitenboden Roggen, der ſehr gut gerieth, Nur muß der Aer bey ſolcher Beſchaffenheit, immer deſto fleißiger bear- beitet werden, damit der Boden lo>er genug ſür den Noggen werde, auch muß er ja nicht tief liegen, da- mit er nicht etwa von zu vieler Feuchtigkeit leide, die der Roggen durchaus nicht verträgt, ob er gleich von der Säure weniger als der Weigtzen«leidet. In Betreff des Humusgehaltes, nimmt der Rog» gen freylich zur Noth mit ärmerem Boden vorlieb als der Weigen, auf nahrungsreicherm Boden liefert er jedoch eben ſo wie der Weigen, oder jedes andere Getreide, reichlichere Crnten als auf armen, weil er ſich alda mehr beſto>et, und daher mehr Halme und Ühren treibet. Der Roggen wird entweder in die reine Brache, oder nach den bey dem Weiten erwähnten Vorfſrüch- ten, mit Vortheil gebauet, Außerdem pflegt er noch -- beſonders auf ſandigem Boden=- nach Heidekorn und Spergel ſehr gut zu gerathen. Nach einem andern Getreide, ſo wie nach Kartoffeln, ſollte er zwar außer dem Nothfalle, eben ſo wenig wie der Weiten, geſäet werden, doch verträgt er dieß weit beſſer, und iſt überhaupt gegen die vorhergehenden Früchte weit we- niger empfindlich, wie dieſer. Die Saatzeit des gewöhnlichen RNoggens fängt ſich am beſten mit halben September an, und kann ohne Bedenken bis Ende Oktobers ausgedehnt werden, Ja im Nothfalle kann man ſogar im November, oder wohl gar im Winter bis in den Februar hin, bey offenem Boden, noc< immer Roggen ſäen. Nur ver- 'geſſe man in ſolchem Falle nie, die Ausſaat'gehörig zu -- 28= verſtärken, weil zur BeſtoXung die beſte Zeit vorüber iſt. Vor der Hälfte Septembers aber iſt es immer auch nicht rathſam gewöhnlichen Noggen. zu bauen, weil er ſonſt ſehr leicht noch vor dem Winter in Ühren ſchießt, wodurch ſein Ertrag vermindert wird. Ganz anders verhält es ſich aber in dieſer leßtern Hinſicht mit jener beſtändigen Abart des Roggens, die man wegen ihrer großen Neigung ſich zu beſio>en, Staudenroggen(ungr. Szapora ro2s) zu nen- nen pfleget. Dieſe Art Noggens muß vorſäßlich ſehr frühe, wo möglich noch Ende Auguſts, oder ſpäteſtens Anfangs Septembers geſäet werden, damit ſie zu ih- . rem Triebe ſich auszubreiten, und das Feld zu über- ziehen ,/ hinlängliche Zeit gewinnen könne. Die Beſtellung de3 Roggens geſchieht auf die nämliche Art, wie die des Weigens, mit dem einzigen Unterſchiede, daß es nie rathſam iſt, den Noggen un» terzuadern, weil dieſe Getreideart nur eine ſehr ge» ringe BedeXung mit Erde verträgt. Die Quantität der Ausſaat ilt beym Roggen ek» was geringer, wie beym Weigen, nicht nur, weil der Saame merklich kleiner iſt, ſondern auch, weil ſich der Noggen(ſelbſt der gemeine) faſt noc< mehr wie der Weißen zu beſtauden pfleget. Das richtigſte Ber- hältniß ſcheint mir das zu ſeyn, wenn man 7 Metzen gemeinen Roggen3 auf eine Fläche ſäet, auf die man vom Weiten 9 Metßen ſäen würde, Vom Stauden- roggen braucht man, theils der frühen Ausſaat wegen, die er verlangt, und theils ſeines mächtigen Beſto>ungs» triebe3 wegen ,/ noch beträchtlich weniger, .. 29=- Thaer rechnet auf den Magdeburger Morgen, vom gewöhnlichen Roggen 18 bis 20, und vom GStau- denroggen, wenn er früh, noch im Auguſt, oder An- fangs Septembers geſäet wird, 12 bis 14 berliner Meßgen.*) Nach Di ſon ſäct man in England zum Korn» tragen 2 bis 2 1/2 Buſchel, und zur Viehweide 5 Bu- ſchel„ und darüber/ per Acre. XX) Nach Schwerz iſt der Durchſchnitt der Ginſaat- in den Niederlanden 0,77 berl. Scheffel, und in ſei- ner Gegend am Rheine 0,64 berl. Scheffel per Mag» deburger Morgen. XXX) In der Gegend von Lille im franz. Flandern ſäct man 8 Havots auf 0,8 Bunder; in der Gegend von Menin in den Niederlanden 6 Raſieres auf 3 Bunder; und in den Scheldegegenden 1, 17 Hektolitres per Hektare, X*X*) Dieß giebt nach unſerm Maaße folgende Ausſaat: a.) Nach Thaer, vom ge- Meßen 18 wöhnlichen Roggen.- 11/2 bis 13/4|e2 b.) Nach demſelben, vom[Ei Staudenroggen ,. 1- 11/1| >.) Nach Die> fon, in Enz-- land, zum Korntragen. 11/4== 11ſ24 2 d.) Nach demſelben, zur Bieh- E weide, wenigſtens«: ST 40.904 9 *) f. Thaer's Grundſ, der rak. Landw, *+)| Di>ſon's prakt, Akerbau. + ks) if, Schwerz Anl. zur Kenntniß der be1lg, Landwirthſmäßiger Cultur, und et- was ſpäterer Beſtellung.? 11/j== 11/2 ce.) Bey untauglichem und erſt üpf- tem Boden, bey ſorgloſer ſchlechter Cultur, und bey ſehr ſpäter Beſtellung im November, oder gar im Laufe des- Winters.....- 13/4== 21/2 2.) Vom Staudenroggen: 2.) Bey früher Ausſaat, im Au- Mebßen guſt, ſo wie bey EE wb Cultur und Boden SE 004 7 9/0 DS wanna EHE am b.) Bey etwas ſpäterer Ausſaat, Meßken im September, und bey mittelmäßiger Cultur und Boden.. 2031 bis 1 1/8 ec.) Bey verſpäteter Ausſaat, et- wa im Oktober, oder noeh ſpäter, und bey ſchlechter Cultur und Boden»« 11/4== 11/2 Fſt die Roggenſaat ſehr üppig, und drohet ſpäter» hin mit Lagerkorn, ſo muß ſie eben ſo wie der junge Weißen geſchröpft, oder abgeweidet werden. Das Schröpfen“ muß aber hier viel früher geſchehen als beym Weiten, weil der Roggen weit früher in Ähren zu ſchießen pfleget. Das Abweiden muß ohnehin= wie ſchon beym Weigen erinnert worden= möglichſt frühe geſchehen, wenn es nicht etwa gar ſchon im vorher- gehenden Winter geſchehen iſt. Das Aufeggen der jungen Saat im Frühlinge, iſt, beym Noggen eben ſo zu empfehlen, wie beym Weitzen. Nur iſt dabey einige Vorſicht und Mäßigung nothig, beſonders wenn der Boden all zu leicht und ſandig iſt. Ia wenn etwa noch durch den ahwechſeln- den Winterfroſt zu viele Wurzeln gus dem Boden ge» hoben ſind, ſo iſt es rathſamer, zu dieſer Operation ſich bloß der bey uns gewöhnlichen Buſchegge zu bes dienen, Da der Roggen unter allem Getreide am frühe- ſten in die Blüthe tritt, ſo können ihm zu dieſer Zeiß leicht ſpäte Frühjahrsfröſte und Reife ſchädlich werden« Auch iſt er in der Blüthe gegen anhaltend naßfalte und windige Witterung ſehr empfindlich, beſonders, wenn er ärmlich fteht, und wenig auf die Kraft des Bodens bauen kann, -- 32= Bey der Ernte des Roggens iſt alles Das zu be- obachten, was beym Weißen erinnert worden, und wovon bey der Ernte der Cerealien noch umſtändlicher geredet werden wird. Der Ertrag des Noggens iſt eben ſo verſchieden, wie der des WeißenZ3. Thaer nimmt 22 berliner Scheffel vom Magde- burger Morgen, als den hochſten, 12 Scheffel als ei» nen guten- und 3 Scheffel als einen ſchlechten Er- trag an.*); Nach Sce auf 0,8 Bunder.= Der Mittel» ertrag des Roggens im franz. Flandern ,/ im Durch- ſchnitt durch das ganze Departement du Nord iſt nach Francois de Neufchateau 210 Dekalitres per Hektare,= In der Gegend von Menin in den Niederlanden erhält man von 3 Bundern 156 Raſieres« In den Scheldegegenden erntet man 20 bis 23 Hekto» litres per Heftare.***) Dieß giebt nach unſerm landüblichen Maaße fol- gende vergleichende Überſicht des RNoggenertrages: x) ſ, Thaer's Grundſ. der rat, Landw, ..) f(; Schwerz Anl, zur Kenntniß der belg-. Landwirthſ giebt, als alle an- dere Getreidearten. Auch läßt er ſich mit weit mehr Vortheil als der Weigen, nahe an Wirthſchaftsge- bäuden, oder andern Sammelpläten der Sperlinge und anderer Getreide ſreſſender Vögel, bauen, weil ihm dieſe nicht ſo ſehr nachſtellen, wie dem Weiten. Den Sommerroggen kann ich in unſerm Klima eben ſo wenig, und vielleicht noch weniger em- pfehlen, als den Sommerweiten, da er nie den Er- trag des Winterroggens giebt, und noch überdieß oft völligem Mißrathen ausgeſeßt it. Er erfordert ein ſehr gut zubereitetes und ſorgfältig gereinigtes Feld, und muß ſo ſrüh beſtellet werden, als möglich, wenn et- was daraus werden ſoll. Auch muß das Feld, worein er geſäet wird, wie beym Sommerweißten, vor Winz2, ters geſtürzt werden. Übrigens iſt deſſen Cultur die nämliche, wie die des Sommerweißens, nut daß man bey der Beſtellung etwas weniger Saamen brauchet. Der Roggen wird vorzüglich zu gewöhnlichem ordinärem Hausbrode, ſo wie zum Branntweinbren- nen, utid zu Pferdefutter benußt. Mit dem Brannt- weinſchlamm oder Branntweinſpühlig. vom Roggen werden ferner häufig Ochſen und Schweine gemäſtet. Im natürlichen Zuſtande wird jedoch dieß Getreide zur Maſtung nicht leicht verwendet, ob es ſich gleich geſchrotten ſchr gut dazu qualificirte/ weil es doch im- iner»vörtheilhafter iſt, einen doppelten Nußen, durch --+55== das Branntweinbrennen und die Maſtung, zugleich daraus zu ziehen. Jn der Küche iſt das Roggenmehl weit weniger beliebt, als das Weißenmehl, und nur für ärmere Menſchen, in Abgang eines beſſern Mehles, brauchbar. In England wird der Noggen auch häu- fig als Futterfraut, zu früher Schaafweide, gebauet, ja bisweilen wohl auch als Dünger, um nämlich im grünen Zuſtande untergeaFert zu werden« 9. 126. Meuzgforn. oder Halbfrukt. Das3 zur Hälfte aus Weißen, und zur Hälfte aus Noggen beſiehende Getreide, welches bey uns gewohn- lich nach dem öſterreichiſchen Dialekte Halbfrucht (ungr. ketszer-büza, ketszeres, Kevert, fel-buza; franz. meteil, tremail; engl. Meglin;) genannt, und hier zu Lande häufig gebauet wird, kommt in der Cultur mit dem Weiten und Roggen, aus denen es zuſammengeſeßt iſt, überein, und hält in dieſer Hinſicht ganz das Mittel zwiſchen beyden. So darf zwar die Einſaat deſſelben etwa3 ge- ringer ſeyn, als beym Weiten, doh muß immer etwas mehr geſäet werden, wie vom bloßen Noggen, und je nachdem dieſer oder jener darin vorwaltet, muß auc immer das Einſaat8quantum variren, wenn män das richtigſte Maaß treffen, und beobachten will, Der Ertrag diefes Getreides iſt meiſten3 etwas ſtärker und ſicherer, wie der des reinen Weigens oder Noggens, unter gleich) günſtigen Umſtänden, ſeyn würde. Nur muß man bey der Ernte ſich ſehr beſtreben, den 35* rechten Zeitpunkt zu treffen, weil bekanntlich Weigen und Roggen, aus denen dieß Getreide beſteht, etwas ungleich reifen, mithin bey Beſtimmung der Erntezeit auf beyde gleich RüFſicht genommen werden muß. Zu eigenem Gebrauche iſt das Mengkorn, ohne Widerrede, ein ganz vortreffliches, nie genug zu em, pfehlendes Getreide, welches inſonderheit das beſte und ſchma>hafteſte Brod liefert. Nur Schade, daß es als Handelsartikel keine recht kaufrechte Waare iſt, und in den deutſchen Provinzen unſers Kaiſerſtaates nicht einmal um den Preis des reinen Noggens(den es doch an innerm Werthe bey weitem übertrifft) ver- kauft werden kann. Dieß iſt auch die Urſache, daß es in den Grenz-Comitaten gegen Öſterreich und Steyer- mark durchaus nicht mehr gebauet wird. 6. 127- Gerfüc: Die Gerſte(Uordeum; ungr. Arpa; franz- Orge; engl. Barley;) hat fürzere, weichere, und zärtere Halme, als Weißen und Roggen, und je nach Art, und Varietät, bald zwey- bald vier- bald ſechs- zeilige, immer ſtark und ſcharf begrannte Ähren. Von dieſem Getreide giebt es vorzüglich drey Arten, die uns Landwirthen, in unſerm Klima, wich- tig ſind. Die zweyzeilige große Gerſte, (hordeum distichon; ungr. öreg ärpa, ketsoros ärpa, ſeteke-farku ärpa;) die vierzeilige klei- ne Gerſte(hordeum vulgare; ungr. Kisded ärpa, ntgysoros ärpa;) und die Wintergerſte;(hor- deum hexastichon, oder hordeum hybernum; ungr. t6li ärpa;)- Beyde erſtere ſind Sommergetreide, und werden im Frühlinge, leßtere aber wird als Winter» getreide im Herbſte beſtellet.; Die beyden Sommergerſtarten ſind in Hinſicht ihrer bey der Beſtellung zu berüFſichtigenden Natur, in Folgendem ganz weſentlich von einander verſchie- den. Die große zweyzeilige Berſte verſchmähet die looſern Sandbodenarten, und verlangt zu ihrem fröh- lichen Gedeihen einen ſchon in ziemlichem Grade ge- bundenen Boden, Eigentlicher Lehmboden, oder ein Mergelboden von mittlerer Cohäſion, ſind daher die Bodenarten, die ganz vorzüglich für dieſe Gerſtenart geeignet ſind. Ja ſie kann wohl oft auch auf den Thonbodenarten, die ſich eigentlich nur für Weiten ſchien ſehr gut gedeihen, ſo bald deren Strenge und Gteife durch Humus oder Kalk gemildert iſt. Auf den Sandhbodenarten aber leidet ſie ſehr leicht von der Dürre, und iſt daher immer äußerſt unſicher.= Fer- ner leidet dieſe Gerſtenart nicht leicht etwas vom Froſte, und verträgt daher nicht nur, ſondern liebt ſogar, ſo früh als möglich im Jahre, gleich nach Ausgang des Winters, geſäet zu werden.=- Die kleine vierzeilige Gerſte dagegen, liebt immer die looſern ſandigern Bodenarten, und kann ſogar auf eigentlichem Sand»- boden, auf dem ſchon kein Hafer mehr mit Vortheil gebauet werden kann, ziemlich gut gerathen, wenn ihr nur.die Witterung günſtig iſt. Gegen den Froſt iſt dieſe Gerſte äußerſt empfindlich, und darf daher, allerfrüheſtens, erſt nac; der Hälfte April3s geſäet werden, Ihre beſte und ſicherſte Saatzeit iſt aber, vom Anfang bis zur Hälfte des Maymonaths. Zur Noth, kann die Saat dieſer Getreideart wohl auch bis zu Ende dieſes Monaths ausgedehnt werden, da ſie von der Dürre nicht leicht zu leiden. pfleget.= Darin kommen übrigens dieſe beyde Gerſtenarten überein, daß ſie die Säure in dem Boden durchaus nicht vertragen. Die beſten Vorfrüchte der Gerſte ſind gedüngte Hafrüchte aller Art, als: Mais, Kartoffeln, Kohl, Runkeln, Tabak, u. m. a,=- Nach der reinen Brache, ſo wie nach Klee, und Hülſenfrüchten, oder nach Raps und Nübſen/ nach Hanf, u. dgl. würde zwar die Gerſte vortrefflich gerathen, allein dieſer Platz wird ihr wohl nur ſelten gegönnt werden, weil wir ihn weit vortheilhafter für das Wintergetreide be- nußen können« Die Gerſte nach einem andern Getreide zu bauen, iſt zwar eben die beſte Wirthſchaft nicht, doch verträgt ſie auch dieſes ziemlich wohl, wenn nur die Stoppel des vorhergehenden Getreides vor Winters umgebro»- ert, oder mittelſt des Erxſtir- pator3 untergebracht. Letzteres iſt überall, wo man dieſes Werkzeug hat, und zu gebrauchen verſteht, das vorzüglichſte, weil der Saame dadurch gerade in der gehörigſten Tiefe in den Boden kommt, Übrigens kann man die Gerſte auch ohne Bedenken=- beſonders, wenn der Boden ſehr troXener Natur iſt, allwo die Saat leicht in ihrer erſten Vegeiationsperiode an Dürre leiden könnte= unterpflügen, da ſie nach Thaer's Zeugniß eine noch ſtärkere Bede>kung mit Erde, als ſelbſt der Weißen verträgt, Je feuchter indeſſen der Boden iſt, deſto weniger darf ſie bede&t werden. Auf Feuchten Bodenarten wird daher immer das Eineggen vor dem Unterpflügen den Vorzug verdienen, Da die große zweyzeilige Sommergerſtie, um voll- Fommen zu gedeihen, immer ſo früh als möglich be- ſiellet werden muß, ſo iſt es am beſten und zwe- mäßigſten, den Aer im vorhergehenden Herbſte durch ſorgfältige Pflugarbeit ſchon völlig vorzurichten, und dann im Frühlinge, ſo bald der Boden offen iſt, und das Zugvieh tragen kann, die Saat, ohne irgend ein Pflügen, bloß mit der Egge oder dem Exſtirpator unterzubringen. Hierdurch erreicht man den doppelten Vortheil, daß man erſtens die Frühlingsſaat deſto eher zu Ende bringt, und zweytens, daß die Gerſte die im AFer zurügebliebene Winterſeuchtigkeit in vollem Maaße, und ohne Abgang erhält, welches, wenn erſt gea>ert würde, nie der Fall wäre, da zu dieſer Zeit, während dem Pflügen, immer ein großer Theil der Feuchtigkeit zu verdunſten pfleget.=- Bey der fleinen vierzeiligen Sommergerſte geht dieß jedoch -“ 1060=> nicht an. Denn da dieſe, ihrer Empfindlichkeit gegen den Froſt wegen, immer aur erſt ſpät geſäet werden darf, ſo muß=- der Aer mag auch noch ſo gut im Herbſte vorbereitet worden ſeyn= ſchon de8halb auch im Frühlinge gepflüget werden, damit das bis zur Saat auſſchießende Unkraut zerſtört werde. Die Einſaat der Sommergerſte beträgt nach S hwerz in den Niederlanden 0,96 berliner Scheffel auf den M. Morgen.*) Didſon, in England, giebt auf mittlerem Bo- den, im März 3 1/2, im April 4, und im May 4 1/2 Buſchel auf den Acre, als die richtigſte Einſaat an; ſeßt aber dazu, daß man auf fettem Boden nicht leicht zu dünn(ſchütter) ſäen könne, weil ſich ſonſt die Gerſte lagert, und Schaden leidet. Nach Rüben und derley beha>ren Früchten, ſagt er weiter, iſt auch weniger Saame nöthig, da dieſe das Land zur Aufnahme der Gerſtenſaat beſonders geſchi&t ma- ſon's prakt. AFerbau. xXx)[, Thaer's Einl zur Kenntniß der engl, Landwirthſſon, in England, S auf mittelmäßigem Boden, im März 2 1/8 22 c.) Nach demſelben, unter gleichen bz Beſtimmungen, im April. j 2.38 Ss d.) Nach zei detto detto|| im May- 4 2 9/8 V e.) Nach MRG pr I I 2 ſtark gedüngtem Boden 1 3/4 7 9 f.) Nach) demſelben, auf magerm armen Boden.. d ä 5 Nach meiner eigenen Wefährlhg iſt folgendes das richtigſte Ausſaat8quantum der beyden Sommex- gerſtarten: a.) Von der großen zweyzeiligen Meßen Sommergerſte, die ſehr zeitlich im en Frühjahre, und allerſpäteſtens bis 2 halben April geſäet werden ſoll, je D8 nach den übrigen Umſtänden, des(7 Bodens und der Cultur»«+ 11/2bi821/2| 2, b.) Von der kleinen vierzeiligen|' GSommergerſte, die nie vor der Hälfte Aprils gebauet werden darf, ja am D beſten erſt im May gebauet wird, 2 je nach den übrigen Umſtänden, die 77 in die Saat einen Einfluß haben o können».. E 4,5:9-- 3 - Tritt nach der Saatbeſtellung der Gerſte plög- licher Regen, und darauf eben ſo plögßlich Dürre ein, ->“.4j2= wodurch der Boden in ſeiner Oberfläche verhärtet, ſo muß nach Thaer*) das Gerſtenfeld mit einer leich- ten furzzinkigen Egge überzogen werden, damit die Borke gebrochen, und den jungen Gerſtenpflänzc- lichem Boden, und bey gehöriger Cultur, den größten und ſicherſten Ertrag giebt; 5.) weil ſie zum Bier»- brauen, wozu doch die Gerſt- das wichtigſte Material liefert, am beſten unter allen tauget. Dieß mag auch Urſache ſeyn, warum ſie von den beſſern Landwirthen in England, vorzugsweiſe, ja beynahe ausſchlüßlich gebauet wird,**) = Thaer erhielt von dieſer Gerſte auf gutem i* in Kraft geſeßtem, obgleich ziemlich ſandigem Boden, in günſtigen Jahren 15, und in äußerſt ungünſtigen 6, folglich im Durchſchnitt der Jahre etwa 10 1/2 bers Scheffel vom M. Morgen.***) Pfarrer Lord in England erhielt gewöhnlich 10 Quarter3 und darüber per Acre.****) *) ſ. deſſen Grundſ. der rat. Landw. *+«) f. Thaer's Einl, zur Kenntniß der engl. 2Landwirthſcfon iſt der Ertrag dieſer Gerſte in Eygland, im Durchſchnitt 21 bis 39 Buſchels per Acre.!*) Fn den Niederlanden erhält man nach Shwerz 11 berl. ScheFel dieſer Gerſte vom M- Morgen.."y Im franz. Flandern erhält man als Mittelertrag, im Durchſchnitt durch's ganze Vepartement du Nord, nach Francois de Neufchateau 316 Defalitres, und nach Dieudonns 31 Heftolitres per Hektare. En) Nach Young erntet man in N Vefolr ſive in England gewöhnlich 5 Quarters vom NE EEE) Dieß giebt nach unſerm Maaße folgenden Gr- trag: a.) Nach Thaer, in günſtigen Metzen Fahren- 5. 2- 4 21.0718 b.) Nach demſelben, in äußerſt un-- günſtigen Jahren- 5 K N 8 3/4 ec.) Nach demſelben, im Durchſchnitt j der Jahre, eirca+: 4 071.257.00 d.) Nach Pfarrer Lord, in Eng» land. MG EREN POEM 296.07 4458“708 e.) Nach Di>ſon, in England, 12 1/2 bis 17 15/16, folglich im Durch- ſchnitte dieſer Angaben eircea++ 125 1/4 f.) In den Niederlanden, nach Scerbaum z+)(|, Shwerz belg, Landw. 88%) f. deſſelben Werkes I11. Th- AFFE) f, Young's Farmer's Letters. v.1 9.) Im franz. Flandern, im Durcho Me gen IZ ſchnitte, nac) Prascois de Neuſ- 1.) Nach D-00005 111 D7j0 x= foltſhire, in England.; 23 15/16 4.02% Chateau v Dd 17 1/4 S h.) Daſeibſi, 0 fos näm Wien Yl donne,-; 2 16; D87.05 (>) |M 0 Nah meinen Erfahrungen kann in unſerm Klima folgender Ertrag dieſer Gerſte angenommen werden: Meßen a.) als abjolutes Maximum. 4.4.00 2 b.) als Durchſchnitt3-Maximpum, 18 22 ce.) als Durchſchnitt8s-Medium DEZ 2 d.) als Durchſchnitts-Minimum- 6 3 Die kleine vierzeilige Sommergerſte hat zwar den Vorzug, daß ſie in ziemlich ſandigem Boden gedeihet, wo nicht einmal der Haſer mehr recht fort will, das Üble aber dabey iſt, daß ſie nicht nur vom geringſten Froſte erſtaunlich leidet,(ondern daß auch bey großer Dürre in dev Erntezeit ihre Ühren leicht abbrechen und verloren gehen. Sie iſt daher in jeder Hinſicht weit weniger ſicher/ und weit weniger einträglich, als die vorige, Nichtsdeſtoweniger glaube ich doch ihren Er- raz auf unſerm heimathlichen Boden folgendermaaßen annehmen zu können: Me EN NE a.) im abſoluten Maximum: 2.420 23 b.) iin Durchſchnitt8-Maximum. 14 33 0.) im Durchſchnitt8-Medium 4 8 5 d.) im Durchſchnitt8-Minimum„, 4 --- 15= Die gewohnliche Wintergerſie verlangt zu ihrem Gedeihen, einen reichen, ziemlich gebundenen- eigentlichen Weißenboden, und wird vorzüglich auf niedrigen Ä&ern gebauet, auf welchem ſich der Weißen etwa lagern würde. Sie wird gegen Ende Auguſts, oder zu Anfang Septembers geſäet, damit ſie no) vor dem Winter gehörig erſtarken, und ſich be- ſtoFen könne, und ihre Einſaat hat gerade in dem nämlichen Quantum zu beſtehen, welces man vom Weißen unter gleichen Umſtänden ſaen würde. Sie giebt in manchen, beſonders günſtigen Jahren einen enormen, und faſt unglaublichen Ertrag, da ſie jedoch in ungünſtigen Jahren nicht ſelten fehlſchlägt, ſo ſteht ſie nicht nur dem Winterweißen und Winterrog» gen, ſondern auch der zweyzeiligen großen Sommer» gerſte, im Durchſchnitte des Ertragswerthes, auf jeden Fall beträchtlich nach, ſo wie ſie aber in dieſer Hin- ſicht vor dem Sommerweißen und Sommerroggen, ſo wie vor der kleinen Sommergerſte, beſtimmt den Vor» zug verdient. Nach Thaer iſt der Ertrag dieſer-Gerſie bis- weilen bis 28, in der Regel aber bis 22 berl. Scheffel per'M. Morget..*) Nac< Sd< werz erntet man von dieſer Gerſte, in ſeiner Gegend am Rheine, 12,10= 121/32 berl. Scheffel vom M. Morgen; und in den Niederlanden, wo ſie am häufigſten gebauet wird, ſchäßt man ihren Ertrag, im Durchſchnitte, auf 58 Raſieres, und ein gewiſſer Diercxſen hatte ſogar im Jahre 1789. 65 |E), Thaer's Grundſ. der rat. Landw, << 6= Naſieres per Bunder. Zu Oordam etttet man 72 Viertel vom Bunder, oder 20 Scheffel vom M. Mor- gen, und im Durchſchnitte 17, 95 Scheffel vom Morgen.*?| In der Gegend von Lille im ſranz. Flandern erhält man 20 Sä>e auf 0,8 Bunder. Im franz. Flandern, im Durchſchnitt durch das ganze Departe- ment du Nord, iſt der Ertrag, nach Vrancois de Neufchateau 350 Defalitres, und nach Dieudonne 35 Hefktolitres per Hektare. Jn den Scheldegegenden Belgiens erntet man auf Mittelboden im Durchſchnitt 25 bis 30, und in den Holdern bis 45 Hektolitres PELL Deruane: 57 Dieß macht nach unſerm Maaße ſolgende Ertrag3- angaben: a.) Nach Spe, als nur biswei- Meßten len zu erhaltender, höchſter Ertrag. 40 7/16 b.) Nach demſelben, als in der Ne- gel zu erhaltender höchſter Ertrag- 31 3/5 e:) Näh Sc chateau ſowohl, al3 nach Dieudonne 19 1/8| k.) In den Scheldegegenden, auf Mittelboden, im Durchſchnitte 13 5/8 bis 16 3/8 M., folglich im Durchſchnitte die» ſer NID aB ETD ORTEN ED 94 15) 1.) In den Holdern Belgiens, bis"; 24 1/2 Nach meinen eigenen Beobachtungen glaube ich den Ertrag dieſer Gerſte bey uns ſolgendermaaßen annehmen zu können: M O6 END a.) im abſoluten Maximum, 2.040“* b.) im Durchſchnitt3-Maximum MAIO 3 ce.) im Durchſchnitts-Medium. 4... 10 A d.) im Durchſchnitt8-Minimum 3 5 Die Nutzung und Verwendung der Gerſte iſt man- nigfaltig. Sie iſt das vorzüglichſte und gewöhnlichſte Material zum Bierbrauen, wozu aber freplich nur die zweyzeilige große Sommergerſte vorzüglich tauglich iſtz ſie giekt, zu Mehl gemahlen, ein zwar ſchweres und derbes, doch übrigen3 geſundes und nahrhaftes Brod, welches bey ärmern Leuten ſo bekannt als beliebt iſt; ſie giebt vorzüglich guten Gries, gute Graupen und gute Grüße, welche auch auf vornehmern Tiſchen ge- noſſen werden können; ſie iſt ein ganz vorzügliches Pferdefutter, und wird faſt in dem ganzen Oriente vorzugsweiſe dazu verwendet; ſie iſt ein überaus gutes| Maſtfutter, und war vor der Bekanntwerdung des Mais, faſt das einzige Getreide, welches zur Maſtung gebraucht wurde, ſo wie ſie auch noch jest, überall, wo kein Mais fortkommt, oder gebauet wird, faſt ausſchlüßlich dazu verwendet zu werden pfleget z ſie giebt=- wie dieß jeder Hausmutter, von den urälte- ſten Zeiten her, bekannt iſt=- ein vortreffliche3 Ge- flügelfutter; und endlich liefert ſie von ailen Getreide» gattungen das beſte Stroh, welches an Güte und Nahr- haſtigkeit dem Heue und Grummet am nächſten kommt, ja ſchlechterem Heue nicht ſelten vorzuziehen iſt. 6: 126: I Mr er Der Hafer, oder Haber(Avena gativa; ungr. zab; franz..Avoine; engl. Oat;), der ſeinen Saamen in einer langen zerſtreuten Niſpe trägt, hat das Cigenthümliche, daß er=- nur ganz dürren Sand» boden ausgenommen= faſt mit jedem Boden vorlicb nimmt 3 doch geräth er am beſten, ſicherſten, und ein- träglichſten, auf den verſchiedenen Lehmbodenarten, ſowohl zäherer als looſerer Art. Der Säure widerſteht er weit beſſer, als irgend eine andere Getreideart, und kann daher oft auch in Niederungen mit vielem Vortheile gebauet werden, wo ſonſt kein Getreide fortkommen würde. In Hinſicht der Vorfrüchte, iſt der Hafer weit weniger delikat, wie jedes andere Getreide, und kommt ſelbſt ſelbſt nach allen Halmfrüchten ganz gut fort, ſd wie er auch bey uns faſt durchgängig in die Stoppel des Wintergetreides geſäet zu werden pfleget- Ja er kann ſogar in einem ihm beſonders zuſagenden Boden, mehrere Jahre hinter einander, nach ſich ſelbſt, in das nämliche Feld gebauet werden, welches doch keine andere Getreideart ſo leicht verträgt. Weit beſſer, und ganz vortrefflich gedeihet er jedoch nach gedüngten und gut beſtellten Hafrüchten aller Art, als: Mais, Kartoffeln, Rüben, Bohnen, ete- Nach Hanf, Raps, Widen, Klee u- m. dgl. würde er zwar allerdings vortrefflich gerathen, wenn wir nicht dieſen Plat lieber für Winterfrüchte, ſonderlich für Weiten, aufbehiel» ten, die auch vorzüglich darnach gedeihen. Eben aus dieſer Urſache, weiß ich kein einziges Beyſpiel, wo er in die reine Brache gebauet würde, oder gebauet wor» den wäre, ob er gleich darin ganz außerordentliche Ernten geben müßte. Sein Lieblingsſtandpunkt aber ſind Neubrüche, oder umgebrochener noch nicht gar“z verweſeter Raſen, worein, außer etwa Hirſe, Lein, und Kartoffeln, nicht3 mit'ſo vielem Vortheite gebauet werden kann. Eben ſo giebt er auch auf zwey- oder mehrjährigem Kleeſelde, auf dem man ſich ſchon fei- nen Weiten mehr zu bauen getrauet, einen Ertrag, der Alles übertrifft, was man ſonſt darauf bauen könnte. Ginen in gutem Düngungsſtande befindlichen und nahrungsreichen AFer liebt wohl der Hafer eben ſo, wie jedes Gewächs, unmittelbar nach der Düngung ſollte er jedoch nie geſäet werden, weil ihn in friſch- gedüngtem Felde leicht das Unkraut überwältiget« Grundſ, der Feldk. 2, Th- h 0; Säet man den Haſer nach Gefreide, ſo ſollte die | Stoppel ſchlechterdings im Herbſte umgebrochen werden, damit die AFerkrume durch den Froſt und die Winter- feuchtigkeit durchdrungen, zerfalle, und durch die At- moſphäre befruchtet werde. Sorgſältige Wirthe pflügen wohl hiezu zweymal; einmal brechen ſie ganz flach die Stoppel um, und dann ſtürzen ſie den A>er noh vor Winter, zur vollen Tieſe,=- Nach HaFſrüchten iſt jedoch dieß zweymalige Pflügen überflüßig, und es iſt hinlänglich den AFer mit einer Furche zu ſtürzen.= Die Grasnarhe muß-- wenn man Hafer darein ſäen will== durchaus vor Winters umgebrochen werden- damit ſie bis zur Saatzeit im nächſten Frühlinge eini- germaßen zerſeßt, und mürbe werde, Die Saatbeſtellung des Hafers geſchieht immer am beſten im allererſten Frühlinge, ſo bald man in den Boden kann, Iſt daher der AFer nicht von äußerſt zäher Natur, und hat man denſelben, wie ſo eben erwähnt worden, ſchon im vorhergehenden Herbſte vorbereitet, ſo iſt es gar nicht nothwendig, zur Saat zu pflügen, ſondern man kann den Saamen bloß mit einer ſcharfen Egge=- oder mit dem Exſtirpator, wo man ihn hat=- unterbringen. Ja ich halte dieß aus eigener Erfahrung ſogar für weit beſſer, weil dadurch die Winterfeuchtigkeit beſſer im Boden erhalten wird, welches doch zum Gedeihen des HLafers weſentlich bey- trägt. Auch wird dadurch die Arbeit der Ausſaat be- ſchleuniget, welches auch= beſonders bey einem Ge- 14:1) wächſe, das frühe geſaet ſeyn will= kein geringer | Vortheil iſt. Sehr zähe und feuchte, ſo wie ſehr looſe | und ſandige ÄFer müſſen jedoch immer zur Saat ge- - Gait EIGENE TEES= 90505007 B gä 2 Fa md DU as pfläget werden; erſtere, um ſie möglichſt zu loFery, und von der überflüßigen Feuchtigkeit zu beſreyen, und die andern, um die Saat unterpflügen zu können, damit ſie nicht etwa durch troFene Winde ihrer nothwendi- gen Bede>Xung beraubt werde, und in dieſer etwas tiefern Lage doch einiger nothdürftigen Feuchtigkeit genießen könne, Der vor Winters umgebrodjene Raſen muß durch- aus im Frühjahr vor der Säat noch einmal gepflügt werden, damit er vollig zetärbeitet und der Aer möglichſt klar gemacht werde. Bey ſpäterer Beſtellung de3 Hafers, wird man es auch immer nothwendig finden, zur Saat zu pflü»- gen, weil dann die Oberfläche der AFXerkrume meh» rentheils durch die austroFnenden Frühlingswinde zu ſchr ausgedorret und verhärtet iſt, um eine Ausſaat ohne Pflügen zuzulaſſen. Auch iſt der A>er zu ſolcher Zeit meiſtens mit Unkraut überwachſen, welches vor der Saat durchaus zerſtöhrt werden muß. Der Hafer muß immer beträchtlich dichter, als Wintergetreide, und wenigſtens um die Hälfte dichter als Weitzen, geſäet werden, theils, weil er ſich nur wenig beſto>et, theils, weil er in einer Art dier Hüllen eingeſchloſſen iſt, und folglic?) mit denſelben ausgeſäaet wird. Nach Voung's Verſuchen und Beobachtungen in England, gehören wenigſtens 6 Buſchels auf den Acre, man fehlet aber nicht, wenn man 7 bis 8 Buſchel3 nimmt, wenn man ihn in umgebrochenes 4* Grasland ſäet, da der Hafer ſich unter allem Getreide am wenigſten beſtaudet.*) Nach Di>ſon gebraucht man in England. zur frühen Saat 4, und zur ſpätern 5 Buſchels auf den Acre.**) Nach Begtrup ſäet man in England gewöhn- lich 4 Buſchels auf den Acre. XXX) Nach Sh werz iſt die Einſaat des Hafers in den Niederlanden 1,55 bis 1,6 Scheffel, und in ſeiner Gegend am Rheine 1,36 Scheffel per Mor- gen« NAN) Fn der Gegend von Lille, im franz, Flandern, rechnet man 24 Havots auf 1,8 Bunder. In der Gegend von Menin in den Niederlanden ſäet man auf 1 1/2 Bunder 5. Naſieres. In den Scheldegegen- den Belgiens braucht man 13/4 Hefktolitres per Hek- tare. FRHIE) Dieß giebt nach unſerm Maaße folgende Ausſaat des Hafers:. a.) Nach Young, in England, Metzen|]. wenigſtens.,.-...»19 9/8.[> b.) Nach demſelben, auf Gras- land 41/8 bis 43/4 M., ſolglich im Durchſchnitt beyder Angaben. 4 41/2 pos *) f. Thaer's Einl. zur Kenntniß der engl» Landwirthſſon's prakt, AFerbam, 3%) ſ. Begtrup's Bemerk. über die engl. Landwirthſmäßiger Cultur, Metzen) gutem Boden, und früher Saatbe- ſtellung, allerſpäteſtens bis Mitte Abr 22 20.840500 4-9... bi85 2:08 b.) Bey dnb Cultur und Boden, und etwa3 ſpäterer Be- ſtellung, etwa gegen Ende April8 21/2= 5 ce.) Bey ſchlechter mangelhafter Cultur, und untauglichem Boden, und bey völlig ſpäter Saatbe- ſiellung. s.&“5.== eil Tn ol)Jooi=PpovoS 4134 = Zur Saat ſollte billig nie unreiſer oder etwa dumpfig gewordener Hafer genommen werden, weil ein ſolcher immer nur ſchwächliche Pflanzen geben kann. Vorzüglich hüthe man ſich aber Hafer zu ſäen, der mit verſchiedenen Unkrautſämereyen, beſonders mit Hederich- und AFerſenfſaamen vermengt iſt, da er von dieſen Unkräutern ſehr leicht unterdrü>t, oder wenigſtens im Wachsthume ſehr zurügeſeßt wer- den kann.| Der Hafer iſt, wenn er mit Verſtand und Kennt» niß der Sache gebauet wird, eine der ſicherſten unter den Getreideſrüchten, und giebt daher auch im Durch» ſchnitte einen ſehr anſehnlichen und reichlichen Ertrag. In Suffolk, in England, erntet man im Durchſchnitte 4 bis 5 Quarters vom Acre.*) Begtrup erzählt uns von England, daß man allda 3 bis 6 Quarters per. Acre ernte. Und an einer andern Stelle ſagt er, daß man 32 bis 48 Buſchel vom Acre erhalte. Auf gutem Boden erhält man nac demſelben 60 Buſchel per Acre, und in Marſchgegenden wohl no< mehr.**) Nach Schwerz giebt der Hafer in den Nieder- landen nicht ſelten einen Ertrag von 26,70 bis 35 1/2 Scheffel-vom Morgen: Ja ein gewiſſer Vanden» burgh erhielt im Durchſchnitt 52, und hat deren ſchon 42 5/4 Scheffel vom Morgen erhalten. Den Durch- ſchnittsertrag in den Niederlanden giebt Schwerz zu 79. f Le Cultiy 20er Am enone 3x) j|. Begtrup's Bemerk, über die engl. Land- wirthſ 5: 2 44 15/16 3 *)|. Shwerz belg. Landw. **) f. deſſelb, Werkes II. Ty. ESL l.) Nach demſelben, als Durch- Metzen) ſchnittsertrag Vandenburgh's. 46 1/2 I.) Nach demſelben, als hoher, j s und nur manchmal erhaltener Ertrag* Vanderburgy's. GI daG„569 300 1.2 hb.) Nach) demſelben, als Durch- eQ ſchnitt8-Ertrag in den Niederlanden. 35 34|= 1.) Nach demſelben, in 1e Hei- math am Rheine 4«21 7/8? k.) Sn der Gegend von Lie„4 120 1/4 1.) Im franz- ME im Durch-|>» Vm 10425 417 96.5118 20-3700| 3 m.) In der Grachd von Menin,(24 in Belgien.-. 33.716152 n.) In den Scheldegegenden Bel- giens. 3.. 221,59/4 n Bey uns in lagen wn der Ertrag des Hafers, nach meiner Erfahrung, wie folget, angenommen . werden: ;; Megent, a.) im' abſoluten Maximum.--50(3 ce.) im Durchſchnitts- Medium-- 16 d.) im Durchſchnitt8-Minimum- ö Der Hafer iſt eine ſehr geringe Frucht, die in der Regel nicht einmal einen halben Ctr. per Metzen zu wiegen pfleget, und ſieht daher, wenn man ihn bloß nac) dem Maaße, und nicht nac) dem Gewichte mit andern Getreidearten vergleichet, denſelben an Nahrungskraſt und innerem Werthe bey weitem nach- Auch taugt er zur menſchlichen Nahrung nur ſehr b.) im Durchſchnitt8-Maximum 24; wenig, da ſein Mehl in der Küche gar keinen Wert) hat, und auch zu Brod geba>en, nur von der ärm»- ſten und dürſtigſten Volksklaſſe einiger weniger Ge- genden genoſſen wird, wie dieß wohl auch bey uns, in einigen weniger fruchtbaren nördlichen Comitaten geſchieht. Ungeachtet deſſen iſt er aber doch von ſehr großem und mannigfaltigem Nuten. Er iſt das beſie Pferde- ſutter von der Welt, welches dieſen Thieren zwar hinlängliche Kräfte giebt, ohne ihnen jedoch jemals ſchaden zu können, ſelbſt wenn man e3 ihnen in groß» ter Menge vorgeben wollte. Gine Eigenſchaft, welcher er es wohl verdankt, daß er in ganz Europa vorzugs» weiſe zur Nahrung dieſer Thiere verwendet wird, und eben daher ein beynahe eben ſo guter, und manchmal wohl noch beſſerer Handel3artikel, als ſelbſt der Weißen iſt. Er iſt unter manchen Umſtänden ein ganz vortreffliches Beyſfutter für die Schaafe. Er giebt uns ein ſehr gutes und zwe&mäßiges Futter für das Ge- flügelvieh, beſonders für die Gänſe, denen nichts in der Welt ſo angemeſſen iſt, wie Hafer- Er kann, wenn er etwa niedrig genug im Preiſe ſteht, zur Maſtung verwendet werden. Und ſein Stroh behauptet bey der Fütterung des Rindviehes, unter dem eigent- lichen Getreideſtrohe, nach dem Gerſt- und Hirſeſtrohe, den erſten Rang. Gg. 129. SIE 40207%. Der Mai3(Türkiſcher Weiten, Türkenweiten, Türkiſche3 Korn, Welſchkorn, Kukurus; Zea Mais; - 52== ungr. Kukurieza, Török-buza, Tengeri buza, Tengeri, Mäle; franz. Mais, Ble d'Espagne» Ble de Turquie, Ble d'Inde, Froment de Tur- quie, Froment d'Inde; engl. Maize, Indian Corn;) ſtammt urſprünglich aus Amerika her, allwo er auch jeßt noch häufiger, wie jedes andere Getreide gebauet wird, und. die Hauptnahrung des Volkes ausmacht, weswegen er auch in Nordamerika, ſo wie in Teutſch» land der Noggen, gewöhnlich ohne irgend ein Epithet, das Korn(the Corn) genannt wird. Er hat einen ſehr hohen(in gutem, fruhtbarem, und zwe&mäßig bearbeitetem Boden, wenigſtens 6 Fuß vohen, oft aber auch weit höhern) knotigen und markigen Gtengel, ſtarfe maſtige ſäbelformige und überhängende Blätter, auf einem und demſelben Stamme getrennte Blüthen, und große, kolbige, mit De>blättern ver» ſehene, aus den Achſeln des Stengels hervorwachſende Ühren, welche man im gemeinen Sprachgebrauche ge- wöhnlich Kolben oder Fruchtkolben zu nennen pfleget. Zur Noth begnügt ſich zwar der Mais faſt mit jedem Boden, Er kann in den loſeſten Sandboden, der ſich ſchon dem Flugſande nähert, und worin ſchon Fein Noggen mehr recht fort will, oder in nahrungs- loſen Kiesboden, der ſchon beynahe gänzlich unfrucht- har iſt, ſo wie in einem ziemlich ſteifen Lehmboden, oder wohl gar auf den mürbern Thoypbodenarten noch immer mit Vortheil gebauet werden. Sein Liebling3- ſtandpunkt jedoch iſt ein mäßig feuchter, humusreicher, lehmiger Sand- oder ſandiger Lehmboden. Naſſer und ſumpfiger Boden, wovon das Waſſer nicht ab- geleitet werden kann, ſo wie zu kalter und zu ſtei“er, iE 10) Im dem Topferthone ſich nähernder Thonboden, der wenn er austro>net und verhärtet, ſchon keine zwe&- mäßige Bearbeitung dieſer Pflanze mehr zuläßt, tau- gen zum Maisbau durchaus nicht, Je mehr übrigens der Boden ſandiger Art iſt, deſto mehr iſt ihm eine etwas feuchte Lage nothig, damit der Mais bey allzu» großer Dürre, beſonders in ſeiner erſten Jugend, nicht verſchmachte, und je mehr er thonig iſt, beſonders wenn er fetten Thon enthält, deſto mehr muß deſſen Steifheit und Zähheit durch Humus oder Kalk gemil- dert ſeyn, um die den Mais ſo nöthige Bearbeitung zuzulaſſen. Eine der unerläßlichſten Bedingungen zum Ge- deihen des Mais in unſerm Klima iſt die, daß er der Sonne den ganzen Tag hindurch frey genießen könne, und daß er des wohlthätigen Einfluſſes derſelben nicht etwa durch den Schatten von Bäumen, Bergen oder Gebäuden beraubt werde. j Übrigens kann man vom Mais wohl mit Recht behaupten, daß er eine Pflanze ſey, deren fröhliches Gedeihen und reichliche Ernte noch weit mehr von der gehörigen Vorbereitung des AFers, und von der zweEmäßigen Bearbeitung deſſelben während der Ve- getation, als von der Fruchtbarkeit und dem Nah» rungsreichthum des Bodens abhängig iſt, ſo das oft ein ganz erſchöpfter Aer, der kaum mehr irgend ein anderes Getreide tragen würde, no<4 immer eine er- trägliche Ernte von Mais geben kann, wenn man nur nichts an Arbeit fehlen ließ, wogegen aber auch der ſruchtbarſte A>er, ohne dieſe Bedingung, faſt immer eine ſchlechte Ernte liefern wird. Ungeachtet deſen =.(3)=== liebt er aber doch den Humus ſo außerordentlich, daß ein Maisacer faſt nie zu ſtark gedünget werden kann. + Gerade ein ſolcher Boden, der ſv überaus nahrungs- reich iſt, daß Weiten und Noggen ſich unausbleiblich darauf lagern und verfaulen würden, iſt derjenige, worauf der Mais-- die gehörige Bearbeitung des A>ers vorausgeſeßt=- am vollkommenſten und üppigſten ge» rath, und oft allen Glauben überſteigende Ernten liefert. In Hinſicht, der Vorfrüchte iſt der Mais ſo gleich- gültig, daß er nach jedem andern Gewächſe geb auet werden kann. Er ſelbſt iſt aber eine vortreffliche Vor» frucht für alle übrige-Getreidearten. Die Sommer-- getreide gerathen beſonders darnach ganz unübertreff- lich. Aber auch auf das Wintergetreide,(ſelbſt auf Weiten) hat er, meiner Erfahrung nach, den wohl- thätigſten Ginfluß, worin er-nur von Klee, Wien, Hanf, Raps, und etwa Kohl noch übertroffen wird, obgleich die Saat, wegen dem in unſerm Klima etwas ſpäter erfolgenden Reiſwerden des Mais, gewöhnlich ein bischen verſpätet wird. Jc< wenigſtens hatte nach Mai3 immer den vortrefflichſten Weißen, welcher yöchſtens noch von dem übertroffen wurde, den ich nach Widen'ſaete. Gs verſteht ſich aber wohl, daß zu Mais gut gedünget werden müſſe, wenn man mit Erfolge Wintergetreide darnach bauen will. Sollte Je doch in einem äußerſt naßkalten Jahre die Maisernte zu ſpät, und etwa erſt im Laufe Oktobers, oder gar zu Ende dieſes Monaths vorgenommen werden müſſen, ſo würde ich eben ſo wie Burger, den Weißenbau nach Mais widerrathen, weil dieſer gewagt wäre, ZEN Zus 15 WIDER. 2< BEE EE SI DE EEE» Sa SEIDE SB> 0 BE Dei 882 9 Riza UMD zen Erg K».; MRR». SENEN mti, em) Suri“= 2 IE während man mit größter Sicherheit im folgenden Frühjahre die vortrefflichſte Gerſte darnach bauen kann. Winterroggen indeſſen,, kann man, wenn man will, faſt mit eben ſo vieler Sicherheit darnach folgen laſſen- da dieſer, wie wir ſchon oben erinnerten, auch ſehr ſpät geſäet werden kann. Dieſer Umſtand, daß der Mais, ungeachtet er ſelbſt eine der mehl- und nahrungsreichſten Getreide» arten iſt, dennoch eine ſo zwe&mäßige Vorſrucht für den Weigen abgiebt, muß ihn nothwendig in den Au» gen jedes Verſtändigen überaus ſchäßbar machen. Mit Recht preiſet daher, meines Erachtens, Arthur Young(in ſeinen Reiſen durch Frankreich und Jta- lien) jedes Land, deſſen Boden und Klima Mais und Weißen hinter einander zu bauen erlauben, als das- jenige, welches die meiſte Nahrung für Menſchen und Vieh liefert, und mit Rec- ter gemacht werde. Dieß Herbſtpflügen wird man im- - mer deſto nothwendiger finden, je gebundener und thoniger der Boden iſt. *) ſ, Burger's Lehrbu< der Landwirthſert werden kann, wird dann eine neue Furche, wo mög- lich= d. i. wenn der Aer breit genug dazu iſt== über queer gegeben, und der etwa während'des Win- ters aufgeführte, und vorher gehörig über dem Felde verbreitete Dünger untergepflüget. Dieß Pflügen hat jedoch bloß ſeichte zu geſchehen, damit der Dünger nicht zu tief zu liegen komme. Endlich folgt das Saat- pflügen, welches, wenn mon den Mais entweder breit- würfig ſäet, oder nach der Handhaue leget, am beſten zu mittlerer Tiefe verrichtet wird, wenn aber der Saame in die Pflugfurche gelegt, und eingea>ert wird, nur äußerſt ſeichte geſchehen muß, weil der Maisſaame Feine ſtarke BedeXung mit Erde verträgt. Iſt der Boden nicht von äußerſt zäher Natur, und der Aer nicht zu ſehr mit Unkraut überwachſen, ſo mag wohl auch öfters ein einmaliges Pflügen im Frühjahre, d. i. das unmittelbare Saatpflügen genü- gen, beſonders, wenn man durch andere Geſchäfte am erſteren Pflügen gehindert würde; in der Regel ſollte dieß jedoch nicht geſchehen, und immer wird ein zweymaliges Pflügen mehreren Vortheil bringen. Da der Mais den Dünger eben ſo ſehr liebet als verträgt, und da zu den übrigen Getreidefrüchten vhnedieß nie unmittelbar gedünget werden darf, ſo ſollte das zu Mais beſtimmte Feld in der Regel im- mer tüchtig gedüngt werden. Dieß wird auch ein ver- ſtändiger Landwirth um ſo weniger unterlaſſen, da der Dünger nicht nur dem Mais ſelbſt, ſondern auch LES UE 00G den darauf folgenden Früchten zu Gute kommt, folg- lich ſich mehrfältig bezahlet. Da, wo der Mais außer dem Fruchtwechſel, nicht in Getreidefelder, ſondern in eigene, und beſonders dazu beſtimmte kleine GrundſtüFe, oder Hausgärten, immer hinter einander gebauet wird, wäre es jedoch eine Verſchwendung, dieſelben alljährlich eben ſo durchdüngen zu wollen, als ob eine Reihe anderer Früchte darnach folgen ſollte, Unter dieſen Umſtänden wird es immer genug ſeyn, das Maisfeld alle 2, 4, oder 6 Jahre einmal, ja in etwas ſteifem Boden wohl noh ſeltener, aber auch in eben dem Verhältniſſe deſto ſtärker, zu düngen, oder, welches ich noch für beſſer und zweFmäßiger halte, durch das ſogenannte, von Burger angeführte und empfohlene, bey uns aber ohnedieß häufig praktiſch ausgeübte Grübeln, alljähr» lich zu befruchten, da man nämlich an jede Stelle, wo Maiskörner zu liegen kommen, zuvor eine Hand voll gut verrotteten Miſtes wirft, dann die Maiskor- ner darauf legt, und dieſelben mit Erde bedeckt. Daß dieſer mit dem Saamen unmittelbar in Berührung kommende Dünger äußerſt heilſam auf den Mais wir» ken müſſe, ſicht Jedermann leicht ein. Eben ſo wird aber wohl auch Niemand leicht verkennen, daß eine ſolche Düngung, da ſie alljährlich durch den Mais ſelbſt conſumirt wird, durchaus keinen wirkſamen Ein- fluß auf eine folgende Frucht äußern könne, folglich beym Fruchtwechſel, wo auf den Mais anderes Getreide folgen ſoll, durchaus nicht anwendbar ſey. Die Saatzeit des bey uns gewöhnlichen großen Mai3 iſt, je nach Verſchiedenheit des örtlichen Klima's, SEIDE HE und der Lage, vom halben April, bis höchſtens hal- ben May. Noch weiter ſollte man die Beſtellung die- ſer Pflanze nie hinausſchieben, weil eine ſpäte Saat immer gewagt iſt, indem man in naßkalten Jahren leicht Gefahr läuft, daß der Mais nicht zu vollkom- mener Reife gelanget, oder daß er wenigſtens viel zu ſpät reifet, wodurch= wenn er in dem Fruchtwechſel gebauet wird/ und etwa Winterung darnal) ſolgen ſoll-- leicht Stöhrung in der Wirthſchaft verurſachet wird. Im Gegentheil wird wohl den bey weitem mei- ſten Gegenden Ungarns zu rathen ſeyn, ſämmtlichen Mais, wo möglich bis Ende April oder Anfang May in die Erde zu bringen, zumahl er vom Froſte nicht ſonderlich viel zu fürchten hat. Sollte ſich's auch ereig» nen/ daß durch einen ſpäten Frühlingsfroſt, oder durch einen Reif, die erſten Blätter der jungen Mais- pflanzen vernichtet würden- ſo treiben ſolche doch alſo- bald: wieder von Neuem aus der Wurzel, und man wird de3halb wohl nie einen beträchtlichen Schaden wahrnehmen können. Zur Saatbeſtellung ſollen billig nur die größten, ſchönſten, reifſten, und vollkommenſten Saamenkörner verwendet werden, welches aber bey dem Mais ſehr leicht, und weit leichter, wie bey jedem andern Ge- treide zu bewerkſtelligen iſt, da jene Fruchtähren oder Kolben, die den ſchönſten Saamen enthalten, ohne Mühe, einzeln bey Seite gelegt werden können, und da man ſogar von dieſen auch mit Leichtigkeit nur die mitterſten, und am vollkommenſten ausgebildeten Kör» ner; beſonders zur Saat abkörnen kann. Das Abfkörnen des Saamens geſchicht am zwe&mäßigſten erſt unmit telbar ner MI; een telbar vor der Saat, weil er ſich an ſeinen Kolben am beſten erhält, und vor dem Dumpfigwerden am ſicherſten geborgen iſt, Das Einweichen oder Einquellen des SEWaLs muß ich bey dem Mais eben ſo, wie bey allen andern Sämereyen, und zwar aus eben denſelben Gründen, ernſtlich widerrathen«, Die Saat dieſer|iPflanze kann auf verſchiedene Art bewerkſtelliget werden. Die drey bekannteſten Saat- methoden ſind: a.) die breitwürfige Ausſaat, bh.) daz Legen des Saamens nach dem Pfluge, und c.) daz Legen deſſelben nac) der Handhaue oder Handhae. Das erſtere geſchieht auf folgende Art: Der Aer wird zu mittlerer Tieſe zur Saat gepflüget, der Saame breitwürfig, wie anderes Getreide darauf geſtreuet, und mit einer ſcharfen Egge eingeegget. Oder-- wenn etwa der Boden gar zu ſandig und zu looſe iſt-- man egget das im Herbſie und erſten Frühlinge forg- fältig gepflügte Land mit einer ſcharfen eingreifenden Egge möglichſt klax, ſaet den Maisſaamen breitwür- fig, wie anderes, Getreide darauf, und pflügt ihn ſo flac) als möglich, unter.=- Dieſe breitwürfige Be» ſtellung des Mais hat zwar allerdings den Vortheil einer möglichſt beſchleunigten Ausſaat, ſteht aber un» geachtet deſſen den andern Methoden den Mais zu beſtellen merklich nach, da die auf dem Felde zerſtreu- ten, und unordentlich hervorwachſenden Maispflanzen das zum Gedeihen dieſes Getreides ſchlechterd ngs nothwendige Beha>en ſo ſehr erſchweren, daß dadurch, weit mehr Kraft und Zeit verſplittert wird, als nur immer durch dieſe Art der Beſtellung gewonnen wer- Grundſ. der Feldk, 2 Th. 5 -- 66=== den konnte I< wenigſtens fand dieſe Methode den Mais zu bauen ſo unvortheilhaft, daß ich einen ein- zigen Verſuch) damit machte, und ſogleich wieder da- von für immer abzugehen für gut fand. Die andere Art die Maisſaat zu beſtellen, iſt folgende: Man pflügt das den vorhergehenden Herbſt -, möglichſt tief geſtürzte, den Winter über in rauhen Furchen liegen gelaſſene, und gut gedüngte, dann im erſten Frühjahre wieder ganz ſeicht gepflügte, und ſcharf geeggete Feld in möglichſt ſchmalen Furchen zur Saat, und ſtellt hinter dem Pfluge Leute an, die in Jede dritte Furche,*) in gehvrigen Zwiſchenräumen von 1 bis 2 Fuß Entfernung in den Reihen ſelbſt, 2 bis 3 Maiskörner werfen, welche ſodann durch das fortgeſehbte AFern, ohne weiteres Zuthun, mittelſt der folgenden Furche bede&t werden. Dieſes Saatpflügen muß aber immer äußerſt ſeicht geſchehen, weil der Mai3 keine ſtarke BedeFXung verträgt, und immer deſto ſreudiger hervorkeimt, und heranwächſt, je ſeich- ter er zu liegen kommt. Auch darf nach dieſer Be- ſtellung nicht mit eingreifenden eiſernen Eggen geegget werden, weil dadurch die Maiskörner aus den Reihen geriſſen werden könnten. Doch thut man wohl, das Feld mit einer Dornegge zu überziehen, oder mit einer *) Werden die Furchen etwa ſo ſchmal gezogen/ daß fie nicht über einen halben Fuß Breite haben, ſo iſt natürlich erſt in jede vierte Furche Mais zu legen, weil die Reihen dieſes Gewächſes ,/ der unumgänglich nöthigen Bearbeitung wegen, ämmer in einer Entfernung von wenigſtens 2 Fuß von einan- der abſtehen müſſen. ſeichten Walze niederzuwalzen, um Erde und Miſt beſſer an den Saamen zu bringen, wodurch deſſett erſte Vegetation beſördert wird.=- Dieſe. Methode dent Mais zu beſtellen ſchließt alles in ſich, was man von einer guten und zwe&>mäßigen Saatbeſtellung fordern kann. Sie iſt ſo einfach als die breitwürfige, und braucht eben ſo wenige Menſchenhände als dieſelbe, gewährt aber für die Folge den Vorzug, daß, da der Mais durchaus in Reihen zu ſtehen kommt, er auch ſehr leicht, und mit viel weniger Kraft- und Zeits Aufwande, als bey der breitwürfigen Ausſaat, bes hacket werden kann. Was aber das Wichtigſte dabep iſt, iſt das, daß bey dieſer Beſtellungsart das Mais» feld, auch mit völliger Beſeitigung der Handarbeit, durch Zugkraft bearbeitet werden Fann, wodurch der Maisbau auch im Großen, und auch da möglich wird, wo man ihn ſonſt wegen Mangel-an Menſchenhänden, die man oft kaum zu andern Geſchäften in hinreichens der Menge hat, nicht betreiben könnte.= Noch vollkom- mener iſt dieſe Saatbeſtellung, obgleich nur um ein ſehr Geringes umſtändlicher, wenn noch vor der eigent» lichen Saat, über den ganzen zuvor gehörig vorbes reiteten, und recht eben geeggeten und gewälzten Aer, in entgegengeſeßter Richtung mit jener, in der man zur Saat pflügen will, mittelſt des ſogenannten Mat» queurs oder Nubricators, zwey Fuß von einander ab» ſtehende parallele Linien gezogen, und dann„ bey dr darauf folgenden Beſtellung, die Maiskörner überall nur" an dem Punkte eingelegt werden, wo dieſe Linien durch jede dritte oder vierte Pflugfurche durchſchnitten werden. Hierdurch erreicht man, daß ſämmtliche Mais« 5 X pflanzen auf dem ganzen Ader, aufs genaueſte, in zweyfüßigen Diſtanzen, im Quadrate zu ſtehen kom- men, und folglich, wenn man will, nicht nur in einer Nichtung, ſondern auch übers Kreuß, mittelſt Zug- kraſt beha>et werden können- Die dritte Methode den Mais zu unterbringen, geſchieht auf folgende Meiſe: Man aert das zu Mais beſtimmte, und übrigens, wie geſagt, ſchon vorberei- tete Feld zu mittlerer Tiefe, und egget es mit einer eingreifenden Egge gehörig klar. Dann ſtellt man eis gens hiezu beſtimmte und in dieſer Arbeit erfahrne Leute mit Handhauen oder Handha>en an, die in gewiſſen und beſtimmten Diſtanzen(etwa in zwey» Füßiger Entfernung oder etwas darüber, im Quadrate) über den ganzen Aer ſeichte Löcher in den Boden hauen. Dieſen folgen dann wieder andere Leute, die aus etwas ſchwächern Perſonen, und allenfalls auch aus erwachſenen Kindern beſtehen können, welche in jedes Loh 2 bis 5 Maiskörner werfen, und dieſelben ſogleich mittelſt des Fußes mit Grde bede&>en. Geegget darf dann nicht mehr werden, wohl aber kann der Acer mit einer Buſchegge, oder mit einer Walze über- zogen werden.= Dieſe Methode iſt bey uns an vie- len Orten ſehr gebräuchlich, und auch wirklich bey Fleinern AFerſtüFen und in Gärten ſehr anwendbar- Bey größerer Extenſion des Maisbaues jedoch ſieht ſie der vorhergehenden Beſtellung8methode auf jeden Fall bey weitem nach, weil ſie doch immer viel umſtänd- licher iſt, und mehr Menſchenhände erfordert. Der Hreitwürfigen Ausſaat des Mais aber verdient ſie im- mer entſchieden vorgezogen zu werden, Denn ob fie gleich an ſich ſelbſt umſtändlicher al3 dieſelbe iſt, ſo “erleichtert ſie dagegen um ſo mehr das Behaden de3 Maisa>ers, welches bey der breitwürfigen Saat ims mer ſchwierig und Zeitverſplitternd iſt. Von Burger's Methode den Mais mittelſt ſei- ner Säemaſchine zu beſtellen, von der er ſagt, ,, daß ſie den Forderungen, die man von einem ökonomiſchen Werkzeuge, welches gemeinnüßig ſeyn ſoll, zu machen berechtigt iſt, daß es wohlſfeil, einfach in ſeiner Bau- art, und leicht zu regieren ſey, volfommen Genüge leiſtet“ enthalte ich mich etwas hier zu ſagen, ſondern verweiſe bloß auf deſſen vortreffliche Monographie: Vollſtändige Abhandlung über die Na- turgeſchichte, Cultur, und Benußung des Mais. Die erforderliche Quantität der Einſaat iſt beym Mais ſehr geringe. Burger rechnet bey der Reihen- ſaat 9,30 n. ö- Maßl Saamen auf ein n. ös. Joch = 1600[]9(eirca 7/16 Pr. Meten auf ein hieſiges Joch= 1200[19); ſagt aber, daß er bey ſeiner Art den Mais zu drillen, durch 5 Jahre nie über 3,88 Maßl(circa 5/8 Pr. M. per Joch= 1200[]“) ge- braucht habe. Nach meiner Erfahrung iſt folgendes Ausſaats- quantum erforderlich: Metßen 1]Z a.) bey der breitwürfigen Ausſaat 1/2 bis 3/4| 2 b.) bey der Reihenſaat nach dem„ Pfluge, wenn in den Reihen ſelbſt Es feine beſtimmte und genaue Entfer- S nung beobachtet wird.- 8 1/4= 1/29 5 vam 70 287 e.) bey der Saatbeſtellung des Meßen Mais im Quadrate, es möge dieſe nach dem Pfluge oder nach der Hand» haue geſchehen« s SUBEN 1/8 bis 1/4YS So bald die Maispflänzet werden. Dieß erſte Beha>en geſchieht bey der Handarbeit, eben ſo wie alle übrige Arbeiten, mittelſt der gewöhnlichen Handhaue oder Handha>e, bey der Zugarbeit aber mittelſt des kleinſten dreyſchaarigen Erſtirpators, der von den teutſchen Schriftſtellern ge- wöhnlich Schaufelpflug genannt wird, Bey der breit» würfigen Ausſaat, muß bcy Gelegenheit dieſes erſten Behad>ens, zugleich die Maisſaat ſelbſt verdünnet, d. i. es müſſen alle Maispflanzen, die etwa überflüßig ſind, und den andern nur im Wege ſtehen, ausge- Hauen werden. Dieß eben macht aber das Beha>en des Maisfeldes ſehr ſchwierig, und erfordert lauter ſehr geſchite und gewandte Arbeiter, außerdem, daß dieſe Beſtellungsart die Bearbeitung mittelſt Zugkraft, wodurch doch in Vergleich mit der Handarbeit auf jeden Fall ſehr viel erſparet wird, ſchlechterdings aus- ſchließt, und unmöglich macht.= Dieß erſte Beha>Fen des Mais kann nie zu früh vorgenommen, und darf unter keinem Vorwande auch nur im Geringſten ver- ſchoben werden, wenn man nicht ſehr großen und bes- trächtlichen Schaden haben will. Ich ſpreche aus ſelbſt eigener leidiger Erfahrung, die ich etwas weiter unten, zur Warnung für Andere, mit aller Auſrichtigkeit er zählen werde, 08 ad Nach einer Zwiſchenzeit von etwa 14 Tagen bis 5 Wochen wird der Mais zum zweyten Male behaet, wobey ſchon etwas Erde an die Pflanzen angehäufet wird, Nach einem ähnlichen Zwiſchenraume aber wird das Maisfeld zum dritten Male behad>et, und die Erde, ſo viel nur möglich, an die Pflanzen ange- haäufet, damit dieſe aus dem untern Knoten neue Wur- zeln ſchlagen, und dadurch ſowohl gegen die Winde mehr geſichert ſeyen/ als auch mehr Nahrung aus dem Boden zu ziehen vermögen. Dieß beyde Beha>en geſchieht bey der Zugarbeit durch den ſogenannten Cultivator oder Häufelpflug, mittelſt deſſen doppeltem Streichbrette, je nachdem dieß mehr oder weniger aus einander geſpannt wird, die Erde nach Willkführ an die Pflanzen angehäufet werden kann. Burger will, daß man den Mais, nach Ge- ſtalt der Witterung und der Reinheit des Aers, zwey bis dreymal behaFen, und außerdem zweymal behäufeln ſol. Das dritte Beha>en ſagt er jedoch, habe er noch allzeit evſpart, und begnüge ſich jedero zeit mit zweymaligem BehaFen, und zweymaligem Behäufeln ſeiner Maisſaat. Schaden wird ein öfteres Beha>en dieſer Frucht wohl nie, weil man den Mais nicht leicht zu viel bearbeiten kann, doch glaube ich, daß man auch mit der von mir angegebenen dreymali- gen Bearbeitung des Maisfeldes immer ausreichen, und gute Ernten erhalten wird, ſo daß folglich eine noch vftere Arbeit wenigſtens überflüßig wäre, Unſere gewöhnlichen Bauern,=- die aber freylic nicht die verſtändigſten ſind=- ſo wie alle, auch größere an Schlendrian klebende Landwirthe, bearbeiten den - 72= Mais wohl großtentheils nur höchſtens zweymal, in- dem ſie ihn das erſtemal bloß beha&en, und das zwey- temal zugleich behäufeln. Dieß iſt jedoch nach meiner Erfahrung immer entſchieden zu wenig, und Nieman» den wird es je gereuen=- ich ſtehe dafür= den Mais dreymal bearbeitet zu habet.;; Wie verderblich eine Vernachläßigung- oder auch nur eine Verſchiebung des erſten BehaFens auf den Mais wirke, und welch wohlthätigen Einfluß eine ſorgfältige und öftere Bearbeitung des Bodens auf dieß Getreide äußere, kann ich mit einer kleinen Anek- dote aus meinen eigenen frühern Lehrjahren in der Landwirthſchaft belegen. J< hatte einſt einer. Aer, der den Winter über und im Frühjahre tüchtig gedüngt worden, mit Mais beſtellt, wobey ich mich aber mit der Saat etwas verſpätete. Die Zeit des erſten Be, hadens rüdte heran, und Alles um mich herum be- hadte ſeine Maisfelder. Da ich jedo< meinen Mais noch für zu klein hielt, und das Feld eben nicht ſehr mit Unkraut bewachſen war, ſo beſchloß ich dieſe Ar- beit auf einige Tage zu verſchieben. Nach 4 bis 5 Tagen gieng ich auf den AFer, um zu ſchen, was zu thun wäre- Aber, wie erſtaunte ich, als ich mein Feld mit einem Walde von Unkraut bedest erblite, vor welchem der ohnedieß noh kleine Mais faſt gar nicht ſichtbar war. Nun war guter Rath theuer. I< eilte nach Hauſe, nahm, nebſt: meinen gewöhnlichen Dienſtbothen, ſo viele Lagelöhner als ich nur bekom» men konnte, und führte ſie auſs Feld. Die Arbeit gieng jämmerlich, und nur mit großem Zeitaufwand von ſtatien/ neil die Leute nicht genug auf der Huth ſeyn konnten, um nicht den kleinen kaum ſihtbaren Mais ſammt dem Unkraute auszuha>en. Indeſſen kam ich doch damit zu Stande; aber mit dem jungen Mais, der unter dem Wuſte von Unkraut gleichſam erſti>t worden, wollte es nicht fort. Er wuchs kaum von der Stelle, während der meiner Nachbarn, die mich nach Gewohnheit des rohen Poöbels fleißig auslachten„auf weit nahrungsärmerem Boden üppig heranwuchs, Dieß ärgerte mich zwar, ich ließ mich aber nicht irre ma- te meinen Mais zum zweyten Male, und ließ häuſeln. Aber umſonſt. Mein Mais äußerte faſt keine Begetation, und hatte kaum das Drittheil deöjenigen meiner Nachbarn erreicht, ſo daß ich wirk» lich ſchon alle Hoffnung aufzugeben anfieng- Endlich beha>te ich denſelben, gegen die Gewohnheit meiner an Schlendrian gewöhnten, ſchelmiſch-lachenden Nach- barn, zum dritten Male, wobey ich wieder, und zwar ſo ſtark als möglich, häufeln ließ. Dieß wirkte. Mein Mais fieng zuſehends ein neues Leben an, und wurde ſo gut, als ich's wohl nicht mehr zu hoffen gewagt hätte. Zwar kam er dem meiner Nachbarn, in Hin» ſicht der Höhe des Stengel3, und der Länge der Fruchtkolben, niht vollig gleich, doch gab er demſel- ben an Ertrag nur ſehr wenig nach, und ich hatte zu meiner nicht geringen Freude, eine ganz gute, weit mehr als mittelmäßige Ernte, die ich einzig und bloß dem ſorgfältigen dritten Beha>en, wodurch ich mei»- nen erſten Fehler in etwas gut machte, zu verdanken hatte. Hätte ich das erſte Beha>en, ſo wie ich geſollt hätte, zu rechter Zeit begonnen und vollführt, ſs -= 74= würde mein Mais beſtimmt allen übrigen der ganzen Feldmark vollig verdunkelt haben. In einem fetten und loFern Boden treibt der Mais außer dem Hauptſtengel, auch oft aus den Kno- ten der Kronwurzeln noc< Seiten- oder Afterſproſſen hervor, die wir in unſerer Landesſprache Fattyu nen- nen Dieſe pflegen ſorgfältige Landwirthe, oder viel- mehr Landwirthinen, gewöhnlich auszubrechen, und an die Kühe zu verfüttern, wobey ſie glauben, daß dieſe Auswüchſe, wenn ſie ſtehen blieben, den weſent» lichern Theilen der Pflanze die Nahrung rauben wür- den. Burger fand jedoch, nach mancherley in die- ſer Hinſicht angeſtellten Verſuchen, daß dieſe After- triebe bey weitem nicht ſo ſchädlich ſeyen, als man ſie gewöhnlich glaubet, und daß man eben darum kein ſchlehter Landwirth ſey, wenn man ſie etwa fiehen gelaſſen hätte. Bey ausgedehntem Maisbau wird wohl dieſe Arbeit ohnedieß, wegen Mangel an Zeit, meiſtens unterlaſſen werden müſſen. Die Zeit der Blüthe und Befruchtung der Frucht- knoten dauert nach Burger gewöhnlich volle 18 Ta- ge, nach deren Verlauf der gewöhnliche große Mais, im Durchſchnitte noch etwa 4 Wochen bis zur Reife erfordert. Naßkalte Witterung, wenn ſie anhaltend iſt, kann jedoch, meiner Erfahrung nach, das voll- vommene Reifwerden dieſer Frucht oft ſehr verzögern. Während der Blüthe darf der Mais ſchlechter- ding3, weder durch irgend eine Arbeit, no< durch häufiges unnüßes Herumgehen zwiſchen demſelben, oder auf welche andere Art es ſey/ beunruhigt wer» den, weil dadurch leiht die Befruchtung geſtört, und zum Theil vereitelt werden kann, wie Jedermat leicht einſieht, der nur einige geſunde Begriffe von der Be- fruchtung der Gewächſe hat.< Einige Zeit vor dem völligen Reiſwerden des Mais, da die Fruchtkolben ſchon ganz ausgebildet ſind, und den Körnern nur noch die Feſtigkeit und Härte, die ſie bey vollkommener Reife erlangen, man- gelt, kann man, wenn man Zeit dazu hat, das Fah- nen vornehmen, welches darin beſteht, daß man den Stengel oberhalb der Fruchtähren, ſo wie die nun nicht mehr nöthigen Blätter, abſchneidet, und nach Hauſe ſchafft. Dieß hat den doppelten Vortheil, daß e3 das beſte Kühfutter von der Welt liefert, und daß es in kältern Gegenden, und bey naßkalter Witte- rung, das Reiſwerden des Mais begünſtigt und be- ſchleunigt, Die Zeit der Neiſwerdung des Mais iſt nach Verſchiedenheit der Klimate, ja ſelbſt in einem und demſelben Klima, nach Verſchiedenheit der tro>nern und naſſern, wärmern und kältern Witterung, oft 1 ſehr verſchieden. So reift ber Mais bey uns oſt ſchon zu Ende Auguſts oder Anfang Septembers, während e- in manchen ungünſtigen Jahren kaum zu Ende Septem- ber3 oder Anſang Oktobers zu völliger Reiſe gelangt. Burger will auch die Erfahrung gemacht haben, daß der Mais immer deſto ſpäter reif wird, je beſſer und ſtärker der A>er dazu gedüngt worden, oder je nahrungsreicher„überhaupt derſelbe iſt, weil auf ſol- elt, dage- gen aber auch die Frucht ein größeres Volüme erreicht, und mehr Ertrag liefert. Die Reiſe des Mais erkennt man übrigens leicht daran, daß die DeFblätter der Fruchtfolben gelb und tro>en, und die Körner hart zu werden beginnen. Vor völliger Reife dieſer Frucht ſollte man billig nie die Ernte vornehmen, weil der nur unvollkommen reife Mais leicht dem Dumpfig- und Shimmligwerden ausgeſeßt iſt. E3 iſt aber auch keine Urſache ſich da- mit zu übereilen, da beym Mais das Ausfallen und. Verlorengehen der Körner gar nicht zu befürchten iſt, und da er immer deſto beſſer und vollfommener wird, je länger er an ſeinem Stengel ſißen bleibet, Der Ertrag des Mais iſt größer, und dabey ſicherer, als der jedes andern Getreides. Nach Parmentier giebt der Mais eines Ar» pent in Bearn, einer Provinz des ſüdlichen Frank- reichs, an gewöhnlichem Ertrage 20 Conque3 Bayon- ner Maaßes. Es giebt aber auch Felder, die 50 bis bo Conques tragen.*) Nac< Simonde erhält man in Toſkana 24 bis 30 Sacchi von der Coltra. Man bekommt wohl oft auch 40 bis 50 Sacchi per Coltra, aber im Durch- ſchnitt kann man doh nur 50 annehmen**) Bey uns in Ungarn, in Kroatien, und in Unter- ſieyermark, rechnet Burger, bey der gewöhnlichen *) ſ. Burger's angeführte Monographie über den Maisbau. .*) f. dieſelbe, und Simonde's Tableau de 'agrieulture toscane. - Bauernwirthſchaft, 30 bis 40, und bey beſſerer Wirth- ſchaft 50 1. 9. Metzen per n- 0. Joch. Fn Kärnthen nimmt er im Allgemeinen 40 bis 50 Meßen per 1. 0. Foch anz und ſeinen eigenen Ertrag, ebendaſelbſt, giebt er auf 67 1. ov. Meßgen per n- 0. Joch an,| In Öfterreich und Mähren aber rechnet er, wegen Vernachläßigung und Unkunde dieſes Culturzweiges, bloß 20 n. 8. Meßen auf das 1. 0. Joch-| Dieß giebt auf unſer landübliches Maaß reducirt/ folgende Ertragsangaben:; a.) Nach Parmentiery/in Meten? Bearn, in Frankreich, gewöhnlich 15| b.) Nach demſelben, allda, auf einzelnen guten Feldern 36 bis 44, und ee im Durchſchnitte.«. 8 40 er ce.) Nach Simonde in Toſkana, gewöhnlich 24 bis 50, und im Durch» ſchnitte beyder Angaben 2 3 27 I d.) Nach demſelben, daſelbſt, oſters) 40 bis 50, und alſo im Durchſchnitte 0 beyder Angaben- IN IES. e.) Nach demſelben, daſelbſt, im Durchſchnitte-..%. 30 M f.) Nah Burger, in Ungarn, in 3 Kroatien, und in Unterſteyermark, bep der gewöhnlichen Bauernwirthſchaft, 5 22 bis 29, und alſo im Durchſchnitte. 25 1/2 7 I.) Nach demſelben, in eben den. Ländern, bey beſſerer Wirthſhafte« 36 1/4 4 = 43" 1.) Nach demſelben, in Kärnthen, Metzen im Allgemeinen, 29 bis 35 1/4, folglich im Durchſchnitte beyder Angaben ö2 5/8 1.) Nach demſelben bey eigener Wirth- ſhaft:. 2|.:. 438 9/16 k.) Nach demſelben, in Öſterreich und Mähren. v 3; 4 1412 /0 In unſerm glüFlichen, dieſem Gewächſe mehren- theils ſehr günſtigen Klima, glaube ich Folgendes mit ZSuverläßigkeit annehmen zu können: [] 922 1=(po08 a24 Meßen Yu a.) als abſolutes- Maximum« ,« 50 Ö; b.) als Durchſchnitt3-Maximum, 30 22 ce.) als Durchſchnitt8-Medium 547.020 Z d.) als Durchſchnitts-Minimum- 10 Der Mais iſt eine ſo überaus nüßliche Frucht, daß ihm unter allen Getreidearten, nach dem Weißen, ohne allem Zweifel, der erſte Plas gebührt. Ja es iſt noch eine große Frage, ob er nicht, alles genau gegen einander abgewogen, ſelbſt vor dem Weiten den Vorzug verdiene. Denn 1.) iſt er ein ganz vor- treff!iches Nahrungsmittel für uns Menſchen, wie dieß Italien und Amerika zur Genüge beweiſen, ſo wie es auch bey uns in Ungarn zum Theil bekannt genug iſt,*) *) Der große Waſhington aß ſelbſt auf dem Gipfel ſeines Glückes, bey ſeinem Frühſtü>e, nac< allgemeiner Lan? desſitte, täglich Maiskuchen, ſo ſehr iſt der Mais in Amerika, als menſchliche Nahrung, beliebt. Man macht allda von die? ſem Getreide allerley Puddings und andere Speiſen, die doh in England aus Weitenmehl bereitet werden; ſo wie das felbſt das gewöhnliche Brod faſt durhgängig aus Maismehl- WÄ EIGEEER ZEIT n== am== 5€ IRENE ...- 79.---= 2.) Er iſt das beſte Maſtfutter von der Welt, ſo daß ihm in dieſer Hinſicht keine andere Kornfrucht auch nur nahe kommt. 5.) Er iſt eine beſondere Lieblings- ſpeiſe alle3 Federviehes, und nährt, ja mäſtet daſſel- be, in Vergleich mit andern Früchten, in ſehr geringer Quantität. 4.) Er kann bey der Fütterung der Pfer- de und Schaafe, ſehr nüßlich) und vortheilhaft den Hafer erſeßen; ſo wie auch wirklich in Amerika und in Jtalien die Pferde größtentheils mit Mais ernährt werden, 5-) Das Stroh dieſer Pflanze, wenigſtens der obere und zärtere Theil des Stengels, und die Blätter, ſo wie die DeFblätter der Fruchtkolben, ſind ein vortrefſliches Futter ſür das Rindvieh. Der untere und diere Theil des Stengels aber, ſo wie die ab- gekörnten Fruchtkolben, geben ein vorzügliches Brenn- Entweder allein, oder in Verbindung mit Noggen- oder Weiße» mehl, geba>en wird.=- Die bey den Reichen und Armen ge? wöhnliche Polenta der Jtaliener iſt eine ſo bekannte als vortrefflihe Speiſe.= Und welcher Ungar kennt wohl nicht die beyden Lieblingskuchen unſerer gemeinen Leute, den prösza und male, oder die täglihe Nahrung der Wallachen, den mala), und die mamaliga, die, wenn ſie gut bereitet wer? den, und wenn man das Vorurtheil bey Seite legt, das man gewöhnlich gegen die Speiſen des gemeinen Mannes hat, wirkz- lich reen?=- Daß der Maisgries und die Mais- grüße ein Material zu ganz köſtlihen Speiſen darbietet, ift bekannt 3 und daß der halbreife Mais, geſotten ſowohl als ge- braten, eine überaus ſhma&>hafte Speiſe iſt, weiß man in jedem Lande, welches Maisbau treibet, und nur der Pobel ſolHer Länder, welt er fich aber zu Grünfutter, und kann auf dieſe Art laut Bur- ger**) eine Ernte liefern, die Alles übertrifft, was wir zu dieſem Zwee ſäen können. Man ſäet ihn in dieſer Hinſicht, zu verſchiedener Zeit, damit er nick zu gleicher Zeit heran wachſe, und man däher imm mit Grünfutter verſehen ſey-= Man kann ihn zwar| *) Hier erwarte ich im Voraus, daß mir mehrere meis ner Landsleute widerſprechen werden, da erſt vor ein paar- Fahren, gerade in jenem Theile Ungarns und Siebenbürgens- Hungersnoth entſtand, wo ſehr häufig Mais gebauet wird, und daher die Hauptnahrung des Volkes ausmamäßig beſtellet, und bearbeitet, ſo würde man auch in Ewigkeit kein gänzliches Mißrathen deſſelben erleben. *) f, Andre's ökonom. Neuigk. Jahrg 2821. Nro 60, auch = DI= auch breitwürfig zu dieſem Zwee ſäen, doch geſchieht es auf dieſe Art leicht, daß er ſich lagert, und daher ſchwer abzuernten iſt, oder wohl gar anfaulet. Beſſer iſt es daher denſelben nach dem Pfluge in Reihen;u ſäen, deren Zwiſchenräume dann, wenn es an der Zeit iſt, mit Zuginſtrumenten bearbeitet werden müſſen. Die Diſtanz der Reihen von einander hat höchſtens 2 Fuß zu betragen. In den Reihen ſelbſt aber braucht gar keine Diſtanz beobachtet zu werden, ſondern der Mais kann faſt ſo dicht geſäet werden/ als man will. Außer den, ſowohl bey uns, als faſt allenthai- ben, bekannten großen Maisarten, giebt es aber auch einige kleine Arten deſſelben, die in Italien unter den Namen Cinquantino und Ostanello bekannt ſind, und die das Eigenthümliche in ihrer Natur haben, daß ſie, zu völliger Vollendung ihrer Vegetation, höchſtens 3 Monathe nöthig haben. Sie können, da ſie den großen Arten deſſelben an Ertrage im- mer beträchtlich nachſtehen, wohl bloß da empfoh- len werden, wo ſie entweder=- wie in dem milden Klima Jtaliens= als zweyte Frucht, in die Stoppel des Getreides gebauet werden können, oder wo, we- gen der Kürze des Sommers, der große Mais nicht zur Reife kommen würde. Y- 130. NEE NE E08 MENN 22 Die in dem öſterreichiſch» deutſchen Dialekte unter dem Namen Brein bekannte, gemeine Riſpen- Grundſ- der Zeldk. 2. Th. 6 EU O2" Ee hirſe(Panicum miliaceum; ungr. Köles; franz Mil, Millet; engl. Millet;) gehört unſtreitig, in jedem Betrachte, zu den eigentlichen Getreidearten; weswegen ſie wohl auch am füglichſten Getreide- Hirſe genannt werden könnte. Sie erfordert zu ihrem vollkommenen Gedeihen einen mürben, loFern, gut bearbeiteten, und mäßig feuchten, lehmigen Sand- oder ſandigen Lehmboden, der nicht leicht zu viel an Humus enthalten kann. Friſchen unzerſeßten Miſt, ſo wie überhaupt friſch ge- düngten Aer verträgt ſie jedoch nicht, weil R darin leicht vom Unkraut überwältiget wird. Gegen die vorhergehenden Früchte iſt ſie ſo ziem- lich gleichgültig, wenn nur der Boden zwe>mäßig vorbereitet wird.. Am beſten und ſicherſten geräth ſie jedoch auf Neuriſſen, oder auf friſch umgebrochenem Graslande, welches den Herbſt zuvor geſtürzt, im er- ſten Frühlinge wieder gea>ert und geegget, und dann zur Saat. gepflüget worden. Auch in abgelaſſenen Teichen giebt ſie in der Regel ſehr gute und reichliche Ernten. Sie ſelbſt iſt eine ſehr ſchlechte Vorfrucht für anderes Getreide, inſonderheit für Wintergetreide, theils, weil ſie ſehr ausfaugend iſt, theils aber, und wohl noch mehr, weil ſie den Boden in einem ſehr unreinen Zuſtande zurü>läßt. Die Vorbereitung des Bodens zu“ dieſer Frucht -=- wenn wir ſie mit einiger Sicherheit bauen wollen=- muß ſchlechterdings mit äußerſter Sorgfalt geſchehen. Bauet man ſie daher nicht etwa nach Hafrüchten, oder andern Boden verbeſſernden Früchten/ ſo muß | | der Aker im Herbſte durchaus geſtürzt werden, und über Winter in rauhen Furchen liegen bleiben. Im Frühlinge wird ſodann geegget, und geaFert, dann etwas ſpäter zur Saat gepflüget, wieder geegget, der Säaame darüber geſtreuet, und mit der bey uns ge- wöhnlichen Dorn- oder Buſchegge eingezogen. Die Saatbeſtellung der Hirſe geſchieht, da dieß Getreide gegen die Kälte etwas empfindlich iſt, immer erſt im Maymonathe, und zwar kann ſie vom An- fange bis zu Ende dieſes Monaths geſchehen. In et- was kälteren Gegenden darf ſie jedoch vor der Mitte May nicht geſäet werden, Die Quantität der Einſaat, die von dieſem klein» körnigen Getreide erfordert wird, iſt immer ſehr geringe. Thaer rechnet etwa 3 berl. Meten Metzen iM Saamen per M. Morgen, folglich< nach unſerm Maaße, 3.7 4/4 7 Trautmann nimmt 1/3 bis 7 höchſtens 1/2 Megten auf ein n. 8.)S Joch an, alſo nach unſerm Maaße 1/4 bis 3/8 Nach meinen eigenen Erfahrungen 9; und Beobachtungen, iſt je nach den IS günſtigern oder ungünſtigern Umſtän- A den, des Saamens, des Bodens, I und der Cultur, hinlänglich.- 1/8- 1/4| Iſt die Hirſeſaat gelaufen, und droht etwa ein häufiges Unkraut dieſelbe zu erſti>en„' ſo muß ſie ſchlechterdings gejätet werden. Dieß wird jedoch ſelten nothig ſeyn, wenn der Saame möglichſt frey von 0: Unkrautgeſäme war, und wenn der Aer ordentlid) vorbereitet, und gereiniget, und die Saat nicht etwa in friſchen Dünger beſtellt worden. Daß ſelbſt, wie Thaer ſagt, öfters ein zweymaliges Jäten nothig werden könnte, einen ſolchen Fall habe ich=- bey uns wenigſtens= nirgends geſehen. Möglich, daß das Klima des nördlichen Teutſchlands dieſer Pflanze we- niger zuträglich iſt, und daß ſie eben deßhalb leichter vom Unkraute unterdrü>et werden mag. Sollte bald nach der Saatbeſtellung, und bevor noch die junge Hirſe zum Vorſchein gekommen, der Boden in ſeiner Oberfläche verhärten, ſo iſt es eben ſo wie bey der Gerſte, zuträglich, den' A>er mit einer kurzzinkigen Egge, oder mit einer Dornegge zu über- ziehen, um dadurch die Borke zu brechen, und der jungen Saat Luft zu machen.; Die Ernte der Hirſe muß ſo bald vorgenommen werden, als der größte Theil der Körner ſeine gehö- rige Reife erlangt hat. Denn wollte man das Reiſwer- den ſämmtlicher Saamenkörner abwarten, ſo würde man bey dem ungleichen Reifen dieſes Gewächſes, und bey ſeiner großen Neigung zum Ausfallen, ſehr leicht gerade den größten Theil der ſchönſten Körner verlie- ren, mithin, ſowohl in Hinſicht auf Quantität, als in Hinſicht auf Qualität, Verluſt erleiden. Der Ertrag der Hirſe iſt, wenn fie gut gerath, bi3weilen unglaublich groß, und größer als der jedes andern Getreide3. Nur Schade, daß er äußerſt un- ſicher iſt, und in manchen Jahren deſto weniger abzu- werfen pfleget»« Nach meinen Beobachtungen kann man ihn in unſerm Klima- etwa, wie folget, annehmen? M 85= ; Miekßen%Z a.) im abſoluten Maximum: NE 11.100 2 b.) nn Durchſchnitt8s- Maximum. 220 2 e.) im Durchſchnitt8-Medium AMER 5)| d.) im Durchſchnitt8-Minimum. 5 Die vorzüglichſte Nugung der Hirſe iſt, als Grüße,(wenn ſie nämlich geſtampft, und von ihrer äußern harten Haut befreyet worden) zu allerley Brey (wovon ſie eben den öſterr. Provinzialnahmen Brein erhalten haben mag) und zu noch einigen andern Speiſen des gemeinen Mannes, bey dem ſie, weil ſie überaus ſättiget,(ehr beliebt iſt. Man kann wohl die Hirſe, wenn man gerade will, auch zu Mehl mahlen, und Brod daraus baden, welches aber äußerſt derb und ſprode iſt, und daher nur in der größten Noth em- pfohlen werden könnte. Übrigens iſt ſie ein ſehr gutes Geflügelſutter, welches ihrer Kleinheit wegen, für die jungen Küchlein ganz beſonders geeignet iſt. Auch iſt ſie zu Mehl gemahlen das vorzüglichſte Jngredienz bey der Poularderie, oder kunſtmäßigen Maſtung des Federviehes, nach franzöſiſcher Art. G. 131, (Se De E08 n.. Das Heidekorn, oder der Buchweißen (Polygonum fagopyrum; ungr. HaJdina, Tatärka, Haricska, Kruppa, Pobaänka; franz. Sarrasin, Ble garragin» Ble noir; engl. Buck-Wheat, oder Brank) gehört zwar, botaniſch betrachtet, nicht zu den 566== u eigentlichen Getreidearten, da dieſe fämmtlich Gräſer&; ſind, in landwirthſchaftlicher Hinſicht jedoch muß es iv: gerade dieſen beygezählt werden. EN: G3 nimmt mit dürftigerm Boden vorlieb, als je- des andere Getreide, und kommt ſelbſt auf dem dürr- f ſten Heideboden, der nichts mehr als das Heidekraut 0: (Erica vulgaris) trägt, freudig fort, daher es auch fe ſeinen Namen Heidekorn erhalten hat. Nach Thaer iſt ſogar ein Heideboden, ſo wie ein.abge- ſo tro&neter Moorboden ſein Lieblingsſtandpunkt, da es 06 von der Säure durchaus nichts zu befürchten hat. Überhaupt liebt dieß Getreide looſere Bodenarten, und M iſt ein ſehr guter Vorläufer alles übrigen Getreides,| das auf ſolläßt, und ſaure N ' Bodenarten ſogar zu entſäuren ſcheint. In thonigeren k Bodenarten geräth e8 nur dann mit einigem Glüe, wenn dieſelben durch fleißige Borbereitungsarbeiten A hinlänglich gelofert worden.- In Hinſicht der vorhergehenden Früchte ſcheint 6 das Heidekorn durchaus gleichgültig zu ſeyn. Der Humus iſt dieſer Frucht nur bis auf einen| gewiſſen Grad zuträglich; denn auf allzureichem, be- iv ſonders aber auf friſchgedüngtem A>er, wächſt ſie] leicht zu ſtar? ins Kraut, blühet beſtändig fort, und ſit trägt nur wenig und unvollkommenen Saamen-(ih Gegen den Froſt iſt das Heidekorn ſehr empfind- I lil), und darf daher nie vor der Mitte May geſäet werden, weil es der geringſte Nachtſroſt oder Reif zerſtören könnte. Weiter als bis Ende Juny ſoll die -- 87== Saat jedoch auf keinen Fall hinaus geſchoben werden, weil e3 ſonſt leicht geſchehen könnte, daß der Saame nicht zur Reife gelänge. Das Stürzen des Felde3 im Herbſte iſt immer ſehr zuträglich, beſonders, wenn das Heidekorn nach Getreide geſäet werden ſoll, oder wenn der Boden von ſieiferer Art iſt; unumgänglich nöthig iſt dieß aber, wenn dieſe Frucht in die Grasnarbe geſäet werden ſol. Jm Frühlinge wird dann zweymal dazu ge- aFert, das erſiemal, ſobald man zu dem Boden kann, und das zweyte Mal zur Saat. Der Saame wird immer nur mit einer Egge untergebracht, weil er feine ſtarke BedeXung mit Erde verträot. Die Quantität der Einſaat dieſes Korns darf nac Thaer nur halb ſo ſtark ſeyn, als die des ei- gentlichen Getreides, weil ihm eine zu dichte Saat, ſeiner ſtarken Beſtaudung wegen, immer nachtheilig iſt.*) Nacenes und warmes Wetter, da ſie gegen den Froſt, ſo wie gegen die Näſſe gleich empfindlich iſt. Eben dieſer großen Empfindlichkeit gegen das Wetter wegen, iſt auch der Ertrag dieſes Getreides immer äußerſt unſicher, und im Durchſchnitte nur ge- ringe, ob er gleich in manchen Jahren, bey völlig günſtigen Umſtänden, ſehr groß ſeyn kann- Nach Thaer rechnet man, wenn das Heidefkorn| in die Getreideſtoppel gebauet wird, ungefähr alle 7 Jahre, ein gutes Jahr, 5 mittlere, und 5 Mißwachs- jahre. Im Dreiſch rechnet man jedoch, nach demſel- oa 0921 ben, alle 2 Jahre. eine gute Ernte. Außerordentliche Ernten aber, ſagt Thaer, bis 20 Scheffel Ertrag per Morgen, ſind äußerſt ſelten.*) Nach Schwerz hält man in ſeiner Gegend 10 Eſon giebt 5 bis 3 Sa>s vom Acre, als den Ertrag dieſer Frucht in England an.*X***X) Dieß iſt nacß unſerm Maaße: a.) Nac Thaer, als außeror- Megen] dentlicher, und äußerſt ſeltener Ertrag 29- b.) Nach Schwer z, in ſeiner Ge- 3. gend, am Rheine. 14 1/2 FE ec.)- Nach demſelben, in"M Nieder» Gr landen, 25 bis 33, folglich im Durch- Ä ſchnitte beyder Angaben.+ 29|. d.) Im franz. Flandern 14 5/16 bis|| 14 11/16, und alſo im Durchſchnitte u beyder Ungaben L; 14 7/1608 8 e.) In den Schölbestgendik+7 256-516 12? fk.) Nach Di&ſon, in England, D 12 bis 19 1/8, folglich im Durchſchnitte? beyder Angaben, eirea- G 0! 15 1/2 6 *)|, Thaers rat. Landwirthſchaft. IE Scen, ſo wie in der Küche zu verſchiedenen Mehlſpeiſen, verwendet werden. Doh kommt es zu dieſem Behufe, andern Getreidearten auch nicht von der Ferne gleich, und nur im Falle der Noth könnte etwa dazu gerathen werden, Manche - teutſche Schriftſteller preiſen das Heidekorn auch als ein vortreffliches Maſtfutter für Schweine/ und Ge- flügel, welches ich aber nicht ganz richtig finde, da es von andern Getreidearten, die uns zu Gebothe ſtehen, ſo wie von den allenthalben verbreiteten Kar- toffeln, an Maſt- und Nahrungsfähigkeit, unendlich übertroffen wird, Nicht zu gedenken, daß dieſe Früchte weit ſicherere und einträglichere Ernten liefern, als das Heidekorn.=- Ein ganz eigener Nuten, den dieſe Pflanze ge- währt, iſt noch der, daß die Blüthe ſehr vielen Stoff zu Honig für die Bienen liefert; daher denn auch in ſolchen Gegenden, wo viel Heidekorn gebauet wird, die Bienenzucht, im Durchſchnitt, ſehr einträglich zu ſeyn pfleget. Im Ganzen genommen, kann ich dem Heidekorn, ob es gleich mit dem ſchlechteſten Boden vorlieb nimmt, doch unmöglich hold ſeyn, und zwar aus dem doppel- ten Grunde, weil es eine ſehr leichte Frucht iſt, und mit andern verglichen, wenig Nahrungstheile enthält, und weil es dem Mißrathen außerordentlich ausgeſeßt iſt; wogegen andere überaus nahrungsreiche Früchte, beſonders Kartoffeln, und Mais, mit eben ſo ſchlech- tem Boden vorlieb nehmen, und dabey doch die ein- träglichſten und ſicherſten Ernten liefern. Nur da, wo man etwa wegen Mangel an Dünger, die beyden erſtgenannten, oder andere vortheilhaftere Früchte nicht zu bauen getraute, würde ich zu Heidekorn rathen können, In England fieng man neuerlich auch an, dieſe Pflanze zu Grünfutter zu bauen, wobey ſie nach Er- fahrung der Suffolker, welcher auc< Thaer beyſtimmt, eine ganz vortreffliche Schußfrucht des jungen Klees abgiebt, der darunter= beſonders auf den ſandigen Bodenarten= ungleich dichter, als un» ter Gerſte oder Hafer/ auffommt.*) Auch ſchi>t ſich das Heidekorn ſehr gut zum grü- nen Dünger, ſo wie es dazu auch in England häufig angewendet werden ſoll. Thaer räth daher ſehr richtig, das Heidekorn, beym mindeſten Anſ; eine von Mißrathen, ſogleich in der Blüthe niederzuwalzen, und unterzupflügen. Verliert man auch dadurch die geringe Ernte, die ohnedieß nur ſpärlich geweſen ſeyn würde, ſo wird dieß durch die darauf folgende reich- lichere Roggenernte mehr als hinlänglich erſett. xx) B. Von der Cultur der Hülſeufrüchte-. FS. 132. Die Hülſenfrüchte kommen zwar darin mit den Getreidearten überein, daß ſie eben ſo mehl» und nahrungsreiche Saamen tragen, wie dieſe, weshalb ſie auch, meines Erachtens, mit allem Rechte, den Cerealien beygezählt werden; in allem Übrigen aber ſind ſie von denſelben wohl ganz weſentlich ver- ſchieden, Die Nahrungskraft der reifen Körner dieſer Früchte iſt ſo groß, daß ſie in dieſer Hinſicht alles %*) f. Thaer's engl, Landwirthſk- laſſen, wie uns dieß(wenn uns auch nicht ſchon die Che- mie davon überzeugt hätte) die tägliche Erfahrung längſt gelehrt hat, da den gemeinen mit continuirlicher Arbeit ſtark? beſchäftigten Mann, außer dem Fleiſche, nichts ſo ſehr zu ſättigen, und nicht8 ſo gut ſeine Kräfte zu reſtauriren vermag, als ein Gericht von Hülſenfrüch- ten, und da ſie auch bey der Viehmaſtung= wenn ſie etwa dazu verwendet werden=- eine außerordent»- liche und erſtaunliche Wirkung hervorbringen. Dieß iſt nun freylich ein großer Vortheil für den Landwirth. Cin eben ſo großer, und wohl noch größerer Vortheil iſt es aber, daß ſie überaus gute Vorfrüchte für das Getreide ſind, indem ſie mit ihren tiefdrin» genden Wurzeln den Boden außerordentlich lo>ern und mürbe machen, und durch ihre ſtarke Beſchattung alles Unkraut erſtiken, und vertilgen, folglich den Boden in äußerſt reinem Zuſtande zurü>laſſen- Überdieß haben no< d'e meiſten Arten der Hül- ſenfrüchte dix gute Eigenſ3yaft, daß ſie den Boden nur ſehr wenig ausſaugen, indem ſie wahrſcheinlich den größten Theil des zu ihrem Wachsthum erforder- lichen Nahrungsſtoffs, mittelſt ihrer breiten Blätter, aus der Atmoſphäre einſaugen, und vielleicht einen großen Theil ihrer Nahrung weit tiefer aus dem Bo- den hervorhohlen, als dieß das Getreide mit ſeinen weniger eindringenden Zaſerwurzeln zu thun vermo»- gend iſt, ſo daß folglich in dieſer doppelten Hinſicht, dem nachfolgenden Getreide natürlich nichts oder doch nur ſehr wenig an Nahrung entzogen wird. -- 9%= Cben deswegen werden ſie auch allgenein den Boden verbeſſernden, und die Brache erſezenden Früch- ten beygezählet, welche bey den Engländern unter der Benennung meliorating Crops, und bey deit Deut» ſchen unter dem Namen Brachfrüchte gewöhnlich begriffen zu werden pflegen. Man erwarte indeſſen nicht, daß hier von dem Anbaue aller möglichen Arten und Varietäten der Hülſenſrüchte gehandelt werden ſoll, da die meiſten derſelben nur Gartenfrüchte ſind, folglich nicht hieher gehören. Gs wird alſo hier nur von denjenigen die Rede ſeyn, welche im Großen und auf dem freyen Felde gebauet werden können. Dieſe ſind a.) die Futterbohne, b.) die gemeine Fiſole, ec.) die Selderbſe, d.) die Linſe, e.) die Futter wide. 6. 1155. Futterbohnen. Die Futterbohne, welche auch häufig Feld- bohne, Ad&erbohne, Roßbohne, Pferde- bohne, und Eſel8bohne genannt wird,(Vieia faba minor, et minima; ungr. Lö-bab, kisded bab, kis Disznö6-bab; franz. Feverole; engl. Horse-bean) unterſcheidet ſich von den größern Arten dieſes Gewächſes(Vieia faba maior et maxima), welche unter dem Namen der Saubohnen bey uns häufig" in Gärten gebauet werden, bloß durch die weit mindere Große der Saamenkörner, die ſie aber dagegen in weit größerer Menge. zu tragen pfleget, daher ſie denn im | Ganzett, und beſonders im Großen, und auf dem Ader, auch weit vortheilhafter iſt. Sie hat einen viereFigen, aufrechten, hohlen, 2 bis 3 Fuß hohen, bisweilen auch noch etwas höhern Stengel; ſaftige, eyrunde, etwas zugeſpitte Blätter 3 weiße, ſchwarzgefle>te Blüthen; und die fleiſchige Hülſen, welche die weißgrauen, oder ſchmußigweißen Bohnen einſchließen. Sie verlangt, in der Regel, einen kräftigen- nahrungsreichen, mehr gebundenen als looſen Boden, beyläufig den nämlichen, den der Weiten zu ſeinem vollkommenen Gedeihen fordert. Indeſſen kommt ſie do< auch oft re 2 Fuß tief, ohne alle Mühe, in die Erde ſtoßen konnte, und dennod) erhält man da 40 bis 60 Buſchel vom Acre, aber freplich bey der allervollfommenſten Behandlung. Thaer ſelbſt hat ſie in einem Sandhoden, der in einem Pfunde nur 4 Quentchen und 24 Gran Thon- erde enthielt, mit Vortheil gebauet. x) An Nahrung darf aber der Boden bey dieſem Gewächſe durchaus keinen Mangel leiden, daher denn überall, wo ex nicht etwa von Natur ſchon überaus reich an Humus iſt, tüchtig dazu gedüngt werden muß, wenn man Nutzen von dem Bohnenbaue haben will, *)[- Thaer's engl, Landwirthſert. Dieß Unterpflügen der Bohnen iſt aber immer nöthig, weil dieſe Hülſenſrucht eine ſtärkere Bede>ung mit Erde nicht nur verträgt, ſondern auch vorzüglich liebet, und zu ihrem vollkommenen Ge- deihen nothig hat. Die Quantität der Einſaat iſt verſchieden. Thaer rechnet nach Verſchiedenheit der Umſtän- de, breitwürfig geſäet, 2 bis 5 Scheffel, mit der Hand gedrillt, 2 Scheffel, und mit Inſtrumenten ge- drillt, 20 berl. Metzen per M. Morgen. 3) Nach Sc&ſon, in Eng- land, bey der breitwürfigen Saat 21/8 bis 2 3/3 ' g.). Nach demſelbev, allda, bey der Reihenſaat*. 15fſ16bi8 2 1/8 h.)Jn derGegend vonBr oug h- ton, in England, breitwürfig ge Met 1:5 8 1.) In der Gegend, von B ed» ford, ebendaſelbſt, und eben ſo geſäet. rw ne. 9 2 x 3/4 bis 3 k.) Nach Begtrup, in England, breitwürfig,«-+ 5/4 1.) Nach demſelben, ebenda- ſelbſt, gedrillt s:- 15/16 m.) In der Gegend von L ille,; im franz. Flandern.- 4 1 405160 n.) In der Gegend von Menin in den Niederlanden-- 13/8 Meßet 3 5/8 0 OQOL7L 4 Einige Zeit nach der Saat, nachdem die jungen Bohnen ſchon hervorgekommen ſind, und auch ſchon ihre Blätter entfaltet haben, iſt zur Zerſtörung des ſich etwa vorfindenden Saamenunkrauts, der Aer mit einer ſcharfen und eingreifenden Egge tüchtig durchzueggen.„Sie ertragen“ ſagt Thaer„das kräftige Gggen mit eiſernen Zinken ſehr' gut, und ſelbſt diejenigen, deren Kopfe dadurch geſpalten, oder abgeriſſen werden, kommen wieder hervor.“*) Weiterhin, aber doh no< vor der Blüthe, wer- den ſie, ſowohl zur Zerſtörung des Unfkrauts, als zur Lo>erung des Bodens, einigemal beha>et und angehäufet, welches bey der breitwürfigen Ausſaat, -=- wenn man ſim die Mühe nehmen will=- durch Handarbeit, mittelſt der gewöhnlichen Handhaue ge- ſchehen kann, wodurch zugleich die Saat verdünnet wird, bey der Reihenſaat aber, am beſten, durch die nunmehr allgemein bekannten Zuginſtrumente, die wir unter dem Namen der Cultivatoren begreifen, bewerk- ſtelliget wird. Nach der Blüthe, und zwar dann, da ſich ſchon die untern Hülſen gebildet haben, pflegt man dieſe Bohnen in England zu köpfen, öder die Gipfel der- ſelben abzuſchneiden. Dieß wird daſelbſt nie unter- laſſen, wenn ſich die geringſten Spuren des Mehl- thaues, oder Honigthaues zeigen, wogegen dieſes Köpfen ein ſehr probates Vorbeutungsmittel ſeyn ſa. 22) Die Reife der Bohnen erkennt man daran, daß die bis dahin grünen Hülſen ſchon etwas ſchwarz zu werden beginnen. So bald ſich dieß ereignet, eile man zur Ernte, weil ſonſt die Bohnen, wenn man ſie überreif werden läßt, leicht ausfallen, und die Ernte verringern. SENER ger7s vat: Landw. x) Whaer's rat. und engl, Landw; =. 02>= Der Ertrag der unbehä>ten Futterbohnen iſt im- mer etwas unſicher, folglich im Ganzen auch nur geringe, deſto ſicherer und beträchtlicher iſt aber der der beha>ten, wenn ſie anders in angemeſſenen Bo»- den kommen, und wenn dabey an Dünger und Arbeit nichts geſparet wird. Nach Thaer kann man von dieſer Hülſenfrucht, wenn ſie in Reihen geſäet und beha>et wird, 10 bis 22 Scheffel per Morgen erwarten. Ja in Kent, und andern Vohnengegenden Englands, nimmt man 18 bis 27 Scheffel vom Morgen, als den gewöhnlichen Ertrag gedrillter Bohnen an.*) Nach Di>ſon ſchwankt der Ertrag dieſer Frucht in England, wenn man den Duchſchnitt durch's ganze Königreich nimmt, zwiſchen 16 bis 40 Buſchel per DICH)- Nach A. Voung, ſoll in den Marſchländereyen der Romney der Ertrag dieſer Bohnen zu 12 Quarters per Acre ſeyn.***) Nach Schwerz geben die breitwürfig geſäeten und unbeha&ten Pferdebohnen in ſeiner Gegend am Rheine 12, und in den Niederlanden, wo ſie zwar ebenfalls breitwürfig geſaet, aber dennoch beha>t werden, 15, 28 Scheffel Ertrag vom Morgen.***) Nach Begtrup geben die Futterbohrien in England einen Ertrag von 2 bis 6 Quarters vom *) 6 Thaer's Grundſ. der rat. Landw. 8“) j. DiEſon's prakt. AFerbau. 33%) f, Le Cultivateur Anglois nr")(. Schwerz belg., Landwirthſkt.« 147/16 bis 17 3/16 b.) Nach demſelben, in x Kent, und andern Boh- nengegenden Englands, bey gedrillter Ausſaat, gewöhn- lich. SE ES.„ 26-=-- 39 ce.) Nach Diäſon, im Durchſchnitt durch ganz Eng- land ß R*.- 99/16-- 23 15/16 S d.) Nach A. Voung, Ü in den Romney-Marſchen, 0 in England. N 8: 67.17006 3 Sf. Segtrup's Bemerk.. über die engl..; Landwirthſt, in ſeiner Gegend| am Rheine.„40 417 5/16| f.) Nach demſelben, in j den Niederlanden, zwar breit-| würfig geſäet, aber doch be-| Haclet 4.04% 1214...00009 6.22 WIO| | 4 S.) Nach Begtrup, 8 in England«+- 9 996 bis 28 5/4. h.) Nach demſelben, all-|: da, als Mittelertrag« 39 1/8| i.) Nach demſelben, eben»+ daſelbſt, als ſeltener Ertrag,= by beſonderer Fruchtbar- N keit N. 4(756 k.) In der Gegend von v Lille, imfranz. Flandern 14 S 1.) Im franz. Flandern 71 n) im Durchſchnitt, nach einer Angabe-. 6 642 m.) Gbendaſelbſt, im Durchſchnitt, nach) einer an» dern Angabe- Z„413/72 n.) In der Gegend von: Menin, in den Nieder- landen-&€ 2 1804) Bey uns in Ungarn kann mann, meines Erach- tens, annehmen: -- 10579=- 1. bey unbehad>ten Bohnen: Metzen 17 a.) al3 abſolutes Maximum.."1580,-“ b.) als Durchſchnitt3-Maximum Due Ka „.) als Durchſchnitt8s-Medium.“ 2 8 d.) als Durchſchnitts-Minimum 5 XS 2.) bey beha>ten Bohnen:| a.) als abſolutes Maximum. WAG- b.) als Ourchſchnitt8- Maximum EE BI JENS ce.) als Durchſchnitts-Medium.(- CAL0[] d.) als Durchſchnitt8-Minimum DENN Oo Die Futterbohnen ſind ein überaus gutes und nahrhafſtes Viehfutter, und werden dazu auch in man- ers zu dieſer Frucht braucht im Grunde mit no< weniger Genauigkeit und Ängſtlichkeit zu geſchehen, als zu den Fatterboh- nen, oder zu irgend einem andern Gewächſe, wogegen aber eine fleißige Bearbeitung während ihrer Vegeta- tion, durchaus zu ihrem Gedeihen erforderlich iſt. Die Saatbeſtellung der Fiſolen ſollte nie vor der leßtern Hälfte des Moyaths May geſchehen, weil ſie gegen die Kälte ſo ſehr empfindlich ſind, daß ein ein- ziger geringer Froſt im Stande iſt, die ganze Saat vollig zu zerſtören. I< überzeugte mich hievon augen- ſcheinlich, durc< eigene Erfahrung, und mit eigenem Schaden. J< hatte ein paar kleine Felder, die ich mit den bey uns gewohnlichen kleinen AFerfiſolen, mit Ende April und Anfang May beſtellte. Jc< ſäete ſie in Reihen, indem ich in jede dritte Pflugfurche Fiſolen legte. Die Saat wuchs äußerſt üppig,= denn die Felder waren gedüngt=- und verſprach mir eine überaus reichliche Ernte, als ploößlich, nach der Mitte des Maymonaths, ein ziemlich unbedeutender Reif die ganze Saat ſo vom Grunde weg brannte, daß auch nicht eine einzige Pflanze übrig blieb, um nur anzuzeigen, was auf den Feldern geſtan- den war, - 103==> Wenn daher einer der gründlichſten teutſchen Schriftſteller*) die Fiſolen gleich mit dem Mais, zu Ende Aprils ausgeſäet wiſſen will, ſo muß ich ihm hierin, ungeachtet meiner tiefen Verehrung, die ein ſolcher Schriftſteller in hohem Grade verdient, dennoch widerſprechen, weniaſtens widerſpricht ihm meine Er- fahrung, die ich ſo eben erzählt habe; man müßte denn ſich einem Niſico ausſeten, und die Saat, im Falle eines Spätfroſtes, aufopfern wollen, wobey der Schade ſfreylich nicht ſehr groß wäre, da bey der Ausſaat zwiſchen dem Mais, nur ſehr wenig Saame erforderlich iſt. Sollte man aber auch dieſes kleine Opfer nicht bringen wollen, oder können, ſo würde ich immer rathen, ſich die geringe Mühe zu nehmen, und die Fiſolen erſt ſpäter, zwiſchen die ſchon hervor- gewachſenen Maispflanzen, in die Reihen zu legen, welches entweder nach der gewöhnlichen Handhaue, oder nach dem Pflanzſto>e geſchehen kann. Werden die Fiſolen allein gebauet, ſo kann die Beſtellung, ſo wie beym Mais, entweder breitwürfig, oder nach dem Pfluge, in Reihen, oder im Quadrate, oder nach der Handhaue, ebenfalls im Quadrate, geſchehen. Immer müſſen ſie aber ſtark bede>t wer- den, und ſind daher auch bey der breitwürfigen Aus- ſaat immer unterzupflügen. Die Ouantität des erforderlichen Saamens iſt, je nach der Saatmethode, und der Größe des Saqa- men3 verſchieden: *) f, Burger's Maisbau« -- 109.= a.) Wenn ſie neſterweiſe nac) der Metzen 1. Handhaue gelegt, oder gegrübelt, IE oder auch/ wenn ſie zwar nach dem es Pfluge, aber doch im Quadrate ge- 22 legt werden.. 4 1/3 bis 1/2]> b.) wenn ſie nach ks Pfluge in> Reihen gelegt werden, ohne auf die|| Diſtanzen in den in"M zu 2 ATE 7 M. 1/2= 1 5 ce.) wenn ſie Geis geſäet 7 werden 5. 2 3. 1-«--2 Während der Vegetation müſſen die Fiſolen ſchlechterdings zwey- bis dreymal beha>et und gehäu- felt werden, welches bey der breitwürfigen Saat bloß mittelſt der Handhaue, bey den andern Saatmethoden aber, zu Erſparung der Menſchenhände, mittelſt der bekannten Zuginſtrumente geſchehen kann. Der Ertrag dieſer Frucht iſt immer etwas un» ſiher, und daher im Durchſchnitte auch geringer, als er ſonſt ſeyn könnte, da er in beſonders günſti- gen Jahren wirklich ſchr beträchtlich! zu ſeyn pfleget« Meines Erachtens, kann man: in unſerm, Klima an- nehmen: Mebßen a.) als abſolutes Maximum. 1 4.00 Db.) als Durchſchnitt8- Maximum- 15 e.) als Durchſchnitt8-Medium 243-440 d.) als Durchſchnitt8-Minimum. 5 Die vorzüglichſte, und meines Wiſſens, einzige Benutßung der Fiſolen, iſt zu menſchlicher Nahrung. poLY 4124 wr APL 0= Sie ſind auch wirklich eine äußerſt nahrhafte, und bey dem gemeinen Manne ſehr beliebte Speiſe, die ißm den Stoff zu manchem ſeiner Lieblingsgerichte lie- ſext.== Daß ſie auch als Viehfutter ſehr anwendbar feyn, und beſonders gekocht, ein vortreffliches Maſt- futter abgeben müßten, leidet gar keinen Zweifel, doch wüßte ich kein einziges Beyſpiel, wo ſie dazu verwendet würden. GS. 135- ELbſeinr Die Erbſe(Pisum gativum; ungr. Bors6; franz. Pois; engl. Pea, peas) iſt zwar mehrentheils eine Gartenfrucht, doch giebt es auch einige Arten derſelben, die in manchen Gegenden häufig auf dem Feld? gebauet, und eben daher auch Felderbſen ge- nannt werden. Dieſer Felderbſen giebt es vorzüglich drey Varietäten; nämlich die weiſſe oder gelbliche/ die graue, und die grüne Felderbſe. Lettere iſt auch im reifen Zuſtande grün, und von vorzüglich gutem Geſchma>e, wie ich mich in Böhmen, wo ſie ziemlich häufig gebauet wird, perſönlich überzeugt habe. Nur Schade, daß ſie gerade nach einem bekannten böhmi- ſchen Schriftſteller*) in Hinſicht des Ertrages, min- der ergiebig iſt. Die Felderbſen unterſcheiden ſich übrigens von den Gartenerbſen wohl in keinem weſentlichen Punkte, er) ſ Fuß Anw. zur Landw- Sie haben, wie dieſelben alle, einen rankenden, mit Gäbelchen zum Anklammern verſehenen Stengel; blaßgrüne, eyrunde Blätter; und Schmetterlingsblu- men, denen ſpäter herabhängende Hülſen nachfolgen, welche die kugelformigen runden Saamenkörner ein- ſchließen. Nur iſt hier zu bemerken, daß die Blüthe der Felderbſen durchgängig von weiſſer Farbe iſt, während mehrere der vorzüglichern, aber freylich auch viel zärtern und delikatern Sorten der Gartenerbſen, mit den ſchönſten, rothen, violetten, und purpur» farben Blumen prangen. Die Erbſen lieben vorzüglich einen eigentlichen Lehmboden loFerer Art, oder einen ſandigen Lehm- boden. Vor Allem aber iſt ein guter lehmiger Mer- gelboden ihr wahrer Lieblingsſtandpunkt, weil der der darin enthaltene Kalk keine Säure aufkommen läßt, welche dieſe Frucht durchaus nicht vertragen kann.-- Zu viele Näſſe iſt den Erbſen ebenfalls zu- wider.=- Übrigens ſind ſie jedoch in Hinſicht des Bodens weit minder delikat, als in Hinſicht der Wit- terung, gegen welche ſie während ihres ganzen Wachs8- thums, beſonders aber während der Blüthe, äußerſt empfindlich ſind. Einen fruchtbaren und nahrungsreichen Boden lieben zwar die Erbſen nicht minder, als andere Ge- wächſe, in friſchgedüngten Ac>er iſt es jedoch nicht leicht rathſam dieſelben auszuſäen, weil ſie allda ſehr leicht allzuüppig heranwachſen, und dann zwar ſehr viel Stroh, aber wohl nur wenig Körner liefern. Auch geſchieht es hey friſch und ſtark gedüngtem Aer leicht, daß die Erbſen ſich lagern und anfaulen, Wen DED| elite Das beſte iſt alſo, dieſelben das zweyte oder dritte Fahr, nachdem gedängt worden, da das Feld zwar noch hinlänglich in Kraft iſt, aber doch ſchon einiges von ſeiner Geile verloren hat, auszuſäen« Thaer iſt zwär nicht ganz dieſer Meinung, und glaubt, daß auf gewöhnlichem eben nicht ſehr üppigem Boden, eine Düngung den Erbſen immer wohl bekomme. Nur widerräth er auf jeden Fall, eine ſehr ſtarke Düngung zu denſelben. Übrigens fand er, naH wiederhohlten Verſuchen, daß auf ſandigem Lehmboden, eine nach der Saat oben aufgeſtreuete Düngung, es ſey mit friſchem ſtrohigem, oder ſchon verrottetem Miſte, nicht nur den Erbſen ſelbſt, ſondern auch dem darauf ſol- genden Wintergetreide wohlthätiger ſey, als eine nach gewöhnlicher Art aufgebrachte und untergepflügte,*) Daß die Erbſen nach der Brache, nach Ha>- früchten aller Art, ſo wie nach Klee, und andern Bo- den verbeſſecnden Früchten, überaus gut gerathen müßten, iſt wohl keinem Zweifel unterworfen, doch gönnt man ihnen dieſen Platz nicht, und verwendet ihn lieber für Getreideſrüchte, die doch immer der Hauptzwe> bey unſerm Aerbaue ſind; und die Erb- ſen müſſen daher ſich begnügen, in die Getreideſtoppel geſäet zu werden, um ſonach ſelbſt eine. vorbereitende Frucht für das Getreide abzugeben. Für Weiten ſind ſie zwar eben nicht die beſte Vorfrucht, eine weit beſſere aber für Roggen, und eine ganz vorzügliche für das Sommergetreide. x) ſ(. Thaer's Grundſ. der rat. Landw. -- 115>» In der engliſchen Grafſchaſt Suffolk füet man die Erbſen gern in die aufgeriſſene Grasnarbe, und hat dann außerordentlich ſchöne Ernten, ſo daß 5 bis 6 Quarters vom Acre nichts Ungewöhnliches ſeyn ſollen.*) Die Vorbereitung des Bodens, und die Beſtellung der Erbſen, iſt folgende: G8 wird der AFer im vor- hergehenden Herbſte mit einer, oder noch beſſer, mit zwey Furchen, geſtürzt, und das Feld ſodann in tie» fen rauhen Furchen„"den Winter über liegen gelaſſen. Im erſten Frühlinge dann, ſobald der Boden hin- länglich abgetro&net iſt, wird der Aer mit einer ein- greifenden Egge ſcharf geegget, die Erbſen darüber gleichmäßig hergeſtreuet, mit einer ſeichten Furche ein«- gea>ert, und das Feld mittelſt einer leichten Walze, oder der bey uns gewöhnlichen Buſchegge geebnet.= Zur Noth kann man die Erbſen jwohl auch mit der einzigen Saatfurche beſtellen, doch iſt dies, den einzigen Fall ausgenommen, wenn man von der Zeit zu ſehr bedrängt würde, nie anzurathen. In den neueſten Zeiten haben auch Einige ange, rathen, die Erbſen zu drillen, oder in Reihen zu ſäen, und zu bearbeiten, wie ſolches in England von einigen ſorgfältigen Landwirthen wirklich geſchehen ſoll.| Wie man in England damit zu Stande komme, weiß ich zwar nicht, ich ſelbſt indeſſen verſuchte es, werde fh Le Cultwateur Anglois; tradnuit.d2a 1 EXnEFL1oLs PA. Youns. 68) ſ, Thaer's engl. Landw, und Diä>ſotn's prakt. Awerbau. Grundſ. der Feldk, 2 Th. 8 -“ 111= es aber wohl nie wieder verſuchen, noc< weniger Andern dazu rathen. Die Erbſen legten ſich in die Zwiſchenräu- me, rankten in einander, und nur mit größter Schwierig»- keit konnte ich mit dem Veha>en, mittelſt der gewöhn» lichen Handhaue, fertig werden. Eine Bearbeitung dieſer Frucht mittelſt Zugkraft, welcher DiFſon auch erwähnet, ſcheint mir völlig unmöglich zu ſep". Überdieß war der Ertrag dieſer meiner Erbſen weit geringer, als der, den ich wahrſcheinlich von breit- würfig geſäeten, auf dem nämlichen Aer, zu erwar» ten berechtigt geweſen ſeyn würde. J< bin alſo über» zeugt/ daß die Erbſen im Großen, und auf dem Acer, zur Drillkfultur nicht geeignet find. Gegen den Froſt iſt die junge Erbſenſaat gar nicht empfindlich, und man thut daher immer am beſten, die Erbſen ſo früh, als möglich, zu beſtellen. E3 beweiſet zwar die Erfahrung Thaer's, daß die Erbſen auch bey fehr ſpäter Beſtellung, ſogar im ſpäo ten May, bisweilen noch gut gerathen, und manch» mal ſelbſt die ſrüher geſäeten übertreſſen können. Doch iſt dieß immer fehr unſicher, und im Durchſchnitte wird beſtimmt der frühen Ausſaat der Vorzug zugeſian- den werden müſſen. In Hinſicht des Saamens nehme man fich wohl in Acht, daß man nicht ſogenannte wipplige, von In- ſekten ausgeſreſſene Erbſen zum ſäen nehme, aus denen entweder gar keine, oder doch ſicher feine geſunde Pflanzen entſtehen können, Hierauf iſt um, ſo mehr Bedacht zu nehmen, da manche Erbſen von Außen geſund ausſehen, und dennoch inwendig ganz hohl und ausgeſreſſen ſind. Es wird daher wohl im- -- 115= mer rathſam ſeyn, ſo wie die Erbſen etwas verdächtig ſcheinen, dieſelben nach dem Nathe des erwähnten höhmiſchen Schriftſiellers*) in ein mit Waſſer gefül» tes Geſäß zu werfen, da denn die vollen und geſun» den unterſinfen, die hohlen und ausgefreſſenen aber obenauf ſchwimmen, und daher leicht abgeſondert werden können.= Den ſchlechten und lächerlichen Nath einiger armſeliger Schriftſteller, vorzugsweiſe wurm- ſtichige Erbſen zur Saat zu nehmen, um die geſun» den zu anderem Gebrauche verwenden zu können, be- folge man ja nicht, völlig überzeugt, daß nur geſun» der und unbeſchädigter Saame eine kraftvolle Saat liefern Fönne. Zwar keimen ſolche ausge'reſſene Saa- men in der Negel allerdings, da die Wippeln vor- zugsweiſe nur die mwehligen Theile der Erbſen verzeh- ren, und ſo lange ſie dieſe finden, den Embryo der fünftigen Pflanze unberührt laſſen. Allein Jederman weiß, daß eben dieſe mehligen Theile die von der Na- tur für die zarte junge Pfanze beſtimmte erſte Nah- rung ſind, und daß durch den Mangel dieſer, die Saat nothwendig in ihrer früheſten Leben3periode im Wachsthume und Gedeihen zurü>gzeſest werden muß. Nur im Nothfalle, wenn etwa durchaus kein geſunder Saame zu erhalten wäre, könnte man alſo auch wipplige Erbſen zur Saat nehmen, Die Quantität der nöthigen Ausſaat der Erbſen kommt ſo ziemlich der des Getreides, inſonderheit der des Weitens nahe. *) f. Fuß Beyträge zur Landw. Oo * -- 116= Thaer rechnet 1 bis 1 1/4 Scheffel auf den Morgen, wenn ſie der reiſen Körner wegen gebauet werden; wenn ſie aber mehr des Strohes wegen ge- ſäet werden, ſo rechnet er 2 Scheffel auf den Morgen.*);; Nach Begtrup ſäet man in England 5 Buſchel auf den Acre.**)' Diſon, in England, rechnet bey der breit- würfigen Saat 3 bis 3 1/2 Buſchel 3; und bey der Drill» oder Reihenſaat, wenn ſik der reifen Korner wegen gebauet werden, 2 bis 2 1/2 Buſchel, wenn ſie aber im grünen Zuſtande gepflüt, und verkauft wer- den ſollen, 5 bis 4 Buſchel/ auf den Acre,***) Nach Schwerz ſäet man in ſeiner Gegend, am Rheine, 0,76 Scheffel Erbſen auf den Morgen; und an der Schelde, in den Niederlanden, ſol man nur 2/5 Hektolitres per Hektare ausſäen.****) Dieß macht nach unſerm Maaße folgende Ausſaat: a.) Nach Thaer, wenn Metzen ſie, um reifen Saamen zu tra- gen, gebauet werden«+« 17/16 bis 1 13/16 b.) Nach demſelben, wenn ſie mehr des Strohes, als der Körner wegen, gebauet werden 2 7/8 poßS a42ä *) ſf. Ther's Grundſ, derrat. Landw. 33) f. Begtrup's Bemerk, über die eugl. Land? wirthſerbat. zu")[, Shwerz belg. Landw. --“ 117-- e.) Nag Begtrup, in MeBEn::- 7 England.. DE 4 DA| 4.) Noch Di Eſo n, in-Enz-|? land, bey der breitwürfigen Saat 13/4 bis 2 1/3'., e.) Nach demſelben, allda, hey der Drillſaat, zu reiſen Kör- NEDIT AMANN 1 ea 8. 13/10 bis 1.2/2[5,5 f.) Nach demſelben, allda, nE (a bey der Drillſaat, zum Abpflüken im grünen Zuſtande“.. 41*3/h bis 3 2/8|S I.) Nach Schwerz, in ſei- ner Gegend am Nheine«= 11/8|| bh.) An der Schelde in den- ENvderfandn=-: 1/4 Z Bey uns mag, meines Ere 2 achtens, die Ausſaat, je nach 1] den Umſtänden des AFers, der Oo Saatzeit, und der Größe der Erbſen, variren von+..... 11/4 bis 2 ) Die Witterung hat während der ganzen Vegeta- tion der Erbſen einen außerordentlichen Einfluß auf den Ertrag derſelben an Körnern, ſelbſt dann oft, wenn ſie noch ſo üppig das Feld überzogen haben. Beſonders iſt ihnen eine anhaltende und heſtige Dürre während der Blüthezeit, immer ſehr ſchädlich, ſo wie zu dieſer Zeit auch der Mehlthau, von dem ſie häufig befallen werden, oft plößlich die ganze Saat zu zer- ſtören vermag,*) *)|. Thaer's Grundſ, derrat. Landw, --“ 116== Gben de8halb iſt auch der Ertrag dieſer Hülſen» frucht an Körnern immer ſehr 10 und daher im Durchſchnitte nur geringe. Thaer nimmt auf gutem Boden bloß 5 bis 6 Ec heffel per Morgen, als Durchſchnittsertrag an..) Nach Di>ſon, geben in England Einige 3 1/3 bis 4 Quarters Ertrag per Acre an; wogegen aber Andere, im Durchſchnitte nicht mehr, als 12 Buſchel per Acre zugeben wollen.**) Robert Andrews in der Graſſchaſt Eſſex, in England, erhielt im Durchſchnitt 2 1/2 bis 5 1/2 Quarter3, vom Acre. Und in Suffolk, ebendaſelbſt, erhält man in der umgebrochenen Grasſtoppel, ge- wöhnlich) 5 bis b Quarters per Acre.***) Nach Begtrup, erhält man in England 4 bis 5 Qua üters per) Acre, 1887) Nach Schwerz rechnet man in ſeiner"Gegend am Rheine, in der Regel auf 4 1/2 Scheffel Ertrag vom Morgen.= Im franz. Flandern rechnet man im Durchſchnitt durch das ganze Departement du Nord» nach einer Angabe 189 Dekalitres, und nach einer andern(welches aber auf das Nämliche hinausläuſt) 19 Hektolitres per Hektare,=- An der Schelde endlich, *»)|. Thaer's eben angeführtes Werk, xx), Di? ſon's prakt. Akerbawmr 844) ſ, Le Cultivateur Anglois,; tra&duit die PANT GN. 00mm aux") f, Begtrup's Bemerk, über die engl. Landwirthſchaft, in den Niederlanden, erhält man ungefähr 17 Hekto- litres per Hektare.*) Dieß giebt nach unſerm Maaße folgende Ertrags- angaben der Erbſen, an reiſen Körnern: a.) Nach Thaer, auf gu- Meßten) tem Boden, im Durchſchnitt, nur 7 1/4 bis 8 3/4 b.) Nach Di>Eſomn/;1.laut einigen Erfahrungen, in England 16 5/4= 19 1/3 ce.) Nach demſelben, laut andern Erfahrungen, daſelbſt,€ im Durchſchnitt, vur« 4 7 3/16 V d.) Nach A. Young er- E hielt Robert Andrews in e2 England, im Durchſchnitt. 12 bis 26 5/16 js e.) Nach demſelben, in Su f«- fol?, in der umgebrochenen) 7 Grasſtoppel, gewöhnlih- 24=- 28 5/4|| (9 Mah Begtrup, in- England- Z N- 19 1/68--24 Ns Sy M0 Schwer> 7 in ſeiner Heimath am Rheine, in I Her'Meger*- EEE 0*176.1/2 h.) Im franz. Flandern, im Durchſchnitt' 4 NOE 373 1.) An der Schelde, in den Niederlanden. E 9 1/4 N Bey uns in Ungarn, kann man meinen Erfah- rungen und Beobachtungen gemäß, den Ertrag dieſer *)| Shwerz bvel1g. Landwirthſkerm, ſandigem Boden ge- wachſene Grbſenſtroh, zwar allerdings vom Viehe mit Vegierde gefreſſen, das von kaltem zähem Thonboden geerntete aber, durchaus von demſelben verſchmähet wird...) Die vorzüglichſte und allgemeinſte Nußung der Erbſen, iſt zu menſchlicher Nahrung, da ſie eine ſo befannte, als nahrhaſte Lieblingsſpeiſe, unſerer ge- meinen, und ſchwer arbeitenden Volksklaſſen ſind.== Zu Mehl gemahlen, und mit Roggenmehl ge- mengt, kann man ſie auch ſehr gut zu Brod verwen- den, welches überaus nahrhaft, und ſchma&>haſt iſt« Nur muß immer weit mehr Roggen- als Erbſenmehl dazu genommen werden. Nach dem ſchon erwähnten boh- miſchen Schriftſteller**) geben 5 Theile Roggenmehl, und ein Theil Erbſenmehl, gehörig zuſammen gemengt, das beſte Brod.-- Stehen die Erbſen nicht zu hoch im Preiſe, ſo kann man ſie, ihrer großen Nahrhaf- tigkeit wegen, auch mit vielem Nußen zur Viehma- ſtung verwenden, worin ſie= den Mais etwa ausge- nommen=- nicht leicht von einer andern Frucht über- 4) ſ. Die Beurtheilung meines Werkes: Grundſäße der Shaafkultur, in den Erneuerten vatertäns diſchen Blättern Nro 94. 1817. es) f. Fuß Beyträge zur Latnidw, ,- -. 122== troffert"werden. Man bereitet ſie zu dieſem Zwee, entweder durch Schroten, oder durch Ginquellen, oder durch Kochen vor, und füttert ſie entweder allein, oder in Verbindung mit Kartoffeln.=- Von dem GStrohe der Erbſen, als gutem Futter für das Haus» haltsvieh, iſt ſchon weiter oben gercdet worden. Fn England, in der Nachbarſchaft großer und volkreicher Städte, bauen manche Landwirthe auch die Erbſen mit vielem Vortheile auf dem A>er, um ihre unreifen Hülſen abzupflü>ken, und als Gemüſe an die Städter zu verkaufen, wie dieß von den Gärt- nern wohl allenthalben geſchieht. So bringen die Erbſen in der Graſſchaft Middleſex unweit Lon- don, auf dieſe Art gebauet, im Durchſchnitt einen Ertrag von 25 bis 50 SaXs per Acre;(nach unſerm Maaße 60 bis 72 Metzen per Joch) welcher in baarem Gelde den Sa zu 8 bis 18 Schilling gerechnet, eirea 18 Pfund Sterling per Acre(oder nach unſerm Maaße und Gelde 169 fl. 26 kr. C. M. per Joch) ab- wirft.= Nach Baniſter's Synopsis ol Husbandry geben ſie auf dieſe Art benußt, zu Dartford in Kent, ſogar einen Ertrag von 40 Sa>s per Acre (oder 96 Megten per Joch). Ja bisweilen ſoll man allda auch ſchon 50 Sa>3 per Acre(öder 120 Meten per Joch) geerntet haben.*) Wahrſcheinlich werden aber die Engländer wohl zu dieſem 8Zwe>e einige beſſere Sorten der Garten» erbſen, und nicht die gewöhnlichen Felderbſen ver- *) f. Di>ſon's prakt. Akerban. -- 3» ur fe,“!?DS 7 zz IEEE NENE IEEE - wenden, da jene ein viel edleres/ und mithin auch weit beſſer verkäufliches grünes Gemüſe, als dieſe geben. Und in dieſer Vorausſegzung gebe ich recht gerne zu, daß die Grbſen mittelſt der Handhaue ſo- wohl, als mittelſt Zugkraft bearbeitet werden können. Denn entweder ſind'es kleine Zwergerbſen, die an ſich ſchon dieſe Arbeit nicht verhindern; oder es ſind ho auflaufende Grbſen, denen es in dieſem Falle Stüßen zu geben, der Mühe lohnen wird, da denn abermals das Beha>en gar keinen Anſtand finden kann, ſo wie es keinen in den Gärten findet, VG. 150, 4 405g 17| WDE ZEE| Die Linſe(Ervum Lens; ungr. Leneose; franz, Lentille; engl. Lentil) wächſt= die kleinen Zwerg- fiſolen und Zwergerbſen etwa ausgenommen=- nie- driger, als die andern Hülſenfrüchte, und hat einen mehr aufrechten, als rankenden Stengel, der gleich- wohl mit Gäbelchen verſehen iſt, mittelſt welcher ſich dieſe Pflanze in einander ſchlinget, um ſich deſto beſſer aufrecht zu erhalten, Ihre=- ſo wie bey allen Hül- ſenfrüchten= ſchmetterlingsförmigen Blüthen ſind von bläulich- weißer Farbe, und ihre darauf folgenden Hülſen ſind ſo klein, daß ſie nur 2 bis höchſtens 4, flachgedrüte, runde, ſchmußtig- weiße, ins Bräunliche übergehende Saamen enthalten. Sie liebt zwar einen nahrungsreichen, doh kei- neswegs einen friſchgedüngten Voden, und in Hinſicht = 124= deren, wie es Thaer empfiehlt, verſuchte ich zwar, aber nicht mit glücklichem Erfolge. Zwar Hatte ich nicht mit eben ſo großen Hinderniſſen zu Fämpfen, wie bey den Erbſen, doch wurde meine Ar» beit ſchlecht belohnt, denn meine gedrillten Linſen ga» ben mir bey weitem den Ertrag nicht,"2 mir meine breitwürfigen gegeben haben. Da die Linſen ſich nicht ſehr Aran und da- her nur wenig und bloß wandelnden Schatten machen, ſo ſind ſie auch weit öfter als andere Hülſenfrüchte in dem Falle, vom Unkraute überwältigt zu werden. Dieß geſchieht beſonders leicht, wenn ſie in etwas zu gei- len, oder etwa gar in friſchgedüngten Boden zu ſtehen Pommen, und wenn der Aer durch ſchi&liche Vorbe- reitungsarbeiten nicht gehörig gereiniget wurde. Vor- beugen iſt hier freylich das Rathſamſte, und einem -- 127=> verſtändigen Landwirthe auc das Leichfeſte; iſt nun aber der Fall einmal eingetreten, ſo bleibt gleichwohl nichts anders übrig, als durch Jäten=- ſo ſchwierig und koſtſpielig auch dieſe Arbeit auf dem Acker iſt== dem nun einmal vorhandenen Übel abzuhelſen, wenn man nicht etwa lieber die Ernte verlieren, und den Aer ſelbſt für die Folge verwildern laſſen, als dieſe Arbzit daran wenden will, Der Körnerertrag der Linſen, iſt weit ſicherer, und daher im Durchſchnitt der Jahre auch weit größer, als der der Erbſen, obgleich dieſe, in einzelnen, aber ſeltenen Jahren, allerdings einen größern Ertrag zu geben vermögen. Thaer nimmt auf gehörigem Boden, und bey gehöriger Cultur der Linſen, einen Ertrag von 6 bis 10 Scheffel per Morgen an; alſo nac) unſerm Maaße 11 1/2 bis 14 1/2 Metzen per Joch.. Bey uns glaube ich, nach meinen Beobachtungen, olgenden Ertrag der Linſen annehmen zu dürfen: M eben VS a.) als abſolutes Maximum. 0190 5 b.) als Durchſchnitt8-Maximum. 12 ce.) als Durchſchnitt8-Medium. 8 d.) als Durchſchnitt8s-Minimpum 4 pos Die Linſen werden meiſtens als menſchliche Nah- rung benutzt, und ſind die ſo bekannte ,. als kräftige Lieblingsſpeiſe unſers gemeinen Mannes.=- Hat man indeſſen deren ſehr viele, und ſtehen ſie niedrig genug im Preiſe, ſo können ſie auch mit vielem Vortheile zur Viehmaſt gebraucht werden, indem ſie an Nahr» -- 128== Haftigkeit ſogar die Erbſen übertreffen.- Nur müſſen ſie, da ſie von Natur etwas unverdaulich ſind, zu dieſem Behufe zuvor durch Einquellen, oder Schrot- ten, vorbereitet werden. Das Stroh der Linſen iſt= das einzige Sper- gelſtroh ausgenommen=- das vorzüglichſte von allem Futterſtrohe, welches ſelbſt dem beſten Heue ſehr nahe Fommt, mindere Gattungen deſſelben aber ſogar hinter ſich zurü> läßt. Cs paßt beſonders für das Schaaf» vieh, und ganz vorzüglich für die Lämmer. Nur Schade, daß der Ertrag dieſes edlen Strohes immer nur ſehr geringe iſt. CG. 137: Wi> en. Die gewöhnliche, und allgemein bekannte Saat- wi>e, oder Futterwi>e,(Vieia 8ativa z; ungr- Bükköny, Lednek, Lendek, Vadbors0, Loöbor- 86, Abrak-bors6, Abrak-babö6; franz, Vesce; engl. Vetch, Tare) welche in gutem Boden, und bey günſtiger Witterung, eine beträchtliche Höhe erreicht, hat rankende, mit Gabeln verſehene, und ſich in einan- der verſchlingende, 1 bis 5 Fuß hohe Stengel; ge- fiederte, aus 6 bis 3 paar kleinen länglicht-ovalen, Fliederblättchen zuſammengeſeßte Blätter; röthlich- blaue, oder bläulich- rothe Gen im Frühlinge, ſo bald der Ader abgetro&net iſt, darüber her/ pflügt ſie mit einer ſeichten Furche, ſammt dem Dünger, at== unfer, und ebnet das Feld mit unſerer gewohnlichen Buſchegge.= Wäre man im Herbſte etwa verhindert das Feld zu ſtürzen, ſo kann man die Wien wohl auch in die bloße Saatfurche ſaen. Dann rathe ich aber immer etwas tiefer zur Saat zu pflügen, und die Wien lieber obenauf zu ſäen, und bloß mit der Egge= oder mit dem Exſtirpator, wo man ihn hat= zu unterbringen. Ohne Noth vernachläßige man je- doch das Herbſtpflügen nie. E38 thut auf jeden Fall größere Wirkung, und bezahlt ſich reichlich in der Folge- Das Saatpflügen im Frühjahre dagegen, kann man, bey gehörig im Herbſte vorbereitetem Fel- de, vollig ohne Schaden unterlaſſen, und den Saamen bloß mittelſt der Egge, oder dem Exſtirpator, dem Aer einverleiben, wenn anders der Miſt nicht allzu ſtrohig iſt, und etwa deshalb ein Pflügen nothig wird,' Die beſte Saatzeit der Wien iſt der erſte Frühling, ſo bald man in den Boden kann, damit die im Ader zurückgebliebene Winterfeuchtigkeit dieſer Hülſenfrucht zu Gute komme. Dieß kann man auch um ſo mehr thun, da die Wien in unſerm Klima von Frühlingsfröſten durchaus nichts zu fürchten haben. Meine Wien we- nigſtens=* und ich ſäete deren ſehr häufig= waren immer deſto beſſer, und gaben einen deſto reichlichern Ertrag in jeder Hinſicht, je früher ich ſie beſtellet habe. Hierin ſtimmt nun freplich meine Erfahrung mit der des würdigen allverehrten Thaer's nicht über» ein, welcher einer ſpätern Ausfaat, gegen die Mitte, ja ſelbſt gegen Ende des Maymonaths, den Vorzug zu geben ſcheint, Allein an dieſer Kreuzung unſerex 9* Erfahrungen mag wohl das Klimä die Schuld haben. Denn wer ſieht nicht ein, daß zwiſchen Norddeutſchland und Ung arn ein ganz gewaltiger Unterſchied an Klima ſeyn müſſe? Vielleicht, daß ſelbſt bey uns, in den nördlichſten Gegenden, an den Karpathen, die Erfah- rung Thaer's, mehr als die meinige, zur Richt» ſchnur zu dienen geeignet iſt. In dem größten Theile Ungarns äber, das doch im Ganzen; wie bekannt, ein ziemlich mildes Klimä hat, muß ich ſchlechterdings zu einer frühen Ausſaat vorzugsweiſe vor einer ſpä- tern, rathen.= Nur dann, wenn man die Wien als Grünfutter benußen; und vielleicht ſogar eine Stall- Fütterung großen Theils darauf gründen wollte, konnte man nicht nur, ſondern man müßte ſögar, dieſelben zum Theil auch ſpäter, ja wohl auch ſehr ſpät im Fahre ſäen; um immer mit grünem Futter verſehen zu ſeyn. Icerbänm Nac< Schwer z ſäet man in ſeiner Gegend am Rheine 0,60 Scheffel auf den Morgen.*) In Frankreich ſäet man laut Dühamel 11 bis 12 Boiſſeaux Pariſer Maaßes auf den Arpent von 100 Ruthen a 22 Fuß.**) Geride will 5 Himten auf den Morgen geſäet wiſſen. X***) I< ſelbſt brauchte nie mehr, als eireca ,1 Metzen auf unſer gemeines Joch= 1200[]9, Dieß macht nach unſerm Maaße: Metzen) 35) N90.2h.9 er 7 908. Dis 1. 1/8 b.) Nach Di>ſon, in Eng- ik [AND bn 4 Werts 6,008 JE0A16.== 3.102.408 ec.) Nach demſelben, laut dem: Rathe einiger Anderer. 0 WIE 61 d.) Na; Sce.< 1.2:7716 O I.) Nac< meiner eigenen Praxis.& ß% ERNE 13.7) *)|, Shwerz, belg. Landw, x) f. Flements d'Agricylture par M.Du-« hamel du Monceau. FF) f, Geri>e's prakt. Anl, zur Führung der Wirthſhaftsgeſ<äfte. - 154=> Übrigens gilt bey der Ausſaat der Wien eben das, was bey jeder andern Saat gültig iſt. Je Fräfs- tiger und nahrungsreicher der Boden iſt, und je früher die Saat beſtellet wird, deſto weniger braucht man Saamen; je magerer und nahrungsloſer der Boden iſt, und je ſpäter geſäet wird, deſto mehr iſt Saame nothig.= Auch wird es immer zwe>mäßig ſeyn, wenn man die ſchon bey der Saatbeſtellung etwa zum Heumachen beſtimmten Felder ,/ etwas dichter, wie die- jenigen beſäet, die zum Körnertragen beſtimmt ſind U- ſ. w.= Überhaupt kann man annehmen, daß die Einſaat der Wien, nach Verſchiedenheit der ſo eben erwähnten Umſtände, von 1 bis 1 1/2, ja bisweilen auch ſogar bis 2 Metzen per Joch variren könne, und müſſe,| Manche pflegen die Wien, welche ſchon im Voraus zum Heumachen beſtimmt ſind, in Verbin- dung mit Hafer oder Gerſte auszuſäen/ um hierdurch den Heuertrag zu vermehren. I< fand jedoern und mür- ben Zuſtande zurülaſſen, und folglich ganz unüber- trefflich für das Wintergetreide, beſonders für den Hauptgegenſtand unſer3 AFerbaues, den Weißen, vor» bereiten, worin ſie beſtimmt von keiner andern Frucht die ich kenne== dicht beſto>ten Klee etwa ausgenommen= ' übertroffen werden. Ja ich glaube, daß nicht einmal die reine Brache, als Vorbereitung für Wintergetreide das zu leiſten vermag, was eine dicht beſtandene Wienſaat zu leiſten im Stande iſt. Macht man die Wien zu Heu, ſo kommt es in Hinſicht der Erntezeit vor Allem darauf an, für welche Gattung Viehes ſolches beſtimmt iſt. Sollen die Wien dem Nindviehe oder Schaafen zum Futter dienen, fo iſt es am beſten dieſelben in voller Blüthe abzumähen, weil ſie in ihrem zärteren Zuſtande dieſen Viehgat- tungen angenehmer und gedeihlicher ſind. Beſtimmt man ſie aber zu Pferdefutter, ſo iſt es allerdings beſſer, ſie erſt nach der Blüthe, wenn ſie ſchon mehr oder weniger Hülſen angeſest haben, zu mähen, und 3350. zs zu Heu zu machen, weil dieſen Thieren ein etwas hörteres Futter beſſer bekommt. Bey uns werden ſie wohl gewöhnlich, ohne auf ihre Beſtimmung Nüſicht zu nehmen, in dieſem ältern Zuſtande zu Heu abge- erntet, welches aber immer fehlerhaft iſt, und des« Halb billig nicht nachgeahmt werden ſollte. Da3 Abmähen der Wien geſchieht mit der gG wöhnlichen Grasſenſe, ſo wie die Gräſer und der Klee gemähet werden. Nur muß man immer geſchite und gewandte"Arbeiter dabey anſtellen, weil ungeſchi>te Leute, der rankenden Eigenſchaft dieſer Pflanze wez gen, mit dem Mähen nicht recht fortkommen, und mithin auch nur wenig Arbeit zu verrichten vermögen.= Da3 Heuwerben der Wicken hat auf eben die Art, und mit eben der Vorſicht-zu geſchehen, wie ſpäter in die- ſem Werke, beym Kleeheumachen gezeiget werden wird; wohin ich auch de8halb verweiſe- Den Heuertrag der Wien, wenn dieſelben grün, beym Anſeten der Hülſen gemähet werden, giebt Thaer, auf gedüngtem Boden, im Durchſchnitte zu 2:00 berl. Pfund per M. Morgen an; ſeßt aber hin. zu, daß man in günſtigen Jahren bisweilen 5000 Pfund geerntet habe, dagegen in ungünſtigen Jahren, wegen anhaltender Dürre im Frühjahre, öfters nur 1000 Pfund vom Morgen bekomme.*) An einem andern Orte ſagt er indeſſen, daß man im Anſchlage ein Wicenfeld wenigſtens zu 2400 berl. Pfund an- nehmen könne, daß ſie aber in guten Jahren bedeus tend mehr geben.**) j *)|, Thaer's Grundſ; der rat. Landw, z%) ſ, Thaer's engl, Landwirthſmäßigſten yorgenommen, da der größere Theil der Hülſen zur Reife gekommen iſt, ohne die Reife der übrigen abzuwarten, weil man ſonſt leicht Gefahr laufen würde, daß der größte und beſte Theil des Saamens verloren gienge, welches bey dieſer Frucht um ſo mehr zu befürchten iſt, da ſie bey zu großer Reife ſehr viele Neigung zum Ausfallen Hat.= Übrigens iſt aber der Körnerertrag der Wien bey weitem ſicherer, und daher im Durchſchnitte auch bey weitem größer, wie der der Erbſen und Linſen, ob er gleich in verſchiedenen Jahrgängen ebenfalls ver» ſchieden ſeyn kann, Thaer nimmt 6 Scheffel per Morgen als mittle» xen Ertrag an; ſagt aber, daß man öfters bis 24 Scheffel vom Morgen geerntet habe.*) Nach Di>Xſon, geben in England Einige den Körnerertrag der Wien zu 3 bis 6 Sas per. Acxe an; und in andern Fällen hat man deren 40 Buſchel und darüber vom Acre erhalten,**) *) ſ, Thaer's rat, Landw. x*) j. Di>ſon's prakt, Akerban, Im franz. Flandern, erhält man, im Durchſchnitt durch das ganze Departement du Nord, nur 164 Dekalitres per Hektare,*) Jc< ſelbſt erntete gewöhnlich, aber freylich bey "früher Beſtellung, und guter Kultur, 12 bis 24 Meßen vom Joche, Dieß macht nach unſerm Maaße: 3.) Nach Thaer, als Metzen) Mittelertrag. 11 1/2 3 b.) Nach vhb als! er hoher, nur in einzelnen Jah- 7? xen zu erhaltender Ertrag 54 1/2 er ce.) Nach DiFſon, in| 2 England, nach Einigen. 7 5/16, bis 14 5/8 pb d.) Nach demſelben, eben| daſelbſt, in andern Fällen 284 und darüber 2] e.) Im franz. Flandern,| 3 im Durchſchnitt, nur eirea 9 a f.) Nach meiner eigenen| Q Praxis«. N+ 7012//bi8 24 3 Überhaupt aber glaube ich, für unſer heimiſches Klima annehmen zu können; Metßenyg a.) im abſoluten Maximum». 24 bis 3a FZ b.) im Durchſchnitt8-Maximum«» 18 e.) im Durchſchnitts-Medium.« 22 4.) im Durchſchnitt3-Minimum«- 06 poH ?)|. Sten Zuſtande noc< der fol- genden Getreideſaat nüßlich werden, und ſomit nach unſerm nationellen Bauernſprichworte ,, wenigſtens den Stiel des verlornen Beils noc< zurüerſtatten.' Daß es eine unerläßliche Bedingung zum Gedeihen des ſolgenden Getreides ſey=- wie ſolches mehrere Schriftſteller, und ſogar auc< der achtungswürdige Thaer, behaupten== die Wienſtoppel unmittelbar nach Abbringung der Ernte umzupflügen, dieß habe ich nicht beſtättigt' gefunden. Ich pflügte mehrentheils bloß zur Saat, in der erſten Hälfte des Septembers, und zwar ſelbſt nah reif abgeernteten Saamenwien, und konnte dennoch, wenn dieſe anders dicht beſtanden "WEP»WEDS€ OS. RERE EWR 5 R /uS --“ 141-- waren, in der Regel auf den oben erwähnten, gar nicht unbeträchtlichen Weigenertrag, ſichere Rechnung machen; aber freylich wohl, auf gutem Weigenboden, und nach'gut beſtellten Wien, Übrigens iſt es aller» dings wahr, daß ein ſolches Stürzen der Wien- ſtoppel, die Vollkommenheit der Vorbereitung des Akers für den Weiten, noch um einen Grad erhöhet, und daß es beſonders nach reifgewordenen Wien zu empfehlen iſt; nur unumgänglich nothig iſt es nicht. Werden die Widen in der Blüthe zu Heu abge- mähet, ſo geſchieht es=- wenn anders der Sommer nicht zu dürre iſt=- ſehr häufig, daß ſie noch eine recht hübſche Nachernte liefern, welche, ſo wie das Grummet der Wieſen, zu Heu abgemähet werden kann, Iſt man jedoch mit Futter ſo verſehen, daß mon die- ſes Nachhenes eben nicht ſehr nothig hat, ſo wird man immer beſſer thun, dieſen Nachwuchs einige Wo» * annimmt, und daß es vom Rindviehe überhaupt, gegen das Frühjahr hin verſchmäht. -- 1:2-- Aber auch als Kornfrucht find die Wien nicht ohne Nuten. Zwar ſchi>en ſie ſich, ihrer Bitterfeit wegen, nicht zur Speiſe für uns Menſchen, doch ge- ben ſie ein ſehr gutes, und überaus nahrhaftes Pſerde- und Schaaf-Futter, und paſſen, durc Einquellen oder Schroten vorbereitet, ganz beſonders zur Maſtung alles Haushaltsviehes.= Daß ſie ein ſehr gutes Geflügel- Futter, und vorzugsweiſe die Lieblingsnahrung unſerer Tauben ſind, dieß weiß wohl jede Hausmutter, welche Gelegenheit hatte„ die Wien als Futter für das Federvieh zu verſuchen. Da3 Stroh der Widen iſt beynahe das vorzugs» lichſte von allem Futterſtrohe, und beſonders für das Schaafvieh ganz außerordentlich geeignet. Es ſteht in Hinſicht ſeiner Güte und Nahrhaſtigkeit bloß dem' Spergel- und dem Linſenſtrohe noch etwas nach, welche es aber beyde, an Quantität und Ergiebigkeit des Ertrages, bey weitem übertrifft, da man leicht auf 18 bis 20 Ctr. dieſes guten Rauhſutters, von un- ſerm gewöhnlichen Joche, Rechnung machen Fann, während man vom Spergel- oder Linſenſtrohe, hoch- ſiens 8 Cir. vom Joche, erwarten darf.= Thaer nimmt den Strohertrag der Wien, das Kaff jedoch und ſogar gutem Strohe nachgeſeßt wird, ſo ſehr es au daſ? ſelbe, zu Anfange des Minters, allen übrigen Heugattungett vorzuziehen pflegek«|. Karbe's Frucſon zu 5 Tons per Acre an(nach unſerm Maaße und Ge- wichte 53,05 Ctr. per Joch) und ſesßt dazu, daß der Ertrag der Sommerwicken etwas geringer ſey. Ob dieſe Winterwi>e unſere Winter auszuhalten vermöge, und ob ſie wirklich unſerer gewöhnlichen Sommerwid>e vorzuziehen ſep, kann ich nicht entſcheiden, weil ich ſie viel zu wenig kenne, ſo wie ſie bey uns überhaupt nur wenig bekannt iſt. Übrigens ſoll ſie in Ungriſch» Altenburg von dem thätigen Wittmann mit vielem Vortheile verſucht worden ſeyn. OO; Von der Ernte, Reinigung, und Aufbewah- rung der Cerealien. G. 138. Die Zeit der Ernte der Cerealien läßt ſich nach dem Kalender nicht beſtimmen, ſondern hängt immer von dem geographiſchen ſowohl, als von dem vrtlichen a 1.(0 BE lezen Klima, fo wie von der jedesmaligen Jahreswitterung ab. E53 kann alſo im Allgemeinen hierüber wohl nichts anders geſagt werden, als, man ſchreite bey jeder Frucht zur Ernte, ſo bald ſie den gehvrigen Grad der Reife erlangt hat. Dieſen ſchilichſten Neifegrad zu beobachten aber iſt es eben, was jeder Landwirth ſich eifrigſt angele- gen ſeyn laſſen'muß. Bey kleinen Quantitäten iſt es freylich am beſten, jede Frucht erſt bey völliger Reiſe abzuernten, ſo wie dieß mit den Gartenſämereyen ge- wöhnlich zu geſchehen pfleget 3; auf dem Aer aber, beſonders bey größerer und ausgedehnter Wirthſchaft, wäre es wohl ſehr ſehleryaft, bey ſämmtlichen Früch- ten dieſen hohen Grad der Neife abwarten zu wollen, weil auf dieſe Art, derjenige Theil des Saamens, den die Ernte zuleßt träſe/ und der folglich bis dahin überreif geworden wäre, ganz unfehlbar ausfallen würde,'ſo daß man wenig mehr als leeres Stroh) nach Hauſe brächte. Dieß Ausfallen iſt beſonders dann, bey nur etwas überreifen Früchten, zu befürchten, wenn gleich nach ſtark durchnäſſendem Negenwetter, heftige austroF&nende Winde herrſchen.= Es muß alſo die Ernte bey allen größern, und nur etwas aus- gedehnten Wirthſchaften, immer angefangen; wer- den, da die Saamenkörnex der Feldfrüchte zwar ſchon die Größe, Form, und Farbe des reifen Saamens erlangt haben, doch ohne noch deſſen Harte und Con- ſiſtenz erhalten zu haben. Man erkennt dieß leicht daraus, daß ſie ſich nicht mehr mit den Nageln zer» drücken laſſen, und nicht mehr milchig ſind, ob fie gleich noc< dem DruFe etwas nachzugeben pflegen- :. Beym Beym Getreide nennt man dieſen Neifegrad die Gelb- reife?, weil zu dieſer Seit, dieſe ſämmtlichen Früchte ſchon völlig gelb zu erſcheinen, und nichts Grünes mehr an ſich zu haben pflegen.= Diejenigen Felder, die uns den Saamen für die künftige Saat zu geben haben, läßt man bey der Ertte vorſäßlich zuleßt, da- mit der Saame zu völliger Reiſe gelange, und mithin eine deſto kraftvollere Saat liefern könne. ß. 139. Die Ernte de3 Getreides geſchieht entweder mit- telſt der allgemein bekannten Sich el, durch das Schneiden, oder mit der Senſe, durch das Mähen. Ob das Schneiden oder das Mähen vor- theilhaſter ſey, dieß iſt eine Streitfrage, die zwiſchen den landwirthſchaftlichen Schriftſtellern noch immer nicht gelöſet zu ſeyn ſcheint, indem ſie meiſtens zu einſeitig, und zu parteyiſch zu ſeyn pflegen, als daß darüber etwas ausgemacht werden könnte; da doch in der Landwirthſchaft gerade Alles nur bedingungsweiſe, und nur mit beſtändiger Rü>ſicht auf die örtlichen Verhältniſſe, empfohlen werden kann. Das Mähen hat da3 Gute, daß es die Arbeit fördert, und dem Übel vorbeugt, daß nicht etwa die Ernte, wegen etwaigem Mangel an Menſchenhänden, oder wegen allzuhäufigem Regenwetter, allzulange Zeit hinaus gedehnt werden müſſe, wobey man leicht großen Körnerverluſt erleiden kann, Auch iſt es. bey ärmlichem und ſchütterm Getreide, vorzugsweiſe an- zuwenden, weil ſolches die mehrere Arbeit, die das Schneiden erfordert, nicht verlohnen würde. Das Grundſ, der Feldk> 2, Th« 10 --= 146-- Schneiden dagegen, hat den Vorzug, daß es, bey gleich geſchiften Arbeitern, doch immer reinere Arbeit lieſert. Auch hat es eben de8halb die Praxis der bey weitem meiſten Länder für ſich, da man faſt allent- halben=- wenigſtens das Wintergetreide=- zu ſchnei- den, und nicht zu mähen pfleget, obgleich dieſes wohl- ſeiler, wie jenes zu ſtehen käme.=- Beſonders noth- wendig iſt das Schneiden bey recht üppigem und dicht ſtehendem, durchaus allein anwendbar aber iſt es, bey gelagertem und verworrenem Getreide, welches wohl ſchwerlich ordentlich abgemähet, und in Garben gebunden werden könnte. Aus dieſem ſieht man nun von ſelbſt ein, daß im Allgemeinen, weder die eine noch die andere dieſer Arbeiten, bey der Ernte zu verſchmähen ſey, und daß es immer auf die Localumſtände ankomme, welche man von beyden- vorzuziehen habe. Iſt man der Schnitter in hinlänglicher Menge, und um ein billiges Tagelohn, oder eine billige Quote, verſichert, und ſtehen die Saaten ſo dicht, daß es der Mühe lohnt, dieſe, auf jeden Fall etwas koſtſpieligere Arbeit, daran zu verwenden, fo ernte man mittelſt der Sichel. Im entgegengeſeßten Falle aber/ wenn die Erntearbeiter nur ſehr wenig ſind, und die Arbeit daher theuer iſt, wenn die Ernte etwa wegen Mangel an hinlänglichen Menſchenhänden zu ſehr ausgedehnt werden müßte, oder, wenn das Getreide ſo ſchütter ſtehet, daß es des Schneidens mit der Sichel nicht verlohnet u- 4075 fo verrichte man ſeine Ernte mittelſt der Senſe, wo- bey man auf jeden Fall mehr Vortheil finden wird.=- Bey uns, wird am gewöhnlichſten, das Wintergetreide - 147= geſchnitten, das Sommergetreide aber, ſo wie die „» Hülſenfrüchte, werden mehrentheils abgemähet. Und, dieß ſcheint mir auch ſo ziemlich auf unſere Verhälte niſſe gegründet, und daher, im Durchſchnitte, das, Paſſendſte zu ſepn. S. 140. Wie mit der Sichel geſchnitten wird, weiß wohl bey uns Jederman, der ſich nur im Geringſten bey der Landwirthſchaft umzuſehen Gelegenheit hatte. Der Schnitter faßt nämlich das Getreide mit der linken Hand, ſchneidet es unterhalb mit der Sichel ab, und legt es in kleine Häufchen, die man Fröſche, Walche, Wellen, Gleten, Gelege(ungr. marok) u. f. w. nennt, in denen es, nach Umſtän- den, längere oder fürzere Zeit liegen bleibt, und dann von den nachfolgenden Garbenbindern in Gar» ben gebunden wird. 9. 141; Das Mähen des Getreides geſchieht auf mehrer» [ey Art: Steht das Getreide ſo ſchlecht und ſchütter, daß es nicht nur mit der Sichel geſchnitten zu werden nicht ver» dient, ſondern daß es nicht einmal der Mühe lohnt, in Garben gebunden zu werdrn, ſo wird es bloß mit der gewöhnlichen Grasſenſe gemähet, und eben ſo wie das Heu, in Schober gebracht, und eingefahren. Bey uns wird gewöhnlich die Gerſte auf dieſe Art ab- geerntet, beſonder3 wenn ſie nicht dicht genug ſteht, um das Aufbinden in Garben zu verlohnen, 10* -- 148= Der Hafer wird gewöhnlich mit der Geſtellſenſe (Nechenſenſe) abgemähet, und ſo in ordentliche Schwa- den(Mahden) gelegt, aus denen er mittelſt Harken (Rechen) zuſammengerafft, und in Garben gebunden wird. Eben ſo wird auch die Gerſte abgebracht, wenn man ſie für dicht genug hiezu hält. Sowohl Hafer als Gerſte aber, werden, wenn ſie ſehr dicht und üppig ſtehen, in manchen(Gegenden, wo man Men- ſchenhände genug hat, nicht ſelten auch mit der Sichel abgeerntet. Mit dem Wintergetreide machen es Unkundige, wenn ſie daſſelbe mähen,=- denn in der Regel wird. es- wohl mit der Sichel abgeerntet= eben ſo, wie mit dem Hafer, doh iſt bey dieſem das Anhauen oder Anmähen bey weitem vorzuziehen. Der Maher ſtellt ſich nämlich) zur Rechten des Getreides, und mähet mit einer mittelſt ein paar Gerten vorgerichte- ten Senſe einwärts, ſtatt daß er ſonſt auswärts zu hauen pfleget- Auf dieſe Weiſe wird bey jedem Hiebe das abgehauene Getreide an das noch ſtehende ange- lehnt, und von eigens dazu angeſtellten Sammlern ,- deren jedem Mäher einer nachſolgen muß, und welches ſchwächlichere Weiber, oder etwas erwachſene Kinder ſeyn können, weggenommen, und rechts in Fröſche oder Walche gelegt, aus denen es dann von dem nachfolgenden Garbenbinder, eben ſo, wie das ge- ſchnittene Getreide, auſgebunden wird. Dieſe Methode das Getreide abzumähen, iſt ſehr gut und zwe>mäßig, und in einigen wenigen Gegenden auch bey uns, gar nicht unbekannt. Sie kann, wenn ſie gehörig ange» wendet wird, bey allem nicht zu dicht ſtehenden Ge- | treide, das Schneiden vollig erſeßen, und es wäre daher zu wünſchen, daß ſie allgemeiner bekannt, und häufiger angewendet würde. Beſonders wird ſie ſchäß- bar, wenn man entweder wegen häufigem Regenwet- ter, oder wegen Mangel an Arbeit3händen ſich mit der Ernte zu verſpäten Gefahr laufen ſollte.=- In zwey Fällen kann ſie jedoch keine Anwendung finden. Bey zu üppigem und zu dichtem Getreide, weil das abge- mähete vom ſtehen gebliebenen mehrentheils zurüge- worfen werden würde, und bey gelagertem und ver» worrenem Getreide, welches ſchlechterding38 mit der Sichel abgeſchnitten werden iſmuß, wenn man die Ar- beit nur einigermaaßen rein verrichten will. S- 142 Das Getreide mag nun aber abgeſchnitten oder ab- gemähet werden, ſo wird es== wenn es anders nicht gar zu ſchlecht ſtehet= von den nachfolgenden Garbenbin- dern in Garben aufgebunden.=- Die Bänder, womit die Garben gebunden werden, pflegt man bey uns, faſt durchgängig, erſt auf dem Felde, von ausgerauftem Getreide zu machen. Dieß verdient aber in doppelcer Hinſicht gerüget zu werden; weil erſtens ſehr viele Zeit dadurch vergeudet wird, die doch in der Ernte äußerſt koſtbar iſt, und weil zweytens durch dieß Bän» derdrehen ſo manches Korn unnüß verloren geht. Weit zwe&>mäßiger iſt es daher=- wie es auch von ſorgfältigen Wirthen wirklich geſchieht= ſolche Bän- der während des Winters, da man Zeit im Überfluße hat, von langem Strohe, oder anderm Materiale, im Voraus zu verfertigen, die man hernach zur Ernte» -- 150= zeit bloß etwas anzuſeuchten braucht, damit ſie ihre Eprodigkeit verlieren, und= wie man zu ſagen pflegt= etwas zügig werden, S. 143- Wie bald da38 Getreide, nach dem Abſchneiden oder Abmähen, aufgebunden werden ſoll, hängt im- mer von Umſtänden ab, und kann daher im Allge- meinen nicht beſtimmt werden.= Iſt das Getreide tro>ken, iſt es bey gehöriger Reiſe, und iſt es nicht von Unkraut oder Gräſern durchwachſen, ſo iſt es am beſten, wenn die Garbenbinder den Schnittern oder Mähern auf dem Fuße folgen. Jſt es aber ent- weder feucht geworden, oder war es nicht hinlänglich reif, oder giebt es etwa viele grüne Gräſer oder Un» Praut darunter, ſo muß es immer erſt einige Zeit lang in Fröſchen oder Wellen liegen bleiben, bevor es in Garben gebunden werden kann. Verſäumete man dieſe Vorſicht, ſo würde man leicht Gefahr laufen, daß ſich das Getreide hernach in den Feimen oder in der Scheuer erhißte, wodurch entweder das Stroh mulſtrig/ und folglich zum Futter untauglich werden, oder wohl gar das Korn ſelbſt Schaden leiden könnte. Den Hafer pflegen Einige auch abſichtlich längere Zeit in den Wellen liegen zu laſſen, damit er einigemal beregnet, oder wenigſtens öfters vom Thaue befeuchtet werde, weil, nach Erfahrung, durch dieß wechſels»-. weiſe Feucht- und Tro>enwerden, ſein Korn leichter aus dem Strohe gehet.= Bey der naten Gerſte, wenn man ſie etwa bauen wollte, würde dieß wohl noch mehr zu empfehlen ſeyn, weil dieſe bekanntlich äußerſt ſchwer aus dem Strohe zu bringen iſt. S- 144. Sd wie der Garbenbinder einen Garben gebun» den hat, ſo pflegt er ihn mehrentheils an demſelben Orte, wo er ihn bindet, aufrecht aufzuſtellen, damit er den Tag über noch beſſer austro>ne, und Ubend3 werden ſodann ſämmtliche den Tag über gebundene Garben von dem geſammten Ernteperſonale zuſam»- mengetragen, und in ſogenannte Kreuße oder Mandel zuſammengeſeßt. Dieſe Kreutze und Mandel, und wie ſie ſonſt noch heißen mögen, ſind äußerſt verſchieden, beynahe ſo verſchieden, als es verſchiedene Gegenden giebt, in denen man Getreide bauet. So enthält in meiner Heimath, im Komorner Comitate, ein Mandel 15 Garben, und zwey ſolche Mandel, oder 26 Gar- ben nennt man ein Kreutz in dem Komorner An- theile der Inſel Schütt(C8a1oköz) ſet man 17 Gar- ben zuſammen, und nennt dieß der Kürze halber ei» nen Siebner(hetes) ſtatt Siebenzehner(ti- zenheles); in andern Gegenden ſet man 21 Gar» ben zuſammen, und nennt es Kreuß u. ſ. w. Allein daran liegt nichts, wenn nur der Landwirth weiß, wie viel ein ſolcher üblicher Weiſe zuſammengeſeßter Haufe Garben enthält, damit er ſeine Nechnung ma- ), und was dgl. beym gemeinen Yolke beliebte, und nichts weniger als koſtſpielige | | KE UI PIG Kleinigkeiten mehr ſind. Vorzüglich aber bebenke man, daß man zwar mit rohen und gemeinen Leuten, aber doch immer mit Menſchen zu thun habe, und zwar mit Menſchen, ohne deren ſaurem Schweire(wie ſie es ſelbſt nur zu gut wiſſen) wir nur ſpärliche Biſſen eſſen würden. Man behandle ſie zwar mit Ernſt, aber doch immer mit Güte und Gelaſſenheit, und ſey überzeugt, das] Übermuth und Mißhandlung ſie wohl erbittern und erboſſen, aber nie etwas Gutes fruch» ten könne. ßS- 146. Iſt das Getreide ſämmtlich in Garben gebunden, and aufgemandelt, d. i. in Kreuze, Mandel, oder wie dieſe Haufen auch immer heißen mögen, zuſammen» geſeßt, ſo treffe man, ſo bald nur möglich, Anſtalten, daſſelbe nach Hauſe zu fahren. Daß hiezu immer gute und tro>ene Witterung gewählt werden müſſe, verſteht ſich von ſelbt, weil das Getreide iu feuchtem Zuſtande durchaus nicht zuſammengepa>t werden darf. Beym Laden des Erntewagen3 iſt vorzüglich auf zwey Hauptpunkte zu ſehen: daß nämlich möglichſt gleich, und möglichſt breit, aber ja nicht etwa zu hoch geladen werde, damit der Wagen, bey einiger Ungleichheit der Feldwege, nicht ſogleich umfalle, und daß die Garben oben, mittelſt des bekannten Ladebaums, tüchtig niedergebunden werden, weil ſonſt die ganze Ladung, bey der Bewegung des Wagens; auseinander fallen würde. Man ſorge daher immer dafür, daß der eine der beyden Menſchen, die beym Aufladen nöthig ſind, ein geſchiter und in dieſem -- 156-- Eeſchäfte erfahrner Burſche ſey, weil man ohne dieſe Vorſicht leicht Schaden leiden würde, SG: 147- So bald das Getreide auf dem. Erntewagen zu Hauſe anlanget, ſo wird es entweder=- wie dieß nicht nur in England, und einigen andern Ländern, ſon» dern auch bey uns in Ungarn, größtentheils geſchieht= unter freyem Himmel in Feimen oder Triſten gepacet, oder=- wie es in Teutſchland, ſo wie in den meiſten europäiſchen Ländern, und zum Theil auch bey uns, in einigen wenigen Gegenden geſchieht= in Scheuern oder Scheunen(öſtr, Stadeln) auſgetaſſet, oder aufgebanſet. Die Teutſchen betrachten gewöhnlich ihre Scheuern als eine3 der unumgänglichſten Erforderniſſe des A>er»- baues, ohne welchem eine gute Wirthſchaft gar nicht beſtehen könnte. Gerne glaube ich/ daß in ihren Noth- feimen, die ſie nur dann errichten, wenn bey ſeltenen, äußerſt geſeegneten Jahren, der Scheuernraum zu enge wird, der größte Theil des Getreides zu Grunds gehet, eben darum, weil ſie an die Scheunen gewohnt, mit dem Feimenbauen nicht umzugehen wiſſen, Wir Ungarn aber wiſſen ſchon längſt aus Erfahrung, daß ſich das Getreide in gut gebauten Feimen eben ſo gut erhalten laſſe, als dieß nur in den zweEämäßigſten und Foſtſpieligſten Scheuern der Teutſchen immer ge- ſchehen kann. Wahr iſt es zwar, daß etwas weniges Getreide an der Oberfläche zu Grunde gehet, ſchwer» lich wird dieß aber je ſo viel betragen, als die mäßige ſien Intereſſen des in einer Scheune ſteXenden Kapitals auszumachen pflegen. Von den Neparaturkoſten dieſer Bauten, von der Feuersgefahr, der ſie doch wie alle andere Gebäude ausgeſegßt ſind, und von der Unaus- führbarkeit ſolch" ungeheurer Scheuern, wie wir ſie auf unſern großen Pußten nothig hätten, will ich gar nicht einmal reden. Ohne daher vom Vorurtheile geblendet zu ſeyn, und nach reiflicher Überlegung, nach Überlegung meh- rerer Jahre, rathe ich meinen Landsleutey, und allen Fenen, welche Feimen gewohnt ſind, und wo man dieſe zu machen verſteht, auch fernerhin dabey zu blei- ben, und das Geld, das die Scheuern koſten würden, lieber auf nüglichere, einträglichere, und ſich beſſer verzinſende Gegenſtände zu verwenden. Nur dann, wenn man ſeine Wirthſchaft ſchon auf den höchſten Grad der Vollkommenheit gebracht hat, und wenn man ſein Geld nicht mehr beſſer anzulegen weiß, dann mag man meinetwegen Scheuern bauen.=- Eine Thorheit wäre es aber, wenn wir das zu andern weit nüßlichern Zwe&>en erforderliche Betriebskapital ſchwä- nen Materia»- lien, und nicht etwa aus Steinen, die das Waſſer anziehen, gebauet werde, weil ſonſt das Getreide leicht dumpfig zu werden pfleget. Die beſten Scheuern ſind daher die hölzernen. S. 148. So ſehr ich übrigens den großen Scheuern nach teutſcher Art abhold bin, eben ſo ſehr muß ich doch Hier jedem Landwirthe ein Gebäude empfehlen, wel- ter Trettplaß, und eine danehen be- findliche, mit guten Thüren und Schlöſſern verſehene Kammer zur Aufnahme des zwar vom Strohe ſchon befreyten, aber noch ungereinigten Kornes, - 159- Durch eine ſolche gedeXte Tenne wird man'in den Stand geſeßt, das Dreſchen oder Tretten, eben“ fo wie in den Scheuern, auch im Winter vorzuneh- mey, da man gerade die beſte Zeit dazu hat, und da das Koruy gewöhnlich am leichteſten aus dem Strohe geht. Und durch die verſchloſſene Kammer wird man gegen alle Veruntreuungen und Entfremdungen des ausgedroſchenen Kornes bis zur Neinigung deſſelben, eben ſo geſichert, als dieß nur immer durch die koſt- barſte Scheune geſchehen kann. Dieſe Kornkammern ſind auch, ihrer großen Zwe>mäßigkeit wegen, ſelbſt bey mehreren unſerer verſtändigern gemeinen Bauern, unter den Benennungen 8zemhäz, oder garmada-8zin» wirklich im Gebrauche. S- 140- Durchaus unentbehrlich bey jeder nur einiger» maaßen wohlgeordneten Wirthſchaft iſt derjenige Plat, worauf das Korn aus dem Strohe gebracht wird, und welcher von den Operationen, durch welche dieß geſchieht, die Dreſchtenne oder der Spiettplaß- oder auch wohl nur ſchlichtweg die Tenne genannt wird. Die Haupteigenſchaft, welche durchaus keiner Tenne mangeln ſollte, iſt die, daß ſie vollkommen feſt und hart ſey, ſo daß ſie weder dem Dreſchflegel beym Dreſchen, noc) den Pferdehüfen beym Tretten, im Geringſten nachgebe, und daß ſie ſich durchaus nicht krümele. Sie wird am beſten aus gutem fettem Thone verfertiget, und zwar beyläufig auf folgende Art; Man gräbt die Erde an dem Plaße, wo die = 160= Tenne angelegt werden ſoll, etwa einen Fuß tief, oder auch nod) etwas tieſer, aus, führt in die aus- gegrabene Vertiefung eine Schichte Thon, benett die- ſen etwas, und läßt ihn dann durch Pferde, die man, wie beym Tretten des Getreides, in der Nunde darauf herumtreibt, recht ſeſt und derbe treten; darauf kommt wieder eine Schichte Thon, die eben ſo befeuchtet, und dann feſtgetreten jwird; darüber kommt eine dritte Thonſchichte, die eben ſo behandelt wird; und ſo wird fortgefahren, bis die Tenne ihre gehörige Höhe er- reicht hat. Die oberſte Schichte wird ſodann, nache dem ſie feſt genug getreten worden, noch mit ſchweren hölzernen Schlegeln oder Stößeln völlig gleich und eben gemacht. Zum Anfeuchten des Thones8 nimmt man am beſten mit etwas Waſſer verdünntes Ochſen- blut, weil dadurch das Springen des Thones verhin- dert wird. Beſonders iſt dieß an der Oberfläche nö» thig, damit die Tenne eben bleibe, und keine Riſſe bekomme. Daß die Errichtung einer neuen Tenne ſowohl, als die Herſtellung einer alten, wenn ſie etwa ſchad- Haft geworden, möglichſt früh im Jahre geſchehen müſſe, damit ſie bis zur Ernte gehörig austro>nen und feſt werden könne, verſteht ſich von ſelbſt, ohne daß ich es zu ſagen brauchte. Und daß die Tenne mit einem Dache und mit Wänden zu verſehen, ſehr lohnend ſey, weil man ſie auf ſolche Art auch im Winter gebrauchen kann, dieß habe ich ſo eben im vorigen Paragraphe erinnert. Wo man Scheuren hat, da wird die Tenne tia- türlich immer in der Scheune angelegt, Einige pflegen ſie --= 161-= ſie allda mit di>en, gut abgehobelten, hölzernen Boylen(öſtr. Pfoſten) auszulegen. Ich glaube aber, das dine recht zwe>mäßig vorgerichtete Tenne aus Thon nicht nur eben ſo gut ſey, ſondern daß ſie ſo- gar einen Vorzug vor dieſer verdiene. 6. 150. Das Abſondern des Kornes von dem Strohe ge- ſchieht entweder durch das Dreſchen, da es mit- telſt des ſogenannten Dreſchflegels, durch Handarbeit Herausgeflopft wird; oder durch das Tretten, da es durch darauf herumgetriebene Pferde oder anderes Vieh, ausgetreten wird.-Erſieres iſt in Teutſchland, ſo wie in den meiſten europäiſchen Ländern, am gewöhn» lichſten, und auch wohl bey uns, beſonders in den obern von Slowaken und Teutſchen bewohnten Gegenden, nicht unbefannt. Legteres iſt in Pohlen, in Rußland, und in mehreren Ländern des Orients im Gebrauche, ſo wie es auch bey uns faſt allgemein gebräuchlich iſt. Die Teutſchen ſind gewöhnlich von einem gar ge» waltigen Vorurtheile gegen das Tretten eingenommen, indem ſie glauben, es ſey ſchlechterdings unmöglich, daß dadurch das Korn rein aus dem Strohe fomme, und daß nicht das Korn ſowohl, als das Stroh gaz von Miſt und Urin verunreinigt werde, ſo daß letzteres beſonders, gar nicht als Futter zu gebrauchen wäre. Allein dieß Vorurtheil rührt bloß daher, weil ſie keinen Begriff von dieſer Arbeit haben. Sähen fie das Tretten an Ort und Stelle, ſo würden ſe ſich bald eines Beſſern überzeugen. Sie würden ſehen, daß dadurc< das Korn eben ſo rein, als durch tas Grundſ. der Feldk, 2 Th. 11 = 1602== beſte und ſorgfältigſte Dreſchen. aus dem Strohe: ges bracht werde, und daß dieß nichts weniger als ver- unreinigt ſeyn müſſe« Denn zu ſtrahlen pflegt ja da3 Pferd ohnedieß nicht, wenn es getrieben wird, und läßt es auch dann und wann, während des Gehens, etwas Miſt fallen, ſo iſt ja dieſer ſo troFen, daß er leicht auf die Seite geſchafft werden kann, ohne daß dadurch im Geringſten etwas verunreiniget würde. Weit leichter könnte noch dieß zu befürchten ſeyn“,-wo auch Rindvieh zu dieſer Arbeit verwendet wird, wie dieß im Oriente an einigen Orten geſchehen ſoll. Allein bey uns werden durchaus nur Pferde dazu verwendet. Daß manche nachläßige Wirthe bey uns das Ge- treide ſo ſchlecht austretten, daß beynahe die Hälſte in dem Strohe bleibt, iſt zwar wahr, allein daran iſt nicht das Tretten an ſich, ſondern-bloß die ſchlechte und ſchleuderiſche Arbeit ſchuld, welche wohl auch beym Dreſcher ganz die nämlichen Folgen nach ſich ziehen kann- Oder würden wohl die Teutſchen be- Haupten wollen, daß bey ſchlechtem und ſorgloſem Dre- ſchen das Korn rein aus dem Strohe komme?====- Alles, was daher das Tretten gegen das Dre- ſchen Nachtheiliges hat, beſteht bloß in Folgendem: 1.) Kann wohl auch mit der größten Sorgfalt kaum vermieden werden, daß die Pferde während des Tret- tens, nicht einen geringen Theil des Kornes verzehren ſollten; 2.) kann man beym Tretten kein langes Bund- ſtroh(öſtr. Schabſtroh) machen; und 5.) wird durch dieſe Arbeit das Stroh überhaupt ſehr zerkni>t, und daher zum Schaaffutter. etwas minder tauglich ge- mat, ux 103 im Dagegen hat es aber vor dem Dreſchen unlJug- bar folgende Vortheile: 1.) fördert e8 die Arbeit un- gemein, und iſt daher bey ausgedehntem Getreidebaue weit zwe&mäßiger als das Dreſchen; 2.) erſpart man dabep ſehr viele Menſchenhände, welches in allen nicht ſehr hoch bevölkerten Ländern, eine Sache von nicht geringer Wichtigkeit iſt; und 3.) wird auch da- durnem Froſte-. Nur muß man aber freylich, um. im Winter eine ſolte Tenne haben. Mangelt es an dieſer, ſo muß man auf jeden Fall von der Ernte bis in den Herbſt damit fertig werden, ſo ſehr wir auch im Nachſommer und Herbſte mit andern Arbeiten vollauf beſchäftiget ſind, und daher ſehr leicht ins Gedränge kommen. =“ 166== CS. 152. Da3 Dreſchen geſchicht am gewöhnlichſten auf folgende Art: Die Garben werden im gebundenen Zuſtande, in zwey Reihen, mit ihren Ähren einwärts, und gegen einander, auf die Tenne gelegt, welches man das Anlegen heißt. Dann wird von den Dre- ſchern darauf lo8gedroſchen, die Garben umgewendet, und wieder überdroſchen, welches. man den Vor» druſch nennt, der, weil er aus reiſeren und voll» pommneren Körnern beſteht, bey Seite geſchafft, und zur Saat verwendet werden kann. Hernach werden die Garben aufgeloſet, das Getreide ſo wie es liegt, ſchön auseinander gebreitet, und überdroſchen, dann umgekehrt, und wieder überdroſchen, und ſo immer fort, bis'alle3 Korn rein aus dem Strohe iſt. Dann wird das lange Stroh in Bunde aufgebunden, welche man im öſtr. teutſchen Dialekte Sch abe nennt, das kurze Stroh aber, welches man Wirrſtroh(öſtr. Rittſtroh) heißt, vom darunter liegenden Getreide abgezogen- und dann dieſes ſelbſt, ſammt ſeiner Spreu, bis zum Reinigen bey Seite geſchafft- G. 153- - Das Tretten geſchieht in meiner Heimath, allwo man darin ſehr erfahren iſt, und ſehr reine Arbeit zu machen verſieht, beyläufig auf folgende Weiſe: Es wird eine Garbe, nachdem ſie zuvor auf- gelöſet worden, am Rande desjenigen Plaße3 der Tenne den man mit Getreide belegen will, niederge- legt. An dieſe werden dann andere Garben, nachdem ſie ſfämmtlich zuvor aufgelöſet wordett, mit ihren Äh- ren aufwärts angelehnt, und ſo wird fortgefahren, bis der ganze Plag, in einer zirkelfoörmigen Rundung, mit aufgelöſeten und aufwärts ſtehenden Getreidegar- ben bede&t iſt. Dieß nennt man in unſerer Landes- ſprache ägyozni(betten aufbetten), und eine ſolen,(o, daß ſie im- mer in einem Zirkel, um ihn herum gehen müſſen. Sind die Pferde eine Weile auf einem Plate herum- gegangen, ſo ſchreitet der Treiber bald vorwärts, bald rüFwärts, bald ſeitwärts, ſo daß von den Pfer- den wechſel3weiſe immer ein anderer Kreis beſchrie- ben wird. Sind nun die Pferde ſchon in allen Nichtungen auf dem Getreide herumgetreten, ſo werden ſie abge- führt, da ſie denn gewöhnlich zu ſtrahlen und zu =- 163-- miſten pflegen. Mittlerweile wird das Getreide von Männern mit gewöhnlichen Heugabeln gewendet, dann werden die Pferde wieder darauf geführt, und wie oben geſagt worden, in allen Richtungen, im Kreiſe herum- getrieben 3; dann ſpäter wieder abgeführt, das Ge- treide abermals gewendet, und ſo wird fortgefahren bis Alles rein aus dem Strohe iſt. Sieht man, daß das Stroh ſchon rein vom Korne iſt, ſo wird es allmählig mit eigens hiezu beſtimmten prumm- und langzahnigen Harken(Nechen) abgezo- gen, wobey es immer mit dem Fuße geſtoßen und aufgeſchüttelt wird, damit ja kein Korn zugleich da- mit wegkomme. Zulest wird das et ſammt der Spreue, entwe- der in das neben dem Trettplaße befindliche, oben erwähnte Kornhaus geſchafft/ oder, in Abgang die- ſes, in Haufen, die wir in unſerer Sprache garmada nennen, zuſammengeſchoben/ in welchen es bis zum Worfeln und Reinigen zu verbleiben hat. GS. 154- Von den Dreſchmaſchinen, welche in den neuern und neueſten Zeiten ſo vieles Aufſehen erregten, und von denen man ſich ſo viele Kraft- und Zeiter- ſparung verſpricht, während das Getreide dadurch eben ſo gut wie durch das Dreſchen aus dem Strohe kommen ſoll, ſage ich vorſäßlich nichts, weil ich ſie viel zu wenig kenne, um darüber ein ganz richtiges Urtheil fällen zu können. Man möge ſich daher darü- ber aus andern Schriſten, vorzüglich aber durch ſelbſt- eigene Verſuche belehren. Nur ſo viel finde ich hier nöthig zur Warnung zu bemerke, daß man eine ſolche Maſchine= wäre ſie auc< ganz erprobt, und ganz vollkommen=- immer nur dann erſt anſchaffen müſſe, wenn ſchon die ganze Wirthſchaſt einen ſolchen Grad der Vollfommenheit erreicht hat, daß das Be- trieb3kapital nicht mehr beſſer als auf Maſchinerie ver- wendet werden kann. Was ſehen wir aber gewöhnlich? In der ganzen Wirthſchaft iſt kein einziger guter und zwe>mäßiger Pflug, da38 Zugvieh iſt viel zu ſchlecht und viel zu wenig, der Viehſtapel überhaupt weit unter dem Verhältniſſe zu dem Aer 3; die Felder kön- nen alſo weder gehörig bearbeitet, noc< hinlänglich gedünget werden, und liefern folglich auch nur einen ſchlechten Ertrag; und ungeachtet deſſen werden Tau- ſende auf Dreſchmaſchinen, Säemaſchinen u. a. der- ley fünſtliche Apparate(wovon manche wohl auch nur zum Anſehen und Bewundern gehören) vergeudet, als ob dadurch, wie durch einen TaliSman Wunder ge- wirkt, und ſämmtliche Gebrechen der Wirthſchaft ge- heilet werden ſollten!!!==-=- Wäre es nicht ver- nünſtiger/ frage ich jeden Unbefangenen, mit dem auf dieſe Art ſo mal-3- propos verſchwendeten Gelde dem armen fſundus instrucetus aufzuhelfen, und ſo die Wirthſchaſt vom Grunde aus zu heben?==-=-=- 6; 155- Man mag nun aber das Korn durch Dreſchen, Tretten, oder wie immer aus dem Strohe- bringen wollen, ſo iſt es immer zu rathen, zuerſt eine Probe mit einer gewiſſen Anzahl Garben vorzunehmen, welche -- 170== man eden daher einen Probedruſch oder ein Pro- betretten nennt, und wornaßh man dann, wenn die Probe anders gut und genau gemacht worden, mit ziemlicher Zuverläßigkeit, die Quantität des ſämmt- lichen no< in den Garben befindlichen Kornes und Strohes, ſchon im Voraus, nac; Maaß und Gewicht, berechnen kann. Auch iſt eine ſolche Probe dienlich, bey größern Wirthſchaften, bedeutende Beruntreuun- gen und Entfremdungen leichter wahrzunehmen, oder zu verhindern. Soll ſie aber wirklich einige Gewißheit und Zuverläßigkeit geben, ſo muß ſie nie allzuklein angeſtellt werden, ſondern immer mit dem ganzen Erntequantum in einem gewiſſen Verhältniſſe ſtehen. Auch müſſen die Garben, wenn da3 Getreide etwa ungleich ſtand, immer in dem nämlichen Verhältniſſe, von dem guten, von dem mittleren, und von dem ſchlechten, zur Probe genommen werden, in welchem ſolches auf dem Aer, gut, mittelmäßig, oder ſchlecht geſtanden. Beobachtet man dieſe und ähnliche Vor- ſicht3maaßregeln nicht, ſo wird die Probe nur zu Frrung führen, und es iſt allerdings beſſer, lieber gar keine, als eine oberflächliche und unrichtige Probe vorzunehmen, gG. 150. Fſt das Getreide einmal, auf welche Art e8 auch geſchehe, aus dem Strohe gebracht, ſo muß es ſo- wohl von der Spreue/ als von den Unkrautsſäme- reyen, vom Staube, und allem Unrathe, möglichſt zereiniget werden... Dieß geſchieht durch das Wo r- ſeln(Wurfeln), dur; das Sieben(Reutern), -“ 171 durch das Winden, und durc das Reinigen auf der Fegemühle(Staubmühle, Windmühle). Das Wurfeln geſchieht beyläufig auf folgende Art: Man wirft mit einer hölzernen Getreideſchaufel da8 Korn gegen den Wind, da denn dieſer die Spreu, den Staub, und alle8, was geringer, al8 das Korn iſt, in einige. Entfernung wegſührt, und das Korn allein rein herunter fallen läßt. Das kleine zerknite Stroh, welches etwa no< unter dem Getreide blieb, ſo wie beym Tretten, hie und da etwas weniges Pſer- demiſt, fällt freylich zum Theil auch auf das Getreide Herunter, doch braucht e8 immer längere Zeit zum fallen, ſo daß es obenauf zu liegen kommt, und da- her ſehr leicht mit langgeſtielten, breiten und flachen Beſen abgekehrt werden kann. Man nennt e3 dayer in einigen Gegenden das Überkehr.= Daß die Arbeit des Worfelns immer nur bey mäßigem ſanſtem Winde vorgenommen werden könne, begreift Jederman ſehr leicht. Denn geht gar kein Wind, oder iſt der Wind zu ſchwach, ſo fällt natürlich Spreu und Unrath mit dem Korne eben ſo herunter, wie es hinauf geworfen worden iſt; geht aber der Wind zu heftig, ſo reißt er das Getreide ſammt der Spreu und dem Staube mit ſich fort.=- Hat man keine Kornkammer für das in ſeiner Spreu liegende noch ungereinigte Getreide, =- wie dieß, leider, bey uns wohl no< häufig genug der Fall iſt= ſo muß freylich das Worfeln ſo oft vorgenommen werden, als man einen Haufen ausge- droſchenen oder ausgetretteten Getreides beyſammen hat, und als ſich ein guter zum Worfeln geeigneter Wind einſtellt; hat man aber eine derley gut vev« wahrte„ tro>ne, und hinlänglich geräumige Kamwer, ſo iſt es allzeit beſſer, wenn man erſt eine größere Quantität zuſammen kömmen läßt, bevor man ſich zu dieſer Arbeit anſchi>et, weil die beſtändige Wechſelung 'verſchiedener Arbeiten in der Wirthſchaſt immer un» angenehm iſt, und leicht Stöhrung verurſachet. We- gen dem Getreide hat man nicht im Geringſten beſorgt zu ſeyn, es mag auch noch ſo hoch auf einander liegen, wenn es anders tro>en in die Kornkammer gekommen, und wenn dieſe ſelbſt auch hinlänglich) troFen iſt, weil man kein Beyſpiel hat, daß Getreide in ſeiner Spreu verdorben wäre. Das Sieben(Reutern) iſt gewöhnlich nöthig, um das Korn von jenen Unkrautſaamen zu befreyen, die mit demſelben von gleicher Schweie ſind, folglich vurch das Worſeln nicht davon getrennt werden kön» nen. Da aber dieſe Unkrautsſaamen oft von ſehr ver- ſchiedener Größe ſind/ ſo ſind auch verſchiedene Siebe nöthig, wenn man ſeinen Zwe dadurch vollfommen erreichen will. Da3 Winden beſteht darin, daß man das Ge- treide aus einer von zwey Menſchen empor gehaltenen Mulde, bey einigem Winde ,/ ſachte und allmählig auf ein untergebreitetes Luch(Laden, öſtr. Plachen) laufen-läßt, damit es vollends vom Staube gereinigt werde. E3 wird wohl am gewöhnlichſten erſt dann vorgenommen, wenn man das Getreide in die Mühle ſchi>t. pt Die Fegemühle dient ebenfalls dazu, das Korn vom Staube zu reinigen, daher ſie denn auf Kornböden nie fehlen darf, Judeſſen haben wir Heut zu Tage fo vollkommene Fegemühlen, die alles Das zugleich verrichten, was man bey der Reinigung des Kornes fordern kann 3; ſo daß man weder zu worfeln, noch zu ſieben, noc<, wie ich ſo eben er- wähnte, mittelſt einer Mulde das Getreide durch den Wind laufen zu laſſen braucht. Das Vorzüglichſte dabey iſt, daß ſie'eben nicht ſehr kojiſpielig ſind, und daher von jedem Landwirthe leicht angeſchafft wer- den können, GE 109.0 Bey der Aufbewahrung des Getreides ſind vor Allem folgende zwey Hauptgrundſäte, auf denen dieſe ganze Kunſt beruht, im ſtrengſten Sinne zu beachten/ und tie aus den Augen zu verlieren: Daß das Korn entweder mit der atmoſphäriſchen Luſt, während der ganzen Auſbewahrungszeit, auch im Geringſien nicht in Berührung komme; oder daß es in beſtändige und unmittelbare Berührung mit immer erneuerter friſcher Luft geſeßt, und darin möglichſt erhalten werde.= Erſteres geſchieht durch die bey uns, ſo wie in Poh- len, in Rußland, und manchen andern Ländern, be- ſonder8 aber in allen Gegenden des Orients, gewöhn- lichen und gebräuchlichen unterirdiſchen Ge- treidegruben, und die als Nachahmung dieſer, in neuern Zeiten, in Schweden und Rußland vorge- ſchlagenen luftdichten Kornbehälter, Letteres erreicht man durch luftige, mit hinlänglichen Fenſtern und Luſtzügen verſehene Speicher( Kornböden, Kornhäuſer, oder Kornmagazine), welche wohl in den meiſten europäiſchen Ländern, und ſelbſt bey uns, - 174= in größern und ausgedehntern Wirkhſchaften, am 1.96 wohnlichſten ſind. 9. 158. Die Gruben werden bey uns in Ungarn auf- folgende Art gemacht: Man gräbt dieſelben an einem tro&nen, etwas erhöheten, und dem Waſſer nie aus- geſeßten Orke aus, und macht die zirkelrunde Öffnung bloß ſo weit, daß ein erwachſener Menſch bequem hinunter ſteigen kann. Hat man mit dieſer Öffnung in gleicher Weite 1 bis 2 Fuß tief fortgefahren, ſo höhlt man dann in der Rundung die Erde immer weiter und weiter aus, ſo daß die Grube eine Bau- net werden muß, damit es nicht den Keim. des Verderbens mit ſich führe. Dann wird der Hals oder die Öffnung der Grube mit troFnem Strohe recht feſt angeſtopft, darüber ein Brettchen oder ein altes Pflugrad gelegt, und darauf ein kleiner Hügel von Erde aufgehäuft. Es iſt nicht zu läugnen, daß das Getreide auf dieſe Art gegen alle weſentliche Beſchädigungen und Unfälle, als gegen die Erhizung und Gährung, welche nur bey dem Zutritte der äußern Luft möglich iſt gegen Kornwürmer aller Art, gegen Mäuſe und Rat- ten 7 gegen Feuers8gefahr, ete. vollkommen geſichert iſt, und oft Jahre lang aufbewahrt werden kann. Do< walten dabey auf jeden Fall zwey Bedenklichkeiten ob. Erſtens paßt dieſe Aufbewahrungsart des Kornes durchaus nicht für niedere Gegenden, allwo das Ge- treide in Gruben== man mag auch machen was man will-- immer mehr oder weniger mulſtrig wird. Zwey- tens ſchi>t ſie ſich nicht wohl für ſehr große Wirths ſchaften, die etwa alljährlich mehrere tauſend Megen Getreides aufzubewahren haben. -.- 176== 9- 159- Eben de8halb verfielen in neuertt Zeiten Faggot und Norberg zu Sto>holm, und Engel- mann zu Petersburg, auf den Gedanken, die Getreidegruben mittelſt luft- und feuerdichter maſſiver Kornbehälter nachzuahmen, die, da ſie über der Erde erbauet werden, auch in den niederſten Gegenden, und da ſie von willkührlicher Größe ge- macht werden können, auch bey den größten Wirth- ſchaften ihre Anwendung finden könnten.*) Sie werden aus tro>nen Steinen, oder gut aus- gebrannten Ziegeln aufgeführt, und bilden Schorn- ſteinen ähnliche Röhren(daher ſie auch häufig unter dem Namen der Faggotſhen Röhren bekannt ſind) von beliebiger Größe, welche unten und oben mit einer Öffnung verſehen ſind. Wird nun das Getreide eingefüllt, ſo wird die untere Öffnung verſchloſſen, und iſt die Röhre voll, ſo wird auch die obere Öffnung möglichſt luſt- und feuerdicht vermacht. Soll das Getreide herausgenommen werden; ſo geſchicht es durch die untere Öffnung; da denn aber alles herausgelaſſen werden muß, weil ſonſt das zu- .*)|. Shreber's Sammlung verſ<. Schriften, welche in die ökowom. Polizey- und Cameral- wiſſ“ etc- einſnen Materialien erbauet werden, daß das Getreide in möglichſt tro&nem Zu- ſtande darein komme, und daß das Eindringen der Luft auf alle nur erdenkliche Art verwehrt werde, 6. 160. Bey den gewöhnlichen Speichern, Kyrn» häuſern, Kornböden, und Kornmaga»-» zinen aller Art, ſie mögen groß oder klein, ſie mö» gen eigens errichtete Gebäude, oder bloß ober den Wohn- und Wirthſchaft8gebäuden angebracht feyn, hat man vor Allem darauf zu ſehen, daß ſie von tronen Materialien erbauet, und mit hinlanglichen Luftzügen verſehen ſeyen, um immer friſche und reine Luft in allen Richtungen über das Korn herſtreichen zu laſſen, wodurch allein nur das Getreide in ſolchen Gebäuden gut und unbeſchädigt erhalten werden kann. Alles Übrige iſt wohl mehr oder weniger gleichgültig, wenigſtens in Hinſicht der Erhaltung des Getreides. Wer indeſſen entweder neue derley Kornmagazine zu errichten, oder ſeine alten zu verbeſſern, und folglich ein Mehreres darüber zu wiſſen nöthig hatte, den verweiſe ich auf: Dinglinger's Abh. die beſte Art Kornmaga- zine und Fruchtböden anzulegen ete. Cancrin's Abh. von dem Bau der vortheil» hafteſten Fruchtmagazine, und von dex Verbeſſerung Grundſ. der Feldk. 2. Th. 12; der alten Magazine u. ſ- wz== und auf die Behand- lung dieſes Artikels in Meinert*?s landwirthſchaftlicher Bauwiſſenſchaft; BorheE's Entwurf einer Landbaukunſt; und Gilly's Handbuch der. Landbaukunft, Da3 Getreide muß Anfangs in dieſen Magazinets ſehr dünne, etwa nur einige Zoll, höchſtens 1/2 Fuß hoch, aufgeſchüttet werden, beſonder3 wenn es etwa nicht tro&en genug wäre. Auch muß es in dieſer er- ſten Zeit ſehr oſt, oft zwey» bis dreymal die Woche, je nach dem Grade ſeiner Feuchtigkeit, umgeſtochen (umgeſchaufelt, umgeſchippet) werden, damit es ſich nicht erhige und verderbe, welches oft zu dieſer Zeit in einem Augenbli&e, und ehe man ſich's verſieht, geſchehen kann, wie ich einſt aus eigener Erfahrung bitter genug gelernet habe, da mir ein nach meinen Verhältniſſen ganz beträchtliches Weigenquantum bloß de3halb ſämwtlich zu Grunde gegangen, weil es et- was feucht auf den Boden gebracht, zu hoch aufge- ſchüttet, und etwa 4 bis 5 Tage lang nicht umgeſto- en(hier zu Lande Plachen genannt) der Sonne auszuſegen. Allein bey ſehr großen Quantitäten geht dieß freylich ſchwer- lich an. Einige, beſonders der Jtaliener Bartolomeo Intieri, und der berühmte Franzoſe Duhamel du Monceau haben in den neuern Zeiten vorge- ſchlagen, das Getreide, um es völlig haltbar zu ma- chen, und gegen jede mögliche Corruption zu ſichern, förmlich auf einer Darre zu dörren, damit alle Feuch- . 12" --- 1680=- zigkeit aus demſelben mit einem Male ausgetrieben; ſo wie die Inſektenbrut zerſivrt werde.*, Dieſe Voz» bereitung iſt vorzüglich bey jenem Getreide zu empieh- len, welches in ſehr entfernte Gegenden über das Weltmeer geſchiffet wird. Nur merke man ſich aver wohl, daß das Getreide hierdur<ß auch die Keim- kraft verliert, folglich zur Saat nicht verwendet wer- den kann, 6. 161. Der Mais3 weicht in Hinſicht ſeiner Ernte, der Gewinnung ſeines reinen Kornes, und ſeiner Aufbe- wahrung, in Folgendem von den übrigen Getreide- arten ab. Die Ernte geht dadurch vor ſich, daß ſeine Frucht- kolben mit Händen abgebrochen, auf, dem Felde in Haufen gelegt, dann nach Hauſe gefahren, und alldä von den De&blättern gereiniget werden. Die Aufbewahrung dieſer Frucht geſchieht am be- ſten in den Kolben, weil, ſie ſich auf dieſe Art am beſten und ſicherſten erhält. Der Hauptgrundſaß day bey iſt, daß ſie der friſchen freyen Luſt, ſo viel nur immer möglich, ausgeſeßt werde, welches auf folgende Weiſe erreicht wird. Hat man nur eine kleine Quan- tität Mais, wie dieß bey unſern gewöhnlichen Bauern «) ſ. Della perfetta conservazione del grano. Di- 3cor50 del Bartolomeo Intieri; und Traite de la censervation des grains, et Supplement au traite de 1a conservation des grains, eeau par Duhamel du Mon: = 181== mehrentheils der Fall iſt, ſo läßt man an jedem Kol«- ben einige von den DeFblättern ſtehen, flict damit mehrere zuſammen, und yängt ſie ſo, entweder auf dem Hausboden, oder'unter der Dachtraufe, oder an irgend einem andern bede&ten luftigen Orte, bis zum Fünftigen Gebrauche auf. Hat man aber große Mais3- ernten aufzubewahren, ſo iſt dieſe Methode ſreylich viel zu kleialich, und daher auch unzulänglich. In dieſem Faule muß der zuvor ſeiner ſämmtliczen De>s» blätter beraubte Mais, in eigens hiezu erbauten Be- hältern oder Magazinen, die man bey uns in allen größern Wirthſchaften, und ſelbſt bey Bauern, die ausgedehntern Maisbau treiben, unter den Benennun- gen Kukurieza-kas, und Kukuricza-göre, häufig genug ſehen kann, aufbewahrt werden. Dieß ſind ſedr leichte, und wenig koſtſpielige, mittelſt gemauer»- ter over hölzerner Soeln einige Fuße über die Erde erhöbete, äußerſt ſchmale Gebäude, deren Wände aus Slechtwerkf oder Latten beſtehen, damit die Luft über- all Zutritt habe, und bis in das Innerſte mit Leich« tigkeit eindringen könne. Iſt eine ſolche Baute völlig zwe>mäßig verſertiget, ſo kaun der Mais(wenn er anders völlig reif und troen iſt) darin beynahe bis an das Dachwerk aufgeſchüttet werden, ohne daß er auch nur im Geringſten gewendet zu werden brauchte. Im Abgange eines ſolchen Behälters, kann man äöwar den Mais auch auf einem gewöhnlichen Speicher oder Fruchtboden aufbewahren, doch muß er daſelbſt, beſonders im Anfange, ſehr auseinander gebreitet, und ſehr oft und ſorgfältig umgewendet und umge- ſchaufelt werden, weil er ſich ſonſt ſehr leicht erhiget, ---- 132== und. verdirbt. Dieß oſtmalige Umſchaufeln wird“ um ſo nothiger, wenn etwa der Mais ſogleich na der Ernte abgeförnet, und in dieſem Zuſtande auſgeſchüt»- ter würde. Dieß iſt daher. auch immer zu widerrathen, es müßten denn beſondere und eigene Umſtände dazu einladen. Die Abkörnung des Mais wird am beſten erſt unmittelbar vor dem Gebrauche oder Verkaufe vor- genommen. Sie geſchieht bey kleinen Quantitäten da- durch, daß man zwey Fruchtkolben fo lange an einan- der reibet, bis ſie ſich ihrer Körner entledigen. Geht es manchmal etwas ſchwerer, ſo kann man allenfalls ein altes Meſſer zu Hülfe nehmen. Bey großen Quan- titäten wäre dieß aber zu umſtändlich. Dieſe können daher, mittelſt des Dreſchflegels, wie anderes Ge- treide ausgedroſchen werden. Da jedoch durch das Dreſchen manches Korn ganz unvermeidlich zerquetſcht wird, ſo halte ich folgende Methode, die eben ſo Arbeit fördernd iſt, und dabey reinere Arbeit machet, für noch vorzüglicher: Man befeſtigt'an dem Innern eines großen Bottichs, ganz gegen den obern Rand deſſelben, um und um verſchiedene alte Meſſer- Senſe» und Sichelklingen, an denen die umher ſitenden oder ſiehenden Arbeiter die Maiskolben abreiben, da denn 59a3 Korn von ſelbſt in den Bottich fällt, die leeren Kolben aber bey Seite geworfen werden. G. 102» Tn Betreff der Hülſenfrüchte, iſt außer dem, was hier vom Getreide, und überhaupt von den Ce- realien/ im Allgemeinen geſagt wurde, noch Folgen- des zu bemerken:. Die Erbſen, die Linſen, und die Wien, wer- den am gewöhnlichſten bloß mit der Grasſjenſe gemägt, und ohne in Garben gebunden zu werden, augeſcho- ' bert, und nach Hauſe gefayren. Die breitwürfigen und unbehaFten Bohnen wer- den am zwe&mäßigſten angemähet, und dann in Gar- ben gebunden, ſo wie es oben beym Wintergetreide, wenn ſold)es gemähet wird, empfohlen werden. Die gedriüten oder in Reihen geſäeiten und be- ha&ten Boynen, können, des durch das Anyäufen entſtandenen ungleichen Bodens halber, bioß mit der Sichel abgeerntet werden. Die Fiſolen werden am gewöhnlichſten ſammt deo Wurzel ausgerauft. Überhaupt, hat man aber bey der Ernte ſämmt- licher Hülſenfrüchte vorzüglich gute und tro>ne Witte- rung zu wählen, und dieſe möglichjt zu benugen, da, mit dieſe Früchte, wenn ſie einmal abgeerntet ſind, auf keinen Fall naß werden. Denn fährt man ſie im ſeuchten Zuſtande nach Hauſe, und taſſet ſie ſofort auf, ſo läuft man leicht Gefahr, daß ſie anfaulen x wodurch wenigſtens das gute Futterſtroh zu Grunde geht, wenn nicht ſogar auch das Korn angegriffen wird; läßt man ſie aber auf dem Aer bis ſie gehörig kbtromnen: ſo ſpringen gewöhnlich die Hülſen auf, - und der größte Theil der ſchönſten und reifſten Kör- - ner geht verloren- Bey der Aufbewahrung der Erbſen und Linſen hat man vor Allem die möglichſte Sorgfalt anzuwen- ws 184=> den, baß dieſelben nicht wipplig werden, welchem Übel ſie mehr, wie irgend ein anderes Korn, unter- worfen ſind. Man ſchütte ſie daher immer an dem luſtigſten Orte auf, den man nur immer hat, und ſchone durchaus keine Mühe, in Hinſicht des öſtern Umſtechens. Die Vohnen, Fiſolen, und Wien dagegen, ſind dem Fuſektenſraße gar nicht ausgeſegt- Sind ſie da- her einmal recht vollkommen tro>en, ſo daß auch vom Mulſtrigwerden nichts zu beſorgen iſt, ſo köntien ſie an jedem tro&nen Orte, fo hoch als man nur will, aufgeſchüttet, und Jahre lang unberührt gelaſſen wer- den. Eben de8halb können ſie auch, um nicht den Speicherraum, den wir vielleicht für andere Früchte brauchen, unnüß einzunehmen, in bretternen Frucht- käſten, die wir hambar nennen, ſo wie in Bottichen, Fäſſern, und andern größern Gefäten, ohne Scrupel aufbewahrt werden, wenn nur der Ort, an dem dieie ſtehen, tro>en iſt. D. Von den Unfällen der Cerealien- GS. 163. So wie alle organiſche Weſen, ſo ſind auch die verſchiedenen Cerealien, allerley Unfällen, während ihrer Vegetation und auf dem AFer ſowohl, als her- nach auf dem Speicher ausgeſeßt. -- 185== Auf dem Aer ſind dieſe Unfälle, entweder a.) ſolche, die von äußern Urſachen, als von der Witterung, von ſchlechter und unzwe>mäßiger Bear- beitung und Beſtellung der Felder, von unzwe>mäßi- ger Fruchtfolge, von ſchlechter Poliz?y u. m. dgl, her- rühren. Hieher aehört: 1.) das GErfrieren oder Auswintern der Saaten, 2.) das Verſchei- nen und Verbleichen derſelben, 5-) das La- gern der Feldfrüchte, 4.) das Zerſchlagen der- ſelbew vom Hage l, 5.) das Taubwerden der Cerealien von Winden und Negen während der Blü- thezeit, 6.) das unordentliceikrume während des Ta- ges aufthauet, und bey der Nacht wieder zuſriert, wodurch zuleßt die GetreidepJanzen ſammt ihrer zan- zen Wurzel aus dem Boden geyobven, und von Erde entblößt werden, ſo daß ſie verwelken müſſen, Dieß geſchieht gewöhnlimäßige Vertieſung des Bodens, wenn dieſe an- ders thunlich iſt, gG. 166. Da3 Lagern des Getreides, wodurch oft der größte Theil der Ühren taub wird, und man daher nicht ſelten auch bey ſehr dichter und üppiger Saat, wohl ſehr vieles Stroh, aber nur ſehr wenig Körner erntet, ereignet ſich gewöhnlich, wenn die Acerkrume ſehr flach iſt, wenn unmittelbar friſch gedünget wor» den, oder wenn die Ausſaat allzudicht geſchah. Be- ſonders ſind dieſem Übel die Saaten am häufigſten in kooſem Boden- und bey häufigen und anhaltenden Frühlingsregen, ausgeſeßt.=- Um das Lagern zu verhüten, ſorge man vor Allem für hinlänglich tiefe AFerfrume, baue nie Getreide unmittelbar in friſchen Dünger, und halte bey der Ausſaat immer Maaß und Ziel. Iſt aber das Übel einmal vorhanden, und wird man es zeitig genug gewahr, ſo iſt das beſte Mittel* dagegen, daß man die Saaten im Frühlinge ſchröpſet, oder bey ausgedehntem AFerbau und allgemeiner La» gerung, wohl gar abmäht, wie wir ſchon oben, beym Weitzen, und Roggen, erinnert haben, da denn dieſe=» abgemäheten Bladen an das Vieh mit Nutzen ver» futtert werdern können. Kann man mit Grunde im Voraus ſchon vermuthen, daß ſich das Getreide lagern werde, ſo iſt es am allerbeſten, wie wir ebenfalls allda erinnerte?, daſſelbe noe zu vernichten,= Gegen dieſes Übel iſt wohl kein Mittel, als ſolches mit Geduld und Gleichmuth zu ertragen. Zum Glücke kommt der Ha- gel mehrentheils nur ſtrichweiſe, und iſt nur daun in hohem Grade ſchädlich, wenn das Getreide ſcyon in der Blüthe ſtehet, oder ſich wohl gar ſc<4on jeiner Reife näyert. Jüngeres Getreide wächſt meyrentheil3 wieder nach, und giebt zwar eine etwas ſpätere, und auch geringere, aber oft doch noch ſehr erträgliche Ernte. Im Ganzen genommen, iſt alſo dieß Übel immer noch eines der geringeren, und hat wohl noh wenig Landwirthe zu Grunde gerichtet. Am ſchwerſten fällt es immer armen Leuten, die keinen Vorrath ha» ben, und ſchon mit Zuverſicht auf die Ausbeute ihres Feldes rechnen. Größere und vermöglichere Landwir- the werden ſich dabey leicht zu helſen wiſſen.= Trifft der Hagel das Feld, da das Getreide etwa ſchon bey halber, oder gar bey voller Reife iſt, und iſt es ſo übel zugerichtet, daß durchaus alle Hoffnung einer auch nur Färglichen Ernte verſchwunden iſt, ſo iſt es am beſten, den Aer ſogleich umzupflügen ,/ da denn der Boden wenigſtens gedünget/ im zweyten Falle aber, durch das viele eingeaFerte Getreide überdieß auch noch „--- 189 En eine ſehr üppige Fettweide erzeuget wird, die, wenn ſie ein Landwirth gehörig zu gebrauchen verſieht, ge- wiß einen großen Theil des durch den Hagel erlitte- nen Verluſtes erſeßen wird. 6. 168- Heſtige und erſchütternde Winde, ſo wie öftere ſtarke Regenſchauer während der Blüthe, pflegen den Cerealien dadurch zu ſchaden, daß ſie den Blumen- ſtaub unnüßer Weiſe wegwähen, oder wegwaſchen, und ſomit die Befruchtung hindern, und das ſoge- nannten Laubwerden verurſachen.= Gegen die- ſes Übel iſt eben ſo wenig ein Mittel, wie gegen den Hagel, da die Witterung zu ändern nicht in unſerer Macht ſteht. Gs muß alſo auch ebenfall3 mit Gleich- muth ertragen werden, welche überhaupt einen Land» wirth nie verlaſſen darf, wenn er anders mit männ»- licher Feſtigkeit zu wirthſchaften fortfahren ſoll. Ver- zagte und kleinmüthige Menſchen taugen für unſer Gewerbe durchaus nichts.; S- 169. Daß das unordentliche, zur Unzeit, und wiederhohlte Male vorfallende Abweiden der Saaten, denſelben äußerſt verderblich ſey, brauche ich wohl nicht erſt zu beweiſen, da Jeder, der nur einigermaaßen mit der Landwirthſchaft bekannt iſt, eben ſo wie ich ſelbſt, davon überzeugt ſeyn muß. Es wäre alſo wohl einmal Zeit, daß wir aus unſerm Schlafe erwachten, und beſſere Feldpolizey einzufüh- ren, dieſe aber auch pünktlich und ſtrenge zu handhg- aud 190 05 ben trachteten. Beſonders wäre dieß in unſern ſoge nannten Compoſſeſſoraten vor Allem nothig, allwo man oft ſtaunen muß, wie die Saaten muthwilliger Weiſe auf dieſe Art verwüſtet wer den. Der Schade, den das Wild auf den Feldern verurſachet, iſt wohl im Ganzen nur geringe, und nur bey dicht angrenzenden Waldungen zu befürchten: Auch giebt es in dieſer Hinſicht Geſese und Verord- nungen genug, die man nur zu handhaben und zu beobachten braut. 6:4 70: Der Roſt(rubigo) iſt eine Krankheit, die, aller Wahrſcheinlichkeit nach, davon entſteht, wenn die Pflanzen des Sommers zu vielen Honigthau aus- ſchwigen, und ſich dadurch entkräften.= In geringem Grade iſt dieſe Krankheit eben nicht ſonderlich zu fürchten, nimmt ſie aber überhand, ſo wird ſie oſt ſehr verderblich, indem die Pflanzen alsdann abzeh- ren, und nur ſehr wenige und ſchlechte, oder gar keine Körner anſeßen.= Mittel weiß man gegen dieſe Krankheit noc< gar keine, da man ſie bisher wohl nod viel zu wenig und viel zu unvollkommen fennt- Bey den Bohnen indeſſen, hat man in England, das oben angeführte Köpfen derſelben nach der Blüthe, gegen dieſes Übel bewährt gefunden, und daher auch allgemein in Anwendung gebracht. C. 474.. Der Brand(Vriea, uredo, ustilago) wel- ene Saatgetreide zu hoch aufgeſchüttet, und zu wenig um- geſtochen wird, und folglich mehr oder weniger in Gährung kommt. I< rathe daher, ſtatt aller Beigungen und Tän- deleyen, bloß das zur Daat beſtimmte Getreide, ſo wie es aus dem Strohe iſt, auf ausgebreiteten La&en (Plachen) möglichſt gut an der Sonne zu tronen, und dann bis zur Saat, ſo flach als möglich aufzu- ſchütten, und ſo oft als es nur immer thunlich iſt, umzuſtechen, damit ja alle Gährung vermieden wer« de.== Durch dieſe einzige Vorſicht wird man dieſen beyden Krankheiten beſtimmt mit weit mehr Gewißheit, als durch die fünſtlichſten und koſtſpieligſten Beißen entgehen, ob ſie gleich ſehr ſimpel iſt, und nichts wee niger als Koſten verurſachet. Einige haben in dieſer Hinſicht, nicht ohne Vor- theil, überjähriges gut erhaltenes Saatkorn ausge- ſäet, und dadurch glülich dem Brande vorgebeuget, doch ziehe ich zu dieſem Zwe&e friſches, aber gehörig getroFnetes, und möglichſt ſorgfältig vor eller Gäh- rung verwahrtes Korn beſtimmt vor, weil es eben ſo| gut vor dem Brande ſichert, überdieß aber die Keim- Fraſt in höherem Grade beſigkt- Daß übrigens ein ſchlechter, verwahrloſeter- und ausgeſogener A>er, der noch etwa überdieß eine zu feuchte Lage hat, und an Säure leidet, dazu nicht wenig EI 193= wenig beptrage, und das Übel, wenn er es nicht ſelbt erzeugt, wenigſtens ſehr vermehre, und verſtär» pe, iſt mir nach meinen Erfahrungen höchſt wahr- ſcheinlich. Erſtere Krankheit beſonders fand ich immer am Häufigſten auf verwahrloſeten und ſchlecht gelege- nen Feldern. Man ſorge daher nebſt gutem, vollig tro>nem, und ohne die mindeſte Erhißung und Gäh»- rung bis zur Ausſaat aufbewahrtem Saamen, auch für zwe&mäßig gelegenen und ſorgfältig behandelten und gepflegten Aker, und überlaſſe alles Beißen und Tändeln ſolchen Leuten, die nichts Beſſeres zu thun ' haben.; Ob, und in wie ferne, nicht auch etwa die At- moſphäre dieſe Krankheiten hervorzubringen, oder wenigſtens zu befördern vermöge, wage ich mir wohl nicht zu beſtimmen. Allein wären wir über dieſen Punkt auch noch ſo im Klaren, ſo würde es uns doch nur wenig nüßen, da wir den Lauf der Witterung nicht in unſerer Gewalt haben, und uns daher von dieſer Seite ſo Manches gefallen laſſen, und mit Geduld und Gleichmuth ertragen müſſen. 52.1710 Das Mutterkorn(Clavus gecalinus) auch Afterkorn, Hungerkorn, und Hahnen- fporn genannt, eine Krankheit, die dem Roggen ausſchlüßlich eigen iſt, und die in einem von Außen bläulich» ſchwarzen, von Innen troFenen und ſchwam- migen- ein ſchmußig- weißes Mehl enthaltenden, et» wa 1/2 Zoll langen, hornartigen harten Auswuchſe beſteht, erzeugt ſich nac) Th aer wahrſcheinlich, wenn Grundſ, der Feldk. 2, Tl. 15 während der Blüthezeit anhaltend feuchte Witterung herrſcht, wodurch die Befruchtung geſtört wird. Fn geringer Menge hat dieſe Krankheit wohl nicht viel zu bedeuten, iſt ſie aber häufig vorhan» dey, ſo kann ſie oft ſehr widrigen Einfluß auf die Geſundheit der Menſchen haben, beſonders bey dem armen Landvolke, welches viel Noggenvrod zu eßien pfleget. Das einzige Vorbeugungsmittel dagegen iſt, daß man durch reiſen und tro&nen Saamen, und durch kraftvollen gut vorbereiteten Acer, für das Gedeihen der Saat möglichſt Sorge trage, indem jede Pflanze' immer deſto weniger von der Misgunſt der Witterung zu befürchten hat, je kraftvoller ſie iſt. QS. 175- Die Natur, dieſe thätigſt fürſorgende Mutter, ſchuf zwar weder Unfräuter, noch Ungeziefer, da nicht3, was ihre wohlthätige Hand hervorbrachte, zwelos, ſondern Alles, in Hinſicht auf das Ganze, gut und zwe&mäßig iſt. Relativ aber, und mit beſon- derer Rüſicht auf dieſen oder jenen Gegenſtand der Landwirthſchaft, iſt manche Pflanze ein ſchödliches Un- kraut, manches Thier ein ſchädliche3 Ungeziefer/ welche unter andern Umſtänden, und in anderer Hinſicht, wahrhaft wohlthätig ſeyn können, und oft wirk» lich ſind. So iſt z- B. die VogelwiFe ein äußerſt ſchäße bares Futterkraut auf unſern Wieſen, auf unſern Sidern aber ein ſehr läſtiges Unkraut. So iſt die Quede eine der zwe&mäßigſten und wirkſamſten der - 195= kleineren Pflanzen, um den Flugſand zu binden, der ſonſt unſere beſten Felder zu überſchwemmen droht, auf unſern. Aerfelvern aber iſt ſie das böſeſte und verderblichſte Unfraut von der Welt. Der Sperling, dieſer verhaßte Erzdieb unſeres Weigtens, iſt gleich- wohl dadurch ſehr nüglich, daß er die Raupen und Inſekten vermindert, die oft ſo große Verheerungen unter den Obſt- und Forſtbäumen anzurichten pflegen. Und ſo könnte dies von allen übrigen Unkräutern und Ungeziefern faſt bis ins Unendliche fortgeführt wer» den, deren im Grunde, und in Hinſicht auf das Ganze, keines umſonſd und ohne Nuten iſt, die aber gleichwohl, unter mancjen Umſtänden, und in man- mäßiger, richtig gewählter, und für die Ortöumſtände paſſender Fruchtwechſel, oder=- wenn etwa dieſer lesßtere, der leidigen Localverhältniſſe halber ,/ durchaus nicht Statt haben könnte, oder wohl auch im Anfange, zur Reinigung der Felder von die» ſen Unkräutern, unzulänglich wäre=- gehörig und tüchtig bearbeitete reine Brache.=- Ganz weſentlich trägt zur Vertilgung dieſer Unfräuter bey, wenn man den Aer= wie ich es ohnedieß an mehreren Orten, auch in anderer Hinſicht empfohlen habe=- im Herbſte tief aufpflüget, und über den Winter in rauhen Fur- hen liegen läßt, weil dann der Froſt Zutritt zu den Wurzeln bekommt, um ſeinen zerſtörenden Einfluß auf dieſelben auszuüben. Dieß wird im Allgemeinen wohl genügen. Bey einigen äußerſt wuchernden größern Unfkräutern dieſer Art jedoch, wie dieß z. B. bey dem Attiche der Fall iſt, wird es immer ſich der Mühe lohnen, noh über- dieß ihre hartnä>igen und ſchwer zu vertilgenden Wu- en geworden, an Ort und Stelle verbrannt, oder vom A>er hinweggeſchaſſt. 3ey ausgedehntem AFerbaue, wo wan mit der Handarbeit - nicht weit reichen würde, gebraucht man zu dieſem Zwede, die ganz eigentlich hiezu beſtimmte Que>en- harke(Que&enrechen), die vorne, gleich dem Räder- pfluge/ auf einem Vordergeſtelle ruhet, und je nach ihrer Große, und Schwere, von einem oder zwey Pferden gezogen wird. ß. 178. Das Saamenunkraut iſt allerdings etwas weniger gefährlich, weil es minder hartnäckig, und leichter zu vertilgen iſt. Es ſchadet übrigens den Saa- ten, theils, indem es durch ſeinen frechen Wuchs die- ſelben verdränget, und ihnen die nöthige Nahrung raubet, theils, indem e8 mit dem Getreide zu gleicher Zeit reifet, und ſeinen Saamen mit demſelben ver- menget. Hieher gehoren vorzüglich: a.) Die gelbe Wucherblume(CGhry2an- themum segetum; ungr. Vetesi arany-viräg; franz. Marguerite jaune, Souci, Chrysantheme; engl. Yellow Ox-eye, Corn-Marigold). b.)-“Der Raden, Radel,;.'KorntaßdSen (Agrostemma githago; ungr. Konkoly, vetesi Konkoly; franz, Gerzeau; engl, Cockle, Corn- cockle), =='900== e.) Der Kuhweigten, oder Wachtelweißen (Melampyrum arvensge; ungr. Gsermely, GCsor- molya, Usormolya-fintor; franz. Queue de renard; engl. Cow-wheat),. d.) Das Tollkorn, oder der betäubende Lolch, Taumellolerrettich(Ra- Phanus raphanistrum; ungr. Reptsen-retelk, Ve- tesi vad retek; franz. Raiſort Sauvage; engl. Corn- radish, Wild radish, Jointed Gharlock). -f.) Der AFerſenf, Feldſenf, wilde S enf(Sinapis arvensis; ungr. Vad mustär, Vad repeze; franz. Moutarde Sauvage; engl. Wild mustard, Charlock). Sg.) Der wilde Mohn, Feldmohn, Klatſchroſe, Klapperroſe, Kornroſe(Pa- Paver rhoeas; ungr. Pipa's, Pipats-mäk» Vad- mk; franz. Poneeau, Coquelicot, Pavot rouge, Pavot Sauvage; engl, Gommon red popPY» Wiid POPPY» Corn-roge). 1.) Der Wildhafer, Windhyafer, Flug- Hafer(Avena fatua; ungr. Üre-zab, Hela-zab» Czigäny-zab, Vad-zab; franz. Polle avoine, Avoine Sauvage» Haveron; engl. Wild Oat). i.) Die Kornblume, blaue Kornblume (Centaurea eyanus 3. ungt, Buza-virag; ſranz- Bluet, Barbeau, Aubifoin, Cassgelunette; engl. Corä-Aower, Corn-bottle, Blue-bottle). ===. GOL,== k.) Die Noggentreſpe(Bromus secalimus; ungr. Gabona-rozsnok; franz. Brome de seigle; engl. Kye-brome-grass). |.) Die A>ertreſpe(Bromus arvensis; ungr. Ugar-rozsnok; franz. Brome des ehamps; engl: Field-brome-grass). m.) Der A&erh ahnenfuß, oder die A der- ranunfel(Ranunculus arvensis; ungr Mezei Szirontäk; franz. Renoneule Sauvage, Bassinet; engl. Crow-foot). n.) Der Nitterſporn, Feldritterſporn (Delphinium conzolida; ungr. Mezei 8arok-viräg, Kek garkantyü-viräag» Rek Sszarka-1ab; franz. Conzoude, Speronnelle, Pied d'alouette; engl. Lark-spur). 0) Die Sternhpir ſe,rMeerhirſeg;: Perl hirſe, der Steinſaame(bLilhospermum arven- Se; ungr. Mezei kömag; franz.(iremil; engl. Gremil, Graymill, Gromel, Grommel, Grum- mel, Gromvell, Sione-Crop)- v-) Der 1208 ev Bv wm m/blal86. die: D.h ſen zunge, oder das Wolfsgeſicht(Lycopsis ar- vensis; ungr. Bibirts0s nyako; franz. Buglose; engl. Bugloss)- q-) Verſchiedene Arten der wilden Hirſe, oder des Fennich 8(Panicum; ungr. Vad-muhar, Vad-köles; franz. Millet Sauvage, Panicum; engl. Panick-grass), als: Panicum erus galli, pani- eum glaucum, und panicum viride ele. r.) Verſchiedene Arten der Diſtel,(Carduus; ungr. Bogäts, Töyis; franz. Chardon; engl“ .- 207== Thistle): vorzüglich die Feld- oder Wegediſtel Carduus erispus, ungr. Fodros bogäts, Fodor töv1s, Szamär-Lövis, u. m. qa. Will man von dieſen und allen übrigen Saamen- unkrgutern verſchont bleiben, ſo baue man das Ge- - treide nie in friſchen Dünger, welcher immer Unkraut zu erzeugen p7eget; ſondern man baue im Dünger immer erſt eine HäFfrucht, damit das in demſelben aufſſchießende Unkraut durch das Beha>en zerſtöhrt werde, oder irgend eine ſolche Frucht, die das Un- fraut durch ihren Schatten zu erſtien vermag, und dann laſſe man erſt Getreide darauf folgen.= Eine reine Brache iſt zwar zur Vertilgung des Saamenuns- Frautes nicht nothig, wo man jedoch dieſelbe hält, oder zu halten gezwungen iſt, dünge man immer ent- weder ſchon im Winter, oder doch im allererſten Frühlinge, damit das Unkraut durch die darauf fol- genden Bracharbeiten zum Keimen gebracht und zer- ſtöhrt werde.= Vor Allem aher ſorge man für reinen Saamenz; denn wer Raden, Hederich und Ackerſenf ausſäet, wied auch ſehr natürlich Raden, Hederich und Acderſenf ernten; und das Übelſte dabey iſt, daß die Unkrautſaamen ſich weit mehr, als das Getreide zu vermehren pflegen.=- Bey Wintergetreide kann man ſich auch das etwa ſchon vorhandene Saamenun- Fraut dadurch vom Halſe ſchaffen, daß man den Aer im erſten Frühjahre mit Schaafen recht kahl abwei- den läßt, aber ſo, daß mit den Getreidebladen auch ſämmtliches Unkraut abgefreſſen werde. Iſt dieß ge- ſchehen, und wird die etwa zu feſt getretene Ader- krume mittelſt der Cgge gehörig geloEert, ſo wird-- -. 203== wenn ander3 der Aer hinlängliche Kraft hat= die Getreideſaat ſehr bald ſelbſt, des etwa noh übrig ge- bliebenen, oder neuerdings hervorſproſſenden Unfrauts, Meiſter werden. Bey Sommergetreide geht dieß jedoch -- wie Jederman leicht einſicht= nicht an. 6:1470: Die Thiere, die in Hinſicht auf unſere Kornfel- der, den Namen Ungeziefer verdienen, indem ſie entweder dem ausgeſäeten Saamen begierig nach- Nellen, oder die Wurzeln der Saaten zernagen, oder vom reiſgewordenen Getreide, diebiſcher Weiſe, ihren Antheil nehmen, ſind vorzüglich folgende: a.) Die Feldmäuſe, die wenn ſie in großer Menge vorhanden ſind, ſowohl den Saamen großen- theils aufzehren, als auch hernach die Wurzeln größten» theils zernagen, ſo daß ſie nicht ſelten die ganze Saat zu Grunde richten. Leider hat man noch kein recht wirkſames Mittel ſie zu vertilgen, Ein Glück iſt es aber, daß ſie oft eben ſo ploötßlich verſchwinden, als ſie zu erſcheinen pflegen, ſo daß man beynaye nicht begreifen kann, wo ſie auf einmal hingekommen ſind. Auch giebt es glüFlicher Weiſe mehrere Vögel, die ihnen nachſtellen., beſonders die Krähen und Raben. b.) Die Hamſter, und die bey uns häufigen Erdzeiſige, die von reifgewordenem Getreide ihre unterirdiſchen Vorrathskammern füllen. Erſtere pflegt man auszugraben, oder durch Schwefelrau, ei- nen großen ſtarkeu Kater, welcher die Ratten dugend- weiſe herfieng-"und dieſelben in kurzer Zeit ſo ſehr SL) 207 PTT verminderte, daß Jedermann darüber in Erſtaunen gerathen mußte. Späterhin aber, hatte er ſie= was man doc ſelbſt durch die koſtſpieligſten Mittel nicht erlangen konnte-- mit ſeinen Kindern und Kindesfkin- dern, die er ordentlich dazu abrichtete, beynahe gänz- lich ausgerottet, wodurch er zum wahren Wohlthäter des ganzen Hauſes geworden iſt. Die Tauben und Sperlinge ſind von den Korn» böden ſehr leicht dadurch abzuhalten, daß man die Fenſter und Luftzüge mit klein geſtri&ten eiſernen Gittery verſieht, Die Kornwürmer aller Art werden am beſten da- durch vermieden, daß man das Getreide gehörig um- ſticht, und“ demſelben immer friſche Luft zuführt, fo wie ſchon oben bey den Speichern, hinlänglich ange- geben worden.=- Sind ſie jedoch nun einmal vorhan- den, ſo iſt kein anderes Mittel, als das Getreide, ſv bald nur immer möglich, und zwar um jeden Preis zu verkaufen, weil es wohl nie mehr davon befreyet werden, zuleßt aber, und bey Überhandnehmung die- ſer böſen Inſekten= wie man häufige Beyſpiele hat= ſo ganz vernichtet werden kann, daß nichts als die ausgefreſſene Hülle übrig bleibet. Iſt dieß angeſte>te Korn einmal weg, ſo iſt der ganze Speicher auf das pünktlichſte zu reinigen, und wiederhohlte Male ſtark mit Schwefel auszuräuchern, damit die etwa noch zu- rüdgebliebenen einzelnen Körnwürmer und ihre Brut getödtet werden,