er
98.
Der Sprach⸗Gebrauch hat den Sinn des Worts Kapi⸗ tal auf den Beſitz von Muͤnz⸗Reichthum eingeſchraͤnkt; es ſey nun, daß es ſich in Natur in dem Beſitz des Eigenthums befinde, oder von ihm andern nur temporell uͤberlaſſen ſey, um es wieder in ſeine eigne Gewahrſame zuruͤck zu ziehen.
In dieſem Sinne heißen nach dem Sprach-Gebrauche die Beſitzer von Muͤnze, oder ausſtehenden Leihforderungen auszeichnungsweiſe Kapitaliſten.
99.
Daß im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sinne ſich dies anders
verhalte, iſt oben(Z. 93.) gezeigt worden. IOO.
Zwar iſt jeder uͤber das gegenwaͤrtige Beduͤrfniß uͤber⸗ ſchießende Vorrath Kapital. Im ſtrengen Nazional⸗ Oekonomiſtiſchen Sinne aber laͤßt ſich nur derjenige Vor⸗ rath Kapital nennen, der vom Produkt⸗ Stoffe uͤber⸗ ſchießt, weil Ur--Stoff wegen der mangelnden groͤßeren Theilbarkeit ſchwer umſetzbar iſt. Da ihm aber die Um— ſetzbarkeit nicht gaͤnzlich mangelt, ſo nenne ich den aus dem Produkt⸗Stoffe uͤberſchießenden Vorrath auszeichnungsweiſe Kapital⸗Stoff.
1 101.
Je groͤßer die Maſſe des Produkt⸗Stoffs, je groͤßer natuͤrlich die Maſſe des uͤberſchießenden Vorraths, alſo des Kapital⸗Stoffs. Je groͤßer die Maſſe des Ur⸗Stoffs, vorzuͤglich des produktifen Ur⸗Stoffes, je groͤßer allerdings die Maſſe des Produkt⸗Stoffs.
Allein da nach Rechts⸗Grundſaͤtzen, und nach den Ge—
ſetzen der Nazional⸗Oekonomie, als einer Welt⸗Wiſſenſchaft,
welche die ganze geſellige Menſchheit umfaßt, die Tendenz des Staats nie ſeyn darf, ihren produktifen Ur⸗Stoff, es ſey denn durch unbewohnte Wuͤſteneyen, auszudehnen; ſo koͤnnen die Geſetze der Nazional-Oekonomie nur die Vermehrung des Produkt⸗Stoffs, als ihren Zweck anerkennen; d. h. ihr Prin⸗


