Jahrgang 
1917
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vermißte und kriegsgefangene Deutſche Platz. Dieſer Bezirks⸗ ausſchuß Gießen übernahm die Vermißten⸗Ermittlung und Kriegsgefangenen⸗Fürſorge für die Kreiſe Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schotten, zu denen bald darauf auch noch der Kreis Wetzlar hinzukam. Da er als Abteilung des FZweigvereins vom Roten Kreuz arbeiten ſollte, ſtellte dieſer auch die Ge ſchäftsräume der Geſamtorganiſation in der Alten Klinik für die Zwecke des Ausſchuſſes zur Verfügung, wie auch Mitglieder dieſer Organiſation(Zweigverein vom Roten Kreuz und Alice⸗Frauen⸗Verein) die Leitung und Geſchäftsführung ehren⸗ amtlich übernahmen.

Nachdem von den Zentralſtellen einheitliche Arbeitsmethoden aufgeſtellt worden waren, galt es zunächſt auch hier nach dieſen Grundſätzen die neue Organiſation einzurichten. Hier iſt vor allem die Anlage einer vollſtändigen Namens⸗ und Kegiments⸗ Kartothek zu nennen, in der die Namen bezw. Regimenter von allen aus dem Bezirk angemeldeten Vermißten oder Gefangenen eingetragen werden, ſo daß auf einzelnen Karten ein voll⸗ ſtändiges alphabetiſches Verzeichnis ſämtlicher in Bearbeitung befindlicher FJälle vorhanden iſt. Dieſes Verzeichnis gewann in dem Maße an Wert, als es eine möglichſt genaue Nach⸗ ſchlagung ſämtlicher Vermißter und Gefangener aus den fünf Kreiſen ermöglichte, weshalb die Ermittlungs⸗ und Unter⸗ ſtützungs⸗Tätigkeit von Anfang an auf die Mithilfe aller durch Kriegsgefangenen⸗Angelegenheiten in Anſpruch genommenen Behörden und Einzelperſonen, wie Bürgermeiſtereien, Pfarr⸗ ämter und Lehrer angewieſen war, deren Mitteilungen denn auch in dieſer Hinſicht viel zu danken iſt. Beſonders haben die Angehörigen ſelbſt nunmehr gelernt, nur mit dieſen Stellen gegebenenfalls Fühlung zu nehmen und die Warnungen vor allen berufsmäßigen Ermittlungsſtellen gegen Entgelt, die unnötige Aufregungen und irreführende Meldungen hervor⸗ rufen, zu beherzigen.

Wie ſchon der Name des Bezirksausſchuſſes beſagt, erſtreckt ſich ſeine Tätigkeit auf mehrere Hilfeleiſtungen. Sie umfaßt 1. die Nachforſchung nach Vermißten,

2. die Vermittlung des Verkehrs zwiſchen Kriegsgefangenen und deren Angehörigen in der Heimat,

3. die Fürſorge für die deutſchen Kriegsgefangenen und ſchließlich

4. vermittelnde Hilfstätigkeit verſchiedener Art.

Im folgenden ſoll ein kurzer Bericht über die Ergebniſſe der Arbeit ſeit Gründung des Ausſchuſſes bis zum 31. Dezember 1916 erſtattet, ſowie einiges Grundſätzliche zur Organiſation und den FZielen hinzugefügt werden.

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