WMabaaaacich 13 749 426 de Oberheſſiſche Ungeszeitung Sonntag, 3. November 1940/ Nummer 305 UKeuweihe des Univerſitätsgebäudes durch den Gauleiter Feſtakt i in der Uni verſi tät in Amwelenbeit des Gauleiters 1 di ie Ver ranſtaltungen des Nachmi ittags / Der Rechenſcha ftsbericht des Rektors, Aniverſitätswoche „uach zppllanauuß 100 uv soqung ⸗u*zutaG⸗D!c. 820 nhen iepſue“ io dun ue, dee e e a uoa 2— uen e u uee 210 uabungunabnalc ano dun 3evo ee ee ie e nsunue peeee en e i prozbne unnvasbuvlcud 120 eee hi e ee d eee e ee ee eeab nvipanc pud 82 ee ee eee ipue eeeaen i ee i i ee 210 Jh ⸗ uage e 8 e e ine e eee u⸗g anl 821nu uebepim en ee ine ee e iee e e ionvsie ezee eeg Selun Guv 19/ 82 409 undloliag e zem d S2ul pab21e uec eee e e ev ee e dun zi!ag uun 2 pblu Eoamapunezeg de e e hee n d ine ene d ee e pſuſimp e 2¹0 Inv Lanz anu 19ʃ nen Lduv dun„lvipluelmpee ee ne ie eeeld eeee p ei IngvH 121 e ee i i ei ane ei e zeitee vuvge 2eſun 429x— l e ee e ueogh u eiee ee ee e ee ee ee ie i e e ue uoa 2ezuunzeg ee ſe i e ee e ee zine ee ee e e ie ei 4231uu pangn zunee e ¹ee i e 24021szviphn e e een 2b zue mnu e e ee eee e ee eee en ie e— zezepidnec 06aed a2de J 2eg uaava uv uubequß uog zv uedeeg e ge i eee et ee ee ee i eeie eee i ee e uaonz n e ie e w ie eee i e e i e i uac eee i ee e e ee eeeele end i e ienee eo eeiiee an zi ee e n 4 ½ꝓ vob zep e epiplualin i i iee ei eun wi i n ee ge in gi ⸗vo A bimonz lvabguvJ 20 bungun bneco b lvcv iee ee ii ieeeheunjac au wiee 9214 uuſbaquſk uoa wa„vuvpaoonJ“ 2eſuß goe e ee ehn e i i n i 1l2 2olun 220 uapedzue dnnee e en ee e e eee e eeien dsig i ezepg g nv 210 uane e vume eun zv ee ese d ee u⸗aob i eee de we e iees eun onpgoösbunſaſag e e e Am geſtrigen Samstag und zugleich als Be⸗ ginn der Univerſitätswoche wurde der Umbau der Univerſität durch Gauleiter und Reichsſtatt⸗ halter Sprenger geweiht. Anläßlich dieſer Feier⸗ lichkeit waren die Eingangshalle, die neue Emp⸗ fangshalle und die große Aula unſerer Landes⸗ univerſität mit Lorbeer, mit den Farben der Bewegung, mit der Büſte des Führers und den beiden neuen Führerbildern zum Empfang des Gauleiters feſtlich ausgeſchmückt. Um 10.15 Uhr traf der Gauleiter vor dem Univerſitätsgebäude ein und unmittelbar darauf betrat er die Emp⸗ fangshalle der Univerſität, wo er durch den der⸗ zeitigen Rektor der Univerſität, Profeſſor Dr. Kranz, den Senat der Univerſität und in Gegenwart von geladenen Vertretern der Partei, des Stgates, der Stadt, der Wehrmacht und der Univerſität empfangen wurde. An den Empfang ſchloß ſich unter der Führung von Stadtbaudirektor Gravert ein Gang durch die veränderten Räume an, die alle den Beifall des Gauleiters fanden, der auch ſichtbar über⸗ raſcht war, als er den vornehm ausgeſtatteten Empfangsraum betrat, deſſen woan che Wärme noch erhöht iſt durch einen großen braunen und einen kleineren erdbeerfarbenen Teppich, mit⸗ denen die Böden des Empfangsraumes und des kleineren Vorraumes belegt ſind. Der Feſtakt ſelbſt begann pünktlich 11.15 Uhr in der großen Aula mit dem Einmarſch des Senats und der geladenen Gäſte, an deren Spitze der Prorektor Prof. Dr. Klute ſchritt. Ihnen folgten der Gauleiter an der Seite des Rektors der Univerſität. Als der Gauleiter Platz genom⸗ men hatte, ſetzte unſer Städtiſches Orcheſter unter der Leitung von Prof. Dr. Temesvary mit der„Akademiſchen Feſtouvertüre“ von Johannes Brahms ein, und als der Jubel dieſes klaſſiſchen Muſikwerkes verrauſcht war, betrat der Rektor das Podium zur Begrüßung der Anweſenden und zur Erſtattung des Jahresberichtes, den wir nach⸗ folgend in der Hauptſache im Wortlaut wieder⸗ geben. Gauleiter, Herr Reichsſtatthalter, Parteigenoſſin⸗ nen und Parteigenoſſen, verehrte Gäſte! Es iſt mir eine beſondere Freude, daß ich heute bei der Einweihung des Umbaues unſeres Vor⸗ leſungsgebäudes den Gauleiter als Führer der Partei im Gau Heſſen⸗Naſſau und als Reichsſtatt⸗ halter in Heſſen begrüßen kann. Wir ſind Ihnen, Gauleiter, beſonders dankbar, daß Sie trotz Ihrer großen und verantwortungsvollen Arbeit ſich die Zeit genommen haben, die Neuweihe perſönlich vorzunehmen. Ich begrüße Sie daher als Rektor der Ludwigs⸗Univerſität im Namen der geſamten Univerſität auf das herglichſte. Ich gebe ferner Bericht des Rektors, Prof. Dr. Kranz meiner Freude darüber Ausdruck, daß ich die Ver⸗ treter der Wehrmacht ſo zahlreich heute bei uns begrüßen darf. Ebenſo heiße ich alle Ehrengäſte aus Partei, Staat und Wehrmacht bei uns herz⸗ lich willkommen. Als mich vor einem Jahr das Vertrauen des Gauleiters von meiner Fronttruppe zurüchbeor⸗ derte, um in der Heimat das Amt des Rektors der Ludwigs⸗Univerſität zu übernehmen, war ich mir bewußt, daß eine nicht gerade leichte Aufgabe meiner harrte. 3 Militäriſche Geſichtspunkte hatten eine vorüber⸗ gehende Schließung der meiſten deutſchen Univer⸗ ſitäten notwendig gemacht. Als dann im Spät⸗ herbſt dieſe militäriſchen Geſichtspunkte eine Wie⸗ dereröffnung der deutſchen Hochſchulen geſtatteten, war es noch keineswegs ſicher, daß ſich auch die Pforten unſerer alten 333jährigen Academia Ludoviciana wieder öffnen würden. Ihrer tatkräf⸗ tigen Mithilfe, Gauleiter, war es vor allem zu verdanken, daß der Wunſch aller Freunde unſerer Hochſchule in Erfüllung ging und wir im Januar 1940 mit dem Vorleſungsbetrieb in Gießen wie⸗ der beginnen konnten. Trotzdem war aber auch damals die Lage unſerer Hochſchule eine ſchwie⸗ rige, ſo daß ſogar Gerüchte über eine Schließung oder Verlegung der Univerſität aufkamen und zu⸗ nächſt nicht verſtummen wollten. Insbeſondere er⸗ weckte die während der vorhergegangenen Jahre ſtark zurückgegangene Frequenz unſerer Studen⸗ tenziffer ernſte Befürchtungen bei allen denjeni⸗ gen, die an unſerer ehrwürdigen Alma mater als einer der älteſten deutſchen Univerſitäten hingen. So war es kein Wunder, daß ich vor einem Jahr bei Antritt meines Amtes eine unerfreuliche und allgemeine Reſignation auch im Lehrkörper antraf. Wir haben nun damals den Standpunkt vertreten, daß ein ſo gewaltiges Reich wie Groß⸗ Deutſchland es nicht nötig haben würde, Univerſi⸗ täten zu ſchließen, ſondern waren davon über⸗ zeugt, daß ſich ſogar Neugründungen als notwen⸗ dig erweiſen würden. Ich ſelbſt habe für meine Perſon von vornherein den Standpunkt vertreten, daß nur der aufzugeben iſt, der ſich ſelbſt aufgibt, und daß die Frage Schließung oder Aufwärtsent⸗ wicklung letzten Endes nur durch uns ſelbſt ent⸗ ſchieden werden könnte und würde. Ebenſo war ich mir aber auch darüber im klaren, daß ich meine Aufgabe mur dann zu erfüllen vermöchte, wenn ich innerhalb und außerhalb der Uni⸗ verſität Männer und Mitarbeiter finden würde, die mit mir gleichen Willens und auch gleichen Geiſtes ſind. Ich kann Ihnen, Gauleiter, heute mit gutem Gewiſſen melden, daß ich dieſe Männer gefunden habe, und ich ſtehe mit meiner Perſon dafür ein, daß der Geiſt, der heute an der Univerſität Gie⸗ ßen herrſcht, Geiſt von Ihrem Geiſte iſt. Wir haben uns nun im vergangenen Jahr ehr⸗ lich, und wie ich hoffe, auch nicht ganz erfolglos bemüht, unſere Univerſität einzureihen in die große Front aller Deutſchen und in den Kampf des deutſch⸗germaniſchen Menſchen um ſeine innere und äußere Freiheit. So haben wir daran gear⸗ beitet, unſerer Academia Ludoviciana im national⸗ ſozialiſtiſchen Staate Adolf Hitlers einen wert⸗ vollen und würdigen Platz zuſichern und ihr auch einen neuen Sinn zu geben. Verantwortungsvolle Forſchungsarbeit Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß unſere Arbeit in den Laboratorien und Kliniken, ſowie in den Ar⸗ beitsſtätten aller Geiſteswiſſenſchaftler und nicht zuletzt auch in den Veterinärkliniken und landwirt⸗ ſchaftlichen Inſtituten ganz beſonders darauf ab⸗ geſtellt war, an einem erfolgreichen Verlauf des Krieges mitzuarbeiten und den Endſieg ſicherzu⸗ ſtellen. Die außerordentlich große Zahl von kriegswichtigen Aufgaben, mit denen unſere Gie⸗ ßener Wiſſenſchaftler betraut wurden, iſt der beſte Beweis dafür. Wir waren bei Beginn der Vor⸗ leſungen vor einem Jahr ſehr froh darüber, daß es uns gelang, unſeren Vorleſungsbetrieb im vol⸗ len Umfange wieder aufzunehmen, trotzdem ein großer Teil von Profeſſoren, Dozenten, Beamten und Angeſtellten das Ehrenkleid des Soldaten an⸗ gezogen hatte und im Heere ſtand. Die in Angriff genommenen Neubauten mußten leider vorübergehend unterbrochen wer⸗ den, trotzdem gelang es, einen Teil dieſer Neu⸗ bauten zeitweiſe trotz des Krieges fortzuführen. Es erwies ſich ferner als dringend notwendig, den ſchon ſeit Jahren gehegten Plan der Einrichtung eines zahnärztlichen Inſtitutes in die Tat umzuſetzen. Daß dies trotz der notwendigen Rohſtoffeinſchränkung und des ſparſamſten Ge⸗ brauches finanzieller Mittel unter allen Umſtänden durchgeführt werden mußte, ergab ſich vor allem daraus, daß durch die Prüfungsordnung für Medi⸗ zinſtudierende auch ein Kolleg über Zahnheilkunde gefordert wunde. Das, wie erwähnt, ſeit Jahren geplante Vorhaben der Gründung eines zahnärzt⸗ lichen Inſtitutes durchzuführen, war jedoch nur möglich durch die tatkräftige Hilfe unſe⸗ res Gauleiters, dem wir an dieſer Stelle auch hierfür ganz beſonders danken. Neues Aniverſitätswappen— neue Amtstracht Ich habe es ferner für notwendig gehalten, einen Schönheitsfehler der Univerſität zu beſeiti⸗ gen. So war es mir als altem Nationalſozialiſten ein unerträglicher Gedanke, daß das talmudi⸗ ſche immer noch als Wahrzeichen der Univerſi⸗ tät vorhanden war. Der Geſamtſenat hat die von mir vorgebrachten Bedenken einſtimmig gutgehei⸗ ßen, ſo daß ich die Schaffung eines neuen Univerſitätswappens bald in Angriff nehmen konnte. Das jahrhundertealte Siegel mit dem Kopf des Univerſitäts⸗Gründers haben wir beibehalten, das orientaliſche Tau iſt jedoch ver⸗ ſchwunden und durch das alte Wappen des heſſi⸗ ſchen Löwen erſetzt worden. Ich glaube, daß hierdurch die Tradition in beſonderem Maße ge⸗ wahrt wurde, indem durch den heſſiſchen Löwen nunmehr die über 300 jährige Landſchaftsgebunden⸗ heit unſerer Univerſität beſonders ſichtbar zum Ausdruck kommt. Ich möchte aber nicht die Ge⸗ legenheit verſäumen, der Stadt Gießen hier⸗ mit von dieſer Stelle aus meinen herzlichſten Dank auszuſprechen, daß ſie die Vorausſetzungen dafür geſchaffen hat, eine Aenderung unſeres Univerſi⸗ tätswappens mühelos vorzunehmen.— Wir haben weiterhin im Laufe des Jahres die alten wenig kleidſamen ſchwarzen Talare als Amtstracht abgelegt und dafür eine neue entworfen und an⸗ genommen, in welcher der Senat bereits vor eini⸗ gen Monaten bei der 333 jährigen Gründungsfeier zum erſten Male erſcheinen konnte. Es war fer⸗ ner möglich, die Vorbereitungen zum Abſchluß zu bringen, um unſeren Studierenden die Möglich⸗ keiten des Winterſportes auf dem Hoherodskopf weſentlich zu erleichtern. Im nächſten Jahre wird auf dem Hoherodskopf eine Skihütte der Gießener Univerſität erbaut werden.— Es war ferner im Intereſſe unſerer Studierenden notwendig, eine Angleichung der Stu⸗ diengebühren an die preußiſchen Gebühren herbeizuführen. Wenn ſich trotz des Krieges hier⸗ bei die Möglichkeit einer Löſung ergab, ſo iſt auch das wiederum der Sorge und Mithilfe unſeres Gauleiters zu verdanken. 3 1 Der repräſentative Umbau Ich habe es nun ferner von Anfang meines Rektorates an für notwendig gehalten, der Uni⸗ verſität als ſolcher auch nach außen hin den ſichtbaren Ausdruck neuen Lebens⸗ und Aufbauwillens zu geben. habe im Verlauf dieſes Bemühens eine Mög⸗ lichkeit finden können, dies zu verwirklichen. Dem Weitblick, der Zielſtrebigkeit und der praktiſchen Hilfe unſeres Oberbür germeiſters Pg. Ritter, Ehrenſenators der Univerſität, iſt es letzten Endes zu verdanken, daß unſer Vorleſungs⸗ gebäude nunmehr auch nach außen hin nicht nur die Tradition einer der älteſten deutſchen Hoch⸗ ſchulen würdig zum Ausdruck bringt, ſondern auch unſeren Nachkommen rep räſentativ den Eindruck einer großen Zeit Deutſchlands vermit⸗ telt. Ich hoffe, daß diejenigen, die nach uns kom⸗ men werden, in dem Umbau unſeres Vorleſungs⸗ Gebäudes, den wir heute einweihen, ein Dokument dafür ſehen, daß wir als Zeitgenoſſen Adolf Hit⸗ lers die Größe der Zeit erkannt haben und ihr hiermit auch von uns aus ein Denkmal ſetzen woll⸗ ten. Unſere Gießener Kulturſtätte hat in dem heroiſchen Zeitalter des nationalſozialiſtiſchen Deutſchlands meines Erachtens die Pflicht, die Einmaligkeit des heutigen Geſchehens auch baulich zu dokumentieren. Wenn die Neubauarbeiten bei der heutigen Einweihung noch nicht völlig vollendet werden können, ſo wird dies wohl durch die Um⸗ ſtände der Zeit ohne weiteres entſchuldigt. Ich bin davon überzeugt, daß die Führung, die heute morgen durch den Umbau des Univerſi⸗ täts⸗Gebäudes erfolgte, den Beweis dafür erbracht hat, daß von ſeiten des Architekten ſowie der Ar⸗ beiter etwas geleiſtet worden iſt, welches den Durchſchnitt überragt. Indem ich als Rektor der Univerſität Gießen dem Oberbürgermeiſter und Ehrenſenator der Univerſität Pg. Ritter für ſeine Ptatkräftige Hilfe und der Stadt Gießen für ihr hochherziges Geſchenk danke, möchte ich nicht ver⸗ ſäumen, auch Stadtbaudirektor Gravert für ſeine aufopfernde Tätigkeit meinen Dank auszu⸗ ſprechen, vor allem dafür, daß er mit ſoviel künſt⸗ leriſchem Empfinden den Umbau durchgeführt hat. Nicht zuletzt danke ich an dieſer Stelle auch allen Unternehmern und den Arbeitern, die unſere Uni⸗ verſität neu geſtalten halfen. Die beiden Führerbilder Ganz beſonders aber bin ich erfreut und ſtolz darauf, daß die Univerſität durch die beiden neuen Führerbilder einen ebenſo ſchönen wie notwendigen Schmuck erhalten hat. Es war ſmir ſeit Jahren ein unerträglicher Gedanke, daß ein Bild des Führers weder, im Vorleſungs⸗ gebäude noch an einem anderen würdigen Platz bisher Aufſtellung gefunden hatte. Ich bin davon überzeugt, daß die beiden neuen Führerbilder auch als Kunſtwerke den Durchſchnitt bei weitem über⸗ vagen. So möchte ich auch den beiden Künſtlern für ihre ſehr ſchwere, aber auch ſo erfolgreiche Ar⸗ beit von dieſer Stelle aus danken. Während der Maler Imkamp das Führerbild im neuen Empfangs⸗ und Senats⸗Sitzungsſaal in einer hohen künſtleriſchen Plaſtik und Architektonik ge⸗ ſtaltet hat, iſt das Bild des Malers Kröll, das jetzt unſere Aula ſchmückt, in Auffaſſung und Ab⸗ ſtimmung auf die alten Oelbilder eine ganz aus⸗ gezeichnete maleriſche Leiſtung. Ich möchte meinen Jahresbericht nicht ſchließen, ohne meine Freude darüber auszudrücken, daß auch die Frequenz unſerer Studierenden ſich ſeit dem vorigen Semeſter verdoppelt hat und hoffe, daß es nunmehr auch weiterhin bezüg⸗ lich der Frequenz wieder aufwärts geht. Laſſen Sie mich noch darauf hinweiſen, daß es gelungen iſt, die Zuſtimmung des Reichsdozenten⸗ führers zur Gründung einer wiſſen⸗ ſchaftlichen Akademie des NSD⸗ Dozentenbundes an der Univerſität Gießen zu erhalten, die in der morgigen Feier⸗ ſtunde durch den Reichsdozentenführer perſönlich und feierlich begründet werden ſoll. Ich bin be⸗ ſonders ſtolz darauf, daß der Reichsdozentenführer dieſe Gründung perſönlich und vor allem deswegen vornehmen wird, um, wie er ausdrücklich betont hat, die bisher ſchon geleiſtete nationalſozialiſtiſche Arbeit auf wiſſenſchaftlichem Gebiete an der Uni⸗ verſität Gießen anzuerkennen. Die zukünftigen Aufgaben Wenn ich Ihnen in Kürze einen Ausſchnitt über mir beſonders bedeutungsvoll erſcheinende Ereig⸗ niſſe während des vergangenen Jahres an der Univerſität Gießen gegeben habe, ſo geſtatten Sie mir zum Schluß noch einen Ausblick auf die Auf⸗ gaben, wie ich ſie als Rektor für die Zukunft vor mir ſehe. Unſere Univerſität beſitzt wie kaum eine andere eine ideale Ausbaufähigkeit durch die bereits erfolgte umfangreiche Pla⸗ nung und Sicherſtellung von Bau⸗ grund. So liegt bereits ein großzügiger Ge⸗ neralbebauungsplan vor, der jede Mögllichkeit einer Fortentwicklung in ſich ſchließt. Wir beab⸗ ſichtigen ferner die Vielſeitigkeit der Ausbildungsmöglichkeiten und der beſonderen Eigenart unſerer Uni⸗ verſität noch weiter zu vertiefen und auszu⸗ bauen. Wir ſind ſtolz darauf, eine ausgezeichnete Veterinärmediziniſche Fakultät zu beſitzen, welche den Ruhm hat, die älteſte ihrer Art in Deutſchland und die einzige in Weſtdeutſch⸗ land zu ſein. Ein ebenſo ideeller wie realer Wert beſteht in dem Vorhandenſein unſerer land⸗ wirtſchaftlichen Inſtitute. Ich er⸗ wähne ferner die enge Verbindung der Univerſität mit dem Kerckhoff⸗Inſtitut in Bad⸗ Nauheim und die hierdurch bedingte Möglich⸗ keit einer Ausbildung auf dieſem Gebiete, wie ſie wohl einzigartig in Deutſchland ſein dürfte.— Ich verweiſe ferner auf unſere Lupus⸗Heil⸗ ſtätte, die als erſte ihrer Art in Deutſchland in Gießen gegründet wurde, ferner auf die erſt vor kurzer Zeit erbaute Orthopädiſche Klinik ſowie auf das großzügig angelegte und geräumige Phyſiologiſche Inſtitut. Auch die Erb⸗ biologie und Raſſenhygiene hat in Gießen vor ſehr vielen anderen Univerſitäten durch die Errichtung eines eigenen Lehrſtuhles und Gründung eines Inſtitutes vor wenigen Jahren eine Forſchungs⸗ und Lehrſtätte gefunden. Weiter⸗ hin muß unſer Studentenheim und unſer Studentenwerk als vorbildlich angeſprochen werden, denn es iſt bereits ausgebaut wie nur an wenigen anderen Univerſitäten.— Wenn auf dieſe Weiſe den Studierenden Möglichkeiten nach ſehr vielen Richtungen gegeben ſind, ſo möchte ich noch auf die ſportlichen Möglichkeiten hin⸗ weiſen, die zum Teil landſchaftlich gebunden und beſonders günſtige ſind. Wir haben weiterhin die Abſicht, die ſtudentiſchen Kameradſchaf⸗ ten weiter auszubauen und fortzu⸗ entwickeln, und ich glaube, daß die Voraus⸗ ſetzungen hierfür an einer kleineren Univerſität be⸗ ſonders günſtig ſind. So können wir feſtſtellen, daß ein arbeitsreiches Jahr hinter uns liegt. Große Aufgaben auch für die kommende Zeit ſind zu erwarten, die wir uns freuen, in Angriff nehmen zu dürfen. Wenn wir alle heute in dieſer Feierſtunde ſtolz darauf ſein können, daß wir das Glück hatten, im vergange⸗ nen Jahr nicht erfolglos zu arbeiten, ſo verblaßt dieſes naturgemäß vor dem Stols, den wir emp⸗ finden, daß wir in dieſer großen Zeit überhaupt mithelfen durften, verblaßt aber erſt recht vor dem verpflichtenden Stols, den wir darüber emp⸗ finden, Deutſche und Zeitgenoſſen unſeres ein⸗ maligen Führers zu ſein. HOberbürgermeiſter Pg. Ritter Nach dem Bericht des Rektors brachte das Städtiſche Orcheſter das Alegretto ſcherzando aus der 8. Sinfonie von Beethoven zum Vortrag, wo⸗ rauf Oberbürgermeiſter RKitter eine kurze An⸗ ſprache hielt, in der er ungefähr folgendes aus⸗ führte: „Die enge Verbundenheit zwiſchen der Stadt Gießen und ihrer Univerſität kommt heute wieder beſonders zum Ausdruck. Daß der Um⸗ bau der Univerſität möglich geweſen iſt, iſt ein Zeichen der unerſchöpflichen Schaffenskraft unſeres Volkes. Der Initiative des derzeitigen Rektors, Pg. Kranz, iſt es zu danken, daß der Umbau durchgeführt wurde, wie er auch alles daranſetzte, um der Univerſität einen neuen Auf⸗ trieb zu geben. Als Oberbürgermeiſter der Stadt Gießen war es mir daher eine angenehme Ver⸗ pflichtung, bei der Umgeſtaltung des Univerſi⸗ tätsgebäudes mithelfen zu können. Der Eingang zur Ludoviciana hat ſchon lange nicht mehr das repräſentative Geſicht gejeigt, das ihrer großen Tradition entſpricht. Deshalb habe ich mich ent⸗ ſchloſſen, den Umbau, auch an der Straßenfront, durchzuführen, um der Univerſität auch ſchon rein äußerlich das Gepräge zu geben, das ihr zu⸗ kommt. Die Aufgaben, die der Univerſität geſtellt werden, werden erfüllt, zumal ein neuer Geiſt bei der Dozentenſchaft eingezogen iſt. Leider ſtehen der Stadt nicht die Mittel zur Verfügang wie einer Großſtadt. Dafür hat Gießen er andere Vorzüge, die vor allen Dingen dahkin liegen, daß der junge Student hier den Boden zu wirklicher Arbeit vorfindet. Hier in der Kleinſtadt iſt er bald mit ſeinen Dozenten be⸗ kannt und wird raſch aufgenommen in die große Familie. Der ſchöne Garten des Heſſenlandes bietet ihm außerdem Gelegenheit, ſich durch Aus⸗ e aller Art neue Kraft und Sammlung zu olen. Ich übergebe nun dieſe Arbeiten, die dem An⸗ ſang zum weiteren Ausbau der Univerſität dienen, in einem Zeitalter von gewaltiger Größe, in dem es faſt ſchwer fällt, mit dem Ge⸗ ſchehen Schritt zu halten. Der Abwehrkampf des deutſchen Volkes erfordert heute die Anſpannung aller Kräfte. Ihnen, Gauleiter, verſprechen wir, mit aller Kraft an die Aufgaben heranzugehen, um den Weg zu ebnen für eine ſchöne und ſegensreiche Zukunft.“ Nach der Anſprache des Oberbürgermeiſters, die mit der Ueberreichung der Schenkungs⸗ urkunde(über Umbau und Mobiliar) der Stadt an die Univerſität endete, ſprach der Gauleiter. Die Anſprache des Gauleiters Er gab eingangs ſeiner Freude Ausdruck, daß er die Vorausſetzungen, die er bei ſeinem erſten Beſuch in Gießen an die Einrichtungen der Uni⸗ verſität geknüpft habe, mehr und mehr erfüllt ſähe. Insbeſondere, ſo ſagte der Gauleiter wei⸗ ter, danke ich Ihnen, Magnifizenz, daß die Ent⸗ wicklung der Landesuniverſität unter Ihrer Füh⸗ rung ſo ungeheure Fortſchritte gemacht hat. Ihrer Initiative allein iſt es zu danken, daß die Neuweihe der Univerſität trotz des Krieges ſtattfinden kann. Beſonderer Dank gebührt auch dem Oberbürgermeiſter der Stadt Gießen, durch deſſen Tatkraft das Werk durchgeführt wurde. Es gibt heute eine Unzahl von Aufgaben, die der Staat nicht allein bewältigen kann. Deshalb ſind alle maßgebenden Kräfte dazu be⸗ rufen, mitzuhelfen, um die großen Aufgaben des Führers zu erfüllen. Die Univerſität Gießen aber ſoll, wie in der Vergangenheit, eine Muſteranſtalt geiſtiger Erziehung ſein, und ich werde alles daranſetzen, daß die Vorausſetzungen dafür geſchaffen werden. Par⸗ tei, Staat und Stadt werden auf das engſte zu⸗ ſammenwirken, um die Aufgaben des Rektors zu unterſtützen und zu fördern. Darüber hin⸗ aus richte ich an die Dozentenſchaft und beſon⸗ ders an die Hochſchulgeſellſchaft den Appell, nach wird unſere Jugend von dem Geiſt beſeelt ſein, den der Führer von ihr fordert. Die Ludwigs⸗ univerſität ſoll den Willen des Führers zur Tat werden laſſen und den Nachwuchs heran⸗ bilden, den das Reich als beſte Aufbaukraft braucht. Ganz beſonders ſtolz ſind wir darüber, daß die Aufbaumöglichkeiten gerade im Kriege einen ſo ſtarken Auftrieb erhalten haben. in einer Zeit, in der das deutſche Volk alles für die Er⸗ ringung ſeiner äußeren Freiheit einſetzt. Wo in der ganzen Welt gibt es ein Volk, das in der Lage wäre, trotz des größten Kampfes auch den inneren Aufbau vorwärtszutreiben? Der Gauleiter erinnerte dann an den feſten Wall, der ſich vom Nordkap bis nach Spanien hinzieht und fuhr darauf fort: Wir brauchen heute nicht mehr über den Sieg zu reden, denn der Führer hat den Sieg bereits errungen. Ein Volk aber, das ſolche Kraft beſitzt, wie das deut⸗ ſche, bricht allen Widerſtand. Das große Ziel des Führers, den Frieden der Welt zu ſichern, wird in Erfüllung gehen. Unſeren Gegnern aber wird es für alle Zeiten unmöglich ſein, uns je wieder anzugreifen. Auch der heutige Weihe⸗ akt iſt ein Zeichen unſerer Kraft. Kräften an dem Aufbau mitzuwirken. Dann ————:,⏑:ʒyñ— So übergebe ich hiermit den Umbau und Er⸗ neuerungsbau der Oeffentlichkeit. Uns alle aber erfüllt der innere Stolz, mit dazu beigetragen zu haben zu dem großen Werk des Führers, zur Erringung von Deutſchlands Größe und Machtſtellung in der Welt. Abſchließend brachte der Rektor den Treuegruß auf den Führer aus, an den ſich das Deutſchland⸗ und das Horſt⸗Weſſel⸗Lied an ſchloſſen. Der Nachmittag brachte eine Führung durch. das neuerrichtete zahnärztliche Inſtitut der Univerſität in der Wilhelmſtraße und am Abend den Vortrag des Leiters des Haupt⸗ ſchulungsamtes der NSDOAP, Hauptbefehlsleiter Schmidt, über das Thema:„Die national⸗ ſozialiſtiſche Weltanſchauung ſchafft eine neue europäiſche Ordnung“ in der großen Aula der Univerſität. Wir werden über dieſe beiden Ver⸗ anſtaltungen in unſerer Montagausga be ausführlich berichten. Montag, 4. November 1940 /Nummer 306 Der Abend des erſten Feſttages der Univer⸗ ſität brachte eine Kundgebung mit Par⸗ tei und Wehrmacht in der Univerſitätsaula mit der bedeutſamen Rede des Leiters des Hauptſchulungsamtes der NSDAP, Pg. Schmidt. Vortrag Hauptbefehlsleiter Pg. Schmidt Am Samstag fand im Rahmen der Univer⸗ ſitätswoche in der Aula eine Kundgebung der Univerſität, Partei und Wehrmacht ſtatt, an der Vertreter der Wehrmacht, Profeſſoren, zahlreiche Politiſche Leiter und die Jugend teilnahmen. Der Kundgebung wohnten auch Kreisleiter Backhaus und Kreisobmann der DAF, Katzenmeier bei. Der Rektor der Univer⸗ ſität, Profeſſor Dr. Kranz. eröffnete die Kundgebung, der die Kreiskapelle unter der Leitung von Muſikmeiſter Schleufe eine würdige Umrahmung gab. Der Leiter des Hauptſchulungsamtes der NSDAP, Hauptbefehlsleiter Pg. H5nd ſprach dann über das Thema„Die national⸗ ſozialiſtiſche Weltanſchauung ſchafft eine neue europäiſche Ordnung“. Seine Ausführungen waren für die Zuhörer ein Erlebnis, weil ſie Klarheiten über viele Dinge brachten. In einer roßen Linie zeigte der Redner die Voraus⸗ ſetzungen und Kräfte auf., die den geiſtig⸗ſeeliſch⸗ weltanſchaulichen Nährboden der revolutionären Idee des Nationalſozialismus abgaben. Am Ende des Weltkrieges, der das Chaos noch ver⸗ mehrte, trat der unbekbannte Soldat des Welt⸗ krieges, Adolf Hitler, Clemenceau, dem Manifeſtanten des 19. Jahrhunderts, gegen⸗ über. Der Führer hatte an der Front die Cha⸗ rakterwerte des deutſchen Soldatentums erlebt, und aus dieſem Erlebnis wuchs ihm der Wille zum Proteſt. Bei dieſem Proteſt wuchſen ihm die Erkenntniſſe neuer Geſetze, und ſo ging ſeine revolutionäre Idee von dem Erlebnis des großen Krieges, als der Wiedergeburt germa⸗ niſch⸗deutſcher Charakterwerte und von dem Auswerten der Fehlkonſtruktion der Weimari⸗ ſchen Republik aus. Seine neue Idee baſierte auf der Erkenntnis des Blutes und der Raſſe und ſomit auf dem Volke. Sie wurde der größte Proteſt der Welt überhaupt und wuchs als poli⸗ tiſche Oppoſition zu einer politiſchen Macht. Ihr ſtehen als weltanſchauliche Geg⸗ ner die univerſelle Kirche und die marxiſtiſch⸗ liberaliſtiſche Ideologie gegenüber deren ge⸗ ſchichtliche Wirkſamkeit der Redner in anſchau⸗ licher Weiſe kennzeichnete. Während die Zu⸗ gehörigkeit zu den Ideologien der Gegner von einem Willensentſcheid abhängig iſt, iſt bei der revolutionären Idee des Nationalſozialismus die Zugehörigkeit zum Volke nicht in die Ent⸗ ſcheidung des einzelnen gelegt, ſondern durch eine höhere Ordnung, durch allgemein gültige Geſetze beſtimmt, die eine Darſtellung der ewig gültigen und göttlichen Schöpfung ſind. Jeden Verſuch eines einzelnen, ſich über dieſe Geſetze hinwegzuſetzen, ſtraft die Natur mit dem Tode der Sippe. 1 1 Der Nationalſozialismus fordert von ſeinem Träger beſtimmte Charakterwerte und eine Lei⸗ ſtungskapazität. Die Aufgabe des einzelnen iſt es, dieſe Charakterwerte zum Ausdruck zu bringen und als Glied der Sippe die übernom⸗ menen Werte zu verbeſſern und weiterzugeben. — In ausgezeichneter Weiſe definierte dann der Redner die Volkwerdung der Deut⸗ ſchen als Erziehungs⸗ und Führungsleiſtung der revolutionären Idee des Nationalſozialis⸗ mus. Die Revolution bezeichnete er als eine Ballung und Mobiliſierung aller Kräfte zur Er⸗ haltung des Volkes. Die völkiſche Idee errang bei der Saarabſtimmung den erſten entſcheiden⸗ den Sieg, aus dem ſich logiſcherweiſe die Rück⸗ gliederungen der Oſtmark, des Sudetengaues und die Klärung der Fragen im Oſten ergeben mußten. Die alte Weltanſchauung erkante nicht die Kraft und die Dynamik der neuen national⸗ ſozialiſtiſchen Idee, und darum müſſen unſere Gegner von heute überall zu ſpät kommen und naturnotwendig unterliegen. In intereſſanter Weiſe ſprach Pg. Schmidt über den Faſchismus und den Nationalſozialis⸗ mus, wobei er die Abgrenzungen der Macht⸗ poſitionen und der Raumfragen eingehend er⸗ läuterte. Wir wollen nicht das heilige römiſche Reich deutſcher Nation, das unter der univer⸗ ſellen Idee der Kirche einmal geſcheitert iſt, ſondern das germaniſche Reich deut⸗ ſcher Nation, und ſo bilden die beiden Kraftquellen des Faſchismus und des Natio⸗ nalſozialismus die europäiſche Macht der Achſe. die Frankreich und England in die Poſition zwingt, in der ſie ſich immer befanden, wenn Europa ſtark war. Weiterhin führte der Redner aus, wie aus der nationalſozialiſtiſchen Weltanſchauung die Idee des Reiches wächſt, das für die Deut⸗ ſchen im Ausland bereits ein Mythos iſt und für die anderen Staaten der Begriff der Volk⸗ werdung der Deutſchen.— In anſchaulicher Weiſe erläuterte er weiter die Idee des Reiches, von der Größe und von der Raumpolitik aus geſehen und machte verſtändlich. wie der Deutſche nicht herrſchen wie der Engländer, ſondern führen das heißt neue Kräfte wecken will. Dieſer Führung werden ſich die jungen europäiſchen Völker willig anſchließen. Das Reich, die Sendung Adolf Hitlers und die natio⸗ nalſozialiſtiſche Bewegung ſchaffen eine neue deutſche Lebensordnung und dadurch auch eine neue Völkerordnung. Die Ausführungen wurden mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommen. Der Sonntag Der zweite Tag der Univerſitätsfeierlichkeiten ſtand ganz im Zeichen der Gründung und Er⸗ öffnung der iſſenſchaftlichen Aka⸗ demie des SD⸗Dozentenbundes an der Univerſität Gießen, die durch die Anweſenheit des Gauleiters und Reichsſtatthalters in Heſſen, 9 Pg. Sprenger, und des Reichsdozenten⸗ führers, Pg. Prof. Dr. Schultze, München, ihr beſonderes Gepräge erhielt. Beethovens 1. Satz aus dem Streichquartett Opus 18 in F⸗Dur. ausgeführt durch das Streich⸗ quartett des Städtiſchen Orcheſters, leitete über zu der Begrüßungsanſprache des Rektors, Pg. Kranz, der ſeiner beſonderen Freude Aus⸗ druck gab, den Gauleiter ſowie den Reichs⸗ dozentenführer in Gießen begrüßen zu können. Sein weiterer Gruß galt den zahlreich erſchie⸗ nenen Ehrengäſten von Partei, Wehrmacht, Staat und Stadt. Er gab abſchließend der feſten Hoffnung Ausdruck, daß der Reichsdozenten⸗ führer mit der neu errichteten Akademie Ehre einlegen könne. Dann ergriff der Reichsdozentenführer Prof. Dr. Pg. Schultze, das Wort, der zum Jahre des fünfjährigen Beſtehens des NSD⸗Dozenten⸗ bundes über das Thema:„Die Verpflichtung der deutſchen Wiſſenſchaft am Aufbruch einer neuen Weltordnung“ ſprach. 4 Der Redner führte u. a. aus:„Wir erleben heute die Erfüllung der Sehnſucht aller Deut⸗ ſchen im Reiche Adolf Hitlers. In unſerer Zeit vollzieht ſich auch die große geiſtige Wand⸗ lung der Weltordnung, denn in dieſem Kriege geht es nicht um die Sicherung der ma⸗ teriellen Exiſtenz unſeres Volkes allein, ſondern die neue Weltanſchauung führt auch eine neue Wiſſenſchaft zum Sieg über die wirklichkeits⸗ fremde Wiſſenſchaft der wiſſensarmen Völker. Schon vor Beginn der großen Auseinander⸗ ſetzung wurde der deutſche Wiſſenſchaftler der geiſtige Soldat des Führers. So war auch der Beginn des Krieges für die Wiſſenſchaftler der Aufruf zum Marſch in die Entſcheidung. Und auch heute raſten unſere Wiſſenſchaftlicher nicht. In unabläſſiger Arbeit ſuchen ſie ſich der Hel⸗ dentaten ihrer Kameraden an der Front würdig zu erweiſen, daß in der revolutionären Gewalt der neuen Wiſſenſchaft unſeres Volkes die„Uni⸗ verſalität“ der heterogenen Geiſtesmächte unſe⸗ rer Gegner dahinſchwindet.“ Der Redner ging dann auf die Arbeit des NSD⸗Dozentenbundes ein und betonte, daß der erſte Abſchnitt der Erneuerungsarbeit an den Hochſchulen gekennzeichnet iſt durch die Ge⸗ winnung der kämpferiſchen und ſchöpferiſchen Menſchen an den einzelnen Hochſchulen. Der zweite Abſchnitt dieſer Entwicklung führte dann zu der Ausrichtung der kleinen Ge⸗ meinſchaften an den einzelnen Hochſchulen auf das gemeinſame Ziel aller deutſchen Wiſſen⸗ ſchaftler. Die geiſtige Stärke des Reiches So ſind die wiſſenſchaftlichen Akademien des NSD⸗Dozentenbundes die entſcheidenden Kampf⸗ plätze der Revolution von Hochſchule und Wiſ⸗ V ſenſchaft. Als zentralen Arbeitskörpern der Hochſchulen obliegt allen Akademien gemeinſam die Schaf⸗ fung einer echten Univerſitas und die einheitliche Grundausrichtung aller Fachwiſſenſchaften durch den Einſatz der geballten Kraft. denn nur von innen heraus kann die deutſche Hochſchule gewandelt werden. Der dritte Abſchnitt der Geſchichte des NSD⸗Dozentenbundes wurde eingeleitet durch die 1. Reichstagung der wiſſenſchaftlichen Aka⸗ demien in München im Sommer 1939. Kenn⸗ zeichnend für dieſe Etappe iſt im beſonderen die Ausrichtung der wiſſenſchaftlichen Gemeinſchafts⸗ arbeit der Dozenten auf die lebenswichtigen Aufgaben unſeres Volkes. Der Redner gab dann ſeiner Freude Ausdruck, die wiſſenſchaftliche Akademie an der Ludwigs⸗ univerſität in Gießen eröffnen zu können und ſchloß den Wunſch an, daß die bisherigen An⸗ fänge revolutionärer Hochſchultätigkeit auch in Gießen zu einem vollen Erfolg führen möchten. Nicht nur für die deutſche Wiſſenſchaft, ſo fuhr der Redner fort, bedeutet die völkiſche Erneue⸗ rung durch den Nationalſozialismus die größte Befreiungsaktion der Geiſtesge⸗ ſchichte. Durch die Säuberungsaktion der na⸗ tionalſozialiſtiſchen Führung iſt das deutſche Volkstum von den kulturloſen Geiſtesbarbaren erlöſt worden. 3 Heute ſchreiten wir in dem großen ſoldatiſchen und politiſchen Ringen über die Grenzen des Reiches hinaus in ein Stadiumder Welt⸗ entſcheidung. Die Frage der geiſtigen Füh⸗ rung des Deutſchtums für Europa iſt ebenſo entſchieden, wie die Frage der politiſchen und wirtſchaftlichen Führung. Auch der gei ſtige Sieg wird unſer ſein. Glauben und Geiſt des ewig Deutſchen aber iſt verkörpert in der Perſon des Führers, dem auch nur deshalb die Schaffung des Reiches gelang. Mehr aber als von der Sicherung der Macht iſt der Ewigkeits⸗ beſtand dieſes Reiches abhängig von der ewigen Lebendigkeit und Kraft der geiſtigen Stärke des germaniſch⸗deutſchen Menſchen. Adolf Hitler verwirklichte die Sehnſucht unſe⸗ rer Ahnen und übergibt ſein Werk dem ewigen Strom deutſchen Blutes, unſeren Kindern und Kindeskindern, als Geſchenk und Erbe. Wir alle aber wollen uns glücklich ſchätzen, daß wir bis⸗ her ſchon unſerem Führer haben helfen können am Bau dieſes ewigen Reiches. Wir wollen ge⸗ loben, an ſeinem Ausbau auf dem uns über⸗ tragenen Gebiet weiter zu arbeiten mit aller Kraft, auf daß einſtmals vor der Geſchichte neben dem deutſchen Schwert beſtehen win deutſüer Glaube und deutſcher eiſt. 4 Feſtrede Profeſſor Dr. haag — 1 Nach der feierlichen Eröffnung der Akademie durch den Reichsdozentenführer nahm der Leiter des Amtes Wiſſenſchaft des NSD⸗Dozentenbun⸗ des Gießen, Profeſſor Dr. Haag, das Wort zu ſeiner Feſtrede. Sie galt den Beziehungen ſeines Fachgebietes, der Hygiene, zu den Geiſtes⸗ wiſſenſchaften. Die Lehr⸗ und Forſchungsaufga⸗ ben der Hygiene(Geſundheitswiſſenſchaft) um⸗ faſſen die Schadenverhütung und die Leiſtungs⸗ ſteigerung. Während die Schadenverhütung eine Aufgabe des Staates iſt, der durch Geſetze die von außen auftreffenden Schädlichkeiten be⸗ kämpft, iſt die Leiſtungsſteigerung eine erziehe⸗ riſche Aufgabe der Partei, die den einzelnen dem Gebot unterwirft, eine geſundheitlich richtige Lebensführung einzuhalten. Die letztere Aufgabe tritt in der Geſundheitspolitik inmer mehr in den Vordergrund. Manche Aufgaben laſſen ſich überhaupt nur durch die Erziehung und durch die Geſtaltung der öffentlichen Meinung löſen. Beiſpielsweiſe iſt die außerordentliche Herab⸗ ſetzung der Säuglingsſterblichkeit die Folge einer anhaltenden Müttererziehung. Der Kampf gegen den Genußmittelmißbrauch wird ebenfalls auf dieſem Wege fruchtbar ſein. Das bekannte Al⸗ koholverbot in den Vereinigten Staaten ſchei⸗ terte daran, daß die öffentliche Meinung dage⸗ hen ſtand, die ſtärker war als das erlaſſene Ge⸗ aus dieſem Kampf um die innere Selbſtbehaup⸗ tunc-c— 4 Der Vortragende ging dann ausführlich auf den Niedergang des deutſchen Idealismus in der Syſtemzeit und auf den erneuten Aufſtieg dieſer Geiſteshaltung in den letzten Jahren und be⸗ ſonders während des gegenwärtigen Krieges ein und beſprach die Vorausſetzungen für die Er⸗ haltung dieſer Geiſteshaltung. Neben der Staatsführung auf ſittlicher Grundlage iſt vor allem die ſelbſtverantwortliche Leiſtung nötig, welche durch die Uebertragung der Autorität vom Familienvater auf den Staat in den letz⸗ ten Jahrzehnten weſentlich eingeſchränkt wurde. Andererſeits bringt die Abwandlung des techni⸗ ſchen Zeitalters eine Ausgliederung zahlreicher ſelbſtverantwortlicher Leiſtungen mit ſich. Die nationalſozialiſti Loſung vom Blut und Bo⸗ den gibt dem Wzelnen ſeinen individuellen Stand bei blutmäßiger Verflechtung im ganzen Volk und die Bindung der ſittlichen Regungen in der Kulturgemeinſchaft des deutſchen Volkes. Den Abſchluß bildete die Beziehung zur Aeſthetik, indem die Kunſtbetrachtung die geiſtige Erholung und Löſung von der Spannung zweck⸗ gerichteten Denkens darſtellt. Anſchließend dankte der Rektor, Pg. Kranz, für die Ehre, die ihm durch die Uebergabe der Akademie zuteil geworden ſei und für das Ver⸗ trauen, das der Reichsdozentenführer in die na⸗ tionalſozialiſtiſche Wiſſenſchaft geſetzt habe. Die Gießener Akademie werde alles daranſetzen, um nicht in den Anfängen ſtehen zu bleiben, ſon⸗ dern allzeit tätig zu ſein im Dienſte der deut⸗ ſchen Gemeinſchaft. Er verkündete anſchließend das einſtweilige wiſſenſchaftliche Arbeitsprogramm(wir berich⸗ teten über die genauen Einzelheiten bereits ausführlich in einem früheren Artikel) der neuen Akademie und ſchloß die Weiheſtunde mit dem Gruß an den Führer. I Zwei wertvolle Beſichtigungen Zahnärztliches Inſtitut Am Sonntagnachmittag fand eine Beſichti⸗ gung des Zahnärztlichen Inſtitutes durch den Gauleiter und den Reichsdozenten⸗ führer ſtatt. Das Zahnärztliche Inſtitut, das nach den Plänen des Regierungsbaurats Ger⸗ lach vorerſt in der„Balſerſchen Stiftung“ in der Wilhelmſtraße untergebracht iſt, und unter der Leitung des Zähnarztes Dr. Schott ſteht, iſt nach dem Inſtitut der Univerſität Roſtock das beſtens und nach den modernſten wiſſenſchaft⸗ lichen Erfahrungen eingerichtete Inſtitut, wie wir bereits in einem früheren Artikel ausführ⸗ lich berichteten. 1 Die Auosſtellung Von hier aus begaben ſich die Feſtgäſte zur Eröffnung der Ausſtellung„Land⸗ ſchaftsgebundene Wiſſenſchaft„ wo der Gauleiter und der Reichsdozentenfuhrer von dem Leiter der Ausſtellung, Dozent Dr. Karl Heidt begrüßt und mit dem Aufbau vertraut gemacht wurden. Wie Dr. Heidt mitteilen konnte, haben ſich 25 Profeſſoren und Dozenten mit ihren Arbeiten an dieſer Ausſtellung be⸗ teiligt.— Die mit reichlichem Bild⸗ und An⸗ ſchauungsmaterial ausgeſtattete Ausſtellung, die in mehrere Abteilungen gegliedert iſt, bietet in ihrer Vielſeitigkeit einen intereſſanten Einblick in die landſchaftsgebundenen wiſſenſchaftlichen Forſchungsarbeiten an unſe rer Univerſität. Die Profeſſoren und Dozenten gaben den Ehren⸗ gäſten die Erläuterungen zu ihren Ausſtellun⸗ gen. Der Rektor, Profeſſor Dr. Kranz. machte zu einer Schau über die„Erb⸗ und Raſſenfor⸗ ſchung in Heſſen“ beſonders auf die Reſiduen der Rheinlandbeſatzung und auf die Erbforſchung mit Hilfe der Zwillingsmethode aufmerkſam. Profeſſor Dr. Storck bot eine Vergleichsſchau über die„Sterblichkeit an Embolien“. Das Auftreten des Wundſtarrkrampfes in Oberheſſen war Gegenſtand der von Profeſſor Dr. Bern⸗ hard durchgeführten Schau. Das Vorkommen der Wundſtarrkrampf⸗(Tetanus)keime bei den verſchiedenen Verletzungen in Oberheſſen brachte Dr. habil. Rathcke zur Darſtellung. Pro⸗ feſſor Dr. Brüggemann gab Erläuterungen zu ſeinen Forſchungen über„Die Taubſtummhei⸗ ten in Heſſen“ und über„Die Tuberkuloſe der oberen Luftwege“ in ſeiner Heilſtätte Selters⸗ berg, der einzigen ihrer Art in Deutſchland und Europa.„Die Verbreitung der Haut⸗Tuberku⸗ loſe in Heſſen⸗Naſſau und in Kurheſſen“ war das Leitwort einer von Profeſſor Dr. W. Schultze veranſtalteten Ueberſicht. Die Veterinär⸗medi⸗ ziniſche Fakultät war durch„Veterinärhygie⸗ niſche Forſchungen“ von Profeſſor Dr. Beller und Dr. Schwarzmaier, mit Darſtellungen der Unfruchtbarkeit des Rindes mit beſonderer Berückſichtigung der„Trichomonadenſeuche“ von Profeſſor Dr. Küſt, der ſich im Felde befindet und mit Darſtellungen der Wildkrankheiten von Profeſſor Dr. Krauſe vertreten. Die Philo⸗ ſophiſche Fakultät. II. Abteilung, brachte Arbeiten der Geographiſchen Abteilung der Heſſiſchen Landesforſchung des Prorektors Profeſſor Dr. Klute, eine wirtſchaftliche Raumforſchung von Profeſſor Dr. Willeke, eine mineralogiſche Forſchung von Profeſſor Dr. Lehmann, der z. Zt. bei der Wehrmacht iſt und von Studienrat Dr. Flörke, die Arbeiten von Profeſſor Dr. Küſter über„Mikroorga⸗ nismen heſſiſcher Standorte“ und ſehr inter⸗ eſſante Aufnahmen heſſiſcher Gallenflora, ferner die Arbeiten von Dozent Dr. Heidt über heſ⸗ ſiſche Heilpflanzen und die pflanzengeographiſche Erforſchung des heſſiſchen Raumes, die ſehr inter⸗ eſſanten Blutlinientafeln aus der bodenſtän⸗ digen Tierzucht von Profeſſor Dr. Vogel ſowie ferner die vielſeitigen Arbeiten von Profeſſor Dr. Seſſous, unter denen die Forſchungsarbei⸗ ten über die Sojabohne und die neue Saflor⸗ Oelpflanze einen beſonderen Raum einnehmen, ſchließlich die Buchenforſchung von Profeſſor Dr. Funk, die von Profeſſor Dr. Köttgen neu⸗ ausgearbeitete Bodenertragsforſchung, ſowie die geologiſchen Forſchungen der Profeſſoren Dr. Hummel, der 5. Zt. bei der Wehrmacht iſt. und Dr. Klüpfel. Die Geiſteswiſſenſchaften, die Philoſophiſche Fakultät I. Abteilung, bringt die vechtliche Volkskunde von Profeſſor Dr. Frölich, die Muſikforſchung von Profeſſor Dr. Gerber, das mit zahlreichen Bildaufnahmen verſehene Gebiet der kunſtwiſſenſchaftlichen For⸗ ſchung in Heſſen und im Rhein⸗Main⸗Gebiet von Profeſſor Dr. Rauch, die ſehr umfang⸗ reiche Arbeit der Heſſiſchen Vereinigung für Volkskunde von Oberbibliothekar Profeſſor Dr. Hepding und die Darſtellungen der hiſtori⸗ ſchen Landeskunde von Profeſſor Dr. Tellen⸗ bach.— Im Vorraum zur kleinen Aula fan⸗ den die Modelle der von Regierungsbaurat Gerlachentworfenen Neubauten der Univerſi⸗ tät im Vorraum zum Frühſtückszimmer im Erd⸗ geſchoß das Modell der Ski⸗Hütte auf dem Hoherodskopf Aufſtellung. Der Sonntagabend brachte einen Vor⸗ trag des Leiters des Raſſenpolitiſchen Amtes der NSDAP. Oberdienſtleiters Prof. Dr. Groß⸗ Berlin, über„Raſſe und Weltbild“, worüber wir in unſerer Dienstagausgabe berichten werden. Dienstag, 5. November 1940„ Nummer 30. —yyy— Bener niverſitätswoche ſprach am Baniagebenn in der großen Aula der Leiter des Ra ſepakitiſchen Amtes der NSSA—. Pro⸗ feſſor Dr. Groß⸗Ber h Naſſe und Weltbilde, Einleitend äußerte ſich Volk herantrat und daß es ſich dabei in 165 Hauptſache um die Beantwortung konkreter Fragen auf akademiſche Art handelte. Die Füh⸗ lung mit dem Volke fehlte dabei, und das iſt der Punkt, in dem ſich die Auseinanderſetzung mit dem Volke von damals und von heute grund⸗ Dr. Seſſous, unter denen die Forſchungsarbei⸗ ten über die Sojabohne und die neue Saflor⸗ Oelpflanze einen beſonderen Raum einnehmen, ſchließlich die Buchenforſchung von Profeſſor Dr. Funk, die von Profeſſor Dr. Köttgen neu⸗ ausgearbeitete Bodenertragsforſchung, ſowie die geologiſchen Forſchungen der Profeſſoren Dr. Hummel, der 5. Zt. bei der Wehrmacht iſt. und Dr. Klüpfel. Die Geiſteswiſſenſchaften, die Philoſophiſche Fakultät I. Abteilung, bringt die vechtliche Volkskunde von Profeſſor Dr. Frölich, die Muſikforſchung von Profeſſor Dr. Gerber, das mit zahlreichen Bildaufnahmen verſehene Gebiet der kunſtwiſſenſchaftlichen For⸗ ſchung in Heſſen und im Rhein⸗Main⸗Gebiet von Profeſſor Dr. Rauch, die ſehr umfang⸗ reiche Arbeit der Heſſiſchen Vereinigung für Volkskunde von Oberbibliothekar Profeſſor Dr. Hepding und die Darſtellungen der hiſtori⸗ ſchen Landeskunde von Profeſſor Dr. Tellen⸗ bach.— Im Vorraum zur kleinen Aula fan⸗ den die Modelle der von Regierungsbaurat Gerlachentworfenen Neubauten der Univerſi⸗ tät im Vorraum zum Frühſtückszimmer im Erd⸗ geſchoß das Modell der Ski⸗Hütte auf dem Hoherodskopf Aufſtellung. Der Sonntagabend brachte einen Vor⸗ trag des Leiters des Raſſenpolitiſchen Amtes der NSDAP. Oberdienſtleiters Prof. Dr. Groß⸗ Berlin, über„Raſſe und Weltbild“, worüber wir in unſerer Dienstagausgabe berichten werden. Dienstag, 5. November 1940„ Nummer 30. —yyy— Bener niverſitätswoche ſprach am Baniagebenn in der großen Aula der Leiter des Ra ſepakitiſchen Amtes der NSSA—. Pro⸗ feſſor Dr. Groß⸗Ber h Naſſe und Weltbilde, Einleitend äußerte ſich Volk herantrat und daß es ſich dabei in 165 Hauptſache um die Beantwortung konkreter Fragen auf akademiſche Art handelte. Die Füh⸗ lung mit dem Volke fehlte dabei, und das iſt der Punkt, in dem ſich die Auseinanderſetzung mit dem Volke von damals und von heute grund⸗ che Führung gilt es auch heute nicht, dem olke immer neue Gedanken vorzuſetzen. So lange der Führer nichts Neues ſagt, weiß ja auch kein anderer etwas Neues zu ſagen. Es handelt ſich heute vielmehr darum, dem Volke in neuer und anregender Form immer wieder dasſelbe zu ſagen, ſo daß im Verlaufe von viel⸗ leicht dreißig 8 ihren das Denken des Deutſchen umgeformt, und dem Volke eine einheit⸗ liche geiſtige Richtung gegeben iſt.— Dr. Groß hob hervor, daß auch er nicht beabſich⸗ tige, in ſeinem Vortrag etwas Neues zu ſagen. Auch für ihn komme es wie für jeden anderen Redner darauf an, das bereits bekannte Ge⸗ dankengut über das zur Diskuſſion ſtehende Thema von neuen Geſichtspunkten her zu be⸗ andenn und auf dieſe Weiſe das national⸗ ozialiſtiſche Denken dem deutſchen Volke„einzu⸗ exerzieren“. 5 Zum Thema„Raſſe und Weltbild führte er aus, daß das Problem Raſſe für un⸗ nicht nur in biologiſcher Hinſicht beſteht. Gleich⸗ wichtig erſcheint ihm die Auswirkung der bluts⸗ mäßigen Bindungen, alſo die Auswirkung des Raſſegedankens auf die große Gemeinſchaft als ſolche, und auf Bild und Haltung des einzelnen Aus der Haltung des einzelnen erſteht die Hal⸗ tung des Volkes und der Völker in ihren raſ⸗ ſiſchen und charakterlichen Sonderheiten. Dieſe Sonderheiten bedingen die nationalen Eigen⸗ heiten, die ihrerſeits wieder ihre blutsmäßiger Bindungen haben. Was nicht nationale Eigen⸗ art hat, iſt wertlos und führt zu dem inter nationalen Wahnwitz des jüdiſchen Marxismus Aber gerade der Marxismus hat ja, wie den Redner näher ausführte, bereits auf„national“ umgeſchaltet. Aus der Ungleichheit der nationalen Einſtel⸗ lungen entſtehen nationale Feindſchaften. nd daraus geht dann hervor, daß eben, entgegen der internationalen Gleichſtellungstheorie, nicht Menſch gleich Menſch iſt, daß nicht der Kultur⸗ deutſche z. B. auf eine Stufe mit dem Menſchen aus dem afrikaniſchen Buſch geſtellt werden kann. Nicht anders verhält es ſich mit der An⸗ wendung des Rechtsbegriffs. Gewiß ſoll jedem ſein Recht werden, aber das Recht, das jedem gemäß iſt. Füt den führenden Staatsmann muß es ein anderes Recht geben als z. B. füt den letzten Mitläufer einer internationalen Theorie.— Zuſammenſchluß auf Grund des Be⸗ ſtandes einer gleichen erblichen Anlage iſt not aus der der erſte wie der letzte Mann des Staa⸗ tes hervorgegangen iſt. Nur von den gleichen Erbanlagen her kommen wir zur gleichen Welt⸗ anſchauung und von da zum Letzten und Höch⸗ ſten, zur idealen Volksgemeinſchaft. Sie iſt es der ſich ſchließlich auch der ſtarke Einzelmenſ unterzuordnen hat, ohne indes ſeine beſonderen ſeeli een Eigenſchaften verkümmern laſſen zu müſſen. ſaßti unterſcheidet. Für die nationalſoziali⸗ B Endzweck, desgleichen nicht das Hinwegſchreiten über Weimar oder ſogar die Ueberwindung von stiſtungsurkunde der Stadt Gleßen Im folgenden veröffentlichen wir die Stif⸗ tungsurkunde der Stadt Gießen im Wortlaut: Der Oberbürgermeiſter der Stadt Gish bas ſich entſchloſſen, mit Genehmigung des Herrn Neichsſtatthalters und Gauleiters Sprenger der Ludwigs⸗Univerſität zu Gießen zum Zeichen d engen Verbundenheit und um der Größe de Gegenwart ſichtbaren Ausdruck zu geben, das Vorleſungsgebäude im Innern neu zu geſtal⸗ ten, einen Empfangs⸗ und Senats⸗Sitzungsſaal auszubauen und eine Univerſitäts⸗Diele für die Studierenden zu ſchaffen. Gleichzeitig werden die für dieſe Räume erworbenen Einrichtungs⸗ und Ausſtattungsgegenſtände der Ludwigs⸗ Univerſität mit dem heutigen Tage übereignet. Damit ſoll der Univerſität der Dank der Stadt Gießen für die jahrhundertelange gedeih⸗ liche Zuſammenarbeit abgeſtattet werden mit der gleichzeitigen Verſicherung, auch fernerhin mit allen Kräften für ſie eintreten zu wollen.“ Gießen, den 2. November 1940. gez. Ritter, Oberbürgermeiſter und Ehrenſenator der Ludwigs⸗Univerſität. rouaezu A:030 Aoug 421lsroa d pun aznlA. suoſed pun 123lolnud zuua dA 20 8 anuu zond 10½ 1eaoad 1331 10181ourae3ared eed eleens -1- Joxa oed:sauoor uoA uluv usdolxd 1ep u 1MMuasod 100. Blick in den neugestalteten Vorraum des Universitätsgebäudes. Im Hintergrund der Eingang zur großen Aula. Foto: Winterhoff. 2, Die neugestaltete Straßenfront vor dem Universi tätsgebäude mit der großen Auffahrt. Foto: Winterhoff. Mittwoch, 6. November 1940 /Nummer 308 Das zahnärztliche Inſtitut der Univerſität Der Rektor der Univerſität, Profeſſor Dr. Kranz, ſagte anläßlich des Feſtaktes zur Er⸗ öffnung der Gießener Univerſitätswoche in ſei⸗ nem Jahresbericht u. a.,„daß es ſich als drin⸗ gend notwendig erwies, den ſchon ſeit Jahren gehegten Plan der Einrichtung eines zahn⸗ ärztlichen Inſtitutes in die Tat umzu⸗ ſetzen. Daß dies trotz der notwendigen Rohſtoff⸗ einſchränkung und des ſparſamſten Gebrauches finanzieller Mittel, unter allen Umſtänden durchgeführt werden mußte, ergab ſich vor allem daraus, daß durch die Prüfungsordnung für ’ Medizinſtudierende auch ein Kolleg über Zahn⸗ V heilkunde gefordert wurde. Das, wie erwähnt, ſeit Jahren geplante Vorhaben der Gründung eines zahnärztlichen Inſtitutes. durchzuführen, war jedoch nur möglich durch die tatkräf⸗ tige Hilfe unſeres Gauleiters, dem wirſon dieſer Stelle auch hierfür ganz beſonders hanken.“ Dieſes zahnärztliche Inſtitut, mit dem eine Poliklinik verbunden iſt, und das unter der Leitung des praktiſchen Zahnarztes Dr. Carl Schott(übrigens eines Oberheſſen) ſteht, der an den Univerſitäten Würzburg, Mar⸗ burg und Gießen ſtudiert hat, wurde in der Balſerſchen Stiftung in der Wilhelmſtraße untergebracht. Es iſt jederzeit erweiterungsfähig und ſoll ſpäter in dem großen Kliniksbau untergebracht werden, der an der Frankfurter Straße zu ſtehen kommt, und der außer dem Inſtitut für Erb⸗ und Raſſenpflege auch die Univerſitäts⸗ Apotheke aufnehmen wird. Die feierliche Eröffnung des zahnärztlichen Inſtitutes wurde durch den Rektor der Univer⸗ ſität, Profeſſor Dr. Kranz, in deſſen Beglei⸗ tung ſich Kreisleiter Backhaus, Oberbürger⸗ meiſter Ritter, ſowie der Senat und die Pro⸗! ſeſſoren befanden, vorgenommen. Der Leiter des Inſtituts, Dr. C. Schott, nahm dabei Gele⸗ genheit, dem Rektor an dieſer Stelle ſeinen Dank für den ihm übertragenen Lehrauftrvag an dem neugeſchaffenen zahnärztlichen Inſtitut der Univerſität abzuſtatten. Dabei ging er auch auf die Vorgeſchichte des Inſtituts ein. Wie er ausführte, gingen die erſten Beſtrebun⸗ gen einer Angliederung der zahn⸗mediziniſchen Fakultät an die mediziniſche Fakultät bis auf das Jahr 1899 zurück. Damals war es der im Jahre 1894 gegründete Verein heſſiſcher Zahn⸗ ärzte, der mit allen Mitteln die Errichtung eines zahnärztlichen Inſtituts anſtrebte. Leider waren ſeine Bemühungen vergeblich. Viele Jahre ſpäter war ein eifriger Verfechter der zahnärztlichen Belange der heute noch lebende, inzwiſchen hochbetagte Medizinalrat Dr. Köhler in Darmſtadt, dem im Jahre 1910 gewiſſe Räumlichkeiten in der alten Klinik in der Lie⸗ bigſtraße und auch bereits die Einrichtungen eines Inſtitutes zur Verfügung geſtellt wurden. Univerſität und Senat hatten ſich bereits mit der Gründung einer zahnärztlichen Klinik ein⸗ verſtanden erklärt, jedoch verſagte der dama⸗ lige heſſiſche Finanzminiſter und ehemalige Gie⸗ ßener Oberbürgermeiſter Gnauth ſeine Zuſtim⸗ mung, die er davon abhängig machte, daß der Verein heſſiſcher Zahnärzte für alle Zeiten die Koſten für das Inſtitut aufzubringen hatte. So kam es, daß die Gießener Univerſität als die einzige im Reiche ohne eine Zahnklinik blieb und demgemäß hier keine Vorleſungen über Zahn⸗, Mund⸗ und Kiefer⸗Erkrankungen und auch keine zahnärztlichen Staatsprüfungen ſtattfinden konnten. All dieſe Beſtrebungen er⸗ kannt und den Entſchluß raſch vollzogen hat der derzeitige Rektor Profeſſor Dr. Kranz, dem für ſeine Initiative und Tatkraft beſonderer Dank geſagt wurde. 4 Dr. Schott dankte aber auch dem Heſſi⸗ ſchen Hochbauamt, beſonders Regierungs⸗ baurat Gerlach, von dem die Pläne für die Umgeſtaltung der Räume ſtammen, ſowie Bau⸗ inſpektor Martin, der die techniſche Leitung ausführte und allen an der Fertigſtellung der Räume und Einrichtungen mitbeteiligten Hand⸗ werkern und Arbeitern. Ueber den Zweck des Inſtituts befragt, ſagte Dr. Schott aus, daß dieſes Inſtitut neben der Forſchung auch der Praxis und dem Studienbetrieb dienen ſoll. Die Zahnheilkunde hat in den letzten Jahrzehnten einen großen Aufſchwung genommen, den ſie, außer der ſtetig wachſenden Erkenntnis der Zu⸗ ſammenhänge der Zahn⸗ und Mundkrankheiten mit den anderen Organen des menſchlichen Körpers, auch den techniſchen Fortſchritten ver⸗ dankt. Die Kenntnis der Zahnkrankheiten ſpielt in den verſchiedenen Diſziplinen der Medizin eine große Rolle. Die Kenntniſſe über Zahn⸗, Mund⸗ und Kiefererkrankungen ſind heute ein Beſtandteil der mediziniſchen Studien. Der Medizinſtudent wird im 8. und 9. Semeſter ein Kolleg hören über Erkrankungen des Zahnes und hies Halteapparates, des weiteren eine polikliniſche Vorleſung über Zahn⸗, Mund⸗ und Kiefererkrankungen, verbunden mit einem Röntgen⸗ und Extraktionskurſus und kleiner Kieferchirurgie. Schließlich ſoll er auch mit Kenntniſſen des Kieferbruches und der Schuß⸗ verletzungen am Kiefer vertraut gemacht wer⸗ den. Mit dieſem zuſätzlichen Rüſtzeug ſoll der Student ins Staatsexamen gehen und darüber hinaus ſeine Arbeit als Geſundheitspionier be⸗ ſtehen. Eine Zukunftsaufgabe ſteht dem Inſtitut in der Uebernahme der Jugend⸗ und Schulzahnpflege bevor. Die größte Hoff⸗ nung L3neh auch dahin, daß der Student nach dem Kriege am zahnärztlichen Inſtitut der Univerſität in Gießen ſein Staatsexamen ablegen kann. Mit Hinſicht darauf, daß der Arzt der Zukunft, deſſen Wirkungsbereich ſich durch die Ausdehnung des Großdeutſchen Reiches und der Uebernahme der deutſchen Kolonien weſent⸗ lich vergrößern wird, eine umfaſſende Ausbil⸗ dung haben muß und entſprechend der natio⸗ nalſozialiſtiſchen Auffaſſung in erſter Linie einen vorbeugenden Geſundheits⸗ dienſt zu erfüllen haben wird, beſtehen für das Gießener Inſtitut die beſten Zukunftsaus⸗ ſichten. Am Sonntag nahmen der Gauleiter und der Reichsdozentenführer Gelegenheit, die Einrichtungen des Inſtitutes, das als eines der beſtens eingerichteten Inſtitute im Reiche gilt, zu beſichtigen. Der Gauleiter gab ſeiner Genugtuung über dieſe Einrichtung Ausdruck. Das Inſtitut, das mehrere Räume umfaßt, iſt vorbildlich in ſeiner Anordnung und ſeinen Einrichtungen, die den neueſten Erkenntniſſen der Hygiene entſprechen. Linker Hand vom Ein⸗ kang befindet ſich die Poliklinik mit einer perationsſtelle und den dazu gehörigen Ein⸗ heitsgeräten. Anſchließend daran befindet ſich der für etwa 25 Perſonen eingerichtete Hörſaal, der außer 2 Operationsſtellen, einen Emdator⸗ ſchrank für die Aufbewahrung der Inſtrume⸗ talien, die Sitzgelegenheiten für die Hörer und ſonſtige Ausrüſtungsgegenſtände enthält. Das Großbehandlungsgerät iſt mit einem Röntgen⸗ apparat für Zahn⸗, Kopf⸗ und Schädelaufnah⸗ men und mit einer Reihe von Spezialgeräten ausgerüſtet. Der Emdatorſchrank, der von vier Seiten zugänglich iſt, nimmt alle Inſtrumente für chirurgiſche, konſervierende und techniſche Behandlung auf. Der Schrank iſt mit vier ver⸗ ſenkbaren Scheiben abgeſchloſſen, die mit einem Fußhebel in Bewegung geſetzt werden können. Die Griffe an den einzelnen Abteilungen hin⸗ ter dieſen Scheiben ſind ſo geſtaltet, daß ſie mit der Hand, ohne Berührung durch die Finger, geöffnet werden können. Für die wichtigſten Gebrauchsartikel befindet ſich außerdem noch eine Springſchublade darinnen, die auf einer Drehſcheibe mehrere Tablette enthält, die ein⸗ zeln herausgenommen werden können, ſo daß die hygieniſchen Anforderungen in beſter Weiſe gelöſt ſind. Die Apparaturen ſind mit einem automatiſch ſchaltenden Kompreſſor verſehen. An den Apparaten ſind alle Hochſpannungs⸗ leitungen ſo umkleidet, daß keinerlei Berührun⸗ gen und Schäden entſtehen können. Außerdem iſt eine Spezialbeleuchtung vorhanden, die nach den modernſten Erfahrungen angefer⸗ tigt wurde. Die ganze Einrichtung des Inſtitutes iſt in hellen Farben gehalten und macht einen aus⸗ gezeichneten Eindruck. Für die Patienten der Poliklinik dient ein lichter Warteraum. Son⸗ ſtige Räume ſind noch für die Zwecke des In⸗ ſtitutes eingerichtet. weitere vorträge der Gießener Univerſitätswoche Im Rahmen der Veranſtaltungen der Gieße⸗ ner Univerſitätsfeſtwoche ſprachen am Montag⸗ abend General der Artillerie von Metſch in der großen Aula der Aniderſibüt über das Thema:„Zeitgemäße wehrpolitiſche Betrachtun⸗ gen“, und am Dienstagnachmittag im Hörſaal des Phyſiologiſchen Inſtituts Prof. Dr. E. von Balogh⸗Budapeſt zu dem Thema:„Bauſteine zur lebensrettenden Therapie der venöſen Luft⸗ embolie“. Zeitgemäße wehrpolitiſche Betrachtungen Der Rektor der Univerſität, Pg. Prof. Dr. Kranz, eröffnete den Abend und wies darauf⸗ hin, daß die Univerſität mit dieſer Veranſtaltung erneut ihren Lebens⸗ und Aufbauwillen habe unter Beweis ſtellen wollen. Der Umbau aber habe gezeigt, daß auch während des Krieges die alte Alma mater nach außen hin das Geſicht bekommen habe, das ihrer Tradition ent⸗ ſpricht. Im übrigen habe ſich die Univerſität be⸗ müht, einen po litiſchen und geiſteswiſ⸗ ſenſchaftlichen Ueberblick über die Größe der Zeit zu geben, in der wir dem Führer helfen können. Pg. Kranz dankte dann all denjenigen, die zum guten Gelingen der Univer⸗ ſitätsfeſtwoche beigetragen haben, vor allem der Partei, dem Lehrkörper und der Gießener Be⸗ völkerung. Er begrüßte anſchließend auch im Auftrage der Partei und der Wehrmacht den Redner des Abends, General der Artillerie von Metſch, der über das Thema„Zeitgemäße wehrpolitiſche Be⸗ trachtungen“ ſprach. Der Redner betonte eingangs, daß ſeine Aus⸗ führungen auf der Grundlage der Verbindung des Prinzipiellen mit dem Aktuellen, des Grundſätz⸗ lichen mit den Tatſachen der Gegenwart und der Verbindung der Erkenntniſſe mit dem Zeitgeſchehen ruhten. Wenn man das bisherige Geſchehen als ein Wunder bezeichne, ſo müſſe er ſagen, daß dies Geſchehen nichts anderes ſei, als die ſinnvolle Zu⸗ ſammenfaſſung aller brauchbaren Kräfte unſerer Nation unter einer genialen Führung, die dieſe Kraft an der richtigen Stelle einzuſetzen weiß. In längeren Ausführungen wies dann der Redner darauf hin, wie ſtolz das deutſche Volk darauf ſein kann, daß der Führer all die Kräfte mobil machte, die ſich früher ihrer Wehrkraft gar nicht bewußt geweſen ſind.— Er ging dann auf die Syntheſe zwiſchen militäriſcher und politiſcher Führung der Nation ein, die wir in der Perſon des Füh⸗ rers gefunden haben und kennzeichnete die ganze Kraft ſeines Weſens, die Deutſchland zum vollen Siege führen muß. Der Redner kennzeichnete dann treffend im Gegenſatz zu früheren Zeiten das wunderbare Zu⸗ ſammenſpiel zwiſchen Politik und Kriegführung. — Er ging nach dieſen grundſätzlichen Ausfüh⸗ rungen auf die verſchiedenen Etappen der militä⸗ riſchen und politiſchen Entwicklaung ſeit Beginn des großen Endkampfes ein und gab anſchließend einen kurzen Ueberblick über das Geſchehen der letzten Wochen und Monate. Dabei ſtellte er die drei Begriffe„London, Europa, Weltraum“ in den Vordergrund ſeiner Ausführungen, in denen er ſich mit dem großen gegenwärtigen Geſchehen, das zur Neuordnung der Welt führen muß, aus⸗ einanderſetzte. Er ſtellte weiter den Leitſatz her⸗ aus, daß das oberſte Geſetz eines jeden Krieges die Waffenentſcheidung iſt. Der Redner ſchloß ſeine feſſelnden Ausführungen mit dem Wort von Clauſewitz:„Der Wille iſt das Mächtigſte auf Erden.“ Dieſer Wille möge unſer Volk immer be⸗ ſeelen, und in dieſem Willen zum Siege dürfe es von keiner Nation der Welt übertroffen werden. Prof. Dr. Kranz dankte dem Redner für ſeine vorzüglichen Ausführungen, die uns aufs neue die Hand unſeres Führers als des großen Meiſters hätten erkennen laſſen, der die Geſchicke des deutſch⸗germaniſchen Menſchen und des europä⸗ iſchen Kontinents lenke. Mit dem Gruß an den Führer wurde die eindrucksvolle Verſammlung ge⸗ ſchloſſen. Vortrag Prof. Dr. E. von Balogh Dem Vortrag Prof. Dr. von Baloghs entneh⸗ men wir die folgenden intereſſanten Ausfü rungen: Viel menſchliches Leben iſt ſchon zum Opfer des erſchütternd kataſtrophalen Ereigniſſes der maſſiven venöſen Luftembolie(v. L.) anheim⸗ gefallen. Wir verſtehen darunter das durch Ein⸗ ſaugung oder Einpreſſen erfolgte Eindringen von Luft in die venöſe Strombahn, worauf die den plötzlichen und unaufhaltſamen tödlichen Ausgang andeutenden Symptome(ſchwere Herz⸗ ſtörungen. Erſtickungskrämpfe uſw.). mit Blitz⸗ ſchnelligkeit in Erſcheinung treten. Dieſes fatale pathologiſche Siſcheher erweckte ſchon ſeit lan⸗ gem in mediziniſchen Kreiſen ein reges Intere⸗ eſſe. Sitatiſche Belege weiſen darauf hin, daß es ſchon zu Zeiten von Hippokrates nach omi⸗ nöſen Aderläſſen uſw. vorgekommen ſein mußte Seit 1818 verfügen wir über ganz genaue klit mich⸗pathologiſche Beſchreibungen, wonach dieſe unvermeidbar todbringende Kataſtrophe nicht nur im jammenhan mit operativen und be Unglücksfällen ereigneten Halsverletzungen, in der Höhle gravider oder puerperaler Gebär⸗ mütter vorgenommenen Manipulationen, Kno⸗ chenfrakturen, ſondern auch bei ärztlichen Hand⸗ habungen an den venöſen Hohlräumen der har⸗ ten Hirnhaut, Ausſpülungen der Naſenneben⸗ höhlen, Harnblaſe, Urethra, Peritonealhöhle Durchblaſung der Eileiter, bei Injektions⸗ behandlung von Varizen uſw. zur Beobachtung kam. Außer den Klinikern beſtreben ſich Patho logen, Gerichtsärzte und ſeit Pichat(1800) auch Experimentatoren, in die Geheimniſſe dieſe⸗ trotz ſeines erſchütternd realiſtiſchen Eintrittes in ihrem funktionellen pathologiſchen Weſen rät⸗ ſelhaft und in ſeiner therapeutiſchen Beeinfluß barkeit bis heute unzugänglich gebliebenen krankhaften Geſchehens eindringen zu können. Statt der verſchiedenen ſich falſch erwieſenen Theorien haben in den letzten zwei Jahren die modernſten biologiſchen Methoden zu der koloſ ſal verwickelten Streitfrage der funktionellen Pathologie der Luftembolie wertvolle Bauſteine geliefert.(Stepp und Parade, Walder, Meeßen Villaret und Cachera, Kerber Böhme uſw.) Aber bis zu einer lückenloſen Kauſalfolge alle: kaſuiſtiſchen Einzelheiten blieb noch ein ſehr weiter Weg. Von einer kauſal begründeten er folgreichen experimentellen Therapie war biz zum Jahre 1939 gar nicht zu reden. Die depri mierend peſſimiſtiſche Auffaſſung von kliniſcher Kreiſen kam in den folgenden Worten vor H. Fiſcher zum Ausdruck:„Treten nach dem Luft⸗ eintritt die... ſchweren Folgezuſtände ein, ſe ſtirbt der Kranke, ehe man gegen dieſelben die auch meiſt ganz unnötigen Verfahren in Szeng ſetzen kann.“. Im Jahre 1935, auf Grund eines menſchlicher Obduktionsfalles(venöſe Luftembolie nach Strumektomie), bei welchem die Röntgeno gramme des angiographiſch kontrollierten Lei chenherzens eingehenden Studien unterworfen wurden, gewann Verfaſſer den Anlaß, den Funk tionsmechanismus des bei Ueberdruckatmung freigelegten Kaninchenherzens während des Ver⸗ laufes der tödlichen venöſen Luftembolie direk ten Beobachtungen zu unterziehen, welche dann durch Schmalfilmaufnahmen, verſchiedene biolo giſche Proben und ſyſtematiſche hiſtologiſche Un erjuchäncgen erfolgreich unterſtützt wurden. Anhand ausgedehnter, experimenteller Erfah rungen an 150 Tiexen, die ergänzt wurden durch Thatoniſche Unterſuchungen an zwei kliniſcher Fällen, konnte Verfaſſer das funktionell⸗patholo büſche Geſchehen bei der venöſen Luftemboli ückenlos darſtellen(Vortrag gehalten in Tü bingen im Jahre 1938 und in Berlin im Jahr 1939). Das entſcheidende war nach ſeinen Be weisführungen hierbei das Verſagen des 1 Herzens. Demgemäß iſt die Entlaſtung des letz teren durch therapeutiſche Eingriffe das dring lichſte Gebot. Um die von ihm nachgewieſener pulmonäden Gefäßſpasmen ſchnell, vor der Er ſchöpfung der Herzkräftenreſerve aufzu⸗ eben, hat ſich die Amylnitritzufuhr durch Inha dation als entſcheidend erfolgreiche kauſale Therapie erwie ſen, welche durch kauſale Hilfsmethoden ergänzt wurde. M Neulich hat Verfaſſer„ſpasmergiſche“(adre⸗ nergiſche) Stoffe aus den pulmonären Gefäß wandungen der an v. L. verendeten Kaninchen gewinnen können, welche nach i. v. Injektion auf erſtaunliche Weiſe normale Tiere unter den klaſſiſchen Symptomen der v. L. ſchlagartig ge⸗ tötet haben. Außerdem gelang es ihm, die 4 er tödliche Kataſtrophe der v. L. ohne Darreichung jeglicher Pharmaka in entſprechend eingerichte⸗ ter Ueberdruckkammer(etwa den rückläufigen Mechanismus des wohlbebannten pathologiſchen Vorganges der Caiſſon⸗Krankheit vergegenwärti⸗ gend) mit Einfachheit des Kolumbus⸗Eies voll⸗ kommen erfolgreich abzulenken und gänzlich zu Uderwinden⸗ z ſche Auff ie oben erwähnte peſſimiſtiſche Auffaſſung der mediziniſchen Aleiſ gilt alſo für die Lhe rapie der experimentellen Luftembolie von Ver⸗ ſuchstieren ſicher nicht mehr, hoffentlich wird§c ihre vollwertige Gültigkeit auch für die Klinik bald einbüßen. Gießener Anzeiger(General⸗Anzeiger für Oberheſſen) Nr. 261 3weites Blatt montag, 4 RNovember 1940 Neue Markſteine der Aniverſität Gießen. Die feierliche Neuweihe des Gießener Univerſi⸗ tätsgebäudes brachte unſerer Alma mater Ludo- viciana am Samstag und am geſtrigen Sonntag eine Reihe von Höhepunkten des geiſtigen Erlebens, die in der Erinnerung der Teilnehmer noch lange lebendig bleiben werden. Den Auftakt bildete am Samstagvormittag um 11.15 Uhr der Feſtakt in der vollbeſetzten Aula in Gegenwart des Gau⸗ leiters und Reichoſtatthalters prenger und zahlreicher weiterer Ehrengäſte von Partei, Staat und Wehrmacht, Ehrengäſte aus dem Kreiſe der Freunde unſerer Univerſität und der Gießener Be⸗ völkerung, ſowie der Angehörigen der Hochſchule. Die Feierſtunde wurde von dem ſtädtiſchen Orcheſter unter Leitung von Profeſſor Dr. Temesvary mit dem Spiel der Akademiſchen Feſtouvertüre von Brahms eingeleitet. Dann erſtattete Se. Magmifizenz der Rektor prof. Or. H. W. Kranz den Jahresbericht über das erſte Jahr ſeines Rek⸗ torats, das von ſtarkem nationalſozialiſtiſchem Auf⸗ bauwillen und einer großen Reihe von Erfolgen gekennzeichnet war. Nach herzlichem Willkommen⸗ gruß an den Gauleiter, der als Führer der Partei im Gau Heſſen⸗Naſſau und als Reichsſtatthalter in Heſſen die Neuweihe des Univerſitätsgebäudes per⸗ ſönlich vornahm, und an alle übrigen Ehrengäſte gab der Rektor zunächſt einen kurzen Rückblick auf die großen Schwierigkeiten, die er bei der Ueber⸗ nahme ſeines Amtes vor einem Jahr vorfand, die aber in tatfroher Arbeit gemeiſtert werden konn⸗ ten. Jetzt konnte er dem Gauleiter melden, daß der Geiſt in der Univerſität Gießen dem Geiſt des Gauleiters entſpricht, zugleich konnte er dem Gau⸗ leiter herzlichſten Dank abſtatten für die vielfache und vielfältige Hilfe, die er bisher der Univerſität Gießen angedeihen ließ und durch die es vor allem nur mäglich war, in dieſem erſten Jahre des Rek⸗ torats Kkanz ſo erfolgreiche Aufbauarbeit zu leiſten. Dann erinnerte der Redner daran, daß ein Teil der Univerſitätsbauten auch im verfloſſenen Jahre trotz des Krieges fortgeführt werden konnte, ein zahnärztliches Inſtitut geſchaffen wurde, das tal⸗ mudiſche als Wahrzeichen der Univerſität mit ein⸗ helliger Zuſtimmung des Geſamtſenats beſeitigt und dafür als neues Univerſitätswappen das alte Wap⸗ pen des heſſiſchen Löwen gewählt werden konnte, wobei die Stadt Gießen die Vorausſetzungen dafür ſchuf, daß dieſe Aenderung mühelos möglich war. Das jahrhundertealte Siegel mit dem Kopß des Uni⸗ verſitätsgründers iſt jedoch beibehalten worden. Die ſchwarzen Talare als Amtstracht des Senats wurden durch braune und kleidſamere erſetzt. Der Sport wurde gefördert, und im nächſten Jahre wird auf dem Hoherodskopf eine Schihütte der Gießener Uni⸗ verſität erbaut werden. Der Rektor betonte dann, ihm ſei es dank dem Weitblick, der Zielſtrebigkeit und der praktiſchen Hilfe des Gießener Oberbürgermeiſters Ritter, Ehrenſenators der Univerſität, möglich geworden, daß das Vorleſungsgebäude nunmehr auch nach außen⸗ hin nicht nur die Tradition einer der älteſten deut⸗ ſchen Hochſchulen würdig zum Ausdruck bringe, ſon⸗ dern auch unſeren Nachkommen repräſentativ den Eindruck einer großen Zeit Deutſchlands vermittle. Die Umbauarbeiten im Vorleſungsgebäude hätten den Zweck, die Einmaligkeit unſeres heroiſchen Zeit⸗ alters auch baulich zu dokumentieren. Der Rektor dankte dann dem Oberbürgermeiſter, Ehrenſenator Ritter, für ſeine tatkräftige Hilfe und der Stadt Gießen für ihr hochherziges Geſchenk herzlich, er dankte zugleich auch dem Stadtbaudirektor Gra⸗ vert für ſeine aufopfernde Tätigkeit und vor allem dafür, daß er mit ſo viel künſtleriſchem Empfinden den Umbau durchgeführt hat: ferner dankte er den Unternehmern und Arbeitern für ihre Arbeitsleiſtung, vor allem auch den Malern W. Imkamp und W. Kröll, den Schöpfern der beiden Führer⸗ bildniſſe, die— wie am Freitag von uns ſchon be⸗ richtet— jetzt die Univerſität würdig ſchmücken. Sodann hörte man, daß ſich die Frequenz der Studierenden ſeit dem vorigen Semeſter verdoppelt hat und vom Reichsdozentenführer die Zuſtimmung zur Gründung einer wiſſenſchaftlichen Akademie des NSD.⸗Dozentenbundes an der Univerſität Gießen erlangt wurde. Bei einem Ausblick auf die Auf⸗ gaben der Zukunft betonte der Rektor u. a., daß unſere Univerſität eine ideale Ausbaufähigkeit durch die bereits erfolgte umfangreiche Planung und Sicherſtellung von Baugrund beſitzt und bereits ein großzügiger Generalbebauungsplan vorliegt, der ſede Möglichkeit einer Fortentwicklung in ſich ſchließt. Er wies ſchließlich noch auf die vortreff⸗ lichen Ausbildungsmöglichkeiten in unſeren hervor⸗ ragend ausgeſtatteten Inſtituten und auf die viel⸗ fachen Einrichtungen für unſere Studenten hin, wo⸗ bei die Förderung des Sports mit an vorderſter Stelle ſteht. Am Schluſſe ſeines Berichts gab der Rektor der vollen Bereitwilligkeit aller Dozenten und Studierenden Ausdruck, mit aller Kraft ſich auch den großen Aufgaben der kommenden Zeit zu widmen. Nach dem Vortrag von Beethovens Allegretto ſcherzando aus der Achten Symphonie durch das ſtädtiſche Orcheſter unter Leitung von Profeſſor Dr. Temesvary übergab — Oberbürgermeiſter Ritter, Ehrenſenator der Aniverſität, die als Stiftung der Stadt Gießen für die Uni⸗ verſität umgebauten Räume des Un verſtehtenebu. des dem Rektor, zugleich mit einer Stiftungs⸗ urkunde. In ſeiner Anſprache betonte der Ober⸗ bürgermeiſter, daß dieſe Stiftung ein neuer Aus⸗ druck der engen Verbundenheit von Stadt und Uni⸗ verſität ſein ſolle, zugleich auch ein Beweis für die unerſchöpfliche Kraft des deutſchen Volkes ſei, das ſogar im Kriege ein ſolches Kulturwerk zu leiſten vermöge. Mit herzlichen Worten bemerkte der Ober⸗ bürgermeiſter dann, daß unſere Univerſität durch die Tatkraft und die unermüdliche Arbeit ihres Rek⸗ tors Prof. Dr. H. W. Kranz einen ſtarken neuen Auftrieb erhalten habe, der alle Freunde unſerer Univerſität mit Freude erfülle und zu gleicher reger Mitarbeit auffordere. Die Aufgaben der Univerſität Gießen würden erfüllt, weil ein neuer Geiſt in die Dozentenſchaft eingezogen ſei und die Gießener Be⸗ völkerung ſich genau wie früher mit ihrer Univer⸗ ſität verbunden fühle. Die jetzt der Univerſität über⸗ gebenen neugeſtalteten Räume ſollten der Anfang ſein zum weiteren Aufbau und zur weiteren Aus⸗ geſtaltung unſerer Univerſität, damit ſie immer Schritt halten könne mit der großen Entwicklung unſerer Reiches, die der Führer ſchaffe. Dem Gau⸗ leiter verſpreche er, daß die Stadt Gießen weiter mit aller Kraft mitarbeiten werde für unſere Uni⸗ verſität, um auch hier an der Schaffung einer ſchö⸗ nen und herrlichen Zukunft unſeres Vaterlandes mitzuwirken. Sodann verlas der Oberbürgermeiſter die Stiftungsurkunde, die er dem Rektor überreichte. Gauleiter Reichsſtatthalter Sprenger nahm nunmehr die Einweihung des Baues vor. Zum Beginn ſeiner Rede gab er ſeiner Freude dar⸗ über Ausdruck, daß die Vorausſetzungen, die er bei ſeinem erſten Beſuch in der Univerſität an deren Entwicklung geknüpft habe, ſich immer mehr er⸗ füllen. Er dankte beſonders dem Rektor Prof. Dr. Kranz, daß unter ſeinem Rektorat, auch wenn [dieſes erſt ein Jahr dauere, die Entwicklung der Univerſität ſo ungeheure Fortſchritte gemacht habe. Dem Rektor ſei es zu verdanken, daß dieſer Auf⸗ ſchwung heute ſchon feſtzuſtellen ſei. Ferner dankte der Gauleiter dem Oberhürgermeiſter Ritter, daß er bisher ſo bereitwillig und großzügig die Uni⸗ verſität Gießen gefördert habe. Dann wies er an Hand des Gießener Beiſpiels auf die Wichtigkeit des [Zuſammenwirkens aller Kräfte hin, um dadurch alle die Aufgaben zu erfüllen, die der Führer ſei⸗ nem Volke ſtelle. Auf dieſem Wege werde es auch möglich ſein, durch den Einſatz aller Kräfte in den deutſchen Univerſitäten unſerer Jugend Muſteran⸗ ſtalten für die Ausbildung zur Verfügung zu ſtellen. Unter dem Beifall der Feſtverſammlung erklärte der Gauleiter ſobann, Partei, Staat und Stadt Gießen würden in engem Zuſammenwirken die Aufgaben der Univerſität Gießen auch weiterhin ſtützen und fördern. Darüber hinaus habe auch die Gießener Hochſchulgeſellſchaft mit ihrer Arbeit eingeſetzt, die ſich allmählich immer mehr auswirke. Er rief daher alle zur Mithilfe in der Hochſchul⸗ geſellſchaft in Betracht kommenden Volksgenoſſen, Unternehmungen uſw. auf, an dieſer Aufbauarbeit mitzuwirken. Wenn ſo alle zuſammenſtehen und zuſammenarbeiten, dann werde auch unſere Jugend von dem Schwung beſeelt ſein, den ſie brauche, um einſt ihre Aufgaben erfüllen zu können; dann werde auch dem Lehrkörper alles an die Hand gegeben werden können, was er zur Erfüllung ſeiner For⸗ ſchungs⸗ und Lehraufgaben brauche. Mit beſonderem Stolz betonte der Redner, daß dieſer Auf⸗ und Ausbau gerade jetzt im Kriege ge⸗ ſchaffen wurde, in einer Zeit, in der unſer Volk alle ſeine Kräfte anſpannen müſſe, um ſeine äußere Frei⸗ heit endgültig zu erringen und auf die Dauer zu ſichern. Wo ſei ein anderes Volk in der Lage, in einem Ringen, das des Einſatzes der beſten Kräfte bedürfe, zugleich noch im Innern ſeine Aufbauarbeit ſo ſtark zu geſtalten und praktiſch voranmarſchieren zu baſſen? Gewiß, der Friede ſei noch nicht wieder hergeſtellt. Wer aber die militäriſche Lage richtig betrachte und dazu ſich noch im beſetzten Gebiet umſehen könne, der ſei über das Ende des Krieges völlig im klaren. Wir alle könnten das beglückende Gefühl haben, daß wir über den Sieg in dieſem Kriege überhaupt nicht mehr zu reden brauchen. Der Führer habe ſeinem deutſchen Volke den Sieg bereits errungen, und jetzt gelte es, einen ſiegreichen Frieden zu ſichern, einen Frieden, der es allen Feinden Deutſchlands für immer un⸗ möglich mache, gegen unſer Volk wie⸗ der einen Krieg anzuzetteln. So ſei auch dieſer Weiheakt der Univerſität Gie⸗ ßen ein Zeichen für die wunderbare Kraft des deut⸗ ſchen Volkes. Er übergebe hiermit dieſen Umbau als Erneuerungswerk für die Univerſität Gießen der Oeffentlichkeit in dem ſtolzen Bewußtſein, daß damit ein wertvoller Beitrag geleiſtet worden ſei zu dem herrlichen Aufbauwerk unſeres Führers Adolf Hitler: der Wiederau richtung Deutſchlands, der Sicherung der deulſchen Größe und ſeiner Macht⸗ ſtellung in der Welt. Dem ſtürmiſchen Beifall der Feſtverſammlung zu der Rede des Gauleiters folgte der Schluß der Feierſtunde in der üblichen Weiſe. Beſuch im zahnärztlichen Inſtitut. Am Samstagnachmittag folgte eine Beſichtigung des im Hauſe Wilhelmſtraße 14 neuerrichteten zahn⸗ ärztlichen Inſtituts der Univerſität. Kundgebung am Samstagabend Der Samstag ſchloß mit einer öffentlichen Kund⸗ gehung der Univerſität in Gemeinſchaft mit Partei und Wehrmacht in der Großen Aula. Als Redner des Abends Prach der Leiter des Hauptſchulungs⸗ amtes der NSDAP. Hauptbefehlsleiter Schmidt über das Thema:„Die nationalſozia⸗ liſtiſche Weltanſchahnug ſchafft eine neue europäiſche rdnung“. In feſſelnder Weiſe gab der Redner ſeinen mit großer Spinnung lauſchenden Zuhörern ein anfichgrelhes Bild von der neuen deutſchen Führungs⸗ und Ordnungsauf⸗ gabe aur dem europäſſchan Kontinent. Er umriß zu⸗ nächſt die grundlegenden Vorausſetzungen ür un⸗ ſere Forderungen, die er durch treffende eiſpiele aus der deutſchen Geſchichte belegte und in einem geiſtig intereſſanten Brückenſchlag bis zu unſerer Leit wirkungsvoll ergänzte. In dieſem Zuſammen⸗ hange wurde den Hörern überzeugend dargelegt, welche weitreichende Bedeutung die Bewegung Adolf Hitlers ſchon in ihren erſten Anfängen gegen das Syſtem von Verſailles hatte, wie ſchon damals der Führer als Proteſtierander eine grundlegende Aenderung der Welt anbahnte, die ſchtießlich zu dem großen Aufbruch unſeres Volkes führte. Die revolutionäre Proklamation der vom Führer ver⸗ kündeten Gemeinſchaftsidee bat denn auch nicht nur die Fehlkonſtruktion der Weimarer Republik und Verſailles, ſondern die ganze darue ralep Ideen⸗ welt zum Einſturz gebracht und in unſerem Reiche die Idee des Blutes und der Raſſe zum maßgeb⸗ lichen Geſeß des Lebens aller Volksgenoſſen er⸗ hoben. Dieſen Wandel der Dinge beleuchtete der Redner dann in vielſeitiger und intereſſanter Weiſe, wobei er die geiſtige Brüchigkeit der alten politiſchen Ideen klar erkennen ließ und jener dahingeſunkenen Welt die nach unſerer nationalſoaliſtichen Welt⸗ anſchauung auf der Grundlage des Geſetzes von Blut und Raſſe geſchaffene neue ſinnvolle Ordnung als fruchtbaren Boden für die glückliche Aufwärts⸗ entwicklung unſeres Volkes gegenüberſtellte. In die⸗ ſem Zuſammenhange ließ er die Hörer die Er⸗ ziehungs⸗ und Führungsleiſtung des National⸗ ſozialismus kraft der Volkwerdung aller Menſchen deutſchen Blutes klar erkennen, woraus ſich auch für die Einzelperſönlichkeit und ihr Wirken im Rah⸗ men der Gemeinſchaft klare Folgerungen ergeben: ſo nannte der Redner u. a. als unlösbare Verpflich⸗ tung jedes einzelnen deutſchen Menſchen ſeine mu⸗ gehörigkeit zur Sippe und die verpflichtende Auf⸗ gabe, ſeine und damit der Sippe Werte von Ge⸗ ſchlecht zu Geſchlecht weiterzureichen; dem Recht auf Arbeit ſtellte er als gleichverbindlich für jeden einzelnen die Pflicht zur2 rbeit an die Seite; und ſchließlich betonte er die unabdingbare Auf⸗ gabe, alle charakterlichen Werte des einzelnen in der Gemeinſchaft zum höchſten Einſatz zu bringen zur Erhaltung der Gemeinſchaft Volk. Nach kurzer Betrachtung einiger Hrundlegenden Poſitionen des Faß ismus und des Nationalſozia⸗ lismus und deren Macht⸗ und Raumpoſition lehnte der Redner eine Wiedererſtehung etwa des früheren „Heiligen Römiſchen Reiches deutſcher Nation“ ab und ſtellte demgegenüber die Forderung nach dem Germaniſchen Reich deutſcher Nation auf, womit auch die Grenzen zwiſchen den Mächten der Achſe als klar abgeſteckt gelten können. Unter dieſen Ge⸗ ſichtspunkten einer neuen Geſtaltung in Europa er⸗ gab ſich die Erkenntnig, daß eine wahrhaft euro⸗ päiſche Ordnung nur dann möglich iſt, wenn der europäiſche Raum unter deutſcher Führung ſteht, und ſchon in wenigen Jahren werde nicht derjenige ein Europäer ſein, der in Paris zeweſe iſt und franzöſiſch ſpricht, ſondern derjenige, der eutſch ſpricht und die deutſche Kultur kennt. Damit ſolle aber nicht eine deutſche Herrſchaft, ſondern eine deutſche Führung nach einem neuen geiſtigen Geſetz und der neuen Gemeinſchaftsidee proklamiert werden, wie wir ſie in der Idee des Reiches als maßgebende Grundlage erkannt und ſchätzengelernt haben. Adolf Hitler als Schöpfer dieſer Weltanſchau⸗ ung werde auch die neue europäiſche Ordnung ſchaf⸗ fen, und in dieſem großen Wirkungskreis werde unſer Reich beſtehen als das Reich der Ehre, der wahren Freiheit und der Gerechtigkeit. Die Hörer dankten dem Redner mit ſtarkem Beifall. Am geſtrigen Sonntagvormittag fand in der Großen Aula in Gegenwart des Gauleiters und Reichsſtatthalters Sprenger und des Reichs⸗ dozentenführers, Miniſterialdirektor Profeſſor Dr. Schultze, München, ſowie zahlreicher weiterer Ehrengäſte von Partei, Staat und Wehrmacht und von Freunden der Univerſität die Ffierliche Grün⸗ dung und Eröffnung der Wiſſenſchaftlichen Akademie des NSD.⸗Dozentenbundes an der Univerſität Gie⸗ ßen ſtatt. 3. Nachdem das Streichorcheſter des ſtädtiſchen Orcheſters Beethovens 1. Satz aus dem Streichquar⸗ tett op. 18 in F-dur zu Gehör ebracht hatte, be⸗ prüßzts der Rektor mit beſonderer Freude den Gauleiter und den Reichsdozentenführer, ferner alle übrigen Gäſte. Dann ſprach der Reichsdozentenführer profeſſor Dr. Schultze, Nünchen über„Hochſchule und Wiſſenſchaft im Großdeut hen Reich“, womit er die wiſſenſchaftliche NSDDB.⸗ Akademie Gießen eröffnete und zugleich des fünf⸗ ährigen Wirkens des NSD.⸗Dozentenbundes ge⸗ achte. 3 8 Einleitend hob der Redner hervor, daß wir heute im Reiche Adolf Hitlers die Erfüllung der Sehn⸗ ſucht aller Deutſchen erleben. In unſerer Zeit voll⸗ ze e ſich auch die große geiſtige andlung der eltordnung, denn in dieſem Kriege gehe es nicht allein um die Sicherung der materiellen Exiſtenz unſeres Volkes, ſondern die neue Weltanſchauung führe auch elne neue Wiſſenſchaft zum Sieg über Gründung der Wiſſenſchaflichen Alademie des ASS⸗Oozentenbundes. der Redner eine Wiedererſtehung etwa des früheren „Heiligen Römiſchen Reiches deutſcher Nation“ ab und ſtellte demgegenüber die Forderung nach dem Germaniſchen Reich deutſcher Nation auf, womit auch die Grenzen zwiſchen den Mächten der Achſe als klar abgeſteckt gelten können. Unter dieſen Ge⸗ ſichtspunkten einer neuen Geſtaltung in Europa er⸗ gab ſich die Erkenntnig, daß eine wahrhaft euro⸗ päiſche Ordnung nur dann möglich iſt, wenn der europäiſche Raum unter deutſcher Führung ſteht, und ſchon in wenigen Jahren werde nicht derjenige ein Europäer ſein, der in Paris zeweſe iſt und franzöſiſch ſpricht, ſondern derjenige, der eutſch ſpricht und die deutſche Kultur kennt. Damit ſolle aber nicht eine deutſche Herrſchaft, ſondern eine deutſche Führung nach einem neuen geiſtigen Geſetz und der neuen Gemeinſchaftsidee proklamiert werden, wie wir ſie in der Idee des Reiches als maßgebende Grundlage erkannt und ſchätzengelernt haben. Adolf Hitler als Schöpfer dieſer Weltanſchau⸗ ung werde auch die neue europäiſche Ordnung ſchaf⸗ fen, und in dieſem großen Wirkungskreis werde unſer Reich beſtehen als das Reich der Ehre, der wahren Freiheit und der Gerechtigkeit. Die Hörer dankten dem Redner mit ſtarkem Beifall. Am geſtrigen Sonntagvormittag fand in der Großen Aula in Gegenwart des Gauleiters und Reichsſtatthalters Sprenger und des Reichs⸗ dozentenführers, Miniſterialdirektor Profeſſor Dr. Schultze, München, ſowie zahlreicher weiterer Ehrengäſte von Partei, Staat und Wehrmacht und von Freunden der Univerſität die Ffierliche Grün⸗ dung und Eröffnung der Wiſſenſchaftlichen Akademie des NSD.⸗Dozentenbundes an der Univerſität Gie⸗ ßen ſtatt. 3. Nachdem das Streichorcheſter des ſtädtiſchen Orcheſters Beethovens 1. Satz aus dem Streichquar⸗ tett op. 18 in F-dur zu Gehör ebracht hatte, be⸗ prüßzts der Rektor mit beſonderer Freude den Gauleiter und den Reichsdozentenführer, ferner alle übrigen Gäſte. Dann ſprach der Reichsdozentenführer profeſſor Dr. Schultze, Nünchen über„Hochſchule und Wiſſenſchaft im Großdeut hen Reich“, womit er die wiſſenſchaftliche NSDDB.⸗ Akademie Gießen eröffnete und zugleich des fünf⸗ ährigen Wirkens des NSD.⸗Dozentenbundes ge⸗ achte. 3 8 Einleitend hob der Redner hervor, daß wir heute im Reiche Adolf Hitlers die Erfüllung der Sehn⸗ ſucht aller Deutſchen erleben. In unſerer Zeit voll⸗ ze e ſich auch die große geiſtige andlung der eltordnung, denn in dieſem Kriege gehe es nicht allein um die Sicherung der materiellen Exiſtenz unſeres Volkes, ſondern die neue Weltanſchauung führe auch elne neue Wiſſenſchaft zum Sieg über Gründung der Wiſſenſchaflichen Alademie des ASS⸗Oozentenbundes. die wirklichkeitsfremde Wiſſenſchaft der wiſſens⸗ armen Völker demokratiſcher Prägung. Der deutſche Wiſſenſchaftler ſei ſchon vor Beginn der großen Auseinanderſetzung der geiſtige Soldat des Füh⸗ rers geweſen, und ſo war auch der Beginn des Krieges für die Wiſſenſchaftler der Aufruf zum Marſch in die Entſcheidung. Auch heute raſten die deutſchen Wiſſenſchaftler nicht, in unabläſſiger Ar⸗ beit ſuchen ſie ſich der Heldentaten ihrer Kame⸗ raden an der Front würdig zu erweiſen, ſo daß in der revolutionären Gewalt der neuen Wiſſens⸗ macht unſeres Volkes die„Univerſalität“ der hetero⸗ genen Geiſtesmächte unſerer Gegner dahinſchwindet. Der Redner ging dann auf die Arbeit des NSD.⸗ Dozentenbundes ein und betonte, daß der erſte Ab⸗ ſchnitt der Erneuerungsarbeit an den Hochſchulen gekennzeichnet ſei durch die Gewinnung der kämp⸗ feriſchen und ſchöpferiſchen Menſchen an den ein⸗ zelnen Hochſchulen. Der zweite Abſchnitt dieſer Ent⸗ wichlung führte dann zu der Ausrichtung der klei⸗ nen Gemeinſchaften an den einzelnen Zochſchulen auf das gemeinſame iel aller deutſchen Wiſſen⸗ ſchaftler. So ſeien die iſſenſchaftlichen Akademien des NSD.⸗ Dozentenbundes die entſcheidenden Kampfplätze der Revolution von Hochſchule und Wiſſenſchaft. Als zentralen Arbeitskörpern der Hochſchulen obliege allen Akademien gemeinſam die Schaffung einer echten Univerſitas und die einheit⸗ liche Grundausrichtung aller Fachwiſſenſchaften durch den Einſatz der geballten Kraft, denn nur von innen heraus könne die deutſche Hochſchule gewan⸗ delt werden. Der dritte Abſchnitt der Geſchichte des NSD.⸗Dozentenbundes wurde eingeleitet durch die 1. Reichstagung der Wiſſenſchaftlichen Akademien in München im Sommer 1939. Kennzeichnend für dieſe Etappe ſei im beſonderen die Ausrichtung der wiſſenſchaftlichen Gemeinſchaftsarbeit der Dozenten auf die lebenswichtigen Aufgaben unſeres Volkes. Der Redner gab dann ſeiner Freude darüber Ausdruck, die Wiſſenſchaftliche Akademie an der Ludwigsuniverſität in Gießen eröffnen zu können, und ſchloß den Wunſch an, daß die bisherigen An⸗ fänge revolutionärer Hochſchultätigkeit auch in Gie⸗ ßen zu einem vollen Erfolg führen möchten. „Nicht nur für die deutſche Wiſſenſchaft“, ſo fuhr der Redner fort,„bedeutet die völkiſche Erneuerung durch den Nationalſozialismus die größte Befrei⸗ ungsaktion in der Geiſtesgeſchichte. Durch die Säu⸗ berungsaktion der nationalſozialiſtiſchen Führung iſt das deutſche Volkstum von den kulturloſen Geiſtes⸗ barbaren erlöſt worden. Heute ſchreiten wir in dem großen ſoldatiſchen und politiſchen Ringen über die Grenzen des Reiches hinaus in ein Stadium der Weltentſcheidung. Die Frage der geiſtigen Führung des Deutſchtums für Europa iſt ebenſo entſchieden, wie die Frage der politiſchen und wirtſchaftlichen Führung. Auch der geiſtige Sieg wird unſer ſein. Glauben und Geiſt des ewigen Deutſchen aber iſt verkörpert in der Perſon des Führers, dem auch nur deshalb die Schaffung des Reiches gelang. Mehr aber als von der Sicherung der Macht iſt der Ewigkeitsbeſtand dieſes Reiches abhängig von der ewigen Lebendigkeit und Kraft der geiſtigen Stärke des germaniſch⸗deutſchen Menſchen. 4 Adolf Hitler verwirklichte die Sehnſucht unſerer Ahnen und übergibt ſein Werk dem ewigen Strom deutſchen Blutes, unſeren Kindern und Kindes⸗ kindern, als Geſchenk und Erbe. Wir alle aber wollen uns glücklich ſchätzen, daß wir bisher ſchon unſerem Führer haben helfen können am Bau dieſes ewigen Reiches. Wir wollen geloben, an ſeinem Ausbau auf dem uns bertrugeſwn Geb weiterzuarbeiten mit aller Kraft, auf daß einſt⸗ mals vor der Geſchichte neben dem deutſchen Schwert beſtehen wird deutſcher Glaube und deut⸗ ſcher Geiſt.“ drofeſſor Or. Haag, Gießen, der Leiter des Amtes Millenſchaft des NSD.⸗ Dozentenbundes Gießen, hielt ang ließend die Feſt⸗ rede, die den Beziehungen ſeines Fachgebietes, der Hygiene, zu den eiſteswiſſenſchaften alt. Die Lehr⸗ und Forſchungsaufgaben der Hyg ene(Ge⸗ edheſtewiſ enſchaft) umfaſſen die Schadenverhütung und die Leiſtungsſteigerung. Während die Schaden⸗ verhütung eine Aufgabe des Staates iſt, der durch Geſetze die von außen auftretenden Schädlichkeiten bekämpft, iſt die Leiſtungsſteigerung eine erzieheriſche Aufgabe der Partei, die den einzelnen dem Gebot unterwirft, eine geſundheitlich richtige Lebensfüh⸗ rung einzuhalten. Die letztere Aufgabe tritt in der Geſundheitspolitik immer mehr in den Vordergrund. Manche Aufgaben laſſen ſich überhaupt nur durch die Erziehung und durch die Geſtaltung der öffent⸗ lichen Meinung löſen. Beiſpielsweiſe iſ die außer⸗ ordentliche Herabſetzung der Säuglingsſterblichkeit die Folge einer anhaltenden Müttererziehung. Der Kampf gegen den Genußmittelmißbrauch wird eben⸗ falls auf dieſem Wege fruchtbar ſein. Das bekannte Alkoholverbot in den Vereinigten Staaten ſcheiterte daran, daß die öffentliche Meinung dagegen ſtand, die ſtärpker war als das erlaſſene Geſetz. Hier liegen die Beziehungen der Hygiene zur Pädagogik und zur Ethit, denn die Geſundheitserziehung verfolgt zugleich eine ſttllche eſeh a Die Beziehungen zur Seelenkunde ergeben ſich aus der Tatſache, daß neben den körperlichen die ſeeliſchen Schäden von nachhaltiger Bedeutung ſind. Für die ſeeliſche Ge⸗ ſunderhaltung. andelt es ſich um die Bekämpfung der ſeeliſchen Leiſtungsſtörungen, die noch keine eigentlichen Kranbheiten ſind. eebben der richtigen Zielſetzung iſt die Schulung des Selbſtvertrauens nötig, um eine geſunde Lei⸗ ſtung zu erzielen. Störungen werden um ſo leichter uberwunden, je früher der Menſch lernt, mit ihnen fertig zu werden. Hierbei iſt die Erziehung in der Hitler⸗Jugend, im Reichsarbeitsdienſt und in der Wehrmacht entſcheidend. Weſentlich iſt aber auch die geſunde geiſtige Leiſtung. Der geiſtig ſtarke Menſch ringt um die Erfüllung des unbedingten Sitten⸗ geſetzes. Zahlreiche Abwandlungen eWheben ſich aus dieſem Kampf um die innere Selbſtbehauptung, Der Vortragende ging dann ausführlich auf den Niedergang des deutſchen Idealismus in der Sy⸗ ſtemzeit und auf den erneuten Aufſtieg dieſer Gei⸗ ſteshaltung in den letzten Jahren und beſonders während des gegenwärtigen Krieges ein und be⸗ ſprach die Vorausſetzungen für die Erhaltung dieſer Geiſteshaltung. Neben der Staatsführung auf ſitt⸗ licher Grundlage ſei vor allem die ſelbſtverantwort⸗ liche Leiſtung nötig, welche durch die Uebertragung der Autorität vom Familienvater auf den Staat in den letzten Jahrzehnten weſentlich eingeſchränkt wurde. Andererſeits bringt die Abwandlung des techniſchen Zeitalters eine Ausgliederung zahlreicher ſelbſtverantwortlicher Leiſtungen mit ſich. Die natio⸗ nalſozialiſtiſche Loſung vom Blut und Boden gibt dem einzelnen ſeinen individuellen Stand bei blut⸗ mäßiger Verflechtung im ganzen Volk und die Bin⸗ dung der ſittlichen Regungen in der Kulturgemein⸗ ſchaft des deutſchen Volkes. Den Abſchluß bildete die! Beziehung zur Aeſthetik, indem die Kunſtbetrach⸗ tung die geiſtige Erholung und Löſung von der Spannung zweckgerichteten Denkens darſtellt. Der Rektor Profeſſor Dr. Kranz übernahm nunmehr die Akademie in den Arbeits⸗ kreis der Univerſität und verkündete anſchließend das wiſſenſchaftliche Arbeitsprogramm dieſer neuen Einrichtung. ——— Ausſtellung V „Landſchaffsgebundene Wiſſenſchaff“. Am Sonntagnachmittag war die Ausſtellung des Gießener NSD.⸗Dozentenbundes„Landſchaftsgebun⸗ dene Wiſſenſchaft“ in der Kleinen Aula der Uni⸗ verſität das Ziel zahlreicher Intereſſenten, die der feſſelnden Schau ihre Aufmerkſamkeit zuteil werden ließen. Wir werden auf dieſe Veranſtaltung noch zurückkommen. Eine Stiſtung 9½ 2 2.— 24 2 für die Aniverſität. Anläßlich der Univerſitätsfeier hat die Gieße⸗ ner Hochſchulgeſellſchaft der Univerſität eine Stiftung von 10 000 RM. überwieſen, die dem Rektor zur freien Verwendung zur Ver⸗ fügung ſteht. Außer einer Reihe anderer Zuſchüſſe und Stiſtungen, die für die Zwecke der Unüverſttat ſüber die Hochſchulgeſellſchaft gemacht wurden, hat Frbriton Dr. En(Wegla⸗ ebenfalls über die ießener Hochſchulgeſellſchaft, dem Kunſtwiſſen⸗ ſchaftlichen Inſtitut einen kleinen Bildprojektions⸗ apparat als Geſchenk übermittelt. Die Stiftungsurkunde der Stadt Gießen. Der Oberbürgermeiſter der Stadt Gießen hat ſich entſchloſſen, mit Genehmigung des Herrn Reichs⸗ ſtatthalters und Gauleiters Sprenger der Ludwigs⸗ Univerſität zu Gießen zum Zeichen der engen Ver⸗ bundenheit und um der Größe der Gegenwart ſicht⸗ baren Ausdruck zu geben, das Vorleſungsgebäude im Innern neu zu geſtalten, einen Empfangs⸗ und V Senats⸗Sitzungsſaal auszubauen und eine Univer⸗ ſitäts⸗Diele für die Studierenden zu ſchaffen. Gleich⸗ zeitig werden die für dieſe Räume erworbenen Einrichtungs⸗ und Ausſtattungsgegenſtände der Ludwig⸗⸗Uniwerſüſät mit dem heutigen Tag über⸗ eignet. Damit ſoll der Univerſität der Dank der Stadt Gießen für die jahrhundertelange gedeihliche Zu⸗ ſammenarbeit abgeſtattet werden mit der gleichzei⸗ tigen Verſicherung, auch fernerhin mit allen Kräf⸗ ten für ſie eintreten zu wollen. Gießen, den 2. November 1940. gez. Ritter Oberbürgermeiſter und Ehrenſenator der Ludwigs⸗Univerſität. Kundgebung am Sonntagabend. Der geſtrige Sonntagabend vereinigte wiederum in der Großen Aula eine außerordentlich ſtarke Zu⸗ hörerſchaft zu dem Vortrag des Leiters des Raſſen⸗ politiſchen Amtes der NSSAP., Oberdienſtleiters profeſſor Dr. Groß, Berlin, über das Thema„Raſſe und Weltbild“. Nach den Grußworten des Rektors, Profeſſor Dr. Kranz, an den Redner und die vielen Beſucher gab Profeſſor Dr. Groß in ſeinen feſſelnden Dar⸗ bietungen einen umfaſſenden Ueberblick über die Be⸗ deutung des Raſſegedankens und das unter dieſem Geſichtspunkt geformte Weltbild. Er gliederte ſeine Ausführungen in zwei Gruppen, deren erſte der Auswirkung des Raſſegedankens auf die Betrach⸗ tung und das Verſtändnis der Gemeinſchaften, in denen der Menſch lebt, geſchichtlich und gegenwär⸗ ttig⸗politiſch geſehen, abgeſtellt war, während die zweite Gruppe der Auswirkung des Raſſegedankens auf das Bild und die Haltung des einzelnen Men⸗ ſchen ſelbſt ſich bezog. Ueberzeugend machte der Redner die weittragende Bedeutung des Raſſege⸗ dankens bis in die vielfältigſten Veräſtelungen des Lebens der Gemeinſchaften und der einzelnen Men⸗ ſchen klar, er nahm zugleich auch entſchieden Stel⸗ lung gegen den Vorwurf, daß der Raſſegedanke ehrfurchtslos ſei und ſtellte vielmehr überzeugend das Gegenteil klar. Wie lehr die Auffaſſungen und Begriffe draußen in anderen Ländern ſich wan⸗ deln, machte er u. a. daran klar, daß er betonte, wie ſich immer mehr die einſtigen Künder der inter⸗ nationalen Gedanken zum Verfechter nationaler Ge⸗ ſtepundte entwickeln und damit den National⸗ ſtaat proklamieren. In feſſelnden Darlegungen beſchäftigte ſich der Redner dann mit der Stellung der Gemeinſchaft des eigenen Volkes unter raſſiſchen Geſichtspunkten, wo⸗ bei er die völlige Fruchtloſigkeit der vor 1933 bei uns geltenden politiſchen Gedankenwelt bewies und im Gegenſatz dazu auf die außerordentlich großen Erfolge der nationalſozialiſtiſchen Weltanſchauung und damit auch des Raſſegedankens hinweiſen konnte. Er wies in dieſem Auhrdanenhang die Un⸗ ſinnigkeit der von demokratiſchen und anderen Ideen vertretenen Auffaſſung Menſch gleich Menſch nach, und ſtellte demgegenüber die hohen Werte der Einzelperſönlichkeit, ihrer Leiſtungshöhe und ihrer Erbwerte heraus. Ueberzeugend machte er die un⸗ geheure Stärke des von der Iee des Führers ge⸗ ſchaffenen deutſchen Sozialismus ſowohl für das Leben der Gemeinſchaft, als auch für die Einzel⸗ perſönlichkeit klar. Wie ſtark das auch vom Raſſegedanken geformte neue Denken und politiſche Bild des einzelnen Men⸗ ſchen ſich zum beſten der Gemeinſchaft auswirkt, machte der Redner u. a. durch den Hinweis auf die großartigen Ergebniſſe der Opferſpenden für das WHW., die NSV. oder anderer der Gemein⸗ ſchaft dienender Zwecke deutlich. In dieſem Zuſam⸗ menhang ſtellte er auch den weitreichenden Wandel der charakterlichen Haltung der deutſchen Menſchen, wobei er u. a. auf die neue Einſtellung unſeres Volkes zu den Erforderniſſen des Aufbaues unſerer Gemeinſchaft auf dem Wege der Bevölkerungsver⸗ mehrung hinwies und dabei den Wert des Einzel⸗ menſchen als Perſönlichkeit kennzeichnete, der die Entfaltung ſeiner Kraft als Aufgabe, Pflicht und Recht anſehe. Er warnte aber auch davor, die Ein⸗ zelperſönlichkeit zu überſchätzen und ſie etwa vor den Wert der Gemeinſchaft ſtellen zu wollen. Dabei hob er hervor, daß jedes perſönliche Wirken immer nur ein Teil des Ganzen darſtelle und ſo zu einem allerdings wichtigen Beitrag für die Gemeinſchaft werde. Am Schluſſe ſeines eindrucksvollen Vor⸗ trages wies er auf das große Vorbild des Führers hin und forderte alle Volksgenoſſen auf, nach dieſem Beiſpiel ſich auszurichten und zu leben und ſo un⸗ ſer Reich zu einer Heimat zu geſtalten, in der ſich alle innerlich zu Hauſe und wohlfühlen. Dem außerordentlich ſtarken Beifall und dem Dank des Rektors an den Redner folgte der üb⸗ liche Schluß des Abends. 8. Feierlicher Empfang des Gauleiters und Reichsſtatthalters Sprenger im Empfangsraum und Senatsſitzungsſaal; in der Mitte links der Gau⸗ leiter, rechts der Rektor Profeſſor Dr. Kranz. or Dr. Kranz(rechts) nimmt aus der Hand des Ritter(links) die Urkunde über die Stiftung der Stadt Gießeen entgege.—-———— Der Rektor Profeſſ Oberbürgermeiſters Reichsdozentenführer Miniſterialdirektor Profeſſor Dr. Schultze, München, bei ſeiner Rede. (Aufnahmen[3]: Enke, Gießen.) Freſtag.1 November 1940 Nr. 250 3weites Blatt Zwei neue Führer⸗Bildniſſe in der Amverſität. Die beiden neugeſchaff enen Führer⸗ Bildniſſe, die der Umgeſtaltung des Univerſitätsgebäudes ihren beſonderen dekorativen Charakter verleihen, und die wir hier nachbilden, ergänzen einander in Thema, Auffaſſung und Malweiſe vorzüglich. Das Gemälde von W. Imkamp, Gießen(1940), das ſeinen Platz im Senatsſitzungsſaale gefunden hat, iſt ein Knieſtück in Ueberlebensgröße, das die Geſtalt des Führers in brauner Uniform frei in die Landſchaft ſtellt, ſehr plaſtiſch vor dem farbig abgeſtimmten Hintergrunde, einer ſchlichten, abſchließenden Baum⸗ kuliſſe und einem durchwölkten Himmel darüber. Der Blick im durchmodellierten Antlitz iſt ruhi ge⸗ radeaus auf den Beſchauer gerichtet Das Bild⸗ nis im ganzen will Adolf Hitler als den Natio⸗ nalſozialiſten zeigen, als den Schöpfer der Be⸗ wegung, als den Baumeiſter Großdeutſchlands.— Dieſes Gemälde iſt ein Beſtandteil der Stiftung der Stadt Gießen lür d die Univerſität. Aufnahme: Stadtbauamt Gießen. Die thematiſche Ergänzung hierzu bildet das zweite Führer⸗Bildnis, ein Werk des Gießener Malers Walter Kröll, das ſeinen Platz an der Stirnwand der Neuen Aula gefunden hat und die Stelle einnimmt, wo vordem das Bildnis des ver⸗ ſtorbenen Großherzogs Ernſt Ludwig angebracht war. Krölls Gemälde ſtellt den Führer in ganzer Figur ſtehend, in feldgrauer Uniform vor einem ſchlichten, neutralen Hintergrunde dar: hier ſieht man den Führer des Reiches der Deutſchen als den genialen Feldherrn, als den der Krieg ihn uns erkennen und verehren gelehrt hat; die Ge⸗ ſtalt iſt in geſammelter ſoldatiſcher Haltung ruhig aufgerichtet, der Blick, vom Beſchauer aus geſehen, leicht nach rechts gewendet; die linke Hand ruht Aufnahme: Levin, Gießen. geſchloſſen auf dem Pult des akademiſchen Ka⸗ theders. Mit dieſer andeutenden Geſte, in dieſer Umgebung iſt der Führer höchſt ſinnvoll zugleich als der oberſte Schirmherr und kongeniale För⸗ derer der Wiſſenſchaften und der ſchönen Künſte be⸗ griffen und dargeſtellt; mit dieſer Wendung emp⸗ fängt das ſoldatiſch⸗politiſche Thema ſeine Ergän⸗ zung und Spiegelung im geiſtig Schöpferiſchen, und das ganze Werk gibt, den Blick des eintretenden Beſchauers ſogleich auf ſich ziehend, dem Raume den beſtimmenden Akzent und ſinnbildlichen Cha⸗ rakter.— Dieſes Gemälde wird von der Univerſität angekauft. ubes ſcha 4& lee Control 1n Sees Blue Cyan Green vellov- A 28, Wnite Grey 1 Grey 2 —— Sonntag, 3. November 1940/ Nummer 305 geuweihe des Univerſitätsgebäudes durch den Gauleiter Feſtakt i in d der Univerſität i in Amwelenheit des Gauleiters 1 Die e Veranſta ltungen des s Nachmiftags - Der Rechenſchaftsbericht des Rektors,