auf der Univerſitaͤt Gießen ſich aufhaltenden Studenten. 1 Zweite, vermehrte, von Sereniſſimo gna⸗ digſt genehmigte Auflage 4 1790. 6 acht Necto bung Zanl werd terlal tern Stud bom und, ig S hm n §. I. Von der Aufnahme der Studie⸗ renden, W⸗ die Univerſitaͤr Gieſen Studie⸗ rens halber bezieht, ſoll binnen acht Tagen nach ſeiner Ankunft beim Rector ſich melden, um durch Einſchrei⸗ bung in die Univerſitaͤtsmatrikel unter die Zahl der Srudierenden aufgenommen zu werden, zu dem Ende er Namen, Va⸗ terland, Wohnort, den Namen ſeiner El⸗ tern oder Vormuͤnder, und das erwaͤhlte Studium anzugeben har. Wer dieſe Zeit vorbeigehn laͤßt, ſoll vom Miniſtro Academiae deſſen erinnert, und, wenn er drauf binnen vier und zwan⸗ zig Stunden ſich abermals nicht meldet, ihm vom Rector eine nochmalige kurze A 2 Friſt 4—— Friſt von drey bis vier Tagen, unter der Pii Verwarnung, angeſezt werden, daß, wenn ſchen er ſich bis dahin wiederum nicht melden, ſaben noch giltige Urſachen, warum er ſich noch zen nicht einſchreiben laſſen koͤnnen, vorbrin⸗ eulta gen wuͤrde„er als ein Veraͤchter der Stu drey dien und des akademiſchen Magiſtrats au⸗ geät geſehn, der Aufnahme unwuͤrdig erklaͤrt, pon und aus der Stadt fortgeſchaft werden„nun ſolle. entbl ſollte Achtet er auch darauf nicht, und laͤßt ug dieſe Zeir unangemeldet, und unentſchul⸗ ſihen digt verfließen: ſo ſoll gegen ihn mit erſts zu gedachter Erklaͤrung fuͤrgegangen, und die greff Policey⸗Deputation erſucht werden, eis niß nen ſolchen aus der Stadt fortzuweiſen, welche dem Rector hierunter hilfliche Hand daa⸗ zu bieten angewieſen worden iſt. das d Wer aus Unſerm Oberfuͤrſtenthun 91 neu ankommt, ſoll vom Director des Pit ſich dagogs einen Exemtions⸗Schein beibrin, o, gen, ohne welchen kein Landskind, wann iin es auch gleich vorher eine auswaͤrtige inſe Univerſitaͤt frequentirt gehabt, angenom men werden ſoll. Diejenige Landskin⸗ der aber, die in den Land⸗ oder ana und 4 der wenn den, noch brin⸗ Stu⸗ 6 an⸗ lart, erden läͤßt ſchul⸗ erſt⸗ d die ei⸗ eiſen, Hand thum Paͤ ibrim want artig enom dslin ndert Pr 5 Privat⸗ Schulen, oder auch in auslaͤndi⸗ ſchen Gymnaſiis ihren Unterricht erhalten haben, ſollen ſchuldig und gehalten ſeyn, bey dem Decano der philoſophiſchen Fa⸗ cultaͤt und dem Paͤdagogiarchen, und zwar drey Monate vor Beziehung der Univer⸗ ſität, damit, wann die Schuͤler allenfalls von den einem Kandidaten der Akademie unumgaͤnglich nothwendigen Kenntniſſen entblöſt und untauglich befunden werden ſollten, deren Eltern noch Zeit haben, ſie zu beßrer Vorbereitung auf die akademi⸗ ſchen Studien in das Paͤdagog nach Gießen zu ſchicken, oder andre Maasregeln zu er⸗ greifen, ſich pruͤfen zu laſſen, und ein Zeug⸗ niß ihrer Tuͤchtigkeit in einem vom Deca- no Facultatis philoſophicae und dem Paͤ⸗ dagogiarchen, oder in den Jahren, wann das Paͤdagogiarchat und Dekanat in einer Perſon vereinigt iſt, alsdann vom Paͤda⸗ gogiarchen und dem Exdecano gemeinſchaft⸗ lich ausgeſtellten Exemtions⸗Schein einzu⸗ bolen, ohne welchen auch ſolche Lands⸗ kinder nicht in numerum Studioſorum inſcribirt werden ſollen. Auch ſoll Niemand aus Unſrer Ober⸗ und Niedergrafſchaft Catzenelnbogen und A 3 Herr⸗ S herbergt werden. 6— Herſchaft Epſtein, wenn er auch gleich vorher ſchon eine auswaͤrtige Univerſitaͤt frequentirt haͤtte, die Lands⸗Univerſitaͤt zu beziehn befugt ſeyn, welcher nicht ent⸗ weder drey Jahr auf dem Fuͤrſtl. Paͤda⸗ gog zu Darmſtadt ſtudiert hat, oder doch vom Direktorium des Paͤdagogs vorher, ob er zur Beziehung elner Univerſitaͤt zu⸗ bereitet genug ſey, gepruͤft, und mit ei⸗ nem Atteſtat dishalb verſehn worden; widrigenfalls er in die Zahl der Studie⸗ renden nicht inſcribirt werden ſoll. Ein von andern Univerſitaͤten Relegit⸗ ter ſoll anders nicht, als nach unterſchrieb⸗ ner Relegation angenommen werden. Wenn aber ein ſolcher nach Beſchaffen⸗ heit der Umſtaͤnde, als woruͤber dem Rector und akademiſchen Senat die Be⸗ urcheilung uͤberlaſſen bleibt, nicht ange⸗ nommen werden koͤnnte, ſo ſoll er hier nicht geduldet, ſondern noͤthigen Falls vor⸗ hingedachter maſſen mit Hilfe der Policey⸗ Deputation aus der Stadt fortgeſchaft, mitlerweile aber von keinem Studioſo bey namhafter Strafe auf ſeiner Stube be⸗ leich ſitaͤ ſitat ent⸗ üͤda⸗ doch her, zu⸗ ei⸗ den; die⸗ egir⸗ rieb⸗ den. fen⸗ dem Pe⸗ uge⸗ hier vor⸗ ſbey⸗ aft, bey be⸗ der, —— 7 Jeder, der ſolchergeſtalt zur Aufnah⸗ ne faͤhig iſt, oder von andern Univerſi⸗ käten aufzieht, ſoll gleichwohl nicht eher eingeſchrieben werden, als wenn er zuvor dem Rector unter Handtreue an Eides⸗ ſtatt verſprochen hat: (a) Daß er dem Kandsfuͤrſten und deßen Fuͤrſtl. Hauſe weder mittel⸗ noch unmittelbar Schaden zufuͤgen— (b) dem Rector und Senar, als ſei⸗ ner ihm vorgeſezten Obrigkeit, allen gebuͤh⸗ renden Gehorſam und Ehrfurcht erweiſen, auch die ſchon gegebnen und kuͤnftig noch erfolgenden Geſetze genau befolgen— (c) in Erlernung der Wiſſenſchaften behoͤrigen Fleiß anwenden, zu dem Ende die noͤthigen Kollegien emſig beſuchen— (d) das ihm erwa widerfahrende Un⸗ recht und Beſchimpfungen weder ſelbſt, noch durch andre raͤchen, ſondern ſelbige dem Rector anzeigen, und von dieſem Hilfe und Gunugthuung ſuchen und er⸗ warten.— A 4(e) End⸗ 8—— (e) Endlich ſich aller Ordens⸗Go ſellſchaften enthalten, und ſich unter keinen Orden begeben wolle. §. 2. Von der Sabkbatsfeier. Wir verſehen uns zu den Aufſe⸗ nommnen, der Kuͤnſte und Wiſſenſchaften Beflißnen, und ermahnen ſie, daß ſe vor allem Gort, den Anfang und die Ur⸗ quelle der Gerechtigkeit, Liebe und Wers⸗ heit, von ganzem Herzen lieben und fuͤrch⸗ ten, ſich eines ſrommen, Gott wohlgefaͤß ligen, chriſtlichen und geſitteten Wandels, auch der Liebe gegen ihren Naͤchſten, ſo wie gegen ſich ſelbſt, befleißigen, dem öffentlichen Gottesdienſt an den ihnen an⸗ gewieſenen Plaͤtzen fleißig beiwohnen, der Gnadenmittel ſich mit Andacht bedienen, und alles das, was ihr zeitliches Wohl und ewiges Heil befoͤrdern kann, gerne thun, das entgegenſtehende aber unterlaß ſen werden. Waͤrde gleichwohl einer oder mehrete an Sonn⸗ und Feſttagen den Gottes⸗ dienſt inen lſges fen ſe Ur⸗ des⸗ jrch⸗ eſa⸗ dele, ſo dem an⸗ der nen, Vohl herne tlas grete ttes⸗ jenſt 9 dienſt in oder auſſer der Stadt auf ir⸗ gend eine anſtoͤßige Weiſe ſtoͤren, in oder auſſer der Stadt mit Wuͤrfeln, Karten, Kegeln und Billard⸗Spielen, auch mir Jagen, unnoͤthigen Ein⸗ und Verkaufen, oder gar mit Beſuchung der Weinhaͤuſer, Bier⸗ und Brandwein⸗Schenken waͤhrend dem Gortesdienſt und ſonſt die Entheili⸗ gung und Verachtung deſſelben an den Tag legen, der ſoll als ein Aergrer ſei⸗ nes Nebenmenſchen und Stoͤrer, oder Beraͤchter des Gottesdienſtes, nach Be⸗ finden, mit zwey⸗ und mehrtaͤgiger Kar⸗ cerſtrafe belegt, das zweitemahl ſolche ver⸗ doppelt, beim drittenmahl aber ihm das Conſilium abeundi gegeben, und er aus der Stadt fortgewieſen werden. §. 3. Vom Mißbrauch des Namen Gottes. Wer den Namen Gottes mit Fluchen, Schwoͤren, Zauberdeutungen, Beſchwoͤ⸗ rungen, und ſonſt misbraucht, mit der Religion ein Geſpoͤtte treibt, epikuriſche Saͤtze ausſtreut, der ſoll vom Rector und engern Senat davon ernſtlich abgemahnt, 5 auch 10——— auch nach Befinden ihm ein⸗ und mehr⸗ g taͤgige Karcerſtrafe auferlegt, bey nicht 1 erfolgender Beſſerung die Strafe verdop⸗ Len pelt, endlich beim dritten Fall, wenn er öſtt deſſen uͤberfuͤhrt worden, durch das Con⸗ ſich ſilium abeuudi weggeſchaft werden. an Seu §. 4· na Vom Beſuchen der Kollegien. fe Wer dem Endzweck, warum er auf die ſüh Univerſitaͤt geſchickt worden, zuwider, ſtatt ſi⸗ der Erlernung der Wiſſenſchaften und Kuͤn⸗ nue ſte, wodurch er ſich zu einem brauchbaren aden Glied der menſchlichen Geſellſchaft bilden Fiu ſoll, die koſtbare Zeit mit Muͤßiggang zu⸗ bringt, und ſeine Lehrſtunden oft ver⸗ ſaͤumt, der ſollvon ſeinem Lehrer zur Beß⸗ rung freundſchaftlich vermahnt werden. Wuͤrde er aber die Lehrſtunden einen Mo⸗ in nat lang gaͤnzlich verſaͤumen, ohne ſich mit Krankheit, oder ſonſt, giltig entſchul⸗ S. digen zu koͤnnen, der ſoll vom Rector ſei⸗ deol ner bey der Aufnahme gethanen Handge⸗ Ge luͤbde, auch der Pflichten gegen ſich ſelbſt, pel ſeine Eltern oder Vormunder ernſtlich Er erinnert, vom Mußiggang ab, und zu bm fleißi uhn — 11 fleißiger Beſuchung ſeiner Lehrſtunden an⸗ gemahnt, auch mit einigen Tagen Karcer beſtraft werden. Wer Warnung und .Züchtigung nichts achtet, und ſeine Kolle⸗ gien abermals einen ganzen Monat hin⸗ durch verſaͤumt, der ſoll vor den engeren Senat geſordert, daſelbſt nochmahls er⸗ mahnt, verwarnt, und mit gedoppelter Stra⸗ fe belegt, und, wenn er gar zum dritten⸗ mahl des beharrlichen Muͤßiggangs uͤber⸗ fuͤhrt werden ſollte, alsdann von dem Kon⸗ ſiſtorium, als ein nicht zu beſſernder hart⸗ näckiger Taugenichts durch das Conſilium abeundi fortgeſchaft werden, damit ſeine Faulheit andre nicht anſtecken moͤge. Wie dann auch das allzufruͤhe Weg⸗ gehen und nach Hauſe eilen vor den Fe⸗ rien eines jeden Semeſters verboten, und in Anſehung deſſen verordnet wird, daß keinem Landskind im Fruͤhjahr vor dem Samſtag vor Palmarum, im Herbſt aber vor dem Samſtag vor der Michaelis Wo⸗ che, auf welche beyde Tage auch das Sti⸗ pendiaten Examen, bey welchem ſaͤmtliche Stipendiaten unſehlbar zu erſcheinen ha⸗ ben, allzeit unabweichlich zu halten iſt, ohne die allererheblichſte jedesmal durch obrig⸗ 12— obrigkeitliche oder ſonſtige legale und un⸗ und verwerfliche Atteſtata zu verificirende Ur⸗ u ſachen wegzuteiſen, oder beim Anfang des Semeſtris ſpaͤter als hoͤchſtens acht Tage nach geendigten Ferien wieder zuruͤckzu ſi kommen erlaubt ſeyn, gegenfalls aber der in Stipendiat ſeines Stipendii von der Sti⸗ pendiaten Kommißion fuͤr verluſtig erkläͤrt, auch diejenige Landskinder uͤberhaupt, ſo vor jenen Terminen abgezogen ſind, nicht eher, als bis ſie noch ein halbes Jahr weiter auf der Lands⸗Univerſität ſtudirt, und das verſaͤumte wieder nachge⸗ 9 bolt haben, zum Fakultaͤts⸗ oder Defſini⸗ torial⸗Examen zugelaſſen, zu dem Ende von den Univerſitaͤts⸗Pedellen eine Ta⸗ belle uͤber die Abreiſe und Zuruͤckkunſt derſelben gehalten, und die Kontraveniem ten von dem akademiſchen Senat jedes⸗ mal Uns angezeigt werden ſollen. V §. 5 V Vom Zutrinken und dem Laſter der Trunkenheit. Die Studenten ſollen ſich auch des uͤber⸗ maͤßigen Gebrauchs der hitzigen Getraͤnke, und 2 un⸗ Ur⸗ 9 des Tage lckzu⸗ r der Sti⸗ klart, lupt, ſind, albes kſitaͤt chge⸗ efini⸗ Ende Ta⸗ kunſt nien⸗ edes⸗ — 13 und ſonderlich des Brandeweins enthalten, und bedenken, daß aus dem Zutrinken Trun⸗ kenheit, und aus dieſer die ſchaͤndlichſten Handlungen erfolgen, und ein Trunkner ſeine Ehre, Vernunft, Seele, Leib und Gut in Gefahr ſetzt. Wer im Trunk Unord⸗ nungen und ſtrafbare Handlungen begeht, ſoll durch Vorſchuͤtzung der Trunkenheit, in allen zur Univerſiraͤtsgerichtbarkeit ge⸗ hörigen Verbrechen, keine Entſchuldi⸗ gung, noch Minderung der Strafe, viel⸗ mehr nach Befund deren Erſchaͤrfung zu gewarten haben. Wer ſich dem Trunk ergiebt, ſoll erſt vor dem akademiſchen Senat ernſtlich ver⸗ warnet, falls er ſtch nicht beſſert, mit acht Tage Karcer beſtraft, und wenn auch dieſes nichts fruchten ſollte, als ein nicht zu beſſernder Trunkenbold von der Uni⸗ verſitaͤt per Conſilium abeundi weggewie⸗ ſen werden. Auch wer andre zum Trunk verleitet, oder gar genoͤthigt haͤtte, ihm das, was er in großen oder vielen Glaͤſern demſel⸗ ben zutrinkt, nachzutrinken, der ſoll mit mehr⸗ 14 mehrtaͤgiger Karcerſtrafe belegt, oder auch zer! nach Befinden als ein Verfuͤhrer und Flin Entehrer der Menſchheit mit dem Conl lio abeundi beſtraft werden. les §. 6. dder Von erlaubten und verbotnen Spie en len, und andern Ergoͤtzungen, als Sou zieren auf dem Wall, Baͤllebeix wohnen, Jagen, Maske⸗ or raden ꝛc. ꝛc. V 4 9 So wie Wir alle dem Endzweck eines 19 Studierenden nicht zu widerlaufenden und die Geſundheit befoͤrdernden Ergoͤtzungen, als da ſind Spielen auf dem oͤffentlichen Billard, wie auch ſonſt alle nicht zu uͤber⸗ maͤſſigen Kommerz⸗Spiele in geſtempelten Karten, Mithaltung geſitteter Baͤlle in eir anſtaͤndigen Geſellſchaften, Spazierenge⸗ hen auf dem Wall, und aus ganz beſond⸗ rer Landsfuͤrſtlicher Gnade das Jagen in der Gieſer Gemarkung, auf dem Felde zwiſchen Gieſen und Wieſeck, auf dem in Klein⸗Linneſer Cent⸗Bann, wie auch auf much der auchzer Koppel⸗ Huth zwiſchen Gieſen und — und Klein⸗Linnes„eerlauben: ſo ſoll dagegen „onll. (a) Das Billardſpielen, ſo wie al⸗ les Wein, Thee, Koffe⸗Bier⸗ Liqueur, oder andres Trinken in öffentlichen Haͤu⸗ r ſern Sonnabends nach neun Uhr, ſo wie Shies an den uͤbrigen Tagen nach zehn Uhr— Spa⸗ i⸗(b) alle, die Seele mit den verderb⸗ lichſten Leidenſchaften erfuͤllenden, und den wirthſchaftlichen Zuſtand leicht zerruͤttenden Hazardſpiele in Wuͤrfeln, Karten oder ſonſt, es ſey um baares Geld, Wein eines Koffee, um freyes Tractament, oder wie und es ſonſt Namen haben mag, z. E. Pharao, gen, Quindeci, Lansquenet, Bieribi, Triſchack, ſchen u. a. m. verboten, und die Uebertretung lheis dieſes Geſetzes das erſtemal mit achttaͤgi⸗ elten ger⸗ das zweitemal mit zwoͤlftaͤgiger Kar⸗ in cer, oder ihr proportionirter Geldſtrafe, das dritremal aber mit dem Conlilio abeundi nge und beſtraft werden. Eben ſo wird auch agen gelde(c) das Spazierengehen auf dem Wall zem in groſen Haufen, von Betrunknen, oder auf nach geſchehnem Thorſchluſſe und mit Ta⸗ der backs⸗ 16—— backs⸗Pfeifen im Munde unter nambiſ 1 ter Karcerſtrafe, ſo wie auch hn (d) alles Jagen an Sonn⸗ und Seſen kagen während des Gottesdienſtes, und iuſl das Jagen an unerlaubten Orten, ale ege Uebertretung der von Petri bis Bartho⸗üc lomaͤi daurender Hegezeit, alle Beſchaͤdi⸗ gung der Gaͤrten und Fruchtfelder, und die Mitnehmung ſolcher Perſonen, denen I das Jagen nicht gebuͤhrt, wie weniger 1 nicht alles Schieſſen oder Einfangen zah⸗ mer Tauben, Enten u. d. m. und zwar. leztres mit einer Strafe von drey Gul⸗ den, erſtres aber mit angemeßner Karcer⸗ eiter ſtrafe und doppeltem Erſatze des verur⸗ ſ ſachten Schadens, verboren. ſches (e) Alle Maskeraden aber, von welcher und Art ſie auch ſeyn moͤgen, ſollen bey Karzer, ſond ſtrafe gaͤnzlich verboren ſeyn; hrer (f) Wobey Wir alle bey dem Auf, den und Abzug von der Univerfität, bey Ge⸗ dines burtstagen und dergleichen ſich erlauben⸗ die de Schmauſereyen und Gelage, desglei, in, chen die zum Sauffen, Schlaͤgerey und an⸗ llle dern Unordnungen Anlaß gebende Muſi Gald en —— 17 whaſeen bey der Rector⸗Wahl, Ankunft der Profeſſoren, und Abzug weggehender, bey Namens⸗Geburts⸗Tagen und Kindtaufen, Seſtn ud uͤberhaupt alle Arten der ſogenann⸗ undien ſolennen Muſiken, bey welchen Chargen alleeusgetheilt zu werden pflegen, hiermit aus⸗ rtho⸗hruͤcklich unterſagen, haͤdi⸗ und§. 7⸗ un Vom Nationalismus und Penng⸗ zwar Gul, So ſehr es allen denjenigen, die aus reereiner Stadr oder aus einem Lande gebuͤr⸗ erur lig ſind, als etwas Loͤbliches und Nuͤtzli⸗ ches verſtattet iſt, Freundſchaft mit ein⸗ ander zu halten, ſich einander mit Rath ſher und That beizuſtehn, in Krankheiten be⸗ rier ſonders fuͤr einander zu ſorgen, und ſich ſhrer Pflege und Wartung anzunehmen, ſo ſehr wird dagegen unruhigen und muͤßi⸗ Auß gen Koͤpfen alles, was nur den Anſchein Ges eines Nationalismus haben kann, wohin beus die Errichtung ſogenannter Landsmannſchaf⸗ gleiten, daraus entſtehende Verbindung zu al⸗ an lerley Zuſammenkuͤnften und, Zeit und eufe Geld freſſenden, Geuhen„oder ſogenannten ten Kraͤnz⸗ chen gehoͤrt, die die Quelle von allerlen Keleg Unordnunge en, Jalonſien, Feindſchaf ten, Otden Bantereien, und andern Zeit und Koſten Geſel verderblichen Uebeln, beſonders aber das wetde von ſind, daß, wann einer aus der Ge Seni ſellſchaft ſich be leidigt glaubt, die uͤbrigen ſonſ kraft ihrer Verbindung, auf ſeine Seiteſoder treten, und dann, ſo der andre auch beſem ſeiner Landsmannſchaft Hilfe und Beiſtandſins ſucht, eine Art von innerlichem Kriege an⸗ teit g gezettelt, oder wohl gar die Errichtung ei⸗ande ner Ordens⸗Geſellſchaft,(oder, wie ſonſt dem eine, vermittelſt eines geleiſteten Eides, oder und uͤberhaupt ſolennen Verſprechens, unter ei⸗ anem nem Vorſteher errichtete, naͤbere Verbin⸗ den, dung unter mehreren Studioſis, Namen ha⸗ eewa ben mag,) wovon das Tragen gewiſſerſte Ordenszeichen, Beiwohnen der gewohn⸗ Per lich aus den landsmannſchaftlichen Zu⸗ tune ſammenkuͤnften entſtehenden Conventiculo- dinde rum, die Enrtwerfung gewißer Geſetze, Inſe Geldbeitraͤge, Ordenshieber, und beſon⸗ uwi ders Zeichen in den Stammbuͤchern, Uni⸗ herrl formen, Uhr⸗ und Stockbaͤnder, Kokar⸗ null den, Federbuͤſche, Schleifen und Baͤnber an den Huͤten ſichre Merkmale ſind, auf das ernſtlichſte und ſchaͤrfſte verboten, und li, zwar unter der unabbitlichen Suraſe der dina ele⸗ — — 19 rlen Relegation fuͤr alle diejenigen, die ſich als en, Ordensmeiſter, Logenmeiſter, oder wie das ſien Geſellſchafts⸗Oberhaupt ſonſt genannt da werden mag, auch als Landsmannſchaft⸗ G Senioren, Subſenioren, Sekrerairs, oder en ſonſtige Chargen bekleidende Mitglieder eitk oder Anwerber ſolcher Geſellſchaften be⸗ bef treten laſſen, welche Relegation gedruckt and ins Barerland und an eines jeden Obrig⸗ an keit geſandt werden, bey Stipendiaten und en Landskindern aber noch insbeſondre mit onſt dem gaͤnzlichen Verluſt ihres Stipendii der und aller Hofnung, jemals im Lande zu ei einem oͤffentlichen Amte befoͤrdert zu wer⸗ bin den, verknuͤpft ſeyn ſoll. Wie dann die has etwa beim Eintrit in dergleichen unerlaub⸗ ſſer re Verbindungen geleiſtete anmasliche on⸗ Verſprechungen oder gar eidliche Zuſiche⸗ Zus rungen, welche ohnedem an ſich unver⸗ lo⸗ bindlich und unſtatthaft, und der bey der ße, Inſcription gethanen feierlichen Zuſage ſen zuwider ſind, noch uͤberdies aus Lands⸗ In' herrlicher Macht hiermit ausdruͤcklich fuͤr kar, null und nichtig erklaͤrt werden. ber auf Eben ſo ernſtlich wird auch hiemit al⸗ und les, auf einen kindiſchen Pennalismus der hinauslaufende, Unterſcheiden aͤltrer Mit⸗ eles B 2 glie⸗ 20—— glieder der Univerſitat von den neuange l kommnen, oder erſt vor kurzem unter die die 9 Anzahl der Studierenden aufgenommnen, ſr alle Arten von dahin abzielenden ſchimpfli⸗ hen/ chen oder verdaͤchtigen Worten und Hand⸗ nuch lungen, Prellen, oder ſonſt andre Zundſ thigungen von irgend einer Art verboten, e und ſoll der Uebertreter dieſes Geſetzes du ve dertr⸗ mit zwei, vier, auch achttaͤgiger Karzerſtrafe ſunch luche belegt werden. — t rir u §. 8. ne Vom Beſuchen der Doͤrfer, Kommer⸗ nach ciren und Nachtſchwaͤrmen. ſigis pendi⸗ Und da auch aus den haͤufigen Be⸗ und, ſuchen der Doͤrfer, beſonders in groͤſern leiſf Geſellſchaften, allerley groſe Uebel entſte⸗ d be hen, indem nicht allein die Geſundheit, das Geld, und die Zeit auf die unverant⸗ wortlichſte Art dabey zu Grunde gerichtet, alch ſondern auch zugleich zu allerley Arten von ales liederlichen Leben der Weg gebahnt wird! den ſo ſoll auch dieſes hierdurch uͤberhaupt, und Ruf das, dabey uͤbliche ſogenannte, Rommerci⸗ ſen ren, insbeſondre, wobey ſogenannter Lands⸗ eder vater, oder andre, eigends dazu beſticam Anr. e⸗ nge gieder geſungen, zum Trinken genoͤthigt, die die Huͤte durchſtochen werden u. ſ. w. es en, ſey in der Stadt, oder auſſerhalb derſel⸗ gſi ben, ernſtlich verboten ſeyn, wie dann ende guch ſorgfaͤltig auf denjenigen wird inqui⸗ mtirt werden, der von dergleichen Aus⸗ en, ſchweifungen Profeſſion macht, andre da⸗ ges iu verfuͤhrt, oder wohl gar auf eine nie⸗ aſednrächege Art ſeinen Unterhalt darinnen ucht. Derjenige, der ſich als einen ſolchen liederlichen Menſchen betreten laͤßt, ſoll, ner nach Befinden der Umſtaͤnde, mit mehr⸗ tägiger Karzerſtrafe, falls er ein Sti⸗ pendium genießt, mit Verluſt deſſelben, Be und, im Fall er keine Beßrung an ſich ſern verſpuͤren laͤßt, mit dem Conſilio abeun- iſes di beſtraft werden. un, Uberhaupt aber werden hiemit zugleich et, auch alle ungeſittete Nachtſchwaͤrmereien, von alles Schreien aus den Fenſtern und auf rd den Straßen, Vivat- Percat- und Hurra⸗ und Rufen, alles Wetzen oder Gehn mit blo⸗ ci ſen Degen, alles Inſultiren andrer, und des jeder Auflauf erregender Laͤrmen— Alles e, Anrufen voruͤbergehender Perſonen, be⸗ Le B 3 ſon⸗ 22— ſonders das Anrufen des Poſtwagens, ſoll das Lichtwegrufen und Laternenzerſchmeißen — Alles, die guten Sitten beleidigende, und Feuersgefahr machende Tabacksrau⸗ chen auf den Straßen und dem Wall, es ſey bey Tag oder Nacht— Alles Schießen in der Stadt— Aller Ge⸗ brauch brennender Fackeln in der Stadt, der beſonders bey Muſikbringen unterſagt bleibt, ohne Fuͤrſtliche Diſpenſation nicht geſtattet werden, und ſtatt deren die Stu⸗ denten ſich wohl verwahrter Laternen be⸗ dienen ſollen,— Alles Klatſchen und Peitſchen auf der Straſſe— Die An⸗ ſtimmung ſchaͤndlicher, ſchmaͤhſuͤchtiger, oder aufruͤhriſcher Lieder, und alles Singen auf der Straße— Alles Fenſtereinwerſen— Alles Muſikanfuͤhren, oder beiwohnen nach eilf Uhr, und vorzuͤglich die ſogenannten Katzenmuſiken auf das ſtrengſte verboten. Derjenige, der gegen einen dieſer, oder aͤhnlicher Punkte ſündigt, ſoll mit zwei⸗ oder mehrraͤgiger Karzerſtrafe, nebſt dem doppelten Erſatz alles verurſachten Schadens, den er noch vor der Entlaſ⸗ ſung aus dem Karzer zu bezahlen hat, be⸗ ſtraft werden, und, wenn er ſich njeder b —— —— 83= —,— 2= —.——+— — —,,— — 23 ions, holt als ein unruhiger Kopf beweißt, die ſſen Relegation unterſchreiben. de, rau Und, wenn es ſich gar ereignen ſollte, zal,, daß ein ſolcher Stoͤrer der oͤffentlichen Ru⸗ les he und Sicherheit, bey einer ſolchen Ge⸗ Ga legenheit, die Pedellen, Schildwachten, Pa⸗ dt, trouillen, oder Nachtwaͤchter, als deren rſagt Beſtimmung unmittelbar zur Erhaltung ncht der Sicherheit und Ruhe des gemeinen Seu Weſens abzielt, ſodann auch bey Paſſi⸗ be rung der Chauſeen zu Pferd oder im Wa⸗ und gen die Chauſee⸗Geld⸗Erheber bey Ab⸗ An ſorderung der Chauſee⸗Zeichen oder des ode ſchuldigen willig zu zahlen habenden Chau⸗ af ſee⸗Gelds, ingleichen die Acciſer bey — verlangender Beſichtigung der Koffres oder nach Kiſten, und Abforderung des Acciſes fuͤr uten erhaltende Weine, Coffee und Taback, mit en. Worten, oder mit der That beleidigte, ſo ſoll er, nach Verſchiedenheit und den ſer, Graden der Umſtaͤnde und des veruͤbten nit Frevels, fuͤr eine ſolche Verletzung öffent⸗ gebſt licher obrigkeitlicher Sicherheitsanſtalten hten mit vier, acht, auch zehntaͤgiger Karzer⸗ ulaß ſtrafe belegt, und, falls er gar ein toͤdli⸗ be, ches Gewehr gegen dergleichen Perſonen nder geſetzt, oder ſie mit Peitſchen, Pruͤgeln, holt B 4 oder oder andern aͤhnlichen Dingen angefallen, desgleichen auch Anfuͤhrer und Anſtifter oͤffentlicher Tumulte, mit der Relegation beſtraft werden. §. 9. V Von Injurien, genommner Selbſt⸗ rache, und allerley Thaͤtlichkeiten, Rencontres und Duellen. V Wir ermahnen und erinnern auch die Studenten, daß ſie ſich gegen einander freundlich, friedlich und beſcheiden betra⸗ ien gen, keiner dem andern mit anzuͤglichen Neden, anſtoͤſigen Minen, oder unziemli⸗ chen Geberden, oder gar mit der That ſchimpflich begegnen, und zum Widerwil⸗ len Anlaß geben, auch des Balgens und Duellirens ſich zumal enthalten; dahinge⸗ gen alles das mit beizutragen ſich bemuͤ⸗ hen ſollen, was die öffentliche Ruhe erhal⸗ ten, und ihre, auch andrer Ehre, Leib, und Leben in Sicherheit ſetzen kann. Sollte gleichwol einer mit Worten, Minen oder Geberden, oder mit der That ſelbſt„ fn en, fter lon ſelbſt, mittelbar durch einen Diener, oder ſonſt jemand, oder unmittelbar von einem andern beleidigt und geſchimpft wer⸗ den; ſo verordnen Wir hiemit, daß der Beleidigte dennoch weder ſelbſt, noch durch andre, weder ſogleich, noch hernach Ge⸗ nugthuung eigenmaͤchtig nehmen, ſondern ſolches, der bei ſeiner Annahme an Ei⸗ desſtatt geleiſteten Handgeluͤbde gemaͤs, ſo⸗ gleich dem Rector anzeigen, und von dem⸗ ſelben die gebuͤhrende Genugthuung erwar⸗ ren, zu dieſer ihm auch unverlaͤngt gehol⸗ fen, und zu dem Ende alle Zierlichkeiten eines Prozeßes in dergleichen, und and⸗ ren Injurienſachen uͤbergangen, und nur das Weſentliche derſelben beibehalten, die That unterſucht, und ſo weit ſie erwieſen, folgendermaßen beſtraft werden ſolle: (a) Wer den andern mit Schimpf⸗ worten, anſtoͤſigen Minen, unziemli⸗ chen Geberden, oder Neckereyen aller Art, ſie beſtehn in Necknamen, im Werfen mit Aepfelſchalen, oder ſonſt beleidigt, ſoll, wann ſie auch fuͤr Scherz ausgegeben wer⸗ den, dem Beleidigten eine Abbitte und Ehrenerklaͤrung zu thun, oder nach Be⸗ ſchaffenheit der Schimpfworte im Beiſeyn B 5 der 26—õ———— der bey der Beſchimpfung zugegen geweſe⸗ nen Perſonen vor dem Rector ſelbige zu widerrufen angehalten, und dabey mit drey bis vier, auch nach Befund wohl mit ſechs bis acht Tagen Rarzer beſtraft werden. Wenn(b) der durch Schimpfreden Beleidigte auf der Stelle ſich ſelbſt Recht nehmen, und den andern mit den naͤmli⸗ chen oder andern Worten wieder ſchimpfen wuͤrde, der ſoll ſich ſeiner Privatguug⸗ thuung hierdurch verluſtig gemacht haben, und im erſten Fall, wenn er in der er⸗ ſten Hitze die naͤmlichen Schimpfreden zu⸗ ruͤckgeſchoben, mit der Haͤlfte der vom erſien Injurianten verwirkten Straſe be⸗ legt, im andern Fall, wenn er andre Ge— genſchimpfworte gebraucht hat, gleich dem andern beſtraft werden, welche gleiche Stra⸗ fe auch alsdann Statt haben ſoll, wenn das Wiederſchimpſen nicht ſogleich auſs erſte Schimpfen, ſondern hernach erſt ge⸗ ſchieht, wenn die erſte Hitze ſich gelegt, beide von emander geweſen, und der Be⸗ leidigte mit Vorbedacht ohne neuen Anlaß wieder ſchimpft, immaſſe n Wir das ſonſt in Rechten erlaubte Retorquiren, als nur zu meh⸗ mehl Hän habe leſon Ste züg ſoll tre 2 mehrerer Erhitzung und Unterhaltung der Haͤndel Anlaß gebend, gänzlich verboten haben wollen. Sollte aber der Beleidigte, beſonders mit bey ſich habenden Gewehr, Stock, oder Peitſche, den Beleidiger, vor⸗ zuͤglich auf deſſen Stube, conſtituiren: ſo ſoll ſolches mit 8⸗ 10 Tage Karcer be⸗ ſtraft werden. Wer aber 1 (c) den andern mit der Hand, Stock oder Peitſche zu ſchlagen draͤut, ſoll, wenn er zugleich Urheber des Streits iſt, mit acht bis zehn Tagen Karzer, und wenn ſol⸗ ches anf vorhergegangne Schimpfreden ge⸗ ſchehn, mit vier bis fuͤnf Tagen Karzer be⸗ ſtraft werden. Wenn hingegen (d) einer den andern mit Anſtoſſen, dem ſo genannten Schupfen, oder mit Ohr⸗ feigen, Jauſtſchlaͤgen, mit einem Stock oder Peirſche, oder Haarraufen angreift, ſchlaͤgt oder rauft; der ſoll mit dem Unter⸗ ſchied geſtraft werden, daß der Angreifer, wenn er zugleich Urſacher des Streits, und von dem Angegriffnen mit Schimpf⸗ reden, anzuͤglichen Minen und Geberden nicht vorher gereizt worden iſt, mit drey Wochen Karzerſtrafe belegt— Wenn 28——— Wenn er aber zuerſt geſchimpft wor⸗ den, auch am Streit der Urbeber nicht iſt, und auf der Stelle in der erſten Hitze den andern alſo, wie vor gemeldet, mit der That behandelt, alsdann mit der Haͤlfte jener Strafe angeſehn werden. Im Fall er aber eine oder mehrere Stunden nach erlitener Beſchimpfung, oder wohl gar ein oder mehrere Tage her⸗ nach, wo die erſte Hitze verraucht iſt, und er zur Ueberlegung Zeit gehabt hat, den andern alſo mit der That behandelt, und folglich mit gutem Vorbedacht ſeinen, bey der Aufnahme geleiſteten, Handpflichten zu⸗ wider handelt: ſo ſoll er auf zwoͤlf bis vierzehn Tage mit Karzerſtrafe belegt wer⸗ den. (e) Wer mir einem Prügel dem an⸗ dern aufpaßt, ihn angreift und ſchlaͤgt, der ſoll mit vier Wochen Karzer⸗ oder nach Befinden, ſo er ihn hart verwundet, mit dem Conſilio abeundi beſtraft, und zur Zahlung der Kurationskoſten, auch des Intereſſe wegen des etwa bleibenden Scha⸗ dens, in ſo fern er zugleich Urſacher des Streits geweſen, angehalten, oder wenn er er unn Kariet che aur d aus 3 ſ — — 29 er unvermögend iſt, mit einer laͤngern Karzerſtrafe angeſehn, und, wenn er ſol⸗ che ausgeſtanden, mit dem Conſilio abeun- di aus der Stadt geſchaft werden. Wir ſind zwar () nicht gemeint, die in natuͤrlichen und weltlichen Rechten erlaubte Nothwehr und rechtmaͤſige Vertheidigung ſeiner Glie⸗ der, Leibes und Lebens gegen den Angrei⸗ fer jemand iu verſagen: Wir wollen aber, daß ein jeder in den Schranken eines moderaminis inculpatae tutelae verbleiben, hierinn nicht excediren, ſeine Vertheidigung nicht weiter, als es die Noth erfordert, treiben, und ſie nicht in eine Rache und Verfolgung ausarten laſſen ſoll. Wenn alſo einer ohne gegebne Urſa⸗ che von dem andern mit entblößtem De⸗ gen, oder andrem tödlichen Gewehr un⸗ verſehens angegriffen wird, und der An⸗ gegriffne wehrt ſich ſeiner Glieder und Lebens, bedient ſich alſo einer rechten Noth⸗ wehr, der ſoll, wenn er gleich in der Ver⸗ 30—— Vertheidigung den andern verwundete, en/ dennoch von aller Strafe frey ſeyn—— Aunde Wenn er aber einen Exzeß dabey began⸗ vir b gen— den andern verfolgt haben ſollte, Derbr ihm, wo er wohl gekonnt, nicht ausgewi⸗ gegen chen waͤre, ſo ſoll der Exceß nach einer, geweß vom Konſiſtorio zu ermeſſenden, Karzer⸗ der ſtrafe verbuͤßt; falls aber einer todt ge⸗ fen w blieben waͤre, die Sache bey dem ordentli⸗ griff chen Richter, den Rechten nach, unter⸗ nach ſucht und beſtraft werden. Hat der An⸗ lade gegriffne durch Schimpfreden, oder an⸗ geſch dere Anzuͤglichkeiten, den Streit veranlaſ⸗ ohn⸗ ſet, ſo ſoll er als ein Infuriant der Privat⸗ zwey gnugthuung verluſtig ſeyn, und mit acht ſtraft Tagen Karzerſtrafe belegt werden. Derjenige aber, welcher den andern unte mit dem Degen in der Fauſt angreift, recht und zugleich Urheber des Streits iſt, ſoll, diej⸗ in ſo fern es nur ein Rencontre, und kein tte verabredeter Duell geweſen, der Angrif in unte der erſten Hitze des Streits geſchehn, Aus auch der Angegriffne dabey nicht ver⸗ ſchr wundet worden, mit zwey bis drey Wo⸗ and chen Karzer beſtraft, im Jall aber der An⸗ geg grif nicht in der erſten Hitze, ſondern nach⸗ Un dem beide von einander geweſen, geſche, tom hen„ —— — 31 hen, und der Angegriffne zugleich ver⸗ wundet worden: So ſoll der Angreiffer mit vier bis fuͤnf Wochen Karzerſtrafe ſein Berbrechen buͤſſen.— In ſo fern hin— gegen der Angegriffne Urſacher des Streits geweſen; ſo ſoll alsdann der Angreiffer, der ſich die verbotne Selbſthilfe ſchaf⸗ fen wollen, nach Unterſchied, ob der An⸗ griff in der erſten Hitze, auf der Stelle, nach erlittner Beleibigung, oder nachdem beide Theile wieder von einander geweſen, geſchehn, auch die Schlaͤgerey mit oder ohne Verwundung abgelaufen iſt, mit zwey oder dreywoͤchentlichem Karzer be⸗ ſtraft werden. Da auch(g) es ſich oft zutraͤgt, daß unter dem Vorwand eines Nencontre rechte Duelle ausgeuͤbt werden: ſo ſollen diejenigen, welche einen ſolchen Rencon⸗ tre gehabt, ſcharf examinirt, und genau unterſucht werden, ob ſie nicht vorher zu Ausuͤbung ihres Streits muͤndlich und ſchriftlich durch Diener, oder ſonſt durch andre die Veranlaſſung zum Rencontre gegeben haben, und ſie alſo vorſetzlich, um Unſer Edikt zu umgehn, zuſammen ge⸗ kommen ſind— oder ob ſolches nur von un⸗ 32— ungefaͤhr, und auf den erſten uͤberfallenden Eifer vorgenommen worden iſt? Sollten ſich nun hinlaͤngliche verdaͤch⸗ tige Anzeichen ergeben, daß ſie den Ren⸗ contre ſelbſt muͤndlich oder ſchriftlich, oder durch ihre Diener, oder durch andre ver⸗ abredet haͤtten: ſo ſollen diejenigen, wel⸗ che den Rencontre gehabt, und nicht auf andre Art voͤllig uͤberfuͤhrt werden koͤn⸗ nen, ſich alsdann eidlich reinigen, und ſie zugleich auf die Karreltraͤger eidlich mit⸗ vernommen, im Fall der verweigerten eidlichen Reinigung aber ſie fuͤr uͤberwie⸗ ſen gehalten, und eine ſolche hetruͤgliche vorſetzlich verabredete Zuſammenkunft an beiden, gleich einem Duell, geſtraft wer⸗ den. Wofern aber (h) ſich einer unterſtuͤnde, Unſerm Edikt und ſeinem unter Handpflichten bei ſeiner Aufnahme gethanen Verſprechen zu⸗ wider, mit boshaftem Vorſatz ſich eigen⸗ maͤchtig zu raͤchen, und den andern ent⸗ weder ſelbſt, oder durch Kartel, Abſchik⸗ kung einer dritten Perſon, oder ſonſt auf andre Weiſe, zum Duell auszufordern, ob⸗ den ch⸗ en⸗ der er⸗ el⸗ nuf n⸗ ſie A⸗ ten ie⸗ he obſchon ſolches hernach nicht erfolgte: So ſoll der Ausforderer, wenn er zugleich Ur⸗ heber des Streits geweſen, dreißig Tage lang mit dem Karzer beſtraft, ſo fern er aber nicht Urheber des Streits geweſen, ſondern von einem andern beſchimpft, und zur Ausſorderung veranlaßt wor⸗ den, ſoll er gleichwol zwanzig Tage lang inkarzerirt werden. Der Ausgeforderte, wenn er das Duell annehmen, und erſcheinen wuͤrde, ſoll, nach Unterſchied, ob er die Ausforderung ſelbſt veranlaßt, oder nicht, mit der naͤmlichen dreißig oder zwanzigtaͤgigen Gefaͤngnißſtra⸗ ſe, wie der Ausforderer, belegt; wenn er aber auf die Ausforderung zum Duell nicht erſcheint, doch aber ſolches verſchwei⸗ get, und dem Rector nicht anzeigt, ſoll er gleichwohl mit fuͤnf bis ſechs Tagen Kar⸗ zer beſtraft werden. Käme es aber zum wirklichen Duell, es geſchehe ſolches gleich in, oder auſſer der Stadt, auf der Straße, oder in der Stube: ſo ſoll, wenn ſchon kein Theil verwundet worden, ſowohl der Ausforde⸗ rer, als der Ausgeforderte, ſogleich zu Haften gebracht, ein jeder ſechs Wochen C lang 34— lang inkarzerirt, und nach ausgeſtandner Karzerſtrafe derſelbe uͤberdem von Unſrer Univerſitaͤt relegirt, und die Relegation mit der Urſache der Obrigkeit in ſeinem Paterland bekannt gemacht, Landskinder aber nicht nur aller Beneſizien, ſo ſelbi⸗ ge etwa zu genieſſen haͤtten, entſeit, ſon⸗ dern auch alle Befördrung in hieſigen Landen ihnen verſagt werden. Wenn aber einer von beiden Duellan⸗ ten, oder beide zugleich, auf dem Platz todt blieben, oder an einer abſolut toͤdtli⸗ chen Wunde hernach ſterben wuͤrden: ſo ſollen die Koͤrper der Duellanten, entweder an dem Ort, wo ſie ſich duellirt, oder an einem andern unehrlichen Ort, durch den Scharfrichter, unter Veranſtaltung! der ordentlichen Obrigkeit in criminalibus, eingeſcharrt, der Thaͤter aber auf den Be⸗ tretungsfall, ohne Anſehn der Perſon, es ſey der Ausforderer, oder der Ausgefor⸗ derte, Beleidiger oder Beleidigte geweſen, ſogleich ausgeliefert, nach peinlichen Geſe⸗ tzen behandelt, und mit dem Schwerd vom eben zum Tod gebracht, deſſen Köoͤrper aber auf dem Gerichtplaßz begraben wer⸗ den. Soll⸗ Be⸗ es for⸗ ſen eſe⸗ vom kper wer⸗ oll⸗ Sollte er aber mit der Flucht davon kommen, und auf vorher gegangne Cita⸗ tion ſich nicht wieder einſtellen: ſo ſollen deſſen ſaͤmtliche Guͤter, wenn er aus hie⸗ ſigen Landen, und deſſen auf die Univerſi⸗ taͤt gebrachtes Vermoͤgen, falls er ein Frem⸗ der iſt, konfiſzirt, zum Stipendiatentiſch angewender, und wider ſelbigen in contu- maciam verfahren,— im Fall er ſtch aber ſiſtirt, oder ſonſt betreten, und zu Haf⸗ ten gebracht wuͤrde, ſoll die verwirkte To⸗ desſtrafe an ihm vollſtreckt,— wenn er aber fremd und fluͤchtig waͤre, ſo ſoll deſ⸗ ſen Landsobrigkeit um ſeine Stellung er⸗ ſucht, oder er in dreier Herren Landen edikraliter citirt, im Nichterſcheinungsfall aber gegen den Fluͤchtigen mit der Mord⸗ acht, oder wie ſonſt herkommlichen Rech⸗ tens, verfahren— auch derſelbe nach Be⸗ finden, im Bildnis aufgehangen, und nichts deſto weniger, wenn er uͤber kurz oder lang betreten wuͤrde, an ihm die verdiente Stra⸗ fe vollzogen werden. (i) Alle diejenigen, die ſich als Se⸗ kundanten, Karteltraͤger, oder muͤndliche Herausfordrer dabey gebrauchen laſſen, ſol⸗ len, falls es zu einem wirklichen Duell ge⸗ C 2 kom⸗ 36—— kommen, mit dem Conſilio abeundi, falls Geh er aber noch verhuͤtet worden, mit zehn⸗ ſchu taͤgiger Inkarzerirung, und, falls es ein Sti⸗ pendiat geweſen, im leztern Falle mit vier⸗ ang zehntaͤgiger Karzerſtrafe, und vierteljaͤhri⸗ gin ger Entziehung ſeines benelieii beſtraft nan werden. antt (k) Alle Diener und Domeſtiken, wer welche dabey wiſſentliche Handreichung, oder andre Dienſte geleiſtet, ſo wie die, die ei⸗ nen Duellanten verbergen oder verheelen, ſollen mit ſchwerer Strafe belegt werden. (1) Ale diejenigen, die ſich mit Vor⸗ bewuſt bey einem Duell eingefunden, und nicht auf alle Weiſe bemuͤht geweſen ſind, ſolchen zu hintertreiben, ſollen mit ſechs⸗ ſu taͤgiger Karzerſtrafe belegt werden. (m) Die Raufdegen und ſogenannten Schlaͤger, ſonderlich die Stoßdegen, Hohlklingen, und die Stoͤcke, worinn der⸗ gleichen Degen ſich befinden, ſollen gaͤnz⸗ lich verboten ſeyn, und wo ſie anzutref⸗ fen, weggenommen, und zerbrochen, auch den Schwerdfegern dergleichen zu verfer⸗ fertigen, oder zu repariren, bey zwanzig Reichsthaler Strafe, unterſagt wetden, wie weniger nicht der Fechtmeiſter 6 es —], — Gebrauch verborner Klingen anzuzeigen ſchuldig ſeyn. (n) Alle Haͤndel, die in den Collegiis angegangen, ſollen doppelt, und derjenige Studioſus, der dem andern durch das ſoge⸗ nannte Hundsfottdraufſetzen einen Zwang anthut, ſoll mit der Relegation beſtraft werden. H. 10. Von privilegirten Schulden. Alle privilegirte Schulden, als da ſind: Honoraria fur jedes Kollegium, das ein Student angefangen, und wozu er ſich ſubſcribirt, wie auch die Bezahlung der Sprach⸗Exercitien⸗ und andrer Lehrmei⸗ ſter, Stubenmiethe, Tiſchgeld„ Arztlohn und Medikamente, Buͤcher und Buchbinderlohn, Waͤſche, Lohn und Koſtgeld fuͤr Bediente, ſo wie auch alle bis auf die beigefuͤgte be⸗ ſtimmte Summe kreditirte Schulden, als da ſind: C 3 Alle 38 Alle Kauf⸗ und Handwerkswaaren, nebſt Peruͤckenmacher, Barbierer, Schneider⸗ und Schuſterlohn, bis zu zwoͤlf Gulden. Fuͤr Wein, und andre luxurioͤſe Ge⸗ traͤnke, Konfituren, und Bier, zu⸗ ſammen bis zu fuͤnf Gulden; fuͤr Ta⸗ back, Koffee, und Thee zuſammen bis zu ſuͤnf Gulden. Billardgeld und Pferdelohn, bis zu einen Gulden dreißig Kreutzer. Stiefelwixſen bis zu einen Gulden. Baarer Geldvorſchuß, auch den ein Studioſus dem andern thut, es waͤre dann, daß Eltern oder Vormuͤnder jemanden hierinn einen beſondern Auf⸗ trag ertheilten, bis zu fuͤnf Gulden— muͤſſen ohne Weigrung bezahlt werden. Wobey Wir erſtlich, in Anſehung der Profeſſorum Honorarien beſonders verord⸗ net ein haben wollen: Welcher Student bey einem Profeſſor Kollegium hoͤren will, und ſich auf den Zettel, welchen der Profeſſor vierzehn Tage nach angefangnen Kollegien zum Un⸗ terſchreiben herumgehn laͤßt, mit ſeinem Na⸗ n, er, bis he⸗ zu⸗ da⸗ auf hn em G'* Namen unterſchreibt, der ſoll von der Zeit ſeiner, unter keinerley Vorwand zu ver⸗ weigernden, Unterſchrift an, binnen ſechs Wochen das Kollegiengeld voͤllig bezahlen, oder ſich gewaͤrtigen, wann der Rector um Hilfe angeruſen wird, daß er mit Zwangs⸗ mieteln, allenfalls mit Verwahrung im Kar⸗ jer, darzu angehalten werde. Diejenigen aber, welche ſich mit beglaubten Zeugnißen der Armuth legitimiren koͤnnen, oder nach den Statuten frey ſind, ſollen die Colle- gia ohnentgeldlich genieſen. Sodann zweitens, in Anſehung der Seuben⸗Miethe, daß, wer vor Ausgang des halben Jahrs neuerdings ſeine Stube aufs folgende halbe Jahr gemiethet, und dennoch auszieht, oder auch binnen dem halben Jahr ſeine Stube verlaͤßt, ſolcher die Miethe vom ganzen halben Jahr be⸗ zahlen muͤſſe, falls er nicht dem Haus⸗ wirth einen andern annehmlichen Mieths⸗ mann ſtellt. Wer heimlich, ohne ſeine geſetzmaͤſigen Schulden, nnd vornehmlich die, beſonders privilegirten, Honoraria Profeſſorum bezahlt zu haben, von der Univerſitaͤt weggeht, ſoll, auf geſchehne Anzeige oͤffentlich vor⸗ C 4 gela⸗ * 40—— geladen, und im Nichterſcheinungsfall vom Senat an ſeine Obrigkeit geſchrieben, das Verzeichniß ſeiner Schulden beigelegt, und dieſe um Hilfe erſucht, und, wann auch hierdurch die Zahlung nicht erhalten werden kann, derſelbe ſodann relegirt, und die gedruckte Relegation an die Obrigkeit ſeines Vaterlands geſchickt werden. Wie dann auch gegen verſchuldete Stu⸗ denten auf Verlangen ihrer Kreditoren, wann dieſe ſich zur Verkoͤſtigung des Ar- reſtati verpflichten, der Perſonal⸗Arreſt, auch nach Umſtaͤnden die Arretirung der Koffers und Effekten verhaͤngt werden ſoll. Diejenigen aber, die dergleichen Perſo⸗ nen wiſſentlich fortgeholfen, ſollen mit ei⸗ ner vier, auch achttaͤgigen Karzer⸗oder pro⸗ portionirten Geldſtrafe belegt werden. Ueber⸗ haupt ſollen alle Arten von Buͤrgſchaften eines Studenten fuͤr den andern ungültig, auch ihm verboten ſeyn, ſeine Habſeligkeiten ſeinen Glaͤubigern, ohne Vorwiſſen des je⸗ weiligen Rectors, oder eines Profeſſors, wel⸗ cher ſpezielle Aufſicht uͤber ihn hat, zu ver⸗ pfaͤnden, oder ſeine Sachen einem andern Studenten zum Verſatz oder Verkauf, um ihm dadurch Geld zu verſchaffen, zu geben, widri⸗ —— 41 widrigenfalls ein ſolcher Pfandgeber gegen den Pfandnehmer keine Entſchaͤdigungskla⸗ ge haben ſoll. §. I11. Von Hurerey und Schwaͤngrung. Falls ſich ein Student ſo weit vergeſ⸗ ſen ſollte, daß er ſich mit einer Weibs⸗ perſon fleiſchlich vermiſchte, ſo daß eine Schwaͤngrung drauf erfolgte, ſo ſoll der Thaͤter, auſſer den beſtimmten Aliment⸗ und Satisfactionsgeldern, dreißig Gulden zur Strafe an den Fiſcum Academicum be⸗ zahlen, oder, im Fall er das Vermoͤgen nicht dazu haͤtte, mit einer gemaͤſen Kar⸗ zerſtrafe belegt werden. Jeder andrer un⸗ erlaubter Umgang mit Frauensperſonen ſoll nach Umſtaͤnden beſtraft werden. Iſt die Verfuͤhrung unter Verſpre⸗ chung der Ehe geſchehn, ſo ſoll das Ver⸗ ſprechen fuͤr null und nichtig erklaͤrt, und, ſo er ſich ſogar ſchon mit einer ſolchen Perſon verheirathet haͤtte, falls es wider Willen ſeiner Eltern geſchehn, eine ſolche Ehe wieder aufgeloͤßt und getrennt wer⸗ den. C 5§. 12. §. 12. Von der ſchuldigen Achtung gegen die Befehle des Rectoris und Senatus Academici. Ueberhaupt aber hat jeder Student die Verpflichtung auf ſich: Dem Rectori und Senatui Academico, als ſeiner vorgeſetzten, Obrigkeit, in allen vorhin verordneten, oder auch kuͤnftig noch zu verordnenden Dingen den ſchuldigen Gehorſam zu erweiſen; und folglich, falss er vor denſelben citirt wird, zur beſtimmten Zeit, ohne Anſtand und Vorwand, und, er mag von freien Stuͤ⸗ cken oder gerufen kommen, in dem gezie⸗ menden aͤußern Anſtande, ohne Stock und Degen zu erſcheinen. Im erſten Fall iſt das erſtre Aus⸗ bleiben mit ein, und das zweite mit drey Tagen Karzerſtrafe zu belegen, und im zwei⸗ ten Fall Stock und Degen zu konfißziren. Weiter iſt jeder Student verbunden, den Schluͤſſen des Rectoris und Senarus Aca- demici, in Betreff ſämtlicher ihm dadurch geſchehnen Auflagen, binnen der ihm be⸗ ſtimmten Zeit, willige Folge zu leiſten, und eben darum auch die öͤffentlichen Anſchlaͤge, Edikte eu. Sn— ₰ . Aℳ 2 ₰ℳ n zre 978 CL4 eHede