„öZehntes Jugendfeſt am Gedenktage des 2. September 1872. Samſtag den 31. Auguſt, Vormittags 10 Uhr, haben ſich die Mädchen nf dem Oswaldsberg, und die Knaben Nachmittags 3 Uhr in dem Oswald'⸗ ſchen Garten zur Eintheilung einzufinden. Montag den 2. September, Mittags 12 Uhr, ſtellt ſich der Zug an den oben benannten Plätzen zum Abmarſch nach dem Philoſo⸗ phenwalde auf. Während des Zuges und der Spiele müſſen die Theilnehmer und Theil⸗ nehmerinnen bei ihrem Zuge bleiben und darf ohne Erlaubniß des Zugführers derſelbe nicht verlaſſen werden. Nach Ankunft im Philoſophenwald Aufſtellung des Zuges an dem Tempel. Geſang des Liedes Nr. 1, alsdann Anſprache. Nach Beendigung der Spiele ſtellt ſich der Zug in derſelben Ordnung wie vor Beginn der Spiele wieder am Tempel auf. Schlußgeſang, geordne⸗ ter Heimzug und Entlaſſung der Theilnehmer in der Stadt. 1. Das Lied der Beutſchen. Mel.: Gott erhalte Franz den Kaiſer ꝛc. 1. Deutſchland, Deutſchland, über Alles, über Alles in der Welt, wenn es ſtets zu Schutz und Trutze brüderlich zuſammenhält, von der Maas bis an die Memel, von der Etſch bis an den Belt— Deutſchland, Deutſch⸗ land über Alles in der Welt! 2. Deutſche Frauen, deutſche Treue, deutſcher Wein und deutſcher Sang, ſollen in der Welt behalten ihren alten ſchönen Klang, und zu edler That begeiſtern unſer ganzes Leben lang— deutſche Frauen, deutſche Treue, deutſcher Wein und deutſcher Sang! 3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutſche Vakerland! da⸗ nach laßt uns Alle ſtreben brüderlich mit Herz und Hand! EinNeit und Recht und Freiheit ſind des Glückes Unterpfand— oluͤh' im Glanze dieſes Glückes, blühe, deutſches Vaterland!. II. Die Wacht am Rhein. 1. Es brauſt ein Ruf wie Donnerhall, wie Schwertgeklirr und W genprall: zum Rhein, zum Rhein, zum deutſchen Rhein! Wer will de Stromes Hüter ſein? Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein,— lieb Vaterlan magſt ruhig ſein; feſt ſteht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! F. ſteht und treu— die Wacht am Rhein! 2. Durch Hunderttauſend zuckt es ſchnell, und Aller Augen blitzen hell! der Deutſche, bieder, fromm und ſtark, beſchützt die heil'’ge Landesmark. Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein,— lieb Vaterland, magſt ruhig ſein; feſt ſteht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Feſt ſteht und treu— die Wacht am Rhein! 3. Er blickt hinauf in Himmelsau'n, da Heldenväter niederſchau'n, und ſchwört mit ſtolzer Kampfesluſt: Du Rhein bleibſt deutſch wie meine Bruſt! Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein,— lieb Vaterland, magſt ruhig ſein; feſt ſteht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Feſt ſteht und treu— die Wacht am Rhein! 4. So lang' ein Tropfen Blut noch glüht, noch eine Fauſt den Degen zieht, und noch ein Arm die Büchſe ſpannt, betritt kein Feind hier deinen Strand! Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein,— lieb Vaterland, magſt ruhig ſein; feſt ſteht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Feſt ſteht und treu— die Wacht am Rhein! 5. Der Schwur erſchallt, die Woge rinnt, die Fahnen flattern hoch im Wind: am Rhein, am Rhein, am deutſchen Rhein, wir Alle wollen Hüter ſein! Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein,— lieb Vaterland, magſt ruhig ſein; feſt ſteht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Feſt ſteht und treu— die Wacht am Rhein! Brühl'’ſche Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei(Fr. Chr. Pietſch) in Gießen. h