für das Schillerfeſt zu gießen am 10. November 1859. Brüder, reicht die Hand zum Bunde, Unſres Dichters Feierſtunde Führ' uns zu den lichten Höh'n! Mag, was irdiſch iſt, entfliehen, Seiner Dichtung Harmonieen Dauern ewig jung und ſchön. Preis und Dank dem Weltenmeiſter, Der für Herzen, der für Geiſter Uns Erquickung durch ihn ſchuf! Licht und Recht und Tugend ſchaffen Durch der Wahrheit heil'ge Waffen War ihm heiliger Beruf. Manneswürde, Frauenſchöne Preiſen ſeines Sanges Töne, Ehre, Freiheit, Vaterland; Und ſo lange Liedesweiſen Dieſe höchſten Güter preiſen Werde Schiller mitgenannt! II. Deutſchland, Deutſchland über Alles, Ueber Alles in der Welt, Wenn es ſtets zu Schutz und Trutze Brüderlich zuſammenhält, Wenn von der Maas bis an die Memel, Von der Etſch bis an den Belt— Deutſchland, Deutſchland über Alles, Ueber Alles in der Welt! Deutſche Frauen, deutſche Treue, Deutſcher Wein und deutſcher Sang Sollen in der Welt behalten Ihren alten ſchönen Klang, Und zu edler That begeiſtern Unſer ganzes Leben lag—: Deutſche Frauen, deutſche Treue, Deutſcher Wein und deutſcher Sang!: Einigkeit und Recht und Freiheit Für das deutſche Vaterland! Danach laßt uns Alle ſtreben Brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit Sind des Glückes Unterpfand— Blüh' im Glanze dieſes Glückes, Blühe, deutſches Vaterland! III. Wohlauf, Kameraden, auf's Pferd, auf's Pferd! In's Feld, in die Freiheit gezogen! Im Felde, da iſt der Mann noch was werth, Da wird das Herz noch gewogen. 1: Da tritt kein Andrer für ihn ein, Auf ſich ſelber ſteht er da ganz allein.: Aus der Welt die Freiheit verſchwunden iſt, Man ſieht nur Herren und Knechte; Die Falſchheit herrſchet, die Hinterliſt Bei dem feigen Menſchengeſchlechte; : Der dem Tod in's Angeſicht ſchauen kann, Der Soldat allein iſt der freie Mann.: Des Lebens Aengſten, er wirft ſie weg, Hat nicht mehr zu fürchten, zu ſorgen; Er reitet dem Schickſal entgegen keck, Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen; Und trifft es morgen, ſo laſſet uns heut Noch ſchlürfen die Neige der köſtlichen Zeit! Von dem Himmel fällt ihm ſein luſtig Loos, Braucht's nicht mit Müh' zu erſtreben; Der Fröhner, der ſucht in der Erde Schooß, Da meint er den Schatz zu erheben; Er gräbt und ſchaufelt, ſo lang er lebt, Und gräbt, bis er endlich ſein Grab ſich gräbt. Der Reiter und ſein geſchwindes Roß, Sie ſind gefürchtete Gäſte; Es flimmern die Lampen im Hochzeitſchloß, Ungeladen kommt er zum Feſte. Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold, Im Sturm erringt er den Minneſold. Warum weint die Dirn' und zergrämet ſich ſchier? Laß fahren dahin, laß fahren! Er hat auf Erden kein bleibend Quartier, Kann treue Lieb' nicht bewahren. Das raſche Schickſal, es treibt ihn fort; Seine Ruh' läßt er an keinem Ort. Drum friſch, Kameraden, den Rappen gezäumt, Die Bruſt im Gefechte gelüftet! Die Jugend brauſet, das Leben ſchäumt; Friſch auf, eh' der Geiſt noch verdüftet! Und ſetzet ihr nicht das Leben ein, Nie wfrd euch das Leben gewonnen ſein! IV. Wohlauf, noch getrunken den funkelnden Wein! Ade nun, ihr Lieben, geſchieden muß ſein! Ade nun, ihr Berge, du väterlich Haus! Es treibt in die Ferne mich mächtig: hinaus!]: Juvivallera ꝛc. Die Sonne, ſie bleibet am Himmel nicht ſtehn, Es treibt ſie durch Länder und Meere zu gehn; Die Woge nicht haftet am einſamen Strand, Die Stürme ſie brauſen mit Macht durch das Land. Mit eilenden Wolken der Vogel dort zieht, Und ſingt in der Ferne ein heimathlich Lied. So treibt es den Burſchen durch Wälder und Feld, Zu gleichen der Mutter, der wandernden Welt. Da grüßen ihn Vögel, bekannt über'm Meer, Sie flogen von Fluren der Heimath hierher; Da duften die Blumen vertraulich um ihn; Sie trieben vom Land die Lüfte dahin. Die Vögel die kennen ſein väterlich Haus; Die Blumen einſt pflanzt' er der Liebe zum Strauß; Und Liebe die folgt ihm, die geht ihm zur Hand, So wird ihm zur Heimath das ferneſte Land. ·AD—