Feuͤtt⸗Dednung/ 1 De: Sat und Veſung 1 Kieſſen Gedruckt zu Gieſſen Bey Joſeph Dicterich Hampeln/ Der Loͤblichen Univerſitaͤt Beſtelltem Buch⸗Drucker 1 1 6 6 7.. e anao ah. 175 * 7 25. den/ wie dann daſelbſt⸗hin vorermelte zwwo Rotten/ milt Miiſt⸗ Hacken und Gabeln ſollen verordnet werden. 14. Alle Taglöhner/ welche nicht Buͤrger ſollen bey Leibs⸗ ſtraff jedesmahl uffm Lindenplatz erſcheinen unddaſelbſten was thre Verrichtung ſeyn ſoll beſcheids erwarten/ und keiner ohne Anweißung beim Feuer ſich finden laſſen. 15. Die gefreyte Perſonen ſollen ſich eben ſo wohl zum leſchen deß Feuers naͤhern/ oder doch ihre Leuthe ſchicken. 16. Damit mann aber in der Nacht deſto beſſer in allen zutragenden Faͤllen uff den Gaſſen fort kommen koñe/ ſollen an unterſchiedenen Orten/ der Gtatt⸗Gaſſen/ Feuer⸗Pfannen angeſchlagen/ den anwohnenden Buͤrgern/ vom Burgermei⸗ ſter Bech⸗Kraͤntz zugr ſtelt/ dieſelbe in vorfallenden Noͤthen je⸗ derzeit angezuͤndet und dardurch bicht erhalten werden. 77. Es ſollen auch die vier Statt⸗Quartiermeiſter die Fuhrleuth dahin anweiſen/ und jedes Quartiers Wagenmet ſter ſonderlich flichtia ſ yn/ dirſes zuverrichten/ daß die Fuhr⸗ lenthe jederzeit gefaſt in dergleichen und andern vorfallenden Noͤthen mirihren Pferden und Geſchirren/ ſo bald fertig zu⸗ ſeun auff ιν ν vorn Zrughauß zuer cheinn/ und daſelb⸗ ſten Beſcheids znerwarten. 18. Weil auch vor dieſem die Leitern hin und wieder in der Statt gelegen/ unt verwahrt ſondern derer viel verdorbenes und Feuer⸗Hacken cht allerdings wohl ich gar veꝛbracht wor⸗ den/ ſo ſollen ſelbig hinfuͤhro beneben den ledern ymern uud an⸗ derer noͤthiger Bereitſchafften von denen darzu verordneten Brandmiſtern beſſer in acht genommen/ und beobachten wer⸗ den/ damit auch daran kein Nangelerſcheine/ ſo ſollen deren ein und zwar der mehrer Theil/ under dem Rath Hauß/ die uͤbrige aber in denen vier Quartieren an beſondere darzu beſteliten Or⸗ ten verwahrlichen hingelegt und in guter Bereitſchafft gehalten werden/ worzu neben dem Burgermeiſter der aͤltiſte Brand⸗ meiſter in jederm Quartier einen Schluͤſſel haben ſoll. 79. Auch ſoll ein jeder vermoͤgender Buͤrger ein meſſin⸗ ge Waſſer⸗Spritzen in ſein Hauß zeugen/ und dabeneben uffm Rath⸗Haus uffs wenigſt ſolcher Spritzen vier gehalten werden.„ A iij Was Tagloͤhnte uff dem Linden⸗ Plan zuere ſcheinen. die Gefrey te. Fener⸗ Pfannen. Becdkrann ſoll der Burger⸗ meiſter ge⸗ ben. Die O. nar tierweiſter ſollen die Fuhr leu⸗ the anwet⸗ ſen. Leittern: Feuer⸗Ha⸗ cken und le derne Ey⸗ mer in au⸗ ter Bereit⸗ ſchafft. Meſſinge Waſſer Spritzen. S)⸗& Tehere, 20. Vff fremdde Leuthe/ welche zum Feuer kommen dſc, moͤchten/ ſollen alle Buͤrgere und andere ſo zum leſchen verord⸗ niche an⸗ net/ gute Achtung geben/ damit durch ſie/ in Geſtalt der Huͤlff/ den laſſen, nicht weiter Schaden geſchehen/ ſondern ſie beſpracht/ und wan einer oder ander verdaͤchtig erfunden werden ſolte/ ſelbiger ſoll ſo bald Hand feſt gemacht und dem Statt⸗Schultheißen gelteffert werden. e 2). Ind damit umb ſo viel deſto beſſere Ordnung ge⸗ V meiſter. ſchafft und Schade abgewendet werden moͤge/ ſo ſollen dieſer Zeit Brandmeiſter ſeyn/ wie ſelbige in denen vier Quartieren b der Statt in der Beylage abſonderlich benambt werden; Wel⸗ chen hiernebẽ die Burger ſambt und ſonders/ bey hoher unnach⸗ laͤßiger Straffe in ſolchen Faͤllen/ gebuͤhrlichen Gehorſam und V willige Folge thun/ auch worzu ſie ſelbige anweißen/ alles zum treulichſten verrichten/ inmaſſen die Statt⸗Beambte/ wie auch Burgermeiſter und Rath/ jederzeit Perſoͤnlich erſcheinen/ de⸗ nen Brandmeiſtern und allen andern mit Rath und That bey⸗ erieen ſich angelegen ſein laſſen ſollen. Zu beſchwerlichen winterlichen Zeiten olleim jeder er mit dan ſeinen uff Feuer und Licht gute Achtung ha⸗ Fauen. ben/ GOTT umh Gnade bitten/ alles Vngluͤck abzuwenden und ein jeder ſein Hauß⸗Geſind mit Ernſt darzu anhalten. Pffaoth 23. Solten auch einoder mehr/ ohne das in Gefahr ſte⸗ ui da hende Haͤußer/ umb di euers⸗Gewalt deſto beſſer zu dempfen/ zuteyßen/ muͤſſen abgeriſſen werden/ ſo ſoll ſich der Herr deſſelben zumahl Pihede nicht wiederſetzen ſondern ſolches geſchehen laſſen/ jedoch ſoll zubegegnen Hiernechſt geſehen werden/ wie von den jenigen derer Haͤußer V b kundbarlich durch dieſe Abreißung er halten worden/ ſolchen b Schaden zuerſetzen/ zuſammen gelegt/ und denen/ obgedachter maſſen Schaden leidenten mit Huͤlff wieder beygeſprungen werden moͤge. Flachs 24. Damit auch durch Fahrlaͤſſigkeit kein Vngluͤck ent⸗ dorren. ſtehe/ ſo ſol hinfuͤhro kein Flachs mehr in Backoffen/ Haͤußern oder Stuben/ ſondern uff freyen Platz und vor der Pforten/ au⸗ ſer der Statt und Veſtung(an der Sonnen) und ſonſten nicht gedoͤrret werden/ welcher aber ſolches uͤberſchreiten wͤrde fol m *£ 9 V f 2 2 6 7 5=„ G S.„ —= A= ℳ ☛‿œ W 8, — din 8— S 4 7 E, ' — ESA/, 8 1 d 7. 1 Ain dieſer Statt ein Feuersbrunſt (ſo Gott gnaͤdiglich verhuten wolle:) ent⸗ ³ ſuuͤnde/ ſoll der Thurnmann ſo baid uff die ) großen Glocken ſchlagen/ und an welchem A Ort der Statt ein Feuer auffgehe/ deß Nachts mit einer außgehengten Laternen/ und darin angezuͤndeten Licht/ bey Tag mit einer außgeſteckten rothen Feuer⸗Fahnen anzeige thun/ damit jedermann wo das Fener ſeye/ ſich zurichten haben moͤge. 2. Wann der Muͤller in der Statt⸗ Muͤhl gewahr wlrd⸗ daß ein Feuer in der Statt auffgehe/ ſoll er ſo bald die Nuͤhlen ſtill ſtehen laſſen/ die Waſſer⸗ Bretter vormachen/ und alles Waſſer zum Eingeren(damit— Waſſer in der Statt in ver Eri ſeyn unögqt) veriwrißet, geſtalt zu dem Ende Schleuße an die kleine Loͤhn geſetzt werden ldame das I ſer umb ſo viel do beſſer in die Sta gezwungen werden köoͤnne. 3. So bald nun ein Feuersbrunſt bey Nacht oder bey Tagentſtehet/ ſoll dem Commendanten, durch den Statt⸗Wacht⸗ meiſtern eilende Anzeige darvong⸗ ſchehen/ welcher alßdann we⸗ gen derer ſaͤmbtlicheu Wachten/ in der Veſtung/ und wie tsmit Schlieſſung der Thoren/ wie auch wegen Linlaſſung deß Waſ⸗ ſers am Eingerenn und ſonſten zuhalten/ anordnung thun wird. 4. Demnach aber die Statt Gieſſen in vier Quartier,/ alß nemblich/ das Wallpfoͤrter/ Neuweger/ Saͤltzer⸗und Neu⸗ ſtatter Thor abgetheilet/ ſo ſoll auff den Nothfall/ da ein Feuer in dem Wallpfoͤrter Quartier entſtuͤnde da doch G O? Tgnaͤ⸗ digvor ſeye) allein die Neuſtatter Buͤrger vor deß Statt⸗Haupt⸗ manns Logiment mit ihren Gewehren/ darauff ſie gemuſtert/ er⸗ ſcheinen/ und daſelbſten Beſcheyd erwartten/ die andern drey Quaatier aber/ nach dem Feuer zueilen und Rettung thun. ³₰ A ij 5. So Thurn⸗ mann· Muͤller. Statt⸗ Wacht⸗ meiſter. Feuer vor der Wallpfot ten/ ſollen die Neu⸗ ſtaͤtter die Wacht halten · Feuer vor dem neuen Weg/ ſol⸗ len die Wallpfoͤr⸗ cer die Wacht hal ten. Feuer vor dem Sel⸗ tzers⸗Thor ſollen die Wallpfoͤr⸗ ter die Wacht hal ten. Feuer vor der Neu⸗ ſtate ſollen die Neu⸗ weger die Wacht hal ten. Stein⸗ decker: Welche dem Zeug⸗ und Rath⸗ Hauß am nechſten ge ſeſſen/ ſollẽ darzu eilẽ. Zimmer leu the und Meurer mitihren Rotten. Buͤtten mit Waſ⸗ ſer vor die Naͤußer. Schleußen ſollen hier und dar in der Bach gemacht werden. Dammen in den Gaſ⸗ ſen zvſchla⸗ gen. *(4 N*. 5. Soaber ein Feuer in dem Neuweger Quartier an⸗ gienge/ ſollen die Wallpfoͤrter mit ihren Gewehren vor deß Hauptmanns Logiment erſcheinen/ die uͤbrige mit Rettung dem Feuer zueilen. 6. Wann aber vor dem Saͤltzers⸗Thor eine Feuers⸗ brunſt entſtuͤnde/ ſoll ebenmaͤßig das Wallpforter Quartier mit ihren Gewehren vor deß Hauptmanns Logiment erſcheinen die andern/ dem Feuer mit Macht zueilen/ und ſo viel immer moͤglich/ huͤlffe erweißen. 7. Im fall in der Neuſtatt/ ein Feuersbrunſt ſich erreu⸗ gen wuͤrde/ ſollen die Wallpfoͤrter/ und Saͤltzerpfoͤrter den Noth leidentẽ mit Rettung bey ſpringen/ und die Neuwveger ſchuͤtzẽ vor deß Statt⸗Hauptmanns Logiment mit ihren Gewehren an⸗ kommen und auffwarten. s. Die Steeindecker ſollen am erſten bey dem Feuer ſeyn/ die Taͤcher erſteigen/ und dem Brand ſo viel moͤglich ſteuren. 9. Die Rotten/ welche dem Zeug⸗oder Rath⸗Haus am nechſten geſeſſen/ wie auch jedermaͤnniglich ins gemein/ ſollen denſelben zueilen/ und die lederne Eymer daſelbſten abholen/ mit denen dem Wuſſer woes am negſren) zulauffen/ unn vas Feuer ſo viel immer moͤglich deegehn zo. Es ſollen alle Zimmerleuthe mit ihren Aexten/ wie auch Meurer mit ihren Handwercks⸗Waffen/ vorm Rath⸗ Hauß jedesmahl erſcheinen/ daſelbſten uffwarten und fernern Befelchs gewertig ſeyn. n. Die jenige Buͤrger/ ſo der Feuers⸗Brunſt am nech⸗ ſten geſeſſen ſeyn/ ſollen ſobald groſſe Buͤtten vor ihre Haͤußer ſetzen/ und ſelbige mit Waſſer anfuͤllen. 12. In der Statt ſollen an der Bach/ etliche kleine Schleußen hier und dar gemacht werden/ damit mann bey Feu⸗ ers⸗Noth das Waſſer in der Naͤhe hemmen/ und in abundantz haben koͤnne. 13. Es ſolleu auch daſelbſt in den Gaſſen Dammen ge⸗ ſchlagen werden/ damit das Waſſer ſo auß den Kellern uud Haͤußern getragen und außgeſchuͤttet wird/ moͤge gehemmet und zu Tilgung deß Feuers deſto bequemlicher gebraucht wer⸗ 4 den/ 3ℳ 2 — kein Holtz in Oeffen gedoͤrret werden/ inn 87 28. mit Faͤnff Guͤlden ohnweigerlich geſtraffet werden. 25. So ſollauch keinem hinfuͤhro bey Licht in Scheu⸗ Treſchen ren zu treſchen verſtattet werden/ er habe dann eine wohlver⸗ ben Liche wahrt verſchloſſene Leuchte/ ſo nochmahls an einem beſondern darzu gemachten Caſten/ an einen unſchaͤdlichen Ort hangen/ und durch die Beambten/ Burgermeiſter und Rath vor der Treſchung beſichtiget werden ſollen/ und welcher Treſcher ſol⸗ che Leuchte nicht haben wird/ ſoll unſerm gnaͤdigſten Fuͤrſten und Herrn mit fuͤnff Guͤlden ſtraff verfallen ſein. 26. Ingleichem ſollen alle Wirth und Gaſthalter in ih⸗ Hee Töm⸗ ren Staͤllen und Cammern/ eyſern Leuchte mit breiten Fuͤſſen henckend haben/ damit ſolche Leuchter weder Strohe noch an⸗ der anzuͤndente Werck umb ſich haben/ die Gaſthalter ſollen auch mit zuſehen/ daß von den Gaͤſten und ihrem Geſind mit den Lichtern allerdings vorſichtig umbgegangen werde. „ 227. Alß auch offtmahls durch die Schornſtein/ die nicht Scho fleißig außgefegt/ Schaden entſte en/ ſo ſollen die ſelbige nech⸗ ſtes Tages beſichtiget/ nnd die ſo gefaͤhrlich abaeſthacf⸗.⸗ nach Nermaae—= —e.wfwuun ſreyen gelegt auch zumahl olbdorre oͤt aſſen der jenige/ in deſſen Hauß/ durch dergleichen J hrloͤßigkeit/ ein Brand ent⸗ ſtehen ſolte/ mit willkuͤhriger ſtraffe belegt werden ſoll. 29. Die Beambten ſambt Bürgermeiſter und etzliche Sas ate deß Raths und Sechszehener ſollen alle viertel Jahr in der Feuerſtate. Statt umbhergehen/ die Backoͤffen/ Brauhaͤußer/ Schmitten und andere dergleichen Haͤußer/ ja alle Feuerſtaͤtte zum treulich⸗ ſten beſichtigen/ was mangelhafft und gefaͤhrlich abzuſchaffen/ befehlen/ verbeſſerung in einer beſtimbten Zeit bey gewiſſer Straff gebiethen/ und wer demſelben alſo nicht nachlebet ohn ei⸗ nig uͤberſehen/ die Straff gegen dieungehorſame zu Werck ſetzen und nichts do weniger uff Abſchaffung der befundenen Gefahr ernſtlich dringen. 30. Dieweil ſich auch zimlich viel Handwercks⸗Geſel⸗ Dand, len in dieſer Statt zubefinden pflegen/ ſo ſollen die Neiſter bey Borſchin 6. 4. ihren der Peſtũg 8Gs 5 3 ihren Pflichten ſchuldig ſeyn„wann einer oder mehr Seſellen ſich4. Tagen lang beym Handwerck in der Statt uffhalten⸗ daß ſelbige ihre Geſellen dem Statt⸗Schultheißen heim wei⸗ ſen/ welcher ſie mit leiblichem Ayd beladen ſoll/ ſo lang ſie in die⸗ ſer Veſtung verharren werden/ der Statt getreu/ und in allen Nothfaͤllen gewertig zu ſeyn. Vnd damit dieſe Ordnung deſto ſteiffer in acht genommen 3 werde/ ſoll dieſelbe nicht allein zu jedermans Wiſſenſchafft/ in oſfſenen Truck gegeben/ ſondern auch allen Ober⸗und under Beambten/ Buͤrgermeiſtern und Rath/ ſodann denen Brand⸗ und Quartiermeiſtern/ wie auch allen Zuͤnfften zugeſtellt/ ſo 72. dann auch in einem jeden Quartal zu der Zeit/ wann wie erſ ge⸗ melt/ die Bau⸗und Feuerſtaͤtte beſichtiget werden/ der geſambten „Buͤrgerſchafft vorgeleſen/ und ein Jeder in ſeinem Ambt und Stand deren zugeleben/ ben ſeinen Pflichten und Vermeldung unaußbleibender Straff ermahnet werden, Gieben in Gieſ⸗ ſen unterm hierfur ufſgetruckten Furſilichen Gandley Seerer.. ay. ae.Tas Januhrn Jee 185 67. .„» 7 . —— r —— — 944 ** 5 3 I„ .. 1 *† .. 5 4 1 4 „ . . 8 *. 3 . 1 ¹ 84 1 8 1 * - — 1 .. *. 5. . *. . 3. ——„ oeg 100/9 edA, eeet p08 MoOIleA u010 ueso onig S01eulnudee 11 01 6 ——