AM 26 169/2 fol (S0) AS. Gemeinſchaft„Braft durch Freude“ ⸗ Sonzert anläßlich der Deutſchlandfahrt des Mäaͤnnergeſangvereins 1807 Friedrichsthal/ Jaar Pfingſt⸗Samstag, 10. Mai 1934, abends 8 Uhr in der Volkshalle zu Gießen Mitwirkende: Männergeſangverein 1867 Friedrichsthal/Saar Dirigent: Dr. Ernſt Stilz Orcheſter: Muſikzug SA⸗R. I/116, Leitung: Kapellmeiſter Hermann Vortragsfolge: Volk-Heimat-Vaterland 1. Ouverture z. Op.„Rienzi....... Riichard Wagner 2. Begrüßung(Beigeordneter Batpiomau⸗) 3. a)„In einem kühlen Grunde“....... Gluck(bearb. v. Silcher) b)„Innsbruck ich muß dich laſſen“..... Iſaac(bearb. v. Jüngſt) G)„Kuckuck“, Volksliedervariation......... Walter Rein 4. Fantaſie„Hüons Zauberhorn“....... Carl Maria von Weber s. a)„Morgen marſchieren wir........ͤ. hbearb. v. Ph. Stilz b)„Der Jäger aus Kurpfalz........ bearb. v. Othegraven e)„Es hatt ein Bauer........... bearb. v. Ploner Pauſe 6. Vaterländiſche Geſänge: 2)„Lützows wilde Jagde......... Carl Maria v. Weber b)„Mahnung........ Hans Heinrichs c)„Deutſchland, heilger Name⸗..... Weialdemar v. Baußnern 7.„Kaiſer⸗ Walzer“.............. Joh. Strauß 8. Lieder der Heimat: a) Kanon„Lewer dod as Slaw“(Lieber tot als Sklav) Chriſtian Lehmon b)„Bergarbeiterlied“........ qArnim Knab 0)„Schwur des Volkes“ ontt Kl lapier)..... Walter Rein Kundgebung 9. Rede(Beigeordneter Bender, Schulleiter) 1o. a)„Wir wollen heim............. Philipp Stilz b)„Deutſch iſt die Saar........ bearb. v. Ph. Stilz (J. Strophe Chor, 2.—5. Strophe gemginſaun) . 11. Ouverture 3. Oper„Wilhelm Telle........... Roſſini 12. Maſſenchor: Sängerkreis⸗Gießen: „Mahnunge.............. Hans Heinrichs 13. Anſprache: Dr. Rlexander Röder 14. Maſſenchor:„Sängerkreis⸗Gießen“: „Wo gen Himmel Eichen ragen....... Hans Heinrichs 1s. Horſt Weſſel⸗Lied 4 Preis des Programmes 30 Pfg. Nur das Programm berechtigt zum Eintritt. —ye A=AEE= =E=SAARESS — LIEDEK Za Untreue Von FRriedrich Silcher In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad, mein Liebchen ist verschwunden, das dort gewohnet hat. Sie hat mir Treu versprochen, gab mir ein Ring dabei, sie hat die Treu gebrochen, das Ringlein sprang entzwei. Ich möcht als Spielmann reisen, weit in die Welt hinaus und singen meine Weisen und gehn von Haus zu Haus- Ich möcht als Reiter fliegen, wohl in die blut'ge Schlacht, um stille Feuer liegen, im Feld bei dunkler Nacht. Hör’ ich das Mühlrad gehen, ich weih nicht, was ich will, ich möcht am liebsten sterben, da wär’s auf einmal still. 3 b Innsbrudk, ich muß dich lassen (Aus dem 15, Jahrh. von Heinrich Isaach bearb. von Hugo Jüngst Innsbruck, ich muh dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen In fremde Land dahin, mein Freud' ist mir genommen, Die ich nicht weiß bekommen, wo ich im Elend bin. Groß Leid muß ich jetzt tragen, daß ich allein tu klagen Der liebsten Buhlen mein, Ach Lieb, nun laß mich Armen Im Herzen dein erbarmen, daß ich muß dannen sein. Mein Trost ob aller Weiben Dein tu ich ewig bleiben, Stets treu der Ehren fromm. Nun muß dich Gott bewahren In aller Tugend sparen, bis daß ich wiederkomm. 30 Kuckuck Lustige Volksliedvariation von Walter Rein Auf einem Baum ein Kuckud saß Sim saladim baba, saladu, saladim! Da kam ein junger jägersmann Trara, trara, saladim baba saladu saladim, Der schoß den armen Kuckud tot. 5a Morgen marschieren wir Bearbeitet von Ph. Stil⸗ Morgen mafschieren wir zu dem Bauer ins Nachtquartier. Eine Tasse Tee, Zucker und Kaffee und ein Gläs'chen Wein. Morgen marschieren wir zu dem Bauer ins Nachtquartier Wenn ich werde scheiden, wird mein Mädchen weinen und wird traurig sein. Mädchen geh’ du nach Haus, denn die Glode hat schon 10 ge- schlagen aus, geh und leg dich nieder und steh morgen wieder früh beizeiten auf. Kannst du nicht schlafen ein, ei so nimm doch einen Schlaftrunk ein Eine Tasse Tee, Zucker und Kaffee und ein Gläs'chen Wein. Mädchen ich liebe dich, heiraten aber kann ich dich nicht. Warte noch ein Jahr, dann wirds werden wahr, daß wir werden ein Paar. Und als ein Jahr vergangen, kuku, kuku, kuku, Da war der Kudud wieder da, Sim saladim, sim saladu, war wieder da! Auf einem Baum ein Kuckuck saß, Kuku, Kuiktr, Kuikl....... 5b Der jäger aus Kurpfalz Bearbeitet von A. v. Othegraven Ein jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen Wald, Er schießt das Wild daher, gleich wie es ihm gefallt. Trara, trara, gar lustig ist die Jägerei allhier auf grüner Heid'. Auf sattelt mir mein Pferd und legt darauf den Mantelsack, So reit' ich hin und her, als jäger aus Kuscpfalz. Trara, trara d. s. W. jetzt reit ich nicht mehr heim, bis daß der Kucud Kuckudk schreit, Er schreit die ganze Nacht allhier auf grüner Heid. Trara, trara u. s. W. 50 Es hatt' ein Bauer ein schönes Weib Bearbeitet von Josef E. Ploner Es hatt’ ein Bauer ein schönes Weib, das blieb so gerne zu Haus, Sie bat oft ihren lieben Mann, er sollte doch fahren hinaus, Er sollte doch fahren ins Heu, er sollte doch fahren ins hahahahahaha Heu, Juchhei, Juchhei, Juchhei, er sollte doch fahren ins Heu. Der Mann, der dachte in seinem Sinn, die Reden, die sind gut, Ich will mich hinter die Haustür stellen, will seh'n, was meine Frau tut, Will sagen, ich fahre ins Heu, will sagen, ich fahre ins hahahahahaha Heu, Juchhei u. s. W, Da kam geschlichen ein Reitersknecht zum jungen Weibe herein, Und sie empfängt gar freundlich ihn, gab stracks ihren Willen darein, Mein Mann ist gefahren ins Heu, mein Mann ist gefahren ins haha... Juchhei u. s. W. Er faßte sie um ihr Gürtelband und schwang sie hin und her, Der Mann, der hinter der Haustür stand, gar zornig trat er herfür: Ich bin nicht gefahren in's Heu, ich bin nicht gefahren ins haha... Juchhei u. s. w. Ach, trauter, herzallerliebster Mann, vergib mir diesen Fehl, Ich will nun herzen und lieben dich, will kochen dir Mus und Mehl, Ich dachte, du wärest ins Heu, ich dachte, du wärest ins haha... Juchhei u. s. w. Und wenn ich gleich gefahren wär ins Heu und Haferstroh, So sollst und darfst du nimmermehr, einen anderen lieben als so, Da fahre der Teufel ins Heu, da fahre der Teufel ins haha... Juchhei u. s. w. Und der euch dieses Liedlein sang, der wird es singen noch oft, Es ist der junge Reitersmann, er liegt im Heu und im Hof. Er fährt wohl auch manchmal ins Heu, er fährt wohl auch manch⸗ Juchhei u. s. w. mal ins hiaha... Wir Wir Wir Wir Eine Wir 6a Lützows wilde Jagd Von C. M. v. Weber Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein, Hörs näher und näher brausen, Es zieht sich herunter in düsteren Reihn Und gellende Hörner erschallen darein, Erfüllen die Seele mit Grausen. Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. Was zieht dort rasch durch den finsteren Wald Und streift von Bergen zu Bergen? Es legt sich im nächtlichen Hinterhalt, Das Hurfra jauchzt und die Büchse knallt, Es fallen die fränkischen Schergen. Und wenn ihr die schwarzen jäger fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. Was braust dort im Tale die wilde Schlacht, Was schlagen die Schwerter zusammen? Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht, Und lodert in blutigen Flammen. Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt: Das ist Lützows wilde, verwegene jagd. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd, Auf Henkers Blut und Tyrannen. Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt, Das Land ist frei und der Morgen tagt, Wenn wir’s auch nur sterbend gewannen. Und von Enkeln zu Enkeln sei’s nachgesagt: Das war Lützows wilde, verwegene jagd. (Theodor Körner) 6 b Mahnung Von Hans Heinrichs Nun schweige jeder von seinem Leid, Und noch so großer Not! Sind wir nicht alle zum Opfer bereit Und zu dem Tod? Eins stehet groß in den Himmel gebrannt. Alles darf untergehn! Deutschland, unser Kinder⸗ und Vaterland, Deutschland muß bestehn! (Will Vesper) 6 Deutschlands heil'ger Name Von Waldemar von Baußnern Deutschland! Deutschland! O heilger Name, o süßer Klang! Dich lieb ich, dich lieb ich, preis dich mein Leben lang. Wie schlägt mir vor Lust das Herz in der Brust! Deutschland! Deutschland! bei deinem Namen! Deutschland! Deutschland! sei uns, die liebend dir zugewandt, it Ein freies, glückliches Vaterland, das Süd dir und Nord Singt stolz immerfort: Deutschland! Deutschland! Heil deinem Namen! Deutschland! Deutschland! Daheim und ferne stets denk ich dein! Dein ist mein Leben, dein soll es, soll es sein. In Freud und in Leid, in Fried und in Streit, Deutschland! Deutschland! Heil deinem Namen. (Hoffmann von Fallersleben) Sa Kanon Lewer dod als Slaw(Lieber tot als Sklav) 8b Bergarbeiterlied Von Armin Knab Wir tragen alle ein Licht durch die Nacht— unter Tag Wir fördern’s herauf das tote Gestein— Glück Auf! Wir träumen von unerschöpflicher Pracht— über Tag. Wir machen’'s wieder zu Sonnenschein— Glück auf! Wir helfen ein Werk tun, ist kein's im gleich— Glüc Auf! Auf Erden ist immerfort jüngstes Gericht— unter Tag. Wir machen das Erdreich zum Himmelreich— Glüc Auf! Aus Schutt wird Feuer, wird Wärme, wird Licht— über Tag. Einst fiel alles Leben vom Himmel herab— öber Tag. Wir schlagen aus jeglicher Schlacke noch Glut— Glück Auf! 3 Wir Bergleute schürfens aus dem Grab— unter Tag. Wir ruh'’n erst, wenn Gottes Tagwerk ruht— Glück Auf! 4 Richard Dehmel 80 Schwur des Volkes Von Walter Rein Klage. Sie haben uns bitteres Unrecht getan, Sie schmiedeten einen teuflischen Plan, Sie rissen das Kind mit frevelnder Hand Vom Herzen der Mutter, vom Vaterland, Si Si Sie lockten mit eitler Verheißungen Spiel, Sie schickten ein treues Volk ins Exil. Herr, hör eines Volkes Schrei Gerechtigkeit! Herr mach uns frei! e schnitten den Blutstrom zur Heimat entzwei, e knechteten uns, die einstens frei. Liebe. Heiliges Land, Land an der Saar, Von heißem Brand unsrer Liebe durchglüht, Land an der Saar, wogende Felder spendend die Brote Wiesen und Wälder, Dörfer und Städte, die dunkle Kette Rauchender Schlote, des Fleißes Mächte Zechen und Schächte. Deutsch war dies Land, deutsch sei dies Land, Deutsch ist die Saar. Schwur. Völker der Erde, hört, was wir schrei'n, Schreien aus sehnsuchtzerlittenen Herzen. Völker der Erde. Wir war'n die Knechte, wir wollens nicht sein, Es brennen in uns, es lodern in uns Der Freiheit, der Treue flammende Kerzen. Völker der Erde Wir wollen zurück zur Heimat am Rhein Was wir gewesen, wir wollen es sein:— Deutsche. Deutschland, ob du im Elend, im Glück, Heimat, wir kehren zu dir zurück. Mutter, vergiß nicht dein Kind an der Saar, Vergiß nicht das Kind, das am treusten dir war, Herrgott! steh unsrer Liebe bei! Deutsch ist die Saar! Deutsch ist die Saar! Herr mach uns frei! 10 a Wir wollen heim Bearbeitet von Ph. Stilz Wir wollen heim, wo die Gedanken weilen, Seitdem der Fremdling unsre Schwingen band, Die Freiheit winkt, ihr Brüder, laßt uns eilen, Daß uns umfange Volk und Vaterland. Wir wollen heim, und nichts kann uns mehr halten, Denn unsre Wohlfahrt blüht in Deutschland nur, Wir wollen heim trotz widriger Gewalten, Mit Gott zurüd zur trauten Heimatflur. Wir wollen heim, nach fünfzehn bangen Jahren, Landfremden Zwanges und der Willkür Pein, Wir wollen bleiben, was wir ewig waren, Wie ehedem wieder freie Deutsche sein. Wir wollen heim, wer möcht es anders deuten, Als tiefes deutsches Sehnen nach daheim. Saarvolk zu Hauf, laßt Sturm die Glocken läuten: Wir kehren heim, wir kehren heim! (Albert Korn) (Hanns Maria Lux) 10 b Deutsch ist die Saar Bearbeitet von Ph. Stilz Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar Und deutsch ist unsres Flusses Strand, Und ewig deutsch mein Heimatland, mein Heimatland. Und ewig deutsch mein Heimatland, mein Heimatland. Deutsch bis zum Grab, Mägdlein und Knab' Und deutsch das Lied und deutsch das Wort Und deutsch der Berge schwarzer Hort, Und deutsch der Berge schwarzer, schwarzer Hort. Deutsch schlägt das Herz, stets himmelwärts, Deutsch schlugs, als uns das Glück gelacht, Deutsch schlägt es auch in Leid und Nacht, In Leid und Nacht. Reicht euch die Hand, schlinget ein Band, Um junges Volk, das deutsch sich nennt, In dem die heiße Sehnsucht brennt, Nach dir, o Mutter, nach dir. Ihr Himmel hört, das Saarvolk schwört, Lasset uns es in den Himmel schrei'n, Wir wollen niemals Knechte sein, Wir wollen ewig Deutsche sein. (Hanns Maria Lux) Justus Chrisf. Giessen M 2 163/2 Io* (S0) — 8 Farbkarte 413“ 57ʃ6.