Einziges offizielles Faſtnacht⸗ und 5ugprogramm nebſt Proklamation Sr. Tollität des Prinzen Joſephusl. für die Allgemeine Raſtnachts⸗Heier Gießen’s 1912. Herausgegeben von dem närriſchen Stadtkommandeur (Nachdruck verboten). Proklamation an mein Rarrenvolk! Wir Prinz Joſephus I., von Unſterblichkeits⸗ gnaden Herzog von Narragonien, gefürſteter Graf von der Lahn, durch des Volkes Wille(Ple⸗ biszit) Beherrſcher der ganzen ziviliſierten Welt und noch elf Dörfern, Edler von Witzhauſen und Sorgen⸗ bruch, Ritter des diamantenen Pfauenordens mit Prit⸗ ſche und Schelle uſw. uſw. entbieten Unſerem gelipp⸗ ten Narrenwolke huldvollſten Gruß. Indem Wir unſre neue Reſidenz beziehen, bieten Wir allen Unſren Un⸗ tertanen Schutz und Schirm, wie Wir auch Unſre ganze Reſidenz in eine Sternſtraße lieblich und ſchön verwan⸗ deln werden und verordnen, daß jeder männliche Bür⸗ ger mit den aus Unſrer Stempelfabrik bezogenen Stem⸗ pel auf den rechten Backen Unſere Initialen aufgedruckt bekommt. Wir werden, um die Feſtesfreude zu erhöhen, alle Steuern nur allmählig aber ſtetig huldvollſt herabſetzen. Mit dem Einzuge in Unſre Reſidenz kann vollſtändige Geſchäftsruhe eintreten, die Männlichen Unſrer Untertanen haben ſtets mit Unſrer vierfarbigen Kopfbedeckung zu erſcheinen und die Auszeichnungen anzulegen, die ſie ſich bereits in Unſerem Reiche erwarben, während Unſre weiblichen Untertanen ſich ſo zu malen haben(gegebenenfalls iſt aus Unſrer Hofpuder⸗ und Schminkefabrik benötigendes Quantum gratis zu beziehen), daß auch ſie in den 4 Farben— unterhalb der Kopfbedeckung— zu er⸗ ſcheinen haben. Um nun auch den Gedrückteſten Unſrer Untertanen Unſer allergnädigſtes Licht leuchten zu laſſen, haben Wir beſchloſſen, einen Gnadenerlaß herauszugeben, wonach alle diejenigen, die ans Bett gefeſſelt ſind, mit dem aus Unſrem Herzen ſtrömen⸗ den Humor befreit werden ſollen. Weiter befehlen Wir, bei ſtrengſter Ahndung im Unterlaſſungsfalle, daß die Witterung ſehr günſtig und jeder Unſrer Untertanen bei unerſchöpflicher Laune ſei, außerdem ſeinen Geldbeutel bis zum Platzen zu ſpicken hat.— Gegeben in Unſrer Vorreſidenz im Narrenmonat d. J. 1912. Gegengezeichnet: Prinz Joſephus J. 8 Die Stadtkommandantur. —₰ 6 faſtnachts⸗Uorkeier Samstag, den 17. Februar 1012. 3 Uhr 33 lin. Einzug Fr. Tollität des Prinzen in ſeine närriſche Reſidenz. Feſtliches Glocken⸗ ſchießen und Völlerläuten, Fanfarengebläſe in allen Straßen der Stadt. 8 5 Uhr 33 Min. abends Einholung der Rekruten am Biebertalbahnhof: Vereidigung auf dein Brandplatz und Ausgabe der Quartierzettel. Gegen 7 Uhr etwa: Fackelzug nach dem prinzz lichen Palais, dem Hauptquartier des Stadtkomman⸗ danten und der Wohnung des geſchäftsführenden Präſidenten. 8 Um 10 Uhr: Zapfenſtreich durch die Straßen der⸗ Stadt. Haupt⸗Beier Sonntag, den 18. Februar 101½1.. 7 Uhr früh: Große Tagesreveille. 11 Uhr 11 Min.: Ausmarſch der geſamten Garden. Parade vor Sr. Tollität des Prinzen u. Stand⸗ muſik vor dem Theater. 4 11 Uhr 59 Min.: Auffahrt des Hoſſtaates, der Wür⸗ denträger uſw. zum Paradeplatz. Daſelbſt Ordensverleihungen, hoflieferanten⸗ Ernennungen Uebergabe der geſtifteten Fahne an die Prinzen⸗ garde. Hieran anſchließend Gabelfrühſtück bei Sr. Tollität und Mannſchafts⸗Eſſen. Von 12 Uhr 33 Min. an Anfahrt aller am Zug teil⸗ nehmenden Wagen uſw. zu dem pünktlich 1 Uhr 59 Min. vom Oswaldsgarten aus abgehenden Carnevatzug. Nach Schluß des Zuges: Lagerfeſt der vereinigten Garden;„Wachkommando: Marktlauben.“ Abends 7 Uhr 11 Minuten: Große Premden Sitzung (Damen⸗ und Herren⸗Sitzung) in der Narrhalla Turn⸗ halle des Turnvereins. Zugsfolge. Kehrmaſchinen(dem Geiſt der Narrheit ſaubre Bahn).— Gasanzünder. Zugsmarſchall. Fanfarenbläſer⸗Zugsherolde. Spitzengänger mit Emblemen. Muſik: Wallenſteiner(Reg.⸗Muſik). Kläppergardemajor. Gießener Kläpperbuwe. Die radelnde Poſt(Radfahrklub Germania). Prachtwagen: Wagen der Zugskommiſſion. .Reiſe um die Erde in 111 Tagen. . Wagen: Verein Flotter Deutſcher(unter dem Motto: Eingeſandt: Wir erteilen prompt Antwort). .Wagen: Haſſia. .Wagen der Zugskommiſſion. .Abteilungs⸗Zugbegleiter. . Muſik: Matroſenkapelle. .Prachtwagen: Rhein, Main, Moſel, Donau huldigen dem jüngſten Strom im Carnevalréich. . Wagen: Sultan geh ham mit, auf der Suche nach neuen Haremsdamen. .Wagen: Lügentiſch(verſchiedene Stammtiſche). . 3 Wagen: Anfang, Ende und Moral der Maul⸗ und Klauenſeuche. . Wagen der Zugskommiſſion. .Abteilungs⸗Zugbegleiter. .Tambour der Freiwilligen Feuerwehr. . Muſik: Zivilkapelle Weller. . Prachtwagen: Frühling. .Original oberheſſiſche Hochzeit inkl. 2 Wagen(Bau⸗ erſcher Geſangverein). .Knabentrommlerkorps. . Prachtwagen: Sommer. .Wagen: Kinder Flora's(Dedikation der Fa. Dietz). Wagen: G....... Kaſtengeiſt. . Prachtwagen: Herbſt. Wagen: Säuglingsheim(Verein für Bewegungs⸗ ſpiele Gießen). „Prachtwagen: Winter(die vier Wagen der Jahreszeiten ſind Dedikationen des Bundes der Carneval⸗Vereine Deutſchlands). . Einzel⸗Radfahrer. .Gießen's Zukunft fährt in Wagen. .Wagen der Zugskommiſſion. .Muſik: Clown⸗-Kapelle(Kapelle Bauer). . Prachtwagen: Wagen des geſchäftsführenden Ausſchuſſes. Prachtwagen: Gambrinus. Prachtwagen: Wirtszunſt in den 48er Jahren (Beide Wagen Dedikationen der vereinigten Brau⸗ ereien und der Wirtsinnung Gießen.) . Wagen: Impfzwanggegner. Prachtwagen: Die Jünger Guttenbergs in Tätigkeit(Verein Typografia). .Wagen: Die Philippsgemeinde huldigt dem wieder⸗ erſtandenen Carneval. . Wagen: Geheizter Wintergarten(v. Stammttiſchler). au 45. Wagen: Gala⸗Vorſtellung im Koloſſeum. 46. Gießener Harmonikaſpielbuben. 47. Wagen: Der endloſe Prozeß(Freie Turnerſchaft.). 48. Abteilungs⸗Zugbegleiter. 49. 2. Zugsmarſchall mit Herolden.. 50. Goldkaroſſe: Gießen'’s zukünftiges Carnevalprinzes⸗ chen. 51. Fanfarenbläſer und Emblementräger. 52. Viererzug des Stadtkommandanten(Bundespräſident Heidecker). 53. Spielleute und Muſik der Prinzengarde. 54. Generalſtab der vereinigten Prinzengarden. 55. Prinzengarde⸗Infanterie(Männer⸗Turnverein). 56. Prachtwagen Sr. Tollität des Prinzen. 57. Prinzengarde⸗Artillerie mit Feldhaubitze(Artillerie⸗ Verein). 57. Prinzengarde⸗Luftſchiffer⸗⸗Abteilung(Turn⸗Verein Gießen). 59. Ehemalige Bürgerwehr(Freie Turnerſchaft). 60. 3 Wagen der vereinigten Garden: a) Munition, — b) Feldpoſt, c) Feldapotheke. 61. Paradewagen für Nörgler und unnütze Kri⸗ tiker. 62. Wagen der Zugskommiſſion. 63. Gasausbläſer. Schluß. Es wird höflichſt als auch dringend gebeten, das Werfen— ſowohl aus als wie in den Zug— mit Orangen zu unterlaſſen, da ſehr leicht Schäden entſtehen können und übrigens auch behördlich verboten iſt. Ein Bonbon⸗ und Blumenregen dürfte jedoch angenehm ſein. Mitlaufen bezw. Eindrängen in den Zug oder unbe⸗ rechtiglts Anſchließen an den Zug iſt ſtrengſtens ver⸗ oten. Sug-Aufſtellung. Das ſchauluſtige Publikum wird dringend ge⸗ beten, im Intereſſe ungeſtörter Aufſtellung ſich von den Aufſtellungsſtraßen: Marburgerſtraße und Steinſtraße fern zu halten. Alle Wagen ſollen ſpätteſtens 12 ¼½ Uhr von ihrem Standplatz ab⸗ fahren; die Zufahrt aller Wagen hat durch die Marburgerſtraße in die Steinſtraße zu erfolgen.— Jeder Wagenführer achte auf die ihm Ecke der Stein⸗ und Marburgerſtraße zu übergebende Wagen⸗ nummer. Der 3ug bewegt ſich vom Oswaldsgarten durch die Neuſtadt, Bahnhofſtraße, Aliceſtraße, Frank⸗ furterſtraße, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenſtraße, Kanz⸗ leiberg, Brandplatz, Landgraf Philippsplatz, Brand⸗ platz, Marktlauben, Walltorſtraße, Oſt⸗Anlage, Süd⸗An⸗ lage, Frankfurterſtraße, Aliceſtraße, Ludwigsſtraße, Gar⸗ tenſtraße, Neuen⸗Bäue, Schulſtraße, Marktplatz, Markt⸗ ſtraße, Neuſtadt, Oswaldsgarten. Bekanntmachung. Für alle öffentlichen Fragen iſt von Samstag mit⸗ tag 5 ½¼ Uhr an die Stadtkommandantur im 1. Stock des Hotel Einhorn geöffnet. Der Stadtkommandant. Druck von Albin Klein, Gießen. Das närriſche Miniſterium hat angeordnet, daß fol⸗ gende Veranſtaltungen ſtattfinden werden: Feſtevorſtellungen in allen Höfen, Gärten bei feſtlich erleuchtetem Hauſe(Räte, die Mk. 2.— und we⸗ niger oder nichts zum Zug geſtiftet, haben hier Ehren⸗ platz zu fordern), ferner iſt in allen Wein⸗ und, Bier⸗ hallen unſerer Reſidenz, mit und ohne elektriſche Be⸗ leuchtung großer Tatendrang, obwohl ſo mancher Wirt nichts für den Zug gezeichnet hat, trotzdem doch gerade er die größten und erſten Vorteile durch Uns hat. Rekruteneinzug der am Haupttage wie aus der Büchſe herausgeſchoſſen daſtehenden Prinzengarde. Fackelzug ſämtlicher Vereine als da ſind: Hipp⸗, Kletter⸗, Fecht⸗, Schwimm⸗, Sing⸗, Kriſcher⸗, Trink⸗ und faule Schwätzer⸗Vereine. Maskenkränzchen, Schiffstaufe auf der Lahn, ſodann Wachtparade, Reveille, Feſt⸗es Eſſen und Trinken, Loslaſſen des„Zuges der Zeit“ mit Kai⸗ ſerwetter, Bonbonhagel und Blumenregen auf die Zug⸗ teilnehmer. Jedermann— natürlich auch jede Frau und Mäg— delein— hat ſich mit ausgezeichnet guter Laune und dem nötigen Kleingeld zu verſehen, weshalb auch ſämt⸗ liche Kaſſen, Steuerbureaus und Wirtſchaften geöffnet bleiben— zum Wechſeln des großen Geldes. Das Leihhaus iſt angewieſen, jedem, der in den Faſtnachtstagen eine alte Hoſe(Bure) oder einen alten Unterrock bringt, den vollen Wert zur bezahlen, außerdem er ſich aus den vorhandenen Lagerbeſtänden eine beſ⸗ ſere Kluft für obengenannte Tage ausſuchen darf. Die Einbalſamierung böſer Schwiegermütter, M..dhelden und all derjenigen Leute, die nichts zum Zuge gegeben haben, beginnt Faſtnachts⸗ Samstag abends 11 Uhr und 11 Min., damit ihre Augen keinen Schaden erleiden würden, wenn ſie ſich doch gnädigſt herbeilaſſen werden, den Zug umſonſt anzuſehen. Den Wirten, Bäckern und Metzgern die groß⸗ m... ig ſagten, ach für einen Karnevalzug geben wir nichts, aber doch die erſten ſind, die ihre dicken Bäuchelchen noch mehr herausſtrecken, zufolge des durch den Zug ihnen beſonders gewordenen großen Verdienſtes, wünſchen wir gutes Bekommen und noch größere Freude an der ihnen— ohne ihr Verſchulden — gewordenen Beute. Als melkende Kuh iſt der Karneval 1912 von — Gott ſei Dank— nur ganz, ganz wenigen Geſchäfts⸗ leuten behandelt worden, doch die es taten, werden wir im Herzen behalten und verordnen, daß denſelben von der Beſengarde der Präſentiermarſch Morgens, Mittags und Abends geblaſen wird. Orden⸗ und Diplom⸗Ausgabe für Leute, die im Gegenſatz zu fröhlichen Türken und Heſſen ſich als beleidigte Pflanze gleich fühlten, obwohl ihnen nur die Wahrheit geſagt, erfolgt am 30. Februar d. Js. So geſchehen im Jahre der Narretei 1912, wo auch bittre Wahrheit geſagt werden mußte, doch Unſerem Motto:„Allen wohl, Niemand weh'’, beſonderer Aus⸗ druck verliehen ſei. Ernennungen, Ordensauszeich⸗ nungen, Verſetzungen ganz fort in den Grafen⸗ bezw. Ruhe⸗ oder in anderen Stand. Wir prinz Joſephus I. ernennen hiermit den, der ſich in ſelbſtloſeſter Weiſe Tag und Nacht hingegeben, dem Karneval einen bleibenden Boden zu verſchaffen und ungehindert allen Anfein⸗ dungen gegenüber ſeine Richtſchnur gezogen hat unter dem Motto:„Vorwärts“ zum Stadtkommandanten, er⸗ heben ihn gleichzeitig in den vererblichen Adelsſtand als Franz von der Heideck und verleihen ihm den Strahlenorden(am Band zu tragen), denn er hat in Unſrer heurigen Reſidenz tatſächlich den allgemeinen Karneval aus der Luft her⸗ unter gezaubert, nachdem hier lange alles öde und leer ausſah. Papa von und zu Hombergerius, Prä⸗ ſident Unſres neueſten und jüngſten Karnevalvereins im Bunde der Karnevalvereine Deutſchlands, erheben Wir in den außeretatsmäßigen Grafenſtand mit der Berech⸗ tigung, eine 11zackige Krone in ſeinem hölzernen Wap⸗ pen zu führen. Den mediziniſchen und chirurgiſchen Kleinen Karl Doktor ernennen Wir hiermit zum Ehrendok⸗ tor honoris cauſa mit der Verordnung, künftighin in ſeinen Familienwappen einen Prinzenwagen einzuver⸗ leiben.. Alle anderen, die ſich in den Dienſt der guten Sache des Humors geſtellt, zeichnen wir durch Verleihung Unſrer Medaille mit Bild gebührend aus, die Brillanten zu dem Orden kann ſich Jeder ſelbſt dazu kaufen.“ Verſetzt ſollen durch uns werden alle diejenigen beſſeren Bürger, die glauben, es mit ihrem Namen und Anſehen vereinbaren zu können, daß ſie nur Pfennige zum Zug beiſteuerten, dann aber Onkel, Vettern und Baſen einladen, nach Unſrer neuen Reſidenz zu kom⸗ men, ſich den Zug anzuſehen. Wir bekennen offen, daß es Unſrem erhabenen Herzen wohltut, wenn Wir er⸗ fahren, daß die kleinen Untertanen nach Kräften beigeſteuert haben; verordnen und beſtimmen daher, in Unſerem Hoforgan alle diejenigen mit ihren Namen und Titulaturen zu veröffentlichen, die nur ſehen wollten, aber kein Geld dafür hergaben; in Acht und Bann erklären Wir dieſelben, denn ſie haben es nicht beſſer verdient. Unſre Leibwache beordern Wir, allen den Nörglern und unnützigen Kritikern den Mund zu ſtopfen, indem ſie ihnen ſagen:„Hät' ihr mehr Geld gewe, hätt' was Beſſeres geleiſt werde könne’, nu awer halt euer M... d, denn vor eich is en leere Wage noch zu viel.“ Dank allen, allen Unſern lieben Untertanen, heißen Dank für das, was ſie getan, um Uns eine neue Reſi⸗ denz zu ſchaffen und Leben in die ſonſt traurigen Tage zu bringen. J. A. Das hofmarſchallamt. Nach Auflöſung des Zuges: Konzerte von ganzen, halben und viertel Kapel⸗ len, wie einzelner Muſikmenſchen in allen Ecken und Enden der Stadt. Von 5 Uhr an im Palais Ir Tollität. Audienz für die neuen Ordensritter; Empfang der ernannten Hoflieferanten. Gratulationskur beim Stadtkommandanten. Roſenmontag 1 Uhr 11 Min.: Hoftafel im Prinzen⸗Palais. 8 Uhr 33 Minuten: Bürger⸗Maskenball in Steins Garten unter Anweſenheit des Prinzen mit Gefolge. Eaſtnacht⸗Dienstag 11 Uhr 11 Min.: Gabelfrühſtück beim Stadtkomman⸗ danten(Stadtkommandantur Hotel Einhorn). Von 2 Uhr 11 Min. an: Anfahrt aller Droſchken uſw. zu der 3 Uhr 11 Min. von Oswalds Garten aus abgehenden Humoriſtiſchen Kappenkahrt. Abends 8 Uhr 30 Minuten: Feſtvorſtellung im närriſchen Hoftheater(Stadttheater) unter Anweſenheit Sr. Tollität: Luſtſpiel: Penſion Schüller mit karnevaliſtiſchen Zwiſchenakt: „Gießen's guter Carneval iſt wieder erwacht.“ (Verfaſſer: Bundespräſident F. Heidecker, z. Zt. Stadt⸗ kommandant der Veſte Gieſae.) Nach Schluß des Theaters: Rendezvous Hotel Einhorn. (großer Saal). 3 Se. Tollität nebſt hohem Gefolge haben geruht, den an Höchſt denſelben ergangenen Einladungen zu entſprechen: Samstag abend 11 Uhr: Cafe Amendt, Sonntag abend 11 Uhr: Cafe Hettler, Montag abend 12 ¼ Uhr: Cafe Aſtoria, Dienstag abend 10 Uhr: Hotel Einhorn. gſchermittwoch: Abends 8 Uhr Offizieller Trauerklos im Hotel Schütz nach Münchener Narrhalla⸗Styl(mit obligatem Härings⸗ Eſſen.) Nachts 12 Uhr letzter Händedruck in dem Bewußtſein, daß die allgemeine Faſtnachtsfeier 1912 ſchön und dies beſonders bei den wenigen zur Verfügung geſtandenen Mitteln, verlaufen und daß der Ausdruck„Dank“ in der Tat an⸗ gebracht iſt, müßte man doch andererſeits entgegen⸗ halten: Gießen liegt am Lahnesſtrand, Am Rhein liegt Oberweſel, Zum Beſſermachen— vhne mehr Geld— gehört Verſtand Kritiſieren kann jeder.... 3