4◻ 2cſa 831 24 8 L. 8. I 2 14* X N — See Aec 2 — 22 DOe 4 3 Landgrafens zu Beß ſen, Furſtens; Herßfeld, Grafens zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg⸗Yſen⸗ burg und Buͤdingen ꝛc. REGLEMENIT und Gerordnung, 4 Wic ſich die beyde Burger⸗Compagnien der — Stadt und Veſtung Gieſſen zu verhalten, und der⸗ ſelben ſtricte nachzuleben haben. Mit einem Anhang emur deßfalls gnädigſt krliſfene Relcripten. ESSSN ———— N 3 8 37 Ib 1A == 2 8 S 1LA 144 - 0 3 WBuun 2 d wemnach von GOttes Gnaden Wir, Ludlwig, 8 WcLaxndgraf zu Heſſen, Fürſt zu Herßfeld, Graf zu Catzenellenbogen⸗ Dietz⸗ Ziegenhain, Nidda⸗ S Irg, dſo Buüpingo 3. Schaumburg, Iſenburg und Büdingen ꝛc. der Rom. Kayſerl und Konigl. Catholiſchen Majeſtäͤt beſtellter General der Cavallerie, wahrgenommen, auch Uns verſchiedentlich berichtet worden, wasgeſtalt die aus Unſerer getreuen Burgerſchafft zu Gieſſen kormirte beyde Stadt⸗Compagnien nicht nur Ordnungs⸗maͤſ⸗ ſig und wie ſichs/ zumal in einer Veſtung/ gebuͤhret/ nicht reguliret, ſon⸗ dern eine geraume Zeithero, auch zwiſchen Ober⸗ und Unter⸗Officiers, auch Gemeinen, in Commando-Sachen und ſonſten viele Irregularita⸗ ten, Colliſiones, und Subordinatious-wiedrige Unordnungen eingeriſſen; Und Wir dahero bewogen worden, zu retablir- und Unterhaltung guter Ordnung und Harmonie, auch noͤthiger Subordination zwiſchen Ober⸗ und Unter⸗Officiers, auch Gemeinen/ nachgeſetztes Keglement, wie es hinküͤnfftig bey gedachten beyden Stadt⸗Compagnien gehalten werden ſolle, zu Unſerer Beamten, Offciers und eines jeden Burgers Nachach⸗ tung abfaſſen laſſen; Als wollen, befehlen, ſetzen und ordnen Wir hier⸗ mit gnädigſt, daß u. Ein jeder unter dem Ausſchuß ſiehender Burger mit einem tuͤch⸗ tigen Ober⸗und Unter⸗Gewehr, nebſt Patron⸗Taſche oder Cartouche, auch drey Schuß Pulver und Bley auf den Nothfall ſtets verſehen ſeyn ſoll; welcher aber ſolches, wie es zu Unſerm groſſen Mißfallen zu Tage lieget ſich bisher nicht gebuͤhrend angeſchafft/ oder doch daſſelbe nachher muthwillig verbracht haͤtte, oder in unbrauchbaren Stand kommen laſ⸗ ſen wuͤrde, derſelbe ſoll, alles Einwendens ohngeachtet, ohne einige fer⸗ nere Nachſicht und Connivenz, allenfalls executivè zu deſſen Herſtellung ernſtlich angehalten werden. Und damit man 2. Kuͤnfftighin dißfalls deſto beſſer geſichert ſeyn koͤnne, ſoll hinfort kein neuer Burger oder Beyſaß welcher ſich nicht zuvor durch einen von dem Burger⸗Hauptmann, unter deſſen Compagnie er zu ſiehen kommt, A 2 ertheil⸗ 8 g 89 ertheilten Schein, daß er ſich mit ſeinem eigenen, voͤlligen tuͤchtigen Ge⸗ wehr bey ihm praſentiret haͤtte, angenommen werden, und zwar vor⸗ nehmlich auch zu dem Ende, damit ein jeder in die Burger⸗Liſte enrolli- ret, und die an⸗ und abgehende Dienſt⸗freye Jahre deſto richtiger in der daruͤber von dem Hauptmanne ordentlich zu haltenden Liſte notiret/ und beobachtet werden koͤnne; Falls aber ein oder der andere ſich unterſte⸗ hen ſollte, mit Vorzeigung eines anderwaͤrtlich entlehnten Gewehrs den Hauptmann zu hintergehen, und daß er deſſen uͤberfuͤhret werden koͤnte, derſelbe ſogleich mit Einem Gulden zur Strafe gezogen, und ohne Nachſicht zu Anſchaffung ſeines eigenen Gewehrs angehalten werden. 3. Von der Zeit/ und ſo bald einer das Homagium abgelegt, gehen die gewoͤhnlichen zwey Dienſt⸗freyen Jahre an, nach Ablauf derſelben aber ſoll niemand, ob ſtuͤnde ſein Vater noch unter dem Ausſchuß, oder ſonſt einigerley Vorwand, damit verſchonet werden. 4. Soll kein Burger/ auſſer denen 12 Raths⸗Schoͤffen/ und dem ſo⸗ genannten Sechszehner⸗Rath, item denen Kirchen⸗Senioren, Zollbereu⸗ tern, Steinſetzern, Regierungs⸗ und Univerſitaͤts⸗Buchdruckern, Kaſten⸗ meiſtern, auch Amts⸗und Stadt⸗Raths⸗Dienern, und wer ſonſt die Be⸗ freyung hergebracht, er waͤre dann kundbar gebrechlich, oder disformer Geſtalt, unter keinerley preætext, vom Ausſchuß eximiret, noch vor dem 60ten Jahre davon befreyet werden; Sollte aber dem entgegen gleich⸗ wohl vorkommen, daß dergleichen andern Mitburgern zum Nachtheil geſchehen; ſo ſoll derjenige, dem ſothane unrechtmaͤßige Erlaſſung zu Schulden kommt, mit Zehen Gulden Strafe ohnfehlbar angeſehen, die nichtige Befreyung aufgehoben, und der vor der Zeit Erlaſſene, bis nach Ablauf der 60 Jahre, wieder zur Compagnie gezogen werden. Wollte aber ein Unter⸗Officier aus Widerſpenſtigkeit, oder anderer Ur⸗ ſachen halber, nicht laͤnger die Unter⸗Officiers. Dienſte thun, oder er wuͤr⸗ de ex poſt untuͤchtig zu ſolchem Dienſte befunden, oder ſonſt degradiret, ſo ſoll er gleichwohl die geſetzten Jahre als Gemeiner aushalten. 5. Vor die inſcribirung junger Burger oder Beyſaſſen ſoll ſo we⸗ nig, als wann einer die geſetzten 60 Jahre erreichet/ oder ſonſt ſchon ge⸗ meldter Urſachen willen aus der Dienſt⸗Liſte ausgethan wird, etwas gefordert werden, ſondern ſolches ſoll, wann ſich einer gebuͤhrend legiri. wiret, gratis geſchehen. 6. Wann die Compagnien zu denen jaͤhrlich gewoͤhnlichen An⸗ und Ausſchieſſen, ſo alle Jahr den letzten Pfingſttag und auf Michacli geſchie⸗ het, commandiret werden, ſoll auf das mit der Trommel gegebene Zei⸗ chen der Vergaderung/ oder bey extra vorfallenden Commando, zur ge⸗ ſetzten Stunde, ein jeder ohne Unterſcheid, ungeſaͤumt, mit Ober⸗und Unter⸗Gewehr bey ſeines Hauptmanns Hauſe ſich præoisè einfinden, und bey Verleſung ſeines Namens gegenwaͤrtig ſeyn, auch wohin er ge⸗ ſtellet wird/ ohne eintzigen Widerſpruch, ſtehen bleiben, und zwar ſo woh jene — Se — a Leute durchaus in keinem Dienſte nicht veh angenommen noch paſliret, )5( jenes als dieſes bey ZWey Albus Strafe. Sollte ſich auch einer oder anderer, ohne daß er wegen Kranckheit, oder anderer erheblichen Urſa⸗ chen behindert wuͤrde, ſich eigenwillig davon eximiren, oder auch ſich vor dem ordentlichen Einmarche abſentiren, derſelbe ſoll in beyden Faͤllen in Funfzehen Albus Strafe verfallen ſeyn; Wie dann auch keiner, wer der auch ſeye, darvon diſpenſiret werden ſoll. Sollte aber einer oder der andere, wegen Kranckheit oder anderer erheblichen Behinderungen ſo er beydes noch vor dem Ausgange hinlänglich zu erweiſen hat/ dilpenfiret werden muͤſſen, ſo ſoll er, nach erwieſener Kranckheit, nichts doweniger das gewohnliche Schießgeld wegen anderer erheblichen Behinderungen aber, incluſivè des Schießgeldes, Drey Albus vor ſolche Erlaubniß ſogleich erlegen, der Capitain hingegen keinen/ ohne erwieſene hinlaͤngliche Urſach, davon diſpenſiren, oder da er deſſen uͤberfuͤhret werden koͤnnte, wegen eines jeden illegalen Beurlaubung ſelbſten Zwey Gulden zur Strafe erlegen. 7. Im Marche ſoll zu aller Zeit ein jeglicher in der Ordnung ſeines Zuges verbleiben, und davon nicht abgehen/ bis die Fahnen wieder gelie⸗ fert und die Compagnie oder Mannſchafft abgedancket worden; Wor⸗ bey durchaus kein Geplauder noch Gelaͤchter, noch weniger unordentlich Schieſſen, Tumult, Zanck, Schlaͤgerey Fluchen und Schweren gedultet, ſondern denen von Uns der Burgerſchafft vorgeſetzten Otficiers von denen Unterthanen gehoͤrige barition, abſonderlich, wann dieſe von jenen zum ſtillꝛſeyn, und daß ein jeder Reihen und Glieder in gehoͤriger Diſtance halten ſolle, angemahnet werden. Daferne aber gleichwohl ein oder der andere, ſo wohl Unter⸗Officier als Gemeiner, auf ſolche oder auch andere Weiſe unter dem Gewehr ſich vergehen, und ungebührlich, entweder ge⸗ gen die Ober⸗und Unter⸗Officiers, verhalten ſollte, iſt derſelbe ſogleich in Arreſt zu nehmen, Unſern Beamten das Verbrechen anzuzeigen, und von deieneäben, der Gebuͤhr nach, andern zum Exempel, empfindlich zu be⸗ ſtrafen. 8. Ein jeder, der zur Wacht/ entweder bey Gefangene, zu dem Marck⸗ te, oder auch ſonſthin commandiret, und ſeiner Verhinderniß halben ſol⸗ che Wacht ſelbſt zu thun abgehalten wird/ ſoll dem Corporal nicht zumu⸗ then noch auch dieſer es bey Ein Gulden Strafe zuthun uͤbernehmen, einen Mann an ſeinen Platz einzuſtellen, ſondern ein jeglicher ſoll ſich ſelbſt einen andern tuͤchtigen Mann von der Compagnie oder Burger⸗ ſchafft, mit nichten aber, wie bisher oͤfters geſchehen, ſolche liederliche, uͤbel montirte alte, unvermogende, oder hinckende Leute, auch wohl gar Buben dem Dienſt zum Nachtheil, und der Burgerſchaft zum Schimpf⸗ beſtellen, welche, ſonderlich auf denen Mäͤrckten, die Wachten umſonſt thun, hingegen aber allerley inſolentien anfangen, und, da ſie unter kei⸗ ner Compagnie ſtehen, auch keine Parition leiſten wollen; Welcherley ſon⸗ M) 6(☛ b ſondern zuruͤck gewieſen/ und des Dienſies ſo wohl als der Beſtrafung halver, ſich an dem Schuldigen ſogleich, mittelſt der Execution, erholet werden ſoll. Zu dem Ende ſoll die Marckt⸗Wache ordentlich durch die Compagnie fortcommanchret werden. 3 9. Soll, weder gegen die Ober⸗noch Unter⸗Ofliciers, ein gemeiner Burger in Commando-Sachen ſich der geringſten Widerſetzlichkeit un: terſtehen/ oder ſolche mit Ehrenruͤhrigen Worten antaſten, ſondern von einem jeden die ſchuldige barition allemal unweigerlich geleiſtet werden, es ſeye in Angreif⸗oder Bewachung der Gefangenen, oder andern ſonſt anzuordnenden Commando, dabey was ihnen befohlen wird, fleißig und genau beobachten, in ſpecic aber, in Bewachung der Gefangenen, bey Gefangniß oder anderer nachdruͤcklicher Beſtrafung, gebuͤhrende Sorg⸗ 1 1 falt und Wachſamkeit bezeigen, und ſich desfalls nichts zu Schulden kom⸗ men laſſen. Haͤtte aber ein oder der andere nach zuvor verrichtetem Dienſte etwas erhebliches einzuwenden, und Urſach ſich zu beſchweren, derſelbe ſoll ſolches erſtlich beſcheidentlich bey dem Hauptmann/ und da⸗ ferne er hier keine Satisfaction bekaͤme, ſofort bey Ober⸗Amt anbringen, und der Remedur erwarten, einem jeden auch dazu billiger Dingen, ſo wohl von einem als dem andern, forderſamſt unentgeltlich verholfen, Ungehorſam, Widerſetzlich⸗und Halſtarrigkeit aber, nach Befinden, mit gebuͤhrendem Ernſte ohne Anſehen der Perſon andern zum Exempel/ und zu Erhaltung der ſo noͤthigen Zucht und Ordnung/ von denen Beamten geſtraft, und zu dem Ende/ ratione dererjenigen, ſo bey Angreif⸗ und Ein⸗ ziehung der Gefangenen und andern anordnenden nöthigen Commando ſich widerſetzlich und ungehorſam bezeigen/ von denen Olficierern ene beſondere Specification verfertiget, und Unſern Beamten zu Andictirung der verwirckten Strafe(in ſoferne ſolche in dieſem Reglement ſich noch nicht determiniret befindet) zugeſtellet werden. 10. Obwohl die Staͤrcke der Compagnien in Anſehung der Gemei⸗ nen unbeſtaͤndig, und darauf keine richtige KReflexion gemacht werden kan ſo iſt doch, damit keiner vor dem andern beſchweret werde, rarione der primæ Planæ und Gefreyten, incluſivè der Schuͤtzen, ſo Gefreyten⸗ Dienſte thun, ſecundum ſtarum præſentem damit folgender maſſen ein⸗ zurichten vor gut gefunden worden, daher die abgegangene Corporals- Stellen bis auf die benannte Anzahl zu erſetzen, hingegen der uͤberſtei- gende Numerus der Gefreyten ſucceſſivè bis auf Dreißig zu vermin⸗ dern iſt, wobey es hinkuͤnftig ſein ungeaͤndertes Verbleiben haben, und weder deren Vermehr⸗ oder Verminderung vorgenommen werden ſoll. Esbeſtehet demnach die prima Plana und Gefreyten von jeder Compagnie folgender maſſen in 1 Hauptmann. 1 Lieutenant. 1 Faͤhnrich. 3 Sergen- 2——— 2— 1 A7 3 Sergenten. 1 Fourier. 1 Capitaine d'armes. 1 Muſterſchreiber. Feldſcherer. GCorporals. 30 Gefreyten mit den Schuͤtzen. 3 Tambours. n 2 Fourier-Schützen. rt. In Erſetzung der jetzo und ins kuͤnftige abgehenden Unter⸗Offi⸗ ciers- und Gefreyten⸗Stellen ſollen die Ober⸗Otfficiers von jeder Com⸗ pagnie, welche die des Dienſtes ſich befleiſſende Leute am beſten kennen, Pag ohne intereſſirte Neben⸗Abſichten, allemal auf lauter huͤbſche, habile und Kappott, dieſer aber mit Uberlieferung ds Wachtzettuls an den auf der 2 der Modeſtie ſich ergebende subjecta, ſonderlich aber auch auf ſolche die Abſicht gerichtet ſeyn laſſen, welche bereits in Milicair-Dienſten geſtan⸗ den, und deſſen ziemliche Erfahrung vor andern haben, damit daraus hiernechſt ein und der andere zu Ober⸗Otncciers, in deren Erwehlung nicht auf das Alter, ſondern auf die Capacité und Conduite geſehen werden ſoll, befoͤrdert werden koͤnne; mithin ſollen ſie ſolche dem Ober⸗Amte pra ſentiren, und deſſen Karification daruͤber einholen. Meritiret aber ein Unter⸗Okkicier degradiret zu werden, ſo ſoll ſolches in gebuͤhrender DLrdnung zu Verhuͤtung aller uͤblen Conſequentien, nebſt Anzeigung der relevanten Urſachen, ebenfalls mit Unſers Ober⸗Amts Vorwiſſen und Conſens geſchehen. 12. Sol eine vollſtändige ordentliche Muſter⸗Lilte von jeder Com⸗ pagvie, worinnen aller Ab⸗ und Zugang, mit Beyfuͤgung der Zeit/ des Alters und Profeſſion, von dem Hauptmann gehalten, auch eine aparte Commandir Liſte, wie ſolche unter die Unter⸗Officiers eingetheilet, ge⸗ macht, und jedem derer Ober⸗Officiers ein Exemplar davon zugeſtellet werden, um ſich deren noͤthigen Falls gebrauchen/ auf der parade die Mannſchafft notiren, und darauf ſehen zu koͤnnen/ daß eine Gleichheit und richtige Ordnung obſerviret, mithin keiner uberſehen werde. Des⸗ wegen die Lieutenants und Faͤhnrichs, damit jedesmal einer von ihnen bey Stellung der Leute auf der Parade ſeyn moͤge, alternativè die Wochen halten, oder ſonſt ſich desfalls vergleichen ſollen. 13. Einem jeden derer drey gergenten werden 2 Corporals zugege⸗ ben, und ihm ein dritter Theil der Gefreyten und Gemeinen von der Com⸗ pagnie, woruͤber demſelben eine liſte zuzuſtellen, angewieſen, welche Mannſchafft ſodann wieder in zwey Corporalſchafften einzutheilen, und einem jeden ſeine Leute, die er zu commandiren hat, ſchriftlich anzuwei⸗ ſen ſind, davor er jedesmal zu reſponditen, und an den Sergéaten den Com⸗ ) 80☛ Compagnie- Parade ſich befindenden Ober⸗Officier, und letzterer ſofort an den Hauptmann zu erſtatten hat. Sodann 14. Wann die Leute geſtellet und ordentlich rangiret ſind/ werden ſolche durch den sergenten und Corporal zu rechter Zeit/ entweder auf die Haupt⸗Parade, oder ſonſt an beſtimmten Ort, dem Burger⸗Adjoutanten, und durch dieſen weiter an den Wachtmeiſter uͤberliefert, woſelbſt ſie ſo lange, bis die Parade richtig und abmarchiret iſt/ verbleiben, und was etwa noch befohlen wird, abzuwarten haben. 15. Ein jeder Corporal ſoll die zum Dienſt erforderte Mannſchafft ſelbſt/ nicht aber durch Lehrjungen, Kinder oder Maͤgde commancdiren, damit er geſichert ſeyn kan, daß darinnen nichts verſehen noch ihm ge⸗ leugnet werden mag. Widrigen Falls, und da durch ſein Verſchulden ein Fehler pachret, ſoll derſelbe mit Funfzehen Albus zur Strafe gezogen werden. 16. Keiner, er ſeye wer er wolle, ſoll ſich erkuͤhnen, ein oder den an⸗ dern, ohne Vorwiſſen und Bewilligung des Hauptmanns, und Anzei⸗ gung der erheblichen Urſach, warum derſelbe den Dienſt nicht thun köͤn⸗ ne/ im Commando zu uͤberſehen, noch Wachten bezahlet zu nehmen/ und ſolche/ wie es die Erfahrung mehrmalen gegeben, in den Sack zu ſiecken. Welcher aber zu der Mitburger Nachtheil desfalls gleichwohl ſchuldig erfunden wuͤrde, derſelbe ſoll, nach ſaͤmtlicher Officiers Erkaͤnntniß, das erſtemal zu dreyfacher Erſetzung angehalten/ zum andernmal aber, mit publicirung ſeines Verbrechens/ vor der Compagnie- Parade nicht allein des Stocks verluſtig erklaͤret und zur Schildwache geſtellet, ſondern auch noch uͤber das von Unſern Beamten nachdruͤcklich geſtrafet werden. 17. Der Adjoutant ſoll eine Liſte, mit Vor⸗ und Zunamen von allen Ober- und Unter⸗Officiers, mit Rubriquen von jedem vorfallenden Dienſt, ſich halten, und alles richtig zeichnen, damit er uͤber kurtz oder lang davon zu reſpondiren jederzeit im Stande ſey, ſodaun die Gleich⸗ heit im Dienſte, ſowohl in Anſehung der Ober⸗als Unter⸗Officiers und Gemeinen, obſerviren, damit keine Compagnie vor der andern graviret werde. Auch lieget dieſem ob, wann Burger zum Dienſte kommen, täg⸗ lich auf der Haupt⸗Parade ſich einzufinden, die Mannſchafft zu empfan⸗ gen, und demjenigen, ſo die Parade ſtellet, ſolche zu uͤberliefern, damit kein Manquement paſſren, oder man allenfalls, an wen ſich desfalls zu halten, wiſſen moͤge. Die barole und Befehle hat er alsdann/ ſo lange ſolches dauret, von dem Wachtmeiſter zu empfangen, ſelbige zuforderſt an die beyden Hauptleute zu bringen, von dieſen das weitere zu verneh⸗ men, ſodann endlich an die bey des aͤlteſten Hauptmanns Behauſung ſich eingefundene beyde sergenten die Parole und Befehle zu geben, welche hernach ſolche an die uͤbrigen Officiers zu bringen, und alle Befehle zu befolgen ſchuldig ſind, damit desfalls keine ſtrafbare Schuld auf einen oder den andern fallen möoͤge. 18. Wann g „2 1 1 28) 90 18. Wann auch Wachten bey Gefangene gegeben werden muͤſſen, ſoll er, der Agjoutant, dieſelbe, erheiſchender Nothdurfft nach, ſo Tags als Nachts fleißig viſitiren, und ſonderlich darauf ſehen, daß keine lie⸗ derliche Sauffer, oder ſonſt verdaͤchtige/ ſondern lauter in Burgerlichen Pflichten ſtehende tuͤchtige Leute dabey admittiret werden, daher er de⸗ nen Hauptleuten von denen etwa dabey pallirenden Fehlern fleißig Kap- port zu thun hat, vor welche à parte Beſorgung ihm auch der davon fallende Viſirir Rthlr. welchen der Arreſtant zu bezahlen hat, gebuͤhret und allein gelaſſen werden ſoll. 59. Wegen derer von denen durch die Burgerſchafft bewachten Ar. reſtanten fallenden Wachtgelder/ als welche die Arreſtanten nicht an die Waͤchter ſelbſten, ſondern an den Hauptmann zu bezahlen haben, ſoll von dem Fourier von Tag zu Tage mit Vor⸗ und Zunamen derer, ſo die Dienſie thun, eine ordentliche Liſte gehalten, und damit, wie unten§. 24. gemeldet, diſponiret, auch ſolche Liſte, damit nach derſelben die Zah⸗ lung geſchehen koͤnne, dem Hauptmann ebenfalls zugeſtellet werden. 20. Alle dieſem Reglement inſerirte Strafen und Erlaubniß⸗Gel⸗ der, davon Uns nach denen ehemaligen Verordnungen zugehöoͤrig gewe⸗ ſen, und in denen Amts⸗Rechnungen zur Einnahme gebracht werden muſſen, nunmehro aber, zu mehrerer Aufmunterung Unſerer getreuen Burgerſchafft Uns deren begeben haben, ſollen nebſt denjenigen, welche Unſer Ober⸗Amt, befindenden Dingen nach, weiters zu determiniren nothig erachten wird, insgeſamt in ein Regiſter von dem Capitaine je⸗ der Compagnie eingetragen, und ohne einige Nachſicht ſogleich erlegt, oder im Entſtehungs⸗Fall cxecutivè heraus gebracht, und nach jedes Jahres Endigung in eine Rechnung zuſammen getragen, ſodann, ver⸗ mittelſt zuſammen Berufung aller Ober⸗ und Unter⸗Ofliciers, dieſelbe examiniret/ und nach deren Richtigbefindung,(maſſen bey Strafe drey⸗ facher Erſetzung nicht das Mindeſte unterſchlagen werden ſoll) nach be⸗ ſage des hiernach folgenden 23ten§phi, unter andern/ beym Ausſchieſſen des darauf folgenden Jahres, zu freyen Gaben, bis auf fernere Verord⸗ nung, hiermit vermachet ſeyn. Und weil Wir auch hiermit verordnet haben, daß zu Beybehaltung mehrerer Ordnung, beſſerer Aufſicht und Reſpects hinfuͤro ein Stadt⸗Lieutenant oder Faͤhnrich, nebſt denen ſonſt gewoͤhnlichen Unter⸗Officiers, die Marckt Wache verſehen, auch von ih⸗ nen alle Verantwortung dißfalls gefordert werden ſolle; ſo ſoll das da⸗ her fallende Utile dergeſtalt getheilet werden, daß der Thaler, ſo von der Stadt hierzu gewoͤhnlich gegeben wird, zwar denen Unter⸗Officiers und Gemeinen nach wie vor verbleiben, die von denen Parthien einkom⸗ mende Gebuhren aber dem Ober⸗Officier zur Helfte/ die andere Halb⸗ ſchied aber denen Unter⸗Officiers und Gemeinen/ nemlich jenen ein Quart/ und dieſen auch ſo viel zugeeignet und vertheilet werden ſolle. & 21. Nachdem ) 0(8 21. Nachdem aber bey Aufrichtung der Schuͤtzen⸗Compagnie diejee nigen Gaben, warum ſonſt die gantze Burgerſchafft zu ſchieſſen gehabt/ jenen allein zugeeignet worden, wordurch aber die uͤbrige Burgerſchafft des Schieſſens ſich enthalten und gaͤntzlich davon abgekommen, mithin ſolchergeſtalt das Gewehr dermaſſen negligiret worden/ daß die meh⸗ reſten in ſolchem ſchlechten Gewehr⸗Stande ſich befinden, daß ſie keinen einzigen Schuß zu thun vermoͤgen; Gleichwohl aber bey oͤfters vorfal⸗ lendem Dienſte hoch noͤthig iſt, daß ein jeder ſich beſonders auch auf den äuſſerſten Nothfall des Gewehrs zu gebrauchen, und mit demſelben um⸗ zugehen wiſſe, auch ſich im Schieſſen zu uͤben Gelegenheit haben, und dazu animiret werden moͤge: Als ſoll zu ſolchem Ende ein jeder unter dem Ausſchuß ſtehender Burger, mit ſeinem eigenen tuͤchtigen Gewehr, beym An⸗und Ausſchieſſen in Perſon erſcheinen, jedesmal wenigſtens ei⸗ nen Schuß, nach der dazu geſetzten beſondern Scheibe, bey der darauf geſetzten Strafe à Sechs Albus, zu thun verbunden ſeyn. Und damit man gewiß wiſſen moͤge, welcher ſeine Schuldigkeit desfalls præſtiret habe oder nicht, ſo ſoll die erſte Compagnie damit den Aufang machen, der Faͤhnrich aber mit einer Compagnie-Liſte, ſich nebſt dem Capitaine d'armes, beym Stande befinden/ und alle Schuß, auch in was Zuſtand ſich eines jeden Gewehr befinde, und was daran mand oder ſchadhafft, fleißig notiren, wie dann hernach mit der zweyten Compagnie ebenfalls alſo verfahren, uͤbrigens auch der Beurlaubten ihr Ober⸗Gewehr eben. falls darbey vorgezeiget/ und wie ſichs befunden, annoriret, und von al lem dem Hauptmann bey jeder Compagnie der behoͤrige Rapport gethan werden ſolle. 22. Zu freyen Gaben des Ausſchieſſens haben Wir, bis ein weiterer Fond zu deſſen Verbeſſerung ausfuͤndig gemacht werden kan, nachfol⸗ gendes ausgeſetzet: y Das gewoͤhnliche Schieß⸗Geld beſtehend in Zwoͤlf Gulden ſo aus Unſern dortigen Amts⸗Kevenuen bezahlet werden. b 2) Dreyzehen Gulden, ſo nebſt zwey Hollaͤndiſchen Kaͤen pflegen von gemeiner Stadt gegeben zu werden. 3 3) Die in§. 6. und 22. geſetzte ſaͤmtliche Straf⸗ und Erlaubniß⸗ Gelder, von welchem Erlaubniß⸗ und Schieß⸗Gelde jedoch einem jeden Tambour Vier Albus, der alten Gewohnheit nach zu vertrincken gegeben werden ſoullen. Und 1 4) diejenige Drey Gulden, ſo der Kannengieſſer jaͤhrlichvon Haltung der Ausſpiel⸗Tiſche zahlet. 1d 23. Nachdem auch ehemalen, von eingenommenen Wacht⸗Geldern derer Gefangenen/ ein Capital von Zwey Hundert Gulden geſam⸗ 4 let/ und dem Stadt⸗Rath/ ex ærario civitatis zu verintereſſiren/ credi- eiret/ ſodann von denen davon fallenden Inrerellen das Stadt⸗Schieße⸗ Haus 8 28) 11(S Haus in Bau⸗ und Beſſerung unterhalten worden; ſo ſoll es auch hin⸗ fuͤro dabey ſein Verbleibens haben. Weil aber 24. eine geraume Zeit her ſothanes Wachtgeld nicht mehr ad uſus publicos verwendet, ſondern, wo etwas gefallen, ſolches denen die Wacht haltenden Burgern ausgezahlet worden, wodurch aber andern, ſo unvermoͤgende Gefangene bewachet, mithin auch kein Wacht Geld bekommen, zu kurtz geſchehen, und alſo dadurch eine Ungleichheit vor⸗ gegangen; So wollen Wir, daß das noch ausſtehende Wacht⸗Geld oh⸗ ne fernere Nachſicht von denen Debenten erhoben, und ſolches ſowohl, als was naͤchſtens noch eingehen wird, zu Anſchaffung uniformer Pa⸗ tron⸗Taſchen bey beyden Stadt⸗Compagoien verwendet, ſodann vom ltern Stadt⸗Hauptmann die Rechnung daruͤber gefuͤhret werden, hier⸗ nacſſt aber, und nach angeſchafſten Patron⸗Taſchen, das Wachtgeld, wie oben§. 19. verordnet worden, denen Wachthaltenden Burgern, bis aauf fernere Verordnung, annoch, und ſo lange, bis ſolches ad uſus civi- taris publicos nutzlich emploiret werden koͤnne, verbleiben ſolle. Aller⸗ maſſen dann. traa 2z. hinfuͤro die zwey Burger⸗Compagnien anders nicht, als mit Patron⸗Taſchen, auf⸗ und abziehen, auch wann ein oder der andere ver⸗ ordneter maſſen erlaſſen wird, dieſer ſolche dem Capitaine, unter deſſen Compagnie er ſtehet/ um ſelbige einem andern in den Ausſchuß kommen⸗ den Burger wieder zu verabreichen, in tüchtigem, und reparittem Stan⸗ de zuruck zu geben, oder Gegenfalls eine neue dargegen anzuſchaffen, ge⸗ halten ſeyn ſolle. Und nachdem auch 1 26. diejenigen Fuͤnf Gulden, ſo von der Stadt jaͤhrlich beym Aus⸗ und Einſchieſſen, item die Fünf Gulden, ſo vom peinlichen Ge⸗ richte, wann ein armer Suͤnder zur Gerichts⸗Stelle gefuͤhret wird, pflegen gezahlet zu werden, von ſaͤmtlichen Ober und Unter⸗Offficiers bis daher vertruncken worden, die beyde Stadt⸗Capitains aber ſich deſ⸗ ſen zu ihrem Antheil begeben, ſo ſollen ſolche beyde Poſten denen uͤbri⸗ ggen Ober⸗ und Unter⸗Officierern nichts doweniger zu ihrer Diſpoſition verbleiben. 27. Gibt ein jeder neu angehender Gefreyter, der bißherigen Ob- ſervanz nach, dem Hauptmanne Einen Gulden, und denen Unter⸗ Offciers Eine Maas Wein; So viel auch 28. die Stell⸗ und Kangirung derer beyden Stadt⸗Compagvien, item dererſelben Combinir- und Eormirung eines Battaillons anlanget, daruͤber wollen Wir hiernaͤchſt noch ein abſonderliches Keglement ab⸗ faſſen und publiciren laſſen. Und nachdem auch 29. billig, daß denen beyden Stadt⸗Capitains, wegen ihrer hier⸗ bey habenden Bemühungen und anwendenden Koſien, einiger maſſen beloynet werden; Als ſolle jedem ben denen beyden Stadt⸗Capitains, 2 von 28) 12(ES von Anfang dieſes Jahres an, jaͤhrlich Zwölf Reichsthaler aus dem Stadt⸗Acrario zu Gieſſen jedesmalen richtig verabreichet werden, ſodann die Quartiers⸗Freyheit auf ein eigenthuͤmliches Haus pro futuro angedeyen, auch dasjenige, was ſie am Quartier⸗Gelde etwan noch ſchuldig ſeyn moͤchten, kraft dieſes erlaſſen ſeyn; weniger nicht ei⸗ nem jeden dererſelben, gleich denen hieſigen Stadt⸗Capitains, jaͤhrlich Vier Maſt⸗freyen Schweine pachren. Wegen deren, und derer ubrigen Stadt⸗Officierer Ranges, und deren letztern zu genieſſenden Utilien aber, ſoll hiernaͤchſtens das weitere annoch gnaͤdigſt verordnet werden. 30. Verordnen und befehlen Wir hiermit gnaͤdigſt, daß dieſes Re. glement beym naͤchſten Auszuge derer beyden Burger⸗Compagnien be⸗ hoͤrig publiciret werden, auch ſowohl Unſer Ober⸗Amt ſeines Orts daruͤber ſtricte halten, und denen Olficierern in allem, ſo darin geboten, ſtracke und ohnverweilte Amts⸗Huͤlfe leiſten ſolle. An dieſem geſchie⸗ het Unſer ernſtlicher Wille und Meynung. Urkundlich Unſerer eigen: haͤndigen Unterſchrifft und vorgedruckten Fuͤrſtlichen Inſtegels. Geben Darmſtadt/ am uiten Maji 0. Gudwig. Greßinger. Beylagen. Schultheiß, Freund, 1 Von GOttes Gnaden, Tudwig, Landgraf zu Heſſen, Fürſt zu Herßfeld, Graf zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nid⸗ da, Schaumburg, Yſenburg und Buͤdingen ꝛc. Der Roͤm. Kayſerl. und Koͤnigl. Cathol. Majeſt. beſtellter General der Cavallerie! Annhaffter, ſodann Ehrſame, liebe Getreue! Uns iſt unterthaͤntgſt o) referiret worden, was ihr wegen derer bey denen beeden Burger⸗ „ Compagnien zu Gieſſen zwiſchen Ober⸗ und Unter⸗Ofkcierern eint⸗ . ge Jahre her obgewalteten Mißhelligkeiten, und daraus entſtande⸗ nen Collifionen und Subordinations-widrigen Thathandlungen nach und nach un⸗ terthaͤnigſt berichtet habt. Nachdem Wir nun dieſem Unweſen abzuhelffen, das in Originali hierbengehende Keglement, wornach ſich beede Theile und die Burgerſchafft hinkuͤnfftig zu verhalten haben, entwerffen laſſen, auch ſolches krafft dieſes gnaͤdigſt ratificiret haben, und mithin daruͤber ſtricte gehalten wiſ⸗ ſen wollen; Als befehlen Wir hiermit gnädigſt, daß ihr, vi Commiſſionis, ſothanes Unſer Reglement, bey dem nechſten Auszug derer beeden Burger⸗Com- agnien behoͤrend publiciret, und ſowohl Ober⸗ als Unter⸗Ofcierer und gemeine Bargerſchafft, ſolchem in allen Puncten ſtricte nachzuleben, ernſtlich und nach⸗ drüͤcklich anmahnet; Allermaſſen Wir dann euch, Unſern Beamten, hiermit noch beſonders gnaͤdigſt befehlen, daß ihr daruͤber ſteif und veſt halten und dar⸗ nach in vorkommenden Faͤllen remediren, mithin ſtracke und ohnverweilte Amts⸗ Huͤlffe leiſten ſollet, dem Stadt⸗Rath aber habt ihr ſofort zu intimiren, die de⸗ nen beeden Skadt⸗Capitains verordnete Beſoldung und urilien ihnen jedesmalen richtig und ohnweigerlich verabreichen und angedeyen zu laſſen. Und Wir ſeynd euch mit Guaden wohlgewogen. Darmſtatt am 11. Maji 1740- Ludwig. Gretzinger. An Platz⸗Major Repp, ſodann Rath und Amts⸗Verwalter Wittich, und Rath und Ober⸗ zu Gieſſen. Num. II. Ludwig. G eb Getreue. Uns iſt geziemend refetiret worden, als der Stadt⸗Rath 5 zu Gieſſen ſich ohnlaͤngſt üͤber die denen beeden Stadt⸗Capitains daſelbſt nach Unſerm emanirten neuen Burger, Ausſchuß⸗Keglement verorduete Beſoldung und utilia zu beſchwehren rerneintt, und darentgegen dieſe letztere gegen 14 Beylagen. gegen jene wegen bezeigter deſſen Vilipendenz Klagde gefuͤhret und anbey um reglirungs ihres Rangs, auch die Stadt⸗Lieutenants, Faͤndriche und Adjutanten um Verordnung gewiſſer utilien und ebenmaͤßige Anweiſung ihres Rangs un⸗ terthaͤnigſt nachgeſuchet haben, was ihr deßfalls unterm 1. Sept. des nechſtvo⸗ rigen Jahrs vor einen Bericht erſtattet habt. Nachdem Wir es nun bey dem Juhalt ſothanen Reglements, nach welchem jedein derer beyden Stadt⸗Capitains die verordnete 12. Rthlr. jaͤhrliche Beſoldung aus dem Gieſſer Stadt⸗Aerario ohnweigerlich bezahlt werden, ſodann die Quartiers⸗Freyheit ihnen nur von ei⸗ nem ſelbſt bewohnenden eigenen Hauß pro futuro nicht nur angedeyen, ſonderu auch das von einem ſolchen Hauß eintge Jahre hero ſchuldig verbliebene Quar⸗ tier⸗Geld, als ein Gratiale wegen deren bishero gehabten ohnentgeltlichen Be⸗ muͤhungen erlaſſen, einfolglichen der Capitame Hartmann das Quartier⸗ Geldd von ſeinem zweyten Hauß, gleich einem jeden Befreyten, welcher 2. eigenthumn liche Haͤuſer hat, pro præteritorio& futuro zu bezahlen angehalten werden ſol⸗ ſe, nach wie vor ohngeaͤndert bewenden laſſen, dahingegen aber ihnen Stadte Capitains, an ſtatt derer un Keglement einem jeden zugeſtandenen 4. Maſt⸗freyen Schweinen, weilen ſolche niemanden, als nur einem zeitigen Ober⸗Amtmann, alldorten paſfiret werden, nunmehro deren nur 2. einzutreiben bewilliget, ſodann mehrbemelten zeitigen Stadt⸗Capitains im Rang mit denen Membris des Schofe fen⸗Raths nach deren ancienneté zu roulliren, weniger nicht denen ſupplicwen⸗ den Lieutenants, Faͤndrichen und Adjuranten den Rang je nach der ancienneté mit denen Sechszehenern concediret, anbey aber verordnet haben, daß ſie ſich mit der ratione hujus officii bereits genieſſenden Beed⸗ und Perfonal-Freyheit und denen durch die beſchehene Renunciation derer Capitams ihnen zugegangenen⸗ und in beſagtem Keglement angemerckten Acoidentien begnuͤgen ſollen, maſſen ihnen dann auch in dem weitern unterthaͤnigſten Geſuch der Quartiers⸗Frey⸗ heit, wegen dergleichen allbereit uͤberhand genommenen vielen Befreyungen, nicht willfahret werden kan; Als haben Wir euch dieſe Unſere gnaͤdigſte Re⸗ ſolutiones hiermit bekand machen wollen, mit gnaͤdigſtem Befehl, daß ihr ſol⸗ che dem Stadt⸗Nath alſo publiciret, und ihn bedeutet, daß er, bey Vermeidung ernſten Einſehens, beſagtem Keglement, ſo wohl hierinnen als in allen uͤbrigen Puncten, ohnweigerliche Parition leiſten ſolle. Und Wir ꝛc. Darmſtadt den 15ten Febr. 1741. Ludwig L. z. Heſſen. An das Ober⸗Amt Gieſſen alſo abgangen., ((Achdem Wir auf die von Seiten des Stadt⸗Raths zu Gieſſen, wegen de⸗ 1 9 rer denen beyden Stadt⸗Capitains daſelbſt, nach dein neuen Burger⸗Aus⸗ ſchuß⸗Keglement verordneken Beſoldung und utiken eingebrachte Be⸗ ſchwerden gnaͤdigſt relolviret und verordnet haben, daß es, Einwendens ohnge⸗ achtet, bey dem Innhalt beſagten Keglements, nach welchem ihnen Stadt⸗Ca- pitains die verordnete Zwoͤlf Reichsthaler jaͤhrliche Beſoldung aus dem Gieſſer Stadt⸗Aerario ohnweigerlich zu bezahlen, ſodann ihnen die Quartiers⸗Freyhett nur von Einem ſelbſt bewohnenden eigenen Hauß pro futuro nicht nur zu paſſi- ren, ſondern auch das von eineun ſolchen Hauß einige Jahre hero ſchuldig ver⸗ bliebene Quartier⸗Geld, als ein Gratiale wegen ihrer bishero gehabten ohnent⸗ geltlichen Bemuͤhungen, zu erlaſſen, einfolglichen der Capitam Hartmann, das Quartier⸗Geld von ſeinem zweyten Hauß, gleich einem jeden Befreyten, welcher zwey eigenthuͤmliche Burger⸗Haͤuſer hat, ſo wohl de præterito 55 pro uturo ——— Beylagen.- 15 futuro zu entrichten, ſein ungeaͤndertes Verbleiben haben, dahingegen aber be⸗ melten Stadt⸗Capitains an ſtatt derer in gedachtem Stadtekeglement zugeſtan⸗ denen 4. Maſt⸗freyen Schweinen, um deswillen, weilen eingezogener Erkun⸗ digung nach eine ſolche Anzahl niemanden, als nur einem zeitigen Ober⸗Amt⸗ mann alldorten, packiret, nunmehro deren zwey vor einen jeden einzutreiben zu⸗ geſtanden werden ſolle; Als wird ihnen, Stadt⸗Capitains, ſolches reſpective zu ihrer Legitimation und Nachachtung hiermit angefüget. Darmſtadt am 15ten Februarii 1741-. Ludwig. Gretzinger. Num. IV. Ludwig ꝛc. ebe Getreue. Uns iſt vorgetragen worden, als bey Uns die beyde “0) Stadt⸗Capitains, Hartmann und Mannberger zu Gieſſen, gegen den Stadt⸗Rath daſelbſt, wegen verweigerender Zahlung der in dem neuen Burger⸗Ausſchuß⸗Keglement denenſelben verordneten Beſoldung und utilien, abermahlen beſchwerend eingekonunen, und deshalber um gnaͤdigſte Manutenenz gebethen, waegeſtalten ihr darauf unterm 31. Maji juͤngſthin unter andern be⸗ richtet habt, daß ſich der Stadt⸗Rath disfalls hierunter mit der Unmöͤglichkeit entſchuldige. Nachdeme aber vielmehr eite unverautwortliche Kenitenz hierbey vordringet, angeſehen die hieſige Stadt⸗Capitains kundbahrlich ein weit mehrers zu genteſſen haben, und Wir mithin Unſer wohlbedaͤchtlich emanirtes Stadt⸗ Ausſchuß⸗Reglement, wie durchgehends, alſo auch puncto der verordneten Ca- pitains Beſoldung ein vor allemahl manmeniret und befolget wiſſen wollen; Als iſt Unſer gnädigſter Befehl hiermit, zaß ihr dem Ober⸗Burgermeiſter, falls er vorbemeldeten Stadt⸗Capitains die verordnete Beſoldung zu bezahlen fernerweit verweigern ſolte, einen Unter⸗Officier ſo lang zur Execution zuleget, biß Unſern ergangenen Befehlen dißfalls ein völliges Genuͤgen geſchehen. Und Wir ꝛc. Darmſtatt am 20ten Juli 1741. Ex ſpeciali Reſolutione Serenifſimi. An die Beamten zu Gieſſen alſo abgangen den ſten Auguſt. 1741. — Num. V. Ludwig ꝛc. Jebe Getreue. Ihr erinnert euch, als bey Uns die beede Stadt⸗Capi- 6) tains, Hartmann und Mannberger zu Gieſſen, wegen der verweigeren⸗ den Zahlung der in dem neuen Keglement denenſelben verordneten Beſol⸗ dung und utmen, gegen den Stadt⸗ Pat daſelbſt, wiederholte Beſchwerung 2 gefuͤh⸗ 16 Beylagen. gefuͤhret, wasgeſtalten Wir verſchiedentlich an euch gnaͤdigſt relcribiret und be⸗ fohlen haben, dem Ober⸗Burgermeiſter, falls er bemeldeten Stadt⸗Capitains die verordnete Beſoldung zu zahlen ſich fernerweit weigern ſolte, einen Unter⸗ Ofkcier ſo lang zur Execution zuzulegen, biß Unſern ergangenen gnaͤdigſten Befehlen dißfalls ein voͤlliges Gnuͤgen geſchehen. Nachdeme nun aber inzwi⸗ ſchen obbeſagte beede Capirains desfalls abermahlen beſchwerend eingekonnnen, mithin Unſern dißfalls ſo offt ergangenen guaͤdigſten Keſeripten die gehoͤrige Fol, ge zu Unſerm beſondern Mißfallen biß dato nicht geleiſtet worden; So befehe len Wir hiermit gnaͤdigſt, daß ihr, warum ihr den Burgermeiſter nicht exe⸗ quiret, euren Bericht und Verantwortung erſtattet, und anbey demſelben ſoo thane Zahlung der verordneten Beſoldung bey 30. Gulden Straffe auferleget, auch in deſſen weitern Entſtehung, nach Verſlieſſung 4. Wochen a dato, nur beſagte 50. Gulden Straffe ohne einige Ruͤckfrage aus ſeinen eigenen Mitteln executive eintreibet, und demſelben zugleich ſub pœna dupli die Klaglosſtellung derer Capitains injungiret, ſodann den Erfolg ohnfehlbar berich⸗ tet. Darmſtadt den 18ten Sept. 171u.— An das Ober⸗Amt alſo abgangen. EE ung Regl Qnncene K 2 kerᷣeu IHadgee Seheg 222 ke Kerer. ———————-———— — 1 14 33 1 1 1 1.1 1 14p 1-1 1 1 33 1.1 1. 1 16 1 L 9 10 l lle is li4 ſis ie li lis 1ſs . 6/. RHed Magenta White 3/Color Black 1