5 8 2 Te 6, 6 Pnnerungshl an das Mjährinr E n der Dwwoma 90 und ſahamiafrt der Witirdlihant Hauna den 1. und Honntag den 2. Juli 1893. ¹ 4 A . I 7 3* A 9 ₰ 3 Sall 77 NV XN — AN —.-— Hoaoe . 26 ek X EEE NNWAAN S SSS— , N — M E MAAVO —————. 4 chon vor mehr als 40 Jahren be⸗ gemeinſchaftliche Kaſſe, aus welcher hauptſächlich eine Unterſtützung an Durchreiſende gezahlt und das Abon— nement für die 1855 und 1856 er⸗ ſchienenen„Mittheilungen für Buch⸗ drucker“ beſtritten wurde. Sin„Ter— tial“ koſtete 30 Kreuzer. Die Zei⸗ tung ſcheint aber mit dem 12.„Ter⸗ tial“ eingegangen zu ſein; wenigſtens finden ſich keine weiteren Ausgaben im Kaſſenbuche vor. Mach den jetzt noch vorhandenen Nachweiſen zahl— ten in dieſe Kaſſe von Mai 1855 bis Auguſt 1857 alle Collegen der vier Buchdruckereien: Brühl, Aeller, Merk und Kratz. Um dieſe Zeit e eine Trennung der Kaſſe und 4) ⸗ beſaß bis Mitte Mai 1868 ſowohl die Keller'ſche als auch die Brühl'ſche Druckerei eine beſondere Viatikumskaſſe. Die Kaſſe der Ueller'ſchen Druckerei ſorgte auch für die Lektüre ihrer Mitglieder und finden wir lange Zeit das „Frankfurter Journal“ als ſolche aufgeführt. Dieſes wird dann von der„Main-Heitung“ und ſpäter von der„Heſſiſchen Landeszeitung“ abgelöſt. Nach Gründung des„Correſpondent“ wird derſelbe ausſchließlich gehalten. Der 1866 gegründeten Bezirks⸗Kranken⸗ und Invalidenkaſſe für Gießen, Marburg, Weilburg und Wetzlar(mit dem Sitz in Marburg), ge— hörten die Gießener Buchdruckergehilfen theil— weiſe als Gründer an. b 1 — 8l= Dem in Mitte der 60er Jahre entſtandenen Mittelrheiniſchen Buchdruckerverband traten die Collegen der einzelnen Druckereien bei. Durch dieſe Vereinigungen war eine Gemeinſchaftlich⸗ keit geſchaffen und es bedurfte nur der An— regung, um die beiden Viatikumskaſſen zu einer zu geſtalten. Auf Veranlaſſung unſeres Mitgliedes Herrn Smil Dörr beſchloß am 206. Januar 1868 eine allgemeine Verſammlung den Beitritt zum „Allgemeinen deutſchen Buchdrucker⸗Verband“. In dieſer Verſammlung muß auch(obwohl im Protokollbuche nichts vermerkt iſt) die Gründung einer localen Vereinigung beſprochen worden ſein, denn die Statuten der„Typographia“ wurden bereits am 3. Februar 1868 unter dem Vorſitze des Herrn Emil Dörr von P. Artmann aus Büdingen vorgelegt und von der Verſamm⸗ lung angenommen. Iſt alſo der Gründungstag unſerer„Typo— graphia“ der 3. Februar 1868, ſo hat ſie doch ihre Thätigkeit erſt am J. September gleichen Jahres begonnen. Am 8. Auguſt wurde in einer außerordent⸗ lichen Verſammlung der Beſchluß gefaßt: „Die beiden Druckerei-Viatikumskaſſen zu einer Typographia⸗Kaſſe zu verſchmelzen.“ Als Tag der Eröffnung dieſer Kaſſe wurde der l. September beſtimmt und als Gründungs— fonds pro Mitglied 48 Mreuzer ausgeſchlagen. Aus dem erſten Jahre unſeres Vereins iſt namentlich hervorzuheben, daß Viatikum nur an Verbandsmitglieder gezahlt wurde und ſo mit dem bis dahin üblichen Brauch, alle Durch— reiſenden zu unterſtützen, gebrochen wurde.(An— trag Dörr.) 1869 fand die Berathung eines allgemeinen Tarifs für den Miittelrhein ſtatt, der von Collegen in Wiesbaden entworfen war. Im ſelben Jahre feierte man auch das 50jährige Belzant des Collegen Stich durch Aufnahme desſelben in die„Typographia“. Daß die„Typographia“⸗Gießen trotz der kurzen Zeit ihres Beſtehens eine achtung— gebietende Stellung im„Mittelrhein“ gehabt hat, geht daraus hervor, daß ſie 1870 ihren Delegirten zum Verbandstag beauftragte,„mit aller Macht ſich dagegen zu wehren, daß Gießen als Vorort des Mittelrheiniſchen Buchdrucker⸗ Verbandes beſtimmt wird“. Als Curioſum mag hier erwähnt werden, daß ſich Gießen der damals ſchon ventilirten Frage:„Centraliſation des Viatikumsweſens“ und der Gründung einer Central-Invalidenkaſſe vollſtändig ablehnend verhielt. Unſere Typographia hat die Obliegenheiten eines Ortsvereins des Deutſchen Buchdrucker— Verbandes ſchon ſeit ihren erſten Jahren über— nommen und wurden etwa ausgeſchriebene all— gemeine Sx rtraſtenern aus der Typographia⸗Kaſſe mehrmals bezahlt und ſo die Mitglieder entlaſtet. 1872 fand die Berathung eines allgemeinen Deutſchen Buchdruckertarifs auch in der Typo⸗ graphia ſtatt. Schon damals wurde hervor⸗ gehoben, daß man außer den Löhnen auch die Druckpreiſe beſtimmen möge, um die un— geſunde Concurrenz zu beſeitigen. Von der Ausſperrung im Jahre 1873 wur⸗ den die Mitglieder nicht betroffen und konnte deshalb die Vereinskaſſe die thatkräftigſte Unter⸗ ſtützung nach den bedrängten Orten leiſten.— Den Genoſſenſchafts⸗Druckereien, welchen man zu der Zeit ſtark das Wort redete, ſtand die Typographia kalt gegenüber und„lehnte es ab, ſich finanziell zu betheiligen“.— Lange ſchon war man mit den damaligen Zuſtänden im mittelrheiniſchen Verbande nicht zufrieden; in Gemeinſchaft mit Marburg erfolgte am 25. Mai 1875 der Austritt und ſchloſſen ſich beide Orte dem Gau Heſſen an. Die Alphabet Berechnung wurde in der zweiten Hälfte des gleichen Jahres in friedlicher Weiſe eingeführt. Es würde zu weit führen, wollten wir hier die Thätigkeit der TCypographia in den nächſt⸗ folgenden Jahren ausführlich ſchildern. Alle Fragen wurden erörtert und man nahm leb haften Antheil an allen Vorgängen, welche die Buchdruckerwelt berührten. Beſonders hervorzuheben iſt die am 9. De— eer 1876 warien Gründung einer Bibliothek. Durch Anſchaffungen und Geſchenke der Prin cipale und Mitglieder iſt dieſelbe auf circa 150 Bände angewachſen. Die Verhältniſſe in Caſſel ließen es im Jahre 1877 wünſchenswerth erſcheinen, daß der Vorort des Gaues Heſſen verlegt werde. Gießen wurde Vorort und blieb es, bis die Verſchmelz— ung der Gaue Heſſen und Frankfurt erfolgt. (In der Perſon des Herrn E. Dörr erhielten wir einen gewiſſenhaften Gaukaſſirer.) Auf einem Gautag in Frankfurt am 25. Februar 1880 wurden die Bedingungen für die geplante Ver einigung feſtgeſetzt und am 26. April der„ zirk Gießen des Gaues Frankfurt-Heſſen“ ge— bildet. Ende 1828 wurden die erſten Schritte zum Uebertritt in die Central-Invalidenkaſſe ein— geleitet und die Auflöſung der Bezirks⸗Kranken⸗ und Invalidenkaſſe Marburg-⸗Gießen als eine Folge des Hilfskaſſengeſetzes in Erwägung ge— Vaen. Am 31. December 188]1 beſchließt die Bezirkskaſſe ihre Thätigkeit und treten die Mit⸗ glieder derſelben in die Central-Invaliden- und Central⸗Krankenkaſſe. Die Principale herren W. Keller und Fr. Chr. Pietſch hatten zur Bezirks⸗Kranken⸗ und nraßzenaſ freiwillige Beiträge in Höhe von Mk. 171.44 geleiſtet. Dieſer Betrag wird der Degen neſ überwieſen und gründet dieſe im SEinverſtändniß mit obengenannten Herren damit einen Unterſtützungsfonds für erkrankte Collegen. Später wird dieſer Fonds in eine Mrankengeld— Huſchußkaſſe mit geringem Beitrag umgewan⸗ delt. Die Maſſe hat ſeither ſegensreich gewirkt, leiſtet wöchentlich Mk. 3 Zuſchuß zum Kranken— geld und betrug das Vermögen Ende 1802 it. 577.01. Zis hierher hatte unſere Typographia das Ge eeiepin tliche und das Keſeliee gefördert. Die damaligen Verhältniſſe ließen eine Trenn— ung nothwendig erſcheinen, ſo daß ihr nur das Geſellige verblieb und das Gewerkſchaftliche von der Mitgliedſchaft beſorgt wurde. Heute können wir wohl ſagen, daß ihr Zweck immer erreicht wurde. Die Typographia iſt dem Ge— werkverein immer ein treuer Bundesgenoſſe ge— weſen, und daß es in der Zukunft das Gleiche ſein wird, iſt unſere feſte Ueberzeugung. . Be⸗ ſ uf geſelligem Gebiete waren es hauptſächlich die Johannis⸗ feſte und die Weihnachtsfeier, woran ſich die geſammten * Mitglieder der Typographia betheiligten. Das fünfjährige Stiftungsfeſt wird 1875 in einfacher aber ſchöner Weiſe gefeiert. Am 20. Mai 1876 wird das 10jährige Beſtehen des Verbandes durch Geſang, Feſtrede und Fidelitas begangen; das Johannisfeſt und das 50jährige Berufsjubiläum des Collegen Fr. Schelper vereinigte Principale und Typo⸗ graphianer zu feucht-fröhlichem Thun. Das lojährige Stiftungsfeſt wird einfach und das lIjährige(18835) in Verbindung mit dem 50⸗ jährigen Jubiläum unſeres Collegen Theodor Loos sen. abgehalten.„Windhof“ war 1884 die Parole und kleine(finanzielle) Stürme folsten ihm nach. Eine Wagen Parthie nach Arnsburg und Münzenberg iſt 1885 in den Annalen her⸗ vorragend regiſtrirt. 1886 feiert D. Weißmüller ſein 50jähriges Jubiläum. Im gleichen Jahre wird der Cigarren⸗Conſum eingeführt und da⸗ durch die Einnahme weſentlich erhöht. Seinen „Höhepunkt“ erreichte 1887 das Johannisfeſt nämlich auf dem Dünsberg. Beim 20jährigen Stiftungsfeſt(1888) läßt ein Doppel⸗Quartett unter Leitung des Herrn Haagen ſeine herrlichen Weiſen ertönen. Ein ſchon jahrelang geplanter Waldausflug kommt 189] in befriedigender Weiſe zur Ausführung. Das vorjährige Jo⸗ hannisfeſt iſt durch den Ausflug nach Wieſeck in Erinnerung. Am Schluſſe unſerer kleinen Arbeit an— gelangt, können wir nicht unterlaſſen, Allen zu danken, die dem Verein ihre Sympathien fort und fort bewieſen haben! Möge die ZHu— kunft ſich gleichfalls ſo geſtalten! Wir glauben noch einer Pflicht zu genügen, wenn wir hier die Mitglieder namentlich an⸗ führen, welche bei Gründung der Typographia angehörten: Peter Altmann f, Heinrich Belz, Emil Dörr, Louis Lichtenberger f, Friedrich Müller †, Chr. Platz †, Adam Scheyda, Th. Loos sen., Fr. Chr. Pietſch †, Fr. Schelper †, B. Volz †.— Gegenwärtig iſt der Mitglieder⸗ ſtand folgender: Andreas, Alwin. Belz, Heinrich. Bettge, Heinrich. Bickel, Guſtav. Bomsdorf, Paul. Buchner, Carl. Burkhart, Georg. Döring, Wilhelm. Dörr, Emil. Dreyer, Carl. Ettel, Otto. Gemmecker, Georg. Grell, Adolf. Großmann, Max. Haagen, Hermann. Henſel, Adolf. Heumann, Paul. Höpfner, Ernſt. Dolland, Auguſt. Käſer, Carl. Keßler, Michael. Köchlin, Albert. Koppe, Paul. Lang, Carl. Leib, Ernſt. Loos jun., Theodor. Peters, Wilhelm. Raab, Carl. Reuß, Ludwig. Röderer, Wilhelm. Rohrbach, Ludwig. Schnabel, Wilhelm. Sier, Heinrich. Sottorff, Fritz. Weinert, Joſeph. Wolff, Albert. 25jährigen Dtiftungsfeft der Typographia — I. Stoßt an! Typographia ſoll leben! hurra hoch! Bruͤder reichet einander aus Freundſchaft die Band, Es knüpfet uns Alle ein künſtleriſch Band! Frei iſt die Kunſt! Frei iſt der Mann! „ Stoßt an! Meiſter Gutenberg lebe! hurra hoch!:; Er hat die Wahrheit ans Licht gebracht Und Pfaffentrug zu Schande gemacht. Frei iſt die Kunſt! Frei iſt der Mann! :; Stoßt an! alles Edle ſoll leben! hurra hoch!:,: Wer die Würde der Kunſt aus dem Auge verlor, Iſt ein Wicht, der ihn ſchützt ein erbärmlicher Thor! Frei iſt die Kunſt! Frei iſt der Mann! Stoßt an! Was wir lieben ſoll leben! hurra hoch!:,: In Liebe vereinigt ſich jegliche Macht, Drum ſei auch mit Liebe der Liebe gedacht! Frei iſt die Kunſt! Frei iſt der Mann! ; Stoßt an! unſ're Farben ſie leben: hurra hoch!:;: Purpur, Gold, Blau, Silber der Kaiſer uns gab, Und ſchwarz drucken ſtets unſ're Lettern ſich ab! Frei iſt die Kunſt! Frei iſt der Mann! :; Stoßt an! Typographia ſoll leben! hurra hoch!:;: Es blühen die Edlen zum ſpäteſten Ziel, Und zeugen der würdigen Söhne noch viel! Frei iſt die Kunſt! Frei iſt der Mann! II. Mel.: Sind wir vereint zur guten Stunde. Schon viele Jahre ſind zerronnen, Im Schooß der Zeit ſo Manches ruht, Seit wir das ernſte Werk begonnen, Von Kraft erfüllt und frohem Muth'! Das ſchöne Ziel iſt nun errungen, Nach langem Streben nun erreicht, D'rum ſei aus voller Bruſt geſungen, Daß jeder bange Zweifel ſchweigt. Vergebens war nicht unſer Streben, Ob auch das Ziel ſo ferne lag; Ohn’ Kampf kein Sieg in dieſem Leben, Durch dunkle Wolken dringt der Tag! Ein froher Muth ergriff die Herzen Vor fünfundzwanzig Jahren ſchon; Ward unter Mühen, unter Schmerzen Uns doch zuletzt der ſchönſte Lohn! Laßt alles Edle uns begrüßen, Die Herzen frei, das Auge klar; Die Bande feſt und feſter ſchließen In allen Stunden der Gefahr. D'rauf hebt die Gläſer, laßt ſie klingen! Ein Hoch der Eintracht nah' und fern, Mög' ſie in alle Herzen dringen, Ein ſtarker Wall,— ein heller Stern! So lang wir Typen komponiren Mit kunſtgeübter flücht'ger Hand, So lang wir Fehler korrigiren, Geführt von brüderlichem Band: So lang' mög' unſer Werk beſtehen, Das wir erreicht mit vielen Müh'n, Mög's nimmer für uns untergehen, In ſeinem Glanze nie verblüh'n. Th. Loos. III. Mel.: Wir ſitzen ſo fröhlich beiſammen ꝛc. Was führt uns wohl heute zuſammen, Zu traulicher Freude und Scherz, Was kann unſern Frohſinn entflammen, Was bannet heut Klage und Schmerz? Wißt Freunde, wo wir uns vereinen, Leiht Freude und Frohſinn uns Gunſt, Sie ſollen auch heute erſcheinen Es gilt ja doch unſerer Kunſt. Wir haben ja wacker die Griffe Nach Gutenbergs Regeln geübt, Sind treu unſerm Meiſter geblieben, Wir haben ſein Werk ſtets geliebt. Drum feiern wir heute mit Freuden Ein Feſt, wie es ſelten eins gibt, Es ſoll uns vom Meiſter nichts ſcheiden, Wir ſchwören ihm Treue und Lieb'. Stoßt an! unſere Kunſt ſie ſoll leben, Es lebe die Typographie! Gutenberg hat ſie uns gegeben Ihn ehren wir ſpät noch und früh! Noch lange verein' ſie uns Brüder, Zur Arbeit, die kein Kinderſpiel, Ihr tönen die herzlichſten Lieder, Sie bieten des Guten uns viel: Hoch Gutenberg, dem wir ſie danken,— Hoch ſeiner begeiſternden Kraft, Hoch Allen, die treu ohne Wanken In ſeinem Geiſte geſchafft. 12 1ʃ IV. Mel.: Auf, auf Kameraden, auf's Pferd. Was füllet uns heute ſo ſehr die Bruſt? Was pochet in mächtigen Schlägen? Was wecket und mehret die hohe Luſt In immer lauterem Regen? Ruft laut, daß die Welt es zu hören vermag: „Es iſt der Typographia Schöpfungstag!“ O nahet, Geſtalten vergangener Zeit Und laßt uns vernehmen die Lieder, Die eueren Ruhm getragen ſo weit Und ſinget ſie uns fröhlich nun wieder. Was die Vorzeit Weiſe ſo frei erdacht, Die Mönche vergruben's in ewige Nacht. Und Herren nur gab es und Knechte allein, Das Volk ward mit Füßen getreten; Vom Geiſtesdrucke, wer wollt es befrei'n, Und wer— wer konnte es retten? Um dich war ein enges, ein ſchmähliches Band Geſchlungen, mein treubied'res Vaterland. Und wie der Frühling belebet die Flur, Ward Tag es im Reiche der Geiſter, Und ſah man auch rings noch der Finſterniß Spur, So ſtaunte man doch ob dem Meiſter. Geadelt ward durch ihn das Menſchenſchlecht, Zum Freien der Sclave, zum Bürger der Knecht. Und mögen ſie toben auch immerhin, Die Eulengeſchlechter voll Tücke, Sie können uns nimmer das Licht entzieh'n. Sie bringen die Zeit nicht zurücke. Und die ferne Nachwelt noch ſtaunend ſchaut, Was vorher ein Gutenberg rieſig erbaut. D'rum auf, Ihr Freunde, genießet das Mahl, Das ſein Geiſt uns will jeden Tag bringen; Erhebet ihm froh den vollen Pokal, Laßt ihm zu Ehren uns ſingen: Der den Funken der Wahrheit uns angefacht, Dem Meiſter ſei dieſer Trunk gebracht! V. Mel.: Stimmt an mit hellem hohen Klang ec. In Feſtesluſt das Auge glüht, Verſtummt ſind all' die Klagen, Und feierlich ertönt das Lied, Und hoch die Herzen ſchlagen! Hans Gutenbergl! der Wahrheit Hort, Dir ſchallen unſ're Lieder; Du lebſt im Volke ewig fort, Der Freiheit Schutz und Hüter! Dein ſegensreiches, helles Licht Drang weit durch all' die Lande, Dein edles Werk zerſtörte nicht Der Mönche ſchwarze Bande! Was noch in dunkle Nacht gehüllt, Und Lug und Trug geſponnen, Zerfloß gleich düſt'rem Nebelbild Im hellen Strahl der Sonnen. Ein neues Leben war erwacht, Geſtürzt die finſt'ren Geiſter, Gelähmt der Jeſuiten Macht Durch unſern großen Meiſter! D'rum Ehr' und Ruhm dem braven Mann, Verklärt im Lorbeerkranze; Denn was er dachte, was er ſann, Strahlt fort und fort im Glanze! Die Kunſt zu lieben immerdar Bis in das ſpät'ſte Leben, Zu heben ſie von Jahr zu Jahr, Sei unſer eifrig Streben. Das Auge klar, die Herzen frei, Von Zwietracht nie bethöret; Dem Fortſchritt ſtets im Leben treu, Heut' laut beim Feſte ſchwöret! Im deutſchen Lande, nah und fern, Heut' hell die Gläſer klingen; Ein Jeder folgt dem Rufe gern, Will heute fröhlich ſingen! D'rum trinkt und ſingt aus voller Bruſt, Benutzt die frohen Stunden, Denn kurz iſt ja das Lebens Luſt, Wie ſchnell iſt ſie entſchwunden! Wie ſchnell reicht uns des Schickſals Hand Den Becher oft voll Sorgen! D'rum leert die Gläſer bis zum Rand, Ganz anders iſt's ſchon morgen! VI. Buchdruckerſalamander. Präſes:„An den Kaſten!“ Jeder begiebt ſich unter Gemurmel auf ſeinen Platz.—„Winkelhaken zur Hand!“ Lautloſe Stille herrſcht und die Gläſer werden ergriffen. —„Draufgeſtochen!“ Die Gläſer werden auf dem Tiſche gerieben.—„Satz fertig!“ Das Reiben hört auf und die Gläſer werden vor den Mund gebracht.—„Hebt aus!“ Wird leergetrunken, während welcher Zeit der Commandirende ruft:„Unterſchlag bei, Schnur her, fertig!“ Die Gläſer werden in die Höhe gehalten.—„Schießt aus!“ Auf einen Schlag werden ſämmtliche Gläſer auf den Tiſch geſetzt.—„Vorwärts, abgezogen!“ Beginnt das Klopfen nach dem Tacte::; Und ſo geht's halt immer fort, fort fort!:,: welche Worte zugleich geſungen werden.—„Ein⸗ gehoben!“ Hier beginnt der Wirbel.—„Form aus!“ Einhalt des Wirbels.—„Stellt ab!“ Ein Schlag. dohed an 3 — 7 2— Grinnerungsblall — — an das Jfihrine Siſtungafell 2 — SS 85 h SS„ Wcp 4-2 4. 1 72 N 75 der. („)n Typographia Gießen und Ihnniafet der Witnlrnhnit Gamſtag den 1. und Honntag den 2. Juli 1893. 72 7 R ₰ ' 0. 3 ₰ . * 8 ☚ 5 I 5 I 57 8 77 4 1 1 4 1 ISB BANUAnUAUXN AAAAVAA 4 Farbkarte 13