b— Darmſtädter⸗ ciederbuch herausgegeben anlüßlich des 45⸗jührigen Stiftungsfeſtes S. S. 27 1. 4 dem tie unſere wie he ſtolze! Minne Bundeslieder. J. Bundeslied.(K. H. Otto) 1. In froher Freundesrunde ſtimmt an den vollſten Klang; dem tiefſten herzensgrunde entſtröme unſer Sang. Dich grüßen unſere Töne Jungfrau„Darmſtadtia“, in lichter Jugendſchöne wie herrlich ſtehſt Du da. 2. Dich ſchmücket kein Geſchmeide nicht Gold noch Edelſtein, wie ſtrahlt in lichtem Kleide der Schönheit Glanz allein! Ein Kränzlein ziert die Flechten der Treue„Veilchenblau“, treu woll'n wir ſtehn und fechten für Dich viel edle Frau. 3. Wer ruht in Deinen Armen an Deiner weißen Bruſt, dem muß das herz erwärmen in Wonne und Jugendluſt. Drum„weiß“ ſei unſre Ehre wie Deines Buſens Schein, Licht wie Dein Arm die Wehre und blank und fleckenrein. 4. Wer Mut und Kraft geſogen von Deinem roten Mund, bleibt in des Lebens Wogen ſtets fröhlich, kerngeſund. Drum ſtolze Königinne, wie Deine Lippen„rot“, ſo heiß ſei unſre Minne im Leben wie im Tod. 2. Pied der Brandfüchſe. Melodie: So pünktlich zur Sekunde. 1. Vorbei das erſte Semeſter, vorbei der erſte Schliff! Man ſteht ſchon etwas feſter im Sturm auf ſchwankem Schiff. Nicht reicht uns mehr das Waſſer der Nichſtudent— Prolet, und ſelbſt ein Fuchs, ein kraſſer, tief unter einem ſteht. 2. O Welt, kannſt du begreifen des Branders Sehnſuchts— brand? Uns fehlt der rote Streifen an unſerm Fuchſenband! O Welt kannſt du ergründen, wie hoch uns wächſt der Mut? Was ſoll der Streifen künden? Das Rot bedeutet— Blut!! 1 + 8 3. Die Fetzen müſſen fliegen im ſchwülen Pauklokal! Und wer die Schmiß' wird kriegen das iſt uns wurſtegal! Es gilt, zu ſein ein Ritter, zu zeigen Sechterkunſt— und Paukarzt, Schmiß und Splitter die haben wir umſunſt! 4. Doch iſt der Wurf gelungen, und haben wir uns bewährt, dann iſt es bald errungen, was unſer herz begehrt! Laßt uns zum humpen greifen, gefüllt bis an den Rand: Es gilt dem roten Streifen am ſtolzen Burſchenband. poeta laureatus. 3. Deutſcher Schwur!(K. H. Neis) (Melodie: Strömt herbei, ihr Völkerſcharen.) 1. Deutſcher Rhein in deutſchen Landen, deutſchen Volkes Schickſalsſtrom, wo die ſtolzen Burgen ſtanden, wo zum himmel ragt der Dom; wo aus grauer Vorzeit Ferne deutſche Helden⸗ ſage klingt, wo zum ew'gen Licht der Sterne deutſches hHerz in Frohſinn ſingt; 2. Wo in kühlen Kellerhallen edler Rheinwein brauſend gärt, wo die Frauen ſchön vor allen und die Männer treu bewährt; hör' den Schwur, den wir dir ſchwören, hör' ihn, alter deutſcher Rhein, Gott im himmel ſoll ihn hören, ſoll des Schwures Zeuge ſein: 3. Deutſch bleibſt Du, ſolang die Quadern deiner grünen Berge ſtehn, deutſch bleibſt Du, ſolang in Hdern Tropfen deutſchen Blutes gehn: Deutſch, ſolang mit blauen Zelten Dich der himmel überſpannt, deutſch bis zu dem Ziel der Welten, deutſch für ewig, unverwandt. ———— P. C. Pieder. 4. Daterlandslied der deutſchen Landsmannſchaft. Mit beſonderer Erlaubnis des Verfaſſers.(Vielau) 1. Friſch auf, ihr lieben deutſchen Brüder, erhebt zum Schwur die hand! Laßt klingen mächtig herz und Lieder dem teuren Vaterland. Hus Vaterländiſcher Erde ſtrömt unſre Manneskraft. Treu ſteht zum heimſchen herde die Lands⸗ mannſchaft. 2. Der Purpur iſt in Staub geſunken, die Urone ſprang zu Stück, und gier'ge Feinde haſſestrunken zertreten unſer Glück. Man mag uns alles rauben, im herzen bleibt es licht, wir laſſen Treu und Glauben und Ehre nicht. 5. Ihr Väter, ſchaut auf uns hernieder, begeiſtert uns zur Tat! Wir holen Glanz und Krone wieder und wandeln euern Pfad. held Rotbart tief im Berge, du ſchläfſt nur, ſtarbſt uns nicht, den deutſchen Geiſt kein Scherge im herzen bricht. 4. So weit die deutſchen Fungen klingen und deutſche Art ſich regt, ſoll uns ein einzig Band umſchlingen, in deutſcher Treu gehegt. Von Freundſchaftsſinn durchdrungen, mit Ehr und reiner hand wird neues Glück erzwungen für's Vaterland. 5. Pandsmannſchafterlied. Melodie: Ich bin ein Preuße.(Gantter) 1. Bin Landsmannſchafter, ſtolz auf meine Farben, wer kennt es nicht, das——— Bandà heil allen Brüdern, welche ſich's erwarben, mit Kchtung wird von jedem es genannt. l: Drum darf ich fröhlich ſingen und weithin ſoll's erklingen, heb' ich den Becher, geht es zur Menſur, führt mich die Cands⸗ mannſchaft auf rechter Spur.:] 2. Dem Freunde ſchlägt mein Herz zu jeder Stunde und trennen kann uns keine Macht der Welt. Getreulich dienen wir dem ſchönen Bunde, dem wir als Burſchen freudig uns geſellt. J: Drum darf ich fröhlich ſingen uſw.— 3. Der Ehre Schild weiß blank ich zu bewahren, es blitzt der Schläger in der ſtarken hand. So tret' ich kühn entgegen den Gefahren, bereit zur Wehr für Bund und Vaterland. l: Drum darf ich fröhlich ſingen uſw..:] 4. Lang' ſchlinge um die deutſchen Landsmannſchaften ſein mächtig Band der Coburger L. C. Dann fürcht' ich nicht, daß jemals wir erſchlaffen, daß unſer Bund im Sturm der Zeit vergeh![: Drum darf ich fröhlich ſingen uſw.] 6. Hoch Coburg. 1. Es liegt in deutſchen Landen, in lieblich grüner Hu, von Buſch und Baum umſtanden, der Coburg alter Bau. Es halten vielgeſtaltig ringsum die Berge wacht, in Gründen traumverloren manch ſchmuckes Dörfchen lacht. 2. Die Welt hab ich durchmeſſen, der Alpen Schnee geſchaut, auf ſchroffen Sels geſeſſen, wo tief der Kbgrung graut, das Herz iſt aufgegangen vor ew'ger Schönheit Bild, doch nichts was mir erſetzet mein Coburgs grün Gefild. 3. Gar manchen Freund gefunden an fremden Ort ich hab, vergeudet manche Stunde der Luſt an Lieb' und Lab', doch immer die Gedanken ſich wenden heimabwärts, in Coburgs trautem Kreiſe, nur iſt mein ganzes Herz. Gießener Lieder. 7. Pob Gießens.(. H. Lerch) 1. Ein altes Städtchen lieget traut im grünen heſſenland auf Roſt und Pfählen aufgebaut an Lahn und Wieſeckſtrand. Hier ſchenkt des Wiſſens köſtlich Raß Profeſſor und Dekan und mancher Spunden ſpringt vom Saß zu Gießen an der Lahn. 2. Wer nie von Gleibergs Mauerkranz erſchaut das weite Land, vom Staufenberg im Sonnenbrand des Sluſſes Silber⸗ band, wem holder Maitrank nie gelacht von Schiffenbergs Kltan der kennt nicht deiner Gegend Pracht mein Gießen an der Lahn. 3. Und abends bei der Pulvermühl ſtill zieht die Lahn einher, dann rud're ich auf leichtem Kiel Sluß auf, mein Lieb zum Wehr. Die letzte Sonne färbt die Slut, im Schilfe ruht der Kahn, wie ſchmeckt ein heimlich Küßchen gut zu Gießen an der Lahn. 4. Der Gieß'ner Burſch von echtem Schrot, kein fader Mode⸗ keck, dient ſeiner Farb violett⸗weiß⸗rot ein Studio friſch und keck. Manch einer ſchon hats ausprobiert denkt all ſein Lebtag dran, was man für ſcharfe Klingen führt zu Gießen an der Lahn. 5. So leb' dein Bild, o Muſenſtadt, in unſerm hHerzen fort, als freien Wiſſens freie Stadt und frohen Treibens hort. Drum wer zu Gießen Burſch geweſt, der ſtoße mit mir an, es leb' das alte feuchte Neſt mein Gießen an der Lahn. 8. Mein Gießen. 1. Gießen, deine Muſenſöhne ſingen dir ein Jubellied! daß es uns die Zukunft ſchöne, bleibt dein Bild uns im Gemüt. Sünden die wir nie bereuten, trauen uns dir ewig an, Gießen, Stadt der Jugendfreuden,ſchönes Gießen anider Lahn. 2. Deine Rneipen, deine häuſer ſind das heim der Poeſie, und zum Salamanderreiben fehlts an Stammquatieren nie. Fragt ihr mich nach alten Gaſſen? Geht nur hin und ſeht euch um! Selbſt die allerneuſten Straßen ſchienen mir bisweilen krumm. 3. Zu des Gleibergs ſatter Grüne lockte uns der Maientag und des Staufenbergs Ruine ſah manch frohes Sechgelag. Wo der Mönch ſtatt vor dem Liebchen vor dem Kreuz ſich einſt verbeugt, Schiffenberg dein Söllerſtübchen, fand ich manchmal gar zu feucht. 4. Selbſt die Lahn, des Rheines Schweſter, iſt umhaucht vom Burſchengeiſt, nimmer dulden wir Geläſter, wenn uns wer den Reckar preiſt. Durch das Wehr der alten Mühle, zog der Fuchs den Kahn hindurch und im Bowlenvorgefühle rudert er zur Badenburg. 5. Deine Mädchen ſchönes Gießen, ſcheinen zwar von außen kalt, doch ein andres Lied von dieſen rauſcht der Philoſophen⸗ wald. Selig in des Klubſaals Tiefen, ſchwang der Fuchs ſein Mädel rum, ſelbſt die alten Inaktiven wälzten ſich im Saal herum. 6. Hich, wie muß das Blatt ſich wenden, wo Herr Goethe ſcheltend ſpricht: Dieſe Gießener Studenten raufen, doch ſtudieren nicht. Säh er heut Student und Spicßer, nimmer wahrlich ſpräch er hohn, und ein echter rechter Gieß'ner liebt den flotten Muſenſohn! 7. Hlſo dichtet ein Philiſter, nimmt ſein buntbewirktes Band, Praxis, Weib und Kind vergißt er, fährt hinauf ins Heſſenland, ſetzt ſich nieder zu den Jungen, ſtimmt den Jubel— kantus an, und im Jubel iſt's verklungen:„heil dir, Gießen an der Lahn.“ 5. Alles ſchweige. Volksweiſe. 1. Alles ſchweige! Jeder neige ernſten Tönen nun ſein Ohr! hört ich ſing das Lied der Lieder! hört es meine deutſchen Brüder! hall' es, hall' es wieder, froher Chor! 6 ☛‿——— — in 8 2. Deutſchlands Söhne, laut ertöne eure Vaterlandsgeſang! Paterland, du Land des Ruhmes, weih zu deines heiligtumes Hütern uns und unſer Schwert! 3. Hab' und Leben dir zu geben, ſind wir alleſamt bereit, — ſterben gern zu jeder Stunde, achten nicht der Todeswunde, wenn's das Vaterland gebeut. 4. Wer's nicht fühlet, ſelbſt nicht zielet ſtets nach deutſcher Männer Wert, ſoll nicht unſern Bund entehren, nicht bei dieſem Schläger ſchwören, nicht entweih'n das deutſche Schwert. 5. Lied der Lieder, hall' es wieder: groß und deutſch ſei unſer Mut! Seht hier den geweihten Degen, tut, wie brave Burſchen pflegen, und durchbohrt den freien hut! 6. Seht in blinken in der Linken, dieſen Schläger, nie entweiht! Ich durchbohr den hut und ſchwöre: halten will ich ſtets auf Ehre, ſtets ein braver Burſche ſein. Alle: Du durchbohrſt den hut und ſchwörſt: 7. Nimm den Becher, wackrer Zecher, vaterländſchen Trankes voll!— Nimm den Schläger in die Linke, bohr' ihn durch den hut und trinke auf des Daterlandes Wohl. 8. Komm, du blanker Weihedegen, freier Männer freie Wehr! Bringt ihn feſtlich mir entgegen von durchbohrten Hüten ſchwer. Laßt uns feſtlich ihn entlaſten; jeder Scheitel ſei bedeckt! Und dann laßt ihn unbefleckt bis zur nächſten Feier raſten! 9. HUuf, ihr Feſtgenoſſen, achtet unſ're Sitte heilig ſchön! Ganz mit herz und Seele trachtet, ſtets als Männer zu beſtehn. — Froh zum Leſt, ihr trauten Brüder, jeder ſei der Däter wert! Reiner taſte je ans Schwert, der nicht edel iſt und bieder! 10. So nimm ihn hin, dein hHaupt will ich bedecken und drauf den Schläger ſtrecken: es leb' auch dieſer Bruder hoch! Ein hundsfott, wer ihn ſchimpfen ſoll! Solange wir ihn kennen, woll'n wir ihn Bruder nennen, es leb auch dieſer Bruder hoch! 11. Ruhe von der Burſchenfeier, blanker Weihedegen, nun! Jeder trachte, wackrer Freier um das Daterland zu ſein! Jedem heil, der ſich bemühte, ganz zu ſein der Däter wert; keiner taſte je ans Schwert, der nicht deutſch iſt von Geblüte. 7 Jo. Als ich ſchlummernd lag. Eigene Weiſe. 1. Kls ich ſchlummernd lag heut Nacht, lockten ſüße CTräume, ſchimmernd in der Jugend pracht, mich in ferne Räume. Kraſſes Süchslein ſaß ich ſchlank in der Rneipe wieder, und in vollem Chore klang laut das Lieder der Lieder: Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus! post jucundam juvendutem, post molestam senectutem nos habebit humus, nos habebit humus. 2. Tabakswolkenduft umkreiſt, bläulich, Rheinweinbecher; deſto heller flammt der Geiſt in dem Haupt der Zecher. Füchslein fühlt im Weltenrund ſich der Schöpfung Krone; und er ſingt mit keckem Mund und mit keckem Tone: Ubi sunt, qui ante nos in mundo fauere? Vadite ad superos, transite ad inferos, ubi jam feuere. 3. Jäh erwacht ich. Glockenklar tönt mir's in den Ohren: heut ſind's runde ſiebzig Jahr, ſeit du warſt geboren. heut ſchon liegen hinter dir der Semeſter hundert!— Hell rieb ich die Kugen mir, ſummte ſtill verwundert: Vita nostra brevis est, brevi finietur, venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur. 4. Schnell vom Lager ſprang ich auf, rief: Mir hat das Leben viel in ſeinem kurzen Lauf, Leid und Luſt gegeben. Sei vergeſſen was gedrückt mich mit Sorg und Plage; heut ein hoch dem, was beglückt meine jungen Tage: Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore! 5. Goldne Burſchenzeit entflog ſchnell— daß Gott erbarme! — Ledern Philiſterium zog mich in dürre Arme. Doch philiſtern lernt ich nicht, hoch, auf goldnen Schwingen trug mich lieb zum himmelslicht, jubelnd durft ich ſingen: Vivant omnes virgines, graciles, formosae! vivant et mulieres, tenerae, amabiles, bonae, laboriosae! 8 6. Weib und Kinder an der hand, freut ich mich des Lebens; nützlich ſein dem Vaterland, war das Ziel des Strebens. Konnte ſich's zum Paradies, auch nicht ganz geſtalten, Treue, die ich ihm erwies, hat's mir doch ge⸗ halten. Vivat et respublica et qui illam regit! Vivat nostra civitas, maecenatum caritas, quae nos hic qrotegit. 7. Im latein'ſchen Liede ſang, heut ich alter Unabe, meines Lebens ganzen Gang, von der Wieg' zum Grabe; komme, wann du willſt, Freund hein, mich zur Ruh zu bringen; doch wie einſt als Süchſelein, will der Greis noch ſingen: Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabolus, quivis antiburschius, atque irrisores! Adolf Katſch. 11. O goldne Rkademia. Weiſe von Otto Lob. 1806. 1. Hls noch Arkadiens goldne Tage mich jungen Burſchen angelacht, wie hab ich da im ſüßen Taumel die frohen Stunden hingebracht; leicht war mein herz und leicht mein Wechſel, die gar zu bald davon gerauſcht! Und doch hätt' ich mit keinem Sürſten in jener Seligkeit getauſcht; war ſelbſt ein Fürſt der Freude ja, o goldene Ukademia! War ſelbſt ein Fürſt der Freude ja, o goldeue Akademia! 2. Zwar tät mein Vater häufig ſchreiben: Mein Sohn, geh ins Kollegium; doch oftmals wider meinen Willen bracht mich der Zufall neckiſch drum; bald galt's ein Fäßchen anzuſtechen, bald lag ich draußen auf Menſur! Die Luſt am Zechen und am Paußen liegt in des Burſchen Froh⸗ natur! ſ: Wer ſchilt das kraſſe Süchslein da? O goldne Akademia! 3. Ging ich entlang die engen Gaſſen, aufs haupt das Cerevis gedrückt, hei, wie die ſchmucken Mädchen lachten, wenn freundlich ich emporgenickt; denn Weibern war ich wohlgewogen, als ſtets verliebter Muſenſohn, gern hätt ich aller Herz beſeſſen, doch eines war mein eigen ſchon, des ſchönſten Mädchens, das ich ſah, o goldne Hkademia! 9 4.(ich, pfeilſchnell flogen die Semeſter, ein altes Haus nennt man mich heut, nun hat auch mir auf meine Locken der Winter ſeinen Reif geſtreut; doch nimmer will ich dich vergeſſen, der holden Freiheit Paradies, die ſchönſte Zeit in meinem Leben, da ich noch ſtotter Burſche hieß; ſtets bleib ich dir im Geiſte nah, o goldne Akademia! 12. Donau⸗Strudel. Banriſche Volksweiſe. 1. Als wir jüngſt in Regensburg waren, ſind wir über den Strudel gefahren. Da warn viele holden, die mit— fahren wollten. ſ: Schwäbiſche, bayriſche Dirndel, juchhe! muß der Schiffsmann fahren. 2. Und ein Mädel von zwölf Jahren iſt mit über den Strudel gefahren; weil ſie noch nicht lieben kunnt, fuhr ſie ſicher über Strudels Grund. l: Schwäbiſche, bayriſche Dirndel, juche! muß der Schiffsmann fahren. 2 3. Und vom hohen Bergesſchloſſe kam auf ſtolzem ſchwarzen Roſſe adlig Fräulein Kunigund, wollt mit fahrn über Strudels Grund. Schwäbiſche uſw. 4.„Schiffsmann, lieber Schiffsmann mein, ſollt's denn ſo gefährlich ſein? Schiffsmann, ſag's mir ehrlich, iſt's denn ſo gefährlich?“ Schwäbiſche uſw. 5.„„ Wem der Myrtenkranz geblieben, landet froh und ſicher drüben; wer ihn hat verloren, iſt dem Tod erkoren.“ Schwäbiſche uſw. 6. Als ſie auf die Mitt gekommen, kam ein großer Nix geſchwommen, nahm das Fräulein Kunigund, fuhr mit ihr in des Strudels Grund. Schwäbiſche uſw. 13. Alt⸗Heidelberg, du feine. Eigene Weiſe. 1. Alt⸗heidelberg du feine, du Stadt an Ehren reich, am Reckar und am Rheine kein' andre kommt dir gleich. Stadt fröhlicher Geſellen, an Weisheit ſchwer und Wein, klar ziehn des Stromes Wellen, l: Blauäuglein blitzen drein.:] 10 9 e 2. Und kommt aus lindem Süden der Frühling übers Land, ſo webt er dir aus Blüten ein ſchimmernd Braut⸗ gewand. Auch mir ſtehſt du geſchrieben ins Herz gleich einer Braut, es klingt wie junges Lieben l: dein Name mir ſo traut.:] 3. Und ſtechen mich die Dornen und wird mir's drauß zu kahl, geb' ich dem Roß die Spornen l: und reit' ins Reckartal.:] J. v. Scheffel. 14. Angezapft, angezapft. Eigene Weiſe. 1. l: Angezapft, angezapft, Rheinwein oder Bier aus Flandern.]3 Ob der durſtgequälten Uehle ſitzt ermattend ſchon die Seele, ſ: um verzweifelnd auszuwandern.: Freilich iſt's noch früh am Tage, aber glaubt nur, was ich ſage, trinken ſchmeckt zu jeder Stund': l: Auf zum Spund:] 2. ſ: Eingeſchenkt, eingeſchenkt, füll' die Gläſer, ſchmucke Dirne.:—] Eins für mich, für dich das andere, bis ich fröhlich weiter wandre, ſ: bleib auch heiter deine Stirne,:] die mich liebt, die lieb ich wieder, in der Schleppe, wie im Mieder, was man auch darüber denkt: l: Eingeſchenkt. 3. l: Kusgeleert, ausgeleert, alle Secher, wie ich meine, J kommen in den himmel ſchneller, denn im Mond gibt's kühle Keller ſ: für der Sonne Feuerweine.: Und auf all den vielen Sternen gibt es ſicherlich Tabernen, wenn man in den himmel fährt:[: Kusgeleert.:] 15. Rus feuer ward der Geiſt geſchaffen. Weiſe von E. M. Arndt. 1817. 1. Aus Seuer ward der Geiſt geſchaffen, drum ſchenkt mir ſüßes Feuer ein! Die Luſt der Lieder und der Waffen, die Luſt der Liebe ſchenkt mir ein, der Trauben ſüßes Sonnenblut, das Wunder glaubt und Wunder tut! 2. Was ſoll ich mit dem Zeuge machen, dem Waſſer ohne Saft und Kraft, gemacht für Kröten, Fröſche, Drachen und für die ganze Würmerſchaft? l: Sür Menſchen muß es friſcher ſein: drum bringet Wein und ſchenket ein! 3J 11 3. O Wonneſaft der edlen Reben! O Gegengift für jede pein! Wie matt und wäſſ'rig iſt das Leben, wie ohne Stern und Sonnenſchein, wenn du, der einzig leuchten kann, nicht zündeſt deine Lichter an! 4. Es wäre Glauben, Liebe, hoffen und alle Herzens— herrlichkeit im naſſen Jammer längſt erſoffen und alles Leben hieße Leid, wärſt du nicht in der Waſſernot des Mutes Sporn, der Sorge Tod. 5. Drum dreimal Ruf und Klang gegeben! Ihr frohen Brüder, ſtoßet an:„Dem friſchen, kühnen Wind im Leben, der Schiff und Segel treiben kann!“ Ruft Wein, klingt Wein und aber Wein! und trinket aus und ſchenket ein! 6. Hus Feuer ward der Geiſt geſchaffen, drum ſchenkt wir ſüßes Feuer ein! Die Luſt der Lieder und der Waffen, die Luſt der Liebe ſchenkt mir ein, der Trauben ſüßes Sonnenblut, das Wunder glaubt und Wunder tut! 16. Bierlein, rinn! Weiſe von Otto Lob. 1806. 1. Beim Roſenwirt am Grabentor des abends um halb ſechs, den hammer ſchwingt der Wirt empor und ſchlägt den Zapfen ex! Das ſchlurrt und glurrt aus feuchter Nacht vom Spundloch in die Kann', ei ſeht, wie's Antlitz jedem lacht, jedwedem Zechersmann: Bierlein, rinn! Bierlein, rinn! Bierlein, rinn! Bierlein, rinn! Was nutzen mir die Kreuzer⸗ lein, wenn ich geſtorben bin! 2. Beim Roſenwirt im Stübel drin, da ſitzt ein junges Blut, die ſchmucke ſchlanke Kellnerin war ihm noch geſtern gut. Doch heute iſt ſie durchgebrannt, fahr wohl, ou falſche hex! Der Burſch kehrt ſein Geſicht zur Wand und ſummt um halber ſechs: Bierlein, rinn! Bierlein, rinn uſw. 3. Beim Roſenwirt am Eichentiſch, da thront ein braver Greis, die Wangen rot, die Kugen friſch, die Haare ſilber⸗ weiß! Schlug ihm gleich manchen großen plan das Schickſal ſchnöd entzwei— um halber ſechs ſchlägt auch wer an, der Alte brummt dabei:„Bierlein rinn uſw.“ 12 ——— 4. Beim Roſenwirt am Grabentor, da blüht ein fein Gewächs, das heben wir im Glas empor ſchon abends um halb ſechs. Wir heben es gar emſig hoch, wir leeren's auf den Grund— um Ritternacht da klingt es noch, ſchallt's noch von Mund zu Mund:„Bierlein, rinn uſw.“ 5. Und ſchlägt mir einſt der Senſemann den Nagel auf die Truh, raſt ich von harter Lebensbahn in kühler Grabesruh, dann ſchwingt bekränzt den Becher mir, dem müden Wandersmann, der euch gelehrt den Spruch zum Bier, und hebet alſo an:„Bierlein, rinn uſw.“ 17. Heim. Weiſe von B. Seiffert. 1895. 1. Bin durch die Alpen gezogen, wo die Lawine rollt, ſah, wie in Meereswogen tauchte der Sonne Gold. Aber freudig ich tauſchte Alpen und Meeresſtrand für das tannen⸗ durchrauſchte nordiſche heimatland, für das tanendurch⸗ rauſchte nordiſche Heimatland! 2. Schlöſſer ſah ich und Türme ſchimmernd und marmor⸗ weiß; dunkeler Pinien Schirme wiegten im Wind ſich leis, aber ſchöner und beſſer— lacht mich immerhin aus— li als die Marmorſchlöſſer dünkt mich mein Vaterhaus. 3. Mädlein durfte ich koſen, ſchlank und liliengleich, Frauen wie volle Roſen, üppig und anmutreich; Lilien aber und Roſen werden von der beſiegt, die mich als Rnaben mit Koſen in den Schlaf gewiegt. 18. Bin ein fahrender Beſell⸗ Weiſe von Ludwig Keller. 1894. 1. Bin ein fahrender Geſell, kenne keine Sorgen; labt mich heut der Felſenquell, tut es Rheinwein morgen. Bin ein Ritter lobeſam, reit auf Schuſters Rappen, führ den lockren Zeiſighahn und den Spruch im Wappen: Luſtig Blut und leichter Sinn, hin iſt hin, hin iſt hin, Amen, Umen. 13 2. Zieh ich in ein Städtchen ein, ſpür ich's im Gehirne, wo man trifft den beſten Wein und die ſchönſte Dirne. Spielmann lächelt wohlgemut, ſtreicht die Fiedel ſchneller, und ich werf ihm in den hut meinen letzten Heller. Luſtig Blut uſw. 3. Meiſter Wirt, darfſt heut nicht ruhn, ſchlag heraus den Fapfen! Back, Frau Wirtin, mir ein huhn und zum Nach— tiſch Krapfen! Was ich heut nicht zahlen kann, zahlen will ich's künftig, darum ſchreib's mit Kreide an, Wirt, und denk vernüftig! Luſtig Blut uſw. 4. Wein' dir nicht die Kuglein trüb, Mägdelein, vor CTrauer! Fahrender Geſellenlieb iſt von kurzer Dauer. Fahrender Geſellen Lieb endet vor den Coren, wein dir nicht die Kuglein trüb; haſt nicht viel verloren. Luſtig Blut nſw. 5. Kommt ein Stern mit einem Schwanz, will die Welt zertrümmern, leiert euren Roſenkranz, mich ſoll's wenig kümmern. Wird dem Weltenbrand zum Raub Berg und Wald und heide, wird das Wirtshaus auch zu Staub, ſchwarzes Brett und Kreide. Luſtig Blut uſw. Rud Baumbach. 15. Burſchen heraus, Eigene Weiſe. 1. Burſchen, heraus! Laſſet es ſchallen von haus zu haus! Wenn der Lerche Silberſchlag grüßt des Maien erſten Tag, dann heraus und fragt nicht viel, friſch mit Lied und Lautenſpiel! Burſchen heraus! 2. Burſchen heraus! Laſſet es ſchallen von haus zu haus! Ruft mit hilf die poeſei gegen Zopf und Philiſterei, dann heraus bei Tag und Nacht, bis ſie wieder freigemacht! Burſchen heraus! 3. Burſchen, heraus! Laſſet es ſchallen von haus zu haus! Wenn es gilt fürs Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut'gem Sang, wär es auch zum letzten Gang! Burſchen, heraus! 14 —.——— hirne, Dirne neller, Luſtig s den Nach⸗ ahlen Wirt, vor aler. dir uſtig Welt denig und arzes 20. Der Graf von Rüdesheim. Weiſe von K. fHl. Michaelis. 1. Das war der Graf von Rüdesheim, mit Gütern reich beglückt, der hat des Winzers holder Maid zu tief ins Kug geblickt. Doch als er ihr die Lieb geſtand, lacht ſie ihm ins Geſicht; der Graf ritt tief gekränkt nach haus und mied des Tages Licht. Und er ſaß und vergaß in ſeiner Burg am Rhein ſeinen Schmerz, l: denn das herz tröſtet Rüdesheimer Wein.. 2. Wohl ſieben Jahre ſaß er ſo geſchieden von der Welt und gab für Rüdesheimer Wein hin all ſein Gut und Geld; wohl vierzig Güter gab er hin für edles Reben⸗ blut, und als das letzte Jahr verging, ging auch das letzte Gut. Alſo ſaß und vergaß er in der Burg am Khein ſeinen Schmerz, l: denn das herz tröſtet Rüdesheimer Wein. J 3. Doch als das letzte Gut vertan, ging es dem Grafen ſchlecht; ein anderer herr bezog das Schloß da ward der Graf ein Unecht. Die ganze Woche plagt er ſich im Wirts⸗ haus vor der Burg; was in der Woche er verdient, bracht er am Sonntag durch. Und dann ſaß und vergaß er im Rellerloch am Rhein ſeinen Schmerz uſw. 4. Und die euch dieſes Lied erdacht, die waren ſelber dort; zu Fuß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geſchick und härmte ſich gar ſehr; da hörte man vom edlen Graf die wunderſame Mär. Und man ſaß und vergaß vor ſeiner Burg am Rhein allen Schmerz uſw. 21. Das war der zwerg Perkeo⸗ Eigene Weiſe. 1. Das war der Zwerg Perkeo im heidelberger Schloß, an Wuchſe klein und winzig, an Durſte rieſengroß. Man ſchalt ihn einen Narren, er dachte:„Liebe Leut', wär't ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und geſcheut! wär't ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und geſcheut!“ 15 2. Und als das Faß, das große, mit Wein beſtellet war, da ward ſein künft'ger Standpunkt dem 3wergen völlig klar.„Fahr wohl,“ ſprach er,„o Welt, du Katzenjammer⸗ tal, was ſie auf dir hantieren, iſt Wurſt mir und egal! 3. Um lederne Ideen rauft man manch heißen Kampf, es iſt im Grund doch alles nur Rebel, Rauch und Dampf! Die Wahrheit liegt im Weine. Beim Weinſchlurf ſonder End' erklär ich alter Narre fortan mich permanent.“ 4. Perkeo ſtieg zum Ueller; er kam nicht mehr herfür und ſog bei fünfzehn Jahre am rheiniſchen Malvaſier. War's drunten auch ſtichdunkel, ihm ſtrahlte inneres Licht, und wankten auch die Beine, er trank und murrte nicht. 5. Als er zum Saß geſtiegen, ſtand's wohlgefüllt und ſchwer, doch als er kam zu ſterben, klang's ausgeſaugt und leer. Da ſprach er fromm:„Nun preiſet, ihr Leute, des herren Macht, die in mir ſchwachem Knirpſe ſo Starkes hat vollbracht: 6. Wie es dem kleinen David gegen Goliath einſt gelang, alſo ich arm Gezwerge den Rieſen Durſt bezwang. RNun ſingt ein de profundis, daß das Gewölb erdröhnt, daß Saß ſteht auf der Neige, ich falle ſieggekrönt.“ 7.(Ceiſe.) Perkeo ward begraben.— Um ſeine Keller⸗ gruft beim leeren Rieſenfaſſe weht heut noch feuchte Luft, (langſam anſchwellend) und wer als frommer pilger früh⸗ morgens ihr genaht: Weh ihm! Als Weinvertilger durch⸗ tobt er nachts die Stadt! Scheffel. 22. Denkſt du daran? Volksweiſe. 1. Denkſt du daran, Genoſſe froher Stunden, wo wir vereint die Muſenſtadt begrüßt; wir, die als Knaben innig ſchon verbunden, uns auch als Burſchen noch ſo treu geküßt? Denkſt du daran, wie dort im Dienſt der Muſen die höchſte Freude unſer herz durchrann; wie hoch für Edles ſchlug der Burſchen Buſen? O ſprich, Student, Student, denkſt du daran? Wie hoch für Edles ſchlug der Burſchen Buſen? O ſprich, Student, Student, denkſt du daran? 16 2. Denkſt du daran, welch luſtdurchglühtes Leben beim Ulang der Gläſer uns ſo oft gelacht; wie wir, dem Gott der Freude oft ergeben, dem Antiburſchen Pereat gebracht? Denkſt du daran, wie wir uns Götter dünkten beim Doll⸗ genuß der Burſchenſeligkeit, l: wenn beim Kommers die vollen Becher winkten, o ſprich, Student, denkſt du der ſchönen Seit?:] 3. Denkſt du daran, wie treu dem Burſchenſchwerte für Burſchenehre einſt du mächtig ſchlugſt, und ob dein Gegner ſich auch tapfer wehrte, den ſchweren Sieg davon doch endlich trugſt? Da ſtandeſt du als held, ſo kühn, ſo offen, wie es ſich ziemt für einen deutſchen Mann; daß damals mich dein Freundesblick getroffen, o wackrer Schläger, denkſt du noch daran? 4. Denkſt du daran, mein vielgeliebter Bruder, wie wir ſo froh die Burſchenzeit verlebt? Oft ging's uns gut, oft unter allem Cuder, vor Manichäern hab'n wir nie gebebt. Wenn uns der nervus rerum dann enteilte, der Jude kam, der vielgeliebte Mann, dem man alsdann die Klaſſiker verkeilte, o Freund und Bruder, denkſt du noch daran? 23. Der Gott der Eiſen wachſen ließ. Weiſe von H. Metfeſſel. 1818. 1. Der Gott, der Eiſen wachſen ließ, der wollte keine Unechte, drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in ſeine Rechte, drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede, daß er beſtände bis aufs Blut, bis in den Tod die Sehde! 2. So wollen wir was Gott gewollt, mit rechten Treuen halten, und nimmer im Tyrannenſold die Menſchenſchädel ſpalten; doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir zu Scherben, l: der ſoll im deutſchen Lande nicht mit deutſchen Männern erben. 1 3. O Deutſchland, heil'ges Daterland! o deutſche Lieb und Treue! Du hohes Land! du ſchönes Land! wir ſchwören dir aufs neue: Dem Buben und dem Knecht die Acht! der ſpeiſe Krähn und Raben! So ziehn wir aus zur hermanns⸗ ſchlacht und wollen Rache haben. 17 4. Laßt brauſen, was nur brauſen kann, in hellen lichten Flammen! Ihr Deutſche alle, Mann für Mann, fürs Vater⸗ land zuſammen! und hebt die herzen himmelan! und himmel⸗ an die hände! und rufet alle Mann für Mann:„Die Rnechtſchaft hat ein Ende!“ 5. Laßt klingen, was nur klingen kann, die Trommeln und die Flöten! Wir wollen heute Mann für Mann mit Blut das Eſen röten, mit Henkerblut, Franzoſenblut— o ſüßer Tag der Rache! Das klinget allen Deutſchen gut, das iſt die große Sache! 6. Laßt wehen, was nur wehen kann, Standarten wehn und Fahnen! Wir wollen heut uns Mann für Mann zum heldentode mahnen. Auf, fliege, ſtolzes Siegspanier, voran den kühnen Reihen! Wir ſiegen oder ſterben hier den ſüßen Cod der Freien. E. M. Arndt. 1812. 24. Der Mai iſt gekommen. J. W. Lepra. 1843. 1. Der Mai iſt gekommen, die Bäume ſchlagen aus. da bleibe, wer Luſt hat, mit Sorgen zu haus! Wie die Wolken dort wandern am himmliſchen Zelt, ſo ſteht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt. 2. Herr DVater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt'! Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht? Es gibt ſo manche Straße, da nimmer ich marſchiert, es gibt ſo manchen Wein, den ich nimmer noch probiert. 3. Friſch auf drum, friſch auf drum im hellen Sonnen⸗ ſtrahl wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal! Die Quellen erklingen, die Bäume rauſchen all', mein herz iſt wie'ne Lerche und ſtimmet ein mit Schall. 4. Und abends im Städtlein, da kehr' ich durſtig ein: „herr Wirt, mein herr Wirt, eine Kanne blanken Wein! Ergreife die Fiedel, du luſt'ger Spielmann, du! von meinem Schatz das Liedel, das ſing' ich dazu.“ 5. Und find, ich keine herberg', ſo lieg' ich zur Nacht wohl unter blauem himmel; die Sterne halten Wacht; im Winde die Linde, die rauſcht mich ein gemach, es küſſet in der Frühe das Morgenrot mich wach. 18 6. Q Wandern, o wandern, du freie Burſchenluſt! da wehet Gottes Odem ſo friſch in die Bruſt; da ſinget und jauchzet das herz zum himmelszelt: Wie biſt du doch ſo ſchön, o du weite, weite Welt! Emanuel Geibel. 1855. 25, Fahrender Schüler. Weiſe von W. Sommer. 1. Der Sang iſt verſchollen, der Wein iſt verraucht, ſtumm irr ich und träumend umher. Es taumeln die hHäuſer, vom Sturme umhaucht, es taumeln die Wellen ins Meer, es taumeln die hHäuſer, vom Sturme umhaucht, es taumeln die Wellen ins Meer. 2. Die Wolken ſie tanzen, manch Sternlein fällt, hat tief in den Wolken gezecht; ſ: ich ſteh wie ein Fels, wie die Angel der Welt, wie ein RKaiſer in Sreiheit und Recht.:] 3. Und die Straßen durchirr ich, die Plätze ſo ſchnell, ich klopfe von haus zu haus; bin ein fahrender Schüler, ein wüſter Geſell, wer ſchützt mich vor Wetter und Graus? 4. Ein Mägdlein winkt mir vom hohen Altan, hell flackert im Winde ihr haar. Ich ſchlag in die Saiten und ſchwing mich hinan, wie licht iſt ihr Kug und wie klar! 5. Und ſie küßt mich und drückt mich und lachft ſo hell; nie hab ich die Dirne geſchaut. Bin ein fahrender Schüler, ein wüſter Geſell, was lacht ſie und küßt mich ſo traut? 26. Das Lied der Deutſchen. Joſ. haydn. 1797. 1. Deutſchland, Deutſchland über alles, über alles in der Welt, wenn es ſtets zu Schutz und Trutze brüderlich zu⸗ ſammen hält, von der Maas bis an die Memel, von der Etſch bis an den Belt. l: Deutſchland, Deutſchland über alles, über alles in der Welt.:] 2. Deutſche Frauen, deutſche Treue, deutſcher Wein und deutſcher Sang ſollen in der Welt behalten ihren alten ſchönen Klang, uns zu edler Tat begeiſtern unſer ganzes Leben lang. ſ: Deutſche Frauen, deutſche Treue, deutſcher Wein und deutſcher Sang!:] 19 3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutſche Vaterland! Danach laßt uns alle ſtreben brüderlich mit herz und hand! Einigkeit und Recht und Freiheit ſind des Glückes Unterpfand. Blüh im Glanze deines Glückes, blühe, deutſches Daterland! Hoffmann von Fallersleben. 1841. 27. Drei Klünge. Weiſe von heinrich Seidel. 1. Drei Klänge ſind's, ſie tönen hold und rein, voll Harmonie durch unſer Burſchenleben, drei Klänge ſind's die uns wie goldner Wein zu frohem Schlag das freie herz erheben; ſie will ich preiſen noch mit grauem haar, bis mich der Tod ins Dunkel zieht hernieder: Der Schläger Rlang, der Gläſer Klang, den Klang der Lieder, ſie will ich preiſen nun und immerdar! 2. Des Schlägers Klang, er tönt ſo ſcharf und kühn, für Burſchenehre blitzet ſeine Klinge; beim Gläſerklang ſo froh die herzen glühn, trägt ſie empor des Weines Geiſter⸗ ſchwinge. Der Lieder Klang hebt ſich zum himmel auf, im Preis des Edlen, Guten, Hohen, Schönen; der Freiheit Lied, der Liebe Lied es ſoll ertönen mit goldenem Schall durch unſern Lebenslauf. 3. Drei Klänge ſind's von ganz beſond'rer Urt, ſie dünken uns die herrlichſten von allen, darum, ihr Brüder, laſſet frohgeſchart das Jubellied zu ihrem Ruhm erſchallen. Auf, nehmt das Glas mit goldnem Wein zur hand und ruft es laut nach alter deutſcher Weiſe: Das Schwert zum Schutz, das Glas zum Wohl, das Lied auf Preiſe fürs ſchöne große deutſche Vaterland! 28. Dolkslied. Eigene Weiſe. 1. Ein frohes herz voll' Lieb und Luſt, an Liedern reich und Sangesluſt, wie pocht es unterm dürren Flaus. l: Sing ſang, und kling klang, es zog ein Burſch hinaus.:] 20 nd's äger ſſter⸗ auf, iheit chall ſie der, llen. und zum fürs dern laus. 18.] 2. Ihr alten Gaſſen grad' und krumm, ich zieh' nicht mehr in Euch herum, nicht tönt mein Lied in Saus und Braus. Sing ſang uſw. 3. Und wo ein herz voll Liebe heiß, ich es gar bald zu finden weiß, mein herz iſt weit, ein offnes haus. Sing ſang uſw. 4. Feinsliebchen, ſcheide ich von hier, dies letzte Liedchen ſing, ich dir, leb' wohl und denk' im ſtillen haus. Sing ſang uſw. 5. Und kommt der letzte Kugenblick, ich hab geliebt, es war mein Glück, doch jetzt iſt's aus,'s iſt alles aus. Sing ſang uſw. 6. Der letzte Gang, der letzte Schmiß, wie ſchmecken beide gar ſo ſüß, im letzte Gang die Klinge ſprang. Sing ſang uſw. 29. Fuchſentum. Singweiſe: Einſt ſpiel't ich. 1. Einſt lebt' ich ſo harmlos in Freiheit und Glück; gefüllt war der Beutel, ſtets heiter mein Blick; ich klirrte mit Sporen, ich ſchwang das Rapier; zu frohen Geſängen, wie ſchmeckte das Bier! Frohlockend ſtets ſchwärmt ich durch Fluren und hain. l: O ſelig, o ſelig, ein Fuchs noch zu ſein! 2. Jetzt hab ich Semeſter und heiß' altes haus; das war ja mein Sehnen, da ſtrebt ich hinaus! Kein Moos nun in Bänken, der Bären ſoviel, die brummen entſetzlich, nie werden ſie ſtill! Die Schätze der Weisheit ſind auch noch nicht mein.[: O ſelig, o ſelig, ein Fuchs noch zu ſein!:] 3. Und endet der Burſche und muß er nach haus, um— armen ihn Freunde noch einmal beim Schmaus. Don manchen vergeſſen, der nahe ihm ſtand, verläßt er der Freiheit geheiligtes Land: er wird ein Philiſter und ſteht ſo allein; o ſelig, o ſelig, ein Fuchs noch zu ſein! 21 30. Das Lied vom Rhein. Weiſe von hans Georg Nägeli. 1. Es klingt ein heller Klang, ein ſchönes deutſches Wortin jedem hochgeſang der deutſchen Männer fort: Ein alter König, hochgeboren, dem jedes deutſche herz geſchworen; wie oft ſein Name wiederkehrt, man hat ihn nie genug gehört. 2. Das iſt der heilge Rhein, ein herrſcher reich begabt, des Name ſchon wie Wein die treue Seele labt. Es regen ſich in aller herzen viel vaterländſche Luſt und Schmerzen, wenn man das deutſche Lied beginnt vom Rhein, dem hohen Selſenkind. 3. Sie hatten ihm geraubt der alten Würden Glanz, von ſeinem Königshaupt den grünen Rebenkranz. In Feſſeln lag der held geſchlagen; ſein Zürnen und ſein ſtolzes Klagen, wir haben's manche Nacht belauſcht, von Geiſter⸗ ſchauern her umrauſcht. 4. Was ſang der alte held? Ein furchtbar dräuend Lied:„O weh dir, ſchnöde Welt, wo keine Freiheit blüht, von Treuen los und bar von Ehren; und willſt du nimmer wiederkehren, mein, ach! geſtorbenes Geſchlecht, und mein gebrochnes deutſches Recht? 5.„O meine hohe Zeit! mein goldner Lenzestag! als noch in herrlichkeit mein Deutſchland vor mir lag, und auf und ab am Ufer wallten die ſtolzen adligen Geſtalten, die helden weit und breit geehrt durch ihre Tugend und ihr Schwert! 6.„Es war ein frommes Blut in ferner KRieſenzeit, voll kühnem Leunenmut und mild als eine Maid. Man ſingt es noch in ſpäten Tagen, wie den erſchlug der arge hagen. Was ihn zu ſolcher Tat gelenkt, in meinem Bette liegt's verſenkt. 7.„Du Sünder, wüte fort! Bald iſt dein Becher voll; der Nibelungen hort erſteht wohl, wann er ſoll. Es wird in dir die Seele grauſen, wann meine Schrecken dich umbrauſen. Ich habe wohl und treu bewahrt den Schatz der alten Rraft und Art!“ 22 herzin ein te zahlte herz. utſches nalter voren, genug egabt, regen erzen, dem Glanz, Jeſſeln ſtolzes eiſter⸗ äuend blüht, immer mein j! als , und falten, d und t, voll ſingt jagen. liegt's voll; ird in auſen. alten 8. Erfüllt iſt jenes Wort: der König iſt nun frei, der Nibelungen hort erſteht und glänzet neu! Es ſind die alten deutſchen Ehren, die wieder ihren Schein bewähren: der Väter Sucht und Mut und Ruhm, das heil'ge deutſche Kaiſertum! 6. Wir huld'gen unſerm herrn, wir trinken ſeinen Wein; die Freiheit ſei der Stern, die Loſung ſei der Rhein! Wir wollen ihm aufs neue ſchwören; wir müſſen ihm, er uns gehören. Dom Felſen kommt er frei und hehr: er fließe frei in Gottes Meer! Max von Schenkendorf. 1814. 31. Es ſteht ein Wirtshaus um grünen Khein. Eigene Weiſe. 1. Es ſteht ein Wirtshaus am grünen Rhein, von Reben und Roſen umkränzt. Drin hat der Wirtin Töchterlein den perlenden Wein kredenzt. Der Trunh der Wirtin war gut, fürwahr, hell blinkte ſein goldener Schein! l: Doch feuriger war das Augenpaar vom lieblichen Töchterlein!:] 2. Ich trank ein Schmollis mit kräft'gem Sug dem Kinde ſo roſig und ſchön; als ich nach meiner Zeche frug, hab' ſtill ich ſie weinen ſeh'n. Und als ich weiter dann zog ins Land, von ſeligen Stunden beglückt, ſ: da hat mir des Mägdleins liebe hand mit Roſen den hut geſchmückt!:J 3.„Fahr wohl, Gott gebe dir gut Geleit, du friſcher, du fröhlicher Knab'!“ Die Roſen ſagen, wie allezeit ich herzinnig lieb dich hab'!“— Das war, ihr Burſchen, ein teurer Wein, mein teuerſter wohl, ohne Scherz! l: Ich zahlte nicht Gold, nicht Edelſtein, ich gab ihr mein junges hHerz.:] 32. Es zogen auf ſonnigen Wegen. Eigene Weiſe. 1. Es zogen auf ſonnigen Wegen drei lachende Mädchen vorbei, ſie ſchwenkten die Röcke verwegen und trällerten alle drei. Ti⸗rallala— uſw. 2. Sie ſchwenkten ſoldatiſch die Beine und zogen ſo ſtolz durch den hain; ich ward mir ſchlüſſig für keine, drum nahm ich ſie alle drei. Ti⸗rallala.— uſw. 23 3. Doch, ach, eine jede wollt haben, daß ich ihr alleiniger ſei; ein Drittel vom ganzen Unaben, das wär nichts für drei drei. Ti⸗rallala— uſw. 4. Du Schwarze, du Blonde, du Braune, vergib und vergiß und verzeih; wollt keiner verderben die Laune, drum küßt ich ſie alle drei. Ti⸗rallala— uſw. 33. Aura academica. Weiſe von Otto Lob. 1892. 1. Freunde, trinkt in vollen Zügen muſenſtädtſchen Gerſtenſaft, allen Ganzen zu genügen, wächſt uns wieder Rieſenkraft. Nimmer weichen wir im Streite, ſtehet uns als Helfer da leicht beſchwinkte, kampfbereite Aura academica, leicht beſchwinkte kampfbereite Aura academica. 2. ll zerſtreut in deutſchen Landen waren wir zur Ferienzeit, jener ſtak in Bücherbanden, dieſer trat die Straßen breit. Laufkur, Luftkur, Bäder, Wäſſer, Sommer⸗ ſpritzen fern und nah l: ſtärkten wohl, doch ſtärket beſſer Aura academica.:] 3. Aura iſt kein Moſchusdüftchen, wie's der Schwung im Sacktuch trägt; iſt kein ſäuſelnd Zephyrlüftchen, daß ſich koſend um dich legt. Aura iſt ein Wirbelweſen, frohſten Treibens anima, drin ſich Geiſt und Jugend drehen, Aura academica. 4. Luft und Licht, des Lebens Sonnen, wirft ſie keck durchs Drahtgeſtell auf den ſchwarzen Weisheitsbronnen, jüngſt am Brett den Wiſſensquell. Strömt der Boden Zauber⸗ ſäfte ſtehen Geiſter helfend da? Eine nur leiht Wunder— kräfte: Aura academica. 5. Der Philiſter läßt ſich tragen in der Muſenſtadt Bereich, und ein Zauber ſonder Sagen ſtrahlt von Mädchen liebebleich. Küßteſt du der Jungfrau Wangen, daß ein Wandel hier geſchah, daß ſie liebeglühend prangen, Aura academica. 24 leiniger its für ib und e, drum idtſchen wieder uns als lemica, vir zur rat die ommer⸗ t beſſer chwung en, daß frohſten 1, Aura ſie keck ronnen, Fauber⸗ Dunder⸗ ſenſtadt Kädchen daß ein , Aura 6. Freunde, trinkt in vollen Zügen muſenſtädtſchen Gerſten⸗ ſaft, denn ein gottgeſandtes Fügen gibt uns heute Wunder⸗ kraft: Jugendfrohſinn, Wiſſensſtreben, ſchönſte Minne tritt uns nah, alles nur durch dich gegeben, Aura academica! Otto Ramp. 34. Friſch blickt auch ich als junger Burſch ins Leben. Singweiſe: Dort, wo der alte Khein. 1. Friſch blickt auch ich als junger Burſch ins Leben, keck hatt' ich mir geſteckt das höchſte Ziel, kein Mädchen⸗ herz konnt' lang' mir widerſtreben, und doch war's eine nur, die mir gefiel. l: Da war ich jung:] ſo recht von Herzen froh, ein übermüt'ger Studio. 2. Ein Turner, kraftgeſtählt, noch klar die Kugen, noch ungetrübt vom Bücherſtaub und hell, ſtudierte, was mir grade ſchien zu taugen, den Freunden war ich ein gut Zechgeſell. Noch war ich jung, ſo recht von herzen froh, ein übermüt'ger Studio. 3. Jüngſt trieb es mächtig mich, nach haus zu wandern, die Sehnſucht eilt voraus dem flücht'gen Fuß: ich ſah mein Lieb am Arme eines andern, ſie wandte ſcheu ſich ab bei meinem Gruß. Das ſchnitt ins Herz, trüb wurde mir's und ſchwer, war nicht der frohe Studio mehr. 4. Sah, daß ſo viel Semeſter ſchon von dannen, und doch war mir's im Kopf noch wirr und kraus, jetzt gilt's den Sinn in ſcharfe Zucht zu ſpannen, da ſchlägt er manchmal um ſo toller aus. Der alte Bund, der Freunde Rund' ſich ſtark gelichtet hat, der Studio heißt: Herr Kandidat. 5. Hhab' ich mal ausgeſtreckt die ſteifen Glieder, hör' wieder Schläger dröhnen, hellen Sang, ſchau' ich dem Freund ins Aug', klingt alles wieder, was einſt ſo froh dem jungen Burſch erklang. Werd' wieder jung, ſtets will ich bleiben ſo, im hHerzen nur ein Studio. ¹ Hh. Wunderlich. 1881. 25 35, De brevitate vitae. 1. Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus; post iucun— dam iuventutem, post molestam senectutem ſ: nos habebit humus!] 2. Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere? Vadite ad superos, transite ad inferos, l: ubi iam fuere. 3. Vita nostra brevis est, brevi finietur, venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur. 4. Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore! 5. Vivant omnes virgines faciles, formosae, vivant et mulieres, tenerae, amabiles, bonae, laboriosae! 6. Vivat et respubilca et qui illam regit, vivat nostra civitas, maecenatum caritas, quae nos hic protegit! 7. Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabolus, quivis antiburschius, atque irrisores! 36. Ergo bibamus. Weiſe von M. Eberwein. 1813. 1. Hier ſind wir verſammelt zu löblichem Tun, drum Brüderchen, ergo bibamus! Die Gläſer ſie klingen, Ge⸗ ſpräche ſie ruhn; beherziget: ergo bibamus! Das heißt noch ein altes, ein tüchtiges Wort, es paſſet zum erſten und paſſet ſofort und ſchallet, ein Echo, vom feſtlichen Ort, l: ein herrliches: ergo bibamus 2. Mich ruft mein Geſchick von den Freunden hinweg: ihr Redlichen ergo bibamus! Ich ſcheide von hinnen mit leichtem Gepäck, drum doppeltes: ergo bibamus! Und was auch der Filz von dem Leibe ſich ſchmorgt, ſo bleibt für den heitren doch immer geſorgt, weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt;l: drum, Brüderchen: ergo bibamus! 3 3. Was ſollen wir ſagen zum heutigen Tag? ich dächte nur: ergo bibamus! Er iſt nun einmal von beſonderem Schlag, drum immer aufs neue: bibamus! Er führet die Freude durchs offene Tor, es glänzen die Wolken, es teilt ſich der Flor, da ſcheint uns ein Bildchen, ein göttliches, vor, wir klingen und ſingen: bibamus! öthe. 1810. 26 37. Ich hab mich ergeben⸗ Singweiſe: Wir hatten gebauet. 1. Ich hab' mich ergeben mit herz und mit hand l: dir, Land voll Lieb' und Leben, mein deutſches Vaterland!— 2. Mein herz iſt entglommen, dir treu zugewandt, du Land der Freien und Frommen, du herrlich Hermannsland! 3. Will halten und glauben an Gott fromm und frei; will, Daterland, dir bleiben auf ewig feſt und treu! 4. Ach Gott, tu' erheben mein jung herzensblut zu friſchem, freud'gem Leben, zu freiem, frommen Mut! 5. Laß Uraft mich erwerben in herz und in hand, zu leben und zu ſterben für's heil'ge Daterland! H. S. Maßmann. 1820. 38. Ich lobe mir das Burſchenleben. Weiſe von E. M. v. Weber. 1821. 1. Ich lobe mir das Burſchenleben, ein jeder lobt ſich ſeinen Stand; der Freiheit hab' ich mich ergeben, ſie bleibt mein letztes Unterpfand.(Chor.) Studenten ſind fidele Brüder, kein Unfall ſchlägt ſie ganz darnieder, nieder, darnieder. 2. Die hirſche, haſen und Studenten erleiden gleiches Ungemach, denn jenen jagen Jäger, Hunde, und dieſen die Philiſter nach. Studenten ſind uſw. 3. Brav Gelder muß der Vater ſchicken, wenn der herr Sohn ſtudieren ſoll, den Beutel mit Dukaten ſpicken; nur dann gerät das Söhnlein wohl. Studenten ſind uſw. 4. Die Mühlen können nichts erwerben, ſobald das Waſſer ſie nicht treibt; ſo muß denn auch der Burſch ver⸗ derben, wenn ihm der Wechſel außen bleibt. Studenten ſind uſw. 5. Und hat der Burſch kein Geld im Beutel, ſo pumpt er die Philiſter an und ſpricht: Es iſt doch alles eitel, vom Burſchen bis zum Bettelmann. Studenten ſind uſw. 27 6. Kch, wenn die lieben Eltern wüßten der herren Söhne große Not, wie ſie ſo flott verkeilen müßten, ſie weinten ſich die Keuglein rot. Indeſſen tun die herren Söhne ſich dann und wann gar trefflich bene. 7. Und hat der Burſch nun ausſtudieret, ſo reiſet er in Patriam, mit ſeinem hefte ausſtaffieret, und heißt ein grundgelehrter Mann. Studenten ſind uſw. 8. Und fällt der Burſche durchs Examen, ſo ſchert er ſich den Teufel drum; er reiſet doch in Gottes Namen keck in der ganzen Welt herum. Studenten ſind uſw. 9. Soll ich für Ehr' und Freiheit fechten, fürs Burſchen⸗ wohl den Schläger ziehn, gleich blinkt der Stahl in meiner Rechten, ein Freund wird mir zur Seite ſtehn. Studenten ſind uſw. 19. Sing', bet' und geh' auf rechten Wegen, und tu das Deine nur getreu; kommt Dir ein ſchönes Kind entgegen, laß es nicht ungeküßt vorbei! Studenten ſind uſw. 35. Rote Pippen und goldener Wein. Eigene Weiſe. 1. Im Arm ein friſches roſ'ges Kind, den Becher an dem Munde, ſo teink geſchwind, ſo ſchlürf geſchwind den Wonnekelch der Stunde! 3u bald vergeht der Sonnenſchein, zu bald die Locken greiſen. Rote Lippen und goldenen Wein wollen wir rühmen und preiſen! Rote Lippen und goldener Wein ſollen immer geprieſen ſein! Goldener Wein und roter Mund machen ein krankes Herz geſund! 2. Noch ſind wir jung, die Freude ſoll uns nicht umſonſt begrüßen. Die Gläſer voll, die Becher voll! Schenk ein den Wein, den ſüßen! Du ſchönes Kind, ſchenk ein, ſchenk ein und ſing uns luſt'ge Weiſen! Rote Lippen und goldnen Wein wollen wir rühmen und preiſen! Rote Lippen und goldner Wein ſollen immer geprieſen ſein! Goldner Wein und roter Mund machen ein krankes herz geſund! Emil Rittershaus. 28 öhne inten ſich er in ein t er keck chen⸗ einer enten das egen, r an den hein, denen und Wein nſonſt ein ſchenk ldnen nund Wein aus. 40, In jedem vollen Glaſe Wein. Weiſe von Otto Lob. 1896. 1. In jedem vollen Glaſe Wein, ſeh unten auf dem Grund, ich deine hellen Heugelein, ich deine hellen Keugelein und deinen ſüßen Mund, und deinen ſüßen Mund. 2. Da trink ich ſchnell und warte nicht und küſſe dich im Wein, ſ: aufs neu zu ſchaun dein Angeſicht, Jl ſchenk ſchnell ich wieder ein!—] 3. So füll und leer mein Gläschen ich und trinke immerzu. Rennt man mich nächſtens liederlich, die Schuld, mein Schatz, haſt du! Rudolf Hermanns. 41. Kein Tröpflein mehr im Becher. Singweiſe: Rein beſſer Leben iſt uſw. 1. Rein Tröpflein mehr im Becher, kein Geld im Säckel mehr, da wird mir armen Zecher das herze gar ſo ſchwer. Das Wandern macht mir Pein, weiß nicht, wo aus, noch ein; ins Kloſter möcht' ich gehen, da liegt ein kühler Wein, l: valleri, vallera, vallerallala.:] 2. Ich zieh' auf dürrem Wege, mein Rock iſt arg beſtaubt, weiß nicht, wohin ich lege in dieſer Nacht mein haupt. Mein' herberg' iſt die Welt, mein Dach das himmelszelt; das Bett, darauf ich ſchlafe, das iſt das breite Feld. 3. Ich geh' auf flinken Sohlen, doch ſchneller reit't das Glück; ich mag es nicht einholen, es läßt mich arg zurück. Romm' ich an einen Ort, ſo war es eben dort, da kommt der Wind geflogen, der pfeift mich aus ſofort. 3. Ich wollt', ich läg zur Stunde am heidelberger Saß, den offnen Mund am Spunde, und träumt', ich weiß nicht was. Und wollt' ein Dirnlein fein mir gar die Schenkin ſein: mir wär's, als ſchwämmen Roſen wohl auf dem klaren Wein. 5. Hch, wer den Weg doch wüßte in das Schlaraffenland! Mich dünket wohl, ich müßte dort finden Ehr' und Stand. Mein Mut iſt gar ſo ſchlecht, daß ich ihn tauſchen möcht'; und ſo's Dukaten ſchneite, das wär' mir eben recht! E. Geibel. 29 42. Trinklied⸗ Weiſe von H. Binzer. 1. Kommt, Brüder, trinket froh mit mir, ſeht, wie die Becher ſchäumen! Bei vollen Gläſern wollen wir ein Stündchen ſchön verträumen! Das Auge flammt, die Wange glüht, in kühnern Tönen rauſcht das Lied, ſchon wirkt der Götter⸗ wein! Schenkt ein! Schenkt ein! Schon wirkt der Götter— wein! Schenkt ein! 2. Doch was auch tief im herzen wacht, das will ich jetzt begrüßen. Dem Liebchen ſei dies Glas gebracht, der Einzigen, der Süßen. Das höchſte Glück für Menſchenbruſt, das iſt der Liebe Götterluſt, ſie trägt euch himmelan! Stoßt an! Stoßt an! Sie trägt euch himmelan! Stoßt an! 3. Ein Herz, in Kampf und Streit bewährt bei ſtrengem Schickſalswalten, ein freies herz iſt Goldes wert, das müßt ihr feſt erhalten. Vergänglich iſt des Cebens Glück, drum pflückt in jedem Augenblick euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus! Trinkt aus! Euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus! 4. Jetzt ſind die Gläſer alle leer; füllt ſie noch einmal wieder! Es wogt im herzen hoch und hehr,— ja, wir ſind alle Brüder, von einer Flamme angefacht,— dem deutſchen Volke ſei's gebracht, auf daß es glücklich ſei und frei, und frei! Auf daß es glücklich ſei und frei! Th. Körner. Um 1810. 43. Heiterer Lebenslauf. Eigene Weiſe. Vor 1823. 1. Mein Lebenslauf iſt Lieb und Luſt und lauter Lieder⸗ klang; ein frohes Lied aus heitrer Bruſt macht froh den Lebensgang. Man geht bergaus, man geht bergein, heut grad und morgen krumm; durch Sorgen wird's nicht anders ſein: was kümmr ich mich darum! ſ: heida! Juchhe! drum kümmr ich mich nichts drum!:] 30 2 gepr mane ochic Luſt küm 3. jung die Freu haſt, 4. zept regie ſein! 5. und Der der! 6. ſo u Der Reich alles die hen üht, ter⸗ ter⸗ Wich der uſt, an! an! gem ußt rum uuß! uuß! mal wir dem und Ä0. der⸗ den heut ders rum 2. Das Leben wird, der Traube gleich, gekeltert und gepreßt; ſo gibt es Moſt, wird freudenreich und feiert manches Seſt. Drum zag ich nicht, engt mir die Bruſt des Schickſals Unmut ein: bald braus ich auf in Lieb und Luſt und werde reiner Wein!: Heida! Juchhe! drum kümmr ich mich nichts drum.—. 3. Die Zeit iſt ſchlecht, mit Sorgen trägt ſich ſchon das junge Blut; doch wo ein herz voll Freude ſchlägt, da iſt die Feit noch gut. herein, herein, du lieber Gaſt, du, Sreude, komm zum Mahl, würz uns, was du beſcheret haſt, kredenze den Pokal! 4. Weg, Grillen, wie's in Sukunft geht, und wer den Septer führt! Das Glück auf einer Kugel ſteht und wunderbar regiert. Die Krone nehme Bacchus hin, nur der ſoll König ſein! Und Freude ſei die Königin, die Reſidenz am Rhein! 5. Beim großen SFaß zu heidelberg da ſitze der Senat und auf dem Schloß Johannisberg der hochwohlweiſe Rat! Der Herrn Miniſter Regiment ſoll beim Burgunderwein, der Kriegsrat und das Parlament ſoll beim Champagner ſein! 6. So ſind die Rollen ausgeteilt und alles wohl beſtellt; ſo wird die kranke Zeit geheilt und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heiße Glut, drum leb das neue Reich, ein Sechermut, ein wahrer Mut: Der Wein macht alles gleich. Kuguſt Mahlmann. 1808. 44. Wein her. Weiſe von Franz Abt. 1. Merkt auf, ich weiß ein neu Gedicht von einer hohen Schule, und wenn ſie liegt am Reckar nicht, ſo ſuchet ſie in Thule. Dort ſchwingt den Becher jung und alt, die Unaben, Männer, Greiſe, und tauſendſtimmig hallt und ſchallt die alte hehre Weiſe: Die Welt iſt rund und muß ſich drehn, was oben war, muß unten ſtehn. Wein her! Wein her! Wein her! Wein her! Wein her! 31 2.(Mit verſtellter Stimme.) Einſt ſprach der Rektor kummerſchwer:„Es will mich faſt bedünken, als ob die herrn Studenten mehr, als ihnen ziemet, trinken. Laßt's Eure Sorge ſein, Pedell, daß Maß die Jugend halte!“ Da eilte der Getreue ſchnell zur Schenke, wo es ſchallte: Die Welt iſt rund und muß ſich drehn, was oben war, muß unten ſtehn. Wein her! 3. Es rann das große Kusſtichfaß im Schank zum goldnen Cöwen: der Boden und der Tiſch war naß von edlem Blut der Reben. Der herr Pedell kam, ſah und trank erſt Neuen und dann Alten, bis ſchwer das haupt ihm niederſank und ſeine Lippen lallten: Die Welt iſt rund uſw. 4. Tags drauf der Rektor zürnend ſprach:„Auch Ihr zählt zu den Toren; jetzt geht und ruft in mein Gemach die herren Profeſſoren.“—„Ihr werten Herrn, nun ſteht mir bei, den uns vertrauten Seelen zu legen Suff und Völlerei und das verwünſchte Gröhlen: Die Welt iſt rund uſw. 5. Es ſaßen bis nach Mitternacht zuſammen die hHoch⸗ weiſen, und weil das Sprechen durſtig macht, ließ man den Becher kreiſen; und als der Herr Pedell ſein Ohr ge⸗ näh'rt der Cüre Spalte, fuhr er mit freud'gem Schreck empor, dieweil es drinnen ſchallte: Die Welt iſt rund uſw. 6. Es war den herrn am nächſten Tag im Kopfe etwas öde; von Schwelgerei und Zechgelag war weiter nicht die Rede. Studenten trinken und Senat ſeitdem in gleicher Weiſe, und himmelwärts ſchallt's früh und ſpat aus luſt'ger Zecher Kreiſe: Die Welt iſt rund uſw. Rudolf Baumbach. 45. Der Prager Muſikant. Weiſe von O. Wildner. 1895. 1. Mit der Sidel auf dem Rucken, mit dem Kappel in der hand ziehn wir Prager Muſikanten durch das weite Chriſtenland. Unſer Schutzpatron im hHimmel heißt der heil'ge Repomuk, ſteht mit ſeinem Sternenkränzel mitten auf der Prager Bruck. Als ich da hinausgewandert, hab' ich Reverenz gemacht, ein Gebet ihm aus dem Kopfe recht bedächtig hergeſagt. 3²2 2. Steht alſo in keinem Büchel, wie man's auf dem herzen hat: Wanderſchaft mit leerem Beutel und ein Schätzel in der Stadt! Wenn das Mädel ſingen könnte, wär's gezogen mit hinaus; doch es hat'ne heiſre Kehle, darum ließ ich es zu haus. Ei, da gab es naſſe Augen,'s war mir ſelbſt nicht einerlei, ſprach ich:'s iſt ja nicht für ewig, ſchönſtes Nannerl, laß mich frei! 3. Und ich ſchlüpft aus ihren Armen, aus der Kammer, aus dem hHaus, konnt nicht wieder rückwärts ſchauen, bis ich war zur Stadt hinaus. Da hab ich dies Lied geſungen, hab die Siedel zu geſpielt, bis ich in den Morgenlüften auf der Bruſt mich leicht gefühlt. Manches Vöglein hat's vernommen, flög nur eins an Liebchens Ohr, ſäng ihr, wenn ſie weinen wollte, dieſes friſche Liedl vor! 4. Wenn ich aus der Fremde komme, ſpiel ich auf aus anderm Ton, abends unter ihrem Fenſter, Schätzel, Schätzel, ſchläfft du ſchon? hoch geſchwenkt den vollen Beutel, das gibt eine Muſika!'s Fenſter klirrt, es rauſcht der Laden, heilige Cäcilia! All ihr Prager Muſikanten, auf, heraus mit Horn und Baß, ſpielt den ſchönſten Hochzeitsreigen, morgen leeren wir ein Saß! Wilh. Müller. 46. An den Rhein⸗ Weiſe von Jul. Marx. 1895. 1. Mit einer Mappe unterm Arm wollt ins Rolleg ich ziehn, doch ach, die Frühlingsſonne hell ſo gar verlockend ſchien, es ſprach der Wald, ein jeder Zweig:„Hinauf auf unſre Berge ſteig!“ Da war's um mich geſchehn, da wars um mich geſchehn. 2. Und wieder lenkt ich meinen Schritt zur Univerſität, da auf der Straße grad mein Aug ein Mägdelein erſpäht; das ſchaute mich hold lächelnd an, nur kurze Zeit ich mich beſann, l: da wars um mich geſchehn.: 3. Und wieder ſpürt ich Studienluſt trotz heißem Sonnen⸗ brand, die Kehle davon trocken ward, am Weg ein Wirts⸗ haus ſtand, drin hört ich luſt'gen Burſchenſang, drin tönte lauter Gläſerklang, da war's um mich geſchehn. 33 4. O Rhein mit deiner Frühlingsſonn', mit deinen Mägde⸗ lein, o Rhein mit deinen Rneipen all, mit deinem goldnen Wein, du Rhein läßt keinen Burſchen frei, zwingſt ſie, wie deine Lorelei, um alle iſt's geſchehn. LC. Behr. 47. Studentenliebe- Singweiſe: Wohlauf, die Luft— und Eigene Melodie! 1. Nun ſeht auf mich und hört mich an und reckt nur eure hälſe, ich ſing' euch jetzt ein neues Lied von meiner blonden Elſe. Ich küßt' in der Semeſter Lauf gar manche ſchöne Frauen, doch wie vom Rhein die Elſe tät ich nimmer eine ſchauen. 2. Lacht auch der Maienſonnenſchein, wie ſeid ihr voll der Wonnen!— NRun ſeht auf mich: Mirr lachen gleich zwei goldne Maienſonnen. Das ſind die Augen, groß und klar von meinem blonden Wunder; wenn ihre Glut ins hHerz mir ſtrahlt, gleich brennt der ganze Plunder. 3. Dergeſſen iſt die Münchnerin, das liebe Kind von Jene, von Gryps die friſche Pommernmaid, von Lyps die helle Lene. Hde, ade, hallenſerin, von Tübingen du Seine — Goldelſe iſt die Rönigin, das liebe Rind vom Rheine. 4. Scholierend zieh' ich durch das Reich und ſing' zu ihrem Preiſe in Stadt und Dorf und überall manch ſchöne neue Weiſe. Von ihres Köpfchens goldner Pracht trag' ich die ſchönſte Locke allzeit bei mir als Talisman gar wohl⸗ verwahrt im Rocke. 5. Steh' ich im Paukwichs auf Menſur und wirble Quart' und Terzen, dann trag ich unterm Leder noch die Locke auf dem herzen. huihi, dann fliegt mein Hieb heraus, als trieb' ihn ein Gewitter; mir iſt, als ſäh' die Elſe zu— nun regnet's Rnochenſplitter. 6. Und iſt mein' Burſchenzeit vorbei, und ſehnt es mich nach Ruhe, und wird es mir ums herz ſo weh, dann weiß ich, was ich tue: Statt daß ich bis zum jüngſten Tag ſo immer weiter wandre, bring' ich die Locke fein zurück und — hole mir das andre. Krthur Rehbein 34 48, jugend. Weiſe von Theodor Mohr. 1895. 1. Nur einmal bringt des Jahres Lauf uns Lenz und Lerchenlieder; nur einmal blüht die Roſe auf, und dann verwelkt ſie wieder, nur einmal gönnt uns das Geſchick, ſo jung zu ſein auf Erden: haſt du verſäumt den Kugen⸗ blick, jung wirſt du nie mehr werden, haſt du verſäumt den Augenblick, jung wirſt du nie mehr werden. 2. Drum laß von der gemachten pPein um nie ge⸗ fühlte Wunden! Der Augenblick iſt immer dein, doch raſch entfliehn die Stunden. Und wer als Greis im grauen haar vom Schmerz noch nicht geneſen, l: der iſt als Jüngling auch fürwahr nie jung und friſch geweſen.:) 3. Nur einmal blüht die Jugendzeit und iſt ſie bald entſchwunden; und wer nur lebt vergangnem Leid wird nimmermehr geſunden. Verjüngt ſich denn nicht auch Natur ſtets neu im Frühlingsweben? l: Sei jung und blühend einmal nur, doch das durch's ganze Leben!:JI Rich. v. Wilpert. 49. O alte Burſchenherrlichkeit. Eigene Weiſe. Vor 1843. 1. Oalte Burſchenherrlichkeit! wohin biſt du verſchwunden? Nie kehrſt du wieder, goldne Zeit, ſo froh und ungebunden! Vergebens ſpähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! 2. Den Burſchenhut bedeckt der Staub, es ſank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Roſtes Raub, erblichen iſt ſein Schimmer, verklungen der Kommersgeſang, verhallt Rapier⸗ und Sporenklang. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! 3. Wo ſind ſie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Spieß bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen? Sie zogen mit geſenktem Blick in das philiſterland zurück. O jerum etc. 35 4. Da ſchreibt mit finſterm Amtsgeſicht der eine Relationen, der andere ſeufzt beim Unterricht, und der macht Rezenſionen, der ſchilt die ſündge Seele aus und der flickt ihr verfallnes haus. O jerum etc. 5. Allein das rechte Burſchenherz kann nimmermehr erkalten; im Ernſte wird, wie hier im Scherz, der rechte Sinn ſtets walten; die alte Schale nur iſt fern, geblieben iſt uns doch der Kern, und den laßt feſt uns halten. O jerum etc. 6. Drum Freunde!l reichet euch die hand, damit es ſich erneue, der alten Freundſchaft heiliges Band, das alte Band der Treue. Klingt an und hebt die Gläſer hoch, die alten Burſchen leben noch, noch lebt die alte Treue. O jerum etc. Eug. höfling. 1825. 50, O—— du wunderſchönes Neſt! Singweiſe: O Straßburg. 1. O——, o—— du wunderſchönes Reſt! Darinnen ich vor Zeiten einmal Student geweſt. 2. Ein flotter, ein forſcher, ein wackrer Kamerad, der ſein Candesbruderleben gar ſehr genoſſen hat. 3. Der Vater, der Vater ſchrieb:„Söhnlein, komm nach Haus! Du wirſt mir ganz verwildert in dem Studentenbraus.“ 4. Du ſaufſt viel, du paukſt viel, du wirſt ein Lump am End''; du darfſt nicht länger bleiben zu——— Student.“ 5. Die Mutter, die Mutter nahm Seder und Papier: „Mein Sohn, leg ab die bunte Mütz' und komm nach haus zu mir!“ 6. Su hauſe, zu hauſe iſt ein Dachkämmerlein, da kannſt du fein ſtudieren aus Büchern groß und klein.“ 7. Und hab' ich ſtudieret wohl über Jahr und Tag, ſo ſteig' ich ins Examen im Schlot und ſchwarzen Frack. 8. Und hab' ich ſtudieret wohl über Tag und Jahr, dann führ' ich mein Seinsliebchen zum heiligen Traualtar. 36 9. Und meinen Sohn, den ält'ſten, den reit ich ſtets Comment, und nach dem lieben—— entſend ich ihn alsdann: 10.„Für Freundſchaft, für Ehre, fürs deutſche Daterland, ſteh' feſt wie einſt dein Dater zum——— Band!“ 11.„Die Freude, die Freude, ja ich erleb ſie noch, daß wir einſt beide rufen:——— lebe hoch!“ Max Vielau, Guilelmiae, Palacomarchiae, Gueſtphalige. 51. Filia hospitalis. Weiſe von Otto Lob. 1885. 1. O wonnevolle Jugendzeit mit Freuden ohne Ende, mit Minnefahrten weit und breit, wo ſich die Schönſte fände. Ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübſchen Weibe gut, und doch iſt nichts aequalis der filia hospitalis, und doch iſt nichts aequalis der filia hospitalis. 2. Ich kam als kraſſer Suchs hierher und ſpähte in den Gaſſen, wo mir ein Bett und Simmer wär, den langen Leib zu faſſen. Fand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch war mir die Bude recht, l: denn keine iſt aequalis der filia hospitalis. · 3. Sie iſt ein gar zu herzig Uind mit ihren blonden Zöpfen, die Füßchen laufen wie der Wind im Schuh mit Quaſt und Knöpfen; die Schürze bauſcht ſich auf der Bruſt, allwo ich ſchau, iſt eitel Luſt, und keine iſt aequalis der filia hospitalis. 4. Im haus herrſcht ſie als guter Geiſt und zeigt's an jedem erſten: der einz'ge Schüler war verreiſt, die Kaſſe mir am leerſten. Da wurd ihr Wort mir Schutz und Schild und ſtimmte den Philiſter mild, drum iſt auch nichts aequalis der filia hospitalis. 5. DVier Mieter hat ſie: Der Juriſt beſucht nur feine Kreiſe, der Mediziner iſt kein Chriſt, der Theolog— zu weiſe.— Doch mir, mir, dem Philologus, gab ſie in Züchten einen Kuß, und keine iſt aequalis der filia hospotalis. 37 6. Kuf eines hält ſie ſcharfe Kcht und läßt nicht mit ſich ſpaßen: wer je der magd den hof gemacht, würd nimmer zu ihr paſſen. Zwar das Mamſellchen am Büfett iſt höchſt pikant und äußerſt nett— und doch nicht aequalis der filia hospitalis. 7. Du rheiniſch Mädchen, wüßt ich doch, was Gott mit uns beſchloſſen?— Ich ſchanz mir in den Kopf ein Loch und ochſe unverdroſſen. Und wärſt du mir auch nie beſchert, zeitlebens bleibſt du hochgeehrt, weil keine dir aequalis, dir filia hospitalis Preisgedicht von Otto Ramp. 1885. 52. Rückkehr des alten Studenten. Eigene Weiſe. 1. Reicht mir das alte Burſchenband und reicht die alte Ulinge, daß ich zum Ritt gen heidelberg mich jetzt aufs Rößlein ſchwinge. Heut fühl ich heiß Studentenblut durchs herz noch einmal wallen, mir iſt, als hört ich Becherklang und Schlägerklirren ſchallen, mir iſt, als hört ich Becher⸗ klang und Schlägerklirren ſchallen. 2. Mir iſt, als ſäh ich jugendfriſch die alten Freunde wieder, als hörte ich von Lieb und Wein die alten frohen Lieder. Und wie vom jungen Liebestraum die alten Lieder tönen, ſ: mir iſt, als ſäh ich wieder ſie, die Schönſte aller Schönen.) 3. Da ſtreut noch einmal auf die Welt der Frühling ſeine Blüten, wie damals, als in Lieb und Luſt die jungen herzen glühten. Füllt mir den Becher bis zum Rand, und hell ſei angeklungen, zu Ehr' und Preis von Heidelberg, dem alten ewig jungen! Weber. 1886. 53. Der deutſche Rhein, Weiſe von L. Bär. 1. Sie ſollen ihn nicht haben, den freien deutſchen Khein, ob ſie wie gier'ge Raben ſich heiſer danach ſchrei'n; 2. So lang er ruhig wallend ſein grünes Kleid noch trägt, l ſo lang ein Ruder ſchallend in ſeine Wogen ſchlägt.—. 38 hein, rägt, gt.] ſo lang ſich herzen laben an ſeinem Feuerwein; 3. Sie ſollen ihn nicht haben, den freien deutſchen Rhein, 4. So lang in ſeinem Strome noch feſt die Felſen ſtehn, l: ſo lang ſich hohe Dome in ſeinem Spiegel ſehn.„. 5. Sie ſollen ihn nicht haben, den freien deutſchen Rhein, ſo lang dort kühne Knaben um ſchlanke Dirnen frein; 6. So lang die Sloſſe hebet ein Siſch auf ſeinem Grund, l: ſo lang ein Lied noch lebet in ſeiner Sänger Mund.:. 7. Sie ſollen ihn nicht haben, den freien deutſchen Rhein, l: bis ſeine Flut begraben des letzten Manns Gebein!:—] Mikolaus Becker. 1840. 54. Bundeslied. Weiſe von G. Fr. hHanitſch. 1815. 1. Sind wir vereint zur guten Stunde, wir ſtarker deutſcher Männerchor, ſo dringt aus jedem frohen Munde die Seele zum Gebet hervor; denn wir ſind hier in ernſten Dingen mit hehrem, heiligem Gefühl; drum ſoll die volle Bruſt erklingen ein volles, helles Saitenſpiel. 2. Wem ſoll der erſte Dank erſchallen? Dem Gott, der groß und wunderbar aus langer Schande Nacht uns allen in Flammenglanz erſchienen war; der unſrer Feinde Trotz zerblitzet, der unſre Kraft uns ſchön erneut l: und auf den Sternen waltend ſitzet von Ewigkeit zu Ewigkeit.: 3. Wem ſoll der zweite Wunſch ertönen? Des VDater— landes Majeſtät! Derderben allen, die es höhnen! Glück dem, der mit ihm fällt und ſteht! Es geh, durch Cugenden bewundert, geliebt durch Redlichkeit und Recht, ſtolz von Jahrhundert zu Jahrhundert, an Kraft und Ehren unge— ſchwächt. 4. Das dritte, deutſcher Männer Weide, am hellſten ſoll's geklungen ſein! Die Freiheit heißet deutſche Freude, die Freiheit führt den deutſchen Reihn; für ſie zu leben und zu ſterben, das flammt durch jede deutſche Bruſt; für ſie um hohen Tod zu werben, iſt deutſche Ehre, deutſche Luſt. 39 5. Das vierte— hebt zur hehren Weihe die hände und die herzen hoch!— es lebe alte deutſche Treue, es lebe deutſcher Glaube hoch! Mit dieſen wollen wir beſtehen, ſie ſind des Bundes Schild und hort, fürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feſte Männerwort! 6. Rückt dichter in der heil'gen Runde und klingt den letzten Jubelklang! Von herz zu herz, von Mund zu Munde erbrauſe freudig der Geſang! Das Wort, das unſern Bund geſchürzet, das heil, das uns kein Teufel raubt und kein Tyrannentrug uns kürzet, das ſei gehalten und geglaubt! E. M. Arndt. 1815. 55. Studentenhumne. Weiſe von Otto Lob. 1. Student ſein, wenn die Veilchen blühen, das erſte Lied die Lerche ſingt, der Maienſonne junges Glühen trieb⸗ weckend in die Erde dringt, Student ſein, wenn die weißen Schleier vom blauen himmel grüßend wehn: l: Das iſt des Daſeins ſchönſte Seier! herr, laß ſie nie zu Ende gehn!. 2, Student ſein, wenn die humpen kreiſen in lieber⸗ ſchloſſnem Freundesbund, von alter Treue bei den Weiſen der Väter jauchzt der junge Mund, Student ſein, wenn die Herzen freier auf der Begeiſtrung höhe ſtehn: Das iſt des Lebens ſchönſte Feier! Herr, laß ſie nie zu Ende gehn! 3. Student ſein, wenn zwei Augen locken, ein ſüßer Mund verſchwiegen küßt, daß jählings alle Pulſe ſtocken, als ob im Rauſch man ſterben müßt, Student ſein in der Liebe Morgen, wenn jeder Wunſch ein frommes Slehn: Das iſt das Leben ohne Sorgen! Herr, laß es nie vor— übergehn! 4. Student ſein, wenn die hiebe fallen im ſcharfen Gang, der ſelbſt gewählt, im blut'gen Aneinanderprallen der Mut ſich für das Leben ſtählt, Student ſein, wenn dein einzig Sorgen, ob feſt und tapfer du wirſt ſtehn an deines Lebens Wagemorgen: herr, laß die Zeiten nie vergehn! 40 4 5. Student ſein, wenn die Veilchen blühen, das erſte Lied die Lerche ſingt, der Maienſonne junges Glühen trieb⸗ weckend in die Erde dringt, Student ſein, wenn die weißen Schleier vom blauen himmel grüßend wehn: Das iſt des Daſeins ſchönſte Feier! herr, laß ſie nie zu Ende gehn! Joſef Buchhorn. 56. Stoßt an! 1. Stoßt an! Gießen ſoll leben! hurra hoch! Stoßt an! Gießen ſoll leben! hurra hoch! Die Philiſter ſind uns ge⸗ wogen meiſt, ſie ahnen im Burſchen, was Freiheit heißt, Frei iſt der Burſch, frei iſt der Burſch. 2. ſ: Stoßt an! Gießen lebe! hurra hoch!: Der die Sterne lenket am himmelszelt, der iſt's, der unſre Sahne hält. l: Srei iſt der Burſch!. 3. Stoßt an! Vaterland lebe! hurra hoch! Seid der Däter heiligem Brauche treu, doch denkt der Nachwelt auch dabei! Frei iſt der Burſch! 4. Stoßt an! Landesfürſt lebe! Hurra hoch! Er verſprach zu ſchützen das alte Recht, drum wollen wir ihn auch lieben recht. Frei iſt der Burſch! 5. Stoßt an! Frauenlieb lebe! hurra hoch! Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, der hält auch Freiheit und Freunde nicht wert. Frei iſt der Burſch! 6. Stoßt an! Männerkraft lebe! Hurra hoch! Wer nicht ſingen, trinken und lieben kann, den ſieht der Burſch voll Mitleid an. Frei iſt der Burſch! 7. Stoßt an! Freies Wort lebe! hurra hoch! Wer die Wahrheit kennet und ſaget ſie nicht, der bleibt ein ehrlos erbärmlicher Wicht. Frei iſt der Burſch! 8. Stoßt an! Kühne Tat lebe! hurra hoch! Wer die Solgen ängſtlich zuvor erwägt, der beugt ſich, wo ſich die Uebermacht regt. Frei iſt der Burſch! 9. Stoßt an! Burſchenwohl lebe! hurra hoch! Bis die Welt vergeht am jüngſten Tag, ſeid treu, ihr Burſchen, und ſinget mir nach:„Frei iſt der Burſch!“ H. Binzer. 1817. 41 57. Leichter Wanderer. 1. Ein heller und ein Batzen, die waren beide mein, der Heller ward zu Waſſer, der Batzen ward zu Wein! Juchheidi! Juchheida! valleri juchhei! der Heller ward zu Waſſer, der Batzen ward zu Wein! 2. Die Mädel und die Wirtsleut, die rufen beid: o weh! die Wirtsleut, wenn ich komme, die Mädel, wenn ich geh. 3. Mein' Stiefel ſind zerriſſen, mein' Schuh die ſind entzwei, und draußen auf der heiden da ſingt der Vogel frei. 4. Und gäb's kein Landſtraß nirgend, da ſäß ich ſtill zu Haus, und gäb's kein Loch im Saſſe, da tränk ich gar nicht draus. (5. Das war'ne rechte Freude, als mich der hergott ſchuf,'n Rerl wie Samt und Seide, nur ſchade, daß er ſuff.) H. v. Schlippenbach. 1830. 58, Heute iſt heut. Weiſe von V. E. Becker. 1. Was die Welt morgen bringt, ob ſie mir Sorgen bringt, Leid oder Freud? Komme, was kommen mag, Somnenſchein, Wetterſchlag, morgen iſt auch ein Tag, heute iſt heut! morgen iſt auch ein Tag, heute iſt heut. 2. Wenn's dem Geſchick gefällt, ſind wir in alle Welt morgen zerſtreut! Drum laßt uns luſtig ſein! Wirt, roll das Saß herein! l: Mädel, ſchenk ein, ſchenk ein! heute iſt heut! J 3. Ob ihren Roſenmund morgen ſchön hildegund anderen beut— danach ich nimmer frag, das ſchafft mir keine Plag, wenn ſie mich heut nur mag— heute iſt heut! 4. Klingklang, ſtoßt an und ſingt! Morgen vielleicht erklingt Sterbegeläut! Wer weiß, ob nicht die Welt morgen in Schutt zerfällt. Wenn ſie nur heut noch hält! Heute iſt heut! Rudolf Baumbach. 1882. 42 59. Rheintreue. Singweiſe: Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt. 1. Was walleſt du ſtumm durch den blühenden hain, was rauſcheſt du müd' und beklommen? Wo ſind deine lachenden Lieder, o Rhein? Die Freiheit ward dir ge⸗ nommen, Sei ſtill! Schon rauſcht es durch Buſch und Ried, wir kennen dies trauliche Klingen, auch du wirſt wieder ein Jubellied von goldiger Freiheit ſingen. 2. Drum walle und rauſche, du heiliger Strom, getroſt durch die weinenden Lande. Grüß' Berge und Burgen, Städte und Dom, und ſegne die Reben am Strande. Und walleſt du dann in die Meere hinein, ſchrei' laut es hinaus in die Weiten: Ich bin der ſtolze deutſche Rhein, deutſch will ich bleiben allzeiten. 3. Sie lullen mit ſchmeichelnden Worten dich ein, und wollen dir Reichtum verheißen, ſie wollen dich, treuer Dater Rhein, der armen Mutter entreißen. Drum ſoll uns um— krallen, wie Eiſen ein Band, kein Teufel ſoll es zerſpalten. Ein Volk, ein Gott, ein DVaterland! Den Treuſchwur, den wollen wir halten! 4. Und nun vergeßt, was verſchlungen die Flut, was hilft alles Klagen und Wimmern? Wir wollen aus dem zerſtampften Gut ein neues Vaterland zimmern. Den Mörtel heran, heran das Geſtein, friſch auf, zum mutigen Wagen. Die deutſche Jugend am deutſchen Rhein baut auf, was das Schickſal zerſchlagen. Schregel⸗Düren. 60, Wenn ich einmal der Herrgott wür. Weiſe von Karl Binder. 1. Wenn ich einmal der Herrgott wär', mein erſtes wäre das: Ich nähme meine Allmacht her und ſchüf ein großes Saß, ein Saß, ſo groß als wie die Welt, ein Meer göſſ' ich hinein, von einem bis zum andern Belt voll Rüdesheimer Wein, von einem bis zum andern Belt voll Rüdesheimer Wein. 43 2. Wenn ich einmal der Herrgott wär', mein zweites wäre das: Ich nähme meine Allmacht her und ſchüf' ein großes Glas, ein Glas, ſo hoch als wie der Mond und wie die Erde rund, ſ: daß auch des Trinkens ſich's ver⸗ lohnt, ſetzt ich es an den Mund. J 3. Wenn ich einmal der herrgott wär', mein drittes wäre das: Ich nähme meine Allmacht her, tränk täglich ſo ein Maß. O welche Wonne wäre nun in ſolchem 3ug und Druck, da könnt' man doch ſich gütlich tun an einem tücht'gen Schluck. 4. Und hätt' ich nach ſo manchem Tag das Saß ſo rein gefegt, daß ſich bei noch ſo derbem Schlag kein Tröpfchen mehr drin regt, dann würf ich auf die Kniee mich und fing laut an zu ſchrein:„Laß mich, o Gott, ich bitte Dich, noch einmal hergott ſein.“ Ed. Amthor. 1841. 61. Wenn im Purpurſchein blinkt der wilde Wein⸗ Weiſe von Franz Abt. 1878. 1. Wenn im purpurſchein blinkt der wilde Wein und am Bach die Weide ſteht bereift, wenn die Zeitloſ' blüht, wenn die Droſſel zieht und ihr Scheidelied vom Schlehdorn pfeift. 2. Wenn in Wald und Feld laut der Bracke bellt und das ſchlanbe Reh verbluten muß, wenn die Haſelmaus in ihr Winterhaus ſchleppt die allerletzte Buchennuß: 3. Dann ade, ihr Selder, Berge, Söhrenwälder, l: Pfarrer, Förſter, Schultheiß, Müller, Bäck! JI hab das Wandern ſatt, ziehe nach der Stadt, wo der Roland ſteht am Rat⸗ hauseck. Blondes Gretelein, laß das Trauern ſein! Mit den Schwalben komm' ich wieder her; ſollt ich ſterben eh'r, weine nicht ſo ſehr, l: weil es ſchad' um deine Neuglein wär'. Rudolf Baumbach. 44 tes ein ug gen 62. Wenn ſich der ibend mild zur Erde ſenket. Singweiſe: Santa Lucia. 1. Wenn ſich der Abend mild zur Erde ſenket, von Hauſe fort mein Schritt freudig ſich lenket, l: im roten Lichter— ſchein, ladet mich freundlich ein, Sanktus Gambrinus, Sanktus Gambrinus. 2. Dort bei der Freunde fröhlichen Scherzen, ſchwinden die Sorgen, ſchweigen die Schmerzen, l: wenn dich der Kummer drückt, tief nur ins Glas geblickt! Salve Gambrinus, Salve Gambrinus!:] 3. Bei hellem Becherklang fliehen die Stunden, ſchnell ſind bei frohem Sang Leiden entſchwunden,: weit geht das Herz mir auf zu neuem Lebenslauf! Salve Gambrinus, Salve Gambrinus! 4. Wenn dann die Sterne heimlich erblaſſen, muß ich die traute Stätte verlaſſen,: wie wars doch heut ſo ſchön! Freunde auf Wiederſehn! Salve Gambrinus, Salve Gambrinus! 63. Wie bin ich, ach, ſo tief geſunken⸗ Singweiſe: Ihr Brüder, wenn ich nicht mehr trinke. 1. Wie bin ich, ach, ſo tief geſunken! In allen Schenken kehr' ich ein, von Liebe, Lied und Jugend trunken, drei Jahre ſchon geriet der Wein! und auch im vierten blühen Reben, ihr lieben Freunde, ſtimmet ein: ſ: Was braucht man mehr, um froh zu leben, als Leichtſinn, Liebe, Lied und Wein? 2. Wie ſich die armen Toren plagen, für ſich erſt, dann fürs Daterland; geduldig alle Laſten tragen um Amt und Würden, Stern und Band. Wie leicht wär's ihnen nach⸗ zuſtreben, blieb dabei nur die Seele rein.—: Was braucht man mehr, um froh zu leben, als Freiheit, Liebe, Lied und Wein. 3. Und doch, die Freiheit zu verſcherzen, trieb mich's nach einem Throne hin, wie ruh' ich fromm an deinem Herzen, du goldgelockte Königin! Die ſchönſten Kugen ſollen leben und meiner Rächte Sterne ſein. l: lich, was ſie fordern, was ſie geben, iſt ſüßer noch als Lied und Wein. 45 4. Und die auf ihren Schätzen brüten, wie lach ich die Phi⸗ liſter aus! Ich kann mein volles herz nicht hüten, und jedem offen ſteht mein haus: D'rinn kann ein Bettler Feſte geben, ihr lieben Sreunde ſchenket ein. l: Was braucht man mehr, um froh zu leben, als in den Schenken edlen Wein? J 5. Nur quälet eins mich:— Lieb' und Lieder, was wären beide ohne Wein? Und was denn wär' dies alles wieder, blieb unſer nicht der freie Rhein? Ob ihn die Feinde rings umgeben— auf, zieht die Schwerter, ſchlaget drein; l: denn ohne Wein kann ich ſchon leben, doch nie⸗ mals Deutſchland ohne Rhein! J Friedrich Hornſek. 64. Am Rhein. preislied von Kdolf Laue. 1. Wie glüht er im Glaſe! wie flammt er ſo hold! Geſchliffnem Copaſe vergleich ich ſein Gold! Und Düfte entſchweben ihm blumig und fein. Gott ſchütze die Reben am ſonnigen Rhein, Gott ſchütze die Reben am ſonnigen Rhein! 2. Durchbrauſt uns ſein Seuer, ſo ſchmilzt unſer Sinn für euch nur getreuer, ihr Mägdlein dahin. Wir ſchwärmen von Uoſen, von Minnen und Frei'n l: Gott ſchütze die Roſen am ſonnigen Rhein.— 3. Ob oft auch der Tropfen den Trinker bezwingt, Herzdrücken und ⸗klopfen die Schönheit uns bringt, wir wollen's vergeben, vergeſſen, verzeihn den Roſen und Reben am ſonnigen Rhein. preisgedicht von Frida Schanz. 65. Studentenzeit. Weiſe von Franz Ohlhanns. 1892. 1. Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt allzeit mit lachenden Augen; des fahrenden Volkes durſtigem Schlag mag Frohes und Sreies nur taugen. Wir wandern und ſingen, und naht das Glück, ſo packen wir's hurtig beim Rragen, und trinken den Wein und küſſen die Maid und laſſen den Eulen das Klagen, und trinken den Wein und küſſen die Maid und laſſen den Eulen das Klagen. 46 2 Die Schriften der Alten ſtudierten wir gut: Sie haben ins Schwarze getroffen, Anakreon und hHoratius, die größten der Philoſophen. Drum, Alter, laß ab von ſcheltendem CTun, und denke der Söhne, der lieben,[: und denke der Zeit, wo du voreinſt vielleicht es noch ärger getrieben!:. 3. Ein Weilchen nur währt's, ſind Saus und Braus vom Strudel des Lebens verſchlungen: die tobenden Wogen der Jugendluſt, die himmelan jauchzend geſprungen. Phi⸗ liſter heißt man und alles iſt aus; und die am tollſten gewettert, ſind ſtill und ſtumm, die Lieder vertönt, die Becher der Freude zerſchmettert. 4.(Belebt.) Drum heiſa, hallo und dreingehaut! Zum Teufel mit Kummer und Sorgen! Laßt kreiſen das horn, bis hahnenſchrei verkündet den kommenden Morgen. Sum Trübſalblaſen kommen wir noch, wallt Blondhaar ſilbern dem Greiſe: Es lebe die ſelige Jugendzeit, Holdlieb und die launige Weiſe! 5. Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt allzeit mit lachenden Augen, und wenn ſie uns heute auch nicht mehr gefällt, VDerzagen kann nimmermehr taugen. Wir wandern und ſingen und tragen die Not und glauben, aus finſterer Wolke bricht einmal wieder ein Morgenrot der Heimat und unſerm Volke. G. H. Bienert. 66. Pied fahrender Schüler. Weiſe von D. E. Becker 1861. 1. Wohlauf, die Luft geht friſch und rein, wer lange ſitzt, muß roſten; den allerſonnigſten Sonnenſchein läßt uns der himmel koſten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerszeit ins Land der Franken fahren! Dalleri, vallera, valleri, vallera, ins Land der Franken fahren! 2. Der Wald ſteht grün, die Jagd geht gut, ſchwer iſt das Korn geraten; ſie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt ſich auch das herbſten an, die Relter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Rilian beſchert uns etwas Feines. Dalleri uſw. 47 3. Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär' ich mitgewallt, ihr pfarr' wollt' mich nicht haben! So muß ich ſeitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. Valleri uſw. 4. Zum heil'gen Veit von Staffelſtein komm' ich empor⸗ geſtiegen, und ſeh' die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen: Von Bamberg bis zum Grabfeldgau um— rahmen Berg und hügel die breite ſtromdurchglänzte Au — ich wollt', mir wüchſen Slügel! Valleri uſw. 5. Einſiedelmann iſt nicht zu haus, dieweil es Zeit zu mähen; ich ſeh' ihn an der halde draus bei einer Schnitt'rin ſtehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: herr, gib uns zu trinken! Doch wer bei ſchöner Schnitt'rin ſteht, dem mag man lange winken. Valleri uſw. 6. Einſiedel, das war mißgetan, daß du dich hubſt von hinnen! Es liegt, ich ſeh's dem Reller an, ein guter Jahr⸗ gang drinnen. hHoiho! die pforten, brech ich ein und' trinke, was ich finde. Du heiliger DVeit von Staffelſtein, verzeih' mir Durſt und Sünde! Dalleri uſw. J. v. Scheffel. 6. Bundeslied. Franz. Volksweiſe. 1. Wo mut und Uraft in deutſcher Seele flammen, fehlt nie das blanke Schwert beim Becherklang; wir ſtehen feſt und halten treu zuſammen, und rufen's laut im feurigen Geſang: Ob Sels und Eiche ſplittern, wir werden nicht erzittern! l: Den Jüngling reißt es fort mit Sturmeswehn, fürs Vaterland in Kampf und Cod zu gehn. I 2. Rot, wie die Liebe, ſei der Brüder Zeichen, rein, wie das Gold, der Geiſt, der uns durchglüht, und daß wir nie, im Tode ſelbſt nicht weichen, ſei ſchwarz das Band, das unſre Bruſt umzieht! Ob Sels uſw. 3. Wir wiſſen noch den treuen Stahl zu ſchwingen, die Stirn iſt frei und ſtark der Arm im Streit! Wir dauern aus und wollen mutig ringen, wenn es der Ruf des Yaterlands gebeut. Ob Sels uſw. 48 4. So ſchwört es laut bei unſerm deutſchen Schwerte, dem Bunde treu im Leben und im Tod! Auf, Brüder, auf! und ſchützt die Datererde und ruft hinaus ins beut. ge Morgenrot: Ob Sels uſw. 5. Und du, mein Liebchen, das in ſüßen Stunden den Freund beſeelt mit manchem Blick und Wort, dir ſchlät mein herz noch über Grab und Wunden, denn ewig dauert treue Liebe fort! Ob Fels uſw. 6. Trennt das Geſchick des großen Bundes Glieder, ſo reichet euch die treue Bruderhand! Noch einmal ſchwört's, ihr meine deutſchen Brüder: Dem Bunde treu und treu dem Daterland! Ob Sels uſw.. Hinkel. 1815. 68. Das tumme Brüderlein. Volksweiſe. 1. Wo ſol ich mich hinkehren, ich tummes Brüderlein? Wie ſol ich mich erneren? mein gut iſt viel zu klein; als ich ein Weſen han, ſo muß i bald davon, was ich ſol heu'r verzeren, das hab ich fernt vertan. 2. Ich bin zu früh geboren, ja wo ich heut hin kum, mein glück kumt mir erſt morgen; het ich das keiſertum, darzu den Zoll am Rhein, und wär Denedig mein, ſo wär es als verloren, es müſt verſchlemmet ſein. 3. So wil ich doch nit ſparen und ob ichs als verzer, und wil darumb nit ſorgen, got bſchert mir morgen mer; was hilfts, daß ich lang ſpar? vielleicht verlür ichs gar, ſolt mirs ein dieb außtragen, es rewet mich ein jar. 4. Ich wil mein gut verpraſſen mit ſchlemmen frü und ſpat und wil ein ſorgen laßen, dem es zu herzen gat; ich nim mir ein ebenbild, bei manchem tierlein wild, das ſpringt auf grüner heide, gott bhüt im ſein gefild! 5. Ich ſiech auf breiter heide vil manches blümlein ſtan, das iſt ſo wol bekleidet: was ſorg ſolt ich denn han, wie ich gut über kum? ich bin noch friſch und jung, ſolt mich ein not anlangen, mein herz weſt nichts darumb. 49 6. Vein. größer freud auf erden iſt, denn gutes leben han, mir wirt nicht mer zu diſer friſt denn ſchlemmen umb und⸗ an, darzu ein guter mut; ich reis nit ſer nach gut als mancher reicher burger nach großem wucher tut. 7. Der gwint ſein gut mit ſchaben, darzu mit großer not, wenn erein ru ſol'haben, leit er als ſei er tot: ſo bin ich friſch und jung, got verleih mir vil der ſtund! got bhüt mich jungen knaben, daß mir kein unmut kum! 8. Ich laß die Vögel ſorgen gen diſem winter kalt; wil uns der wirt nit borgen, mein rock gib ich im bald, das wammes auch darzu; ich hab weder raſt noch ru den abend als den morgen biß daß ichs gar vertu. 9. Steck an die ſchweinen braten, darzu die hüner jung! darauf mag uns geraten ein friſcher freier trunk; trag einher külen wein und ſchenk uns tapfer ein! mir iſt ein beut geraten, die muß verſchlemmet ſein. 10. Drei würfel und ein karten, das iſt mein wapen frei, ſechs hübſcher frewlein zarte, an ieklicher ſeiten drei; ruck her, du ſchönes weib! du erfrewft mirs herz im leib, wol in dem roſengarten dem ſchlemmer ſein zeit vertreib! 11. Ich bind mein ſchwert an dſeiten und mach mich bald davon, hab ich denn nit zu reiten, zu fußen muß ich gan, esiſt nit allzeit gleich, ich bin nit allweg reich, ich muß derzeit erbeiten, bis ich das glück erſchleich. 65. Kurfürſt friedrich⸗ Weiſe von⸗K. Hering. 1. Wütend wälzt ſich einſt im Bette Kurfürſt Sriedrich⸗ von der pfalz; gegen alle Etikette brüllte er aus vollem Hals: Wie kam geſtern ich ins Neſt? Bin, ſcheint's, wieder voll geweſt! Wie kam geſtern ich ins Neſt? Bin, ſcheint's, wieder voll geweſt! 2. Na ein wenig ſchief geladen, grinſte drauf der Kammer⸗ mohr, ſelbſt von Mainz des Biſchofs Gnaden kamen mir benebelt vor, ſ:'s war halt doch ein ſchönes Seſt: Hlles wieder voll geweſt!*] 50 3. So? du findeſt das zum Lachen d Skavenſeele, lache nur! Künftig werd ich's anders machen, Haſſan, höre meinen Schwur:'s letzte Mal, bei Tod und Peſt, war es, duß ich not, voll geweſt! ich 4. Will ein chriſtlich Leben führen, ganz mich der Be⸗ hüt ſchauung weihn; um mein Tun zu kontrollieren, trag ich's in ein Tagbuch ein, und ich hoff, daß ihr nicht left, daß wi ich wieder vollgeweſt. das 5. Als der Kurfürſt kam zu ſterben, machte er ſein Te⸗ end ſtament, und es fanden ſeine Erben auch ein Buch in Perga⸗ ment. Drinnen ſtand auf jeder Seit: Seid vernünftig, liebe not Leut, dieſes geb ich zu Ktteſt: Heute wieder voll geweſt. 3 6. Hieraus mag nun jeder ſehen, wasein guter Vorſatz nützt, deut und wozu auch widerſtehen, wenn der volle Becher blitzt? Drum ſtoßt an! Probatum est: hHeute wieder voll geweſt! Auguſt Schuſter. 1887. pen rei, 70. Zieht der Burſch die Straß' entlang. bi wWeiſe von Otto Lob. 1805. bald 1. Zieht der Burſch die Straß' entlang, drängt ſich alles, . ihn zu ſchauen, und es lauſchen dem Geſang an den Fenſtern gan ſchöne Frauen. Vater, ſchließ die Läden zu! Mutter, hüt maß dein Mädchen du! Blickt er gleich ſo brav und gut, ein Student iſt leichtes Blut. Wer keine Sorge je und kein Verzagen weiß und wer ſich raſch erſtürmt des Lebens kecken preis, wer ſtändig lichterloh, doch nie zu Ende brennt, lebt . ſeine Jugendtage als richtiger Student! ja! als richtiger drich Student. lem 2. Sitzt der Burſch beim klaren Wein, fühlt er heidniſch eder Götterleben, und in ſüßen Melodein ſieht er goldne Träume nis, ſchweben. Spiele ſchneller, Muſikant! Slinkes Lieschen, ſei zur hand! So ein Glas iſt nicht genug, bring mir Wein mer⸗ im Deckelkrug! Wer keine Sorge je und kein Verzagen mir weiß, und wer ſich raſch erſtürmt des Lebens kecken Preis, qlles wer Bacchus Schutzpatron und Schenke heimat nennt, lebt ſeinen Jugendtag als richtiger Student! jal! als richtiger Student. 51 3. Tritt der Burſche auf Menſur, ſteht er da in ſtolzer Freude, und er zeichnet ſeine Spur mit des Schlägers ſcharfer Schneide. Sekundant ruf noch nicht halt, ich verzichte nicht ſo bald, laß mich wirbeln, laß mich ſpäh'n, heute ſoll's auf Abfuhr gehn! Wer keine Sorge je und kein Verzagen weiß, und wer ſich raſch erſtürmt des Lebens kecken Preis, wer Frohſinn ſeine Kraft und Kämpfen Freude nennt, lebt uſw. 4. Geht der Burſch in Amt und Stand, iſt er auch noch zu was nütze, doch an ſeiner Klauſe Wand hängt er Band und bunte Mütze. Nun verſuch es, Wertagslaſt, heimſ' ihn ein, bis du ihn haſt, doch er weiß ſein ſchönes Glück, findet ſeinen Weg zurück. Wer keine Sorge je und kein Verzagen weiß, und wer ſich raſch erſtürmt des Lebens kecken Preis, wer ſich als alter herr doch ſtolz als Burſch bekennt, der bleibt ſein Leben lang ein richtiger Student! ja! ein richtiger Student. Ed. Hench. 1883. VV V Inhalts⸗Derzeichnis och and Nr. Seite ihn 9. alles ſchweige. 6 pc, 10. Als ich ſchlummernd lag. 1 3 3 8 bi 11. O goldne Akademia. 3.. 4 9 ſch 12. Donau⸗Strudel:.. 4— 1 10 ent! 13. Alt⸗Heidelberg, du feine. 3.. 10 3. 14. Angezapft, angezapſft. 3 3 11 15. Rus Seuer ward der Geiſt zechafen.. 11 16. Bierlein, rinnn.. 3 3 12 17. heim. 3 3—. 13 18. Bin ein fahrender Geſell.. 4 4 13 19. Burſchen heraus.— 4 3—. 14 20. Der Graf von Rüdesheim. 4 4 3 15 21. Das war der Swerg Perkeo. 1 3 15 22. Denkſt du daran.— 3. 1 16 23. Der Gott der Eiſen wachſen ließ— 3. 17 24. Der Mai iſt gekommen.—. 3 18 25. Fahrender Schüler 3.—. 3 19 26. Das Lied der Deutſchen 3 8 3— 19 27. Drei Klänge.— 4—.. 20 28. Volkslied..... 3 3 20 29. Fuchſentum... 4 8.. 21 30. Das Lied vom Rhein.. 3 22 31. Es ſteht ein Wirtshaus am grünen Rhein 3 23 . Es zogen auf ſonnigen Wegen 4 . Aura academica. 34. Friſch blickt auch ich als junger nur ins Leben .De brivitate vitae. . Ergo bibamus . Ich hab mich ergeben. . Ich lobe mir das Burſchenleben „Rote Lippen und goldener Wein .In jedem vollen Glaſe Wein. . Kein Tröpflein mehr im Becher . Trinklied 3. ‚heiterer Lebenslauf Wein her.. .Der prager muſikant .An den Rhein— . Studentenliebe .Jugend. 4 . G alte Burſchenherrlichkeit.. .O—— du wunderſchönes Reſt . Filia hospitalis . Rückkehr des alten Studenten „Der deutſche Rhein— 3. . Bundeslied 4 . Studentenhymne Stoßt an .Leichter wWanderer . heute iſt heut Rheintreue Wenn ich einmal der Herrgott wär „Wenn im purpurſchein blinkt der wilde Wein. Wenn ſich der Abend mild zur Erde ſenket . Wie bin ich, ach, ſo tief geſunken. Nr. 64. 65. 66. 67. 68. 69. 70. Am Rhein Studentenzeit.— Lied fahrender Schüler. Bundeslied 3 Das tumme Brüderlein. Kurfürſt Sriedrich. Fieht der Burſch die Straß' enflang Seite 46 46 47 48 49 50 51 ——— —— 4 56 90 10 N— ſA O650— V() Cr Oolour& Grey Control Chart Blue Cyan Green vellow Hed Magenta Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black Wite Grey! . 45⸗jührigen Stiftungsfeſtes