— mkKrEFRHuSchyYERBBnDL DeKyeRélne DclcScheR Sclnen AGGAS ☛—,— N * † * N — — 0 2. 2. 98 —— — O 2 er Ruf an unſere Jugend, ſich ihres Deutſchtums bewußt zu werden und zu bleiben, ſcholl noch nie mit ſolcher Dring⸗ lichkeit durch alle Gaue des Vaterlandes wie heute. Ganz beſonders unſerer akademiſchen Jugend, die dereinſt be⸗ Verpflichtung, die Schmach nie zu vergeſſen, die man dem deutſchen Volk mit dem Verſailler Frieden aufzwang. Dies Gefühl der Schande und Knecht⸗ ſchaft ſoll in unſerer Seele ein unlösbarer Stachel ſein, der uns unaufhörlich mahnt, raſtlos an der äußeren und inneren Geſundung unſeres Volkskörpers zu arbeiten, bis wieder geſundes Blut in ſeinen Adern ſtrömt und wir die Kraft wiedergewonnen haben, die Ketten abzuſchütteln und frei und ſtolz mit erhobener Stirn vor aller Welt dazuſtehen und den uns gebührenden Platz zu behaupten. Den Sinn für dies Streben unter der deutſchen akademiſchen Jugend und darüber hinaus in unſerem ganzen Volke zu wecken und wach zu er⸗ halten, iſt heute das erſte Ziel, das die Vereine deutſcher Studenten, getreu ihrer alten Überlieferung, ſich geſteckt haben. Entſtanden aus der Welle des Antiſemitismus, die in den achtziger Jahren machtvoll durch die deutſchen Lande flutete, wuchſen wir über die engen Grenzen dieſer Bewegung ſehr bald hinaus und nahmen zur Grund⸗ lage unſerer Arbeit den nationalen Gedanken, wie er uns verkörpert war in Bismarcks gewaltigem Lebenswerk, in dem einigen deutſchen Reiche, das aus den Stürmen der Jahre 1870/71 hervorging. Von dieſer Grundlage —= i— (— 3,--—— aus gingen wir an alle politiſchen Fragen heran und ſuchten ſie mit natio⸗ nalem Geiſt zu durchdringen. In nationalem Geiſte ſuchten wir unſere Mitglieder zu ſelbſtändig denkenden Staatsbürgern zu erziehen und damit eine Lücke auszufüllen, die in unſerem Erziehungsſyſtem klafft. So ſchufen wir in jahrelanger Arbeit unſeren Kyffhäuſerverband, der ſich bald als einer der ſtärkſten, ſchwarzen ſtudentiſchen Verbände über faſt alle deutſchen Uni⸗ verſitäten und techniſchen Hochſchulen erſtreckte. Heute iſt die Revolution gleich einem Orkan über uns dahin gebrauſt. Wohl hat ſie manch Altes, was morſch und faul war, hinweggefegt. Aber noch viel mehr Starkes und Sturmerprobtes und vieles, was noch jung und kräftig im Emporblühen begriffen war, hat ſie wahllos zerbrochen und vernichtet. Nichts Gleichwertiges konnte ſie bisher an ſeine Stelle ſetzen. Aber eine Unmaſſe Schmutz und Staub wurde aufgewühlt und unzähliges Niedere und Minderwertige, das ſich früher ſcheu im Dunkel barg, macht ſich heute frech und offen in allen Gaſſen breit und will uns oft faſt an der Seele des deutſchen Volkes verzweifeln laſſen. Auch an dem Bau unſeres Kyffhäuſerverbandes rüttelte der Sturm. Aber wenn er auch hie und da eine Säule erzittern machte, feſt und uner⸗ ſchüttert blieb die Grundlage:„der deutſchnationale Gedanke“. Im ein⸗ zelnen gehen auch in unſeren Reihen die Meinungen über den Weg, auf dem wir unſer Ziel am beſten erreichen, mehr oder minder auseinander. Wir haben nie Parteipolitik getrieben und werden ſie nie trei⸗ ben. Gegenſätze bis zu einem gewiſſen Grade müſſen ſein. Das geiſtige Leben, das hell und ſtark von jeher in unſerem Verbande flutete, wäre tot, wenn ſie verſchwänden. Aber trotz dieſer Gegenſätze iſt uns allen ge⸗ meinſam die gleiche Grundlage, leuchtet hell und klar vor unſeren Augen das gleiche gemeinſame Ziel: das Wohl und die Ehre unſeres deut— ſchen Vaterlandes. Wenn wir heute unter den obwaltenden unklaren Verhältniſſen auch davon abſehen, unſere Mitglieder auf eine beſtimmte Staatsform feſtzu⸗ legen, ſo ſind wir doch alle durchdrungen von dem Gedanken, daß unſer —-—= 0—- —-’'y=Né=ͤ— deutſches Volk nur gedeihen kann unter einer Staatsform, an deren Spitze eine ſtarke Regierung ſteht, unabhängig von der ſchnell wechſelnden Mei⸗ nung der Maſſen, die heute ihren Führern zurufen:„Hoſianna!“ und morgen ſchreien:„Kreuziget ihn!“ Gerade wir Deutſchen brauchen eine Führung, die mit ſtarker Hand die Geſchicke des Staates lenkt, Männer, die ſtets— wie einſt Friedrich der Große— von dem Bewußtſein durch⸗ drungen ſind:„erſte Diener ihres Staates“ zu ſein, und die in kritiſchen Stunden nicht nach der Parteien Haß und Gunſt ſchielen müſſen, ſondern klaren Auges erkennen, was dem deutſchen Volke nottut und danach handeln. Wir treten ein für die Schaffung eines wahren Völkerrechtes, wie es dem ſtark ausgeprägten Rechtsbewußtſein des deutſchen Volkes entſpricht. Aber wir ſind feſt überzeugt, daß es eine Utopie iſt, auf internationale Verträge und Abmachungen allein die Weltgeltung unſeres Volkes auf⸗ bauen zu wollen. Solange Menſchen eben Menſchen ſind, iſt kein Völker⸗ bund imſtande, einem Volke ſein Recht auf den ihm gebührenden Platz in der Weltpolitik genügend zu ſichern. Nur, wenn die Möglichkeit beſteht, ſein Recht im Notfall mit Gewalt zu verteidigen— zumal wo es ſich um Lebensintereſſen handelt— iſt es für ein Volk möglich, ſeine Weltgeltung auf die Dauer zu behaupten. Nur ein Recht, das ſich ſtark und feſt ſtützt auf reale Macht, können wir als genügende Sicherung unſeres Vaterlandes anerkennen. Ausgehend von dieſer Grundauffaſſung verlangen wir deshalb von unſeren Mitgliedern eine Staatsgeſinnung, die ein Weltbürgertum ablehnt. Ebenſo wie im Weltbürgertum ſehen wir im Sozialismus, wie er vertreten wird von den Führern der linksſtehenden Parteien, ein ſchillern⸗ des Gedankengebäude, das ſich im praktiſchen Leben niemals wird ver⸗ wirklichen laſſen. Wir V. D. Ster haben ſchon lange vor dem Kriege ſoziale — nicht ſozialiſtiſche— Gedankengänge vertreten und auf ſozialem Gebiete gearbeitet. Unbeirrt werden wir auf dieſem Wege weiterſchreiten und uns bemühen, unſere Mitglieder zum wahren Verſtändnis ſozialer Fragen und Aufgaben zu erziehen, ſie zu erfüllen mit echt ſozialer Geſinnung, die das Q—-=I=—ʃ — S0—— Wohl aller Glieder des Volkes im Auge hat und dahin ſtrebt, daß in keiner Weiſe im Staatsleben eine einſeitige Förderung der Intereſſen und Rechte eines beſtimmten Bevölkerungsteiles auf Koſten der Geſamtheit ſtattfinden darf. Auch hier iſt unſer Ziel, Geſundes und Durchführbares aus neuen Gedankengängen herauszunehmen und es zu vereinen mit dem kernhaften Alten, das ſich in Jahrhunderte langer Entwicklung bewährt und unſer Vaterland einſt groß und ſtark gemacht hat. Wie wir vom Antiſemitismus ausgingen, ſo ſtehen wir auch heute auf dem ſchärfſten judenfeindlichen Standpunkt, den die Erfahrungen der Kriegs⸗ und Revolutionsjahre beſonders rechtfertigen. Der leider nur zu tief reichende Einfluß des Judentums iſt und bleibt in unſeren Augen eine der ſchwerſten Gefahren für unſere nationale Geſundung. Ebenſo bekämpfen wir aufs heftigſte alle anderen Beſtrebungen und politiſchen Richtungen, die— wie z. B. der Ultramontanismus— geeignet ſind, den nationalen Gedanken zu ſchwächen oder zurückzudrängen. Das iſt mit wenigen Worten unſere grundſätzliche Stellung zu den brennendſten Fragen der Gegenwart, durch die gleichzeitig die Grenzen be⸗ zeichnet werden, innerhalb deren jede politiſche Einzelanſchauung im Ver⸗ bande möglich und gleichberechtigt iſt. Im übrigen iſt es unſer Ziel, unſere Mitglieder zu Männern zu erziehen, die ſpäter im Leben nie vergeſſen, daß ſie nicht nur Akademiker, ſondern auch Staatsbürger ſind, daß ſie nicht nur Pflichten gegen ihren Beruf und ihre Familie, ſondern auch gegen ihren Staat haben. Um dies Ziel zu erreichen, halten wir feſt an den überlieferten For⸗ men des deutſchen ſtudentiſchen Korporationslebens, das, wenn es nur richtig erfaßt wird und ſeine Auswüchſe vermieden werden, hohe Charakter bil⸗ dende Elemente in ſich birgt und eine ausgezeichnete Schule für das ſpätere Leben iſt. Die Korporation verlangt die Unterordnung des Einzelintereſſes unter das Geſamtwohl, indem ſie von ihren Mitgliedern fordert, daß ſie nicht nur an den Vorteilen teilnehmen, die eine Korporation bietet, ſondern auch für die Korporation arbeiten und perſönliche Opfer bringen, wo es —————— — —-x’-,* ſich um Wohl und Gedeihen des Ganzen handelt. Es ſind dieſelben Forde⸗ rungen, die ſpäter der Staat an uns alle ſtellt. Wir lehnen die Beſtimmungsmenſur ab; nicht weil wir ſie für an ſich verwerflich halten, ſondern weil das Schlagen von Beſtimmungsmenſuren der Erreichung unſerer anderen Ziele ſtarke Hemmniſſe in den Weg legen würde. Wir können zumal nach den Erfahrungen des Krieges der Beſtimmungsmenſur nicht einen ſo bedeutenden erzieheriſchen Wert zuer⸗ kennen, daß durch ihn dieſe Hemmniſſe aufgewogen würden. In der Satisfaktionsfrage überläßt es unſer Verband den einzelnen Vereinen, ihre Stellungnahme ſelbſtändig zu regeln. Der V. D. St. Gießen hält feſt an der unbedingten Satisfaktion und verlangt von jedem ſeiner Mitglieder, daß es ſtets bereit iſt, für ſeine Worte und Handlungen je nach dem Spruch eines Ehrengerichtes auch mit der Waffe einzutreten. Unſerer theoretiſchen Arbeit iſt der wöchentliche Vortragsabend und in den beiden erſten Semeſtern außerdem die theoretiſche Fuxenſtunde ge⸗ widmet. Daneben ſind die einzelnen Mitglieder angehalten, ſich auch prak⸗ tiſch im Sinne des deutſchvölkiſchen Gedankens zu betätigen und zwar je nach Veranlagung des einzelnen in Volkshochſchulkurſen, in der Jugend⸗ pflege, in der Arbeit für nationale Verbände u. a. m. Daneben pflegen wir Geſelligkeit in den allgemein üblichen ſtuden⸗ tiſchen Formen. An regelmäßigen offiziellen Veranſtaltungen finden außer dem Vortragsabend wöchentlich eine Kneipe und Sonntags ein Früh⸗ ſchoppen ſtatt. Aus unſeren Vereins⸗ und Verbandsſatzungen. 1. Mitglied des V. D. St. zu Gießen kann jeder an hieſiger Univerſität immatrikulierte chriſtlich deutſche Student werden, der ſich dem Vorſtand gegenüber mit dem Zweck und den Prinzipien des Vereins einverſtanden erklärt hat. ———— ——C—ę——4 4=(— 2. Der V. D. St. Gießen verpflichtet ſeine Mitglieder auf unbedingte Satis⸗ faktion. 3. Die V. V. D. St. nehmen keine Mitglieder auf, unter deren Vorfahren ſich getaufte oder ungetaufte Juden befinden. Heirat mit einer Tochter jüdiſcher Eltern zieht den Verluſt der Verbandszugehörigkeit nach ſich. 4. Es beſteht vollkommene Freizügigkeit vom 1. Semeſter an. Wer an irgend einer Hochſchule einem V. D. St. beigetreten iſt, gehört an jeder anderen Hochſchule ohne weiteres als vollberechtigtes Mitglied dem dortigen Bruderverein an. —--i——— Otto indt Ww., Gießen. Colſour& Grey Sorttrol Ghart mue Cyan Green vellow Hed Magenta