(214 ==E 224 SA „ 532* 2 5 4 — ieder. 5 M 9 =E E N 24 52(¶ — —y— im Cafée Leib. Praſidirendes Corps: Saxonia. 0 — E 2,G 22☛ v. Münchow'ſche Hof⸗ und Univerſitäts⸗Druckerei, Gießen. T===E E=:B==.= KaiſerCommer⸗ G 9 3 8 Donnerstag, den 26. Januar 1899 EEEEN=E r 524 — 6 2 2 = =EMNE= 2 8 E 0 4 8 &. 2 52 2 = ꝓ 10 92 =e EgEêg 2₰ ☛ 22* Offizieller Teil. Wo zur frohen Feierſtunde Lächelnd uns die Freude winkt; Wo in lauter Tafelrunde Silbern uns der Becher klingt: „ Da iſt der Himmel, da tönt unſer Sang, Göttin der Freude, dir fröhlichen Dank!:; 2. Wo ſich Brüder, feſt umwunden Von der Freundſchaft Roſenband Und durch Bruderſinn verbunden, Traulich reihen Hand in Hand: „ Da iſt der himmel, da tönt unſer Sang, Göltin der Freundſchaft, dir innigen Dank!:“ 3. Füllt nicht Freude hier die Becher, Ueberſtrömt das Herz nicht Luſt d Schwellt nicht jedem wackern Zecher Freundſchaft hier die volle Bruſt d— „; Hier iſt der Himmel; ein herzlicher Kuß, Brüder, von euch, giebt mir himmelsgenuß! 4. Heil den Edlen, die vor Jahren Dieſen Freundſchaftsbund gewebt, Die des Bundes Schöpfer waren, Deren Geiſt uns jetzt umſchwebt!— : Brüder, es ſchalle den Guten zum Dank, Laut unſer feſtlicher Jubelgeſang!: 5. Laßt uns trinken, laßt uns ſchwärmen Und des ſchönen Feſt's uns freu'n! Wonne lacht aus Freundes Armen, Süßer mundet hier der Wein:— „ Süßer, wo Freundſchaft mit liebender Hand Feſter noch knüpfet das himmliſche Band. ——2— 6. Heil dem Tage, der auf's neue Uns zur Bundesfeier ruft, Den durch ächte Brudertreue Ihr zum Wonnetage ſchuft!— ; Lange noch blüh' unſer trauter Verein, Stets noch gefeiert von fröhlichen Reih'n!:,: 7. Alle Brüder ſollen leben, Die das——— e Band umzog! Drauf will ich den Becher heben, Drauf erſchall' ein donnernd Hoch!— „; Feierlich ſchalle mein Jubel empor, Brüder, für euch, die der Bund ſich erkor!: 5 II. Stoßt an! Gießen ſoll leben! hHurrah hoch! ; Die Philiſter ſind uns gewogen meiſt, Sie ahnen im Burſchen, was Freiheit heißt. Frei, frei, frei iſt der Burſch! ,: 2. Stoßt an! Saxonia lebe! Hurrah hoch! „ Der die Sterne lenket am Himmelszelt, Der iſt's, der blau⸗weiß⸗blau erhält. Frei, frei, frei iſt der Burſch! 3. Stoßt an! Palatia lebe! Hurrah hoch! : Der die Sterne lenket am Himmelszelt, Der iſt's der grün-weiß⸗roth erhält. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:;: 4. Stoßt an! Rhenania lebe! Hurrah hoch! Der die Sterne lenket am Himmelszelt, Der iſt's, der blau⸗weiß roth erhält. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:; 5. Stoßt an! Daterland lebe! hHurrah hoch : Seid der Väter heiligem Brauche treu, Doch denkt der Machwelt auch dabei. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:,: 6. Stoßt an! Landesfürſt lebe! Hurrah hoch! „ Er verſprach zu ſchützen das alte Recht, Drum wollen wir ihn auch lieben recht. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:; 7. Stoßt an! Frauenlieb' lebe! Hurrah hoch! „ Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, Der hält auch Freiheit und Freund nicht werth. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:,: 8. Stoßt an! Männerkraft lebe! Hurrah hoch! „; Wer nicht ſingen, nicht trinken und lieben kann, Den ſieht der Burſch voll Mitleid an. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:: 9. Stoßt an! Freies Wort lebe! Hurrah hoch! Wer die Wahrheit kennet und ſaget ſie nicht, Der bleib't fürwahr ein erbärmlicher Wicht. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:,: 10. Stoßt an! Kühne That lebe! Hurrah hoch! „ Wer die Folgen ängſtlich zuvor erwägt, Der beugt ſich, wo die Gewalt ſich regt. Frei, frei, frei iſt der Burſch!:,: 1I. Stoßt an! Burſchenwohl lebe! Hurrah hoch! „ Bis die Welt vergehet am jüngſten Tag Seid treu, ihr Burſchen, und ſinget uns nach: Frei, frei, frei iſt der Burſch!: ₰‿ III. Mach Süden nun ſich lenken Die Vöglein allzumal; Viel Wandrer luſtig ſchwenken Die Hüt' im Morgenſtrahl. Da ſind die Herrn Studenten, Sum Thor hinaus es geht; Auf ihren Inſtrumenten Sie blaſen zum Valet, zum Valet; 4 „Ade in die Läng' und Breite, O Prag, wir ziehn in die Weite!“ Et habeat bonam pacem Qui sedet post fornacem! 2.„Machts wir durchs Städtlein ſchweifen, Die Fenſter ſchimmern weit, Am Fenſter drehn und ſchleifen Viel ſchön geputzte Leut'. Wir blaſen vor den Thüren Und haben Durſt genung, Das kommt vom Muſiciren, Herr Wirt, einen friſchen Trunk! einen Trunk!“ Und ſiehe, üb'r ein kleines Mit einer Kanne Weines Venit ex sua domo Beatus ille homo. 3.„Nun weht ſchon durch die Wälder Der kalte Boreas; Wir ſtreichen durch die Felder, Von Schnee und Regen naß; Der Mantel fliegt im Winde, Herriſſen ſind die Schuh', Da blaſen wir geſchwinde Und ſingen noch dazu, noch dazu: Beatus ille homo Qui sedet in sua domo, Et sedet post fornacem Et habet bonam pacem!“ 55 IV. Aues ſchweige! Jeder neige Ernſten Tönen nun ſein Ohr! ¹ hört, ich ſing' das Lied der Lieder! Höͤr't es, meine deutſchen Brüder! Hall' es, hall' es wieder, froher Chor! 2. Deutſchlands Söhne, laut ertöne Euer Vaterlandsgeſang!— Vaterland! du Land des Ruhmes, Weih' zu deines Heiligthumes „ Hütern:, uns und unſer Schwert!— 3. Hab' und Leben dir zu geben Sind wir alleſammt bereit,— Sterben gern zu jeder Stunde, Achten nicht der Todeswunde, Wenn das:, Vaterland gebeut. 4. Wer's nicht fühlet, ſelbſt nicht zielet Stets nach deutſcher Männer Werth,— Soll nicht unſern Bund entehren, Micht bei dieſem Schläger ſchwören, Nicht:, entweihn:,: das deutſche Schwert. 5. Lied der Tieder, hall' es wieder: Groß und deutſch ſei unſer Muth!— Seht hier den geweihten Degen, Thut, wie brape Burſche pflegen, Und:, durchbohrt:,: den freien Hut! 6. Nimm den Becher, wack'rer Zecher, Vaterländ'ſchen Trankes voll!— „ Nimm den Schläger in die Linke, Bohr' ihn durch den hut und trinke ¹ĩ Auf des:, Vaterlandes Wohl.: 7. Seht ihn blinken in der Linken Dieſen Schläger, nie entweiht!— „ Ich durchbohr' den Hut und ſchwöre: Halten will ich ſtets auf Ehre, Stets ein:,: braver Burſche ſein.:;: 8. So nimm ihn hin, dein Haupt will ich bedecken Und drauf den Schläger ſtrecken: Es leb' auch dieſer Bruder hoch! Sin Hundsfott, wer ihn ſchimpfen ſoll! So lange wir ihn kennen Woll'n wir ihn Bruder nennen: Es leb' auch dieſer Bruder hoch! ☛‿ Inoffizieller Teil. I. Wa⸗ die Welt morgen bringt d Ob ſie mir Sorgen bringt, Leid oder Freud d Homme, was kommen mag, Sonnenſchein, Wetterſchlag, Morgen iſt auch ein Tag, heute iſt heut!:, 2. Wenns dem Geſchick gefällt, Sind wir in alle Welt Morgen zerſtreut! Drum laßt uns luſtis ſein! Wirth, roll' das Faß herein! „Mädel, ſchenk ein! ſchenk ein! heute iſt heut!:, 3. Ob ihren Roſenmund Morgen ſchon Hildegund Anderen beut— Danach ich nimmer frag', Das ſchafft mir keine Plag, :, Wenn ſie mich heut nur mag, heute iſt heut!;, 4. Brüder, ſtoßt an und ſingt! Morgen vielleicht erklingt Sterbegeläut! Wer weiß, ob nicht die Welt Morgen in Schutt zerfällt! :, Wenn ſie nur heut noch hält! heute iſt heut!:,: II. Friſch blickt' auch ich als junger Burſch ins Leben Keck hatt' ich mir geſteckt das höchſte Ziel; Kein Mädchenherz konnt' lang' mir widerſtreben, Und doch war's eine nur, die mir gefiel. „ Da war ich jung, ſo recht von Herzen froh, Ein übermüt'ger Studio.:,: 2. Sin Studio, kraftgeſtählt, noch klar die Augen, Moch ungetrübt vom Bücherſtaub' und hell, Studirte, was mir grade ſchien zu taugen, Den Freunden war ich ein gut' Sechgeſell. „ Noch war ich jung, ſo recht von Herzen froh, Ein übermüt'ger Studio.,: 3. Jüngſt trieb es mächtig mich, nach hHaus zu wandern; Die Sehnſucht eilt' voraus dem flücht'gen Fuß: Ich ſah mein Lieb am Arme eines andern, Sie wandte ſcheu ſich ab bei meinem Gruß. Das ſchnitt ins Herz, trüb' wurde mir's und ſchwer, War nicht der frohe Studio mehr. 4. Sah, daß ſo viel Semeſter ſchon von dannen, Und doch war mir's im Kopf' noch wirr und kraus; Jetzt gilt's, den Sinn in ſcharfe Zucht zu ſpannen, Da ſchlägt er manchmal um ſo toller aus. Der alte Bund, der Freunde Rund', ſich ſtark gelichtet hat, Der Studio heißt: Herr Nandidat. 5. Hab' ich mal ausgeſtreckt die ſteifen Glieder, Hör' wieder Schläger dröhnen, hellen Sang, Schau' ich dem Freund' ins Aug', klingt alles wieder Was einſt dem jungen Burſch erklang. Werd' wieder jung, ſtets will ich bleiben ſo, Im Herzen nur ein Studio! 5 III. 0 alte Burſchenherrlichkeit! Wohin biſt du verſchwunden d Mie kehrſt du wieder, goldne Zeit, So froh und ungebunden. Vergebens ſpähe ich umher, Ich finde deine Spur nicht mehr. O jerum, jerum, jerum, O quae mutatio rerum. 2. Den Burſchenhut bedeckt der Staub, Es ſank der Flaus in Trümmer, Der Schläger ward des Roſtes Raub, Verblichen iſt ſein Schimmer, Verklungen der Commersgeſang, Verhallt Rapier- und Sporenklang. O jerum, jerum, jerum etc. 3. Wo ſind ſie, die vom breiten Stein Micht wankten und nicht wichen, Die ohne Moos, bei Scherz und Wein, Den Herrn der Erde glichen d Sie zogen mit geſenktem Blick In das Philiſterland zurück. O jerum, jerum, jerum etc. 4. Da ſchreibt mit finſterm Amtsgeſicht Der eine Relationen, Der andre ſeufzt beim Unterricht, Und der macht Recenſionen, Der ſchilt die ſünd'ge Seele aus Und der flickt ihr verfallnes Haus. O jerum, jerum, jerum etc. 5. Allein das rechte Burſchenherz Kann nimmermehr erkalten: Im Ernſte wird, wie hier im Scherz Der rechte Sinn ſtets walten; Die alte Schale nur iſt fern, 9 Geblieben iſt uns doch der Kern, „ Und den laßt feſt uns halten!:,: 6. Drum, Freunde, reichet euch die Hand, Damit es ſich erneue Der alten Freundſchaft heil'ges Band, Das alte Band der Treue. Klingt an und hebt die Gläſer hoch, Die alten Burſchen leben noch, :, Noch lebt die alte Treue!:,: IV. Das war der Herr von Rodenſtein, Der ſprach: daß Gott mir helf', Giebt's nirgends mehr'nen Tropfen Wein Des Machts um halber zwölf d Raus da! Raus da aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf', Giebt's nirgends mehr'nen Tropfen Wein „ Des Machts um halber zwölf d:,: 2. Er ritt landauf, landab im Trab, Uein Wirt ließ ihn ins Haus; Totkrank noch ſeufzt vom Gaul herab Er in die Nacht hinaus: Raus da ꝛc. 3. Und als mit Spieß und Jägersrock Sie ihn zu Grab gethan, Hub ſelbſt die alte Lumpenglock' Betrübt zu läuten an: Raus da ꝛc. 4. Doch wem der letzte Schoppen fehlt, Den duld't kein Erdreich nicht, Drum tobt er jetzt, von Durſt gequält, Als Geiſt umher und ſpricht: Raus da ꝛc. 5. Und alles, was im Odenwald Sein' Durſt noch nicht geſtillt, Das folgt ihm bald, das ſchallt und knallt, Das klafft und ſtampft und brüllt: Raus da ꝛc. 10 6. Das Lied ſingt man, wenn's auch verdrießt, Geſtrengem Wirth zur Lehr', Wer zu genau die herberg ſchließt, Den ſtraft das wilde Heer: Raus da! Raus da aus dem Haus da! Rumdiridi Freijagd, Hoidirido Freinacht! Hausknecht hervor, öffne das Thor! Huſſa hallo! hallo! juhihaho haho! (Trompetenſtoß) Raus! Raus! Raus! Raus! 7 Mein Lebenslauf iſt Lieb und Luſt Und lauter Liederklang: Ein frohes Lied aus heitrer Bruſt Macht froh den Lebensgang. Man geht bergauf, man geht bergein, Heut grad' und morgen krumm; Durch Sorgen wird's nicht anders ſein: Was kümmr' ich mich darum! Heida! juchhe! drum kümmr' ich mich nichts drum! drum! drum! ꝛc. 2. Das Leben wird, der Traube gleich, Gekeltert und gepreßt; So giebt es Moſt, wird freudenreich Und feiert manches Feſt. Drum zag' ich nicht, engt mir die Bruſt Des Schickſals Unmuth ein: Bald brauſ' ich auf in Lieb' und Luſt Und werde reiner Wein! Heida, ꝛc. 3. Die Zeit iſt ſchlecht, Mit Sorgen trägt ſich ſchon das junge Blut; Doch wo ein Herz voll Freude ſchlägt, Da iſt die Zeit noch gut.. Herein, herein du lieber Gaſt, Du, Freude, komm zum Mahl, Würz' uns, was du beſcheret haſt, Uredenze den Pokal! Heida, ꝛc. d' 4. Weg, Grillen, wie's in Zukunft geht, Und wer den Scepter führt! Das Glück auf einer Kugel ſteht Und wunderbar regiert. Die Krone nehme Bacchus hin, Mur der ſoll König ſein! Und Freude ſei die Uönigin, Die Reſidenz am Rhein! Heida, ꝛc. 5. Beim großen Faß zu hHeidelberg Da ſitze der Senat, Und auf dem Schloß Johannisberg Der hochwohlweiſe Rat! Der Herrn Miniſter Regiment Soll beim Burgunderwein, Der Kriegsrat und das Parlament Soll beim Champagner ſein! Heida, ꝛc. 6. So ſind die Rollen ausgeteilt Und alles wohl beſtellt; So wird die kranke Zeit geheilt, Und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heiße Glut, Drum leb' das neue Reich, Sin Zechermut, ein wahrer Mut: Der Wein macht alles gleich. Heida, ꝛc. 8 VI. Und wenn ſich der Schwarm verlaufen hat Um mitternächtige Stunde, Dann findet unter den Edleren ſtatt Eine würdige Tafelrunde. „ Es ſind erhaben ob Raum und Zeit Die Ritter von der Gemüthlichkeit., 12— 2. Und wie der Zapfen vom Faſſe ſpringt, So ſpringt der Deckel vom Herzen Und was ſich drinnen bewegt, das klingt In luſtigen Liedern und Scherzen. Es ſind dem freien Worte geweiht Die Ritter von der Gemüthlichkeit.,: 3. Wenn einem trocken die Uehle ward Und er durſtig lechzt nach dem Maſſen, So iſt es dieſer Ritter Art, ſie ihn nicht ſterben laſſen. ſind dem Wohle der Wenih geweiht Ritter von der Gemüthlichkeit.:,: 4. Und wenn ſich etliche Thoren gar In traurigem Irrthum bekannten Zu jener beklagenswerthen Schaar Der Sekte der Flagellanten : Denen ſetzen zurecht den Kopf bei Seit Die Ritter von der Gemüthlichkeit.:,: 5. Drum lebe hoch das freie Wort, Daß friſch von den Lippen es rinne! Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt, Und wer nicht verachtet die Minne; Drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, Die Ritter von der Gemüthlichkeit.,: Coſour& Grey Control Chart Blue Cyan Green vellow- Hed Magenta Wnite Grey Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black Gießener Worps. 89 A 8 Sees NA.„ s Cieder. e *¾ 8 3 4 4 Donnerstag, den 26. Januar 1899 85 2, A im Café Leib. 5 Aℳ 4. Praſidirendes Corps: Saxonia. 82—== ₰☛ 00 ‿ O DW 8 8 2 3 eee.eeeeeeee Oanos Sic 7. H = — 224 2* 24& 9 — AEEEZ= OG 1ʒzðòV— —