Feſt-& zum 28 jährigen Srrtungahc der Verbindung kathol. deutſcher Studenten Rhenania in Gießen. 2*. N; 1979 15 R11 08 JU, 980 2 3. R 6. 3 time, Neminem . 1883 1 1908 Die akademiſche Derbindung fjaſſo⸗Rhenania beehrt ſich, zu ihrem s 25jährigen Stiftungsfeſt e ganz ergebenſt einzuladen. 6ießen, juni 1908. Für das philiſterium: Für die aktive Derbindung: Dr. med. Hill, Phil. X stud. iur. Diehl. xX duun e . FéEST=ORDIIuſlõ. 54 Freitag 17. Juli 10 h. s. t. Seelenmeſſe für die verſtorbenen haſſo⸗Rhenanen. 8 ½ h. s. t. Empfangsabend im hotel Schütz, Bahnhofftr. Samstag 18. Juli 10 h. s. t. Feſtgottesdienſt. u h. c. t. Muſikal. Frühſchoppen im 6arten des hotel Schütz mit anſchließeendem zwangloſem ittagstiſch. 2 ½ h. s. t. Umzug der Rngehörigen des C. D. durch die Stadt. 5 h. s. t. H. H. Convent im Hotel Schütz. 8 ½ l. s. t. Feſtkommers im Theaterſaale des Coloſſeums, Walltorſtr. Sonntag 19. Juli n h. s. t. Feſtakt im Gartenſaale des Hotel Schütz.— Daran anſchließend C. C. Während des C. C. für die übrigen Feſtteilnehmer muſikaliſcher Frühſchoppen im 6arten des eſellſchaftsvereins. 2 h. s. t. Feſtmahl im groffen Saale des öeſellſchafts⸗ vereins(Club). 5 h. s. t. 6artenfeſt auf der Liebigshöhe. Montag 20. Juli Muſikaliſcher Frühſchoppen bei Schütz. ſachm.: Rusflug nach Uetzlar(Schützengarten). Hbfahrt: 2 h. c. t. —:y— —— zu allen Feſtlichkeiten— außer den Conventen— ſind auch die verehrlichen Damen ganz ergebenſt eingeladen. Beim Feſtkommiers ſind ihnen die alerien vorbehalten. nmeldungen, insbeſondere zum Feſtmahl, werden bis ſpäteſtens 5. luli erbeten. Die finmeldung zum Feſtmahl iſt auch hinſichtlich der Zahl der ngemeldeten bindend.(Trockenes 6edeck 3.50 IIl.) f/ℳ1 10. 1979 2*. No; 19 8.-U 00 23 R 6. Nennem wrte TA 1 A— 1 4 ᷣ— Feſtlied. Mel.: Der Gott, der Eiſen wachſen ließ. Fs klinget heller Jubelſang, In Freude, Luſt und Scherzen, Er ſchallt beim frohen Becherklang Aus friſchen Burſchenherzen! Ja, ſingt und jubelt ſtolz und frei Hinaus die weiten Gauen, Laßt klingen unſ're Melodei, Daß alle ſtaunen, ſchauen! 2. Die Lerche in des Äthers Blau, Die leichtbeſchwingte Meiſe, Der Fink in duftend grüner Au, Sie ſingen unſ're Weiſe, Die Nachtigall im ſtillen Hag, Die Amſel auf der Halde, Die Droſſel in dem dichten Schlag, Der Kuckuck tief im Walde. 3. Das Bächlein rauſcht ſo fröhlich heut, Vergnügt die Fluten rinnen, Die Welle ſpringt in Luſt und Freud Bei unſerem Beginnen. Und in dem dunklen Tannengrün Da rauſcht's in allen Zweigen Von mildem Lufthauch her und hin, In leichtem, frohen Reigen. Sͥᷓ˖ᷓAᷓ̊ᷓAᷓ̊ᷓARAᷓAᷓAᷓAᷓAÄÖARAARAARARARAARAARARAARARAAÖANAN 4. Die Flur ſchmückt ſich mit duft'gem Grün Und lieben, zarten Blüten, Am Hange ranken Roſen hin, Den Gruß uns zu entbieten. Vom blauen Himmel ſtrahlt der Schein Der gold'nen Sonne nieder, Stimmt gleichſam in den Jubel ein Der friſchen Burſchenlieder. 5. Ja klingt und ſingt dem hehren Bund, Im Silberkranz gezieret, Ihm tön' es friſch aus Herz und Mund, Denn Treue ihm gebühret. Du grünſt und blühſt ſo manches Jahr, Dein Feſt wir froh begehen; Gedeihe, wachſe immerdar, Woll' fort und fort beſtehen! A. H. Dr. Ledroit. — —η w — 11— „ A .,„ F ERAn 4 1 Haſſo⸗Rhenanen⸗Marſch. Eigene Melodie. (—tolz weht das hehre Banner in Farben Gelb⸗weiß⸗rot, S= Haſſo⸗Rhenanen ſchwöret ihm Treue bis zum Tod! Das Gelb im Wappenſchilde mahnt: Feſt ſteht immerdar zur Kirche unſ'rer Mutter, zum Thron und zum Altar.„ 2. In eitlem Waffenſpiele vertändle nicht die Zeit; des Wiſſens weiße Blume blüht nicht auf blut'ger Haid. Der Wahrheit Born zu ſchöpfen nutz' deine Jugendkraft,:, der deutſchen Männer Zierde war ſtets die Wiſſenſchaft.„ 3. Dem Feinde kühn entgegen, dem Freund die Bruderhand, in Lieb ſei ihm ergeben, ſo will's das Rot im Band. Ein einig Volk von Brüdern, ein adliges Geſchlecht,„ mit Gott für unſern Glauben, für Wahrheit und für Recht. A. H. Dr. Beringer. EMEDMTNV II. Bundeslied der Haſſo⸗Rhenania. Mel. Strömt herbei, ihr Völkerſcharen. Hier vereint im frohen Kreiſe, ſingt ein friſches, freies Lied, — ſingt in ernſter, würd'ger Weiſe, wie's in euren Herzen glüht! Hält das Band auch gleich umſchlungen eine kleine Jüng— lingsſchar,:„„ ſind ſie alle doch durchdrungen von den Zielen hehr und wahr.„ 2. Auf zu unſ'rem Schilde blicket! Seht den gold'nen Anker dort! Glaube hat uns feſt vereinet, feſt gebunden deutſches Wort, Glaube nur gibt wahre Freude, wahren Troſt in Traurigkeit, „ friſches Wirken, frohes Schaffen, Freundſchaft und Zu⸗ friedenheit.„ 4 3. Heil'ger Wiſſenſchaft und Wahrheit ſeien ſtets wir uns be— ſtrebt, und des Glaubens, der zur Klarheit erſt die Wiſſenſchaft erhebt. Wiſſenſchaft und Wahrheit dienen ohne Furcht und ohne Scheu,„ unſern Glauben hoch zu halten, ſchwören wir allhier auf's neu.:„ 4. Eichenkranz im Wappen, mahneſt an das liebe Vaterland, wo die Frau'n ſo hehr und lieblich, wo die Männer ſtark und frank. Gilt es, jenes Land zu ſchützen, zieht die Rechte froh das Schwert;:,; nur das Wohl des Vaterlandes ſei von allen ſtets begehrt. 5. Glaube, Vaterland und Wiſſen, dies umſchlinget unſer Band; heil'ge Freundſchaft uns vereinet, wahren Glückes Unterpfand. Ja, auf's neue, traute Brüder, reichet euch die Freundſchaftshand.:„ Laut und kräftig ſchall' es wieder: Hoch der Freundſchaft heil'ges Band! 6. Gelb⸗weiß⸗rot, das ſind die Farben, jedem freien Burſch zur Zier; gelb⸗weiß⸗rot ſei unſer Zeichen, Haſſo⸗Rhenania's Panier; ihr erklinge nun das Singen, unſer Jubel, unſ're Freud', „ Hoch! ein Glas ſei unſ'rer lieben Haſſo⸗Rhenania geweiht! /. A. H. Dr. Ledroit. W III. Mo zur frohen Feierſtunde lächelnd uns die Freude winkt, ‿☛ Wo in lauter Tafelrunde ſilbern uns der Becher klingt, „ da iſt der Himmel, da tönt unſer Sang, Göttin der Freude, dir fröhlichen Dank! 2. Wo ſich Brüder, feſt umwunden von der Freundſchaft Roſenband und durch Bruderſinn verbunden, traulich reichen Hand in Hand;, da iſt der Himmel, da tönt unſer Sang, Göttin der Freude, dir fröhlichen Dank! 3. Füllt nicht Freude hier die Becher, überſtrömt das Herz nicht Luſt? Schwellt nicht jedem wackern Zecher Freundſchaft hier die volle Bruſt?„ Hier iſt der Himmel; ein herzlicher Kuß, Brüder, von euch gibt mir Himmelsgenuß!—, 4. Heil den Edlen, die vor Jahren dieſen Freundſchaftsbund gewebt, die des Bundes Schöpfer waren, deren Geiſt uns heut' umſchwebt!„ Brüder, es ſchalle, den Guten zum Dank, laut unſer feſtlicher Jubelgeſang! 5. Laßt uns trinken, laßt uns ſchwärmen und des ſchönen Feſt's uns freu'n! Wonne lacht in Freundes Armen, ſüßer mundet hier der Wein;„ ſüßer, wo Freundſchaft mit liebender Hand feſter noch knüpfet das himmliſche Band., ———— t unſer Glückes euch die Hoch Burſch anig's 8 N reud', ht droit 6. Heil dem Tage, der aufs neue uns zur Bundesfeier ruft, den durch echte Brudertreue ihr zum Wonnetage ſchuft!„ Lange noch blüh' unſer trauter Verein, ſtets noch gefeiert von fröh⸗ lichen Reih'n!„. 7. Alle Brüder ſollen leben, die das gelb⸗weiß⸗rote Band um⸗ zog! Drauf will ich mein Glas erheben, drauf erſchall' ein donnernd Hoch!„ Feierlich ſchalle mein Jubel empor, Brüder, für euch, die der Bund ſich erkor!„ TITL IV. Deutſchlaud⸗ Deutſchland über alles, über alles in der Welt, wenn es ſtets zu Schutz und Trutze brüderlich zuſammen⸗ hält, von der Maas bis an die Memel, von der Etſch bis an den Belt.: Deutſchland, Deutſchland über alles, über alles in der Welt.„ 2. Deutſche Frauen, deutſche Treue, deutſcher Wein und deut⸗ ſcher Sang ſollen in der Welt behalten ihren alten, ſchönen Klang; uns zu edler Tat begeiſtern unſer ganzes Leben lang. „ Deutſche Frauen, deutſche Treue, deutſcher Wein und deutſcher Sang., 3. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutſche Vater⸗ land, danach laßt uns alle ſtreben, brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit ſind des Glückes Unter⸗ pfand. Blüh' im Glanze deines Glückes, blühe, deutſches Vaterland! TMEDV2T V. NArkona⸗ Berge iſt ein Adlerhorſt, wo vom Schlag der Woge ſeine Spitze borſt. 2. Spitze deutſchen Landes, willſt ſein Bild du ſein? Riff und Spalten ſplittern deinen feſten Stein. 3. Adler, ſetz dich oben auf den Felſenthron, deutſchen Landes Hüter, freier Wolkenſohn! 4. Schau hinaus nach Morgen, ſchau nach Mitternacht, ſchaue gegen Abend von der hohen Wacht. 5. Ließ der deutſche Kaiſer fliegen dich zugleich, als er brach in Stücke, ach! das deutſche Reich? 6. Hüte, deutſcher Adler, deutſches Volk und Land, deutſche Sitt und Zunge, deutſche Stirn und Hand! — 6— VI. Der Gott, der Eiſen wachſen ließ, der wollte keine Knechte, — drum gab er Süäbel, Schwert und Spieß dem Mann in ſeine Rechte; drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede,„ daß er beſtände bis auf's Blut, bis in den Tod die Fehde. 2. So wollen wir, was Gott gewollt, mit rechten Treuen halten und nimmer im Tyrannenſold die Menſchenſchädel ſpalten. Doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir zu Scher ben,,; der ſoll im deutſchen Lande nicht mit deutſchen Männern erben., 3. O Deutſchland, heil'ges Vaterland! O deutſche Lieb' und Treue! Du hohes Land, du ſchönes Land! Dir ſchwören wir auf's neue: Dem Buben und dem Knecht die Acht! der ſpeiſe Kräh'n und Raben.„ So ziehen wir aus zur Hermannſchlacht und wollen Rache haben./ 4. Laßt brauſen, was nur brauſen kann, in hellen, lichten Flammen! Ihr Deutſchen alle, Mann für Mann, zum heil'gen Krieg zuſammen! Und hebt die Herzen himmelan und himmelan die Hände,„ und rufet alle, Mann für Mann: Die Knecht ſchaft hat ein Ende!, 5. Laßt wehen, was nur wehen kann, Standarten weh'n und Fahnen! Wir wollen heut uns Mann für Mann zum Helden tode mahnen: Auf! fliege ſtolzes Siegspanier, voran den kühnen Reihen!„ Wir ſiegen oder ſterben hier den ſüßen Tod der Freien.:, WEDI VII. =toßt an! Gießen ſoll leben! Hurra hoch! Stoßt an! Gießen ſoll leben! hurra hoch! Die Philiſter ſind uns gewogen meiſt, ſie ahnen im Burſchen, was Freiheit heißt. Frei iſt der Burſch, frei iſt der Burſch! 2.„ Stoßt an! Haſſo⸗Rhenania lebe! Hurra hoch!: Der die Sterne lenket am Himmelszelt, der iſt's, der unſ're Fahne hält. „. Frei iſt der Burſch! 3.: Stoßt an! Vaterland lebe! Hurra hoch!:“ Seid der Väter heiligem Brauche treu, doch denkt der Nachwelt auch da⸗ bei!„ Frei iſt der Burſch!: 4. Stoßt an! Landesfürſt lebe! Hurra hoch!: Er ver⸗ ſprach zu ſchützen das alte Recht, drum wollen wir ihn auch lieben recht. Frei iſt der Burſch! 5 G, 5. Stoßt an! Frauenlieb lebe! Hurra hoch!: Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, der hält auch Freiheit und Freunde nicht wert.:„ Frei iſt der Burſch!/ 6.„„ Stoßt an! Männerkraft lebe! Hurra hoch!:“ Wer nicht ſingen, trinken und lieben kann, den ſieht der Burſch voll Mit⸗ leid an. Frei iſt der Burſch! 7. Stoßt an! Freies Wort lebe! Hurra hoch!:„ Wer die Wahrheit kennet und ſaget ſie nicht, der bleibt ein ehrlos erbärm licher Wicht.:„ Frei iſt der Burſch! 8. Stoßt an! Kühne Tat lebe! Hurra hoch!: Wer die Folgen ängſtlich zuvor erwägt, der beugt ſich, wo ſich die Über— macht regt.:„ Frei iſt der Burſch! ILTN VIII. Ks klingt ein heller Klang, ein ſchönes deutſches Wort in jedem Hochgeſang der deutſchen Männer fort: Ein alter König, hochgeboren, dem jedes deutſche Herz geſchworen; wie oft ſein Name wiederkehrt, man hat ihn nie genug gehört. 2. Das iſt der heil'ge Rhein, ein Herrſcher, reich begabt, des Name ſchon, wie Wein, die treue Seele labt. Es regen ſich in aller Herzen viel vaterländ'ſche Luſt und Schmerzen, wenn man das deutſche Lied beginnt vom Rhein, dem hohen Felſenkind. 3. Sie hatten ihm geraubt der alten Würden Glanz, von ſeinem Königshaupt den grünen Rebenkranz. In Feſſeln lag der Held geſchlagen; ſein Zürnen und ſein ſtolzes Klagen, wir haben’s manche Nacht belauſcht, von Geiſterſchauern hehr um⸗ rauſcht. 4. Was ſang der alte Held? Ein furchtbar dräuend Lied:„O weh dir, ſchnöde Welt, wo keine Freiheit blüht, von Treuen los und bar von Ehren; und willſt du nimmer wiederkehren, mein ach! geſtorbenes Geſchlecht und mein gebroch'nes deutſches Recht?“ — 5.„O meine hohe Zeit, mein gold'ner Lenzestag! als noch in Herrlichkeit mein Deutſchland vor mir lag, und auf und ab am Ufer wallten die ſtolzen, adligen Geſtalten, die Helden, weit und breit geehrt durch ihre Tugend und ihr Schwert!“ 6.„Es war ein frommes Blut in ferner Rieſenzeit, voll kühnem Leuenmut und mild als eine Maid. Man ſingt es noch in ſpäten Tagen, wie den erſchlug der arge Hagen. Was ihn zu ſolcher Tat gelenkt, in meinem Bette liegt's verſenkt.“ 8 7.„Du Sünder, wüte fort! Bald iſt dein Becher voll; der Nibelungen Hort erſteht wohl, wann er ſoll. Es wird in dir die Seele grauſen, wann meine Schrecken dich umbrauſen. Ich habe wohl und treu bewahrt den Schatz der alten Kraft und Art!“ 8. Erfüllt iſt jenes Wort: der König iſt nun frei, der Nibe— lungen Hort erſteht und glänzet neu! Es ſind die alten uiſiher Ehren, die wieder ihren Schein bewähren: der Väter Zucht und Mut und Ruhm, das heil'ge deutſche Kaiſertum! 9. Wir huld' gen unſerm Herrn, wir trinken ſeinen Wein; die Freiheit ſei der Stern, die Loſung ſei der Rheln Wir wollen ihm aufs neue ſchwören; wir müſſen ihm, er uns gehören. Vom Felſen kommt er frei und hehr, er fließe frei in Gottes Meer! WEI- IX. wiſchen Frankreich und dem Böhmerwald da wachſen unſ're ² Reben. Grüß' mein Lieb am grünen Rhein, grüß' mir meinen kühlen Wein!„ Nur in Deutſchland, nur in Deutſch⸗ land, da will ich ewig leben!, 2. Fern in fremden Landen war ich auch, bald bin ich heim n ſr 1 1 lch, 9 gegangen. Heiße Luft und Durſt dabei, Qual und Sorgen mancherlei— Nur nach Deutſchland tät mein Herz verlangen! 3. Iſt ein Land, es heißt Italia, blüh'n Orangen und Citronen. Singe! ſprach die Römerin; und ich ſang zum Norden hin: Nur in Deutſchland, da muß mein Schätzlein wohnen! 4. Als ich ſah die Alpen wieder glühn hell in der Morgen ſonne: Grüß' mein Liebchen, gold'ner Schein, grüß' mir meinen grünen Rhein! Nur in Deutſchland da wohnet Freud' und Wonne! WIVNT X. Kommt, Brüder! trinket froh mit mir, ſeht, wie die Becher ſchäumen! Bei vollen Gläſern wollen wir ein Stündchen hier verträumen! Das Auge flammt, die Wange glüht, in kühnern Tönen rauſcht das Lied, ſchon winkt der Götterwein! Schenkt ein! Schenkt ein!: Schon winkt der Götterwein! Schenkt ein!:„ 2. Doch was euch tief im Herzen wacht, das willl ich jetzt be— grüßen; dem Füobehen ſſß dies Glas gebracht, der Einzigen, der Süßen! Das höchſte Glück ſer Menſchenbruſt das iſt der Liebe Götterluſt,:„; ſie trägt euch himmelan! Stoßt an!„ ———,—, ein; die wollen 1 N i. Vom Meer! unßre meinen Id' und Becher ündchen kühnern Schenkt tein! tzt be⸗ r Liebe 9— 3. Ein Herz, im Kampf und Streit bewährt bei ſtrengem Schickſalswalten, ein freies Herz iſt Goldes wert, das müßt ihr feſt erhalten. Vergänglich iſt des Lebens Glück, drum pflückt in jedem Augenblick:, euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus!:„. 4. Jetzt ſind die Gläſer alle leer; füllt ſie noch einmal wieder! Es wogt im Herzen hoch und hehr— wir ſind ja alle Brüder, von einer Flamme angefacht— dem deutſchen Volke ſei's ge bracht,:„ auf daß es glücklich ſei und frei!„. CIIITIi Xl. Mel.: Sind wir vereint zur guten Stunde. Reicht von der Wand mir dort hernieder die alte Mütze und das Band, der Hochklang deutſcher Burſchenlieder dringt mir ans Ohr, gar wohlbekannt. Wohlan, ich komme, teure Brüder, zu euch iſt mir kein Weg zu weit; der treu'ſten Freundſchaft treu'ſte Hüter, wenn ihr mich ruft, bin ich bereit. 2. Von fern die alten Freunde grüßen, da ſtrahlt das Aug', da lacht das Herz; der Jugend Tage zieh'n die ſüßen, auf's neu heran mit Luſt und Scherz. Die froh'ſten Stunden tauchen wieder empor aus der Vergeſſenheit, und Gläſerklang und Bur⸗ ſchenlieder erklingen wie in alter Zeit. 3. Die alte Fahne ſeh' ich wehen, der ich als Burſche Treue ſchwor; doch alle nicht mehr ſie umſtehen, die einſt ſie hielten hoch empor. Manch einen hat der Tod gerufen nach ſeinem ew'gen Heimatort, die Freundſchaft aber, die ſie ſchufen, in unſern Herzen lebt ſie fort. 4. Das iſt's, was Alt und Jung verbindet ſo feſt in unſerm ſchönen Bund, daß Freundestreu' nicht eher ſchwindet, bis ſtill das Herz, bis tot der Mund. Doch länger als des Freundes Leben erglänze unſ'rer Liebe Schein; wem wir den Bruderkuß gegeben, der ſoll uns ewig Bruder ſein! 5. Das war kein Traum, kein leeres Schwärmen, nicht blos der Jugend tolle Luſt, für was ſich ſpät noch kann erwärmen das Herz in ernſter Männer Bruſt. Nein, echt wie Gold war, ſtark wie Eiſen, die Freundſchaft, die uns einſt verband; was Lieb' und Treue dort geheißen, hat heut' und immerdar Beſtand. 6. Wohl iſt für uns vorbei für immer die ſchöne, ſtolze Burſchenzeit; doch birgt das Herz noch tief den Schimmer der alten Burſchenherrlichkeit. Des Lebens Laſt drückt' uns nicht nieder, froh blieb das Herz, der Mut blieb frei, und ſchallt der Klang der Burſchenlieder, ſind alsbald wieder wir dabei. 10 7. Drum reich' ich euch die Hand aufs neue, nehmt wieder mich in eu're Reih'n; ich will in alter Lieb und Treue wie einſt mals euer Bruder ſein. Nun hebt die Gläſer, laßt ſie klingen, ſtoßt an, ihr Brüder all, mit mir, heut ſoll der Ruf zum Himmel dringen:„Haſſo⸗Rhenania ſei's Panier!“ Dr. H. Gaſſert, A. H. Hercyniae, Freiburg. AMENNE' XlIl. — alte Burſchenherrlichkeit! wohin biſt du verſchwunden? Nie — kehrſt du wieder, gold'ne Zeit, ſo froh und ungebunden! Vergebens ſpähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! 2. Den Burſchenhut bedeckt der Staub, es ſank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Roſtes Raub, erblichen iſt ſein Schimmer; verklungen der Kommersgeſang, verhallt Rapier und Sporenklang. O jerum etc. 3. Wo ſind ſie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Spieß bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen? Sie zogen mit geſenktem Blick in das Philiſterland zurück. O ſerum etc. 1. Da ſchreibt mit finſterm Angeſicht der eine Relationen, der and're ſeufzt beim Unterricht, und der macht Rezenſionen; der ſchilt die ſünd'ge Seele aus und der flickt ihr verfall’nes Haus. O ſerum etc. 5. Allein das rechte Burſchenherz kann nimmermehr erkalten; im Ernſte wird, wie hier im Scherz, der rechte Sinn ſtets walten; die alte Schale nur iſt fern, geblieben iſt uns doch der Kern, und den laßt feſt uns halten. O jerum etc. 6. Drum, Freunde! reichet euch die Hand, damit es ſich er neue, der alten Freundſchaft heil'ges Band, das alte Band der Treue. Stoßt an und hebt die Gläſer hoch, die alten Burſchen leben noch, noch lebt die alte Treue! O jerum etc. 2EDEWIN XIII. Mel.; Strömt herbei dc. Laßt⸗ ihr buntbemützten Scharen ſchallen euern Feſtgeſang, aus dem Liede der Scholaren töne laut der Freiheit Klang. Singet deutſcher Art zum Preiſe drum ein rechtes Burſchenlied, „ durch deſſ' Wort und durch deſſ' Weiſe friſch der Hauch der Freiheit zieht!:„ wieder Klang. chenlied, uch der 11 2. Singt zum Preiſe eurer Farben, die der Schönheit Glanz verklärt, was die Neider dran verdarben, nicht des Scheltens iſt es wert. Unſ're Farben, die wir tragen, ſchmücken unſ'rer Ehre Schild,„„ ſind nach außen drum geſchlagen, weil's ihn blank zu halten gilt!:„ 3. Greift, die Freundſchaft hoch zu preiſen, in die Saiten tief und voll: Freundſchaft muß die Loſung heißen, wenn der Bund beſtehen ſoll. Deutſche Freundſchaft ſich bewähret, ſie iſt treu bis in den Tod, und die Liebe ſie verkläret wie den Fels das Abendrot! 4. Auf das Auge zu den Sternen, auf den Blick zum Himmels zelt, wo ein Gott in heil'gen Fernen, eures Bundes Banner hält! Auf zum heil'gen Fahneneide hebt die deutſche Hand und ſchwört,: daß dem Gott im Sternenkleide ewig euer Herz gehört.:,. 5. Tretet her, ihr Muſenſöhne, an des Wiſſens heil'gen Born, Schöpft das Gute, trinkt das Schöne aus der Weisheit Wunder horn. Bringt der Schönheit eure Liebe als ein reines Opfer dar,„ legt des Herzens beſte Triebe auf der Wahrheit Hoch altar! 6. Reicht die Hand euch, ihr vom Rheine, ihr vom Neckar, ihr vom Main, ihr vom ſchroffen Alpenſteine, ihr vom grünen Eichenhain. Euer Burſchenwort zum Pfande, Burſchenwort iſt heil'ges Gut!:„ Unſerm deutſchen Vaterlande unſer letzter Tropfen Blut!.. A. Pl. Gaſſert, H. TMD XV. SJeukſt du daran, Genoſſe froher Stunden, wie wir vereint die — Muſenſtadt begrüßt, wir, die als Knaben innig ſchon ver bunden, uns auch als Burſchen noch ſo treu geküßt? Denkſt du daran, wie dort im Dienſt der Muſen die höchſte Freude unſer Herz durchrann;„ wie hoch für Edles ſchlug der Burſchen Buſen? O ſprich, Student, Student, denkſt du daran? 2. Denkſt du daran, welch' luſtdurchglühtes Leben beim Klang der Gläſer uns ſo oft gelacht, wie wir, dem Gott der Freude oft ergeben, dem Antiburſchen Pereat gebracht? Denkſt du daran, wie wir uns Götter dünkten beim Vollgenuß der Burſchenſelig keit, wenn beim Kommers die vollen Becher winkten 0 ſprich, Student, denkſt du der ſchönen Zeit?„ 3. Denkſt du daran, mein vielgeliebter Bruder, wie wir ſo froh die Burſchenzeit verlebt? Oft ging's uns gut, oft unter allem Luder, vor Manichäern hab'n wir nie gebebt. Wenn uns der nervus rerum dann enteilte, der Jude kam, der vielgeliebte Mann,, dem man alsdann die Klaſſiker verkeilte— o Freund und Bruder, denkſt du noch daran?, XV. §) wonnevolle Jugendzeit mit Freuden ohne Ende, mit Minne⸗ — fahrten weit und breit, wo ſich die Schönſte fände. Ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübſchen Weibe gut, und doch iſt nichts aequalis der filia hospitalis, und doch iſt nichts aequalis, der filia hospitalis. 2. Ich kam als kraſſer Fuchs hierher und ſpähte in den Gaſſen, wo mir ein Bett und Zimmer wär, den langen Leib zu faſſen. Fand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch war mir die Bude recht,:„ denn keine iſt aequalis der filia hospitalis. 3. Sie iſt ein gar zu herzig Kind mit ihren blonden Zöpfen, die Füßchen laufen wie der Wind, im Schuh mit Quaſt und Knöpfen; die Schürze bauſcht ſich auf der Bruſt, allwo ich ſchau, iſt eitel Luſt, und keine iſt aequalis der filia hospitalis. 4. Im Haus herrſcht ſie als guter Geiſt und zeigt's an jedem erſten: Der einz'ge Schüler war verreiſt, die Kaſſe mir am leerſten. Da wurd' ihr Wort mir Schutz und Schild und ſtimmte den Philiſter mild; drum iſt auch nichts aequalis der filia hospitalis. 5. Vier Mieter hat ſie: der Juriſt beſucht nur feine Kreiſe, der Mediziner iſt kein Chriſt, der Theolog zu weiſe.— Doch mir, mir, dem Philologus, gab ſie in Züchten einen Kuß, und keine iſt aequelis der filia hospitalis. 6. Auf eines hält ſie ſcharfe acht und läßt nicht mit ſich ſpaſſen, wer je der Magd den Hof gemacht, würd' nimmer ihr mehr paſſen. Zwar das Mamſellchen am Büffett iſt höchſt pikant und äußerſt nett— und dennoch nicht aequalis der filia hospitalis. 7. Du rheiniſch Mädchen, wüßt' ich doch, was Gott mit uns beſchloſſen?— Ich ſchanz' mir in den Kopf ein Loch und ochſe unverdroſſen. Und wärſt du mir auch nie beſchert, zeitlebens bleibſt du hochgeehrt, weil keine dir aequalis, dir, filia hospitalis. — Preisgedicht von Otto Kamp. XVI. Mel.:„Es ritten drei Reiter zum Tor hinaus“. Meim Weidig da ſaßen der Alten einſt drei— beim Bier! Und als noch ein flotter Student kam herbei— warn's vier! Vom Wetter, vom Kriege und von Politik, da reden und raten ſie mit viel Geſchick, juchhe, juchhe, juchhe! Entſcheiden hier Wohl und Weh'. Ich und nichts Gaſſen, 1 faſſen. mir die hs IIS. Jöpfen, laſt und hſchau, jedem mir am ſtimmte der filia Kreiſe, Doch iß, und Bier! 's vier nd raten T' ier Wohl Und als ſie geſeſſen ſchon lange Zeit beim Bier! Da fragt einer liſtig und grundgeſcheit: Sagt mir! Wer löſet das Rätſel des Namens der Stadt, wer ſagt die Bedeutung, wer weiß mir hier Rat? Juchhe, juchhe, juchhe! Ich möcht's gerne hören und ſeh'n. 3. Da tat der eine'nen kräftigen Zug vom Bier! Und redete lange und ſprach auch gar klug: Glaubt mir! Von Gunniſer Mark, Göns, Gunnesheim kann einzig der Name des Ortes nur ſein. Juchhe, juchhe, juchhe! Iſt das nicht recht und ſchön? 4. Mein lieber Kollege, ſprach der Geograph beim Bier: „Ihr Studium in Ehren, doch richtiger traf— dünkt mir! Der Gießen vom Münden der Wieſeck beſtimmt, ſeit Alters das Bäch lein ſein Ende hier nimmt. Juchhe, juchhe, juchhe! So konnt' es allein nur geſcheh'n“. 5. Der Dritte lacht ſpöttiſch und greifet zum Krug beim Bier!„Aus eurem Gerede da werd' ich nicht klug glaubt mir! Gar oft gießt in Strömen der Regen herab, nichts anders dem Orte den Namen hier gab. Juchhe, juchhe, juchhe! Ihr könnt es ja ſelber oft ſeh'n“. 6. In Ehren, ihr Herren der Wiſſenſchaft beim Bier! Der Studio beſcheiden und doch mit Kraft, ſagt hier: Seit Jahren hier hinter die Binde viel gießen die Herren Studenten, das konnt ihr doch wiſſen. Juchhe, juchhe, juchhe! So konnt nur der Name erſteh’n“. 7. Da lachten ſie alle und huben das Glas voll Bier! Herr Studio wahrhaftig, das dünket uns was um vier! Drum wollen zu Ehren und Frommen von Gießen den letz ten 5 F nun hinter die Binde wir gießen. Juchhe, juchhe, juchhe! Mög's immer feuchtfröhlich beſteh'n! A. H. Ledroit. KI XVII. Weund wir durch die Straßen ziehen, recht wie Burſch in Saus und Braus, ſchauen Augen, blau und graue, ſchwarz und braun aus manchem Haus; und ich laß die Blicke ſchweifen durch die Fenſter hin und her, faſt als wollt ich eine ſuchen,:„ die mir die Allerliebſte wär.„ Und doch weiß ich, daß die eine wohnt viel Meilen weit von mir, und⸗doch kann ich's Schaun nicht laſſen nach den ſchmucken Jungfern hier. Liebchen, woll' dich nicht betrüben, wenn dir eins die Kunde bringt, und daß dich's nicht überraſche, , dieſes Lied der Wandrer ſingt: 14 3. Liebchen weißt, warum die Bruſt mir ſchmückt ein gelb⸗weiß⸗ rotes Band? Gelb iſt meines Glaubens Farbe, den ich freudig ſtets bekannt. Weiß mir deutet deine Unſchuld, Rot der Liebe heil'gen Bund, den kein Siegel beſſer wahret,„ als ein Kuß von deinem Mund. .7. 4. Liebchen, glaube meiner Treue! Schau das Band auf meiner Bruſt! Gelb dir ſage daß ich diene meinem Glauben froh bewußt. Rot dir zeige, daß ich opfre Gut und Blut für's Vaterland. Und wer ſo in Treue ſtehet traue ihm, ihm reich die Hand:, 5. Liebchen, nicht um Goldeslohne hör ich auf, dir treu zu ſein, nicht um eine Königskrone; ewig, ewig bleib ich dein! Doch das Schan'n nach hübſchen Mädchen, die ſo freundlich nach mir ſehn, nach den Braunen, nach den Blonden,„ wirſt du mir doch zugeſteh'n.„ TE XVIII. Burſchen heraus! Laßt es ſchallen von Haus zu Haus! Wenn . der Lerche Silberſchlag grüßt des Maien erſten Tag, dann heraus und fragt nicht viel, friſch mit Lied und Lautenſpiel. Burſchen heraus! 2. Burſchen heraus! Laßt es ſchallen von Haus zu Haus! Ruft um Hilf' die Poeſei gegen Zopf und Philiſterei; dann heraus bei Tag und Nacht, bis ſie wieder frei gemacht! Burſchen heraus! 3. Burſchen heraus! Laßt es ſchallen von Haus zu Haus! Wenn es gilt für's Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut'gem Sang, wär es auch zum letzten Gang! Burſchen heraus! WNIII XIX. Mein Lebenslauf iſt Lieb und Luſt und lauter Liederklang; ( ein frohes Lied aus heit'rer Bruſt macht froh den Lebens⸗ gang. Man geht bergaus, man geht bergein, heut' grad' und morgen krumm, durch Sorgen wird's nicht anders ſein, was kümm'r ich mich darum! Heida, juchhe! drum kümm'r ich mich nichts drum! Heida, juchhe, drum kümm'r ich mich nichts drum! 2. Das Leben wird, der Traube gleich, gekeltert und gepreßt; ſo gibt es Moſt, wird freudenreich und feiert manches Feſt. Drum zag' ich nicht, engt mir die Bruſt des Schickſals Unmut ein, bald brauſ' ich auf in Lieb und Luſt und werde reiner Wein! „ Heida, juchhe! drum kümm'r ich mich nichts drum! eu D zu ſein, Doch das nach mir umir doch us! Wenn Tag, dann autenſpiel. 2. C2 zu Haus dann b N 7 Burſchen zu Haus! zur Hand, zut 1 n Gang! ederklang, en Lebens⸗ grad' und ein, was ich mich bts drum! d gepreßt; es Feſt. ls Unmut 15 3. Die Zeit iſt ſchlecht, mit Sorgen trägt ſich ſchon das junge Blut; doch wo ein Herz voll Freude ſchlägt, da iſt die Zeit noch gut. Herein, herein, du lieber Gaſt, du, Freude, komm zum Mahl, würz' uns, was du beſcheret haſt, kredenze den Pokal! 4. Weg, Grillen, wie's in Zukunft geht und wer den Szepter führt! Das Glück auf einer Kugel ſteht und wunderbar regiert. Die Krone nehme Bacchus hin, nur der ſoll König ſein! Und Freude ſei die Königin, die Reſidenz am Rhein! 5. Beim großen Faß zu Heidelberg, da ſitze der Senat und auf dem Schloß Johannisberg der hochwohlweiſe Rat! Der Herrn Miniſter Regiment ſoll beim Burgunderwein, der Kriegs rat und das Parlament ſoll beim Champagner ſein! 6. So ſind die Rollen ausgeteilt und alles wohlbeſtellt; ſo wird die kranke Zeit geheilt und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heiße Glut, drum leb' das neue Reich, ein Zecher mut, ein wahrer Mut: Der Wein macht alles gleich. WWGNNV' XX. Wos ſchiert mich Reich und Kaiſerprunk mit all den böſen Plagen, will mir viel beſſer doch ein Trunk in Ruhe hier behagen! So ſprach der Kaiſer Wenzeslaus und trank den vollen Humpen aus, beim Königſtuhl zu Rhenſe. 2. Drauf Kurfürſt Rupprecht von der Pfalz hub an:„Mein Herr und Kaiſer, ihr ſprecht allda mit vielem Stolz vom roten Aßmannshäuſer. Doch glaubt mir's, ich bericht s Euch recht: Auch Bacharacher ſchmeckt nicht ſchlecht beim Königsſtuhl zu Rhenſe“. 3. Und als der Kaiſer Wenzel das und all' die Herrn ver⸗ nommen, da ließen ſie von dort ein Faß des edlen Weines kommen; und ſetzten ſich früh Tages dran und ſchenkten ein und ſtießen an beim Königsſtuhl zu Rhenſe. 4. Der Kaiſer ſprach:„Der Wein ſchmeckt mir, das ſag' ich ohn' Bedenken, und wer des edlen Weines hier genug mir wollte ſchenken, dem gäb' ich meine Kron' zum Dank!“ Er ſprach es, ſchwieg und trank und trank beim Königſtuhl zu Rhenſe. 5.„Wohlan, den Handel geh' ich ein!“ ſprach Rupprecht mit Behagen.„Ich will ſtatt Euer Kaiſer ſein und Eure Krone tragen. Vier Fuder, denk ich, ſind genung, die dienen Euch der⸗ weil zum Trunk beim Königsſtuhl zu Rhenſe. 6.„Nimm Szepter, Hermelin und Kron', nimm alles, was ich trage; doch quält dich Zwietracht einſt und Hohn, ſo denk' an mich und ſage: Der Wein iſt mehr als Kronen wert, das hat ein Kaiſer mich gelehrt beim Königsſtuhl zu Rhenſe“. — 16 XXI. M Yerkt auf, ich weiß ein neu Gedicht von einer hohen Shu und wenn ſie liegt am Neckar nicht, ſo ſuchet ſie in Thule. Dort ſchwingt den Becher jun und alt, die Knaben, Männer, Greiſe; und tauſendſtimmig hallt und ſchall t die alte, hehre Weiſe: Die Welt iſt rund und muß ſich dreh'n, was oben war muß unten ſteh'n. Wein her! Wein her! Wein her! Wein her! Wein her! 2. Einſt ſprach der Rektor kummerſchwer:„Es will mich faſt bedünken, als ob die Herrn Studenten mehr c ihnen Renait, trinken. Laßt's eure Sorge ſein, Pedell, daß Maß die Jugend halte!“ Da eilte der Getreue ſchnell zur Schenke, wo es ſchallte: Die Welt iſt rund ꝛc. 3. Es rann das große Ausſtichfaß im Schank zum gold'nen Löwen; der Boden und der Tiſch war naß vom edlen Blut der Reben. Der Herr Pedell kam, ſah und trank erſt Neuen und dann Alten, bis ſchwer das Haupt ihm niederſank und ſeine Lippen lallten: Die Welt iſt rund ꝛc. 4. Tags drauf der Rektor zürnend ſprach:„Auch ihr zählt zu den Toren; jetzt geht und ruft in mein Gemach die Herren Profeſſoren!“—„Ihr werten Herrn, nun ſteht mir bei, den uns vertrauten Seelen zu legen Suff und Völlerei und das verwünſchte Gröhlen: Die Welt iſt rund ec. 5. Es ſaßen bis nach Mitternacht beiſamuien die Hochweiſen, und weil das Sprechen durſtig macht, ließ man den Becher kreiſen; und als der Herr Pedell ſein Ohr genäh'rt der Türe Spalte, fuhr er mit freud'gem Schreck empor, dieweil es drinnen ſchallte: Die Welt iſt rund ꝛc. 6. Es war den Herrn am nächſten Tag im Kopfe etwas öde, von Schwelgerei und Zechgelag war weiter nicht die Rede. Stu⸗ denten trinken und Senat ſeitdem mit gleicher Freude, und himmelwärts ſchallt früh und ſpat der hehre Sang noch heute: Die Welt iſt rund ꝛc. W- XXII. Sinſt lebt ich ſo harmlos in Freiheit und Glück, gefüllt war der Beutel, ſtets heiter mein Blick; ich klirrte mit Sporen, ich ſchwang das Rapier, zu frohen Geſängen wie ſchmeckte das Bier! Frohlockend ſtets ſchwärmt ich durch Fluren und Hain. „ O ſelig, o ſelig, ein Fuchs noch zu ſein!:„ nich faſt ziemet, X Jugend ſchallte: lt war Sporen, das Hain. 9 17— 2. Jetzt hab' ich Semeſter und heiß' altes Haus, das war ja mein Sehnen, da ſtrebt ich hinaus! Kein Moos nun in Bänken, der Bären ſo viel, die brummen entſetzlich, nie werden ſie ſtill! Die Schätze der Weisheit ſind auch noch nicht mein.„ O ſelig, o ſelig, ein Fuchs noch zu ſein!„ Und endet der Burſche und muß er nach Haus, umarmen ihn Freunde noch einmal beim Schmaus. Von manchem ver⸗ geſſen, der nahe ihm ſtand, verläßt er der Freiheit geheiligtes Land; er wird ein Philiſter und ſteht ſo allein;„o ſelig, o ſelig, ein Fuchs noch zu ſein!„. WTEN-' XXIII. 3 ſin der Burſch die Straß' entlang, drängt ſich alles, ihn zu 1 ſchauen, und es lauſchen dem Geſang an den Fenſtern ſchöne Frauen. Vater, ſchließ' die Läden zu, Mutter, hüt dein Mädchen du. Bliakt er gleich ſo brav und gut, ein Student iſt leichtes Blut. Wer keine Sorge je und kein Verzagen weiß, und wer ſich raſch erſtürmt des Lebens kecken Preis, wer ſtändig lichterloh, doch nie zu Ende brennt, lebt ſeinen Jugendtag als richtiger Student, ja, als richtiger Student. 2. Sitzt der Burſch beim klaren Wein, fühlt er heidniſch Götter leben, und in ſüßen Melodei'n ſieht er gold'ne Träume ſchweben. Spiele ſchneller, Muſikant, flinkes Lieschen, ſe zur Hand; ſo ein Glas iſt nicht genug, bring mir Wein im Deckelkrug. Wer keine Sorge je und kein Verzagen weiß, und wer ſich raſch er— ſtürmt des Lebens kecken Preis, wer Bacchus Bein ntuen und Schenke Heimat nennt, lebt ſeinen Jugendtag als richtiger Sündt, ja, als richtiger Student. .Geht der Burſch in Amt und Stand, iſt er auch noch zu nii nütze, doch an ſeiner Kl. auſe Wand hängt er Band und bunte Mütze. Nun⸗ verſuch es, Werktagslaſt, zwiebl e ihn, bis du ihn haſt; doch er wei iß ſein ſchönes Glück, findet ſeinen Weg zurück. Wer keine Sorge je und kein Verzagen weiß, und wer ſich raſch Feſtunt des Lebens kecken Preis, wer ſich als alter Herr doch ſtolz als Burſch bekennt, der bleibt ſein Leben lang ein richtiger Student, ja, ein richtiger Student. MEMTDd- XXIV. Wi lugen hinaus in die ſonnige Welt allzeit mit lachenden Augen; des fahrenden Volkes durſtigem Schlag mag Frohes und Freies nur taugen. Wir wandern und ſingen und naht das lilck ſo packen wir's hurtig beim Kragen,„ und trinken den Wein und küſſen die M 35 und laſſen den Eulen das Klagen.— 18 2. Die Schriften der Alten ſtudierten wir gut, ſie haben in's Schwarze getroffen; Anakreon und Horatius, die größten der Philoſophen. Drum, Alter, laß ab von ſcheltendem Tun, und denke der Söhne, der lieben,„ und denke der Zeit, wo du vor⸗ einſt vielleicht es noch ärger getrieben.„ 3. Ein Weilchen nur währt's, ſind Saus und Braus vom Strudel des Lebens verſchlungen; die tobenden Wogen der Jugendluſt, die himmelan jauchzend geſprungen. Philiſter heißt man und alles iſt aus; und die am tollſten gewettert,:„;õ ſind ſtill und ſtumm, die Lieder vertönt, die Becher der Freude zer⸗ ſchmettert.:, 4. Drum heiſa, halloh und drein gehaut! Zum Teufel mit Kummer und Sorgen! Laßt kreiſen das Horn, bis Hahnenſchrei verkündet den kommenden Morgen. Zum Trübſalblaſen kommen wir noch, wallt Blondhaar ſilbern dem Kreiſe. Es lebe die ſelige Jugendzeit, Holdlieb und die launige Weiſe! TEVITI XV. Nun friſch auf den Tiſch einen neuen Pokal, es hat ſich ver⸗ N laufen die lärmende Zahl. Vermeſſenen Wortes und prahlen den Schlucks betrinkt ſich der noch nicht geläuterte Fuchs. Beim goldenen Weine, beim ſchäumenden Bier, die richtigen Zecher ſind immer nur wir,:„ wir alten Studenten mit ſicherem Ziel, wir trinken nie wenig und niemals zuviel. e 2. Wir preiſen den Weiſen Altgriechenlands gleich die Eudä monia und gründen ihr Reich, olympiſche Zecher in heiterer Ruh, und Hebe bringt Roſen und Jugend dazu.„ Beim goldenen Weine C., 2 3. Die alten Geſtalten germaniſcher Zeit, die waren zum Auf— bruch auch niemals bereit. Wir einen, als redliche Nachkommen⸗ ſchaft, mit griechiſcher Schönheit germaniſche Kraft.:„ Beim goldenen Weine dc.„ 4. Es wende zum Ende ſich immer die Nacht, wir haben noch niemals der Stunden gedacht. Und führt uns der Morgen durch's offene Tor,„da glänzen die Wolken, da teilt ſich der Flor“.„ Beim goldenen Weine ꝛc.:, „. TI- r heißt :. Fn ben noch Morgen ſich der 19 XXVI. Woblauf, die Luft geht friſch und rein, wer lange ſitzt, muß roſten; den allerſonnigſten Sonnenſchein läßt uns der Himmel koſten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerzeit ins Land der Franken fahren! Valleri, vallera, valleri, vallera, ins' Land der Franken fahren! 2. Der Wald ſteht grün, die Jagd geht gut, ſchwer iſt das Korn geraten, ſie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt ſich auch das Herbſten an, die Kelter harrt des Weines, der Winzer Schutzherr Kilian beſchert uns etwas Feines. Valleri ꝛc. 3. Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär' ich mitgewallt, ihr Pfarr' wollt' mich nicht haben! So muß ich ſeitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. Valeri ꝛc. 4. Zum heil'gen Veit von Staffelſtein komm ich emporgeſtiegen und ſeh' die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen; Von Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel die breite, ſtromdurchglänzte Au, ich wollt', mir wüchſen Flügel. Valleri ꝛc. 5. Einſiedelmann iſt nicht zu Haus, dieweil es Zeit zu mähen; ich ſeh' ihn an der Halde draus bei einer Schnitt'rin ſtehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gib nns zu trinken! Doch wer bei ſchöner Schnitt'rin ſteht, dem mag man lange winken. Valleri ꝛc. 6. Einſiedel, das war mißgetan, daß du dich hubſt von hinnen, Hoiho! die Pforten brech' ich ein und trinke, was ich finde. Du Valleri dc. WVEMTVNT' XXVII. Woes mit den Grillen und Sorgen, Brüder, es lacht ja der Morgen uns in der Jugend ſo ſchön! Laßt uns die Becher bekränzen, laßt bei Geſängen und Tänzen uns durch die Pilger⸗ welt geh'n, bis uns Cypreſſen umwehn! 2. Flüchtig verrinnen die Jahre, ſchnell von der Wiege zur Bahre trägt uns der Fittig der Zeit. Noch ſind die Tage der Roſen, ſchmeichelnde Lüfte umkoſen Buſen und Wangen uns heut! Brüder, genießet die Zeit! 20 3. Fröhlich zu wallen durchs Leben, trinken vom Safte der Reben, heißt uns der Wille des Herrn. Auf denn, ihr fröhlichen Zecher, ſingt ſeine Güte beim Becher, Fröhliche ſieht er ſo gern. Preiſet den gütigen Herrn! 4. Sehet, in Oſten und Weſten keltert man Trauben zu Feſten, Gott gab zur Freude den Wein! Gott ſchuf die Mädchen zur Liebe, pflanzte die ſeligſten Triebe tief in den Buſen uns ein. Liebet und trinket den Wein! 5. Dräut euch ein Wölkchen von Sorgen, ſcheucht es durch Hoffnung bis morgen, Hoffnung macht alles uns leicht. Hoff⸗ nung, du ſollſt uns im Leben liebend und tröſtend umſchweben. Und wenn Freund Hein uns beſchleicht, mache den Abſchied uns leicht! MEDTT' XXVIII. Dein Tröpflein mehr im Becher, kein Geld im Säckel mehr, da wird mir armen Zecher das Herze gar ſo ſchwer. Das Wandern macht mir Pein, weiß nicht, wo aus noch ein; ins Kloſter möcht' ich gehen, da liegt ein kühler Wein, da liegt ein kühler Wein! 2. Ich zieh' auf dürrem Wege, mein Rock iſt arg beſtaubt, weiß nicht, wohin ich lege in dieſer Nacht mein Haupt. Mein' Herberg' iſt die Welt, mein Dach das Himmelszelt, das Bett, darauf ich ſchlafe, das iſt das breite Feld. 3. Ich geh' auf flinken Sohlen, doch ſchneller rei't das Glück; ich mag es nicht einholen, es läßt mich arg zurück. Komm ich an einen Ort, ſo war es eben dort; da kommt der Wind ge⸗ flogen, der pfeift mich aus ſofort. 4. Ich wollt, ich läg' zur Stunde am Heidelberger Faß, den offnen Mund am Spunde und träumt, ich weiß nicht was. Und wollt' ein Dirnlein fein mir gar die Schenkin ſein, mir wär's, als ſchwämmen Roſen wohl auf dem klaren Wein. 5. Ach, wer den Weg doch wüßte in das Schlaraffenland! Mich dünket wohl, ich müßte dort finden Ehr' und Stand. Mein Mut iſt gar ſo ſchlecht, daß ich ihn tauſchen möcht, und ſo's Dukaten ſchneite, das wär' mir eben recht! WEIT ſte der hlichen gern. den zu kädchen en uns durch Hoff weben. ad uns ed uns eſtaubt, Mein' Bett, Glück; nm ich ind ge enland! Stand. gt, und 21— XXIX. As ich ſchlummernd lag heut Nacht, lockten ſüße Träume, I ſchimmernd in der Jugend Pracht, mich in ferne Räume. Kraſſes Füchslein ſaß ich ſchlank in der Kneipe wieder, und in vollem Chore klang laut das Lied der Lieder: Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus! post jucundam juventutem, post molestam senectutem nos habebit humus, nos habebit humus. 2. Tabakswolkenduft umkreiſt bläulich Rheinweinbecher, deſto heller flammt der Geiſt in dem Haupt der Zecher. Füchslein fühlt im Weltenrund ſich der Schöpfung Krone; und er ſingt mit keckem Mund und mit keckem Tone: Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere? Vadite ad superos, transite ad inferos. ubi jam fuere. 3. Jäh erwacht ich. Glockenklar tönt mir's in den Ohren: —*.— C.—.— Heut ſind's runde ſiebzig Jahr ſeit du wardſt geboren. Heut ſchon liegen hinter dir der Semeſter hundert!— Hell rieb ich die Augen mir, ſummte ſtill verwundert: Vita nostra brevis est, brevi finietur, venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur. 4. Schnell vom Lager ſprang ich auf, rief: Mir hat das Leben viel in ſeinem kurzen Lauf, Leid und Luſt gegeben. Sei vergeſſen, was gedrückt mich mit Sorg' und Plage; heut ein Hoch dem, was beglückt meine jungen Tage: Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore! 5. Gold'ne Burſchenzeit entpflog ſchnell— daß Gott erbarme! ledern Philiſterium zog mich in dürre Arme. Doch philiſtern lernt' ich nicht, hoch, auf gold'nen Schwingen trug mich Lieb' zum Himmelslicht, jubelnd durft ich ſingen: Vivant omnes virgines, graciles, formosae! vivant et mulieres, tenerae, amabiles, bonae, laboriosae! 6. Weib und Kinder an der Hand, freut ich mich des Lebens; nützlich ſein dem Vaterland, ward das Ziel des Strebens. Konnte ſich's zum Paradies auch nicht ganz geſtalten, Treue, die ich ihm erwies, hat's mir doch gehalten. Vivat et respublica et qui illam regit! Vivat nostra civitas, maecenatum caritas, quae nos hic protegit! 7. Im latein'ſchen Liede ſang heut ich alter Knabe meines Lebens ganzen Gang von der Wieg' zum Grabe; komme, wann du willſt, Freund Hein, mich zur Ruh zu bringen; doch wie einſt als Füchſelein will der Greis noch ſingen: Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabolus, quivit antiburschius, atque irrisores! XXX. Deinen Tropfen im Becher mehr und der Beutel ſchlaff und leer, lechzend Herz und Zunge.— Angetan hat's mir dein Wein, deiner Auglein heller Schein,:„ Lindenwirtin, du junge.:„ 2.„Angekreidet wird hier nicht, weil's an Kreide uns gebricht“, lacht die Wirtin heiter.„Haſt du keinen Heller mehr, gib zum Pfand dein Ränzel her,„„õ aber trinke weiter“.„ 3. Tauſcht der Burſch ſein Ränzel ein gegen einen Krug voll Wein, tät zum Geh'n ſich wenden. Spricht die Wirtin:„Junges Blut, haſt ja Mantel, Stab und Hut,„ trink und laß dich pfänden“.„ 1. Da vertrank der Wanderknab' Mantel, Hut und Wander⸗ ſtab, ſprach betrübt:„Ich ſcheide. Fahre wohl, du kühler Trank, Lindenwirtin, jung und ſchlank,„ liebliche Augenweide!:„ 5. Spricht zu ihm das ſchöne Weib:„Haſt ja noch ein Herz im Leib, laß mir's, trauter Wand'rer!“ Was geſchah, ich tu's euch kund, auf der Wirtin rotem Mund, brannte heiß ein andrer.„ 6. Der dies neue Lied erdacht, ſang's in einer Sommernacht luſtig in die Winde; vor ihm ſtand ein volles Glas, neben ihm Frau Wirtin ſaß unter der blühenden Linde. TTIVI' XXXI. Beim Roſenwirt am Grabentor, des Abends um halb ſechs, D. den Hammer ſchwingt der Wirt empor und ſchlägt den Zapfen ex! Das ſchlurrt und glurrt aus feuchter Nacht vom Spundloch in die Kann', ei ſeht, wie's Antlitz jedem lacht, jed— wedem Zechersmann.„„Bierlein rinn, Bierlein rinn! Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich geſtorben bin!“„ 2. Beim Roſenwirt im Stübel drin, da ſitzt ein junges Blut, die ſchmucke, ſchlanke Kellnerin war ihm noch geſtern gut; doch heute iſt ſie durchgebrannt, fahr' wohl, du falſche He;y! Der Burſch' kehrt ſein Geſicht zur Wand und ſummt um halber ſechs:„ Bierlein rinn ⸗c.„ 3. Beim Roſenwirt am Eichentiſch da thront ein braver Greis, die Wangen rot, die Augen friſch, die Haare ſilberweiß. Schlug ihm gleich manchen großen Plan das Schickſal ſchnöd' entzwei, um halber ſechs ſchlägt auch wer an, der alte brummt dabei: „ Bierlein rinn aC.„ 642= aff und mir dein junge., Junges laß dich Wander⸗ r Trank, ein Herz tu's euch ndrer. nernacht ihm Blut, „doch r! Der n halber d3 dlun entzwei/ t dabei: 4. Beim Roſenwirt am Grabentor da blüht ein fein Gewächs, das heben wir im Glas empor ſchon abends um halb ſechs. Wir heben es gar emſig hoch, wir leeren's auf den Grund um Mitternacht da klingt es noch, ſchallt's noch von Mund zu Mund: Bierlein rinn ꝛc.: TTT XXXII. Thr mögt den Rhein, den ſtolzen, preiſen, der in dem Schoß J der Reben liegt; wo in den? Bergen ruht das Eiſen, da hat die Mutter mich gewiegt. Hoch auf dem Fels die Tannen ſteh'n, im grünen Tal die Herden geh'n, als Wächter an des Hofes Saum reckt ſich empor der Eichenbaum. Da iſt's, wo meine Wiege ſtand! O grüß' dich Gott, Weſtfalenland! 2. Wir haben keine ſüßen Reden und ſchöner Worte Überfluß, und haben nicht ſobald für jeden den Brudergruß und Bruder⸗ kuß. Wenn du uns willſt willkommen ſein, ſ ſo ſchau' aufs Herz, nicht auf den Schein, und ſieh' uns grad' hinein in's Aug'! Gradaus, das iſt Weſtfalenbrauch! Es fragen nicht nach Spiel und Tand die Männer in Weſtfalenland. 3. Und unſ're Frauen, unſ're Mädchen, mit Augen blau wie Himmelsgrund, ſie ſpinnen nicht die Liebesfädchen zum Scherz nur für die müß ge Stund'! Ein frommer Engel hält die Wacht in ihrer Seele, Tag und Nacht. Und treu in Wonne, treu im Schmerz bleibt bis zum Tod ein liebend Herz! Glückſelig, weſſen Arm umſpannt ein Liebchen aus Weſtfalenland! 4. Behüt' dich Gott, du rote Erde, du Land von Wittekind und Teut! Bis ich zu Staub und Aſche werde, mein Herz ſich ſeiner Heimat freut. Du Land Weſtfalen, Land der Mark, wie deine Eichenſtämme ſiard, dich ſegnet noch der blaſſe Mund im Sterben, in der letzten Stund'¹ Du Land, wo meine Wiege ſtand, o grüß' dich Gott, Weſtfalenland! WTeM- XXXIII. n jedem vollen Glaſe Wein ſeh' unten auf dem Grund ich deine hellen A underde ich deine hellen Augelein und deinen ſüßen Mund, und deinen ſüßen Mund. 2. Da trink' ich ſchnell und warte nicht und küſſe dich im Wein,, auf's neu zu ſchau'n dein Angeſicht, ſchenk' ſchnell ich wieder ein.—„ 3. So füll' und leer' mein Gläschen ich und trinke immerzu. „ Nennt man mich nächſtens liederlich:: die Schuld, mein Schatz, haſt du!„ 24— XXXIV. Meine Muſ' iſt gegangen in des Schenken ſein Haus, hat IA die Schürz' umgebunden und will nicht heraus; will Kell— nerin werden, will ſchenken den Wein, da ſteht ſie am Tore und winkt mir herein. 2. Und über ihrem Haupte da ſpielet die Luft mit grünenden Zweigen und würzigem Duft' Seht, wie ſie ſich drehet ſo flink, ſo gewandt, die Kann' unterm Arme, das Glas in der Hand! 3.„Herein, lieber Zecher, ich ſchenke dir Wein, ich ſchenke dir Lieder noch obendrein. Nun mußt du hübſch bleiben im Wirts⸗ haus bei mir, ich geb' freie Zeche und freies Quartier!“ 4.„Drum locke mich nimmer hinaus in den Hain, zu ein— ſamen Klagen ob ſehnlicher Pein! Hier unter den Zweigen vor unſerem Haus, da ſchlafen die Leiden gar luſtig ſich aus!“ 5.„Auch laß uns nicht ſchweifen umher in der Welt, einen Helden zu ſuchen, der allen gefällt! Gar lang ſind die Wege, gar kurz iſt die Zeit und auf den Karpathen ſind die Wege beſchneit“. 6. So ließ ſie ſich hören, wer hielte das aus? Flugs bin ich geſprungen ihr nach in das Haus. Nun ſchenke mir Lieder und ſchenke mir Wein und rufe mir frohe Geſellen herein! li XXXV. A“* den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein, mein 81 Sohn, ich rate dir gut; da geht dir das Leben zu lieblich ein, da blüht dir zu freudiger Mut! 2. Siehſt du die Mädchen ſo frank und die Männer ſo frei, als wär' es ein adlig Geſchlecht, gleich biſt du mit glühender Seele dabei, ſo dünkt es dich billig und recht. 3. Und zu Schiffe, wie grüßen die Burgen ſo ſchön und die Stadt mit dem ewigen Dom! In den Bergen, wie klimmſt du zu ſchwindelnden Höh'n und blickeſt hinab in den Strom! 4. Und im Strome da tauchet die Nix' aus dem Grund und haſt du ihr Lächeln geſeh'n, und ſang dir die Lurlei mit bleichem Mund, mein Sohn, ſo iſt es geſcheh'n. 5. Dich bezaubert der Laut, dich betört der Schein, Entzücken faßt dich und Graus. Nun ſingſt du immer:„Am Rhein, am Rhein!“ und kehrſt nicht wieder nach Haus. TLTdu 1 ma mit aus, hat Kell im Toro 1 Tore ünenden zu ein⸗ igen vor t, einen e We 3 le Wege, Wege ie „mein lieblich und die klimmſt Strom! entzücken hein, am 25 XXXVI. (Studentenherz, was macht dich trüb? was ſoll dein banges — Zagen? fragſt, wo die luſt'ge Freiheit blieb, von der die Lieder ſagen? Studentenherz, ergieb dich drin,„¹z ſie iſt ver ſchwunden und dahin. 2. Ach nein, nicht darum dieſer Schmerz, nicht darum Gram und Zagen! Mein Herz iſt eben auch ein Herz und menſchlich will es ſchlagen. Daß ich ſo fern bei meinen Lieb,„F ſo gar zu fern, das macht mich trüb.„ 3. Du armes Herz, du dau'rſt mich ſehr, das iſt ein bitt'res Leiden, ſo weit weg ohne Wiederkehr von ſeiner Liebſten ſcheiden. Doch friſche Jugend, friſcher Mut;:„ Studentenblut iſt luſtig 3 3 4. Ach, Luſt und Jubel mag ich nicht, woran ſollt' ich mich weiden? Ihr weicher Mund, ihr hold Geſicht, das waren meine Freuden, und mag ich noch ſo ferne ſein,„ ſchlägt doch mein Herz nur ihr allein.„ 5. Nun denn, Heclie ſo wag' es drauf, du gehſt auf ſchnellen Füßen; nimm Stab und Ränzel, mach' dich auf, kehr' heim zu deiner Süßen! In ihrem Arm, an ihrer Bruſt,: Studenten⸗ herz, o welche Luſt! TT XXXVII. U ſchau' ich hin, ſo ſchau'ſt du her, das macht mein Herz ſo ſchwer„ Und ſchau' ich her, ſo ſchau'ſt du hin, das macht mir wirr den Sinn. O ſchau' nur,¹„j ein einzig's mal:, mitleidsvoll in meine Liebesqual. 2. Und komm' ich an, ſo geh'ſt du weg, das ſetzt mein Herz „ in Schreck.: Und will ich nach, ſo ſchiltſt du laut, daß alles nach mir ſchaut. O bleib nur, ein einzig's mal:, tröſtend liehn bei meiner Liebesqual. Und ſpreche ich, ſo ſchweigt dein Mund, das ſticht mein Hers*„ ſo wund,. ns ſag' ich ja, ſo ſag'ſt du nein! das macht mir große Pein. O ſprich nur„ ein einzig's mal, mitleidsvoll bei meiner Herzensqual. 4. Und weine ich, ſo lacheſt du, das ſchnürt mein Herz:, mir zu;:.: und läch'le ich, ſo weineſt du, das ſcheucht mir alle Ruh. O wein' nur,, ein einzig's mal, ſtill und mild in meine Liebesqual! WIIT — 26 XXXVIII. Beſer Burſche zieh ich aus, behüt' dich Gott, Philiſterhaus! „ Zur alten Heimat geh' ich ein, muß ſelber nun Philiſter ſein.„ 2. Fahrt wohl, ihr Straßen grad und krumm, ich zieh' nicht mehr in euch herum,, durchtön' euch nicht mehr mit Geſang, mit Lärm nicht mehr und Sporenklang.„. 3. Was wollt ihr Kneipen all von mir? mein Bleiben iſt nicht mehr allhier;:, winkt nicht mit eurem langen Arm, macht mir mein durſtig Herz nicht warm!„ 4. Ei, grüß' euch Gott, Kollegia! wie ſteht ihr in Parade da! „ Ihr dumpfen Säle, groß und klein, jetzt kriegt ihr mich nicht mehr hinein!:„ 5. Auch du, von deinem Giebeldach, ſiehſt mir umſonſt, o Karzer nach; ,„ für ſchlechte Herberg' Tag und Nacht ſei dir ein Pereat gebracht.„ 6. Da komm ich, ach! an Liebchens Haus; o Kind, ſchau noch einmal heraus;:, heraus mit deinen ÄAuglein klar, mit deinem dunkeln Lockenhaar! 7. Und weiter, weiter geht mein Lauf, tut euch, ihr alten Tore auf!:, Leicht iſt mein Sinn und froh mein Pfad; gehab' dich wohl, du Muſenſtadt!„ 8. Ihr Brüder, drängt euch um mich her, macht mir mein leichtes Herz nicht ſchwer!„ Auf friſchem Roß, mit frohem Sang geleitet mich den Weg entlang!„. 9. Im nächſten Dorfe kehret ein, trinkt noch mit mir von einem Wein! Nuu denn, ihr Brüder, ſei's, weil's muß, das letzte Glas, den letzten Kuß!„ terhaus! Philiſter jeh nicht Geſang, eiben iſt macht roo K ade da! 4 au noch t deinem r alten gehab 8 rmein t frohem —₰ 1883 1908 Colour& Grey Control Chart 333 Blue Qyan Green Nellow Hed Magenta Grey 2 Greys Grea„ uu— eremasunlhs kathol. dentſcher Studenten Rhenania in Gießen. 111r 1In'11n'11n1n1111