8 S32 183, Tierzucht⸗ Inſtitut 1 5 der Uniberſtät Gießen Oberer Hardthof Direktor: prof. Dr. H. Kraemer. Aſſiſtenten: Dr. H. Lang und Dr. A. Wetzel. K * — Tierzucht-Inſtitut der Univerſität Gießen Oberer Hardthof Direktor: Prof. Dr. H. Kraemer. Aſſiſtenten: Dr. H. Lang und Dr. A. Wetzel. benel 6. 9 — — Tochttiewe drd. 1 2ebJkaLee 0 WasterLaibongansa23e gor dis. gemslaidung. Studinn lagen verſitäte der Pe 1 Hardth. ten 5. Weideg klein häng vom Verm . und F ſchaft zucht. und( männlie züchter 6 tionsme Beurtei ſowie ( des J Heſſen rungsn Im Jahre 1924 entſchloß ſich die Heſſiſche Regierung, dem Studium der Landwirtſchaft an der Univerſität Gießen beſſere Grund⸗ lagen zu ſchaffen. Es wurde der untere Hardthof als größeres Uni⸗ verſitäts⸗Verſuchsgut, der obere als Tierzucht⸗Inſtitut auf dem Wege der Pachtung von der Stadt Gießen erworben. Urſprünglich war daran gedacht worden, auch auf dem oberen Hardthof einen eigenen, vielſeitigen Gutsbetrieb einzurichten, doch führ⸗ ten Sparſamkeitsrückſichten dazu, hier nur das unbedingt nötige Weidegelände zu ſchaffen. So iſt der Obere Hardthof eine kleine Weidewirtſchaft, mit vollkommener Unab⸗ hängigkeit vom landwirtſchaftlichen Inſtitut und vom unteren Hardthof, alſo mit völlig eigener Verwaltung durch den Direktorund die Aſſiſtenten. Zweck des Inſtituts. Das Tierzucht⸗Inſtitut dient als Glied der Univerſität zu Lehr⸗ und Forſchungszwecken auf dem für die Studierenden der Landwirt⸗ ſchaft und der Tierheilkunde ſo überaus wichtigen Gebiete der Tier⸗ zucht. Eine eigentliche Zucht wird betrieben mit Rindern, Schweinen und Geflügel verſchiedener Raſſen. Durch Abgabe hervorragender männlicher Zuchttiere an Gemeinden, Zuchtgenoſſenſchaften und Privat⸗ züchter ſoll der Stand der Tierzucht im Lande gefördert werden. Die vorhandenen Tierbeſtände dienen außerdem als Demonſtra⸗ tionsmaterial bei prahktiſch⸗züchteriſchen Kurſen und Übungen in der Beurteilungslehre. Mit ihnen werden die Züchtungs⸗ und Vererbungs⸗ ſowie Fütterungsverſuche durchgeführt. Ein Lehr⸗ und Beiſpielsbetrieb für Geflügelzucht im Rahmen des Inſtituts dient zur Hebung dieſes Zweiges der Tierzucht in Heſſen und übernimmt die ſeitens des Reiches eingeleiteten Förde⸗ rungsmaßnahmen auf dieſem Gebiete. -—2— Die Prüfung von Ställen und Stalleinrichtungen ſowie der für die Tierzucht erforderlichen Geräte uſw. auf ihre Zweckmäßigkeit gibt durch Verwendung des Gutbefundenen Richtung und Beiſpiel. Der beſonderen Bedeutung entſprechend, die der Grünlandbewe⸗ gung heute in der Landwirtſchaft zukommt, hat dieſe auch im Tier⸗ zuchtinſtitut einen gebührenden Platz gefunden. Nach neuzeitli⸗ chen Grundſätzen angelegte und bewirtſchaftete Weiden für Rindvieh, Schweine, Jungvieh und männliche Zucht⸗ tiere, die ſämtlich mit Schutzhütten und Tränken verſehen ſind und künſtlich beregnet werden, können als Beiſpiel einer vorbildlichen Grünlandwirtſchaft gelten. Lage und Umfang der Wirtſchaft. Das Tierzucht⸗Inſtitut wurde am 1. Oktober 1924 übernom⸗ men. Es liegt an der Straße nach Gleiberg, 2,5 km von Gießen entfernt, ca 200 m über NN. Der zugehörige Grund und Boden beträgt 57 Morgen und grenzt unmittelbar an die Hofgebäude an. Der größte Teil desſelben iſt als Weide nutzbar gemacht. Ein Gar⸗ ten von 3 Morgen Größe, der als Gärtnerei von dem früheren Beſitzer übernommen wurde, ſowie ein Wäldchen mit gemiſchtem Be⸗ ſtand vervollſtändigen den Beſitz. Der Boden iſt das Verwitterungsprodukt einer ſchiefgeſtellten Grauwacke und beſteht aus lehmigem Sand, der flachgründig und vielfach mit Steinen durchſetzt iſt. Der Untergrund iſt ſehr durchläſſig. An Gebäuden ſind vorhanden: das Wohnhaus mit der Wohnung des Direktors, des Gärtners, der Aſſiſtenten, ſowie mit Büro und dienſtlichen Nebenräumen. Außerdem befindet ſich noch auf dem Hof eine Wohnung für den Kutſcher und den Melker ſowie Wohnräume für Geflügelzuchtlehrlinge. Der Rindviehraſſenſtall iſt ſo eingerichtet, daß er ei⸗ nen Kurzſtand auf der einen Seite(abgeänderte holländiſche Aufſtal⸗ lung) und auf der anderen Seite einen Langſtand enthält. Gülle⸗ gewinnung iſt möglich. Ferner iſt der Stall ausgeſtattet mit einem offenen und einem verſchließbaren Freßgitter, mit Selbſttränken auf der einen und durchgehender Tränke auf der anderen Seite. Freß⸗ käſten, die auf dem Futtertiſch aufſitzen, geſtatten individuelle Fütte⸗ rung. Auf der Seite des Langſtandes iſt eine Patentjaucherinne ein⸗ gebaut. Die nebenan befindliche Futtertenne hat einen Anſchluß für den fahrbaren Elektromotor, der als Antriebskraft für die dort un⸗ tergebrachte Rübenmühle, die Häckſelmaſchine und den Slkuchenbrecher benützt wird. An der Seitenwand des Kuhſtalles lehnt ſich der mit Einzelbuchten verſehene Kälberſtall an. vie der äßigkeit iſpiel. indbewe⸗ m Tier⸗ geitli⸗ aftete Jucht⸗ ind und vildlichen ibernom⸗ Gießen Boden ude an. Ein Gar⸗ früheren tem Be⸗ fgeſtellten dig und urchläſſig. mit der wie mit noch auf er ſowie 3 er ei⸗ Aufſtal⸗ t. Gülle⸗ it einem ken auf e. Freß⸗ le Fütte⸗ rinne ein⸗ hluß für dort un⸗ henbrecher der mit Nr. —— “ Y Kuhſte qegenwã deſtall ausgeſto tung de F Abſonde zugekau C Innenei hung e unbraue plattenn küche maſſive Die B ſteine, len. I. und K ( fünf v Winter den 5 ſind. getremn maten vorhan einfach Obſtſtü enthalt Syſtem der Fi Diſſeld von de Vergaſ .. iſt mit Unterbr. Weiterhin ſind an Stallungen zu nennen: ein alter Kuhſtall und ein Schaf⸗ und Ziegenſtall.(Letzterer wird gegenwärtig als Stall für männliche Zuchttiere benutzt). Der Pfer⸗ deſtall enthält Einzelſtände und Boxen und iſt mit Selbſttränken ausgeſtattet. Zur Aufbewahrung der Geſchirre und für die Zuberei⸗ tung des Futters wurden beſondere Nebenräume geſchaffen. Für die Unterbringung der Hofhühner ſowie zur Abſonderung erkrankter Tiere bezw. zur Aufſtellung neu hin⸗ zugekaufter Tiere ſind ebenfalls Stallräume vorhanden. Ein weiterer Stall wird als Schweineſtall benutzt. Seine Inneneinrichtung wurde von früher übernommen und durch Einzie⸗ hung einer Holzzwiſchendecke verbeſſert. Die früher vorhandenen aber unbrauchbar gewordenen Wellblechbuchtenwände wurden durch Hohl⸗ plattenwände erſetzt. Rippenrohre, die an den Dämpfer der Futter⸗ küche angeſchloſſen ſind, dienen erforderlichenfalls als Heizkörper. Ein maſſiver Schweineabferkelſtall wurde ebenfalls eingerichtet. Die Böden ſind aus verſchiedenem Material hergeſtellt,(Harrizit, Hohl⸗ ſteine, Klinker und Holz). Die Buchtenwände beſtehen aus Holzboh⸗ len. In der Inneneinrichtung befinden ſich Selbſttränken, Schutzſtangen und Kipptröge aus glaſiertem Ton. Ein maſſiver Zuchtgeflügelſtall enthält Abteilungen für fünf verſchiedene Hühnerraſſen, mit jeweils einem Sommer⸗ und einem Winterſchlafraum mit doppelten Holzwänden(Torfmulliſolation). Vor den Stallungen befinden ſich überdachte Scharräume, im Legeraum ſind Fallneſter verſchiedener Konſtruktion aufgeſtellt. Es ſchließen ſich getrennte Ausläufe im Wäldchen und im Obſtſtücke an. Futterauto⸗ maten und automatiſche Tränken verſchiedener Syſteme ſind ebenfalls vorhanden. Die Junggeflügelkoloniehäuſer aus Holz(teilweiſe einfach und teilweiſe doppelwandig) ſind in größeren Ausläufen in Obſtſtücken mit alter Grasnarbe aufgeſtellt. Die Gänſe⸗, Enten⸗ und Putenſtälle ſind maſſiv und enthalten ebenfalls Fallneſter zur Leiſtungsprüfung. In zwei Bruträumen befinden ſich Apparate verſchiedener Syſteme, und zwar handelt es ſich um die Fabrikate Sartorius, von der Firma Sartorius in Göttingen, Peka von der Firma P. Kochs, Düſſeldorf, Cremat von den Cremat⸗Werken in Geiſing und Buckeye von der Firma Nickerl⸗Buckeye in Wien. Sie werden mit Petroleum⸗ Vergaſer und mit Elektrizität geheizt. Ein altes Gewächshaus dient heute als Kükenheim. Es iſt mit Warmwaſſerheizung verſehen und hat getrennte Ausläufe zur Unterbringung von Tieren verſchiedenen Alters. — 4— Außerdem ſteht zur Unterbringung der Küken und des Junggeflügels ein Junggeflügelſtall mit Schirmglucke Syſtem Eſſer zur Verffi⸗ gung, ſowie drei Schirmgluckenhäuſer, und zwar je eins von der Firma Holz- und Hallenbau Geſ. Abteilung Orion⸗München, Kahlo⸗ Zerbſt und Dr. Filler⸗Buchenau. In dieſen Häuſern benützen wir die Schirmglucken„Blaue Flamme“ von Nickerl⸗Buckeye in Wien und „Orion“ von der Holz⸗ und Hallenbau Geſ. München. Als Frei⸗ landſchirmglucke dient die„Ultra“ Schirmglucke von Dörr⸗Ückerhof und„Frankfurt“ von Hölz, Frankfurt. Der Taubenſchlag mit neuzeitlicher Inneneinrichtung iſt ausgeſtattet mit Sitzkäſten und Niſtzellen(Lieferant Schemminger aus Mühlheim i. B.) mit neuzeitlichem Ausflug für Brieftaubenwettflüge und automatiſchen Tränken. Es ſind weiter vorhanden Futterräume für Geflügel und Schweine mit Trockenfutterbehältern für getrenntes Aufbewahren der Futtermittelmiſchungen. Die Schweinefutterbereitung erfolgt in einer beſon⸗ deren Futterküche mittels Buſchmann⸗Dämpfer, der zugleich im Be⸗ darfsfalle den anſchließenden Schweineſtall mitheizt. In der Milch⸗ küche dient eine Kühlvorrichtung zur Aufbewahrung der Friſchmilch. Es wären dann noch der Schrotraum mit Schrotmühle „Badenia“ zu nennen, ſowie ein Eieraufbewahrungs⸗ und Verſand⸗ raum für Geflügelprodukte mit Eierfriſchhalter„Imo“; ein Keller für Kohlen, verſchiedene Leutekeller, Keller für Kartoffeln unter der Scheune, Keller für Obſt und Gemüſe. Eine größere Scheune zur Unterbringung für Heu, Stroh und Torfmull, ſowie eine kleinere für Streuſtroh in der Nähe des Kuh⸗ ſtalles, ein Futterboden über dem Pferde⸗ und Rindviehſtall, den Schweine⸗ und Geflügelſtällen zur Aufbewahrung von Kraftfutter, Getreide, Heu und Futterſtroh, eine Wagenhalle und Schuppen für Maſchinen und Geräte ſowie gärtneriſche Gebrauchsgegenſtände, er⸗ gänzen die Hofgebäude. In der Gärtnerei finden wir ein Warmhaus für Gur⸗ kenzucht mit Lollarkeſſel als Heizanlage, ein Kalthaus(Holländiſches Tomatenhaus) und Miſtbeetkäſten aus Beton, Mauerwerk und Holz. Zur Waſſerverſorgung dient ein Waſſerturm mit Hochbehälter, der von einem Punmpenhaus im Lahntal geſpeiſt wird. Letzteres kann vom Hof aus bedient werden. Die Ent⸗ fernung zwiſchen Pumpe und Waſſerbehälter beträgt 550 m, der Höhenunterſchied 90 m. Das Pumpenhaus im Lahntal iſt aus⸗ geſtattet mit 17,5 Ps Siemens⸗Motor und einer Freiſelpumpe mit 21 cbm Stundenleiſtung. Auf ſämtlichen Weiden befinden ſich Standrohre zum Anſchluß der Beregnungsanlage. ggeflügels t Verfi⸗ htung iſt uger aus nwettflüge ligel und hren der er beſon⸗ im Ve⸗ Milch⸗ friſchmilch. hrotmühle Verſand⸗ in Keller unter der troh und des Kuh⸗ tall, den raftfutter, ppen für ͤnde, er⸗ für Gur⸗ lländiſches und Holz. erturm Lahntal Die Ent⸗ ) m, der iſt aus⸗ eiſelpumpe unden ſich 1 Allgät typiſch Tiere ihnen ten( hälniſſ Reinz ſuchshe Qualit licſſt ſondere ſowie jahr l Weide Mithin begann durchg — 5— Der Tierbeſtand. Was zunächſt die Pferde anbelangt, ſo werden nur zwei Ar⸗ beitspferde oſtpreußiſcher Abſtammung gehalten. Für Rindvieh beſitzen wir einen Raſſeſtall, der typiſche Ver⸗ treter der wichtigſten deutſchen Raſſen enthalten ſoll. An Tieren der Niederungsraſſen ſind bis jetzt vertreten: Drei Tiere des ſchwarzbunten Niederungsviehs Eine Kuh, Kreuzungsprodukt zwiſchen ſchwarzbuntem Niederungs⸗ vieh und Höhenvieh Eine Kuh Original Angler . 5 6 Breitenburger .„ 5 Shorthorn. An Tieren des Höhenviehs ſind vorhanden: Eine Kuh Original Vogelsberger Rotvieh Ein Bulle. 3 5 Eine Kuh 3 Allgäuer Braunvieh 4 3 Simmentaler Alpfleckvieh 8 5 Freiburger ſchwarzſcheckiges Höhenvieh „ 3 2 Lahnſchlag 2 5 5 Weſterwälder Landſchlag. Die vorhandenen Kälber gehören den Raſſen der Breitenburger, Allgäuer, Shorthorns und Freiburger an. Der Zweck des Raſſeſtalles iſt vor allem, den Studierenden typiſche Vertreter der wichtigſten deutſchen Raſſen zu zeigen. Die Tiere ſind in den Original⸗Zuchtgebieten trächtig gekauft worden. An ihnen ſelbſt und ihren Nachkommen werden die Raſſeeigentümlichkei⸗ ten(Milchleiſtung, Körperbau) unter den abgeänderten hieſigen Ver⸗ hälniſſen unterſucht. Mit den Tieren des Vogelsberger Rotviehs wird Reinzucht getrieben, ſonſt aber werden die verſchiedenen Raſſen ver⸗ ſuchshalber mit einander gekreuzt. Die Milchmenge wird täglich in Qualität und Quantität nach jedem Gemelk feſtaeſtellt. Auf mög⸗ lichſt naturgemäße Aufzucht und Haltung der jungen Tiere wird be⸗ ſonderes Gewicht gelegt. Verſuche mit verſchiedenen Aufzuchtsmethoden ſowie Fütterungsverſuche werden ebenfalls durchgeführt. Im Winterhalbjahr herrſcht Stallhaltung vor, im Sommerhalb⸗ jahr beſteht ausſchließlich Weidegang. Im Jahr 1927 begann der Weideauftrieb am 27. April, der Abtrieb erfolgte am 8. November. Mithin waren es 194 Weidetage. Die Weideperiode im Jahre 1928 begann am 11. April. Die Winterfütterung des Rindviehbeſtandes wird nach Leiſtung durchgeführt(Syſtem Geißler). Als Grundfutter dienen Heu ſowie —6 Futterrüben mit Trockenſchnitzeln. Die Leiſtungszulage ſetzt ſich aus verſchiedenen Kraftfuttermitteln zuſammen. Das Melken erfolgt mit der Hand. Die Tiere ſind, ſobald es die Witterung einigermaßen erlaubt, auch nachts auf der Weide. Für den Bullen iſt ein Tummelplatz vorhanden, und während des Som⸗ mers iſt er ebenfalls auf der Weide. Schweinehaltung. Der Beſtand an Schweinen iſt verſchieden hoch. Im Sommer 1928 waren ca 25 Zuchtſauen vorhanden, die der Raſſe des deut⸗ ſchen Edelſchweins und des veredelten deutſchen Landſchweines ange⸗ hören. Was zunächſt das deutſche Edelſchwein anbelangt, ſo dienten zur Begründung unſerer Zucht der Eber Quintilius aus der Stammzucht Hofmann-⸗Hofgüll, der Eber Caeſar, Züchter Verſorgungs⸗ haus Offenbach, und vier Sauen aus der Stammherde des Limbur⸗ gerhofes(Nr. 63, 57, 112 und 113). Die übrigen Zuchtſauen des deutſchen Edelſchweins ſtammen von dieſen Tieren ab. Veredeltes deutſches Landſchwein: Hier bildeten der Eber Landgraf, der vom Landwirtſchaftskammer⸗Ausſchuß für die Provinz Oberheſſen bezogen wurde, und zwei Sauen aus der Stamm⸗ herde des Hofgutes Altenberg bei Wetzlar(Nr. 74 und 151) die Grundlage der Zucht. Die Nachkommen der Tiere haben ſich bis jetzt gut entwickelt. Außerdem wäre noch ein Wildſchweineber zu nennen, der von Hagenbeck in Hamburg beſchafft wurde, ſowie ein Eber und eine Sau aus der Lehr⸗ und Verſuchsanſtalt in Ruhls⸗ dorf Kreis Teltow bei Berlin(Kreuzung Bayriſches Landſchwein mit Berkſhire). Die Tiere des deutſchen Edelſchweins und des veredelten Landſchweins werden zunächſt in Reinzucht gezüchtet. Außerdem wer⸗ den aber auch Kreuzungsverſuche für Gebrauchszwecke, ſowie Maſt⸗ verſuche und Aufzuchtsverſuche mit Mineralzuſatzfuttermitteln durchge⸗ führt. Von beſonderer Wichtigkeit iſt die Prüfung der Eignung der verſchiedenen Raſſen für den Weidegang und die Erforſchung des Weidebetriebs bei Schweinen und deſſen Wirtſchaftlichkeit. Ferner gelangen Züchtungsverſuche zur Durchführung, z. B. Kreuzungen des Wildſchweins mit den vorhandenen Raſſen. Verſuche über die Zweckmäßigkeit verſchiedener Stalleinrichtungen, Bodenbelag, Selbſttränke, Stallheizung uſw. kommen hinzu. Um eine genaue Kontrolle über die Entwicklung ſämtlicher Schweine zu haben, wird der ganze Beſtand allwöchentlich gewogen. Die Tiere werden ihrer Beſtimmung gemäß möglichſt naturgemäß ge⸗ halten und geſüttert. orgungs⸗ Limbur⸗ uen des bildeten für die Stamm⸗ 51) die ſich bis eber zu wie ein Ruhls⸗ vein mit eredelten em wer⸗ ⸗ Maſt⸗ durchge⸗ ung der ing des 3. B. ſchtungen, ämtlicher gewogen. mäß ge⸗ Nr. 9 Nr. 10 Im Futter⸗ ſchiedenen gezeit et tert. Sie während J tagsüber wird al und nich ſchließlic ſenden Schrotge Als Un ßeren geſtatte in eine tet wu ſtüch, erſten Otalle⸗ terwän der Zu und ihr ſtellung ſiſce l Von En Indiſche und Wi gd D Moſſentt Preiſe. ſowie de A! Wyandot länder, — 7— Im Winter beſteht das Grundfutter für die Zuchttiere aus Futter⸗ und Zuckerrüben. Die Kraftfutterbeigaben erfolgen in ver⸗ ſchiedenen Futtermittelmiſchungen. Den Sauen wird während der Säu⸗ gezeit etwas Magermilch zur Hebung der Milchergiebigkeit beigefüt⸗ tert. Sie erhalten das Futter in Form eines ſuppigen Getränkes, während alle übrigen Tiere trocken gefüttert werden. Im Winter herrſcht Stallhaltung vor, doch werden die Tiere tagsüber in einem beſonderen Tummelplatz gehalten. Im Sommer wird ausgedehnter Weidegang betrieben. Für ausgewachſene trächtige und nicht ſäugende Sauen iſt bei einigermaßen guter Weide aus⸗ ſchließlich Weidegang eingeführt. Alle übrigen, insbeſondere die wach⸗ ſenden Tiere, erhalten bei Weidegang ein Beifutter in Form eiues Schrotgemiſches. Die Eber ſind während des ganzen Jahres im Freien. Als Unterſchlupf dienen beſondere Schutzhütten, die von einem grö⸗ ßeren Tummelplatz umgeben ſind und Zugang zu einem Weideſtück geſtatten. Hochtragende Sauen kommen im Sommer zum Abferkeln in einen eigenen Abferkelſtall, der aus Holz auf der Weide errich⸗ tet wurde. Jede Bucht des Stalles hat Zugang zu einem Weide⸗ ſtück, ſodaß nicht nur der Sau, ſondern auch den Ferkeln von den erſten Lebenstagen an Weide zur Verfügung ſteht. Der Boden des Stalles beſteht aus Eiſenbahnſchwellen, die Wände ſind einfache Bret— terwände mit Deckleiſten. Ziegen und Schafzucht. Die Beſchaffung von Ziegen und Schafen verſchiedener Raſſen iſt beabſichtigt. Geflügel. An Gänſen werden„Emdener“ gezüchtet, die urſprünglich aus der Zucht des Herrn Rübſamen, Gießen, ſtammten. Die Stammtiere und ihre Nachkommen wurden verſchiedentlich auf Ausſtellungen(Aus⸗ ſtellung des Landesverbandes Heſſ. Geflügelzüchter Gießen, ſowie Heſ⸗ ſiſche landwirtſchaftliche Landesausſtellung Darmſtadt) ausgezeichnet. Von Enten werden verſchiedene Raſſen gezüchtet, und zwar: Peking, Indiſche Laufenten, 2 Stämme weiß und ein Stamm forellenfarbig, und Wildenten. Die vorhandenen Puten, aus der bekannten Zucht von B. Hünten Moſſenthin ſtammend, erzielten ebenfalls auf Ausſtellungen höchſte Preiſe. Es werden gezüchtet Bronzeputen, gelbe und weiße Puten, ſowie deren Kreuzungsprodukte. An Hühnern ſind vertreten: Orpington, weiß. Langshan, ſchwarz. Wyandottes, weiß. Suſſex, bunt. Plymouth⸗Rocks, geſtreift. Rhode⸗ länder, rot.+—. Minorka, ſchwarz. Italiener, rebhuhnfarbig. Italiener, ſchwarz—. Amerikaniſche Leghorns, weiß. Rheinländer ſchwarz d.(Gwei Stämme). Zwergrheinländer, ſchwarz. Hamburger Silberlack. Außerdem beſitzen wir Kreuzungstiere vorerwähnter Raſſen. Die im Ausbau begriffene Gefl ügelzucht ſoll mit ihren Einrichtungen eine Lehrwirtſchaft zur Ausbildung von Geflügel⸗ zuchtgehilfen werden. Die Anerkennung durch die Landwirtſchaftskam⸗ mer für Heſſen iſt zugeſagt. Ihr Zweck iſt die Demonſtration der verſchiedenen Raſſen, Ab⸗ ſatz von Bruteiern und Zuchtgeflügel zur Hebung der Geflügelzucht, Nachprüfen der Rentabilität der Geflügelzucht unter verſchiedenen Vor⸗ ausſetzungen, ſowie Reinzucht ſchwerer, mittelſchwerer und leichter Raſ— ſen. Die Produktionsfähigkeit wird durch Ausübung der Fallneſter⸗ kontrolle nicht nur bei Hühnern, ſondern auch bei Enten, Gänſen und Puten feſtgeſtellt. Daneben werden Kreuzungsverſuche angeſtellt, an denen ſämt⸗ liche vorhandene Raſſen beteiligt ſind.(Prüfung der Leiſtung der F1 Generation für Gebrauchszwecke). Fütterungsverſuche mit Mineralſalz⸗Beifutter und anderen Fut⸗ termitteln insbeſondere bei Junggeflügel werden ebenfalls durchgeführt. Die verſchiedenen Brutapparat⸗Syſteme werden auf ihre Gebrauchsfä⸗ higkeit geprüft und die vorhandenen Kolonieſtälle und Schirmglucken⸗ häuſer ſowie die übrigen modernen Geräte zur Futter- und Waſſer⸗ aufnahme auf ihre Eignung im praktiſchen Geflügelzuchtbetrieb unter⸗ ſucht. Daneben werden über die Frage der künſtlichen Brut bei Waſſergeflügel, Puten und Faſanen Verſuche angeſtellt. Das Abhalten eines Wettlegens in Heſſen iſt für Herbſt 1928 in Ausſicht genom⸗ men. Eine moderne Legehalle iſt in dieſem Sommer, 1928, gebaut worden. Während des Winters iſt das Geflügel in maſſiven Ställen uutergebracht. Im Sommer dienen Holzſtälle insbeſondere dem Jung— geflügel zur Unterkunft. Ausläufe in Obſtbaumſtücken mit alter Gras⸗ narbe bieten den Tieren Aufenthalt im Freien zu jeder Jahreszeit. Die Fütterung erfolgt in Automaten mit Trockenfutter. Selbſt⸗ tränkeautomaten nach verſchiedenen Syſtemen ermöglichen den Tieren die Waſſeraufnahme. Ferner ſind noch Reiſebrieftauben und einige Paare Schönheits⸗ brieftauben vorhanden. Mit ihnen werden Leiſtungsprüfungen durch Wettflüge vorgenommen. Auch wird die Frage der Verwandtſchafts⸗ zucht mit den Tieren weiter verfolgt. Freier Flug(keine Volieren) trägt den natürlichen Haltungsbedingungen Rechnung. Für Jaadfaſanen iſt in dem nahe gelegenen Wäldchen eine Hegeſtelle eingerichtet. (wei ſen. it ihren Geflügel⸗ aftskam⸗ ſſen, Ab⸗ ügelzucht, nen Vor⸗ hter Raſ⸗ Fkallneſter⸗ Gänſen en ſämt⸗ der Fl ten Fut⸗ chgeführt. drauchsfä⸗ malucken⸗ ⸗ Waſſer⸗ eb unter⸗ Brut bei Abhalten ht genom⸗ it worden. u Ställen im Jung⸗ lter Gras⸗ Jahreszeit. rr. Selbſt⸗ en Tieren Schönheits⸗ gen durch andtſchafts⸗ Volieren) dchen eine Die an: Ange züchtungs Del ochnauzel ſtitut als einen deu Die und umfe Koppelgri V April 19 ren 2 K beſtellt. diente de Futtergen Samenn Ver — Ar Wieſenſch Lieſchgras Dtſch. We Rotſchwin Wieſenriſ Weißklee Gelbklee Hornſchot —— — 9— Die im Inſtitut gehaltenen Kaninchen gehören folgenden Raſſen an: Angora⸗Kaninchen, Schwarzloh, Weiße Rieſen. Sie werden zu Züchtungsverſuchen benutzt. Der Hundezwinger des Tierzuchtinſtitutes(Deutſche Pinſcher⸗ Schnauzer) iſt eine eingetragene Zucht. Als Hofhund beſitzt das In⸗ ſtitut als Geſchenk des Herrn J. Schwabacher in Auerbach a. Bergſtr. einen deutſchen Schäferhund. Weidebetrieb. Rindviehweiden. Die Rindviehweide iſt an der Südſeite des Gutshofes gelegen und umfaßt 5 Koppeln, die nach Südoſten ſchwach geneigt ſind. Die Koppelgröße beträgt 3,5 Morgen. Die Anlage erfolgte zum Teil April 1926, zum Teil Auguſt 1926. Von der Frühjahrsanlage wa⸗ ren 2 Koppeln mit Deckfrucht(Hafer), 1 Koppel ohne Deckfrucht beſtellt. Die Herbſtſaat hatte keine Deckfrucht und als Vorfrucht diente der Frühjahrsſaat Roggen. Die Herbſtſaat hatte als Vorfrucht Futtergemenge. Samenmiſchung für die Anſaat der Weiden des Tierzuchtinſtitutes. Aufgeſtellt gemeinſam mit dem Sachverſtändigen des Vereins zur Förderung der Grünlandwirtſchaft in Heſſen. Rindviehweiden. lächen⸗ Erforderli Arten Luiß 35 nf 1 nii Wieſenſchwingel X 10 7,— kg Lieſchgras 5 1,555. Dtſch. Weidelgras X 40 238,„ Rotſchwingel X 15 7,5— Wieſenriſpe 10 3.5 Weißklee 10 5,„ Gelbklee 5 2.= ⸗ Hornſchotenklee 5 1„ e 100 52,5 kg Schweineweiden. A Flächen⸗ Erforderlich Arten anteil für 1 ha Wieſenſchwingel X 10 7,— kg Dtſch. Weidelgras X 45 31,5„ Rotſchwingel X 10 5,„ Wieſenriſpe 10 3,5. Weißklee 10 9„„ Baſtardklee 5 1.=„ Gelbklee 5 1. Hornſchotenklee 5 1=„ 100 52, kg Um eine möglichſt gleichmäßige Verteilung der Sämereien auf der Geſamtfläche zu erreichen, iſt es zweckmäßig, die mit X bezeich⸗ neten Arten für ſich gemiſcht im erſten Saatgang, die übrigen in einem zweiten Saatgang, quer dazu, zur Ausſaat zu bringen. Die Deckfrucht ſtand bis zur Reife und wurde dann abgeerntet. Die Weide litt unter zu großer Trockenheit im Herbſt 1926, die Frühjahrſaat ohne Deckfrucht wurde einmal gemäht, dann nochmals abgeweidet. Die Einzäunung beſteht aus Stacheldraht an cyaniſierten Holz⸗ pfoſten(1 Glatt⸗ und 3 Stacheldrähte); als Gugang zum Hauptweg dient ein Kettentor von Drahtbremer Roſtock, an den Koppeln be⸗ finden ſich Holztore mit mehreren Holzriegeln. Ein Laufweg dient als Zugang zu ſämtlichen Koppeln, auch zur Tränke und zur Schutzhütte. Die Tränke beſteht aus einem Betonſockel mit glaſierter Tonſchale und automatiſcher Zulaufregulie⸗ rung durch den Schwimmer. Der Ablauf der Tränke iſt an die in der Nähe befindliche Güllegrube angeſchloſſen; letztere iſt wiederum mit der Hofkanaliſation und dem Überlauf der verſchiedenen Hofgruben zwecks Aufnahme ſämtlicher Abwäſſer des Hofes und der Ställe verbunden. Am Nande der Weidekoppeln ſteht eine Baumreihe,(Äpfel und Kirſchen), um ſpäter Schatten zu ſpenden. Der Auftrieb der Tiere begann im Jahre 1927 auf den ein⸗ jährigen Weiden am 27. April, im Jahre 1928 am 10. April. Die Tiere bleiben auch nachts auf der Weide, ſobald Temperatur und Winde es bei der iſolierten Höhenlage geſtatten. Der Tierbeſtand — forderlich r 1 ha — — kg beien auf bezeich⸗ rigen in n. bgeerntet. 926, die nochmals ten Holz⸗ Hauptweg opeln be⸗ eln, auch us einem aufregulie⸗ befindliche analiſation Aufnahme Apfel und den ein⸗ April. Die remperatur Tierbeſtand umfaßte ochweine 4 Kälber fe des aus den ertrag n Milchkurt mäßig 3 Jahre 1 Hierdurch größerten Untreibes ſpäter a weidung allwöchen hierzu d riſchen C den die tung un die abge und kom ötickſtofff Die Harnſtoff 180 Pft infolge d ſtoffmeng Im Dängung folgenden Na die Kopm regnet. Die beträgt fliegende miniumrö rohr in Es wird je 12 n ttrahldüſe durch ei umfaßte im Jahre 1927 zu Beginn 8 Kühe und Rinder und 16 Schweine. Im Jahre 1928 umfaßte der ganze Beſtand 13 Kühe, 4 Kälber, 1 Bullen und 34 Schweine verſchiedenen Alters. Im Lau⸗ fe des Sommers 1927 kamen noch 4 Stück Rindvieh hinzu, die aus den Zuchtgebieten für den Raſſeſtall angekauft wurden. Das Rindoieh bleibt ſolang auf jeder Koppel als der Milch⸗ ertrag nicht ſinkt. Das Umtreiben wird alſo durch den Verlauf der Milchkurve beſtimmt, mit dem Ziel, die Milchleiſtung möglichſt gleich⸗ mäßig zu halten. Die anfangs geringe Stückzahl ermöglichte im Jahre 1927 von 5 Koppeln auf der Rindviehweide 2 zu mähen. Hierdurch wurde erreicht, daß ſich die Futterverteilung für den ver⸗ gvyößerten Beſtand günſtiger geſtaltete. Im allgemeinen erfolgte das Umtreiben alle 8 Tage, ſodaß das Vieh im Anfang alle 3 und ſpäter alle 5 Wochen auf dieſelbe Koppel getrieben wurde. Zur Ver⸗ meidung von Geilſtellen wurden im erſten Weidejahr die Kuhfladen allwöchentlich einmal mit dem Rechen ausgebreitet. Neuerdings wird hierzu der Fladenverteiler„Fella“ benützt(hergeſtellt von der Bay⸗ riſchen Eggenfabrik in Feucht bei Nürnberg). Nach dem Abtrieb wer⸗ den die Koppeln ſofort nachgemäht, um Samenbildung, Verunkrau⸗ tung und Geilſtellenbildung hintanzuhalten. Gegebenenfalls werden die abgemähten Rückſtände mit dem Schwadenrechen zuſammengerecht und kompoſtiert. Nach dieſen Arbeiten erfolgt das Aufbringen des Stickſtoffdüngers. Die Stickſtoffdüngung betrug im Jahre 1927 ca. 30 Pfd. Harnſtoff pro ½¼ ha nach jedem Abweiden, alſo im ganzen ca. 180 Pfd. Harnſtoff pro ½¼ ha.(Eine verhältnismäßig ſtarke, aber infolge des flachgründigen und nährſtoffarmen Bodens nötige Stick⸗ ſtoffmenge.) Im Jahre 1928 wurde auf den Rindviehweiden ein Stickſtoff⸗ Düngungsverſuch durchgeführt. Die Düngung geht aus dem ſpäter folgenden Verſuchsplan hervor. Nach dem Abweiden und dem Aufbringen des Düngers wurde die Koppel mit der Lanninger Beregnungsanlage be⸗ regnet. Die Regenmenge wird je nach Bedarf feſtgeſetzt, durchſchnittlich beträgt ſie 20 mm. Die Veregnungsanlage umfaßt im ganzen 320 m fliegende Feldleitung. Davon ſind 200 m Stahlröhren, 120 m Alu⸗ miniumröhren zu je 6,50 m Länge. Die Leitung iſt an ein Stand⸗ rohr in der Mitte der einen Längsſeite der Weiden anſchließbar. Es wird mit 14 Quadratdüſen beregnet, die eine Streuweite von je 12 m im Quadrat haben. Neuerdings findet auch eine Weit⸗ ſtrahldüſe des geichen Syſtems Verwendung. Das Umſtellen erfolgt durch einen Mann, was durch Verwendung von Leichtmetallröhren 5— 2 bei den Veregnungsflügeln möglich wird. Eine Koppel von 3,5 Morgen kann an einem Tag mit der angegebenen Regenmenge verſehen wer⸗ den. Das benötigte Waſſer wird durch eine elektriſche Pumpe aus einem Brunnen im Lahntal heraufgepumpt. Die Beregnungsanlage dient gleichzeitig zum Ausbringen der Gülle mit dem Unterſchied, daß an Stelle der Viereckdüſe ein Orginal⸗Lanninger⸗Jaucheverteiler Ver⸗ wendung findet. Die Rohrleitung wird in dieſem Falle anſtatt an das Standrohr der Beregnungsanlage an eine Kobra⸗Borſig⸗Pumpe angeſchloſſen, die an der Güllegrube Aufſtellung findet. Die Kraftüber⸗ tragung geſchieht mittels Fernkabel aus dem Hof. Zum Schutz der Weidetiere wurde hinter dem Wäldchen, bequem von allen Seiten er⸗ reichbar, eine geräumige Schutzhütte errichtet.(10: 12 m), die gleich⸗ zeitig als Melkſchuppen Verwendung findet, Die Schweineweide. Dieſe iſt an der Nordſeite des Hofes gelegen und wurde im Auguſt 1926 angeſäet. Als Vorfrucht dienten Kartoffeln mit darauf⸗ folgendem Wickfutter. Die Samenzuſammenſtellung wurde vom Heſſi⸗ ſchen Grünlandverein vorgenommen. ſ. S. 10. Im erſten Winter nach der Anlage wurden ſämtliche Koppeln mit einer Stallmiſtmenge von ca. 150 Ztr. pro ¼ ha überdeckt. Jede Koppel umfaßt 1*4 ha. Sie iſt mit dem Hof und dem Schweine⸗ tummelplatz durch einen Laufgang verbunden. Im ganzen ſind 9 Koppeln vorhanden. Die Tiere haben jeweils von 2 Koppeln aus Zugang zu den Schutzhütten, die nach Art der Hütten auf dem Limburgerhof errichtet ſind. Die Umzäunung beſteht aus 6—8 Sta⸗ cheldrähten. Ähnlich wie auf der Rindviehweide dient auch hier eine Baumreihe, die durch die Mitte der Weide gepflanzt iſt, zur Be⸗ ſchattung. Der Wechſel der Koppeln wird durch Grasbeſtand und Beſatz⸗ ſtärke beſtimmt(alle 8— 10 Tage im Durchſchnitt). Wegen des ge⸗ ringen Tierbeſtandes wurden im Jahre 1927 ſechs Koppeln zu Heu geerntet. Der Auftrieb erfolgte im Jahre 1927 Ende April, 1928 am 27. April. Sämtliche Zuchttiere werden morgens und mittags je drei Stun⸗ den geweidet, und zwar in der Weiſe, daß ſie um 8 Uhr ausge⸗ trieben werden, nach 11 Uhr wieder in den Tummelplatz geholt und von 3—6 Uhr nachmittags wiederum geweidet werden. In der Zwiſchenzeit, auch des nachts, befinden ſich die Schweine im Tum—⸗ melplatz. Dieſer liegt innerhalb des Hofes hinter der Scheune und iſt mit Tränke und Suhle, ſowie mit Futtertenne ausgeſtattet. Er rde im darauf⸗ Datall. une und ⁄ Nr. 21 3 c 8 Nr. 24 15 N gewährt fenthalt 1 geſtalte dert w begriffe ein Be 1 zäununl len un und E Einteilu narbe für ein der W 1 platz. geſtalte in Dü We 6 6 werden ze Ko hender ſtoffge durch — 13— gewährt den Tieren auch im Winter bei Schonung der Weiden Au— fenthalt im Freien. Die Pflege und Behandlung der Schweineweide geſtaltet ſich genau ſo, wie es für die Rindviehweide bereits geſchil⸗ dert wurde. Säugende Sauen und Zuchttiere, die noch im Wachſen begriffen ſind, erhalten, wie bereits erwähnt, außer dem Weidegang ein Beifutter in Geſtalt von 1— 1 ½ kg Schrotgemiſch. Weide für männliche Zuchttiere. Die Anlage erfolgte im Jahre 1927 ohne Deckfrucht. Als Um⸗ zäunung wurde hier nach Syſtem Drahtbremer Plattengitter bei Foh⸗ len und Knotengitter bei Bullen verwendet. Für die Eberausläufe und Eberweiden wurde Holzverſchlag bzw. Stacheldraht gewählt. Die Einteilung zu jeweils einem Laufplatz mit Schutzhütte ohne Gras⸗ narbe und zwei ſich an den Laufplatz anſchließenden Weideſtücken für einen Bullen bzw. zwei Eber bzw. Fohlen ſoll zur Schonung der Weide beitragen. Das Tränken und die Zufütterung erfolgen in dieſem Lauf⸗ platz. Düngung und Pflege der Weiden für männliche Zuchttiere geſtaltet ſich ähnlich wie auf den übrigen Weiden, ſoweit dieſe nicht in Düngungs⸗ oder Weideernährungsverſuche mit einbezogen ſind. Weidedüngungs⸗ und Weideernährungsverſuche im Jahre 1927. Zur Feſtſtellung des Düngerbedürfniſſes und der Düngerwirkung werden durchgeführt: Verſuche mit ſteigenden Phosphorſäuregaben a) mit Thomasmehl(auf den Rindviehweiden) b) mit Superphosphat(auf den Rindviehweiden) Kalidüngungsverſuch mit ſteigenden Gaben auf der Mangelverſuch. Schweineweide Kalkdüngungsverſuch zu Luzerne auf der Fohlenweide. Verſuch mit verſchiedenen Stickſtoffdüngern auf den Weiden für männliche Zuchttiere. Die Verſuche auf der Rindviehweide umfaßten jeweils die gan⸗ ze Koppel, doch wurde auf jeder Koppel ein 4 m breiter durchge⸗ hender Streifen beſonders abgetrennt. Dieſer wurde auf den Nähr⸗ ſtoffgehalt des Futters unterſucht. Der Ertrag der Koppeln wurde durch die Gewichtszunahme der Tiere und durch Feſtſtellung der — 14— gelieferten Milchmengen ermittelt und in Stärkewerten ausgedrückt. (Nach den Vorſchlägen von Prof. Falke Leipzig). Die Verſuche auf den Schweineweiden umfaſſen ebenfalls eine ganze Koppel. Jede Koppel erhielt im Winter 1926/27 eine Stall⸗ miſtgabe von ca. 150 Ztr. pro ¼ ha; für die Ertragsfeſtſtellung gilt den veränderten Verhältniſſen entſprechend das oben geſagte. Weidedüngungs⸗ und Ernährungsverſuche im Jahre 1928. Im Jahre 1928 kommen noch folgende Verſuche zur Durch⸗ führung: Stickſtoffdüngungsverſuch auf den Rindviehweiden. Dieſer umfaßt 5 Koppeln von je 3 ½ Morgen Größe. Sämtliche Par⸗ 4 zellen erhielten im Winter eine Stallmiſtgabe von 100 Ztr. pro 1 ¼ ha. 5 Der Stallmiſt wurde mit der Ackerſchleife„Kudruf“(Herſteller Wal— ter& Kuffer, Schweinfurth) zerrieben. Der Verſuch ſoll die Wirkung 4 ſteigender Stickſtoffgaben zu Dauerweiden zeigen. Auf Parzelle 1 wurde gegeben 40 kg N pro 1¼ ha „ 2„„ 3O„ N, 1 „ 3„„ 60„ N„„ 1 4„ „ 4„ 70„ N„ 1 4„ Daneben blieb eine Parzelle ungedüngt. Die Düngung wurde in Form von Nitrophoska 3 gegeben und auf ſechs Gaben verteilt, 5 die jeweils nach dem Abtreiben der Koppeln gegeben werden. Dieſe hohen Stickſtoffgaben ſind ſelbſtverſtändlich nur dort mög⸗ lich, wo durch Beregnung der Wachstumsfaktor Waſſer in ausreichen⸗ der Menge vorhanden iſt und der Boden ſich durch beſondere Nähr⸗ ſtoffarmut auszeichnet. Düngungsverſuch mit zeitlich verſchiedenen Gaben von Thomasmehl: Als Grunddüngung wurden hier 2 Ztr. 40% iges Kaliſalz und 2 Ztr. Harnſtoff pro ½¼ ha gegeben. Der Verſuch umfaßt drei Koppeln. Parzelle 1 erhielt 4 Ztr. Thomasmehl, im Winter gegeben. 2 „„„„„ 1-2 nach d. erſten Abweiden. ‿ 3 ohne Thomasmehl. wurde erteilt, mög⸗ eichen⸗ Nähr⸗ aben lz und drei den. Nr. 25 Nr. 26 der V. Parzell 3 Schwei bzw. de 1 kammer 5 ſteht a maten⸗, durch d rem Un 1 den Kl 3 7 landwir Hier b 1 Düngungsverſuch mit ſteigenden Gaben von Superphosphat. Grunddüngung ſiehe Thomasmehlverſuch. Im ganzen umfaßt der Verſuch 5 Parzellen. Parzelle 1 erhielt 4 Ztr. Superphosphat, im Winter gegeben. 3 4 2„„ nach d. erſten Abweiden. 3 6„ im Winter gegeben. 63 T„ 7„ 2 4 2. 3..„ Frühjahr. 2 5. ohne Düngung mit Superphosphat. Der Ertrag der Koppeln ſowohl der Rindvieh⸗ als auch der Schwei eweiden wird wie im Vorjahre durch die Gewichtszunahme bzw. den Milchertrag beſtimmt und in Stärkewerten ausgedrückt. Gärtnerei. Dieſe iſt als Gärtneriſcher Lehrbetrieb von der Landwirtſchafts⸗ kammer für Heſſen anerkannt. Der Garten umfaßt eine Fläche von ca. 3 Morgen und be⸗ ſteht aus leichtem Boden. Durch Errichtung eines Holländiſchen To⸗ maten⸗Hauſes und eines Warmhauſes für die Gurkenzucht, ſowie durch die Anlage neuer Miſtbeete ließ ſich Frühtreiberei in größe⸗ rem Umfange durchführen. Die Erzeugniſſe des Gartens werden in größeren Mengen in den Kliniken und bei Händlern abgeſetzt. Inſtitutsräaäumein der Senckenbergſtraße. Dem Tierzuchtinſtitut dient ferner das oberſte Stockwerk des landwirtſchaftlichen Inſtitutes in der Senckenbergſtraße zu Gießen. Hier befinden ſich noch: Ein Arbeitszimmer für den Direktor. Ein Vorzimmer mit Bücherei und Büro⸗Einrichtung. Ein Zimmer für die Aſſiſtenten. Eine Dunkelkammer mit allen Einrichtungen zur Photographie. Ein Sammlungsraum mit Tierſtatuetten, ausgeſtopften Tieren, Unterrichtsmaterial aller Art und einer Reihe von Preiſen, die auf Geflügelzucht⸗Veranſtaltungen errungen wurden. — 16— Ein Molkereilaboratorium. Das Molkereilaboratorium dient zur Durchführung eines milch⸗ wirtſchaftlichen Praktikums für die Studierenden der Landoirtſchaft an der Univerſität ſowie zur Vornahme von Unterſuchungen. An Ap⸗ paraten und Geräten ſind vorhanden: 1. ſolche zur Probenahme(Probemelkwaage Ahlborn, Probenehmer verſchiedener Syſteme, Watteefilter) 2. Apparate zur phyſikaliſchen Unterſuchung der Milch(Spezifiſche Gewichtsbeſtimmungen) 3. Apparate zur chemiſchen Unterſuchung a) Trockenſubſtanzbeſtimmung. Trocken⸗ bzw. Wärmeſchrank b) Fettgehaltsbeſtimmung nach den verſchiedenſten Methoden(Fun⸗ kes Elektrozentrifuge) c) Eiweißgehaltsbeſtimmung(Analytiſche Waage) d) Zuckerbeſtimmung.(Refraktometer) 4. Apparate zur hyoieniſchen Unterſuchung. a) Schmutzgehaltsbeſtimmung b) Säuregradbeſtimmung c) Friſchegradbeſtimmung d) Reduktaſe⸗ und Katalaſeprobe e) Labgärprobe f) Feſtſtellung des Bakteriengehalts(Mikroskopiſche Ausrüſtung). 5. Apparate zur Unterſuchung der Milchprodukte, Rahm, Butter, Käſe. Wenn auch im Laboratorium zunächſt nur die Apparate und Geräte, die die Durchführung der hauptſächlichſten Unterſuchungen auf dem Gebiete der Milchwirtſchaft geſtatten, vorhanden ſind, ſo iſt doch beabſichtigt, dieſen Zweig des Tierzucht-⸗Inſtituts baldmöglichſt auszubauen. pun⸗ ung). Fäſe. und ngen ſo lchſt 20. 21. 22. 23. 25. 26. 27 überſicht der Bilder. Blick vom Bismarckturm auf den Oberen Hardthof. Inſtitutshof. Inneres des Rindviehraſſenſtalles. Niederungsvieh, Oſtfrieſen⸗Kuh. Shorthorn⸗Kuh. Niederungsvieh, Angler⸗Kuh. Höhenvieh, Freiburger Kuh. Simmentaler Kuh. Kuh des Lahnſchlages. Allgäuer Braunvieh⸗Kuh. Kälberweide. Rindviehſchutzhütte. . Weidetränke. Beregnungsanlage. Pumpenhaus. Schweineweide. Veredeltes deutſches Landſchwein. Sau mit Ferkeln auf der Weide. Berkſhire⸗Schwein. Kreuzung des Wildebers mit Edelſchwein. Brutraum mit Buckeye⸗Brüter. Schirmgluckenhaus„Orion“. Schirmgluckenhaus„Kahlo“. Schirmgluckenhaus„Dr. Filler“. Junggeflügel⸗Koloniehaus. Gärtnerei. . Holländiſches Gemüſehaus. — — 1 ͤͤͤͤ8ͤ8ͤ8»8»8»8»8G8GGe —— nnannnnan 0 art Cha dur& Grey Contro vellow Hed Magenta Green Black S 1 Direktor: Prof. Dr. H. Kraemer. Aſſiſtenten: Dr. H. Lang und Dr. A. Wetzel. 15 14