4 NOILISCH STUDIBN X Organ für englische Philologie unter Mitberücksichtigung des englischen Unterrichts auf höheren Schulen GEGRUNDET VON EUGEN KOLBING Herausgegeben von johannes Hoops Proſessor der englischen Philologie an der Universität Heidelberg * Sonder⸗=⸗Xbdrud alls 61 Band, ¶ left n] O. R. Reisland, Leipzig Karlstraße 20 Swinburne und Theodor Opitz 249 misprinted eshewn'; a corruption which makes the whole image wellnigh meaningless.) Nor am I less gratified by the knowledge of your fellow-feeling with me on the Russian question, as to which the self-styled Liberals' of this country have covered themselves with such inexpressible ridicule and disgrace. I have the honour to be, Sir, Most sincerely yours Algernon Charles Swinburne. Auch dieser Brief trägt Trauerrand. Auch hier ist der Grund nicht festzustellen. Eines fällt aber sofort auf: die zitternde Schrift. Wir blicken durch den Brief hindurch in Swinburnes schlimmste Zeit, als der Alkohol ihn zu zerrütten begann. Der Briefkopf zeigt uns— in Ergänzung zu dem, was Edmund Gosse berichtet(a. a. O. 244)—, daß er seine Zimmer in Great James Street aufgegeben hat und jetzt in Guilford Street wohnt. Ein paar Tage später wird er London verlassen und einen Monat in Holmwood zubringen*). Dann werden die Tage des Zusammenbruches kommen und seine Rettung durch Watts-Dunton. Das Swinburne-Gedicht auf Marlowe heißt In he Bay (Poems and Ballads, Second Series 1878). Es ist interessant, von Swinburne zu hören, daß es an einem Sommerabend, nach- dem er die Bucht durchschwommen habe, entstanden sei. Wenn man den schönen Brief liest, den Swinburne am 27. August 1870 an Harrison schrieb(A. C. Rickett.., a. a. O. S. 65), so könnte man eine Vorstellung von dem landschaftlichen Hintergrund bekommen, der dem Gedicht Linie und Farbe ge- liehen hat. Der Brief trägt die Aufschrift Niton, Isle of Wight. Man müßte dann an eine der Buchten dieser Insel denken. Die Bemerkungen über Rußland dürften angeregt worden sein durch einige Bemerkungen Opitzens über Swinburnes Gedichte The White Czar, Kizpah, To Louis Kossuth, deren Gesinnung er Swinburne gegenüber wohl gelobt hatte. Swin- burne erkannte während des Balkankrieges in Rußland Eng- lands Hauptfeind. ZüricCh. Bernhard Fehr. ¹) Immerhin ist es eigentümlich, daß Swinburne zwei Tage vorher (am 22. Juni 1879) einen Brief von Holmwood aus an Watts schreibt (A. C. Rickett u. T. Hake, The Letters of A. C. Swinburne 166). AUS DER FRUHZEIT DER AMERIKANISCHHEN ANGLISTIK: LOUIS E. KLIPSTEIN(1813—70) In seinen lebendigen Erinnerungsblättern»Aus der Früh- zeit der Englischen Philologie. I.«(Germ.-Rom. Monatsschr. XIII, 32— 51; 1925), die wir Jüngeren mit wehmütiger Ehr- furcht lesen, hat Arnold Schröer es sich zum Ziele gesetzt, die Gestalten einiger großer englischer Anglisten der ver- gangenen Generation in sprechenden Augenblicksbildern fest- zuhalten. Der erste oben angeführte Beitrag war im wesent- lichen dem Gedächtnisse Furnivalls gewidmet— möõöge uns bald die Fortsetzung der so verheißungsvoll begonnenen Auf- satzreihe beschieden sein! Die»keineswegs zu unterschätzende« Mitarbeit Amerikas an der Errichtung des anglistischen Wissen- schaftsgebäudes will A. Schröer zunächst außer Betracht lassen. Es sei mir darum verstattet, hier auf eine in ihren Einzel- heiten bisher noch unbekannte Episode im Leben eines älteren amerikanischen Pioniers der Anglistik zu sprechen zu kommen, die zeigen soll, wie die Anfänge unserer Wissenschaft in der alten und in der neuen Welt enge verknüpft sind, und wie ein Amerikaner deutscher Abstammung auch hier die Rolle eines Mittlers gespielt hat. I. Auf die Verdienste von Louis F. Klipstein aus dem Staate Virginia als einem der ersten amerikanischen Anglisten ist schon öfters hingewiesen worden. In Deutschland wohl zuerst von R. Wülker, der in seinem Grundriß zun Geschichite der angelsächsischen Literalur(Leipzig 1885, S. 74) über Klip- stein folgende in zwei Hauptpunkten irrige Bemerkung machte: „Die ältesten Spuren von angelsächsischen Werken, welche in Amerika veröffentlicht wurden, gehen nicht weiter zurück als bis zum Jahre 1849, und zwar Wwar es ein Deutscher, Früh- sschr. Ehr- setzt, ver- fest- esent- e uns n Acf- zende« Vissen- lassen. Linzel- lteren nmen, in der d wie Rolle 3 dem Nisten wohl hichte Klip- achte: welche zurück tscher, Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 251 welcher zuerst für Angelsächsisch in Amerika wirkte.« Das Verdienst, als erster»für Angelsächsisch in Amerika gewirkt« zu haben, fällt zweifellos Thomas Jefferson zu, der schon 1779 sein Interesse an angelsächsischen Studien bekundet hatte und 1825, als die Universität von Virginia eröffnet wurde, tat- kräftig eine Professur für Neuere Sprachen, einschließlich des Angelsächsischen, unterstützte. Schriftstellerisch ist er für das Angelsächsische eingetreten in dem Essay towards facilitating instruction in the Anglo-Saxon ond modern dialects of the English Language, der zwar erst 1851 im Auftrage der Uni- versität von Virginia gedruckt wurde, dessen einzelne Teile aber bis 1797, 1818 und 1825 zurückreichen*). Daß Klipstein kein geborener Deutscher war, ist heute allgemein bekannt; seine Abstammung von deutschen Vorfahren wird jedoch hier von uns zum ersten Mal im einzelnen klargestellt. In Amerika haben sich mit Klipstein näher befaßt J. B. Henneman in einem interessanten Vortrag über IZwvo Plioneers in the Historical Study of English,— Thomas Jofferson and Louis F. Klipstein: A Contribution to the History of the Study of English in America(abgedruckt in Publ. M. L. Ass. VIII, New Ser. I, 1893) und neuerdings wieder Morgan Callaway, Ir., der in einem Aufsatz The Historic Study of the Mother- Tongue in the Uniteq States: A Survey of che Past(University of Texas Studies in English, No. 5, Austin, Texas, 1925) Klipsteins Verdienst gebührend würdigt. Beiden amerikanischen Gelehrten ist die Tatsache bekannt, daß Klipstein in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Gießen zum Dr. phil. promovierte. Aber das genaue Datum kann keiner von ihnen angeben, und beide nehmen einen Studienaufenthalt Klipsteins in Deutschland bzw. Gießen an, der mit der Er- langung der Doktorwürde seinen Abschluß fand. Wie aus den anhangsweise abgedruckten Universitätsakten hervorgeht, er- folgte die Gießener Promotion im September 1845, und zwar in absentia: Klipstein hat niemals Deutschland oder eine deutsche Hochschule besucht, und seinen Doktorhut hat er, neben seinen Schriften, nicht in letzter Linie seinem Verwandtschaftsverhältnis mit einem namhaften Gießener Universitätsdozenten gleichen Namens zu verdanken. ¹) Titel und Chronologie des Essays bei Wüllker, a. a. O., S. 75, sind nach Obigem zu berichtigen; das Nähere bei Henneman a. a. O. 252 W. Fischer II. Aus dem Stammbaum der heute noch in Gießen ansässigen, jetzt weitverzweigten hessischen Familie Klipstein ergibt sich für die Vorfahren unseres amerikanischen Philologen etwa folgendes*). Nach mündlicher Überlieferung stammt das Ge- schlecht der Klipstein ursprünglich aus Thüringen. In Eisenach ist im 16. Jahrhundert ein Georg Klipstein,»Bürger und Dreher«, bezeugt. Im 17. Jahrhundert kam der Enkel dieses Georg, Caspar Klipstein(geb. 1627), als Förster im Gefolge der Gemahlin des Landgrafen Georg II. von Darmstadt nach Hessen-Darmstadt. Dort spaltete sich die Familie in vier Zweige. Ein Nachkomme des ältesten Zweiges, Philipp Klip- stein aus Darmstadt(geb. 1751),»lernte die Chirurgie und ging mit den kurhessischen Truppen nach Amerika, wo er nach dem Friedensschlusse seinen Abschied nahm und als Arzt zu Winchester(im Staate Virginia) lebte. Seine fünf Söhne werden den in Europa erloschenen Zweig in Amerika fort- pflanzen.« Vermutlich zog Philipp nicht allein in den ameri- kanischen Krieg, sondern er war von einem Verwandten, Ernst Christian(1743— 1803) aus einem jüngeren(dem dritten) Zweige der Familie, begleitet, der»als Kurhessischer Lieutenant im Amerikanischen Kriege focht, seinen Abschied nahm und als reitender Förster zu Epſpstein lim Taunus] starb«. Weitere Angaben über den amerikanischen Zweig der Klipsteins geben die Erläuterungen zum Stammbaum nicht, doch sollen noch heutzutage in New Vork verschiedene Glieder des amerikani- schen Zweiges leben*). Auf Grund der in den oben erwähnten Aufsätzen über L. F. Klipstein gemachten Angaben sowie seiner unten mitgeteilten, selbstverfaßten Vita läßt sich mit ziemlicher Sicherheit erschließen, daß der amerikanische Philo- loge ein Enkel des nach Amerika ausgewanderten Philipp Klipstein aus Darmstadt gewesen sein muß. Er wurde 1813 in Winchester, Va., geboren, verließ 1832 das Hampden Sidney ¹) Der Stammbaum nebst lithographierten»Erläuterungen«, die bis zum Jahre 1886 führen, wurde von Herrn Reichsbankdirektor Klipstein- Gießen der Universitätsbibliothek für die Zwecke dieses Aufsatzes freund- lichst zur Verfügung gestellt. Für weitere wertvolle Unterstützung bin ich dem Mitarbeiter an der»Hessischen Biographie«, Herrn Dr. G. Lehnert, zu großem Danke verpflichtet. ²) Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Reichsbankdirektor Klipstein. Ssigen, bt sich 1 etwa as Ge- isenach er und Idieses Geſolge dt nach in vier Pp Klip- rie und wo er Äs Arzt t Söhne da fort- n ameri- n, Ernst Zweige nant im und als Weitere 3 geben n noch rrikani- rähnten sowie ich mit Philo- Philipp le 1813 Sidney „die bis Klipstein- es freund- ng bin ich Lehnert, Klipstein. Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 253 College, Va., als Baccalaureus Artium und widmete sich drei Jahre lang theologischen Studien im benachbarten Union Theo- logical Seminary, das er 1835 mit einem theologischen Grade absolvierte. Als presbyterianischer Geistlicher erhielt er vom Presbyterium zu Winchester die Lizenz. Er wandte sich bald einer besonderen(liberalenſ?]) Partei innerhalb der presbyteriani- schen Kirche zu*), bis er 1830 aus Gesundheitsrücksichten den geistlichen Beruf einstweilen aufgab und sich dem Lehr- berufe im Staate Südkarolina widmete ⸗*). Hier setzen nun, wie bereits angedeutet, Henneman und Callaway irrigerweise einen Aufenthalt in Deutschland an, nach dessen Beendigung er als Gießener Dr. phil. eine Hauslehrerstelle in St. James, Santee, S. C., angenommen habe. Seine Vita belehrt uns jedoch, daß er seit 1842 Pfarramtskandidat der Episkopalkirche in der Diözese Südkarolina war und erst von dieser Zeit ab sich eingehender mit philologischen Studien abgegeben hat. III. Die literarische Regsamkeit, die Klipstein in dieser Zeit entfaltete, war beträchtlich. Im Frühjahr 1844 begann er auf kurze Zeit eine den neueren Sprachen gewidmete Zeitschrift The Polyglot herauszugeben. Das dort zusammengetragene Material benützte er später für sein Buch Study of Modern Languages. Part I. French, Italian, Spanish, Portuguese, German and English. 1 vol. imperial 8 vo. New Vork(Putnam).§ 1.00 ⁵). 1) The New School division in the Presbyterian Church', nach Henneman, a. a. O. S. XLVIII. Callaway, a. a. O., bringt keine neuen Daten. ²) So nach Klipsteins eigener Vita. Nach Henneman, a. a. O.: his license was revoked in 18400. 3) Das Erscheinungsjahr ist ungewiß. In seiner Vita(1845) spricht er davon als"in press“. Weder Henneman noch Callaway geben ein Datum. In Trübners Bibliographical Guide to American Literature“, London 1859, S. 243 wird als Datum»New Vork 1838 angegeben, was auf einem Irrtum beruhen muß, da sich Klipstein auf dem Titelblatt schon als Ph. D. bezeichnet. Aus einer Klipsteins Auglo-Saxon Grammar an- gebundenen Verlagsanzeige ergibt sich, daß es sich hier um eine Elementar- grammatik dieser modernen Sprachen handelt:"It will be found an acceptable manual not only for the tyro, but to the more advanced scholar... For the comparative study of the Romanic tongues the work affords unusual facilities.“ 254 W. Fischer Dann erschienen in rascher Folge bei G. P. Putnam in New Vork ²¹): 1. A Grammar of ihe Anglo-Saxon Language, by Louis F. Klipstein, A. A. L. L. M. and Ph. D. of the University of Giessen. New York 1848. 12 mo. 1.25.[Revised edition in press]*). 2. Tha Halgan Godspel on Englisc— The Anglo-Saxon ¹) Die Titel zum Teil nach der Verlagsanzeige am Schlusse des ersten Bandes der Analecta. Trübners Guide ist auch hier nicht ganz verläßlich. Von der Berliner Auskunftsstelle konnten bis jetzt in Deutsch- land nur nachgewiesen werden Klipsteins Ags. Grammatik[vorhanden in Berlin, Preußische Staatsbibliothek] und die Analecta[Universitätsbiblio- theken Halle und Göttingen]. Die Gießener Universitätsbibliothek besitzt nichts von seinen Büchern. 2) Die Grammatik ist»Orville Horwitz, Esq.« aus Baltimore ge- widmet, einem mitstrebenden Philologen. Nach Henneman, a. a. O., S. XLVIII, ist Horwitz der Verfasser der dreißig Seiten langen Intro- duction on the Study of the Anglo-Saxon Language“, die das Buch ein- leitet. Sie ist datiert»Baltimore, Md., April 1848. Am Schlusse dieser Einleitung wird das Lob des Werkes in charakteristischer Weise ge- sprochen:„This is the only complete Grammar of the language with which we are acquainted, and certainly the only Anglo-Saxon Grammar published in this country. We hope, therefore, that it will not need to be stamped first with the seal of European approval, before it can be re- ceived into favour in our own country: but that it will at once, as it certainly deserves, meet with is proper reward, and be adopted as text- book in our Colleges and High Schools.“ Klipstein selbst gibt in seiner »June 1848 datierten Vorrede als hauptsächlich benützte Quellen an Rask's Angelsaksisk Sprogloere[sic!](1817), Grimms Deutsche Grammatik (1819 ff.) und Bosworth's Compendious Grammar(1826) und Dictionarny (1838). Thorpes englische UÜbersetzung der Grammatik von Rask(Copen- hagen 1830) erwähnt Klipstein nicht. Klipsteins Buch ist rein deskriptiv und beschränkt sich im wesentlichen auf die Paradigmen. Auf dialektische Unterschiede des Altenglischen geht er nicht ein, obwohl Bosworth bereits darauf hingewiesen hatte. Eine Kostprobe aus dem Kapitel der Prosodie (S. 184):„Alliteration, though sometimes used, was never a fundamental principle in Anglo-Saxon poetry...“ In der erwähnten Verlagsanzeige heißt es von dem Buche u. a.:„This work recommends itself particularly to the attention of every American student who'glories in his Anglo-Saxon descent' or Teutonic lineage, as well as of all who desire an acquaintance with a language which lies as the foundation of the English, and throws a light upon its elements and structure, derivable from no other source.... The time is coming when it will be considered eutterly disgraceful for any well bred Englishman or American’' to have neglected it...“ ang of t nam in ouis F. Versity Revised 5 Saxon usse des cht ganz Deutsch- anden in itsbiblio- besitzt lore ge- „ a. 0., ntro- uch ein- ze dieser eise ge- age with Grammar ged to be n be re- e, as it as text- n seiner llen an mmatik ctionary (Copen- skriptiv ektische bereits Prosodie lamental a.:“This American neage, as ch lies as nents and ing when glistman Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 25⁵55 Versions of the Holy Gospels. Edited by Benjamin Thorpe, F. S. A. Reprinted by L. F. Klipstein, etc. 12 mo. New Vork 1848(§ 1.25). 3. Analecta Anglo-Saxonica. Selections, in Prose and Verse, from the Anglo-Saxon Literature with an Introductory Ethnological Essay, and Notes Critical and Explanatory. Vol. I[Prosa](Vorrede St. James, Santee, S. C., April 1, 1848), New Vork 1849, 430 S., 12 mo.; Vol. II Poesie] (Vorrede, ebenda, Sept. 1, 1848), 430 S., 12 mo., New Vork 1849 ²). 4. Natale Sancti Gregorii Papae— Aelfric's Homily on the Birthday of St. Gregory, and Collateral Extracts from King Alfred's Version of Bede's Ecclesiastical History of the Anglo-Saxons, and from the Saxon Chronicle, with a full Rendering into English, Notes critical and explanatory, and an Index of Stems and Forms. 12 mo. New Vork 1849(F 1.00). Als uIn press, and in preparationꝰ werden folgende Werke angegeben, die jedoch nie erschienen: I. A Glossary to the Analecta Anglo-Saxonica, with the Indo-Germanic and other Affinities of the Language. II. The Anglo-Saxon Paraphrase of the Book of Psalms, with Notes critical and explanatory ²). III. Anglo-Saxon Metrical Legends, with Notes critical and explanatory. IV. The Anglo-Saxon Poem f Beowulf, with an English Version, and Notes critical and explanatory. ¹) Eine genaue Inhaltsangabe dieses»außerordentlich reichhaltigen Lesebuches« bietet R. Wülker, a. a. O.,§ 133, der auch die übrigen Titel der Werke Klipsteins angibt(§ 149). Klipstein führt in jedem Falle seine Quelle genau an. Außer F. W. Ebelings Angelsächsischem Lesebuch (Leipzig 1847; vgl. R. Wülker, a. a. O., S. 82) und Rasks Grammatik handelt es sich ausschließlich um englische Vorlagen. Das Buch ist seine bedeutendste Leistung; es trägt die Widmung:„To Augustus von Klip- stein, Ph. D., Professor of Mineralogy and the Art of Mining in the Uni- versity of Giessen.. these volumes are enscribed, with Sentiments of the highest regard.“ ¹) Ursprünglich(laut Verlagsverzeichnis der Anglo-Saxon Grammar) war das Werk geplant als: Extracts from the A.-S. Gospels, a portion of the A.-S. Paraphrase of the Book of Psalms, and other Selections of a Sacred Order in the same Language...“ 25⁵56 W. Fischer V. The Rites, Ceremonies, and Polity of the Anglican Church, as exemplified in the Monuments of the Language, chrono- logically arranged*). VI A BPhilosophical Grammar of the Anglo-Saxon Language, in its Relation especially to the other Members of the Teutonic Family. Das Erscheinen dieser Werke ist wohl vor allem deshalb unterblieben, weil Klipsteins erste Veröffentlichungen, für die er anscheinend lange keinen Verleger fand, ihn in schwere Geldnöte gebracht hatten. Er hatte inzwischen eine Tochter der Familie in St. James, Santee, geheiratet, bei der er Haus- lehrer war, und auch das Vermögen seiner Frau war den unrentablen Veröffentlichungen zum Opfer gefallen. UÜber Klipsteins letzte Lebensjahre ist nichts bekannt; sie sollen unglücklich gewesen sein. Er starb in Not, 1879 ²). IV. Unter diesen mißlichen Umständen, die Klipsteins Lebens- abend verdüsterten, muß die Verleihung der Doktor- würde der Universität Gießen einer der Höhepunkte seines Lebens gewesen sein. Indem Klipstein einen deutschen akademischen Grad an- strebte, wandelte er auf den Spuren bedeutender Amerikaner, die zu Anfang und in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts auf deutschen Universitäten, besonders in Göttingen, studierten oder doktrierten. So empfing der nachmalige Staatsmann und Gräzist Edward Everett 1817 als erster Amerikaner zu Göttingen den Doktorhut; bald folgte George Ticknor, der Hispanist, und der Historiker G. Bancroft, später der Balladen- forscher F. J. Child und der Indogermanist W. D. Whitney. Vermutlich war L. F. Klipstein der erste Amerikaner, der in Gießen zum Doktor promovierte. Was Klipstein veranlaßte, gerade mit Gießen wissenschaftliche Beziehungen anzuknüpfen, war sicherlich vor allem seine verwandtschaftliche Verbindung ¹) Zu II.—V. die Bemerkung des Verlags:“*The last four of these works will each appear in a uniform orthography, with the variations as well as the different readings given in every ease. No. III will also contain the prose version of the Life of St. Guthlac.“ 2) Callaway, a. a. O., S. 12: He died under a cloud'(nach Henne- man, a. a. O.). Chu rch, chre ono- uage, of the deshalb für die Schwere Tochter r Haus- far den Uber sollen Lebens- oktor- epunkte rad an- rikaner, underts dierten nn und ger zu or, der alladen- hitney. er, der anlaßte, müpfen, bindung r of these jations as so contain ch Henne- Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 2⁵7 mit einem dortigen Universitätslehrer, dem Professor der Mineralogie August von Klipstein(1801— 1894), dem er ja auch die Analecta widmete. Dieser war ein Nachkomme einer jüngeren Linie des oben erwähnten dritten Zweiges der Klip- steinschen Familie. Wie aus dem amtlichen Schriftwechsel anläßlich der Promotion hervorgeht, bestand zwischen den amerikanischen Klipsteins und einigen Angehörigen der hessi- schen Familienzweige wenigstens eine lose Verbindung, die der amerikanische»Vetter« nun wohl zu nützen verstand. Vom rein wissenschaftlichen Standpunkte aus gab es für einen der Anglistik Beflissenen in Gießen um das Jahr 1845 ziemlich wenig zu holen. Die klassische Philologie zwar hatte in Friedrich Gotthelf Osann(1794— 1858) einen tüchtigen Ver- treter, aber die Germanistik, aus der sich die Anglistik eben erst langsam abzuspalten begann, hatte noch keinen eigent- lichen Lehrer gefunden. Zwar hatte der enzyklopädisch ver- anlagte Chemiker Wilhelm Ludwig Zimmermann, der Vor- gänger von Justus Liebig, bereits 1814 über das Nibelungen- lied gelesen und damit das erste germanistische Kolleg in Gießen gehalten, und 1843 hatte der Philosoph Philipp Moritz Carrière ein Publikum über Goethes Faust angezeigt; aber die Germanistik als Sonderdisziplin fand ihren ersten Gießener Ver- treter erst in F. L. K. Weigand, der sich 1849 als Privatdozent niederließ und 1852 zum Extraordinarius, 1867 zum Ordinarius befördert wurde. Die neueren Sprachen waren bis 1823 im allgemeinen nur durch»Sprachmeister«, meist Ausländer, ver- waltet worden, und das Französische hatte vor dem Englischen bei weitem den Vorrang. Allmählich machte sich aber das Bedürfnis immer dringender geltend, neben dem französischen auch das Schrifttum»der übrigen gebildeten Völker des neueren Europa«*), am liebsten in Verbindung mit der Antike, 7) Nach einem Bericht(1823) des Universitätsreferenten F. K. Rumpf, im Auszug mitgeteilt von D. Behrens, Zur Geschichte des neusprachlichen Unterrichts an der Universität Gießen, in der Festschrift Die Univensität Gieben 1607— 1907(Gießen 1907, II, 329— 356).[Ist die revidierte Fassung eines Beitrags in Zeitschr. für französische Sprache u. Lit. 27(1904) 165 f.] Friedrich Diez, der große Romanist, der 1821 in Gießen zum Dr. phil. promovierte, war kurz vorher mit einem höheren Gehalt zum a. o. Pro- fessor der neueren Sprachen in Bonn ernannt worden; daher nahm man davon Abstand, ihn jetzt ernstlich für Gießen in Betracht zu ziehen. Vgl. J. Hoops, Englische Studien. 62. r. 17 2 5 8 W. Fischer in den Kreis der Vorlesungen einzubeziehen, und so wurde im Jahre 1823 Johann Valentin Adrian(1793—1864) als erster »außerordentlicher Professor der neueren Sprachen und Lite- raturen« an die Universität Gießen berufen. Schon im nächsten Jahre wurde seine Stelle in ein Ordinariat verwandelt. Der vielseitige, menschlich interessante Adrian war aber viel mehr freier Schriftsteller, UÜbersetzer und— später— der Uni- versitätsbibliothek ein sehr tüchtiger Vorstand, denn Philologe im strengen Sinne des Wortes*). In Sachen der Doktorpromotion L. F. Klipsteins scheint Adrian eine sehr untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Zwar wurde ihm, als dem nächsten Fachvertreter, der Bericht des Dekans Osann als erstem zur Kußerung vorgelegt, aber er begnügte sich, sein Einverständnis mit einem kurzen f. (= conformat) zu bekunden; im übrigen sucht man seine Unterschrift im weiteren Schriftverkehr vergeblich. Der Vorgang der Promotion im einzelnen war nun fol- gender. Zu Ende des Jahres 1844 hatte sich Louis F. Klip- stein brieflich an seinen»Vetter« August von Klipstein ge- wandt mit der Anfrage, ob im Hinblick auf seine im Druck befindlichen wissenschaftlichen Bücher eine Promotion für ihn zu Gießen möglich sei. Der Dekan stand dem Ansuchen freundlich gegenüber und bestand nur auf einem Zeugnis, das 3 die Tatsache der fortschreitenden Drucklegung bescheinigen würde. Die Mehrzahl der Fakultätsmitglieder stimmte je- doch für den Aufschub der Diplomerteilung, bis die fertigen Druckbogen eingelaufen seien. L. F. Klipstein wurde dem- — gemäß benachrichtigt. Im Frühjahr 1845 sandte er die ge- wünschten Zeugnisse nebst seinem Lebenslauf. Etwas später stellte er auch die verlangten Druckbogen in Aussicht; nach- dem diese jedoch Anfang September noch nicht in Händen 3 des Dekans waren, rechnete man mit dem Verlust der Sendung. 4—;’ℳ;ͦ D. Behrens, Friedrich Dies. Festrede su seinem 100. Geburtstag. Gießen 1894 und a. a. O. II, S. 351. ¹) Gießen erhielt erst 1867— nach Adrians Tod trat eine Vakanz von fast drei Jahren ein— in der Person Ludwig Lemckes(1816— 84) 1 eine vom philologischen Standpunkte aus gewichtigere Vertretung der 4 neueren Sprachen. Die Trennung von Romanistik und Anglistik wurde erst 3 8 1898 mit der Schaffung eines etatsmäßigen Extraordinariats für englische Sprache und Literatur vollzogen. 0ĩ Wurde s erster dd Lite- ächsten t. Der el mehr er Uni. hilologe scheint haben. Bericht t, aber zen cy. 1 seine zun fol- . Klip- eein ge- Druck für ihn nsuchen nis, das einigen nte je- fertigen e dem- die ge- später ; nach- Händen endung. . Gießen e Vakanz (1816— 8) etung der wurde erst englische Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 259 Da man über die Ehrenhaftigkeit des Gesuchstellers keinen Zweifel hegte und man sich eine eben dargebotene Gelegen- heit, das Diplom sicher über das große Wasser zu befördern, nicht entgehen lassen wollte, beschloß die gesamte Fakultät, die Doktorwürde auch ohne vorherige Einsicht in die Druck- schriften zu erteilen, umsomehr, als Professor A. von Klip- stein sich für spätere Nachlieferung derselben verbürgte. Nur der Rektor, der Jurist J. M. T. Birnbaum, äußerte grund- sätzliche Bedenken, die jedoch keine Anderung der Stellung- nahme der Gesamtfakultät herbeiführten. So wurde also das Doktordiplom, das noch in doppelter Ausfertigung vor- handen ist, am 10. September 1845 vom Dekan ausgestellt: „... Fridericus Osann... Viro Reverendo atque eruditissimo Ludovico F. Klipstein, Americano Virginiensi, Verbi Divini Ministro in Dicœcesi Civitatis Carolinensis Meridionalis, Summos Doctoris Philosophiae Artiumque Liberalium Magistri Honores... hodie contulit.« Zwei Umstände fallen an dieser nicht ganz gewöhnlichen Promotionsgeschichte auf. Einmal ist die Tatsache verwunder- lich, daß die Gießener Universitätsbibliothek kein einziges Werk L. F. Klipsteins in ihrem Besitze hat, zum anderen drängt sich uns die Frage auf, wie sich die große Zeitspanne zwischen dem tatsächlichen Erscheinen der Klipsteinschen Bücher und ihrer längst geplanten Drucklegung erklärt. Zum ersten Punkt bieten sich zwei Möglichkeiten der Erklärung: entweder hat L. F. Klipstein überhaupt verabsäumt, seiner Alma Mater die Bücher zu übersenden, oder sie gingen unter- wegs verloren*). Der zweite Umstand scheint darauf hin- zudeuten, daß die Druckschwierigkeiten doch erheblich größere waren, als Klipstein zur Zeit seines Gesuchs annahm. Ver- mutlich hatte er damals seine Bücher erst in der Handschrift fertig oder stand erst in Unterhandlungen mit Verlegern; jedenfalls dauerte es noch zwei volle Jahre, bis er in G. P. Putnam einen wagemutigen Verleger fand, der das Risiko der Veröffentlichung von*Klipstein's Anglo-Saxon Course of Study wirklich auf sich nehmen wollte. ¹) Ob A. von Klipstein Dedikationsexemplare in seiner Bibliothek besaß, ließ sich nicht mehr feststellen, da diese(nach freundlicher Mit- teilung seiner hochbetagten Tochter) 1894 an den Buchhandel nach Leipzig veräußert wurde. 17* 260. W. Fischer Anhang. Acten der Großherzoglich Hessischen Philosophischen Facultät zu Giessen. Anfrage des Louis Klipstein zu Charleston wegen Erlangung der philosophischen Doctorwürde betrd 1845. J. Gießen, 27. Januar 1845. An die verehrl. philosophische Fakultät betr. das Gesuch des H. Klipstein in Charleston in Süd-Carolina. Nach dem angeschlossenen Briefe¹) des Rubricaten an seinen Vetter, unsern H. Collegen von Klipstein, wünscht derselbe von unserer Facultät den Doctorgrad zu erhalten. Nach dem Inhalt des Briefs hat derselbe, ein geborener Americaner, früher die Stelle eines Geistlichen bekleidet, sich aber nun in eine litterarische Muße zurückgezogen, und läßt gegen- wärtig mehrere Werke drucken, welche noch in diesem Frühjahr er- scheinen sollen, als Grammar of the Anglo-Saxon Language, ferner Analecta Saxonica, und noch mehrere andere. Da bei der großen Entfernung eine weitläufige Verhandlung un- thunlich ist, so ersuche ich die verehrl. H. Collegen, sich über die Bedingungen der Promotion genau auszusprechen, damit H. College von Klipstein in den Stand gesetzt werde, dem Bittsteller eine bestimmte Antwort ertheilen zu können. Ich erlaube mir mich unvorgreiflich dahin auszusprechen, daß, da eine UÜbersendung einer Druckschrift oder eines schriftlichen Specimen eruditionis schwerlich angeht, es außer Zeugnissen über sein jetziges Leben und Verhalten, über seine frühere geistliche Function und Studien genügen würde, wenn ein Attest darüber beigebracht würde, daß gen. Schriften, oder wenigstens eine davon, wirklich im Druck begriffen seien. Vielleicht würde das kürzeste und geeignetste ein Curri- culum vitae sein, in welchem die obigen Punkte näher angegeben, und dieses Curriculum durch ein genügendes Zeugniß attestiert sei. cf. Dr. Adrian[Neuere Sprachen] Dr. Osann[Klass. Philologie] Einverstanden mit dem Bemerken, daß es wohl geeignet sey, wenn Hr. College v. Klipstein das, was er über seinen Vetter und dessen literarische Bildung etwa wissen sollte, zu den Acten geben wollte. cf. J. Liebig[Chemie] Dr. Hillebrand[Philosophie] v. Ritgen[Baukunst, später Kunstwissenschaft] ¹)»„Dieser Brief wurde zum Behuf der Beantwortung heute an Herrn .. 30 Klipstein zurückgegeben. 1 ⁴5. D. O.«[Randbemerkung.] olina. en Vetter, r Facultät derselbe, bekleidet, äßt gegen- ühjahr er- ge, ferner adlung un- über die ollege von bestimmte flich dahin oder eines Leugnissen geistliche eigebracht im Druck ein Curri- eben, und i. lologie] sey, Wenn and dessen wollte. osophie] te an Herrn Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 261 Da von Herrn Klipstein angeblich soeben einige Werke gedruckt werden, so wäre es wohl das einfachste, daß derselbe als specimen evu- qitionis die fertigen Druckbogen übersende, mit der Versicherung auf Ehrenwort, daß er der Verfasser derselben sey. Die Vorlage eines curriculum vitae wäre, wie in allen Fällen, auch dieses Mal zu wünschen. Dr. H. Umpfenbach[Mathematik] cf. Dr. Schäfer[Geschichte] cf. Heyer[Forstwissenschaft! Vullers lorientalische Sprachen] Buff[Physik] In Bezug auf die Bemerkung des Herrn Collegen Hillebrand darf ich nicht unterlassen hier anzufügen, daß ich über die Verhältnisse meines amerikanischen Vetters viel zu wenig unterrichtet bin, als daß ich im Stande wäre, etwas Näheres darüber mitzutheilen. Nur soviel ist mir von einigen Sachsenbergern ¹) Mitgliedern unserer Familie bekannt geworden, daß das in Rede stehende, nebst noch einigen anderen, von einem am Ende des vorigen Jahrhunderts nach Nordamerica ausgewanderten Ver- wandten abstamme, das sich dort als Artzt niederließ, dessen sämtliche Nachkommen, so wie zumal der hier um die Doktorwürde Supplicierende, in ganz achtbaren Verhältnissen dort leben. Auch ist mir früher schon bekannt gewesen, daß einer dieser Nachkommen sich schon seit längerer Zeit mit Erfolg wissenschaftlich viel beschäftigt habe, und das wird wohl kein anderer als der Supplicant seyn. Dr. v. Klipstein. II. Prof. Osanln] Gießen Grand Duchy of Heße. via Havre To the Dean of the Faculty of Philosophy at Gießen. Sir In submitting my application for the Degree of Doctor in Philo- sophy, I herewith lay before you the hauptepochen“ of my life according to the requirement of the University. I was born in the town of Winchester, State of Virginia, in the year 1813. In 1832 I took the Degree of Bachelor of Arts at Hampden Sidney College, one of the oldest and most respectable Institutions of learning in that State to which I had been removed from the Academy of my native place, and immediately afterwards entered a Theological Seminary where I remained three years, at the end of which time I took my second degree and also received holy orders. From that period I exercised the duties of the sacred office with more or less intermission -) In Sachsenberg(Waldeck) lebten die Nachkommen des oben- genannten Ernst Christian Klipstein aus dem dritten Zweige der Familie. — 262 W. Fischer arising from bad health until 1839, when I came to this state and engaged in teaching. In 1842 I became a candidate for orders in the Protestant Episcopal Church, but the two or three years past I have devoted myself for the most part to philology and preparation for a literary course of life. The works which I now have in preß are a„Study of Modern Languages“ and a Grammar and Analecta of the Anglo-Saxon Language. With these remarks I have the honor, Sir, to be Vour Most Obedient St. James, Santee& Humble Servant South Carolina, May 20: 1845. Louis F. Klipstein III. To all whom it many concern, the subscriber certifies that Mr. Louis F. Klipstein is a candidate for holy orders, in the diocese of South Carolina. C. E. Gaelsden[Name undeutlich] Bishop of the said diocese. Charleston 25 March 1845 IV. Mayor's Office U. States N. A. South Carolina Charleston District City of Charleston April 28th 1845 This will certify to all whom it may concern that Mr. Louis F. Klip- stein is a resident of this city& district& that he is engaged at present in publishing. [Eingepreßtes Siegel der John Schmerle 8 Charles Stadt(Maclestonl Mayor of Charleston By the Mayor. S. C John R. Rogers, Clerk of Council. V. Gießen, den 13. Juli 1845. Nachdem H. Coll. von Klipstein die Güte gehabt, hierauf seinem H. Vetter in Südcarolina zu antworten, ist von letzterem unter heutigem Antwort d. d. 20. Mai eingelaufen, enthaltend einen Brief des Bittstellers nebst einem Blatt mit zwei Zeugnissen. Der in dem Briefe mitgetheilte Abriß seines Lebens bestätigt nur von Neuem das schon früher aus dem an H. Coll. von Klipstein gerichteten Brief Bekanntgewordene. Seiner Versicherung nach habe er im J. 1832 den Grad eines artium baccalaureus in dem Hampden Sidney College erhalten. Das bischöfliche Zeugniß besagt, daß Petent a candidate fon holy orders in he diocese of South Carolina sei, eine Würde, die, wenn den Angaben des Petenten selbst Glauben zu schenken ist, eine höhere als die be schein Charle daß Pe dadurc worder Druck vorzuleé 1 beehre wandts ersten nimmnt benacl Petent würder für ge sind, so erle Ameri des Di ob die zu Wil G darste ohne hier dafür nach, richt gef wid engaged rotestant d myselt urse of Modern inguage. tein Mlr. Louis Carolina. Ston 15 5 F. Klip- t present 45. seinem eutigem ttstellers ätigt nur richteten n J. 183² y College for holy wenn den öhere als Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. 263 die bei uns gleichlautende sein muß. Für die Authenticität des Zeugnisses scheint das unmittelbar darunter befindliche von der Ortsbehörde in Charleston ausgestellte Zeugniß zu sprechen, welches außerdem besagt, daß Petent gegenwärtig in bablishing begriffen sei, ein zwar kurzer, aber dadurch verständlicher Ausdruck, daß diesseits dem Petenten aufgegeben worden war, falls es nicht thunlich sei, etwas von seinen angeblich im Druck befindlichen Schriften hierher zu senden, wenigstens ein Zeugniß vorzulegen, daß er mit dem Druck beschäftigt sei. Indem ich nun diese Sache verehrlicher Facultät vorzulegen mich beehre, glaube ich darauf aufmerksam machen zu müssen, daß das ver- wandtschaftliche und freundschaftliche Verhältniß, welches er in seinem ersten Briefe zu der diesseitigen v. Klipsteinschen Familie in Anspruch nimmt, für die Ehrenhaftigkeit des Petenten zu sprechen scheint. Dr. Osann. Nachdem Obiges geschrieben, wurde ich von H. Coll. v. Klipstein benachrichtigt, daß einer inzwischen eingelaufenen Benachrichtigung des Petenten zu Folge die desiderierten Drucksachen ehestens hier anlangen würden, worauf ich die obige Mittheilung vor der Hand zurückzuhalten für geeignet hielt. Da diese Papiere jedoch bis heute noch nicht angelangt sind, und da jetzt zu vermuthen, daß sie unterwegs verloren gegangen, so erlaube ich mir, da durch eine vom H. Coll. von Klipstein jetzt nach America beabsichtigte Sendung die sicherste Gelegenheit zur UÜbersendung des Diploms gegeben sein würde, jetzt die Facultät abzustimmen zu bitten ob dieselbe auf die bisherigen Vorlagen geneigt sei, der Bitte des Petenten zu willfahren. Gießen, den 8. Sept. 1845 Dr. Osann Nach der neuen Vorlage und dem ganzen Verhältnisse, wie es sich darstellt, bin ich der Ansicht, daß die Doctorwürde unbedenklich, auch ohne die versprochenen Druckschriften an Petenten, ertheilt werden könne. Dr. Hillebrand cf. Umpfenbach Schmitthenner[Geschichte] Heyer Vullers Da Petent mit mir verwandt ist, muß ich eines weiteren Votums hier mich enthalten, erkläre mich dagegen bereit, nicht allein noch Sorge dafür zu tragen, daß die der Facultät angebotenen Druckschriften später nachgeliefert werden, sondern leiste auch Bürgschaft für die Ent- richtung der bis dahin noch nicht eingebrachten Gebühren. Dr. v. Klipstein. Sr. H. Syndicus Spect., und sofort Sr. H. Rectors Magnifizenz zur gefälligen Erklärung. G. 10. Sept. 1845. Dr. Osann. Ich habe keinen Grund dem Beschluße der verehrl. Facultät zu widersprechen. 1— G. 8 45 Löhr[Syndikus, Jurist] 264 W. Fischer, Aus der Frühzeit der amerikanischen Anglistik usw. Auch ich habe keinen Grund zu widersprechen, kann jedoch nicht umhin, den Wunsch auszusprechen, es möchte der Beschluß der ver- ehrlichen Fakultät bis zur Ankunft der Druckschriften des Petenten auf- geschoben worden seyn oder noch werden, wofern dieß möglich ist. G. 10. Sept. 1845. Dr. Birnbaum[Rektor, Jurist] Die vorstehende Bemerkung Sr. Magnifizenz veranlaßt mich, die Sache verehrlicher Facultät nochmals vorzulegen und zwar in der Absicht, gefälligst sich darüber erklären zu wollen, ob mit der Ausfertigung und resp. Auslieferung des Diploms bis zur Ankunft der Druckschriften, nach dem Wunsche Sr. Magn., gewartet werden solle. Die jetzt dargebotene Gelegenheit, das Diplom übersenden zu können, schien mir, wenn über- haupt dem Gesuche willfahrt werden sollte, zur Benutzung geeignet. G. 10. Sept. 45. Dr. Osann. Unter den vorliegenden Umständen finde ich kein Bedenken, das Diplom sofort auszufertigen und von der Ankunft der Druckschriften zu abstrahieren. Dr. Hillebrand cf. Heyer cf. Umpfenbach cf. Vullers Schmitthenner Ich beziehe mich auf die oben gegebene Erklärung, kein Votum ab- geben zu wollen. v. Klipstein. Gießen. Walther Fischer. ———;——— —————Z˖CYB————— ———— ENGLISCEH Johannes Hoops Proſessor der englischen Philologie an der Universität Heidelberg * Sonder=Xbdrud aAls 61 Band, Heft 1⁷)