ſein 60jähri Stiftungsfeſt. Mit ſeinen 420 Mit⸗ düüdem 55 1 mächſt Gießen der größte Verein des Gaues eſſen. Hus dem Serichtsſaal. A. C. Darmſtadt, 10. Okt. Strafkammer I. Wegen einer brutalen ſehr gefährlichen Mißhandlung ſeiner efrau wurde heute der 61jährige Landwirt Georg Reſch von Altheim zu 1 Jahr Gefängnis abzüglich 1 Monats Unterſuchungshaft verurteilt. Der zwiſchen Beiden ohne weitere Zeugen ſtattgehabte fragliche Auftritt ſollte zwar nach Angabe des Angeklagten ziemlich harmlos und in der Haupt⸗ ache ein unglücklicher Zufall ſein, hatte jedoch den Anſchein von etwas weit Schwererem. Die Mißhandelte, die 62 Jahre alt iſt, bezeugte ihn als einen Ueberfall ihres Mannes, der ſie zu dieſem Zweck auf den Heuboden gelockt und ſofort gewürgt habe. Ein hinzukommender Nachbar fand die Frau am Fuß der ſteilen, am Heuboden herabführenden Treppe blutüberſtrömt liegen, während R. gebückt über ihr ſtand und ſofort weglief. Neben dem Kopf der Bewußtloſen lag ein ſchwerer eiſerner Haken, der ſonſt an der Wand zu hängen pflegt. Aus der Beſchaffenheit mehrerer tiefer Kopfwunden ließ ſich nach ärztlichem Gutachten auf deren abſichtliche Zufügung mittels jenes Hakens ſchließen, was das Gericht als erwieſen annahm; auch ein zufälliges Abſtürzen von der Treppe iſt wenig wahrſcheinlich. R. lebt als Auszügler mit ſeiner Familie in Unfrieden, iſt Trinker und ſteht als ſolche auf der Säuferliſte. Verſchiedenes. Selbſtmord. Der wegen Unterſchlagung verhaftete Stadt⸗ verordnete und Patentanwalt Meyer in Erfurt erhängte ſich in der Gefängniszelle.. Einen ſchweren Sturm in der Nordſee hatte, wie dem „Lok.⸗Anzgr.“ aus Dover telegraphiert wird, der dort ein⸗ getroffene Dampfer„Deutſchland“ von der Hamburg⸗ Amerika⸗Linie zu beſtehen. Ungeheuere Waſſermengen er⸗ goſſen ſich über das Schiff. Von der Gewalt der Wogen gibt die Tatſache eine Vorſtellung, daß das 20 Meter über dem Meeresſpiegel liegende Bootsdeck von ihnen beſchädigt wurde. Die Poſtbeamten im Schiffe mußten ihre Tätigkeit einſtellen, da das Waſſer in ihre Räume eindrang. Das Schiff wurde ſo ſtark hin⸗ und hergeworfen, daß viele Per⸗ ſonen aus ihren Schlafkojen geſchleudert wurden. Die Mann⸗ ſchaft der„Deutſchland“ verſichert, noch nie ſo ſchweres Wetter ſ 1 ebt zu haben. 30 Frankfurfer Börienkurfe. Mitgeteilt von Ferd. Sander, Großh. Hofbankier. Frankfurt a. M., 10. Oktbr. 1905. 3 ½ pCt. Heſſen abg. 99,70. 4 pCt. Ruſſen 00,00. 3 ½ pCt.„ 99,70. 4 ½ pCtr.„ 00,00. 3 pCt. 3 86,60. Bochumer 255,75. Kredit⸗Aktien 213,20. Laura 267,00. Disk⸗Komm. 193,30. Harpener 222,10. Deutſche Bank 242,50. Gelſenkirchen 245,25. Berl. Handelsgeſ. 175,70. Baltimore 114,80. Darmſtädter 151,80. Nordd. Lloyd 134,00. Dresdner Bank 168,10. Hambg. Paket 170,20. Staatsbahn 00,00. Japan 00,00. Lombarden 23,70. Türkenloſe 00,00. 3 Ct. Portugieſen 00,00. Buderus 00,00. ApCt. Mexikaner 00,00. Reichsbank⸗Diskoanto 5 pCt. Argentinier 90,10. Tendenz: feſt, beſ. Lombarden. zur Preihundertjahrfeier der Vorlünferin der Landesuniverſität. 1 0. Oktober 1905. Dexr 10. Oktober dieſes Jahres iſt für Gießen ein bedeut⸗ ſer Tag. An dieſem Tage vollenden ſich dreihundert ahre, ſcitdem eine hohe Schule in ſeinen Mauern geſtiftet zurde. Eine hohe Schule, freilich keine Univerſität; denn Konzert zum Beſten der Zarmherzigen Schweſtern. Darmſtadt, 9. Oktober. * elsner(Bratſche) und Hofmuſiker Rohde(Horn) in ſehr beifallswürdiger Weiſe vortrug. Die genannte Sängerin biachte im Laufe des Abends einige Jennerſche Lieder, die rch ihre tiefe Empfindung und melodiöſen Reiz ſehr ſprachen, zu Gehör und fügte ſpäter noch ſolche von ubert und Brahms hinzu; zu ihrer ſonoren ausgeglichenen dpranſtimme geſellte ſich ein trefflicher Vortrag und beides ranlaßte die ſnhören zu reichen Beifallskundgebungen. Der omponiſt, deſſen ungemein dezente und verſtändnisvolle Begleitung der Lieder ſehr gefiel, erfreute dann noch durch di Wiedergabe zweier kraftvoller Balladen⸗Kompoſitionen, deren Ausführung zugleich ſeine ſehr bedeutende Technik kewundern ließ... Von intereſſanten neueren Werken führte in das ſonnige Grfilde antiker Schönheit das Quartett von Beethoven(op. 6), ags Fräulein Wieſi de Haan(Klavier) und die Herren Havemann, Oelsnex u. Andrä(Cello) zu exakter, höchſt gerußreicher Wiedergabe brachten. Zeigte hier die genannte unge Künſtlerin, die unſeres Wiſſens damit Feantlich äuftrat, ein ſeelemwolles dund w Griel, ſo bewies der Vortrag der beiden Chopinſche Flevierſtlice„Walzer in E-moll“ und„Scherzo wepinſchen das die Dame es in der Bahrſehun des Techniſchen bereits zu erem hervorragenden Grade der eiſtungsfähigkeit gebracht hat. Jie Darbietungen laſſen von der künſtleriſchen Zukunft Frl. de Haans das Allerbeſte erhoffen. Einen würdigen Schluß⸗ makt fand das Konzert in dem reizvollen Finale des Konzerts“ von Mendelsſohn, das die Herren Havemann e Haantrefkflich vortrugen. Unſer Hofkonzertmeiſter hatte, vi ſchon angedeutet, während des Abends mehrfach Ge⸗ Wwenheit, mit ſeinem tiefempfundenen Spiel und wunder⸗ bnen Technik zu brillieren. Trotz der beinahe 2 ½ſtündigen zaer der Veranſtaltung war das dankbale Publikum bis iaſlebten Augenblicke durch die Darbietungen des Abends 1 zum erſten Male armempfundenes 1 1821 ſität iſt fie erſt geworden durch die Erteilung des Privilegiums, das die Schule anerkannte und ſie 1 die akademiſchen Grade eines Magiſters der freien Künſte, eines Doktors der Theologie, der Rechte oder der Medizin zu verleihen. Zwei Jahre hat die hohe Schule ohne dieſen kaiſerlichen Freibrief beſtanden; beſcheiden nannte ſie ſich Gymnaſium, oft auch nur Schola Giessensis. Und ſo wird der Ehrentag der Ludoviciana, der dreihundertſte Jahrestag ihrer Erhebung zur Univerſität erſt in zwei Jahren gefeiert. Dann werden Univerſität, Stadt und Land wett⸗ eifern, dieſes ſeltene Feſt würdig zu begehen. Aber darum wollen wir doch des Tages nicht vergeſſen, an dem das Samenkorn gelegt wurde, wenn wir uns des kräftigen daraus erwachſenen Baumes freuen, unter deſſen Zweigen wir noch heute wohnen. Ohne den 10. Oktober 1605 keine Univerſität Gießen! So ſei es geſtattet, an die Zeiten zu erinnern, die jenem wichtigen Ereignis voraus gingen. Erſt ſeit wenigen Monden ſtand Gießen unter heſſen⸗darm⸗ ſtädtiſcher Hoheit. Philipps des Großmütigen letztüberleben⸗ der Sohn, Ludwig von Heſſen⸗Marburg, der Stadt bisheriger Landesherr, war am 9. Oktober 1604 kinderlos geſtorben. Um ſein Erbe hatte ſich zwiſchen den Enkeln Philipps, Ludwig von Darmſtadt und Moritz von Kaſſel, jener unglückſelige Streit erhoben, der faſt ein halbes Jahrhundert die beiden heſſiſchen Linien entzweite, ihre Politik beſtimmte und ſie demgemäß im dreißigjährigen Kriege ſtets in entgegengeſetzte Lager führte. Gerade jetzt, zu Anfang des Jahres 1605, war durch eine einſtweilige Teilung des Landes die nördliche Hälfte mit Marburg an Moritz, die ſüdliche mit Gießen an Ludwig gegeben worden. Die geſamtheſſiſche Landesuniverſität Mar⸗ burg, Philipps altberühmte Stiſtung, war auf dieſe Weiſe in den Anteil des Kaſſeler Landgrafen gekommen, und dieſer hatte die Anſprüche des Darmſtädter Vetters auf Teilnahme an ihrer Verwaltung zurückgewieſen und ihm dadurch jeden Einfluß auf die inneren Verhältniſſe der wichtigen Bildungs⸗ auſtalt entzogen. Mit dem bereits beſtehenden politiſchen Gegenſatz der beiden fürſtlichen Vettern verknüpft ſich hier eine religiös⸗kon⸗ feſſioneller. Landgraf Moritz, ein fanatiſcher Vertreter des reformierten Bekenntniſſes, beeilte ſich, die ihm bei der Erb⸗ teilung zugefallenen Untertanen lutheriſchen Glaubens zu den Formen ſeiner religiöſen Auffaſſung zu zwingen. Am ſchwierigſten war dies, in der Landeshauptſtadt Marburg durch⸗ zuführen, wo Univerſität und Bürgerſchaft ſich faſt einhellig gegen den Zwang auflehnten. Es kam zu einem heſtigen Tumult in der Kirche, die reformierten Prediger wurden miß⸗ handelt, und dem Landgrafen gelang es nur durch perſönliches Eingreifen und Anwendung von Waffengewalt, die Wider⸗ ſpenſtigen niederzuzwingen.. Bereits ehe es zu dieſem Aeußerſten kam, hatten die Häupter des Luthertums, die Theologieprofeſſoren und die Geiſtlichen von Marburg, die natürlich die neuen Religions⸗ normen entſchieden abgelehnt hatten, ihren Abſchied vom Landesherrn erhalten; ſie ſchüttelten den Staub ihrer bisheri⸗ gen Heimat von den Füßen und flüchteten ſich dahin, wo ſie Schutz und Unterſtützung erwarten konnten, in das Gebiet des ſtrenglutheriſchen Landgrafen Ludwig von Darmſtadt, nach Gießen. Es waren vier Männer, die ſo ins Exil gingen, die Profeſſoren Johannes Winckelmann und Balthaſar Mentzer, der Superintendent Heinrich Leuchter und der Stadtgeiſtliche Konrad Dieterich. Ihre Aemter wurden von Landgraf Moritz alsbald mit Theologen reformierten Bekenntniſſes beſetzt. Für Heſſen⸗Darmſtadt warf ſich— unter den damals herrſchenden religiös erregten Verhältniſſen— nun die Frage auf: Soll unſere ſtudierende Jugend weiterhin die Landes⸗ univerſität Marburg beſuchen, auf der ein uns widerſtrebendes Bekenntnis gelehrt wird? Können wir gewiſſenshalber vor allem unſere Geiſtlichen fernerhin dort ausbilden laſſen? Die öffentliche Meinung, vertreten durch die Geiſtlichkeit des Lan⸗ des, beantwortete dieſe Fragen mit nein und forderte eine eigene Hochſchule. Mit beſonderem Eifer ſehen wir die Super⸗ intendenten von Darmſtadt und Gießen, Johannes Angelus und Jeremias Vietor in dieſem Sinne tätig. Ihren Be⸗ ſtrebungen kam der Umſtand entgegen, daß der Landgraf be⸗ reits einige Jahre vorher aus politiſchen Gründen den Ge⸗ danken einer Loslöſung ſeines Landes von der geſamtheſſiſchen Univerſität durch Gründung einer eigenen Hochſchule erwogen hatte. Jetzt, beeinflußt von den erwähnten Superintendenten, trat Ludwig dieſem Gedanken näher. Eine Konferenz zu Darmſtadt mit den aus Marburg entlaſſenen Theologen brachte den Plan alsbald zur Reife: Die Errichtung eines„Gymna⸗ ſiums“, d. h. einer ſelbſtändigen Hochſchule kleineren Stils, wurde beſchloſſen. Kein Protokoll jener denkwürdigen Be⸗ ratung iſt uns erhalten, aber wir dürfen vermuten, daß in zur Unive kaiſerlichen b crechtigte, ſferſter Linie der feurige Angelus und der kluge und tüchtige Mentzer es geweſen ſind, die den vorſichtigen Landgrafen zu dem entſcheidenden Schritt beſtimmten. Wie richtig man hier⸗ bei die Strömung im Lande eingeſchätzt hatte, wurde bald klar: Ein nach Gießen einberufener Teillandtag bewilligte nicht nur eine beſondere Steuer zur Exhaltung der neuen Schule, ſondern gab auch ſeine Genehmigung zu der gewagten Maß⸗ regel, die Renten aus den im Lande zerſtreuten Gütern der Univerſität Marburg für Gießen zu verwenden. In lebhafter Spannung und Anteilnahme verfolgten in dieſen Auguſt⸗ und Septembertagen 1605 die geiſtig Inter⸗ eſſierten im ganzen Lande und, wie manche Briefe zeigen, auch über deſſen Grenzen hinaus, die Entwickelung der heſſiſchen Univerſitätsfrage. Mit beſonderer Freude aber erfuhren die Bewohner Gießens, daß gerade ihre Stadt zum Sitz der Hochſchule auserſehen ſei. Denn in Oberheſſen— ſo wollten es die leitenden Perſönlichkeiten,— nicht ſüdlich des Maines, ſollte die Schule erblühen; dem Feinde(Marburg) gegenüber ſollte ſie den Andersgläubigen ein Stein des Anſtoßes, den Lutheranern aber ein Fels ſein, auf den ſie ſich auch aus dem Lande ihres Verfolgers flüchten könnten. Daß man unter den oberheſſiſchen Städten gerade Gießen wählte, hatte ſeinen Grund in der günſtigen Lage der Stadt in fruchtbarer Gegend und an der großen Frankfurter Straße. Unter großem Jubel der Gießener und der zahlreich her⸗ beigeeilten Gäſte konnte dann am 10. Oktober der fürſtliche Kanzler Johann Strupp von Gelnhauſen im Namen des Fürſten die Schule eröffnen. Die kirchliche und die akademiſche Feier verliefen ſo ſchön, daß Strupp bedauerte, ſeinen Landes⸗ herrn nicht bei dem„herrlichen Actu“ anweſend zu ſehen. Winckelmann erhielt das erſte Rektorat. 39 Freilich waren bei der Eröffnung nur zwei ſchwachbeſetzte Fakultäten vorhanden, die theologiſche mit zwei, die philo⸗ ſophiſche mit fünf Profeſſoren, daneben eine vierklaſſige Vor⸗ bereitungsſchule, das Pädagogium. Die Stadtverwaltung hatte im alten Rathauſe Unterrichtsräume für die Schule her⸗ richten laſſen. Bald werden ſie ihnen eng geworden ſein; denn ſchon bei der Eröffnung waren etwa 130 Studtenten und 70 Schüler vorhanden, und weitere kamen bald nach, beſonders auch von Marburg. Das raſche Aufblühen der heſſiſchen Hoch⸗ ſchule iſt in erſter Linie den vorzüglichen Lehrkräften zu danken, worunter(neben den genannten Theologen) beſonders Chri⸗ ſtoph Helwig und Konrad Dieterich in der philoſophiſchen Fakultät Hervorragendes leiſteten. Wenige Wochen nach der Eröffnung der Hochſchule wurde auch eine juriſtiſche Fakultät mit zwei Profeſſoren eingerichtet, der in folgendem Jahre die mediziniſche, vorerſt mit einem Profeſſor, folgte. War die Schule ſomit auch äußerlich vollſtändig, gefeſtigt war ſie darum noch nicht. Eine Seuche drohte die Studenten zu vertreiben, und an Anſeindungen von Marburg her fehlte es nicht. Unendliche Mühe gab ſich darum der Landgraf, das kaiſerliche Privileg zu erlangen. Nach langwierigen und koſt⸗ ſpieligen Verhandlungen gelang ihm dies: Am 19. Mai 1607 4 erteilte Kaiſer Rudolf II. der Gießener Hochſchule ſeine An⸗ erkennung und ſtellte ſie ſo als würdiges Glied in die Reihe der älteren Schweſteruniverſitäten.* Wir wenden unſern Blick von den alten Zeiten in die Gegenwart zurück. Dem modernen Empfinden liegen jene Streitigkeiten um den Buchſtaben des Bekenntniſſes, jene Eiferſüchteleien zweier Fürſten um die politiſche und kon⸗ 4 feſſionelle Beeinfluſſung einer Univerſität nicht mehr in der Weiſe nahe, wie den Menſchen des 17. Jahrhunderts. Wir freuen uns des Ergebniſſes, ohne den dahinführenden Weg anders als hiſtoriſch würdigen zu können. Längſt— ſchon— nach fünfzig Jahren— hat ja auch unſere Hochſchule alle 5 Spuren ihres Urſprungs aus Zank und Streit abgeſtreift und* ſteht im friedlichen Wettbewerb der wiſſenſchaftlichen Arbeit mit ihrer alten Gegnerin Marburg. 3 Die Stadt Gießen aber mag ſich am heutigen Tage dank⸗ bar des Ereigniſſes erinnern, das vor drei Jahrhunderten ihren Namen zuerſt in den weiteſten Kreiſen bekannt machte, das dem damals unſcheinbaren Landſtädtchen den Ruhm ver⸗„ ſchaffte, einer der Mittelpunkte des geiſtigen Lebens zu ſein; 8 des Ereigniſſes zugleich, das durch die verfloſſenen Jahr⸗— hunderte die Aufwärtsentwickelung der Stadt mächtig gefördert— hat. Insbeſondere hat auch das Gießener Gymnaſium Anlaß, dieſes Tages ſtolz zu gendenken, denn es darf ja ſein Beſtehen auf jenen 10. Oktober zurückführen, der es als akademiſches Pädagogium ins Leben rief, als erſte zum Univerſitätsbeſuch berechtigende Schule in Heſſen⸗Darmſtadt. Und wenn in zwei Jahren das ganze Land ſich vereinigt, um das Jubiläum der Ludoviciana zu feiern, dann wird man auf die Geſchichte— der Univerſität zurückblickend ſeine Gedanken gern weilen laſſen auf dem 10. Oktober 1605, an dem durch kühnen Ent⸗ S ſchluß die kleine Gelehrtenrepublik konſtituiert wurde, die Vor⸗ läuferin der gefeierten Univerſität. W. M. B. Telegramme. 5 Paris, 10. Okt. Die Enthüllungen des„Matin“ über die Demiſſion Delcaſſés werden in der Preſſe lebhaft erörtert. Der„Eclair“ ſchreibt: Als wir die phan⸗ taſtiſchen Erklärungen des„Matin“ laſen, wollten wir nicht annehmen, daß eine Auſſchneiderei dahinterſtecke, und wir zogen nur den Schluß daraus, ein noch viel ge⸗ lährlicherer Menſch war, als wir vermutet hatten, da er im⸗ ſtande geweſen war, den Plan eines Angriffs gegen Deutſchland auf etwaiger Mithilfe der engliſchen Armee aufzubauen, deren Ohnmacht dem letzten Offizier unſerer Kriegsſchule bekannt iſt. Lord Roberts dürfte über die 100 000 Mann, die in Schles⸗ wig⸗Holſtein landen ſollten, herzlich gelacht haben. Die Be⸗ ſchränktheit und Unwiſſenheit Deleaſſés trat in der Naivität ſeiner ſtrategiſchen Kombinationen zutage. Wenn jedoch die Mobiliſierung der engliſchen Trupepn nur eine Erfindung ſeines von Größenwahn überreizten Gehirns iſt oder, wenn Delcaſſé mit derartigen Enthüllungen lediglich die öffentliche Meinung wieder für ſich gewinnen will, ſo muß er in den Anklagezuſtand verſetzt werden, denn bisher haben wir ihm nur ſeine Unzulänglichkeit und ſeine Eitelkeit vor⸗ geworfen, jetzt erkennen wir, daß ſein Wahnſinn an Verräterei grenzt. Wozu dient denn der Staatsgerichtshof? Der ſo⸗ zialiſtiſche Deputierte Gerault Richard erklärt in der„Pe⸗ tite Republique“: Delcaſſé hat eine halsbrecheriſche, antirepublikaniſche Politik verfolgt und Frankreich ſtets nur die Rolle des betrogenen Teiles ſpielen laſſen. Die„Libre Parole“ behauptet, Delcaſſé, der nach der für ihn ſo pein⸗ lichen Kamerſitzung vom 20. April ſeine erſte Demiſſion ge⸗ geben hatte, ſei damals von ſeinen Miniſterkollegen nur des⸗ halb erſucht worden, im Amte zu bleiben, weil der König von England erklärt habe, er käme im Mai nicht nach Paris, wenn Decaſſé nicht mehr Miniſter des Aeußern wäre.(2) * Petersburg, 10. Okt. Telephonberichten hieſiger Blätter aus Moskan zufolge iſt der geſtrige Tag dort unruhig ver⸗ laufen. Auf dem Nikitski⸗Boulevard bewarf eine Volksmenge Koſaken, die zum Hauſe des Generalgouverneurs ritten, mit Steinen. Die Koſaken gaben daraufhin eine Salve ab, wo⸗ durch zehn Perſonen, darunter zwei Schutzleute, getötet und mehrere Perſonen verwundet wurden. Scheu gewordene Koſakenpferde rannten den Boulevard hinunter und verletzten mehrere Perſonen. Gegen abend verurſachte eine aus Schrift⸗ ſetzern und anderen Arbeitern beſtehende Menge am Twers⸗ kei⸗Platze Ruheſtörungen, ſie führte eine rote Fahne mit Auf⸗ ſchriften mit ſich, zerſtörte das Innere einiger Wirtshäuſer, ſtürzte einen Pferdebahnwagen um und warf die Scheiben der Laternen ein. Da die Moskauer Blätter nicht erſchienen, fehlt hier die Möglichkeit, die von dort eintreffenden Meldungen nachzuprüfen. ——— Darmſtadt, 10. Oktober. VI. Heſſiſch⸗Thüringiſche Staatslotterie, 6. Klaſſe 7. Ziehungstag. Heute wurden gezogen: 1 Haupt⸗ gewinn von 30000 Mk. auf Nr. 93603(Jena). Ge⸗ winne von 10000 Mk. auf Nr. Nr. 29159, 46239, 66885. Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. Nr. 46421, 71236, 92193. Gewinne von 2000 Mk. auf Nr.Nr. 240, 2787, 9127, 12968, 15081, 17814, 18371, 21353, 26705, 36715, 38972, 44401, 50464, 51166, 51191, 52672, 52681, 54320, 56025, 60327, 67695, 75146, 77603, 80242, 86721. Gewinne von 1000 Mk. auf Nr. Nr. 249, 1542, 4197, T. Ner. 6644, 7158, 7261, 7844, 9124, 9618, 10923, 12704, 14066, 17378, 19905, 21411, 21537, 21572, 22551, 22848, 23102, 24754, 27372, 27626, 28946, 29274, 30013, 30887, 32677, 33274, 33507, 33799, 34117, 34318, 34406, 35367, 35708, 35847, 36804, 36978, 39218, 39631, 424 82, 42880, 43450, 44923, 47160, 48331, 49033, 50408, 50629, 51238, 51340, 51460, 52503, 52615, 53360, 53651, 53721, 54355, 55458, 56850, 57209, 60026, 60634, 61278, 62991, 63845, 64398, 68286, 68593, 68960, 70017, 71712, 72000, 75817, 77318, 78500, 79424, 80170, 80219, 80365, 81134, 81611, 82131, 83504, 85663, 86635, 88819, 90496, 90995, 91295, 91761, 93670, 95595, 97789, 98815, 99390, 99842.(Ohne Gewähr.) „Benneberg⸗Seicdde“⸗ V. Mk. 1.10 ab!— zollfrei! Muster an Jedermann! Nur direkt v. Seidenfabrkt. Henneberg, Zürich. 4279) — 080 Roßmarkt 3, kleine — N Unter dem Protektsrat Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. festspiel eute Dienstag, den 10. und Mrle die den 11. Oktober: Schuler-Vorstellunoen zu ermäſtigten Preiſen. Anfang 7 Uhr abends. sky und Mylius bis 5 Uhr abends. Vorverkauf bei Waitz, Kamin Poſtkarten mit den Bildern der Darſteller, ſowie Textbücher dind 5 Theaterzettel ebenda. Der Festspiel-Ausschuss. Montag, 16. Oktober, Abends 7 Uhr Erstes Konzert im Groessh. Hoſtheaters zum Besten des Witwen⸗ und Waisenfonds der Grossh. hofmusik mit verstärktem Orchester und unter mitwirkung der Konzertsängerin Fräul. Marcella Pregi aus Paris. 1. Vorſpiel„Die Meiſter⸗ 4. Fü Lieder „ àa inger“.... R. Wagner. Lichte Nacht. 2 fne Ari 14 Socchini.] b) Im Kahne E. Grieg. Zwei Arien...) A. Gretry. c) Frühlingsnacht. M. Marſchall. dh Die Kartenlegerin, 3. Symphonia domestica R. Strauß. 0) DierHochländer R. Schumann 5. Ouvert.„Euryanthe“ C. M. v. Weber Hauptprobe: Montag, 16. Oktober, vormittags 10 Uhr, à Mk. 1.50 In dieſer Hauptprobe werden alle Nummern des Programms zu Gehör gebracht.. Karten zur Hauptprobe ſind an der Hoftheater⸗Tageskaſſe und in der Muſikalienhandlung von L. Schutter, Wilhelminenſtraße 6, erhältlich. Abonnement für 6 Konzerte. Schriftliche Beſtellungen werden bis einſchließlich 13. Oktober an⸗ genommen bei Hofmuſiker A. Diedrich, Kiesſtraße 47, parterre. Tagespreis Preise der Ronzente im Abonnement. fur jedes einzelne Konzert. Sperrſitz. 1 Mk. 17.— Mk. 3.50 Parterre.„ 10.—„ 2.20 Proſgeniumloge..„ 28.—„ 5.50 Balkonloge und Fremdenloge„ 25.—„ 5.— I. Rang. 4„ 20.—„ 4.— II. Rang„ 9.—„ 2.— I. Galerie„„ 1.— II. Galerie—.——. 60 . Nur an der Hoftheater⸗Tageskaſſe. Die beſtellten Abonnementskarten liegen zum Abholen bereit von Mittwoch, den 11. bis Sonntag, den 15. Oktober bei L. Schutter, Wilhelminen⸗ ſtraße 6. Alle bis 15. Oktober nicht abgeholten Karten ſind am 1. Konzert⸗ tage(16. Okt.) nur an der Hoftheater⸗Tageskaſſe in Empfang zu nehmen. 4262) Der Vorstand. Beffentliche Verdingung. Die Anfertigung, Lieferung und Aufſtellnng der Bahnſteighallen auf Bahnhof Bingen ſoll in zwei Loſen getrennt vergeben werden. Die Lieferung umfaßt: 1 Los I: ca. 99 t Eiſenkonſtruktion „ 320 qm Glaseindeckung. Los II: ca. 1990 am Dacheindeckung. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Zimmer 99 unſeres Ver⸗ waltungsgebäudes Rhabanusſtraße 1 an Werktagen während der Dienſt⸗ ſtunden von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags zur Anſicht aus, können auch gegen portofreie Einſendung von 80 Pfg. für die Verdingungs⸗ unterlagen, für jedes Los Mark 1,60 für die Zeichnungen durch unſer Zentralbureau hier bezogen werden. Angebote ſind verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, den 7. November d. Is. vorm. 11 Uhr, poſtgeldfrei an uns einzuſenden. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart etwa erſchienener Bieter im Zimmer 72 unſeres Verwaltungsgebäudes. uſchlagsfriſt 4 Wochen. Nains, den 6. Oktober 1905. Königlich Preußiſche und Großherzoglich Hefſiſche Eiſenbahndirektion. 4263 Bekanntmachung. Moſes Adler zu Eppertshauſen beabſichtigt, auf ſeinem Grundſtück ut. 1 N 598 10 der Gemarkung Eppertshauſen eine Schlächtereianlage errichten. Pläne und Beſchreibung liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeiſterei Eppertshauſen zu jedermanns Einſicht offen. Binnen gleicher Friſt ſind daſelbſt etwaige Einwendungen bei Meidung des Ausſchluſſes mit denſelben geltend zu machen. Dieburg, 6. Oktober 1905. Großherzogliches Kreisamt Dieburg. Lochmann. Bekanntmachung. Betreffend: Errichtung einer Arbeiterwohnungsgenoſſenſchaft, e. G. m. b. H., zu Guſtaysburg. 3. In unſer Genoſſenſchaftsregiſter wurde eingetragen: Die Firma der Arbeiterwohnungsgenoſſenſchaft lautet: karbeiterwebrwinasoenoſſenichäit eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.“ Das Statut der Genoſſenſchaft trägt das Datum vom 19. Auguſt 1905. Der Sitz der Genoſſenſchaft iſt Guſtavsburg. Gegenſtand des Unternehmens iſt, unbemittelten Familien geſunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten oder ange⸗ kauften Häuſern zu billigen Preiſen zu verſchaffen. Der Geſchäftsanteil eines jeden Genoſſen beträgt 200 Mark. Die Haftſumme beträgt ebenfalls 200 Mark. Die höchſte Zahl der Geſchäfts⸗ anteile, zu denen ſich ein Mitglied beteiligen kann, iſt 50. Die von der Genoſſenſchaft ausgehenden Bekannrmachungen geſchehen unter der Firma der Genoſſenſchaft, gezeichnet von zwei Morſtandamitoliedein. Sie erfolgen durch den„Mainzer Anzeiger“. Mündliche und ſchirftliche Willensertlärungen des Vorſtandes ſind für die Genoſſenſchaft verbindlich, wenn zwei Vorſtandsmitglieder ſie abgeben. 8 Der Vorſtand beſteht aus: 1. Direktor Otto Heſſe, 2. dem Draht⸗ prüfmeiſter Carl Nenninger, beide zu Guſtavsburg, 3. dem Drahtzieher Franz Köller zu Biſchofsheim.. Die Einſicht di Liſte der Genoſſen iſt während der Dienſtſtunden er 1905. 4264 des Gerichts Jedem geſtattet. Großherzogliches Amtsgericht. Groß⸗Gerau, den 2. Oktob bendarössasErychen, 1822 —— euihun heuler. Nur 6 Gastspiele des Berliner Laudeviſſe-Ensemhles. 2 Konkursverfahren. ndem Konkursverfahren über das ögen des Kaufmannes Karl ner in Worms ſoll in der am innerstag, 12. Oktober 1905, vormittags 10 Uhr, e Gläubigerverſammlung, ( auch über die Genehmigung der Ver⸗ ã ing des Warenlagers des Ge⸗ meinſchuldners im ganzen Beſchluß gefaßt werden.(4265 Worms, 9. Oktober 1905. Grohherzogliches Amtsgericht. d ses. MIllg ochzehtknlacht.. Konkursverfahren. r oaen. FinglartiePnlg. 31Das Konkurzverfahren üͤber das Donnersta Vermögen des Schreinermeiſters Otto an lul-. eeipaschaems Eguehns Erei 1 a e. grlllbögillln. Tharc, anfgehoden, 1e,c Pheit Ugol.. 5 Großberſoglich. Amtsgericht Serons. Famillel--Hotel. Verbffentlicht ari.— Weitzel. Anfang abondae 8 Uhr 3 Großh. Aktuariatsaſſiſtent. 4237) 2 Preise 2 1 6 —, 2.—, 1.50 und 1.— Mk.... Vorverkaufe.„ſchreibgehilfe, ſchon mit den Bureau⸗ dcmnre denfta⸗ A₰ arbeiten vertraut, findet Stelle bei Idem Kreisamt Bingen.(4267 Militär-Institut Darmstadt, Heinrichsſtraße 62. Vorbereitung für das Fähnrichs⸗ Seekadetten⸗ und Freiwilligen⸗ Examen, ſowie für alle Schulexamina bis Prima.— Eintritt jederzeit. 4053) Waldecker. Zwangsuerſteigerung. Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der Ein⸗ tragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des Lortz, Leonhard zu Klein⸗Vieberau, z. Zt. in Kanada, im Grundbuch eingetragen war, ſoll Donnerstag, den 21. Dezember 1905, nachmittag 2 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht auf dem Ortsgerichtsbureau zu Asbach verſteigert werden.. Die Verſteigerung erfolgt im T 1. Der Verſteigerungsvermerk iſt am 24. Juli 1905 in das Grundbuch eingetragen worden.— Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht Erſichit waren, ſind ſie ſpäteſtens im Ver⸗ ſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Verteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden. Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeſzuführen, widrigenfalls für das Recht der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegenſtandes tritt. Reinheim, 3. Oktober 1905. ge der Zwangsvollſtreckung. Grohherzogliches Amtsgericht. Bezeichnung des Grundſtücks.. Grundbuch für die Gemarkung Asbach, Band I Blatt 64: Flur VI Nr. 27, 856 qm Acker in der Aspfort, Taxation 340 Mark. Zwangsyerſteigerung. Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der Eintragung ded Verſteigerungsvermerks auf den Namen des Johann Klein, Schuh⸗ machers in Viebelsheim, und ſeiner Ehefrau Ottilie geb. Stieb, ohne Beruf, in Biebelsheim wohnhaft(Geſamtgut der Fahrnisgemeinſchaft) im Grund⸗ buch eingetragen war, ſoll Donnerstag, den 14. Dezember 1905, nachmittags 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht auf dem Gemeindehauſe in Biebelsheim verſteigert werden. 1 Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollſtreckung. Der Verſteigerungsvermerk iſt am 15. September 1905 in das Grund⸗ buch eingetragen worden. 3. Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren, ſind ſie ſpäteſtens im Ver⸗ ſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgahe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht, dlaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung des geringſten ebots nicht berückſichtigt und bei der Verteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden. Diejenigen, welche ein der Verſteigerung mitgegenſtehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegenſtandes tritt. Wöllſtein, 27. September 1905. 4(4269 Großherzogliches Amtsgericht. Bezeichnung des Grundſtücks. Grundbuch für die Gemarkung Biebelsheim, Band IV Blatt 262: Flur XI Nr. 74, 556 am Acker auf dem Rummengraben, Betrag der Schätzung 243 Mk. 8 Geſffentliche Zuſtellung. Der Emil Fränkel in Bad⸗Nauheim— Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Stahl in Bad⸗Nauheim— klagt gegen die Frau Käte Klein, 268 früher in Bad⸗Nauheim, jetzt mit unbekanntem Aufenthalt, unter der Be⸗ hauptung, daß Beklagte aus käuflicher Warenlieferung 212,70 Mk. nebſt 4 pCt. Zinſen ſeit 1. September 1905 verſchulde, mit dem Antrage auf koſtenpflichtige Verurteilung der Beklagten an Kläger 212,70 Mk. nebſt 4 pCt. Zinſen ſeit dem 1. September 1905 zu zahlen, einzuwilligen, daß zum Zwecke der Befriedigung des Klägers für dieſe Forderung ihre ſämt⸗ lichen früher bei Dr. Dittelmann befindlichen nunmehr in das Gewahrſam des Klägers gebrachten Gegenſtände öffentlich nach den Grundſätzen über den Pfandverkauf verſteigert werden, einzuwilligen, daß die von dem Kläger bei Gr. Amtsgericht in Bad⸗Nauheim hinterlegten 260 Mk. dem Kläger zurückgegeben werden, der Beklagten die Koſten des voraus⸗ gegangenen Arreſtverfahrens aufzuerlegen, auch das ergehende Urteil für vorläufig vollſtreckbar zu erklären.. Der Kläger ladet die Beklagte zur mündlichen Verhandlung des Rechtsſtreits vor das Großherzogliche Amtsgericht in Bad⸗Nauheim auf Samstag, den 18. November 1905, vormittags 9 ½ Uhr, Zum Zwecke der öffentlichen Zuſtellung wird dieſer Auszug der Klage bekannt gemacht. 420 Bad⸗Nauheim, den 29. September 1905. . Laubach. als Gerichtsſchreiber des Großherzogl. Amtsgerichts. Orpheum. Nur noch 5 Tage das glänzende Eröffnungs⸗Programm. Tüglich wachsender Erfolg! Galter Schnelder Molet Geener ſowie die übrigen hervor⸗ ragenden Attraktionen. Vorverkauf wie bekannt. bnn — — △☚ „ 4 Vorzügl. Piunino aus renomm. Fabrik, noch neu, Nuß⸗ baum poliert, iſt mit Garantieſchein ſehr preiswert abzugeben. Schriftt. Anfragen unt. R 40 an die Exp.(4272 achdem unſer; Bank in Liquidation getreten iſt, fordern wir die Gläu⸗ biger der Bank auf, ihre Anſprüche bei uns anzumelden. 4159 Darmſtadt, 29. September 1905. „Adler““, Heſſiſche Lebensverſiche⸗ rungs⸗Bank a. G. in Darmſtadt i. Liq. Der Liquidator: Steinfeld. 1 Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Pinkus Zelmeiſter in Offenbach a. M. iſt zur Prüfun einer nachträglich angemeldeten Fo rung Termin auf Freitag, 27. Oktober 1905, 3 vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzogl. Amtsgericht hier⸗ ſelbſt, Saal 12, anberaumt.(4273 Offenbach a. M., 6. Oktober 1905. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das hieſige Handelsregiſter iſt heute die offene Handelsgeſellſchaft „Wolf& Co.“, Metallwarenfabrik zu. Weiskirchen, eingetragen worden. Inhaber ſind: 1. Chriſtian Roth, Metallarbeiter, 2. Nikolaus Wolf I., Metallarbeiter, 3. Adam Kohl, Metall⸗ arbeiter, ſämtlich in Weiskirchen. Die offene Handelsgeſellſchaft hat am 1. Oktober 1905 begonnen.(4274 Seligenſtadt, 5. Oktober 1905. Großherzogliches Amtsgericht. — Bekanntmachung. 8 In unſer Handelsregiſter, Ab⸗ teilung B, wurde heute eingetragen: „Gernsheimer Holzinduſtrie vorm. A. Hofmann u. Söhne, Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung“ in Gerns⸗ heim. Gegenſtand des Unternehmens iſt Holzſchneiderei, Holzhandel und Handel mit Baumaterialien, insbeſon⸗ dere der Fortbetrieb des früheren von der Firma„A. Hofmann u. Söhne“ in Gernsheim betriebenen Geſchäfts. Das Stammkapital beträgt 50 000 Mk. Geſchäftsführer iſt Raufmann Rohert Kopp in Alſenz in der Pfalz. Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 27. Septem⸗ ber 1905 feſtgeſtellt. Die Geſellſchaft ſoll am 31. Dezember 1907 qufhören. Gernsheim a. Rh., 6. Oktober 1905. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unſer Güterrechtsregiſter wurde heute eingetragen: Heinrich Derſt der zweite, Gaſtwirt und Tüncher in Worms⸗Pfiffligheim, und deſſen Ehefrau Eliſabetha geb. Lucy haben durch Ehevertrag vor Notar Schwarz in Worms vom 20. September 1905 Errungenſchafts⸗ gemeinſchaft gemäß§ 1519 ff. BGB. vereinbart. 4276 Worms, 5. Oktober 1905. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unſer Handelsregiſter, Abt. A, wurde heute bei der Firma„G. Volkmar“ in Lauterbach eingetragen, daß dieſelbe von dem ſeitherigen Inhaber Karl Volkmar III in Lauker⸗ bach auf deſſen Witwe Marie geb. Ort übergegangen iſt und daß die der Karl Volkmar III. Ehefrau, Maxie geb. Ort, erteilte Prokura erloſchen iſt. Lauterbach, 4. Oktober 1905.(4277 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Bei dem unterzeichneten wor ind die Akten über Gegenſtände eiwilligen Gerichtsbarkeit, ſ zuläſſig, zur Vernichtung ausgeſe den worden. Diejenigen, di dan längeren Aufbewahrung dieſer ein Intereſſe haben, werden au dert, dasſelbe innerhalb 4 dahier anzumelden und zu beſch Schotten, 3. Oktober 1903. Großh. Amtsgericht Schot 8 1 208 A sesob51] Ooiour& Grey Control Chart gs Cyan Green vellow Hed Magenta Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black Blue Grey 1