Ar d0183) 20. NOV. 8B8 1414u Zwölf Jahre einer theologiſchen Jacultät. (Aus dem„Katholik“ abgedruckt.) Mainz, Druck von Florian Kupferberg. 1863. Vorbemerkung. Schon vor längerer Zeit wurde uns von einem mit den Ange⸗ legenheiten der Kirche in Deutſchland auf's genaueſte vertrauten Manne der Artikel, den wir jetzt veröffentlichen, mit folgendem Begleitſchreiben zugeſendet: „Hochverehrliche Redaction! Es dürfte vielleicht für die Leſer des Katholik von einigem Intereſſe ſein, über die früheren Schickſale der katholiſch⸗theologiſchen Facultät zu Gießen, von der wiederum in letzte⸗ rer Zeit mehrfach die Rede war, Etwas zu vernehmen, und ich beehre mich deßhalb, Ihnen den beifolgenden Artikel zu überſenden. Ich habe dabei zu bemerken, daß der Artikel, ſo wie er hier vorliegt, im Jahre 1843 niedergeſchrieben und damals an die Redaction einer geachteten ſüddeutſchen Zeitſchrift eingeſandt worden iſt, welche aber aus beſonde⸗ ren, ſo viel ich mich entſinne, localen Gründen die Veröffentlichung unterließ. Ich gebe es auch dermalen der verehrlichen Redaction an⸗ heim, ob ſie die Drucklegung für geeignet hält; muß jedoch bitten, daß der Artikel, wenn er gedruckt wird, keinerlei Aenderung erfährt. Die meiſten darin genannten Perſonen find bereits geſtorben, einige leben noch, aber ich hoffe, dieſe werden mit dem über ſie vor achtzehn Jahren ausgeſprochenen Urtheil nicht unzufrieden werden, da ſie jedenfalls aus Form und Inhalt erkennen, daß es auch damals meine Abſicht nicht geweſen, einem der Genannten in unrechter Weiſe zu nahe zu treten. und jetzt, da die Verhältniſſe ganz andere geworden, da auch die Fa⸗ cultät ſelbſt nicht mehr exiſtirt, kann meine Abſicht noch weniger ſein, irgend Jemand wehe zu thun. Aber ich finde, da ich meine Arbeit nach Ablauf von achtzehn Jahren wieder leſe, die über die damaligen Zu⸗ ſtände und Perſonen ausgeſprochenen Urtheile im Weſentlichen richtig, 4 und ſo mag der Artikel wenigſtens als ein AXAνεεααονον jetzt, wenn Sie beiſtimmen, an die Oeffentlichkeit treten.“ Wir haben damals den Aufſatz, ſo intereſſant und wichtig er für die Zeitgeſchichte iſt, zurückgelegt. Heute aber, wo die Epigonen des joſe⸗ phiniſchen und klubbiſtiſchen Mainz im Bunde mit den freigemeindlichen Fortſchrittsleuten von neuerem Datum und dem proteſtantiſchen ratio- nalismus vulgaris einen combinirten Sturmangriff gegen die Kirche des heiligen Bonifacius und Willigis unternehmen, und es unter dieſen Um⸗ ſtänden auch nicht an ſolchen fehlt, die von einer Wiederherſtellung der Facultät in Gießen träumen, glauben wir denſelben veröffentlichen zu ſollen; um ſo mehr, da es von der höchſten Wichtigkeit iſt, daß wir Katholiken zwar mit großer Milde und Ruhe, aber auch klar und ent⸗ ſchieden überall die Wahrheit an's Licht ſtellen. Die äußere Befreiung und die innere Kräftigung und Heiligung der Kirche hat ja die Erkennt⸗ niß der Uebel und ihrer Urſachen zur Vorausſetzung. Im Mai 1863. Die Redaction des Katholik. Als die Abgeordneten der zur oberrheiniſchen Kirchenprovinz gehörigen Staaten im Jahre 1820 auf der Conferenz zu Frank⸗ furt a. M. den Beſchluß faßten,„daß jeder der vereinten Staa⸗ „ten, wo dies nicht bereits ſtattfinde, für die zweckmäßige „Bildung der Candidaten des katholiſch⸗geiſtlichen Standes ent⸗ „weder eine katholiſch⸗theologiſche Lehranſtalt errichten und die⸗ „ſelbe als Facultät mit der Landesuniverſität vereinigen, oder „aber die Candidaten an eine auf dieſe Art eingerichtete Univer⸗ „ſität in der Provinz ſenden ſollten,“ ſo war die Abſicht dieſes Beſchluſſes keine andere, als die ganze Bildung des Klerus den Händen der kirchlichen Vorſteher zu entwinden, und durch eine von kirchlichem Einfluß befreite Erziehungsweiſe ſich eine Geiſt⸗ lichkeit zu verſchaffen, welche, von Jugend auf erfüllt mit den liberalen und aufgeklärten Lehren der ſg. modernen Wiſſenſchaft, ſich zu Allem bereit und geſchickt finden ließe, was die Volks⸗ und Kirchenbeglücker beſchließen würden, nämlich Losreißung von Rom, Gründung einer deutſchen Nationalkirche, deutſche Liturgie, Abſchaffung des Cölibats, allmälige Verſchmelzung mit dem Proteſtantismus u. ſ. w.; man wollte, wie eine damals er⸗ ſchienene Schrift ſich ausſpricht,„darum in der oberrheiniſchen „Provinz eine neue, ganz eigene Erziehung, weil man auch eine „eigene katholiſche Kirche in der Provinz einzuführen beabſich⸗ „tigte.“ Jedoch, ſo wenig Jemand dieſe Abſicht der Frankfurter Punk⸗ tatoren, welche aus allen ihren Beſchlüſſen klar hervorleuchtet, in Abrede ſtellen wird, ſo will und darf deßhalb nicht behauptet werden, daß alle Diejenigen, die ſpäter zur Aufführung des dort getroffenen Beſchluſſes ihre Hand geboten und mitgewirkt 6 haben, dieſelbe verwerfliche Abſicht getheilt hätten; ſie mochten vielmehr in der Gründung ſolcher katholiſch theologiſchen Facul⸗ täten eine für die Kirche vortheilhafte Maßregel erblicken und ſich von der, durch die neuen Anſtalten zu weckenden Wiſſenſchaftlich⸗ keit viel Gedeihliches verſprechen. Das Geſagte dürfte namentlich von der Gründung der ka— tholiſchen Facultät in Gießen“), über welche wir in dem Folgenden ausführlicher zu ſprechen gedenken, ſeine Geltung haben; denn hier ſehen wir vorzüglich einen Mann thätig, deſſen ganzer Charakter ebenſoſehr den Verdacht einer feindſeligen Ge⸗ ſinnung gegen die katholiſche Kirche ausſchließt, als ſein bisheri⸗ ges Wirken für die Wohlfahrt der Kirche gerechten Anſpruch auf den Dank aller wohldenkenden Katholiken hat. Dieſe perſönliche höchſt achtbare Geſinnung des Großh. Heſſ. Staatsraths, Hrn. von Linde, der mit der Einrichtung der neuzuſchaffenden katho liſch-theologiſchen Facultät in Gießen beſonders beauftragt war, konnte jedoch die ſchlimmen Folgen, die mit der Ausführung eines aus Feindſchaft und Argwohn gegen die katholiſche Kirche hervorgegangenen und ihrer Freiheit und Selbſtſtändigkeit ſchnur⸗ ſtracks zuwiderlaufenden Beſchluſſes verknüpft waren, nicht ganz verhindern; der Keim des Böſen, der von Anfang an im Plane der Errichtung ſolcher der kirchlichen Leitung entzogenen Lehran ſtalten gelegen, konnte nicht ertödtet werden; er entwickelte ſich und brachte, wenn auch in geringerem Maße, dennoch ſeine Früchte; denn die Facultät, von ihrer Geburt an in eine falſche Stellung zur Kirche gebracht, ſcheint jenes höheren göttlichen Segens zu entbehren, der auf allen den Schöpfungen zu ruhen 1) Nur in Gießen kam für das Bisthum Mainz die Gründung einer katholiſch⸗theologiſchen Facultät zur Ausführung; Freiburg und Rottenburg hatten bereits ihre Facultäten in Freiburg und Tübingen In Fulda wußte der Hochw. Biſchof durch ſein energiſches Einſchreiten die Unterdrückung ſeines Seminars und die Verlegung der katholiſch⸗ theologiſchen Lehranſtalt nach Marburg zu verhindern; für Limburg wurde nur 1838 eine Vereinbarung zwiſchen Heſſen und Naſſau be⸗ treffs der Facultät in Gießen abgeſchloſſen. 7 pflegt, die aus kirchlichem Geiſte hervorgegangen und unter der Leitung der legitimen kirchlichen Behörden ſtehend von dem⸗ ſelben göttlichen Geiſte, der die ganze Kirche leitet und erhält, auch ihre Lebenskraft empfangen. Die ganze Geſchichte der Gießener Facultät, von ihrer Grün⸗ dung an durch die zwölf Jahre ihres ſeitherigen Beſtandes, zeigt dieſen Mangel offenbar; nie wollte ihr eine für die Kirche und für die Wiſſenſchaft gleich gedeihliche Wirkſamkeit gelingen, und immer da, wo ſie der Erreichung dieſes Zieles am nächſten zu ſein ſchien, ward ſie durch unerwartete Vorfälle davon zu⸗ rückgeworfen, gleichſam als wollte eine unſichtbare höhere Macht hiedurch an den Tag geben, daß das Wohlgefallen Gottes nicht mit dieſer Anſtalt ſei. Eine kurze Geſchichte der katholiſch⸗theo⸗ logiſchen Facultät in Gießen wird dieſe unſere Behauptung be⸗ ſtätigen. Als es ſich darum handelte, für die neue Anſtalt taugliche Lehrer zu acquiriren, da hätte wohl vor allen Anderen der Blick auf einen Mann fallen ſollen, der dem Bisthum Mainz angehö⸗ rig und ſeit mehreren Jahren als Lehrer der Theologie thätig, allen Anſpruch auf eine ſolche Berufung zu haben ſchien, wir meinen auf Dr. Heinrich Klee, damals Profeſſor am biſchöfl. Seminar zu Mainz. Seine viſſenſchaftlichen Arbeiten in der Dogmatik und Exegeſe hatten bereits, wie wir aus ſeiner Bio⸗ graphie erfahren(Klee, Dogmatik. 1841. Bd. III. S. XIII.), die Aufmerkſamkeit von drei deutſchen Regierungen auf ihn ge⸗ lenkt und ihm ehrenvolle Rufe an die Univerſitäten von Bonn oder Breslau, von Freiburg und von München verſchafft; was wäre alſo natürlicher geweſen, als daß die großherzoglich heſſi⸗ ſche Regierung dieſen Mann zu allererſt für ihre Anſtalt gewon⸗ nen hätte. Klee, der ſeine Heimath liebte, wie wenige, hätte ſicherlich bei einigermaßen acceptabelen Anerbietungen, und wenn die Facultät auf eine Weiſe eingerichtet worden wäre, die ſeinen kirchlichen Grundſätzen nicht zuwider war, den Wirkungskreis in ſeinem Bisthum einem Rufe nach Preußen vorgezogen, und er wäre dann für die neue Anſtalt ein Kern geworden, um welchen 8 ſich ächt katholiſche Geſinnung und Wiſſenſchaft anſammeln konnte; aber— und dies war der erſte Unſtern, der über der katholiſchen Facultät in Gießen ſchwebte, der erſte Mangel göttlichen Se⸗ gens— nach einigen unbeſtimmten Zuſicherungen zerſchlug ſich die Verhandlung zwiſchen Klee und der heſſiſchen Regierung, und Klee war für Gießen verloren. Freilich hätte neben dem Colle⸗ gen, dem man ihm zudachte, Klee eine ſonderbare Stellung in Gießen gehabt; denn welche Geſtaltung konnte eine Facultät er⸗ halten, welcher als zweiter Profeſſor Dr. Reichlin⸗Meldegg. zugedacht war? wie hätte Klee's Dogmatik und Reichlin's Kirchengeſchichte zu einander gepaßt und welche Reſultate hätte man von dem Zuſammenwirken von zwei ſo grundverſchiedenen Männern erwarten können? Zum Glück für das Bisthum Mainz kam auch die Berufung Reichlin's nicht zu Stande, denn die Skandale, welche Reichlin ſpäter in Freiburg aufführte, und die, wie bekannt, mit ſeiner Apoſtaſie und Verheirathung endigten, waren der Art, daß Gießen ſich wohl gratuliren darf, ihn nie unter ſeine Profeſſoren gezählt zu haben. Der erſte, welcher wirklich eine Profeſſur an der Gießener katholiſch theologiſchen Facultät erhielt, war Dr. Locherer, bisher Pfarrer am Oberrhein, dem man die Lehrkanzel der Kirchenge⸗ ſchichte anvertraute. Mit ihm faſt gleichzeitig ward Privatdo cent Dr. Joh. B. Müller aus Bonn berufen, um das Fach der Exegeſe zu übernehmen. Es war dies eine Zuſammenſtellung einzig in ihrer Art. Locherer war ein alter incorrigibeler Jo⸗ ſephiner, Müller ein junger Hermeſianer und zwar, wie ſein ſpäteres Leben zeigte, ein conſequenter Hermeſianer, der auf dem Wege des Zweifels, worauf ihn ſein Lehrer geſtellt, raſtlos fort⸗ ſchritt bis zu dem Punkte, daß er daran war, ſeinen Glauben und ſein Prieſterthum zu verleugnen. Joſephinismus und Hermeſia⸗ nismus waren die beiden Syſteme, aus denen die neue theolo giſche Richtung der Gießener Schule ſich bilden ſollte, eine merk⸗ würdige Miſchehe, woraus unmöglich, nach dem natürlichen Lauf der Dinge, eine beſonders orthodoxe und kirchliche Nachkommen⸗ ſchaft hätte entſpringen können. Der damalige Hochw. Biſchof der ung Jo ſein dem ort⸗ und ſia olo erk⸗ Lauf 9 von Mainz, deſſen Amtes es geweſen, gegen eine auf ſolcher Ba⸗ ſis gegründete Lehranſtalt von vornherein ſein Veto einzulegen, ſcheint ruhig zugeſehen zu haben, vielleicht weil Biſchof Burg, ſelber ein Joſephiner, an Locherer's Joſephinismus nichts An⸗ ſtößiges fand, und weil der Hermeſianismus, obgleich damals ſchon vielfach in ſeinem verderblichen Weſen erkannt und gekenn⸗ zeichnet, noch nicht von Rom verurtheilt war, oder weil Biſchof Burg ſich freiwillig aller Theilnahme an der Gründung und er⸗ ſten Beſetzung der Facultät in Gießen begab, um nicht als mitbe— theiligt an der Unterdrückung des früher ſo blühenden Seminars in Mainz zu erſcheinen. Den beiden genannten Profeſſoren wurde Dr. L üft, katholiſcher Pfarrer in Gießen, unddr. Staudenma ier zugeſellt; aber Lüft, obgleich aus Liebermann's Schule, gewann doch nicht Einfluß genug, dem kirchlichen Geiſte die nöthige Geltung zu verſchaffen, und Staudenmaier war noch lange der Mann nicht, als wel⸗ chen wir ihn jetzt verehren. Dieſe vier Männer eröffneten im November 1830 die katho⸗ liſch⸗theologiſche Facultät zu Gießen. Wer jemals einen Joſephiner kennen gelernt und ſein Wirken näher beobachtet hat, kann ſich auch von der Wirkſamkeit Loche⸗ rer's die rechte Vorſtellung machen. Einer iſt wie der Andere; ſie ſcheinen nichts vergeſſen und nichts mehr lernen zu können. Das, was ſie beſchäftigt, iſt die in ihrer Jugend ihnen beige⸗ brachte Furcht vor den Uebergriffen des apoſtoliſchen Stuhles, die, wie ein Geſpenſt, ſie überall verfolgt und ihnen nirgends Ruhe läßt. Die ganze Kirchengeſchichte iſt darum dieſen Herren nur eine fortlaufende Reihe päpſtlicher Anmaßungen; ihr Räſonne ment iſt eine beſtändige Klage über den durch Roms Verſchulden herbeigeführten Verfall der Kirche und kirchlichen Anſtalten, und dieſes in größter Langeweile fortgeſetzte Lamento wird gewürzt durch Erzählung von Anekdoten über kirchliche Perſonen, die nicht immer gerade ſehr delikat ausgewählt ſind. So waren auch Locherer's Vorleſungen beſchaffen und darum gewiß nicht geeignet, in den jungen Theologen Liebe und Begeiſterung für 10 die Kirche und Ehrfurcht gegen die kirchlichen Inſtitutionen zu er⸗ wecken. Seine Grundſätze ſind in den neun Bänden ſeiner„Ge⸗ ſchichte der chriſtlichen Religion und Kirche 1824—34“ klar aus⸗ geſprochen; ſie haben ihm von Seiten der Proteſtanten das Lob der Freiſinnigkeit, des unparteiiſchen Urtheils u. ſ. w. erworben, von kirchlicher Seite nur allzu begründete Mißbilligung zugezogen. Daß deſſen ungeachtet von Seiten des biſchöflichen Stuhles in Mainz nichts dagegen geſchah, mag darin ſeine Erklärung fin⸗ den, daß dem Biſchof von Mainz aller Einfluß auf die Facultät benommen iſt. Nur bei neuen Anſtellungen wird der Biſchof um ſein Urtheil befragt; die einmal augeſtellten Profeſſoren wer⸗ den aber durchaus als Staatsdiener betrachtet, und nur vom Staate hängt es ab, denſelben ihre Lehrthätigkeit zu belaſſen oder aber zu nehmen. Müller's Wirkſamkeit in Gießen war überaus kurz; ſie umfaßte nur ein Semeſter; aber welche Richtung er verfolgte, erhellt aus ſeinem extremen Schritte, zu dem es in Breslau und Halle kam, bis endlich das Licht der Gnade ihm den Abgrund zeigte, dem er zugeeilt. Man weiß, wie er gebüßt und wie er jetzt in ſtiller Abgeſchiedenheit und Gebet die Irrthümer ſeiner Jugend wieder gut zu machen ſucht, und wenn wir hier von ſei— nem Fehler reden, ſo geſchieht es nicht um den Mann zu tadeln, der durch ſeine jetzige Stellung die Achtung Aller verdient, ſon⸗ dern um die Anſtalt zu charakteriſiren, welcher Müller in ſei— ner ſchlimmen Periode angehört hat. Nach faſt anderthalbjähriger Unterbrechung, in welcher der Lehrſtuhl der Exegeſe unbeſetzt war, ward Dr. Kuhn nach Gießen berufen, wie Staudenmaier ein Zögling der Tübinger Schule. Die katholiſch⸗theologiſche Facultät zu Tübingen hatte, wie bekannt, in den erſten Jahren ihres Beſtehens eine ganz eigenthümliche Stellung zur katholiſchen Kirche und zu der bis daher geltenden katholiſchen Wiſſenſchaft eingenommen. Dem katholiſchen Dogma getreu, ſoweit daſſelbe ausdrücklich formulirt iſt, gefiel ſie ſich darin, in allem übrigen ihren eigenen Weg zu gehen und in den Punkten, die nicht ihre Ausprägung als förm⸗ ſie gte, und und 11 liches Dogma erhalten hatten oder die mehr in's Gebiet der Dis⸗ ciplin gehören, eine von der ſeither geltenden abweichende Mei⸗ nung zu hegen; ſie wollte liberal ſein, den Proteſtanten ſo viel zugeben, als immer möglich ſchien, und iſt dadurch in Vielem bis zur Grenze, in Einigem wohl gar über die Grenze hinausge⸗ gangen. Es war dies eine, aus der traurigen Lage der katholi⸗ ſchen Wiſſenſchaft in damaliger Zeit ſehr erklärbare und eben darin ihre Entſchuldigung findende Richtung; aber es war ſicher— lich nicht die rechte Richtung. Jeder Katholik, und alſo auch der katholiſche Gelehrte, muß ſeiner von Gott geſtifteten und vom heiligen Geiſte regierten Kirche ganz und gar angehören; er muß ſie annehmen, wie er ſie findet, mit allen ihren Inſtitu⸗ tionen und Einrichtungen, mit ihrer ganzen Tradition und Aus⸗ bildung ihres Lehrgebäudes, und es kömmt ihm nicht zu, erſt daran verbeſſern und zurechtſetzen, oder weglaſſen und auswählen zu wollen— und ſolch ein Beſtreben regte ſich mehr oder min⸗ der in der damaligen Tübinger Schule. Wir befürchten nicht, daß die beiden genannten Männer, welche aus dieſer Schule hervorgegangen waren, dieſes Urtheil der Falſchheit zei⸗ hen werden; ſie, die die Nothwendigkeit eines Umſchwungs der katholiſchen Wiſſenſchaft ſo tief gefühlt und durch ihren Eifer und Geiſt ſo mächtig zu dieſem Umſchwung in neuerer Zeit beigetra⸗ gen haben, werden gern zugeſtehen, daß die damalige Richtung ihrer Schule, und alſo auch ihre eigene, noch nicht die ächt ka⸗ tholiſche, die katholiſche Wiſſenſchaft fördernde und der Kirche Gedeihen bringende war. Den beiden Elementen der Gießener Facultät, dem Joſephinis⸗ mus und Hermeſianismus, war ſonach ein drittes heterogenes bei⸗ geſellt— dieſe Tübinger Richtung. Staudenmaier, der das Fach der Dogmatik übernahm, hatte ſich bis dahin mehr mit den Syſtemen der neueren Philoſophen, als mit den Werken der gro⸗ ßen katholiſchen Dogmatiker bekannt gemacht; in ſeinen Vorle⸗ ſungen gab er mehr philoſophiſche Theorien über die Dogmen, als eine eigentliche Dogmatik, und da er ſich in der Terminologie Hegel's bewegte, auch wohl manche Ideen Hegel's, die jetzt ihm 12 ſelbſt nicht mehr ſtichhaltig erſcheinen, in ſein Syſtem aufnahm, ſo kam er in Verdacht, von dogmatiſchen Irrthümern nicht ganz frei zu ſein; wurde er doch öffentlich, von Seite der Hermeſianer, als Pantheiſt denuncirt. Wenn nun auch auf eine von dieſer Seite vorgebrachte Anklage nicht viel Werth zu legen iſt, ſo möchte es doch immer paſſend ſcheinen, daß die biſchöfliche Be⸗ hörde ſich etwas um die Form wie um den Inhalt ſeiner Dog⸗ matik bekümmert hätte; aber dies geſchah nicht, und es dürfte vielleicht heute noch dorten eine Neuigkeit ſein zu erfahren, daß Staudenmaier in den Jahren ſeiner Profeſſur nur ein einzi⸗ ges Mal ſeinen Zuhörern der Dogmatik Vorleſungen über die Sa⸗ cramente hielt, und dies nur auf beſonderes Verlangen und dabei in ſolcher Kürze, daß damit wenig gewonnen war. Und doch iſt hier nicht zu überſehen, daß es die erſte Aufgabe der Facultät iſt, nicht ſowohl Männer zu erziehen, die den Falſchheiten der modernen Philoſophie auf allen ihren Irrgängen nachzugehen und dieſelben philoſophiſch zu widerlegen im Stande ſind, ſon⸗ dern Geiſtliche, die als Seelſorger wirken und vorzüglich mit der Ausſpendung der heiligen Sacramente ſich befaſſen ſollen. Ueberhaupt war zwiſchen der biſchöflichen Behörde in Mainz und der Facultät in Gießen— beſonders im Anfang— ein eigenthümliches Verhältniß. Die Facultät wollte als nichts an⸗ deres denn als Staatsanſtalt gelten und wies jeden Verſuch des Biſchofs, ſie unter ſeine Befehle zu ziehen, entſchieden zurück; Herr Biſchof Burg aber, nachgiebig, wenn es ſich um die Rechte des apoſtoliſchen Stuhles handelte, wollte keines ſeiner biſchöfli⸗ chen Rechte geſchmälert wiſſen, und in Folge dieſes Conflictes kam es vor, daß Candidaten, welche ihr Staatsexamen bei der Facultät wohl beſtanden hatten, im Examen, welches ſie in Mainz pro ingressu in Seminarium machen mußten, als unge⸗ nügend zurückgewieſen wurden. Auch eine Beaufſichtigung der Studenten durch die Facultät und die Einſendung der darüber geführten Liſten an den Biſchof wurde mehrere Jahre entſchieden abgelehnt, und erſt ſpäter iſt es gelungen, in dieſe Dinge einige Ordnung zu bringen. 13 Eine Folge der berührten Mißverhältniſſe war, daß die Theo⸗ logieſtudierenden, dem kirchlichen und klerikalen Leben fremd, in den Strudel des burſchikoſen Univerſitätslebens hineingezogen wurden. Es war nicht unerhört, daß Theologen an vielen Sonntagen die heilige Meſſe verſäumten, nicht am Tiſch des Herrn erſchienen und überhaupt über die Kirchengebote ſich weg⸗ ſetzten, ſo daß ſie ſogar gleich anderen Studenten ſich an den Duellen betheiligten. Wenn erſt nach Verlauf mehrerer Jahre durch ernſte Befehle dieſen ungeziemenden und blutigen Spielen gewehrt ward, ſo muß, da die Kirchengeſetze in Bezug auf das Duell ſo beſtimmt und ſo ernſt ſind, der Grund hievon darin liegen, daß die beiden Ordinariate von Mainz und Limburg nicht gehörig von Dem, was vorging, unterrichtet waren. Wenn aber ſo wichtige Dinge nicht zur Kenntniß des Biſchofs kamen, wie wird es mit minder wichtigen der Fall geweſen ſein? Nur unter den Augen des Biſchofs können die Geiſtlichen im Geiſt der Kirche erzogen werden; jede andere Einrichtung iſt ungenü⸗ gend. Jedoch kehren wir zur Facultät zurück. Wie Staudenmaier, ebenſo war Kuhn im Anfange ſei⸗ nes exegetiſchen Lehramtes nicht ganz tadelfrei. Von rein philo⸗ ſophiſchen Studien weggerufen und plötzlich in die Exegeſe ge⸗ worfen, wandte er ſich vorzüglich proteſtantiſchen Schrifterklä⸗ rern zu, da er in ihnen am ſchnellſten den heutigen Stand der wiſſenſchaftlichen Bibelauslegung kennen zu lernen hoffte. Er nahm aber dadurch manche Meinungen an und adoptirte manche Er⸗ klärungen, zu denen er ſich jetzt nicht mehr verſtehen wird, und die auch in der That von Irrthum nicht frei zu ſprechen ſind. Seine Exegeſe und Kritik war überaus frei und rückſichtslos; aber— Das iſt das Erfreuliche, wenn geiſtreiche Männer mit Ernſt der Wahrheit nachforſchen, daß dieſelben, wenn ſie auch anfangs irren, allmälig auf das Rechte geführt werden, welches ſie dann mit um ſo mehr Eifer und Erfolg Anderen mittheilen, als ſie ſelbſt zur Erwerbung deſſelben große Mühe und Anſtrengung gehabt haben. Staudenmaier's und Kuhn's Wirkſamkeit in Gie⸗ ßen, die in der erſten Zeit in Bezug auf kirchliche Geſinnung und 14 Erweckung dieſes Geiſtes in ihren Zuhörern Manches zu wün⸗ ſchen übrig ließ, verbeſſerte ſich zuſehends, und da die Beziehun⸗ gen zum biſchöflichen Stuhle in Mainz ſich ſpäter gleichfalls beſ⸗ ſer geſtalteten, ſo ſchien es, als ſollte ſich das Bisthum Mainz für die Zukunft Beſſeres von der katholiſch⸗theologiſchen Facul⸗ tät in Gießen verſprechen dürfen. Doch die Hoffnungen, die man hegte, gingen nicht in Erfül— lung; es traten ganz unerwartet Verhältniſſe ein, welche Kuhn's und Staudenmaier's Weggang von Gießen zur Folge hat— ten, und die Facultät wurde gerade da, wo ſie am gedeihlich— ſten für Kirche und Wiſſenſchaft wirken zu können ſchien, auf einmal wieder weit von dieſem Ziele zurückgeworfen. An die Stelle von Lüft, welcher zum Oberſchulrath und Pfarrer in Darmſtadt befördert worden, war im Sommer 1835 Niffel gekommen, der mit ſehr ausgebreiteten Kenntniſſen eine große Liebe zur Kirche, Sinn für ihre Einrichtungen, Begeiſter⸗ ung für ihre Rechte verband und dabei eine nicht gewöhnliche Gabe beſaß, gleiche Geſinnung in Anderen zu wecken. Durch Riffel ſchien alſo das Element in die Facultät zu kommen, welches bisher noch etwas gemangelt hatte, und als im Februar 1837 Locherer ſtarb und Riffel die Profeſſur der Kirchenge⸗ ſchichte übernahm, ſo waren die Hauptfächer nunmehr ſo beſetzt, daß Gießen mit Recht auf ſeine katholiſch⸗theologiſche Facultät hätte ſtolz ſein können. Schade, daß Riffel mit ſeinen übri⸗ gen ausgezeichneten Eigenſchaften nicht im ſelben Maße Ruhe und Umſicht verband; es kamen Mißverhältniſſe in die Facultät, und obgleich es gelang, dieſelben beizulegen, ſie trugen dennoch dazu bei, Kuhn zur Annahme der Berufung an die Tübinger Facultät zu bewegen— um Oſtern 1837. Es iſt uns nicht möglich, im Eintreten dieſer neuen Ver⸗ hältniſſe einen bloßen Zufall zu erblicken. Nach menſchlicher Betrachtungsweiſe ſchien in Gießen Alles nach Wunſch zu gehen; die Facultät ſchien jetzt in Wiſſenſchaft und auch in kirchlicher Geſinnung allen Anforderungen entſprechen zu können, und— auf einmal zerfällt dieſelbe durch Kuhn's Rückkehr nach Tübingen in un⸗ beſ⸗ din cul fül⸗ n's hat⸗ lich auf und 835 eine ſter⸗ liche urch nen, ruar nge⸗ etzt, ltät bri⸗ duhe ltät, noch ger Ver⸗ icher hen; icher „ ngen 15 und, wenige Monate darauf, Staudenmaier's Weggang nach Freiburg. Während wir darin einestheils ein Zeichen finden, daß die Facultat in Gießen jenes göttlichen Segens entbehrte, der den Din⸗ gen das Gedeihen gibt, ſehen wir anderentheils darin einen Act der göttlichen Erbarmung für die beiden anderen Bisthümer, Rot⸗ tenburg und Freiburg, denen der Herr zu dem Kampfe, der ſich dorten für die Rechte und die Freiheit der Kirche entwickeln ſollte, zwei Männer geben wollte, die für die Gutgeſinnten als Mittelpunkt dienen können, und die mit ihrem Geiſte und ihrer Thätigkeit die Kräfte wecken ſollen, welche der Herr in ſeinem Dienſte verwenden will. Riffel war ſonach einzig von den früheren Docenten übrig. Ihm an die Seite ward, als Kuhn's Nachfolger für die Exe⸗ geſe, Löhn is beſtellt, dem es nicht an Gelehrſamkeit gebricht, der aber die Lücke, die ſein Vorgänger gelaſſen, nicht aus⸗ zufüllen vermag. Eine Probe ſeiner Leiſtungen hat er in ſeinen „Grundzügen der bibliſchen Hermeneutik und Kritik“ gegeben, einem Werke, worin den jungen Theologen als Hauptführer in ihren exegetiſchen Studien„Herr Dr. Ernſt Friedrich Carl Ro⸗ ſenmüller, Profeſſor der morgenländiſchen Sprachen zu Leipzig“ und„der geiſtliche geheime Rath Dr. Chriſtian Theophil Kuinöl, Profeſſor primarius an der evangeliſch⸗theologiſchen Facultät zu Gießen“, ſodann auch„Guilelmus Eſtius, jedoch dieſer nur mu— tatis mutandis“ empfohlen wird, und worüber eine theologiſche Zeitſchrift) das Urtheil fällt,„daß es demſelben an einem fe⸗ ſten Prinzipe fehle und daß des Verfaſſers unſicheres und prin⸗ zipienloſes Hin⸗ und Herſchwanken beſonders widerlich da hervor⸗ trete, wo aus der Mitte des katholiſchen Lebens heraus ein Ur⸗ theil oder ein Rath ertheilt werden ſollte.“ Außer Löhnis wurden noch einige junge Prieſter der Main⸗ zer Diöceſe, Reus, Kindhäuſer und Hartnagel, als Do⸗ centen an der Facultät angeſtellt. Jedoch nicht bloß der Verluſt namhafter Lehrer, auch noch 1) Katholik 1840, 75. Band. S. 291— 301. 16 andere Unfälle übten auf die Wirkſamkeit der Gießener Facultät einen nachtheiligen Einfluß. Riffel's entſchiedenes, vielleicht auch hie und da etwas raſches Auftreten hatte die Proteſtanten aufgeregt, welche, auf einmal in ihrer ausſchließlichen Herrſchaft in Gießen ſich geſtört findend, gegen die Facultät, gegen die ka⸗ tholiſchen Theologen, beſonders aber gegen Riffel einen Kampf begannen, der, von höheren Regionen ausgehend, in den unteren Kreiſen ſich beſonders heftig und unerträglich zeigte, und zu ſol⸗ cher Erbitterung führte, daß einmal ſämmtliche Studierende der katholiſchen Theologie den Entſchluß faßten, Gießen für immer zu verlaſſen; denn die jungen Leute fühlten, daß es ihnen an die— ſem Orte und unter dieſen Verhältniſſen nicht möglich ſei, eine ihrem künftigen Stande entſprechende Bildung zu erhalten. Der Klugheit des Hrn. von Linde, welcher perſönlich die Unterſuchung leitete, gelang es, dieſen erſten Sturm zu beſchwö⸗ ren; äußerlich herrſchte wieder Friede und in der Facultät ſchien ein ſchönes Leben und reges Streben ſich zu entfalten. Die jüngeren drei Docenten ſchloſſen ſich an Riffel an, und Haus und Tiſch freiwillig mit ihm theilend, ſchienen ſie dem Klerus der Mainzer Diöceſe das ſchöne Beiſpiel einer vita communis cleri- corum geben zu wollen. Zugleich war Riffel der Mann, wel⸗ cher die Studierenden anzuregen und zu begeiſtern verſtand; ſeine kirchengeſchichtlichen Vorträge ſtifteten ungemein viel Gutes, und wenn die jüngeren Docenten in ihren Leiſtungen hinter Riffel zu⸗ rückblieben, ſo thaten ſie es ihm doch gleich in guter und ächt ka⸗ tholiſcher Geſinnung. Aber was tiefer blickende Männer vor⸗ ausgeſagt, trat ein; die traute Freundſchaft und Einigkeit dauerte nicht lange, ja ſchlug in eine Abneigung über, die höchſt betrübend war. Reus, als Exeget noch nicht ausgezeichnet, aber als Prieſter höchſt achtungswerth und als Menſch liebens⸗ würdig, gab ſich alle Mühe, den offenen Bruch zu verhüten; jedoch er ſtarb(im October 1840), und viel Gutes und manche ſchöne Hoffnung ſank mit ihm in's Grab. In der Zwiſchenzeit(Anfangs 1840) war, was ſeit 1837 ge⸗ fehlt hatte, der Facultät wiederum ein Profeſſor der Dogmatik wö hien Die und der leri- wel⸗ eine und zu tka⸗ vor⸗ keit ſchſt net, ens⸗ ten; nche 7 ge⸗ natik 17 gegeben worden— in Dr. Leopold Sch mid. Seine Schülerrüh⸗ men an ihm ſeine, freilich ihnen oftmalsunverſtändliche Tiefe, und nach ſeinen Schriften zu urtheilen, ſcheint er wirklich die zu einem Dogmatiker erforderliche Klarheit des Geiſtes und Präciſion des Gedankens nicht vollſtändig zu beſitzen, denn er gefällt ſich in theoſophiſchen und kaballiſtiſchen Deutungen, die, ſo geiſtvoll ſie immer ſein mögen, dennoch mehr dazu dienen, die Sache dunkel als klar zu machen. Indeß immer achtungswerth bekleidet er ſeine Profeſſur mit Ehren, und die Facultät hätte, ſo wie ſie jetzt wieder componirt war, Erſprießliches leiſten können, da kam der 19. November 1841 mit der unerwarteten, ungerechtfertigten Abſetzung Riffels. Durch dieſe Maßregel gegen Riffel, welche die Facultät ſtill⸗ ſchweigend(Andere ſagen beifällig) hinnahm, war die Facultät in den Augen der Katholiken und in der Wirklichkeit ruinirt. Die heſſiſche Regierung bot Alles auf, um den ſchlimmen Ein⸗ druck beim Klerus zu verwiſchen; man hörte, daß dem Biſchof verſprochen worden, es ſollten zur Illuſtration der katholiſchen Facultät und der Univerſität namhafte Gelehrte acquirirt wer⸗ den; aber es fand ſich kein ſolcher, der unter den jetzigen Ver⸗ hältniſſen einen Ruf angenommen hätte, und ſo wurden denn Lutterbeck aus Münſter und Fluck aus Weilburg berufen, erſterer für das Fach der Exegeſe und letzterer für das der Kir⸗ chengeſchichte. Das Benehmen der Facultät in der ganzen Riffel'ſchen Angelegenheit konnte ihr nicht anders als zum Schlimmen ge⸗ deutet werden; es wäre aber unrecht, wollte man deßhalb die katholiſche Geſinnung der jetzt in Gießen wirkenden Männer in Zweifel ziehen. Waren die meiſten derſelben noch jung, ſo war zu erwarten, daß ihr Eifer um ſo größer ſein werde, und hatten ſie noch nichts Ausgezeichnetes geleiſtet, ſo konnte man doch nur Gutes von ihnen erwarten. Etwas hatte bisher den Theologen in Gießen immer gefehlt, man hatte zu wenig Rückſicht darauf genommen, daß die Stu⸗ dierenden nicht zu Gelehrten und Profeſſoren, ſondern zu Seel⸗ 2 18 ſorgern und Pfarrern erzogen werden ſollten. Kindhäuſer vor Allem fühlte dieſen Mangel, und es war ſein Streben, demſel⸗ ben abzuhelfen. Er arbeitete mit allem Eifer daran, den Theo⸗ logen ſchon während ihrer Univerſitätsſtudien einen rechten Be⸗ griff von ihrem künftigen Stande, eine Ueberſicht ihrer prie⸗ ſterlichen Pflichten und eine Anleitung zu einem geiſtlichen Leben zu ertheilen. Kindhäuſer war kein Gelehrter und würde wohl nie die Wiſſenſchaft beſonders gefördert und bereichert ha⸗ ben, aber Alle ſchätzten ihn als einen frommen Prieſter und ach⸗ teten ihn als einen Mann, der nicht unter dem Vorwande des Stu⸗ diums von der nobelſten aller prieſterlichen Pflichten, der des Gebetes ſich entband; Alle rühmten ſeine Liebe zur Kirche, be⸗ wunderten ſeinen Eifer und ſeine Hingebung und liebten ihn als einen wahren Freund aller ſeiner Zuhörer. Doch— als ſollte ken Zweifel übrig bleiben, daß der katholiſch⸗theologiſchen Fa⸗ cultät in Gießen der Segen Gottes fehle— Kindhäuſer ſtarb (11. Juni 1843) prieſterlich wie er gelebt, auch im Tode noch ein Muſter für ſeine Schüler.— Die zwölf Jahre, welche die Gießener Facultät ſeit ihrer Gründung durchlebt hat, ſind, wie aus dieſer kurzen Darſtell⸗ ung erhellt, keine erfreulichen geweſen. Wie bereits Eingangs bemerkt worden, wir legen die Schuld all dieſes Mißgeſchickes, der geringen und oft unerſprießlichen Wirkſamkeit der Facultät, der ärgerlichen Auftritte, der Unglücksfälle u. ſ. w. keineswegs einem der an der Facultät wirkenden Männer zur Laſt; im Gegentheil wir verkennen den redlichen Willen, das aufrichtige Streben, die herrlichen Talente, den großen Eifer, die gute Ge⸗ ſinnung derſelben durchaus nicht. Aber, wenn bei ſo günſtigen Umſtänden, die nach menſchlichem Bemeſſen nur Gutes erwarten laſſen, dennoch die Reſultate das Gegentheil aufweiſen, ſo muß es an etwas Anderem fehlen, und dies iſt nach unſerer Meinung — der Segen Gottes. Da der Herr ſeine Kirche gründete, hat Er ihr auch die Mittel der Erhaltung gegeben, und die Biſchöfe ſind die Organe, durch welche Alles, was zum Gedei hen der Kirche gereichen ſoll, geſchaffen und geleiſtet werden muß. Ale viel und Ein cult wun kan laſſ erz det len nat auf Ki Lel ihrer rſtell angs ickes, lltät, wegs ; im ctige Ge⸗ tigen arten uß es nung ndete, d die zedei muß. 19 Alles, was man der Kirche, ohne den Episcopat, wenn auch vielleicht in gutgemeinter Abſicht von Außen her aufdrängt, iſt unwirkſam und trägt ſchon den Keim des Unbeſtandes in ſich. Eine großherzoglich heſſiſche, katholiſche, theologiſche Staatsfa⸗ cultät iſt etwas in ſich ſo Widerſprechendes, daß man ſich nicht wundern darf, wenn ſie keine Geltung und Dauer gewinnen kann. Man gebe dem Biſchof von Mainz ſein Seminar; man laſſe ihn, ganz ſo wie es die Kirchengeſetze fordern, ſeine Prieſter erziehen, und man wird finden: die Schule, die der Biſchof grün det, wird beſtehen, wird gedeihen und nicht von ſolchen Zufäl⸗ len erſchüttert werden, nicht in Kraft menſchlicher Klugheit und natürlicher Mittel, ſondern in Kraft des göttlichen Segens, der auf all den Anſtalten zu ruhen pflegt, die, weil von und in der Kirche gegründet, auch von dem Geiſte, der die Kirche erhält, ihre Lebenskraft empfangen. Dixi. Obiger Mittheilung über die Geſchichte der katholiſch⸗theo⸗ logiſchen Facultät in Gießen laſſen wir eine jener Adreſſen folgen, welche bei Veranlaſſung der S. 17. erwähnten Abſetzung Riffel's von der Pfarrgeiſtlichkeit des Bisthums Mainz an den Hochwür⸗ digſten Hrn. Biſchof Kaiſer gerichtet worden ſind. Das vortreff⸗ lich redigirte Actenſtück iſt nicht nur ein Beweis der entſchieden kirchlichen Geſinnung des damaligen Mainzer Klerus und ſeines ebenſo klaren als richtigen Urtheils über die Gießener Verhält⸗ niſſe, ſondern dürfte auch in der Gegenwart nicht ohne In⸗ tereſſe und Nutzen geleſen werden. 20 Hochwürdigſter Herr Biſchof! Gnädigſter Oberhirt! Gewöhnt, in allen Angelegenheiten unſerer heiligen Kirche auf Ew. Biſchöflichen Gnaden, als getreue katholiſche Prieſter hinzublicken und uns an Hochdieſelben vertrauensvoll anzuſchlie⸗ ßen, fühlen wir uns heute gedrängt, bei Ew. Biſch. Gnaden unſere Empfindungen über ein Ereigniß auszuſprechen, das ſo⸗ wohl unſere, als die Gemüther der Katholiken des Bisthums überhaupt zu beunruhigen nur zu geeignet iſt. Die Verſetzung des Profeſſors der katholiſchen Theologie an der Univerſität Gießen, Dr. Caspar Riffel, in den Ruhe⸗ ſtand, wegen eines von ihm verfaßten, die Kirchenſpaltung des ſechzehnten Jahrhunderts und ihre Urheber von katholiſchem Standpunkte aus beleuchtenden, wiſſenſchaftlichen Werkes, iſt dies betrübende Ereigniß, in welchem wir nothwendig nicht bloß die Perſon des genannten Gelehrten, ſondern auch die Facultät, die zugleich die theologiſche Lehranſtalt unſeres Bisthums iſt, und eben darum unſere Kirche ſelbſt auf das ſchmerzlichſte ver⸗ wundet finden. Denn wie, ſo mußten wir, ſo mußten ſämmt⸗ liche Katholiken des Bisthums bei dieſer Veranlaſſung fragen, iſt die katholiſche Wiſſenſchaft alſo in Gießen nicht frei? die daſelbſt angeſtellten katholiſchen Theologen, berufen als katho liſche Gelehrte, ſei es auf dem Katheder oder durch ihre Schrif ten zu wirken, dürfen ſich alſo in Gießen nicht ungehindert be wegen, nicht ungehindert ſchreiben und leſen, ſondern müſſen ſich jenen läſtigen, das freie Forſchen hemmenden und die Mit theilung des Erforſchten erſchwerenden Rückſichten bequemen die eine herrſchende Mehrzahl ſo gern der Minderzahl auf erlegt? Während man proteſtantiſcher Seits in allen Ländern des deutſchen Vaterlandes das Recht freier Rede in wiſſenſchaftli chen Werken in Anſpruch nimmt, und geſtützt auf dieſes Recht unſere Kirche bekämpft, während beſonders auf dem hiſtoriſchen Felde dieſer Kampf der Anſichten ſo lebhaft und ſo entſcheidend ean uhe⸗ des chem iſt bloß ltät, iſ, ver⸗ umt⸗ gen, die ho hrif tbe⸗ üſſen Mit⸗ men auf⸗ des fftli⸗ ſecht ſchen dend 21 geworden iſt, müſſen die in Gießen angeſtellten Theologen ver⸗ ſtummen; ſie dürfen(was bei der ohnehin verhältnißmäßig ſo geringen Zahl katholiſch⸗theologiſcher Lehrſtühle in Deutſchland doppelt ſchmerzen muß), nicht mehr zählen unter den offenen Vorkämpfern des Katholicismus, und müſſen ſich darauf be⸗ ſchränken, ſchüchtern ihre Meinung zu äußern, ſtets beſorgt, auf der anderen Seite anzuſtoßen und Denunciationen zu ver⸗ anlaſſen, deren Erfolg, nach einem ſo warnenden Beiſpiele, nur zu errathbar wäre? Gnädigſter Oberhirt! bei unſerer innigen Liebe für die Sache unſeres heiligen Glaubens können wir es nicht verſchweigen, es thut uns wehe, unſere Ueberzeugung ſo niedergehalten zu ſehen, und nur mit tiefſtem Schmerze können wir die unwürdige Stellung gewahren, die der katholiſchen Theo⸗ logie an der Univerſität Gießen angewieſen werden will. Was uns in dieſer Sache nicht minder betrübt, iſt die da⸗ bei ſtattgehabte Beeinträchtigung der Rechte Ew. Biſch. Gnaden, und eben darum der Rechte der katholiſchen Kirche. Prof. Riffel, der Lehrer der katholiſchen Theologie, der Bildner der dereinſtigen Prieſter des Bisthums Mainz, wurde ohne vorhergegangene Einwilligung, ja ohne Vorwiſſen des Biſchofs von ſeinem Lehramte entfernt! Hierdurch iſt faktiſch ausgeſpro⸗ chen, daß bei uns die katholiſche Theologie als eine bloße Staatsangelegenheit betrachtet wird, als eine rein weltliche Wiſſenſchaft, die der Staat auf ſeine Autorität hin und in ſei⸗ nem Namen lehren läßt. Wie aber, Hochwürdigſter Oberhirt, könnten wir uns die Gefahren verhehlen, die in der Aufſtellung eines ſolchen Prinzips für unſere Kirche enthalten ſind? Wie er⸗ niedrigt ſteht ſie da, dieſe Kirche, und was ſoll aus ihr werden, wenn Diejenigen, die ſpäter ihre Lehre den Gläubigen als Seelſorger verkündigen ſollen, ſelbſt nicht mehr unter den Au— ſpizien der Kirche ihre Ausbildung in dieſer Lehre erhalten? Und wird die Lehre, die unter ſolchen Umſtänden gelehrt wird, auch wirklich rein, unverkümmert und ungefärbt diejenige ſein, welche die einſtigen katholiſchen Prieſter dem katholiſchen Volke zu ſpenden haben? werden die Lehrer der Theologie unter ſo 22 ungünſtigen Verhältniſſen, immer den Muth haben, auch dieje— nigen Punkte der katholiſchen Disciplinen, die nicht⸗katholiſchen Ohren oft weniger angenehm klingen, offen vorzutragen? wird nicht auf dieſe Weiſe geſchehen, was bereits in mehreren deut⸗ ſchen Ländern, wo längere Zeit ähnliche Verhältniſſe obwalteten, geſchah, daß bei unſeren künftigen Geiſtlichen das klare katho liſche Bewußtſein, die feſte eifrige Anhänglichkeit an unſere Kirche allmälig dahinſchwinden?— werden nicht tüchtigere, namhafte Gottesgelehrte einen Ruf an eine Lehranſtalt ablehnen zu müſſen glauben, mit deſſen Annahme gewiſſermaßen das Ge⸗ ſtändniß einer Bereitwilligkeit zu unwürdigen Accommodationen ausgeſprochen wäre? und wie endlich, wenn unter möglichen Umſtänden weniger wohlwollende, gegen die Katholiken weniger rechtlich geſinnte Männer an der Spitze unſerer Staatsbehörden ſtünden, als dies dermalen der Fall iſt? Gewiß, furchtbare, für das Wohl der katholiſchen Kirche höchſt verderbliche Folgen können aus jenem, nunmehr thatſächlich aufgeſtellten Grundſatze hervorgehen! Wenn wir dies Alles bedenken, Hochwürdigſter Oberhirt, ſo können wir in treuer Liebe gegen unſere Kirche nicht umhin, Hochdenſelben mit zuverſichtlicher Offenheit unſere Beſorgniſſe zu klagen, und dabei unverholen zu erklären, daß unſer Ver⸗ trauen auf die dermalen bei uns, zur Ausbildung der katholiſchen Theologen, unſerer dereinſtigen Amtsbrüder und Mitprieſter, beſtehende Einrichtung durch das Vorgefallene weſentlich erſchüt⸗ tert iſt; und daß uns eine theologiſche Lehranſtalt, an der die wiſſenſchaftliche Wirkſamkeit der Profeſſoren ſo beſchränkt, und das Recht des Biſchofs ſo wenig anerkannt iſt, unmöglich den Bedürfniſſen der katholiſchen Kirche genügen zu können ſcheint. Erwägen wir nun außerdem die ungemeine Reizbarkeit, die nicht nur einem großen Theile des Gießener Univerſitätsperſo⸗ nals, ſondern ſelbſt der Maſſe der dortigen Bürgerſchaft gegen jede Beeinträchtigung proteſtantiſcher Anſichten inne wohnt, ſo zwar, daß während von der einen Seite ſchon früher mannich⸗ fache, bei genauer Unterſuchung unwahr erfundene Denunciatio⸗ dieje⸗ ſchen wird deut⸗ eten, ntho nſere gere, ehnen Ge⸗ onen ichen niger rden ,, für olgen dſatze rhirt, nhin, gniſſe Ver⸗ ſchen jeſter, ſchüt⸗ er die und hden heint. t, die perſo⸗ gegen nt, ſo nnich⸗ iatio⸗ 23 nen gegen Prof. Riffel vorgebracht wurden, von der anderen in der jüngſten Zeit öffentliche Demonſtationen ſowohl gegen den genannten Profeſſor als auch gegen ſein Werk theils beabſichtigt, theils wirklich ausgeführtwurden, erwägenwir dies Alles, gnädig⸗ ſter Herr! ſo können wir der Ueberzeugung nicht widerſtehen, daß Gießen der Ort nicht ſei, wo die katholiſche Theologie mit gün⸗ ſtigem Erfolge auf die Dauer gelehrt werden könne. Wir fühlen uns daher gedrungen, bei Ew. Biſchöflichen Gna⸗ den den ſehnlichſten Wunſch auszuſprechen: möge es Ew. Biſch. Gnaden, Hochwelchen unſer Bisthum ſchon ſo manche heilſame Anordnung und Einrichtung verdankt, gelingen, die Verlegung der theologiſchen Bildungsanſtalt nach Mainz zu veranlaſſen. Hier, unter den Augen Ew. Biſchöfl. Gnaden, als des natür⸗— lichen und geborenen Aufſehers einer Anſtalt, die, wenn ſie der Kirche wohlthätig werden ſoll, ihren kirchlichen Charakter nicht verlieren darf, wird unſere Facultät gewiß leichter emporblü⸗ hen, als dort am äußerſten Ende des Bisthums und in weiteſt möglicher Entfernung vom Wohnſitze Ew. Biſchöfl. Gnaden. Hier in einer altkatholiſchen Stadt werden die katholiſchen Pro⸗ feſſoren ungehindert katholiſch lehren und ſchreiben dürfen; hier in Mitte eines großartigen kirchlichen Lebens, in der Nähe des Biſchofs, beim Anblicke des majeſtätiſchen Gottesdienſtes in der Cathedrale, wird in unſeren jungen Theologen auch der kirchliche Geiſt frühzeitig angeregt und jener Sinn für das äußere katholiſche Leben geweckt werden, den man ſonſt nur zu oft in ihnen vermiſſen dürfte; hier endlich wird es möglich ſein, vermöge einer Vereinigung der prieſterlichen Vorbildung im Seminare mit der theologiſch wiſſenſchaftlichen Ausbildung, den Candidaten des geiſtlichen Standes den Aufwand von einigen Jahren in ihrer ſchönſten Lebenszeit und viele Ausgaben zu er⸗ ſparen; es wird möglich ſein, ihnen die zu einem wahrhaft fruchtbringenden Studium der Theologie nothwendige Ruhe und Geiſtesſammlung zu verſchaffen, und unſere künftigen Prieſter werden die heilige Wiſſenſchaft, die nur ein zur Frömmigkeit ge⸗ ſtimmtes Gemüth auf die rechte Weiſe erfaſſen und aufnehmen 24 kann, nicht mehr im Geräuſche der Commerſe, in der Nähe der Kneipen, unter den Scandalen der Duelle, und in der vergiften⸗ den Nachbarſchaft einer falſchen, die Kirche und zum Theil das Chriſtenthum ſelbſt bekämpfenden Wiſſenſchaft ſtudiren müſſen. Dies, Hochwürdigſter Oberhirt! ſind die Empfindungen und Wünſche, die wir bei Veranlaſſung jenes für unſer Bisthum ſo bedeutungsvollen Ereigniſſes, Ew. Biſchöfl. Gnaden ausſprechen zu müſſen glaubten. Wir erklären dabei auf das Feierlichſte, und bitten Ew. Biſchöfl. Gnaden auf das Feſteſte überzeugt zu ſein, daß wir dies keineswegs darum thaten, als ob wir an Hochdero thätiger Sorgfalt für das Wohl des Bisthums ir⸗ gendwie zweifelten; und eben ſo wenig in der Abſicht, Ew. Bi⸗ ſchöfl. Gnaden wider Hochdero Willen, zu irgend einem Schritte ſo viel an uns iſt zu drängen; ſondern nur darum, weil wir es als eine Pflicht und Ehrenſache für uns betrachteten, in einer Angelegenheit, wo es ſich um unſer Theuerſtes handelt, und wo ſo Vieles von der anderen Seite geredet worden iſt, auch unſererſeits zu reden, und jeden Schein der Gleichgiltigkeit von uns abzuwälzen; ſowie auch darum, weil wir hoffen, daß ſelbſt dieſe unſere Erklärung Ew. Biſchöfl. Gnaden in Verthei⸗ digung der Rechte der Kirche und Ihres Biſchöflichen Stuhles unter Umſtänden dienlich werden könne. Mögen daher Ew. Biſchöfl. Gnaden, was Sie auch immer nach Hochdero Weisheit in dieſer Sache zu thun beſchließen werden, dieſe unſere treue und wohlgemeinte Erklärung gnã⸗ digſt aufnehmen, die wir in tiefſter Ehrerbietung verharren Ew. Biſchöfl. Gnaden unterthänig gehorſame Pfarrer des Decanats Seligenſtadt. (Folgen die Unterſchriften.) und n ſo ichen hſſte, zt zu r an einer und auch igkeit ſtadt Blue Cyan Green vellow Hed Magenta Grey 2 Grey Slack Grey 4 (Aus dem„Katholik“ abgedruckt.) Mainz, Druck von Florian Kupferberg. 1863.