— DlE MEDIZINISCHEN INSTITUTE UND KLUINIKEN DERLANDESUNIVERSITAT GIESSEN PREIS 20 PFENNIG GIESSEN 1914 HERAUSOGEOEBEN VOM VERKEHHRSVEREIN — Löwen-⸗Drogerie W. Kilbinger Seltersweg 70 a · Sießen Telefon 216 Mediziniſche und techniſche Drogen Chemikalien für willenſchaftliche, mediziniſche und techniſche Zwecke, ſowie zur Photographie Techn. Gebrauchsartikel, Anilinfarben, Farbſtoffe etc. Farben, Lade und Pinſel · Parfümerien u. Toilette⸗ artikel · Artikel zur Krankenpflege* Verbandſtoffe 1 Ffnnnnniinnnnnnnninniiie Ffinnnninniin J. Schellenberg Nachfolger Univerſitäts=⸗Inſtrumentenmacher Inhaber: L. Roth Seltersweg 83a · Gießen Fernſprecher 195 T ſſiſin I Spezialhaus für mediziniſchen Bedarf Lieferung kompletter ärztlicher Sprech⸗ zimmereinrichtungen Opetarſons- AShilar Anferticunmne ¹ 08 GES8EN eie unawmimn:— 12 234 902 Tnmi Löwen-⸗ W. Ki Seltersweg 7) a· C Mediziniſche unc Chen für willenſchaft und techniſche⸗ Photc Techn. 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Sonstige medizinische Institute. 1. Anatomisches Institut.(Plan Nr. 9.). 22 2. Pathologisch-anatomisches Institut.(Plan Nr. 15.).. 23 3. Physiologisches Institut.(Plan Nr. 7.) 25 4. Pharmakologisches Institut.(Plan Nr. 16.).... 26 5. Hygienisches Institut.(Plan Nr. 17.)....... 26 Anhang. I. Veterinärmedizinische Kliniken und Institute. 1. Chirurgische Veterinärklinik.(Plan Nr. 22.).... 20. 2. Medizinische Veterinärklinik.(Plan Nr. 22.).... 30 3. Veterinär-anatomisches Institut.(Plan Nr. 19.)... 30 4. Veterinär-pathologisches Institut.(Plan Nr. 19.).. 30. II. Naturwissenschaftliche Institute. 1. Zoologisches Institut.(Plan Nr. O)....... 30 2. Botanisches institut.(Plan Nr. S.)...... 30 3. Physikalisches Institut.(Plan Nr. 3.)....... 30 4. Shiemisches Instituit.(Plan Nr. 2.).......30 5. Physikalisch-chemisches Institut.(Plan Nr. 3.)... 30 Se ie medizinischen Institute und Kliniken der Land 3 e universität Gießen. haben sich aus den bescheidenen Anſängen, die in den ersten Jahrzehnten des 190. Jahrh. — vorhanden waren, in neuerer Zeit in rascher Folge zu einer stattlichen Kolonie entwickelt, die sich jetzt in der Hauptsache auf dem Rücken des im Süden der Stadt Gießen gelegenen Seltersberges ausbreitet. Ursprünglich waren alle überhaupt vorhandenen Kliniken in der an der Liebigstraße gelegenen früheren Kaserne vereinigt, die im Jahre 1831 für Zwecke der Universität bereit gestellt wurde. Für diese be- deutete damals diese Verwendung des sehr geräumigen Ge-— bäudes eine bedeutende Erweiterung, unter anderem wurde ein früher als Hauptwache benutzter Seitenbau zuerst von Liebig als Laboratorium eingerichtet. Außerdem waren neben den Kliniken darin 2z. B. die Bibliothek und andere Universitäts- einrichtungen untergebracht. Das Bestreben der medizinischen Fakultät war naturgemäß darauf gerichtet, für die einzelnen Fächer zu selbständigen In- stituten zu gelangen, was im Laufe der letzten 30 Jahre dank dem Entgegenkommen der Großherzoglichen Staatsregierung und beider Kammern der Landstände in fortschreitendem Maße gelungen ist, So daß die medizinische Fakultät mit ihren Kliniken und Instituten den Vergleich mit keiner anderen Universität zu¹ scheuen hat. In räumlicher Beziehung war das Bestreben der Universität darauf gerichtet, die zuerst vorhandene Grupbe von medizinischen Instituten, die 1800 eröffneten„neuen“ Kliniken in der Richtung der anderen Universitätsgebäude, die im wesent- lichen an der Ludwigstraße liegen(Plan Nr. 1—5), zu ent- wickeln, die noch versprengten Institute heranzuziehen und die noch nötigen Neubauten des anatomischen und physiologischen Ins'itutes im Zusammennang mit der Hauptgruppe zu errichten. 5 Dadurch ist besonders nach systematischem Ausbau der Ver- bindungswege durch Staat und Stadt eine für medizinische Unterrichtszwecke und für die allgemeinen Beziehungen zu den sonstigen Universitätseinrichtungen sehr günstige Gliederung geschaffen worden. Zu beachten ist, daß diese ganze Entwick- lung, die eine Aufwendung von ungefähr 5 Millionen Mark für den Bau, abgesehen von den beträchtlichen Zuschüssen zum Betrieb, erforderte, sich in einem Lande vollzogen hat, das 1885 c. 056 000 und 1013 c. 1 300 000 Einwohner gehabt hat, gewiß ein Zeichen der kulturellen Spannkraft des Großherzogtums Hessen in dieser Zeit. Zu bemerken ist dabei auch die Mitwirkung der Stadt Gießen, welche durch Stellung von Gelände und größere Geldbeträge zu diesem Zweck beigetragen hat. Wenn die medizinische Fakultät bei der bald kommenden FEröffnung der Universität Frankfurt am Main wohlgerüstet da- steht, so ist dies sehr wesentlich der konsequenten baulichen Entwicklung zu verdanken. Auch trägt die zentrale Lage der Stadt Gießen an der Kreu- zung von mehreren großen Eisenbahnlinien sehr dazu bei, daß die Kliniken nicht nur aus Hessen, sondern aus einem viel größeren Umkreis zahlreich besucht werden, was für das Stu- dium der Medizin in Gießen von großer Wichtigkeit ist. ————— A. Kliniken. I. Die einzelnen Kliniken. 1. Medizinische Klinik.(Plan Nr. 14.) Die Errichtung eines„Klinikums“ wurde schon 1802 von der medizinischen Fakultät„zur Erhöhung der Frequenz der Medizinstudierenden“ beantragt. Im Jahre 1823 hat der Ge- meinderat von Gießen 10 000 Gulden zur Errichtung einer „klinischen Anstalt“ zur Verfügung gestellt und 1831 konnte das akademische Hospital unter provisorischer Direktion des Geh. Med.-Rates Prof. Dr. Balser eröffnet werden. Das jetzige Institut wurde in den Jahren 1887— 00 unter Geh. Rat Prof. Dr. Riegel erbaut mit einer Bausumme von rund 800 000 Mark. Unter der Verwaltungsdirektion sind ver- einigt die Zentralküche, das Elektrizitätswerk und die Fern- heizanlage, die Zentralwaschanstalt und die klinische Apotheke. Das ganze Areal beträgt 63000 dm. Die medizinische Klinik hat 180 Betten. 7 Assistenten sind an ihr tätig. Die Pflegesätze betragen I. KI. S- 10,50, II. KI. 4— 5,50, III. Kl. 2,50 Mark. Die medizinische Klinik ist mit allen modernen Filfsmitteln ausgestattet. Es stehen ihr zur Verfügung wissenschaftliche La- boratorien, Röntgenapparate, Elektrokardiograph, hydro-thera- peutische Einrichtungen, elektrische und Kohlensäurebäder, künstliche Höhensonne. Die bisherigen Direktoren der medizinischen Klinik sind: Dr. Wernher 1846, Dr. Vogel bis 1857, Dr. Seitz bis 1879, Dr. Riegel bis 1904, Dr. Moritz bis 1907, Dr. Voit. 2. Frauenklinik.(Plan Nr. 13.) Die jetzige Frauenklinik ist hervorgegangen aus der im November 1814 gegründeten Gebäranstalt, welche in einem heute noch stehenden Gebäude am Brandplatz untergebracht war. Das jetzige Gebäude wurde in den Jahren 1888/00 er- baut, da natürlich das alte Gebäude den modernen Anforde- rungen an Asepsis und technische Einrichtungen in keiner Weise zu genügen imstande war. Durch allmählich vorgenommene Verbesserungen und einen im Jahre 1005 errichteten Verlängerungsflügel ist es gelungen, Frauenklinik. den modernen Ansprüchen in der Behandlung der Kranken fort- schreitend nachzukommen. Nur die Raumverhältnisse bedürfen dringend einer Verbesserung, die Z. T. durch die für den Herbst geplante Errichtung einer Baracke für septische Kranke mit 15 Betten erreicht werden soll. Auch unter dem jetzigen Direktor der Klinik, wurde in den letzten zwei Jahren eine Reihe von Verbesserungen eingeführt, worunter namentlich die an der Südfront angebrachten Veranden und eine Reihe von thera- peutischen Neueinrichtungen erwähnt seien. Erstere ermöglichen es, der modernen Anforderung nach möglichster Freiluftbehand- lung zu genügen, letztere tragen den neuen Forderungen der Gynäkologie Rechnung. Die ganze Klinik zerfällt in eine Reihe von Abteilungen. In dem Westflügel liegt die geburtshilfliche Abteilung be- stehend aus 23 Betten für Wöchnerinnen, aseptischem Kreis- saal, je einem Entbindungszimmer für septisch Gebärende und Privatpatientinnen nebst zugehörigem Vorbereitungsraum. Ein besonders großer Raum ist ausschließlich für die Unterbringung der Neugeborenen reserviert, welche aus Gründen der Asepsis von ihren Müttern mit Ausnahme der Trinkzeiten vollständig getrennt gehalten werden und auch eigenes Pflegepersonal be- sitzen. In der zweiten Etage desselben Flügels befinden sich die —— Unterkunftsräume für gesunde Hausschwangere mit 45 Betten und ein größeres Zimmer für kranke oder der ständigen Beob- achtung bedürftige Schwangere. Außerdem sind hier unterge- bracht die Wohnräume für 15 Hebammenschülerinnen und 10 Wochenpflegeschülerinnen. Die erste Etage desselben Flügels wird eingenommen von der Operations-Abteilung mit 23 Betten, dazugehörigem asep- tischen Operationssaal und Vorbereitungs- und Sterilisierraum, einem kleinen septischen Operationssaal, einem Untersuchungs- zimmer und einem Zimmer für frisch Operierte mit 3 Betten. In dem Mittelbau sind im Parterre untergebracht: der Hör- saal mit Narkoseraum, die Ambulanz für gynäkologische Kranke nebst Warteraum, Sprech- und Wartezimmer des Direktors. In der ersten Etage liegt über dem Hörsaal ein großes Laborato- rium für histologische, serologische und bakteriologische Unter- suchungen. Im übrigen sind die erste und zweite Etage des Mittelbaues durch eine Bibliothek, Aerzte- und Schwesternwoh- nungen sowie durch einige Zimmer der Privatstation in An- spruch genommen. Der kleinere Ostflügel enthält im Parterre die konservative gynäkologische Station und zurzeit auch noch die Abteilung für septische Fälle, die in nächster Zeit in einen Barackenbau mit 15 Betten verlegt werden soll. Ein großes Krankenzimmer sowie ein Behandlungszimmer für Zwecke der in der Gynäkologie heute eine große Rolle spielenden Strahlenbehandlung(Röntgen- strahlen, Radium usw.) mußten abgetrennt werden. Wichtige Zweige der Therapie wie Diathermie, Höhensonnenbehandlung, passive Bewegungstherapie müssen vorläufig teils in den Kran- kenzimmern, teils auf abgetrennten Teilen der Korridore vor- genommen werden. Die erste und zweite Etage desselben Flügels sind durch Schwesternwohnungen und Teile der Privatstation in Anspruch genommen, die im ganzen über 7 geburtshilfliche und 18 gynä- kologische Betten verfügt. Das ärztliche Personal besteht neben dem Direktor und einem außerordentlichen Professor als Hebammenlehrer aus einem Oberarzt und 5 Assistenten. Zur Pflege der Kranken sind zwei Hebammen und 17 Schwestern unter Leitung einer Ober- schwester verfügbar. Außerdem stehen zur Verfügung eine Laborantin und zwei Röntgenassistentinnen. — 9 Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. 3. Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. (Plan Nr. 18.) Schon in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde an der Universität Gießen ein psychiatrischer Unterricht durch den universell gebildeten und interessierten Professor Franz Maria von Ritgen erteilt. Er schrieb u. a. einen Leitfaden der Dersönlichkeitskrankheiten und forderte schon damals eine medi- zinische Unterrichtseinrichtung für Psychiatrie. Es entstand da- mals der Plan, eine staatliche Irrenanstalt nach Gießen zu legen und sie für den Unterricht der jungen Mediziner an der Univer- sität zu benützen. von Ritgens Schüler Ludwig, der Reorgani- sator des hessischen Irrenwesens, der 1866 die Irrenanstalt Hep- penheim geschaffen hatte, suchte die Absichten seines Lehrers zu verwirklichen, indem er durch den von ihm begründeten Hilfsverein für Geisteskranke der Forderung einer psychiatri- schen Klinik starken Nachdruck verlieh. So kam es, daß nach den 1800 eröffneten neuen In- stituten(innere Klinik, Frauenklinik, Zentraleinrichtungen und pathologische Anatomie) zunächst die Psychiatrische Klinik gleichzeitig mit dem hygienischen Institut erbaut wurde. Die erste Skizze stammte von Ludwig, sie War jedoch durch Herrn Geh. Oberbaurat von Weltzien in einer kaum mehr er- kennbaren Weise verändert worden und es entstand für den 1805 10 7 umg di berufenen I. Direktor Professor Dr. Sommer die Aufgabe, aus den im Bau befindlichen Teilen ein zusammenhängendes Ganze zu schaffen. Nach einjähriger Arbeit an dieser Aufgabe wurde die Klinik am 26. Februar 1806 eröffnet. In endgültiger Gestalt stellt sie baulich und im Betrieb eine Verbindung von Zentralisation und Dezentralisation dar. Zu beiden Seiten des in der Mitte gelege- nen Hauptgebäudes gruppieren sich von gärtnerischen Anlagen umgeben die Pavillons für die Kranken. An der Frankfurter Straße liegt die Dienstwohnung des Direktors nebst zwei Be- amtenwohnhäusern. — 222S S 22s 2 i,, 222 Se veogs 2 S„7eenn,S „22S2n„etr,SSS — 1= 2ℳoℳƷT Lageplan der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. Das Hauptgebäude enthält die Räume für die Verwaltung, die Poliklinik, die gleichzeitig als Aufnahmezimmer dient, die Bibliothek, den Hörsaal, drei Laboratorien, ein psycholo- gisches, ein anatomisches, ein chemisches, das Arbeitszimmer des Direktors, eine Mechanikerwerkstätte, zwei Aerztewohnungen. Die Verbindungslinie der Mitte des Hauptgebäudes mit dem Küchenbau bildet die Achse der Klinik; rechts davon befinden sich die Männer-, links die Frauenpavillons, vorn zu beiden Sei- ten des Hauptgebäudes die offenen Villen(MI und 5!) für Pensionäre, zu beiden Seiten des Küchenbaues die Bauten Mll — 11 und FII, die mit Wacheinrichtung für Ruhige versehen sind, seitlich davon M III und F III für halbruhige Ueberwachungs- bedürftige, beide durch gedeckten Gang mit den Wachabteilun- gen für erregte Kranke MIV und F IV in Verbindung. In dieser engen Verbindung der Hauptwacheinrichtungen durch Gänge, die mit Betten befahren werden können, sowie in der Einrichtung besonders eingerichteter Untersuchungszimmer für beide Seiten (M und P) liegt eine für den Krankenbetrieb wichtige Zentrali- sation. Jeder der beiden letzteren Pavillons erhält noch in diesem Jahre Anbauten mit größerem Dauerbad und Waschsaal für unruhige Kranke. Nach Süden und Südosten ist das Gartengelände der Klinik von Feldern umgeben, auf denen, soweit dies bei dem wechseln- den Krankenbestande möglich, Kranke unter ständiger Aufsicht beschäftigt werden. Die Pflegegeldsätze betragen pro Tag in der I. Klasse 7 bis 10 Mark, in der II. Klasse 4 bis 5,50 Mark und in der III. Klasse 1,25 bis 2,50 Mark. In der Klinik befindet sich u. a. eine umfangreiche Samm- lung von psychologischen und psycho-physischen Apparaten und Untersuchungsmethoden, sowie ein psychiatrisches Mu- seum mit Zeichnungen, Schriftproben, Kurven usw. vom Stand- punkt der psychiatrischen Diagnostik. Außer dem Direktor, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer (Sprechstunden: Wochentags von 11—1 Uhn), sind an der Kli- nik 5 Aerzte tätig, ein Oberarzt, drei Assistenten und ein kom- mandierter Militärarzt. 4. Chirurgische Klinik.(Plan Nr. 12.) Ursprünglich diente das städtische Hospital dem chi- rurgischen klinischen Unterricht, der im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts von dem Professor der Geburtshilfe, von Ritgen, erteilt wurde. Dieses Gebäude war ein armseliges, ge- wöhnliches Wohnhaus, das nur einige Krankenbetten enthielt, aber weder ein Operationszimmer noch einen Verbandraum auf- zuweisen hatte. Erst im Jahre 1831 wurde ein eigenes Uni- versitäts-Krankenhaus errichtet, nachdem mit der Verlegung der Garnison von Gießen die Kaserne frei geworden war, deren östlicher Flügel nun zu einer Klinik umgestaltet wurde. 12 Chirurgische Klinik. Die chirurgische Klinik, die neben der medizinischen und ophthalmologischen Klinik in diesem Gebäude untergebracht war, stand zunächst noch unter der Leitung des Professors der Geburtshilfe von Ritgen; erst 1835 wurde ein besonderer Fach- vertreter, der Kreiswundarzt Dr. Wernher zu Offenbach als außerordentlicher Professor der Chirurgie berufen, der 2wei Jahre später zum ordentlichen Professor und Direktor der Klinik ernannt wurde. Die chirurgische Klinik besaß damals nur zehn Betten, sie wurde aber in den folgenden Jahren, insbesondere durch Errichtung einer Baracke erweitert. Eine wesentliche Ver- größerung erfuhr die Klinik alsdann unter Bose(1878 bis 1900), nachdem auch der westliche Flügel des Kasernengebäudes von den dort untergebrachten Instituten(Bibliothek, mineralogische Sammlung) geräumt und so ebenfalls der Klinik nutzbar ge- macht werden konnte: Die Klinik besaß damals 90 Kranken- betten und wurde 1800 auf 150 Betten gebracht, als durch Ver- legung der medizinischen Klinik in ihr neues Heim weitere Räume frei geworden waren. Die neue Klinik, die unter ihrem jetzigen Direktor, Prof. Dr. Poppert, erbaut und 1007 bezogen wurde, besteht aus einem großen Blockbau, einem Isolierpavillon und dem Pavil- lon für Privatkranke. Hierzu kommt noch der Küchenbau mit dem Maschinenhaus und der Schlosserwerkstätte. Die Baukosten des Instituts betrugen rund 1 Million Mark, das klinische Gelände umfaßt rund 23000 qm, die Zahl der Krankenbetten beträgt 220. Außer dem Direktor der Klinik sind noch 1 Oberarzt und 7 Assistenten in der Klinik tätig. Der tägliche Pflegegeldsatz beträgt zurzeit in der I. Klasse 8 bis 10,50 Mark, in der II. Klasse 5 bis 5,59 Mark und in der III. Klasse 1,75 bis 2,50 Mark. 5. Augenklinik.(Plan Nr. 11.) Die neue Augenklinik auf dem Seltersberge, Friedrichstr. 18, ist am 19. August 1907 bezogen. Der Bau wurde am 28. Mai 1904 begonnen und mit einem Kostenaufwand von 685 000 Mark ausgeführt, so daß auf das Bett 5700 Mark kommen. Seit der Begründung des ophthalmologischen Lehrstuhles im Jahre 1877 bis zum Bezug der neuen Augenklinik wurden die Augenkranken im alten akademischen Krankenhaus behandelt. 30 Jahre waren demnach vergangen, bis die Augenklinik in einem würdigen Neubau dauernde Unterkunft gefunden hat. Neben dem Hauptgebäude, in welchem sich die Lehr- und Unterrichtsräume, die Poliklinik, die Privatstation und die all- gemeine Station befinden, besteht ein Isolierhaus mit 20 Betten, die zur Aufnahme und Behandlung der ansteckenden Augen- kranken„Blennorrhoe, Diphtheritis conjunctivae, Trachom“ be- stimmt sind. Der Hauptbau und das Isolierhaus sind durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden. In der unteren Etage des Hauptbaues in dem Souterrain sind links die Heizanlage mit den Vorratsräumen für Koks und Koh- len, rechts die Küche mit den Nebenräumen und die Verwaltung der Klinik untergebracht. Im Erdgeschoß an der Vorderfront ist links das Auditorium und daran anstoßend der Spiegelkurssaal auf der einen und das bakteriologische Laboratorium und ein Mikroskopiersaal auf der anderen Seite. Auf der rechten Seite vom Eingang befindet sich die Bibliothek und die Poliklinik mit Wartezimmer und besonderen Räumen für Sehprüfungen und optische Untersuchungen. Dem Haupteingang gegenüber in der Mitte des Gebäudes ist das Direktorzimmer mit Wartezimmer, Spiegel- und Dunkelzimmer für die Untersuchungen des Direk- tors. In dem östlichen Seitenflügel links sind unten die Drivat- zimmer für männliche Kranke und in dem westlichen Flügel Prix ist l ders Saal ten vales Krar ansc jedem alls ken- und Die Salu 1soli dier dire von liche man eing tors troll 5 Augenklinik. Privatzimmer für weibliche Kranke und Kinder. Im ersten Stock ist links die Männerstation gelegen, rechts die Frauen- und Kin- derstation und in dem Mittelbau nach Süden zu der Operations- saal mit dem Desinfektionszimmer. In dem teilweise ausgebau- ten Dachgeschoß befindet sich noch ein Zimmer für Rekon- valeszenten, je ein Schwitzzimmer für männliche und weibliche Kranke, das Sideroskopzimmer, ein Röntgenzimmer und daran anschließend ein photographisches Atelier mit Oberlicht. An jeder Station befindet sich eine offene Veranda, auf die man aus einem großen Krankensaal direkt austreten kann. Die Kran— ken- und Unterrichtsräume, sowie die Korridore, Schwestern- und Aerztezimmer haben einen Fußboden mit Linoleumbelag. Die Krankenzimmer und Korridore sind bis zur Türhöhe mit Salubratapete bedeckt. Die Laboratorien, sowie die Räume des Isolierhauses haben Terraz7zoboden. Im Hauptbau befinden sich drei Haupteingänge. Die Stu-— dierenden kommen durch einen Eingang im östlichen Flügel direkt in die von dem Korridor abgeschlagene Kleiderablage und von hier mit wenigen Schritten in den Hörsaal. An dem west- lichen Flügel befindet sich der Aufgang zur Poliklinik, auf dem man direkt in das Wartezimmer eintritt und durch den Haupt- eingang im Mittelbau kommen die Privatpatienten des Direk- tors und die Besucher der Patienten, die unter ständiger Kon- trolle des neben dem Haupteingang wohnenden Pförtners 15 stehen. Der Zugang zur Küche und den Wirtschaftsräumen be- findet sich in dem Westflügel, hinter dem Anbau für den Auf- gang zur Poliklinik. Von hier aus können die Lieferanten auch in die unter der Küche gelegenen Kellerräume für die Kartoffeln gelangen, ohne daß Schmut⸗ und anderer Unrat in die Klinik geschleppt wird. Der Küche schräg gegenüber ist ein Speise- aufzug mit elektrischem Antrieb angebracht, durch den die Spei- sen in die oberen Etagen aufgezogen werden, Wo sie auf federn- den Wagen nach den Stationen transportiert werden. Die Patien- ten, soweit sie nicht bettlägerig sind, nehmen auf jeder Station in besonderen Tagesräumen ihre Mahlzeiten ein. Aus dem Souter- rain führt ferner ein Lift bis in das Dachgeschoß, der zum Transport der Kranken von und nach den Stationen und von der Station nach dem Hörsaal für bettlägerige Kranke bestimmt ist. Die Assistenzärzte haben ihre Wohnungen auf dem Südende des östlichen Seitenflügels und in dem Dachgeschoß des Mittel- baues über dem Operationssaal, dessen Fußboden einen Ton- plattenbelag wie die Küche mit ihren Nebenräumen hat und dessen Wände bis zu halber Höhe mit weißen Kacheln belegt sind. Die darüber gelegene Hälfte der Wände ist mit Oelfarbe gestrichen. Im ganzen Hause sind alle Ecken an den Wänden und Decken abgerundet. Die hohen und geräumigen Korridore sind mit Vorhängen und Jalousien versehen, um die Patienten vor Blendung durch Sonnenlicht zu schützen. An den Fenstern der Privatstation befinden sich aus dem gleichen Grunde ver- stellbare Jalousien, während die Fenster der allgemeinen Station dunkelblaue Vorhänge zur Abblendung des Lichtes haben. Die Heizung ist eine Niederdruckdampfheizung. Vier Kessel liefern Dampf von 0,3 Atmosphären Ueberdruck, der mit dieser Spannung zum Kochen und Warmwasserbereiten, auf 0,1 Atmo- sphären Druck gedrosselt, zu den Radiatoren für Raumheizung und Vorwärmekammern für die Ventilationsluft geleitet wird. Durch einen begehbaren Kanal wird das Isolierhaus mit Dampf und Warmwasser versorgt. Im Isolierhaus ist ferner an die Hei- zungsanlage im Souterrain ein Desinfektionsapparat für Wäsche und Kleidungsstücke installiert. Außerdem befindet sich im Sou- terrain des Isolierhauses eine Werkstätte. Der Hauptbau hat nur mit Ausnahme weniger Räume eine weitverbreitete Lüftungsanlage und kann in der Uebergangszeit, ehe die Dampfkessel zur Heizung in vollem Umfange in Tätig- keit kommen, durch Warmluftheizung geheizt werden. Die Luft — wird kamm. durch Für mit b räum besol welte mit undi Schw gebr. untel sich Im S für o Static Speis Klini wieg Vers haue Ist E durc fens deko Blun dene sind zWei ster mãd burs wird von außen durch gemauerte Kanäle in die Ventilations- kammern geführt, hier gereinigt, erwärmt und befeuchtet und durch vertikale Schächte in die einzelnen Krankenräume geführt. Für die Beleuchtung ist eine ausgebreitete elektrische Anlage mit besonderen Einrichtungen für die Untersuchungs- und I ehr- räume eingeführt. In den Krankenräumen ist außerdem noch eine besondere Vorrichtung zur Nachtbeleuchtung angebracht. Des weiteren besteht eine Haus-Telephon- und Klingelanlage, die mit den Schwestern- und Aerztezimmern in Verbindung steht und in dem Zimmer des Pförtners zentralisiert ist. Neben jedem Schwesternzimmer ist ein Tableau für den Sprechapparat an- gebracht. Die elektrische Zentrale für die Beleuchtung liegt unter der Haupttreppe im Souterrain und ihr gegenüber befindet sich ein Versammlungsraum für Andachten und größere Feiern. Im Souterrain ist weiterhin das Aerztekasino, das Speisezimmer für die Schwestern, deren Wohnräume auf den verschiedenen Stationen und im Dachgeschoß sich befinden, außerdem das Speisezimmer für das weibliche Dienstpersonal. Das Exterieur der mit Terranova in grauem Ton verputzten Klinik ist hauptsächlich durch roten Sandstein verziert, der vor- wiegend an dem Mittelbau und den Loggien verwendet ist. Zur Verschönerung der Architektonik ist auch an dem Mittelbau bild- hauerischer Schmuck angebracht. Auch für das Treppenhaus ist ein reicherer Schmuck vorgesehen. Das Treppenhaus wird durch ein großes buntes Fenster erleuchtet, das einem Kirchen- fenster nachgebildet ist. Die Flure sind durch Schablonierung, dekorative Ausbildung von Glasabschlüssen und Aufstellung von Blumentischen belebt. Im ganzen besitzt die Augenklinik 120 Krankenbetten, von denen 20 im Isolierhaus und 100 in dem Hauptbau untergebracht sind. Das Personal besteht aus dem Direktor, einem Oberart, zwei Assistenzärzten, einem kommandierten Militärarzt, 9 Schwe- stern, von denen eine der Küche vorsteht, 3 Wärtern, 6 Stations- mädchen, 5 Küchenmädchen, 2 Nähmädchen und 2 Haus- burschen. Zur Hilfe in dem Laboratorium ist eine ärztliche Präparato- rin angestellt. Die Verwaltung besteht aus dem Verwalter, einem Finanzaspiranten und einem Schreibgehilfen. An der Spitze der Heizungs-, Beleuchtungs- und Wasseranlagen steht ein Werk- meister mit einem Heizer. Die Gartenanlagen um die Klinik stehen unter der Aufsicht des jetzt für die Gärten fast aller Kliniken verantwortlichen Gärtners der medizinischen Klinik. Die Klinik ist von dem Vorsteher des Großherzoglichen Hochbauamts, Herrn Baurat Becker, nach den von Herrn Geh. Rat Vossius in Gemeinschaft mit Herrn Baurat Becker entwor- fenen Plänen unter Mitwirkung der technischen Referenten der Ministerialbauabteilung erbaut. Sie ist mit allem Komfort der Neuzeit für den Unterricht und für die Krankenbehandlung aus- gestattet und steht in dieser Beziehung an der Spitze aller deut- schen Universitäts-Augenkliniken. Ihr gegenwärtiger Etat be- trägt 107042 Mark. Ihre Einnahmen aus dem Pfleggeld be- zifferten sich im Jahr 1013 auf 62475 Mark. Die Krankenfrequenz ist ständig in die Höhe gegangen. Bei der Uebernahme der Direktion durch Geh. Rat Vossius im Jahre 18900 wurden 820 Patienten klinisch verpflegt und 2504 poli- klinisch behandelt. Im Jahre 1013 betrug die Zahl der stationär behandelten Patienten 1274 und die Zahl der ambulanten Kran- ken 5658. Ohrenklinik. 6. Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten. (Plan Nr. 10 a.) Die neue Universitäts-Klinik für Ohren-, Nasen- und Hals- kranke wurde in den Jahren 1912/13 erbaut und am 24. Novem- ber sich Wirt Klin eine Klin tung 33 allel dem sten der lic er tu ber 1913 in Betrieb genommen. Die Herstellungskosten beliefen sich auf 200 000 Mark. Das Areal hat eine Größe von 2825 qm. Wirtschaftlich ist die Klinik an die chirurgische Universitäts- Klinik angegliedert. Sie hat mit ihr eine gemeinsame Verwaltung, eine gemeinsame Küche und der Werkmeister der chirurgischen Klinik hat die Oberaufsicht über die Heizungs- und Beleuch- tungsanlagen usw. Die Zahl der Betten beträgt einstweilen nur 33(davon 5 für Privatpatienten), doch dürfte sich schon in allernächster Zeit die Bettenzahl auf 48— 50 erhöhen. Außer dem Direktor Prof. von Eicken sind an der Klinik zwei Assi- stenten angestellt. Die Verpflegungssätze entsprechen denen der chirurgischen Klinik. Kinderklinik. 7. Kinderklinik.(Plan Nr. 20.) Die Universitäts-Kinderklinik wurde von der„Großherzog- lichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen““ erbaut aus den Mitteln der für diesen Zweck bestimmten Stif- tungen. August 1011 wurde mit dem Bau begonnen, Oktober 1912 die Klinik eröffnet. Das Gelände der Klinik umfaßt 1874 109 Quadratmeter, von denen 308 qm bebaut sind, die Baukosten (ohne Bauplatz) betrugen 80000 Mark. Im Parterre befinden sich die Räume für die„Mutterberatungsstelle der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge“, für die„Kinder- poliklinik“, für die Verwaltung, für den Direktor und das Audi- torium. Im ersten Stock sind die Krankenzimmer mit 30 Betten und Nebenräume, im Dachstock 2 Reservekrankenzimmer mit 10 Betten, die übrigen Räume werden von den Schwestern be- wohnt. Mit der Klinik ist eine Schwesternschule zur Ausbildung von Säuglingspflegerinnen und Krankenpflegerinnen verbunden; die Schwestern gehören dem Verband der Eleonorenschwestern an, deren Mutterhaus in Darmstadt ist. Den ärztlichen Dienst „ versehen 2 Assistenten, Direktor ist Prof. Dr. Koeppe. 8. Klinik für Hautkrankheiten und Lupusheilstätte. (Plan Nr. 14a und 21.) Anläßlich der neuen Prüfungsordnung für Mediziner ist hier in Gießen im Jahre 1006 ein Lehrstuhl für Dermatologie und Syphilidologie und eine Poliklinik für Haut- und Geschlechts- krankheiten errichtet worden. Die Poliklinik war in dem Ge— bäud bis? stätte Würc kran nik! Was dert. bäude der Medizinischen Klinik untergebracht und bestand dort bis zum Mai 1013; in dieser Zeit wurde sie in die Lupusheil- stätte verlegt; dort verblieb sie bis März 1914. Im März 1914 wurde die Großh. Universitätsklinik für Haut- und Geschlechts- krankheiten eröffnet. Die Kosten für die Errichtung dieser Kli- nik belaufen sich auf ungefähr 220 000 Mark; im Küchen- und Waschküchenbetrieb ist sie der Medizinischen Klinik angeglie- dert. Sie besitzt 30 Betten; wahrscheinlich wird die Bettenzahl Lupusheilstätte. in Kürze auf 42— 45 erhöht. An der Klinik sind neben dem Di- rektor 2 Assistenzärzte und 1 Volontärarzt beschäftigt. Der Ver- pflegungssatz in der allgemeinen Klasse beträgt 3 Mark. Dem derzeitigen Direktor der Universitäts-Hautklinik unter- steht auch das Direktorium der Lup usheilstätte, welche vom Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen errichtet wWor- den ist und diesem zu eigen gehört. Die Lupusheilstätte besitzt 45 Betten. Die Kosten des Baues und der Einrichtung einschließ- lich des Geländes betragen 205000 Mark. Die Verpflegungs- kosten in der allgemeinen Klasse betragen 4 Mark. In der Lupus- heilstätte gelangen vornehmlich die modernen Lichtbehandlungs- methoden zur Anwendung. 21 II. Zentraleinrichtungen. Die Zentraleinrichtungen wurden im Zusammenhang mit dem Neubau der medizinischen und Frauenklinik in den acht- ziger Jahren angelegt. Es handelt sich dabei l. um die im Verwaltungsgebäude der medizinischen und Frauenklinik untergebrachte klinische Apo- theke, welche für sämtliche Kliniken liefert. Außerdem können dort die von den Direktoren der Kliniken für Privatpatienten verschriebenen Rezepte angefertigt werden, jedoch liegt eine Nötigung hierzu unter Ausschluß anderer Apotheken in Gießen oder auswärts keineswegs vor. 2. Für die elektrische Beleuchtung und die Heizung der medizinischen und Frauenklinik, sowie der Hautklinik, ferner des pathologischen und des hygienischen Institutes sowie der Zentralwaschanstalt sorgt eine Zischen diesen Anstalten lie- gende Zentrale. Von dieser bekommt auch die Klinik für psy- chische und nervöse Krankheiten ihr elektrisches Licht und Warmwasser. Die anderen Kliniken erhalten elektrisches Licht von der Stadt Gießen. 3. Für die Bedürfnisse der sämtlichen Kliniken ist eine staat- liche Zentralwaschanstalt vorhanden. Die Verwaltung für die Innere, Frauen- und Haut-Klinik ist gemeinsam, ebenso die für die Chirurgische und Ohrenklinik. Im übrigen hat jede Klinik ihre besondere Verwaltung. B. Sonstige medizinische Institute. 1. Anatomisches Institut.(Plan Nr. 0.) Ein besonderer Lehrstuhl für Anatomie des Menschen be- steht in Gießen erst seit dem Jahre 1801. Bis dahin wurden, dem historischen Entwickelungsgang der deutschen Hochschulen entsprechend, Anatomie und Physiologie von dem gleichen Do- zenten so vorgetragen, daß der Unterricht im Winter im wesent- lichen anatomisch, im Sommer physiologisch war. Gießen ist 22 von al diese Vertre Sätteln als An tomie De lungsg Köllik folgte und W fessor D Lehres chen, D Anato Physi Jahre teilen Besch an P ausre 2 8 Vorle mein, Vom mallg der dem nisch fesse von Linis von allen deutschen Universitäten diejenige, an welcher sich diese Form des Unterrichtes am längsten erhalten hat. Ihr letzter Vertreter war der für die damalige Zeit in der Tat noch beiden Sätteln vollkommen gerechte Conrad Eckhard, gleich vorzüglich als Anatom wie als Physiolog. Er gab im Herbst 1891 die Ana- tomie ab und behielt sich den Unterricht in Physiologie vor. Der erste Professor lediglich für Anatomie und Entwicke- lungsgeschichte wurde Robert Bonnet, damals Prosector bei Kölliker in Würzburg; er hat das jetzige Institut eingerichtet, folgte aber bereits Herbst 1895 einem Rufe nach Greifswald und wirkt jetzt in Bonn. Sein Nachfolger wurde der jetzige Inhaber der anatomi- schen Professur Hans Strahl, der seit dieser Zeit den Unter- richt gemeinsam mit dem Prosector und außerordentlichen Pro- fessor Henneberg leitet. Das anatomische Institut, Bahnhofstraße 84, ist von dem Lehrer Eckhards, von W. Th. Bischoff, später Anatom in Mün- chen, in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erbaut. Der an sich vortreffliche alte Bau beherbergte ursprünglich Anatomie, Physiologie, pathologische Anatomie und Zoologie. Physiologie und pathologische Anatomie wurden im Laufe der Jahre in besondere Institute verlegt; Anatomie und Zoologie teilen sich einstweilen noch in das Haus, freilich mit vielen Beschwerden, da die Räume bei den heutigen Anforderungen an Platz für Wissenschaft und Lehre auch nicht annähernd ausreichen. 2. Pathologisch-Anatomisches Institut.(Plan Nr. 15.) Soweit die Nachrichten reichen und eine Durchsicht der Vorlesungsverzeichnisse ergibt, sind Vorlesungen über allge— meine Pathologie und pathologische Anatomie in Gießen etwa vom Jahre 1833 an gehalten worden, und zwar von dem da- maligen Privatdozenten und Prosektor, dem späteren Ordinarius der Staatsarzneikunde Julius Wilbrand(gest. 4. 7. 94), von dem ordentlichen Professor der Chirurgie und Direktor des kli- nischen Hospitals Adolf Wernher, von dem ordentlichen Pro- fessor der inneren Medizin Julius Vogel und von 1855 an von Alexander Winther, der 1867 auf Vorschlag der medi- zinischen Fakultät zum ordentlichen Professor der allgemeinen — 23 pathologischen Anatomie, sowie der allgemeinen Pathologie und Therapie ernannt wurde und diese Professur bis zu seinem am 26. April 1871 erfolgten Tode inne hatte. Die Errichtung einer Professur für allgemeine Pathologie und für pathologische Anatomie erfolgte erst im Jahre 1872. Diese wurde Theodor Langhans übertragen; derselbe do- zierte aber nur während des Sommer-Semesters 1872 hier und siedelte schon im Herbst dieses Jahres nach Bern über, wo er seit einigen Jahren im wohlverdienten Ruhestande lebt. Sein Nachfolger wurde Karl Köster, der aber auch bereits im Herbst 1874 einem Rufe nach Bonn folgte, wo er am 2. De- zember 1904 gestorben ist. Von 1874 bis zu seinem am 15. Mai 1881 erfolgten Tode bekleidete Max Perls die Professur für pathologische Anatomie. An seine Stelle wurde Felix Mar- chand berufen, der aber auch schon im Oktober 1883 einem Ruf nach Marburg folgte; an dessen Stelle trat der jetzige In- haber der Professur Eugen Bostroem. Ein selbständiges pathologisches Institut wurde erst im Jahre 1872 errichtet und in drei kleinen Räumen des 1840 be- zogenen neuen Anatomiegebäudes untergebracht, die als Ar- beitsräume des Direktors und des Assistenten dienten, während die Vorlesungen in dem anatomischen Hörsaal abgehalten und die Sektionen in einem kleinen Nebengebäude des akademi- schen Krankenhauses und in der Entbindungsanstalt ausgeführt werden mußten. Diese Verhältnisse, die nicht einmal den aller- bescheidensten Anforderungen entsprachen, welche im Interesse des Unterrichtes und der wissenschaftlichen Arbeit an das In- stitut gestellt werden mußten, blieben bis zur Errichtung des neu erbauten, jetzigen pathologischen Institutes bestehen, das am 28. Juli 1800 mit der medizinischen Klinik und Frauenklinik eingeweiht und im Herbst desselben Jahres bezogen wurde. An dem Institut sind 2 Assistenten und 2 Diener angestellt. In dem Erdgeschoß befindet sich im westlichen Flügel die Dienerwohnung, während auf der entgegengesetzten Seite der Leichen- und Beerdigungsraum untergebracht ist. Im ersten Stock liegen der Sektionssaal und die Arbeitsräume und Labora- torien, im zweiten die Unterrichtsräume und die großen, schö- nen Sammlungsräume. Die Sammlung pathologischer Präparate wurde hauptsäch- lich durch den Ankauf des anatomischen Museums des Ge- heimrats v. Sömmering in Frankfurt a. M. im Jahre 1836 be- 24 gründ nahm sche lung vollst staml jetig Wer herge sind, her path benl Gehe müht rials der gabe tisch größ sten der kost gründet, von Adolf Wernher aber, der von 1845 bis zur Ueber- nahme der Professur für allgemeine Pathologie und pathologi- sche Anatomie durch Langhaus(1872) Direktor dieser Samm- lung war, in bewunderungswürdiger Weise vergrößert und ver- vollständigt. Während die aus dem v. Sömmeringschen Museum stammenden Präparate mit einigen wenigen Ausnahmen nach jetzigen Begriffen ziemlich wertlos waren, haben die von Adolf Wernher in vorzüglicher Weise und mit größtem Verständnis hergerichteten Präparate, die Zum Peil als Unica zu bezeichnen sind, einen großen bleibenden Wert. Es ist daher Adolf Wern her als der Gründer der jetzigen schönen und reichhaltigen pathologisch-anatomischen Sammlung zu nennen. Doch darf ne- ben ihm der frühere Direktor des St. Rochus-Hospitals zu Mainz, Geheimrat Hochgesand nicht vergessen W erden, der emsig be- müht war, durch Uebersendung seines kostbaren Sektionsmate- rials die Sammlung zu bereichern und dadurch den Unterricht in der pathologischen Anatomie wesentlich zu fördern. Die ausgezeichnete Sammlung, über die ein nach den An- gaben von Derls angelegter Zugangskatalog und ein systema- tischer Katalog Auskunft gibt, ist seitdem außerordentlich ver- größert worden, besonders durch Präparate, die nach den neue- sten Methoden der Konservierung in den natürlichen Farben der pathologischen Veränderungen hergestellt sind; sie ist ein kosthares Besitztum der Universität. 3. Physiologisches Institut.(Plan Nr. 7.) Bis zum 1. April 1801 war in Gießen die Physiologie mit der Anatomie vereinigt, und das Institut mit in der Anatomie, Bahnhofstraße 84, untergebracht. Unter Geheimrat Eckhard wurde es dann in die frühere Frauenklinik, Senckenbergstr. 15, verlegt, in der es sich jetzt noch befindet. Dieses Gebäude war bereits 1813 erbaut worden und hatte zu den verschiedensten Zwecken gedient, zuerst als Lazarett für die französischen Gefangenen. Der Hörsaal, der sich früher im Erdgeschoß be- fand, ist gegenwärtig im ersten Stock und wurde zuletzt im Herbst 19012 durch Umbau vergrößert, so daß er jetzt 125 Sitz- plätze hat. Im Erdgeschoß und im ersten und zweiten Stock befinden sich Laboratoriumsräume für physikalische und che- mische Physiologie. 25 Die Zahl der Assistenten beträgt gegenwärtig 2. Das In- stitut stand bis zum Jahre 19005 unter der Direktion von Herrn Geheimrat Eckhard, 1905— 1908 unter der Direktion von Prof. Otto Frank, seitdem in München, und seit 1908 unter Professor Garten. 4. Pharmakologisches Institut.(Plan Nr. 16.) Das Pharmakologische Institut der Universität ist im Jahre 1844 vom damaligen Vertreter der Arzneimittellehre Professor Phöbus begründet worden. Die Mittel waren sehr bescheidene. Für einige hundert Gulden wurde in dem Privathaus, in dem der Direktor wohnte, eine Etage gemietet, und eine ähnliche Summe für die Unterhaltung des Institutes ausgeworfen. Phö- bus war Direktor des Institutes bis zum Jahre 1865, Wo er pensioniert wurde. Im Jahre 1867 trat Buchheim an seine Stelle, ohne daß an den äußeren Verhältnissen des Institutes etwas geändert wurde. Als nach Buchheims Tode(1870) Gäth- gens berufen worden war, beantragte er sofort die Verlegung des Institutes in das neu errichtete Universitätsgebäude, was im Jahre 1881 geschah. Allerdings hatte der Betrieb eines solchen Institutes in der Universität mancherlei Störungen zur Folge, so daß nach dem Abgang von Gäthgens(1808) die Verlegung desselben beschlossen wurde. Unter dem neuen Direktor Gep- pert wurde es 1800 zuerst provisorisch in das dafür angekaufte Schwesternheim und dann 1911 in die frühere Veterinär-Ana- tomie verlegt, die zu diesem Zwecke umgebautwurde. Außer dem Direktor sind ein Assistent und ein Diener am Institut ange- stellt. 5. Hygienisches Institut.(Plan Nr. 17.) Angesichts der großen Errungenschaften der Hygiene, welche anknüpfen an die Namen Max von Pettenkofer und Robert Koch, waren an verschiedenen Stellen unseres deutschen Vater-— landes Institute begründet worden, die dem weiteren Ausbau dieses, für die Gesamtheit des Volkes so ersprießlichen Zwei- ges der Medizin dienen sollten. Da konnte unser Hessenland nicht zögern, auch für sich eine solche Stätte zu schaffen, wohl — 20 dazl tete tauc eine iy auf bilch Vo- Lal 188 der ml Hygienisches Institut. dazu angetan, allen auf die Förderung der Gesundheit gerich- teten Kräften eine Zentrale zu geben, immer bereit, neu auf- tauchende hygienische Probleme zu verfolgen und den Aerzten eine Beratungsstelle zu sein. Es lag nahe, diese Heimstätte der Hygiene innerhalb der Landesuniversität zu gründen, um sie auf diese Weise gleichzeitig dem Unterricht und der Weiter- bildung der Aerzte nutzbar zu machen. Auf Grund sorgfältigster Vorarbeiten durch den damaligen Vertreter des Faches an der Landesuniversität, Herrn Prof. Dr. Gaffky, erfolgte im Jahre 1888 die Gründung des hygienischen Instituts, das zunächst in den Räumen des alten Liebiglaboratoriums, jetzigen Liebig- museums untergebracht war. Diese historisch berühmten Räume erwiesen sich jedoch bald als zus klein, und die immer weiter sich ausbreitende Wissenschaft erforderte einen Neubau des In- stituts, der in den Jahren 1805— 1806 ausgeführt wurde. Im November 1806 wurde das Institut bezogen, das in seiner schmucken, auch heute noch modernen und zweckentsprechen- den Eigenart ein hoch anzuerkennendes Verdienst des genann- ten Gelehrten um die hygienische Wissenschaft und die hessi- sche Landesuniversität ist. Ein hygienisches Institut soll als solches schon durch seine Einrichtung und in seinem Betriebe ein hygienisches Vorbild 27 sein. Diese Absicht des Begründers ist in hohem Maße verwirk- licht worden. Das Verhältnis der Fenstergröße zu der Boden- fläche und dem Luftkubus der Zimmer ist ein derartiges, daß die hygienischen Hauptforderungen nach viel Licht und Luft überreichlich erfüllt sind. In seiner Längsseite annähernd von West nach Ost orientiert(fast NW SO), ist die Vorderfront nach der Straße zu gen Süden(SW) gelegen. Auf dieser Süd- seite von einem schmucken Vorgarten, auf der Nordseite von Wiesenfläche umgeben(Gesamtareal 2500 dm, Baukosten 175000 Mark), fügt sich das Gebäude sehr gut in das Prinzip der offe- nen Bauweise ein, welches das medizinische Viertel der Landes- universität so vorteilhaft charakterisiert. Mit Recht spielt in der modernen Bauhygiene die ästhetische Abwechselung, insbeson- dere die Einfügung von Grünanlagen eine große Rolle. Die Höhengliederung des Instituts geschieht in ein Souter- rain zur Aufnahme des ersten Dieners, der gleichzeitig Haus- mann ist und der zentralen Heizeinrichtungen(Gliederkessel für Niederdruckdampfheizung), ferner in das Hochparterre, das dem Unterricht und der Forschung dienen soll. In seinem mitt- leren Teile ist das Gebäude um ein weiteres Stockwerk mit einer zweizimmerigen Assistentenwohnung und Aufbewahrungs- räumen für wissenschaftliche Lehrmittel erhöht. Für den In- haber der anderen im Etat vorgesehenen Assistentenstelle ist eine Wohnung im Institut nicht vorhanden. Im Dachgeschoß des Instituts ist eine geräumige Dunkelkammer für Photo- graphische Zwecke und Lichtmessungen eingerichtet. Der Hörsaal(48 Plätze) zur Abhaltung von Vorlesungen ist auf der völlig geräuschlosen und kühleren Nordseite in der Mitte des Hochparterres gelegen, nach Osten von den Arbeits- räumen des Direktors, nach Westen von dem bakteriologischen Assistentenlaboratorium und einem Praktikantenlaboratorium flankiert. Diese nach Norden gelegenen Räume werden durch einen gemeinsamen Korridor von denen nach der Südseite ge- trennt. Von diesen sind, in Richtung von West nach Ost, zu nennen: der große bakteriologische Kurssaal, ein Aufenthalts- raum für den I. Assistenten, die Bibliothek, das chemische Labo- ratorium und zwei Sammlungsräume am östlichen Ende des Gebäudes. Zwischen Kurssaal und Assistentenaufenthalts- raum münden die Treppenaufgänge von der Straße und dem SCouterrain her. N inmit ebens zäunt das( welc Unte werd Dr. Gieß Prof ware Ehre 1010 Heic des Wenige Meter vom Pauptgebäude entfernt befindet sich inmitten des Gartens der massive Tierstall als Ziegelrohbau ebenso wie die anderen Gebäude ausgeführt und ein um- zäunter Tierauslauf. Weiter nördlich im Garten schließt sich das Gebäude des bakteriologischen Untersuchungsamtes an, in welchem die von den Aerzten des Hessenlandes eingelieferten Untersuchungsstoffe von ansteckenden Krankheiten verarbeitet werden. Der Leiter dieser Sonderanstalt ist Hern Medizinalrat Dr. Bötticher, dem gleichzeitig die Stelle eines Schularztes für Gießen und die Ausbildung der Desinfektoren übertragen ist Die vor dem jetzigen Direktor des hygienischen Instituts Prof. Dr. Schmidt(seit 1. April 1914) amtierenden Vorstände waren außer dem schon genannten Begründer Prof. Dr. Gaffky, Ehrenbürger der Stadt Gießen, noch Prof. Dr. Kossel(1904 bis 1910), 2z. Z. Direktor des hygienischen Instituts der Universität Heidelberg, und Prof. Dr. Neumann(1910 1014), jetzt Direktor des hygienischen Instituts der Universität Bonn am Rhein. Anhang. I. Veterinärmedizinische Kliniken und Institute. (Plan Nr. 19 und 22.) Mit der medizinischen Pakultät ist nach der Organisation der Universität das veterinär-medizinische Kollegium eng Ver- bunden; dementsprechend finden sich auch die betreffenden Institute(Plan Nr. 10 und 22) dicht neben den medizinischen. Es bietet sich daher einerseits bei dem Unterricht der Veterinär- mediziner vielfach gute Gelegenheit zur Benutzung der medi- zinischen Institute, andererseits hat diese räumliche und sonstige Beziehung auch für die Zwecke der Menschenheilkunde manche Vorteile, da das Studium der vergleichenden Pathologie da- durch sehr erleichtert ist. 1. Chirurgische Veterinärklinik.(Plan Nr. 22.) z. ZI. Direktor Prof. Dr. Pfeiffer. 2. Medizinische Veterinärklinik.(Plan Nr. 22.) 2. ZI. Direktor Prof. Dr. Gmeiner. 20 3. Veterinär-anatomisches Institut.(Plan Nr. 19.) z. Z. Direktor Prof. Dr. Martin. 4. Veterinär-pathologisches Institut.(Plan Nr. 19.) 2. Z. Direktor Prof. Dr. Olt. II. Naturwissenschaftliche Institute. Bei dem medizinischen Studium in Gießen kommt ferner das Vorhandensein gut eingerichteter naturwissenschaftlicher Institute nicht nur für die vorklinischen Semester, sondern in manchen Punkten auch für den Unterricht der älteren Medizin- studierenden, praktischen Aerzte und für die Interessen der medizinischen Dozenten sehr in Betracht. 1. Zoologisches Institut.(Plan Nr. 9.) 2. Z. Direktor Geh. Rat Prof. Dr. Spengel. 2. Botanisches Institut.(Plan Nr. 8.) 2. Z. Direktor Geh. Rat Prof. Dr. Hansen. 3. Physikalisches Institut.(Plan Nr. 3.) 2. Z. Direktor Prof. Dr. König. 4. Chemisches Institut.(Plan Nr. 2.) z. Z. Direktor Geh. Rat Prof. Dr. Elbs. 5. Physikalisch-chemisches Institut.(Plan Nr. 3) 2. Z. Direktor Prof. Dr. Schaum. Somit sind die medizinischen Einrichtungen der Landes- universität Gießen nicht nur, was die Hauptfächer betrifft, Son- dern auch in Bezug auf die Nebenfächer und die Seitengebiete der Medizin, nämlich Veterinärkunde und naturwissenschaftliche Fächer, für Unterricht und wissenschaftliche Forschung durch- aus geeignet und bieten besonders durch ihre räumliche An- ordnung und die relative Nähe der sonstigen Universitäts- gebäude an der Ludwigstraße, für die Medizinstudierenden und praktischen Aerzte eine außerordentlich günstige Gelegenheit, eine Gesamtbildung in diesem Fache zu erlangen. — 30— aAude —,—.=— L 5⁸ 8 dh 8˙9 3 G 5 9 9₰ 0 2 8 5 MeuPsuassiausun 0— œ 0 ◻= A She NO0ooss: 1 9 , nik 109 linr 0 paih 3 K e — 1uD ννιοας pPppsvV ugO nz2 S apxqesapASwaruf) J0p ueldoe1 uD uL upu aup]d un ,p InD u⁴αηα u⁴μινφᷣχα ⁴ ök KERRUIE-DEROCRRIER gegründet 1888 Auguſt Noll gegründet 1888 Bahnhofſtraße Nr. 51— BVFernſprecher 2082 — Drogen=, Material=, Harb⸗ U. 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