S D 85 —— e ——————— ———=— ———— 8— 9 K———— =————-——— XR e——— 4 o———— — S S e le Ae 15,9 45 7. N& ieder Feſt— Commers 4 — 6 — .— A ₰☛ A Feier der 50 jäl rene Verei eniqung. der rrit nn„Anttualt lit de Taudes- Aniuersitit.) Mittmoch, den 15. Juni 188!, in Wenzels Garten. EAAAS —“,. Aee ee 6 6 6 1 Gießen. Druck von Eduard Ottmann ——— 4 . . 4 4 1 Universitaets- i Bibliothek † 8lESSE N 5 9 nmXiü Wo zur frohen Feierſtunde Lächelnd uns die Freude winkt; Wo in lauter Tafelrunde Silbern uns der Becher klingt: *„; Da iſt der Himmel, da tönt unſer Sang, Göttin der Freude, dir fröhlichen Dank!,: Wo ſich Brüder, feſt umwunden Von der Freundſchaft Roſenband Und durch Bruderſinn verbunden, Traulich reihen Hand in Hand: *, Da iſt der Himmel, da tönt unſer Sang, Göttin der Freundſchaft, dir innigen Dauk!:: Füllt nicht Freude hier die Becher, Ueberſtrömt das Herz nicht Luſt? Schwellt nicht jedem wackern Zecher Freundſchaft hier die volle Bruſt?— : Hier iſt der Himmel; ein herzlicher Kuß, Brüder, von euch gibt mir Himmelsgenuß!:; Heil den Edeln, die vor Jahren Dieſen Freundſchaftsbund gewebt, Die des Bundes Schöpfer waren, Deren Geiſt uns heut' umſchwebt!— „; Brüder, es ſchalle, den Guten zum Dank, Laut unſer feſtlicher Jubelgeſang!:;: Laßt uns trinken, laßt uns ſchwärmen Und des ſchönen Feſt's uns freu'n! Wonne lacht aus Freundes Armen, Süßer mundet hier der Wein:— „¹j Süßer, wo Freundſchaft mit liebender Hand Feſter noch knüpfet das himmliſche Band.,: 4— Heil dem Tage, der auf's Neue Uns zur Bundesfeier ruft, Den durch ächte Brudertreue Ihr zum Wonnetage ſchuft!— *: Lange noch blüh' unſer trauter Verein, Stets noch gefeiert von fröhlichen Reih'n!:;: Alle Brüder ſollen leben, Die das——— e Band umzog! Drauf will ich den Becher heben, Drauf erſchall' ein donnernd Hoch!— :, Feierlich ſchalle mein Jubel empor, Brüder, für euch, die der Bund ſich erkor!:;: Stoßt an! Gießen ſoll leben! Hurrah hoch! „ Die Philiſter ſind uns gewogen meiſt, Sie ahnen im Burſchen, was Freiheit heißt. Frei iſt der Burſch, frei iſt der Burſch!:,: Stoßt an! Vaterland lebe! Hurrah hoch! :, Seid der Väter heiligem Brauche treu, Doch denkt der Nachwelt auch dabei. Frei iſt der Burſch!:,: Stoßt an! Landesfürſt lebe! Hurrah hoch! Er verſprach zu ſchützen das alte Recht, Drum wollen wir ihn auch lieben recht. Frei iſt der Burſch!:,: Stoßt an! Frauenlieb' lebe! Hurrah hoch! „ Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt, Der hält auch Freiheit und Freund nicht werth. Frei iſt der Burſch!:;: Stoßt an! Män nerkraft lebe! Hurrah hoch! „ Wer nicht ſingen, nicht trinken und lieben kann, Den ſieht der Burſch voll Mitleid an. Frei iſt der Burſch!:;: — —— — — — — — Stoßt an! Freies Wort lebe! Hurrah hoch! : Wer die Wahrheit. kennet und ſaget ſie nicht, Der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht. Frei iſt der Burſch! Stoßt an! K ühn ne That lebe! Hurrah hoch! „ Wer die Folgen ängſtlich zuvor erwägt, Der beugt ſich, wo die Gewalt ſich regt. Frei iſt der Burſch!:,: Stoßt an! Burſchenwohl lebe! Hurrah hoch! *; Bis die Welt vergeht am jüngſten Tag, Seid treu, ihr Burſchen, und ſinget uns nach: „Frei iſt der Burſch!“:, III. An den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rathe dir gut; Da geht dir das Leben zu lieblich ein, Da blüht dir zu freudig der Muth! Siehſt die Mädchen ſo frank und die Männer ſo frei, Als wär' es ein adlig Geſchlecht; Gleich biſt du mit glühender Seele dabei. So dünkt es dich billig und recht. Und zu Schiffe, wie grüf ßen die Burgen ſo ſchön Und die Stadt mit dem ew'gen Dom! In den Bergen, wie klimmſt du zu ſchwindelnden Höh'n Und blickeſt hinab in den Strom! Und im Strome, da tauchet die Nix' aus dem Grund, Und haſt du ihr Lächeln geſeh n, Und ſang dir die Lurlei mit bleichem Mund, Mein Sohn! ſo iſt es geſcheh'n. Dich bezaubert der Laut, dich bethört der Schein, Futzücfen faßt dich und Graus. Nun ſingſt du nur immer: Am Rhein, am Rhein, Und kehrſt nicht wieder nach Haus. — 6— IV. Vom hoh'n Olymp herab ward uns die Freude, Ward uns der Jugendtraum beſcheert; Drum, traute Brüder, trotzt dem blaſſen Neide, Der unſre Jugendfreuden ſtört! Feierlich ſchalle der Jubelgeſang Schwärmender Brüder bei’m Becherklang! Ja, feierlich ſchalle der Jubelgeſang Schwärmender Brüder bei'm Becherklang! Verſenkt in's Meer der jugendlichen Wonne, Lacht uns der Freuden hohe Zahl, Bis einſt am ſpäten Abend uns die Sonne Nicht mehr entzückt mit ihrem Strahl. Feierlich ꝛc. So lang' es Gott gefällt, ihr lieben Brüder! Woll'n wir uns dieſes Lebens freu'n, Und fällt der Vorhang einſtens uns hernieder, Vergnügt uns zu den Vätern reih'n. Feierlich ꝛc. Herr Bruder, trink' auf's Wohlſein deiner Schönen, Die deiner Jugend Traum belebt! Laß ihr, zu Ehr'n ein flottes Hoch ertönen, daß ihr' 3. udch jede Nerve bebt! Ialerlich: V. alte Burſchenherrlichkeit, 8 abiſt du verſchwunden? Nie ehrſ du wieder, gold'ne Zeit, So frel. do ungebundein Vergevens ſpähe ich umher, Ich finde deine Spur nicht mehr. O jerum, jarum, jerum! Qualis mutatio rerum! — —y— Den Burſchenhüll bder Srar⸗, Es ſank der Flaus in Trümmer, Der Schläger ward des Roſtes Ralb, Erblichen iſt ſein Schimmer, Verklungen der Commers⸗Geſan, Verhallt Rappier⸗ und Sporenlang. O jerum, jarum etc. Wo ſind ſie, die vom britey Stein Nicht wankten und nicht mchei, Die ohne Moos bei Schen und Wein Den Herrn der Erde glicen? Sie zogen mit geſenktem Biick In das Philiſterland zurük. O jerum, jarum etc. Da ſchreibt mit finſtem Amtsgeſicht Der Eine Relationen, Der And're ſeufzt bei'n Unterricht, Und der macht Recenſiolen; Der ſchilt die ſünd'ge Seele aus, Und der flickt ihr verfal'nes Haus. O jerum, jarum etc. Allein das rechte Burſchenherz Kann nimmermehrertalten; Im Ernſte wird, vie hier im Scherz, Der rechte Sinn ſets walten; Die alte Schale nur iſt fern, Geblieben iſt uns doch der Kern, Und den laßt feſt uns halten! O jerum, jarum etc. Drum, Freunde, reichet euch die Hald, Damit es ſich erneue Der alten Freundſchaft heil'ges Band Das alte Band der Treue. S Klingt an und hebt die Gläſer hoch, Die alten Burſchen leben noch, Noch lebt die alte Treue!—— O jerum, jarum etc. 11. Und wenn ſich der Schwarm verlaufen hat Um nitprnächtige Stunde, Dann finet unter den Edleren ſtatt Eine nürdge Tafelrunde, ¹z Es ſid, rhaben ob Raum und Zeit, Die Ritter vm der Gemüthlichkeit.: Und wie des Zapfen vom Faſſe ſpringt, So ſpringt rer Deckel vom Herzen, Und was ſich drinnen bewegt, das klingt In luſtigen Liddem und Scherzen. Es ſind dem fraien Worte geweiht Die Ritter von der Gemüthlichkeit.; Wenn Einem rocken die Kehle ward Und er durſtig leozt nach dem Naſſen, So iſt es dieſer Hitter Art, Daß ſie ihn nicht ſterben laſſen. „ Es ſind dem Vohle der Menſchen geweiht Die Ritter von de. Gemüthlichkeit.,: Und wenn ſich eliche Thoren gar In traurigem Irrtham bekannten Zu jener beklagenswerhen Schaar, Der Secte der Flagellaiten— * Denen ſetzen zurecht den Kopf bei Zeit Die Ritter von der Genüthlichkeit.,: Drum lebe hoch das freie Wort, Daß riſch von den Lippen es rinne! Drun lebe, wem nicht die Kehle verdorrt, Und wer nicht verachtet die Minne! t, Drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, De Ritter von der Gemüthlichkeit!:: 37 D/.N Colour& Grey Sormior⸗ Chart 3 D— — ” Gießen. Blue Cyan Green vellow Hed Magenta White Grey 1 Grey 2 SGrey 3— Grey 4— Black I S— 9 6 der f r- Zulut 5 A 1 Tandrs-Auiuersität, 6 Mittwoch, den 15. Juni 188l, 3 4 V in Wenzels Garlen.+₰ AIEEINHNHNNAUANNNNNNNNſſ 1881. V Druck von Eduard Ottmann.„— AeAAA A