Whod 0 N M- 1 A 56500 80121 I 10 960 223 8uCH-=NR. 10. 960.223 — 94 44 Sonderabdruck aus der Deutschen medizinischen Wochenschrift“ Redakteur: Prof. Dr. J. Schwalbe. 1907. Qά Verlag von GEORG THIEME in Leipzig. Verlag von GEORG THIEME in LEIPZIG. Therapeutische Technik für die ärztliche Praxis. Ein Handbuch für Arzte und Studierende. Herausgegeben von Prof. Dr. Julius Schwalbe. INHALT: l. Technik der Massage. VI. Technik der Behandlung einzelner ll. Technik der Gymnastik. Organe. n. Teonnk der mechanischen Ortno.„ LS uTe., hOf,. Evenshuda. München. pädie 2n. Hoe diſ hn⸗eaiadndeh eehi⸗ f i achen, Ke opf, Trachea, Bron- Geh. Rat prof. A. ffoffa, Berlin. chien. Pfof. E. B. Friedrich, Kiel. 4. W. Technik der Hydro- und Thermo- pleura, Lunge. Prof. G. Ho. Sepn tnerapie. Gen. Rat Prof. O. Vierordt, ki— 26 G. 0, SM⸗, Heidelberg Kiel 5. Heron of7. Se be, Berlin. 1.:. 3.Speisenröhre, Magen, arm(inne- V. Tehoig SeRad wineraliezwerazate re Benandlung). Prof. Ad. Schmidt, Dresden. 4.2 2⁰„, 4 7. Darm(Chirurgie), Abdomen. Geh. institut für Lichtbenandlung, Berlin. Rat l7 Czerny, Exz, Heidelberg. 8. Harn- VI. Technik der arzneibereitung und organe, männliche Genitalorgane. beardeen zang Anzand;7e and Lcrferjelnen der Ra eaies eac . dA.. 3 nitalorgane. Geh. Rat Prof. H. Fritsch- VII. Ausgewählte Kapitel aus der allge- Bonn. 10Nervensystem. Geh. Rat Prof. meinen chirurgischen Technik. Prof. A. v. Strümpell und Priv.-Doz. E. Müller, O. Hildebrand und Oberarzt Dr. Breslau. Bosse, Berlin. Sachregister. Brosch. M. 20,—, Halbfrz. geb. M. 23,—. Neul! Lehrbuch Neul! allgemeinen Pathologie und allgemeinen pathologischen Anatomie von Dr. R. Oestreicli, privatdozent und Prosektor des Königin Augusta-Hospitals in Berlin. — Mit 44 Abbildungen und 11 Tafeln in Dreifarbendruck. M. 13.—, geb. M. 14.20. Vorlesungen über Wirkung und Anwendung der Unorganischen Arzneistoffe für Arzte und Studierende Vom Dr. Hugo Schulz, 8 ord. Professor und Geheimer Medizinalrat, Direktor des Pharmakologischen Instituts der Universität Greifswald. M. 8.—, geb. M. 9.—. Zur Von einzelner München. 1.3. Nase, a, Bron- Se pe-Seyler, be erli arm(inne- tt, Dresden. nen. Geh. 8. Harn- llorgane. iche Ge⸗ H. Fritsch- h. Rat Prof. E. AHülle. ald. Sonderabdruch aus der Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ 1907, No. 31. Redakteur: Prof. Dr. Jul. Schwalbe. Zur Geschichte der medizinischen Fakultät der Universität Gießen. Von Prof. Dr. Sommer und Priv.-Doz. Dr. Dannemann in Gießen. Die Gründung der Universität Gießen im Jahre 1607 ist ein Resultat bestimmter kulturgeschichtlicher Verhältnisse, mag sie auch zunächst bei oberflächlicher chronologischer Betrachtung der Vor- gänge nur als die Folgeerscheinung einer teilweise aus konfessio- nellen Differenzen herzuleitenden Uneinigkeit der Erben des kinder- 10s 1604 zu Marburg gestorbenen Landgrafen Ludwig von Hessen anzusehen sein. Ludwig V. zu Darmstadt und Moritz zu Kassel, die Neffen dieses Sohnes Philipps des Großmütigen, waren von ihm im Destamente zu gleichen Teilen bedacht, jedoch mit der Be- stimmung, daß keine Aenderung in Religionsangelegenheiten in Kirchen und Schulen getroffen werden solle. Moritz war mit dem Erbe zufrieden, wohingegen Ludwig, dem zwei jüngere Brüder zur Seite standen, nur mit Widerstreben sich in die Sachlage fand. Hatte er doch für Darmstadt auf drei Viertel des Erbes gehofft und erwartet, daß der allein, ohne Geschwister dastehende Vetter nur eines erhalten werde. Dieser hatte jedoch die Hälfte be- kommen und dazu noch die Landesuniversität des hessischen Ge- bietes, auf die Ludwig eher Ansprüche zu besitzen glaubte. Be- strebt, seine Territorien zu erweitern und eine Machtstellung im Reiche zu gewinnen, lag ihm doppelt am Besitz einer Universität, ja, die Gewinnung einer solchen mußte ihm sogar als eine politische Notwendigkeit erscheinen. Grollend sah er seine Pläne gefährdet und appellierte an ein„Austragsgericht“, das jedoch im November 1604 Marburg Moritz zusprach, beiden hessischen Linien dagegen die Verwaltung der Hochschule übertragen wissen wollte. Lag einerseits in dieser Entscheidung eine große Gefahr, die den Konflikt jederzeit beim Auftauchen irgendwelcher Zwistigkeiten heraufbeschwören konnte, so mußte sie anderseits doch den Plänen 3 profes Ludwigs, seinen Landen eine Universität zu gewinnen, sehr will- nische kommen sein. Denn es war damit dem lutherischen Landgrafen tracht die Gelegenheit geboten, sich zum Förderer einer Opposition auf- dabei zuwerfen, welche sich in Bälde zu Marburg gegen die stets intensivere nahe calvinistische Beeinflussung der Universität seitens Moritz bildete. Zusanm Wohl davon unterrichtet, daß man in Darmstädtischen Landen auf ausget die Gewinnung einer eigenen, den Standpunkt strengen Luthertums des F. verfechtenden Hochschule sehr bedacht sei, sah der Fürst sich so- deutli- mit in der günstigsten Lage bezüglich der Durchführung seines tesian Verlangens, durfte er doch bei den Seinen auf eine Zustimmung tesiu rechnen. In kluger Benützung der Sachlage bot er also mehreren B durch Moritz mit der Entlassung bedrohten Marburger Theologen der 6 (Winkelmann, Leuchter, Mentzer, Dietrich) Unterkunft in seinen einen Landen. Doch hatten diese sich schon einige Tage früher in richte Gießen eingestellt, nachdem es in Marburg zu heftigen Tumulten der Li gekommen war. Die Bürgerschaft und ein großer Teil der Studenten tät ne hatten für das Luthertum Partei ergriffen, Moritz selbst mußte mit sich. Waffengewalt Ruhe schaffen, und die genannten Professoren der nachd von so unerquicklichen Händeln umtobten Hochschule zogen es mit d vor, sich nach Gießen in Sicherheit zu bringen, ehe man sie viel- zu ger leicht zu Märtyrern ihrer Sache machen konnte. Halle. So war man in Hessen-Darmstadt mehr und mehr in eine war n Position gedrängt, die nach Entscheidung verlangte. Ludwig traf berief sie im Sinne der Trennung von Marburg und überließ die 1öl; Organisation der Neugründung dem rührigen Mentzer, nachdem und z man noch kurze Zeit geschwankt hatte, ob Gießen der geeignete kaum Platz sei, oder ob ein anderer gewählt werden solle. Lange Mühen schon mußte Ludwig erst noch durchkämpfen, galt es doch, im beständigen p Kampf gegen Kasseler Intriguen am kaiserlichen Hofe des grüble- Aufen rischen Rudolf zu Prag so weit zu gelangen, daß der neuen Schule eigent Privilegien erteilt wurden bezüglich vieler Einzelheiten, speziell nen der Berechtigung zu Promotionen, ohne welche eine Hochschule daren nicht lebensfähig gewesen wäre. Aber das Ziel wurde erreicht, und dae im Mai 1607 konnte Ludwigs tüchtiger Rat Strupp von Geln- I hausen seinem Herrn die Gründungsurkunde überreichen. lne e Theologie und Jurisprudenz waren zunächst allein an der vorerst äbar „Gymnasium“ genannten Neugründung vertreten, bald kamen zwei— 8 Philologen hinzu, Fink und Helwicus aus Sprendlingen, damals van ein Mann von erst 24 Jahren, aber in seiner Zeit hochgeschätzter Hae Orientalist, der bereits 1617 durch Tod abging. doles Will man den Anfängen der medizinischen Fakultät in i Gießen nachgehen, so fragt es sich, wie sich die strengen Luthe- ulre raner jener Zeit zu den Anfängen naturwissenschaftlicher Betrach- 4 Si tung gestellt haben, die damals im Beginn des 17. Jahrhunderts in lerg der Zeit vor Cartesius trotz des im allgemeinen noch überwiegen- der P den Einflusses der Scholastik doch schon deutlich vorhanden waren. ctu⸗ Betrachtet man die außerordentlichen Wirkungen, welche die und G mechanische Gehirnphysiologie Descartes auf die Biologie im all- lutet gemeinen und die Medizin im besonderen überall gehabt hat, so ist ein Einfluß derselben auch auf die damaligen Gießener medizinischen — ar will. dgrafen on auf- nsivere bildete. den auf nertums sich so- seines mmung ehreren eologen seinen iher in amulten adenten Bte mit een der gen es ie viel- in eine fiig traf jeß die achdem beignete Mühen andigen grüble- Schule speziell Eschule cht, und a Geln- vorerst en zwei damals chätzter ultät in Luthe- getrach- derts in wiegen- 2 warell. lche die im all- t, 80 jst inischen Professoren sehr wahrscheinlich. Das Wesentliche der cartesia- nischen Auffassung besteht in der ausgeprägt mechanischen Be- trachtungsweise, durch welche die Medizin, als deren Grundlage dabei die Anatomie gilt, mit der Physik und Mathematik in nahe Beziehungen tritt. Es ist sehr charakteristisch für diesen Zusammenhang, daß wir in Gießen, wie noch weiter im einzelnen ausgeführt werden wird, mehrfach Mediziner zugleich als Lehrer des Faches der Mathematik und Physik finden. Und zwar tritt dies deutliche Zeichen für die geschichtliche Entwicklung der als car- tesianisch bezeichneten Naturbetrachtung zum Teil schon vor Car- tesius zutage. Betrachten wir von diesem Standpunkte aus die Einzelheiten der Gießener Universitätsgeschichte. Das Bestreben Ludwigs V., einen tüchtigen Mediziner für seine Neugründung zu gewinnen, richtete sich zunächst auf den Marburger Professor Ellenberger, der Lutheraner war. Dieser kam sogar zur Einweihung der Universi- tät nach Gießen herüber und lud dadurch Moritzens Ingnade auf sich. Er trat schließlich doch noch in Darmstädtische Dienste, nachdem er in Marburg um seine Entlassung eingekommen war mit der Begründung des Fehlens eines anatomischen Theaters und zu geringer Besoldung, wurde Stadtarzt in Friedberg und später in Halle. Indessen als erster Lehrer der Medizin in Gießen zu wirken, war nicht ihm beschieden. Durch Vermittlung der Tübinger Fakultät berief man vielmehr den Johann Münster von Heilbronn, der, 1571 geboren, in Tübingen, Linz und Basel seine Studien absolvierte und zunächst Arzt in Heilbronn und Wimpfen gewesen war. Allein kaum war er einen Monat in seiner neuen Stellung, so raffte ihn schon die Pest hinweg, und seiner Ehefrau erging es ebenso. Von einer Lehrtätigkeit in dem einen Monat seines Gießener Aufenthaltes kann wohl kaum geredet werden, und so war denn eigentlich der erste Lehrer der Medizin an unserer Alma mater der aus Friedberg berufene Josef Lautenbach, ein Elsässer, 1569 ge- boren, der seine Ausbildung in Helmstädt und Straßburg erhalten hatte und der Universität bis 1614 erhalten blieb. Er erlebte somit die schwere Pestzeit von 1613, in der fast alle Studenten und Pro- fessoren aus der Stadt flüchteten. Seit 1609 hatte er einen Fakultätskollegen in dem aus Torgau stammenden, zehn Jahre jüngeren Gregor Horst, der nach Ab- solvierung seiner Studien in Helmstädt, Wittenberg und Basel schon Professor in Wittenberg gewesen war, dann als Arzt in Salzwedel gewirkt hatte und später schon vor dem vorläufigen Schluß der Universität im Jahre 1622 nach Ulm ging, um dort als Arzt zu leben. Es sind zwei Kupferstiche von ihm erhalten, die ihn als kleinen, energisch dreinschauenden Mann zeigen. Er war auch die Seele der Fakultät, die anderen hingen nach Winkelmann„ab ipsius nutu“ ab. Auf einem der Bilder trägt er einen Stoßdegen, Schädel und Globus liegen neben ihm auf dem Tische, und die Umschrift lautet: Horstius, in medica quondam celeberrimus arte, hac facie mundo conspiciendus adest. 3 Das andere rühmt ihn mit den Worten: Horstius hac facie, rari candoris imago. Omnibus hoc aevo conspiciendus adest. Ingenii dotes faciunt, ut post sua perpes et sophus et medicus vivere fata queat- Dr war gleichzeitig Leibarzt des Landgrafen Ludwig und mul ein sehr fleißiger Mann gewesen sein, denn die Zahl seiner hinter- lassenen Arbeiten ist erheblich. Unter anderem hat er zwei Serien„observationes medicales“ geschrieben, und zahlreiche Disser- tationen sind von ihm inspiriert worden. Man rühmte ihn als den „deutschen Aesculap“. Ein drittes Mitglied der Fakultät war Michael Döring aus Breslau, der 1609 von Wittenberg übersiedelte und sich durch eine Rede einführte, in der er allerhand neue Dinge über das Leben und den Charakter des Paracelsus brachte. Allein er blieb nicht lange,„amoris patriae dulcedine captus“ kehrte er nach Breslau heim und zog es vor, Leibarzt eines Fürsten Lichtenstein zu werden. Sein Nachfolger wurde der schon seit drei Jahren in Gießen als Konservator des botanischen Gartens für 50 Joachimici(Joachimsthaler) wirkende Ludwig Jungermann aus Leipzig, der ein eifriger Botaniker war und den seit 1609 ange- legten Garten verwaltete. Er hatte einen angesehenen Namen in Deutschland. 1617 richtete er ein laboratorium chemicum ein. Später ging er nach Altorf und starb dort im hohen Alter von 81 Jahren erst nach dem großen Kriege. Als Nachfolger Lauten- bachs kam weiter 1616 Samuel Stephani aus Württemberg, empfohlen vom Kanzler der Universität, Pübingen, an dem der Landgraf aber einen Miterfolg erlebte, denn er beteiligte sich an einer religiösen Sektiererbewegung und wurde zusammen mit dem Theologen Nebelkrä durch eine Art Disziplinarverfahren entfernt. Im übrigen müssen aber die Herren Mediziner ruhige, friedsame Herren gewesen sein, denn während sonst über die Disputiersucht der Professoren geklagt wird, hörte man die medizinische Fakultät rühmen ob ihrer Friedfertigkeit. Horst war 1612 und 1616 Rektor, Lautenbach 1608, Junger- mann 1624, und im Dekanat wechselte man, wie in unseren Tagen, regelmäßig im bestimmten TPurnus ab. Gerade die Reihenfolge der medizinischen Dekane zwischen 1609 und 1624 hat sich genau fest- stellen lassen.. dos verdient noch der Erwähnung, daß der Fakultät auch ein Apotheker unterstellt war, während vor 1607 die Stadt ihre Heil- mittel aus Wetzlar und Marburg hatte holen müssen. Er war eid- lich von der Pakultät verpflichtet, die Rezepte der Professoren aus- zuführen, mußte auch auf Wunsch die darnach verlangenden Stu- denten in ihrer Herstellung unterrichten. Schon damals trug die noch jetzt bestehende Universitätsapotheke den Namen„zum Engel“, „sub insigni angeli“. Später mußte ihr Inhaber auch die Eintritts- karten für die ab und zu stattfindenden Sektionen verkaufen. Zur Frage der Rekrutierung der Mitglieder der medizinischen Falkultät sei noch darauf hingewiesen, daß man außer Landeskindern 5 in jener ersten Zeit der Universität speziell Württemberger und- Sachsen(1618 kam noch Müller von Torgau hinzu, ein Halbbruder Horsts) heranzog. Es bestand eine Neigung in Darmstadt, sich an die Tübinger Fakultät zu wenden, und mit Sachsen war man so- wohl konfessionell alliiert, als auch durch Dankespflichten verbunden. ——— d maß Hatte doch dieses Land die Bemühungen Ludwigs V. um Erlangung hinter- der Universitätsprivilegien in Prag eifrigst unterstützt. r zwei Alles in allem kann man sagen, daß die neue Hochschule für Disser- ihre Zeit eine anerkannte medizinische Vertretung hatte und Mar- als den burg darin übertraf. Zeitgenossen rühmen die Zugkraft gerade der 1 Mediziner in den ersten Jahren nach der Eröffnung der Hochschule. ng aus Was gelehrt wurde, war allerdings in erster Linie noch humanistisch ch eine aufgefrischte Scholastik, Hippocrates und Galen sind noch die be- Leben wunderten Vorbilder. Doch finden wir auch schon in jener vor- cartesianischen Zeit erfreuliche Anfänge der naturwissenschaft- captus“ lichen Beobachtung; Botanik und Physik erregten das Inter- Fürsten esse in stets zunehmendem Maße. Horst trieb mit Eifer Anatomié, eit drei er sezierte als besonderes Schaustück für die Mediziner 1614 eine für 50 weibliche Leiche, darnach eine trächtige Hirschkuh und ließ 1617 nn aus die Sektion eines männlichen Körpers folgen. Nach seinen Schriften 9 ange- hat er auch pathologische Anatomie getrieben. So berichtet er im men in Buche IV seiner Observationes über die von ihm angestellte Ob- m ein. 1 duktion eines an einem Leberscirrhus(jecur scirrhosum) gestorbenen ter von Scorbutkranken. Pharmazeutische Darlegungen, Abhandlungen über auten- Frauenkrankheiten, Lepra, Trichiasis, Infektionskrankheiten etc. emberg, füllen in buntem Durcheinander seine Schriften. Gegen die Lues em der gallica, die er in zahlreichen Fällen genauer beschreibt, gab er te sich übrigens schon Quecksilber(mercurius dulcificatus). Ein genaueres zen mit Eingehen auf seine interessanten Krankengeschichten und Briefe erfahren an fremde Aerzte(oft behandeln sie uns recht seltsam anmutende rühige, 1 Themata, z. B.„de cujusdam puellae singulari foetore“) müssen wir at über uns leider an dieser Stelle versagen. Es sei nur noch einiger unter man die 3 ihm verfaßter Dissertationen gedacht. Ein gewisser Bilitzer dis- putiert da über„paralysis“, ein Joachim Köppen aus Magdeburg unger- 1 über Epilepsie. Eine ganze Reihe seiner Schüler läßt er„de diffe- Tagen. rentiis et causis morborum promovieren. Einer davon ist aus Speier, olge der 4 ein anderer aus Torgau, einer aus Hamburg, ein vierter aus Leipzig, 5 fest⸗ andere sind aus der Mark, aus Franken, aus Holstein, ein Beweis, 2 daß die Hochschule keineswegs allein von lokaler Be- h ein deutung war, sondern weither Zuzug hatte. Daß die Fa- — IL kultät für ihre Schutzbefohlenen väterlich besorgt war, ist aus der nre Hen originellen Schrift Horsts„de tuenda sanitate studiosorum“ val Cu0 zu entnehmen. Seine Fürsorge geht darin sogar so weit, daß er die ren— studierenden Jünger Kesculaps vor dem Genuß von Austern warnt: den Sbu-„quas luxus et appetitus Magnatum in Germaniam introduxit. Vi sua trus di⸗ falsa appetitum stimulant eademque de causa venerem excitare Engel. dicuntur, sed minus nutriunt, difficulter coquuntur et ventriculum Eintritts- pituitosis humoribus replent“. Er gibt ihnen auch Mittel an, wie en. sie ihr dünngewordenes Haupthaar restaurieren können! ginischen Nach Horsts literarischer Hinterlassenschaft zu urteilen, war Skindern 4 . 6 er der Angelpunkt der Fakultät. Sein Fortgang nach Ulm hätte sicher Gießen geschädigt, wenn nun nicht mit einem Male die Geschicke der jungen alma mater eine ganz neue Wendung ge- nommen hätten. Der 22. März 1623 rächte Ludwig an Moritz für alle in der Erbsache erlittene Unbill und gab ihm an der so heiß umfochtenen Marburger Hochschule die erstrebten Rechte. Ferdinand II. ent- schied, daß Hessen-Darmstadt ebenfalls Hoheitsrechte an Marburg habe, und damit ergab sich für Ludwig V. die Konsequenz, seine Gründung zu schließen, denn dazu hatte er sich in einem 1607 ge- gebenen Revers verpflichtet für den Fall, daß seine Anrechte auf Marburg anerkannt werden würden. Gießen war somit, fürs erste der Universität wieder ledig. Am 24. Mai 1625 bestätigte Ludwig in feierlichem Akt auf dem Marburger Schloß die der Universität vor Gießens Entstehung gehörigen Schenkungen und Einkünfte aus Darmstädtischen Landen und setzte auch seine Gießener Professoren in die zum Teil früher von ihnen schon versehenen Professuren wieder ein. Mediziner werden an der neugestalteten Universität Kempf, der in Gießen 1619 promoviert hatte, für Medizin und Botanik, und der schon genannte Müller von Torgau, der neben- bei auch Mathematik trieb. Er hielt eine Antrittsrede über „Die nützliche und angenehme Verbindung von Medizin und Mathe- matik“. Allerdings scheint er letztere mehr geschätzt zu haben, denn er wurde später Leiter des Geschützwesens in der von Hessen- Darmstadt nach Meißen zur Hilfeleistung gesandten Armee und starb am Petechialfieber vor Torgau 1637. Sein Kollege Kempf dagegen wurde von einem Watzenborner Bauern(a rustico quodam nefando Watzenbornensi) im eigenen Hause 1635 die Treppe hinab- geworfen und fand so seinen Tod. Ueber das Warum liegen keine Nachrichten vor. Es finde Erwähnung als Beweis, daß auch da- mals die Aerzte offenbar schon undankbare Patienten hatten, mit denen gerechnet sein wollte. Von weiteren Professoren der Medizin während des Marburger Interims unserer Universität sei genannt Johann Peter Lotichius, Verfasser von sechs Büchern, Beobachtungen und Ratschlägen, der 1639 in Marburg Anstellung fand, 41 Jahre alt, nachdem er schon als Arzt in Hadamar, Frankfurt und Hanau gewirkt, auch schon als Lehrer der Physik an letzterem Orte seinen Unterhalt erworben hatte. 1642 übersiedelte er nach Herborn, zwei Jahre später begegnen wir ihm als Arzt in Butzbach, 1645 findet er end- lich einen ruhigen Hafen in Frankfurt, wo er noch bis 1669 als kaiserlicher Rat lebte. Sodann erschien 1639 in Marburg Johann Daniel Horst, Gregors Sohn, von Tübingen kommend, als Nachfolger des mit 81 Jahren gestorbenen Braun, und kurz vor ihm Tileman von Wertheim, ein Freund der Astronomie und Herausgeber der Apho- rismen des Hippokrates. Die Zeit der Wiedervereinigung Gießens mit Marburg ist trübe, an Not und Jammer überreich. Die Schrecknisse des 30 jährigen Krieges blieben der hohen Schule nicht erspart, ver- Soren Suren ersität n und leben- über lathe- naben, essen- e und empf 1odam ninab- keine h da- a mit durger ehius, n, der 2m er auch eerhalt, Jahre T end- 669 als lorst. es mit n von Apho- Ig ist e des t, ver- heerende Seuchen taten ein übriges, um mehr wie einmal ihre ganze Existenz in Frage zu stellen. Schon 1625 herrschte die Pest in Marburg, 1629 die Dysenterie, im August 1633 flüchtete alles nach Kirchhain, Grünberg und auch wieder nach Gießen zurück, wo sogar zeitweilig ein glänzendes Interim bestanden zu haben scheint. 1636 kamen die Schweden und hausten wie in Feindesland, 1639 französisch-weimarische Völker, 1645 abermals Schweden unter Königsmark, und im Herbst 1645 brach auch noch dazu Fehde zwischen Kassel und Darmstadt aus, die dann zur Wiederherstellung der Universität Gießen im Jahre 1650 führte. Man hatte auf Kasseler Seite niemals die Niederlage verschmerzt, welche Darm- stadt 1623 bewirkt hatte. Nun suchte die Landgräfin Amalie Elisa- beth Georg den II., Ludwigs Nachfolger, es heimzuzahlen. Die Stadt. Marburg fiel in die Hände ihrer Truppen, wenig später auch das Schloß. Aber standhaft weigerte sich diesmal die Hochschule, gegen Darmstadt Felonie zu begehen und der Landgräfin zu hul- digen, trotz schwerer Bedrängnis und äußerster Not. Inzwischen tagte man in Osnabrück und Münster über Friedensverhandlungen, und auch die hessischen Gesandten erfuhren Einwirkung im Sinne eines endgültigen Vergleiches. Nochmals aber mußte Marburg eine Be- lagerung und Plünderung durch die Kaiserlichen erfahren, die der Stadt fast den Rest gaben. Dann endlich brachen hellere Zeiten an, und nach kurzem Hin und Her über die Frage, ob Marburg weiter von beiden Hessen gemeinsam verwaltet werden oder Prennung erfolgen solle(wobei auch wieder konfessionelle Gesichtspunkte eine große Rolle spielten), entschied man sich im Februar 1650 endlich für die Separation. Einen Augenblick war Gießen noch in großer Gefahr, dennoch die Hochschule zu verlieren, da Darmstadt plötzlich sich ge- neigt zeigte, sie in seinen Mauern aufzunehmen. Es begann ein umfangreiches Petitionieren für und wider, bis es endlich gelang, den Landgrafen Georg II. zur Wahl Gießens zu bestimmen. Horst der Jüngere ging mit nach Gießen, um Tilemann stritt man sich dagegen anscheinend nicht, er verblieb den Mar- burgern. Nach den über ihn erhaltenen Angaben war er wohl ein etwas unklarer Kopf,„magicis artibus deditus et laudator amuleti“. Er ging 1655 nach Mainz, wurde Calvinist, trat dann hinterher zum mosaischen Glauben über. Anderseits heißt er aber ein„vir solers et vere doctus, astrologiae amans et editor aphorismorum Hippo- craticorum“. Zweites Mitglied der neubegründeten Gießener medizinischen Fakultät war Johannes Tack, der Aeltere genannt(1617— 1676), ein geborener Wetzlarer, der zugleich eine Professur für Beredsam- keit inne hatte. Er und Horst waren Rivalen in der Gunst Lud- wig VI., doch war der letztere zweifellos der bedeutendere von beiden. Er fand die Lymphgefäße des Herzens beim Menschen. Wohl um die ihm sehr am Herzen liegenden„negotia praxeos opulentae“ besser wahrnehmen zu können, siedelte er später 1663, nachdem ihm der Landgraf Dack vorgezogen hatte, nach Frankfurt, über. Er gab, ein Beweis seines vielseitigen Interesses, die Quä- stionen des Paulus Zachias, sowie Conrad Gessners Natur- geschichte der Tiere heraus. 8 In der nun folgenden, zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts be- stand die Fakultät zumeist aus drei Professoren. Nennung ver- dienen noch Metzger aus Schweinfurt(in Gießen 1653— 61), der später nach Tübingen ging(Anatom und Botaniker), Strauss aus Ulm(1633— 87), der unter anderem über Extrauterinschwangerschaft geschrieben hat(foetus extra uterum retentus), Heiland aus Leipzig, der Anatomie, Botanik und Chirurgie vertrat. Er war 15 mal Dekan, 4 mal Rector, sorgte für den botanischen Garten und stiftete für seine Zeit beträchtliche Summen für die Witwen der Fakultät, für diese selbst, für ein zu gründendes anatomisches Theater etc. Eine alte Biographie von ihm bezeichnet ihn speziell als Preund des Galen und Feind des Descartes. Die Alten wur- zelten eben auch damals noch fest, und Hippokrates fand noch immer neue Bewunderer und Interpreten. Kurz waren die akademischen Laufbahnen des Hieronymus Rötel aus Frankfurt(1661— 63) und DTacks des jüngeren(Professor 1675— 78), der mit 33 Jahren an„Melancholia“ erkrankte infolge von„laboribus praecocibus et improbis“, und dann noch über 30 Jahre„delirus et mentis impos“ in Gießen weiter lebte. Be- merkenswert ist übrigens, daß sein Vater sich mit Untersuchungen über die Quadratur des Kreises beschäftigt hatte. Heilands Nachfolger war Dillenius, der bis 1720 wirkte. Es sind noch größtenteils„philologische“ Mediziner, welche diese Zeit ausfüllen, aber langsam kommt doch die Naturbeobach- tung und die Empirie zur Geltung, man fängt auf medizinischer Seite an, Interesse an der Natur zu finden, Botanik und Physik werden stets höher geschätzt, die Mängel der Alten werden mehr und mehr erkannt, man beginnt langsam sich von den Banden der Scholastik frei zu machen. Freilich der Besuch der Universität wollte nach der Wiederherstellung zunächst sich kaum heben und war weit davon entfernt, sich so glanzvoll zu gestalten wie im ersten Dezennium nach der Gründung. 1657 sollen sogar nach den Regesten der Fakultät nur zwei Mediziner in Gießen studiert haben. 1667, wurde, wohl sicher eine Folge des Mangels an Zuhörern, sogar beschlossen, die Professuren der Medizin möglichst, auf die Zwei- zahl zu reduzieren. Lange währte es, bis die schwere Krisis, die als Folge des 30 jährigen Krieges ja allerdings auch an anderen Orten bestand, überwunden war. Unter den Medizinern der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ragen die beiden Hert, geborene Hessen, hervor. Der Vater, aus Niederkleen kommend, wurde 1692 Professor und starb 1730. Er war mehr ein Mann der Praxis, fungierte als Leibarzt einer ganzen Reihe von Fürstlichkeiten. Ein von ihm erhaltener Kupferstich zeigt den weltgewandten, höfischen Aræt, voll Würde die Allonge- perücke tragend:„Der Hessen Kesculap, der Höfe Podalir, der alten Aerzte Ruhm, der große Hert steht, hier.“— Hert der Sohn, beim ersten Säkularfest der Universität zum Doctor kreiert, folgte ihm im Primat der Fakultät und starb. Er war ein Schüler Friedrich Hoffmanns zu Halle, welch letzterer neben Boer- have und Strahl der medizinischen Forschung des Jahrhunderts bekar besch erfren um j war was wurde Vale mitt seoru gleicl cher und) hielt von I essiel sprac Nachs Them cogne 1707 1720, rarisc succi praxi Hen stuhl wurd „Lal 43 J. Gieß. betor Medi einer bis 1 hindu kann dann Dab Gieb mehr lehrt Samn der: oder seine Storb Be- ungen te. elche— bach- scher hysik mehr n der ersität n und ie im h den haben. sogar Zwei- is, die aderen nderts 2T, aus 0. Er ganzen erstich Longe- ir, der rt der reiert, chüler Boer- underts — 2 bekanntlich die Bahnen wies. Ihm stand in Gießen ein, wenn auch bescheidenes, anatomisches Theater zur Verfügung, auch die Botanik erfreute sich seiner Fürsorge. Der große Haller, der als erster um jene Zeit den Weg biologischer Forschung beschritten hatte, war ihm persönlich befreundet. Literarisch trat er wenig hervor, was vielleicht durch mißliche Gesundheitsverhältnisse sich erklärt, wurde er doch„morbo hypochondriaco male vexatus“. Außer den Herts verdienen zahlreiche andere Erwähnung, so Valentini, in Gießen 1697— 1729, Professor der Botanik, Arznei- mittellehre(er schrieb ein pharmakologisches Werk Museum mu- seorum 1701) und Zoologie, Leiter eines Theatrum zootomicum, zu- gleich interessiert für Medizinalgesetzgebung. Weiter Bötti- cher aus Braunschweig, in Gießen 1698— 1701, Anatom, Chirurg und Botaniker, der eine Antrittsrede„de novis inventis anatomicis“ hielt und später nach Helmstädt und Berlin ging. Sodann Möller von Nidda, in Gießen 1700— 1717, der sich speziell für Chemie inter- essierte und beim Antritt seiner Professur„de principiis chymicis“ sprach. Weiter seien genannt Barthold aus Meißen, Böttichers Nachfolger als Anatom und Botaniker, 1702- 1713, dessen erstes Thema„de existentia dei et miranda sapientia ex herbaria re cognoscenda“ lautete. Ferner Verdries(1679 geboren), zunächst 1707 Professor der Naturgeschichte, dann Ordinarius der Medizin 1720, und gestorben 1736 während seines Rektoratsjahres, ein lite- rarisch sehr tätiger Mann(de aequilibrio mentis et corporis, de succi nutritii in plantis circuitu), der institutiones medicinae und praxis medicalis für ältere Studenten las. Weiter erwähnen wir Hensing den Aelteren, Nachfolger Möllers, dem 1723 ein Lehr- stuhl in der medizinischen und philosophischen Fakultät übertragen wurde und der als erster einem vom Landesfürsten gegründeten „Laboratorium chymicum“ vorstand. Er starb schon 1726, erst, 43 Jahre alt. Eine kurze Zusammenstellung der Lebensdaten der Gießener medizinischen Professoren, 1802 durch Nebel ausgeführt, betont besonders, daß er ein Feind der Alchymie gewesen sei. Auch sein Schwiegersohn Hilchen, der 1730 Ordinarius für Medizin wurde, war für Chemie interessiert, er habilitierte sich mit einer Rede„de ficto et vero chymicae in medicina usu“ und dozierte bis 1754. Nach Hert des Jüngeren Tode 1748 war er eine Zeit hindurch einziger Professor der Medizin in Gießen. Wenig ist be- kannt von Valentini dem Jüngeren, der 1720— 1727 dozierte, um dann weiterhin als Arzt außerhalb Gießens zu wirken, von Gerhard Pabor, 1734— 1740 ordentlicher Professor, zugleich Militärarzt in Gießen, und von Gerhard Andreas Müller, der 1751 in die mehrere Jahre nur aus Hilchen bestehende Fakultät gelangte. Er lehrte ebenfalls noch Anatomie, Botanik und Chirurgie zu- sammen bis an seinen Tod im Jahre 1762. Hilchen war über längere Zeit der alle überdauernde Träger der Traditionen der Fakultät, zahlreiche Kollegen sah er scheiden oder mußte sie zu Grabe geleiten, so Hensing den Jüngeren, seinen Schwager, der nur ein Alter von 26 Jahren erreichte(ge- storben 1745), aber recht Tüchtiges leistete. Er war der Nachfolger 10 Pabors gewesen und hatte sich mit, einer Rede„de methodo ductum chyliferum inquirendi“ eingeführt. Seine Arbeiten über das Poritoneum, die Knochenapophysen und anderes sollen Hallers lebhaften Beifall gefunden haben. Es verdient, erwähnt zu werden, dab Hilchen auch mit forensischer Medizin sich beschäftigte, Ein zweiter Schwiegersohn des älteren Hensing war Johannes Garl Voigt, der nach dem Tode Hilchens 1754 in die Fakultät, neben Müller gelangte und bis 1763 wirkte. Er soll ein sehr tüchtiger Lehrer gewesen sein, Vorher war er Militärarzt, seine Pächer waren Chirurgie und Anatomie, auch soll er in der Ars obstetricia Gutes geleistet haben. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begegnen wir Georg Ludwig Alefeld, Sohn eines Philosophieprofessors an der L.udoviciana. 1757 begann er seine Laufbahn als Privat- dozent und verblieb dann als Ordinarius in Gießen bis zu seinem Tode. lor war nach Voigts Abgang zwei Jahre lang in der- selben Lage wie zuvor Hilchen, indem er als Einziger die Fa- Kultät bildetc. Sein Fach war im speziellen Anatomie, daneben Chirurgie. 1765 kam Baumer nach Gießen, früher Theologe nun Mediziner mit Spezialneigungen für ge richtliche Medizin und auch Mineralogie.(Gestorben 1788.) Sodann begegnen wir an der nach schwerer Kriegszeit sich erst allmählich wieder er- holenden Universität Friedrich August Cartheuser(1766 bis 1796) Mitglied dreier Fakultäten auf cinmal(darunter der 1776 ge- gründeten Facultas occonomica) Lehrer der Botanik, Chemie und Physik. Oartheuser, Baumer und Alefeld waren Mitgründer der 1767 ihre Tätigkeit beginnenden Societas hassica philoso- phico-medica.— Pritt uns in dieser Gründung schon ein Zeichen in die Medizin eindringender, neuer Bestrebungen entgegen, so gilt, ein gleiches für die 1774 nach Alefelds Tode nun erfolgende TPrennung seiner Professur in eine für Anatomie und eine andere für Chirurgie und Geburtshilfe. Erstere erhielt Dietz(gestorben 1798), letztere Christoph Ludwig Nebel aus Nidda, ein Pnkel Hilchens, Mitglied einer Familie, die ihrem hessischen Vaterlande eine ganze Reihe vorzüglicher Bürger und Gelchrter gegeben hat, Er war Weldarzt im siebenjührigen Krieg gewesen. Sein Sohn ist der Anatom Ernst Ludwig Wilhelm Nebel, der Hlistoriograph der Fakultäten der Alma mater Ludo- wviciana, auf den sich unsere Ausführungen in manchen Punkten stützen, 1os interessiert noch, einen Blick auf die Dissertationen aus dem 18. Jahrhundert zu werfen, die uns zugleich lehren, aus welchen Gegenden die Studierenden der Medizin her- stammen. Da disputiert 1703 unter Verdries ein gewisser Schlier- bach auß Dodenau über den„Potus aqune frigidae utili et nocivo in febribus ardentibus“, ein Brückmann aus Braubach 1724 über „Ilydrops pectoris a renum calculo“, ein Johann Daniel Loben- Stoin aus dem llennebergischen über„Dysuria cum tenesmo“, ein gewisser HIöffer aus Gießen 1725 über das„Ulcus cacoetheum“ (Sch ein Lin Weg über sch der mit, erke Neig sehli mit auch ringe der folge Facl der zehr der hin⸗ er s ande in I und für 1757 zu c 80;: Nlit verf kau arch pra- nic) aue Let trit the in nieh sch leie der we biu 16 methodo über das Hallers werden, häftigte. hannes Fakultät ein Sehr at Seine der Ar ſegegnen rofessors 3 Privat- a Seidem in der- die Fa- daneben Theologe Medizin guen wir ieder er- (1766 bis Inb ge- Chemie nder der philoso- Zeichen n, 8o gilt rfolgende und eine e erhielt ebel aus lie ibrem rger und gen Krieg Wilhelm ter Ludo- Pupkten tationen ch lehren, zin her- Schlier- et nocivo 1724 über Loben- smO“, Eln oetbeum“ 11 (Schanker), und seine Behandlung, ein Georg Heinrich Nebel ein Jahr später„de appetitu depravato quem Picam vulgo vocant“. Ein Ludwig Filgus aus Usingen 1727 über die verschiedenen Wege der Ausführung des Steinschnittes, ein Augustin aus Worms über häufige Irrtümer bei der Anwendung innerer Arzneimittel, ein Schambacher aus Butzbach über„Pyretologia“(Fieberlehre) etc. Besondere Leistungen waren es ja nicht, indessen die Wahl der Themata und die Art der Behandlung läßt doch im Vergleich mit den medizinischen Erstlingsversuchen der Horstschen Zeiten erkennen, daß mehr und mehr an die Stelle der Spekulation die Neigung zur naturwissenschaftlichen Beobachtung tritt, um jene schließlich ganz zu verdrängen. Allerdings zeigt sich im Vergleich mit den Dissertationen des ersten Jahrhunderts der Ludoviciana auch, daß der Zuzug aus entfernteren Gegenden ein erheblich ge- ringerer gewesen sein muß. 1 Wohl am besten in diesem zweiten Jahrhundert des Bestehens der Universität kann man die Entwicklung der Anatomie ver- folgen. Es fungierte etwa von 1740 ab außer einem Professor des Faches auch ein Prosektor, der dann oft später, wie z B. Hensing der Jüngere, in das Ordinariat einrückt. In den letzten Jahr- zehnten des 17. und auch in den ersten des 18. Jahrhunderts hat, der Unterricht in Anatomie und auch in Physiologie, wie gleich hinzugesetzt werden soll, sehr im Argen gelegen, manchmal ruhte er semesterlang überhaupt ganz. Doch gilt gleiches für die meisten anderen Universitäten in deutschen Landen. Wurden doch sogar in Prag von 1690 bis 1712 nur drei Zergliederungen vorgenommen und erst um 1750 etwa durch du Toy eine Präparatensammlung für den Unterricht gewonnen, während in Wien erst gar nach 1757 Gasser an einer von van Swieten geschenkten Sammlung zu dozieren begann. Gießen war also diesen beiden Hochschulen sogar etwas voraus, da Hensing der Jüngere schon um die Mitte der 40 er Jahre des 18. Jahrhunderts über eine Sammlung verfügte, welche die Universität nach seinem Tode den Erben ab- kaufte. Sie soll 27 Nummern aufgewiesen haben. Die Universitäts- archive bewahren ein Verzeichnis auf. Der Unterricht in diesen Zeiten war ein theoretischer und praktischer. Das Sektionsmaterial war im 17. Jahrhundert nicht besonders reichhaltig, und die Sezierübungen sowohl wie auch die Demonstrationen hielten sich in bescheidenen Grenzen. Letztere wurden meist feierlich öffentlich gegen besondere Ein- trittskarten abgehalten. Es ruhen noch auf der Universitätsbiblio thek acht Einladungen zu solchen Veranstaltungen, vergilbte Blätter in lateinischer Sprache verfaßt, kulturhistorische Dokumente von nicht nur lokalem Interesse, die man wohl etwas eingehender Schildern darf. Das älteste stammt aus 1663. Es soll eine Erauen- leiche seziert werden. In langem Exkurs wird zunächst der Nutzen der Obduktionen erörtert, Democrit, Hippokrates und Galen werden ins Treffen dafür geführt, daß ein solches Tun nicht„im- pium“, nicht„crudele“ sei etc. Weitere Einladungen liegen aus 1669 vor(homo gladio percussus), aus 1677(cadaver hominis ultimo 12 supplicio affecti). 1698 ladet Bötticher ein, weist darauf hin, daß es„immo puerile“ sei,„imaginibus et figuris anatomicis in addis- cenda partium conformatione unice niti“ und mahnt in sachlicher, gegen den sonst um diese Zeit üblichen Schwulst vorteilhaft ab- Stechender Weise zum Studium an der Leiche.— 1703 laden Dekan und Professoren der medizinischen Fakmultät, ein zu einer mehr- tägigen Sektion durch Antonii, einen Militärarzt, in Vertretung des damaligen Anatomen Barthold, unter Hinweis auf die besondere Vorbildung, die Antonii in Frankreich, Holland und England für diese Aufgabe genossen habe. Den Studenten wird die Wichtig- keit des Faches auseinandergesetzt. Anatomie sei das Alphabet der Medizin,„quo fundamento neglecto reliquum aedificium corruat necesse est“. Aus 1704, 1706, 1709 liegen Einladungen Bartholds vor, zweimal handelt es sich dabei um Personen, die durch den Strick gerichtet waren. Nur vereinzelt nahm der Anatom Gelegenheit, auch auf die Erklärung der Funktion der Teile sich einzulassen. Erst sehr viel später geschah das. Physiologen, die Besonderes geleistet hätten, kingen wir im 18. Jahrhundert in Gießen nicht. Anregungen, die ge- legentlich an berühmten Hochschulen auswärts studierende Hessen mitbrachten, sind nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Betrachtet man die Situation der Anatomie um das Ende des 18. Jahrhunderts, so begegnet man in Gießen noch bis 1798 Dietz, dem ein tüch- tiger Prosektor in Ferdinand Georg Danz zur Seite stand. Der letztere hat sich speziell mit fötaler Anatomie beschäftigt und gab unter Sömmerings Einfluß 1792/93 einen Grundriß der Zergliede- rungskunde des neugeborenen Kindes heraus, von dem Eckhard, der uns einen sorgfältigen Abriß der Entwicklung der Anatomie in Gießen handschriftlich hinterlassen hat, sagt, es sei ein sorgfältig und methodisch gearbeitetes Buch, in welchem neben der Anatomie auch Physiologie behandelt wird unter sorgfältiger Berücksichtigung der Literatur, sodaß man es als schönes Zeichen schriftstellerischer TPätigkeit in Gießens Vergangenheit ansehen könne. Auf Dietz folgte der jüngere Nebel, der Physiologie, Patho- logie und forensische Medizin las. Neben ihm finden wir um 1800 an der Universität als Mediziner Müller für Chemie, Botanik und Materia medica, Posewitz für Anatomie und Hessert(1839 ge- adelt) für Chirurgie.— Noch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahr- hunderts kommt nach Gießen ferner Wilbrand der Aeltere (1779— 1846). In den Händen dieses Gelehrten, der mit Goethe per- Sönlich befreundet war und korrespondierte, lag außer Anatomie und Physiologie noch die Vertretung der Zoologie, der Botanik, der allgemeinen Naturgeschichte und der Naturphilosophie. Aus allen Gebieten hat er vorgetragen. Allerdings stand ihm beim Unter- richt in der Anatomie ein sehr tüchtiger Prosektor in Werneckink vur Seite, der 1821— 1835 die Sezierübungen leitete. Wilbrand war für Physiologie lebhaft interessiert, er hat Publikationen über den Capillarkreislauf herausgegeben und eigenartige Anschauungen entwickelt, die allerdings später durch die Lehre von der Osmose entkräftet worden sind. Er figuriert in den Personalbeständen der ers der An Sammlu Franz Assister und 184 Zahlreic erhalter W Bische Dr bliel kanutlic jenigen Ueberg Method philoso) gann, h Auge viel Sp. von G. scheint des ph nicht v stehene für beie B regelm logie. Ludw Situati wirken bielt. Berlin, Drst 10 den, n. nisse E binein. als rac zu der Schen rekorm und V sich 2 Stets Anreg nur in werde besse Pholo , daß addis icher, ft ab- Dekan mehr- etung dere ad für chtig. bhabet orruat holds h den uf die ar viel hätten, die ge- Hessen rachtet nderts, à tüch- 1. Der nd gab gliede- chard, omie in rgfältig aatomie htigung erischer Patho- um 1800 nik und 1839 ge- 2L Jahr- eltere the per natomie mik, der u8 allen 2 Unter- eckink Ibrand nen über anungen 08100Ose eständen 13 der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts noch als Vorstand der Anatomie, des botanischen Gartens und der zoologischen Sammlung. In seinen späteren Lebensjahren hat ihm sein Sohn Franz Josef Julius Wilbrand zur Seite gestanden, der erst Assistent am Chirurgischen Hospital war, dann als Prosektor wirkte und 1843 Professor der gerichtlichen Medizin und Hygiene wurde. Zahlreiche anatomische und physiologische Arbeiten von ihm sind erhalten. Wilbrands Nachfolger war Theodor Ludwig Wilhelm Bischoff, zu Hannover 1807 geboren, ein Freund Liebigs, der Er blieb Gießen leider nur bis 1854 erhalten. Alsdann ging er be- kanntlich nach München. Sein Name bedeutet zusammen mit dem- jenigen seines Schülers und Assistenten Eckhard für Gießen den Uebergang zu einer bewußt beobachtenden und experimentellen Methodik, im Gegensatze zu dem spekulativen Element, der natur- philosophischen Betrachtung.— Schon als Bischoff zu dozieren be- gann, hatte man eine Trennung von Anatomie und Physiologie ins Auge gefaßt, die allerdings dann offiziell und definitiv erst sehr viel später erfolgte, de facto aber doch nach Bischoffs Weggang von Gießen einige Zeit hindurch bestanden hat. Bischoff er- scheint in den Personalbeständen als Direktor des anatomischen und des physiologischen Institutes, für die allerdings getrennte Gebäude nicht vorhanden waren, doch wurde 1846 die neue, noch jetzt be- stehende Anatomie bezogen, in deren Räumen damals Platz genug für beide Disziplinen vorhanden gewesen ist. Bischoff las 1843 Entwicklungsgeschichte, und von 1844 an regelmäßig wechselnd im Winter Anatomie und im Sommer Physio- logie. Ihm folgte 1855 in der Direktion beider Institute Carl Ludwig Bruch von Mainz, neben dem aber in sicher schwieriger Situation der seit 1849 als Privatdozent und Prosektor in Gießen wirkende Conrad Eckhard Lebrauftrag für Physiologie er- hielt. Vor ihm war der ältere Bardeleben, später Chirurg in Berlin, Prosektor in Gießen, das er dann mit, Greifswald vertauschte. Erst 1860 ist Bckhard offiziell auch die Anatomie anvertraut wor- den, nachdem Bruch seiner Stellung wegen unliebsamer Vorkomm- nisse enthoben war. Eckhards Wirken ragt nun bis in die jüngste Vergangenheit hinein. Er hat sich, Privatgespräche beweisen es, völlig bewußt als radikaler Vertreter der experimentellen Methode im Gegensatz zu der seine Studienzeit noch stark beeinflussenden naturphilosophi- schen Anschauungsweise betrachtet. Er sah in seiner Tätigkeit ein reformatorisches Moment im Gegensatz zur Hypothesenmacherei und Wortwissenschaft. Diesen eigenartigen, kritischen Geist hat er sich auch den Erscheinungen der letzten Jahrzehnte gegenüber stets bewahrt, sodaß er auch im hohen Alter noch vielen geistige Anregung gegeben hat. Nach seiner Auffassung konnte Anatomie nur in Verbindung mit einer exakten Funktionslehre richtig gelehrt werden, eine Auffassung, die uns für Wissenschaft und Unterricht besser erscheint, als eine zu scharfe Trennung von deskriptiver Mor- phologie und einer davon ganz unabhängigen, physiologischen 14 Technik. Sicher ist, daß Eckhard in vielen Punkten die lange Reihe von Klinikern seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Gießen wesentlich beeinflußt hat. In einfachen, aber doch das Gepräge dankbarer Anerkennung tragenden Worten hat er in seiner zum Jubiläum noch verfaßten, hand- schriftlich uns vorliegenden Geschichte der Anatomie in Gießen, seiner anatomischen Mitarbeiter gedacht. Es sind Welcker, später Anatom in Halle, Kehrer, der Heidelberger Gynäkologe, Braun, der Göttinger Chirurg, und Knoll, der hervorragende, in Wien 1900 verstorbene Pathologe. Eckhard ist den Anforderungen der Lehrtätigkeit auf beiden, stets umfangreicher werdenden Gebieten mit bewundernswertem Eifer gerecht geworden, empfand aber später doch mehr und mehr die Notwendigkeit der Trennung beider Disziplinen. In den letzten Jahren der Personalunion sehnte er sich, wie er selbst geschrieben, nach Entlastung, die ihm dann endlich 1891 wurde. Noch vierzehn Jahre hindurch hat er in seltener Frische seine Professur für Phy- siologie verwaltet, bis zu seinem plötzlichen Hinscheiden im August 1905, geistig und körperlich rüstig, der neuen Generation eine ehr- würdige Erscheinung. Sein Nachfolger im anatomischen Fach waren Bonnet(bis 1895), der das übernommene Institut gründlich re- organisierte, und Strahl. Den frei gewordenen Lehrstuhl der Phy- siologie erhielt Frank, bis dahin in München. Erwähnt sei noch, daß die Anatomie vor der Errichtung des jetzigen Gebäudes unter Bischoff im alten Theatrum anatomicum am Brandplatz domiziliert war. Ob dieses schon unter Barthold vor 1709 bestand, oder erst, was andere Quellen angeben, 1720 er- richtet war, ist unentschieden. Ein modernes physiologisches In- stitut fehlt der Universität noch immer. Zurzeit beherbergt diese Disziplin noch der von Eckhard 1891 bezogene Bau an der Sen- kenbergstraße, das alte Gebärhaus, welches Löhlein 1890 mit der neuen Frauenklinik auf dem Seltersberge vertauschte. Betrachten wir im Anschluß hieran gleich die Entwicklung des Faches der Gynäkologie und Geburtshilfe im 19. Jahr- hundert. Es ist oben erwähnt, daß 1774 zuerst eine Trennung des anatomisch-botanisch-chirurgischen Faches erfolgte und daß damals Nebel Chirurg und Geburtshelfer wurde. Er war schon 1772 Extra- ordinarius und wandte sich damals an die landgräfliche Regierung mit dem Ersuchen um Begründung einer Frauenklinik. Der Zeit- punkt war gut gewählt, da man in Darmstadt um die gleiche Zeit auf eine Reorganisation des Hebammenunterrichtes bedacht war. Bis dahin war derselbe den Physicis anvertraut gewesen.— 1790 schenkte der spätere erste Großherzog Ludwig 10 000 Gulden für diesen Zweck. Indessen erst 1813/14 wurde eudlich die Geburtsanstalt eröffnet, die dann noch vorübergehend wieder als Kriegsspital dienen mußte. Hegarwar ihr erster Leiter; er starb, erst 25 Jahre alt, schon 1814 und wurde durch v. Ritgen ersetzt(geboren 1787 zu Wulfen in Westfalen, 1839 geadelt), der, wie noch zu erwähnen sein wird, auch in der Vorgeschichte der psychiatrischen Klinik zu Gießen eine bedeutende Rolle spielt. Sein Nachfolger war Birnbaum 1868 18 Geburts! den er waren und Ho 1871 hat direktio! logische Frauenk eines 20 1901 ver 1902) ha erfahren v. Fran als er es Gle Riegel ophthaln miziliert letzten scheiden berges zu bezie Entwie interess: vom Ere mannigf sich nac zwei ur Kolonnz liche al kann. und jet moderne wünsche alten K museul Welt er Somme bracht e lange derts in cennung n, hand- Gießen, . Später Braun, in Wien beiden, ertem ad mehr letzten hrieben, vierzehn ür Phy- August ine ehr- h waren Dlich re- der Phy- ung des romicum arthold 1720 er- ches In- gt diese ler Sen- mit der lung des 9. Jahr- ung des 3 damals 2 Extra- egierung Der Zeit- che Leit cht war. — 1790 Uden für tsanstalt l dienen It, Schon fulfen in auch in 1 Gießen rnbaum ——- 15 1868— 1872, neben dem Adolf Kehrer als Lehrer für theoretische Geburtshilfe wirkte, um dann zunächst seinen Lehrstuhl einzunehmen, den er 1881 mit dem der Ruperto-Carolina vertauschte. Kürzer waren die Perioden Ahlfeld(1881— 1883), Kaltenbach(bis 1887) und Hofmeier(bis 1888). Auf letzteren folgte Löhlein. Schon 1871 hatte man in den relativ engen, bis 1890 noch der Provinzial- direktion von Oberhessen unterstellten Gebäranstalt eine gynäko- logische Abteilung eingerichtet. Mit der Fertigstellung der neuen Frauenklinik gelangte dann endlich die Universität in den Besitz eines zeitgemäßen Institutes, dem vorzustehen Löhlein noch bis 1901 vergönnt war. Unter seinem Nachfolger Pfannenstiel(Seit 1902) hat es eine noch im Bau befindliche bedeutende Erweiterung erfahren, sodaß es der scheidende Kliniker seinem Nachfolger v. Franqué in wesentlich modernerem Zustande hinterlassen wird, als er es seinerzeit empfing. Gleichzeitig mit der Frauenklinik wurde die medizinische unter Riegel bezogen. Sie war, bis dahin mit der chirurgischen und ophthalmologischen vereinigt, in der sogenannten alten Klinik do- miziliert. Dieses Gebäude, aus welchem nun in Kürze auch die letzten beiden Disziplinen, die Chirurgie und Augenheilkunde, scheiden werden, um prächtige Neubauten auf der Höhe des Selters- berges in nächster Nachbarschaft der anderen klinischen Institute zu beziehen, war gewissermaßen der Ausgangspunkt für die Entwicklung des klinischen Unterrichtes in Gießen. Es ist interessant, einen Blick auf dieses vielleicht in Bälde schon ganz vom Erdboden verschwindende Gebäude zu werfen, das eine höchst mannigfaltige Verwendung gehabt hat. Seine breite Front richtet sich nach Norden gegen die Liebigstraße, flankiert wird es von zwei ursprünglich als militärische Wachen verwendeten und mit Kolonnaden versehenen, kleineren Gebäuden, von denen das west- liche als Liebigs erste Arbeitsstätte Weltruhm beanspruchen kann. Hier sind in den engen, später vielfach anders verwendeten und jetzt ganz verwahrlosten Räumen die Grundlagen der ganzen modernen Chemie im wesentlichen geschaffen worden. Es wäre zu wünschen, daß dieses Haus bei einem eventuellen Abbruch der alten Klinik nach entsprechender Wiederherstellung als Liebig- museum der pietätvollen Betrachtung der naturwissenschaftlichen Welt erhalten bliebe, ein Wunsch, der schon vor längerem von Sommer in der Chemikerzeitung(1900, No. 23) zum Ausdruck ge- bracht wurde. Sommer hat gleichzeitig über die bei der Reali- sierung zu beachtenden Gesichtspunkte sich eingehend ausge- sprochen. Diese sogenannte alte Klinik war ursprünglich eine Kaserne, die 1820 infolge Verlegung des Militärs nach Worms für andere Zwecke frei geworden war und von den damaligen Medizinern so- fort lebhaft erstrebt wurde. 1830 wurde das Gebäude bezogen, aus dem nun durch allmäh- liche Abtrennung die Reihe der klinischen Institute hervorgegangen jst, mit Ausnahme, wie schon erwähnt, der Frauenklinik. Es erhielt später unter Bose an der Rückseite noch erhebliche Anbauten S 16 zwecks Unterbringung des Operationssaales und der Poliklinik. Als erster Chirurg wirkte darin Ritgen, der als Kliniker also eine Doppelstellung inne hatte. 1837 folgte ihm Wernher, an dessen Stelle dann 1878 Bose trat. Sein Nachfolger Poppert wird die Chirurgie in ihr neues, nach seinen Angaben errichtetes Heim hin- überführen. Von den drei im alten Gebäude nebeneinander arbeitenden Disziplinen(auch die Augenheilkunde war noch, wie zu erwähnen sein wird, hinzugekommen) schied zuerst die interne Medizin, seit 1879 durch Riegel vertreten, aus. Er war der Nachfolger des erst 1899 in Wiesbaden verstorbenen Eugen Seitz, dem seinerseits Vogel und Balser vorangingen. Riegel hat ein wesentliches Verdienst an der modernen Entwicklung der Institute und wählte mit richtigem Blick für ihre Lage den südlich der Stadt gelegenen Seltersberg aus, welcher der Eisenbahnstation relativ nahe liegt- Diese Lage ist entschieden von großem Vorteil für die Entwicklung geworden; erleichtert sie doch der weiteren Umgebung Gießens den Besuch der Kliniken ganz außerordentlich. Medizinische und Frauen- klinik wurden Riegel als Verwaltungsdirektor unterstellt. Eine Reihe von Baulichkeiten dienen ihren gemeinsamen Zwecken inso- fern als Küche, Kesselhaus, elektrische Zentrale beide Kliniken ver- sorgen. Wie die Frauenklinik, so ist auch die medizinische in jüngster Vergangenheit ausgebaut worden, speziell durch Hinzu- fügung eines Hauses für Laboratoriumszwecke und eines für physi- kalische Therapie, sodaß auch in dieser Hinsicht die Hochschule nunmehr über alle Errungenschaften moderner Therapie verfügt. Wenn den Neubauten dieser klinischen Institute zunächst der- jenige eines psychiatrischen folgte, so war dies die Wirkung einer langen Reihe darauf gerichteter Bestrebungen, die schon von v. Ritgen seit den 30 er Jahren des verflossenen Jahrhunderts ver- treten wurden. Er ist, ein kurzer Exkurs über diese Bestrebungen sei gestattet, eine der interessantesten Figuren in der Reihe der Gießener Mediziner. Im Geiste der Naturphilosophie groß geworden und mit einer überraschenden Menge von wissenschaftlichen Fähig- keiten und Interessen von der Natur ausgerüstet, hat er gleichzeitig Chirurgie, Geburtshilfe, Medizinalpolizei und Psychia- trie gelehrt und dabei noch Zeit gefunden, umfangreiche Manu- skripte über Botanik, Mineralogie und Astronomie zu verfassen und Abhandlungen naturphilosophischen Inhaltes zu fertigen. Ritgen war einer der bedeutendsten Vertreter der naturphilosophischen Richtung in der Gießener Fakultät. Nur wenn man die Beziehungen dieser Art zu lehren, zu der gesamten halbempirischen, halb speku- lativen Denkart am Anfange des vorigen Jahrhunderts im Auge be- hält, kann man den großen Umschwung begreifen, der in der Mitte desselben durch die experimentelle Methode im Gebiet der Medizin hervorgebracht wurde. Allerdings liegt die entsprechende Ge- dankenrevolution, die im Gebiete der Chemie durch Liebig etwas früher eingeleitet wurde, schon vorher; aber es entspricht durchaus dem Gange der naturwissenschaftlichen Entwicklung, daß die An- wendung der experimentellen Methode auf den Menschen immer nik. Als o eine 4 dessen wird die eim hin- eitenden rwähnen zin, Seit des erst inerseits entliches d wählte dlegenen ae liegt. wicklung Bens den Frauen- lt. Eine cen inso- ken ver- ische in 2 Hinzu- ir physi- chschule erfügt. chst der- ng einer hon von lerts ver- rebungen eihe der geworden m Fähig- iichzeitig sychia-⸗ ne Manu- ssen und Ritgen phischen iehungen b speku- Auge be- der Mitte Medizin nde Ge⸗ ig etwas qurchaus die An- i immer 17 später erfolgt, als in der rein physikalischen und chemischen Natur- wissenschaft. Sehr charakteristisch für v. Ritgens umfassende Weltanschauung sind die unter dem Pseudonym„von Tirneg“ (Anagramm seines Namens) veröffentlichten„seelenfreundlichen Briefe“. Hierin tritt die ganze Fülle naturphilosophischer Bestre- bungen deutlich zutage. Jedenfalls sind seine psychiatrischen Be- strebungen, die in der Wurzel mit seinen naturphilosophischen Ideen zusammenhbängen, in praktischer Beziehung nicht ohne Erfolg geblieben. Im Anschluß an seine Pläne ist der Gedanke der Er- richtung einer psychiatrischen Unterrichtsanstalt aus den Akten der Fakultät und den Verhandlungen der hessischen Kam- mern nicht wieder verschwunden. Seine Anschauungen über Geistes- krankheiten legte er in einem kleinen Buche, betitelt„Persön- lichkeitskrankheiten“, nieder. Dieses Werk hat zwar vom Standpunkte der modernen Psychiatrie nur historisches Interesse, jedoch in einem Punkte auch modernes Gepräge, insofern als darin besonders die Persönlichkeit, das Individuelle, das Moment der an- geborenen Anlage im Sinne der jetzigen Ausdrucksweise, betont wird, deren Bedeutung für die Psychiatrie immer wieder zeitweilig verkannt wird, jedoch schließlich gerade bei analytischer Unter- suchung immer mehr in den Vordergrund tritt. In diesem Sinne und grundlegenden Punkte erscheint Lud- wig, der Reformator des hessischen Irrenwesens und greise Senior der hessischen Irrenärzte, deutlich von Ritgen beeinflußt, wie dies aus seiner Doctordissertation hervorgeht. Ludwig hat die Bestrebungen seines Lehrers Ritgen bezüglich der Schaffung einer psychiatrischen Unterrichtsanstalt an der Landesuniversität weiter gebildet und sie zu einem bestimmten, klaren Programm verdichtet, welches erst jetzt durch die Errichtung einer Landesirrenanstalt bei Gießen als Evakuationsanstalt der Klinik zur völligen Durch- führung gelangt. Er verdient, gehörte er ihr auch nie als Dozent an, als Weiterbildner Ritgenscher Gedanken und selbständiger Organisator einen Ehrenplatz in der Geschichte der Gießener me- dizinischen Fakultät. Seiner energischen Vertretung des Gedankens einer psychiatrischen Klinik verdankten die dahin zielenden Pläne der medizinischen Fakultät ihre frühzeitige Realisierung, ging doch hernach das kleine Hessen einer ganzen Reihe deutscher Hoch- schulen in der Errichtung einer psychiatrischen Lehrkanzel zeitlich erheblich voran. Die Bauzeit des seit 1905 Klinik für psychische und nervöse Krankheiten genannten Instituts dauerte von 1891 bis 1896. Am 25. Februar 1896 wurde es, von Sommer in sei- nem Ausbau und seiner Einrichtung wesentlich beeinflußt, eröffnet. ¹) Hier sei noch kurz Carl Spamers gedacht(gestorben 1892 in Bingen), jedem Mediziner bekannt durch den von ihm angegebenen kleinen, handlichen Induktionsapparat. Er habilitierte sich, wäh- rend vierjähriger Assistentenzeit in der Anstalt Hofheim vorge- bildet, 1876 in Gießen für Psychiatrie, ging indessen 1881 in den hessischen Staatsdienst über. 1) Die sehr interessante Vorgeschichte der Klinik ist veröffentlicht in der Schrift von Dr. Dannemann, Die psychiatrische Klinik zu Gießen. Berlin, Karger, 1898. 3 18 Nächste Nachbarn der psychiatrischen Klinik sind die Insti- tute für Hygiene und pathologische Anatomie. Das erstere wurde 1896 unter Gaffky eröffnet, nachdem es seit der Berufung dieses Hygienikers zunächst in den gleichen Räumen untergebracht gewesen war, in denen einst Liebig seine großen Entdeckungen gemacht hatte; auf Gaffky folgte 1905 Kossel. Das Fach der pathologischen Anatomie lag seit 1845 in den Händen Wernhers, des Chirurgen, der sich sehr dafür in- teressiert haben soll und speziell sich hervortat in der Bereiche- rung des pathologischen Kabinetts, das aus einer 1837 angekauften Sammlung Soemmerings hervorgegangen war. Zwar wurde er schon 1856 von der Professur für pathologische Anatomie entbunden, behielt aber die Sammlung unter sich bis zum Zeitpunkt der Er- richtung einer eigenen Professur für das Fach, die 1872 erfolgte. Als erster hatte sie Köster inne, seit 1874 dann kurz Langhans, ferner Perls(— 1881), 1881— 1883 Marchand, dem dann Boström folgte. Als letztes der Institute finde das pharmakologische Er- wähnung, das, seit 1898 unter Gepperts Leitung, ebenfalls 1899 ein neues, wenn auch nur provisorisches Heim bezog. Schon in der ersten Hälfte des Jahrhunderts wird das Fach vertreten, zu- nächst 1837 durch Plagge aus Aurich, dann bis 1865 durch Phöbus (früher pathologisch-anatomischer Prosektor in Berlin). Weitere Inhaber des Lehrstuhls waren Buchheim(bis 1879) und Gaeth- gens(bis 1898). Unter Phöbus war das Institut Privatbesitz mit staatlichem Zuschuß, besaß auch schon eine reiche pharmakognosti- sche Sammlung, bis dann Buchheim ihm Räume in dem neuen Kollegiengebäude ausmachte. Es erübrigt noch, einen Blick auf die Entwicklung der aus der Chirurgie hervorgegangenen Teilfächer der Ophthalmologie und Otiatrie inkl. Laryngologie, sowie auf das erst ganz neuerdings bekanntlich in den obligatorischen Studienplan der Studierenden aufgenommene Fach der Dermatologie zu werfen. Die Entwick- lung der Augenheilkunde an unserer Hochschule wird wesentlich gekennzeichnet durch die Namen Sattler(1877— 1879), v. Hippel (1879— 1890) und Vossius(Seit 1891). Letztgenannter wird als erster in dem der Vollendung entgegengehenden neuen Institut wirken. Indessen schon vor der Berufung Sattlers wurde Augen- — heilkunde in Gießen durch Wernhers Sohn, der Assistent bei v. Graefe gewesen war, gelehrt. Wernher erteilte ophthalmo- logischen Unterricht von 1862—1876, er hat auch in diesem Fache geprüft. Ferner war von 1866—1876 als außerordentlicher Professor für Ophthalmologie in Gießen tätig Jacob Hugo Gerold von Aken a. d. Elbe(1814— 1898). Er hielt Augenspiegelkurse und ope- rierte auch.— Schon 1860 besaß Gießen ein aus privater Munifizenz hervorgegangenes, kleines, privates Hospital der Augenheilkunde, die sogenannte Balsersche Stiftung. Der naheliegende Versuch, aus diesem die Universitäts-Augenklinik zu entwickeln, scheiterte jedoch am Widerspruche des Kuratoriums, und so entstand, zunächst 34 Betten zählend, die Augenklinik als staatliche Neugründung, Insti- erStere rufung bracht zungen 845 in für in- reiche- auften rde er unden, ler Er- folgte. khans, ström he Er- 1s 1899 hon in en, zu- nöbus feitere aeth- itz mit guosti- neuen aus der ie und erdings renden atwick- entlich lippel ird als Institut Augen- 2nt bei halmo- Fache ofessor d von ¹d ope- ifizenz lkkunde, ersuch, geiterte mächst dung, ———⸗—-— 18 — 1atri I:n.: Nächste Nachbarn der psvchiatrischen K e dum 1 alten Kli 1 Dur V in ihre Kaltung) V Sicher W wird ge für die i mehr erl zurichter Oti 1901), de im alten aaftrag. ggyurde i Zwecke zu eng muß. 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Otiatrie lehrte in Gießen seit 1885 Steinbrügge(gestorben 1901), dem für seine private Poliklinik in diesem Jahre drei Räume im alten Kanzleigebäude überwiesen wurden. 1889 erhielt er Lehr- auftrag, seit 1891 aber erst staatliche pekuniäre Beihilfe. 1892 wurde ihm eines der Nebengebäude der alten Klinik für die Zwecke der Poliklinik zur Verfügung gestellt, in dessen inzwischen zu eng gewordenen Räumen das Fach sich zurzeit noch behelfen muß. Steinbrügge wurde 1898 etatsmäßiger Extraordinarius. Sein Nachfolger, Leutert, unter dem die Frequenz in dem Maße anstieg, daß zurzeit bereits mehrere Assistenzärzte zur Bewältigung der Arbeit nötig sind, wurde 1905 Ordinarius für das Fach. Dermatologie ist erst seit dem Vorjahre durch einen etats- mäßigen Extraordinarius, Jesionek, vertreten, nachdem bis dahin syphilitische Kranke meistens in besonderen Räumen der alten Klinik, an parasitären Erkrankungen laborierende in der medizini- schen Klinik Behandlung gefunden hatten. Die Einrichtung einer Poliklinik für Hautkranke, die seit Mai 1906 besteht und bereits im ersten Jahre ihrer Wirksamkeit etwa 1500 Patienten zählte, ge- nügt dem wachsenden Bedürfnisse allein nicht mehr, sondern ihr wird in Bälde ebenfalls die Errichtung einer stationären Klinik folgen müssen. In absehbarer Zeit dürften also auch Otiatrie und Dermatologie über eigene klinische Institute verfügen können. In Vorstehendem haben wir die eigenartigen Beziehungen des veterinärmedizinischen Faches zur medizinischen Fakultät absichtlich nicht berührt. Nur sei erwähnt, daß seit kurzem in unmittelbarer Nähe der Kliniken ausgedehnte Neubauten auch für diesen Teil der Universität erstanden sind. Tierchirurgie(Prof. Pfeiffer), normale(Prof. Martin) und pathologische(Prof. Olt) Anatomie verfügen zurzeit über Einrichtungen, die sich mit den an anderen Hochschulen für das Fach der Veterinärmedizin bestehen- den in jeder Hinsicht messen dürfen, ohne den Vergleich zu scheuen. Einzig die innere Medizin(Prof. Gmeiner) verblieb zunächst noch im alten Gebäude, in welchem ihr aber durch den Fortgang der anderen Disziplinen ein zunächst ausreichender Raum geschaffen wurde Die Vertreter des Faches werden mit zur medizinischen Fakultät der Landesuntersuchung gerechnet, die geschieden ist in eine medizinische Fakultät in engerem Sinne und ein veterinär- medizinisches Kollegium. Den Veterinärstudenten ist die Möglich- keit geboten, ihr ganzes Studium in Gießen zu absolvieren und die „veterinärmedizinische Doktorwürde der vereinigten medizinischen Fakultät“ zu erwerben. So sehen wir denn die Alma mater Ludoviciana bei ihrer dritten Zentenarfeier in kräftigem Aufschwung begriffen. Wo- hin man, speziell soweit es die Medizin angeht, blickt, pulsiert ein reges Leben, zahlreiche Institute und klinische Neubauten sind in den letzten Jahren errichtet worden, andere werden noch geplant, ein Beweis für die Opferwilligkeit des Großherzogtums im Interesse der Förderung zeitgemäßer Wissenschaft. Und die stetig wachsende Zahl der Mediziner(im Jubiläumssemester 300 inkl. 113 Veterinär- medizinern) spricht hinreichend für die Leistungsfähigkeit der Institute.. Möge die weitere Entwicklung der Medizin im vierten Säkulum des Bestehens der Ludoviciana unter den gleichen glücklichen Auspizien vor sich gehen, wie es in der zweiten Hälfte des 19. Jahr- hunderts geschehen ist. 3 Druck von G. Bernstein in Berlin. ihrer 1. Wo- ert ein sind in eplant, teresse hsende erinär- lit der äkulum klichen h. Jahr- ——————— —— 4 4 — — 9DO ſ2 2 Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green vellow Hed Medenne Wnite Grey 1 Grey 2 Grey 3 Grey 4 a —;-InI II1 Redakteur: Prof. Dr. J. Schwalbe. 1907. Verlag von GEORG THIEME in Leipzig.