rtausbf d⁴. U 1 c ¹ 3„ dr Dramatische Rufführun im 6ießener Stadttheater veranstaltet von den Studierenden der Landes⸗Universität =NE=Eg— Leitung: ferr Direktor Hermann Steingoetter. ſſiitwirkende: Fräulein lrene Schädel aus éiefjen Frau Huguſte Fiſcher Fräulein õertrude Seeſemann Studierende der hHochſchule Schüler des 6umnaſiums und Realgumnaſiums Die Kapelle des Inf.⸗Regts. Kaiſer Wilhelm(2. 6rofih. Heſſ.) Hr. 116 unter Leitung ihres Dirigenten, des herrn Muſikdirektors Kraufje. Programm: dvom Stadttheater in 6ießen Schillermarſch...... 6. ſllegerbeer 2. Feſtſpiel zur Erinnerung an die erſte Hufführung von „Wilhelm Tell“ am 17. Mlärz 1804 in Weimar von Hlexander Otto. perſonen: Schiller.......... öherr eurath LOfte............ kraulein Schädel Heinrich doß.........herr Wenz Schauplatz: In Schillers Hauſe am fbend der ersten tellaufführung. — ⁴ᷣꝝ˖‿ÿ======== 3. Feſtouvertüre H. Klughardt 4. Rütli⸗Szene aus„Wilhelm Tell“ Perſonen: Werner Stauffacher ferr Weidner Konrad Hunn candleute Becker ltel Reding als Lenz hans auf der Mauer.... Chantre jörg im Hofe Schwß 6oetʒ Ulrich der Schmied Dahmer Joſt von Weiler Winn Walther Fürſt. Weben Röſſelmann, der Pfarrer.. Werle Petermann, der Sigriſt auus Scholl Kuoni, der hHirte Platner Werni, der jäger Uri Fro Ruodi, der Fiſcher malzan Hrnold vom Helchthal Wei Konrad Baumgarten...„ Tehmann Maier von Sarnen aus.... Köhler Struth von Winkelried unter⸗.. Bockius Klaus von der Flüe walden Dinkler Burckhardt am Bühel Döll Hrnold von Sewa hellwig Landleute aus den Waldſtätten — ==E— 5. hiſtoriſche Märſche 6 Wanlenſteins Cager perſonen: Wachtmeiſter von einem Terzkuſchen. Trompeter Karabinierregiment Erſter Scharfſchütz.. Zweiter Scharfſchütz. Konſtabler.. Erſter holkiſcher Jäger. Zweiter holkiſcher Jäger Buttleriſcher Dragoner...... Erſter rkebuſier vom Regiment Sweiter Hr einter Tiefenbach Küraſſier von einem walloniſchen Regiment Küraſſier von einem lombardiſchen Regiment. Kroat. Ulan Rekrut Bürger Bauer Bauernknabe Kapuziner. Soldatenſchulmeiſter. Soldatenknabe Marketenderin Rufwärterin Soldaten, Soldatenjungen. Herr Lenz Doepfer Schwöbel Ullmann Weidmann Scheerer „ Zorn „ Köhler Deggau Wirth Werle Weidner Philipps Ialzan Bockius „ Schachner „ Biſchoff 6eorg Krüger Herr Põöpperling „ Teou Otto Behaghel Frau Fiſcher Frl. Seeſemann handlung: Dor der Stadt Pilſen in Böhmen. =g—O=== M 9 9 9 Epilog zu Schillers élocke 6oethe. Freude dieſer Stadt bedeute Friede ſei ihr erſt’' 6eläute Und ſo geſchah's! Dem friedenreichen Klange Bewegte ſich das Land und ſegenbar Ein friſches 6lück erſchien; im Hhochgeſange Begrüßten wir das junge Fürſtenpaar; Im Vollgefühl, in lebensregem Drange Dermiſchte ſich die tät’ge Dölkerſchar, Und feſtlich ward an die geſchmückten Stufen Die Huldigung der Künſte vorgerufen. Da hör' ich ſchreckhaft mitternächt’ges Läuten, Das dumpf und ſchwer die krauertöne ſchwellt. Iſt's möglich? Soll es unſern Freund bedeuten, Hn den ſich jeder Wunſch geklammert hält? Den Lebenswürd'gen ſoll der lod erbeuten? Hch! wie vercirrt ſolch ein Derluſt die Welt! Hch! was zerſtört ein ſolcher Riß den Seinen! un weint die Welt und ſollten wir nicht weinen? Denn er war unſer! Wie bequem geſellig Den hohen Mann der gute lag gezeigt, Wie bald ſein Ernſt, anſchließend, wohlgefällig, Zur Wechſelrede heiter ſich geneigt, Bald raſchgewandt, geiſtreich und ſicherſtellig, Der Lebensplane tiefen Sinn erzeugt, Und fruchtbar ſich in Rat und lat ergoſſen; Das haben wir erfahren und genoſſen. =Öö=Y=— —— ſ8 G G —BVV=AA L ——— Denn er war unſer! Mag das ſtolze Wort Den lauten Schmerz gewaltig übertönen! Er mochte ſich bei uns, im ſichern Port, flach wildem Sturm zum Dauernden gewöhnen. Indeſſen ſchritt ſein 6eiſt gewaltig fort Ins Ewige des Wahren, 6uten, Schönen, Und hinter ihm, in weſenloſem Scheine, Cag, was uns alle bändigt, das 6emeine. ſlun ſchmückt er ſich die ſchöne 6artenzinne, Don wannen er der Sterne Wort vernahm, Das dem gleich ew'gen, gleich lebend'gen Sinne 6eheimnisvoll und klar entgegen kam. Dort, ſich und uns zu köſtlichem 6ewinne Derwechſelt er die Zeiten wunderſam, Begegnet ſo, im Würdigſten beſchäftigt, nerung, der ſacht, die uns entkräftigt. Ühm ſchwollen der 6eſchichte Flut auf Fluten, Derſpülend, was getadelt, was gelobt, Der Erdbeherrſcher wilde heeresgluten, Die in der Welt ſich grimmig ausgetobt, Im niedrig Schrecklichſten, im höchſten 6uten ſlach ihrem Weſen deutlich durchgeprobt. ſlun ſank der Mond, und zu erneuter Wonne Dom klaren Berg herüber ſtieg die Sonne. ſiun glühte ſeine Wange rot und röter Don jener jugend, die uns nie entffliegt, Don jenem Mlut, der, früher oder ſpäter, Den Widerſtand der ſtumpfen Welt beſiegt, — qſ-—— 1 —== Aò G ſ — L——— [EABVVV=B don jenem élauben, der ſich ſtets erhöhter Bald kühn heroordrängt, bald geduldig ſchmiegt, Damit das 6ute wirke, wachſe, fromme, Damit der lag dem édlen endlich komme. Doch hat er, ſo geübt, ſo vollgehaltig Dieß breterne éerüſte nicht verſchmäht; Hier ſchildert er das Schickſal, das gewaltig don Lag zu ſacht die Erdenachſe dreht, Und manches tiefe Werk hat, reichgeſtaltig, Den Wert der Kunſt, des Künſtlers Wert erhöht. Er wendete die Blüte höchſten Strebens, Das Leben ſelbſt, an dieſes Bild des Lebens. ihr kanntet ihn, wie er mit Rieſenſchritte Den Kreis des Wollens, des Dollbringens maßz, Durch Zeit und Land, der Dölker Sinn und Sitte, Das dunkle Buch mit heiterm Blicke las; Doch wie er atemlos in unſrer Mitte, In Leiden bangte, kümmerlich genas, Das haben wir in traurig ſchönen jahren, Denn er war unſer, leidend miterfahren. Ihn, wenn er vom zerrüttenden 6ewühle Des bittern Schmerzes wieder aufgeblickt, Ihn haben wir dem läſtigen 6efühle Der 6egenwart, der ſtockenden, entrückt, ſllit guter Kunſt und ausgeſuchtem Spiele Den neubelebten edlen Sinn erquickt, Und noch am Bbend vor den letzten Sonnen éin holdes Lächeln glücklich abgewonnen. — G — ö Er hatte früh das ſtrange Wort geleſen, Dem Leiden war er, war dem lod vertraut. So ſchied er nun, wie er ſo oft geneſen; Nun ſchreckt uns das, wofür uns längſt gegraut. Doch ſchon erblicket ſein verklärtes Weſen sich hier verklärt, wenn es hernieder ſchaut. Was Mitwelt ſonſt an ihm beklagt, getadelt, Es hat's der lod, es hat's die Zeit geadelt. fluch manche 6eiſter, die mit ihm gerungen, Sein groß Derdienſt unwillig anerkannt, sie fühlen ſich von ſeiner Kraft durchdrungen, In ſeinem Kreiſe willig feſtgebannt: Zum höchſten hat er ſich emporgeſchwungen, Mlit allem, was wir ſchätzen eng verwandt. so feiert ihn! Denn was dem Mann das Leben Hur halb erteilt, ſoll ganz die Hachwelt geben. So bleibt er uns, der vor ſo manchen jahren— Schon zehne ſinds“!— von uns ſich weggekehrt! Wir haben alle ſegenreich erfahren, Die Welt verdank’ ihm, was er ſie gelehrt; Schon längſt verbreitet ſich's in ganze Scharen, Das éigenſte, was ihm allein gehört. Er glänzt uns vor, wie ein Komet entſchwindend, Unendlich Licht mit ſeinem Licht verbindend. Æ 6dethes Epilog wurde am 10. Huguſt 1805 bei der zum 6edächtnis Schillers in Lauchſtädt veranſtalteten Totenfeier geſprochen. Doraus ging eine dramatiſche nufführung des Liedes von der 6locke. Zu einer Wiederholung der 6edächtnisfeier in Weimar am 9. Mai 1810 dichtete 6oethe die vorletzte Strophe, während die ſechste und die letzte Strophe erſt bei der Dorſtellung am 10. lai 1815 hinzukamen. 4 ===A=SA S 4 S G S 4 — Brühl’ſche Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei- R- Lange, 6ießen = Colour& Grey Sontrol Chart aeis Blue Cyan Green vellow- Hed Magenta White Grey 1 Grey 2— Grey 3 Süier Black ereſer E Gießen Dramatische nfirens mmamm;ͤhdn“f;/¶ſW†mmͥ0%⁰6 6 6 6c hem 1 2 3 4 5 6 5 8 9 10 11 12 13 ———— 6 EIIIILIlAIil LLI LL — *— ſr 4