T inhaans 12 646 810 3 4 4 9 V 5 3D Cà,Separat-Abdruck aus der „Chemiker-Zeitung: Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. G. Krause, Cöthen. Ein Liebig-Museum in Giessen. Von Prof. Sommer-Giessen. — — N. 4 c 8.VX 3 — e AM⸗ V 532 Cöthen(Anhalt). Verlag der Chemiker-Zeitung. 1899. 16. Aug. 1985 2 ½, Feb. 1983 16. Dez. 880 n Separat-Abdruck aus„Chemiker-Zeitung“ 1899.23, No. 9. (Abdruck aus der„Chemiker-Zeitung“ ist nur mit Angabe der Quelle gestattet.) A. 56 ˙O 0— 9 Ein Liebig-Museum in Giessen. Von Prof. Sommer-Giessen. Ein in No. 101(1898) dieser Zeitschrift¹) abgedruckter Aufsatz regt an, aus dem Liebig-Laboratorium in Giessen ein Liebig-Museum zu gestalten, in welchem sich die Geschichte der chemischen Wissen- schaften darstellen könnte. Am Schlusse nimmt derselbe Bezug auf einen von mir veröffentlichten Plan²) zur Umgestaltung desjenigen Theiles von Giessen, in welchem das Liebig-Laboratorium liegt, und sagt sehr richtig:„Die an Stelle dieses und anderer anliegenden Ge- bäude projectirten gärtnerischen Anlagen werden sicherlich dem historischen Bau seinen Platz auch weiterhin gönnen. Bei richtiger Ausführung liesse sich auch mit dem unscheinbaren Gebäude des Liebig-Laboratoriums eine effectvolle Wirkung erzielen“. Es soll hier kurz dargelegt werden, in welcher Weise der sehr zu begrüssende Gedanke eines Liebig-Museums in Verbindung mit den geplanten Aenderungen ausgeführt werden kann. Die Lage des jetzigen Liebig- Laboratoriums ergiebt sich aus den folgenden vergleichenden Plänen, aus welchen ich hier nur die das vorliegende Thema betreffenden Punkte herausgreife. ¹) Chem.-Ztg. 1898. 22, 1061. 3 1 ²) cfr. Giessener Anzeiger vom 23. November 1898, No. 275. Zur Verbesserung der Giessener Eisenbahn-Verhältnisse. Jetziger Zustand. 4= Anatomie. St= Haupt-Steueramt. B= Hauptbahnhof.= Post. B= Oberhessischer Bahnhof. A K= Alte Klinik. 9= Geleise Cassel-Frankfurt. La= Laboratorium an der 92+= Geleise n. Gelnhausen u. Fulda. Liebigstrasse. L. 8= Liebigstrasse. 0= Ohrenklinik. B 8= Bahnhofstrasse. FS= Frankfurterstrasse. Neuer Plan g* L=. EB. Es sind fortgefallen: Theil zum Fahrweg von 01£ nach B 4A= Anatomie. verwendet), H V, H L, EI E, E Te. A= Bahnhof. = Oberhessischer Bahnhof. 195 1 8— Lbere Sinekamte u Es sind hinzugekommen: 4 K= Alte Klinik. C B= Centralbahnhof. 0 K= Ohrenklinik. B A= Bahnhofsanlage. Ea= Laboratorium an der Ws= Verlängerung der Wilhelm- strasse zur Bahnhofstrasse. Liebigstrasse. 92 d. 3= Oberh. Eisenbahnlinie(v. d.= viereck. Häuserblock an Stelle alt. Stelle). der alten Klinik, zwischen Es sind geblieben(cf. I. Plan): Liebigstr., Post, verlängerter . S S. S, I S.. G, HS, Wilhelm- u. Frankfurterstr. C S, K S, W, bm u. b2(theilweise, ein Zu diesen Plänen gebe ich folgende Erläuterung: Das„Liebig- Laboratorium“(La) ist der westliche Flügel der z. Z. als Klinik benutzten alten Kaserne(4 K) und stellt in seinem vorderen mit Säulen ausgestatteten und dadurch architektonisch verwerthbaren Theil äusserlich eine Art Militär-Wache dar, welcher auf der östlichen Seite das jetzt als Ohrenklinik(0 K) verwendete Stück der Kaserne entspricht. Das Liebig-Laboratorium wirkt also zur Zeit lediglich als Bestandtheil des massiven Kasernenbaues(A K) und kann bei dieser Art der Gliederung unmöglich ein„Liebig-Museum“ als selbst- ständiges Gebilde werden. Wird dagegen, wie es in dem vorliegenden Project geplant ist, die alte Kaserne(4 K) incl. des östlichen Flügels (jetzt Ohrenklinik) ganz abgetragen und das entsprechende Terrain in den Stadtbebauungsplan eingezogen, so könnte der vordere Theil des westlichen Flügels mit seiner Arkade(„Liebig-Laboratorium“ La) thatsächlich genug architektonische Selbstständigkeit bekommen, um als Hülle eines Museums zu dienen. Wir denken uns hinter dieser Arkade einen grösseren Saal, der die Erinnerungen an den grossen Chemiker aufnehmen könnte. Bei Beibehaltung der jetzigen Raum- eintheilung ist eine übersichtliche Anordnung der betreffenden Dinge ausgeschlossen. Zudem stellt dieselbe in Folge vielfacher anderer Verwendung eine sehr modificirte historische Wirklichkeit dar. Denkt man sich die jetzige Arkade erhalten und dahinter einen grossen Museumssaal, so fügt sich dieses Gebilde in der That ausgezeichnet in den oben wiedergegebenen Plan ein, indem die davor gedachte Anlage nach Beseitigung des alten Gefängnisses(hinter dem Haupt- steueramt) und des jetzigen Hauptsteueramtes(?) der historischen Stätte nur zugute kommen könnte. Ich betone also, dass die Be- seitigung der alten Kaserne mit Ausnahme des speciell auf Liebig bezüglichen und dabei architektonisch ver- werthbaren Theiles Voraussetzung zur Ausgestaltung des Liebig-Laboratoriums zu einem Liebig-Museum ist. Bei Ausführung dieses Planes würde das Liebig-Museum unter Erhaltung der nach der Liebig-Strasse(L S) gewendeten Arkade genau an die nordöstliche Ecke der Bahnhofsanlage(B 4A) kommen und somit einen für ein historisches Denkmal dieser Art durchaus geeigneten Platz erhalten. Auch die weitere Umgebung wird nach Umgestaltung der jetzigen Verhältnisse an dieser Stelle eine durchaus würdige sein. Selbst wenn an dem vorliegenden Plan Aenderungen nicht aus- bleiben, so kann es doch nicht zweifelhaft sein, dass Alles auf eine gründliche Umgestaltung dieses Stadttheiles drängt, und dass es that- sächlich Zeit ist, ein Erinnerungszeichen an den grossen Chemiker aufrecht zu erhalten, was sich durch Verwendung der Arkade des Liebig-Laboratoriums als Fazade eines Liebig- Museums gerade unter Voraussetzung der geplanten Umgestaltungen leicht thun lässt. Praktisch handelt es sich darum, die Regierung des hessischen Staates, welcher das Gebäude des Liebig-Laboratoriums besitzt, für den Plan eines Liebig-Museums zu gewinnen. Schon ist in der II. Kammer der hessischen Landstände mit Bezug auf den Artikel der„Chemiker-Zeitung“ und die in einem Giessener Blatt daran geknüpften Erörterungen eine Anfrage an die hessische Re- gierung gerichtet worden, ob dieselbe bereit sei, den Plan eines Liebig- Museums zu unterstützen. Wenn auch eine Antwort noch nicht erfolgt ist, so ist doch bei dem grossen Interesse, welches die hessische Regierung besonders in den letzten Jahrzehnten für die Entwickelung der Universität und die Förderung aller wissenschaft- lichen Bestrebungen bewiesen hat, zu erwarten, dass die Antwort dem Plan günstig sein wird. Am besten wäre es, wenn von Seiten der Chemiker selbst und zwar aller, die wissenschaftlich und prak- tisch zusammen arbeiten und sich als Mitglieder der von Liebig ausgehenden Schule fühlen, der Gedanke kräftig gefördert und im Einverständniss mit der hessischen Regierung verwirklicht würde. Einem aus hervorragenden Vertretern der Chemie zusammengesetzten Comité würde es sicher gelingen, eine Summe zusammenzubringen, welche für die Ausgestaltung des Gedankens in einer der allgemeinen Bedeutung der chemischen Wissenschaften würdigen Form ins Ge- wicht fallen könnte. Zum Schluss nur noch ein Wort der Entschuldigung dafür, dass ich als Nicht-Chemiker in einem Fachblatte gewagt habe, in dieser Sache das Wort zu ergreifen. Ich hatte hierzu nicht nur den äusser- lichen Grund, dass in dem erwähnten Aufsatz auf meinen wesentlich im Interesse der medicinischen Institute entworfenen Plan Bezug ge- nommen wurde, es bestimmte mich dazu auch ein wissenschaft- liches Motiv. Männer wie Liebig gehen in ihrer Wirkung weit über die Grenzen ihrer Fachwissenschaft hinaus und wirken bahn- brechend nicht nur durch ihre besonderen Forschungsresultate, sondern weit mehr noch durch ihre Methode. Liebig hat ein grosses Gebiet der Natur durch sein analytisches Verfahren der Wissenschaft errungen; deshalb können über die Grenzen des chemischen Gebietes hinaus alle diejenigen an dem Werk eines Liebig-Museums Antheil nehmen, welche in der Methode den eigentlichen Ursprung des wissenschaftlichen Fortschrittes auf allen Gebieten erkennen. 4 AUa, PREUSS, CSruEN. Di iker-Zei 55 „Chemiker-Zeitung zeichnet sich aus durch Reichthum ur d Mannigfaltigkeit des Inhalts, sowie durch zweckentsprechende Eintheilung des umfangreichen Stoffes. Sie zerfällt in: Hauptblatt: Original-Artikel wissenschaftlichen, technischen und volkswirthschaftlichen Inhalts. Jahresberichte der chemischen Industrie. Musterstätten der chemischen Grossindustrie und der chemischen Lehrinstitute. Mittheilungen aus der analytischen Praxis. Berichte liber die Thätigkeit von cheminchen Laboratorien des In- u. Auslandes. Sitzungs- Berichte von wissenschaftlichen und industriellen Gesellschaften und Vereinen des In- und Auslandes. Gesetzgebung, Patent-, Marken- u. Musterschutzwesen. Recht- sprechung. Versicherungswesen, Vorschläge für experimentelle und technische Untersuchunge Abhandlungen über die wissenschattliche und sociale Stellung deutscher Chemiker im Auslande. Corresponder Tagesgeschichte. Beschreibung deutscher und auslündischer Patente. Patentlisten aller Länder. Gebrauchsmuster. Waarenzeichen. Literatur. Briefwechsel, Deposita ete. Chemisches Repertorium: Schnellste Berichterstattung äurch sorgfäültigst bearbeitete Referate über alle im In- und Auslande erscheinenden, irgendwie erwähnenswerthen Abhandlungen aus dem Gebiete der reinen und namentſich auch der technischen Chemie in ihren weitesten Verzweigungen, daher ein unenthehrliches und bequemes Nachschlagewerk über das Gesammtgebiet der Chemie Handelsblatt: Original-Abhandlungen über Handels- und Zeltfragen. Handelskammerberichte. Zoll- wesen. Statistik ete. Verkehrswesen. Handelsregister. Marktberichte(durch Special- Correspondenten in allen grossen Städten des Weltverkehrs Handelsnachrichten etc. Zu allen 3 Theilen erscheinen halbjährliche Inlaltsverzeichnisse(Autoren- und Sachregister). Die„Chemiker-Zeitung“ ist nicht nur das reichhaltigste und einflussreichste, sondern auch das billigste Fachorgan. Die„Chemiker-Zeitung“, wöchentlich 2 Jummern gross Quart à 22—44 Seiten, in vor⸗ pehmer Ausstattung betr. Druck und Papier mit vielen Abbildungen im Texte, kostet 1. durch die Post(Deutsche Post Zeitungs-Preisliste 1899: No. 1563) pro Quartal 5 M, 2. durch den Buchhandel des In- und Auslandes bezogen, pro Quartal 5 M, 3. durch die Expedition in Cöthen unter Streitband pro Quartal: Inland 6 Mark(jähr- lich 24 Mark), Ausland 7 Mark(jährlich 28 Mark). Anzeigen. Raum der 1-spaltigen Colonelzeile: 30 Pf. i A2 de durch Ilt i: Inhalts ssindustrie . Berichte Sitzungs. inen des n. Recht- technische Stellung schreibung chsmuster. chte. Zoll. Special- hten ete Ader uari Mark 3¶ 3D 2 Separat-Abdruck aus der 4—.—2—— Colour& Grey Control Chart 22 * Blue Cyan Green vellow- Hed Magenta Wlite Grey 1 Grey 2 Grey S Grey 4 Black DW 7Mo Ein Liebig-Museum in Giessen. 4 Von Prof. Sommer-Giessen. 1 Cöthen(Anhalt). Verlag der Chemiker-Zeitung. 1899.