. 3 Beben H E R R N GKranz Juſtus Kortholts Doktors und erſten Profeſſors der Rechten, Vice⸗Canzlers der Univerſitaͤt Gieſen, Hochfuͤrſtlich⸗Heſſen⸗Darmſtaͤdtiſchen, wie auch Hochgraͤflich⸗Sayn und Wittgenſteiniſchen Hofraths, entworfen 3 Gieſe n 4 AE bey Johann Philipp Krieger. 1 77 1. e NM.ff z..d. 2 keicht t Gelehr Poltur gion vel ſchenck Welt. groſen! hochad Er wa Wiſſen Religi von die keine L ein M rechtſch ein St werfen unvolle liefern 2 In Mi da cher freu ſpruͤche, und ertheilen denen, welche fie beſitzen, einen inneren Werth, welcher weder geraubet, noch durch aͤuſern Rang und Titel er⸗ reicht werden kann. Sind ſie nun noch uͤber dieſes durch Erziehung und Gelehrſamkeit ausgebildet worden; haben ſie von der groſen Welt ihre Politur empfangen; werden ſie durch ein rechtſchaffenes Herz und Reli⸗ gion veredelt; ſo wird der Mann in welchem ſich ſolche vereinigen ein Ge⸗ ſchenck der Vorſehung an ſeine Familie, an das Vaterland, ja an die Welt. Da muß man in demſelben den erhabenen Gelehrken, und den groſen Mann bewundern; den Menſchenfreund und Patrioten lieben und hochachten: und den Chriſten verehren. Dieſes war unſer Kortholt. Er war es, das ſagen uns die Klagen der Muſenſoͤhne, der Lieblinge der Wiſſenſchaften, der Menſchenfreunde,* der Patrioten, der Verehrer der Religion. Dieſe ſind das unausbleibliche Opfer, wann ein groſer Mann, von dieſen edlen Zuͤgen geſchmuͤcket, entrißen wird. Doch wir ſchreiben keine Lobrede. Dieſes zu thun muͤßte ein Kortholt ſelbſten vorhanden ſeyn: ein Mann der nicht nur das erhabene der Religion, das Vergnuͤgen eines rechtſchaffenes Herzens fuͤhlte ſo wie er; ſondern auch ein Gelehrter und ein Staatsmann waͤre ſo wie er. Es wuͤrden die Zuͤge, welche wir ent⸗ werfen, ſo glaͤntzend ſie auch ſeyn moͤchten, doch nur ein ſchwacher und unvollendeter Umriß bleiben, den nur wenige auszeichnen koͤnnten. Wir liefern nur ſein Leben und nicht ſein lob, gls welches ohnehin in allen de⸗ ) ren * In dem unvergleichlichen Gedicht, welches einer unſrer akademiſchen Mitburger der wahres Genie verraͤth Herr Schneider aus Darmſtadt im Namen der uͤbrigen gemacht hat, wird er auch mit dem ſeligen Gellert vergli⸗ chen, nicht weil er in dieſem Fach bekannt ware, aber eben deſſen menſchen⸗ freundliches Herz, die ſo ſeltene Tugendigroſer Gelehrten, beſaſe. G Talente haben allemal auf Bewunderung die gerechteſten An⸗ 4 eA ren Andencken die ihn gekannt haben, wo nicht vollſtändig, doch glaͤn⸗ tzend gezeichnet iſt.. Heſſen, insdeſondere Gieſen, kann auf Ihn ſtoltz ſeyn, da er dem Verzeichnis der groſen Gelehrtken, welcher ſich daſſelbe als ſeiner Soͤhne zu ruͤhmen hat, eine beſondere Zierde ertheilet. In Gieſen war er ge⸗ dbohren,* erzogen, und zu den Wiſſenſchaften zubereitet. Hieſiges Pae- dagogium iſtuſtre und deſſen Paͤdagogiarch/ der groſe und beruͤhmte Theo⸗ log unſrer Zeiten, Herr D. und Kirchenrath Benner rechneten es ſich jederzeit zu einer beſonderen Ehre, daß unter vielen andern ein Vice⸗Canzlar Kortholt und Reichshofrath von Senckenberg ſie zu Lehrern gehabt habe, ſo wie erſterer dieſes niemalen ohne Merckmale der Hochachtung und Danckbarkeit, als welches ein Eigenthum groſer Selen iſt, gedachte. Waͤre es wahr, daß das Geſchlecht ſchon zu einem Anſpruch auf Gelehr⸗ ſamkeit berechtigte, ſochaͤtte ein Kortholt ſchon an und füͤr ſich dazu ein vollkom⸗ menes Recht. Wer kennt dieſe Namen nicht in der gelehrten Geſchichte?** Doch macht die Vorſehung dieſes zuweilen zu einem Mittel, Talente auszu⸗ dilden, und ſie der Welt zu uͤberliefern. Der ſelige Matthias Miko⸗ laus Kortholt, Profeſſor der Beredſamkeit und Dichtkunſt hier in Gieſen, bildete als treuer Vater unſern ſeligen Herrn Vice⸗ Canzler, daß er ihm auch nachgehends mit vielen Ehren in dieſer Profeſſion konnte nachfolgen, und ertheilte ihm die Erziehung, welche die Vorſehung als Mittel brauchet groſe Gelehrten und ungeheuchelte Chriſten hervorzubrin⸗ gen.*** Der nachmalige Super. in der Grafſchaft Lichtenberg Johann Mizenius * Anno 1711. den zoten Jenner.— er Chriſtian Vortholt, Procancellarius und Profeſfor Theologiae primarius in Kiel war ſein Herr Grosvatter. „rr Seine Frau Mutter war: Frau Catharina Wagdalena eine gebohrne von Birghden, Herrn Johann Chriſtoph von Birghden, geweſenen Stadtſchreibers der freyen Reichsſtadt Frankfurt am Mayn, und Frau Ma⸗ rien Agathen einer gebohrnen Imlinin Frau Tochter. Dieſe war eine Ur⸗ enckelin des vormaligen beruͤhmten Poſtmeiſters in Frankfurt, Johann von Birghden, welcher bey vollſtaͤndiger Einrichtung des Reichs Poſtweſens, von der Zeit an, da im Jahr 1617. der Freyherr von Taxis, mit dem General Poſtmeiſteramt, als einem Reichs⸗Manns Lehen belehnt worden, ſich viele Verdienſte erworben, und der Verfaſſer desjenigen gruͤndlichen Berichts von dem Poſtweſen iſt, welchen der ſelige Herr von Meiern den Actis. Pac. Weſtph. Tom. V. p. 444-456. einruͤcken laſſen. ſ Weidlichs zuverlaͤſſige Nachrichten jetzlebende Rechts„Gelehrten 4 Th. p. 206. Die Frau Grosmutter von vaͤterlicher Seiten ware, Frau Anna Catharina eine gebohrne Kirchhofin⸗ Mize an ſei er ein dem ſeierte ſchen lehrſa fentlic daß Stac ſeiner daher Ottd Män zu geh ſtein Lünebu gen A ron d Eidd ſem h Herr eines glaͤn⸗ er dem Söhne ter ge⸗ ds Pae- te Theo⸗ jederzeit Canzlar abthabe, ung und gedachte. (Gelehr⸗ vollkom⸗ chte?** te auszu⸗ Niko⸗ j hier in Canzler, on konnte Hung als orzubrin⸗ Johann jizenius primatius e gebohrne geweſenen Frau Na⸗ ar eine Ur⸗ ohann von poſtwefens, em General a, ſich vule zerichts bon Actis. ac. zuvellaſſig Grosmutter eirchhoſin 66 Sd 1 Mizenius. genoß ebenfals die Ehre durch Hausi⸗ Information an ſeiner Bildung Antheil zu haben. Im ſechzehenden Jahr wurde er ein akademiſcher Mitbuͤrger in Gieſen, und im neunzehnten zeigte er bey dem zweiten Jubelfeſt der Augſpurg. Confeßion, weiches die Akademie feierte, die Fruchte ſeines ſchoͤnen Geiſtes in einem wohlgerathenen lateini⸗ ſchen Gedicht. Von dem Fleiß und Geſchicklichkeit in der der Rechtsge⸗ lehrſamkeit mußten batd darauf unterſchiedene Diſſertationen, welche d. fentlich gehalten wurden zeugen* Die Vorſehung hatte den ſeel. Herrn Vice⸗Canzler dazu beſtimmet, daß er dem Vaterland nicht nur auf der Akademie, ſondern auch in Staatsſachen ſollte wichtig ſeyn. Sie beſorgte alſo auch die Richtung ſeiner ungemeinen Eigenſchaſten auf dieſen Gegenſtand. Es muſte ſich daher fugen, daß ihm die Hofmeiſterſtelle uͤberkragen wurte, an einem Ott der dazu alle Mittel darbotte; ſie brachte ihn eine Verdindung mit Maͤnnern, welche gros genug waren ſeiner Gelehrſamkeit eine Richtung zu geben. Er wurde Hofmeiſter bey dem Herrn Baron von Ullmen⸗ ein jetzigen Koͤnigl. Grosbrittanniſchen, und Churfuͤrſtl. Braunſchweig. uneburgiſchen Oberappellationsrath zu Celle, einen Sohn des damali⸗ gen Aſſeſſors bey dem Reichs⸗Cammer⸗Gericht in Wetzlar, Herrn Ba⸗ ron von Ulmenſteins. Hier bekame er die Erlaubnis, nachdem er den Eid der Verſchwiegenheit geleiſtet, die acta, relationes und vota bey die⸗ ſem hohen Reichs⸗Gericht zu ſehen. Er hatte einen Zutritt bey dem ſel. Herrn Aſſeſſor von Ludolf, und was noch mehr er genoße des Unterrichs eines unſterblichen und groſen Zwierleins. Der Herr Geheimderath von Zwierlein unterrichtete ihn naämlich im iure camerali. Wann die Vorſehung einem ſo groſen Mann einen ſo groſen Lehrer vergoͤnnet, was kann man da nicht erwarten? Wie ſelten werden alſo Kortholte ſeyn! Doch ſollte er nicht nur durch Bekanntſchaft mit dieſem hohen Reichs⸗Ge⸗ richt in Werzlar, ſondern auch durch das in in Wien zu einem Staats⸗ Lehrer gebildet werden. Man gedenket freylich nicht allezeit, auch mitten un⸗ ter den Umſtaͤnden, worunter die Vorſehung uns zubereitet, zu welcher Abſicht wir beſtimmet ſind; wann zumalen d Wege welche wir gehen muſ⸗ 4 ſen „An. 1732. Vertheidigte er unter dem Vorſitz des ſel. Canzleidirektors, D. Johann Friedrich Baiſers eine Streitſchrift: de aequali ſtatuum origine & progreſſu. An. 1733. hielte er eine Diſſert. unter dem ſel. Prof. Chriſtoph Friedrich Ayermann: de M. Conrado Marpurgenſi, clariſſimo Saec. XIII. viro. 6 erAh Nd ſen, gantz entgegen zu ſeyn ſcheinen. Nachdem der Herr Vice⸗Canzler nach einem zweyjaͤhrigen Aufenthalt in Wetzlar ſich in Gieſen zum Advocato und Procuratore ordmario gnaͤdigſt beſtellet ſahe* wo er die Doktor⸗ wuͤrde annahme, und Collegia laſe, ſo dachte er ſchwerlich daß ihm Wien noch Gelegenheit geben ſollte, ſeine Staatswiſſenſchaften zu vermehren. Dennoch geſchahe dieſes, und zwar dadurch, daß er bey dem Herrn Gra⸗ fen zu Sayn und Wittgenſtein in Derleburg als Secrer. in Dienſte trat** Mit dieſem gienge er nach Wien, wo derſelbe wuͤrklicher Kai⸗ ſerlicher Reichs⸗Hofrath ware Er war ein Stiefenkel von dem damali⸗ gen Kayſerl Reichshofraths⸗Praͤſidenten Grafen von Wurmbrand. Es iſt leicht zu gedenken, welche ſeltene Gelegenheit hier dem ſel. Herrn BVice⸗Canzlern dargebotten wurde, ſo wohl ſeine tiefen Einſichten zu be⸗ reichern, als auch dieſelben bekannt zu machen. Dieſes geſchahe, und er hatte die groͤſte Hofnung die Stelle eines Reichs⸗Agenten zu erhalten, und war nicht ſo geſonnen Wien zu verlaſſen Er war aber dem Vaterland vorbehalten, welchem er durch Fuͤhrung der wichtigſten Proceſſe nuͤtzlich ſeyn ſollte. Kaiſer Carl der Sechſte ſtarb,*** und der Herr Graf keh⸗ rete hierauf wieder nach Berleburg zuruͤck⸗ Daſelbſten wurde un⸗ ſer Herr Vice⸗Canzler Aſſeſſor bey der Hochgraͤflichen Regierung, aber bald darauf nach Gieſen zum Profeſſor der Beredſamkeit und Poeſie be⸗ rufen,****F worauf er bald auſerordentlicher Lehrer der Rechte wurde.***4* Zu dieſer Zeit machte das Vaterland ſeiner Voreltern auf ihn Anſpruͤche. Er erhielte einen Ruf***r*er nach Kiel, als Cantzleirath und und Profeſſor der deutſchen Rechten. Die Erlaſſung, um dahin abzugehen, wurde ihm nicht gewaͤhret, ſondern er bekame die vierdte or⸗ dentliche Leyrſtelle der Rechte, bald darauf die dritte und das akademi⸗ ſche Syndikat in Gieſſen.*4ι1* Ein * An. 1738. wurde er hierzu ernennet, und diſputirte pro gradu Doctoris de poſſeſſione ea lege, ne contra tradentem, dum viuit, exerceatur, tradita. Dieſe Streitſchrift ſchluge in die zwiſchen beyden Heſſiſchen Haͤuſern obwal⸗ tede Streitſache die Hanauiſche Succeſſion betreffend ein. ** An. 1739 —⸗ Anno 1740. den 20ten Octobr. ewr An. 1741. den 22. Jan. kratte er dieſe Profeßion mit einer Rede an: de Commodis Iurisprudentiae ab cloquentia exſpectandis. urne Anno 1242. ersntr An. 1742. Firrrnnn Noch in demſ lbigen Jahre giengen Herr Prof. Wahl von hier als Prof. nach Goͤttingen, und Herr Reichshofrath Freyherr von hi onzhite,at 3 r ner nach dvocato Daktor⸗ m Wien ermehren. ern Gra⸗ Dienſte her Kai⸗ damali⸗ brand. Herrn mzu be⸗ und er ten, und aterland nuͤtzlich raf keh⸗ rde un⸗ 19 aber oeſie be⸗ 4. 4 † auf ihn unbleirath im dahin jerdte or⸗ akademi⸗ Ein octoris de r, tradita. en obwal⸗ de an: de rals Prof. berg, da⸗ 6h NSS 7 Ein Mann der Tugend beſitzet, wird ſeine Kraͤfte allezeit dem Po⸗ ſten weihen, welchen er begleitet, er ſeye in ſeinem Vaterland oder auſer demſelben. Vereinigen ſich aber die angebohrnen Empfindungen fuͤrs Vater⸗ land damit, welche keine Erinnerung der Pflicht verleihen kann, ſondern dem Herzen von Jugend auf eingepraͤgt ſeyn muſſen, ſo wird der Eifer immer ſiaͤrcker belebt, und die Dienſte werden erſprieslicher. So waren die Verdienſte des ſel. Herrn Vicecantzlers fuͤr ſeinen gnadigſten Landesherru in deſſen Staatsangelegenheiten er gebraucht wurde, und fuͤr die Univer⸗ ſitaͤt, auf welcher er mit dem groͤßten Beyfall lehrete, und durch ſeine Menſchenliebe, Uneigennuͤtzigkeit und Treue die Neigung der Studirenden an ſich zoge. Er hatte daher die Gnade ſeines Durchlauchtigſten Landes⸗ herrn und erhielte davon die Merckmale, daß er bald ſtuffenweis zum er⸗ ſten ordentlichen Lehrer der Rechte und Vicecanzler ernennet wurde, wo das Syndikat der verdiente und laͤngſt beruͤhmte Herrr Hof⸗ und Regie⸗ rungsrath Koch erhielte.* 3. Der Gluckſeligkeit, welche ſich der ſelige Herr Vice⸗Cantzler durch ſeine Verdienſte, und die damit verbundene Gnade unſers gnadigſten Fuͤr⸗ ſten erworben hatte, fuͤgte die Vorſehung noch eine Belohnung zu, wel⸗ che ſie zu einer Vollkommenheit brachte, die nur ſehr ſelten iſt. Sie fuͤhr⸗ te ihm in der eintzigen wohlerzogenen Tochter des Hochfreyherlichen Riedeſeli⸗ ſchen Beamten, Herrn Johann Jacob Wilhelm Riegelmanns, in Obern Ohm eine Gattin zu, welche an Einſichten, Wiſſenſchaften, und Tugend die Zierde ihres Geſchlechts iſt** Ihre Tugenden wurden durch ihn und ſeine Tugenden durch ſie belohnet. Ein Beweis daß die Vor⸗ ſehung die Tugend manchmal in dieſer Welt belohnet. Die ſeltenen Verdienſte des ſel Herrn Vice⸗Cantzlers, blieben bey Auswaͤrtigen nicht unbemerckt, ſondern wurden mit Achtung erkannt. Ei⸗ ne benachbarte anſehnliche Reichs⸗Stadt richtete bey Beſetzung eines ihrer anſehnlichſten Poſten, naͤmlich der Syndikats⸗Wahl einigemahl auf ihn ihr Augenmerck. Auſer dem gedachten Ruf nach Kiel, erhielte er einen andern maliger Profeſſor allhier, in Fuͤrſtlich Naſſau Oraniſche Dienſte, als Ee⸗ heimder Juſtitzrath. An. 1745. erlangte er das akademiſche Syndicat. * An. 1747. erlangte er die zweite und an. 1755. die erſte Lehrſtelle nachdem ſolche durch das an. 1751. erfolgte Abſterben des Canzleydirektors Herrn D. Kaiſers waren erlediget worden. * Anno 1747. den Iten Jenner. S. Weidlichs zuverl. N. 1. c. 8 eA ̊% N V andern in Reichs⸗Ritkerſchaftliche Dienſte mit einem anſehnlichen Ge⸗ ichung halt,* und nach dieſem wurde er in Furſtl. Naſſauiſche Dienſte, um b vnde im Minilterio zu arbeiten beruſen. Bey der jetzigen Cammergerichts⸗Vi⸗ eendig ſitation wuͤrde er von dem Hochfuͤrſtlichen Baden Durlachiſchen Haus 1 den als Subdelegatus auserſehen. Danckbarkeit iſt eine Eigenſchaft groſer Selen. EinMann deſſen Verdienſte von ſeinem Füͤrſten erkannt und belohnet werden, wird nur mehr in ſeiner Treue und Eifer angefeuert. ſ ſön Er widmet die in ſeinen Dienſten erworbene Erſahrungen gerne ſeinem Va⸗ cdn terland, welches die erſte Anlage zu den Verdienſten verliehe; und macht E ſe den Eigennutz nicht zum ſouverainen Beſtimmungsgrund ſeiner Entſchlie⸗ ſungen. Aus dieſen Urſachen wurden die verſchiedene Rufe zu den anſehn⸗ wanm lichſten Stellen, welche der Ruhm und die Verdienſte dem Heren Biee⸗ bwann Satl erwarben, von ihm ſeinem Fuͤrſten und dem Vaterland aufgeop⸗ poft ert. d Doch nahmen auch Auswaͤrtige an ſeiner Gelehrſamkeit und an ſei⸗ den C nem Beyſtand Theil. Auſer dem daß ſeine Schriften zeigen, in welchen oͤffent⸗ geſchäf lichen Angelegenheiten er gearbeitet habe,*e ſo berufen wir uns nur auch eine und des Sache,welche ihm einen beſondern Zuwachs an Ehrebrachte. Naͤmlich der Dhneſe dekannte Proceß der Frau von Albini gegen ihren Herrn Gemahl, die Er. vnn j 7* „Anno 1755. ſiedung tig.. „„ Hierher gehoͤren auſer der ſchon angefuͤhrten Schrift, die Hanauiſchel Suc⸗ ch ie ceſſions⸗Sache betreffend, worinnen der Freyherr von Cramer wiederleget wurde, die Schriften welche die Streitiakeit der Univerſitat Gieſen und Mar⸗ burg angehen. Febedion, de Progeſſi Arreſti in cauſſis Pacis Weſtphali- cae prohibito. 1747. 4to. 1 Im Jahr 1746. nahmen die nunmehro durch einen Verglich(bey V Gieſſen und Marburg, wegen receßmaͤſiger Wiedereinloͤſung derer in fuͤrſtenthum Marburg gelegenen Univerſitaͤts Vogteien bſa Ldeſfen ber⸗ 8 ander geriethen. Es ware die Frage: Ob der von der Univerſitaͤt Marburg. bey der Fuͤrſil. Regierung daſelbſt, gegen die loͤbliche Uuiverſttaͤt zu Gieſſen auf die beſagten Gefaͤlle impetrirte Arreſt rechtmaͤſig, und das Forum bey gedach⸗ 9 ter Regierung gegruͤndet ſeye? Dieſe Frage wurde von Marburgiſcher Seite t unter andern vom Herrn Hofrath, Johann Carl Boͤnig, und Herrn Hofge⸗ richtsrath, Aemilius Ludwig Zombergck zu Vach in Marburg bejahet V Gegen dicſs wurden ſie inggedachter Schrift verneinet. Hierher gehoͤren noch: 4 3 ad daſt. h Tuctom urſtl. Di Heſ⸗ 1 N — ltut.; G adt⸗ d TrSin dnen Aa. Durchl. und No Xegierud er Mandat Rrdings —e den Ge⸗ ſte, um dts Vi⸗ in Haus t groſer unt und gefeuert. em Va⸗ d macht entſchlie⸗ Nanfehn⸗ en Viee⸗ aufgeop⸗ à an ſei⸗ enöffent⸗ auch eine tmnich der „die Er⸗ nichung aiſchel Suc⸗ wlederleget und Mar⸗ Wehphali⸗ glich(bey fſchiedenen nverſitäͤten, rim Ober⸗ en mit ein⸗ Gieſſen auf bey gedach⸗ ſcher Seite, 6A o N 2 ziehung ihrer Fraͤulein Toͤchter in der proteſtantiſchen Religion betreffend, wurde von ihm an den hoͤchſten Reichsgerichten bearbeitet und nach Wunſch geendigt. Es iſt auch von dieſer Sache eine Deduction vorhanden, wel⸗ che dem Verzeichnis ſeiner Schriſten eine neue Zierde ertheilet. Denen, welche auch da die Gelehrſamkeit ehren, wo ſie mit Re⸗ ligion verknuͤpft iſt, ſo ſelten ſie auch ſind, wird es nicht unangenehm ſeyn, wann wir einige Zuͤge des Charackters dieſes groſen Gelehrten entwerfen. Es ſcheint in unſern Zeiten ein veraͤchtliches Lob fur einen Gelehrten, wann man in ſeinen Charackter Gottesfurcht mit einmiſcht. Freylich, wann dieſe alles iſt, was man von einem Mann der in einem gelehrten Poſten ſtehet, ſagen kann, ſo iſt er noch nicht uͤber das erhoben, was je⸗ dem eigen ſeyn ſollte. Sie aber gibt den Wiſſenſchaften und der weltli⸗ chen Ehre einen dauerhaften Glantz; ſie erhebt die Bemuͤhungen in Amts⸗ geſchaͤften zu einer gewiſſen Starcke; ſie ertheilt ihnen das Geprage des Edlen und des Dauerhaften welches ſie ſonſt auf keine andere Art erhalten koͤnnen. Ohne ſie bleiben die prachtvollen Namen, Tugend, Menſchenliebe, Patrio⸗ tismus, nur leere Toͤne. Dann ohne ſie giebt es keine Patrioten, keine Nenſchenfreunde, keine Tugendhafte. Dieſes ware Kortholt wahrhaf⸗ tig. Dazu hatte die Religion ſein Herz gebildet; die Religion deren er ſich oͤffentlich nicht ſchaͤmte, zu gros als ſichpon der Gewohnheit ſeiner Zei⸗ ( ten Stamm 1 Austräge Platz greifen am gllerwenigſten aber III) die interpreta- tio pactorum Lomus ad Comitia imperil vniuerfalia gehoͤrig ſey 74) Fol. Ferner: Gegenpromemoria und reichs geſetzmaͤſige Vertheidigung das von Seiten des Fuͤrſtl. Hauſes Heſſen⸗Darmſtadt ad ſtatus imperii erlaſſenen und in einem Heſſen⸗Caſſeliſchen Promemoria, und einer reichsconſtitutionsmaͤſi⸗ gen Pruͤfung ſub dato Regenſpurg den 21. Nov. 1740. zum bloſen Vorwand genommenen Circularſchreibens, dem hoͤchſt unbefugten Concurs Recurs, in der Univerſitaͤtsſache betrefſend 1750. Fol. Entdeckter Ungrund der ſo genannten begruͤndeten Abfertigung, welche ge⸗ gen den letzt bekannt gemachten Heſſen⸗Darmſtaͤdtiſchen ohnumſtoͤslichen Beweis von Heſſen⸗Caſſel herausgekommen 1750. Fol. 4 Schluslicher Gegenbeweis, daß nach allzudeutlichem Innhalt des Erb⸗ und Haupt⸗Vertrags de An. 157/8. zwiſchen denen beyden Fuͤrſtl. Haͤnſern Heſſen Darmſtadt und Caſſel in Arreſtſachen die Austraͤge keine Statt haben 1750. Fol. 8 12 66 ☛ N= ten hinreiſen zu laſſen; die Religion welche in aͤchter Liebe gegen jedermann ſichthar wurde, und diejenige Hochachtung einfioͤſte, welche ſeine Verdienſte und Gluͤck fuͤr allem Neid und Feindſchaft ſicher ſetzte Ein ſeltenes Gluck, wann Neid der Hochachtung weichen muß und dieſe einen Mann gegen alle Feindſchaft ſicher ſtellet! Dieſes beſaße er in der That. Doch ware es noch der geringſte Vortheil, den er davon empfande. Die ruhigen Blicke, welche er in der Ewigkeit thate, bey Herannaherung ſeines Endes,* zeigten daß Religion mehr koͤnne, als alle abſtrackte Troſt⸗ grunde der Weltweiſen, mehr als das gegen dieſe groſe Verwandelung zu ſchwache Geſuͤhl ein ehrlicher Mann geweſen zu ſeyn. Bey einem Herzen das in ſeinem Leben, mit einem ſo erhabenen Gefuͤhl begleitet ware⸗ konte ſein Umgang nicht anders als angenehm ſeyn. Sein lebhaftes Temperament ermunterte die Geſellſchaften, und zwar ſo wie es wenige werden nachah⸗ men koͤnnen, ſtets lehrreich, ohne vergebliche Reden und leere Scherze zum Gegenſtand ſeiner Unterredung zu machen. Nie brachte alſo jemand aus ſeiner Geſellſchaft Misvergnuͤgen zuruͤck. Die ihn gekannt, wer⸗ den nicht nur jenes Urtheil unterſchreiben, ſondern noch viel mehr hinzu⸗ dencken und noch mehr empfinden: In der Perſon des Herrn Vice⸗ Canzlers hat der Fuͤrſt den treueſten Diener; die Akademie einen ſehr pa⸗ triotiſchen Befoͤrderer ihres Wohls, und eine der vornehmſten Stuͤtzen ihres Flors; ſeine Collegen den erwuͤnſchteſten und aufrichtigſt denkenden Freund; die akademiſchen Buͤrger den angenehmſten, gruͤndlichſten und⸗ ſſeißigſten Lehrer geſchätzet— und- nun verlohren. Wie lange wird nicht ein Kortholt unvergeslich bleiben! Auſer den ſchon augefüͤhrten Schriften fuͤgen wir noch die uͤbrigen bey. Es verdienet jedoch in Ueberlegung gezogen zu werden, daß der ſel. Herr Vice⸗Canzler mit ſo viel Geſchaͤften theils des akademiſchen Lehramts, theils in Cacultaͤts⸗Arbeiten, theils in den Proceſſen, worin ſich viele ſeiner Gelehrſamkeit bedienet haben, iſt uͤberhaͤuft geweſen, daßmanſſich nicht wundern darf, wann dieſes Verzeichnis nicht groͤſer iſt. Nur al⸗ lein Es gehoͤren noch hierher die Schriften welche in den Streitigkeiten der Herren Grafen zu Sayn und Wittgenſtein ſind verfertiget worden. ſ. Weidlichs zuverläßige Nachrichten jetzt lebender Rechsgel. 4. Theil p. 224. * Dieſes erfolgte nachdem er 12. Tage vorher das 60te Jahr zuruͤckgelegt, und 3 Wochen an einem Rothlaufsfieber kranck gelegen den 11ten Febr. 1771. lein zw naͤrlich hieſigen hen wi daß n captix Anſeh das buna dilis Friecc corre tura, 1747 eh N 11 lein zwoͤlfmal verwaltete er das Dekanat und Dreymal das Rektorat, als naͤmlich im Jahr 1747, 1778, 1762. Dieſe Aemter nebſt dem Syndikat bey hieſiger Univerſitäͤt, verurſachen uͤberdiefes ſehr viele Zerſtreuungen. Auch ſte⸗ hen wir nicht dafuͤr, daß wir alle Diſſertationen anfuhren werden. Wer weis daß nicht viele den Namen ihrer Reſpondenten fuͤhren? Progr. de Philippo Magnanimo; Haſſiae Landgravio iniuſte captivo. 1747. CEs werden hierinnen diejenigen wiederlegt, welche den Landgraf in Anſehung ſeiner Gefangennehmung einer Unvorſichtigkeit beſchuldigen, und das Verfahren Kaiſer Carls als rechtmaͤſig vertheidigen. Orauio de iurisdictione immediata ſuprem orumè in Imperio Tri- bunalium decernſndi Mandata de liberandis bonis iudicialiter impe- ditis S. C. perperam negata aà viro C leberrimo Frid. Carolo von Friccius. 174 4t0. Le*.— e a. A X-fr. p. 9⁴.. Brevis discuſſio queſtionis: de diviſione parentum inter ltberos correſpectiva. eiusq. donec vterq. coniux deceſſerit, prohibita aper- rura, imprimis ſecundum Reformationem Francofurtenſem Francf. 1749. 4t0..— Neuer, aus vorhin in actis noch nicht vorgekommenen Landtags⸗ Handlungen und Abſchieden gezogener Beweis, daß das denen Stamm⸗ verwandten ex lure revolutionis nach Masgab der Juͤlich und Bergi⸗ ſchen Landesordnung gebuͤhrende Succeßionsrecht noch von dem wirckli⸗ chen Anfall pro iure vere& realiter quaeſito allerdings zu halten ſey⸗ und folglich per dispenſationem auf keine Weiſe gehindert werden moͤ⸗ ge; wobey zugleich von der Erbfolge der Geiſtlichen in Anſehung derer Stock⸗und Stamm⸗Guͤter gruͤndlich gehandelt wird; mittelſt Anmer⸗ ckungen uͤber die ab Seiten des Freyherrn von Gymnich, contra den Freyherrn von Rohr zu Drove und Cont. in den Druck gegebenen facti ſpeciem Appellationis, nunc reſtitutionis in integrum. Wetz⸗ lar 1750. Fol. 3æ 4ꝙ. A-A. d&r.. 49. 2 De abuſu doctrinae, Sa cauſſis pacis Weſtphalicae exſecu- tio Litra Proceſſum locum habeat. 1750. 4t0.—o⸗ ee Fo Uerdur Lr.. . ad illuſtrandum Commentatio, de expunctis in Pace Weſtp 24 de Ne Arr. IV. Sect. I. Iaſtr. Pac. Osnabr. 1771. 3VO. Arr.= AAa 34) De luſtitia& prudentia poenarum in Sanct. eera oditchn M. M5. 88. vtriusg. e.he nih Vp-rc. Th. Noa dhs 3 eo, 4 4 Mke=(2 Geſchichts⸗ 4 . 3 3 12 era% N 3 Geſchichts Erzehlung, nebſt dem wahren Verkauf des gefuͤhr⸗ ten Proceſſes, und einer vorlaͤufigen kurzen Rechts⸗Ausfuͤhrung in Sa⸗ Pf⸗Or vr. h⸗ 19 chen weiland Herrn Heinrich Albrecht, Caſimir und Auguſt, Gra⸗ z.FSD w ſen zu Sayn und Wittgenſtein, pr prio& mandatorio nomine uncto illiciti recurſus ad Cameram Imperialem. 1752. 9 —N LerA. ſL Promemoria in cauſſa eadem 1772. Schreiben an die Reichsverſammlung zu Regenſpurg in cauſſa ea- dem, Namens Herrn Audwig Ferdinand, Grafen zu Sayn und ittgenſtein in Berleburg vom 18ten April 17753, mit Beylagen. 5.n. pe A AνL-A. pr 4½. Gegen⸗Pronora auf das in der Wittgenſtein⸗Berlenburgiſchen FM ve. Geceß 4.SeL.ec9e Sache zum Vorſchein gekommene Pronota 1773. b- Abermaliges Schreiben an die Reichsverſammlung vom 26ten Oc⸗ doL. SAm.ſ 48203—Loobr, 1753, mit Beylagen. 2 ℳ Oedrt.S vmn. Haar Gg, ernerweitiges Pronota in eadem cauſſa 17755. Entdeckter Ungrund des durch Herrn Ludwig Ernſt, Grafen zu 4 vM.5.p 32 Sayn und Wittgenſtein bekanntgemachten Gegenpromemoria, i¶n Mcauſla eadem 1755. ror. e/s.De ſimultanea Inueſtitura Haſſiaca, inprinis in Feudis Catime- Ns. * bocenſibus, tam in curte quam extra curte 753. 4. dp. Do De reſciſſione transactionis ob reperta noua inſtrumenta? 1776. Prog. quo memoria loann Antoni Gaſie, Hamburgenſis, Gieſ- ſae d. 3 Decembr. 1758. pie defunéti, commendatur. 1758. 40 Gruͤndliche Abfertigung des ſo genanten Gegenbeweiſes daß der Frau Aſſeſſor von Albini die Erziehung ihrer Fraäulein Toͤchter, in der refor⸗ murten Religion von ihrem Herrn Gemahl des h. Kaiſerl. und Reichs⸗ N-rr. Cammergerichts⸗Aſſeſſoren mit groͤſtem Fug gewehret werde; und das erſtere dazu weder in poſſeſſorio noch in peritorio das mindeſte Recht ha⸗ be mit Beylagen ſub Lit. L. M. N. O. Gieſſen 1761.. Kurzer Nachtrag zu dem den 17ten April 1761. bey dem Corpore Eyvangelico zur Dictatur gebrachten rechtlichen Beweißidaß der Frau von Al⸗ bini die Erziehung ihrer Fraulein Töochter in der evangel. reformirten Re⸗ ligion von ihrem Herrn Gemahl des Kaiſerl. und Reichs⸗Cammergerichts⸗ Alleſſore von Albini auf keine weiſe gewehret, noch im mindeſten einge⸗ ſcchraͤnckt werden koͤnne. Gieſſen. M. 3 Beben H E R R N. Colour& Grey Control Chart 23983 Blue Cyan Green vellow- Hed Magenta Wnite Grey 1 Grey 2 SGrey 3 Grey 4 Black * Hem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 2 V B Gieſen bey Johann Philipp Krieger. 177 1. ö