4 56500/) 27 R 03. Mal Pbe F 1A 6. 5 27. Jan. 1986 de Jez. 888 5 d2. Dez. 888 Geees △ G₰ c 38923 11. 6e9, 1890 12. 2. 96 T 12 151 5129 — 2 N 2— 4 — I( AAAᷓÄAAAAAAAAᷓAAAAXTAAAAAAAXAARTNXAAAARXAAANAKNNOA G — 8 5 3 6 S S 82 VAAᷓAᷓARAᷓAᷓAAAAAN fünfzigjährigen Dienſt⸗Jubiläums des Geheimenraths und Profeſſors hr. ferdinand Jugult Marin Franz von Rilgen zu Gießen. aa= J. Ricker'ſche Buchhandlung. (³—o o„XG) — R 2 œ¶OWOWWWwWoWNONNNUNNN SoUAANS ſ o N O 5 5 5 5 52 SAOAONOᷓAAᷓÄANQANAKRNRÄRRÄXXNKRKKRRKRRXRRKRKRRRRTXRNÄCRREREENXNÄERERNANAKRRNSIYYDIWDWDVT; 2 L 3 GS D) .. 4/ Gießen 1858. Oe 4 84 ——— fünfzigjährigen Dienſt⸗Jubilänms Geheimenraths und Profeſſors Dr. Ferdinand Augult Marin fran) von Rilgen zu Gießen. Gießen 1858. J. Ricker'ſche Buchhandlung. Vorfſeier am 17. Juli 1858. 4 eröffneten ner die Familien Kiſſen v Da Aſiiſtente ſer Famil Mitt Heinrie univerſität Rartor un ben demſe zen Lud Vorten, Der jubiläum Und Stun Aber ausgeführ bateilone die Herr W Der ner Famm r Am 17. Juli 1858, dem Tage der Vorfeier, Morgens elf Uhr, eröffneten die Gemahlinnen der Herrn Profeſſoren Phoebus und Köll⸗ ner die Reihe der Glückwünſchenden und überreichten dem Jubilar deſſen Familien⸗Wappen, von einem Lorbeerkranze umgeben, reich auf einem Kiſſen von weiſſem Atlas geſtickt. Dann folgten mit ihren Glückwünſchen die Familie des verſtorbenen Aſſiſtenten des Jubilars, Hofrath Dr. Wehn, und die Verwandten die ſer Familie. Mittags zogen die Großherzoglichen Hoheiten Prinzen Ludwig und Heinrich von Heſſen, welche auf der Großherzoglich Heſſiſchen Landes— univerſität den Studien oblagen, den Jubilar zur Tafel, zu welcher der Rector und Kanzler nebſt andern hohen Gäſten geladen waren, und ga— ben demſelben den Ehrenplatz zwiſchen ſich. Sie brachten ihm, vom Prin zen Ludwig geſprochen, ein Lebehoch in den huld- und liebevollſten Worten aus. Der Vorjubilar dankte für das ihm von den Prinzen gegebene Vor jubiläum mit einem Toaſte auf Höchſtdieſelben, als Prinzen des Hauſes und Studirende an der Ludoviciana. Abends ſpät brachten die Studirenden der Medicin ein Ständchen, ausgeführt von dem Muſikcorps des 7ten Königlich Preußiſchen Jäger⸗ bataillons, während die Prinzen ſich in der Nähe befanden. Die Anrede an den Gefeierten ſprach der Studirende der Medicin, Herr Wilhelm Baur, welcher ein weitſchallendes Lebehoch folgte. Der Jubilar erwiederte vom Fenſter ſeiner Wohnung aus, von ſei— ner Familie umſtanden, einen der ihm an ſeinem fünfundzwanzigjährigen Jubiläum geſchenkten Pokale in der Hand, die Anrede mit ſeinem Danke und Glückwunſche, zu einem gemeinſamen gegenſeitigen Lebehoch auffor dernd, welches im lauteſten Jubel ausgebracht wurde. Die Abgeſandten der Glückwünſchenden begaben ſich in die Wohnung des Jubilars, wo ſie die Verwandten und nächſten Freunde deſſelben ver⸗ ſammelt fanden, die Glückwünſche ihrer Commilitonen nochmals aus⸗ ſprachen, und der Jubilar mit ihnen Becher Schaumweins leerte. Der Jubilar grüßte nochmals am Fenſter unter donnerndem Lebehoch die Bringer des Ständchens und wurde von deren Abgeordneten in die Commershalle geleitet. Hier waren faſt alle Studirende der Univerſität, viele Profeſſoren und viele frühere Schüler des Jubilars verſammelt. Ein jubelndes Lebe⸗ hoch empfing ihn bei ſeinem Eintritt. Unter den Klängen des reichen ausgezeichneten Orcheſters wurden die Bräuche des Commerſes, mit Geſängen und Salamanderreiben, an welchen die Prinzen heiter Theil nahmen, feierlich begangen. Dem Jubilar wurde ein Toaſt mit Salamander gebracht, auf welchen er erwiederte. Er verweilte in dem feſtlich geſchmückten Saale, in welchem ſeine Büſte, umkränzt und hell beleuchtet, aufgeſtellt war, bis nach Mitternacht und wurde von den Abgeſandten in ſeine Wohnung zurückgeleitet. Vor dem Ständchen empfing der Jubilar die Glückwünſche ſeiner Gemahlin, ſeines einzigen Sohnes Hugo, ſeiner Schwiegertochter Jo⸗ hanna und ſeiner Enkel Anna, Hugo und Otto. Sie brachten zu Geſchenken: einen ſtattlichen Becher in erhabener Arbeit, die Wartburg auf dem Deckel, die Statuen des Stifters der Wartburg, Ludwig des Springers, ſodann Wolfram's von Eſchenbach, der heiligen Eliſabeth und Luther'’s an den Seitenflächen tragend, das Ganze in byzantiniſchem Geſchmack ausgeführt; auf einem Geſtelle, von ausgezeich⸗ netem Holzſchnittwerk, das Familien⸗Wappen in Glasmalerei; Cauer's Dornröschen, nach Grimm's Mährchen, in Stearingyps; eine Perlen⸗ ſtickerei der Enkelin und ſchöne Zierblumen. den Gr Wo erhält in iſt für i Gewalte W in den S bilar T tiefgefi T o a ſt., den Großherzoglichen Hoheiten Prinzen Ludwig und Heinrich an Höchſtderen Tafel vom Jubilar ausgebracht. Was an den hohen Schulen die Lehrer ſtark macht und muthig erhält in ihrem ſchönen, aber ſchweren, Beruf und was ihr liebſter Lohn iſt für ihre Sorgen und Mühen, das ſind der hebenden und tragenden Gewalten zwei: Die eine iſt: ihrer Fürſten verdiente Zufriedenheit und deren huldvoller Ausdruck; Die andere iſt: ihrer Zöglinge Achtung und dankbare Zu⸗ neigung. Glücklich, doppelt glücklich die, denen beide ſchönen Stützen gewährt werden: von ihren Fürſtenſöhnen, die ihre Hörer ſind. Wir erfreuen uns dieſer zweifachen Ehre, dieſes zweifachen Glücks, in den erhabenen Perſonen der hochgeliebten Prinzen vor uns! Sie geben dem Senior der Ludoviciana Heute, jetzt, dem Vorju⸗ bilar ein Vorjubiläum und laſſen ihn hochleben. Vereinigen wir unſere Stimmen zum jubelnden Ausdruck unſers tiefgefühlten Dankes, unſerer höchſten Wünſche für unſere Fürſtenſühne, unſere Hörer. Ihre Großherzoglichen Hoheiten, die Prinzen Ludwig und Heinrich, Sie leben hoch, und abermals hoch und nochmals hoch! Der A Anrede der Studirenden der Medicin bei dem Fackelzug und Ständchen wohnten die Prinzen Ludwig und Heinrich bei, welche ſich im botaniſchen Garten auf einer Anhöhe befanden. — 1: ſchon! W o r t e, gebenh 4 welche welche bei Ueberreichung des Geſchenkes der Gemahlinnen der Herrn Pro⸗ 2 3.. Anbefe feſſoren Phoebus und Köllner von der kleinen Pathin der erſtern und der Gemahlin des Jubilars, Wilhelminchen Köllner, ü ſſt, geſprochen wurden:— Dienſ an der Gothe Phoebus und Mama Erfah! Sind zuerſt vor Allen da! ſchaft Bringen Dir den Lorbeerkranz lange Um des Wappens ſchönen Glanz! diin Wünſchen Dir das Allerbeſte lichen Zu dem ſchönen ſeltnen Feſte. Ihrel zuſam Soviel kann ich als Kind nur ſagen, Du ſieh'ſt ja ſelbſt, wie viel es iſt: Daß auch nach vielen, vielen Tagen Noch gern Dich Deine Minna küßt! Die Anrede der Studirenden der Medicin beim Fackelzug und Ständche Stãä indchen Ständchen. Hochverehrteſter Herr Geheimerath, Hochgeſchätzteſter Jubilar! Die hier anweſenden Studirenden der Medicin ſind erſchienen, um ſchon lang gehegte Gefühle der aufrichtigſten Hochachtung, innigſten Er⸗ gebenheit und herzlichſten Dankbarkeit Ihnen auszuſprechen: Gefühle, welche Ihnen, als in den Herzen Ihrer zahlreichen Schüler lebend, nicht ern Pro⸗ r erſtern unbekannt ſein können.— Aber Heute, an dem Vorabend eines ſo ſeltenen Tages, wie der ger, iſt, den Sie morgen feiern wollen, des Feſttags eines fünfzigjährigen Dienſtjubiläums, fühlen ſich Ihre jüngſten Schüler, die Sie noch heute an der ſtarken Hand eines vielbewährten Wiſſens und einer langgereiften Erfahrung, mit jugendlichem Eifer und männlicher Kraft, in die Wiſſen⸗ ſchaft einführen, deren Meiſter Sie, hochverehrteſter Lehrer, ſchon ſo lange ſind; Heute fühlen ſich die hier verſammelten Studirenden der Me⸗ dicin gedrungen, dieſen längſt gehegten Gefühlen einen kauten und öffent⸗ lichen Ausdruck zu geben. Wir verbinden damit unſere beſten und herzlichſten Glückwünſche zu Ihrem morgigen Ehrentage und faſſen alle unſere Gefühle und Wünſche zuſammen in dem Rufe: Unſerem Hochgeehrteſten Jubilar dem Herrn Geheimenrath Profeſſor Dr. v. Ritgen ein dreifach donnerndes Hoch! die D O 2 Dankrede des Jubilars bei dem Fackelzug und dem Ständchen. Hochgeehrte, innig geliebte Freunde! Die Jugend ehre das Alter, ſo wird ſie einſt wieder geehrt werden! L 2/ 82 Dieſe ſchöne, ihren Lohn ſicher erndtende Pflicht erfüllen Sie jetzt im reichſten Maaße. Ihr zunächſt danke ich dieſe ſeltenen Zeichen hoher Ach⸗ tung, zu denen Sie Worte treuer Liebe fügen. Nicht durch meine Leiſtungen, die ſo weit hinter meinen Beſtrebun⸗ gen blieben; nicht durch meine Beſtrebungen ſelbſt, konnte ich ſolche Ehre und Liebe in den vielen Tagen meines amtlichen Wirkens verdienen. Dennoch fühle ich mich ſolcher Liebe werth: aber allein durch meine Liebe zu Ihnen, meine jungen Freunde. Ich habe mir den Namen eines Freundes der Ju⸗ gend erworben, weil ich die academiſche Jugend hoch ehre und ſie mir über Alles theuer iſt. In Ihnen und allen meinen Schülern ſehe und ſah ich nie Anderes, als meine künftigen Amtsbrüder. Nie habe ich etwas gewollt, nie etwas erſtrebt, als Sie mir gleich zu machen und zu mehr, als ich ſelbſt bin. Sie, meine jüngern Schüler werden mich einſt übertreffen, wie mich ſo viele ältere Schüler übertroffen haben. Aber es wird ſtets mein Lohn, mein Stolz ſein, mir ſagen zu dürfen: ſie haben alle auf meinen Schul⸗ tern geſtanden, ſie haben ſich von meinen Schultern erhoben. Fackeln bringen Sie mir, hellleuchtende Flammen! Sie tragen Licht: Sie tragen Ihr eigen Symbol. Ihr Beruf iſt, dem Volke vorzuleuchten, als Beamte des Staats, als Diener der Kirche, als Verbreiter der Bildung, als Muſter allüberall. Feuer, entzün ihr ſe ohne aber — 14.— Aber damit die Fackel leuchte, muß ſie brennen, brennen in hellem Feuer aus innerer heißen Gluth. Feuer iſt der Jugend Gabe. Bei Ih— nen darf es nie erlöſchen. Es muß fortbrennen im Manne, im Greiſe: zum Segen durch Beiſpiel und That. Feuer, Feuer thut vor Allem Noth! Mir hat Gott ſolch Feuer gegeben, ſolch Feuer erhalten! Was könnte ich Ihnen zum Danke Beſſeres, Größeres wünſchen, als Feuer, gewaltiges, ausdauerndes Feuer! Uns eint die große Aufgabe, uns gegenſeitig zu Gluth und Licht zu entzünden. Unſer erhabener Verein heißt: Ludoviciana. Wir ſind in ihr ſo innig eins, daß keiner von uns den andern hochleben laſſen kann, ohne allen und ſich ſelbſt ein Lebehoch zu bringen. dn Darum rufe ich jubelnd: Wir Alle, Alle, Alle leben hoch! und 8 abermals hoch! und nochmals hoch! — 12— Der Toaſt des Jubilars, ausgebracht bei dem Commers. Hört mich und ſeht mich, Ihr Lieben, Alle Ihr, treu mir geblieben! Seht mit einem Sprung Bin ich wieder jung! Bin nicht mehr alt, Bin nicht mehr kalt! Ich glühe, Ich ſprühe! Ach die Lieder, einſt von mir geſungen, O, ſie ſind ſchon längſt verklungen, Doch ein Wort, es tönt noch nach vom Vers: Hört es heißt: Commers, Commers, Commers! Lieder ſingen, Ständchen bringen, Brüder⸗Schmollistreiben, Salamanderreiben, Und dann trinken, trinken, Und doch nimmer ſinken: Das iſt Deutſcher Jugend Luſtig ſtarke Tugend! So töne laut das Wort vom Vers: Commers, Commers, Commers, Commers! Hört mich nun zum Danke, Alma Mater eint uns Alle Fern bleib' jede Schranke, Einheitsruf erſchalle! So leben, vereint in Lieb', und treu: Söhne und Brüder wir ewig neu! Was auch der Himmel uns ſende: Treue und Lieb' ohne Ende! So leben wir Alle, Alle, Alle hoch, hoch, hoch! deier am 1 8. Juli 185 3. „ bilar Stei einneh Lieute Sohr monte Brud Neffe Ober bilan Gema zoglich Arne Reſtau Darm wünſ und Tra Am 18. Juli 1858, Morgens ſechs Uhr, beglückwünſchten den Ju⸗ bilar ſeine und ſeines Sohnes Gäſte: ſeine Schwiegermutter Profeſſorin Stein, geborne Ritgen aus Bonn; ſein Bruder Chriſtian, Ober⸗ einnehmer aus Dorſten und deſſen Sohn Hermann, K. Preußiſcher Lieutenant; der K. Preußiſche Regimentszahlmeiſter Louis Ritgen, Sohn des Bruders des Jubilars Johann Ritgen, Directors des Re⸗ monte⸗Geſtüts bei Tilſit; der Forſtkandidat Gotthardt, Sohn des Bruders des Jubilars Joſeph Ritgen, Forſtmeiſters zu Coblenz; der Neffe des Jubilars Ernſt von Roeder, Freiherr zu Diersburg, Oberpoſtkommiſſär zu Eiſenach, mit Gemahlin; der Schwager des Ju⸗ bilars, Herr Friedrich Vietor, Hoſgerichtsadvokat aus Fulda, mit Gemahlin und den Töchtern Betty und Minna. Ferner der Großher⸗ zoglich Sächſiſche Major und Commandant der Wartburg, Herr von Arnswald; Herr Medicinalrath Dr. Feiſt aus Mainz; die an der Reſtauration der Wartburg mitwirkenden Maler, Herr Hofmann aus Darmſtadt und Herr Welter aus Cöln. Dann folgten einige näheren Freunde des Hauſes mit ihren Glück⸗ wünſchen. Auch ſtellte ſich das untere Perſonal der Univerſitätskanzlei und des botaniſchen Gartens gratulirend ein. Ein Feſtgedicht überbrachten die Fräulein Auguſte und Louiſe Trapp in Gießen und fünfzig Kränze aus ebenſoviel verſchiedenen Blu⸗ men, in einem reich mit Bändern geſchmückten Korbe, zu einer Blumen⸗ ſonne ineinandergefügt. Um halb ſieben Uhr erſchien der Sohn des Jubilars, Hofbaurath und Profeſſor Dr. Hugo von Ritgen, im Auftrag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Sachſen und überreichte ſeinem Vater ein huldvolles Handſchreiben dieſes Fürſten, begleitet von den Inſignien eines Comthurs des Ordens der Wachſamkeit, oder vom weiſſen Falken. Ihm folgte der Herr Poſtmeiſter Schön in Gießen, wünſchte Glück und überbrachte ein Schreiben Seiner Exzellenz des Großherzoglich Heſſi⸗ — 16— Miniſterial⸗Präſidenten, Herrn Freiherrn von Dalwigk, die Glückwünſche Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Heſſen, ſo⸗ wie die eigenen ausdrückend, begleitet von den Inſignien eines Comthurs erſter Claſſe des Ordens Philipps des Großmüthigen. Um acht Uhr brachte die Geiſtlichkeit der Stadt Gießen, Herr Kirchen⸗ rath Dr. Engel und Herr Stadtpfarrer Landm ann, ihre Glückwünſche. Um halb neun Uhr erſchien die erſte Abtheilung der Studirenden der Medicin, vertreten durch ihre Abgeſandten, welche durch dieſe noch⸗ mals ihre Glückwünſche ausſprechen und zugleich feierlich eine Votivtafel und einen ſilbernen Lorbeerkranz auf einem Kiſſen von hellblauem Atlas überreichen ließen. Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzen Ludwig und Heinrich s von Heſſen fanden ſich hierauf perſönlich mit Ihrem Gouverneur, Herrn Major von Grolman, ein und beeh bilar mit Höchſtihren Glückwünſchen. Um neun Uhr folgte die zweite Abtheilung der Studirenden der Medicin, durch ihre Abgeſandten vertreten, mit mündlichen Glückwünſchen, und überreichte feierlich eine Votivtafel und einen ſtattlichen ſilbernen Pokal. Um halb zehn Uhr erſchienen die Mitglieder der mediciniſchen Fa⸗ cultät, ihren Dekan, den Herrn Profeſſor Dr. Wernher an der Spitze, ſprachen durch dieſen ihre Glückwünſche feierlich aus und fügten eine Votiv⸗ tafel auf Pergament, mit angehängtem Facultätsſiegel in ſilberner Kapſel verſehen, hinzu; worauf jedes einzelne Facultätsmitglied ſeine beſondern Glückwünſche ausdrückte. Um neun dreiviertel Uhr überbrachte der Vorſtand der Oberheſſiſchen Geſellſchaft für Natur- und Heilkunde, beſtehend aus den Herrn DD. Will, Waſſerſchleben, Kopp, Phoebus, Diehl und Herrn Noll, die Glückwünſche des Vereins und das Ehrendiplom deſſelben auf Glanzvelin mit Golddruck. Um zehn Uhr überreichte eine Deputation der practiſchen Aerzte der Stadt Gießen und Provinz Oberheſſen, den Herrn Medicinalrath Dr. Stammler, Herrn Profeſſor Dr. Wernher, Herrn Dr. C. E. E. Hoffmann an ihrer Spitze, unter dem Ausdrucke ihrer Glückwünſche, ein Glückwunſchſchreiben in farbig⸗ und goldverzierter Schrift, mit Sammt⸗ einband, und zwei große Vaſen von Bronce, von antiker Form, in erha⸗ bener Arbeit, die eine einen Triumphzug der Kinder des Bacchus, die andere einen Triumpfzug der Kinder der Flora darſtellend. rten den Ju⸗ Hier lateiniſch Rheinheſ rath Dr. ſoda Sprache Worms d Um ſenſchaft Oſann, tafel auf mitgliede Sel und Ca zu Mar Es den Pe Herrn I Und ein gothiſcher ſtüück der vergoldete Hie Nainz, Dr. We eben ſamens kſſen, 17= Hierauf folgte die Beglückwünſchung und Ueberreichung einer in lateiniſcher Sprache abgefaßten Votivtafel von Seiten der Geſellſchaft der Rheinheſſiſchen Aerzte durch deren Abgeordneten, den Herrn Medicinal⸗ rath Dr. Feiſt aus Mainz; ſodann die Beglückwünſchung und Ueberreichung einer in lateiniſcher Sprache abgefaßten Votivtafel von Seiten der Doctoren der Medicin in Worms durch deren Abgeordneten, Herrn Dr. Raiſer. Um halb elf Uhr erſchien eine Deputation der Geſellſchaft für Wiſ⸗ ſenſchaft und Kunſt zu Gießen, ihren Präſidenten, Herrn Profeſſor Dr. Oſann, an ihrer Spitze, welcher, unter feierlicher Anrede, eine Votiv⸗ tafel auf Pergament mit eigenhändigen Unterſchriften aller Geſellſchafts⸗ mitglieder verſehen, nebſt vielen Copien mit Golddruck, überreichte. Sehr rührten den Jubilar die Glückwünſche der Söhne Vietor und Carl ſeines jüngſt verklärten Buſenfreundes, Profeſſors Dr. Hüter zu Marburg. Es folgte eine Deputation des ärztlichen Vereins zu Offenbach, in den Perſonen des Herrn Kreisarztes Hofraths Dr. Lorenz und der Herrn DD. Fulda und Boehm, welche die Glückwünſche des Vereins und ein ausführliches Glückwunſchſchreiben auf Pergament, in durchweg gothiſcher Schrift, mit Gold und Farben glänzend verziert, ein Meiſter⸗ ſtück der Calligraphie, in einem Einbande von Marroquin mit reichen, vergoldeten Heften, überbrachten. Hierauf beglückwünſchte den Jubilar eine Deputation der Aerzte in Mainz, in den Perſonen des Herrn Medicinalraths Dr. Feiſt und Herrn Dr. Wenzel aus Mainz, unter Anfügung einer Votivtafel. Auch wünſchte die Rheiniſche naturforſchende Geſellſchaft in Mainz durch eine Votivtafel Glück. Um elf Uhr erſchien der Herr Präſident des Hofgerichts zu Gießen, Klipſtein, um im Namen dieſer hohen Gerichtsbehörde Glück zu wünſchen. Denſelben begleitete der Kreisrath des Kreiſes Gießen, Herr Ge⸗ heimer Regierungsrath Küchler, unter welchem die Hebammenſchule zu Gießen ſteht, mit vielen Glückwünſchen den Jubilar begrüßend. Der Vorſtand des Gymnaſiums in Gießen, Herr Director Dr. Geiſt, beglückwünſchte den Jubilar im Namen dieſer Unterrichtsanſtalt; ebenſo der Director der Realſchule, Herr Profeſſor Dr. Weigand, Namens derſelben. 2 — 18— Um elf und ein halb Uhr erſchien der Rector Magnificus, Herr Profeſſor Dr. Heſſe, begleitet von allen Mitgliedern des engern Senats, um, im Namen der ganzen Univerſität Gießen, Glück zu wünſchen. Er hielt eine feierliche Anrede und überreichte dem Jubilar eine, vom Pro⸗ feſſor der Eloquenz, Herrn Dr. Oſann, in lateiniſcher Sprache abge⸗ faßte Feſtſchrift. Hierauf beglückwünſchten den Jubilar die Mitglieder der academiſchen Adminiſtrationscommiſſion, den Director derſelben, Cancellarius Magni- ſicus, Herrn Geheimerath Profeſſor Dr. Birnbaum an ihrer Spitze. Um zwölf Uhr erſchien der Bürgermeiſter der Stadt Gießen, Herr Ebel, begleitet vom Beigeordneten, Herrn Fillmann, um, im Na⸗ men des Stadtvorſtandes, Glück zu wünſchen. Herr Profeſſor Dr. Hecker überreichte ein Glückwunſchſchreiben der naturforſchenden Geſellſchaft zu Marburg. Der Jubilar erwiederte, mit kräftiger Unterdrückung ſeiner Rührung, jede Anrede durch ſeinen, in je verſchiedener Weiſe, lebhaft ausgeſprochenen Dank, bald mit tief ernſten, bald mit gefühlvollen, bald mit heiteren Worten. Alle feierlich Glückwünſchenden erſchienen zu Wagen. Während dem perſönlichen Beglückwünſchen gingen noch ein: Eine Votivtafel der Aerzte in Alzei, in lateiniſcher Sprache abgefaßt. Ein Glückwunſchſchreiben des Vereins der Aerzte in Darmſtadt. Ein Glückwunſchſchreiben der Aerzte zu Wörrſtadt. Ein Glückwunſchſchreiben der Kaiſerlich Leopoldiniſch⸗Caroliniſchen Academie der Naturforſcher von der Hand ihres Präſidenten, Herrn Ge⸗ heimen Hofraths Dr. Kieſer, zu Jena. Das Ehrendiplom der Kaiſerlich Ruſſiſchen naturforſchenden Geſell⸗ ſchaft zu Moskau, mit einem Schreiben des erſten Seeretärs derſelben, Herrn Staatsrath Dr. Renard, zu Moskau. Ein Glückwunſchſchreiben der Académie Royale de Belgique zu Brüſſel, nebſt der Stiftungs⸗Medaille der Academie. Ein Glückwunſchſchreiben der Kaiſerlich Königlichen Geſellſchaft der Aerzte in St. Petersburg vom Präſidenten derſelben, Sr. Excellenz dem wirklichen Geheimenrath und Leibarzt Dr. von Enochin. Ein Glückwunſchſchreiben der Kaiſerlichen Geſellſchaft der Aerzte in Wien. Ein Glückwunſchſchreiben der Königlich Baieriſchen botaniſchen Ge⸗ ſellſchaft zu Regensburg. Eir ſchaft zu Ei für Min Ein Ein mit Ern Da einem B Credé einem C Nordder ſchen A E Hülfsw Ei gut des Ein nebſt ein Jubilars Ein nebſt de G deutſche G Wartbu 4 V Jübilar us, Herr en Senats, ſſchen. Er vom dom Pro⸗ ache abge⸗ 5 Lad. 8 1 emiſchen Magni- Spitze. ßen, Herr 4, m Na⸗ cre iben der Rührung, deſt eſd 1 rochenen heiteren abgefaßt. 1 He li rrn Ge⸗ n Geſel⸗ ſellſch Uenz dem derfelben, que zu baft der ee „Aerzt in hen Ge⸗ . — 419— Ein Glückwunſchſchreiben der Königlich Preußiſchen Landeskulturgeſell⸗ ſchaft zu Arnsberg. Ein Glückwunſchſchreiben der Großherzoglich Sächſiſchen Geſellſchaft für Mineralogie, Geologie und Petrefactologie zu Jena. Ein Glückwunſchſchreiben der Hufeland'ſchen Geſellſchaft zu Berlin. Ein Glückwunſchſchreiben der Geſellſchaft für Geburtshülfe zu Berlin, mit Ernennung zum Ehrenmitgliede. Das Ehrendiplom der Geſellſchaft für Geburtshülfe in Leipzig, mit einem Beglückwünſchungsſchreiben ihres Präſidenten, Herrn Profeſſor's Dr. Credé zu Leipzig. Das Ehrendiplom der Societas physico-medica Erlangensis. Das Ehrendiplom des deutſchen Geſammtapotheker⸗Vereins, nebſt einem Glückwunſchſchreiben des Directoriums des Apotheker⸗Vereins in Norddeutſchland und einem ſolchen Schreiben des Vicedirectors des deut— ſchen Apotheker⸗Vereins im Großherzogthum Heſſen. Ein Glückwunſchſchreiben der Geſellſchaft nützlicher Künſte und ihrer Hülfswiſſenſchaften zu Frankfurt am Main. Ein Glückwunſchſchreiben der Gemeinde Langgöns, wo ſich das Land⸗ gut des Jubilars befindet, durch den Bürgermeiſter derſelben. Ein Glückwunſchſchreiben des Herrn Dr. Werth heim in Oſthofen, nebſt einem Carmen gratulatorium, als Akroſtichon auf den Namen des Jubilars. Ein Glückwunſchſchreiben des Herrn Dr. Mirani zu Amſterdam, nebſt Feſtgedicht in Holländiſcher Sprache. Glückwunſchſchreiben des Profeſſors Dr. Simpſon zu Edinburg in deutſcher Sprache. Glückwunſchſchreiben des Herrn Architekten Dittmar auf der Wartburg. Viele glückwünſchende Schreiben der Verwandten und Freunde des Jubilars. Bis zum Ende des Monats Auguſt 1858 wurden alle dieſe An⸗ ſchreiben dankend erwiedert. — 20— Feſttafel. Zu der dem Jubilar gegebenen Feſttafel waren, als Ehrengäſte, vom academiſchen Senat die nächſten Verwandten geladen. Von dieſen wurden durch Krankheit und Abweſenheit zu erſcheinen gehindert: die Herrn Profeſſor Dr. Stein zu Bonn, Obriſtlieutenant Ritgen zu Dorſten, Forſtmeiſter Ritgen zu Coblenz, Seine Excellenz Generallieutenant von Wachter, Geheimer Staatsrath Zimmermann, Prälat Zimmermann und Geheimer Kabinetsrath Zimmermann zu Darmſtadt. Zur Tafel wurde der Jubilar von den beiden jüngſten Profeſſoren DD. Seitz und Heyer zu Wagen abgeholt. Im feſtlich geſchmückten Saale des Gaſthauſes zum Einhorn fand er die Profeſſoren und ſonſti⸗ gen Angehörigen der Univerſität Gießen, die Gäſte, die gratulirenden Aerzte des Großherzogthums, die von dem Senate eingeladenen Studi⸗ renden der Medicin, welche als Abgeordnete die Glückwünſche und Ge⸗ ſchenke ihrer Commilitonen überbracht hatten; ſodann die am Gaſtmahl theilnehmenden Glieder der Geiſttlichkeit, des Hofgerichts, der Kreisbehörde, des Gymnaſiums, der Realſchule, des Bauamts, ſo wie des Stadtraths. Den erſten Trinkſpruch brachte, auf das Wohlſein Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Heſſen, der Rector Magniſicus der Landes⸗ univerſität, Herr Profeſſor Dr. Heſſe, aus. Der zweite Trinkſpruch galt dem Jubilar und wurde vom Dekan der mediciniſchen Facultät, Herrn Profeſſor Dr. Wernher, in einer Anrede an den Jubilar geſprochen. Der Jubilar dankte in einer Anrede. Einen Toaſt auf die Familie des Jubilars brachte der Cancellarius Magniſicus der Univerſität, Herr Geheimerath Profeſſor Dr. Birnbaum. Den Dank ſprach der Sohn des Jubilars. Noch wurden dem Jubilar Trinkſprüche vom Kreisrath des Kreiſes Gießen, Herrn Geheimen Regierungsrath Küchler, unter welchem die Hebammenſchule ſteht, und vom Bürgermeiſter der Stadt Gießen, Herrn Ebel, gebracht. Später machte der Jubilar die Runde, mit jedem der Anweſenden ſprechend und mit dem Glaſe anſtoßend. Der Abend wurde im Buſchiſchen Garten zugebracht, wo auch die Studirenden unter dem Klange der Muſik des Ständchens und Com⸗ merſes, verweilten. Am noch viel waren. Gäſten, anweſend A der The Mediein ball mit Geſellſce nahmen, Gr. H. bilars Balles. Prinz, des So Jubilar und die der grö Gaſtmahl isbehörde, tadtraths. öniglichen Landes⸗ „ Dekan in einer ncellarllls enbaum. Kreiſes bem die Herrn aceſenden nuch die Com⸗ Gaſtmahl in der Wohnung des Jubilars. Am folgenden Tag des Jubiläums, den 19. Juli 1858, wünſchten noch viele Perſonen dem Jubilar Glück, welche am Feſttage abweſend waren. Der Jubilar gab in ſeiner Wohnung ſeinen und ſeines Sohnes Gäſten, ſowie den auswärtigen beglückwünſchenden Aerzten, welche noch anweſend ſein konnten, ein Gaſtmahl. Feſtball. Am Abend des 22. Julius 1858 gab der Jubilar den Familien der Theilnehmer an der Feſttafel, ſo wie ſämmtlichen Studirenden der Medicin, und allen Anweſenden, welche ihn beglückwünſchten, einen Feſt⸗ ball mit Tafel im großen Saale und den übrigen Gemächern der Club⸗ Geſellſchaft unter glänzender Beleuchtung, an welchem 400 Perſonen Theil nahmen, und welchen die Prinzen Ludwig und Heinrich Gr. H. durch Höchſtihre Gegenwart verherrlichten. Vom Sohne des Ju⸗ bilars geleitete Tableaux und eine Feſtquadrille machten den Anfang des Balles. Bei der Polognaise führte der Jubilar die Gemahlin des Rectors, Prinz Ludwig die Gemahlin des Jubilars, Prinz Heinrich die Gemahlin des Sohnes des Jubilars. Bei der Tafel brachte der Herr Rector dem Jubilar ein Lebehoch, welches dieſer dankend erwiederte. Die Gemahlin und die Familie ließen der Herr Kanzler und der Herr Superintendent Simon hoch leben, wofür der Jubilar dankte. Der Ball dauerte unter der größten Heiterkeit bis fünf Uhr Morgens des 23. Juli 1858. Auguſte und Louiſe zu den fünfzig Blumenkränzen. O ſeltner Ehrentag! Von dem Geſchick Nur ſeinen Auserkorenen verliehen! O reiches Daſein, hohes Lebensglück, Wo nächſt der goldnen Frucht noch friſche Blumen blühen, Sei mir gegrüßt!— An dieſem frohen Feſte, Dem jeder aufgeſpart der Wünſche beſte; Wo des Verdienſtes Lohn von allen Seiten Herbeieilt Deine Schläfe zu umkränzen, Und Deines Ruhmes Sterne leuchtend glänzen, Da nimm auch freundlich auf, verehrter Mann, Was herzlich zwar, doch prunklos und beſcheiden Der Freundſchaft Sold Dir bieten kann. Ein Leben, das durch hohen Geiſt und Kraft Errang die Krone edler Wiſſenſchaft, Das immer zugeſtrebt den höchſten Zielen Und doch in regen Wirken's Ernſt und Drang Treu blieb den zärteren Gefühlen, Und innig ſtets bewahrt die Seelentriebe, Die der Familie und der Freundſchaft Liebe Als goldne Bande um es ſchlang,— Für ſolche Lebensbahn, zugleich An Blüthen und an Früchten reich Iſt dieſer Blüthenſtrauß doch wohl Ein ſprechendes und freundliches Symbol. Denn jede dieſer Blumen mag bedeuten Dir eine jener Ehren, jener Freuden, Die Deinen Lebensweg bekränzt. Und wie der Lorbeer alle überglänzt, So war Dein Ruhm als Lehrer edler Wiſſenſchaft Doch Deines Lebens herrlichſte Errungenſchaft. Gießen am 18. Juli 1858.(Auguſte Trapp.) 1 2 lichen herzlich vor fü⸗ ſamfeit ſität g der gr Seiten haben. ſer V ſie zu Geſch diejen ſere Ii betreff nen zu 8 daß a liche oder, die( Sie ſtes⸗ Aufge noſſen dies an gearl der es er nach hin wiſen — 23 Hochverehrter Herr Inbilar! Der engere akademiſche Senat erſcheint vor Ihnen in dieſem feier⸗ lichen Augenblicke, um Ihnen Namens der geſammten Univerſität die herzlichſten Glückwünſche zu dem Tage darzubringen, an welchem Sie vor fünfzig Jahren Ihre öffentliche Laufbahn wie Ihre ſegensreiche Wirk⸗ ſamkeit begonnen haben. Wir kommen im Namen Aller, die zur Univer⸗ ſität gehören, weil wir Alle tief durchdrungen ſind von der Anerkennung der großen und zahlreichen Verdienſte, welche Sie ſich nach verſchiedenen Seiten und Beziehungen hier in faſt ununterbrochener Folge erworben haben. Fürchten ſie nicht, daß wir Ihre Gefühle durch die Aufzählung die⸗ ſer Verdienſte verletzen werden; viele von ihnen ſind ja auch der Art, daß ſie zu ihrer vollen Würdigung eine größere Sachkenntniß und größeres Geſchick fordern, als dem dermaligen Sprecher zu Gebote ſtehen. Aber diejenigen können wir unmöglich mit Stillſchweigen übergehen, welche un⸗ ſere Univerſität und die wiſſenſchaftlichen Angelegenheiten im Allgemeinen betreffen; an einem Tage, wie der heutige iſt, iſt's an der Zeit von ih⸗ nen zu zeugen. Sie haben uns wieder einmal einen ſprechenden Beweis geliefert, daß auch diejenigen, denen die Welt der Bücher und der Ideen die eigent⸗ liche Heimath iſt, nicht unausbleiblich dem Geſchick verfallen, einzutrocknen, oder, abgeſchieden von den lebenden Intereſſen der Gegenwart, ſich in die Cocons abſonderlicher Ideen und Gedanken einzuſpinnen; ſondern daß Sie auch nach fünfzig Jahren gelehrter Thätigkeit noch mit friſcher Gei⸗ ſtes⸗ und Körperkraft, mit jugendlicher Theilnahme an den Anliegen und Aufgaben der Menſchheit einhertreten können in den Kreiſen jüngerer Ge⸗ noſſen und unter den Kindern eines ganz neuen Geſchlechtes. Sie haben dies erreicht durch die nicht nachlaſſende Energie, mit welcher Sie ebenſo an Ihrer eigenen Fortbildung, wie an der Weiterbildung Ihres Faches gearbeitet, mit welcher Sie gehört und geprüft, geforſcht und der Löſung der allenthalben auftauchenden Räthſel nachgeſonnen haben; Sie haben es erreicht, indem Sie das nil humani a me alienum puto befolgten und nach allen Seiten hin Netz und Fangleine auswarfen, nach allen Seiten hin Ihre Streifzüge ausdehnten, um mit köſtlichen Beuteſtücken für den wiſſenſchaftlichen Geiſt heimzukehren. — 24 Freilich haben Sie das ſchlimme Beiſpiel einer glücklichen Autodidas⸗ kalie gegeben, welches zur Entvölkerung der Univerſitäten führen müßte, wenn es ſtarke Nachahmung finden ſollte; freilich droht eine Verwirrung der Gränzen zwiſchen den Facultäten, wenn das vielfach gebrochene Licht der Wiſſenſchaft noch öfter in Einem Geiſte zuſammenfließt; aber wir halten uns an das Wort: ubi plurima nitent— und an das lebendige und energiſche Intereſſe, welches Sie zu aller Zeit an der Univerſität und deren vielfach wechſelnden Angelegenheiten und Geſchicken genommen haben. Möge darum— das iſt unſer allgemeiner und herzlicher Wunſch— der dsᷓ ιανο, der ſeelenfreundliche Herr, Sie in ſeinen gnädi⸗ gen Schutz nehmen, Ihnen des Geiſtes Kraft und Friſche noch lange erhalten, damit wir uns noch lange Ihrer Wirkſamkeit erfreuen dürfen; möge er jede Wolke von Ihrem Himmel verjagen und noch unerfüllte Wünſche mit voller Gewährung krönen. Doch, was wir wünſchen, das finden Sie, hochverehrter Herr Ju⸗ bilar! viel beſſer, als es mein ungeſchickter Mund vermag, in dieſer Gra⸗ tulations⸗ und Jubelſchrift ausgeſprochen, welche unſer verehrte Amts⸗ genoſſe, der Profeſſor der Beredſamkeit, Dr. Oſann, mit gewohnter Virtuoſitän und Herzlichkeit verfaßt hat, und welche wir Ihnen Namens der Großherzoglichen Landes⸗Univerſität hiermit überreichen. Auvdidas VIRO PERILLUSTRI müßte, hemmimng EXPFRIEENTISSIMO AMPLISSIMO en. A1G. UAR. FRAUXC. hE RIIGN lebendige Univerſi; PHILOSOPHIAE MED. CHIRURG. ET REI OBSTETRICIAE D0CTORö ORDINIS Umwerſttat HASSIACI LUDOVICIANI PRAEFECTO MAGNI DUCI HASSIAE A C0NSILIIS genommen SECRETIS PSvCHIATRIAE MEDICINAE POLITICAE ET REI 0BSTETRICIAE PROFESSORI PUBL. ORDINARIO LECIIODOCHII OBSTETRICII ACADEMICI PRAEFECTO ACADEMIAE CAESAR. LEOPOLD. CAROL. NTUR. CURIOS. ACADEMIAE MED. REG. BELGICAE SOCIETAT. PHIYSICO MEDICAE H ASSIAE SUPERIORIS CAESAR. RUSS. M0SOUENSIS MINERALOGICAE IENENSIS NM- TURAE SCRUTATORUM MARBURGENSIS SENKENBERGIANAE FRANCOFUR- och lange IENSIS RHENANAE MOGUNTINAE ERLANGENSIS=HERBIDOLITANAE REG. K,, 80TANICAE RAIISBONENSIS CAESAR REG. MEDIGOR. VINDOBONENSIS dürfen; MEDICAE ET CHHIRURGICAE BEROLINENSIS MEDICAE MONASTERIENSIS unerfüllte AEDICORUNI PETROPOL. ALIARUNMOUWE S0CIETATUMI SODALI 4 4 1 — COLLEGAE HUMANISSIMO Herr Ju ſer Gra⸗ MUNERIS PUBLICO rte Amts⸗ ANTE HOS OUINOUAGINTA ANNOS SUSCEPTI nahnter vehm AUSPICIA Namens MULTIS VOTIs RITE PIEOUE NUNCUPANDIS GRATULATUR ACADIMIAI LUDOVICIAAAI RECTOR GUM SENATVU INTERPRETE F R. OSANNO PROF. ELOQ. P. 0 INSERTA EST PINDARI PYTII. III. ENARRATIO. GISSAE D. XVIII. M. IULII MDCCCLVIII. ————————— GISSAE. IYPIS GEORGII DANIELIS BRUEHLI I. TYPOGR. ACAD. MDGCGCGCGCLVIII. vita inten quod quan quae unan Talis le, adol lueu cun aug tati 6886 Nan exor torun nonn mult Coll bam dig lini qui- men duo cole tax me Cui val est, ad Magnum est ad eius aetatis culmen evehi, quod summum in vita hominum putatur: maius, si corpore sano: maximum vero si cum intemeratis corporis viribus juvenilis animique vigor conjunctus est, quod quo rarius accidit, eo magis solemus et admirari et studiose, quantum fieri provirili potest, aemulari et suspicere. Harum sortium, quae homini in vita tamquam actorum praemia propositae sunt, vel unam qui acceperit censetur beatus: qui cunctas, beatissimus omnium. Talis humanae felicitatis commode admonemur exemplo uno vitae a Te, vir laudatissime, hactenus peractae, qui quum decem ante lustre adolescentulus fere ad munus publicum administrandum admitterere, luculente ostendisti, quae in Te et ingenii virtus et pervicacia mentis cum admirabili rectae voluntatis fervore coniuncta esset, ut iam tum augurari liceret, vitam si Deus O. M. concederet, rarae tam felici- tatis quam virtutis exemplar aequalibus posterisque Te propositurum esse. Neque falsa fuit hominum existimatio de Te ante concepta. Nam ad munus iam publicum vocatus, ex quo primum vires Tuas exercendi coram civibus explicandique copiam nactus es, mox meri- torum praemia undecunque ferre coepisti, quod fortuna quidem favente nonnullis quasi per somnum, paucissimis vero non sine labore et studio multo adire vel adeo expugnare conceditur. Haec Tua sors fuͤit, Collega optime, immo laus Tua, cuius vitam tam multis varisque luminibus distinctam ita enarrare, ut tantis virtutibus, quibus ornasti, digna et iusta imago exhibeatur, neque huius scriptionis certis finibus circumscriptae spatia sinunt, neque meum esse potest, qui quidem quae de Ludoviciana applausu omnium multis nominibus pro- meritus es, existimare aliquantisper valeam, studium vero indefessum, quo scientias naturales varias et inprimis artem medicam coluisti colereque gnaviter pergis, cgo homo profanus ex longinquo admirari, taxare non possim. Hoc relinquamus opportet laudatoribus, qui Tuis meritis, ut par est, praedicandis hoc ipso die non deerunt, vel iis, quibus quanta unius hominis virtus in tam multiplici meritorum genere raleat, complecti atque pondere suo aestimare datum est. Etenim sive natura impellente Tua, sive urgente causu factum est, ut in exercenda arte, cui primitus totum Te dederas, mature ad disciplinas eas traducere, in quibus recte colendis necesse est 28 cum scientia arts rerum civilium peritia coniuncta sit. Ouo spectant et muneris, cuius quinquaginta abhinc annis Tibi demandati diem hodie festum agimus, et ceterorum deinceps in Te collatorum officia, qualia sunt medici in cohorte militum provincialium superioris, tum in gubernanda provincia Hassia superiore consiliarii, aedium obstetricia- rum civitatis publicarum praefecti, denique, ut alia omittam, ad comitia solennia de civitatis prosperilate regenda tutandaque instituta legati, in collegio ad res academicas administrandas constituto multis abhinc annis sodalis munere ad hunc ipsum diem strenuissime fun- gentis. In quibus officiis prosequendis omnibus tanta dexteritate ingenij rerumque peritia versatus es, ut egregio documento ipse nostris hominihus fueris, quid ingenium hominis valeat scientia vel unius artis, si modo penitus perspecta est, quando vero plus, si, ut Tuum, tot tamque variarum excultum est. Nam quod inprimis ad nos pertinet in Te praedicare, in perdiscenda et factitanda medicina, cui omne studium et vitam consecraras, quum intellexisses mature, parum aut nihil profici, nisi naturalium rerum cunctarum cognitio accurata ad artem ipsam accederet, in vastum naturae vampum tam late exspatiandum duxisti, ut a studiis Tuis nihil alienum existimares, quod ad leges naturae omnis adeoque humanae animae rationes per- vestigandas ducere posset: quorum studiorum fructus Te vel in magna audientium frequentia docendo, prout ferebant muneris pro- fessorii in Ludoviciana Tibi demandati officia, vel omnis generis scripta multa, ut medicinalia taceam, tum Physiologica quam philoso- phica vulgando in communem omnium utilitatem admirabili industria contulisse, nemo intelligentium est qui ignoret. Talem virum, domi forisque clarum, duem nostrum appellamus, cuiusque laudes pluribus efferre meum non est, hodie nobis Ludo- vicianaeque non modo superstitem, sed integris corporis animique viribus fruentem iuvinilique paene ardore rebus nostris et scientiae prodesse pergentem servari, habemus quod nobismet ipsis cum maxime gratulamur. Quare senatui academico nihil prius, nihil acceptius videri debuit, quam oblata huius diei opportunitate, quae esset Tui apud nos existimatio, palam testari, quod duum more Academiarum patriarum antiquitus recepto ad sempiternam rei scriptum aliquot ita fieri soleat, ut memoriam per cum gratulatione simul tractatio alicuius loci ex litteris antiquis petiti coniuncta sit, ante O. M. rerum humanarum omnia Deum aeque ac divinarum rectorem, precamur enix anil don, uxc Tue 1108 On- Lud deo §00 Sämn ant eili is tal Gul mu 808 se in e0h ru id 29— clant enixe, ut quae pro salute Tua Tuorumque incolumitate perpetua sincero iem animo vota concipimus, rata faxit, ita simul sperantes, vitam quam flicia, longissime tamquam Nestoris instar producendam Tibimetipsi, carae tum in uxori, filio ornatissimo, quem collegam diligimus, universae soboli tricia- Tuae gaudio, nobis, qui Te collegam colimus, aetate prudentiaque ad nostrum omnium ducem, aemulationi, amicis, cultoribus, quos Tuo nstituta nomini nactus es quam maxime devotos, praesidio, postremo litteris Ludovicianaeque, cuius prosperitas nullo tempore Tibi non cordi fuit, decori et ornamento fore. His vero collegarum votis, ut de me seorsim dicam, si mea quoque adiunxero, ita iudica, collega dilectis- sime, me, ex quo Te Academiae tum rectore hunc litterarum ludum ante hos tres et triginta annos primum adii, Tibi et vetere ami- citia et observantia in omnibus temporum vicissitudinibus, ad hunc ipsum diem adstrictum fuisse. Hac consuetudine vetere et familiari- tate, qua iuncti sumus, iam ita uti nunc lubet, ut Te quasi prae- sente de aliquo loco antiquitatis, cuius studia a Te minime aliena esse scio, sermonem instituam familiarem. Ouid igitur? Potestne huius sermonis exordium capi auspicatius quam ab ea persona fabulari, quam numinis loco antiqui habuerunt multisque modis coluerunt, Aesculapio, mortalium immortaliumque sospite, cuius artis, quam ipse coles professores magnifico nomine . se filios appellant? Cuius fabula tam admirabiliter a veteribus 5 inventa et exculta est, ut si quod aliud veterum numen, hoc . en eorundem studium prae aliis luculente prodat, humanas res, ad deo- lh0so rum cultum exornatas, in coelum ipsum attollendi. Atque praecipue dusiria id ipsum quod modo diximus comprobant, quod Aesculapi de ortu aeque ac de morte a veteribus traduntur: in quibus paulo diligen- tius rimandis si nunc iuvat immorari, Tibi ea spero eo minus dis- plicitura esse, quo inexspectatius Te artis pecularis simul commone- facient, in qua factitanda eximiam ipse apud omnes laudem consecutus es. Huius vero fabulae memoriam Pindaro nemo magnificentius, nemo Ame disertius extulit: quo duce primario si utamur, praeter rei ipsius , gravitatem habebis quo elatum poetae in paucis egregi ingenium Tui cum delectatione admirere. (Sequitur enarratio.) RECTORIET SENATUI ACADEMIAE GISSENSIS SALUTEM OUAM PLURLMAM. batres Almae Ludovicianae conscripti Collegae ornatissimi, spectatissimi, splendidissimi, summe venerandi, Carissimi! OQuo vultu Vos, gratias acturus, adloquar? Gratulatorias accipiens e manibhus summe vene Magnifici, quas ad me dedistis literas eo die, quo munus ante decem lustra primum adii, incertus haesi 2 randis Rectoris an tantum honorem Vestrae soli pietati in senem me Senioremque Vestrum debe Die am? illo et subsequentibus innumeris benevolentiae testimoniis paene obrutus, quae scripsistis ad me, legere et quidem consulto omisi; ut tempore tranquilliore inturbatus Collegarum meorum di- lectissimorum in me animum perspicerem. Tunc literas Vestras laude mea redundantes inveni, quas legi, interumque legi, animo gratissimo, sed facie erubescente. OQuadraginta quatuor illos annos, quibus Vestro gremio me ad- scriptum laetor, per singulos fere eundo persecuti estis, memores omnium prosperorum eventuum, quibus, dum multa variaque appe- terem, gavisus sum. vel feli ae m0. pro — 31— Ouoties autem re exciderem, vel silentio consulto praeteriistis, vel non novistis. Attamen ingratus non sum in sortem meam, quam in paucis felicem recte praedicatis. Omnium vero, quae assecutus sum, carissimum Vestrum habeo amorem, cuius signum splendidissimum Vestra sunt vota benigna, in monumento scripto oblata, quod pie servabit ultima stirpis meae progenies. Ast, tot tantaque bona me promeruisse dicentes, erratis. Audiatis! Quae amicis iterum iterumque confessus sum, Vobis repetam. „Ouae tentavi non secus ac praestita habetis, amore erga me „affecti. Immo quae tentavi, mea non dixerim. Ardor inest in me, „quidquid momenti sit gravioris efficiendi, quo coactus, operis hu- „iusmodi occasionem datam arripere soleo. Vim hanc, cui resistere „nequeo, donum Divinum, nec meritum meum, censeatis. Vigorem „corporis insolitum, quo senex gaudeo, beneſicium in me collatum „recte putatis; ast illa mentis nunquam quiescens agitatio haud ma- „gis mea ducenda est, quam corporis mei tenacitas: utraque Dei „Optimi gratia immerita.“ „Immerita omnia dico: discendi opportunitatem, docendi veniam, „scribendi facultatem, tantorum Virorum adplausum, faustasque omnes „ res meas.“ „Nihil meum dicere audeo, nisi in Vos Collegas amorem, quo „Vos persequar usque ad ultimum pectoris halitum, quo Vos am- „plexus sum per omnes dies, quibus consuetudine Vestra frui fauste „mihi contigit.“ „Huius in Vos amoris sensum summam vitae meae felicitatem „praedicarem, nisi parem caperem voluptatem ex favoris Vestri- „deliciis.“ OQuid nunc? Me videtis splendore, quo me ornare voluistis, denu- datum. 32 Eo magis mihi opus est, ut hoc unum rogare Vos non desinam: benevolentiam indulgentiamque Vestram mihi servetis! Vota mea sincerissima benigno animo accipiatis! Gratias, quas Vobis debeo, maximas sat digne enuntiare iam dudum indies tentavi, sed frustra. Quod nequeo, remittatis mihi faventes. Missum nunc me faciatis, ne commotione animi nimia melestus sim Vobis. Te Osanne, amice coniunctissime, Collegarum interpretem elo- quenlissimum veteris fabulac, quam in memoriam diei illius festi enarrare iusserunt Rector Senatusque, scriptorem doctissimum, silens brachiis amplector, Tuique usque ad cineres memor ero. OQuem nosltis, talis Vobis et Vobiscum saluti et honori Almae Universitatis Ludovicianae omnibus viribus totoque animo deditus permanebo Ferdinandus Augustus Maria ab Ritgen. Dabam Gissae Hassorum, die XXIX mensis Augusti anni MDCCCLVIII. am: lann. mihi Slus VIRO PERILLUSTRI DO00TISSIMO EXPERIENTISSIMO EERDIXANDO AULGUSTO MARIRAE FRANGICO UE RITGIN PHILOSOPHIAE MED. CHIRURG. ET REI OBSTETRICIAE DOCTORI ORDINIS HASSIACI LUDOVICIANI PRAEFECITO MAGNO DUCI HASSIAE A CONSlIIIS SECRETIS PSVCHIATRIAE MEDICINAE POLITICAE EIT REI OBSTEIRICIAE PROFESSORI PUBL. ORDINARIO LECHODOCHII OBSTETRICII ACADEIICI PRAEFECTO ACADEMIAE CAESAR. LEOPOLD. CAROL. NAATUR. CURIOS. ACADENMAE MED. REG. BELGICAE SOCIETAT. PHYSICO MEDICAE HASSIAE SUPERIORIS CAESAR. RUSS. MOsOUENSIS MINERALOGICAE IENENSIS NATURAE ScRUTATORUM MARBURGENSIS SENKENBERGIANAE FRANCO- FURTENSIS RHENANAE MOGUNTINAE ERLANGENSIS HIERBIDOLIIANAE REG. B0TANICAE RAITISBONENSIS CAESAR. REG. MEDICOR VINDOBONENSIS HOFELANDIANAE BEROLINENSIS MEDICAE MONASTERIENSIS MEDICORUN PETROPOL. ALIARUMOUE SOCIETATUM SODALI REIL. REL. MEDICO ET CHIRURGO INNUMERIS AEGROTIS OMNIUM ORDINUM ET INTER HOS MlLITIBUS OQUOOUE PROSPERRIME AUXILIATO PARTURIENTIUM ADIUTORI STRENUISSIMO ARTE PARITER AC SCIENTIA IN PAUCIS CALLENTI RERUM MEDICARUM ET ACADEMICARUM NEC NON TOTIUS CIVITATIS ADMINISTRANDARUM PERITISSIMO MULTISOUE OUAE SOLLERTISSIME PERFECIT PRAECLARO MUNERIBUS RECTORIS ACADEMIAE ET DECANI FACULTATIS MEDICAE SAEPIUS EGREGIE FUNCTO SCRIPTORI SAGACISSIMO DE OMNIBUS FERE SCIENTIAE NATURALIS ET MEDICAE PARTIBUS OPTIME PROMERITO PRAECEPTORI SUMMA DOCENDI PERSPICUITATE ET FACILITATE INSIGNI INNUMERIS AUDITORIBUS LAUDATISSIMO ET AMATISSIMO INTERPRETILEGUM NATURAE EXIIIIO (COLIEGCAE COIIEGIS PARATISSIMO ET SPECTXTISSINO SEMISAECULARIA E PUBLICO MUNERE PRIMUM SUSCEPTO FELICISSIME PERACTO CONGRATULATUR vOTAOUR SINCERISSIMA FACIT ORDO MEDICORUM IN UNIVERSITATE LUDOVICIANA GISSAE XV KALENDAS AUGUSTAS SUB sSIGILLO FACULTATIS. Dr. A. Wernher. Dr. P. Phoebus. Dr. J. Wilbrand. Dr.(. Bruch. Dr. G. Eekhard. Dr. E. Seitz. Dr. Vix. Dr. J. B. Wetter. Dr. A. Winther. Dr. Stammler. Dr. H. Welcker. Dr. Fr. Mosler. Dr. H. Baur. TYPIS G. D. BRUEHLI I. TYPOGR. ACAD. Ordinis Medicorum gratiosissimi Collegae dilectissimi! Die muneris per decem lustra administrati vota Vestra accepi. Summo, mirabili inexspectatoque in me amore oblata sunt, quo- rum vim funditus perspiciens, paene obstupefactus et erubescens ad hunc ipsum diem silui. Die illo innumeris benevolentiae documentis fere succubui, tem- poreque mihi opus fuit, at gratias agendi facultatem recuperarem. Monumentum egregium amicitiae et indulgentiae Vestrae, quippe Collegarum specialium, quibus facultatis nostrae medic ae vinculo iunctus sum, prae caeteris exoptatum mihi esse carissimumque facile censebitis. Insunt in tabula Vestra votiva immeritae laudes multae ob non- praestita habetis. Vobis me paratissimum dicentes, nulla, quae tentavi, quae vero, amore in me ducti, Unum tantum, quod mihi tribuistis, lubenter ccipio. Sed meritum meum, precor, ne dicatis, dum datam officium Vobis praestandi occasionem nunquam neglexerim. voluptatem ex opera quavis Vobis dicata, ut gr quando operam ac Tantam enim capio atum me devinciatis, signum amoris mei in Vos benigne accipiatis. Literas Vestras, donum eximium, pulcherrimum, haereditatem meis relinquo uberrimam; habebit filius meus, habebunt posteri: quod in memoriam tanti amoris tantique honoris a Vobis in me col- lati pie colat ultima stirpis meae progenies. Gratias meas quam maximas benevolo accipiatis animo; amicitiam indulgentiamque mihi servetis Vestram oro rogoque. Ferdinandus Augustus Maria ab Ritgen. Dabam Gissae Hassorum die XXIX mensis Augusti anni MDCCCLVIII. — Dem Verdienſte ſeine Krone! Herrn Geheimenrath 4 P A 64(QN* 3. 4„ Fra N. 4 vo ait„ Ferd. Aug. Franz Itlarin don Aitgen, Doctor der Mediein und Philoſophie, Profeſſor der Geburtshülfe an der Ludwigs⸗ accepi. Univerſität, Director der academiſchen Entbindungsanſtalt, Commandeur zweiter Claſſe des Ludwigsordens, Mitglied verſchiedener gelehrten Geſellſchaften, nt. quo- scens ad der nicht nur durch geiſtige Kraft und unermüdliches Streben ſich die verdiente hohe Stelle auf dem Felde der Wiſſenſchaft erworben, ja neue „tem- Bahnen derſelben eröffnet, der nicht nur in vielfach amtlicher Stellung für arem. das engere Vaterland und hiermit auch für die menſchliche Geſammtheit quippe gewirkt, ſondern ſich auch bei Allen, die das Glück haben, ihm vinculo näher zu ſtehen, die höchſte Liebe und Achtung zu e facile gewinnen gewußt hat, erlauben wir uns, ſeine Schüler, u en. an dem Tage, an welchem er vor fünfzig Jahren ſeine ruhm⸗ 18 Dells..„.— licenies, volle Laufbahn in öffentlichem Amte begonnen, dieſe officium ee.„. 2 2 m an Beglückwünſchungsurkunde vinciatis, zum ewigen Andenken von einem Jeden unterzeichnet, wätatem als ein Zeichen unſerer Liebe für den hochverdienten Lehrer, unſerer Be⸗ posteri: wunderung für ſeine wiſſenſchaftlichen Verdienſte in ehrerbietiger Hochachtung me col- und Dankbarkeit zu überreichen. Richard Dornſeiff. Ferdinand Kehrer. Hermann Momberger. Gnſtav Oſann. miecitiam Robert Weyprecht. Adolph Dornſeiff. Otto Dornſeiff. Ludwig Einſiedel. Georg Frank. Balthaſar Stern. Joſeph Kirnberger. Ludwig König. Otto Lambert. Otto Mollinger. Ludwig Mayer. Jacob Molthan. Rudolph Momberger. Eduard Metzler. Bernhard Nauheimer. Leopold Ordenſtein. Chri⸗ gen. ſtian Raiſer. Hermann Reuß. Ernſt Scharmann. Conſtantin Schmidt. Amadens Thurn. Simon de Vries. Eduard Willmann. Friedrich Zinſſer. Gießen, den 18. Juli 1858. Druck der G. D. Brühl'ſchen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei in Gießen. Vochwohlgeborner, Vochverehrteſter Herr Geheimerath! Hochgeſchätzter Jubilar! Unterzeichnete können den Jahrestag Ihres 50jährigen Wirkens auf dem Gebiete der Medicin nicht vorübergehen laſſen, ohne durch ein ge⸗ ringes Zeichen den Dank für die vielen und großen Verdienſte Ihnen auszudrücken, welche Sie, hochgeehrter Herr, ſeit fünfzig Jahren ſich um die leidende Menſchheit und um das Gedeihen unſerer ſchönen Wiſſen— ſchaft erworben haben; Verdienſte, welche, ſeit Sie vor nunmehr 44 Jahren als academiſcher Lehrer auf hieſiger Hochſchule auftraten, mit der Blüthe der mediciniſchen Facultät unzertrennlich verflochten ſind, Ver⸗ dienſte, an die wir täglich durch die Anſtalt erinnert werden, der Sie noch heute mit ungeſchwächter Kraft und jugendlichem Eifer vorſtehen, und in der Sie uns, geleitet von der Wiſſenſchaft, deren treueſter Jünger Sie ſtets waren, ein hochverehrter Lehrer ſind. Geruhen Sie dieſen Becher— ein geringes Zeichen der Anerken⸗ nung— von Ihren dankbaren Schülern huldvollſt entgegenzunehmen. Ludoviciana, am 18. Juli 1858. W. Baur. F. J. Brennig. L. Klipſtein. S. W. Kritzler. E. Sames. H. Steinhaeuſer. Ch. K. Derſcheidt. O. Follenins. H. Becker. Fr. Ploch. W. Kobelt. J. Lipp. A. Sehrt. C. Neidhart. A. Stammler. P. Dettweiler. E. Marcus. A. Meyer. Wilh. Oſtner. E Lahnſtein. C. Wernher. A. Adrian. A. Wortmann. C. Weber. O. Sellheim. E. Werlé. F. Rau. E. Weichel. C. Fehr. J. Neiß. K. Kraus. G. Rabenan. J. Lohrum. A. Wernher. E Wadſack. K. Heyer. A. Dieffenbach. J. Nordt. L. Butz. L. Völcker. Fr. Martin. F. Birnbanm. A. L. Brellinger. L. Conrad. L. Schmidt. W. Jäger. O. Klink. Fr. Kanfmann. Joſ. Engel. W. Thurn. Dr. v. Heſſe. J. Heſſel. C. Boſe. Julius Homberger. Heinrich Weil, H. Dannenberger. A. Pirſch. W. Kratz. H. Heldmann. M. Schacfer. A. Becker. Ph. Schall. J. Vogt. J. W. Becker. Koehler. Borngeſſer. 37— Hochwohlgeborner Herr, Hochzuverehrender Herr Geheimerath! Wir nehmen uns die Ehre, Ihnen zu Ihrem 50jährigen Dienſt⸗ jubiläum unſere herzlichen Glückwünſche darzubringen. Sie haben von Ihrer ausgezeichneten und vielſeitigen Thätigkeit auch unſerem Vereine einen nicht unbeträchtlichen Theil gewidmet, und wir erkennen dies mit freudigem Danke an. Schon der Urſprung unſerer Ge⸗ ſellſchaft knüpft ſich an Ihren berühmten Namen, indem der intellectuelle Urheber derſelben, Herr Dr. Weber, die Feier Ihres 25jährigen Dienſt⸗ jubiläums zur Anregung der Bildung eines Vereines für Natur- und Heilkunde benutzte, um dadurch, wie er ſelber ſagt,„einen längſt gehegten Wunſch zu realiſiren, und zugleich der Feier dieſes Tages auf lange Zeit hinaus eine bleibende Erinnerung zu geben.“ Sie haben eine anſehnliche Reihe von Jahren hindurch unſerem Vereine als Director vorgeſtanden, haben ihn nicht blos mit großen Opfern an Zeit, ſondern auch mit ſel⸗ tener Umſicht und Gewandtheit geleitet, und jegliches Mitglied deſſelben mit ächter Leutſeligkeit und rückſichtsvoller Anerkennung behandelt. Sie haben den Verein, als er noch jung und ſchwach war, vor mancher Klippe, die ſeine Exiſtenz bedrohte, ſcharfſichtig und treu bewahrt. Sie haben uns durch äußerſt zahlreiche Vorträge, wie durch ſtets bereite, erläuternde, berichtigende, wiſſenſchaftlich ordnende Bemerkungen, aus dem ungemein reichen Schatze Ihrer Kenntniſſe und Erfahrungen mannigfachſte und werthvollſte Belehrung gewährt. So haben Sie, hochgeehrteſter Herr Geheimerath, uns zum lebhaf⸗ teſten Danke verpflichtet, und wir erlauben uns, dieſem Danke eine blei⸗ bende Form zu geben, indem wir Sie als unſer Ehrenmitglied begrüßen. Gönnen Sie uns, bitten wir, auch ferner Ihre thätige Mitwirkung und genehmigen zugleich den Ausdruck unſeres aufrichtigen Wunſches, daß der Himmel Sie noch lange Jahre der Wiſſenſchaft, dem Staate, dem Kreiſe der geehrten Ihrigen und uns geſund, heiter und ſo jugendlich wie heute erhalten möge. Gießen, am Vortage des 18. Juli 1858. Die berheſſiſche Geſellſchaft für Natur- und Heilkunde. Dr. H. Will. Dr. Waſſerſchleben. Dr. Knop. Dr. P. Phoebus. Dr. W. Diehl. Georg Noll. An den hochverehrten Vorſtand der Bberheſſiſchen Geſellſchaft für Natur- und Heilkunde. Die freundliche Anerkennung meiner Beſtrebungen, zur Erreichung der Zwecke der Oberheſſiſchen Geſellſchaft für Natur- und Heilkunde mitzu⸗ wirken, hat mich tief gerührt, und um ſo tiefer, je weiter meine Leiſtun⸗ gen hinter meinen Beſtrebungen zurückgeblieben ſind und zurückbleiben werden. Dankbar nehme ich die Ernennung zum Ehrenmitgliede an, durch welche das uns vereinigende Band noch feſter geknüpft werden ſoll. Gern werde ich an den Sitzungen und Arbeiten der Geſellſchaft nach Kräften ferner Theil nehmen. Möge Ihr ſo herzlicher Wunſch, daß mir dies noch lange vergönnt ſei, in Erfüllung gehen! Möge vor Allem der in ſeinen Erfolgen ſo glänzend vorgeſchrittene Verein fort und fort Blüthen und Früchte tragen! Dieſen Wünſchen füge ich die Bitte hinzu, allen hochverehrten Mit⸗ gliedern der Geſellſchaft meinen Dank und meine innige Verehrung aus⸗ zudrücken. Gießen, am 30. Juli 1858. Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. nt ne — 39— Dem Herrn Geheimenrath jerdinand Auguſt Maria franz von Ritgen, Dr. der Medicin und Philoſophie, Profeſſor der Geburtshülfe und Pſychiatrie, Director der Entbindungsanſtalt, Inhaber hoher Orden, Mitglied vieler gelehrten Geſellſchaften, die praktiſchen Aerzte der Htadt Gießen und der Provinz Hberheſſen, Jeine Scchüler, an dem Tage der Feier ſeines 50jährigen Amtsjubiläums. Hochverehrter Jubilar! An dem feierlichen Tage, welcher weithin die Aerzte lebhaft bewegt, und Aller Blicke auf unſere Stadt hinlenkt, finden wir practicirenden Aerzte der Stadt Gießen und der Provinz Oberheſſen vor Allen uns gedrungen, dem Manne in unſerer Mitte, deſſen fünfzigjähriges ſegensreiches Wirken den heutigen Tag zu einem denkwürdigen macht, aufrichtig und warm zu beglückwünſchen. Wir ſchauen, verehrter Jubilar! auf Ihr raſtlos thätiges, bewegtes Leben zurück und theilen mitfühlend Ihre Erinnerungen an ſo manche überwundene Mühe und Beſchwerde, aber auch an ſo manchen ſonnigen Tag, manchen glänzenden Erfolg, welcher die Frucht Ihres unermüdlichen Strebens war. Wir freuen uns — 40 voll Aufrichtigkeit, daß Sie, angelangt auf dieſer hohen, Ehrfurcht ge⸗ bietenden Stufe langjährigen Wirkens, noch ebenſo ungebeugt und that— kräftig in unſerer Mitte ſtehen, wie in den Tagen Ihrer erſten Mannes⸗ kraft, freuen uns nicht allein, daß Sie, ſondern wie Sie dieſen Tag erblicken. Viele Hunderte Ihrer Schüler denken in dieſer feſtlichen Stunde mit Liebe und Dankbarkeit an Sie, rechnen Sie auch uns, verehrter Ju⸗ bilar, unter dieſe Zahl. Möge Ihnen unter den glänzenden Huldi— gungen, welcher dieſer Tag von Nah und Fern dem berühmten Meiſter bringt, auch der Beifalls-Ruf Derer nicht werthlos erſcheinen, welche neben Ihnen und unter Ihren Augen für das Menſchenwohl wirken! Möge Sie der Gedanke erfreuen, in unſerer ärztlichen Thätigkeit, zu welcher auch Sie den Grund gelegt, nur den Rückſchein Ihres eigenen ſegensreichen Wirkens zu finden. Möge es der unerſchöpflichen Güte des Allmächtigen gefallen, Sie, verehrter Lehrer, hochgeſchätzter College, in ſeinem Schutze zu erhalten, zum Segen der Menſchheit, zur Freude Ihrer getreuen Schüler. Gießen, den 18. Juli 1838. Die practiſchen Aerzte der Stadt Gießen und der Provinz Oberheſſen. Dr. Stammler. Dr. v. Löhr. Dr. Kehrer. Dr. F. Klein. Carl Ernſt Emil Hoffmann, Dr. med. Dr. A. Wernher. Dr. E. Seitz. Dr. A. v. Helmolt. Dr. H. Welcker. Dr. Rumpf. Dr. Weber J. Dr. Fr. Mosler. Dr. M. Lorenz. Dr. Phoebus. Dr. Birnbaum. Dr. A. Winther. Dr. Prinz. Dr. H. Weber II. Dr. Melchior. Dr. F. Schmidt. Dr. Steinmetz. Dr. Joſt. Dr. Nieß. Dr. Diehl. Dr. Freſenins. Dr. Trapp. Dr. Horn. Dr. Fertſch. Dr. Pfeiffer. Dr. Herm. Baur. Dr. Pilger. Dr. Zinßer II. Dr. Momberger. Dr. Roßkopf. Lieber Stammler! Ich kann nicht beſonnen danken für ſo viele Treue! Geben Sie meinen Gefühlen beredte Worte und theilen allen Lieben, die ſich um mich vereinten, die anliegenden wenigen Zeilen freundlich mit. Gießen, am 18. Auguſt 1858. Ihr Ritgen. Die jungen Neiſter der heilenden Kunſt aus Gießen und Hberheſſen und ihr Altmeiſter. Die jungen Meiſter ſchwer beladen mit ſinnigen Geſchenken: Kinder des Bacchus, ſie pflücken und preſſen und trinken die Traube: Das iſt der Tag der Erndte, der Tag des Taumels der Luſt! Sieh' ſie ſich tragen, tummeln und wälzen im rankenden Laube! Höre, Evoe, dem Sieger, ſie rufen aus ſchwellender Bruſt! Dort auch ſiehſt Du die Pfleger der Blumen, ſanft freudiger Laune, Lächeln und ſingen, ſchweben und gleiten im lieblichen Tanz! Kinder der Flora, ſie wehren beſonnen dem taumelnden Faune, Flechten aus Blüthen Aesculap's Sohne den feſtlichen Kranz! Der Altmeiſter, ſchwindelnd in Frende und Dank: Söhne, Brüder, Meiſter! Mir das? ich glaub' es gerne vermeſſen. Viel wohl trug ich und that ich im Leben, glühte und fror; Ach! Doch! Solche Liebe, ſie läßt mich Alles vergeſſen, Seht, ſie hebt mich ſchwindelnd aus allen Tiefen empor! Hierher! umarmt mich! daß ich am Herzen ſtammelnd Euch danke! Stammler vom Hut! Du bringſt mir die Freunde, o Alle herbei! Hoffmann und Wernher und Alle Ihr Lieben mir treu! Ohne Schranke Lieb' ich Euch wieder! Hört des Entzückens jubelnden Schrei! Hochwohlgeborner Herr, Hochzuverehrender Herr Medicinalrath! Unter den ſchriftlichen Beweiſen treuer Anhänglichkeit meiner Schüler und Collegen, welche mir, als feierliche Glückwunſchſchreiben, am Tage meiner fünfzigjährigen Amtswirkſamkeit zu Theil wurden, zeich⸗ net ſich die Urkunde, welche ich aus Ihrer Hand, im Namen der Aerzte Gießens und Oberheſſens erhielt, durch Inhalt und koſtbaren, vor Be⸗ ſchädigung ſchützenden, Schmuck aus. Unter den, an jenem Tage geſammelten Schätzen, welche, als Fa⸗ milienkleinode für mich und meine Nachkommen, ſorgſam werden aufbewahrt werden, hat das Diplom meiner Oberheſſiſchen Freunde noch dadurch einen ganz beſondern Werth, daß die Stifter dieſes Denkmals Ihrer Liebe zu mir daſſelbe eigenhändig unterſchrieben ha⸗ ben. Doch ſcheinen mir einige theure Namen zu fehlen, und ich frage bei Ihnen, hochverehrter Herr College, als gütigen Vermittler der gan⸗ zen, auch von ſo ausgezeichneten Geſchenken begleiteten Stiftung, an, wie es zu veranſtalten ſei, daß die noch erübrigenden Unterſchriften vielleicht entfernt wohnender Freunde mir nicht entzogen werden? Genehmigen Sie den Ausdruck der innigſten Dankbarkeit und Ver⸗ ehrung, mit welcher ich die Ehre zu verharren habe, Euer Hochwohlgeboren treuergebener College und gehorſamſter Diener Ritgen. IRDEXANDO ALGLSIO IB Rlfoka PHIILOSOPIAE, MEDICINAE, CHIRURGIAE ARTISOUE OBSTETRICIAE DOCTORlI, ARTIS OBSTETRICIAE ET PSXCHIATRIAE PROFESSORI PUBLICO ORDINARIO DOMUS PUBLICAE UBI PARTURIENITIBUS OPERA PRAESTATUR DIRECTORI, ACADEMIAE LUDOVICIANAE SENORlI, SERENISSIMO MAGNO DUCI HASSIAE ET AD RHENUM A CONSILIIS SANCTIORIBUS, ORDINIS HASSIACI LUDOVICIANI PRAEFECTO, MULTARUM ERUDITORUM SOCIETATUM PER LITTERARUM COMMERCIUM S0CIO ETC. ETC. ETC. Viro perillustri, amplissimo, excellentissimo, de civitate, academia, doctrina, inprimis arte obstetricia, rehus medicis practicis optime merito, summe venerando Die hodierno, quo Tu, Vir amplissime, muneris solemnia semi- saecularia splendidissime facis, animi innumerabilium virorum docto- rum maxima afficiuntur laetitia. Nec non medici Rhenano-Hassiaci, quorum permulti Te usi sunt magistro, amplectuntur occasionem maxime idoneam ad pietatem et verecundiam Tibi praestandam. Ouis perfecto hodie non meminerit, quantum doctrinae, quantum de rebus omnibus instituendis e Tuis scriptis capiatur? Quis studia medicinae et aliarum doctrinae generum tot praeclaris operibus auxit et ornavit? Ouis tibi unquam par repertus est acumine ingenii, ra- tionis et orationis? Quis in tot rebus tam egregie et gloriose ela- boravit? Namque vix ulla est disciplina, qua Tu, Vir praestantissime, gravissime, summam gloriam non sis consecutus! Cum hac in litteris praestantia summam humanitatem et morum amabilem comitatem con- iungis, ita ut difficile sit dictu, utrum hominem an virum doctum in Te, Vir veneratione dignissime, pluris aestimemus. a— Sed Tuas dotes, virtutes et merita recensere nostrarum partium non est. Quanti nimirum habenda sit Tua in civitate opera et Tua doctrina jamdiu manifestum et apertum est. Amplissimis et gravissi- mis muneribus respublica Te praefecit; ordo philosophorum et viginti quinque societates eruditorum Te socium receperunt; Serenissimus ad Potentissimus noster Princeps, Ludovicus II. cuius memoriam nulla unquam delebit oblevio, nobilium ordini Te adscripsit et insigne tur- malis classis variasque dignitates Tibi tribuit; discipuli Tui, quoties- cunque occasio tulit, officiis Te sunt prosecuti. OQuae quum ita sint, nobis hodie restat, ut muneris sacra semi- saecularia ex animo Tibi gratulemur, deinde ut grata memoria prose- quamur illam Tuam auctoritatem; qua nostrum litterarum amorem sic excitavisti, ut non nisi cum vita eum simus deposituri; denique ut una Tecum Deo omnipotenti gratias agamus pro tot beneficiis in Te collatis, quorum certe non minimum est, quod usque ad hunc diem illum adolescentis florem ac vigorem, illum sanitatis colorem et habi- tum, casti temperatique victus consuetudine firmatum, Tibi servavit. Tu vero, Vir excellentissime, haecce verba, quamvis sint pauca, non asperneris, sed ut signum gratissimi et devotissimi animi be- nigne, ut soles, accipias! Die ante Calendas M. August. MDCCCLVIII. SOCIETAS MEDICORUNI RHENANO-HASSIACORUI. Dr. Goldbeck. Dr. Hauck. Wolf, Dr. M. h. t. Praeses. h. t. Scriba. h. t. Rationarius. — 45— SOCIETATI MEDICORUM RHENANO- HASSIACORUM. Doctores experientissimi Collegae et Amici carissimi spectatissimi Discipuli flliorum instar dilectissimi! Gratulatorias, quas die muneris per decem lustra administrati misistis litteras, animo gratissimo sed erubescens accepi. Ouae tentavi, non secus ac praestita habetis, amore erga me affecti. Immo, quae tentavi, mea non dixerim. Ardor est in me, quidquid momenti gravioris efficiendi, quo coactus, operis huiusmodi occasionem datam arripere soleo. Vim hanc, cui resistere nequeo, donum Divinum, nec meritum meum, conseatis. Vigorem corporis insolitum, quo senex gaudeo, beneficium in me collatum recte pu- tatis; ast illa mentis nunquam quiescens agitatio haud magis mea ducenda est, quam corporis mei tenacitas: utraque Dei Optimi gratia immerita. Immerita omnia dico: discendi opportunitatem, docendi veniam, scribendi facultatem, tantorum Virorum adplausum, faustasque omnes res meas. Nihil meum dicere audeo, nisi in Vos Discipulos, Amicos, Col- legas amorem, quo Vos persequar usque ad ultimum pectoris hali- tum; quo Vos amplexus sum per omnes dies, quibus consuetudine Vestra frui fauste mihi contigit. — 46 Huius in Vos amoris sensum summam vitae meae felicitate praedicarem, nisi p m arem caperem voluptatem ex favoris Vestri de liciis, cuius signum splendidissimum et carissimum in votis Vestris benignis in monumento praeclaro inscriptis, quod pie servabit ultima stirpis meae progenies, exhibuistis. Gratias meas quam maximas accipiatis benevolo animo: surgunt pectore. ex imo Amicitiam indulgentiamque Vestram mihi servetis oro rogoque. g L Vota sunt mea pro Vobis, ut pari sortis favore, ac ego fructus sum, fruamini, immo etiam maiore. Dabam Gissae Hassorum, die X. mensis Augusti anni MDCCCLVIII. Ferdinandus Augustus Maria ab Ritgen. VIRO PERILLUSTRI FTERDIRANADO ALGLSIO MAk. FRANCNGO DERIIGPN PHILOSOPHIAE, MEDICINAE, CHIRURGIAE ET REI OBSTETRICIAE D0CTORlI, ORDINIS HASSIACI LUDOVICIANI PRAEFECIO, MAGNO DUCI HASSIAE A C0NSILIIS SECRETIS, PSYCHIATRIAE MEDICINAE POLITICAE EI REI 0BSTETRICIAE PROFESSORE P. 0O. MAIOCOMII ACADEMICI DIRECTORlI. ACADEMIAE CAESAREAE LEOPOLDINRAE NATURAE CURIOSOR. ACADEMIAE MEDICAE REG. BELGICAE, SOCIETATIS PHYSICO MEDICAE HASSIAE SUPERIORIS, CAESAREAE RUSS. MOSOUIENsSIS, MINERALOGICAE IENENSIS, NATURAE SCRUTATORUM MARBURGENSIS, SENKENBERGIANAE, FRANCO- FURTENSIS, RHENANAE MOGUNTINAE, ERLANGENSIS, HERBIPOLITANAE, REG. B0TANICAE RATISBONENSIS, CAESAR. REG. MEDICORUM VINDOBONENSIS MEDICAE ET CHlRURGICAE, BEROLINENSIS MEDICAE, MEDICAE MONASTERIENSIS, MEDICORUM PETROPOLITANAE ALIARUMOUE SOCIETATUM SODALI ANNO POST CHRISTUN NATUM MDCCCLVIII DIE XVIII. MENSIS IULII FESTISSIMUM DIEM AGENII MUNERIS ANTE HOS OUINOUAGINTA AMNOS RIIE SUSCEPII IN QUA PAR EST REVERENTIA ATQAUE PIETATE GRATULATUR PROOUE DIUTURNA EIUS INCOLUMITATE B0NA VOTA FACIUNT SUPREMUM NUMEN VENERANTES UT ANNOS EIUS AD ULTIMOS QUOS HUMANXAE VITAE(ONSTITUIT TERMINOS PRODUCAT OHNES QUI SUMMOS GRATIOSI MEDICORUM IN ALIA LUDOVICIANA HONORES RITE ADEPTI WORMATIAE, ANTIOUA IN VANGIONUM URBE MEDICINAM FACITIIANT DISCIPUII MEHORES GRATIOUE PRAECEPTORI SuMMoPERE GoLExDO SCRIBEBAMUS WORMATIAE DIE XVIII M. IULII MDCCCLVIII. Dr. Nebel. Dr. Goldbeck. Dr. Hauck. Dr. Buchner. Dr. Raiser. Dr. Daehn. Dr. Plagge. Dr. Wolf. Dr. Salzer. Dr. Falker, Kreisarzt. Dr. Weyland. Dr. Faustmann. Dr. Heichelheim. Dr. Gernsheim. die hochgeehrten Doctoren der Heilkunde in Worms. Theure Amtsbrüder! Sie haben in einer ſtattlichen und ſchönen Urkunde, abgefaßt in der altherkömmlichen Form und Sprache, mir feierlich zum Tage meiner fünf— zigjährigen amtlichen Wirkſamkeit Glück gewünſcht, und ſo für mich und meine Nachkommen ein Denkmal Ihrer treuen Liebe zu Ihrem alten Lehrer geſtiftet, welches alle Ritgen, als ein theures Familienkleinod, immerdar hochhalten und ſorgſam bewahren werden. Es hat und behält dieſe Ur⸗ kunde, für uns alle, einen um ſo höhern Werth, als ſie die eigenhändi⸗ gen Namensunterſchriften ihrer Stifter trägt: der Männer der heilenden Kunſt, welche in dem altehrwürdigen Worms Segen verbreiten, nachdem ſie die Würde des Doctorgrades an der Ludoviciana erworben haben. Indem Sie, als meine vormaligen Schüler, ſich meiner ſo liebevoll erinnern, geſtatten Sie mir das freudige Gefühl, an dem Segen, welcher Ihrem Wirken entſprießt, einigen, wenn auch geringen Antheil dadurch zu haben, daß ich einſt anregend für die großen Erfolge wirken konnte, mit welchen Sie mich längſt übertroffen haben. Die mir ſo theuren freiwilligen Sendboten Ihrer Urkunde haben in ſo beredten und herzlichen deutſchen Worten zu mir geſprochen, daß ich in eben dieſer unſerer traulichen vaterländiſchen Sprache antworten zu ſollen glaubte und glaube. Auch habe ich bereits der hochanſehnlichen Geſellſchaft der Rhein⸗ heſſiſchen Aerzte, deren Mitglieder auch Sie ſind, in der Sprache der Lateiner gedankt. — 49— Deutſches Volk, Deutſcher Sinn und Deutſche heilende Kunſt, ſie verbreiten ſich bereits weiter über die Erde und erkämpfen ſchönere Siege, als einſt die Römiſchen Legionen. Hieran werden Sie ſtündlich erinnert, Sie, die Sie in dem alten Reiche der Vangionen, in der Königsſtadt der Nibelungen, der Deutſchen Heilkunſt ſo große Ehre bereiten. Meinen tiefgefühlten Dank und meine herzlichen Wünſche für Sie werden Ihre lieben Sendboten Ihnen ſchon mit Worten ausgedrückt ha⸗ ben; aber ich will Ihnen hier noch ſchriftlich niederlegen: meinen unmittelbaren Ausdruck der innigſten freu⸗ digſten Rührung durch Ihre Liebe. Danken läßt ſich eigentlich für dieſe nicht anders, als durch Gegen⸗ liebe. Daß aber mein Herz an Ihnen hange und gehangen habe, ſeit Sie meine Schüler ſind, heiß und treu, das wiſſen Sie. Möge es Ihnen ſo wohl ergehen, wie es mir ergangen iſt, und wo möglich noch wohler! Mein Glück iſt in dieſen Tagen ſo groß: durch Beweiſe der Treue gegen mich, daß ich mir kaum ein größeres Glück denken kann. Den theuren Sohn meines verklärten Freundes, welcher vor mir der Aelteſte an der Ama mater war, bitte ich, dieſe Zeilen allen hochver⸗ ehrten Amtsbrüdern in Worms mitzutheilen. Halten Sie ferner lieb Ihren treuen Ritgen. Gießen, am 12. Auguſt 1858. Dr. Dr. Dr. Herrn Geheimenrath Ferd. Angult Klarin Franz von Kitgen, Doctor der geſammten Medicin und Philoſophie, Profeſſor der Geburtshülfe, der mediciniſchen Polizei und Seelenheilkunde an der Ludwigs⸗Univerſität, Director der academiſchen Entbindungsanſtalt, Commandeur des Großherzoglich Heſſiſchen Lud⸗ wigsordens II. Claſſe, verſchiedener gelehrten Geſellſchaften Mitgliede, dem Mitbegründer der ſeit 1834 dahier beſtehenden Geſellſchaft für Wiſſenſchaft und KRunſt hat dieſelbe bei der heutigen Feier ſeines fünſzigjährigen Amtsjubiſäums als Zeichen der Anerkennung ſeiner ausgezeichneten Verdienſte um die Wiſſenſchaft und Beilkunſt als Lehrer und Schriftſteller überhaupt, im Be⸗ ſonderen in Betracht des ausgezeichneten Eifers, mit welchem er die Zwecke der Geſellſchaft im Allgemeinen und namentlich durch eben ſo belehrende als anregende Vorträge gefördert hat, ihre Verehrung durch Darbringung der aufrichtigſten Wünſche für ſein ferneres Wohlergehen bei langer ungetrübten Lebensdauer zu bezeigen Veranlaſſung genommen und es haben zu deſſen Gedächtniß zugleich als danernden Jusdruck ihrer Dankburleit und Ergebenheit ſämmtliche gegenwärtige Mitglieder der Geſellſchaft dieſe Urkunde mit eigenhändiger Unterſchrift verſehen. Oſann. Dr. Umpfenbach. Dr. Branbach. Dr. Wilbrand. Soldan. Dr. Geiſt. Dr. Knobel. Dr. Birnbaum. Dr. Schilling. Dr. Lutterbeck. Baur. Dr. Weigand. Dr. Heſſe. Dr. Stahl. Dr. Simon. Dr. Levita. Dr. Schmid. Dr. Glaſer. Dr. Zimmermann. Dr. Rumpf. Dr. Zöckler. Dr. Roßmann. Dr. Hoffmann. Gießen, am 18. Juli 1858. Dr. von Ritgen II. Hochwohlgeborner, Hochzuverehrender Herr Präſident! Zu den mir theuerſten Denkmalen liebevoller Schätzung und treuer Anhänglichkeit, welche mir der Tag meiner fünfzigjährigen amtlichen Wirk⸗ ſamkeit gewährte, zähle ich das Glückwunſchſchreiben der Geſellſchaft für Wiſſenſchaft und Kunſt. Aus Ihrer Hand, Herr Präſident, habe ich die Urkunde mit doppelter Freude empfangen. Von Ihnen iſt der Gedanke ausgegangen, dieſen Verein zu gründen. Sie ſind ununterbrochen der weiſe Leiter dieſer gelehrten Anſtalt geweſen, welche ſo wohlthätig für das Wacherhalten des wiſſenſchaftlichen Sinns auch in den traulichſten Stun⸗ den collegialiſchen Zuſammenſeins zu unſern Socratiſchen Sympoſien wirkt; welche zur Entſtehung und Mittheilung ſo vieler Schöpfungen in den ver⸗ ſchiedenſten Richtungen ſtrebender Forſchung und genießender Beſchauung veranlaßt; welche den Erſtlingsarbeiten der jüngern Glieder des Vereins Aufmerkſamkeit, Anerkennung und Ermuthigung gewährt, und welche die Schätze des Wiſſens und Fühlens der ältern Genoſſen zum Gemeingut aller werden läßt. Mit einigen Freunden habe ich das frühſte Verdienſt um die Geſell⸗ ſchaft, zuerſt den tiefen Sinn Ihres Strebens, Herr Präſident, erfaßt und Ihre ſichere Vorahnung des Erfolgs getheilt zu haben. Dankbar empfange ich die Anerkennung dieſes Verdienſtes und mei— ner Bereitwilligkeit, für die Zwecke des Vereins in jedem Augenblicke meine ſchwachen Kräfte zu verwenden. 4 X* 52— Dafür nehme aber auch die Geſellſchaft mein williges offenes Be⸗ kenntniß freundlich entgegen, daß ich durch die Vorträge und Beſprechun⸗ gen im Schooße derſelben Vieles gelernt habe, vielfach zu Forſchungen angeregt worden bin, und manche Arbeit, welche ich ſpäter für die Oef⸗ fentlichkeit beſtimmen konnte, unterlaſſen haben würde, wenn ich mich dem wohlthätigen Zwange, den die Geſellſchaft übt, nicht hätte unterziehen müſſen. Wenn ich für das blühende Fortbeſtehen der Geſellſchaft unter ihrem jetzigen Präſidenten die feſteſte Hoffnung hege und ausſpreche, und wenn Sie wünſcht, daß ich an der Erfüllung dieſer Hoffnung noch lange Theil nehme; ſo treffen Hoffnung und Wunſch ſo vollkommen zuſammen, daß mir nichts übrig bleibt, als die Bitte, alle lieben Genoſſen mögen mir Ihre Geneigtheit erhalten. Sie, Herr Präſident, wollen freundlich dieſe meine Bitte ausdrücken und den Gefühlen meiner innigſten Dankbarkeit und Verehrung gegen alle Mitglieder der Geſellſchaft Ihre beredten Worte leihen. Loben aber ſoll mich Niemand, ſelbſt der Präſident nicht, und wenn es dennoch geſchieht, werde ich den Lobenden unterbrechen, wie ich es damals gethan, als ich jenes theure Familienkleinod aus ſeiner lieben Hand empfing und er mich gewaltſam erröthen machen wollte. Treu der Geſellſchaft für Wiſſenſchaft und Kunſt und ihrem Prüſidenten bleibt Ritgen I. Gießen, am 20. Auguſt 1858. eil iſt Dem Herrn Geheimenrath — 2 A. X2 Freiherrn v. Ritgen Ahn D 22 CES&☛ A 2 o. ö. Profeſſor der Medicin zu Gießen, Director des geburtshülflichen Inſtituts daſelbſt, Mitglied vieler gelehrten Geſellſchaften, Commandeur des Großherzoglich Heſſiſchen Ludwigsordens ꝛc. ꝛc. Feier ſeines 50jährigen Doctorjubiläums am 1 8. Juli 1858 ehrfurchtsvoll gewidmet von dem ärztlichen Verein ffenbach. Verehrter Jubilar! Ein halbes Jahrhundert iſt verfloſſen, ſeit Sie mit dem Doctorhute die höchſte wiſſenſchaftliche Weihe empfingen. Seit jener Zeit haben Sie Ihre Kräfte der leidenden Menſchheit, und insbeſondere dem gebärenden Geſchlechte, der Wiſſenſchaft und der ſtudirenden Jugend gewidmet. Wir, die unterzeichneten Mitglieder des hieſigen ärztlichen Vereins, theilweiſe Schüler aus der erſten Zeit Ihres angetretenen Lehramts, theilweiſe erſt jüngſthin Ihren Hörſaal verlaſſend, fühlen uns verpflichtet, — 54— Ihnen an Ihrem heutigen CEhrentage, die Gefühle unſerer Verehrung und dankbaren Anerkennung auszudrücken, und Ihnen unſere herzlichſten Glückwünſche darzubringen. Verehrter Jubilar! Wenn der Deutſche in den Schätzen ſeiner Literatur, Wiſſenſchaft und Kunſt einen Erſatz fin⸗ det, für manches Andere, was ihm im Nationalleben abgehen mag; ſo iſt es vorzugsweiſe die Geburtshülfe, welche in Deutſchland einen Höhen⸗ punkt erreicht hat, von welchem aus er mit ſtolzem Selbſtgefühle auf die Leiſtungen aller andern cultivirten Völker blicken kann. Und an dieſem Höhenpunkt der Wiſſenſchaft, an dieſem erhebenden Bewußtſein eines jeden Freundes des Vaterlandes, dürfen Sie Sich mit Fug und Recht einen nicht geringen Antheil beimeſſen. Denn von dem Momente, als Sie den academiſchen Lehrſtuhl unſerer Hochſchule beſtiegen, bis auf den heu— tigen Tag, haben Sie unermüdet die Grenzen unſerer Kunſt und Wiſſen⸗ ſchaft zu erweitern, und ſie nach verſchiedenen Verzweigungen hin zu för⸗ dern geſtrebt.— In dem Bereiche der Naturwiſſenſchaften und insbeſon⸗ dere der innern Heilkunde trat gegen Ende des vorigen Jahrhunderts neben der rationell empiriſchen Richtung eine ideale philoſophiſch⸗ſpeculative auf, welche aus der Tiefe des Geiſtes die Natur und ihre Erſcheinungen zu conſtruiren, und nach a priori geſchaffenen Syſtemen und Hypotheſen, die Thatſachen zu modeln und zu deuten ſuchte. In der Geburtshülfe, welche von der erſten Zeit ihrer Entſtehung bis auf die erſten Decennien unſeres Jahrhunderts ihre Lehrſätze auf mechaniſche und phyſiologiſch⸗ma⸗ thematiſche Anſchauungen baſirte, machte ſich dagegen, beim Beginn Ihrer wiſſenſchaftlichen Laufbahn, als man anfing, der Phyſiologie der Geburt und der ſogenannten Dynamik mehr Rechnung zu tragen, bei der Neigung des menſchlichen Geiſtes zu Extremen ein ähnlicher Gegenſatz zwiſchen„Natur und Kunſt“ geltend, als deren Träger und Repräſen⸗ tanten wir zur nähern Begriffsbeſtimmung nur die Namen Boer und Oſiander zu nennen brauchen. Wenn es nun nicht zu leugnen iſt, daß die wiſſenſchaftliche Richtung jedes Einzelnen mehr oder weniger von den ihm verliehenen Anlagen und Talenten beſtimmt wird, ſo hat die Vorſehung Sie mit jener Schärfe der Sinne und des Geiſtes aus⸗ — 55 gerüſtet, welche Sie nach den Vorarbeiten Levret's, der beiden Stein und Anderer befähigten, die Gegenſätze zwiſchen Kunſt und Natur zu vermitteln, die Grenzlinien beider zu reguliren, und die Maximen des Handelns auf feſtſtehende„Anzeigen“ zu gründen. Gleich einem der größten Coryphäen unſerer Wiſſenſchaft, dem unſterblichen Wigand, durchforſchten Sie mit dem Auge einer kunſtfertigen Hand die geheimſten und verborgenſten Wege des Gebärorgans, würdigten Sie mit dem Auge des Geiſtes und ſchöpferiſcher Erfindungsgabe Mittel und Werkzeuge, um die Natur zu unterſtützen und zu erſetzen, wo ſie nicht ausreicht.— Es kann nicht unſere Abſicht ſein, Ihre einzelnen Verdienſte um die Wiſſen⸗ ſchaft, Ihre vielfachen Entdeckungen und Bereicherungen faſt aller einzelnen Zweige der Gynäkologie zu ſpecialiſiren. Vermochte doch ſchon vor 2⁵ Jahren einer Ihrer würdigſten Schüler, der leider ſo früh verſtorbene Wehn, bei Ihrem damaligen Jubiläumsfeſte, dieſe kaum in einem ziemlich breiten Rahmen zu faſſen. Und ſeit jener Zeit haben Sie mit gleicher Friſche, gleichem Fleiße und gleicher Geiſteskraft an dem Bau der Wiſſenſchaft fortgearbeitet und den Beweis geliefert, daß auch die Ge⸗ burtshülfe, wie man hie und da glaubte, und noch glaubt, keine fer— tige und abgeſchloſſene, ſondern eine fortſchreitende Wiſſenſchaft iſt, und ſo wenig wie irgend eine andere Disciplin an einem ſogenannten Epigo⸗ nenthum zu leiden hat.— Es mag nun genügen, die Richtung bezeichnet und gewürdigt zu haben, welche Sie mit ſeltener Conſequenz während Ihres ganzen Lebens in der Wiſſenſchaft verfolgten. Ihre einzelnen Ver⸗ dienſte und Leiſtungen ſind ſo innig mit der Entwicklung derſelben ver⸗ wachſen, daß Ihrem Namen eine bleibende Stätte in der Geſchichte derſelben geſichert iſt.— Aber es ſind nicht blos Ihre allbekannten wiſſenſchaftlichen und ſchriftſtelleriſchen Verdienſte, welche wir heute mit allen andern Fachgenoſſen anzuerkennen haben, andere und innigere Bande ſind es, welche uns dauernd an Sie feſſeln, es iſt Ihr Verhältniß zu uns als vortrefflicher Lehrer und treuer Führer. Wie Sie, eingedenk des: homo sum et nihil humani a me alienum puto, mit der Leuchte Ihres Geiſtes faſt alle Regionen des naturgeſchichtlichen und ärztlichen — 56— Wiſſens zu durchwandern und aufzuhellen, wie Sie nicht blos das ſomatiſche, ſondern auch das pſychiſche Leben zum Vorwurf Ihres For⸗ ſchens machten; ſo haben Sie mit der Wärme Ihres Herzens Ihre Schüler mit demſelben Feuereifer für die Wiſfenſchaft zu begeiſtern gewußt, von welchem Sie Selbſt durchdrungen waren. Aus vollem Herzen und aus voller Ueberzeugung erkennen wir es, wie alle Ihre Schüler, dank⸗ bar an, daß Sie uns ſtets in den verſchiedenſten Beziehungen des aca⸗ demiſchen Lebens, ein väterlicher Freund, ein treuer Rathgeber waren, immer liebevoll, immer bereit, uns ermunternd, hülfreich und belehrend zur Seite zu ſtehen, wo es galt, unſere Erkenntniß zu fördern.— Wohl mag es am Abend des Lebens ein beneidenswerthes und beſeligendes Be⸗ wußtſein ſein, 50 Jahre lang in dieſem Geiſte der Liebe gewirkt und auf Tauſende von Jüngern einer ſo heilbringenden tief ins Menſchenwohl und Menſchenwehe eingreifenden Wiſſenſchaft ſolchen Sinn und ſolches Streben verpflanzt zu haben. Auch die lebhafteſte Phantaſie kann ſich den Segen eines ſolchen Wirkens kaum vergegenwärtigen. Verehrteſter Jubilar! Die Römer nannten Könige Mehrer des Reichs, Mehrer und Erhalter des Menſchengeſchlechtes und des Menſchengeiſtes könnte man die Könige und Herren unſerer Wiſſenſchaft nennen. Möge der Schöpfer des Weltalls auch Ihre Jahre mehren bis zum höchſten menſchlichen Lebensalter, zum Heile der Menſchheit und der Wiſſenſchaft, bis Sie dereinſt geſättigt von dem auf dieſem Erdenrunde erreichbaren Wiſſen und Können, ſich mit unſerem großen Naturforſcher und Dichter das„Mehr Licht“ erſehnen. Offenbach den 18ten Juli 1858. Dr. Boehm. Dr. Fulda. Dr. Groß, Oberarzt. Dr. Köhler. Dr. Dreyer. Dr. L. Lorenz. Dr. Meyer. Dr. Jean Mogk. Dr. Inlius Mogk. Dr. H. Walter. 57— An den hochanſehnlichen ärztlichen Verein in ffenbach. Ein Denkmal treuer Liebe liegt vor mir, eine Urkunde in Gold⸗ und Farbenglanz ſtrahlend, ein kaum in den Zeiten der reichſten gothiſchen Prunkſchrift erreichtes Meiſterſtück der Schreibkunſt, in der ſchönſten, nur von der Neuzeit zu ſchaffenden Hülle. Eine Geſchichte meiner verſuchten Leiſtungen im geheimnißvollen Dienſte der verſchleierten Göttin, die den erſten Schrei des die Welt betretenden Menſchen hört und die Noth der ſich ihm opfernden Mutter beſch wichtigt. Schritt vor Schritt verfolgt ſie mein Ringen mit blindem Vorurtheil und üblem Brauch. Das Ringen und die erkämpften Siege lobt die Feſtſchrift als mein Verdienſt. Wie ſehr mit Unrecht! Wißt Ihr denn nicht, meine Söhne, meine Brüder, daß es eine von Gott in mich gelegte Gewalt iſt, welche mich treibt, mich zwingt, dem Lichte der Wahrheit auf den Wegen, welche eben der gütige Gott mich leitet, nachzuſpüren, um jeden erſpähten Strahl mit Entzücken aufzufaſſen und weiter zu verbreiten?„Mehr Licht, mehr Licht!“ Ihr ſagt es mit Recht, ruft es unabläſſig in mir und drängt mich un⸗ widerſtehlich fort und fort dem Lichte zu. Das iſt Gottes Werk, nicht das meine! Individualität, das iſt das lichtſtrahlende Wort! Un⸗ endliche, vollendete Individualität in Gott: alle ſeine ihn wiederſpiegelnden Geſchöpfe, auch Individuen vom winzigſten Atom zur rieſenhafteſten Sonne, vom niederſten Sternbewohner zum Menſchen, zum Engel! Darum ehre ich in mir, als Gottesgeſchenk, meine Eigenthümlich⸗ keit; darum habe ich in Euch und allen meinen Brüdern eines jeden Eigenthümlichkeit geehrt und geliebt, ehre und liebe ſie und werde ſie ewig ehren und lieben; darum habe ich nie lehren, immer nur anregen wollen, damit das Heiligthum der Eigenthümlichkeit jedes Bruders zu eigner Thatkraft ungeſchwächt bleibe. 58 Darum, wenn ich die göttlichen Funken in Euch zum Aufglimmen, zum freudigen Brennen angehaucht habe, ſo lobet Gott und nicht mich! Aber geliebt zu werden von Euch', das verdiene ich; doch nur, weil ich Euch hoch ehre, innig liebe. Ich nehme das Denkmal Eurer Treue mit herzlichſtem Danke, aber auch mit dem Stolze an, Eurer Liebe durch meine Liebe zu Euch werth zu ſein. Dieſes Denkmal zähle ich zu meinen theuerſten Schätzen, mit welchen ich am Tage meines halbhundertjährigen Wirkens üb den Familienkleinoden, deren ſorgſame Auf ſpäteſten Nachkommen heilig ſein wird. erſchüttet wurde, zu bewahrung mir und meinen Die Urkunde iſt für uns um ſo werthvoller, als ſie Ihre lieben eigenhändigen Unterſchriften enthält. Dich, lieber Louis, welcher Du mir in den früheſten Tagen meines Prieſterthums an unſerem Lucinatempel als Acolyth zur Seite ſtandeſt, der Du mein lieber Hausgenoſſe warſt, dem ich oft und lange in die treuen Augen geblickt, Dich bitte ich, dieſe Zeilen den übrigen theuren Mitgliedern des hochanſehnlichen ärztlichen Vereins in Offenbach theilen, und vor Ihnen meinen Gefühlen der Dankbarkeit, und Liebe beredte Worte zu geben. mitzu⸗ Hochachtung Gießen, am 16. Auguſt 1858. Treu noch über den Tod Ritgen. An Seine Hochwohlgeboren den Herrn Hofrath und Kreisarzt Dr. Couis Lorenz zu Offenbach. Dem Hochgebornen Herrn Geheimenrath, Profeſſor Dr. Ferd. Aug. fr. von Ritgen. Hochgeehrteſter Herr Jubilar! Die ſeltene Feier Ihrer fünfzigjährigen ruhmvollen und glücklich zu⸗ rückgelegten Amtsthätigkeit giebt den Aerzten von Mainz die freudige Ver⸗ anlaſſung, dem eigenen innern Bedürfniß ſowohl, als auch der uralten Sitte ihrer Vaterſtadt zu genügen, dem wahren Verdienſte als freie, un⸗ abhängige Männer ihre aufrichtige und offene Huldigung darzubringen. Bis auf wenige Ausnahmen ſind wir ſtolz darauf, uns Ihre Schüler nennen zu dürfen; und wenn auch mancher Name unter den Tauſenden Ihrer Zöglinge Ihnen kaum erinnerlich ſein dürfte, ſo werden wir da⸗ gegen die glücklichen Stunden nicht vergeſſen, wo wir mit gefeſſelter Auf⸗ merkſamkeit vor Ihrem Lehrſtuhle ſaßen, und durch Ihren begeiſterten Vortrag in die Myſterien der Wiſſenſchaft eingeführt wurden. Jeder Unbefangene gewann die erhebende Ueberzeugung, daß Sie in Ihren geiſtvollen Vorträgen der reinſten Abſicht, des keuſchen Strebens nach Wahrheit ſich bewußt waren, und daß Sie, ohne die wichtigen Re⸗ ſultate eigner Erfahrung oder die Inſpirationen Ihres genialen Geiſtes uns aufdringen zu wollen, ſo unausſprechlich liebenswürdig waren, Ihren Schülern das Selbſtdenken zu geſtatten. Damit haben Sie den hohen Beruf des Lehrers auf die würdigſte und eine wahrhaft ſeltene Weiſe dokumentirt. — 66— Wenn wir im praktiſchen Leben dem eigenen Ideengang folgten, ſo nehmen wir gern das Fehlerhafte auf unſere Rechnung und bekennen uns für Alles als Schuldner Ihrer Schule. Diejenigen unter uns, denen nicht das Glück zu Theil wurde, unter Ihrer Leitung in den Tempel der Weisheit und Aufklärung einzutreten, haben in Ihren umfangreichen Schriften Ihren tief eingrei⸗ fenden und klar durchdringenden Geiſt ahnen, begreifen, bewundern ge— lernt, und erfaſſen nicht minder begeiſtert als Ihre glücklichen Schüler dieſe würdige Gelegenheit Ihres Jubiläums, Ihnen den Ausdruck der tiefgefühlteſten Anerkennung Ihrer unvergänglichen Verdienſte um die Wiſſenſchaft, Ihrer hohen Verdienſte als Lehrer und Staatsbeamter darzubringen. Wenn wir die hohe Weihe des Lehrers, des Schriftſtellers, des Denkers, und den reichen Segen des unermündlich thätigen Lebens in ihrem vollſten Werthe anerkennen; ſo haben wir nur noch den einzigen Wunſch auszuſprechen, daß es der Vorſehung gefallen wolle, einen ihrer bevorzugteſten Menſchen noch lange, lange Jahre der Wiſſenſchaft und Lehrkanzel, dem Staate und ſeinen vielen Verehrern und Freunden zu erhalten, unter welchen wir vorangeſtellt und von Ihnen, hochverehrteſter Herr Jubilar, als Ihre wärmſten und aufrichtigſten Verehrer erkannt ſein möchten. Mainz, den 18. Juli 1858. Die Aerzte von Mainz: Dr. Heiſt. Dr. Yenrich. Grorſer. Wenzel. Dr. Wagner. Dr. Pedraglia. Dr. Klee. Dr. Wittmann, Joſ. Dr. Mayer. Dillenius. Dr. Kirnberger. Dr. Friedberg. Dr. Eichhorn. Dr. Gergens. Anſchel. Hochgeſand. Pies. Dr. Rothſchild. C. Gasner. Dr. gebrecht. Dr. Heſſ. Dr. Gorrz. Mertens. Dr. Mayer. Dr. Diefengraben. Dr. Mees. Dr. Metternich. Leroux. Dr. St. Helwig. Dr. Jourdan. Ihr unabhängigen Männer der heilenden Runst in Mainz. Wahrheit über Alles! Wenn Ihr, wie Ihr thut, in Eurem herzlichen Glückwunſchſchreiben zum Tage meines fünfzigjährigen amtlichen Wirkens, meine Leiſtungen überſchätzt, ſo habt Ihr das mit Euch Selbſt abzumachen. Ich will Euch nur zurufen, daß mich Gott mit einer Zähigkeit und Eigenthümlichkeit geſchaffen hat, welche mich zwingen, mich raſtlos an ſchwierige Aufgaben zu wagen und nicht davon abzulaſſen, bis ich ſie, ſoweit ich kann, gelöſt glaube. Ihr ſollt daher, inſofern Ihr Werth auf die Erfolge dieſer Eigenthümlichkeit legt, nicht mich, ſondern Gott loben. Dagegen ſprecht Ihr Wahrheit, wenn Ihr meine unbedingte Hin⸗ gabe an jenes gewaltige Getriebenwerden zur Erforſchung und Verbrei⸗ tung deſſen, was ich für wahr halte, und mein redliches Streben, all⸗ überall gleiche und noch heißere Gluth für das Wahre zu entzünden, anerkennt. Nie habe ich eine Schule bilden, ſondern nur Hörer und Leſer anregen wollen, damit jeder mit ſeiner eigenen Kraft, auf ſeine eigene Weiſe, nach dem Wahren ringe. Gott hat jedem Menſchen eine Eigen⸗ thümlichkeit für das Finden des Wahren gegeben; dieſe Gabe ſoll er in Andern und in ſich ſelbſt ehren, ausbilden, und nichts Anderes wollen, als was Gott mit der Jedem ertheilten Eigenthümlichkeit will. Denkt an Euch Selbſt! Schafft Selbſt! Vergeßt meine Verſuche! und nur Eure Liebe erhaltet mir. Eure Liebe verdiene ich: aber blos, weil ich Euch liebe, ſehr liebe. Die Liebe iſt die höchſte Uneigennützig⸗ keit und Eigennützigkeit zugleich. Sie ſchließt die Dankbarkeit ein, nicht aus. Empfangt die meinige, ſie iſt tief gefühlt. Meine wärmſten Wünſche für Euch Alle! Du, unſer würdiger Neſtor Groeſer, Du ſollt, bitte ich, dieſe Worte den heilenden Brüdern mittheilen. Ich bin und bleibe, in meiner vollen Eigenthümlichkeit, Euer, Euch innig ehrender und liebender Bruder Ritgen. Gießen, am 11. Auguſt 1858. — 62— Seiner Hochwohlgeboren dem Herrn Geheimenrath, Freiherrn Dr. J. d.-von Ritgen zu Gießen. Hochgeehrteſter Herr Jubilar! Der allgemeinen freudigen Theilnahme, womit das heutige ſeltene Feſt von allen Seiten her von Tauſenden Ihrer Freunde, Schüler und Verehrer von Nah und Fern begrüßt wird, ſchließt ſich mit regſtem In— tereſſe auch die rheiniſche naturforſchende Geſellſchaft in Mainz an, welche ſeit vielen Jahren ſich geehrt fühlt, Sie ihr Mitglied zu nennen, und bringt Ihnen durch das Organ ihres Vorſtandes ihre innigen und ehr⸗ furchtsvollen Glückwünſche zu Ihrem heutigen Ehrentage dar. Viele Mit⸗ glieder unſerer Geſellſchaft hatten das Glück, Ihren Vorträgen, Ihrer kliniſchen Führung zu folgen und bewahren treu das Gedächtniß jener fördernden Tage, wo Sie ihnen Lehrer und väterlicher Freund geweſen ſind; alle Mitglieder aber verehren in Ihnen den geiſtreichen, thatkräfti⸗ gen und ausdauernden Gelehrten, deſſen ganzes Leben, deſſen ſeltene Energie der Forſchung, der Lehre, der Ausübung und der Standesehre gewidmet war, der die Wiſſeenſchaft mit zahlreichen Werken, Denkmälern tiefen Denkens und ſcharfer Beobachtung vermehrte, und durch Lehre und That Hunderte von Aerzten bildete. Mögen Sie, ſo wie Sie jetzt in ſeltener Kraft dieſe hohe Feier begehen, in ungetrübter Geſundheit und Friſche Ihrem wichtigen Wirkungskreiſe noch viele Jahre erhalten bleiben und unſerer Geſellſchaft immer ein freundliches Andenken bewahren. Genehmigen Sie, Hochgeehrteſter Herr Jubilar, mit unſeren herz⸗ lichſten Glückwünſchen den Ausdruck hoher Verehrung, womit wir ver⸗ harren. Mainz, den 18. Juli 1858. Für den Vorſtand der rheiniſchen naturforſchenden Geſellſchaft zu Mainz: Dr. Goerz, Dr. Wittmann, Joſ., Präſident. Seeretär. An die Hochanſehnliche rheiniſche naturforſchende Geſellſchaft zu Mainz. Wenn ich ſpät der hochanſehnlichen Geſellſchaft für Ihre Glückwün⸗ ſche zu meiner 50jährigen Amtswirkſamkeit danke, ſo wird mir Ihre Nachſicht nicht entgehen, indem ich das Bekenntniß ablege, daß es der Zeit bedurfte, um die Faſſung wieder zu gewinnen, welche ich durch das Uebermaß der mir zu Theil gewordenen Aufmerkſamkeit faſt gänzlich ein⸗ gebüßt hatte. Mit ſo vielfachen Beweiſen gütigen Andenkens, mit ſo vie⸗ len Ehrenbezeugungen, bin ich überhäuft worden, daß ich Wochen bedurfte, um mit Ruhe alle empfangenen Geſchenke, Urkunden und Briefe beſchauen, leſen und würdigen zu können. Wenn ich nun bei vielen Zuſchriften mir ſagen mußte:„Das iſt „unendlich weit mehr, als du verdienſt“; ſo freut es mich ungemein, daß ich Ihr einfach herzliches Glückwunſchſchreiben, ohne allzuſehr errö⸗ then zu müſſen, leſen und, für daſſelbe dankend, beantworten kann. Die meiſten von Ihnen waren meine Schüler, und es thut mir ſehr wohl, wenn Sie Sich deſſen gern erinnern und mich Ihren eifrigen Leh⸗ rer und väterlichen Freund nennen. Dieſe Anerkennung verdiene ich und darf ſie daher annehmen. Gern bin ich auch an meine redlichen Beſtrebungen für die Förde⸗ rung der Ehre des ärztlichen Standes erinnert. Ferner kann ich nicht leugnen, daß ich in mannichfachen Richtungen der Natur⸗ und Heilkunde Forſchungen verſucht habe; allein mein Be⸗ dürfniß zu forſchen dürfen Sie mir nicht als ein Verdienſt anrechnen. — 64— Wenn Sie mir wünſchen, daß ich noch lange das mir ſeither zu Theil gewordene Glück der Rührigkeit und Rüſtigkeit zur Fortſetzung mei⸗ nes Wirkens genießen möge: ſo wolle Gott mir dies gewähren, zumal ich noch in manchen Forſchungen begriffen bin, welche vielleicht von an⸗ regendem Werthe für ein raſcheres Vorſchreiten in der denkrechten Auf⸗ faſſung des Ergründbaren ſind. Kann ich noch lange in Ihrer Mitte bleiben, immer werde ich mich der vertrauenden Hoffnung hingeben, daß Sie mir Ihr liebes, altes An⸗ denken erhalten, von welchem Sie mir durch Ihr feierliches Beglückwün⸗ ſchungs-Schreiben einen mich hoch ehrenden Beweis gegeben haben, der meinen Nachkommen ein theures Vermächtniß ſein und bleiben wird. Von der Treue meiner Liebe gegen Sie und von der Lebhaftigkeit meiner Wünſche für Sie ſind Sie Alle überzeugt. Ich will dieſe Wünſche ſo ausſprechen: Es möge Ihnen ſo wohl ergehen, wie es mir bis jetzt ergangen iſt, und, wo möglich, noch beſſer! Der hochanſehnlichen Geſellſchaft wünſche ich das Fortbeſtehen Ihres ſo erfreulichen Flors. Gießen, den 30. Auguſt 1858. Ritgen. — 65— Hochgeehrter Herr College! Die Geſellſchaft für Beförderung der geſammten Naturwiſſenſchaften zu Marburg, welche ſeit dem 20. Oktober 1822 die Ehre hat, Sie un⸗ ter Ihre Mitglieder zu zählen, hat uns den Auftrag ertheilt, Ihnen die verehrungsvolle Geſinnung auszudrücken, womit unſere Geſellſchaft den Tag Ihres fünfzigjährigen Amts⸗Jubiläums herankommen ſieht. Empfan⸗ gen Sie, verehrteſter Herr College, neben den vielen Glückwünſchen, welche von nah und fern an dieſem feſtlichen Tage bei Ihnen zuſammentreffen, auch die von unſerer Geſellſchaft kommende Betheiligung mit freundlichem Auge. Wir freuen uns auf das Lebhafteſte des Glücks und der Ehre, welche unſerem langjährigen und hochverdienten Mitgliede erblühen, und wir hegen den innigſten Wunſch, daß Sie, hochgeehrter Herr College, wie im großen wiſſenſchaftlichen Kreiſe, ſo auch in unſerer Geſellſchaft noch recht lange als ein thätiges und kräftiges Mitglied fortwirken möchten. In Auftrag der Geſellſchaft für Beförderung der geſammten Naturwiſſenſchaften Marburg, den 10. Juli 1858. Der ſtändige Secretär: Der derzeitige Director: W. Schell. W. Roſer. ◻☛ An den hochverehrten Vorſtand der Geſellſchaft zur Beförderung der geſammten Naturwiſſenſchaften zu Marburg. Ihre freundlichen Glückwünſche zum Tage meines fünfzigjährigen amtlichen Wirkens haben mich höchlich erfreut, und ich bin für dieſelben auf das Herzlichſte dankbar. Unter den ehrenvollen Beweiſen treuen An⸗ denkens, welche mir an dieſem Tage zu Theil wurden, iſt mir der Ihrige beſonders theuer. Daß mir mein lieber Specialcollege Dr. Hecker Ihr gütiges Schreiben perſönlich überbrachte, erhöht meine Freude über daſ⸗ ſelbe ſehr. Mit großer Befriedigung habe ich einige Beiträge zu den Schriften der Geſellſchaft in dieſelbe aufgenommen geſehen, und es wird mir ſtets ſehr angenehm ſein, wenn ich mit ſolchen wieder dienen kann. Ich würde mir erlauben, einen neuen Beitrag zu überſenden, wenn er nicht zu um⸗ fangsreich wäre. Nun noch meine Bitte, den hochverehrten Mitgliedern der Geſell⸗ ſchaft meine innige Dankbarkeit und Verehrung auszudrücken. Gießen, am 31. Julius 1858. Ritgen. ng ell⸗ MEDICI ALTIAIENSES, QUI NOMlINA SUUM QUISOUE MANU PROPRIA SUBSCRIPSERUNT VIRO PERILLUSTRIö ET PRAECLARISSIMO MAXIMEOUE COLENDO FERDIXANDO ALGLSTO MMR. PRANCNGG UIAIIGIN PHILOSOPHIAE, MEDICINAE, CHIRURGIAE ET ARIIS OBSTETRICIAE D0CTORlI, ARTIS OBSTETRICIAE ET PSYCHIATRIAE PROFESSORI PUBLICO ORDINARIO, SC0LAE OBSTETRICIAE GISSENSIS DIRECTORI, MAGNI DUCIS HASSIAE ET AD RHENUM A CONSILIIS SANCTIORIBUS, ORDINIS HASSIACI LUDOVICIANI PRAE- FECTO, MULTIS ERUDITORUM SOCIETATIBUS ADSCRIPTO, ARTIS PARTURIEN- TIBUS OPITULANDI GNARISSIMO ET HAC MEDICINAE PARTE IN PAUCIS CONSPICUO, DILIGENTIA, INGENIO, USU, PRUDENTIA, ANIMI INTEGRITATE, MORUM SUAVITATE, SINGULARIS ERUDITIONIS DOCTRINAEOUAE GLORIA PRAESTANTISSINIO, INFATIGABILI STUDIO AD DOCENDUM ENITENITI, DE HOMINIBUS IUVANDIS, TUTANDIS, CONSERVANDIS OPTIME MERITO, ORNA- MENTO ACADEMIAE LUDOVICIANAE, AMORI OMNIUM, OQUI NORUNT, OMNI 0UA PAR EST, OBSERVANTIA ET REVERENTIA S, D. P. Memores quum spectatarum virtutum animi ingeniique, tum in- gentium non modo in artem medicam, sed etiam in academiam Lu- dovicianam inque discipulos meritorum Tuorum, exoptatam vota pro salute perpetua Tua nuncupandi occasionem, quam offert sacer hic dies, quo ante hos L annos munus professoris publici ordinarii in academia Ludoviciana adiisti, avidissime amplectimur et etiam atque etiam rogamus oramusque, ut per Te nobis liceat, Tibi et congra- tulari et verbis exprimere ea, quae animo sincero et grato com- precari laetissimo hoc ipso die fas esse putamus. 5* 68— Salvum atque incolumem Te servet Deus 0. M., ut per innu- merabiles annos in immenso honoris et gloriae campo, qui Tibi patet, alacri animo versere, studiorum et laborum industriaeque fructus non solum uberrime fundas, sed etiam hilari animo capias, quam plurimis hominibus salutem offeras, vitae iucunditatibus fruare, discipulorum frequentia et observantia, Principis Serenissimi gratia civiumque caritate delectere! Quidquid utiliter ac sapienter instituisti, ex quo professoris munere ornatus es, animo Tuo sacro hocce die obver- setur; quidquid incipies, prospere eveniat! Ouamquam et mira laetitia et summa veneratione impedimur, ne omnia verbis exprimamus, quae festo et sollemni hocce die senti- mus et comprecamur, tamen prorsus nihil est, quod nos prohi- bere possit, quin Tibi non signiſicemus solum, sed etiam declaremus in spem maximam, et quemadmodum conſidimus, verissimam nos ad- ductos esse fore, ut et hasce literas quaeque in eis scripta sunt, benigne excipias et de praecipua neque unquam ambigua erga Te ſide nostra deque summa veneratione cum summo in Te studio coniuncta Tibi persuadeas et Tua erga nos benevolentia, qua nihil nobis esse potest carius, permaneat. Vale et nobis fave. Altiaiae a. d. XV. Kal. Augustas MDCCCLVIII. Dr. Caprano, Dr. Cahn. Dr. Sommer. Dr. Wehsarg. medicus pago Altiaiensi Dr. Weiſfenbach. publice constitutus. mu- atet, non imis rum que quo fer- ihil MEDICIS ALTIAIENSIBS. Doctoribus experientissimis, Collegis et amicis spectatissimis Discipulis filiorum instar dilectissimis. S. H. b. Gratulatorias, quas ad me, die muneris per decem lustra ad- ministrati, misistis literas accipiens, nominaque ir in illis Vestra, Vestris ipsis manibus subscripta, oculis prae laetitia lucentibus conspiciens, „Fidorum“ dixi„Amicorum, quondam Discipulorum, vota sunt. Nihil „ultra appeto, vota illa quam maxime sincera habeo.“ Literas ipsas legere, quiete, ob simul oblata innumera amoris honorisque documenta, destitutus, die festo ac diebus subsequenti- bus consulto omisi, ut tempore tranquilliore omnem vim votorum Vestrorum funditus perspicerem inturbatusque summam ex Vestri amoris deliciis caperem voluptatem. Tandem, quae ad me scripsistis, legi animo gratissimo quidem, sed facie erubescente. Tantas enim, quantas mihi tribuitis, laudes me promeruisse minime concedam. Animi alacritas corporisque tenacitas, quibus semper gavisus sum, quibus iam senex gaudeo; prosperi studiorum et laborum meorum eventus; omnesque faustae res meae: Dei O. M. dona, non merita mea ducenda sunt. Unum tantum glorior: paternum in Vos Discipulos, fraternum in Vos Collegas amorem meum, quo solo promerentem me sentio amo- rem Vestrum, cuius signum splendidissimum in monumento illo scripto mihi exhibuistis, quod pie servabit ultima stirpis meae progenies. Gratias meas quam maximas benevolo accipiatis animo; indul- gentiam amicitiamque Vestram mihi servetis oro rogoque. Vota sunt mea pro Vobis, ut pari sortis favore, ac ego fruitus sum, fruamini: immo etiam maiore. Dabam Gissae Hassorum die XXXI mensis Augusti anni MDCCCLVIII. Ferdinandus Augustus Maria ab Ritgen. Zu dem fünfzigjährigen Amtsjubiläum, welches Ew. Hochwohlgebo⸗ ren Heute, als am 18. Juli a. c., zu feiern das Glück haben, beehrt ſich der Verein Heſſiſcher Aerzte dahier, ſeine aufrichtigen und tief gefühl— ten Glückwünſche Ihnen ergebenſt darzubringen. Es iſt dieſes ſowohl der freudige Ausdruck einer herzlichen Theilnahme, wodurch Berufsgenoſſen ihre hohe Verehrung an dieſem gefeierten Tage Ew. Hochwohlgeboren zu erkennen geben, als einer liebevollen Pietät, womit ſo viele Mitglieder unſeres Vereins für ihren ehemaligen, vielgeſchätzten Lehrer, die Segnun⸗ gen des Himmels herabwünſchen.— Ew. Hochwohlgeboren genießen heute das ſeltene Glück, bei kräftiger und rüſtiger Geſundheit des Geiſtes und Körpers auf eine ſegensreiche Laufbahn zurückzublicken, die Sie als Beamter, Gelehrter und Arzt durch⸗ lebt haben. Möge ein freundliches Geſchick Ihnen dieſes Glück noch viele, viele Jahre geſtatten, und möchte unter den vielen Zeichen inniger Liebe, hoher Verehrung und freudiger Theilnahme, die Heute Ihnen gebracht werden, Ew. Hochwohlgeboren auch die Glückwünſche des Vereins Heſſiſcher Aerzte zu D armſtadt freundlich genehmigen!— Hochachtungsvoll zeichnen Darmſtadt, den 18. Juli 1858. Dr. Heidenreich, Dr. Fl. Balſer, Dr. Strohmberg, d. Z. Vorſitzender. d. Z. 2ter Präſident. d. Z. Seeretär d. V. Dr. Orth, Dr. G. Merck, Bibliothekar. Rechner d. V. Sr. Hochwohlgeboren dem Großherzoglichen Geheimenräth, Profeſſor ꝛc. ꝛc. Dr. von Ritgen zu Gießen. — 11— An den Hochverehrten Vorſtand des Vereins Heſſiſcher Aerzte zu Darmſtadt. Am 18. v. M. habe ich einen ſchönen Tag erlebt. Das wohlwol— lende treue Andenken der Schüler an ihren alten Lehrer hat ſich mir auf die rührendſte Weiſe gezeigt, und iſt mir zum ſchönſten Lohne meiner Be⸗ ſtrebungen geworden, hinter welchen freilich meine Leiſtungen weit zurück⸗ geblieben ſind. Auch Sie, meine hochverehrten Amtsbrüder, haben meiner nicht vergeſſen, und der mir ſo theuren Tage gedacht, an welchen wir, Auge in Auge, wetteiferten, in die Geheimniſſe der Natur⸗ und Heil⸗ kunde einzudringen. Gern war ich Ihr Führer zu den ſteilen Höhen des heilenden Gebietes, und Sie ſind längſt Ihrem Führer vorangeeilt, hö⸗ here Stufen ohne ihn erſteigend. Einſt nannten Sie mich Ihren väter⸗ lichen Freund, und, zu meinen Brüdern geworden, ſagen Sie mir wie⸗ der, daß Sie noch mit der Liebe erwachſener Kinder an mir hangen. Wenn mir der gütige Gott ein rüſtiges Alter giebt, ſo iſt es be— ſonders dadurch geſegnet, daß ich fort und fort hinblicken kann auf Ihre ſtets heller und heller erglänzenden Erfolge, und mir ſagen darf, an den Anfängen derſelben durch Anregung einigen Theil gehabt zu haben. Empfangen Sie meinen innigſten Dank für Ihre Erinnerungen, Ihre Wünſche und Ihre liebevollen Geſinnungen! Drücken Sie dieſen meinen Dank allen Hochverehrten Mitgliedern des Vereins für mich aus, und nehmen Sie die Verſicherung freundlich entgegen, daß ich in Liebe und Verehrung, ſo lange ich lebe, bin und bleibe Gießen, am 1. Auguſt 1858 Ihr treuer Ritgen. — 72— Hochwohlgeborner Herr Geheimer Medicinalrath! Hochverehrter Herr Jubilar! Sie ſind ſo glücklich, Heute Ihr 50jähriges Amtsjubiläum zu feiern, nachdem ein Leben reich an Segen und Thaten hinter Ihnen liegt, und während zur Freude Ihrer Verehrer und Freunde noch andauernde Geiſtesfriſche und körperliche Rüſtigkeit eine ungeſtörte Fortſetzung eines ſolchen, dem Wohle der Menſchheit gewidmeten, Lebens hoffen laſſen. Verhindert an den Freuden Ihres Feſttages perſönlich Antheil zu nehmen und Ihnen mündlich Ihre tiefgefühlten Glückwünſche darbringen zu können, erbitten ſich die ergebenſt Unterzeichneten die Gewogenheit, dieſelben hiermit ſchriftlich ausſprechen zu dürfen. Möge der Himmel Ihnen, ſo wie bisher, zum Wohle der Menſch⸗ heit und zum Gedeihen der Wiſſenſchaft noch viele Jahre ſchenken. V V Das wünſchen von ganzem Herzen Ihre dankbaren Schüler Wörrſtadt, den 17. Juli 1858. Dr. Dalquen, Dr. Biſch, Großh. Kreisarzt Großh. Kreiswundarzt des Medicinalbezirks Wörrſtadt. An meine theuren vormaligen Schüler, meine jetzigen hochverehrten Herrn Collegen zu Wörrſtadt. Schmerzlich habe ich es empfunden an meinem großen Freuden⸗ und Ehrentage, daß viele meiner theuren vormaligen Schüler und meiner jetzi⸗ gen hochverehrten Collegen und auch Sie, meine ſehr Lieben, durch die Pflichten des Heilkünſtlers verhindert, fern bleiben mußten, und daß ich Sie nicht an mein Herz drücken konnte. O, es iſt mir an jenem Tage viele Liebe und Ehre erwieſen wor⸗ den, weit. mehr, als ich verdiene. Aber ſo ſehr ich dies auch fühle, hat es mir doch ungemein wohlgethan, daß meine Freunde es haben über⸗ ſehen wollen, wie weit meine Leiſtungen hinter meinen Beſtrebungen zu⸗ rückgeblieben ſind. Von nahe und fern ſind ſo viele Freunde herbeigeeilt, geeilt haben ſich ſo viele andere, mir ſchriftlich ihre Glückwünſche zu ſenden, daß es mich wahrhaft überraſcht hat. Unter diejenigen, welche mir durch ihre Briefe ein dauerndes Zeug⸗ niß ihres liebevollen Andenkens gaben, gehören auch Sie, und ich zähle Ihr mir ſehr liebes Schreiben zu meinen Schätzen, welche, ſorgſam auf⸗ bewahrt, ſich auf meine Nachkommen vererben ſollen. Ich kann Ihnen nicht ausdrücken, wie dankbar gerührt ich bin, und wie ſehr ich wünſche, daß auch Ihnen eine ſo dauernde Geſundheit, ein ſo langes Leben, wie mir, und während deſſelben eine ſolche Fülle des Glücks zu Theil werden möge, als in welcher ich, beſonders durch die Treue meiner Schüler, wahrhaft ſchwelge. Lieber Dalquen, lieber Biſch, bleiben Sie ferner ſo herzlich gewogen Gießen, am 12. Auguſt 1858. Ihrem treuen alten Freunde Ritgen. —xE»N— 74— Sr. Hochwohlgeboren Herrn Geheimen Rath und Profeſſor Dr. von RNitgen zu Gießen. Je ſeltener die Feier einer 50jährigen practiſchen Wirkſamkeit er⸗ ſcheint, um ſo größer iſt die Freude der theilnehmenden Collegen an einem ſolchen Feſte! Nachdem nun Ihnen, hochverehrter Jubilar, dies ſeltene Glück be⸗ ſchieden worden iſt, beeilt ſich die Kaiſerliche Leopoldino⸗Caroliniſche Aka⸗ demie der Naturforſcher, auch ihrerſeits die herzlichſten Glückwünſche zu denen ihrer übrigen Collegen hinzuzufügen, und die Hoffnung auszu⸗ ſprechen, daß noch recht viele Jahre Ihnen Geſundheit und Kraft verlie⸗ hen werden möge, um Ihre Thätigkeit der Förderung der Wiſſenſchaft zu widmen. V Indem ich, als Organ unſerer altehrwürdigen Akademie, Namens derſelben, dieſen Glückwunſch auszuſprechen mich beehre, füge ich den Wunſch hinzu, daß es Ihnen gefallen möge, an den Arbeiten unſerer Akademie auch ferner thätigen Antheil zu nehmen und die„Verhandlungen“ mit den Reſultaten Ihrer gelehrten Forſchungen zu bereichern. V Jena, den 1. Juli 1858. der Kaiſerl. Leopold.-Carol. Akademie: Dr. Kieſer. Der Präſident V Coll. Schideck. — 275— An die Hochanſehnliche Kaiſerliche Leopoldiniſch⸗Caroliniſche Akademie der Naturforſcher zu Jena. Die hochanſehnliche altehrwürdige Kaiſerliche Leopoldiniſch⸗Caroliniſche Academie der Naturforſcher, der ich als Mitglied ſeit dem 28. Novbr. 1825, alſo ſeit 33 Jahren, anzugehören mich erfreue, hat mir unter dem 1. Julius d. J. zu meinem 50 jährigen Dienſtjubiläum, welches ich am 18. deſſelben Monats zu erleben das Glück hatte, Glück gewünſcht. Dieſe Ehre, die ich zunächſt der gütigen Aufmerkſamkeit Ihres hochver⸗ ehrten Präſidenten verdanke, hat mich hoch erfreut und zum wärmſten Danke verpflichtet, welchen ich hier auszuſprechen nicht verfehle. An dieſen Dank knüpfen ſich die lebhafteſten Wünſche für den fer⸗ nern hohen Flor der gelehrten Anſtalt, welcher die Wiſſenſchaft ſo viel ſchuldet. Mit tiefer Betrübniß habe ich vernommen, daß ſich die Mittel der Akademie, bei der jüngſten Wiederbeſetzung des erledigten hohen Präſi⸗ diums derſelben, in einem ſehr beſchränkten Zuſtande befunden haben; zugleich aber aus öffentlichen Blättern mit Freude erſehen, daß die Bei— träge, namentlich von Seiten Oeſtreichs und Preußens, wieder zugeſichert worden ſind. Wenn ich gleich nicht die Ehre habe, zu den Adjunkten der Akademie zu gehören; ſo iſt doch mein Intereſſe an derſelben ſo groß, daß ich hoffe, es werde nicht unbeſcheiden erachtet werden, wenn ich mir erlaube, um einige Mittheilung der nähern bezüglichen Verhältniſſe zu biten Die hohe Akademie wolle den Ausdruck meiner tiefen Ehrerbietung geneigteſt annehmen, mit welcher ich zu verharren die Ehre habe Der hohen Akademie Gießen, am 22. Auguſt 1858. treuergebenes Mitglied v. Ritgen(cognomine Roederer). guumnmni mus 26— Die Kaiſerliche naturforſchende Geſellſchaft zu Moskau. Hochgeborner, Hochgeehrteſter Herr Geheimerath! Im Namen der Kaiſerlichen naturforſchenden Geſellſchaft in Moskau habe ich die Ehre, Ihnen, Herr Baron, den innigſten Glückwunſch zu der für Sie ſo ſchönen Feier Ihrer 50jährigen mediciniſchen Thätigkeit, die am 18. Juli von Ihren ſo zahlreichen Verehrern und Schülern be⸗ gangen werden ſoll, auszudrücken.— Möchten Sie, Hochgeehrteſter Herr Geheimerath, dieſen Tag im Gefühle der höchſten Zufriedenheit und des reinſten Glückes verbringen, dieſen Tag, der Ihnen, wie ſelten Jeman⸗ den in dieſem Maaße, erlaubt, auf eine, nur dem Wohle der Menſch⸗ heit, dem Nutzen des Staates und der Förderung der Wiſſeenſchaft ge⸗ widmete, lange Zeitperiode zurückzublicken!— Möge die Vorſehung Sie noch recht viele Jahre der Wiſſenſchaft, Ihrem ſo überaus ſegensreichen Wirkungskreiſe und allen Ihren Schülern und Verehrern erhalten! Als einſtimmigen Ausdruck der hohen Verehrung, die die Kaiſerliche naturforſchende Geſellſchaft in Moskau für Ihre ſo großen Verdienſte hegt, hat dieſelbe in ihrer Sitzung am 24. April Ihnen, Hochgeehrteſter Herr Baron, das Diplom als Ehrenmitglied zuerkannt. Genehmigen Sie den Ausdruck der ausgezeichnetſten Hochachtung und tiefſten Verehrung, mit der ich perſönlich die Ehre habe zu ſein Hochgeehrteſter Herr Geheimerath und Baron N. 808. Moskau 11. Juni 1858. Ihr ganz ergebenſter Diener Dr. v. Renard, 1. Secretair der K. naturf. Geſellſchaft und K. R. Staatsrath. Verrn Ferd. Aug. Frunz v. Kitgen, Großh. Heſſ. Geheimer Rath, Profeſſor, Ritter ꝛc. ꝛc., Hochgeboren zu Gießen. Hochgeborner, Hochgeehrteſter Herr Geheimerath! Vergönnen Sie auch mir, einem Ihrer vielen Schüler, der das große Glück hatte, mehrere Jahre, beinahe die ſchönſten ſeines Lebens, unter Ihrer wahrhaft väterlichen und ſtets freundſchaftlichen Führung ſich die Mittel zu erwerben, die Leiden der Menſchen zu erleichtern und in die Tiefen der Wiſſenſchaft zu dringen, und dem es ſo ermöglicht ward, auf Ihr ſo klares Urtheil und Ihre ſo reichen Erfahrungen geſtützt, ſich zur beſſern Erkenntniß ſeiner ſelbſt und des practiſchen Lebens zu verhel⸗ fen, Ihnen, hochgeehrteſter Lehrer, ſeinen herzlichſten und innigſten Glück⸗ wunſch zu dem 18. Juli, dieſem für Sie ſo ſchönen und ſo denkwürdigen Erinnerungstage, darzubringen.— Möchten Sie denſelben im Kreiſe Ih⸗ rer Verehrer, Collegen und Schüler heiter und glücklich verbringen!— Der 18. Juli wird auch hier mir im hohen Norden ein rührender Feſt⸗ tag— und meine Gedanken werden zu dieſer Zeit bei Ihnen und allen Ihren Verehrern in Gießen ſein!— Mich Ihrem ferneren ſo theuren Wohlwollen beſtens empfehlend, habe ich die Ehre in ausgezeichnetſter Hochachtung und tiefer Verehrung zu ſein Hochgeehrteſter Herr Baron und Lehrer Moskau 11. Juni 1858. Ihr dankbar ergebenſter Schüler Dr. Renard. An die hochanſehnliche Kaiſerlich Ruſſiſche naturforſchende Geſellſchaft zu Moskau. Mit der innigſten Freude habe ich aus Ihrem mich ſo ſehr ehrenden Diplom und ſo freundlichem Schreiben vom 1½. Juni d. J. Ihr gütiges Andenken erſehen. Sie wünſchen mir zum Tage meines 50 jährigen amtlichen Wirkens auf ſo herzliche Weiſe Glück, daß mich dies mit der tiefſten Rührung erfüllt. Sie ernennen mich zu Ihrem Ehrenmit⸗ gliede und knüpfen das Band, das uns ſchon lange vereint, noch feſter. Empfangen Sie meinen beſten Dank für dieſe hohe Auszeichnung. Sie erwecken in mir den lebhaften Wunſch, ſo Angenehmes auf irgend eine Weiſe zu erwiedern. Vielleicht kann dies durch einen Beitrag zu den Geſellſchaftsſchriften geſchehen? Erhalten Sie mir Ihre hohe Geneigtheit und genehmigen Sie den Ausdruck meiner ehrerbietigſten Verehrung. Gießen, am 31. Julius 1858. Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. de — 79— Mein lieber beſter treuer Freund, College und Schüler! Wenn mir irgend etwas an meinem Jubeltage große Freude gemacht hat, ſo iſt es Ihr herzlicher Brief. Sie ſind eine edle treue Seele. Sie erinnern ſich meiner mit ſolcher Liebe, und das thut mir ſo innig wohl. Phoebus ſagt mir, Sie haben ſogar zu meinem Gedenken im Kreiſe Ihrer Lieben ein Feſt mir zu Ehren gefeiert. Wie ſoll ich Ihnen meine Rührung ausdrücken? Meinen anliegend ausgeſprochenen ehrerbietigen Dank bitte ich der Kaiſerlich Ruſſiſchen Geſellſchaft der Naturforſcher für die Ernennung zum Ehrenmitgliede vorzulegen. Mit alter treuer Liebe Gießen, am 31. Juli 1858. Ihr Ritgen. Sr. Hochwohlgeboren dem Kaiſerlich Ruſſiſchen Staatsrath Herrn Dr. v. Renard, erſtem Secretär der Kaiſerlichen naturfor⸗ ſchenden Geſellſchaft, Ritter des St. Sta⸗ nislaus⸗Ordens II. Claſſe zc. ac. e. zu Moscau. — 30— Bruxelles, le 8 Juillet 1858. Royaume de Belgique. Académie Royale de Médecine. No. Monsieur et très honoré Collégue! Annexe. Une lettre de M. le Docteur Hess est venue obligeamment nous informer que l'Université de Giessen doit célebrer, le 18 de ce mois, le Jubelé semi-séculaire de votre entrée dans la carrière professorale. Notre Académie dont vous êtes l'un des membres correspondants, se fait un plaisir et un devoir de s'associer au témoignage d'estime et de consideration que vous allez recevoir de vos collèégues imme- diats et des savants qui savent honorer le talent et reconnaitre les services rendus. Nous vous offrons, Monsieur et très honnoré Collegue, avec nos félicitations bien sincères et bien meritées„ T'exemplaire que l'Aca- demie vous envoie de la médaille Commémorative de son institution- Les Membres du Bureau de Pcadémie Royale de Belgique. Le President Fallot. Le premier vice-président Le second vice-président De Meyer. Parquier. Le secrétaire adjoint Le Secrétaire J. R. Mariceur. Sauveur. A Monsieur le Professeur Von Ritgen, à Giessen. OUs Académie de Bruxelles, le 9. Juillet 1858. Médecine de Belgique. Monsieur le professeur! J'ai l'honneur de vous informer que la médaille dont il est question dans la lettre çi-jointe vous parviendra franco par l'inter- médiare des Messangeries van Gent et Cie de Bruxelles. Agréez, Monsieur le professeur, l'assurance de ma haute Con- sidération. Le Commis de l'Academie J. W. Brue. A Monsieur le professeur Von Ritgen. — 82— P'Académie Royale de Médecine de Belgique. Messieurs et très honorés Collègues! Entre les marques de bienveillance dont j'ai été vraiment comblé au jour de mon jubilé semi-seculaire, je compte pour les plus pré- cieuses et honorables les felicitations, que l'Académie a bien voulu m'adresser le 8. Juillet. Vouz avez encore eu la bonté extreme, d'ajouter à Vos voeux la médaille commémorative de l'institution de l'Académie. Cette mé- daille a brillé entre les presents, dont les Princes de Hesse et de Saxe, ainsi que mes Collégues et elèves m'ont honoré. En Vous exprimant mes sentiments de vive reconnaissance et de profond respect, que je Vous prie d'agréer, je plains de ne pas pouvoir recompenser en quelque sorte tant de consideration envers moi. Puisque l'Académie m'a fait savoir, qu'elle recevrait avec plaisir quelques notices biographiques relatives à moi, Vous recevez ci-joint une copie des titres de mes essais en différentes branches des sciences naturelles et médicales. Jajoute des exemplaires de quelques félicitations de distinction, qui m'ont été faites. Si Vous désirez des renseignements ultérieurs par rapport à ma vie, je ne manquerai pas de Vous les faire parvenir, écrits en langue Allemande. Fose encore Vous prier de m'instruire, si Vous recevez dans Vos memoires imprimés des travaux écrits en Allemand? Jai l'honneur d'étre avec un profond respect et un plain devouement Messieurs et très honorés Collègues Giessen, le 31. aoùt 1858. Votre très humble et obeissant serviteur Auguste de Ritgen. pas moi aisu oint 10e8 jons ngue dans plain — 83— Sr. Hochgeboren Herrn Geheimenrath Profeſſor Dr. von Ritgen. Seit langer Zeit iſt auch unſer Vaterland gewohnt, Ihren Namen als einen Glanzpunkt in unſerer Wiſſenſchaft zu betrachten. Zeuge deſſen war Ihre Aufnahme als Ehrenmitglied der Geſſellſchaft Ruſſiſcher Aerzte. Heute, wo fünfzig Jahre verfloſſen ſind, ſeitdem Sie eine wiſſen⸗ ſchaftliche und amtliche Bahn betraten, auf welcher ſowohl das theoretiſche als practiſche Gebiet der Geburtshülfe durch Ihr raſtlos thätiges Wirken und ehrenhaftes Streben ſo unendlich viel gewonnen hat; beeilt ſich auch unſere Geſellſchaft, ihre zwar fernen, aber um ſo herzlicher gemeinten Glückwünſche zu Ihrem Feſttage darzubringen. Hochverehrter Herr Jubilar! Sie haben die ſchmeichelvollſte Aner— kennung Europa's für Ihre Wiſſenſchaft im vollſten Maaße verdient; Ihr Unterricht, Ihre Lehren, Ihre Schriften haben auch in fernen Landen nützliche Früchte getragen, und ſo darf ich, als Präſident der Geſellſchaft Ruſſiſcher Aerzte, an Ihrem heutigen Ehrentage der Hochachtung und Anerkennung Seitens unſerer geſammten Corporation für alle Ihre hohen Verdienſte auf's Neue volle Erwähnung thun, von der Vorſehung erfle⸗ hend, daß Sie noch lange im Genuſſe Ihres wohlverdienten Ruhmes unſerer Wiſſenſchaft und dem zahlloſen Kreiſe Ihrer Verehrer erhalten werden mögen. Inndem ich Namens der Geſellſchaft Ruſſiſcher Aerzte dieſe ſo wahr⸗ haften als herzlichen Gefühle auszuſprechen beauftragt bin, zeichne ich Ew. Hochgeboren St. Petersburg am 27. Juni 1858. ganz ergebenſter Diener Doctor Enochin, Präſes. 6*½ Hochwohlgeborner, Hochzuverehrender Herr Prüſident! Die hochanſehnliche Geſellſchaft der Aerzte zu St. Petersburg, welche mir bereits unter dem 26. April 1841 die hohe Ehre erzeigte, mich zu Ihrem Ehrenmitgliede zu ernennen, gedenkt meiner in der Ferne am Tage meiner 50jährigen Amtswirkſamkeit und wünſcht mir zu demſelben durch Sie, Herr Präſident, Glück. Dies geſchieht in ſo liebevoller, herzlicher Weiſe, daß es mich tief rührt. Wenn der Verein den Werth meiner Verſuche im Gebiete der Natur⸗ und Heilkunde weit überſchätzt, ſo iſt doch der Ausdruck der Auf⸗ merkſamkeit auf meine Beſtrebungen von Seiten einer hohen Corporation der großen Weltſtadt, welche ſo zahlreiche und ausgezeichnete Aerzte um⸗ faßt, für mich höchſt wohlthuend. Seit meiner Aufnahme unter Ihre Mitglieder fühle ich mich Ihnen nahe, und wenn ich etwas für die Oef⸗ fentlichkeit ſchrieb, dachte ich immer dabei, was werden meine fernen Brü⸗ der in der Czarenmetropolis, wo die allgeliebte Tochter unſeres Fürſten⸗ hauſes den glanzumſtrahlten Thron ziert, davon ſagen? Ein ſolcher Hinblick erhebt, ſtärkt und ermuthigt zu neuen Verſuchen erſtrebbarer Leiſtung. Die Geſellſchaft ſieht, daß Sie, indem Sie mich zu dem Ihrigen machte, an meinen Erzeugniſſen mitwirkte, welche Sie ſo freundlich und nachſichtig würdigt. Sie wird auch noch künftig dieſen wohlthätigen Einfluß üben, wenn Ihre Wünſche in Erfüllung gehen, und mir Gott das rüſtige Alter verlängert, mit welchem ich bis jetzt ge⸗ ſegnet wurde. velche ch zu Tage durch h tief 85 Ermeſſen Sie aus dieſen, gern ausgeſprochenen Bekenntniſſen, wie hoch meine Dankbarkeit gegen Sie iſt! Ihnen, Herr Präſident, ſage ich insbeſondere meinen Dank, daß Sie den Ausdruck der mich ſo ſehr beglückenden Geſinnungen der Glieder des hochanſehnlichen Vereins gütig übernahmen und Ihre Wünſche hin zufligten. Leſe ich Ihre Namensunterſchrift richtig, und ſind Sie Leibarzt des Kaiſers, einſt Leibarzt des Thronfolgers, ſind Sie es, den ich in Darmſtadt kennen zu lernen vas Glück hatte, der mir Sein Wohlwollen zuwendete, an Deſſen Seite ich an dem Hochzeitsfeſte des.... Theil nehmen durfte; ſo iſt mir Ihr Andenken um ſo theurer, Ihr Glückwunſch um ſo wohlthuender. Ich ſchließe mit der Bitte, meinen tiefempfundenen Dank und meiner ganz beſondere Hochachtung den hochverehrten Mitglievern der Geſellſchaſt für mich geneigteſt auszuſprechen und den Ausdruck meiner ehrerbietigſten Verehrung zu genehmigen, mit welcher zu verharren ich die Ehre habe. Eurer Excellenz Gießen, am 8. Auguſt 1858 gehorſamſter Ferd. Ang. Fr. von Ritgen. — 86— Hochzuverehrender Herr Geheim Rath und Proofeſſor! An dem feſtlichen Tage, an dem die Hochſchule, die Sie nun ſchon ſo lange durch den Glanz Ihres Names ſchmücken, Ihr fünfzigjäh⸗ riges Amtsjubiläum feſtlich begeht, beehrt ſich die K. K. Geſell⸗ ſchaft der Aerzte zu Wien, Ihnen die herzlichſten und innigſten Glück⸗ wünſche auszudrücken. Möge Ihnen, hochverehrter Jubilar! ein günſtiges Geſchick noch durch eine lange Reihe von Jahren geſtatten, Ihre ſegensreiche Wirkſam⸗ keit ungehindert zu entfalten und den Lohn Ihrer vielſeitigen aufopfernden Thätigkeit als Arzt und Menſch im reichſten Maße zu genießen, zur Freude Ihrer zahlreichen Verehrer jeden Standes, zum Frommen der leidenden Menſchheit, zur Freude und zum Stolze des Vaterlandes. Genehmigen Sie, hochverehrter Geheimrath den Ausdruck der be— ſonderen Hochachtung der K. K. Geſellſchaft der Aerzte zu Wien, die Sie ſchon lange zu Ihren geachtetſten und würdigſten Mitgliedern zu zählen die Ehre hat. Von der K. K. Geſellſchaft der Aerzte zu Wien im Juli 1858. Dr. Carl Blodig, Dr. Carl Rokitansky, d. Z. erſter Seeretär. d. Z. Präſes. Dr. Carl Friedinger, Carl J. Schroff, d. Z. zweiter Secretär. d. Z. Präſes⸗Stellvertreter. Sr. Hochwohlgeboren des Herrn Geheimraths, Profeſſors der Medicin und Directors der Entbindungs⸗Anſtalt ꝛc. D. J. v. Ritgen zu Gießen. ſchon jäh⸗ heſell⸗ Hlück⸗ noch kſam⸗ enden ter. der — 8— An den Hochverehrten Vorſtand der Kaiſerlich Königlichen Geſellſchaft der Aerzte zu Wien. Zu den mich ganz beſonders ehrenden und mir innig wohlthuenden An⸗ denken, welche mich am Tage meiner fünfzigjährigen amtlichen Wirkſamkeit beglückten, gehört das Andenken der K. K. Geſellſchaft der Aerzte zu Wien. Wer kennt und würdigt nicht mit Deutſchem Stolze die großen Er⸗ folge der Wiener Heilkundigen, der aus ihr hervorgegangenen zahlreichen ausgezeichneten Heilkünſtler und beſonders der Aerzte Wiens! Viermal konnte ich in der prachtvollen Kaiſerſtadt verweilen, und ſtets bewunderte ich den Geiſt, der die Aerzte Wiens verbindet; den Geiſt der gegenſeitigen Achtung, Liebe und Amtsbrüderlichkeit; den Geiſt des einigen und zugleich wetteifernden Strebens, am Baue des Iſistempels Großes, Größtes zu leiſten. Wie ſehne ich mich, vor dem Schluſſe meiner Tage, nochmals in die Mitte dieſer Männer voll Güte, Geradheit und Kraft zu treten, Ihnen die Hand drücken und Ihnen die Gefühle meiner innigſten Verehrung ausſprechen zu können! Wie ſehne ich mich, die großartigen muſterhaften Anſtalten und Arbeiten, welche die Werke hochbegabter Ein⸗ zelnen in gegenſeitiger Unterſtützung Aller ſind, von der Hand ihrer Schöpfer geleitet, recht verſtehen, bis ins Tiefſte würdigen, mich an denſelben erfreuen und auch noch am Abend meines Lebens fortbilden zu können! Ihre Glückwünſche nehme ich mit dem dankbarſten Herzen an, und bitte Sie, die Sie die würdigen Vorſteher des Hochanſehnlichen Vereins ſind, allen Mitgliedern deſſelben meine tiefe dankbare Rührung und meine innige Verehrung auszudrücken. Gießen, am 6. Auguſt 1858. Ihr treuergebenes Mitglied Ferdinand Auguſt Maria v. Ritgen. VYochwohlgeborner, Vochgeehrteſter Herr Geheimer Rath! Das ſeltene Feſt einer fünfzigjährigen geſegneten Amtsthätigkeit, das Euer Hochwohlgeboren am 18. Juli d. J. begehen, bietet der unterzeich⸗ neten Geſellſchaft, die auch bereits ſeit einem Vierteljahrhundert die Ehre genießt, Euer Hochwohlgeboren zu ihren correſpondirenden Mitgliedern zu zählen, die erfreuliche Gelegenheit, den Gefühlen aufrichtiger Hoch⸗ achtung, die ſie von jeher Ihrem verdienſtvollen Wirken als Arzt und Naturforſcher zollte, einen erneuerten Ausdruck zu geben. Genehmigen Eure Hochwohlgeboren zugleich die Verſicherung der innigſten Theilnahme an den Huldigungen, die Ihnen an dieſem ſchönen Tage die Univerſität, deren Zierde Sie ſind, und ein Kreis dankbarer Schüler darbringt; möge Flora, die freundliche Göttin, der wir unſern Dienſt geweiht haben, auch ferner auf Ihrem Lebenspfade die ſchönſten Blumen ſtreuen und Ihren Verdienſten um die Wiſſenſchaft und die leidende Menſchheit nie welkende Kränze flechten. Indem wir mit dieſen herzlichen Wünſchen zu⸗ gleich die herzliche Bitte um fernere freundliche Gewogenheit für unſer Inſtitut verbinden, verharret in unbegränzter Hochachtung Regensburg, den 15. Julius 1858. Die königl. bayer. botaniſche geſelſſchaft. Der Director Der Secretär Dr. A. E. Fürnrohr. Fr. W. Schmid. den hochverehrten Vorſtand der Königlich Bairiſchen botaniſchen Geſellſchaft. Am 12. März 1823, als ich mit der Veröffentlichung meiner Beobachtungen und Anſichten kaum die erſten Verſuche gemacht hatte, beehrte mich ſchon die Königliche botaniſche Geſellſchaft mit der Ernen⸗ nung zu Ihrem correſpondirenden Mitgliede und nahm 1828 einen Auf⸗ ſatz von mir:„Einige Bemerkungen über den Bau der Pflanzen, beſon⸗ „ders in Vergleich zu den Thieren(Internodien als Wirbel)“ in Ihre vortreffliche Zeitſchrift:„die Flora“ freundlich auf. Wenn mich dieſe Auszeichnung ſchon damals höchlich erfreut hat, ſo rührt es mich jetzt innig, daß Sie mir am Tage meiner 50jäh⸗ rigen amtlichen Wirkſamkeit Ihr wohlwollendes Andenken beweiſen, und mich ſo herzlich beglückwünſchen. Ich habe mich in jüngſter Zeit wieder mit phythomorphiſchen Gegen⸗ ſtänden beſchäftigen können, und darf vielleicht wieder einen kleinen Bei⸗ trag der Zeitſchrift der lieblichen Göttin darbieten. Empfangen Sie inzwiſchen meinen beſten Dank für Ihre Güte, und drücken Sie denſelben und meine beſondere Verehrung den hochverehrten Mitgliedern der Geſellſchaft für mich freundlich aus. Gießen, am 2. Auguſt 1858. Ihr ergebenſtes correſpondirendes Mitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. An dem Tage, an welchem Ew. Hochwohlgeboren die 50 jährige Amts⸗Feier begehen, fühlt ſich der Vorſtand der Landes⸗Cultur⸗Geſell⸗ ſchaft zu Arnsberg, welcher in Ihnen ihr älteſtes Ehrenmitglied verehrt, und welche ſchon im Jahre 1811 Ihre dem öffentlichen Wohle gewidmete Thätigkeit durch Verleihung der Ehrenmedaille anerkannt hat, um ſo mehr gedrungen, Ihnen, Geehrter Herr Jubilarius, aus der Ferne ſeinen herz⸗ lichſten Glückwunſch darzubringen, als Sie trotz vielfach geſtörter Bezie⸗ hungen und veränderter äußeren Verhältniſſe bis auf den heutigen Tag ſtets das regſte Intereſſe an den gemeinnützigen Beſtrebungen unſerer Ge⸗ ſellſchaft bewährt haben. Mögen Sie, geehrter Herr Jubilarius, uns dieſe ehrende Theil⸗ nahme auch fernerhin erhalten und möge es Ihnen noch recht lange ver⸗ gönnt ſein, in körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit auf eine langjährige, der Wiſſenſchaft und dem Wohle der Menſchheit gewidmete, amtliche und außeramtliche Wirkſamkeit mit Genugthuung zurückzublicken. Arnsberg, den 15. Juli 1858. Der Vorſtand der Landes-Cultur-Geſellſchaft. An den Großherzoglich Heſſiſchen Geheimenrath, Profeſſor der Medicin und Director des Entbindungs-Inſtituts Herrn Dr. von Ritgen Hochwohlgeboren in Gießen. — 91— An den hochverehrten Vorſtand der Landesculturgeſellſchaft zu Arnsberg. Ihr gütiges Andenken und Ihr wohlwollendes Schreiben vom 15. v. M. haben mich lebhaft an jene Zeit erinnert, zu welcher ich meine amtliche Wirkſamkeit mit der Anſtellung als Amtswundarzt und bald darauf als Amtsarzt, unter Ihren Augen begann, und mit meinen mediciniſch⸗topographiſchen Arbeiten den Anfang meiner ſchriftſtelleriſchen Laufbahn machte. Die hochanſehnliche Geſellſchaft überſah meine Beſtre⸗ bungen nicht; ließ ſie als Leiſtungen gelten; ermunterte mich zur Fort⸗ ſetzung durch Ertheilung der Ehrenmedaille, und hatte ſo weſentlich för⸗ dernden Einfluß auf mein ganzes Leben. Nie habe ich, nie werde ich dies vergeſſen. Mögen Ihre freundlichen Glückwünſche in Erfüllung gehen, damit ich auch noch lange Ihres Wohlwollens mich erfreuen könne! Empfangen Sie meinen tiefgefühlten Dank und drücken Sie denſel⸗ ben und meine beſondere Verehrung den hochgeſchätzten Mitgliedern der Geſellſchaft für mich gütig aus. Gießen, am 3. Auguſt 1858. Ihr treuergebenes Ehrenmitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. 92 Verehrter Herr Geheimerath! Mit aufrichtigſter Freude haben wir die Nachricht aufgenommen, daß Sie, verehrter Herr, am 18. dieſes Monats Ihr fünfzigjähriges Amts⸗ jubiläum feiern werden. Geſtatten Sie auch uns, den Mitgliedern der Großherzoglichen Ge⸗ ſellſchaft für Mineralogie, Geologie und Petrefactologie, unſerer freudi⸗ gen Theilnahme an dieſer von ſo vielen Ihrer Amtsgenoſſen, Freunde und Verehrer getheilten Feier, ein äußeres Zeichen zu geben. Möge es uns noch lange vergönnt ſein, Sie als eine Zierde unſe⸗ rer Geſellſchaft nennen zu können. Möge es Ihnen vergönnt ſein, ſich noch lange an ein Feſt zu erinnern, deſſen Feier Ihnen galt, deſſen Feier Sie mit ſeltener Geiſtesfriſche und Körperkraft begingen. Im beſondern habe ich noch die verehrungsvollen Wünſche auszu— ſprechen, welche die Mitglieder des in Folge der Statutenreviſion neu errichteten Vorſtandes unſerer Geſellſchaft für Sie hegen, die Herren Ge⸗ heime Hofrath Kieſer, Hofräthe Lehman n, Ried und Schleiden. Mit vollkommenſter Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren Jena, den 5. Julius 1858. ganz ergebenſter Dr. E. E. Schmid, Prof. p. o. Director der Großh. min. Anſtalten zu Jena. — - 93— An den hochverehrten Vorſtand der Großherzoglich Sächſiſchen Geſellſchaft für Mineralogie, Geologie und Petrefactologie. An Sie, meine theuren hochverehrten Freunde, die perſönlich zu kennen, ich mich ſo hoch erfreue, Kieſer, Lehmann, Ried, Schlei⸗ den und Schmid, richte ich meinen tiefgefühlten Dank für Ihr liebe⸗ volles Andenken, welches mir innig wohlthut. Wenn, an den Tagen der glaänzenden vielhundertjährigen Feier Jena's, treue Herzen eines fernen halbhundertjährigen Jubilars nicht vergeſſen, ſo kann ihn dies nicht anders als tief rühren. Am 30. Junius 1821 war es die Societät für die geſammte Mi⸗ neralogie, welche mich zu ihrem auswärtigen Ehrenmitgliede ernannte. Damals war ich zum erſten Male in Jena, und der gute alte Lenz händigte mir das Diplom mit Goldſiegel ſelbſt ein. Damals war ich noch in keinen andern Verein aufgenommen, als ſeit 1811 in die Lan⸗ deskulturgeſellſchaft zu Arnsberg, Herzogthums Weſtphalen, und ich erin⸗ nere mich lebhaft, wie große Freude jene Ehre mir machte. Solche faſt 40 jährige Erinnerung iſt mir theuer geblieben. Auch hat es mich ſehr ange⸗ nehm berührt, daß die Univerſitätsbibliothek Jena's meine Schriften zum Andenken am 23. October 1856 freundlich von mir annahm. Bei meinen Collegen Martin, Schleiden, Schmid und Lehmann verlebte ich noch jüngſt ſchöne Stunden. Des Großherzogs von Sachſen Königliche „IZIIIITTTTTTTTſſd)· — 94— Hoheit, Jena's erhabener Erhalter und Förderer, erwies mir an meinem Jubeltage eine hohe unverdiente Gnade. So fühlen Sie, meine hochverehrten Collegen, ſicherlich mit mir, wie ſehr mich dieſes neue Band ehrt und freut, welches mich durch Ihre freundlichen Glückwünſche ſtets feſter an Sie knüpft. Drücken Sie meinen herzlichſten Dank und meine innigſte Hochach⸗ tung den übrigen Mitgliedern der hochanſehnlichen Geſellſchaft gütigſt für mich aus. Gießen, den 5. Auguſt 1858. Ihr treuergebenes Mitglied Ferd. Aug. Fr. von Kitgen. An die hochgebornen Herrn Profeſſoren DD. Geheimen Hofrath Kieſer, Hofrath Lehmann, 9 Ried, „ Schleiden, Director Schmid zu Jena. em nir, hre ach⸗ für Hochwohlgeborner, Hochverehrteſter Herr Geheimer Nath und Profeſſor! Die Hufeland'ſche Geſellſchaft, ſtolz darauf, Ihren hochgefeierten Namen ſchon über ein Vierteljahrhundert in der Liſte Ihrer Mitglieder zu beſitzen, hat mit herzlicher Theilnahme in Erfahrung gebracht, daß Ew. Hochwohlgeboren am 18. Juli d. J's Ihren Ehrentag an derſelben Univerſität feiern, welche einſt die Wiege Ihres Ruhms war und welche ſich glücklich ſchätzt, eine ſolche Zierde jener Hochſchule ſich ſtets erhalten zu haben. So nehmen Sie denn, hochverehrter Herr Jubilar, den wärmſten Glückwunſch unſerer Geſellſchaft ſo freundlich, ſo herzlich auf, wie er Ihnen aus der Fülle des Herzens dargebracht wird. Wenn man den Tag des Jubiläums wohl mit Recht den Erntetag des Berufslebens nennen darf, ſo wird ohne Zweifel der Rückblick auf die durchlebten Jahre der reichſten Saat Sie an Ihrem Ehrentage recht glücklich machen. Wie wenige Jubilare unſeres Standes können ſich, gleich Ihnen, an dem ſchönen Bewußtſein erfreuen, als Arzt, als Wund⸗ arzt, als Geburtshelfer practiſch und wiſſenſchaftlich ſo viel geleiſtet zu haben und mit einer ausgedehnten Gelehrſamkeit, eine ſo allgemein an⸗ erkannte Leutſeligkeit verbunden und bis auf den heutigen Tag eine ſo rührige Jugendfriſche bewahrt zu haben, wie Wenige ſich rühmen, neben einem ſo ausgedehnten Wirken auch eine ſo ſegensreiche adminiſtrative und ſtaatsmänniſche Thätigkeit entfaltet zu haben! Möge die Gnade Gottes, verehrungswürdiger Herr, Sie noch lange in körperlicher Geſundheit, in geiſtiger Lebensfriſche und Heiterkeit erhalten! Berlin, im Juli 1858. Die Huſeland'ſche geſellſchaft. Dr. Steinthal. — — 36 An den hochverehrten Vorſtand der Hufelandſſhen Geſellſchaft. Am 1. April 1830 beehrte mich die mediciniſch⸗chirurgiſche Geſell⸗ ſchaft zu Berlin mit der Ernennung zu Ihrem correſpondirenden Mit⸗ gliede und deren Diplom trägt die eigenhändige Unterſchrift Ihres ver⸗ klärten Präſidenten Hufeland, welche Urkunde zu meinen liebſten Schätzen gehört. Mit dem vollſten und ſchönſten Rechte hat die Geſellſchaft, um das Andenken dieſes großen Arztes, dieſes muſterhaften Schriftſtellers, dieſes ausgezeichneten Lehrers, dieſes edelſten Mannes und dieſes treueſten Freundes ſeines Königs, zu verherrlichen, den Namen Hufeland's an— genommen, und ich freue mich um ſo mehr, derſelben anzugehören. Daß Sie meiner„am Erntetag des Berufslebens“ gedenkt; daß Sie mir ſo herzlich Glück zu demſelben wünſcht; daß Sie auf die vielfachen, glück⸗ lich durchſchifften Strömungen meines Lebens mit liebevollem, wenn auch allzunachſichtigem Auge zurückblickt; das gehört zu den ſchönſten Aehren meines überreichen unverdienten Erntekranzes. Empfangen Sie für ſo viel Wohlwollen meinen innigſten Dank, und erfüllen Sie ſreundlich die Bitte, dieſen Dank und meine ganz beſondere Hochachtung den hochverehrten Mitgliedern der Geſellſchaft auszudrücken. Gießen, am 4. Auguſt 1858. Ihr treuergebenes Mitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. An Herrn Geheimen Sanitätsrath Dr. Steinthal zu Berlin. Indem ich Sie, hochverehrter Herr College, bitte, dem Vorſtand der hochanſehnlichen Hufeland'ſchen Geſellſchaft, deſſen ſo würdiges Mitglied Sie ſind, mein angeſchloſſenes Dankſchreiben gütigſt zu überreichen, habe ich mein großes Bedauern auszudrücken, daß die Hoffnung auf Ihren perſönlichen Beſuch, welche mir mein theurer Freund Phoebus gemacht hatte, vereitelt worden iſt. Indeſſen gebe ich dieſe Hoffnung noch nicht auf und ſehe der Erfüllung derſelben mit herzlichem Verlangen entgegen. Kommen Sie recht bald und machen Sie, daß wir uns näher kennen lernen; Sie finden in mir Gießen, am 4. Auguſt 1858. Ihren aufrichtigen Verehrer Ritgen. —-/—.,— — 2— Hochwohlgeborner Herr, Hochgeehrter Herr Geheimer-Rath! Wenn man, wie Sie, auf eine lange Laufbahn voll Ruhm und Glanz zurückſchaut, ſo haben Tage, wie der, den Sie heute am 18. Juli erleben, ihren größten Werth darin, daß Sie der Erinnerung an die Er⸗ lebniſſe der vergangenen Jahre einen vollen Platz einräumen. Mitten in der Arbeit des täglichen Lebens, in dem Drängen der immer neuen Er⸗ ſcheinungen weicht manches Bild in den Hintergrund zurück, das an ſolchen Tagen ſein Recht wieder geltend macht. Geſtatten Sie, hochgeehrter Herr, daß auch die geburtshülfliche Geſellſchaft ſich unter dieſe alten Bekannten eindrängt und ſich den Glückwünſchenden bei dem ſeltenen Feſte anſchließt. Sie kennt Ihre großen Verdienſte um die Wiſſenſchaft, ſie verehrt in Ih⸗ nen den hochverdienten Meiſter und ſie freut ſich, dieſe Verehrung heute auszuſprechen. Die Geſellſchaft hat nur eine Ehrenbezeugung zu vertheilen und ſie iſt glücklich, daß ſie dieſelbe für Sie aufbewahrt hat. Empfangen Sie, hochverehrter Herr Jubilar, das Diplom als „Ehren⸗Mitglied“ der Geſellſchaft und zugleich unſere Wünſche, daß Sie noch recht lange die herzlichen und wiſſenſchaftlichen Beziehungen, die uns mit einander verknüpfen, erhalten mögen. Geſtatten Sie, hochverehrter Herr Geheimer-Rath, aber auch mir, den die geburtshülfliche Geſellſchaft mit dieſem Auftrage beehrt hat, die herzlichſten perſönlichen Glückwünſche und die Verſicherung der höchſten Achtung und Verehrung beizufügen und ſein Sie überzeugt, daß ich es für den größten Vorzug halte, mich nennen zu dürfen Ew. Hochwohlgeboren ganz ergebenen Kollegen Mayer Dr. Geheimer Sanitätsrath und Präſident der Geſellſchaft für Geburtshülfe in Berlin. 7 ———————— — g8— Hochgeehrteſter Herr Präſident! Unter den Beweiſen gütigen Wohlwollens, welche mir meine Amts⸗ brüder am Tage meiner 50jährigen Amtswirkſamkeit geben, erfreut mich das Andenken meiner hochverehrten Specialkollegen in Preußens welt⸗ berühmten Hauptſtadt ganz beſonders. Mit Bewunderung und Freude haben mich die großen Erfolge des geburtshülflichen Vereins, deſſen wür⸗ diger Präſident Sie ſind, erfüllt. Indem die hochanſehnliche Geſellſchaft die Bekanntmachung dieſer Erfolge der geburtshülflichen Monatsſchrift, deren Mitherausgeber zu ſein ich die Ehre habe, anvertraute, hat Sie das Band inniger geſchlungen, welches uns als Prieſter der Lucina vereinigt. Sie hat, durch Geſtattung meiner, freilich geringen, Mitwir⸗ kung dieſer Veröffentlichung, mir einen kleinen Antheil an dem Ruhm Ihrer Leiſtungen gewährt. Sie hat mich einſt zum Mitglied und nun ſogar zu Ihrem Ehrenmitglied ernannt. Sie wünſcht mir zu meinem glücklich erlebten Ehrentage durch Sie, hochgeehrter Herr Präſident, ſo herzlich Glück! Wie ſoll ich meinen Dank der Geſellſchaft ausdrücken? Geben Sie, Herr Präſident, demſelben Worte, beredte Worte, wie Sie ſolche zu ſprechen ſo hoch begabt ſind! Vor dem Schluſſe meines Lebens hoffe ich noch Ihnen und den übrigen theuern Mitgliedern, ich darf ja ſagen, unſer's Vereins, die Hand zu drücken. Bis dahin bitte ich um die Erhaltung eines Wohl⸗ wollens, welches mich beglückt. Gießen, am 5. Auguſt 1858. Ihr dankbares, treues Ehrenmitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. Sr. Hochwohlgeboren dem Herrn Geheimen Sanitätsrath Dr. Mayer zu Berlin, Präſidenten der Geſellſchaft für Geburtskunde daſelbſt. Hochzuverehrender Herr Geheimerath! Im Namen unſerer hieſigen Geſellſchaft für Geburtshülfe nehme ich mir die Ehre, Ihnen ganz ergebenſt anzuzeigen, daß dieſelbe mit dem Gefühle aufrichtiger Freude und hohen Stolzes beſchloſſen hat, Sie zum Ehren⸗Mitgliede zu erwählen und die beifolgende Urkunde hierüber aus⸗ zufertigen. Möchten Sie, hochverehrter Jubilar, dieſe Auszeichnung, die freilich nur einen ganz beſcheidenen Platz unter den Ihnen ſchon längſt zu Theil gewordenen Ehren einnehmen wird, als einen ſchwachen Beweis der Liebe und Anerkennung aufnehmen, welche Sie in jeder Beziehung ſo reichlich verdienen; möchte der Lenker der Welten, der bis jetzt ſtets ſo gnädig Ihren Lebenspfad geebnet, noch lange Jahre Sie in unge⸗ trübter Friſche des Geiſtes und Körpers weiter führen und auch ferner den Born Ihrer unerſchöpflichen Erfahrungen den jüngern Forſchern un⸗ ſerer Wiſſenſchaft zufließen laſſen! Seien Sie auch unſerer Geſellſchaft ein gütiger Freund und Förderer! Leipzig, den 18. Juli 1858. Ihr Sie aufrichtigſt hochachtender Freund und College Credé. An den hochverehrten Vorſtand der Geſellſchaft für Geburtshülfe zu Leipzig. Unter den vielen Beweiſen des Wohlwollens, welche mir am Tage meiner 50jährigen Amtsthätigkeit zu Theil wurden, freut es mich unge⸗ mein, daß Sie mir auch das Ihrige ausdrücken, indem Sie mich zum Mitgliede Ihres Vereins erheben wollen. Sehr gern nenne ich mich den Ihrigen, und danke Ihnen herzlich für die hohe Auszeichnung, die Sie mir durch die Ernennung zu Ihrem Ehrenmitglied erzeigen. O die Lucina iſt doch eine herrliche Göttin! und ſchön iſt es, zur Zahl ihrer Prieſter ſich zählen zu können! Sie haben ihr einen neuen Tempel ge⸗ baut, und ich freue mich, ihn einſt in Ihrem würdigen Kreiſe zu betre⸗ ten, hoffend, daß es mir vergönnt ſein möge, Sie alle perſönlich begrüßen und meinen Dank mündlich ausſprechen zu dürfen, wenn mich Gott rüſtig erhält, wie er es gütig bis jetzt gethan hat. Ich habe ſchöne Tage bei Ihrem Präſidenten verlebt und bedaure, daß damals meine freien Stun⸗ den zu karg gezählt waren, um Sie Alle, meine hochverehrten Herrn Amtsbrüder, zu beſuchen und Ihnen die Hand zu drücken. Mögen auch Ihre Geſellſchaftsſchriften, wie die des geburtshülflichen Vereins zu Berlin, der Monatsſchrift anvertraut werden, deren Mither⸗ ausgeber, neben Ihrem Präſidenten, zu ſein ich die Ehre habe. Möge der junge Verein fort und fort beſtehen, und ſchöne Blüthen und Früchte tragen! Möge es mir vergönnt ſein, mich an dieſen zu erfreuen noch manches Jahr! Drücken Sie allen hochverehrten Gliedern der Geſellſchaft meinen tiefgefühlten Dank und meine innige Verehrung aus, und erhalten Sie Ihre Zuneigung Gießen, am 31. Juli 1858. Ihrem herzlich ergebenen neuen Mitgliede Ferd. Aug Fr. von Ritgen. ilfe rüſtig ge bei Stun⸗ Herrn flichen dither⸗ lüthen anches neinen Sie 1 S gliede An den hochgeehrten Vorſtand der Societas physico-medica Erlangensis. Indem die hochanſehnliche Geſellſchaft, deren correſpondirendes Mit⸗ glied zu ſein ich mich ſchon eine Reihe von Jahren erfreue, mich zu Ihrem Ehrenmitgliede ernennt, beweiſet Sie mir ein Wohlwollen, deſſen Aus⸗ druck meine 50jährige Thätigkeit zur Veranlaſſung hat. Namen, wie die Ihrigen, machen auch dann, wenn kein perſönlicher Umgang und nur geiſtiger Verkehr durch das Studium von Lehren und Schriften möglich iſt, das Gefühl höchſt angenehm, durch das Band eines gelehrten Vereins, den Trägern ſolcher Namen näher anzugehören. Fragt uns Jemand:„Kennen Sie Gerlach, Gorup, Schnizlein, Pfaff, Roſenauer perſönlich?“ und man antworten muß:„Perſönlich nicht;“ ſo iſt es doch wohlthuend, hinzuſetzen zu können:„Aber Mitglied Ihres Vereins bin ich.“ Noch erfreulicher iſt es, wenn man wenigſtens mit Einem dieſer hochverehrten Männer Umgang zu pflegen das Glück ge⸗ habt hat. Und ſo danke ich denn Ihnen, hochverehrte Collegen, herzlich dafür, daß Sie die ſchöne Sitte, den freundlich zu begrüßen, dem das Geſchick vergönnte, auf eine halbhundertjährige Berufswirkſamkeit zurückzublicken, auch bei mir zu üben, mich gewürdigt haben. Drücken Sie dieſen meinen Dank und meine beſondere Hochachtung den übrigen hochverehrten Mitgliedern des Vereins freundlich für mich aus. Gießen, am 5. Auguſt 1858. Ihr ganz ergebenes Ehrenmitglied Ferd. Ang. Fr. von Ritgen. MMmfffłffſ — 102— Hochwohlgeborner Herr Geheimerath, Verehrteſter Jubilar! Der Apotheker⸗Verein, welcher gern von allen dem Kenntniß nimmt, was auf dem Gebiete der Heilkunde, wie der Naturwiſſenſchaft, Edles und Würdiges geſchieht, hat mit freudiger Theilnahme in Erfahrung ge⸗ bracht, daß am 18. Juli dieſes Jahrs für Sie der Tag eines goldenen Jubiläums durch ein halbes Jahrhundert bewährter ärztlicher Wirkſamkeit eintritt. Wie ſollte derſelbe nicht bei einer ſolchen glücklichen Feier ſich unter die Schaar der fröhlichen Theilnehmer geſellen, welche aus der Fülle der Herzen dem Jubelgreiſe die Glück- und Segenswünſche darbringen? Wir danken mit Ihnen dem großen und weiſen Lenker der Geſchicke, welcher Ihnen aus ſeiner Gnadenhand, nach einer langen und ſegensreichen Lauf⸗ bahn, die Sonne eines heitern Jubeltages aufgehen läßt, daß ihr Strahl mit hellem Glanze die ſtillen und geſegneten Thaten zum Heile vieler Hun⸗ derte von Leidenden beleuchte, und für dieſes Tages Glanz und Segen der ungebrochene Lichtſtrahl wiederglänze in den Augen und auf den Stirnen derer, welche aus des Jubilars Hand Heilung und Linderung, welche aus ſeinem beredten Munde, wie aus der gewandten thatkräftigen Hand die Anweiſung empfingen, würdige Helfer und Rathgeber der leidenden Menſch⸗ heit zu werden. Als ein Merkmal unſerer Theilnahme wird in unſerm Auftrage unſer Oberdirector in Gemeinſchaft mit dem Obervorſtande des ſüddeutſchen Apo⸗ thekervereins das Ehrendiplom des allgemeinen Deutſchen Apotheker⸗Vereins Ihnen behändigen. Mit inniger Hochſchätzung und Verehrung Bernburg, den 1. Juli 1858. — ꝑ/=——— Das Directorium des Apotheker-Vereins in Norddeutſchland. Dr. L. F. Bley. unter le der Wir velcher Lauf⸗ trahl Hun⸗ n der tirnen he aus d die enſch⸗ unſer Apo⸗ ereins — 103— An den hochverehrten Vorſtand des Deutſchen Geſammt⸗ Apotheker⸗Vereins. Am 8. Auguſt 1823, alſo genau vor 35 Jahren, ernannte mich der damals noch junge Apotheker-Verein im nördlichen Deutſchland zu Seinem Ehrenmitgliede und ich erhielt das Diplom durch den hochver⸗ dienten, nur zu früh verklärten Brandes. Dieſer, in ſeinen Erfolgen ſo ruhmvolle und ſegensreiche Verein iſt zum„Deutſchen Geſammt⸗Apo⸗ theker⸗Vereine“ herangewachſen: er umfaßt nunmehr unſer geliebtes großes ganzes Vaterland. Am Tage meines halbhundertjährigen amtlichen Wirkens ſehe ich mich als Ehrenmitglied in dieſen, mit ſo ſtrahlendem Glanze erwei⸗ terten Verein aufgenommen, und ſchätze dieſe Ehre hoch, ſehr hoch, und bin für ſie ſehr dankbar. Die Pharmacie hat ſich raſch zu einem ſelbſtſtändigen und hochwich⸗ tigen Zweige der auf den Heilzweck angewandten Naturkunde ausgebildet, und unſere medieiniſche Facultät iſt ſtolz darauf, zu dieſem großen Fort⸗ ſchritte dadurch mitzuwirken, daß ſie, zur anerkennenden und aufmuntern⸗ den Auszeichnung, die wiſſenſchaftlichen Männer dieſes Gebietes, durch Ertheilung des beſondern Doktorgrades in der Pharmacie zu ehren, ſich berufen fühlt. Für die Erhaltung dieſes ſchönen Brauchs ſtets eifrig mit⸗ gewirkt zu haben, darf ich mich rühmen, indem ich ſo einiges Verdienſt um die hochanſehnliche Geſellſchaft und den ganzen pharmaceutiſchen Stand zu haben glaube. Empfangen. Sie, die würdigen Vorſtände des Vereins, für Ihr gütiges Andenken und Ihre liebevollen Glückwünſche meinen tiefgefühlten Dank und genehmigen Sie die Bitte, dieſen meinen Dank und meine innige Verehrung den Mitgliedern des Vereins auszudrücken. Gießen, am 8. Auguſt 1858. Ihr treuergebenes Ehrenmitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. An die Hochwohlgebornen Herrn: Dr. Bley zu Bernburg und Dr. Weil zu Heidelberg. — 104— Salzhauſen, den 16. Juli 1858. Hochwohlgeborner, Hochgeehrteſter Herr Geheime⸗Rath! Es iſt mir der ehrenhafte Auftrag übergeben, Ihnen, werthgeſchätzter College, im Namen des Directoriums des Allgemeinen Deutſchen Apo⸗ theker-Vereins, ſo wie auch noch insbeſondere desjenigen der Nördlichen Abtheilung deſſelben, dem Sie ſeit einer Reihe von Jahren als Ehren⸗ mitglied angehören, am 18. d. M., dem Tage, an welchem Sie Ihr 50 jähriges Jubiläum als Lehrer der Ludoviciana feiern, das hierbei folgende Schreiben einzuhändigen. Auf das Innigſte habe ich indeß zu bedauern, daß ich, aus Geſundheitsrückſichten, indem ich mich hier einer Badekur unterzogen habe, verhindert bin, Ihnen gedachtes Schreiben, in Selbſtperſon, zu überreichen, und erfülle daher hiermit dieſen Auftrag von hier aus, auf ſchriftlichem Wege. Ich füge demſelben die Bitte an, gleichzeitig auch meine wärmſte Theilnahme und meine herzlichſten Glückwünſche, zu dem Ihnen zu Theil gewordenen Ehrentage, freundlichſt entgegen zu nehmen, die mündlich zu wiederholen ich mir, bei meiner Rückkehr von dorten, erlauben werde. Genehmigen Sie, hochgeſchätzter Herr Geheimerath, die Verſicherung meiner beſondern Hochſchätzung, mit welcher ich die Ehre habe zu zeichnen Ew. Hochwohlgeboren Ergebenſter College Prof. Dr. W. Mettenheimer, Vice⸗Director des Deutſchen Apotheker⸗Vereins ſüdl. Abtheil. und Director des Apotheker⸗Ver⸗ eins im Großherzogthum Heſſen. An den hochverehrten Herrn Vicedirector des Deutſchen Apotheker⸗ Vereins ſüdlicher Abtheilung und Director des Apotheker⸗Vereins im Großherzogthum Heſſen. Bochwohlgeborner, Hochgeehrteſter Herr Profeſſor! Sie ſind, mein hochverehrter Herr College, mit großer Freundlich— keit das Organ geweſen, durch welches mir das Diplom meiner Ernen⸗ nung zum Ehrenmitgliede des„Deutſchen Geſammt⸗Apotheker⸗Vereins“ zukam, und haben gewiß an dieſer, mich ſo ſehr ehrenden, Auszeich⸗ nung Theil. Indem ich für dieſe Ihre große Güte und Ihre liebevollen Glück⸗ wünſche zum Tage meiner 50 jährigen Amtswirkſamkeit meinen innigen Dank ausſpreche, darf ich wohl hoffen, daß Sie auch gern Vermittler meines in der Anlage verſuchten Danks an die würdigen Vorſtände der hochanſehnlichen Geſammtgeſellſchaft ſein, und dieſem meinem Danke be⸗ redtere Worte geben werden, als ich dazu in meiner tiefen Rührung im Stande bin. Erhalten Sie mir Ihre Freundſchaft und Ihr mir ſtets bewieſenes collegialiſches Wohlwollen, und genehmigen Sie den Ausdruck meiner aufrichtigſten Hochſchätzung und Verehrung, mit welcher ich verbleibe Gießen, am 9. Auguſt 1858. Ihr treu ergebener College, Freund und Diener Ritgen. — 106— Frankfurt a. M., den 17. Juli 1858. Die Geſellſchaft zur Beförderung nützlicher Künſte und deren Hülfswiſſenſchaften an Se. Hochwohlgeboren den Großherzoglich Heſſiſchen Geheimen⸗Rath, Profeſſor, Director der Entbindungs⸗Anſtalt u. ſ. w. Herrn Dr. von Ritgen zu Gießen. Hochverehrteſter Herr Geheimerath! Die hieſige Geſellſchaft zur Beförderung nützlicher Künſte und deren Hülfswiſſenſchaften, welche ſeit vielen Jahren die Ehre genießt, Sie unter ihre Mitglieder zählen zu dürfen, hat mit wärmſter Theilnahme vernommen, daß Sie heute Ihr fünfzigjähriges Amtsjubiläum feiern. Im Principe der Humanität, welches auch die Grundlage und die Richtſchnur unſerer Geſellſchaft iſt, mit Ihnen und Ihrem Wiſſen ver⸗ wandt, erlauben wir uns, an dieſem feſtlichen Tage auch unſere Stimme mit ſo vielen anderen Stimmen aus Nah' und Fern zu vereinigen, um Ihnen für Ihre der leidenden Menſchheit durch ſo lange Zeit geleiſteten großen Dienſte die aufrichtigſte Anerkennung und zugleich zu Ihrem ſo wohlverdienten Ehrentage den herzlichſten Glückwunſch auszuſprechen. Mit ausgezeichneter Hochachtung beſtehend Die Geſellſchaft zur Befärderung nützlicher Künſte&c. in Frankfurt a. M. und in deren Namen in Abweſenheit des Präſidenten: Dr. L. Thomas, d. Z. 1ter Seeretär. ver⸗ mme um jeten n ſo An den hochverehrten Vorſtand der Frankfurtiſchen Geſellſchaft zur Beförderung nützlicher Künſte und ihrer Hülfswiſſenſchaften. Unter dem 26. November 1825 wurde mir die Ehre zu Theil, in den Verein, deſſen würdiger Vorſtand Sie ſind, als correſpondirendes Mitglied aufgenommen zu werden. Wenn ich durch meine Schriften nur mittelbar Ihre Zwecke habe fördern können, ſo war und iſt es mir doch ſtets ein erhebendes Gefühl, einer Geſellſchaft anzugehören, welche bereits ſo große Erfolge erreichte und in ihrem ſegensvollen Wirken raſtlos fortſchreitet. Die jährlichen Rechenſchaftsberichte über die Leiſtungen des Vereins, welche mir der verklärte Herr Präſident, Dr. Wöhler, mitzutheilen die Güte hatte, habe ich ſtets mit großer Aufmerkſamkeit geleſen und mich mit Bewun⸗ derung an den Blüthen und Friüchten erfreut, welche nur durch die Ver⸗ einigung der Kräfte ſo würdiger Männer erzielt werden können. Ich ſehe auch jetzt mit inniger Befriedigung, daß ich nicht bloß Ihrer zu gedenken vielfache Veranlaſſung fand, ſondern daß auch Sie meiner nicht vergeſſen haben. Am Tage meiner 50jährigen amtlichen Wirkſamkeit haben der Freunde viele ſich meiner erinnert und mir liebevoll Glück gewünſcht. Daß auch Sie dieß thun und in ſo herzlicher Weiſe thun, rührt mich tief und um ſo tiefer, als ich mir kein unmittelbares Verdienſt um die ſo wohlthätige Geſellſchaft zu erwerben vermochte. Empfangen Sie meinen innigen Dank und drücken Sie denſelben, ſo wie meine ganz beſondere Verehrung, den Mitgliedern des Vereins für mich aus. Kann ich nicht Geben, ſo kann ich doch mit Dankbarkeit Empfangen, und da Geben ſeliger als Empfangen iſt; ſo möchte ich um die Mitthei⸗ lung der Fortſetzung der Ueberſichten der Leiſtungen des Vereins, von 1846 ab, bitten. Gießen, am 9. Auguſt 1858. Ihr treuergebenes Mitglied Ferd. Aug. Fr. von Ritgen. — 108— Oſthofen, den 18. Juli 1858. Yochzuverehrender Herr Geheimerath, Yochgefeierter Herr Profeſſor und Lehrer! Wenn in dem Leben berühmter Männer— zu welchen viele der Mitlebenden in naher Beziehung ſtehen— ein bedeutungsvolles Ereigniß eintritt, ſo giebt dieſes immer eine wohlbegründete Veranlaſſung, das Ereigniß zu verherrlichen und dem Verdienſte ſeine Krone zu reichen. Die Feier eines fünfzigjährigen Dienſtjubiläums iſt— weil nur We⸗ nigen beſchieden— gewiß eine ſeltene. Ihnen, theuerſter, vielgeliebter Lehrer, iſt dieſes ſeltene Glück zu Theil geworden. In jugendlicher Friſche des Geiſtes, in rüſtiger Beſchaffenheit des b Körpers ſtehen Sie Heute da und können einen Zeitraum von fünfzig Jahren überblicken, welche ein glänzendes Zeugniß Ihrer ununterbroche⸗ nen Thätigkeit als Medicinal⸗ und Regierungs⸗Beamter, als Arzt und Lehrer, als Landtagsabgeordneter und Staatsmann, ſo wie endlich als Schriftſteller und Künſtler abgeben. Hochverehrter Herr Geheimerath! Ich fühle mich glücklich und bin ſtolz darauf, Ihnen zu Ihrem heutigen goldnen Ehrentage von Herzen gratuliren und Ihnen in der Anlage einen Beweis treuer Anhänglichkeit und dankbarer Liebe überreichen zu können. Mögen Sie dieſes(armen gratulatorium in Gewogenheit anneh⸗ men und möge es Ihnen vergönnt ſein, in ungeſchwächter Geſundheit noch lange Ihren ſegensreichen Beruf fortzuſetzen und mit Lorbeer um⸗ wundener Schläfe den Lohn Ihrer vielfältigen Arbeiten zu genießen. Genehmigen Sie, hochgeehrteſter Herr Jubilar, bei dieſer feierlichen Veranlaſſung die Verſicherung der aufrichtigſten Hochachtung und Erge⸗ benheit, mit welchen Gefühlen ich die Ehre habe, zu zeichnen . Ihr ſtets dankbarer Schüler Dr. Carl Chriſtian Werthheim, Großherzoglicher Kreiswundarzt des Medicinal⸗ Bezirks Oſthofen. — 109— Dem hochverdienten würdigen Lehrer Herrn Geheimenrath und Profeſſor der Heilkunde Doctor ferdinand Auguſt von Ritgen Commandeur des Großh. Heſſiſchen Ludwig⸗Ordens II. Claſſe, Arzt und Director der Entbindungs⸗Anſtalt, Landes⸗Hebammenlehrer, vieler gelehrten Geſellſchaften des In⸗ und Auslandes wirklichem und correſpondirendem Mitgliede in Gießen widmet bei der Feier ſeines fünfzigjährigen Dienſt⸗Jubiläums den 18. Juli 1858 dieſes Carmen gratulatorium als ein Zeichen innigſter Liebe und Verehrung ſein ehemaliger Schüler Dr. Carl Chriſtian Werthheim, Großherzoglich Heſſiſcher Kreiswundarzt in Oſthofen. Freude einte einſt in frohem Kreiſe Deine Schüler von dem Vater Rhein, Einte ſie, um Dir in ſchlichter Weiſe Ihre Liebe, ihren Dank zu weih'n. Rein, wie damals, tönet fort im Klange Unſer Dank, aus tiefem Herzensdrange. Denn in unſrer Bruſt hallt freudig wieder Unſers Lehrers erſter Jubeltag; Ihm, dem Theuern, gelten unſre Lieder, Gilt des Herzens warmer, voller Schlag. Niemals wird in unſrer Bruſt erkalten, Was wir Ihm bisher ſov treu erhalten. An des Lehrers ruhmerfülltes Leben Reihen fünfzig Jahr' im Dienſt ſich an; Nur dem Wohl der Menſchheit galt Sein Streben Auf der Wiſſenſchaften hoher Bahn; Darum ſchmückt am Jubeltag zum Lohne Unſern Lehrer des Verdienſtes Krone. An die Zukunft knüpften unſer Hoffen Wir an Deinem erſten Feſte an, Und was wir gehofft, iſt eingetroffen, Glück und Freude krönte Deine Bahn. Glück und Segen mög' Dir ferner fließen, Blumen mögen ſich im Glanz erſchließen! Unſer Hoch! das wir Dir Heute bringen, Iſt gereift im ernſten Lauf der Zeit; Stärker darum unſre Gläſer klingen An dem goldnen Feſte Dir geweiht, Töne, wie ſie heut' die Bruſt berühren, Können niemals ihren Klang verlieren. — 111— Voller darum tönt der Jubel Heute Aus dem Munde vieler Aerzte hier; Offner, lauter ſpricht ſich aus die Freude, Denn die Schüler hängen feſt an Dir. Nie vergeſſen werden wir die Lehren Deiner Schule, die ſich ſtets bewähren. Reihen mög' der Himmel an Dein Leben, An Dein Wirken noch der Tage viel! Immer möge gnädig er Dir geben Wohlſein bis zu Deines Lebens Ziel! Tage, Jahre werden ſchnell entfliehen, Doch im Wechſel mög' die Freude blühen! Grünen wird die Saat, die Du geſtreuet Auf das weite Feld der Wiſſeenſchaft, Erndten wirſt Du Früchte, hoch erfreuet, Reiche Saat auch reiche Erndte ſchafft. Nimm die Winſche hin, die wir Dir weihen, Frohes Wiederſehn in frohen Reihen! An meinen lieben Feſtſänger in Oſthofen. Wenn die alten Jubellieder, Einſt ſo froh geſungen, Rührend mir erklingen wieder: Tiefem treuen Sinn entſprungen, Halt' ich hoch ſie, hör' ſie gerne! Eingedenk aus weiter Ferne, Iſt Dein Herz mir treu geblieben: Meinen Dank dafür, Dir Lieben! Gießen, am 15. Auguſt 1858. Der Jubelſenior Ritgen. — 113 ₰ Monsieur le Professeur! Comme vous avez aujourd'hui le bonheur de fêèter le Jubilé de votre Professorat,— je ne puis manquer de vous faire à cette occasion les plus grandes félicitations et je prie le bon Dieu d'ajouter encore plusieures années à celles qui sont écoulées pour le bienétre de votre prochain et de vous epargner encore long temps pour ceux qui vous sont cheèrs et pour ceux qui vous estiment et cherissent. Comme je ne puis exprimer les sentimens que j'eprouve pour vous qu'en ma langue maternelle, je prends la liberté de joindre à cette lettre une faible marque de la grande estime que j'ai pour vous.— Agréez, Monsieur le Professeur, ces sentiments et honorez je vous en prie de votre amitié celui qui a l'honneur de se nommer avec les plus grands respects Monsieur le Professeur Amsterdam, 18. Juillet 1858. votre tout devoué serviteur 0. P. Mirani. — 114— Aan den Hoog geleerde Heer Ferdinand August Maria Franz von Ritgen by zynen Vyftigajarigen Hoogleeraar Ampt. Gelyk de boom, die vyftig jaren Den wand'laar loof en lommer biedt; En als een pronk van't woudt verheven, Tot vreugd van't menschdom schynt gegeben, Dat dankbaar naar hem op waarts ziet.— Zo zien we U. die reeds vyftig jaren, Een roem der menschheid zyt geweest; Gy, die door kunst de kracht in't leven Aan duizenden hier bebt gegeben; Die juichen by dit Jubelfeest. Die boom kan zyne dosch verliezen De winter rooft zyn' bladren Kroon— Maar is Uw winter ook genaderd, Uw vrienden om U. heer vergadert, Zyn Uw onwelkbre Glorie Kroon. Gun my 0ok, by die liefde en hulde Die om Uw kruin deze eeckrans vlecht; Dat ik(niet om haar' Glans te schenken) Maar om(schoon ver) aan U. te denken Er ook dit ned'rig blaadje aan hecht. Amsterdam, 18. July 1858. O. P. Mirani. el — 115— Monsieur le Docteur, Cher et très estimé Collègue! Vos felicitations, que Vous venez de m'adresser au jour de mon cinquantenaire Jubilé, m'ont vivement touché, d'autant plus, que je ne m'attendais pas à une pareille bonté; j'avais supposé étre long temps oublié de Vous. Apréès m'avoir fait apprecier Vos profondes connaissances medi- cales, couronnées par Notre Grade Doctoral, Vous m'obliges encore d'admirer Votre talent poëtique. Cher Collègue, Vous avez bien des egards pour moi! Certes, Vos vers m'ont enchanté. Je joins ces vers et Votre chere lettre aux témoignages d'affection dont j'ai été vraiment comblé ce jour là, et qui font un veritable tresor pour moi et les miens, et un heritage pour ma postérité. Agréez mes sentiments de reconnaissance et d'estime avec les quelles j'ai l'honneur d'être cher Mirani Giessen, le 18. Aoùt 1858. votre très devoué Aug. de Ritgen. 8* — 146— 52. Queen St. Edinbourgh, 4% 758. Hochgeehrteſter Geheimerath! Mit dem größten Vergnügen habe ich gehört, daß die von Ihnen ſo lange Zeit gezierte Gießener Univerſität Ihr fünfzigjähriges Jubiläum mit großen Feſtlichkeiten bald feiern ſoll. Als Sie am 18ten dieſes Mo⸗ nats Sich über die Gratulationen Ihrer ehrenvollen Collegen in der Univerſität zu Gießen, und über das Lob Ihrer zahlreichen und bewun⸗ dernden Schüler erfreuen, Sie werden es wohl verzeihen, daß ein jün⸗ gerer Arbeiter in demſelben Felde, wo Sie ſo erfolgreich gearbeitet und worin Sie Sich einen ſo großen Ruhm erworben haben, Ihnen ſeine freundlichſte Gratulation, nebſt dieſem ſchriftlichen Zeichen ſeiner ſehr ho⸗ hen Achtung, auch anzubieten wagt. Obgleich ich Fremder bin und Ih⸗ nen perſönlich unbekannt; doch kenne ich gut Ihre geiſtreichen Werke, und Ihre zahlloſen Verdienſte in dem Gebiet der Geburtshülfe haben meine allerhöchſte Achtung, wie ſie die Verehrung und Dankbarkeit der ganzen mediciniſchen Welt an Sie gewonnen haben. Wenigen iſt die Erlaubniß gegeben, ſo lange und mit ſolchem Er⸗ folg zu arbeiten, wie es Ihnen geſchehen iſt; wenn nur Jeder mit dem⸗ ſelben muſterhaften Fleiß, mit derſelben Gewiſſenhaftigkeit und mit dem⸗ ſelben philoſophiſchen Geiſt arbeitete, wie Sie es während der verfloſſenen Hälfte des Jahrhunderts gethan haben, ſo würde es geſchehen, daß vor dem Ende deſſelben unſere Wiſſenſchaft und unſere Kunſt einen wunder⸗ baren Grad der Vollkommenheit und Gewißheit erreichen würden. Daß Sie noch lange leben, die Zierde Ihrer geehrten Univerſität und der Neſtor der Deutſchen Geburtshülfe zu ſein, iſt der herzliche Wunſch Ihres ergebenen J. S. Simpſon. — 117— Giessen, 18. Aug. 1858. Dearest and most honoured Sir! I received Your congratulatory letter the 18. July, the day of my Jubilee of past half a hundert Years of office, and I can't express, how great joy, emotion and satisfaction I felt by the aspect of Your affectionate remembrance. I appreciate Your letter as the dearest one of the gread number of treasures I received this Day from the goodness of my friends, pupils and Colleagues, and also of many learned Societies and Academies. Your excellent lines shall be carefully kept in my family as a dear memorial. But You put me to the blush by bestowing praises upon me I am far to deserve. However the advertence, good opinion and indulgency of the first obstetric practitioner, teacher and writer in England, well known and greatly esteemed in Germany and, by rare exception, well acquainted with our language and literature, is very much flattering for me; and I return my best thanks. You receive this lines by a dear friend of mine: Dr. Eckhard, Professor of Anatomy and Physiology, who is longing for Your acquaintance. I beg You to admit him among Your friends and to direct him in his intention to visit the dinguished Professors and the public and private institutions of Anatomy and Physiology in Edinbourgh. If You should be amused to hear a description of the Days of me Jubilee Dr. Eckhard will be ready to give an account of them. My best wishes to You! I have the honour to sign respectfully * as Yours Ritgen. Hochgeehrteſter Herr Geheimerath, Hochgeprieſener Herr Jubilar! „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge „haſt Du Dir ein Lob zugerichtet.“ Wenn es dieſe thun, darf da nicht auch ein Erwachſener, zwar kein Verwandter, kein nahe Bekannter von Euer Hochwohlgeboren, es doch wagen, den Gefühlen der innigſten Verehrung und treueſten Anhänglichkeit Worte zu geben? Es gilt ja dem weithin in höchſten Ehren genannten Vater meines geliebten Obern! Wie könnte ich ſchweigen an dem hohen Ehrentage des Fünfzigjährigen Jubiläums Seines ſo ſegensreichen Wirkens?! „Der Lohn des Allerhöchſten, das Lob, die Verehrung der „Beſten unter den Menſchen, ſei und bleibe der unvergängliche „Theil unſers Hochgeliebten Herrn Jubilars!“ „Gebe Gott, daß Euer Hochwohlgeboren noch recht lange, in „Glück und Freude, die ſüßen Früchte der errungenen Lorbeern „im Kreiſe Ihrer Lieben genießen möchten!“ Wartburg, den 16. Juli 1858. Aus innigſter Verehrung gewidmet von C. Dittmar. idmet — 119— Mein ſehr lieber Herr Dittmar! Am Tage meiner 50jährigen Dienſtzeit iſt mir mancher Beweis treuer Anhänglichkeit in Worten und Briefen zu Theil geworden; mein Sohn und mein Neffe werden Ihnen dieſes ausführlich berichten. Kaum Ein Briefchen aber iſt mir lieber geweſen, wegen ſeiner einfachen Herzlichkeit, als das Ihrige, und weil es mir Zeugniß von Ihrer Liebe zu meinem Sohne giebt, die ſich auf mich, als deſſen Vater, miterſtreckt. Auch denke ich mir, daß Sie, welcher mit Leib und Seele Architekt ſind, Sich über mich freuen und mich gerne haben, weil ich ſo große Freude an der Wartburg empfinde. Was das Loblied der Kindlein betrifft, ſo mag jeder wünſchen, daß es mir und meines Gleichen nicht geſungen werde, ſondern daß die in die Welt guckenden Naſeweiße deſſen überhoben bleiben. Sie ſind ſo glück⸗ lich, daß Ihre kleinen Dittmarchen nicht in dieſer Weiſe zu loben gezwun⸗ gen ſind. Nächſtens komme ich und werde ſehen, ob meine Wünſche fort und fort in Erfüllung gehen! Säulen und Knäufe, Bögen und Reife, Mauren und Zinnen, Frieſe und Rinnen, Wände und Decken, Winkel und Ecken, Giebel und Walmen, Thürme wie Palmen: Alles in Schönheit und Stärke! Sind ja des Baukünſtlers Werke. Kommen die Großen und Kleinen zu ſchauen, Was Sie da droben ſo Schönes erbauen? Dittmarchen klettern hinauf da die buntigen Wände, Klatſchen dem Vater zum Lob in die Hände, die Hände! Gießen, am 19. Auguſt 1858. v. Ritgen, Vater. Toaſt, gebracht von dem Decan der mediciniſchen Facultät, Profeſſor Dr. Wernher, an der Feſteafel. Meine Herrn! Ich erſuche Sie, abermals Ihre Gläſer zu füllen: es gilt einen freudigen Zuruf für unſern Jubilar! Wir feiern Heute, nach kurzem Zwiſchenraume zum zweiten Male, ein ſchönes, ſeltenes Feſt. Es iſt uns wiederum vergönnt, einen verehrten Lehrer, einen Freund, einen Collegen, am Ende ſeiner fünfzigjährigen Wirkſamkeit, wiederum ein Mitglied unſerer langlebigen mediciniſchen Facultät, zu begrüßen. Der erſte Gedanke, der ſich, bei dem Rückblick auf eine ſo lafnge, reiche, ſegensreiche Wirkſamkeit, uns aufdrängt, muß der des Dankes ſein gegen den, der die Schickſale der Sterblichen in ſeiner allmächtigen Hand hält, daß er unſerm verehrten Freunde vergönnt hat, dieſen ſchö⸗ nen Tag ſeines Lebens in ungeſchwächter körperlichen und geiſtigen Kraft zu erreichen; dann der der Hoffnung, daß es unſerm verehrten Jubilar gewährt ſein möge, ſeine rüſtige Thätigkeit mit der unſern zu verbinden, daß dieſes Feſt nicht das letzte ſei, welches wir ihm zu Ehren begehen. Indem wir uns nun aber unſerm Jubilar zuwenden, laßt uns ihm zurufen: „Schau in Dich und ſchau um Dich! Es iſt einer erhebenden „Betrachtung werth, was Du ſiehſt. Es iſt die Geſchichte eines „halben Jahrhunderts, die ſich vor Deinem geiſtigen Auge ab⸗ „rollt, und die ſich an Deinen Namen und dieſen Tag anknüpft; „die Geſchichte der lebhafteſten Entwicklung unſerer Hochſchule, „eine Geſchichte, in deren Räder Du Selbſt lenkend und trei⸗ „bend mit eingegriffen haſt.“ Ein Mann, der, wie unſer Jubilar, voll Pflichttreue, getrieben von glühendem Ehrgeize, und begabt mit einer nicht zu ermüdenden Arbeits⸗ — 121— kraft, ſein Leben hingebracht hat, der darf einer gerechten, ſtolzen Ge⸗ nugthuung ſich erfreuen, wenn er, an einem Tag, wie Heute, angelangt, ſtille hält, den Blick rückwärts wendet und ſein Leben im Spiegel der Selbſtbetrachtung an ſich vorüberziehen läßt. ſor Und es iſt ein reiches Leben geweſen, welches ſich der Rückerinnerung hier darbietet, voll wohldurchdachter geiſtiger Entwürfe, angeſtrengter Thä⸗ tigkeit, ehrenvollen Gelingens. „Wenn aber die Rückerinnerung, verehrter Jubilar, Dich führt von „den erſten beſcheidenen Hoffnungen und Beſtrebungen Deiner Jugend, „durch die mannigfachen Wechſelfälle Deines bewegten Lebens, durch die „Jahre des Kriegs, der Noth, der Zerrüttung unſers ſchönen Vater⸗ „landes, in welche Deine erſte Thätigkeit fällt, durch die Zeit des lang⸗ nen„ſamen allmäligen Wiederaufblühens geordneter, wohlthuender Zuſtände, „die herbeizuführen Du in unſerm engern Vaterlande beizutragen ver⸗ zale,„mochteſt, und endlich zu der ehrenvollen Höhe, auf welche die Gnade rten„gerechter Fürſten und die Anerkennung geehrter Fachgenoſſen Dich erho⸗ gen„ben haben; ſo darfſt Du Dir und Jedermann mit gerechtem Stolze hen„ſagen:„„Was ich bin und habe, das bin und habe ich durch mich; V„„zu dem, was ich geworden, hat mich nicht die Geburt, hat mich nirgends ge,„„der blinde Zufall gebracht, überall nur meine zähe, nicht zu ermüdende, „„durch kein Mißlingen abzuſchreckende Thätigkeit und Energie.““ 8„Haben aber die Gnade Deiner Fürſten, die Anerkennung Deiner hö⸗„Fachgenoſſen, die ſich Heute noch ſo und in ſo zahlreichen und glänzen— raft„den Aeußerungen bewährten, Dir die Zeichen der äußeren Ehre nicht. ilar„verſagt; ſo kann Dir auch der ſchönere Lohn des eigenen Bewußtſeins da.„eines wohlvollbrachten Lebens nicht fehlen.“ „Und nun ſchau um Dich, verehrter Jubilar, auch hier ſiehſt Du 4„ein Blatt aus dem Kranze Deiner Ehren.“ in„Da ſind Deine Schüler von nah und fern herbeigeeilt, um ihren „alten Meiſter zu begrüßen an ſeinem Ehrentage. Nicht bloß die Ju⸗ den„gend, welche noch vor Kurzem das Glück hatte, Lehre und geiſtige An⸗ ines„regung unmittelbar aus Deinem Munde zu empfangen und das Vorbild de⸗„geiſtiger Regſamkeit durch unmittelbaren Umgang mit Dir in ſich auf⸗ pft;„zunehmen: Da ſitzen auch Männer mit ſchon ergrauten Haaren, die „ſelbſt wieder beſtimmt ſind, das Saamenkorn, das Du ihnen gegeben, trer„in Lehre und werkthätiger Anwendung wuchern zu laſſen; und ſie alle „nennen ſich jetzt noch mit Freuden Deine Schüler. Da iſt keiner „unter ihnen, der ſich nicht auch jetzt noch mit Wohlgefallen der alten Atg⸗ — 122— „Tage erinnerte, wie Du jung warſt mit der Jugend, und human, „nachſichtig, wohlwollend, anregend allezeit.“ „Und wo uns Deine Stimme nicht mehr erreichte, da iſt uns Dein „geſchriebenes Wort gefolgt. Mit der großen Zahl Deiner Schriften „haſt Du Deines Namens Gedächtniß begründet und Dir Schüler „erworben, überall, wohin Deutſche Wiſſenſchaft hingedrungen.“ „Sieh weiter um Dich, verehrter Jubilar, Da erblickſt Du Männer „der verſchiedenſten bürgerlichen Stellung, die Dir alle durch ihre Anwe⸗ „ſenheit zeigen wollen, wie werth Du ihnen biſt, und daß es nicht das „Lehramt allein iſt, das Du zierteſt, daß es vielmehr noch gar viele „Beziehungen zwiſchen Dir, dem Staate und der Commune giebt, in „welchen Du Dir die Anerkennung Deiner Mitbürger geſichert haſt.“ „Und Deine Collegen, die Du faſt ſämmtlich um Dich verſammelt „ſiehſt, und mit denen Du ſo manches Jahr hindurch auf der Lehrkanzel „und in den akademiſchen Behörden zuſammengewirkt haſt, ſie freuen ſich „der Gelegenheit, Dir durch meinen Mund, wie Sie es ſchon in blei⸗ „bender Schrift gethan haben, den Ausdruck ihrer Hochachtung darbringen „zu können.“ „Wir wollen in Dir, den Senior unſerer Hochſchule, den vielſeitigen „Gelehrten anerkennen, der durch Schrift und Wort eine Zierde unſerer „Hochſchule geworden; eine auch im hohen Alter nicht zu ermüdende „Lehr⸗ und Arbeitskraft; den guten Collegen, der, wenn auch die An⸗ „ſichten und Wünſche weit auseinandergehen, und der Sturm lebhaft „verfochtener Meinungen die Gemüther ergreift, doch nie vergißt, daß „wir alle Söhne unſerer Alma mater ſind, und daß unſere Sorge und „Mühe zunächſt nicht uns und unſern perſönlichen Wünſchen, ſondern nur „ihr gebührt.“ So, verehrte Anweſende, iſt unſer Jubilar! Gott erhalte noch lange unſern verehrten Jubelgreis bei der rüſtigen Kraft, die er ihm bis hierher geſchenkt hat! Er lebe hoch! Gönner, Söhne, Brüder, Freunde, Hoch⸗ und Innigverehrte, Geliebte! Sie ſehen hier vor Sich in mir einen hochbeglückten und für ſein ſeltenes Glück tief dankbaren Mann! Dankbar bin ich vor Allem Dir, o Gott, Der Du mich durch mein langes, vielbewegtes Leben mit väterlicher Liebe gnädig geleitet, der Du mir das Licht des Geiſtes, die Kraft des Leibes gegeben und wunderbar erhalten haſt. Dank, großen, vielfachen Dank ſchulde ich den drei erhabenen Re⸗ genten, die Sich auf dem Großherzoglichen Throne Heſſens folgten. Ludwig I. nahm mich zuerſt, es ſind nun fünfzig Jahre, in den Dienſt des Staates auf und beförderte mich raſch von Stufe zu Stufe bis zur Lehrkanzel, auf welcher er mir die verſchiedenen, ſeit vier und vierzig Jahren von mir vertretenen, Lehrämter anvertraute, und mir zu⸗ gleich am vormaligen hieſigen Regierungs⸗Colleg eine adminiſtrative Wirk⸗ ſamkeit im Medicinal⸗ und Baufach gab. Ludwig II. verdanke ich einen Wirkungskreis an der academiſchen Verwaltungsbehörde und Kanzlei, ſowie die vielfachſten Belohnungen durch Ehrenzeichen, Rang⸗ und Standeserhöhung. Ludwig III. ſchenkte mir fortwährend ſeine hohe Huld und gab mir am heutigen Tage einen neuen gnädigſten Beweis derſelben. Auch die Glieder des Regentenhauſes bis auf die jüngſten edlen Sprößlinge deſſelben erzeigten mir viel gnädige Güte. Laut ſpreche ich hier meine tiefen Dankgefühle für all' dieſe Huld und Gnade aus. Wohin ſoll ich nun mich wenden mit meinem Danke? —-— 124— Ich ſehe Söhne, ich ſehe Brüder vor mir. Die Kinder ſind dem Vaterherzen die nächſten, und ſo wende ich mich zunächſt an Sie. Söhne nenne ich alle meine theuren Schüler, berechtigt durch meine Liebe zu ihnen; aber auch, ich darf es ſagen, berechtigt durch ihre Liebe zu mir, von welcher Sie mir den neueſten, tiefrührenden Beweis geben. Nicht nur die jüngern dieſer meiner Söhne begrüßten und be⸗ ſchenkten mich Geſtern und Heute; auch von den älteren, die zu meinen Brüdern geworden ſind, eilten alle herbei, welchen die Pflichten des Arztes nicht geboten, fern zu bleiben. Auch Sie brachten mir, im eige⸗ nen Namen und im Namen der Ferngehaltenen, Grüße und Geſchenke. Allen bringe ich Worte des heißeſten Dankes! An Sie nun, meine Brüder, die wir derſelben lieben Mutter, unſerer Mma mater Ludoviciana, angehören, richte ich meinen Dank. Sie haben mir die Erfüllung des mir zufallenden Theils unſerer ſchönen Pflichten gegen dieſe altehrwürdige Mutter durch Ihr Zuvorkommen, durch Ihre Nachſicht, durch Ihre Belehrung, durch Ihre Mithülfe, durch Ihre aufmunternde Anerkennung meiner Beſtrebungen, beſonders aber durch ihre brüderliche Zuneigung, möglich, leicht und zum höchſten amtlichen Lebensglück gemacht. Dieſe liebevolle brüderliche Treue ha⸗ ben Sie in feierlicher Urkunde ausgeſprochen, in Denkmalen verewigt, die den theuerſten Familienſchatz meiner Nachkommen für alle Zeiten bil⸗ den werden. Sie rufen mich, in dieſer feſtlich geſchmückten Halle, zum Brudermahle, und mein Sohn und Bruder, an der Spitze der näch⸗ ſten Brüder, giebt Ihren Wünſchen für mich begeiſterte, mich entzückende, aber nur zu unverdient erhebende, unvergeßliche Worte. Die Größe meines Danks läßt mich verſtummen, nehmen ſie ihn, als aus tiefſter Seele geſprochen, an! Auch grüße ich, als Brüder im gelehrten Berufe, Sie, die ſehr verehrten Vorſtände und Glieder der übrigen höheren, in unſerer Muſen⸗ ſtadt blühenden Unterrichtsanſtalten. Ich danke Ihnen auf das Herz⸗ lichſte, daß Sie mir Heute Glück wünſchten und daß Sie hier um mich verſammelt ſind. — 125— Geſtatten auch Sie mir, Sie Brüder, Amtsbrüder, zu nennen, welche der Aemter der Kirche und des Staates ſo verſchiedene zieren. Sie haben meiner gedacht; Sie haben mich feierlich begrüßt; Sie neh— men Theil an dieſem mir geweihten Feſtmahle; Sie ſtimmten ein in das mir gebrachte Lebehoch! Meine viel verzweigte amtliche Wirkſamkeit hat uns in manche amtlichen Beziehungen gebracht, und immer haben Sie mir Beweiſe hoher Humanität und großer Güte gegen mich gegeben. Empfangen Sie meine hochachtungsvollſte Dankbarkeit! Nun auch noch den würdigen Vorſtänden unſerer lieben Stadt Gießen, mit deren näheren Gemeinde ich, brüderlich vereint zu ſein, ſtolz bin, meinen Brudergruß, meinen Bruderdank! So bilden wir Alle eine einzige große Familie und kein Glied der⸗ ſelben kann dem andern ein Lebehoch bringen, ohne zugleich Alle und ſich ſelbſt hochleben zu laſſen. So rufen wir denn Alle zugleich: Wir Alle, Alle, Alle leben hoch! — 126— Dank des Jubilars auf den ihm an der Tafel des Balls gebrachten Toaſt. Heiterkeit möge hier walten! Sie hat Euch den Jubilar Schon ſiebenzig volle Jahr Kräftig und rüſtig erhalten. Ehre und Lob, die ihn ſchmücken, Sie müßten, ſo überall, Ihn, ohne den Jubelball, Still in der Rührung erdrücken! Wahrlich ſie müßte ihn tödten: Die Liebe, aus Oſt und Weſt, Geboten zum Jubelfeſt: Heiterkeit hilft ihm aus Nöthen! Dankend nun will ich Euch geben Den treulichſten Rath und Wunſch: Bei Tänzen und Wein und Punſch Heiter zu ſterben und leben! Die Heiterkeit ſoll leben Hoch! Hoch! Yoch! Bhue . Lran—2n Wweieow Beoeg Greye SGreys cGu Su AAAAXAXAXX ferdinand Augult Marin Franz von Rilgen zu Gießſen. 1”--l!' PIIIINTNGTNNNRNFh! 4 5 6 IIIIIIIrIIIrIrIrkEIIEWIIEEIIEWILEELNINNRENENNNNNN- Gießen 1858. Ricker'ſche Buchhandlung. WdGwvoheooMNNNN