X ſ 2 0 ſ 3 3 5 10 2 - 8 2 6 5 8 4 8 08 GlESSEN Mdddhean 14 9289 072 ⅛ —— ————— 2—.— Zeſſ en und die Erwerbung Gießens vor 650 Jahren(1265) Vortrag gehalten in der Feſt⸗Sitzung der Stadtverordneten der Stadt Gießen am 29. September I915 von Dr. phil. Karl Ebel Oberbibliothekar an der Univerſitaͤtsbibliothek Stadtverordneter Gießen 1915 Bruͤhl'ſche Univerſitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei. R. Lange, Gießen Zeſſen und die Erwerbung Gießens vor 650 Jahren(1265) Vortrag gehalten in der Feſt⸗Sitzung der Stadtverordneten der Stadt Gießen am 29. September 1915 von Dr. phil. Karl Ebel Oberbibliothekar an der Univerſitatsbibliothek Stadtverordneter Gießen 1915 Bruͤhl'ſche Univerſitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei. R. Lange, Gießen ——————— — — Sonderabdruck des gekürzten Vortrags aus den„Gießener Familienblättern“ 1915 Nr. 154 und 155 11 Q£ 1 ₰4 1— 7 4 7 — ———*. 3 Se alte Hieſsen 2 Jahre 130 gees——= g 25 er gegenwärtige Augenblick, in dem unſere ganze Aufmerkſamkeit, unſere ganze Seele gefangen ge⸗ nommen iſt von den Geſchehniſſen des Tages, ſcheint wenig geeignet, uns rückſchauend zu verſenken in ver⸗ gangene Zeiten. Wenn wir mitten in einem Rampfe von un⸗ erhörter Ausdehnung und unerhörten Opfern, wie ihn die Geſchichte noch nicht aufgezeichnet hat, in einem Kampfe, in dem alle fünf Weltteile Streiter ohne Fahl und gewal⸗ tiges Kriegsgerät ausſenden, um ein einziges Volk zu ver⸗ nichten, unſere Blicke lenken in die Tage, deren Gedächtnis wir heute erneuern, dann wollen uns dieſe Ereigniſſe, ſo blutig und bedeutungsvoll für unſere engere Heimat ſie waren, vielleicht klein und unbedeutend erſcheinen, kaum wert, daß man ſich ihrer erinnert. Und dennoch wird uns eine ſolche Betrachtung auch in dieſer ſchweren Feit Befriedi⸗ gung gewähren können. Sie wird uns mit Stolz erfüllen auf die Tüchtigkeit unſeres Heſſenvolkes, das in Treue zu ſeinem Fürſtenhauſe ihm mit Leib und Leben geholfen hat. eine die Jahrhunderte überdauernde, dem Lande Glück und Segen gewährleiſtende Herrſchaft aufzurichten, mit Stolz auf die Tüchtigkeit eines Stammes, der allen Wechſeln des Geſchickes zum Trotz ſich auch aus den Feiten tiefſter Not 3 ·— f——⅛ immer wieder mit zäher ungebrochener Kraft erhob, um in⸗ mitten des deutſchen Kulturvolkes einen Staat zu bilden, den heute als wertvolles Glied des Reiches niemand miſſen mag. Und mit Genugtuung dürfen wir den Wechſel der Verhält⸗ niſſe empfinden. Damals das Land von Parteiungen zer⸗ riſſen, faſt fortwährend vom Lärm der Waffen erfüllt, der Bürger nicht ſicher ſeines Gutes und ſeines Lebens. Heute kämpft Deutſchlands geeinte Macht gegen die Heere der ganzen Welt, und dennoch leben wir in der Heimat nicht viel anders als im tiefſten Frieden. Noch andere Fäden verknüpfen für uns Heſſen das Einſt und Jetzt. Das Fürſtenhaus, das den heſſiſchen Staat ſchuf und heute noch Heſſens Thron ziert, hat ſeinen Ausgang ge⸗ nommen vom Lande Brabant. Lange dem Reich entfremdet, iſt dieſe Grenzmark heute durch deutſches Blut erobert, und heſſiſche Landeskinder halten die Wacht im Stammland ihres Fürſten. Werden hier Hoffnungen wach, daß ſich aufs neue binde, was einſt gelöſt ward? Noch iſt es zu frühe, davon zu ſprechen! 4 Wenn wir die Bedeutung des Ereigniſſes, deſſen An⸗ denken wir heute feiern, richtig verſtehen wollen, müſſen wir die Entſtehung der Landgrafſchaft Heſſen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein wenig genauer betrachten. Am Anfang der eigentlichen heſſiſchen Geſchichte ſteht ein Fürſt, der bis zum Auftreten Philipps des Großmütigen der tüchtigſte und zugleich der volkstümlichſte Herrſcher ge⸗ blieben iſt: Heinrich I., das Kind, von Brabant. Wer war der Fürſt und welches war das Gebiet, das er zum Staate zuſammenzufaſſen unternahm? Beginnen wir mit dem Land. 3 Im Anfang des 12. Jahrhunderts finden wir große Teile des Oberlahngaues, der ſich am Oberlauf der Lahn bis in unſere Gegend erſtreckte, und des fränkiſchen Heſſengaues, des Gebietes an Eder, Schwalm und Fulda, im Beſitz zweier mächtigen Grafenhäuſer, des Werneriſchen und des der Gi⸗ ſonen. Graf Giſo IV., deſſen Güter hauptſächlich im Ober⸗ lahngau lagen, erbte 1121 die im Heſſengau gelegenen Be⸗ ſitzungen des letzten Grafen Werner, ſtarb aber im folgen⸗ den Jahre ſelbſt als der letzte ſeines Hauſes. Seine geſamte Hinterlaſſenſchaft ging auf den Gemahl ſeiner einzigen Toch⸗ ter, Ludwig III. von Thüringen, den ſpäteren erſten Land⸗ grafen, über. Seitdem bildete dieſe Erbſchaft bis zum Jahre 1247 einen mehr oder minder ſelbſtändigen Teil der Land⸗ grafſchaft Thüringen, ſie war ihr mehr in Perſonalunion verbunden, als tatſächlich einverleibt. Dieſes Verhältnis ſprach ſich ſchon in dem Umſtande aus, daß das ganze Ge⸗ biet, das Land der alten Chatten, das Land zu Heſſen, unter der Oberhoheit der Landgrafen meiſt den zweitgeborenen Söhnen der Ludowinger als Herrſchaft überwieſen wurde, aber jedesmal nach dem Tode eines ſolchen Statthalters an die Hauptlinie zurückfiel. Dieſe zweitgeborenen Prinzen trugen alle den Namen Heinrich und den Beinamen Raſpe, und wurden, wenn ſie in die heſſiſche Herrſchaft eingeſetzt waren, comites Hassiae, Grafen von Heſſen, genannt. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts neigte ſich das Haus der Ludowinger ſeinem Ende entgegen. Im Jahre 1²227 war Landgraf Ludwig, der Gemahl der heiligen Eliſa⸗ beth, im Begriffe, mit Kaiſer Friedrich II. nach dem heiligen Lande aufzubrechen, in Otranto in Apulien an einer verhee⸗ renden Seuche geſtorben. Er hinterließ einen einzigen Sohn, 5 Hermann II., dem er für die Zeit der Minderjährigkeit ſeinen zweiten Bruder, Heinrich Raſpe, als Vormund geſetzt hatte, denſelben, der 20 Jahre ſpäter als Gegenkönig Friedrichs II. auftreten ſollte. Heinrich, eine Perſönlichkeit umſtrittenen Charakters, ließ den jungen Hermann niemals zur Herrſchaft gelangen. Er behielt auch nach deſſen Großjãhrigkeitserklã⸗ rung Titel, Rang und Herrſchaft des Landgrafen in Händen und überließ dem Neffen nur die Grafſchaft Heſſen, die eigentlich ihm ſelber zugekommen wäre. Etwaigen ſpäteren Konflikten überhob ihn der Tod des kränklichen Jünglings, der neunzehnjährig 1242 ins Grab ſank. Außer der Befriedi⸗ gung ſeiner Luſt am Herrſchen hatte Heinrich nichts ge⸗ wonnen, denn trotz dreimaliger Ehe ſtarb er bereits nach fünf Jahren kinderlos. Der Mannesſtamm der Ludowinger war mit ihm erloſchen, die thüringiſche Erbſchaft war er⸗ öffnet. Als Bewerber traten zwei Enkel Landgraf Hermanns I. auf. Der eine, Markgraf Heinrich der Erlauchte von Meißen, hatte als Tochterſohn das beſſere Recht für ſich und darauf geſtützt auch bereits 1243 eine Eventualbelehnung auf Thü⸗ ringen vom Kaiſer erhalten. Ihm gegenüber im Nachteil war die Tochter Ludwigs und der heiligen Eliſabeth, Sophie, die zweite Gemahlin des Herzogs Heinrich von Brabant. Heinrich II., der Großmütige, Herzog von Lothringen und Brabant, Markgraf von Antwerpen, führt ſein Ge⸗ ſchlecht in ununterbrochener Ahnenreihe zurück auf Giſelbert Graf im Maasgau, der um die Mitte des 9. Jahrhunderts eine Tochter des Kaiſers Lothar I. entführte und zu ſeiner Gemahlin machte. Durch ſeine Stammesmutter aber kann er ſeinen Urſprung von Rarl dem Großen und den Pippinen 6 herleiten. Das Haus Brabant iſt eines der älteſten aller europäiſchen Fürſtengeſchlechter. Heinrichs II. und Sophiens Sohn war Heinrich das Kind, in deſſen Intereſſe der Herzog die Anſprüche ſeiner Gemahlin auf das Erbe der thüringiſchen Landgrafen geltend machte. Unmittelbar nach dem Tode Heinrichs Raſpe begab er ſich im Mai 1247 in den Oberlahngau und durchzog Heſſen bis nach Hersfeld, Beziehungen anknüpfend, Schen⸗ kungen und Privilegien beſtätigend. Raum in ſeine Heimat zurückgekehrt, ſtirbt er im Februar des folgenden Jahres. Das von dem Gatten begonnene Werk nahm Sophie mit Klugheit, Umſicht und Tatkraft auf, und ihr allein iſt es zu danken, daß dem dreijährigen Söhnchen das Erbe ge⸗ rettet wurde. Ohne Fögern machte ſie ſich wenige Wochen nach dem Tode des Herzogs auf den Weg nach Heſſen, ergriff Beſitz und ließ ſich huldigen. Ueber den Umfang ihrer Anſprüche ſind wir nicht genau unterrichtet, jedenfalls nahm ſie nur Heſſen, die Statt⸗ halterei der zweitgeborenen ludowingiſchen Prinzen, ſowie die Wartburg mit Teilen der alten thüringiſchen Erbgraf⸗ ſchaft in Beſitz. Die übrigen thüringiſchen Allode hat ſie Heinrich dem Erlauchten von vornherein überlaſſen. Hein⸗ rich hinderte ebenfalls Sophie keineswegs in der Beſitz⸗ ergreifung. Das Verhältnis beider zueinander war durch⸗ aus freundſchaftlich, ſo freundſchaftlich, daß Sophie, als im Jahre 1250 ihre Anweſenheit in Brabant nötig wurde, dem Markgrafen mit dem Schutz ihres Gebietes auch die Vor⸗ mundſchaft über ihren kleinen Sohn übertrug. Es war der gemeinſame mainzer Feind, der beide Parteien zuſammen⸗ brachte. 7 ———— — — — Das Erzbistum hatte großen Beſitz an Land und Ge⸗ rechtſamen in Thüringen und Heſſen liegen. Sofort nach Heinrichs Raſpe Tode traf Erzbiſchof Siegfried ſeine Vor⸗ bereitungen und leiſtete nun Heinrich dem Erlauchten bei der Uebernahme der Erbſchaft ebenſo heftigen Widerſtand wie der Herzogin. In dem Beſtreben, ſein in Heſſen zerſprengt liegendes Land abzurunden und zu einem Territorium zu vereinigen, ergriff er die Gelegenheit, die ſich ihm mit dem Ausſterben der Ludowinger bot, die heſſiſchen Kirchenlehen, die vielleicht den größten Teil der heſſiſchen Erbſchaft aus⸗ machten, einzuziehen. Heinrich nahm ſich der Intereſſen ſeines Mündels ehr⸗ lich an und wahrte ſie zugleich mit ſeinen eigenen, be⸗ günſtigt durch Schwierigkeiten, in denen ſich Erzbiſchof Gerhard augenblicklich befand. Im Udeſtedter Vergleich vom 16. Mai 1254 ſetzte er für Heſſen durch, daß jeder Streit um die mainzer Lehen bis zur Volljährigkeit des jungen Land⸗ grafen ruhen ſollte. Damit war Zeit gewonnen zur Be⸗ feſtigung der brabantiſchen Herrſchaft in Heſſen, die wegen Sophiens Eigenſchaft als Tochter der heiligen Eliſabeth im Lande ohnehin volkstümlich war. Das gute Einvernehmen zwiſchen den beiden Erbparteien dauerte noch über das Ende der Vormundſchaft hinaus an. Es änderte ſich erſt durch das Eingreifen des Herzogs Albrecht von Braun⸗ ſchweig, der mittlerweile der Schwiegerſohn Sophiens ge⸗ worden war. Zweifellos hat dieſe unter ſeinem Einfluß ihre Anſprüche auf Thüringen geſteigert, die ſie in Gegen⸗ ſatz zu dem Markgrafen brachten. Von deſſen Seite wurden ihr nunmehr auch Eiſenach und die Wartburg ſtreitig ge⸗ macht. Dieſen Umſchwung in den Verhältniſſen benutzte 8 Mainz, um die Verfolgung ſeiner alten Fiele wieder aufzu⸗ nehmen. Hier war im Jahre 1259 Werner von Eppen⸗ ſtein auf den erzbiſchöflichen Stuhl gelangt, ein energiſcher Herr, der im Gegenſatz zu ſeinem Vorgänger Gerhard nicht gewillt war, um des Friedens willen Sophien gegen⸗ über Nachſicht zu üben. Als die Herzogin ſeinem Verlangen auf Herausgabe der Kirchenlehen keine Folge gab, ging er mit dem Bann gegen ſie und den jungen Landgrafen vor. Heſſen belegte er mit dem Interdikt. Für Sophie und ihren Sohn war die Lage bedenklich verändert. Fwar hatten ſie den mächtigen Herzog von Braunſchweig auf ihrer Seite, aber Mainz und Meißen ſtanden vereint gegen ſie, ihr Land war von allen Seiten dem feindlichen Angriff preisgegeben. Wiederum wiſſen wir über die Vorgänge, die ſich nun abſpielten, nichts Genaues, aber Sophie, die immer noch die Fügel der Regierung führte, trotz der Großzjährigkeit des jungen Heinrich, gewann diplomatiſche Vorteile über ihren mainziſchen Gegner. Es gelang ihr, eine ſolche Fahl lahn⸗ gauiſcher und heſſiſcher Edler zu ſich herüber zu ziehen, daß der Erzbiſchof angeſichts der ſtarken Macht, die ſie ihm gegenüberſtellte, ſich zu einem Vergleich entſchloß. Der Ver⸗ trag kam im Feldlager vor Langsdorf bei Lich zuſtande, im September 1265. Ueber die Frage, wer den größten Erfolg hierbei davon⸗ getragen hat, ſind neuerdings die Meinungen geteilt. Ich glaube aber, daß unter allen Umſtänden Heſſen im Vorteil geweſen iſt. Denn wenn auch Heſſen die mainziſche Lehens⸗ hoheit anerkannte und zwei ſeiner ſeither freien allodialen Städte, Frankenberg und Grünberg, dem Erzſtuhl zu Lehen auftragen mußte, ſo hat Mainz doch ſeinen Willen nicht 9 4 3 8 3 8 5 8 4 * 8 6 4 5 — 8* 8 3 6 1 8 5* 3 durchſetzen und den Heimfall der Lehen nicht erzwingen können, und gerade darum ging der Streit. Mit einigen Aus⸗ nahmen, von denen einzelne Teile auch noch dem Spruch eines Schiedsgerichts unterworfen werden ſollten, hat der Landgraf die von ihm beanſpruchten Gebiete und Gerecht⸗ ſamen behalten. Im entgegengeſetzten Falle wäre ſeine Sache für alle Feiten verloren geweſen. Im Oktober desſelben Jahres wurde der Verbündete des Landgrafen, Herzog Albrecht von Braunſchweig, bei Wettin von dem Markgrafen von Meißen entſcheidend ge⸗ ſchlagen und gefangen genommen. Nach faſt einjähriger Ge⸗ fangenſchaft mußte er ſich zu dem Frieden bequemen, den der Sieger diktierte. Dieſer Frieden iſt zugleich das Ende des thüringiſch⸗heſſiſchen Erbfolgekrieges. Zwar kennen wir nicht die Abmachungen, die zwiſchen Heſſen und Meißen ge⸗ troffen wurden, aber das Ergebnis liegt vor: Heinrich von Brabant verzichtete endgültig auf alle Anſprüche auf Thürin⸗ gen, einſchließlich Eiſenachs und der Wartburg. Als Ent⸗ gelt erhielt er einige von Braunſchweig an Meißen abgetre⸗ tenen Städte, u. a. Allendorf, Eſchwege und Witzenhauſen. Von welcher Bedeutung dieſe Erwerbung für Heſſen werden ſollte, werden wir ſofort ſehen. So war es denn der Herzogin Sophie in einem faſt zwanzigjährigen Kampfe geglückt, ihrem Sohn das hei⸗ miſche Erbe zu erſtreiten. Heſſen war für immer von Thü⸗ ringen losgelöſt und zu einer ſelbſtändigen Grafſchaft ge⸗ wandelt. Eine ſelbſtändige Grafſchaft war Heſſen, aber ſtaats⸗ rechtlich noch kein Fürſtentum. Wohl hatten ſich Heinrich und Sophie von Anbeginn an Landgraf und Landgräfin ge⸗ 10 nannt, aber dieſen Titel leiteten ſie nicht von Heſſen, ſondern von ihrem Stammland Thüringen ab. Ich kann an dieſer Stelle nicht auf die ſtaatsrechtlichen Fragen, auch nicht auf Heinrichs Kampf um die Reichsfürſtenwürde eingehen, es genüge zu wiſſen, daß er bis zu dem Punkte, an dem wir ſtehen, nur Fürſtengenoſſe, im übrigen ein Dynaſt war, wie andere, ohne herzogliche Gewalt. Erſt nach einem Menſchenalter, in dem er ſich unter fortdauernden Kämpfen mit Mainz die 1263/64 errungene Stellung befeſtigen mußte, glückte ihm die Belehnung mit dem Fahnenlehen, die Er⸗ hebung in den Reichsfürſtenſtand durch König Adolf von Naſſau am 11. Mai 1292, unmittelbar nach der Thron⸗ beſteigung Adolfs. Die Verleihung erhielt er aber nicht auf Grund ſeiner heſſiſchen Allode, ſondern der im Frieden mit Meißen erworbenen Reichslehen Eſchwege und Boineburg. Erſt unter ſeinem Enkel, Zeinrich II., i. J. 1375, wurde die Landgrafſchaft Heſſen durch kaiſerlichen Akt zu einem reichs⸗ lehnbaren unteilbaren Fürſtentum erhoben. *³ Daß Heinrich I. ſein Fiel erreichen konnte, verdankte er nächſt ſeiner Mutter, die ihm feſten Boden unter den Füßen geſchaffen hatte, allein ſeiner eigenen Tüchtigkeit. Mit eiſer⸗ nem Willen hat er an der Abrundung ſeines Gebietes und der Befeſtigung ſeiner Macht und ſeines Anſehens gear⸗ beitet, mit Geſchick und Tapferkeit ſich ſeiner äußeren Feinde, namentlich des Mainzers, erwehrt. In der Verfolgung ſeiner Zwecke war die Erwerbung der Stadt und Herrſchaft Gießen ein erſter Schritt. Heinrichs Gebiet beſtand 1264 nach dem Erbfolge⸗ krieg aus der„Giſoniſchen Erbſchaft“, nämlich Beſitz⸗ II —ſ 4 8 3 5 1 8 8 3 ungen am Rhein, an der Sieg und im Engersgau, Brau⸗ bach, verſchiedenen Alloden an der Lahn, namentlich Mar⸗ burg mit den ſogen. vier Hausdörfern. Ihm gehörten fer⸗ ner das Gericht Kaldern, die abſeits liegende Burg Grün⸗ berg, dann in der Lumdagegend Nordeck mit Allendorf und Winnen, die Gegend um Biedenkopf, Homberg und Als⸗ feld— mit Ausnahme der an Mainz aufgetragenen Franken⸗ berg und Grünberg freie Allode. In Niederheſſen erſtreckten ſich„ſeine Eigengüter in zwei ſchmalen Streifen, die von (dem jetzt durch die Talſperre vernichteten) Berich bei Waldeck bis hinunter nach Kaſſel reichten, auf beiden Ufern der Edder und der Fulda“. Endlich Kaſſel ſelbſt, Wildungen, Wolfhagen und Melſungen. Dazu kamen als mainziſche Lehen die Grafſchaft Maden, der Mittelpunkt der heſſiſchen Gerichtsbarkeit, ſodann die Vogteien über die Stifter Wet⸗ ter, Breitenau und Haſungen. Dieſes Gebiet bildete kein zuſammenhängendes Ganze. E*s war durch die Grafſchaft Ziegenhain„in zwei unzu⸗ ſammenhängende Hälften zerriſſen und mehrfach mit Enkla⸗ ven anderer Zerren durchſetzt“. Namentlich das Erzſtift Mainz beſaß, wie ich vorhin ſchon ausführte, überall im Lande Städte und Ortſchaften, Gülten, Zehnten und an⸗ dere Rechte. Gebietserweiterungen und Abrundung lagen ſomit im höchſten Intereſſe beider Rivalen. Swiſchen den ſüdöſtlichen Teil Heſſens und das Main⸗ zer Territorium an Rhein, Main und Taunus ſchoben ſich die Gebiete mehrerer Herren, darunter die ehemals glei⸗ bergiſchen Beſitzungen, in die ſich die Nachkommen zweier Erbtöchter, die Herren von Merenberg und die Pfalzgrafen 12 von Tübingen, geteilt hatten. Den Tübingern war durch Mechthild, die einzige Tochter der auf Gießen bewittumten Gräfin Salome von Gießen und des einen der beiden letzten Grafen von Gleiberg, die Herrſchaft Gießen zugebracht wor⸗ den. Sie umfaßte außer der Burg und der Stadt zu den Gießen: einige jetzt ausgegangene Dörfer in der näheren Umgebung(Selters, Kropbach, Achſtadt, Diedelshauſen, Weigandshauſen), ſodann Großenlinden, Linnes und Wie⸗ ſeck, den Hangelſtein, das Gericht Steinbach und Teile des Wieſecker Waldes mit Schiffenberg. Fur Mitgift der Grä⸗ fin Mechthild gehörte außerdem ihr Anteil an der Stamm⸗ burg Gleiberg und an dem ſog.„gemeinen(d. i. gemein⸗ ſamen) Land“ an der Lahn, der Gegend um die Dörfer Heuchelheim, Kinzenbach, Rodheim, Fellingshauſen, Krof⸗ dorf uſw. Dem tübingiſchen Herrn war die von ſeinen heimatlichen Landen weitab liegende Herrſchaft ein un⸗ bequemes Gut, das er umſo lieber veräußern mochte, als er immer geldbedürftig war; für die beiden rivaliſierenden Parteien aber mußte ſie unter dieſen Umſtänden eine er⸗ ſtrebenswerte Erwerbung ſein. Der einen bedeutete ſie einen Stützpunkt auf dem Wege vom Khein nach ihren zer⸗ ſprengten Exklaven zwiſchen Lahn, Ohm und Schwalm und an der Eder um Fritzlar, für Heſſen konnte ſie ein Bollwerk an ſeiner ſeither wenig oder garnicht geſchützten Südgrenze gegen Naſſau und Mainz werden, namentlich, wenn es dem Landgrafen gelang, auch die zahlreiche Burg⸗ mannſchaft für ſich zu gewinnen. Daß auch der Graf von Naſſau ſein Augenmerk auf die ihm ſo nahe gelegene Herr⸗ ſchaft gerichtet hatte, dürfen wir bei ſeinen engen Be⸗ ziehungen zu Mainz ohne weiteres annehmen. 13 Von den drei Bewerbern blieb Landgraf Heinrich Sie⸗ ger, er war den beiden anderen zuvorgekommen oder hatte die beſſeren Bedingungen angeboten. In welcher Weiſe ſich die Erwerbung vollzogen hat, entzieht ſich unſerer Kenntnis. Nach Lage der Verhältniſſe iſt nur Kauf an⸗ zunehmen. Der Zeitpunkt der Uebergabe iſt ebenfalls un⸗ bekannt, er iſt aber aus zwei beurkundeten Vorgängen ziem⸗ lich genau auf September des Jahres 1265 zu beſtimmen. Am 15. Auguſt 1264 verleiht Pfalzgraf Ulrich von Tü⸗ bingen ſeinem Burgmann Hartrad von Werenberg ein Burgelehen zu Gießen, und am 39. September 1265 erhält derſelbe Hartrad das gleiche Burglehen von Landgraf Hein⸗ rich. Da die Stadt Gießen noch am folgenden Tage, am 30. September, mit ihrem alten tübingiſchen Stempel eine Urkunde beſiegelt, ſo iſt ſicher, daß die Uebergabe der Herr⸗ ſchaft an Heſſen kurz vor dem 29. September 1265 ge⸗ ſchehen iſt. Jedenfalls erſcheint an dieſem Tage zum erſten Mal der Landgraf von Heſſen als Herr unſerer Stadt und Grafſchaft, und wir dürfen ihn als den bedeutungsvollſten unſerer Geſchichte ſo lange feiern, bis etwa ein glücklicher Fufall die verlorene Urkunde über den tübingiſch⸗heſſiſchen VYertrag ans Licht bringen ſollte. Außer in Gießen war Heinrich in den ſeither zwiſchen Tübingen und Merenberg gemeinſamen Beſitzungen, von denen ich ſchon geſprochen habe, der Nachfolger Pfalzgraf Ulrichs geworden. u dem anderen Mitbeſitzer, dem genann⸗ ten Hartrad, trat er ſofort in ein freundſchaftliches Verhält⸗ nis, indem er ihn durch kluges Entgegenkommen bewog, das Gießener Burglehen beizubehalten, in ſeine Gefolgſchaft ein⸗ zutreten und ihm die Burgen Gleiberg und Merenberg zu 14 öffnen. Er gab ihm den Wettenberg(„Sieben Hügel“) mit dem dazu gehörigen Wald zu erblichem Lehen und verzichtete auf ſeine Rechte an dem Gleiberg, ſo daß Hartrad und ſeine Erben alleinige Herren der Burg wurden, die dem Land⸗ grafen lediglich geöffnet blieb. Damit gewann er Hartrads Hilfe gegen jedermann mit Ausnahme der Grafen von Fiegenhain. Mit gleichem Gelingen machte ſich Heinrich zahlreiche andere Herren der Umgegend zu Freunden, ſo namentlich die Ganerben des Buſecker Tales, die Brüder Senand, Eckhard und Ruſer von Buſeck. Seitdem ſind, wie ſie ſelbſt, zahlreiche Angehörige der Ganerbenfamilien Lehnsleute, insbeſondere Gießener Burgmannen des Landgrafen und ſeiner Nach⸗ folger geworden und haben teilweiſe ihren Wohnſitz in Gießen gehabt. Auch Heinrich und Ludwig von Iſenburg gewann der Landgraf ſpäter gegen Mainz. Dieſes mächtigſte, geiſtliche Fürſtentum Deutſchlands war auch nach dem Vertrag von Langsdorf der erbitterte Feind Heſſens geblieben, der in jahrhundertelangen Kämpfen auf deſſen Zertrümmerung hinarbeitete, ein Streben, das erſt im Jahre 1427 durch die für Heſſen ſiegreiche Schlacht bei Englis und die Erwerbung der die beiden heſſiſchen Landes⸗ hälften trennenden Grafſchaft Fiegenhain 1450 endgültig vereitelt wurde. Es iſt heute nicht die Gelegenheit, Ihnen das Ringen um das politiſche und militäriſche Uebergewicht zwiſchen Heſſen und dem erzbiſchöflichen Stuhl in ſeinen verſchie⸗ denen Phaſen, ſeinem Auf und Nieder, vorzuführen, auch nicht das Erwachſen der Landgrafſchaft zu dem Staate Philipps des Großmütigen, der einer der mächtigſten Weſt⸗ 15 deutſchlands war und unter ſeinem großen Fürſten ent⸗ ſcheidend in den Gang der deutſchen Geſchichte eingegriffen hat, um dann wieder auseinanderfallend ein beſcheideneres Daſein weiterzuführen. Ich darf Ihnen nur in großen Fügen den Anteil zeigen, den unſere Stadt an den wechſelvollen Geſchicken des Landes, das ſeit 1265 ihr Hoheitsland war, genommen hat. Es wird hierbei zutage treten, wie groß ihr Wert auf militäriſchem, politiſchem und geiſtigem Gebiet für Heſſen geweſen iſt. In die Augen ſpringt zunächſt ihre militäriſche Wich⸗ tigkeit, die den Hauptanlaß zu ihrer Erwerbung gegeben hatte. Wohlbefeſtigt, an zwei Furten der Lahn und an der Kreuzung wichtiger Handelsſtraßen gelegen, hat ſie mehr als einmal dem Anſturm feindlicher Heere ſtandhalten müſſen. In den fortdauernden Kämpfen mit Mainz, die erſt im 15. Jahrhundert ihr Ende erreichten, ſchützte ſie die Süd⸗ grenze Heſſens. Einmal(1527) fiel ſie auch vorübergehend in Feindeshand. In den Sternerkriegen des 14. Jahrhunderts war ſie den Landgrafen ein wertvoller Stützpunkt. Zu voller Bedeutung als Hauptwaffenplatz des Landes gelangte ſie unter Philipp dem Großmütigen, der ſie zur regelrechten Feſtung machte. Als ſolche ſpielt ſie in den zahlreichen Fehden dieſes Fürſten eine hervorragende Rolle, von hier aus betrieb auch Philipp einen Teil der Rüſtungen zum Schmalkaldiſchen Krieg. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt nicht einmal ernſtlich belagert, vielleicht, weil ſie für dieſe Feit ſehr ſtark war. Um ſo ſichereren Schutz bot ſie den Bewohnern der Umgegend, die ſich vor den durchziehenden Heeren in ihre Mauern geflüchtet hatten. Im 18. Jahrhun⸗ dert wurde ihre Fortifikation vernachläſſigt, ſie bot Belage⸗ 16 rungen keinen nennenswerten Widerſtand. Als die Werke in den Jahren 1805— 18 o geſchleift wurden, hatte die Stadt ihre militäriſche Bedeutung, die— anfänglich ſo hervor⸗ ragend für das Land— im 18. Jahrhundert kaum mehr ſehr erheblich geweſen iſt, ein für allemal verloren. Wollte ſie künftig im Kreiſe der heſſiſchen Städte Geltung behalten, ſo mußte ſie in anderer Weiſe Einfluß auf das Staatsleben gewinnen. Hierzu waren Anſätze vorhanden. Es iſt bekannt, daß Gießen der Sitz des Grafſchaftsgerichtes war und daß dieſes Gericht auswärtigen Gerichten als Oberhof diente. Nicht minder wichtig war der Anteil an der Geſtaltung der innerpolitiſchen Verhältniſſe. So frühe wir die heſſiſchen Städte an den Verhandlungen der Stände beteiligt ſehen, iſt Gießen dabei vertreten. Es waren beſonders die letzten Regierungsjahre Zeinrichs II. und die Zeit Hermanns des Gelehrten, in der die Mitwirkung der Städte bei der Steuer⸗ bewilligung zuerſt deutlich hervortrat. In den Tagen der großen Kämpfe mit dem Ritterbund der Sterner ermög⸗ lichte die Bewilligung eines allgemeinen Ungeldes auf Landeserzeugniſſe im Jahre 1375 dem Landgrafen die Weiterführung des Kampfes. Seitdem gehören die Städte als„gemeine Landſchaft“ fortan dem Landtage an. Es waren die oberheſſiſchen Städte, unter ihnen Gießen, die damals ihrem Fürſten treue Hilfe leiſteten und von ihm als Gegengabe eine freiſinnige Ratsverfaſſung erhielten. Die Steuerbewilligung war das hauptſächlichſte, ja faſt das einzige Recht der Stände, aber durch dieſes Mittel konnten ſie ihren Einfluß auch in anderen Dingen ausüben. Nicht ſelten wurden ſie als Schiedsrichter in Streitfragen zwiſchen 17 Regierung und Regierten angerufen, konnten in Fragen der auswärtigen Politik mitſprechen, oder zu gewiſſen Zeiten als Aufſichtsbehörde herangezogen werden. In den Streitig⸗ keiten, die ſich zwiſchen der Witwe Wilhelms des Mittleren, der energiſchen Landgräfin Anna, und der Vormundſchaft ihres minderjährigen Sohnes Philipp erhoben, war ihnen eine hervorragende Rolle beſchieden. Wilhelm hatte für den Fall ſeines Todes eine Regentſchaft eingeſetzt, die alljährlich vor zwölf geſchworenen Abgeordneten der Stände Rechen⸗ ſchaft ablegen ſollte. Der Geſchworenen⸗Ausſchuß ſetzte ſich zuſammen aus vier Prälaten, vier Rittern und vier Bürger⸗ meiſtern, je zwei niederheſſiſchen und oberheſſiſchen. Unter den letzteren befand ſich der Bürgermeiſter von Gießen. Da⸗ mals und ganz beſonders nach der Teilung Philipps, fiel dem Bürgermeiſter von Gießen auf den Landtagen, ſobald ſie in Oberheſſen abgehalten wurden, eine beſondere Aufgabe zu: er führte den Vorſitz in der Kurie der Städte. Gießen war in dieſem Falle die ſog. ausſchreibende Stadt. Sie lud auf Erfordern der Regierung zum Landtage ein, ſammelte und prüfte nach dem Fuſammentritt des Landtags die Vollmach⸗ ten der Vertreter der übrigen Städte und beſorgte den Ver⸗ kehr mit der anderen Kurie, der der Prälaten und Ritter, und mit der Regierung. Als Ehrenrecht gebührte ihr dafür der Vortritt. Mit der neuen Verfaſſung, nur ein Jahrzehnt nach der Schleifung der Feſtungswälle, ſchwand auch die politiſche Sonderſtellung, die die Stadt bis dahin innegehabt hatte. Eine neue Zeit kam herauf, für das Land wie für die Stadt. Eine neue Zeit, aber für die Vaterlandsfreunde, die ſich durch die deutſche Bundesakte um die erhofften Früchte der Be⸗ 18 freiungskriege betrogen ſahen, in politiſcher Beziehung ſo troſtlos wie möglich! Der deutſche Gedanke, die Sehnſucht nach politiſcher Einheit aller deutſchen Stämme, fand in unſeren Mauern unter der Studentenſchaft eine erſte Stätte, und von hier aus, aus dem Schoße der Burſchenſchaft, ging die erſte Werbung zur Mitarbeit an der Umgeſtaltung der politiſchen Verhältniſſe Deutſchlands an die anderen Hoch⸗ ſchulen. Faſt ausſchließlich in akademiſchen Kreiſen verfolgen wir das Weiterleben und Wachſen desſelben Gedankens über die Jahre der Demagogenverfolgungen bis in die deutſche Revolution, deren Wogenſchlag hier in Gießen wohl am ſtärkſten in ganz Heſſen geſpürt wurde. So war es die Univerſität, die die Geiſter in Bewe⸗ gung ſetzte, die Hohe Schule, die ſeit ihrer Begründung durch Landgraf Ludwig V. den Getreuen das geſamte geiſtige Leben des Landes beeinflußte und ihm Richtung gab. Sie iſt es auch geweſen, die den Namen unſerer Stadt über die Grenzen Heſſens und Deutſchlands getragen hat und noch trägt. Durch die Ausbildung der heſſiſchen Lehrer, Pfarrer und Beamten übt ſie die tiefſtgehende Wirkung auf unſer geſamtes Staatsleben. Darüber hinaus iſt ſie eine Stätte und ein Hort geiſtiger Freiheit, wiſſenſchaftlichen Strebens und Schaffens. Heute blüht ſie, geſtützt und gefördert von dem verſtändnisvollen Juſammenwirken des Staates und der Stadt, eine Bürgſchaft der dauernden Wohlfahrt des Landes. Darf ſich die Stadt Gießen glücklich ſchätzen, daß ihr auf dieſe Weiſe ihre alte bevorzugte Stellung gewahrt bleibt, ſo kann ſie doch zugleich ſtolz bekennen, daß es der Tüchtig⸗ keit ihrer Bürger und ihres Gemeinweſens gelungen iſt, ſie 19 —— 3 5 auch aus eigener Kraft neben den anderen Städten des Landes zu behaupten. Heute, da wir eine ſo ſeltene Feier begehen, dürfen wir dem herzlichen Wunſche Ausdruck geben: möge es für alle Zeiten ſo bleiben, möge unſerem Lande und unſerer Stadt eine ruhige Weiterentwicklung beſchieden ſein unter der weiſen Regierung der Nachfahren unſeres erſten Landgrafen Heinrichs J., des Kindes von Heſſen, aus dem Hauſe Brabant. 8 —————— ————ſſſſ————————ſſſ— SSen L. d. Eywerbung Gteßens