1000 —; 100on. 31 Ma 990 la☚ O. 12] 4 Seen 09 — ——— Alexander der Große im Urteil der Griechen und Römer bis in die konstantinische Zeit. Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde bei der philosophischen Fakultät der Großherzoglich Hessischen Ludwigs-Universität zu Gießen eingereicht von Franz Weber aus Biblis. Borna-Leipzig Buchdruckerei Robert Noske 1909. Genehmigt durch das Prüfungskollegium am 27. November 1907. Referent: Dr. Strack. UB GlESSEN Mhamhadhehe „ 9„ 7 80CH-NR. 11. 242. 910 ———— — Meinen lieben Eltern! Inhaltsverzeichnis. Monographien zur Alexandergeschichte . 336— 323. Die Urteile aus der Zeit Alexanders . 323— 250. Die Diadochen und ersten Epigonen . 250— 30 v. Chr. Der spätere Hellenismus und die römische Republik 37 . 30 v. Chr.— 100 n. Chr. Die erste Kaiserzeit. 100— 200. Das zweite Jahrhundert n. Chr. 200— 300. Von Severus bis auf Konstantin den Eroben Die Motive der Beurteilung Alexanders durch Griechen und Römer 90 Conspectus locorum. . 111 Monographien zur Alexandergeschichte. 1. Agis von Argos(D7) ¹):[Alexanderepos.] 2. Anaximenes von Lampsakos ²): Tâ e eεεανgov. 3. Choirilos von Jasos ¹): Alexanderepos. 4. Kallisthenes von Olynthos ¹): AAer⁴νν ποeεεις. 5. Marsyas von Pella ⁵): IIeol rijs AAeενν οο õGνννꝙjs. 6. Onesikritos von Astypalaia oder Aigina): Alexandergeschichte. 7. Theopompos von Chios): Eynd μ⸗ Aleeeννοοο. 8. Nearchos von Kretas: Entdeckung des Seewegs zwischen Indus und Euphrat. 2. In der Zeit von 323—250. 9. Antikleides von Athen*): Ieol AAeeννοο(dozogi). 10. Aristobulos ¹⁰: Alexandergeschichte. 11. Chares von Mytilene ¹): Ieol AAésavòôgoy dorogia. 12. Ephippos von Olynthos ¹⁹: Ieol vijs AAeëeνν Hqœaιοστοινοο eredyijs. 13. Hegesias von Magnesia ¹³):; Alexandergeschichte. 14. Kleitarchos von Kolophon ¹⁴³)z: Legi 4Aéεαyο lorogiac. 15. Menaichmos von Sikyon ¹⁰):; Torogia œœd oν Maue- OGνa AAéaνov. 16. Polykleitos von Larissa ¹⁰⁶⁴: Alexandergeschichte. 17. Pseudo-Kallisthenes ¹⁷: Alexanderroman. 18. Ptolemaios I. Soter ¹⁸): Alexandergeschichte. Kapitel I. 1. In der Zeit von 336—323. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. Antidamas von Herakleia ¹⁰⁵): Dorotheos ²⁰): Nikanor ²¹): .[Nikobule] ²²): ——— — 8— Alexandergeschichte. Heol Ale&avòov oroglac. AAeE6⁴νοον§los. Alexandergeschichte(?). 3. In der Zeit von 250— 30 v. Chr. Keine sicheren Autoren. ²²) 4. In der Zeit von 30 v. Chr.— 100 n. Chr. Curtius Rufus*²¹): Historiarum Alexandri Magni libri. Potamon von Mytilené ²⁵) Alexandergeschichte. Strabo von Amaseia ²⁸: Froνniμασa(?). 5. In der Zeit von 100— 200 n. Chr. Amyntianos²): Kéyos el Aléavògov. Avα dieεeνοꝓον. Heol Aleẽeννοοοodmςεεν. a) Bios AAesε⁴eνοσωνι. Plutarchos von Chaironeia: b) Heol rijs AAeEννεοοον ru᷑νe doerijc. Arrianos von Nikomedeia: Dio von Prusa ²⁸: 6. In der Zeit von 200— 300. Soterichos von(Thasos ⁹) ²⁰): Alexanderepos. Zweifelhafte Alexanderhistoriker. . Antigenes. Istros. Hekataios von Eretria. Philippos von Theangela. ³0) Philippos von Chalkis. Philon von Theben. Polykritos. Apion Oasita. ³¹) Medios von Larissa. ³*) 9OS K 99 — 9— Historiker größerer Zeitläufe, bei denen Alexanders Geschichte ausführlich behandelt war. 336— 323. 1. Marsyas von Pella: Maueòoννν(ſ— 331 v. Chr.). 2. Marsyas von Philippi: Maneòovi. 323— 250. 3. Diyllos von Athen: Tj̃c ElAdds zat vi Tiusias 7000100. 4. Duris von Samos: Toroęiaa. 250— 30 v. Chr. 5. Agatharchides von Knidos: Aolarud. 30 v. Chr.— 100 n. Chr. 6. Diodoros von Agyrion: Bidανυυάκά οτοοπm. 7. Nikolaos von Damaskos: AOxalòdoyia. 8. Pompeius Trogus: Historiae Philippicae. 9. Timagenes von Alexandreia: Baoον ν νi△ Mauedνω peyοντων oτοονοαƷ 100— 200. 10. Jason von Argos: IIeol rije EAAddos. 200 300. Anmerkungen zu Kapitel I. Script. Alex.= C. Müller, fragmenta scriptorum rerum Alexandri Magni, Paris 1846 im Anhang der Dübnerschen Arrianausgabe. F. H. G.= C. Müller, fragmenta historicorum Graecorum, Paris 1841—70. Pauly-Wissowa= Paulys Realenzyklopädie der klassi- schen Altertumswissenschaft, neu herausgegeben von G. Wissowa. ¹) Vgl. Wissowa, Agis 8 bei Pauly-Wissowa I, 821. Daß Agis ᷑ν' auf Alexander verfaßt hat, ist sehr unsicher. Arrian IV, 9, 9 beweist es nicht. ²) Script. Alex. S. 33. Dazu vgl. Didymos(ed. Diels-Schubart) 9, 43 ff.; hier wird das 9. Buch seiner Alexandergeschichte zitiert. En, eis AAεεαν S9oy hat Anaximenes nach Pausan. VI, 18, 5 vermutlich nicht geschrieben. — 10— *) Vgl. Crusius, Choirilos 5, bei Pauly-Wissowa III, 2361 ff. Der ge- naue Titel seines Werkes ist nicht bekannt. ¹) Script. Alex. S. 11 ff. Über den Titel vgl. L. Sternbach, De gno- mologio Vaticano inedito, Wien. Stud. X(1888) S. 52. 367. Kallioνεένηα... yeyapdhe ra Eadfvind, uesrà s radra wae AleEdyòou dseis. Dazu vgl. lust. XII, 6, 17... Callisthenis... ab ipso rege ad prodenda memoriae acta eius acciti. Ferner vgl. E. Meyer, Forsch. Zz. a. G. I p. 203. 205. ⁵) Script. Alex. S. 42 ff. Seine Geschichte Alexanders des Großen ist wahrscheinlich nur ein Teil seiner Mazeôowiad' und deshalb in den Katalog nicht aufgenommen. Das Gleiche gilt von der Alexandergeschichte des Marsyas von Philippi. ³) Nach Lucian., quom. hist. scrib. c. 40 hat Onesikritos zu Lebzeiten Alexanders sein Geschichtswerk über ihn begonnen und auch wohl vollendet. Es liegt kein zwingender Grund vor, mit Müller(Vorrede zu den Onesikritos- tragmenten) zu schließen aus Plut. Alex. c. 46: Aéysrae s olloe J6 Ovnoiριoο dοσνεοον*mο aοαdeuovre Auoα⁵eςνd υν αι—ρααν τ érao" dvyt- „Cοανει, sv pSyodtae e vie Auα‿νο. 16 ν odν νοsμαν drοεα e- didoœαya, aad ν, paνα, röre ux* Syc, Onesikritos habe erst später am Hofe des Lysimachus sein Werk zum Abschluß gebracht. *) F. H. G. I. S. 325 ff. Vgl. außerdem Theon, Progymn. II, 8.(Walz, Rhet. Gr. I S. 164): Oeοr,εμσποο το itou Syd‿μον α ‿εεᷣνοοο ³) Script. Alex. S. 58 ff. Der Titel seines W9erkes wird nirgends ge- nannt. Seine Schrift ist eigentlich nur ein orνυ⸗αᷣαά seiner indischen Ent- deckungsfahrt, bietet aber wertvolle Ausblicke auf Alexander. ³) Script. Alex. S. 147. Mindestens 2 Bücher. Titel bei Diog. Laert. VIII, 11 nur ITeHd 4A4εανοοστπ. ¹⁰) Script. Alex. S. 94 ff. Titel seines Werkes wird nicht überliefert. ¹¹) Script. Alex. S. 114 ff. UÜber den Titel vgl. frg. 11, 12, 15. ¹²) Script. Alex. S. 125 f. Seine Schrift wird auch zitiert unter dem Titel:. z. A. z. H. zelevrüs(frg. 3) oder x. z. A. a. H. zapijs(frg. 4). ¹3) Script. Alex. S. 138 ff. Titel steht nicht fest. ¹4) Script. Alex. S. 74 ff. Uber den Titel vgl. frg. 1 a, 10, 21; mindestens 12 Bücher. ¹5) Script. Alex. S. 145. ¹⁶) Script. Alex. S. 130. Sein Werk umfaßte mindestens 8 Bücher. Bei Athen. XII p. 539 A heißt der Titel bloß 7oτοοια; in den übrigen Fragmenten wird kein Titel genannt.— ¹⁷) Die ersten Anfänge des Alexanderromans liegen wohl in der frühesten Ptolemäerzeit. In der Folgezeit erlebte derselbe fast das ganze Altertum hindurch Zusätze und Neuauflagen. Die Zeit der Schlußredaktion läßt sich nicht bestimmt angeben. Terminus ad quem ist etwa das Jahr 300 n. Chr. Vgl. jetzt darüber A. Ausfeld, Der griechische Alexanderroman, Leipz. 1907. ¹⁸) Script. Alex. S. 86 ff. Titel seines Werkes ist unbekannt. ¹9) Script, Alex. S. 162. Lebenszeit und Geburtsort des Antidamas, —— — 11— Dorotheos, Nikanor und der Nikobule lassen sich nicht ermitteln. Sie sind an obige Stelle gesetzt, weil in dieser Epoche das Interesse für Alexander weitaus überwiegt. 2⁰) Script. Alex. S. 155. Die Alexandergeschichte des Dorotheos bestand aus mindestens 6 Büchern. 21) Script. Alex. S. 152 f. ²²) Script. Alex. S. 157. Pseudonym erschienen; aus frg. 1 geht hervor, daß Diog. Laert. den Verfasser für einen Mann ansah: Nαοοι ⁸ε,* d ddele raumh rà dupdμμαια. ²³) Vielleicht gehören Aristos von Salamis und Asclepiades.(Script. Alex. S. 153 f.), die beide für die Römergesandtschaft(Arrian., VII, 15, 5) zitiert werden, in diesen Zeitabschnitt. 24) Für die Bestimmung der Zeit, in der Curtius lebte, sind wir ledig- lich auf sein Werk angewiesen. Nach der landläufigen Ansicht hat Curtius unter Claudius geschrieben. Neuerdings hat A. Rüegg(Beiträge zur Er- forschung der Quellenverhältnisse in der Alexandergeschichte des Curtius, Basel. Diss. 1906 S. 115 f.), weniger glücklich ihn zu einem unmittelbaren Vorläufer der Renaissance stempeln wollen, die Alexander unter Trajan erlebte. In dieses Milieu paßt Curtius nicht hinein. ²5⁵) Titel nicht genannt. Vgl. Suidas: S&ꝓραρνε τεα desdννοωοστd Mazs- 66„0g,... 26) Vgl. Strab., geogr. II, 70: Qd u dnjoeen nt léor ao‿τde, radra, drroα—⁵μανειοινμν dᷣ ͥεεᷣνοςοοσο πρσαεεις 2*) Vgl. Photius, bibl. cod. 131 p. 97 ed. Bekk. und Schol. Bern. in Verg. Georg. II, 137: qui Alexandri Macedonis res gestas scripsit. 28) Vgl. Suidas: Aiν:... Syõaνꝙε, Ei&⁵ααρας αεα.ms,... NæOòà 6ννν AAedνοον dοειένν, 1. 26) Vgl. Suidas: Tonoσos: Oaolri⁹(d), 8παπαήςσ, eyovce rt onln- riαανοο. Eyndμάν eie Alo⁵‿αeνν,... Hödca AAesavòôgαnoν. or¹ d8 oτoola dAesεeννν ν Mausdνos, ore Oißas agsaßsv'. ³⁰) Ob Antigenes, Istros, Hekataios, Philippos von Theangela, Philippos von Chalkis, Philon und Polykritos, die bei Plut. Alex. c. 46 nur für die Amazonengeschichte zitiert werden, auch Alexandermonographien geschrieben haben, läßt sich nicht entscheiden. 31¹) Die Frage, ob Apion ein'sy ααννμ Mᷣůesνοονν geschrieben hat, läßt sich nicht sicher beantworten. Vgl. Gell. N. A. VII, 8, 1 f.:Arlον, Graecus homo,... facili atque alacri facundia fuit. Is cum de Alexandri regis lau- dibus scriberet...“ 3²) Zu den griechischen Alexanderhistorikern der Zeit von 323— 250 v. Chr. rechnet Müller noch Medios von Larissa, der zusammen mit einem sonst unbekannten Kyrsilos nur bei Strab. XI p. 530 für eine geographische Notiz zitiert wird. Daß sie über Alexander geschrieben haben, geht aus dieser Stelle nicht hervor. Sie werden nur als Teilnehmer an seinem Zug genannt. u V — 12— V Aus dem vorstehenden Katalog, besonders aus dem der Monographien, läßt sich das Interesse bemessen, das Alexanders T Persönlichkeit und Taten in der literarischen Welt der Griechen S und Römer bis zur konstantinischen Zeit entgegengebracht b wurde. Deutlich scheiden sich sechs Perioden, von denen drei g eine ausnehmend große Zahl von Alexanderschriftstellern auf- weisen. Es sind die Zeiten von 336— 323, 323— 250 v. Chr. und W 100— 180 n. Chr. Der Grund für die beiden ersten ist klar er- sichtlich. In ihnen hat Alexander gelebt und gewirkt, in ihnen haben seine Militär- und Zivilbeamten, die ihn zum größten Teil überlebten, in Erinnerung der ruhmreichen Vergangenheit seine Siegesgeschichte niedergeschrieben. Von 250 ab erlischt das historische Interesse für mehr als 1 200 Jahre so gut wie völlig. Kein Werk läßt sich mit Sicher- heit von der Zeit der Epigonen bis auf Augustus nachweisen, das die Taten Alexanders für sich behandelte. Erst die römische Kaiserzeit nimmt Alexanders Leben als historischen Stoff wieder auf. Die Namen der zwei Männer, die möglicherweise, nicht einmal sicher, zwischen diesen beiden Zeitepochen geschrieben haben, Aristos und Asklepiades können an diesem wunderlichen Faktum nichts ändern. Das Fehlen umfassender Geschichts- werke, die Alexander mitbehandelt haben müßten, ist die ge- naue Parallele. In der römischen Kaiserzeit erwacht Alexander wieder von den Toten. Aber auch sie bietet kein einheitliches Bild in ihrer Stellung zu Alexander. Der Anfang des ersten nachchristlichen und das zweite Jahrhundert bis etwa zur Regierung des Commodus weisen ein gesteigertes Interesse auf. Für die Mittelzeit von Nero bis Nerva wie für die spätere Kaiserzeit sind keine Monographien, auch nur im Titel, uns bekannt, und schwerlich ist dies Resultat durch die Ungunst der Zeit bewirkt. Es ist nicht wahrschein- lich, daß uns von ausführlichen Alexandergeschichten der Kaiser- zeit jede Kunde verloren gegangen sein sollte. Einen Römernamen nur nennt der Katalog. Curtius Rufus, der vermutlich unter Claudius schrieb, ist der erste und letzte Römer, der sich eingehend mit dem Alexanderproblem be- — .— 4. 8 — 13— schäftigte. Es wäre falsch, daraus Interessenlosigkeit der römischen Welt für den großen Eroberer zu erschließen. Das Gegenteil wird unsere Darstellung lehren. Aber des Curtius Alexander- buch muß allerdings dem Interesse der gebildeten Welt Genüge getan und ihrer Meinung über den Makedonenkönig entsprochen haben. Wir hören von keinem andern, zumal nicht von einem mit abweichendem Urteil. Erst während der Regierung Trajans, des Alexander auf dem Throne der Caesaren, tauchen neue Darstellungen auf. Diesmal sind es, bezeichnend für den kosmopolitischen Charakter der Weltherrschaft dieses Kaisers, lediglich Griechen, die aus egoistischen Motiven in verständiger Benutzung der Zeitverhält- nisse die Alexanderfrage wieder anschnitten. Wir werden später sehen, wie es möglich war, daß in ihren Anschauungen so grundverschiedene Männer wie Plutarch und Dio von Prusa- sich eifrig dem Studium der Alexandergeschichte widmeten. Wieder etwa ein halbes Jahrhundert später erschien dann das für uns bedeutendste antike Geschichtswerk über Alexander, die Anabasis Arrians, die noch das Fundament der heutigen Alexanderforschung bildet. In der Zeit zwischen 180 und 300 n. Chr., der Zeit der geistigen und politischen Zersetzung des Römertums, ver- schwindet Alexander so gut wie völlig aus der Literatur. Selbst die Renaissance, die der politische Alexander im Kaiserhaus der Severer feierte, war nicht mehr imstande, in diesem Sinne auch in der Literatur ihren Einfluß geltend zu machen. Nur Erwähnung verdient, daß gegen Ende dieser Epoche der Alexanderroman seinen endgültigen Abschluß fand und das Epos sich des großen Makedonen wieder bemächtigt. ———— Kapitel II. 336—323. Die Urteile aus der Zeit Alexanders. Kaum je ist ein Gewaltiger unter den Menschen zu Leb- zeiten schon und gleich nach seinem Tode so oft geschildert worden als Alexander der Große. Trotzdem, ein erschöpfendes Bild des großen Makedonen auch nur von einem seiner Zeitgenossen vermag die Uberlieferung uns nicht mehr zu geben. Die Ori- ginalwerke über Alexander sind verloren. Allerdings schöpften aus ihnen die späteren antiken Schriftsteller, aber wie fast stets benutzten auch sie verschiedene Werke der Frühzeit und schufen daraus ein neues, ohne dabei die Namen der Autoren— außer in strittigen Fällen— für das Einzelne anzugeben. Inter- polationen, Mißverständnisse, Parteirücksichten taten das Ubrige, das Urteil dieser späteren Quellen zu trüben. So lassen sich nur die Umrisse der frühen Alexanderportraits noch erkennen. Verschieden von Anfang an waren die Motive, aus denen man zum Stilus griff. So folgten Alexanders Heereszug Griechen, die von ihm materiellen Gewinn oder Verwirklichung ihrer panhellenistischen Ideen erhofften oder für die früher von den Persern erlittene Schmach ihrer Nation Rache nehmen wollten. Sie schrieben in lobendem Ton. Jedoch mit der zunehmenden Entfremdung Alexanders vom Griechentum schwand bei vielen von ihnen die alte Begeiste- rung, um sich in Haß und schließlich in offene Rebellion zu verwandeln, und auch diese Gesinnung fand Worte für die Offentlichkeit. In den Kreis dieser oppositionslustigen Griechen gehörten auch die Makedonen, welche Alexanders Hinneigung zum orientalischen Despotismus abstieß. Ob sie auch literarisch — 15— ihrem Unwillen Luft gemacht haben, entzieht sich unserer Kenntnis. An Verschwörungen inmitten dieser unzufriedenen Griechen und Makedonen hat es nicht gefehlt. Sie wurden freilich frühzeitig entdeckt und vereitelt und der Opposition durch gewaltsame Beseitigung ihrer Führer der feste Boden entzogen. Um so höher stiegen die Griechen und Makedonen, ¹) die den orientalischen Herrscherkult Alexanders anerkannten und sich nicht genug in Schmeicheleien gegen ihn gefallen konnten. Dieselben Gegensätze entwickelten sich bei den Griechen und Makedonen, die nicht mitmarschiert waren. Die einen ver- ehrten ihn bewundernd, die andern haßten ihn. Von einer größeren Opposition in Makedonien selbst wissen die Quellen allerdings nichts zu berichten.²) Dagegen muß in Griechenland eine weitverzweigte Oppositionspartei bestanden haben, an deren Spitze Sparta stand. Aber viel mehr als diese Tatsache können wir nicht feststellen. Nur von Athen wissen wir etwas mehr. Hier standen die alten Gegner der makedonischen Monarchie, die radikalen Demokraten, die sich schon mit König Philipp gemessen hatten, den makedonisch gesinnten Athenern schroff gegenüber. Die Vorkämpfer dieser Parteien in Wort und Schrift waren meistens Lehrer der Beredsamkeit, die damals das politische Leben beherrschten. Und daß das Programm der alexanderfeindlichen Partei seine alte Zugkraft noch nicht ver- loren hatte, das beweisen die Aufstände der Jahre 336 und 330. So stehen eine Alexander unbedingt bewundernde Partei, eine makedonische Opposition und politische Feinde zu Leb- ¹) Auf seiten der Griechen der Philosoph Anaxarchos(?), der Rhetor Anaximenes, die Hofpoeten Choirilos und Agis u. a., auf seiten der Makedonen namentlich Hephaestio.*) Die Gottkönigsidee ist von Antipater abgelehnt, worden(Suidas s. v. Antipatros). Ob aber Antipater, wenigstens gegen Ende der Herrschaft Alexanders, zur Opposition überging, läßt sich nicht bestimmt sagen. Wir wissen nur, daß er von Alexander nach Asien gerufen wurde. Das in der Literatur wiederholt auftauchende Gerücht der Vergiftung Alexanders durch Antipater kann auch nach Alexanders Tod durch Olympias und ihre Parteigänger erst aufgebracht worden sein. Vgl. Curt. X, 10, 14; Plut., Alex. 77; Plin. n. h. XXX, 149; Vit. X orat. IX, 22; Pausan. VIII, 18, 6; ATr. VII, 27, 1. —::— — 16— zeiten Alexanders nebeneinander. Diese verschiedenen Partei- strömungen sind für die literarische Auffassung und Würdigung des makedonischen Helden von maßgebendem Einfluß gewesen. Mit Beachtung dieser Momente müssen wir die ersten Quellen ¹) betrachten. Schriftsteller in der Umgebung des Königs. Aristoteles. Zu den Schriftstellern der Umgebung Alexanders vor der Schlacht bei Chaeronea gehörte vor allem sein großer Lehrer Aristoteles.)) Seinen welthistorischen Ruf verdankt er nicht zum wenigsten dem Umstand, daß er, der größte Gelehrte der antiken Welt, auch der Erzieher ihres glänzendsten Eroberers wurde. Um so mehr ist zu bedauern, daß wir das Bild Alexanders, wie es sich in der Seele dieses Geistesheroen widergespiegelt hat, in der wünschenswerten Schärfe nicht wiedererkennen können. Der Mangel mag einmal in der Natur der schriftstellerischen Tätigkeit des Aristoteles begründet sein, zum andern in dem Untergang mancher seiner Werke, die in dieser Beziehung größere Auskunft bieten konnten, z. B. des brieflichen Nachlasses.) Was wir erkennen, ist dies: Alexander ist hochherzig,“) klug im Rat, tapfer im Kampf, ¹) Ganz abgesehen ist von den Urteilen, die den Zeitgenossen und Mit- kämpfern in den Mund gelegt werden. Es sind vielfach Kunstgriffe, die den Zweck haben, den Charakter einer Person besser hervortreten zu lassen(vgl. darüber J. Bruns, Die Persönlichkeit in der Geschichtsschreibung der Alten, Berlin 1898). Immerhin mõögen die Worte, die der Philosoph Anaxarchos nach der Ermordung des Kleitos an Alexander richtete, authentisch sein. (Plut. Alex. 52): 0 40,, elney, ore e Airn STer dοεσον Zee was r Oéuuy, wa a n dr Mroννννυοο εαμμμιτι zl dinaoy; Auch das Wort des Phokion über Alexander mag wohl zu verwerten sein. (Plut. Phok.) 17: cxérAts(scil. Demosthenes), ztzr' 2*εᷣες ⁵οενενμενμε dοον dvòga (Scil. Alexandrum) d ου᷑νπινει εᷣν⁴mι ρεσ⁶ενορν.... ²) UÜber das Verhältnis des Aristoteles zu Alexander vgl. R. Geier, Alex. u. Aristot., Halle 1856; ferner Wilamowitz, Aristot. u. Athen I S. 335 ff. ³) Vgl. die Titel der Aristoteles-Schriften, Berl. Ausg. V. 4¹) Aristot., ars rhet. B 24. 1401 b. 20. freigebig und milde, aber grausam'in supplicio',¹) jähzornig,*) hochmütig und stolz als Beherrscher des gewaltigen Perser- reiches. Ausdrücklich hebt Aristoteles hervor, daß jeder Mensch, der die wahre Erkenntnis Gottes habe, darauf ebenso stolz sein könne,³) obwohl er ihm andrerseits wieder wegen seiner Taten unsterblichen Ruhm verheißt.) Kallisthenes. Axistoteles' Neffe, der Hofhistoriograph Alexanders, Kallisthenes, dachte anders. Der Mensch Alexander wird bei ihm zu einem allmächtigen Gotte. Vor ihm weicht das pamphylische Meer zurück, um ihm dadurch gleichsam seine göttliche Verehrung zu erweisen.⁵) Im Heiligtum Zeus Ammons, das Alexander, von seiner„αοoεiaν³⁶) getrieben, aufsucht und nach einem wunderreichen Marsche erreicht, wird ihm seine Göttlichkeit vom Hohenpriester verkündet. In Memphis be- stätigen sein Gottmenschentum Abgesandte der Milesier im Auftrag des Apollo der Branchiden, dessen seit Xerxes versiegte Quelle gerade damals wieder zu fließen anfängt, und bringen ihm noch andere glückverheißende Orakel mit.“) Vor der Schlacht bei Gaugamela bittet er die Götter, ihm den Sieg zu verleihen, wenn anders er der Sohn des Zeus sei. ¹) Anaxarchos. Worte der Rechtfertigung für die Er- mordung des Kleitos hat der Philosoph Anaxarchos, ein ¹) Rutil. Lup., schemat. lex. I, 18:... Alexandro enim Macedoni neque in deliberando consilium neque in proeliando virtus neque in beneficio benignitas deerat, sed dumtaxat in supplicio crudelitas'. 2*) Aelian, v. h. XIII, 54: AAsõανοοο_Ou;90 νταmu n6%ꝙ[ιυιυέενο πςραινναι¶ Sᷣνμεμν eò τπανοσα Zaderaiνοra oldods raurt oòs oro péygagpsy. 6 έα αi ρꝙν oν ποςσ ooous, ddlà οο ονς νQροεtrrovα pluerat ld d 0501 109. 3) Plut., de tranquill. animi. 13. ¹) Plin. n. h. XXXV, 106: Aristoteles empfahl dar- nach, die Taten Alexanders propter aeternitatem rerum' in Bildern zu verherrlichen. ⁵5) frg. 25(Polyb. XII, 23: drνεονν eeεαννσο 2εοιινν). ⁶) frg. 36: Srειονm᷑,:d Neooéa ναe τατεοον dναερμναάη ααaÜ ᷣaaléa. 7) frg. 36 9oοrαωνρες d roντοιω h Kallαdεẽns, öri rod A⁵⁵ονοο τ εέν Bayid‿ 4 2.„—,, uαreo euᷣdeoασ⅔τοs, 6rous 10 εον νmπη τνν Bαeνκρν⁶ωσνσϑsoοναmm επ éoeou reGσ⁴ἀνρέρνσσ, ale oαmνηνς ds ν vis ννα νe ſe aννν dydoxνο ̈d arsia oAlld od MAαν παρςοςεεεςαᷣ αναμααοευe tee Méςᷣe e vije u 1dεο„ενε̈ᷣαεσνς rod Adesdνον eu rijs soνμνκ̈ναι παεαειοςσa vinms nld ro Aaosiou rdrou a r65 ν ειν‿αeεdαμμονι ννευαο εειισιιέννν. 8) frg. 37: Sreuxoεεᷣmos, sireg duς νεy sori„eνονε, duννναχα συσνεκνιτιιιιαιέασ wb/öPras. Weber. 2 18— Schmeichler zar' seoxiyv. Wenn die Erzählung bei Plutarch richtig ist, hat er den über seine Tat zu Tränen gerührten König durch den Hinweis auf den stets von der Dike um- gebenen Zeus von der Rechtmäßigkeit seiner Handlung zu überzeugen gesucht. ¹) Die Ephemeriden Alexanders des Großen, die Eumenes von Kardia und ein sonst unbekannter Diodotos von Erythrai ²) führten, trugen in der Hauptsache einen rein geschäftlichen Charakter. Indes mögen sie auch manche Züge aus dem Privatleben des Königs be- leuchtet haben. Ein größeres uns noch erhaltenes Fragment behandelt die letzten Tage des sterbenden Helden(vgl. Script. Alex. S. 122 f. frg. 2). Aber ein Urteil über Alexander, wenigstens ein absprechen- des, dürfen wir in ihnen nicht suchen. Es müßte denn sein, daß Eumenes nach Alexanders Tod die offiziell gehaltenen Tagebücher mit persönlichen Randglossen versehen hätte.(Zur Textgeschichte der Ephemeriden vgl. Wilcken, Alex. d. Gr. Ephemeriden, Philol. LIII [N. F. VII] S. 1 12 ff.) Nichts ausgeben für die Beurteilung Alexanders Anaximenes von Lampsakos, Marsyas von Pella, Marsyas von Philippi, Choirilos und Agis. Nach Diog. Laert. V, 10 Agyerao AOοοτο- rén) dd Kallloeẽoν οοςο ⁴teᷣεανσοωοσοσ συσταασοιν υοοσmõ⁹GοdÄ⸗ο 1ᷣ Saοe ᷣeννον S τᷣ τοντον υπωπηαν, veειμμεᷣv εyν aε⁵ο, T,ενμ̈ ε α Sevοxdre ενοα) zu schließen, hat Anaximenes offenbar den König verherrlicht, denn sonst wäre sein hohes An- sehen am Hofe nach des Kallisthenes Tod nicht erklärlich. Fälsch- lich unter seinem Namen geht die Rede οι τιν αα 4éεανον νννινρ. Dieselbe ist, wie St. Schüller(„Ober den Verfasser der Rede ο mτι πο AléεεαοοοwvY νννη̈ν, Wien. Stud. IX [1897] S. 211 ff.) nachgewiesen hat, im Jahre 335 von einem un- bekannten Redner gehalten worden. Die Hofpoeten Choirilos von Jasos und Agis von Argos(0) scheinen im Stil des alten Heldenepos, in panegyrischer aber nicht gerade formvollendeter Weise, des Königs Taten geschildert zu haben. 1) Plut. Alex. 52. ²) Nur bei Athen. X p. 434 B erwähnt; vermutlich nur ein„oauzareus Alexanders, der versehentlich von Athenaios auf gleiche Stufe mit Eumenes gestellt wurde. — 19— (Ober Choirilos vgl. Porphyr. ad art. poet. v. 357; Horat. ep. II, 1, 233 ff.; Pseud. Acro, schol. in Hor. ep. II, 1, 233. Uber Agis vgl. Arrian. IV, 9, 9; Curt. VIII, 5, 9; Plut. de disc. adul. ab am. 18.) Dem Hofe fernstehende Schriftsteller. Isokrates. In dem literarischen Nachlaß des Isokrates findet sich auch ein Brief ¹) an Alexander aus dem Jahr 341/40. In diesem Briefe, sofern er echt ist,²) erscheint Alexander, da- mals 16 Jahre alt, mit dem Prädikat*&⁴eννιωσπ ρι⁴αννινναοο, oddoονσο, obα dαρρνσ d»voëον ενντπσααςν. Um diese schmeich- lerischen Attribute noch zu verallgemeinern, kleidet sie der Verfasser in die Form duνονο s σε π⁴νντσονν e„ντυον. Demosthenes. Ein neues wichtiges Moment zur Be- urteilung Alexanders gewinnen wir aus dem ersten Briefe des Demosthenes, seine Echtheit vorausgesetzt.) Der Brief ist aus der Verbannung bald nach Alexanders Tod geschrieben und an die Athener gerichtet. Neben dem kühnen Recken Alexander, der τενιιιν, τωνπ̈ν̈, ro⁴αμν OdE!t naueyos' sich die Welt er- obert, taucht da zum erstenmal in der Literatur der edroThs 4165 ˙0908˙¹⁴) auf. ¹) ISokr. ep. V p. 416. Bla B 2, Att. Bereds. II, 78 u. 327 f., Wilamowitz, Aristot. und Athen II, 398 ff., und Benno v. Hagen, Isokrates und Alexander, Philol. LXVII, 1 S. 113 ff., N. F. XXI, 1, sind für die Echtheit des Briefes eingetreten. Merkwürdig bleibt immerhin, daß Alexander nach diesem Brief die Rhetorik bevorzugt, der gegenüber er sich nach den anderen Quellen ablehnend verhielt. Gekünstelt scheint die Er- klärung von Wilamowitz, als ob Isokrates„das, was er wünschte, mit harm- losem Gesicht so dargestellt habe, als hätte er es gehört, und den Prinzen für das belobt habe, was er gern an ihm gelobt hätte“. Dieser„isokrateischen Finesse“ widerspricht der Anfang des Briefes, in dem der Verfasser das Schreiben an Alexander damit motiviert: er wolle den Beweis liefern, daß er sich noch einen Rest zie νναυ.⁴εος, ¹ 8Gxε»sτεοοο ν bewahrt habe. ³) Blaß a. a. O. III, 1, 451 ff. hält diesen Brief für eine unvollendete Arbeit des Demosthenes. ¹) Dem. ep 1 p. 1466: Noy deyror ννν εᷣενεν eν SAr‿. za„d et is dmellipey eurugi AAeayον τφ evνu αdνονν, Sxευνο 1oννάισ⁴ςνσσ, drr ποατ οωνꝙ να πν̈ννν‿ αα‿ oμιν, odt νμυνμεᷣνο 1ντννα. »S olννν τᷣννεατοο εᷣuαννον ετκν ν ννπm εκον εν εσατασ 050 d8 dA deĩ„evsoda. Die Notizen seiner Zeitgenossen über seine Stellungnahme zu 2* — 20— Aischines. Die Vorstellung, die Aischines, wohl der be- deutendste Führer der makedonischen Partei in Athen, von Alexander hat, mag der der großen Masse seiner Zeit am meisten entsprechen. Unbegreiflich und unfaßbar sind für ihn Alexanders ununterbrochene Erfolge. i νν dνᷣπτανανꝙ ασ deποοοανπαν ,ον od„yove“, ruft der Rhetor aus, zu einer Zeit, in der gerade Alexander das Perserreich völlig eroberte, ob„do Sio» ye He drρραοασσν Seερανᷣs᷑ᷣωη⁵eν, dl eis oεloyiaν roi 200Hlυνοο O,o01r²⁊‿εú§οꝗ ⁷ μ εσνρμαεν.) Da ist Alexander der von Gott gesandte Rächer der Frevel, die Theben im Perserkriege an ganz Griechenland begangen,*) der Vernichter der thebanischen Hegemonie in Griechenland, der Bezwinger der Lakedämonier,*) der Besieger des allgewaltigen Perserkönigs Sεοmeπχντο õεωσ dneν 10ν dν˙σσνρσρσν vσ πφν νιννντοο ε̈νι νυοωε̈νοο⁴) und der große Eroberer, der εeÆ τ᷑ dναoν eut vie iwouνμεᷣs seine Schritte lenkt.)) In allen Unternehmungen legt Alexander die größte Alexander sind vielfach absichtlich aus persönlichen und politischen Gründen zu seinen Ungunsten entstellt und unzuverlässig. So ist bei Aeschines Demosthenes der Mann, der König Philipps Mörder göttliche Ehren erweist (orat. III, 160), Alexander den Beinamen Magylrys' beilegt(orat. III, 160; Harpocr.: Magydrys'; Liban. I p. 464), der öffentlich ausspricht, Alexander werde sich nicht aus Makedonien herauswagen dyνανmeσην„ς αστν ερρσ ν‿ T neοe‿odvra dat a dpgva poldrroyra, der die schönsten Gelegenheiten, gegen den jugendlichen Makedonenkönig vorzugehen, ex‿ vν saνοο deναeρaς vorübergehen läßt u. dergl. mehr. Die Worte, die Plut. Demosth. 23; Naioa nad Maylw dnowadd(scil. Demosth.) aντ⁶ιν Demosthenes in den Mund legt, scheinen eine Kombination aus Aeschines, orat. I, 166 ff. und orat. III, 160, zu sein. Sie sind für das Urteil des Demosthenes über Alex. nicht zu verwerten, da, wenn obige Vermutung richtig ist, das ardo' einer Zeit angehört, in der es für Alex. noch keine Beschimpfung sein konnte. ¹) Aesch. orat. III, 132. ²) orat. III, 133: O5 αᷣα dε, Oißaι, oε dorvyel- cονν, eν ναμέ̈αν μ²ν ενς μάᷣoνα vijs EAAdοο drijoeπαᷣα, e u dιeds, eο‿ 165 ν 61Gννηodνκα 6˙00 SoOulevdeνεμνο, dd rijv„e εοeειαν αυ mπ dοοοσσνπmν 0˙x½ dρσοσσέναο, d daανμνᷣς noνeno. Allerdings ist in dem Worte dvoedoal ein bitterer Beigeschmack beigemischt. Vgl. Aesch. orat. III, 157. Allgemein scheint damals die Zerstörung Thebens mißbilligt worden zu sein, wie auch die späteren Geldspenden beweisen. Vgl. Poly b. 38, 1 b: AAdd öre deres 16ob dy zods Oous ε doο⸗ u Oeοννυά εκαιαονννας, Oοεέιμμμααι T) Odεςνν τaανπme ,οε A476ννσσρ. ³) Aesc h. orat. III, 133. 4) orat. III, 132.*) orat. III, 165. — 21— Tapferkeit an den Tag, die in bewußten Gegensatz zu der dvavòôgia' des Demosthenes gesetzt wird. ¹) Deinarchos. In seiner Rede gegen Demosthenes hat Deinarchos u. a. die Art und Weise verurteilt, wie dieser(im Jahre 324) die göttliche Verehrung Alexanders durch die Athener zu verhindern suchte.) Ob wir daraus schließen dürfen, daß Deinarchos die Göttlichkeit Alexanders anerkannte, ist sehr fraglich, um so mehr, als er bloß ein persönlicher Feind des Demosthenes, politisch aber antimakedonisch gesinnt war. Hypereides. Dasselbe gilt von Hypereides, der den- selben Vorwurf gegen Demosthenes erhoben zu haben scheint.*) Von der(dgerif und der persönlichen Tüchtigkeit Alexanders will Hypereides nichts wissen. Nur die Bestechungskünste der Könige Philipp und Alexander haben nach der Meinung dieses erbitterten Makedonenfeindes der griechischen Freiheit ein Ende bereitet. ¹) Demades. Alexanders Feldherrntalent bewundert Demades. Er vergleicht nämlich die makedonische Phalanx nach dessen Tode ézreruαμεμνρᷣ νꝙ¶ Kkönldmnt, oAlldeo νοννμ̈ννηνν⅔ ⁶ορμνν(sScil. Demades) zwoels drdα᷑ous at ous'.)) Er gehört auch zu denen, die, überzeugt von der Nutzlosigkeit eines Wider- standes, den Athenern rieten, Alexander die geforderten gött- lichen Ehren zu erweisen. ¹) Theokritos von Chios. Zu den politischen Feinden Alexanders auf den Inseln des ägäischen Meeres gehörte Theokrit von Chios.) Er erblickt in dem großen Makedonen nur den ¹) orat. III, 160: wal radta(daß nämlich Alexander es vorziehe, in Pella zu bleiben) 16yelνν εᷣρασ bꝰνᷣł eindσν, dd da⸗νᷣςο sεlς, ro αos soro 2„„,—— 5 2„* 7— 1„„„ 2 7, dOε/ Ovi, dν ¶ πνν αἀṽa s*οσρνν 701 Als⁰avdgov 0νℳ 11/0 AAeνινοοοι JMfiχ—zwaöGcscs, dld n vije aνo dvavrdgia. 2) Deinarch. in Demosth. 94, 95. ³) Hypereid. orat. I, 31, 10 ff. 4) orat. VI, 10: Aeοοενυννα„νο 6905" T EAdda adœuνν reraerνοωνμέν̈ννν μα... alν(επνν—νμ‿ιασν, uαedsνν do*rd ινου dσοοοπηανπισαν πααρ Seσσu nat dAeνονο νπαπντ ̈νꝙ πααηιααεοσν τυν d εm.... 5) Vol. Plut. Galb. 1.) Vgl. L. Sternbach, Wien. Stud. X(1888) S. 221 n. 236: 0 ad?τ0 0d εκνπιαα ⁴ͥνυναεαον rᷣμν dεέεαᷣανοσ˙οσοσ 0 ds0„ 66 R9-—σσ ELc) dyòges, dnso odνν, α mMά̈iod odgavod Govodvre⸗ Aeëdνορς iνν p dσααᷣεοννκν dνν ανιτον.*) Vgl. F. Schröder, Theo- kritos von Chios, Fleck-J. f. kl. Philol. LIX(1889) S. 317 ff. — 22— Unterdrücker Griechenlands, der mit despotischer Gewalt alles seinem Willen unterordnet.¹) Voll Ingrimm sieht er die vorher stets in Unfrieden miteinander lebenden Griechen des neuen Gewaltherrschers Befehle ohne ein Wort der Widerrede aus- führen. Nicht zu verwundern ist es daher, wenn er für den Verkehr des Aristoteles mit Alexander und Philipp böse Worte findet.*) [Diogenes von Sinope.] Des Diogenes*) Namen tragen zwei an Alexander gerichtete Briefe,“) wohl kynische Fälschungen späterer Zeiten, die aber im Sinne der Anschauungen des großen Kynikers gehalten sein mögen. In beiden Briefen wird versucht, den jungen König für die kynische Lehre zu gewinnen. Zu diesem Zweck wird die Einfachheit und Erhabenheit der kyni- schen Lehre dem unsinnigen Treiben Alexanders gegenüber- gestellt. Getadelt wird sein Streben nach ⁴ aadl uααei, 66*, seine dμαμσν in Erreichung seiner Ziele, hingewiesen wird auf die Verdienstlosigkeit seiner eifrigen Rüstungen, und gewarnt wird er vor kommendem Unglück und Gefahren. Aristippos. Der Antipode des Diogenes in der Beurteilung des Königs scheint Aristippos von Kyrene gewesen zu sein; von Pseudo-Acro wird er-fautor Alexandri Magni'*) genannt. UÜberblick. So sehen wir schon zu Alexanders Lebzeiten Licht und Schatten in gleicher Weise über ihn verteilt. Seiner unvergleichlichen, von vielen gepriesenen dgerij' steht seine röxi, wenn auch noch klein und unscheinbar, gegenüber, seinem Feldherrntalent seine Bestechungskünste, seiner Philanthropie 1) F.H. G. II, 86.(Plut. de educ. p. 11 A; Athen. XII p. 540 A.) ²) Plut. de exil. p. 603 C. ²) Bekannt ist die Legende der Zusammen- kunft Alexanders mit Diogenes, bei der dieser auf Kosten Alexanders als das Ideal eines Kynikers gefeiert wird. Sie mag in kynischen Kreisen in der Zeit nach Alexander entstanden sein; für das Urteil des Diogenes selbst über den Makedonen ist sie jedoch nicht zu verwerten. ¹) Hercher, Epist. Graec. 24 und 40. 5) Pseudo-Acro, schol. in Hor. ep. I, 17, 13: ex historia sumit exemplum, quod plerumque prosit amicitia maiorum, proponens duos philosophos: Aristippum Cinicum sectae Epicuraeorum, fautorem Alexandri Magni et Diogenem Stoicum, adulationem maiorum declinantem et paupertate contentum'. 23— seine Grausamkeit, seiner αονzia' seine oνραρν. Auf der einen Seite bewundert man seine ungeheuren Erfolge und ge- waltigen Feldzüge, auf der anderen haßt man ihn als den Zer- störer der politischen Selbständigkeit. Die einen sehen in ihm den Gottgesandten und erweisen ihm göttliche Ehren, die an- deren höhnen und spotten darüber. Besonders scharf und markant tritt die Apotheose Alexanders in den Vordergrund. Sicherlich aber ist seine große persönliche Tapferkeit, sein mili- tärisches Talent, der Glanz und die Größe seiner Errungen- schaften in weit höherem Maße von seinen Zeitgenossen ge- priesen worden, als es nach der fragmentarischen Überlieferung den Anschein hat. —yy R 2— 1 5 Kapitel. III. 323— 250. Die Diadochen und ersten Epigonen. Nach Alexanders Tod beginnt für das Staatsleben eine völlig andere Zeit. Die zentrifugale Bewegung, die Tendenz nach Territorialstaaten, wie sie seit Darius II.(424— 405) im Perserreich bemerkbar ist, setzt in Ermangelung eines eben- bürtigen Nachfolgers Alexanders von neuem kräftig ein und führt nach langwierigen wilden Kämpfen zur Bildung neuer lebensfähiger Reiche, deren Existenz auf der starken Persön- lichkeit ihrer Fürsten und einer diesen zur Seite stehenden schlagfertigen Militärmacht gegründet war. Die ersten Be- herrscher dieser sogen. hellenistischen Staaten waren fast aus- schließlich Angehörige des Generalstabs Alexanders des Großen. An ihren Höfen fanden die Griechen und Makedonen, die unter Alexander irgendwie eine Rolle gespielt hatten, freundliche Aufnahme. Von ihnen fühlten sich nicht wenige berufen, ihre Erlebnisse niederzuschreiben. Und so entstanden an verschie- denen Orten, meist unabhängig voneinander, eine Reihe von Alexandergeschichten, von denen uns aber nur noch spärliche Fragmente durch die Vermittlung späterer griechischer und römischer Autoren erhalten sind. Der Verlust dieser Werke ist um so mehr zu bedauern, als ihre Verfasser auf Grund eigener Autopsie geschrieben haben, ohne dabei durch die Hoffnung auf Gewinn politischer oder materieller Art seitens Alexanders beeinflußt zu sein. Diesen Vorteil ihres Lebens haben sie aber nicht immer ausgenutzt; statt Selbsterlebtes schlicht zu be- richten, haben sie mitunter manche Geschehnisse aus Rücksicht gegen ihre Umgebung oder aus irgendwelchen andern Gründen ———.—-—————., a ⏑88 8 — 25— absichtlich verdreht und entstellt und so einen weiteren Grund zu der verwirrten und ungleichartigen Tradition der Alexander- geschichte gegeben. Ferner mußten, je später ein Teilnehmer an Alexanders Zug sich zur Abfassung seiner Geschichte entschloß, die Erinnerungsbilder einzelner Vorgänge desto verschwommener und verblaßter sein. Die naturgemäße Folge war, daß Ungenauig- keiten, Irrtümer oder sogar Fälschungen sich in die Darstellung einschlichen und den Anspruch auf Richtigkeit machten. Und griff der Verfasser, um das ihm Fehlende zu ergänzen, zu der bereits vorhandenen Alexanderliteratur, so lag die Gefahr nahe, daß er aus seiner Quelle Dinge übernahm, die er vor seinem Gewissen nicht verantworten konnte. So wurden die bereits vorhandenen Interpolationen noch vermehrt. In noch weit höherem Maße aber begünstigte die Zersetzung der offiziellen Tradition die frühe Versetzung des Königs in das Reich der Fabel. Es ist ergötzlich zu sehen, wie in einer Zeit des auf- geklärtesten Rationalismus, in der der Volksglaube an die nationalen Götter- und Heldenmythen durch die Philosophie aufs tiefste erschüttert und in den höheren Kreisen meist zer- stört war, bald nach Alexanders Tod der Volksmund die wunder- lichsten Wunder- und Märchengeschichten an seine Eroberungs- züge knüpfte und daran seinen Gefallen fand. Der Niederschlag dieser vulgären Alexanderauffassung ist der Alexanderroman. Indes ist diese phantastische Fabuliersucht des damaligen Lese- publikums auch auf die Historiographie nicht ohne Einfluß ge- blieben. Gar manche Alexanderhistoriker haben sich durch die moderne Geschmacksrichtung verleiten lassen, durch märchen- hafte Reiseerlebnisse und ethnographische Fabeln ihre Darstellung zu würzen, so daß man an den Anfang ihrer Werke die Worte schreiben könnte„Dichtung und Wahrheit“. So sind also die primären Alexanderquellen schon in ihrer Zeit vielfach getrübt worden, ganz abgesehen von den Nuancen, die spätere Autoren beim Exzerpieren hineintrugen. In Athen, wo eben noch Alexander vielfach der Gegenstand des Hasses und der Anfeindung gewesen war, hatte der un- glückliche Ausgang des lamischen Krieges(323— 322) und der Tod so hervorragender Antimakedonen wie Demosthenes und — 26— Hypereides einen Umschwung in der öffentlichen Meinung zu- gunsten Alexanders und Philipps angebahnt. Erst jetzt, unter dem Eindruck des angeblich grausamen Regimentes Antipaters, entdeckte man die wahre Natur dieser beiden großen Makedonen, ihre Größe und ihren Seelenadel. Recht treffend mag der Ver- gleich sein, den Plutarch zur Charakterisierung dieser athenischen Stimmung zieht, es sei ihm gegangen wie jenem phrygischen Bauer, der, als nach des Antigonos Tod seine Nachfolger eine harte Herrschaft auszuüben begannen, an einer Stelle grub und auf die Frage, was er da mache, zur Antwort gab:„Ich suche den Antigonos“. ¹) Schriftsteller, die an Alexanders Zug teilnahmen. Onesikritos. Noch unter der Regierung Alexanders hat Onesikritos, der Steuermann des Königsschiffs auf dem Indus, mit der Aufzeichung seiner dmπνμνν⁴μάνQν⁴α begonnen. Offenbar schrieb er für ein größeres Publikum. In bunten Farben und märchenhafter Weise hat er nach Art eines Seemanns die Auf- gabe durchgeführt, die er sich gestellt. Durch interessante geographische und ethnographische Einlagen, wunderliche Anek- doten und dergleichen mehr, weiß er den Leser in ununter- brochener Spannung zu halten.²) Da hat der wissensdurstige König unter seinem Kopfkissen außer einem Dolche stets eine von Axistoteles korrigierte Ausgabe der Ilias liegen.“) Sein Ruhm und seine Größe veranlaßt die Königin der Amazonen Thalestris, ihn aufzusuchen.¹) Zu seiner Verherrlichung dient ¹) Plut., Phok. c. 29. ²) Wachsmuth(Einleitung in die alte Gesch. S. 569) nennt Onesikritos einen„Erzschwindler“. In dieser allgemeinen Form stimme ich dem Urteil nicht bei. Ein„Erzschwindler“ ist er nur in der romanhaften Detailmalerei. In dieser Hinsicht ist er einer von vielen. Sonst ist seine Glaubwürdigkeit nicht in dem Maße anzuzweifeln, wie man es bis- her getan. Denn von allen Alexanderhistorikern dieser Zeit stand er noch am meisten unter dem Eindruck der Autopsie, da er noch zu Lebzeiten Alexanders mit der schriftlichen Fixierung seines Werkes begann. Vgl. die gelegentliche Notiz von E. Schwartz Aristobulos' bei Pauly-Wissowa II, 914, 15 ff.) frg. 1. ¹) frg. 5. Onesikritos scheint der Erfinder dieser Anekdote zu sein, die Alexander offenbar als epischen Helden charakte- — 27— die Notiz, in dem Lande des Abisaros in Indien tief in den Bergen hätten zwei Drachen von 80 und 140 Ellen Länge ge- haust,¹) in Indien habe er mit Riesen gekämpft, die ein Alter von 130 Jahren erreichten und nie alterten.²) Alle Mühen und Gefahren nimmt Alexander auf sich zur größeren Ehre des griechischen Namens. 2 Ad*νννασνοσ,dꝑ νe nioοreucere däv, Aiν dnμεμνσρ εανονε ενeua ije a˙ dυ edοοενας³ ruft der König aus, als er unter eigener Lebensgefahr den Hydaspes über- schreitet. Unwahrscheinlich ist, daß Onesikritos durch die aus- führliche Schilderung der Bedürfnislosigkeit der indischen Weisen:) die zoupi Alexanders indirekt geißeln wollte. Die Ahnlichkeit ihrer Lehren mit denen der kynischen Philosophie mußte ihn, den Schüler des Diogenes, besonders interessieren und zu einem Vergleich herausfordern.*) Chares. Chares, der ehemalige Hofzeremonienmeister Alexanders, war vermöge seiner Stellung besonders über das Privatleben seines Gebieters gut unterrichtet. Dem Inhalt seines Werkes nach gehörte er zu den Vertretern der romanhaften Sensationshistorie, wie sie E. Schwartz nennt.9) Alexander wird von diesem Hofbeamten verhältnismäßig ungünstig geschildert. Allerdings ist er entschlossen bis zur Tollkühnheit auf seinem abenteuerlichen Zuge gegen die Araber,⸗) und tapfer kämpft er mit Darius in offenem Zweikampf um den persischen Thron.) Gerecht und milde ist er in dem Hochverratsprozeß gegen Kallisthenes. Um jeden Schein einer ungerechten Verurteilung zu vermeiden, will er den Verschwörer in Gegenwart des Aristoteles aburteilen und wird nur durch den frühen Tod des Kallisthenes an der Ausführung seines Vorhabens gehindert.“) risieren will. Bei ihm begegnet sie uns wenigstens zum erstenmal in der Literatur. ¹) frg. 7f.*) frg. 25. ³) frg. 8. ¹) frg. 10. ³⁹) Ferner hatte er nach seiner eigenen Angabe von Alexander selbst den Auftrag erhalten, sich über das Leben der indischen Weisen zu informieren, ganz abgesehen von seiner sonst günstigen Beurteilung Alexanders und einem sy ονιμμον, das er nach Diog. Laert. VI, 84? auf ihn verfaßt haben soll. ⁶) Vgl. E. Schwartz, Chares 13 bei Pauly-Wissowa III, 2129 ff. In den Bereich dieser Sensationshistorie gehört der Zweikampf Alexanders mit Darius, die zονυνρρ Alexanders, die Erzählung der persischen Liebesgeschichte von Zariadres und Odatis.* frg. 2. ³) frg. 1. ¹⁹) frg. 7, 8, 9. ——j,—jyy e — 28— Diesen edlen Zügen seines Charakters gesellt sich aber nach der Schlacht bei Gaugamela eine stetig wachsende ouœi hinzu. ¹) In Babylon veranstaltet er— der große Kriegsheld— voll kind- licher Freude eine 2αm⁴ιοωαᷣ..) Mit großer Prachtentfaltung, 8 unter Verläugnung der makedonischen Sitte, feiert er in Susa 3 die Vermählungen der Makedonen mit Perserinnen, die die Ver-— mischung beider Völker anbahnen sollen.³) In seiner Barbarei sinkt er so tief, daß er nach dem Tode des indischen Philo- sophen Kalanos ein Wetttrinken veranstaltet, dem eine Reihe der Beteiligten zum Opfer fällt. 4) Nearchos. Einen anderen Begriff von Alexander ge- winnen wir aus dem Bericht des Nearchos über die Entdeckungs- fahrt längs der persischen Küste, deren Leitung ihm der König anvertraut hatte. Wir lernen Alexanders großzügige Politik und seinen Unternehmungsgeist bewundern. Anfänglich schreckt er vor dem Unternehmen zurück aus Furcht vor einem unglück- lichen Ausgang der Expedition. Erst als Nearchos bereitwilligst seine Dienste ihm anbietet, beschließt er die Fahrt.) Und wie freut er sich, als ihm gemeldet wird, das Unternehmen sei ge- glückt! Mit seiner Selbstbeherrschung ist es zu Ende. Tränen der Freude vergießt er ob der unerwarteten Rückkehr seines Heeres und seines Freundes. Und Nearchos fügt hinzu AAéSav- 690⸗ dE 16„ 1e Aia 10 Ev utd roy du⁴μνρ⅔ τν 4ρνων Sr6,ννυοασ, 1 eενα επ*de* äyyelin Taiosw,) ö11 Tu AoOννꝙ πχοσ εέμυμηπηηναμε̈νοο εον△α d„do zud dνοο ol d vi dnr Aeir vije or9aruſo driροσν»ενεέ̈οανα v² d aon edrueir.) Vielleicht nirgends mehr als hier lernen wir den Menschen ¹) frg. 4 a. Interessant ist das kleine Anzeichen der beginnenden Hin- neigung Alexanders zum Persertum, daß er nämlich nach der Besiegung des Darius in seinen Briefen, außer in denen an Phokion und Antipater, das zaioew wegließ. Bei der Stellung, die Chares am Hofe einnahm, liegt kein Grund vor, an dieser Nachricht zu zweifeln.*) frg. 4. ⁷) frg. 16. Beachte die kleinliche, für die Stellung des Verfassers charakteristische Freude, die Namen möglichst vieler mitwirkender Künstler und Literaten aufzuzählen. 4) frg. 15. ⁹) frg. 18. ⁶) vgl. Arrian., 1yιναπ, 35. sdôruxin ist hier in dem Sinne von glücklicher Erfolg' gebraucht und nicht in der für Alexander nachteiligen Bedeutung wie bei Demosthenes. — 29— Alexander kennen. Aber bei aller Anerkennung dieses edlen Verhaltens kann Nearchos es sich nicht versagen, ihn wegen seines phantastischen und romantischen Marsches durch die gedrosische Wüste zu tadeln, ist aber noch objektiv genug, auch die strategische Notwendigkeit dieses Zuges, die möglichst lange Konnexion der Entdeckungsflotte mit dem Landheere, als weiteren Grund für die Wahl dieses Weges hervorzuheben. ¹) Polykleitos. Ein buntes Bild der üppigen Lebensweise Alexanders hat Polykleitos gezeichnet: er habe in einem goldenen Bette geschlafen, oft bis zum Morgen gezecht und sei überallhin von Flötenspielern und-spielerinnen begleitet worden.²) Nicht wunderlich, wenn er uns obendrein noch das Amazonenaben- teuer auftischt.*) Ptolemaios. Hauptsächlich die kriegerischen Taten Alexanders hat sein vertrauter Freund Ptolemaios, der spätere König von Agypten, gewürdigt. Ein glänzendes Zeugnis seiner Glaubwürdigkeit hat ihm Arrian ausgestellt, der ihn, ohne ihn jedoch immer mit Namen zu zitieren, seinerAAeεαeννον υναe⁵ααισσ vorzüglich zugrunde gelegt hat,¹) da Ptolemaios auf dem Gebiet des Kriegswesens die einzige ihm zu Gebote stehende Autorität war. Mit großer Sachkenntnis und Objektivität hat Ptolemaios, soweit aus Arrian ersichtlich, sein Werk geschrieben, das gewiß auf offiziellen Berichten und eigenen Aufzeichnungen beruhte. Aber der Grundton seiner Schrift scheint doch warme An- erkennung und aufrichtige Bewunderung des militärischen Genies seines Königs gewesen zu sein. Damit steht auch seine sonstige Beurteilung Alexanders 5) im Einklang. Worte des Lobes findet seine Ritterlichkeit gegenüber der gefangenen persischen Königs- familie.) Unter der sichtlichen Huld der Götter eilt er zum Heiligtum Zeus Ammons.) Erst nach langem Zusehen über- 1) frg. 23. ²) frg. 8.*₰ frg. 6. ¹) Arrian., Anab. 1, 1. ³) Nur auf militärischem Gebiet war Ptolemaios Autorität. Wich er in andern Dingen von der Tradition ab, so wurde dies durch Beifügung seines Namens ver- merkt.) frg. 6.) frg. 7. An die Stellen der 2 Raben sind 2 Drachen getreten. Das Göttliche und Wunderbare dieses Zuges durfte er, der gött- liche Nachfolger Alexanders, nicht leugnen, auch wenn er selbst offiziell noch kein Gott war. Er befand sich in ähnlicher Lage wie Augustus nach der Vergöttlichung Cäsars. 4—— .. ⸗ 30— gibt er den Philotas den Makedonen zur Aburteilung, um sich vor seinen Umtrieben zu sichern.¹) Lediglich politische Not- wendigkeit macht ihn zum Mörder Parmenios.²) Nur der Ge- rechtigkeit gibt er freien Lauf, wenn er Kallisthenes zum Tode verurteilt.“) In seiner Fürsorge für die wirtschaftliche Hebung seines Heimatlandes beabsichtigt er, eine Auslese der schönsten indischen Ochsen nach Makedonien zu schicken. ¹) Ephippos. Ein widerliches Bild der roνρꝶ Alexanders hat Ephippos gezeichnet.) Unwillkürlich werden wir an die Märchen von 1001 Nacht erinnert. In seinem Palast glänzt und gleißt alles von Gold und Silber. In den Gärten, die den Palast umgeben, ist ein goldener Thron für den Herrscher auf- gestellt. Um ihn herum stehen Ruhebetten mit silbernen Füßen für seine Untergebenen. Hier erscheint der König in prächtigem Ornat und teilt seine Befehle aus. Zu Tisch kommt er im königlichen Gewand der Perser, ausgestattet mit den Attributen Zeus Ammons, der Artemis, des Hermes oder seines Ahn- herrn Herakles, gesalbt mit den ausgesuchtesten Salben, um- geben von Sklaven, die ihm fortwährend Weihrauch streuen. Im Weine schwelgend sitzt er unter seinen Freunden. Keiner von ihnen wagt ein Wort zu sprechen; tiefes Schweigen herrscht im Saale. Jeder fürchtet ein Opfer königlicher Tyrannei zu werden dρσοσρηννο„oο ν au QφυQαέ*.) Aristobulos. Im Gegensatz zu Ptolemaios hat Aristo- bulos*) mehr die Beschreibung von Land und Leuten bevorzugt. ¹) frg. 10. Die Darstellung bei Arrian ist an dieser Stelle etwas ver- schwommen.) frg. 10.) frg 13. 4⁴) frg. 15. ⁵) Ephippos war von Alexander zusammen mit dem Rhodier Aischylos als Gouverneur der make- donischen Besatzungen in Agypten zurückgelassen worden. Dort scheint er auch nach der Ernennung des Ptolemaios zum Präfekten von Agypten geblieben und persönlich bei der Bestattung Alexanders zugegen gewesen zu sein. Vgl. Jacoby, Ephippos 4 bei Pauly-Wissowa V, 2858, 35 ff. ⁶) frg. 3. 4. ²¹) Uber seine Glaubwürdigkeit hat man schon im Altertum gestritten. Arrian hat ihn neben Ptolemaios zur Hauptquelle gemacht, Lukian bezichtigt ihn der Lüge. Beide gehen zu weit in ihrem Urteil. Den richtigen Mittelweg hat E. Schwartz in seinem Artikel Aristobulos' bei Pauly-Wissowa ein- geschlagen. Eine Quelle ersten Ranges ist Aristobulos nicht. Dafür war er zu alt, als er schrieb; ferner hatte sich die Alexandergeschichte schon in — 31— In seinem Urteil über Alexander stimmt er oft mit Ptolemaios überein.¹) Edelmütig verhält sich dieser gegen die persische Königsfamilie.) Von der Huld der Götter beschützt, marschiert er ohne Unfall durch die libysche Wüste.*) Seine frechen und trotzigen Widerreden gegen ihn büßt Kleitos mit dem verdienten Tode.4) Gerecht ist das Urteil, das er über den Verschwörer Kallisthenes fällt.) Der edle Zug der&αοοονν πν ßei ονο Sraigoue', nicht niedrige Leidenschaft ist der Grund seiner langen Zechgelage. ¹) Schriftsteller, die an Alexanders Zug nicht teilgenommen haben. Timaios. In seiner umfangreichen westgriechischen Ge- schichte hat Timaios von Tauromenion gelegentlich auch Alexander erwähnt. Die Hinrichtung des Kallisthenes hält er für gerecht, polemisiert aber gegen die göttliche Verehrung, die Alexander forderte, und lobt Demosthenes und die anderen Redner, die sich dem Ansinnen des Königs, ihn als Gott zu verehren widersetzt und dadurch Griechenland alle Ehre ge- macht hätten.) Dikaiarchos. Nach Dikaiarchos liebte Alexander leiden- schaftlich schöne Knaben.) Theophrastos. Derselben Ansicht scheint Theophrastos gewesen zu sein.²) Wenigstens ist er der Meinung 1ör A⁴éaν- einer Reihe von Werken niedergeschlagen, die er benutzte. Andererseits ist er aber nicht der Schmeichler und Lügner, für den ihn Lukian ansieht; immerhin bedurfte es eines gewissen Mutes, Alexander zu preisen unter den Augen eines Herrschers, auf dessen Familie der Fluch lastete, Alexander vergiftet zu haben. ¹) frg. 6a 3 Ptolem. frg. 6: frg. 9◻ Ptolem. frg. Irg. 7.*) fIrg. Ga.*) Irg. 9.) frg. 23. 5) Irg. 25. G Irg. 48.) Irg. 142. ³) F. H. G. II, 241 frg. 19 2οmπαασς dν*φeꝛ nμανα d ⁴αeνο αsu. Aaαlagxos„od́ν ν φᷣ εοι τ se Ni dolas Bayον oν νονν ντι adτονi νννσσν ꝛ—τάaoi, dο ν νννεέι dedroov dlou uraded drdy dranldcavra, 2l τνων εαπσννν εππηιιρνσἀντινꝙ με d ανoν, od drεeννωωππ, doν dvarldoas ꝓρνσν ³⁴) Athen. X, 435, A. Sein Urteil über Alexander wird nicht günstig gewesen sein. Er war eng befreundet mit Kallisthenes und widmete seinem verstorbenen Freunde eine Schrift Kalloέ̈να υQσ ττννοωυας, in —Q—ÿ—;⸗:.-—§⁰ů⁊3ä3⁊⁊y—ÿ—ÿ—ÿ—ÿ—ꝛ———Q—C—CꝑCQC—CꝑC—CꝑCñO—·—OQ——— 32— 690 00W ewerro e md ee. Nach Cicero ¹) zu schließen hat er in seiner Schrift eot πέιων5νοουςα in Alexander einen Mann von großen Machtmitteln und vielen Glücksgütern gesehen, der aber sein Glück nicht zu gebrauchen wußte. Aristoxenos. Den guten Geruch wie bei Heiligen hat zum erstenmal Aristoxenos von Tarent in seinen(5mτοναηννιαμαιαα bei Alexander entdeckt. ²) Kleitarchos. Dem Geschmacke und den Anforderungen des Lesepublikums entsprechend hat Kleitarchos seine Alexander- geschichte in der Art des Romans abgefaßt. Sagenhafte Liebes- novellen, märchenhafte Länder- und Völkerschilderungen, ab- sichtlich übertriebene und im Wunderstil gehaltene Anekdoten unterbrechen in bunter Abwechselung die geschichtliche Er- zählung. Für Alexander lernen wir wenig aus den spärlichen Fragmenten seines Werkes.³)) An der Zerstörung der Perser- burg hat der König geringen Anteil. Eine athenische Bürgerin, Thais mit Namen, ist die eigentliche Urheberin des Brandes der königlichen Burg und wird so in letzter Linie die Rächerin des Hellenentums an den Persern.¹) Seine Heldengröße führt ihn mit der Amazonenkönigin zusammen.³) Wie Dionysos durch- zieht er Indien in beständigem Kampf mit wilden Völkern und Tieren, die selbst seine Heldenseele mit Furcht und Schrecken erfüllen.) der er sein trauriges Geschick beklagte(vgl. Diog. Laert. V, 39). Näheres darüber im 2. Teil. ¹) Cic. Tusc. III, 10,21. Cadit igitur in eundem et misereri et invidere; nam qui dolet rebus alicuius adversis, idem alicuius etiam secundis dolet, ut Theophrastus, interitum deplorans Callisthenis, sodalis sui, rebus Alexandri prosperis angitur; itaque dicit Callisthenem incidisse in hominem summa potentia summaque fortuna, sed ignarum, quem ad modum rebus secundis uti conveniret.*) F. H. G. II, 290 frg. 84.*Oza ε 5 Zασνπαεο*1Jσνον dνενπηε⁷, Mlα τ στα αesigen 25ουο⁵α œα τν dορσ αοαmν, ors Aοοσναάαιmω Ʒτ loαονς, dvεꝓνναιᷣeν εν Vroναμ⁷νμμαν ʒdο⁶αοεεeveto. ³) Ich habe mich auf die ausdrücklich bezeugten Kleitarchfragmente beschränkt. Die oft behandelte Frage, inwieweit Kleitarchos der Alexandergeschichte Diodors zugrunde liegt und die diodorsche Darstellung für Kleitarchos zu verwerten ist, ist noch nicht endgültig entschieden. ⁴) frg. 5. ⁵) frg. 9. ⁶) frg. 10. Den Bacchus- zug nach Indien hat Kleitarchos erfunden. Er hat den Zweck, die Stilisierung Alexanders zum epischen Helden zu vervollkommnen. — 33— [Hekataios von Abdera.] Als ein Freund der Juden erscheint Alexander in einem jüdischen Werke, das vermutlich den TitelUber die Juden' führte und fälschlich unter dem Namen des Hekataios von Abdera überliefert wird. In Hochachtung vor der eneizeio“ und der ior' der Juden befreit Alexander das Samariterland von dem an den König zu entrichtenden Tribut. ¹) Theokritos. Für Theokritos ist Alexander der ITRR Ha0òd 9εε˙.²) Duris von Samos. Als Heros tritt er uns in den oroꝑiai des gelehrten Tyrannen von Samos, Duris, gegenüber. ¹) Wegen der Annahme der orientalischen Tracht wird er mit Pausanias und dem Tyrannen Dionysios von Sizilien auf gleiche Stufe gestellt. Von einer Begegnung Alexanders mit der Amazonenkönigin will der Verfasser nichts wissen, wiewohl er darauf ausgeht, den Leser zu ergötzen und in beständiger Spannung zu halten. ⁵) Patrokles. Die Rolle eines trefflichen Strategen, der von jedem Land, in das er kommt, sich genaue Generalstabs- karten anfertigen läßt, spielt der makedonische König in der Beschreibung des Kaspischen Meeres von Patrokles.) Menander. In der neuen Komödie ist er zum Trinker nar' SEoxijy geworden. In dem aus dem a6Aaẽ Menanders uns erhaltenen Fragment 293 sagt dem Bramarbas sein Parasit: AAeE6⁴νον π‿εον rod Sεος NTMs.*) ¹) F. H. G. II, 395 frg. 15. Vgl. Th. Reinach, Textes d'auteurs Grecs et Romains relatifs au Judaisme, Paris 1895, S. 235. Die übrigen jüdischen Alexanderfragmente bei Reinach S. 129, 230, 257, 277 enthalten kein Urteil über Alexander.*) c. XVII, 18f. ³) F. H. G. II, 474 frg. 20. ⁴) F. H. G. II, 477, frg. 31. ³) F. H. G. II, 474 frg. 18. 6) F. H. G. II, 443 frg. 2.*) Zweifelhaft ist, ob Alexander auch zum Söldnerkönig zar sSoxi in der neuen Komödie geworden ist. Denn es scheint mir fraglich, ob wir mit Bethe, Die Zeit des Heauton Timorumenos und des Kolax Menanders, Hermes XXXVII(1902) S. 278 ff. v. 117 im Heauton Timorumenos, der sicher auf Menander zurück- geht, auf Alexander beziehen dürfen. Weber. 3 ——————;————————————— — 34— Auch die von vielen gepriesene Gottherrlichkeit Alexanders wird von Menander verspottet. ¹) Hegesias von Magnesia. Im asianischen Barock- und Märchenstil²) hat Hegesias von Magnesia seine Alexander- geschichte verfaßt. Nach seiner Meinung ist Alexander indirekt an der Zerstörung des berühmten ephesischen Dianaheiligtums schuld, da Diana bei seiner Geburt zugegen gewesen sei und so den Tempelbrand nicht habe verhüten können.²) Durch Zerstörung Thebens fügt er Griechenland denselben Schaden zu, den Zeus durch die Entfernung des Mondes vom Himmel den Menschen zufügen würde.“¹) In kühnem Wagemut, trotz der Weissagung Aristanders, er werde verwundet werden, zieht er zum Kampfe gegen Gaza aus. Nach dem Vorbild des Achilles schleift er den gefangenen persischen Festungskommandanten dieser Stadt um ihre Mauern.5) Nikobule. Nach Nikobule war Alexander ein starker Weintrinker.“)) Auf dem letzten Gastmahl, das er erlebt, singt er in feucht-fröhlicher Weinstimmung, seine hellenische Bildung nicht verleugnend, ein Epeisodion aus der Andromeda des Euripides.) Nichts für Alexander geben aus die Alexanderhistoriographen Dorotheos und Nikanor. In Wort und Tat verfocht der Historiker Theopompos von Chios die Sache Alexanders. In seiner Heimat war er zu Lebzeiten Alexanders das Haupt der makedonenfreundlichen Partei. In dieser Eigenschaft bekämpfte er namentlich den tüchtigen Führer der anti- makedonischen Partei Theokritos von Chios(vgl. F. H. G. I, 325 frg. 276). Zum anderen verfaßte er ein(Sy απσνιι¶ĩłMr᷑ε‿ννσοον, ¹) frg. 924: ᷣ ſieεαeνοσες ⁷ον ντ*Qμ̈[ Gmαπαά zva, νυαιοο οdοο αοεςστια τἀ Oεεκ‿νεννν ναdν do⁴ Sαdrrne O‿ν 16oν ιν, OdTo S0.αmO⁴ αάασ–. ²) Vgl. Gellius, N. A. IX, 4. ³) frg. 1 Alexander ward an demselben Tag geboren, an dem der Dianatempel in Ephesos abbrannte. Diese Tatsache veranlaßte den Verfasser zu seiner Sensation erregenden Kombination. ¹) frg. 2. 5) frg. 3. Man sieht hier die epische Stilisierung Alexanders. 9 frg. 1.) frg. 2. — 35— von dem aber nur noch der Titel erhalten ist(vgl. Theon, Progymn. II, S8 ed. Walz, Rhet. Gr. I, 164). Als Diener der röxzi wird Demetrios Von Phaleron¹) Alexander aufgefaßt haben. In seinem Traktat nämlich eot* vie röxi“(F. H. G. II, 368 frg. 19) schreibt er den Untergang des Perser- reiches dem Walten einer dunklen Schicksalsmacht zu, der Tyche, die entgegen der Berechnung menschlicher Klugheit in den Gang der Weltgeschichte bestimmend eingreift. UÜberblick. Ganz deutlich steht in dieser Epoche das Bestreben im Vordergrund, Alexander zum Ritter ohne Furcht und Tadel zu machen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, erfindet man nach dem Vorbild der Theseus- und Achillessage das Amazonenabenteuer, läßt Dionysos einen Kriegszug gegen die Inder unternehmen, macht die Schlacht bei Issos und Gauga- mela zu einem gewaltigen Zweikampf des Makedonen- und Perserkönigs, betont immer und immer wieder die Ritterlichkeit Alexanders gegenüber der gefangenen persischen Königsfamilie u. dergl. mehr. Im Gegensatz zu der ersten Periode scheint die roupi Alexanders mit ihrer bösesten Offenbarung im Trunk ein neues beliebtes Thema gewesen zu sein, das vielfach zu ungunsten Alexanders behandelt wurde. Weniger scharf tritt die Apotheose des makedonischen Königs hervor. Selbst für polemische Zwecke findet sie keine Verwendung. Charakteristisch für dieses goldene Zeitalter der Alexanderpanegyrik ist die Tat- sache, daß der Tod des Kallisthenes, Kleitos und Parmenio von keiner Seite bestritten, als gerecht oder politisch notwendig dargestellt wird. Liebevoll sucht man seine Freude an langen Zechgelagen als„ναωρον eis ονι ε&τdςρονε zu interpretieren, eifrig ist man bemüht, jeden Schein eines asiatischen Despoten von ihm hinwegzunehmen, und überschwänglich preist man seine cagerif und sein Feldherrntalent. Gegenüber diesem mit dem Glorienscheine eines Heroen gezierten Makedonen vermag die ¹) Vgl. F. Rösiger, Die Bedeutung der Tyche bei den späteren griechischen Historikern, besonders bei Demetrios von Phaleron, Konstanz 1880; E. Rohde, Der griechische Roman und seine Vorläufer, Leipz. 1900, S. 299 ff. 3²* — 36— Opposition nicht recht aufzukommen. Nur in versteckten An- spielungen, nicht in größeren Abhandlungen sucht man sein Heroentum zu schmälern. Insbesondere geißelt man sein über- mäßiges Weintrinken, seine Vergöttlichung und sein asiatisches Regiment. Auch seinem Feldherrntalent sucht die nörgelnde Kritik Eintrag zu tun. —— ———— Kapitel IV. 250— 30 v. Chr. Der ältere Hellenismus und die römische Republik. Nur in geringen Fragmenten ist uns, wenige Autoren aus- genommen, die Literatur dieses Zeitabschnitts erhalten. Dem- gemäß ist auch die Uberlieferung über Alexander außerst spär- lich. Aber auch so läßt sich der Satz aufstellen: Das lebhafte Interesse, das die überlebenden Zeitgenossen des Weltbeherr- schers seiner Person und seinen Taten entgegenbrachten, ist geschwunden. Größere Werke schreibt man kaum noch über ihn. Nur in gelegentlichen Notizen würdigt man ihn, haupt- sächlich in historischen Kreisen. Dagegen erlebt Alexander gegen Ende dieser Epoche um 50 v. Chr.¹) bei den Griechen eine Renaissance. Aber nur die Wirkung dieser Wertsteigerung des Makedonenkönigs läßt sich noch erkennen. In einem Ex- kurs im neunten Buch(c. 17— 19) der römischen Geschichte polemisiert Livius gegen diese griechischen Alexanderpanegyriker, die levissimi Graeci', wie er sie nennt. Ihre Tendenz muß es gewesen sein, nach der Polemik des Livius zu schließen, den Glanz und die Herrlichkeit der römischen Macht zu verdunkeln. Dieses Ziel suchten sie durch die Behauptung zu erreichen, im Falle eines Krieges Alexanders mit Rom— durch den frühen a) Schon vorher sucht Mithradates Eupator(vgl. die Münzen, auf denen der Mithradateskopf dem Alexanders ähnlich gemacht ist), jener halbgriechische Asiat, durch den Hinweis auf seine vornehme Herkunft, die er väterlicher- seits auf Cyrus und Darius, mütterlicherseits auf Alexander den Großen und Seleukos Nikator zurückführt, Asiaten und Griechen zum Kampf gegen Rom zu begeistern(vgl. Justin. XXXVIII, 7, 1; Appian. Mithradat. 20). Alexander muß also damals im Orient etwas gegolten haben. — 38— Tod Alexanders sei es leider nicht dazu gekommen— wäre Rom unterlegen; ja vor Alexanders Namen allein schon wären die Römer zurückgeschreckt und hätten sich ihm unterworfen. Und so verdankten sie ihre Machtstellung, die eigentlich die Griechen einnehmen müßten, nur dem Spiel der Tyche. Eine andere Frage, die sich jedoch bei dem gänzlichen Fehlen des Quellenmaterials nicht mehr sicher entscheiden läßt, ist, ob diese Alexanderpanegyrik in historischen, rhetorischen oder philoso- phischen Kreisen entstanden ist. Nur vermutungsweise möchte ich aussprechen, daß der Herd dieser Bewegung in den Rhetoren- schulen zu suchen ist. Dies beweist schon die hypothetische Fragestellung und die rhetorische Art und Weise, mit der Livius zu diesem Thema Stellung nimmt. Damit ist nicht gesagt, daß diese Panegyrik auf die Rhetorenschulen beschränkt blieb. Sie mochte von da aus auch in historische und philosophische Kreise eindringen, so daß also unter den levissimi Graeci' Rhetoren, Historiker und Philosophen gemeint sein können. In der römischen Literatur liegen die Verhältnisse ähnlich. Erst im letzten vorchristlichen Jahrhundert lichtet sich das tiefe Dunkel, in das die ganze frühe römische Literatur— die Komödie des Plautus und Terenz ausgenommen— gehüllt ist. Uber ihr Verhältnis zu Alexander ist ein Urteil nicht mehr zu gewinnen. Sehr groß wird das Interesse eines Fabius oder Cassius aber kaum gewesen sein; kümmert man sich doch auch, vielleicht abgesehen von dem Volksbuch Alexander, in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr., in jener stürmisch er- regten Zeit der römischen Republik sehr wenig um Alexander. Nur hie und da, wenn sich gerade Gelegenheit bietet, gibt man ein Urteil über ihn ab. Unbekannt freilich ist der makedonische Welteroberer den römischen Imperialisten jener Tage nicht ge- wesen. Als Vorbild bis in die Kußerlichkeiten hat Alexander ihnen dienen müssen. Pompeius ahmte ihn von Jugend an nach, sogar im Schnitt des Haares, und ließ sich durch Theo- phanes von Mytilene als zweiten Alexander feiern,¹) Lukullus ¹) Sallust. hist. reliqu. III, SS: Sed Pompeius a prima adulescentia sermone fautorum similem fore se credens Alexandro regi, facta consultaque eius — 39— bemühte sich, durch seinen Partherzug Alexanders Rivale zu werden,¹) Crassus fand im Osten mit seinem Alexandertum ein tragisches Ende,²) ein gewisser C. Curio(wohl derselbe, der im Jahre 50/49 Caesar wichtige Dienste leistete) schwärmte für Alexander,²) Antonius, unfähig, ihm an Taten es gleichzutun, kopierte ihn in Kußerlichkeiten,“) und schließlich kein Geringerer als Caesar war ein eifriger Bewunderer des Makedonen und empfand es schmeralich, sein Vorbild nicht erreichen zu können.ö) Griechen. Eratosthenes. Fratosthenes, ein Anhänger der stoischen Lehre, lobt Alexander im Gegensatz zu Aristoteles, der seinem Schüler riet, die Hellenen yeαμονιμημας, die Barbaren*εοαπποτ „Ec zu behandeln, weil er diesen Rat nicht befolgt habe; denn man dürfe die Menschen nicht nach ihrer Zugehörigkeit zu dieser oder jener Nation beurteilen, sondern nach ihrer„dgerij' oder .³αα⁸) Alexanders Forderung göttlicher Ehren leugnet er rundweg ab und sucht sie auf rationalistische Weise zu er- klären dyra 6o elc 10 eiον dydεοοεεα εν Mausd6νοων 08 Jdον νꝙ‿εενοov eie 10 dnOνυκον neuν*νννυννμς.) Den Vorwurf, der häufig gegen den Makedonenkönig erhoben wurde, er sei gegen Ende seiner Regierung ein Perser geworden, ent- quidem aemulus erat'. Deshalb konnte auch sein Anwalt in dem Prozeß wegen der Beute von Asculum im Jahre 86 v. Chr., der Konsular Marcius Philippus, die Bemerkung tun, es sei ganz in der Ordnung, wenn er als Philippus Alexander liebe. Vgl. H. Meyer, orat. Rom. frg. Turici 1842: M. Phil. frg. 3.(Die für das Alexandertum des Pompeius in Betracht kom- menden Stellen sind zusammengestellt in: H. Peter, Die geschichtliche Literatur über die römische Kaiserzeit Bd. 1[Leipzig 1897] S. 309 f.; vgl. außerdem noch Plin. n. h. XXXV, 11, 132.) 1) vgl. G. Ferrero, Größe und Niedergang Roms(übersetzt von M. Pannwitz), Stuttgart 1908, I S. 217 f.: außerdem Appian, Mithr. 83. ²) Cic. Brut. 81, 282. ³) Cic. Brut. 81, 282. 1) Plut. Anton. 9; 24. Damit vgl. Droysen, Alexander(1880) S. 353. 5) Strab. XIII, 1, 27(508, 46); Plut., Caes. 11; Sueton., Caes. T, 7, 1; Cass. XXXVII, 52, 1; außerdem vgl. Drumann-Groebe, Ge- schichte Roms Bd. 3, Leipzig 1906, S. 135, und H. Peter a. a O. I, 309. *) geogr. frg. 56(ed. Bernhardy, frg. Erat., Berlin 1822).) de chronogr. frg. 2: 15. ———CO——ᷣᷣ— ꝗᷣ ⸗—ÿ—ÿ—᷑—ÿ—ʒ——ʒ—B:—;B— — 40— kräftet er durch die Behauptung'én roõ Maueòôoviod zal Heo- Gεαανο τσαπαον μμεννμέ̈ννν τνυνυαἀ στσοm ⁸ρσοεν.!) Kurz, Eratosthenes 20 ist bestrebt, Alexander zu einem Idealkönig der Stoa zu er- heben, was er auch anscheinend dadurch zu erreichen suchte, 80 daß er alles Übernatürliche und UÜbergroße von ihm abschnitt.*) le Hermippos. In den philosophischen 5i⏑ des Peripate- n. tikers Hermippos, eines Schülers des Kallimachos, wird Kalli- b sthenes zuungunsten Alexanders emporgehoben durch Gegen- 86 überstellung seiner hinreißenden und freimütigen Redeweise und 1 der kleinlichen Erbitterung, die seine Kunst bei Alexander G wachrief und schließlich seinen Tod nach sich zog.¹) D Phylarchos. Ein düsteres Bild der roνEf Alexanders im 1 Stile des Ephippos hat Phylarchos in seinen etwa um das d Jahr 210 verfaßten oτοοαπ entworfen.¹) Bei ihm taucht zum I erstenmal seit Demosthenes die zöyy Alexanders auf. Sie ist sprichwörtlich geworden: ij rorν dlesανοεενεινιν.⁵) b Satyros. Die Unabhängigkeit des Makedonenkönigs gegenüber seiner schmeichlerischen Umgebung hat vermutlich 1 Satyros in seinen Biotë gepriesen, die wahrscheinlich auch die d Biographie Alexanders enthielten.) 1 Agatharchides. Ebenso wie Ephippos und Phylarchos hat Agatharchides von Knidos die zoναᷣꝶ Alexanders hervor- gehoben.) 7 [Demades.] In die Zeit des Niederganges der hellenisti- schen Literatur fällt auch die Abfassung der unter dem Namen des Demades gefälschten Schrift dnνο ⁴ ezaerlas', in der Alexander als dvνν»ε eat idl60s“ s) und(6 iα Gνν⁴αςσιν τςι tννν rije oiuoueν Hyeενναν ⁹) hingestellt wird. Aristos und Asklepiades. Ein starker römischer Wind weht schon in den Alexandergeschichten des Aristos und eines sonst unbekannten Asklepiades, in denen Alexander der an ihn geschickten römischen Gesandtschaft Roms zukünftige Größe ¹) de chronogr. frg. 16.*) de chronogr. frg. 15. ¹) F. H. G. III, 47, 49. ¹) F. H. G. I, 345 frg. 41. Inhaltlich stimmt seine Schilderung mit Ephippos vielfach überein, so daß es naheliegt, diesen als Quelle des Phylarchos an- zunehmen.») F. H. G. I, 348 frg. 46. ⁶) F. H. G. III, 164 frg. 18.*) F. H. G. III, 196 frg. 18. 8)[Demades] 11. 9) ibid. 50. — 41— prophezeit ö» re„ομν τέν dνουνν dνa au τ φ⁴πανν ε aal eννεέιαον, αtd τπƷbν rod oμe‿μαos dμα O1ασάιννννασε⁵μιμνον. ¹] Polybios. Der griechische Klassiker der Geschichts- schreibung in dieser Epoche ist Polybios. Persönlich an den letzten Regungen griechischer Freiheit beteiligt, wußte er sich nach dem für die Griechen unglücklichen Ausgang der Schlacht bei Pydna(168) dem Sieger anzupassen und wurde während seines langjährigen Aufenthaltes in Italien ein eifriger Be- wunderer der Größe Roms. In der richtigen Erkenntnis, daß Griechenland mit Waffengewalt nichts mehr erreichen und nur durch freiwillige Eingliederung in das Römerreich eine ge- wisse Rolle spielen könne, hat er in seinem Geschichtswerk der Verschmelzung von Rom und Hellas unter der politischen Hegemonie der Stadt am Tiber das Wort geredet. Indessen in einer Zeit, die für die Patrioten so viel Kummer und Sorge ge- bracht hatte, bedurfte auch eine so tatkräftige und energische Natur wie Polybios des Trostes; so wendet sich sein Blick rückwärts, durchfliegt die große Geschichte seiner Vorfahren und bleibt haften an der Persönlichkeit Alexanders, in dessen Taten er ein Gegengewicht zur Unterwerfung seines Vaterlandes durch Rom findet. Er, der König der Makedonen, wird bei Polybios zum Nationalhelden der Griechen raòον‿ομενοs rods Saßdοονς ad adeouεeyos dντενν dé Zoοονsplas, als eneo Toν‿μμ⁴μεν εω⁴eε̈σεναν τον αμðQενε.⁷ù⁷) Nicht genug damit, er wird zum Schöpfer des Hellenismus, indem er griechischem Geist und griechischem Verstand in Asien ein neues Arbeits- feld erschließt.“) Uberallhin begleitet den jugendlichen Helden ⁴) die Ehrfurcht und heilige Scheu gegen die Götter. Wohl macht er Theben dem Erdboden gleich, schont aber die Tempel der Götter und die ihnen geweihten heiligen Bezirke. Ebenso be- straft er die Perser nach Gebühr für ihre Freveltaten, ohne sie jedoch in ihrem religiösen Empfinden zu verletzen zairen v‿ν TIeοσνονν ↄμἀ‿ν³μοα πεοει τοντο 1 μέςο ssauαeßςoνπν εν roν urd ¹) Irg. 3. ²) Polyb. hist. IX, 34, 1 ff. 3) hist. IX, 34, 1 ff.: dαι υηον 2roεmοσε iν‿οσ⁵ασν το BLa. 4) hist. VIII, 12,7: esdvdo zaie öre „e αινε⁴ένς, OdX AAdrrc yrot„e ois uvegyois zal„ldo⁵. r Ealdda onος..) Um die Größe dieser entschwundenen Zeiten möglichst markant zu zeichnen, stimmt Polybios ein hohes Loblied an auf die heroenhaften und markigen Gestalten der Umgebung Alexanders, die späteren Diadochen. ²) Timagenes. Ein Vertreter der Alexander freundlichen Richtung in der griechischen Welt um 50 v. Chr. scheint Tima- genes aus Alexandria gewesen zu sein. In seinem Werke eol 5 εω ³) hat er, anscheinend unter Benutzung der Alexander- geschichte des Kleitarchos,4) auch Alexander behandelt. Frag- mente aus diesem Werk, die über seine Stellungnahme zu Alexander Aufschluß geben könnten, sind nicht erhalten. Wenn er aber die Erfolge der Römer dem Walten der Tyche zu- schreibt ⁵) und ihnen vorhält, sie müßten ihre Herrschaft mit den Parthern teilen,⁰) so dürfen wir wohl daraus schließen, daß er jenem Kreise griechischer Alexanderfreunde angehörte.*) Römer. Plautus. Der Komödiendichter Plautus hat die glänzen- den Taten Alexanders rühmend betont. 5) ¹) Polyb- hist. V, 10, 5 ff. ²) hist. VIII, 12, 7. ³) Bezüglich des Titels vgl. C. Wachsmuth, Timagenes und Trogus, Rh. M. N. F. XLVI(1891) S. 465 ff. ⁴) Vgl. F H. G. III, 321 frg. 1: auctor est Clitarchus et Timagenes'. 5) Vel. Justin. XXX, 4, 16. 6) Vgl. Justin. XLI, 1, 1. ⁷) G. Schwab, De Livio et Timagene historiarum scriptoribus aemulis, Stuttgart 1834, und neuerdings J. Kaerst, Forschungen zur Geschichte Alexanders des Großen S. 98 ff., haben das Urteil des Timagenes über Alexander aus Livius(IX, 17— 19) zu rekonstruieren gesucht. Die Polemik des Livius richtet sich gegen die levissimi Graeculi’, also eine ganze Gruppe von Griechen. Ob Livius haupt- sächlich den Timagenes, gewissermaßen als Führer der Bewegung, treffen wollte, wage ich bei dem geringen Beweismaterial nicht zu entscheiden. 8) Mostell. v. 755 ff. Der Zusammenhang ist kurz folgender. Der Sklave Tranio hat mit Simon über den Kauf eines Landhauses verhandelt und be- gibt sich nun zu seinem Herrn Theopropides. Auf dem Wege dahin brummt er in eigenem Selbstlob für sich hin, was er doch für herrliche Taten aus- geführt habe, die in nichts denen des Agathokles oder Alexander nach- stünden. Dieser Vergleich ist schwerlich plautinisches Gut. Für Plautus lag es näher, zwei bedeutende römische Heerführer zum Vergleich heran- zuziehen. Plautus hat seine griechische Vorlage, vermutlich das Phasma des Philemon(bei Festus p. 162 u. 305 wird die Mostellaria auch unter dem — 43 Acilius. In seiner römischen Geschichte hat Acilius den Zamasieger Scipio indirekt über Alexander gestellt.¹) Sueius. Für Sueius ist Alexander der potens rex', der die Perser mit den fera praelia belli' überzieht.*) Cicero. Die Stellungnahme Ciceros gegenüber Alexander ist eine zeitlich verschiedene. Ganz deutlich ist in den Schriften nach dem Jahre 48 v. Chr.²) eine Anderung seiner Gesinnung gegen den Makedonen bemerkbar. Vor dem Jahre 48 ist seine Auffassung von Alexander eine günstige oder wenigstens keine ungünstige. Von Aristoteles empfängt der junge Prinz die ragendi praecepta et eloquendi'.¹) Quod vellet Graeciae fana poenire' zieht der junge König gegen die Perser.) Eine große Schar von Schriftstellern folgt ihm nach Asien. Aber keiner von ihnen kommt Homer gleich, der seinen Ahnherrn Achilles verherrlicht hat. In dieser Erkenntnis ruft er am Grabe Achills aus o fortunate adulescens, qui tuae virtutis Homerum prae- conem inveneris!* ⁶) Cicero ist sogar so freundlich, in dem Brief an Attikus, in dem er ihm von seiner segensreichen Tätigkeit Titel—aονηαν des Plautus zitiert), ausgeschrieben. Seine Quelle schrieb für ein Milieu, in dem der lebende Agathokles der Ausbund aller kühnen Streiche war. Beachtenswert ist, daß neben Alexander Agathokles, nicht etwa einer der östlichen großen Diadochen genannt wird. Daraus können wir ent- nehmen, daß er sich damals eines größeren Ansehens erfreute als alle übrigen Gottkönige oder daß die Quelle für Sizilien gültig ist. Für die Beurteilung Alexanders in der neuen Komõdie hätten wir aber einen neuen wertvollen Zuwachs. ¹) F. H.R. S. 36 frg. 5. Es handelt sich um die angebliche Unter- redung Scipios mit Hannibal am Hofe des Königs Antiochos von Syrien, in der dieser an Hannibal die bekannte Frage richtet, wen er für den größten Feldherrn halte. Ob diese Episode von Acilius erfunden ist oder schon vor ihm existiert hat, läßt sich nicht entscheiden. Beabsichtigt ist eine Empor- hebung Scipios, indem Hannibal für den Fall, daß er gesiegt hätte, als Feld- herr sich über Alexander und Pyrrhus stellt. Da aber Scipio gesiegt hatte, mußte ihm diese Stellung zukommen. Immerhin ist beachtenswert, daß etwa 150 v. Chr. Alexander in den Augen der Römer ein Mann war, der Aubßer- ordentliches geleistet hatte. ²) Sueius, Noretum. ³) Nach Pharsalus zog sich Cicero bis nach Caesars Ermordung vom politischen Leben zurück, um sich ausschließlich wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. Gerade so gut hätte auch das Jahr 46 gewählt werden können, da in den Schriften dieses Jahres Alexander zum erstenmal nach 48 genannt wird. 4) Cic. de orat. III, 35, 141. 5) de re publica III, 9, 15.) pro Arch. 10, 24. —— als Prokonsul Ciliciens(51/50 v. Chr.) berichtet, in einem nied- lichen Witzchen Alexanders Feldherrngröße gebührend zu wür- digen, indem er von ihm sagt'imperator haud paulo melior quam aut tu aut ego'.¹) Diese durchweg günstige Beurteilung Alexanders hört in den Schriften nach dem Jahre 48 auf. Allerdings anerkennt er die Größe und den Glanz seiner Taten, die er in so jugend- lichem Alter vollbrachte,²) oder seine Reue über die im Jähzorn geschehene Ermordung des Kleitos.²) Die Lichtseiten seines Charakters können aber seine Schattenseiten nicht aufwiegen. Als Grundzüge seiner Regierung erscheinen die'superbia, cru- delitas, immoderatio', die in schroffen Gegensatz zu seinem esummum ingenium' und seiner'summa modestia' gesetzt werden.4¹) Zum erstenmal wieder seit Alexander kommt die Opposition der makedonischen Generale zu Ehren, die noch unter Philipp gefochten hatten und das stetig grausamer werdende Regiment des Sohnes voller Zorn ansahen. So feiern die facilitas' und humanitas' Philipps die schönsten Triumphe. Ausdrücklich wird betont, daß dieser semper magnus', Alexander esaepe turpissimus' gewesen sei.“) Die Diadochen Antipater und Antigonos rücken auf in die Reihen von †rudentissimi(viri)',) Kallisthenes tritt einem Xenophon und Sokrates ebenbürtig zur Seite,) und ein Lucullus wird indirekt über Alexander gestellt. ¹) Nun verstehen wir auch, daß Cicero gern die Legende in seine Schriften aufgenommen hat, die Magier hätten beim Anblick des abbrennenden Dianatempels ausgerufen, in dieser Nacht sei die pestem ac perniciem Asiae' geboren worden,) daß er der liberalitas' Alexanders gegen seine Soldaten den Stempel der Erniedrigung aufdrückt ¹⁰) und, um eine größere Kontrastwirkung zu erzielen, der Bedürfnislosigkeit eines Xenokrates und Diogenes die Vergnügungssucht und Habgier Alexanders gegenüberstellt. ¹¹) Nepos. In den Biographien des Nepos erscheint Alexander ¹) Cic. Epist. ad Attic. V, 20, 3.*) in M. Anton. orat. Philipp. V, 17, 48. ) Tuscul. IV, 37, 79. 4) epist. ad Attic. XIII, 28. ⁵) de offic. I, 26, 90. ) de offic. II, 14, 48.*) de orat. II, 14, 58. 8) Acad. II, 1, 3. 9) de divinat. I, 23, 47. ¹0) de offic. II, 15, 53. 11) Tuscul. V, 32, 91 ff. — 45 neben Philipp als der größte König seines Geschlechtes.) Im Gegensatz zu den Diadochen weiß er auf seinem Siegeszug durch Persien in seinem Heere straffe Disziplin zu halten.²) Aus leicht ersichtlichen Gründen schätzte er Hephaestio am höchsten von den makedonischen Aristokraten.*) In seinen Historien hat Sisenna mit Benutzung des Kleitarchos (vgl. Cic. de leg. 1, 2) Alexander beurteilt. Gar nicht erwähnt wird Alexander bei Caesar, Lucretius und Catullus, was in der FEigenart ihrer Schriften begründet sein mag. Der Freigebigkeit Alexanders gegen Diogenes hat Varro Er- wähnung getan. 4) Uberblick. Bei den Griechen kommen in dieser Epoche als neue Momente in der Auffassung Alexanders hinzu das Idealkönigtum Alexanders im Sinne der Stoa, seine Würdigung als Schöpfer des Hellenismus, seine tiefe Religiosität auf der einen Seite, auf der anderen Seite der erste schwache Versuch, Kallisthenes zu seinen Ungunsten emporzuheben. Interessant ist die Wertsteigerung Alexanders am Ende dieser Epoche aus praktisch politischen Gründen. Aus der Vergessenheit taucht wieder die Tyche empor. Im ganzen gewinnen wir in diesem Zeitabschnitt im Gegensatz zum vorhergehenden nur ein ver- blaßtes Kopiebild von Alexander. Auf römischer Seite steht man anfänglich gleichgültig dem Makedonenkönig gegenüber. Erst um 50 v. Chr., gleichzeitig mit der politischen Wiedergeburt Alexanders auf griechischer Seite, beginnt man, ihm größere Aufmerksamkeit zu widmen. Im Gegensatz zu der griechischen Beurteilung Alexanders ist die römische eine ungünstige und knüpft in ihrer Tendenz an die makedonische Opposition an, wie sie zu Lebzeiten Alexanders bestand. ) Nepos, de reg. II, 1. ²) Nepos, Eum. VIII, 1. ³) Nepos, Eum. II, 1:*... Hephaestio, quem unum Alexander, quod facile intellegi posset, plurimi fecerat'. Die Gründe der Vorliebe Alexanders für Hephaestio gibt Nepos nicht an. Vgl. dazu Plut., vit. Alex. 47. 4¹) Varro, sat. Menipp., frg. 281 ed. F. Bücheler, im Anschluß an die Ausgabe der Satiren Petrons, Berol. 1882, S. 161 ff. Kapitel V. 30 v. Chr.— 100 n. Chr. Die erste Kaiserzeit. Augustus. Augustus, nach Aktium der Beherrscher des Römerreiches, hat gleich seinem Adoptivvater Caesar Gefühle der Sympathie der machtvollen Persönlichkeit Alexanders entgegengebracht. Aus Ehrfurcht vor Alexander hat er die Residenz der besiegten Kleopatra geschont, das Grab Alexanders aufgesucht und eine Besichtigung der Grabmäler der Ptolemäer mit den Worten ab- gelehnt Saoeé d d veοòνς ioεαν ᷑ανιμα.) Das Bild Alexanders diente ihm als Siegel.*) Aus dieser Zeit sind uns die ersten ausführlichen Quellen zur Alexandergeschichte erhalten, Pompeius Trogus in dem Auszug Justins und Diodor, dessen Hauptquelle wahrscheinlich Kleitarchos war. Von einer Betrachtung der Einzelurteile des Trogus und Diodor sowie später des Curtius, Plutarch und Arrian ist im folgenden abgesehen; diese können mit Hilfe des Conspectus am Schluß im einzelnen leicht gefunden werden. Nur die Grundzüge ihrer Auffassung von Alexander sollen be- handelt werden. Die Antwort auf die nationale Verherrlichung Alexanders durch Timagenes und Genossen hat Livius gegeben. Römer. Trogus. Die Hauptquelle der Alexandergeschichte des Trogus, die uns nur noch in einem mageren Auszug Justins ¹) Vgl. Sueton. II, 18; Cass. Dio LI, 16, 4; Plut., Anton. 80.*) Vgl. Plin. n. h. XXXVII, 10; Sueton., II, 50. — E 247— erhalten ist, bildet zweifellos Kleitarchos bezw. eine Bearbeitung des Kleitarchos; indessen ist, wie dies Rüegg ¹) richtig erkannt hat, die Kleitarchische Panegyrik vielfach in„rationalistisch-sophi- stischer“ Weise zuungunsten Alexanders entstellt. Ob nun da- für Trogus selbst verantwortlich zu machen ist, was ich an- zunehmen geneigt bin, oder eine hellenistische Quelle, die uns sonst verloren ist, wie Rüegg vermutet, das ist eine müßige Frage, die sich bei den spärlichen Resten der Primärquellen und bei der lückenhaften Uberlieferung des Trogus selbst nicht sicher beantworten läßt. Betrachten wir nun das Trogische Urteil im einzelnen. Nicht bestritten wird der epischen Panegyrik die heroen- hafte Tapferkeit des großen Makedonen ²) und seine königliche Behandlung der Familie des Darius.) Ungehindert hält das Amazonenabenteuer, das mit der Panegyrik eng verwachsen ist,“) und der Bacchuszug nach Indien seinen Einzug.) Nach dem Vorbild der Schlacht bei Issos wird die Porosschlacht zu einem Zweikampf Alexanders mit Poros umsstilisiert.) Seine Taten in Indien übertreffen die des Herkules.) Daneben lassen sich die Spuren einer hellenischen, aber freundlichen Tendenz nachweisen. In Ilion opfert er den im trojanischen Krieg gefallenen Griechen.“) Als Rächer Griechen- lands unternimmt er seinen Perserzug.*) Viel ausgeprägter ist aber die Polemik gegen die Panegyrik. Violentius oraculo usus' löst Alexander den Knoten in Gordion. ¹⁰) In derselben Zeit, in der er sich so ritterlich gegen die persische Königsfamilie verhält, beginnt seine Freude an den luxuriosa ¹) A. Rüegg, Beiträge zur Erforschung der Quellenverhältnisse in der Alexandergeschichte des Curtius, Diss. Basel 1906, S. 24 ff. 2*) Just. XI, 14, 5: Alexander autem periculosissima quaeque adgrediebatur(in der Schlacht bei Gaugamela), et ubi confertissimos hostes acerrime pugnare conspexisset, eo se semper immergebat periculaque sua esse, non militis volebat'. Just. XII, 7, 13; XII, 9, 8(Kampf bei den Mallern): incredibile dictu est, ut eum non multitudo hostium, non vis magna telorum, non tantus lacessen- tium clamor terruerit, solus tot milia ceciderit ac fugaverit’. ³) Just. XI. 9, 12 ff., XI. 12, 6 ff. 4) Just. XII. 3, 5. 5) Ju st. XII, 7, 6.) Just. XII. 8, 3. 29) Just. XII, 7, 12.) Just. XI, 5, 12. 9) Just. XI 5, 6. 10) Ju st. XI, 7, 16. — 418— convivia et magnificentiam epularum, tunc Barsinem captivam diligere propter formae pulchritudinem'.¹)) Auf seinen Wunsch hin, ohne Zutun der Götter, orakelt ihm der Ammonpriester seine Göttlichkeit.) Mit zunehmender Machterweiterung steigert sich seine insolentia'. Ein emirus tumor' macht seiner comitas' Platz quam et Graecorum litteris et Macedonum in- stitutis didicerat'“) Niedrige Leidenschaft, nicht kluge Aus- gleichungspolitik, läßt ihn das orientalische Zeremoniell mit all seinem weichlichen Luxus und Despotismus am Hofe einführen.) Um seine Heirat mit der Tochter des Darius zu beschönigen, nicht um eine Vermischung der beiden Völker anzubahnen, coptimatibus Macedonum lectas ex omnibus gentibus nobilissi- mas virgines tradit'..)) Maßlos und unköniglich, nicht eines echten Freundes würdig ist seine Trauer um Hephaestio. Der gerechte Lohn für sein frevelhaftes Treiben ist jedoch nicht ausgeblieben. Durch die Hand seiner Freunde, die sich in An- betracht seines despotischen Regimentes nicht mehr sicher fühlten, findet er seine verdiente Strafe.“ Die ungünstige Quelle, die der Darstellung des Trogus zugrunde liegt, hat im Sinne der makedonischen Opposition im Hauptquartiere Alexanders ¹] Just. XI, 10, 2.*) Just. XI. 11,6. 9) Just. XI, 11, 12. ¹) Just. XII, 3, 8 ff. Beachte die dramatische Steigerung der Freveltaten Alexanders. ⁵5) Just. XII, 10, 9 f.) Just. XII, 13, 10; 14, 1 ff. Die angebliche Ver- giftung Alexanders durch Antipater ist so stilisiert, daß dieser, um sein Leben zu retten, keinen anderen Ausweg finden konnte(TlI, 14, 1 ff.): Auctor insidiarum Antipater fuit, quippe cum carissimos amicos eius interfectos videret, Alexandrum Lyncestam, generum suum, occisum, se magnis rebus in Graecia gestis non tam gratum apud regem quam invidiosum esse, a- matre quoque eius Olympiade variis se criminationibus vexatum. Huc ac- cedebant ante paucos dies supplicia in praefectos devictarum nationum crudeliter habita. Ex quibus rebus se quoque a Macedonia non ad socie- tatem militiae, sed ad poenam vocatum arbitrabatur'. Die Vorlage des Trogus mochte nicht in dieser beschönigenden Form die Vergiftungslegende behandelt haben. In Betracht kommen kann nur ein Hellene— vgl. die athenische Stimmung gegen Antipater, Plut. Phok. 29— oder ein Schrift- steller am Hofe eines Diadochen, dem es darum zu tun war, Antipater und sein Haus herabzusetzen. Dann muß die Quelle vor 293 oder spätestens vor 287 liegen, da nachher an einer Herabsetzung Antipaters niemand mehr Interesse hat. Vermutlich hat Kleitarchos in diesem Sinne geschrieben. — 49 geschrieben. Der siegreiche Ausgang der Schlacht am Granikus ist in gleicher Weise ein Verdienst Alexanders wie der Make- donen,¹) auf die ein hohes Loblied gesungen wird.) Grausam wütet er nach Annahme der persischen Sitten gegen seine nächste Umgebung.³) Parmenio, dignitate regi proxumus', wird ein Opfer seiner gutgemeinten Vorwürfe und Ermahnungen, die er an den König richtet.“) Ebenso sein Sohn Philotas. Seinem unbefriedigten Ehrgeiz und seiner Mordlust erliegt Clitus.“) So weit geht seine Despotie, daß er Kallisthenes wegen Verweige- rung der Proskynese unter dem Vorwand, er stelle ihm nach, hinrichten läßt. ¹) Livius. In einem wohlstilisierten, rhetorisch-pathetisch geschriebenen Exkurs hat Livius gegen die Verhimmelung Alexanders durch die levissimi Graeculi' Front gemacht.) Sein Thema lautet: quinam eventus Romanis rebus, si cum Alexandro foret bellatum, futurus fuerit'..) Darauf gibt er die Antwort: die Römer wären in jeder Beziehung Alexander überlegen ge- wesen. Der Gedankengang ist kurz folgender:„Alexander sei zwar ein eegregius dux gewesen, den Römern jener Zeit hätte aber eine ganze Reihe berühmter Männer zur Verfügung ge- standen, die in nichts Alexander nachgestanden hätten.²) Ferner hätte der jugendliche Makedone mit dem römischen Senate kämpfen müssen, dessen einzelne Mitglieder Könige gewesen seien, und nicht mit Darius und seiner weibischen Umgebung. ¹⁰) Dazu wäre er schon als halber Darius nach Italien gekommen. Er wolle nur erinnern an die superbam vestis mutationem et desideratas humi iacentium adulationes', an die foeda supplicia et inter vinum et epulas caedes amicorum et vanitatem ementiendae divinae stirpis' und an die*trux ac praefervida ira', Leiden- )) Just. XI, 6, 11. ²) Just. XI, 6, 5f.: ut non tam milites quam magistros militiae electos putares. ordines quoque nemo nisi sexagenarius duxit: ut, si principia castrorum cerneres, senatum te priscae alicuius rei publicae videre diceres'. Diese Notiz spricht für eine aus nicht militärischen Kreisen stammende Quelle.) Just. XII, 5, 1 ff.: non regio, sed hostili odio saevire in suos coepit'. 4) Just. XII, 5, 2. 3) Just. XII, G, 1 ff. G) Just. XII, 7, 1 ff. Li v. 1X, 17 19. 9) Li v. IX 17.2. 9) Li v. IX, 17, 5 fl. 1) Li v. IX, 17, 16. Weber. 4 — 50— schaften, die von Tag zu Tag größer geworden wären.¹) Nur 10 Jahre lang habe er siegreich gekämpft, während Rom damals zwar schon viele Schlachten verloren habe, aber keinen einzigen Krieg.²) Viele römische Feldherrn hätten in jener Zeit gelebt, die nie eine Niederlage erlitten hätten. Ein unbesiegter Alexander hätte also mit vielen unbesiegten römischen Feldherrn Krieg führen müssen.²) Hinsichtlich der Zahl der Truppen wären Römer und Makedonen gleich stark,4) in der Kriegskunst da- gegen, in der Aufstellung der Schlachtreihe und in der Bewaff- nung seien die Römer überlegen gewesen.“) Diese Erfahrung habe man im Kriege gegen Philipp und Perseus von Makedonien gemacht.*) Vielleicht hätten sich auch Punier und Römer zur Wahrung gleicher Interessen miteinander verbunden und Alexander dadurch den Krieg bedeutend erschwert.“) Mit hochtönenden Worten und einem Kompliment vor Augustus schließt Livius sein rhetorisches Machwerk: Absit invidia verbo et civilia bella sileant:[nunquam ab equite hosteèſ, numquam a pedite, numquam aperta acie, numquam aequis, utique num- quam nostris locis laboravimus; equitem, sagittas, saltus inpe- ditos avia commeatibus loca gravis armis miles timere potest: mille acies graviores quam Macedonum atque Alexandri avertit avertetque, modo sit perpetuus huius, qua vivimus, pacis amor êet civilis cura concordiae'.⁰) Dieser Auffassung von Alexander entsprechend hat er in gelegentlichen Notizen Alexanders Größe gepriesen,?) seinen frühen Tod aber dem Tun der fortuna' zugeschrieben, die ihn dadurch vor einem Rückschlag bewahrte. ¹⁰) Horatius. Nur das Kunstverständnis Alexanders in seiner Licht- und Schattenseite hat Horatius charakterisiert. ¹¹) 4) Li v. IX, 18, 1 f. ²) ILai V. IX. 18, 9. ¹) I. i V. IX 18, 17-. ¹) Li v. 1X, 19, 1 ff. ³) Lai v. IX, 19, S. 9) L. i v. IX, 19, 14. Damit vgl. Blorus. epit I, 23. Dort wird über den Krieg des römischen Volkes mit Philipp von Makedonien gesagt Romani tamen dimicare sibi cum rege Alexandro vide- bantur.») L. i v. IX, 19, 13. 5) L. i v. IX, 19, 15 ff.„ I i v. VIII 3,6 f: rinvictus bellis'; Liv. XLV, 7: eeffulgebant Philippus acmagnus Alexander, qui summum imperium in orbe terrarum Macedonum fecerant'; Liv. XLV, 9. 10) Li v. VIII, 3, 7: iuvenem fortuna morbo extinxit'. 1¹1) Horat. ep. II, 1; 232 ff. Für Horatius und die übrigen römischen Dichter hinsichtlich ihrer 51— [Vergilius.] Unter Vergils Namen ist ein Gedicht auf uns gekommen, in dem Alexander als Gott und Held verherr- licht wird, dessen früher Tod ihn hindert, auch Rom zu unter- werfen. ¹) Ovidius. In der Gestalt des gottgebornen Königs ²) und edelmütigen und milden Herrschers ²) begegnet uns Alexander bei Ovid. Hyginus. Der Mythograph Hyginus charakterisiert ihn als Nachkommen des Herkules. ¹) Vitruvius. Der kaiserliche Baumeister Vitruvius Pollio bringt wie Trogus die Vergiftungslegende wieder vor.) Griechen. Diodoros. Im 17. Buche seiner Bipuodnm)' hat der Sikeliote Diodoros Alexander den Großen behandelt, ein Mann, dem alle Eigenschaften abgehen, die man von einem Historiker verlangt. Das ist an seiner Universalgeschichte an vielen Stellen nachgewiesen. Es gilt auch von unserem Buche.9) Diodors Darstellung entbehrt auch hier jedes kritischen Blickes und politischen Urteils, ist oft verschwommen und un- zusammenhängend und gespickt mit märchenhaften Anekdoten) und ethnographischen) und geographischen Exkursen.“) So ist Stellung zu Alexander vgl. außerdem: H. Christensen, Alexander der Große bei den römischen Dichtern, N. Jahrb. f. d. kl. Alt. XII(1909) S. 107 ff.) IVergil.] catal. 3(12); vgl. Bücheler, Rh. Mus. XXXVIII(1883) 511 ff. ²) Ovid. Ibis 295 f.(zu einem Manne, von dem er glaubt, daß er ihm, dem Verbannten, schade): Nec tibi fida magis misceri pocula possint, quam qui cornigero de love natus eraté. ³) Ovid., Trist. III, 5, 39 f.: quae ducis Emathii fuerit, clementia, Porus Dareique docent funeris exequiae'. 4) Hy gin. fab. 219 p. 129. 5) Vitruv. de architect. VIII, 16. ⁶) Vgl. E. Schwartz, Diodoros 38 Artikel bei Pauly-Wissowa V, 663 ff. Vgl. z. B. seine unhisto- rische Auffassung der Ritterlichkeit Alexanders gegen die gefangene Königs- familie. Diod. XVII, 38, 4: αQ 2ον ˙'εꝓναννε*ιαμ⁴εα τπνν½ ναuα ν⁴ε̈νν εᷣρνσι on Meẽdνοον vvrersdeoμιεμ̈νωινντν⁶εννr/hä1 N‿Hαeᷣε‿ν d⁴ονκνάďανν ⁶μ⁸ει μα‿doον dεέιον dvαoaꝓ ν zns doroguums ναά.*) Dio d. XVII, 50(märchenhafte Beschreibung des Ammoniums), XVII, 105(wunderbare Heilung des Ptole- maios) u. a.) Dio d. XVII, 105(Beschreibung des wilden Volkes der Oriten).) Dio d. XVII, 75(schlaraffenähnliche Schilderung Hyrkaniens), 4* 52 die Lektüre seines Geschichtswerkes hier wie immer an sich höchst unerfreulich. Durch die benutzten Quellen aber, die Diodoros ziemlich gewissenhaft ausgeschrieben hat, wo immer er an anderen Geschichtswerken zu kontrollieren ist, ist er für uns wertvoll. Die Hauptquelle, die seiner Alexandergeschichte zugrunde liegt, ist wie bei Trogus eine Bearbeitung Kleitarchs, die aber im Gegensatz zu der Trogischen Quelle die Kleitarchische Pane- gyrik— einige wenige Stellen ausgenommen— getreu durch- führt. Abgesehen von der Tendenz, unterschied sich die Diodorsche Vorlage von der Trogischen noch in zwei wesentlichen Punkten: Sie hatte einmal das Thema vom„Wechsel des Glückes“ in die Darstellung verwoben, zum anderen den griechischen Charakter des Alexanderkönigtums zu betonen gesucht. Das Thema vom„Wechsel des Glückes“ ist jedoch nicht in einer für Alexander nachteiligen Weise behandelt. Uberall da, wo eine unerwartet rasche Anderung der bestehenden Ver- hältnisse eingetreten ist, läßt der Verfasser die Tyche ihr Spiel treiben. ¹) Die andere Eigentümlichkeit der Diodorschen Quelle ist, um es kurz zu sagen, ihr hellenischer Charakter. Vereinzelte Spuren einer hellenischen Tendenz haben wir schon bei Trogus be- obachtet; bei Diodor aber bildet die Betonung des griechischen Wesens des Alexanderkönigtums einen nicht unwesentlichen Bestandteil der Darstellung. So unternimmt Alexander als Gr9arννο α‿οτππ⁴ατο EA1a⁶οε) seinen Zug gegen die Perser. Theben zerstört er auf das Drängen der griechischen Staaten.) Mit Hilfe der griechischen Götter, besonders der XVII, 90; 92(märchenhafte Darstellung der Tierwelt Indiens). ¹) Diod. XVII, 29(Fortuna raffte Memnon dahin), XVII, 31(die Fortuna Alexanders half ihm rasch aus gefährlicher Krankheit genesen), XVII, 36(Fortuna führte nach der Schlacht bei Issos die traurige Gefangennahme der Familie des Darius und der anderen Perserinnen herbei). KAhnlich XVII, 35; 38; 47; 51; 66; 70. ²) Diod. XVII, 4. 3) Diod. XVII, 14. Der Verfasser sucht in einer unerklärlichen Begeisterung für Theben den sonst gepriesenen Beschluß der griechischen Staaten, Theben wegen seines Verrates Griechenlands in den Perserkriegen zu zerstören, herabzusetzen durch seine Verherrlichung Athene, schlägt er die Perser am Granikus.¹) Durch die tapfere Verteidigung von Halicarnaß durch den Athener Ephialtes ver- zögert sich sein Siegeszug.“) Zu Tränen rührt ihn der Anblick der 800 verstümmelten Griechen, die ihm auf dem Weg nach Persepolis begegnen.*) Auf Anstiften der Athenerin Thais, zu Ehren des Dionysos, steckt er die persische Königsburg in Brand.“) Königlich belohnt er nach Beendigung des Rache- krieges die griechischen Bundeskontingente, die in seinem Heere den Feldzug mitgemacht hatten,?) und gnädig nimmt er die 1500 Griechen auf, die auf der Seite des Darius gefochten hatten, und besoldet sie in gleicher Weise wie die Makedonen.) Das eigentliche Gepräge verleiht aber der Diodorschen Alexandergeschichte die Panegyrik. Alexanders Verdienst ist der glückliche Ausgang der Schlacht bei Chaeronea für die Makedonen.“) Im Gegensatz zu Justins) ist hier die Unterwerfung des Orients eine denkwürdige und heldenhafte Tat.) Um Alexanders Heroentum zu erhöhen, erscheint sein Gegner im Gewande eines tapferen Mannes.¹*⁰ Des Königs persönliche Tapferkeit entscheidet die Schlacht am Granikus zalneo oAole xα⁵ μεᷣν⁴αος ιννισ Gαυνερννόεμικννννο μω bu Svlο o ν⸗εο 165„ oe,lον]) Edelmütig behandelt er die Angehörigen der gefangenen persischen Königsfamilie.¹²) Von den bekannten der Tapferkeit der verblendeten Thebaner und durch den Hinweis auf den Haß und die Schadenfreude, die einige griechische Staaten bei der Zerstörung Thebens an den Tag legten, und die Grausamkeit, mit der sie ihre Stammes- genossen hinmordeten. ¹) Diod. XVII, 17; 18.*) Diod. XVII, 26. ³) Diod. XVII, 689. ¹) Diod. XVII, 72.* Diod. XVII, 74. ³ Diod. XVII, 16. *) Dio d. XVI, 86.) Nu st. XI, 6, 3. 9) Diod. XVII, 1: 5„ 640 706- uεy⁴ᷣlas eεενα bdros οεᷣνς αατεεν⁴ααατο, aad di i ioiεαναν o‿soie re aal dνοεtν εƷ̈eετeεεo 1 μννεᷣsενι νν ⁵εερꝓν πἀᷣντ⁴αει roνς εε Aνοννοο vν,) aαοεοομένμνοωνει εαοεᷣν ˙ν rsνι ν⁴ςο dνεπα αraoreννἀνᷣ νοο vije deεy LOπνπη 002 dAlya, ri Oe Aolaν ꝑεον dνπ⁊ςν, elurςν πειςέmντν οeν ν dGεαeν α roĩc rdaod ⁷zοωά̈οοααα μάρνεέοαια οανυοοοασν ddà„d odu dyανννoν τνμν εν τ mr900ᷣέφ̈mρο⁵⁴ρμ–μ⁴e νμεμανν τ τνυν ααχοσισισιιμνων sτο= 1 αe ead„dο ai aαrd ⁴μεοs odεei ναιανές ⁴wwww⁶οèĩο μέedο vi 06 86 αιιτι. ¹) Diod. XVII, 6. ¹1) Dio d. XVII, 21. ¹²) Dio d. XVII, 38. Die Stelle möchte ich, da sie für Diodor charakteristisch ist, im Wortlaut anführen: ανισουν O'&ꝓννοꝙꝓν;ε*νμ⁴μιμ̈ π᷑παένꝙꝙQπQ‿ νααενν εορνοων m eëãvdgou dupreredeαμεᷣ νααν μωπ¶oòεν 1000ν ενεον dmπ⁴eρσνέηανι O⁶νι μďαον dεον dναωναρG mπ᷑e ũᷣ ουννμſ orouise siv. Wundererscheinungen begleitet zieht er nach Zeus Ammons Heiligtum und wird dort zum Sohne des Zeus erklärt. ¹) Natürlich trifft er mit der Amazonenkönigin zusammen.²) Nur selten bedient er sich der persischen Sitten, aus Furcht, er könne die Makedonen beleidigen 0ντσ μςιν oον τ Sνναιιαᷣμοmο AAéᷣανννοοσ σανσι ενω⁴, rον ε πονπηαενννι αυ᷑αιτ˙ το Méeioo" »ε, ο⁵μμινρ ν mσππτενν το Mauedνω³) Seine Tapferkeit übertrifft die des Herkules⁴) u. dgl. mehr. Dieser Panegyrik gegenüber ist die ungünstige Quelle macht- los. Nur die Hinrichtung des Philotas und Parmenio wird ver- urteilt als eine eεέιιᷣ ³ν zu ris ilae Zνττντοο dllo- ri.) Der Ermordung des Kleitos und der Hinrichtung des Kallisthenes wird mit keinem Worte Erwähnung getan, ob aus Versehen oder in bewußter Absicht, um den panegyrischen Grundzug der Darstellung nicht zu sehr zu beeinträchtigen, wird sich mit Bestimmtheit nicht entscheiden lassen. Möglich ist auch, daß die Kallisthenesepisode uns nicht mehr erhalten ist. Schließlich findet noch sein schrankenloser Ehrgeiz Er- wähnung, mit dem er im makedonischen Kriegsrat durch Fäl- schung der Briefe des Darius dessen großmütige Friedensanträge hintertreibt 6) und ruhelos ein Land nach dem anderen erobert. Dagegen werden sein Jähzorn, seine Trunk- und Vergötterungs- sucht, sonst gern gerügte Fehler, zu seinen Ungunsten nicht verwertet. Strabo. In rationalistischer Weise hat Strabo?*) das Amazonenabenteuer ³) und die wunderbare Heilung des Ptole- aεν μερνν ydꝑν νν£ꝙεεοιν ποαον*α α απαςαdeενιᷣ wu räldla a zurd 10 6Aeν roreμαανα raã Aelova dad& or 1) de deri,e Sndruygdνετα,, d'εν aνς ou- olalος eisς οονι ενπτατdν εεoο μενοιι⁶ιμενοο μνυιεα v σςοοσνQꝶiοwʒ plνera i mAeGTO„d ud edetan Snaioovrat ε aue sdnoastads, oneνρράασοο d'εν raĩs eòτννας ννυνννοι v*²e dvdνντnνυν wut eos dodevelas Srαeννἀάνοωνπταα 04 Al τνοσι mπηεοτονει ⁶ο εοσατι νꝙ εdτννoᷣν έ̈τeo τν 5αάχ̈ονν σοοwꝝ éoeuν doôvva- rodνταςα εεανσο ενõν⁹d zaire olla„eysa oοyεννςᷣ τν εασνν νμα Hiovu uyxavérc wad ad v erayersoοτεςςοοσν εαdον ̈ ιεέσττννποε raiς l0ιςι dgerale Srraνον. y Diod. XVII, 49; 51. 2) Diod. XVII, 77. 3) Diod. XVII. 77, 7. 1) Dio d. XVII, 85. 5) Diod. XVII. 79; 80. 6) Diod. XVII, 39.) Vgl. Miller, Die Alexandergeschichte nach Strabo I 1882, II 1891; ferner Lüdecke, Leipz. Stud. XI S. 10 ff. s) Strab. XI, 5, 4 maios ¹) mit vollem Recht als eine Erfindung der AAe⁴νο „6 2dxec' in das Reich der Fabel verwiesen. Alexander selbst tritt uns in der neuen Gestalt des großen Entdeckungs- fahrers gegenüber, der die östliche Hälfte der Welt erforscht und den Geographen ein neues Arbeitsfeld erschließt.2²) Nur aus romantischen Motiven, weil Dionysos und Herakles es ge- tan, errichtet er am Hyphasis Altäre als Zeichen der Grenze seines Reiches; ²) weil angeblich Semiramis und Cyrus durch die gedrosische Wüste gezogen sind, macht er das gleiche Kunststück nach ⁴) und zeigt sich als enthusiastischer Verehrer Homers außerordentlich freundlich gegen die Bewohner von Ilion.) Als der Sklave der Tyche unternimmt er den beschwer- lichen Marsch längs der pamphylischen Küste;) von ihr ver- plendet eilt er durch die gedrosische Sandwüste.) Kaikilios. Die Schnelligkeit, mit der Alexander seinen Siegeszug zur Ausführung brachte, charakterisiert der geist- reiche sizilische Rhetor Caecilius durch den Vergleich: Isokrates habe zur völligen Fertigstellung des Panegyrikus gerade so viel Zeit gebraucht als Alexander zur Unterwerfung von ganz Asien.*) Theon. Nach Theon von Alexandria,“) der um diese Zeit geschrieben haben mag, ist Alexander der jugendliche Recke ¹⁰) und— ein ganz neues Motiv— ein Verächter des Reich- tums(kynische Quelle!).¹¹) Mehr in einem Lobe des Diogenes gipfelt die Anekdote, Alexander habe zu Diogenes, den er in der Ruhe gestört habe, gesprochen o5 10 FTνννινν εεν 011„& ν ãvga, worauf dieser witzig erwiderte„2ο ao venerer9dρανσα ναα oοσα—μεινμ ε‿ν ⁴) (433, 25). ¹) Strab. XV,. 2, 7(615, 22).*) Strab. I, 2, 1(11, 38).) Strab. IIl, 5, 5(142, 16). 4) Strab. XV, 1, 5 585, 28).) Strab. III 1. 27 (508, 46). 6) Strab. XIV, 3, 9(569, 11).*) Strab. XV, 1, 5 685, 31). s) Longin, de sublim. IV, 1 p. 14 Weisk.*) Theon von Alexandria ist wohl identisch mit dem Stoiker Theon, der unter Augustus lebte. Vgl. Hoppichler, de Theone Hermogene Aphthonioque progymnasmatum scriptoribus, Würzburg 1884. Die Progymn. sind gedruckt in den Rhet. Gr. 1, 145— 257 Walz, II, 57— 130 Spengel. Zitiert ist, hier nach der Ausgabe von Walz. 10) Progymn. VIII, 41. 11) Progymn. V, 29: 6 ν ¶mMake- 66 νυυꝙ Sαοενς, ανοαααοονμεος mπι νυν eέυ νυdyνεν Zoναa, einev, d⁴⁴⁶ radra od 6ννουυάνοοον⁶ε KOOO. ¹²) Progymn. V, 28. — 56— Tiberius und Caligula. Unter Tiberius ist die literarische Fehde über Alexanders kriegerische doeri¹j zu Ende. Das Thema hat seine Anziehungs- kraft verloren. Die Griechen mochten bald eingesehen haben, daß sie mit ihrer Opposition nichts erreichten, vielmehr ihre Lage verschlimmerten; sie stellten deshalb den literarischen Kampf ein, so daß die Bewegung von selbst erlosch. Nur hin und wieder sieht man sich veranlaßt, je nachdem der Charakter der Schriftstellerei es mit sich brachte, zu Alexander Stellung zu nehmen. ¹) Römer. Seneca rhetor.„Die Ländergier Alexanders“ scheint ein beliebtes Schulthema in den Rhetorenschulen gewesen zu sein. In der ersten Suasorie des älteren Seneca ist uns noch ein solches Thema erhalten. Von demselben Rhetor ist uns noch eine andere Suasorie überliefert mit dem Titel Deliberat Alexander Magnus an Babylona intret, cum denuntiatum esset illi responso auguris periculum'. Die Todesfurcht des Makedonen wird hier besonders betont. Velleius Paterculus. Nach Velleius Paterculus ist Alexander der richtige Soldatenkönig, der aus Liebe zu seinen Soldaten jedem der in seiner Schwadron am Granikus gefallenen Reiter durch Lysippos eine Statue errichten läßt,²) und in seiner Abstammung, Menschenfreundlichkeit und Hochherzigkeit C. Julius Caesar vergleichbar, nicht aber in seiner*racundia: und'ebrietas'.²) Die Erwähnung der beiden letzten Eigenschaften sollen kein Hieb auf Alexander sein, sondern das Kompliment Caesar gegenüber erhöhen. Valerius Maximus. Das Urteil des Valerius Maximus ist im ganzen ein günstiges. Eine Eigentümlichkeit seines ¹) Kaiser Caligula scheint auch zu den Alexanderromantikern gehört zu haben. Vgl. Sueton, Caligul. IV, 52. gestavit interdum et Magni Alexandri thoracem repetitum e conditorio eius'. 2) Vell. Paterce. I. 11. 3 u. 4. ³) hist. Rom. II, 41, 1 ff. Bei Velleius Paterculus findet sich zum erstenmal der Vergleich zwischen Caesar und Alexander. Plutarch hat ihn wieder aufgegriffen und weiter ausgebaut. Stiles ist es, daß er im Guten und im Bösen übertreibt und Lob und Tadel möglichst drastisch und überschwänglich zum Ausdruck zu bringen sucht. In schmählicher Verleugnung seines Vaters Philipp läßt sich der ruhmbegierige Alexander regis et iuvenis flagrantissimae gloriae cupiditatis', der ein pectus laudis insa- tiabile' gehabt hat,¹) mit Wissen und Willen zum Sohne Juppiter Ammons ernennen. Durch Annahme der persischen Gebräuche spricht er seinen vaterländischen Sitten Hohn.²) Eine Folge seines jähzornigen Charakters ist die eigenhändige Ermordung des Kleitos, die Hinrichtung des Kallisthenes, die grausame Behandlung des Lysimachos. ¹) Aber diesen Verfehlungen und Gebrechen steht eine viel größere Zahl seltener Tugenden und Vorzüge gegenüber. Wiß- begierig hört er die gelehrten Vorträge des Philosophen Anax- archos über Himmel und Erde.¹) Mit reichen Mitteln stattet er die Jünger der Wissenschaft aus.) Groß ist sein Verständnis in künstlerischen Fragen. Nur von Lysippos läßt er sich in Stein oder Erz aushauen, nur von Apelles läßt er sich malen.¹) Standhaft zeigt er sich auf dem Krankenlager in Tarsos; un- geachtet der Verdächtigungen Parmenios trinkt er den ihm von seinem Arzte Philippos gereichten Trunk, wozu der Verfasser bemerkt-pro quo tam constanti erga amicum iudicio dignissi- mam a dis immortalibus mercedem recepit, qui incolumitatis eius praesidium falso interpellari iudicio noluerunt'.) Einen Beweis seiner edlen Freundschaft zu Hephaestio, die keinen körperlichen und geistigen Unterschied zwischen ihnen auf- kommen läßt, gibt er in dem Zelte der gefangenen persischen Königsfamilie.) Unendlich groß ist seine humanitas gegen seine Soldaten. In kalter Winterszeit am Lagerfeuer sitzend erblickt er einen vor Kälte erstarrten makedonischen Veteranen; sofort erhebt er sich von seinem Sitze und heißt ihn sich hinsetzen.*) Auf dem Sterbebette, in glühender Fieberhitze liegend, streckt ¹) Val. Max. VIII, 14 ext. 2. 3.*) Val. Max. IX, 5 ext. 1.) Val. Max. IX, 3 ext. 1. ⁴) Val. Max. III, 3 ext. 4. ⁵) Val. Max. IV, 3 ext. 3. 4. Val. Max. VIII, 11 ext. 2.* Val. Max. III, 8 ext. 6. ³) Val. Max. IV, 7 ext. 2. ³⁴) Val. Ma x. V. 1 ext. 1. 58 er seine Rechte den Soldaten zur Berührung hin. Uberwältigt von diesem erhabenen Schauspiel, fügt Valerius Maximus die Worte hinzu'quis autem illam(scil. manum) osculari non cur- reret, quae iam fato oppressa maximi exercitus complexui hu- manitate quam spiritu vividiore suffecit?*˙¹) Manilius. Seine Bedeutung verdankt Pella nach Manilius dem Umstande, daß dort Alexander geboren wurde,²) der größte Herrscher seines Geschlechtes. ²) Pomponius Mela. Nach Pomponius Mela, der vermut- lich unter Claudius schrieb, ist Alexander»domitor Asiae'. ¹) Sein Verdienst ist der glückliche Ausgang der nobilis inter Persas et Alexandrum pugna' am Granikus und bei Issos für die Makedonen. 5) Griechen. Apion Oasita. Als Tugendbold zar' ssoxiν, schon mehr im Sinne des kynischen Ideals, scheint Apion in seinem sya lν ⁴εενον Alexander gepriesen zu haben. Er sagt näm- lich von ihm, er habe nach der Schlacht bei Issos die Gemahlin des Darius sich nicht einmal vorführen lassen, obwohl sie durch ihre Schönheit berühmt gewesen sei.R¹) Claudius. Nero. Claudius scheint kein großer Alexanderfreund gewesen zu sein, wenn die Nachricht des Plinius richtig ist, er habe einem Alexanderportrait Alexandro in curru triumphante', das Augustus an hervorragender Stelle in seinem Forum hatte aufstellen lassen, das Gesicht wegnehmen und durch den Kopf des Augustus ersetzen lassen.)) Dieser Gesinnung des Kaisers entspräche passend die astronomic. IV, 688'et rege vel uno princeps Pella domus’. ¹) Pomp. Mel. de chorogr. II, 34. ⁵) de chorogr. I, 98; 70. ⁶) Apion. frg. 26. Nach frg. 15 zu schließen, scheint er darin auch erwähnt zu haben, Alexander habe die Juden zur Niederlassung in Alexandria gezwungen, wogegen Flavius Josephus polemisiert. 3) Plin. n. h. XXXV, 94. — 50— Tendenz der Alexandergeschichte des vermutlich unter Claudius schreibenden Curtius, die sich ebenbürtig an die Alexander- polemik des Livius anreiht. Von Nero wird berichtet, daß er einen Zug nach dem Kaspischen Engpaß gegen die Albaner plante und die zu diesem Zwecke ausgehobene Riesengarde Alexandri phalanx nannte; ¹) ferner daß er eine Alexanderstatue vergolden, später aber das Gold wieder abnehmen ließ, da das Original wertvoller war. ²) Die römischen Schriftsteller dieser Zeit, vor allem Seneca und Lucan, haben im Gegensatz hierzu Alexander in einer Weise herabgesetzt, daß keine einzige gute Eigenschaft mehr an ihm blieb. Den Grund dieser merkwürdigen Erscheinung werden wir später zu erörtern haben. Die griechischen Schriftsteller haben sich, soviel wir wissen, um Alexander nicht gekümmert. Römer. OGurtius Rufus. Vermutlich unter Claudius hat Curtius Rufus seine Alexandergeschichte geschrieben.) Die Grundlage seines Werkes in Tendenz und Quellen bildet eine Bearbeitung des Kleitarchos, wahrscheinlich dieselbe wie die des Trogus. Daneben hat er, über ihn hinausgehend, Diodorisches und Arri- anisches Material verarbeitet. ¹) Ganz neu ist das Problem für uns, ob Alexander dem „Glücke“ oder der„Tapferkeit“ seine Erfolge zu verdanken habe. Die Lösung dieser Frage macht eigentlich das innerste Wesen der Alexandergeschichte des Curtius aus. Es ist ein großer Kampf der röxn' und ãgeri“, der sich vor unseren Augen abspielt und mit dem Siege der röxi fast auf der ganzen Linie endet. Wie ein Dämon heftet sie sich den Fersen Alexanders an,s) errettet ihn mehr als einmal vom Tode,) beschützt ihn, wenn er tollkühn sich in Gefahren stürzt, und läßt ihn sterben, bevor er einen Mißerfolg erlitten hat.) Nur selten gelingt es ¹) Suet. VI, 19; Tac. hist. 1, 6; Di0 63, 8. ²) Plin. n. h. XXXIV, 63. z) Vgl. E. Schwartz, Curtius' bei Pauly-Wissowa IV, 2, 1871 ff. 4) Vgl. R. Petersdorff, Eine neue Hauptquelle des Q. Curtius Rufus, Hannover 1884; A. Rüegg, a. a. O. S. 46 ff. ³) Gunt. III, 6, 17; 8, 20; VII, 7, 28; 7, 30;.... 6 Curt. IX, 5, 1; IV. 16, 22..) Curt. X, 5, 35. — 60— der(doeri', ihre Ansprüche mit Erfolg geltend zu machen. ¹) Curtius ist in dieser Frage nur ein Glied einer unserer Kennt- nis sich entziehenden, langen Entwicklung, deren Anfänge noch in der Regierungszeit Alexanders liegen. Ich erinnere nur an das erste Auftauchen des eëroxijs A45ανσσσν bei Demosthenes.*) Durch den früh erfolgten Tod des Königs und den raschen Zer- fall seines Riesenreiches mußte das Tycheproblem an Bedeutung gewinnen.²) Unmittelbare literarische Zeugnisse dafür, daß schon in der Zeit der Diadochen und Epigonen die Frage der röxn' oder doεr¹h' Alexanders ein beliebtes Streitobjekt gewesen ist, fehlen uns freilich gänzlich. Es ist aber eine ansprechende Vermutung von Schwartz,4) daß dieses Problem besonders in den Rhetoren- schulen der hellenistischen Zeit behandelt wurde, natürlich in den verschiedenartigsten Variationen. Ist dies richtig, so ließe sich dann die Polemik der levissimi Graeculi' um die Mitte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts erklären. Sie haben eben ein beliebtes Schulthema der Rhetorenschulen wieder aus- gegraben— vielleicht war es auch nie völlig aus ihnen ver- schwunden— und ihren Zwecken entsprechend bearbeitet. Gurtius hat es wieder aufgegriffen, aber als echter Römer im Gegensatz zu den levissimi Graeculi' zugunsten der Tyche be- antwortet. Eine weitere Eigentümlichkeit der Curtianischen Darstellung ist das Bestreben, ein günstiges Urteil durch eine nachfolgende moralisierende Betrachtung oder durch Einschaltung eines un- günstigen Motivs zu verdunkeln und zu entwerten. So aner- kennt Curtius Alexanders eclementia' und econtinentia' gegen Gemahlin und Mutter des Darius, verwischt aber den guten Eindruck durch einen unmittelbar folgenden Hinweis auf seine spätere superbiam atque iram'. ⁵) ¹) Curt. IV, 16, 27; ceterum hanc victoriam(bei Gaugamela) rex maiore ex parte virtuti, quam fortunae suae debuit'*) Demosth. ep. I, 1466. ²) Vgl. Demetr. Phal. F. H. G. frg. 19; außerdem E. Rohde, Der griech. Roman u. s. Vorläufer, Leipz. 1900 S. 299 fl. 4) E. Schwartz, Pauly- Wissowa IV, 2, 1881 u. 1889, 13 ff. Er setzt die ersten Anfänge dieses Problems erst in die hellenistische Zeit. Vorher kommen aber schon Demosthenes und Demetrius von Phaleron in Betracht. ⁵) Curt. III, 12, 15 ff. — 61— Umgekehrt sucht er überall da, wo er den Tadel zu stark aufgetragen hat, ihn abzuschwächen. So sucht er die grausame Behandlung des Festungskommandanten von Gaza zu ver- tuschen und einzuschränken durch den Zusatz ealias virtutis etiam in hoste mirator'. ¹) Von der alexanderfeindlichen Tendenz seien nur die Haupt- momente hervorgehoben. Grausam wütet er in Tyros.²) Ganz allmählich, in dramatischer Steigerung, wie bei Justin, wächst seine Hinneigung zum Persertum.) Mit dem Kostümwechsel tritt eine Veränderung in seiner Gesinnung ein.¹) Er wird zum asiatischen Despoten, findet sein größtes Vergnügen in zur Unzeit veranstalteten Banketten, Spiel, Trinkgelagen, Nacht- schwärmereien und würdigt sich durch Nachäffung persischer Sitten zum erbärmlichen Sklaven des besiegten Persien herab. Grausam unterdrückt er jede Opposition. Philotas verzeiht er anfänglich seine Schuld,5) läßt ihn aber später nebst seinem Vater hinrichten, nachdem er ihm auf der Folter alle möglichen Schuldbekenntnisse abgepreßt hat.) Wie ein feiger Mörder stößt er den Kleitos aus dem Hinterhalt nieder, nachdem er sich von der Tafel entfernt hatte.) Ein Opfer blutiger Tyrannei ist Kallisthenes.“) Gemeine Sinnlichkeit ist die Ursache seiner Heirat mit Roxane. Maßloser Ehrgeiz und seine krankhafte Ruhmbegierde sind die Triebfeder seiner Eroberungen.“) Der Ruhm geht ihm über alles; nach dem Ruhme und nicht nach Jahren berechnet er die Dauer seiner Regierung; ihm opfert er das Blut seiner Soldaten, ihm zuliebe setzt er sein eigenes Leben aufs Spiel, scheut nicht die größten Mühen und Gefahren, erträgt Hunger und Kälte, Durst und Hitze. Kriechende Schmeichelei ist ihm erwünscht, ¹⁰) und blinder Aberglauben leitet ihn viel- fach in seinen Entschlüssen. ¹¹) Nur selten leuchtet in dieser Nacht der Fehler und Laster Gurt. IV. 6. 26.*) Curt. IV, 4, 13 ff.*) Cupt. IV, 10. 3; VI. 2, 1 ff.; 6, 1 ff. 2) Cunt. VI, G, 4 ff.*) Gunt. VI. 7 2S.) Cunt. VI, 11) Curt. VIII, 1, 49. ³) Curt. VIII, 6, 24/⁄25 f. Die grausame Behandlung des Lysi- machos verweist er in das Reich der Fabel VIII, 1, 17, um mit seinem kritischen Verständnis, zu prahlen. ⁹) Curt. IX, 2, 9; 2, 11 ff.; VII, 8, 12 ff. 1)) Curt. VIII, 5, 8. u1¹) Curt. IV, 6, 10 ff,; VII, 7, 16 ff. — 62— der Stern der Tugend. Edelmütig ist sein Verhalten gegen die Mutter des Darius ¹) und den Fürsten Poros,²) groß ist seine Freigebigkeit und Milde, seine Tapferkeit und sein Talent.) Die Alexanderpanegyrik ist für den Rhetor und Moralisten Curtius durch Umbiegen der Pointe ein Mittel zur ungünstigen Beurteilung Alexanders. Für ihn ist die Schleifung des Kom- mandanten von Gaza nur ein Zug seines grausamen Charakters,) seine Ernennung zum Gott im Ammonium ein von ihm insze- nierter Betrug,?) seine Begegnung mit der Amazonenkönigin nur die erwünschte Gelegenheit für die Befriedigung seiner Sinn- lichkeit⁶) u. dergl. mehr. Im übrigen ist Curtius Werk, seinem novellistischen Cha- rakter entsprechend, durchsetzt mit geographischen und kultur- geschichtlichen Exkursen, Anekdoten und rhetorischen Detail- schilderungen. Den rhetorischen Standpunkt des Verfassers verraten die zahlreich eingelegten Reden. Seneca. In seinen philosophischen Schriften hat Seneca ein Bild von Alexander entworfen, wie es schwärzer nicht ge- dacht werden kann.) Vaesanus iuvenis, latro gentiumque vastator, tam hostium pernicies quam amicorum,s) homo super mensuram iam humanae superbiae tumens,?) tumidissimum ani- mal', ¹⁰) das sind die Schmeicheleien, mit denen Alexander von Seneca überschüttet wird. Mit der feritas'— eines Barbaren- königs— ermordet er Kleitos beim Mahle und wirft Lysimachos dem Löwen vor. ¹¹) Völlig interessenlos zeigt er sich gegenüber der Wissenschaft. Ungebildet ist er bis zum höchsten Grad, denn es sei eines gebildeten Menschen unwürdig, erlittene Schmähungen mit dem Tode zu bestrafen. ¹²) Hoch über ihm stehen Sokrates und Diogenes. Sie sind weit reicher als Alexander in ihrer Bedürfnislosigkeit und Zufriedenheit, weit mächtiger in ihrer 1¹) Curt. III, 12, 6 ff.; IV, 10, 23.*) Curt. VIII, 14, 45. ³) Curt. V, 7, 1 ff. 4) Gurt. IV, 6, 29.*) Curt. IV, 7, 28 f.) Curt. VI, 5, 24 ff. Eine chrono- logische Betrachtung des Alexanderportraits, wie bei Cicero, hat für Seneca keinen Zweck, da sie keine merklichen Unterschiede ergibt.) Senec. de benef. I, 13, 1. 9) de benef. V, 6, 1. ¹⁰) de benef. II, 16,1. 1¹¹) de ir.(3) V, 17, 1; de clement. I, 25, 1; de ir.(3) V, 23, 1. ¹⁷) de ir.(3) V, 23, 1 f. — 63— Leidenschaftslosigkeit.“) Ihnen gegenüber ist er nur pauper', der, je mehr er sich wünscht, desto weniger besitzt*) und in falschem Ehrgeiz sich den unverdienten Beinamen eines Großen beilegt, obwohl er bei seiner Beschäftigung mit der Geometrie erkannte oder hätte erkennen sollen, daß die Länder, die er unterworfen, nur ein kleiner Teil der großen Erde seien.*) In seiner esuperbia' erkühnt er sich sogar, sich Herkules gleichzusetzen. O der Torheit! Dieser zog als malorum hostis, bonorum vindex, terrarum marisque pacator' in der Welt um- her, er aber verbreitet auf seinen Feldzügen nur Schrecken und Unglück, und endlos ist seine ecrudelitas' immanium ferarum modo, quae plus, quam fames exigit, mordent',*) die ihn seiner mit Hilfe der-felix temeritas' ⁵) errungenen Siege nicht froh werden läßt. Seinem Leben entspricht auch sein Tod, der eine Folge seines ausschweifenden Lebens, seiner'ebrietas' und eintemperantia' war.) Dieser durchaus absprechenden Charakteristik Alexanders steht nur das Lob seiner kriegerischen Tüchtigkeit,“) seiner econstantia' gegenüber dem Arzte Philippos trotz der Verleum- dungen seiner Mutters) und der Verleugnung seiner Göttlichkeit gelegentlich der Belagerung der Stadt der Maller gegenüber.“) Lucanus. Ahnlich wie Seneca urteilt sein Neffe Lucanus. Da ist Alexander die Pellaei proles vaesana Philippi' und das rterrarum fatale malum fulmenque, quod omnis percuteret pariter populos, et sidus iniquum gentibus', das durch seine felix teme- ritas' sich den ganzen Erdkreis unterwirft. Nicht hemmen ihn Wasser und Feuer, nicht Libyens Sandwüsten, nicht Syrticus Ammon'. Ja selbst die Pole hätte er umgangen und aus des Niles Quellen getrunken, wenn der Tod ihn nicht überrascht hätte; er allein machte seinem furor bellicus' ein Ende und war die Ursache des Zerfalles seines Weltreiches sed cecidit Babylone sua Parthoque! verendus'. ¹⁰) ¹) Senec. de benef. V, 4, 3/4; 6, 1; VII, 2, 5; 3, 1. ²) epist. XX, 119, 7; de benef. V, 4, 4. ₰ epist. XIV, 91, 17. ¹) epist. XV, 94, 62/63; de benef. I, 13, 1ff.*) epist. XIV, 91, 17; de benef. VII, 3, 1. ₰ epist. XII, 83, 23; de benef. I, 13, 1 f.*) epist. XIX, 113, 29. ³) de ir.(2) IV, 23, 2/3.*) epist. VI, 59, 12. ¹) Lucan. X, 14 ff. — 64— Vespasianus. Titus. Domitianus. Vespasianus war eine praktisch angelegte Natur. Der Wissenschaft stand er nicht feindlich gegenüber, solange sie in nationalen Bahnen wandelte. Als aber die Stoiker aus ihrer antimonarchischen Gesinnung kein Hehl machten, verwies er sie aus Rom. Sein Sohn Titus hat offenkundig die Literaten begünstigt. Domitianus hat den Segen der Literatur durchaus aner- kannt, aber wie Nero die überlegenen Geister mit seiner Un- gnade verfolgt. Viel hatten die Geschichtsschreiber unter ihm zu leiden, besonders wenn sie wie Rusticus Arenus und Herennius Seneco oppositionelle Gedanken verbreiteten. Schmeichler wie Martial und Statius feierten damals Triumphe, während die wahrheitsliebenden Schriftsteller verstummten. In solchen Zeiten war es sicherer, auf Alexander zu schimpfen oder nur ganz versteckt und maßvoll sein Lob zu singen. Römer. Plinius. Plinius hat seinem Werke entsprechend haupt- sächlich die geographischen und ethnographischen Berichte der Alexanderschriftsteller verwertet. Aber hin und wieder hat er sich auch über Alexander geäußert. Nach seiner Meinung ist Alexander ein bellator et militia sordidus'*.¹) Weithin erstrahlt der Glanz seines Ruhmes und seiner Erfolge.²) Anerkennenswert ist seine Liebe und Hochachtung vor den Wissenschaften;) eifrig liest er Homer,¹) ehrenvoll behandelt er Pindar ⁵) und Aristoteles.)) Groß ist seine Freigebigkeit gegen seine Freunde und seine econtinentia' gegenüber schönen Frauen. Der Hof- maler Apelles, den er beauftragt hatte, Pancaspe, die sich durch die Schönheit ihrer Gestalt vor allen übrigen Damen seines Harems auszeichnete, in völliger Nacktheit zu malen, entbrannte in Liebe zu ihr. Als der König dies merkte, schenkte er sie ihm, ohne sich durch die sehnsüchtigen Blicke seiner Geliebten ¹) Plin. n. h. VII, 108.*) Plin. n. h. VII, 95.*) Plin. n. h. VIII, 44. 4) Plin. n. h. VII, 109. 5) Plin. n. h. VII, 109. 9) Plin. n. h. VIII, 44. — 65— in seinem Entschlusse wankend machen zu lassen magnus animo, maior imperio sui, nec minor hoc facto quam victoria aliqua'.¹) Andrerseits ist er durch seine Unmäßigkeit im Trinken zum Mörder seiner Freunde geworden prorsus ut iure dici potest, neque viribus corporis utilius aliud, neque voluptatibus perni- ciosius, si modus absit.*²) Frontinus. Alexander als trefflichen Strategen, der in jeder Lage sich zu helfen wußte, hat in edler soldatischer Be- geisterung Frontinus gepriesen.*) Valerius Martialis. In Martials Augen ist er der Tyrann von Pella qui cito perdomito victor in orbe iacet'.¹) Statius. Uber Alexander wird Domitianus von Statius gestellt, eine Schmeichelei, die diesem sehr gut tun mochte.“) Im übrigen ist Alexander für ihn der große Eroberer, ⁶) der durch seinen übermäßigen Weingenuß in Babylon ein unrühmliches Ende gefunden hat, eine Beute des wechselnden Geschickes.) Silius Italicus. Durch den Mund des Zamasiegers Scipio hat Silius Italicus Alexander als Gottkönig und uner- reichtes Feldherrnideal gefeiert“tellure vagus qui victor in omni cursu signa tulit'.8) ) Plin. n. h. XXXIV. 85 ff. 2) Plin. n. h. XIV,. 58.) Frontin, Strategemat. I, 4, 9; 7, 7; 11, 14; II, 3, 19; 5, 17; 11, 3. 4) Mart. epigr. IX. 43. 5) Stat. silv. I, 1, 84 ff. ³⁶) Stat. silv. IV, 6, 59 ff.) Stat. silv. III, 2, 117 f: Duc(Scil. Isi Maecium) et ad Emathios manes, ubi belliger urbis Conditor Hyblaeo perfusus nectare durat.“ Stat. II, 7, 90 ff: O numquam data longa fata summis! Cur plus, ardua, casibus patetis? Cur saeva vice magna non senescunt? Sic natum Nasamonii Tonantis Post ortus obitusque fulminatos Augusto Babylon premit sepulcro.“ *) Punic. XIII, 762 1f....... Libyci certissima proles Hammonis, quando exuperat tua gloria cunctos Indubitata duces, similique cupidine rerum Pectora nostra calent, quae te via, scire, superbum Ad decus et summas laudum perduxerit arces.“ Ille(Alexander) sub haec: Turpis lenti sollertia Martis Audendo bella expedias: pigra extulit artis Weber. 5 — 66 Quintilianus. Nach Quintilian ist der Makedonenkönig ein fein gebildeter Mensch, der eine treffliche Erziehung ge- nossen hat.¹) Und doch haben seine Erzieher ihm manche „vitia' anerzogen quae robustum quoque et iam maximum regem ab illa institutione puerili sunt persecuta.*²) In richtiger Weise versteht es Alexander, Belohnungen auszuteilen und das rechte Maß und Ziel zu beobachten.)*) Bruttius. Im Romanstil hat in dieser Zeit Alexander auf römischer Seite Bruttius behandelt. ⁵) Griechen. Flavius Josephus. Eine sonst nirgends in der antiken Alexanderliteratur bezeugte Episode berichtet Flavius Josephus, nämlich die für die Juden höchst ehrenvolle Anwesenheit Alexanders in Jerusalem. Von Tyros aus läßt ihnen Alexander den Befehl zur Unterwerfung zugehen. Auf dem Wege nach Jerusalem trifft er auf den Hohenpriester, der auf Geheiß Gottes an der Spitze der Priester und des Volkes in weißen Kleidern Alexander entgegengezogen ist. Durch diesen erhabenen An- blick tief ergriffen, fällt der Makedonenkönig vor dem Hohen- priester nieder, betet den Gott der Juden an und erzählt darauf, der Judengott sei ihm schon in seiner Heimat in Gestalt des Hohenpriesters erschienen. Sodann zieht er nach Jerusalem, opfert im Tempel nach jüdischem Ritus, woselbst man ihm die auf ihn bezüglichen Stellen in den Weissagungen Daniels zeigt, und erteilt den Juden eine Reihe von Privilegien, u. a. den Erlaß der Steuern im Sabbatjahre.“) Andrerseits scheint Flavius Josephus an der oöxy Alexanders festgehalten zu haben.) Haud umquam sese virtus tu magna gerendi Praecipita tempus; mors atra impendet agenti. Tlace effatus abit................. ¹) Instit. orat. I, 1, 23/24. ²) Instit. orat. I, 19. ²) Instit. orat. II, 20, 3. ⁴) Instit. orat. V, 10, 111— 119 zeigt die Verwendung der Taten Alexanders für rhetorische Zwecke. Wahrscheinlich sind die declamationes' nicht von Quintilian. In declamat. 323 erhält Alexander die sehr an Seneca er- innernden Beinamen Vastator agrorum', iuvenis concitati ac temerarii'. ³) Bruttius, frg. 2(H. Peter, F. H. R. Lips. 1883 S. 376). ⁶) Flav. Jos., Antiquitat. Jud. XI, 317 flf.*) Flav. Jos., de bell. Jud. V, 465. — 67— Antonius Diogenes. Die Parallele zu Bruttius auf griechischer Seite ist Antonius Diogenes. ¹) UÜberblick. Die Alexanderliteratur im Anfang dieser Epoche steht im Zeichen einer literarischen Fehde. Im Gegen- satz zu der nationalen griechischen Bewegung, die in Alexander den Ausbund eines Helden im edlen Sinne des Wortes erblickte und in seinem allzufrühen Tod die wahre Ursache der römischen Macht und Herrlichkeit sah, hat die römische Alexanderliteratur das Bestreben, aus dem kühnen Recken Alexander einen ver- weichlichten asiatischen Despoten zu machen. Man sucht dies auf zwei Wegen zu erreichen, indem man einmal die alexander- feindliche Tendenz wieder zu Ehren bringt, zum andern pane- gyrisches Material zu Alexanders Ungunsten entstellt. Hatten ferner die Gegner mit dem Glücke Roms gearbeitet, so suchte man ihnen mit gleicher Münze heimzuzahlen. Alexander wird zu einem Günstling der ¹zöxy', die seine persönliche Tapferkeit völlig absorbiert. Dieser Chauvinismus der römischen Historiker macht sich auch bei einem großen Teil der übrigen römischen Schriftsteller geltend und zeigt, wie tief die Bewegung ging. Nur hin und wieder erscheint Alexander in der Gestalt eines trefflichen Soldatenkaisers, Gottkönigs oder eines gepriesenen Judenfreundes. Die griechische Literatur nimmt eine mehr passive Stellung zu Alexander ein. Ganz neu ist der Typus Alexanders als Entdeckungsfahrer sowie das Abschieben einiger sogen. Fehler auf die Erzieher und die Stilisierung im Sinne der kynischen Lehre. In die Romanschriftstellerei haben Griechen und Römer ihn aufgenommen und wohl in weiteren Kreisen verbreitet. ¹) Anton. Diog. 7νάν Seππαν Ooi‿ιν dniοταιν 1⁶νι 12. Kapitel VI. 100— 200. Das zweite Jahrhundert n. Chr. Nerva. Traianus. Hadrianus. Mit der Thronbesteigung Nervas und Trajans brachen bessere Zeiten für die Literatur an. Die αν̈§οεαον hielt in Rom wieder ihren Einzug, und die Schriftsteller, die die düsteren Zeiten Domitians von der Schriftstellerei abgehalten hatte, griffen wieder zur Feder. Gleichzeitig bahnt sich auch ein Umschwung in der Beurteilung Alexanders an; Alexander feierte seine zweite Renaissance am römischen Kaiserhofe. Trajan, der erste Kos- mopolit auf dem Throne der Caesaren, hat Alexander zum poli- tischen Ideal seiner Regierung gemacht. Wie dieser zieht er nach dem Orient, opfert in Ilion,¹) hält sich in Babylon im Sterbezimmer Alexanders auf, bringt ihm ein Opfer dar ²) und preist ihn glücklich wegen seines Zuges nach Indien. Ja er sucht Alexander noch zu überbieten. In einem Schreiben an den Senat rühmt er sich, er sei noch weiter vorgedrungen als Alexander,³) und drückte damit, wie Hirzel sagt, der Alexander- politik das offizielle Siegel auf. 4) Diese aktive Emporhebung Alexanders an höchster Stelle war weniger nach dem Geschmack der römischen Schriftsteller. Desto mehr nützten die Griechen die günstige Konjunktur aus; sie hofften, unter dem Schutze des griechisch gefärbten kosmopoli- tischen Alexanderkönigtums Trajans literarische und politische ¹) Vgl. Dio Cass. hist. R. LXVIII, 30, 1. ²) Vgl. Dio Gass. hist. R. LXVIII, 30, 1. ³) Vgl. Dio Cass. hist. R. LXVIII, 29, 1. ⁴) Vgl. Hirzel, Dialog II S. 71. ☛ — — 69— Vorteile einzuheimsen. Doch nicht lange sollte ihre Freude und ihr Jubel dauern. Schon unter Hadrian kam das Alexander- königtum wieder außer Mode. Römer. Tacitus. Eine größere Charakteristik von Alexander hat Tacitus nicht gegeben oder, besser gesagt, ist uns nicht erhalten. Nur an einer Stelle tritt Alexander als der Antipode des Ger- manicus auf. Seine Grausamkeit gegen seine Freunde, seine Unmäbßigkeit in Vergnügungen, seine polygamischen Neigungen und seine temeritas' werden in scharfen Gegensatz zu dem sanften und maßvollen Charakter des Germanicus, der Lieblings- gestalt des Tacitus, gesetzt. ¹) Juvenalis. Juvenalis stellt die Unbeständigkeit der Größe Alexanders uvenis Pellaei“ ²) der glücklichen Zufrieden- heit des Diogenes gegenüber.) Suetonius. Einzig in seiner Art steht das Lob Suetons da, Alexander habe sich um die Anlegung von Biblio- theken große Verdienste erworben. ¹) Griechen. Plutarchos. In Plutarchos lernen ⁵) wir einen begeisterten Verehrer Alexanders kennen. Von ihm sind uns ein Sios A4e- 1) Tacit. annal. II, 73. 2) Ju v. sat. X, 168 ff.: „Unus Pellaeo iuveni non sufficit orbis, Aestuat infelix angusto limite mundi, Ut Gyari clausus scopulis parvaque Seripho; Cum tamen a figulis munitam intraverit urbem, Sarcophago contentus erit. mors sola fatetur, Quantula sint hominum corpuscula.... 3) Juv. sat. XIV, 308 ff.:... Dolia nudi Non ardent cynici; si fregeris, altera fiet Cras domus, adque eadem plumbo commissa manebit. Sensit Alexander, testa cum vidit in illa Magnum habitatorem, quanto felicior hic, qui Nil cuperet, quam qui totum sibi posceret orbem, Passurus gestis aequanda pericula rebus'. ¹) Sueton., de vir. illustr. frg. 102. ⁹) Eine eingehende Besprechung der — 70— 2dνισνσν dessen Parallele der Slos Kalodoos' ist, und zwei ¹) rhetorische Abhandlungen egl zis AAeëεαeννσοα τνπmα dgerije erhalten. In der Alexandervita kommt es Plutarch darauf an, das mos' Alexanders möglichst naturgetreu wiederzugeben oöte„d ioroꝑiac yodꝓσονεer' dlld Sious'.)) Aus den œodεεα Alexanders wählt er deshalb nur so viel aus, als für die Charakterisierung notwendig ist. Die Folge ist, daß den Hauptbestandteil der Alexanderbiographie anekdotenhafte Erzählungen ausmachen, und daß Plutarch rein sachliche Historiker oder Obtrektatores Alexanders ausgeschaltet und heroisierende Biographen und Verfasser von fabulosen Romanen herangezogen hat. In der Tendenz seines Werkes verfolgt Plutarch gerade das entgegengesetzte Ziel wie Justin und Curtius. Beide ins Nega- tive übersetzt ergeben ungefähr das Alexanderbild Plutarchs. Die*ιωσννmνν,uesydo&vxia', 6a' und ägeri' sind die Grund- züge des Charakters des Makedonenkönigs Sre οε v rds ndeεεις οdα OvO εννον, Od Snos, od ι τι, d„⁴μαος, 05 déα, aœ⁵ᷣᷣn dlou rgarνς, eréose. 4¹⁴ο ε Si, d“ Hicoοαςα οαeνν ααντdσηασ, πdéeioευν οα ⁵μάſνoτυνπεςdeεεν sνεdνzοεν.) So sollte man bei Plutarch als Hauptquelle das panegyrische Material verwendet glauben. Es ist auch verwendet, aber er hat es mit einer gewissen Besonnenheit und Kritik verwertet, niemals aber, wie Justin und Curtius es getan haben, für die Herabsetzung Alexanders. ¹) In der rhetorischen Abhandlung Uber Alexanders Glück Alexandervita und der rhetorischen Abhandlungen hat vor kurzem A. Rüegg in einem Nachtrag zu seiner Dissertation gegeben: A. Rüegg, Das Verhältnis Plutarchs und Arrians zur ungünstigen Auffassung Alexanders des Großen in der Geschichtsschreibung des Altertums, Bridge of Allan(Schottland) 1907. Ich beschränke mich deshalb hier auf das Notwendigste. Ausführ- licher soll betrachtet werden, wie Plutarch außerhalb der beiden oben ge- nannten Schriften über Alexander urteilt. ¹) Die zweite Abhandlung stammt wohl von einem Nachahmer Plutarchs, wie Weber im Genethliacon Gotting. p. 84 ff. und Zuretti in Rivista di filol. XXI p. 385 ff. gezeigt. Ihre Echtheit sucht Nachstädt, De Plutarchi declamationibus quae sunt de Alexandri fortuna, Berl. 1895, zu erweisen. ²) Plut. vit. Alex. 1.*) Plut. vit. Alex. 23. 4) Plut. vit. Alex. 17, 3 ff., 38; 46... — 71— oder Tapferkeit' erscheint Alexander als durch und durch ge- bildeter Philosoph, der seine philosophischen Grundsätze in die Wirklichkeit umsetzte, indem er überall in Asien die hellenische Kultur verbreitete und im Sinne der Stoa eine Vermischung der Makedonen und Barbaren anstrebte.¹) Nicht als Günstling der Tyche, sondern durch seine persönlichste Tapferkeit hat er den Erdkreis erobert unter unendlichen Mühen und Beschwerden, wie sie außer Herakles kein zweiter erduldet hat. ²) In den zerstreuten Notizen über Alexander außerhalb der Alexandervita und der rhetorischen Abhandlungen wird der Makedonenkönig von Plutarch weit ungünstiger beurteilt. Betrachten wir zuerst die Viten. Auf der einen Seite ist Alexander ein kluger und tapferer Feldherr,²) der alle Könige seines Geschlechtes bei weitem übertroffen hat ⁴) do s πQέιοτον jod òuvyduεᷣ œd ueysαo“ oνs τοε.!) Auf der anderen Seite beherrscht ihn eine νμομα dmπσηασ υνσυmσαο doꝝνν α πεοα uavnjs nuννυιμ⁵ rονν ποσο τον evα νασ έμ⁶ιτον.) Und kaum hat er sein Ziel erreicht und den Thron des Darius eingenommen A416⁶ονν εν 1φᷣ Aaelov νς 2ννμεᷣ ονν— ein trauriger Anblick für einen Griechen—,:) so wird er wankelmütig und launisch.) Allerdings geht er im Gefühle seiner Macht nicht so weit, den Namen eines ανς αα⁵eνν sich beizulegen.*) Maßlos und barbarisch aber ist seine Trauer für Hephaestio oyuoον aoßaoνν du νορνιo aal ddadovelas εειεεε*) Ex stirbt zwar, ohne von der röxiy' verlassen worden zu sein, ¹¹) aber mit ihm geht auch das Reich, das er aufgebaut hat, zugrunde. ¹*) Xhnlich lautet das Urteil in den Moralia, in denen Plutarch u. a. bekennt, daß er ein ausgesprochener Freund Alexanders sei l τ⁴εέεασσοmO6 o! dνν ¶αα⁴ ο˙ ντννεε, 8.μινιμν α! uεεε, mπαα˙5οσι1) Nach ihnen ist Alexander dνοοσςσ euντuvn- uaoο—υᷣ⁴ο eαα eααοσνν̈μρν dααασιςο do ονςα dμαᷣνν zal ꝓoομραη̈ιοε doeπQππο dοαπτινοον—ρσανεαοσεμνοσ.⁴⁴] Er habe im Sinne gehabt, ¹) Plut. de Alex. fort. aut virt. I, 4; 5. 2) Plut. de Alex. fort. aut virt. I, 11; II, 8; 9; 11. ³) Plut. Aemil. Paul. 12. ⁴) Plut. Tit. Flaminin. 7. 5) Plut. Aemil. Paul. 27. ⁴) Plut. Anton. 6.* Plut. Agesil. 15. ³) Plut. Eumen. 2. Plut. Demetr. 25. ¹⁰ Plut. Pelop. 34. ¹¹) Plut. Pomp. 46. ¹2) Plut. Aemil. Paul. 27. ¹⁴ Plut. de sera numin. vindict. 12. ¹⁴) Plut. 22— Italien zu bekriegen unter dem Vorwand, den von den Bruttiern und Lucanern erschlagenen Alexander Molossos zu rächen, in Wirklichkeit aber aus 6 G Ʒερ ᷣl εναμονναεο ‿⁵ovν und in dem Bestreben, die Taten des Dionysos und Herakles zu übertreffen. Ein langer und heftiger Kampf hätte sich wohl zwischen Alexander und den Römern entsponnen, aber siegreich wäre Alexander aus ihm hervorgegangen. Deshalb verdankten sie nur seinem frühen Tod, der Vorsehung der zöxyj, ihre jetzige Macht und Größe. ¹) Im übrigen steht sein Name in guter Er- innerung ²) SvOμαᷣ ᷣ* μάννάηm⁴☛oqOf0_muodéν dyαννυννν νν(nämlich Kyros u. Alex.). Groß ist seine Selbstbeherrschung gegenüber den Frauen,³) bewunderungswürdig seine doerj¹j; ⁴) bitter bereut er die Tötung des Kleitos,?) und anspruchslos ist er in seiner Lebensweise.¹) Diesen Vorzügen stehen eine Reihe von Fehlern und Lastern gegenüber. Grausam tötet er seine Freunde iνοeoο a⁵ντ ᷣoνεν T0ᷣ eοε Kallανέ̈νν aat KAeroνν.) Unmößig ist er im Genuß des Weines,s) maßlos in seiner Ruhm- und Herrschsucht.) In unwürdiger Weise mißbraucht er seine Ge- walt ¹⁰) und leiht niedriger Schmeichelei sein Ohr. ¹¹) Seine εντνναeν aG ⁴νμματεντα Qα daus sind nur eine ᷣα⁵⁴2ωοQoeseiner ⁴οiο, Diogenes dagegen mit seinem ονQ ϋm H e ist dννmτοο aœ e⁴έτοςε†¼½) Gehaßt wird er von vielen, beneidet von niemand. ¹³) Dio Cocceianus. Nach Dio von Prusa ¹) ist Alexander ein trefflicher Feldherr. Seine einzigdastehende Tapferkeit ent- scheidet die Schlacht bei Chaeronea α τοοες dνQυeνοοντοοο ν de fort. Rom. 13. 1) Plut. de fort. Rom. 13.„ Plut. de Isid. et Osir. p. 360 B. 3) Plut. de curios. p. 522 A; de fort. p. 97 D. 4) Plut. mul. virt. p. 242 PE. ⁵) Plut. de virt. mor. p. 449 D. ⁴) Plut. de tuend. san. praec. p. 124 C; Non posse suav. vivi sec. Epic. p. 1099 B.*) Plut. de ir. cohib. p. 458 B; ad princ. inerud. p. 781 A.() Plut. de tuend. san. praec- p. 124 C; de tranquill. an. p. 472 ff.; quaest. conv. I p. 623 E. ³⁹) Plut. de tranquill. an. p. 466 D; de un. in re publ. dom. p. 826 C. ¹⁰ Plut. praec. ger. rei publ. p. 818 B. 11) Plut. quom. adul. ab amic. intern. p. 65 C (günstiger für ihn p. 58 E, 60 B, 65 F); de un. in re p. dom. p. 826 C. ¹⁹) Plut. ad princ. inerud. p. 782 A. ¹) Plut. de inv. et od. p. 538 A. ¹4) Vgl. E. Weber, de Dione Chrysost. Cynic. sectatore, Leipz. Stud. X(1887) S. 154 7— 20, Ou»Oν*.¹) Sein eigenes Verdienst ist die Unterwerfung der unzähligen Völker Asiens. ²) Überall ist er der gute Engel [ôaiμανν) der Makedonen.²) Temperamentvoll und leidenschaft- lich ist er auf der einen Seite*lνοο συνπτιοωνοο OdGà ut o- 216 1*,“) auf der anderen leutselig und herablassend uειστ Ouν⁴αeνμ⁴μέμννοο od—νh εοες mπμιέντ‿ dνννσρανοσνοο ˙ουννου⁵αν(scil. Alyε- „Oνε)„oον εᷣννοο α Ovννα̈☛μ̈νο αααςεεςσεμνν.) Aber auch an Fehlern hat es ihm nicht gemangelt. Er ist ehrgeizig und ruhmsüchtig wie kein zw eiter(dνσσρσισσ ρηά●ᷣ⁴2oοz uGrατοο α m μάαοd dGεννα ε&ρασπμ*ε ◻⁹ In seinem Ehrgeiz geht er sogar so weit, seinen Vater Philipp zu verleugnen obu 5ꝓεοιν ide Salirros Leyéενοε, roõ oòς eœrepeuoero) dεοον rods d*ou e ual dd⁵ee„ovεαε†. Grausam wütet er gegen seine Freunde drεxree Os nal KAeOν 1 οꝙρνꝙ H ιαέεταν ‧ον alαον aal 10„„εοοvra Haguevicora al 1o Odοααα⁴oνꝙ KAdεεένννv³ kl AOiπτοεεαme μέοε(neue Erfindung!) zal Avrinτοον ε‿oueu- αmeασ*⁷ Seine Erfolge verdankt er dem Beistand der Tyche. Sterbend preist er ihre Größe und Unbesieglichkeit. ¹⁰* Unrühm- lich ist sein Ende ‧ν Baßolcvt dves udxν ud ανονμαeτοον 6 Oρσπσιασαιρντενσ 20„eoν.1) FPavorinus. An der Göttlichkeit Alexanders hat Favorinus festgehalten, hat ihm aber einen fabelhaften Stammbaum an- gedichtet. ¹⁷) Memnon. Memnon feiert Alexander als Zerstörer der Persermacht, ¹) der** dardr ⁷»oο ud Baßule yeyovε 10„ S10 dlε6„9 ℳ0εν⁄⁴) 2 bis 160. ¹) Dio Cocc. ‿βϑαοσ⁵. II, 2. ²) Dio Cocc. οε zν ½.(2) LXIV, 21; Dio Gocc. ον ν dꝭμ. XXV, 7 ³) Dio Cocc. eιρ ν daiν. XXV, 6.(Dio schwankt zwischen Philipp un Alexander.) ¹) Dio Cocc. neν Ʒαο. I, 1, 1. ³) Dio Cocc.*εε βας. IV, 1. ⁴) Dio Cocc. xεεα Sao. IV, 4.*) Dio Cocc. xd* zix.(2) LXIV, 20. Seinen Freunden gegen- über offenbart er seine wahre Gaemmün 9νεκς ⁷νᷣονú οος οοσςι †φέοvs, 4là 10516 pe 00 17G Sortv, Sgn, 16 G0», dAlà alu dννιων υνν. 3) Dio Cocc. xsο* εo. I, 1, 6. ⁹) Dio Cocc. eo zuν*½.(2) LXIV, 20. ¹) Dio Cocc. xe*l ⁰x.(2) LXIV, 21. ¹¹) Dio Cocc. eεο oνν.(2) LXIV, 21. ¹ Favor. frg. 49. 13) Memn. frg. 25, 2. 13) Memn. frg. 4. Vielleicht hat, der Verfasser von der offiziellen Tradition nichts wissen wollen, nach der Alexander ein Opfer seiner Trunksucht gewesen ist, und deshalb diesen — 24— Polemon. Aus der Beschaffenheit der Augen Alexanders hat Polemon seinen kühnen, tatkräftigen, ehrgeizigen und ver- gnügungssüchtigen Charakter herausgelesen. ¹) Epictetos. Bei Epictetos tritt die 66EaAO und 60" ²) des töricht und unvernünftig handelnden*) Makedonenkönigs in schroffen Gegensatz zu der Zufriedenheit und Bedürfnislosigkeit des Weisen. Antoninus Pius. M. Aurelius. Antoninus Pius hat, wie seine beiden Vorgänger, die Renaissance der griechischen Literatur begünstigt. Marc Aurel ist sogar als griechischer Schriftsteller an die Offentlichkeit ge- treten, während Commodus, ein grausamer Tyrann, für die Literaten nichts übrig hatte. Die aktive Einwirkung Alexanders auf die kaiserliche Politik, wie sie unter Trajan stattgefunden hatte, hörte unter diesen Kaisern auf. Dies mag einmal darauf beruhen, daß die Imperatoren dieser Zeit nicht die kriegerische Tüchtigkeit eines Trajan besaßen und genug mit der Verteidi- gung des Römerreiches zu tun hatten, zum andern, daß die Weltanschauungen der Nachfolger Trajans wieder ganz andere waren. So offenbarte sich Marc Aurel in seinen Selbstgesprächen als Anhänger der Stoa. In einer Hinsicht zeitigte dieses Auf- hören der aktiven Nachahmung Alexanders durch die römischen Kaiser eine gute Folge. Die Beurteilung Alexanders wurde da- durch in objektivere Bahnen geleitet. Ein Beweis dafür ist Arrians Alexandergeschichte. Römer. Minucius Felix. Bei Minucius Felix ist Alexander der mächtige Herrscher, dessen Totestas' ihm ermöglicht, in die Geheimnisse der Götter einzudringen. ¹) Lucius Ampelius. Als Welteneroberer hat ihn Lucius Ampelius gezeichnet.) Ausweg gewählt. ¹) Polem. de physiognom. 14. ²) Epictet. dissert, III, 24, 70.) Epictet. dissert. II, 22, 15 ffl. 4) Minuc. Fel. Oktav. 21, 3. *) Luc. Ampel. Lib. memor. 16. Beachte.. Babyloniam, ubi etiam de- — 75— Apuleius. Der geistreiche Sophist aus Madaura, Apuleius, legt ihm den schmeichelhaften Titel longe omnium excellen- tissimo regi' bei. Ein*inexsuperabile imperium orbis' hat er besessen, multa sublimia facinora et praeclara edita' vollführt, und ein acerrimus bellator' ist er gewesen, aber alle seine Er- folge stehen mehr unter dem Zeichen der fortuna' als der virtus'. Fortuna sua maior fuit.“ ¹) Gellius. Nach Gellius ist der Makedonenkönig ein un- vergleichlicher Kämpe.*) Außerordentlich groß ist seine Enthalt- samkeit gegenüber den gefangenen Angehörigen des Darius.) In eitler Selbstüberhebung beansprucht er göttliche Verehrung ⁴) vanam opinionem, quam ille ingentibus victoriis et adulantium blandimentis et rebus supra fidem prosperis inbiberat'. M. Aurelius. Scharf betont hat Marc Aurel die Nichtig- keit und Hinfälligkeit der Größe Alexanders ⁵) i N9 Alοyevn aal Hodᷣderroy kal νκαeτmmν— 0 udy vydo looν rd πνοꝓνναντα al rde atriag aal rds PAas, zu τ ſyeuoviud» adrν rabri Sner 8. 3 1„ 0 Smmτρνοο τχòν dονeia 60νB Griechen. Arrianos. Die griechische Literatur der Kaiserzeit der Antoninen hat noch eine gewisse Nachblüte der Alexander- literatur gezeitigt, deren Mittelpunkt der vornehme Bithynier Arrian bildet.) Er hat von allen Alexanderhistorikern das ab- geklärteste Urteil über Alexander den Großen gefällt. Und mit Recht hat man ihn den Klassiker der antiken Alexanderliteratur genannt. Fern steht er den rhetorischen Wandelgängen eines Curtius, dem voreingenommenen Urteil eines Trogus und Plutarch und dem düsteren und verzerrten Alexanderporträt eines Seneca. functus est, dubium a vinolentia an veneno'. ¹) Apul. Florid. I, 7, 23/24. *) Gell. N. A. V, 2. ³) Gell. N. A. VII, 8. ⁴) Gell. N. A. XIII, 4. ³) M. Aurel. Comment. III, 3; VI, 24..) M. Aurel. Comment. VIII, 3. 2) Vgl. E. Schwartz, Arrianos 9 bei Pauly-Wissowa II, 1, 1230 ff., und A. Rüegg a, a. O. S. 10 ff. Uber die Abfassungszeit vel. den grundlegenden Aufsatz von H. Nissen, Uber die Abfassungszeit von Arrians Anabasis, Rh. M. XLIII(1888) S. 236 ff. Anab.-III ist 166 n. Chr., Anab. IV-VII ist 168 n. Chr. abgefabßt. — 76— Mit Hilfe guter Quellen, einer gesunden und verständigen Kritik, philologenhafter Akribie und peinlicher Berücksichtigung aller Verhältnisse hat er Alexander zu würdigen versucht. Aber nicht immer ist es ihm gelungen, über alle Klippen, die der Alexander- roman ihm in den Weg legte, hinwegzukommen. Auf der einen Seite rückt er mit glücklichem Forschergeiste der sagenhaften Erzählung der Gründung Alexandrias ¹) oder den märchenhaften Anekdoten über Alexanders heldenhaften Kampf im Gebiete der Maller ²) und seiner Begegnung mit den Amazonen ³²) zu Leibe, auf der anderen Seite tischt er uns eine stark an Kleitarch gemahnende Beschreibung der Ammonsoase*) auf und warnt vor der Mythenrationalisierung) u. dergl. mehr. Sehr häufig hat er geographische Exkurse in seine Alexander- geschichte eingelegt, so daß man lange glaubte, Strabos Alexandergeschichte sei seine Hauptquelle gewesen. Für Alexander hat er fast nur Worte des Lobes und der Anerkennung. 4† oò« oriνν oοi dνdos els dvij oodora 7 duddra sya zard lidoe h éyedoe Su Eou,) Sadοι dnεεiεατο.) Diesen Worten entspricht der offizielle Charakter seiner Alexanderauffassung. Seiner Meinung nach ist Alexander ein trefflicher Feldherr, tapfer im Kampfe, rasch in seinen Be- wegungen, jeden Vorteil klug berechnend, gerecht gegen die Besiegten, kurz in jeder Hinsicht das Muster eines Soldaten.“) Als treuer Freund und Ritter ohne Furcht erweist er sich seinem Arzte Philipp gegenüber.s) Ein leuchtendes Beispiel seiner Hoch- herzigkeit gibt er im Zelt der gefangenen persischen Königs- familie.“) Von der offensichtlichen Huld der Götter begleitet eilt er nach Ammons weltverlorenem Heiligtum. ¹⁰ Nur infolge des ¹) Arr. anab. III, 1; 2. ²) Arr. anab. VI, 11,3 ff. ³) Axrr. anab. VII, 13, 6. 4) Arr. anab. III, 4. ⁵) Arr. anab. V, 1, 1. ⁴) Arr. anab. I, 12, 1 ff.*) Arr. anab. I, 4, 3; I, 10,6; J, 17, 12; II, 7, 9; III, 10, 1; IV, 4, 9; VI, 15, 6; VI, 26, 1. ») Arr. anab. II, 4, 11. ³) Arr. anab. II, 12, 8: d44 ire odrcos Sodν Srαe As&ννοον jjs ze ès rds„vvaias uroνrtoscos aa vijs els 16" Sraloo“ Tlοτεοςα αμάα iπυ siτe ‿αςε doοe? o Suyyd⁴ννασν⁴⁴εεαννσοε dòs aual raöëra dν πραἀεας œ εine u ε ²ρε παe eεανοοσν. ¹⁰) Arr. anab. III, 3, 6. Merkwürdig ist, daß Arrian mit der Bemerkung al dxouαas dα dντ 9⁸ Suℳ⁴ο 1eν, ds Slsyev, dvecsuesv sn' Alyuνmrou'(ATr. anab. III, 4, 5) über die verschiedenen Orakel des Gottes hinweggeht, wie es scheint, um den Gött- — e taktlosen Benehmens und der 56ουσ des Kleitos und Kallisthenes wird er zum Mörder an ihnen.¹) Einen großen Beweis seines hohen sittlichen Empfindens liefert er durch seine Vermählung mit Roxane. ²) Auffallend oft versucht Arrian, Alexander als Anhänger der Mantik zu charakterisieren, und durchgehends erwähnt er die griechischen Wettspiele, die Alexander überall veranstaltete. Entweder hat er ohne weitere Uberlegung seine Quelle aus- geschrieben, oder er hat sich, was mir wahrscheinlicher ist, be- müht, Alexander als Griechen zu kennzeichnen. Auf der anderen Seite treibt ihn die αιμι ταρσς eooP nal Hoaaléa' nach dem Heiligtum Zeus Ammons,³) unbändige Ruhmsucht ist die Triebfeder seiner Tapferkeit4) und maßlose Herrschsucht das Leitmotiv seiner Eroberungen dmπmωο ν r05 rãoæ o del 446E.νοοε..·!“pp Ohne UÜberlegung und ohne weiteren Grund zerstört er die Königsburg in Persepolis.“)) Nach Perserart verstümmelt er den gefangenen Bessos, seine make- donische Abkunft verleugnend nimmt er, der Nachkomme des Herakles, in seinem Siegesrausche jeglicher αορανννq bar,) die Tracht der Besiegten an. lichkeitsschwindel Alexanders nicht aufdecken zu müssen. VII, 29 sagt er wenigstens: 6ο O sie dεν i*,„νεοιν τν αμιτον dνεᷣeνεοεεν, 0d0 10510 2⁴ Ooxei asya ewaeœᷣ ατ ꝙτ oᷣ᷑ᷣμμμαμενυu, si ai, u G‿ραιαμα νᷣ νυνν ⁸ες 10S dmαoνς ν σεμνονν εέeνεᷣααm. ¹) A rr. anab. IV, 19, 1 ff.; IV, 10, 1; IV. 12,6. Die Ermordung des Philotas und Parmenio schaltet er ganz aus seiner Dar- stellung aus, offenbar um nicht Alexander tadeln zu müssen.*) Arr. anab. IV, 19, 5: S900 vra de odu Se2oα öℳ‿ßoioα σηναëe νιμαoν, dad puu ydo oda dαεεένοoσ—εα οντο Sy AAesdᷣ οοοα τ εορꝓυον πτιαά̈νέ ⁴μονντ) ε‿⁴ι ꝓoο₰αα. 3) Arr. anab. III, 3, 1. 4) Arr. anab. VI, 13, 4: 2ad ⁴ααος Ʒπη geνοus e 105 ‧v ale udαs oν εειτιοο vν d6„, aνἀν ν‿ zνs m̃ôèovije&E„ττ⁶νεέμνοοο α᷑αsεος*ν dnενεεοανασι τνν ννονναωων. 5) Arr. anab. VII, 19, 6; VI, 19,5. 6) Arr. anab. III, 18, 11.*) Arr. anab. IV, 7, 4 ff. Wohl im Geiste Epiktets sind die Worte gesprochen: 4Aεεαeνον usyda rdyεαra es reuuοε‿αονν ri⸗οαα ς odre 16 ονιμ⁵ασ τ euν 2ααιαεοαν, OdTe dGi⁵ ygéyetr Sιρρσανςα, odòre aurd oeεαν eε 0* zι dε̈ντννᷣoν ⁸ ⁴μον ⁷ AAeεaνos, 0068 eI vi Aiunv zis oοε dolæ aaddνe o Srevoet xeνos, sureudeuas aατ⁴οων, Odd eI vne EG*h» Sad vf Koi ve ad ⁴iνν ririv, 0“αυν ν⁸εέν rd gelos s s αμοωνεασννoeννροον, e 1ν σϑρσοõωνσeνq0 ⁵υνν ταάοντ dnr⁴ορν ονυτ 1 dνρασρσιρτmxmXnt ra 2εν⁴α, s doves, rgd́ννμαάαα πνορeανď. — 278— Diese Vorwürfe versucht Arrian bei der Generalmusterung des Charakters Alexanders am Schlusse seines Werkes,¹) der einem Sy νμμμ ⁴lesνοονσ gleichkommt, teilweise abzu- schwächen durch Hinweis auf seine Jugend, seine schmeich- lerische Umgebung und wohlgemerkt auf die ¹röxy', die ihn nie verlassen hat. Appianos. Im seiner römischen Geschichte hat der Ale- xandriner Appian einen längeren Vergleich zwischen C. Julius Caesar und Alexander angestellt, ²) der in der Aufzählung ähn- licher Züge aus ihrem Leben gipfelt, z. B. ihrer beiderseitigen Lebensgefahr, Vorhersagung ihres Todes, göttlichen Abstam- mung u. dergl. mehr. Den Kernpunkt der Charakteristik beider bilden folgende Worte: ᷣοτιμοταeτ(nämlich Caesar und Alexander) ε eνπνꝙ αα oe,uιᷣοτ⁴ α d dGaντεα πει‿ᷣsευν Taννυνπιαμια π2νος ε νννονε τπασν⁴οεττ œ οοι σιμαντοοσ dcOi- deοπτιαεα, αυα ν oτνινοα eονε α⁴oν 164μάeν, α τxν.³] Wichtig aber für das Urteil Appians über Alexander ist, daß er ihn bezüglich der Unbesiegbarkeit über Caesar erhebt, der gegen die Kelten und andere Völker nicht immer ¹aτνντπ ge- kämpft habe.4) Im übrigen findet sich bei ihm schon die ge- haltlose Vorstellung von Alexander als dem großen Manne'ent ν AAeeννοο, eyshee e uat lisder zat erogie zal raxvsyig O*αα.ν⁵ιφαα doον, ud diyov den, ee anreidon wal du⁵⁵o 4- d05Ga, Old νν αsνmτa ον τονο τοουοαπηνν dοτοασυση daαα jo ye œ ανᷣνες ες ds droaneias ént Aeoroν εa,μ 5 rà εοιν ⸗) und an einer anderen Stelle ist Alexander*6 al Gνπισανꝙ ασενς ν εl0ε.) Polyainos. Als kühner, listiger und verschlagener Feld- herr,“) kluger Regent ⁵). und Verachter der dooria' und oννρρν⁹ tritt Alexander in den Strategemata Polyaens auf. Lukianos. Nach Lukian, ¹⁰) dem geistreichen Sophisten aus Samosata, ist Alexander die personifizierte zuν11) Iaie ¹) Arr. anab. VII, 28; 29; 30. ²) App. de bell. civ. II, 149 fl. ³) App. de bell. civ. II, 149. Hier halten sich also zuxy und dgeri das Gleichgewicht. 4) App. l. c. 149 u. 150. ⁵) App. prooem. 10. ⁴⁶) App. Syriac. 52.*) Polyain. strateg. IV, 3, 5; 3, 28; 3, 30. S) Polyain. strateg. IV, 3, 24. ³⁹) Polyain. strateg. IV, 3, 32. ¹⁰) Vgl. Nissen, Rh. Mus. XLIII S. 243 ff. 11) Luk. — 79— d. ⁴νν herrscht er nach Persiens Eroberung wie ein grau- samer Despot,¹) schlachtet in roher Weise seinen vertrauten Freund Kleitos ab ααάανSõO Klelrov μνο ενντ τιρν mοσινυάμαο ενο- ueν*,²) verehrt Hephaestio in einer Weise, die eines Makedonen unwürdig ist.²) In falschem Ehrgeiz, nicht in kluger, politischer Berechnung, maßt er sich die Ehren eines Gottes an, die er selbst durch seine Heldentat bei Belagerung der Stadt der Maller nicht verdient, und in unermeßlicher Ruhmsucht erhebt er sich über Herakles und Dionysos. ¹) Andrerseits ist er persönlich tapfer,?) ein Feind jeglicher Schmeichelei⁰) und entschieden genialer veranlagt als Hannibal.)) Maximus Tyrius. Der philosophische Verwandte Lukians, der Wanderprediger Maximus von Tyrus, legt den gewaltigen Eroberungszügen des Makedonenkönigs ein neues Leitmotiv zu- grunde, nämlich dessen Streben nach der εe50a.αlμνοα. ⁸) Nicht persönlicher Liebhaberei, sondern der Schmeichelei der Makedonen ist seine Hinneigung zu persischem Brauch und barbarischer Sitte entsprungen deνορioe Leoοe, au πςo- au‿νσνς 5αοαοιμα, œ diννν od Hoaaléous zudl od SAiou aal ijs 40y&αον εοστεεαςε†) Klemens von Alexandreia. Die Maske der Göttlichkeit hat Klemens von Alexandria dem großen König der Makedonen heruntergerissen 550bero d αt A1Aéεaννοο ⁴μμανο ς elba 6o⁴³ετν, κ μαοσοs dvanddrreoα mαOπα τ̈ν̈ν qνμαοσονν, X⁵⁴ν⅔ d νυοωπσν ε5iοα mοππευοσνꝙFᷣďάεοαστα. ⁰⁰) Galenos. Ebenso der Mediziner Galenos ob Auαᷣτeς AAéCaν⁶ροQOIwun nal dvres Aαμανο ᷣeyνον n de i- Aelas nO*½e. ¹¹) calumn. non tem. credend. 17 ff. ¹) Luk. calumn. non tem. credend. 17 ff. ²) Luk. hist. quom. scrib. 38; dial. mort. 14, 6. ³) Luk. calumn. non tem. credend. 17 ff.; dial. mort. 15, 4. ⁴) Luk. dial. mort. 14; 15, 1 fl. ⁵) Luk. Herod. sive Aët. 8314, 4 ff.; Alex. sive Pseudomantis 208, 1. ³) Luk. hist. quom. scrib. 12.*) Lu k. ver. hist. II, 9:*.0&e οεενκιμνᷣ eεανοσοσ⁹α*. z) Maxim. Tyr. dissert. I, 8, 139; II, 35, 167; II, 41, 272.*) Maxim. Tyr. I, 20, 392. ¹⁰) Klem. Alex. cohort. ad gent. 16(67/68). ¹¹) Galen., liber an animal sit, quod in utero est vgl. Kühn, medic. Graec. op., Lips. 1821 bis 1830, XIX S. 180. — 80— Tatianos. Als eεςαἀαιον, tollen Zecher 1Ty dvògsiaν at ri,ν dãeτν συναμμηςααοςα επτιεᷣυάννιιμεᷣ νοs, grausamen Wüterich und Intriguanten hat der Griechenhasser Tatian sich Alexander ge- dacht. ¹) Pollux. Pollux preist ihn als Erfinder der Kavallerie, die gegebenenfalls auch zu Fuß mit derselben Geschicklichkeit wie zu Pferde kämpfen konnte.*) Pausanias. Wenig findet sich über Alexander bei dem antiken Bädeker Griechenlands, Pausanias. Die ¹edrogia' ³) und Grausamkeit ⁴) Alexanders erscheinen da Hand in Hand mit dem großen politischen und kulturellen Verständnis, das er durch eine beabsichtigte Durchstechung des Isthmus an den Tag legte. ⁵) Athenaios. Das Symposion des Athenaios ist eine wahre Fundgrube für die Literaturgeschichte der hellenistischen Alexanderhistoriker. Auch bei ihm ist Alexander nur noch der große Mann er nennt ihn oꝰ ννοεοτν esεdν5σν⁶)·—, der nach Asiens Unterwerfung einem barbarischen und bacchanti- schen Leben sich überläßt und an dessen nachteiligen Folgen stirbt.)) UÜberblick. Unter dem alexanderfreundlichen Kaiser Trajan erlebt Alexander der Große in der griechischen Literatur eine Renaissance; in bewußter Opposition gegen die alexander- feindlichen Darstellungen eines Curtius und Trogus und in be- wußter Anlehnung an die Alexanderpanegyriker um 50 v. Chr. 5) bemühen sich fast alle griechischen Schriftsteller, oft mit Hint- ansetzung eigener Interessen, ein Idealbild des makedonischen Königs zu schaffen, wenn auch hin und wieder weniger löb- liche Eigenschaften des Königs von ihnen getadelt werden. Die griechische Alexanderromantik hat im ganzen mit wenigen Aus- nahmen die griechische Literatur des zweiten nachchristlichen ¹) Tatian. orat. adv. Graec. 2, 245. ²) Pollux onomast. I, 132. 3) Paus. Graéc. descript. VII, 10, 3. 4) Paus. Graec. descript. I, 9, 4 ff.; VII, 6, 9; IX, 25, 10. 5) Paus. Graec. descript. III, 1, 5.) Athen. VI, 231 a.*) Athen. IV, 146 e, d; X, 434 a ff.; 435 a; 535 f.; XII, 537 d, e; 538 a, b, c; XIII, 603 a ff. 8) Plut. de fort. Rom. 13; Pyrhus 19. — 81— Jahrhunderts beherrscht. Nur erleidet gegen sein Ende die reale Gestalt des Makedonenkönigs einigermaßen Einbuße; sie zerfließt mehr und mehr. Alexander der Große erhält den Stempel eines großen Mannes. Die römischen Schriftsteller bekümmern sich kaum um Alexander oder, wenn sie es tun, nicht in der ablehnenden Form wie in Trajanischer Zeit, sondern in einer mehr gleich- gültigen Art und Weise. Weber. —— Kapitel VII. 200— 300. Von Severus bis auf Konstantin den Großen. Im Anfang des dritten nachchristlichen Jahrhunderts erlebte Alexander am Kaiserhof der Severer seine dritte und letzte Renaissance. Sie gestaltete sich aber anders, als es Alexander oder sein aufrichtiger Bewunderer und Nachahmer Trajan ge- wünscht hätten. Der kühne Held und Eroberer Alexander ist in den Severischen Kaisern nicht zu entdecken. Man zieht im ganzen— und darin liegt der grundlegende Unterschied von dem Trajanischen Alexandertum— den gefahrlosen Alexander- kultus einem gefahrvollen Alexanderheldentum vor. Nur die Person Alexanders, nicht sein wirklicher Genius, feiert seine Auferstehung. So kleidet sich Kaiser Caracalla, ein eifriger Verehrer Alexanders AAéõravddo dneduyana, doανν,) nach make- donischer Sitte, ahmt Alexanders Lebensweise nach, stellt überall im Reiche, besonders in Rom, seine Statuen auf, richtet nach seinem Muster eine makedonische Phalanx ein und reist nach Thrakien, Agypten und Ilion, daselbst Achilles und Patro- klos verehrend. Nicht genug damit, gibt er ihm den ehrenvollen Beinamen déyovνοτo und geht in seiner unsinnigen Alexanderliebe so weit, die Anhänger des Aristoteles zu ver- folgen, da dieser an Alexanders Tode schuld gewesen sei.*) Von einem Alexanderkultus Kaiser Elagabals weéeiß die Literatur nichts zu berichten. Wir wissen nur, daß unter ihm ¹) Dio Cass. LXXVII, 22. *) Dio Cass. LXXVII, 7; Herod. IV, 8, 1. — 83— und noch mehr unter Alexander Severus die römische Provinz Makedonia sehr viel Münzen mit Darstellungen Alexanders des Großen prägt. ¹) Ihren Höhepunkt erreicht die Alexanderromantik unter Alexander Severus, der sich den Namen Alexanders beilegt,*) aber in offener Selbsterkenntnis auf den Beinamen des Großen verzichtet quid enim iam magnum feci? cum id(scil. cognomen) Alexander post magna gesta, Pompeius vero magnos post triumphos acceperit'.*) In einem Alexander dem Großen ge- weihten Tempel in der Nähe von Arcena will er angeblich ge- boren sein, und zwar am Todestage Alexanders, als Sohn der Olympias und Philipps.) Gerne befaßt er sich mit der Lektüre der Taten Alexanders des Großen,) hört gerne Rezitationen in Form eines eyαανιteεανν,⁸) verwendet beim Gelage mit seinen Freunden unum tantum poculum in honorem Alexandri',*) präsidiert mit Vorliebe dem eagoni Herculeo in honorem magni Alexandri“’³) und stellt seine Statue inter optimos et divos viros in larario maiore' auf.“) Aber das Fratzenhafte dieser Imitation zeigt sich so recht daran, daß er sich bemüht, Alexander auf seinem Feldzug gegen die Parther an Disziplin zu übertreffen eelaborabat denique, ut dignus illo nomine vide- retur, immo ut Macedonem illum vinceret, dicebatque inter Romanum Alexandrum et Macedonem multum interesse deberée', ¹⁰) daß er ferner, weil Alexander auf seinem Einmarsch nach Indien Argyroaspiden verwandte, Chrysoaspiden einrichtet ¹¹) und eine Freude an dem Gedanken hat, wie der Makedonenkönig violenta morte' zu sterben. ¹⁷) )) vgl. H. Gaebler, Die antiken Münzen Nordgiechenlands(Bd. 3 Makedonia und Paionia), Kgl. Akad. der Wissensch., Berlin 1906 S. 12; ferner Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 25, 9: Alexandri habitu nummos plurimos figuravit, et quidem electros aliquantos sed plurimos tamen aureos.*¹) Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIlII, 5, 1/2. ³) Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 11, 4. ⁴) Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 5, 1/2; 13, 1 ff.») A l. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 30, 3. Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 35, 1.* Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 39, 1. ³) Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 35, 4. ⁹) Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 31,4/5. ¹0) Ael. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 50, 4. 11) Ael. Lamprid. 50, 5. ¹²) A el. Lamprid. Alex. Sever. XVIII, 62, 3. 6* 834— Auch in den Kreisen des Volkes oder wenigstens der Nobilität scheint der Alexanderkultus geblüht zu haben. Tre- bellius Pollio wenigstens berichtet, daß in seiner Zeit(gegen 300 n. Chr.) Alexander der Große noch einen bestimmten Kreis von Verehrern hatte, und daß man das Bild Alexanders als glückbringenden Talisman bei sich trug quod idcirco posui, quia dicuntur iuvari in omni actu suo, qui Alexandrum ex- pressum vel auro gestitant vel argento'.¹) In der Literatur hat dieser Alexanderkultus am kaiserlichen Hofe und in aristokratischen Kreisen keine weiteren Folgen gezeitigt. So macht Dio Cassius, der lange Zeit dem Severischen Kaiserhause treue Dienste geleistet hatte, in seiner römischen Geschichte auf den Alexanderkultus der Severischen Kaiser auf- merksam, hat aber kein Interesse daran, sich ausführlicher darüber zu ergehen, wie es die griechischen Schriftsteller der Trajanischen Zeit getan haben. ²) Römer. Tertullianus. Nach Tertullian gehört Alexander zu den gewaltigen Machthabern des Altertums,²) zu den potiores viri', und zeichnet sich durch seine sublimitate' vor anderen aus.) Cyprianus. Sein Landsmann Cyprian erwähnt Alexanders insigni volumine ad matrem'.ö) Arnobius. Der Kirchenschriftsteller Arnobius spricht von dem'adolescens' Alexander, der'Orientis regna et populos captivitate ac servitio' unterwarf.9) Solinus. Eine ganz verschwommene und unklare Vor- stellung von Alexander hat der Novellenschriftsteller Solinus. Eine kindliche Freude zeigt er, durch Aufzählung möglichst ¹) Trebell. Pollio, Quiet. XXIV, 14, 3— 6. Dieser Kult, der neben der Literatur hergeht, ist eine ganz eigene Sache für sich. Zweifellos hat er auch auf die Literatur gewirkt. Eine nähere Behandlung dieser Frage überschreitet den Rahmen der Arbeit. ²) Dio Cass. hist, rom. LXXVII, 7 ff.; 22 ff.) Tertull. advers. Jud. 7; 8. ⁴) Tertull. apologet. 11. ⁵) Cyprian. quod idola dii non sint. 3.+⁴ Minuc. Felix, Octav. 21, 3. Beide stimmen wörtlich überein. Entweder hat Cyprian direkt Minucius Felix abgeschrieben oder beide gehen auf eine gemeinsame Quelle zurück.) Arnob. adv. nat. 1,5. —— „» 353— vieler Ländernamen die Größe der Eroberungen Alexanders zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig mit seiner Schulweisheit zu prunken esubegit Asiam Armeniam Hiberiam Albaniam Cappadociam Syriam Aegyptum: Taurum Caucasumque trans- gressus est: Bactros domuit: Medis et Persis imperavit: cepit Indiam, emensus omnia quae Liber et Hercules accesserant'.¹) Das Leitmotiv der Eroberungen Alexanders ist potiundi orbis amore“.²) Rectoribus Aristotele et Callisthene usus'(Erfindung des Autors) durchwandert er den Erdkreis, nur auf Veran- lassung seiner Mutter sucht er sich einen göttlichen Vater) und stirbt in Babylon an den Folgen übermäßigen Weingenusses „victor omnium vino et ira victus sicut morbo vinulentiae apud Babylonem humiliore quam vixerat fortuna exemptus est.⁴) Mamertinus. Der Verfasser des Panegyricus auf den Kaiser Maximianus nennt„ad maiorem laudem Maximiani' Alexander ehumilis, da er lange nicht so mächtig als Maximian gewesen sei. ⁵) Scriptores historiae Augustae. Die scriptores historiae Augustae, deren Hauptredaktion in die Konstantinische Zeit fällt, haben sich über Alexander kaum ein Urteil erlaubt. Nach Aelius Spartianus war Alexander erestrictus, gravis, vultu etiam truculentus'.²) Julius Capitolinus setzt Alexander zugunsten seines Vaters herab.) Griechen. Ailianos. Der kritiklose und leichtgläubige Sophist Ailianos hat eine Reihe märchenhafter Anekdoten über Alexander uns überliefert, z. B. daß er das Horn eines skythischen Esels nach Delphi geweiht habe*) u. dergl. mehr. Alexander selbst ist er nicht gewogen. Dessen Anspruch auf Erweisung göttlicher z) Solin. collect. rer. mem. 9, 18 ff.*) Solin. collect. rer. mem. 12, 2. 5)*) Solin. collect. rer. mem. 9, 18 ff. ⁵) Cl. Mamertin. paneg. Maximian. August. II, 10. Nam ille quidem Magnus Alexander iam mihi humilis videtur. Indo regi sua regna reddendo, cum tam multi reges, imperator, vestri clientes sint, cum per te regnum receperit Gennoboudes a teque comminus acceperit'. *) Ael. Spart., vit. Carac. XIII, 2, 1 f.*) Jul. Capitol. vit. M. Anton. philos. IV, 27, 11. ⁹) Ailian. de nat. anim. X, 40. — — 36— Ehren(oπν v ebroxias vijs eανοσ αοντνν τre ε̈ᷣα⁵ειμ- „OG,,¹) Srro d1, 10„ 446ασνσοοσ ντπ⁴αν²) S Baνεννι τον iον Mατασατςσςνας νε̈ᷣας έμ̈ᷣο, 6 rod Alòs elwalᷣꝗ 1yον³]), sein hoch- fahrender Sinn,¹) seine Trunksucht(xal do ε eᷣεανοςσσ Aéyera πεεοτον πηενν oννσσρσρν⁵½)), seine übermäßige Trauer bei Hephaestions Tode(erιπναςσ d Oνε rεενεοαυν, Syradda Sérder Ha⁵αοαα Gdꝭε̈εααν˙οσοι ⁷οτꝙ... ⁶)), sein asiatischer Despotismus) und seine kleinliche Eifersucht auf die Tüchtigkeit seiner Generale s) haben den Tadel dieses Sophisten herausgefordert. Diogenes tritt Alexander gleichwertig zur Seite(uıõ᷑yya sœοοve 000 ☛ ν Jτον AEaοσ επ is oinouueyne doxs, öre za Twd e& Ba⁴dνα dοατοενεεν.⁷U„) Phokion übertrifft ihn sogar. Alexander beschenkt Phokion deyoeναάα ea ueyαοπςεις, Phokion handelt eεαοσoνεοσεεον, indem er Alexanders Geschenke ausschlägt. ¹⁰=) Ein Mensch von großer physischer Kraft ¹¹) und Tapferkeit ist Alexander gewesen, aber öfters hat ihn die zöxy verblendet. ¹*) Philostratos. An dem Sophisten Pilostratos ist der Alexanderroman nicht spurlos vorübergegangen. ¹) Die drexvνς dopwoi der Inder, die jenseits des Hyphasis wohnten, hat er Alexander schroff gegenübergestellt. Alexander hätte sie, selbst wenn er den Hyphasis überschritten hätte und noch weiter vorgedrungen wäre, o50“(dν) a‿οιονςα μιντεᷣας, rοςααμνονν òs Alavras äpyc nicht unterworfen. ¹⁴) Herodianos. Die verschwommene Vorstellung von dem großen Mann Alexander begegnet uns bei dem Syrer Herodian, ¹) Ailian. var. hist. II, 19.*) Ailian. var. hist. V, 12. 3) Ailian. Var. hist. XII, 64. 4) Ailian. var. hist. II, 19; frg. 333. 5) Ailian. var. hist. XII, 26; III, 23.) Ailian. vax. hist. VII, S. Zum erstenmal taucht hier das Legomenon auf, Alexander habe nur in kluger Spekulation ge- handelt; er habe nämlich damit ein Vorbild für seine Verehrung nach seinem Tode geben wollen.*) Ailian. var. hist. IX, 3. Im Stile des Ephippos! ³) Ailian. var. hist. XII, 16.*) Ailian. var. hist. III, 29. ¹) Ailian. var. hist. I, 25. 11) Ailian. var. hist. X, 4. ¹²) Ailian. vax. hist. III, 23. ¹) Philostr. de Apoll. Thyan. II, 9 p. 26; II, 42 p. 43.(Wortlaut der In- schriften, die Alexander auf die am Hyphasis errichteten Altäre und eine eherne Säule setzen ließ.) ¹⁴ Philostr. de Apoll. Thyan. II, 33 p. 39. —— der von der Schlacht bei Issus als der syioruv aal oͤordri im Kriege des Makedonen- und Perserkönigs spricht. ¹) UÜberblick. Das lebhafte Interesse der Literaten des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts für Alexander sucht man in dieser Epoche vergeblich. Alexander ist förmlich aus der Literatur verbannt. Seine historische Gestalt ist mit dem Schleier des Sagenhaften umgeben. Man kennt zwar noch Alexander, aber seine Taten und Erfolge muten uns wie ein Gruß aus weiter Ferne an. Alexander wird zum großen Manne einer längst vergangenen, wenig mehr gekannten Zeit. Kein Verständnis hat man für seine politische Bedeutung. Kritik- und interessenlos verwertet man das Material, das man bei der Lektüre anderer Autoren gerade über Alexander findet, ohne zu prüfen, ob es dem Roman oder der Historie angehört. Nur der Alexanderkultus bringt es zu einer gewissen Blüte. Nament- lich als Glücksgott verehrt man den Makedonenkönig und glaubt, durch Mitsichtragen seines Portraits das Glück an sich zu fesseln. Damit ist der jahrhundertlange Kampf über die Tyche oder Arete Alexanders zum endgültigen Abschluß gekommen. Die Tyche hat gesiegt. Sie hat in Alexander einen Mitregenten erhalten. Anonyme Alexanderfragmente aus unbekannter Zeit. 1. De viris inlustr. carmen(Baehrens, P. L. M. Bd. 5 S. 403, c. 82, 5) Magnus Alexander bellisque horrendus et armis, Qui terrore mei trepidantem nominis orbem Usque sub Eoum parvo cum milite Gangen Undique concussi, nulli sum laude secundus. Das gerade Gegenteil von dieser Lobeshymne auf Alexander ist die kurze, in Verse gekleidete vita Alexandri' eines unbe- kannten Verfassers, der vielleicht im dritten nachchristlichen ¹) Herod. ab excess. div. Marc. III, 4, 3. ———— A — 88— Jahrhundert gelebt haben mag, da Alexander schon mehr im Gewande des großen Mannes erscheint. 2. Incerti vita Alex.(Baehrens, P. L. M. Bd. 5 S. 419 c. 111.) Mille post annos quater atque centum Graeciae vindex capit arma mundi Et superborum gravis arma regum Diripit audax. Ille non magno genitore magnus Indiae reges Mediaeque, Parthos, Bactra cum Poro Ecbatanisque parvo Milite vicit; Vincere ingentes animis et ausis, Non docens gentes numero et metallo Vi celer, virtute valens, profundo Pectore doctus. ) Hoc magister te docuit ministrum; Nam volens parere regit deinde. Poenitet tempus abiisse tantum Absque Camena. Scribit in pectus bona dicta rector, Praecipit doctor pietate tota. Sic Alexander simul et magister Omnia vincunt. Ast ubi totum tenuit sub uno Orbem habens sceptro, sibi victus ipsi Corruit. vicit Babylon triumpho Te muliebre. Sic Clitum ad Bacchi necat udus oram, Sic deum temnit iuvenis protervus: Vix duos et iam decem habens reliquit Sceptra per annos. — 39— Ter decem vixit iuvenis per annos Additis tantum tribus aut duobus. Vivus exarsit, moriens flagravit Orbis in illo. Non satis mundus fuit unus illi Nec satis quisquam fuit unus illi. Maximus princeps sine fine: Baccho Finis in ipso est'. Ein unbekannter Verfasser einer Physiognomonik hat. Alexander folgendermaßen beschrieben: 3. Incerti physiognomonica 28(R. Foerster, Physiog. Gr. et Lat. Lips. 1893, v. II p. 232.) e e, 2 Ero ad 1oτ oο sνοριαμέεέ̈νς τοοοπχνια³εονο. 2 ⁴—— 1 7 2 4— 2— 2— C 4v*o οο⁴σosο τ slO τν¶νQνl εμρανον raiς du⁴ι— Aial αοειςα, σεκνμαςα τ τιππν, de 1 6„ν, dτας τraοανναν rijs aƷτοσν αν εονν αποοαιμενοο, dãονκν ⁸ανπνν μ⁴ονιτ 1νυ dσν, 10 dxelν οειν◻μεμ να τον.νπυμικνοο, οονmςοσ εναμααᷣ ⁴o )& εοο Τ‿ι τν Slν αeιμενοο, οοςι νοωιαι ⁴ννςι πυατένςσονε 0ν⁴εοσνꝙ εεναι ⁰³% 165 AAν uovs, e πηαᷣᷣεiονο ποαοσ- 3;.,. 2,32„„ deν Hũdov 1ode ag Suelon e advel dεoντe) Tode weεlνρρ mτισοοemeάντας, 10οι⁰wG Tν πεινιιιννννα ᷣχάαι ⁸νιςσοσmσππmάν elο 10 600 Baντοο πεοεισέει, lO 6 0 StAinrov, Saeνς T6ν Maενον Kapitel VIII. Die Motive der Beurteilung Alexanders durch Römer und Griechen. Die gegebene Ubersicht der antiken Urteile über Alexander zeigt eine erstaunliche Mannigfaltigkeit. Von Anfang an ver- schieden ist der Charakter des großen Königs gewertet worden, seine politischen Maßnahmen und seine glänzenden militärischen Erfolge. In den einzelnen Zeitepochen haben die Literaten immer neue Züge in das wahre Alexanderbild hineingemalt und es so teils ziemlich richtig getroffen, teils ganz entstellt. Wie erklären wir uns das? Wir müssen in die Werkstätte des Künstlers gehen und dem Werden des Werkes zuschauen, wir müssen versuchen, aus der Persönlickeit des Schaffenden das Geschaffene zu ver- stehen. Aber erst in dem Punkte, wo innere Veranlagung und äußere Einflüsse sich kreuzen, steht die Persönlickeit. Jeder ist das Kind seiner Zeit, und besonders bei einem Historiker, auch wenn er'sine ira et studio' schreiben will, spielen die àußeren Momente eine große Rolle. Wir müssen also einmal den geistigen Blick des Autors erfassen, dann die außerpersön- lichen Faktoren.¹) Auf diesen beiden Momenten ruht das Werk, sie klar herauszuarbeiten heißt das Werk verstehen. Doch vorher müssen wir noch einen Schritt weitergehen. Wir müssen prinzipiell feststellen, wie die äußeren Einflüsse zu ¹)„Der Freund der Wahrheit“, sagt Schiller in der Einleitung zum Verbrecher aus Infamie,„sucht die Quellen des Geschehens in der unver- änderlichen Struktur der menschlichen Seele und in den veränderlichen Ver- hältnissen, welche sie von außen bedingen“. — 91— bewerten sind. Zu dieser Stellungnahme zwingt uns W. Hoff- mann.¹) Nach ihm hat jede der drei großen Philosophenschulen Peripatetiker, Stoiker, Kyniker, eine vorgefaßte politische An- schauung, nach der alle Anhänger das Bild bezw. Zerrbild Alexanders malen; in verba magistri schwören die Schüler. Wie steht es damit? Hoffmann(S. 2 ff.) findet richtig in den politischen An- schauungen des Aristoteles und Alexander einen fundamentalen Gegensatz. Aristoteles will nach echt hellenischer Anschauung die Hellenen εκνμμσ ddie Barbaren*eοαππσοευνν behandelt 4 wissen, während Alexander diese Kluft zu überbrücken sucht. r Hoffmann schließt dann weiter, die Schüler seien der Lehre - des Meisters gefolgt, und so sei der Gegensatz des Peripatos zu Alexander begründet worden. n So richtig der Vordersatz, so falsch der Schluß. Der n Gegensatz zwischen Aristoteles und Alexander in diesem Re- d gierungsaxiom ist freilich fundamental. Aber eben nur an sich.* In der Gesamtpolitik des Königs ist er nur ein Punkt neben anderen. Aristoteles mag in diesem einen Punkt dem König d gegenüberstehen, muß er deshalb die ganze politische Tätigkeit Alexanders verwerfen? Und weiter! Mögen auch die Peripa- tetiker prinzipiell die Politik des Eroberers verwerfen, müssen 1 sie deshalb auch über Alexander als Persönlichkeit den Stab gebrochen haben? Kann nicht der strengste Demokrat die Größe eines Napoleon anerkennend rühmen? Wir sehen also, ein politisch abweichender Standpunkt muß nicht eine ungünstige Beurteilung der ganzen Persönlichkeit zur Folge haben. Und weiter. Gewiß ist der Schluß logisch richtig: Ein Demokrat kann einen Monarchen als Herrscher nicht günstig beurteilen. Aber Geschichte darf man eben nicht(a priori' konstruieren, Geschichte ist Tatsachenwissenschaft. Auch ein Demokrat kann für Geld oder aus Furcht oder aus sonstigen Motiven seine UÜberzeugung verleugnen. Ein philosophischer Staatsmann oder staatsmännischer Philosoph gar wird in bester ¹) W. Hoffmann, Das literarische Portrait Alexanders des Großen im griechischen und römischen Altertum, Leipz. hist. Abhdlg. H. VIII, 1907. 92— UÜberzeugung von der Doktrin seiner Schule abweichen, eben weil er nicht Kathederphilosoph ist. Das ist in der Geschichte nichts Außergewöhnliches. Schließlich ist Philosophie nicht Rechtsphilosophie. Inner- halb der kynischen Schule z. B. mögen manche auf die Rechts- philosophie Gewicht legen, andere behandeln sie dafür als etwas Nebensächliches. Ein System wird aber erst gerechtfertigt durch die Tat- sachen. Diese dürfen nicht zugunsten eines Systems um- gebogen werden, das Schema muß vielmehr so gewählt sein, daß sie sich ihm zwanglos einfügen. Und die Tatsachen sprechen für uns, nicht für Hoffmann. Zunächst dürfen wir nicht vergessen: das Tatsachenmaterial für die Beurteilung Alexanders in den antiken Philosophenschulen ist äußerst dürftig. Die wenigen Nachrichten aber, die wir haben, er- weisen keinen bestimmten Alexandertypus für eine Schule. Hoffmanns Behauptung gar, Peripatos, Stoa und Kynismus hätten übereinstimmend in Alexander nur einen Tyrannen ge- sehen, steht ohne Beweis. Günstige Urteile über Alexander wider- sprechen ihr, und die ungünstigen genügen nicht zur Kon- struktion eines ungünstigen Alexandertypus oder lassen sich mit größerer Wahrscheinlichkeit anders erklären. So erwächst z. B. das in einigen Punkten ungünstige Urteil des Aristoteles nicht aus seiner Staatsauffassung, wie Hoffmann meint, sondern ist in äußeren Momenten begründet, vor allem in der Ermordung seines Neffen Kallisthenes ¹) und ) Wilam owitz, Aristot. u. Athen I, 337 ist der Meinung, die grau- same Strafe des Kallisthenes habe zu der innerlichen Entzweiung beider Männer kaum etwas getan. Dem widerspricht die von Chares erhaltene Notiz(frg. 9), Kallisthenes sei sieben Monate lang als Gefangener im Heere mitgeführt worden*ςα έννν mνυνεο εo, adνo Aoοαπτοεπαoue. Diese Nachricht verdient umsomehr geglaubt zu werden, als Chares in seiner Stellung als eiouyyeleug über derartige Absichten des Königs besonders gut unterrichtet war. Wenn daher dem König daran gelegen war, Kallisthenes erst in Gegenwart seines Oheims abzuurteilen, mußte er von einer sofortigen Hinrichtung desselben üble Folgen in seinen Beziehungen zu seinem Lehrer befürchten. bes Fr is — —&⁵mI—— —— /. B— ihren Folgen für Aristoteles. Denn wenn Diogenes Laertius ¹) recht berichtet, brachte der Tod des Kallisthenes eine Steigerung des Einflusses des Anaximenes und Xenokrates auf Kosten des Aristoteles mit sich. Rein persönlicher Natur sind weiterhin die Beweggründe, die den Peripatetiker Theophrastos zu seinem harten Urteil über Alexander bestimmten. Er war mit Kallisthenes aufs engste befreundet und betrauerte das Ende seines unglücklichen Freundes aufs tiefste. Seinem Schmerz verlieh er dadurch Ausdruck, daß er seinem Kollegen einen warmen Nachruf in Gestalt einer Schrift re πιννο widmete und darin, wie es scheint, die Maßnahmen Alexanders gegen Kallisthenes als einen rohen Gewaltakt hinstellte. Von prinzipiellen Gegensätzen keine Spur. Weder Aristoteles noch Theophrastos also sind vorbildlich geworden für die Beurteilung Alexanders durch seine peripatetischen Zeitgenossen und die Peripatetiker der Folgezeit. Mit der kynischen und stoischen Schule steht es nicht anders. Das einzige erhaltene Urteil aus dem Kreise der vorchristlichen Kyniker, das Urteil des Onesikritos über Alexander, ist durchweg panegyrisch. Dies widerspricht aber dem von Hoffmann konstruierten Tyrannentypus Alexanders. Und des- halb verfällt er auf den bedenklichen Ausweg, die panegyrische Alexandergeschichte des Onesikritos„weniger dem Kyniker Onesikritos zuzuschreiben als dem Begleiter und Freunde des Königs“. Dazu kommt, daß das Herrscherprinzip Alexanders der kynischen Staatsauffassung vielfach näher stand, als Hoffmann glaubt, ja es sogar bestimmend beein- flußt hat. Einen Philosophenkönig im Sinne ihres Idealstaates konnten sie allerdings nicht in ihm erblicken. Legten sie aber den Maßstab ihrer kosmopolitischen Weltanschauung an, so konnte auch ein strenger Kyniker für den großen Makedonen, den Apostel des Kosmopolitismus, Worte des Lobes finden und in dieser Hinsicht mit UÜbersehung einiger Schwächen für einen ¹) vgl. Diog. Laert. V, 10: Aéyezae s ˙Aοιοστοεενι Od νν Kaldεονένοωυα 90G Adεεaννοοωσάο( ονσταασοαπνι νπςοοσαά m Sαei aQdueενον ο 1 mτoοντον υνm dœlα, vdeειμαε̈ν υ‿ν ανεμνσα, πιαμυιαάα ε aœu Sevowdree dνο. — 94— kynischen Idealkönig ansehen. Eine ungünstige kynische Alexandertradition gibt es nicht. Khnlich liegen die Verhältnisse bei den älteren Stoikern. Das einzige positive Urteil über Alexander von seiten der alten Stoa stammt von FEratosthenes. Unverhohlen verleiht hier der große Gelehrte seiner Bewunderung für den großen König Aus- druck. Gewiß ist Eratosthenes kein reiner Stoiker gewesen, hat sich aber in vielen grundlegenden Fragen ihrer Lehre an- geschlossen, so auch in der Lehre vom Kosmopolitismus. Sollte da nicht mit demselben guten Gewissen jeder andere strenge Anhänger der älteren Stoa gerade so gut wie Eratosthenes ein günstiges Urteil über den Weltenbeherrscher Alexander haben abgeben können? Besitzen wir auch kein unmittelbares Zeugnis ¹) dieser Art, so haben wir deshalb noch nicht das Recht, mit Hoffmann zu behaupten,„die Anhänger dieser Schule hätten der Gestalt des Königs zum mindesten ver- ständnislos gegenübergestanden“. Im Gegenteil: Das Problem, welche Verfassung die beste sei, scheint in der älteren Stoa eifrig erörtert worden zu sein. Chrysippos hat für die Praxis den stoischen Idealkönig ge- schaffen, ²) der als unverantwortlicher Herrscher das Weltgesetz auf Erden repräsentiert, der die Realisierung der Ziele des Weltgesetzes anzustreben hat, und dessen innerstes Wesen die oogia' ausmacht.) Die Behandlung dieser Frage ist offenbar ein beliebtes Schulthema der älteren Stoiker nach Chrysippos gewesen. Wir kennen wenigstens die Titel einer Reihe von Schriften ot αοdeias')¹) Gelang es auch nicht, einem An- ¹) Ein indirektes, anerkennendes Zeugnis besitzen wir in dem Hauptsatz der oν Hαouuouevn oldreia. Vgl. J. ab Arnim, Stoic. vet frg. I frg. 262. uif kard oeis νεςι εα dννιμοωνι oυιιναεν, l0lςι εέμ̈αατοι dσυοοσμιέννο dοαᷣ⁵, dAdd dντaαν deνςρᷣνς νωᷣεᷣ dura œ oliras, sle ε Slος ν νœe αον⁵s, 5Omα dyeε ννιυν νων Qαοιυωπσν ουνννεᷣρένπνισν ⁹) Stoic. vet. frg. III, frg. 690— 693. ³) Ibid. frg. 617; 314. Außerdem vgl. Stob. ecl. II, 7 p. 108; Suidas, Baodela; Köhler, Sitzungsber. der Berl. Akad. 1891(1) S. 213; Kaerst, Studien zur Entwicklung und theoretischen Begründung der Monarchie im Altertum, München u. Leipzig 1898 S. 59 ff. ⁴) Hierher gehören Kleanthes (frg. 481); Sphairos vom Bospoxros(frg. 620); Persaios von Kition (frg. 435). gehörigen der Schule selbst zu einem Königsthron zu verhelfen, so suchte man doch hin und wieder einen regierenden König zu einem stoischen Philosophenkönig zu bekehren oder wenigstens mit ihm zu verkehren. So empfiehlt Chrysippos dem Weisen für den Fall, daß er nicht König sein könne, den Verkehr mit Königen.¹) Persaios von Kition, von Zeno zusammen mit Philonides von Theben zum König Antigonos von Makedonien geschickt,²) wurde später von diesem zum Befehlshaber der makedonischen Besatzung auf der Burg zu Korinth ernannt.) Sphairos vom Bosporos wurde von Kleanthes an den Hof des Ptolemaios Philadelphos oder Euergetes ⁴) gesandt und zeichnete sich dort durch seine schlagfertigen Dienste aus.) Die Be- ziehungen zwischen der älteren Stoa und dem Königtum ihrer Tage sind also recht nahe gewesen. Warum sollte da nicht ein Stoiker für Alexander Worte der Anerkennung haben finden können, der in weit höherem Maße als irgend ein Diadoche und Epigone dem stoischen Staatsideal nahe gekommen war? Ein beglaubigtes Zeugnis der mittleren Stoa gibt es nicht. Es ist noch nicht erwiesen, daß der Vergleich, den Cicero in seiner Schrift de officiis'(I, 26, 90) zwischen Alexander und seinem Vater Philipp anstellt und zugunsten Philipps entscheidet, wirklich dem Panaitios angehört. Und wenn es erwiesen wäre, so gestattet dieser eine Fall noch kein generelles Urteil. Kurz, wir sehen, es gibt keinen bestimmten Alexander- typus innerhalb der Philosophenschulen. Der Weg, den Hoffmann eingeschlagen hat, ist wohl gut und bequem zu gehen, aber er führt nicht zum Ziele, zu der Erkenntnis der Motive für die ¹) Stoic. vet. frg. III frg. 691: d ανο XOoονυσωππαο εν τ mττ meσσ Bicν ‧odela- e 16ν„ G᷑χ 66(( Eνονοα dνoειεα, éyee, Ioνμανανμνᷣνον dmν aðrijs deν oaατdς Sao⁴deuerr i, dovnuo, duμαᷣοεuα αοe va orgarsuosrar uerd Sαες, dos ν TGνκννινοοσOOD(dtͤlé ſZTnodhhe h Keᷣ Novrueos. Der letzte Satz kann nur den Sinn haben, daß der Weise auch zu einem un- gebildeten König gehen und ihn für die Grundsätze der stoischen Staats- lehre zu gewinnen suchen soll und nicht bloß zu einem, der in der*σεα schon Fortschritte gemacht hat. Von einem Widerspruch wie Plutarch ihn herausliest, kann keine Rede sein.*) Stoic. vet. frg. I frg. 439. ³) Ibid. frg. 442. ⁴¹) Vgl. Zeller, Philos. der Griech. III, 1 S. 38 Anm. 3. ⁶) Stoic. vet. frg. I frg. 624, 625. Alexanderbilder. Es ist besser, sich zu bescheiden. Wir ver- zichten deshalb im folgenden darauf einen Zusammenhang in den Urteilen aufzudecken, wir lassen sie nebeneinander stehen. Auf der Gewinnseite steht dafür größere Sicherheit. 336— 323. Einen leidenschaftlichen und energischen Vertreter seiner Anschauungen hatte Aristoteles in seinem Neffen Kallis- thenes, der auf seine Empfehlung hin am makedonischen Hofe eingeführt worden und Alexander nach Asien gefolgt war. Die panegyrische Tendenz seines Alexanderwerkes, das er wahr- scheinlich im Auftrage Alexanders während des Feldzuges ver- faßte, erklärt Hoffmann lediglich aus seiner Stellung als Hof- historiograph(S. 4 ff.). Mir aber scheint sie nur Mittel zum Zweck gewesen zu sein. Kallisthenes wollte dem Programm der Pan- hellenen zum Siege verhelfen, die in Alexander den griechischen Nationalhelden sahen. So erklärt sich auch das starke Hervor- treten der Hellenen. Die panegyrische Verherrlichung Alexanders und die beständigen Ermahnungen, seinen griechischen Aufgaben getreu zu bleiben, sollten aber ihren Zweck verfehlen. Immer mehr trat die Vorliebe Alexanders für orientalische Sitten und Gebräuche zutage. Die Lobeshymnen des Kallisthenes und seines Anhangs verstummten. Offener Tadel¹) trat an ihre Stelle. Und als er auch damit nichts erreichte, ließ er sich in eine Verschwörung gegen das Leben des Königs ein, die er mit seinem Leben büßen mußte. In der griechichen Nachwelt aber lebte sein Name als der des Märtyrers einer guten Sache fort.) An die Stelle des Kallisthenes traten Männer wie ¹) Aus seinem Geschichtswerk erfahren wir darüber nichts mehr. Das- selbe scheint, den frg. nach zu urteilen, mit der Schlacht bei Gaugamela aufgehört zu haben.*) J. Kaerst, Forschungen zur Geschichte Alex. d. Gr. 1887(Stuttgart) S. 78 ff. sieht in Kallisthenes nur das mechanische Werkzeug der Weltmachtspolitik Alexanders, die er nach der Schlacht bei Issus und der Einnahme Phoenikiens einschlug. Durch ihn habe er den Hellenen seine zukünftige Weltmachtstellung als eine auch von den hellenischen Göttern gewollte legitimieren lassen und die Opposition der Makedonen und ihres hervorragendsten Führers Parmenio gegen seine Persönlichkeit als kleinlich hinstellen wollen. In diesem Falle wäre Alexander der Urheber der national-griechischen Tendenz in dem Werke des Kallisthenes, und dieser wäre nur das Sprachrohr Alexanders gewesen. Eine derartige Unselbständig- ———— dn&æ — 97,— Anaximenes,¹) Anaxarchos, Choirilos und Agis, die sich der neuen Lebensart des Königs anzupassen wußten. Sie wandelten auf den Bahnen der Schmeichelei, die Kallisthenes ihnen vorgezeichnet hatte, weiter, hüteten sich aber, durch seine exemplarische Bestrafung abgeschreckt, Wünsche geltend zu machen, die am Hofe nicht genehm waren. Daazu verstanden sich diese Erz- schmeichler um so eher, als ihnen die reiche Huld des Fürsten keinen Grund zur Klage bot.) Vornehmlich politische Beweggründe bestimmten die Rhetoren in Athen, die Führer des Volkes auf der Pnyx, in der Beurteilung Alexanders. Die Gegner der make- donischen Monarchie unter ihnen, Demosthenes, Hypereides u. a. haßten in ihm den Unterdrücker der griechischen Autonomie und suchten ihm zu schaden, wo sie nur konnten. Sodann mußten sie, wenn anders sie mit ihrer Parole Los von Make- donien' durchdringen wollten, schon von vornherein von Alexander den Nimbus der Unbesiegbarkeit hinwegnehmen, seine Schwächen und Laster aufdecken, seine Tugenden herab- setzen, mit einem Wort einen möglichst ungünstigen Eindruck von ihm zu erwecken suchen. Die Makedonenfreunde unter den Rhetoren, u. a. Aischines, bildeten das Gegengewicht zu dieser makedonenfeindlichen Bewegung. Unter ihnen befanden sich solche, die von dem makedonischen König Verwirklichung keit und Kurzsichtigkeit hinsichtlich der wirklichen Pläne des Königs wider- spricht aber dem späteren energischen Auftreten des Kallisthenes, das ihn schließlich zu Fall brachte. Da lernen wir ihn als einen zielbewußten Mann kennen, der von dem einmal gesteckten Ziel sich nicht abbringen ließ und sich nicht scheute, durch Teilnahme an einer Verschwörung gegen das Leben des Königs der Erreichung seiner Pläne näher zu kommen. Daß reine Eitelkeit ihn auf die Seite der Opposition trieb, ist eine gewagte Hypothese; denn Arrian(IV, 10, 1 ff.) verbürgt sich nicht für die Nachricht, Kallisthenes habe geäußert, der König verdanke seinen Ruhm wesentlich ihm. F. Cauer, Philotas, Kleitos, Kallisthenes, Beiträge zur Gesch. Alex. d. Gr., Jahresb. f. kl. Phil. Suppl. XX S. 1 ff. leugnet jegliche makedonische Opposition und verwertet die Ermordung des Kallisthenes für eine ungünstige Charakteristik Alexanders. Dagegen sprechen aber die Nachrichten der antiken Historiker. Vgl. außerdem O. Jäger, Alex. als Regent, Preuß. Jahrb. LXX S. 68 ff ¹) vgl. Diog. Laert. V, 10. ²) vgl. Diog. Laert. V, 10; Horat. ep. II, 1, 232. Weber. 7 98— politischer Ideen erhofften, dann andere, die materielle Sorgen, wie z. B. Aischines, in das Lager der sog. Feinde des Vaterlandes trieb. ¹) 323— 250. Nach dem Tode Alexanders schrieben viele der überlebenden Teilnehmer seines Zuges, Offiziere und Beamten, meistens an den Höfen der Diadochen seine glorreiche Sieges- geschichte in größeren Werken. Sie suchten dadurch Alexander in Erinnerung der Wohltaten, die sie von ihm empfangen, und unter dem frischen Eindruck, unter seiner Aegide eine große Zeit durchlebt zu haben, ihren Dank abzustatten. Sie taten das um so lieber, als sie vielleicht einem Lieblingswunsche Alexanders, seine Taten der Nachwelt überliefert zu wissen, nachkamen. Dadurch waren der Alexanderpanegyrik die Wege geebnet. Augstlich ist man bemüht, jeden Flecken einer Schuld von ihm abzuwaschen. Rein und makellos muß der Held dastehen. Vielfach mußten die Literaten auch auf die Diadochen, an deren Höfen viele lebten, in der Beurteilung Alexanders Rücksicht nehmen. Am Hofe des Lysimachos, der von Alexander nicht aufs beste behandelt worden war, mußte ein Schriftsteller mit seiner Panegyrik viel mehr zurückhalten als am Hofe der Ptolemäer, die aus politischen Gründen einen pomphaften Alexanderkultus trieben. ²) Schon sehr früh liegen die Anfänge der epischen Stilisierung Alexanders, die griechischen Ursprungs ist und mehr oder ¹) Dieselben Gegensätze sind auch sonst in Griechenland und auf den griechischen Inseln anzunehmen. Nur wissen wir fast nichts mehr über sie. In Chios z B. stellte Theokritos sein ganzes Können in den Dienst der antimakedonischen Bewegung, während Theopompos auf derselben Insel in Wort und Tat die makedonischen Interessen vertrat. ²) Vgl. beispielshalber Kallixenos von Rhodos(F. H. G. III, 56 frg. 2), der unter Ptolemaios Philo- pater schrieb, unter Ptolemaios Philadelphos aber schon erwachsen war. In der Beschreibung eines Festzuges des letzteren sagt er u. a.: Auegdvou O 2α IIτoleᷣusναeν dydνμαa, ³oοτᷣνααναωανέννα οστεεσ⁴ἀνοςα μ‿οσενοοι εα νροο.(scil. Oαm ν τ ονπαηπαης 16 d vi Aoerije dpyadαα, π᷑αςσεςσοεεο τάᷣ Icoleuai sori- dνωοατο dιααονμ⁵αι 2ρνυια.... 2dl deᷣra radra ¹s ſyero oμ να ⁶ανωeν a³μρι⁴⁴ωνιεεέν, aut Snl aou eνοον, e S dονμάαχν eραντον ννν SqOενοεεο εοιοοs, Nur* al ddν ε ᷣνααιεοοι μυεοωνυι ετωο Vgl. E. Korneo- mann, Zur Geschichte der antiken Herrscherkulte, Klio I(1902) S. 51 ff.; A. Beurlier, de divinis honoribus Alexandri, Paris 1890. — 99— weniger die Tendenz verrät, Alexander den Stempel eines griechischen Nationalhelden aufzudrücken. Hand in Hand mit dieser Bestrebung geht eine Bewegung, die den Makedonen- könig in das Reich der Fabeln und Märchen versetzt und damit dem Geschmacke des damaligen Publikums entgegen- kommt. Die Alexanderpanegyrik ist nicht unbestritten ge- blieben. Ephippos von Olynth, einer von vielen, hat gegen sie polemisiert. Ob der Haß und Abscheu über Alexanders An- nahme persischer Sitten oder die Nichterfüllung persönlicher Wünsche oder ein anderer Grund das Motiv seiner Polemik gewesen ist, können wir heute nicht mehr sagen. Timaios veranlaßte nur seine persönliche Abneigung gegen Kallisthenes, dessen Verurteilung von vornherein als eine gerechte anzusehen. Egoistische Motive, verbunden mit dem Bestreben, der Dynastie der Ptolemaeer ein Kompliment zu machen, mögen in der Seele eines Pseudo-Hekataios das Bild eines Judenfreundes hervorgezaubert haben. 250— 30. Vielleicht haben, um den Römern zu schmeicheln, Aristos und Asklepiades ihn zum Propheten der zukünftigen Macht Roms gemacht, die traurige politische Lage dagegen und das Bedürfnis, ein moralisches Gegengewicht zu finden, den Polybios bewogen, Alexander zum griechischen Nationalhelden zu erheben und seine Tugenden zu preisen. Dies konnte er umso eher, als die Gegensätze zwischen Makedonen und Griechen, wie sie zu Alexanders Zeiten noch bestanden hatten, völlig verschwunden waren und der makedonische König der Ver- teidiger Griechenlands gegen römische Waffengewalt geworden war. Die politische Erhebung Alexanders gegen Ende der rö- mischen Republik scheint die Folge eines momentan gesteigerten Nationalgefühles gewesen zu sein, das in dem mächtigen Ein- dringen griechischer Bildung in Rom wohl seinen letzten Grund hat. Die unglücklichen Kämpfe, die die Römer in dieser Zeit mit den Parthern zu bestehen hatten, legten einen Vergleich nahe mit dem Siegeszuge Alexanders im Osten. Man freute sich, aus der griechischen Gechichte den Römern einen Mann gegenüberstellen zu können, der mit weit geringeren Macht- mitteln ohne besondere Anstrengungen in jenen Gegenden einen * 7 — 100— Sieg um den andern erfochten hatte. Wie leicht mußte es ihm fallen, damals, als die römische Macht noch in den ersten An- fängen ihrer Entwicklung stand, im Falle eines Krieges mit Rom Sieger zu bleiben! Von politischer Bedeutung ist diese nationale griechische Bewegung nicht gewesen. Nur eine literarische Fehde mit den nationalgesinnten römischen Schrift- stellern hatte sie zur Folge. Auf römischer Seite hat Acilius, um seinem nationalen Empfinden zu schmeicheln, Scipio über Alexander gestellt. Seine anfänglich günstige Beurteilung Alexanders hat Cicero in den Schriften seiner letzten Lebensjahre geändert. Dieser Ge- sinnungswechsel läuft zeitlich parallel der Wertsteigerung Alexanders durch das hellenische Literatentum. Sollte da nicht in Cicero der römische Patriotismus erwacht sein und seine Stellung zu Alexander verändert haben? Dann verstehen wir auch seine dringende Mahnung an die römische Jugend, nicht die laudationes Alexandri' und anderer griechischer Größen, sondern die Loblieder auf die eigenen Vorfahren zu lesen. Lege laudationes, Torquate, non eorum, qui sunt ab Homero laudati, non Cyri, non Agesilai, non Aristidi aut The- mistocli, non Philippi aut Alexandri: lege nostrorum hominum, lege vestrae familiae: neminem videbis ita laudatum, ut artifex callidus comparandarum voluptatum diceretur'.¹) Zum andern mag er seine verärgerte politische Stimmung über den erstarkenden Imperialismus Caesars, der sich weit von dem republikanischen Staatsideal Ciceros entfernt hatte, und dessen Alexanderfreund- lichkeit ihm nicht verborgen bleiben konnte, durch Herabsetzung des Alleinherrschers Alexander zum Ausdruck gebracht haben.*) 30 v. Chr.— 100 n. Chr. Die ungünstige Alexanderdar- stellung des Augusteers Trogus, der ausgeprägte Despotismus, den Alexander bei ihm verkörpert, könnte die Vermutung nahe legen, der Verfasser habe einen Fürstenspiegel seiner Zeit ¹) vgl. Cic. de fin. bon. et mal. II, 35, 116.*) Vielleicht ist Cic., de offic. I, 26, 90 im Anschluß an die turpitudo Alexanders ut recte praecipere videantur, qui monent, ut quanto superiores simus, tanto nos geramus summissius' mit Rücksicht auf Cäsar gesagt. — — —ᷣ—ᷣ—ᷣᷣ;F——õ—— ꝗͦꝓ — 101— geben wollen. Daran ist aber wohl nicht zu denken. Denn der Byzantinismus, der in der Folgezeit dem kaiserlichen Hofe das Gepräge verleiht, lag unter Augustus noch in den Windeln, und das Privat- und politische Leben des Herrschers bot keinen Anlaß zur Unzufriedenheit. Die Gründe der alexanderfeindlichen Darstellung des Trogus sind also in einer anderen Richtung zu suchen. In seiner Abhandlung sagt Hoffmann(S. 45), die römische Rhetorik sei die ausgesprochene Gegnerin Alexanders geworden, weil sie in der neuen Monarchie der Hort des Republikanismus geworden sei. Dieses Urteil ist zweifellos richtig, wenn man davon absieht, daß hin und wieder die Rhetoren auch ein Wort der Anerkennung für Alexander gefunden haben. Ich möchte noch hinzufügen, daß die Wertsteigerung Alexanders durch die Griechen rund 50 v. Chr. das römische Nationalgefühl wach- rief und die römischen Rhetoren in ihrem absprechenden Urteil nur noch bestärkte. So wurde die Verurteilung des Makedonen- königs in den Rhetorenschulen ein beliebtes Schulthema. Wie jeder vornehme Römer besuchte auch Trogus die Rhetoren- schule. Von dort nahm er die abfällige Beurteilung Alexanders mit nach Hause und übertrug sie auf sein Geschichtswerk. Damit kam er einmal der damaligen Volksstimmung entgegen, die aus nationaler Eitelkeit gegen Timagenes und seinen An- hang protestierte, und zum andern befriedigte er die alten Re- publikaner, die mit der Neuordnung der Dinge unzufrieden waren und in dem Despoten Alexander ein Spiegelbild des Augustus erblicken mochten. Ganz deutlich sehen wir den Einfluß der Rhetorenschule in dem politischen Exkurs des Livius, der von Effekthascherei trieft und sich in leere Kombinationen verliert. Man gewinnt bei der Lektüre den Eindruck, als ob Livius einen ehemals in der Rhetorenschule angefertigen Schulaufsatz aus der Schublade hervorgeholt und neu redigiert in sein Geschichtswerk eingestellt hat. Hier kommt das stolze Bewußtsein der römischen Macht und Herrlichkeit und der römische Egoismus und Haß gegen alles, was nicht römisch ist, so recht zum Ausdruck. Und ein Ausfluß dieses starken nationalen Empfindens ist auch die un- — 102— günstige Beurteilung Alexanders, die durch die nationale griechische Opposition noch eine verschärfte Form erhalten haben mag. Hinzu kommt, daß Livius seiner politischen Uber- zeugung nach Republikaner ist.¹) Dieser Umstand mag zu ungünstigen Auffassung von Alexander nicht wenig beigetragen haben, wenn auch an eine politische Opposition gegen Augustus nicht zu denken ist. Die Spuren seines republikanischen Empfindens lassen sich in seinem Tractat über Alexander noch nachweisen. Abgesehen davon, daß der Excurs als solcher nichts anderes als ein sentimentales Loblied auf die gute, alte Zeit ist, scheint mir die Gegenüberstellung der maiestas no- minis Alexandri' und der libertas' der römischen Großen, ²) des iiuvenis Alexander' und des'senatus Romanus singulis regibus constans ³) nicht von ungefähr in die Darstellung gekommen zu sein. Daß es jedoch auch Römer gegeben hat, die mit den Aus- führungen des Livius nicht einverstanden waren, beweist die Entscheidung derselben Frage durch den unbekannten Verfasser des unter Vergils Namen erhaltenen Catalepton. Die Dichter Horaz und Ovid mochten hoffen, bei der günstigen Stellung Alexanders am Hofe durch ein geschicktes Kompliment desto eher ihre Bitten ⁴) erfüllt zu sehen. Der Grieche Dio doros gehört im Gegensatz zu dem Römer Trogus mehr der nationalen griechischen Opposition an. Durch Betrachtung der Taten Alexanders vom griechisch-heroischen Standpunkt bereitete er sich eine Freude und dem griechischen Lesepublikum, für das sein Werk bestimmt war. Das Thema von dem Wechsel des Stückes dient bei ihm noch nicht dazu, Alexander herabzusetzen, wie bei Curtius, scheint vielmehr nur ein Ausfluß seines fatalistischen Glaubensbekenntnisses zu sein. Diese hochgehenden Wogen römischer und griechischer ¹) Vgl. Liv. XXIV, 25, 5: haec natura multitudinis est: aut servit humi- liter aut superbe dominatur, libertatem, quae media est, nec struere modice nec habere sciunt.) I. i v. IX. 18, 6 ff. ³) Lai v. IX, 17, 14. 4) Horat. ep. II. 1, 1 ff. Der Dichter bittet Augustus, die Dichter der Scaenica ars' zu berücksichtigen. Ovid, trist. I, 2, 75. Ovid bittet um einen erträglichen Verbannungsort. —, — 103— Nationaleitelkeit haben den Geographen Strabo nicht mit sich reißen können. Mit sachlichem und nüchternem Verstande hat er, je nachdem er es mit seinem historischen Gewissen ver- einbaren konnte, Alexander gelobt oder getadelt. Tiberius und Caligula. Unter Tiberius erhielt das literarische Alexanderbild sein Colorit von dem Kaiser, der sich mit der griechischen und römischen Literatur beschäftigte, und dessen Urteil man sich zum Muster nahm. Mit Rücksicht darauf hat Velleius Paterculus O. Julius Caeser dem Alexander würdig zur Seite gestellt.“¹) Das starke Hervorkehren der cebrietas und eiracundia' scheint nur ein beabsichtigtes Kompliment für Tiberius zu sein, der von Natur ein nüchterner Charakter war. Daß die panegyrische Behandlung des Charakterbildes Alexanders dem Kaiser erwünscht war, der sonst jede Verherrlichung eines anderen zuungunsten seines Hauses ahndete, das sehen wir noch deutlicher daraus, daß auch in dem Werke des Valerius Maximus, das dieser dem Kaiser widmete, der Grundzug der Beurteilung Alexanders ein günstiger für ihn ist.²) Unter Claudius hat Gurtius Rufus seine Alexander- geschichte geschrieben. Bei der Gefährlichkeit der Zeiten wollte er es vermeiden, Zeitgeschichte zu schreiben; und da er sah, daß die römischen Imperatoren sich als Nachfolger Alexanders fühlten, beschloß er, die Geschichte des Königs aufzuzeichnen. In diesem Entschluß mag er noch bestärkt worden sein durch die Erinnerung an die literarische Fehde, die sich in augusteischer Zeit zwischen Griechen und Römern über Alexander entsponnen hatte, und durch die Tatsache, daß man auf römischer Seite in einer besonderen Abhandlung zu Alexander noch keine Stellung genommen hatte. Livius versucht wenigstens mit sachlichen Gründen gegen die griechischen Alexanderpanegyriker anzukämpfen, Trogus schlägt zwar aus den Fehlern und Leiden- ¹) Die überschwänglichen Ausdrücke, die Velleius zur Verherrlichung Cäsars verwendet(forma omnium civium excellentissimus, vigore animi acerrimus, munificentia effusissimus. animo super humanam et naturam et fidem evectus...) fallen indirekt auf Alexander zurück.*) Von diesem Standpunkt aus betrachtet wäre auch das etwaige Sye‿νιρ ʒͥdäεεανοον Apions erklärlich. — 104— schaften des Königs ein größeres Kapital, anerkennt aber seine hervorragende ¹dçeziſ. Curtius geht noch einen Schritt weiter als Livius und Trogus. Er tadelt nicht nur äußerst scharf Alexanders Untugenden, sondern entscheidet auch die Frage der doerij' oder der röꝝiſ Alexanders, die sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Werk zieht, zugunsen der zöxi. Damit schmeichelte er seiner römischen Nationaleitelkeit und folgte seiner fatalistischen Weltanschauung, dem Glücke nicht zu trauen. Nun zu Seneca und seinem düsteren Alexanderporträt! Sicherlich hat er— darin stimme ich Hoffmann(S. 51) bei— die meisten seiner heftigen Ausfälle der Rüstkammer der Exempla- Sammlungen der Rhetorenschulen entnommen. Seneca scheint sich aber mit der bloßen UÜbernahme der Exempla nicht begnügt zu haben, sondern ihre Wirkungskraft durch eingelegte Schimpf- wörter und gehässige Bemerkungen noch absichtlich gesteigert zu haben. Denn seine Charakterisierungen Alexanders tragen durchweg ein individuelles Gepräge. Daß ihm, wie Hoffmann glaubt(S. 51 f.), stoische Exempla-Sammlungen moralischer Art die Worte liehen, ist unrichtig. Denn ein innerhalb der stoischen Schule sich vererbendes Tyrannenbild Alexanders läßt sich, wie bereits festgestellt, nicht nachweisen. Welche Be- weggründe haben nun Seneca zu seinem dunklen Alexander- gemälde veranlaßt? Von bestimmendem Einfluß mag die moralische Tendenz seiner Schriften gewesen sein, den Menschen zu zeigen, wie man sein Leben zu einem glücklichen, aber auch zu einem unglücklichen und verkehrten machen könne. Aber dieser Grund reicht nicht aus, um die Erbitterung und die Wut zu erklären, mit der Seneca auf den Makedonenkönig los- geschlagen hat. Das Verhalten Senecas ist um so auffallender als er seiner politischen UÜberzeugung nach für eine Monarchie eintrat, allerdings für eine nicht unumschränkte Monarchie. ¹) ¹) Senec. de clement. I, 1, 1 ff.; I, 3, 3 ff.; I, 4, 1 ff.; consol. ad Polyb. 7,2. Die Lobeshymnen, die Seneca auf Cremutius Cordus(ad. Marc. 1, 2) und auf Cato Uticensis(de constant. 1, 3; 2, 1; de tranquill. 16, 1; de ir. 3, 32) singt, beziehen sich nicht auf die republikanische Gesinnung dieser Männer, sondern ihren unerschütterlichen Mut und ihre charakterfeste Haltung inmitten des ☛ —õõõ—-—-——; — 105— Davon aber war das Regiment Neros weit entfernt. Wollte Seneca vielleicht nicht absichtlich durch Zeichnung eines düsteren Xlexanderbildes Nero ¹) ein Spiegelbild seiner eigenen Schreckens- herrschaft vorhalten? Es ließe sich denken, daß er anfänglich in der Form der adhortatio Nero auf seine Fehler aufmerksam machteè, schließlich aber, als sein Verhältnis zu Nero immer ge- spannter wurde, dazu überging, auf diese feige Art dem Herr- scher aus sicherem Versteck heraus einen Stich zu versetzen. In diesem seinem Bestreben hat Seneca noch einen Bundes- genossen an seinem Neffen Lucanus gefunden, der im Gegen- satz zu seinem Oheim ein eifriger Verfechter der Republik war. Dieser überhäufte in den drei ersten Büchern seines Epos Nero mit den größten Schmeicheleien. Nach Vollendung der drei ersten Bücher fiel er bei Nero in Ungnade. Von da ab ändert sich der Ton in seiner Dichtung. Eine entschieden gereizte Stimmung tritt zutage, die namentlich auch darin zum Ausdruck kommt, daß Pompeius zum Helden des Epos gestempelt und in jeglicher Weise begünstigt wird, während Caesar wegen seiner ehrgeizigen Pläne für alles Böse, das über Rom gekommen ist, verant- allgemeinen Ruins und despotischer Willkür. Selbst an seinem Lebensende wurde Seneca kein Republikaner, sogar wenn wir annehmen wollten, er sei die Seele der Pisonischen Verschwörung gewesen, von der er nach Tacitus (annal. XV, 61) zum mindesten Kunde hatte. Denn die Pisonische Ver- schwörung erstrebte nur eine maßvolle Monarchie, aber keine Republik, an deren Spitze Piso, nach anderen sogar Seneca selbst treten sollte.(Tac. annal. XV, 65.) z) H. Willrich, Caligula, Klio 3.(1903) S. 460 ff. ist der Meinung, Seneca habe durch die ungünstige Behandlung Alexanders Caligula treffen wollen. Dem widerspricht, daß Senecas Schriften, in denen Alexander erwähnt wird, außer de ira— hier kommen aber die groben Schimpfwörter etumidissimum animal'... noch nicht vor— über 15 Jahre nach Caligulas Tod verfaßt sind, in einer Zeit, wo Caligulas Andenken stark verblichen war und kein augenscheinlicher Zweck vorlag, gegen ihn zu polemisieren. Dazu kommt, daß bei Lucan, der über jeden Verdacht erhaben sein muß, aus persönlichen Gründen auf Caligula losgeschlagen zu haben, fast dieselben Schmähungen vorkommen wie bei Seneca. Er hat nur in dasselbe Horn geblasen wie sein Oheim Seneca und damit versucht, seinem Unmut gegen Nero Luft zu machen, der, wie erwähnt, auch Alexander nachgeahmt zu haben scheint. Vgl. auch Christensen a. a. O. S. 126. 8 — — 106— wortlich gemacht wird. Die Schimpfwörter, mit denen er Gan Alexander bzw. Nero bedenkt, sind fast dieselben wie bei ver Seneca. Sehr interessant sind die Worte'sed cecidit Babylone leß sua Parthoque verendus': aber er starb in Babylon, das sein Eigentum war, gefürchtet von den Parthern. Ganz deutlich 68 I zeigt sich hier das Bestreben, dem Kaiser einen Hieb zu ver- vie setzen. Alexander wird zum Herrscher des in seiner Zeit noch nicht VOI bestehenden Partherreiches gemacht und damit die Ohnmacht Ale des gegenwärtigen römischen Imperators gegenüber den Parthern Beg betont, die gerade unter Nero ihre Macht auf Kosten der erg. Römer immer weiter ausbreiteten.¹) Und so muß Alexander im köl Guten wie im Bösen herhalten, und seine Persönlichkeit wird Erf in den Dienst kaiserfeindlicher Literaten gestellt, die ihn zum Ale Spielball ihrer antimonarchischen Gesinnung und aus Furcht vor erb offener Polemik zum Opfer ihres maskierten Angriffes auf den Kaiser ausersehen haben. He Vespasianus und Titus. Die Burteilung Alexanders durch den Sch älteren Plinius macht den Eindruck, als sei sie ohne äußeren Op Zwang erfolgt, und als hätten wir bei ihm das unverfälschte, 0dl reine und auf innerer Überzeugung beruhende Urteil eines ge römischen Großen, der, ohne sich von kleinlichen Rücksichten FPr; leiten zu lassen oder in Extreme zu verfallen, mit objektiven an Augen den griechischen Nationalhelden betrachtet hat. B Nicht so vornehm hat Flavius Josephus gedacht. Für ihn wi ist Alexander das Mittel zur Verherrlichung des jüdischen Volkes. K. Denn die erwähnte Episode ist kaum historisch zu verwerten. Sie m. entspricht schon inhaltlich nicht dem Charakter und der Politik in Alexanders. Dazu schweigen sich sämtliche übrigen Alexander- quellen darüber aus, die eine derartig ungewöhnliche Begebenheit R sicher nicht unerwähnt gelassen hätten. Schließlich ist merkwürdig, 1 daß diese Anekdote gerade in einem jüdischen Geschichtswerk 1 sich findet, dessen panegyrische Tendenz nicht zu verkennen— ist, ganz abgesehen von dem legendarischen Charakter der jüdischen Geschichte im allgemeinen.²) Soviel wird an dem 1 1 ¹) Vgl. auch Christensen a. a. O. S. 126. ²) Eine andere Frage ist, g ob Flavius Josephus diese sagenhafte Anekdote erfunden hat, oder ob er 8 D T —õõ————— — 100— Ganzen richtig sein, daß Alexander die sich bereitwillig unter- werfenden Juden in ihren Gesetzen und Freiheiten ungekränkt ließ. In den finsteren Zeiten der domitianischen Regierung schien es ratsamer, auf Alexander zu schimpfen, besonders wenn man, wie Martial und Statius, ideellen und materiellen Gewinn von dem Kaiser erhoffte. Nur selten erklingt ein Loblied auf Alexander. So hat Frontinus, durch und durch Soldat, in edler Begeisterung für Alexanders strategisches Talent für ihn Partei ergriffen. Das Preislied des Silius Italicus auf den Makedonen- könig scheint den Zweck zu haben, die späteren kriegerischen Erfolge Scipios, einer Lieblingsfigur des Dichters, sub auspiciis Alexandri' erfolgt sein zu lassen und dadurch ihren Wert zu erhöhen. 100— 200. Für Trajan wurde Alexander der vorbildliche Herrscher. Diese Hochschätzung Alexanders gefiel den römischen Schriftstellern nicht. Allerdings macht sich keine größere Opposition bemerkbar, daß man nach dem Beispiel des Trogus oder Curtius in einer größeren Abhandlung Alexander herab- gesetzt oder in mehr versteckter Weise, wie Seneca, gegen ihn Front gemacht hätte. Man vermied es mögxglichst, diese Frage anzuschneiden, besonders wenn man mit dem Kaiser in näherer Beziehung stand, wie z. B. der jüngere Plinius, der merk- würdigerweise trotz mancher feinen Komplimente, die er dem Kaiser macht, nie auf Alexander zu reden kommt. Sprach man aber hin und wieder von Alexander, so tat man dies nur in Form des Tadels, wie PDacitus und Juvenal. Desto willkommener war den Griechen die politische Renaissance des Makedonenkönigs am kaiserlichen Hofe. Voller Freude sonnen sie sich in der Regeneration einer großen politischen Vergangenheit ihres Volkes und tun ihr Möglichstes, das griechisch-nationale Regiment des Kaisers zu erhalten und nur seine Quelle ausschreibt, was wahrscheinlicher ist. Einen Schriftsteller ähnlichen Stiles haben wir in dem Pseudo-Hekataios des 3. J. v. Chr. kennen gelernt. vgl. Willrich, Juden und Griechen, Göttingen 1895(S. 1— 13) u. Schürer, Gesch. des jüd. Volkes im Zeitalter Jesu Christi I, 180, 1. 8 — 108— ihn vor einem Rückfall in eine national-römische Regierung zu behüten. Da aber Trajan kein Freund offener Schmeichelei war, so wandte man sich dem Vorbild des Kaisers, Alexander dem Großen, zu und suchte durch Lobpreisung seiner Heroen- taten indirekt Trajan zu verherrlichen und zur Beibehaltung seiner alexanderfeindlichen Politik zu ermuntern. So hat der Kyniker Dio von Prusa in seinem 2. Saoο⁵αα déyos' in Alexander Trajan verherrlicht und ein achtbändiges Werk eO! AAeeνν οwO 3Jger geschrieben, das nichts anderes als ein panegyrisches Loblied auf Trajan gewesen sein kann. Noch deutlicher zeigt sich dieses Bestreben in den Schriften Plutarchs, der sich offen als enthusiastischen Bewunderer Alexanders bekennt. Denn daß nur die Vorurteilslosigkeit und die moralisierende Betrachtungsweise Plutarchs ihm das lichte Alexandergemälde vorgezaubert haben, wie Hoffmann(S. 97 f.) meint, scheint mir zur Erklärung nicht auszureichen. Die außerordentliche ägerj' Alexanders, seine praktische Philosophen- natur, seine Gleichstellung mit Herakles, sein hellenisch ge- färbtes Königtum bei Plutarch, das sind alles Dinge, die voll- ständig auf Trajan passen und auf ihn zugeschnitten sind. Und wie tiefe Wurzeln die Alexanderromantik am kaiserlichen Hofe ge- schlagen hatte, geht daraus hervor, daß Plutarch es wagen konnte, die griechische Opposition der fünfziger Jahre vor Chr. wieder zu Ehren zu bringen und Roms Größe dem frühen Tode des Makedonen- königs zuzuschreiben, natürlich mit dem Hintergedanken, durch Alexanders Wertsteigerung dem Spanier Trajan zu Gefallen zu reden. Aber nicht nur dem Kaiser Trajan bereitete Plutarch mit seiner Alexanderpanegyrik eine Freude, sondern er schuf auch durch die farbenpächtige Schilderung einer großen poli- tischen Vergangenheit und eines glänzenden Stückes nationaler Geschichte dem politisch abhängigen Griechentum seiner Zeit eine angenehme Unterhaltungslektüre. Ferner mußte es eine große Genugtuung für sein griechisches Nationalempfinden sein, die unangefochtene Herabsetzung Alexanders durch Curtius widerlegen und abschwächen zu können. Und schließlich hat vielleicht— allerdings ist diese Verbindung nicht bezeugt— Plutarch beabsichtigt, sich am Hofe zur egrata persona' zu — i——. —õł——ꝛõ— — 109— machen, und ihm Trajan durch Ernennung zum Konsular und Prokonsul der Provinz Achaia indirekt seinen Dank für seine literarischen Bemühungen ausgesprochen. Nun ist aber das Bild Alexanders außerhalb der Spezialschriften Plutarchs über Alexander viel ungünstiger, ja oft das gerade Gegenteil. Alexander ist viel listiger, herrschsüchtiger und ge- walttätiger. Das mag einmal daher kommen, daß Plutarch viel- fach bloß seine Quelle wiedergibt, zum andern in den philo- sophischen Schriften nicht so gut Alexander verherrlichen konnte. Es könnte auch sein, daß dies die tatsächliche Auf- fassung Plutarchs von Alexander gewesen ist, und daß er sich bei diesen vereinzelten Herabsetzungen Alexanders vor An- feindungen gesichert glaubte. In diesem Falle hätten die Spezialschriften Plutarchs über Alexander keinen anderen Zweck gehabt, als Trajan seinem politischen Alexanderideal zu er- halten oder um seine Gunst zu buhlen. Mit Trajans Tode verschwindet die Alexanderromantik aus der Welt, um nur hin und wieder noch einmal aufzuflackern. So hat Favorinus von Arelate Alexander eine göttliche Genealogie angedichtet. Das Interessante und Neue aber ist dabei, daß nicht etwa seine Abstammung von luppiter Ammon er- wähnt, sondern ein rein griechischer Stammbaum Alexanders aufgestellt wird mit den Stammeltern Thetis und Oceanus, ein charakteristisches Merkmal dafür, wie sehr in jener LZeit die Griechen Alexander als Nationalhelden ansahen und sich be- mühten alle antinational-griechischen Züge Alexanders auszu- schalten oder zu verändern. Die Grundsätze seiner Lehre haben dem Philosophen Epiktet es versagt, einen Panegyrikus auf Alexander zu singen. Im Gegensatz zu den römischen Schriftstellern der Trajan- ischen Zeit haben unter Antoninus Pius und Mark Aurel die Römer relativ günstig über Alexander sich geäußert. Die hoch- gehenden Wogen politischer Leidenschaft haben sich geglättet. Man tritt unbefangener Alexander gegenüber, auch auf seiten der Griechen, denen kein zweiter Trajan mehr erstanden war. Es lohnte sich nicht mehr eine Lobgeschichte Alexanders zu schreiben. Die wohltuende Folge davon war, daß das Bild — 110— Alexanders eine objektivere Gestalt bekam. Ein Vertreter dieser Richtung ist Arrian aus Bithynien. Vor allzu großem Lobe Alexanders bewahrten ihn die Grundsätze und Anschauungen, die ihm in der Schule Epiktets eingeimpft worden waren, vor allzu großem Tadel schützte ihn seine warme Begeisterung für Alexander, sein philhellenischer Charakter und die nachhaltige Einwirkung der Alexanderromantik. Offen tadelt er den Makedonenkönig, wenn es am Platze ist, um der Wahrheit und — hier tritt der pädagogische Gesichtspunkt seines Geschichts- werkes hervor— des Nutzens für die Menschen willen,* ε ya Swera uduo dl,deia ve Svewa vijs Sujo aud dd dꝓεᷣeias rijo dοαρασοα. Aber er versagt ihm auch nicht Worte voller Anerkennung und enthusiastischen Lobes, wenn er es verdient. Und so ist Arrian den goldenen Mittelweg gegangen, unabhängig von rhetorischer Phrasendrescherei, von allzu großer griechischer oder römischer Nationaleitelkeit und von der Aus- sicht auf einen hohen Gewinn seitens des Kaisers. Sarkastische Verkleinerungssucht mögen Lukian, philosophische Grundsätze Maximus Tyrius, religiöse Motive Klemens von Ale- xandria und der Haß gegen alles Griechische den Syrer Tatian in ihrer Verdammung Alexanders geleitet haben, während der Historiker Appian noch unter dem Banne der Alexanderromantik steht. 200— 300. Im dritten und bereits schon gegen Ende des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts schwindet die historische Vorstellung von Alexander. Das charakteristische Moment des Alexanderbildes in dieser Zeitepoche ist die verschwommene Vorstellung von einem großen Alexander, die, wie wir gesehen, zu den merkwürdigsten Urteilen über ihn geführt hat. Ad AI T T Conspectus locorum.) A. Griechische Autoren. Adamantios: Physiognom. I, 14. Ailianos: De nat. anim. VI, 44; VIII, 1; X, 40. Var. hist. 1, 25; II, 19;, III, 17, 23, 29; IV, 29; V, 12; VII, 8; IX, 3; X, 4; XII, 16, 26, 37, 54, 64; frg. 333. Aischines: Orat. I. 166— 169; III, 133, 160 ff., 219, 223. Agatharehides: F. H. G. III, 196; frg. 16, 18. Agis(): Arrian. IV, 9, 9. Anaxarehos: Plut. Alex. 52. Aurelius: Comment. III, 3; VI, 24; VIII, 3; IX, 29; X, 27. Apion: F. H. G. III, 512; frg. 15, 26. Appianos: Hist. Rom. prooem. 10; SyrT. 10, 52; Mithrad. 20, 83; de bello civili II, 149 ff. Aristos: Script. Alex. S. 153 f.; frg. 3. Aristippos: Pseudo Acro schol. in Hor. ep. 1. 17, 13. Aristobulos: Script. Alex S. 94 ff.; frg. 4, 5, 23, 25, 286, 44, 46, 48. Aristoteles: Arsrhet. B 23. 13982a 15; B 24. 1401 b 20; Themist., orat. 3 p. 55 Dind; P. Rutil. Lu p., schemat. lex. 1. 18; Dio. Chrysost. or. 47 p. 601 Emper.; Demetr. II, 5¼. ·9(p. 18 Walz) u. 233(p. 99 Walz); Ailian. v. h. XII, 54; Gell. XX, 5; Plut. de tranquill. an. 13: qua quis ratione se ipse sine invidia laudet 16: de prof. in virt. 6; Julian. in ep. ad Themist.(p. 487 Pet.); Plin. n. h. XXXV, 106. Arrianos: Anab. I, 4, 3 u. 6; 9, 1 u. 6; 10, 6; 12, 1; 17, 12; II, 4, 11; 5, 9; 6,6 7,9, 12, 6 ff.; III. 3, 1; 3,63 10, 1; 18, 11; IV, 4, 9; 7, 4; 9, 1; 10, 1; 12, 6; 19, 4; V, 19, 4; VI, 13, 4; 15, 6; 19, 5; 26, 1; VII, 1, 3; 14, 5; 16, 7; 19,6; 253, 8; 28; 29, 30. Asklepiades: Script. Alex. S. 154; frg. 3. Athenaios: Dipnos. I, 3 d; 17 f; III, 124 c; IV, 146 c. d; 155 c. d; VI, 231 e; VII, 277 a; X, 434 a. b. c; 435 a; 437 a. b; XII, 535 f, 537 d. e. f; 538 a. b. c; XIII, 603 a. b. c. z) In dem Conspectus locorum haben auch solche Stellen Aufnahme gefunden, die interessante oder ganz neue Einzelheiten für die Alexander- geschichte boten, ohne gerade ein Werturteil ihres Verfassers zu enthalten. .— 112— Chares: Script. Alex. S. 144 ff.; frg. 1, 2, 4, 7, 8, 10. Choirilos: Porphyrio ad art. poet. v. 357: Horat. ep. II, 1, 233 ff.: Pseudo-Acro, schol. in Hor. ep. II, 1, 232. [Demades]:[VYTaëeo z² dσ(‚(³1ꝑαᷣαα αν 11, 17, 50, 56]. Demades: Plut. Galba 1. Demetrios von Phaleron: F. H. G. II, 368 frg. 19. Demosthenes: Epist. I, 1466. † Didymos ¹): IX, 43 ff.; XIII, 1 ff. Dikaiarcehos: F. H. G. II, 241, 19. Deinarchos: in Demosth. 94, 95. Dio Cassius: Hist. Rom. XXXVII, 52, 1; LI, 16, 4; LVI, 36; LIX, 17, 3; LXVIII 29, 1; LXXVII, 7 ff., 22 ff. Dio von Prusa: zεοε αοαεαm J, 1, 1; 1, 6; II; IV; x 9 66 1eSavdε⁸ς XXXII, 95; zρ ννννς⁷2) LXIV, 19; xερα τ ωαιμνο XXV, 6 ff. Diodoros: Bibl. hist. XVII, 1, 18, 21, 38, 69, 77, 89, 100, 116, 117; XVI, 87. Antonius Diogenes: z ν nαν dOoνl dlorν 16„⁴ 12. Diogenes Kynikos: Hercher, epist. graeci 24 u. 40. Duris von Samos: F. H. G. II, 473, 17; 474, 18 u. 20; 475, 23; 477, 31. Ephippos: Script. Alex. S. 125 ff. frg. 2, 3, 4. Epiktetos: Dissert. II, 22, 15 ff.; III, 24, 70. Eratosthenes: Geogr. frg. 56(Bernhardy), de chronogr. frg. 13, 14, 15; Strabo, Geogr. 1, 2 p. 11 Didot). Favorinos: F. H. G. III, 584 frg. 49. Galenos: vgl. Kühn, Medic. Graec. op., Lips. 1821— 30, vol. XIX S. 180: liber an animal sit id, quod in utero est. [Hekataios von Abdera]: F. H. G. II, 395, 15. Hegesias von Magnesia: Script. Alex. S. 138 ff. frg. 1, 2, 3. Hermippos-Kallimacheios: F. H. G. III, 47, 49. Herodianos: Ab excessu divi Marci III, 4, 3; IV, 8, 1 ff.; V, 7, 3. † Hippolytos: Philosoph. 24, 6. Hypereides: Orat. 1, 31, 10 ff.; VI, 10. Iosephos: Antiquit. Jud. XI, 317 ff., contra Ap. II, 35, 42; de bell. Jud. V, 465. Isokrates: Epist. 5 p. 416. Kaikilios von Kalakte: Longin. de sublim. IV, 1 p. 14 Weisk. Kallisthenes: Script. Alex. S. 1 ff.; frg. 19, 25, 36, 37. ¹) Die mit einem Kreuz(†) versehenen Schriftsteller sind in Kapitel I—VII nicht behandelt, da sie kein Werturteil des Verfassers über Alexander enthalten. tel ler ——— — 113— Kkleitarehos: Script. Alex. S. 74 ff.; frg. 5, 9, 10, 16, 28, 34. klemens Alexandrinus: Cohortat. ad gentes 16(67/68). †Longinos]: De sublim. 4, 32. Lukianos: Herod. sive Aötion 4, 5, 6; pro imagin. 9; de dom. 1; Galumn. non tem. credend. 17 ff.; Alex. sive Pseudomant. 1; Histor. quom. scribend. 12, 38, 40; Ver. histor. II, 9; Dial. mort. 12, 13, 14. Maximos von Tyrus: Dissertat. I, S, 139; 20, 392; II, 35, 167; 41, 272. Memnon: F. H. G. III, 529; frg. 4, 2; 25, 3. Menander: frg. 293; 924(Kock). † Menander rhetor: xεο εέασισνεεστικνν ν II, 3, 606; III, 3, 621; 17, 641. Nearchos: Script. Alex. S. 58 ff.; frg. 17, 18, 23, 28; Arrian. Inοαm 35. [Nikobule]: Script. Alex. S. 157 f.; frg. 1, 2. Onesikritos: Script. Alex. S. 47 ff.; frg. 1, 5, 7, 8, 10, 25. Ppausanias: Graec. descript. I, 9, 4, 5, 8; II, 1, 5; IV, 14, 4,8; 35, 4; V, 25, 1; VII, 6, 9; 10, 3; VIII, 18, 6; IX, 25, 10. Patrokles: F. H. G. II, 443, 2. philostratos: De Apoll. Thyan. II, 9 p. 26; 33 p. 39; 42 p. 43; Vit. sophist. p. 253. Phylarchos: F. H. G. I, 345; frg. 41, 46. Plutarchos: De rer. numin. vindict. 12; de Alex. M. fortun. aut virt. orat. I, 7; 5; II, 11; De fortun. Rom. 13; Vit. parallel.: Theseus 5; Aem. Paulus 12, 27; Pelopidas 34; Aristid. 11; Pit. Flaminin. 7; Pyrrhus 11, 19; Crassus 3; Eumenes 2; 6; Agesilaos 15; Pomp. 2, 46; Phokion 17; Demetr. 25, 27, Anton. 6; Galba 1; Alex. 13, 17, 21, 23, 28, 34. Moralia: de lib. educand. p. 11 A; Quom. adul. ab amic. internosc. p. 53 C, 56 F, 58 E, 60 B. 65 C, 65 F; Quom. q uis suos in virtut. sentiat profect. p. 78 D, 85 C; de amic. multitud. p. 96 B; de fortun. p. 97 D; de tuenda sanitat. praecept. p. 124 C, 127 B; ſregum et imper. apophtegm.) 174 B, 177 C, 178 E. 179 D, F, 180 A, C, D, E, 181 A, D, E, F, 182 A, 187 E, 207 D;[Apophtegm. Laconic.] 219 E, 221 A; Instit. Laconic. 240 A; Mulier. virt. 242 E; de Iside et Osirid. 360 B, D, de virt. moral. 449 D; de cohib. ira 454 E, 458 B; De tranquill. anim. 466 D, 471 F, 472 D; de curios. 522 A; de invidia. et odio 538 A; dese ips. citra invid. laudand. 542 D; de exil. 605 D; quaest. conviv. I, 623 E, III, 649 E, 737 A; ad princip. inerudit. 781 A, 782 A; praecept. gerend. rei publ. 806 B, 818 B; de unius in re publ. dominat. 826 C;[vit. X orat.] Weber. 8 — 114— 845 C, 852 C; de Herod. malignit. 856 B; de sollert. animal. 970 D; de Stoic. repugnant. 1043D; Non posse suaviter vivi secundum Epicur. 1099 B; ſ[de fluv. 6]. Polemon: de physiognom. I, 14. Pollux: Onomast. I, 132; VII, 75, 76. Polyainos: strategem. IV, 3, 1, 5, 7, 24, 28, 30, 31, 32; IV, 8, 2. Polybios: histor. III, 6, 4; 59, 3; V, 10, 5 ff.; VIII, 12, 7; IX, 34, 1 ff.; XX, 8, 10; XXXVIII, 4, 13. Polykleitos: Script. Alex. S. 129 ff.; frg. 6, 8. f†Prokles von Karthago: Pausan. Graec. descript. IV, 35, 4. Ptolemaios: Script. Alex. S. 86 ff.; frg. 6, 7, 13, 15. Satyros: FH. G. III, 164 frg. 18. Strabo: geogr. I, 21(11, 38); III, 5, 5(142, 16); XI, 5, 5(433, 35); 6, 4(435, 37); XIII, 1, 27(508, 45); XIV, 3, 9(569, 11); XV, 1, 5(585, 28); 2, 7 (615, 22); 3, 10(622, 30); XVI, 4, 27(667, 42). Tatianos: Orat. adversus Graec. 2, 245. Theokritos von Syrakus: XVII, 18. Theokritos von Chios: F. H. G. II, 86. Theon: Progymnasm. V, 28, 29; VII, 37; VIII, 41. Theophrastos: Athen. X, 435 a. Cic. Tusc. III, 10, 21. Theopompos: F. H. G. 1, 325; frg. 276, 277; Theon, Progymnasm. II, 8 Timaios: F. H. G. I, 223; frg. 120, 138, 142. B. Römische Autoren. Aeilius: F. H. R. frg. 5. Ampelius: lib. mem. 16. Apuleius: Apolog. 22; Flor. I, 7, 23 u. 24. Arnobius: Adv. nation. 1, 5. Bruttius: F. H. R. frg. 2. Cicero:[Rhetor. ad Herenn. IV, 22, 31]; de inv. 1, 50, 93; de orat. II, 14, 58; III, 35, 141; Brut. 81, 282; pro Arch. poet. 10, 24; in M. Anton. V, 17,48; Acad. II, 1,3; de fin. bon. et mal. II, 35, 116; Tuscul. III, 10, 21; IV, 37,79; V, 32, 91 u. 92; de divinat. I, 23, 47; II, 66, 135; 68, 141; de offic. I, 5, 16; I, 26, 90; II, 14, 48; 15, 53; de re publ. II, 14, 48; III, 9, 15; de leg. II, 41; ep. ad. Attic. V—, 20, 3; XII, 40, 2; XIII, 28; ad fam. V, 12, 7. Curtius Rufus: hist. Alex. III, 6, 17; 8, 28; 12, 18; IV, 4, 10; 6, 29, 7, 8; 7,28; 8, 3; 9,22; 10,23; 16,26 ff., V. 3, 15; 5, 3; 7, 1 ff., VI. G. l ff. VIII, 1, 17; 4, 22; 5, 5; 8, 21; 14, 45; IX, 5, 1; 10, 27; X. 1, 39 ff.; 5, 26; 10, 18. Cyprianus: quod idola dii non sint, 3. Flol FrO Gel Ho- Iy' lu- ,— 8 S S ZzZ2 Z2EEEE ——, vi )) — 115— Florus: Epit. I, 23. Frontinus: Strategem. I, 2, 3; 4, 9; 7, 7; 11. 14; II, 3, 19; 5, 17; 11.3; 11, 6; IIV, 2, 4; 3, 9 u. 10; 6, 3]. Gellius: N. A. V, 2; VII, 8; IX, 3; XIII, 4; XVII, 21; XX, 5, 7. Horatius: Epist. II, 1, 232 ff. Hyginus: fabul. 219 p. 129. lustinus: hist. Phil. epit. IX, 8, 11; X, 3, 5; XI, 1, 7: 6, 2, 10. 1 ff-; 11, 11 ff.; XII. 3, 12; 5, 1; 11. 8; 12, 11; 14, 10; 15, 8; 16, 1 ff; XV, 3, 1 ff. Iuvenalis: sat. X, 168 ff.; XIV, 308 ff. Ineertorum earmina: P. L. M.(ed. Bährens) c. 82, 5(B. V, 403), c. 111(B. V, 419). Incertorum, physiognomonica: 28; 33. vgl. Foerster. Ph. Gr. et. Lat., Lips. 1893, II, 50 u. II. 232. Livius: ab urb. cond. VIII, 3, 6 u. 7; IX, 16, 19; 17; 18; 19; XXVI, 19, 6 ff.; XXXV, 14,5 ff.; XLV. 7; 9. Lucanus: de bello civili III, 229 ff.; VIII, 692 ff.; IX, 148 ff.; X, 14 ff.; 268 ff. Manilius: Astronom. I, 768 f.; III, 22 f.; IV, 688. Mamertinus: Paneg. Maxim. August. II, 10. Martialis: Epigr. IX, 43. Mela: de chorogr. I, 70; 98; II, 34. Minucius Felix: Octav. 21, 3. Nepos: Eumen. 2, 1; 8, 1; 13, 1; de rez. II, 1. Ovidius: Trist. I, 2, 75; III, 5, 39f; Ibis 295f. Philippus: Orat. R. frg. frg. 3. Plautus: Mostell. 755 ff. plinius: n. h. III, 57; V, 62; VI, 51; 61; 62; 100; VII, 95; 107; 108; 109; VIII, 44, 149, 150; 154; XII, 21; 62; XIII, 3; XIV, 58; XV, 46; XVI, 141; 221; XVIII, 65; XXXIV, 14; 63; 64; 70; 75; 78; XXXV, S5 ff.; 92 ff.; 114; 132; XXXVII, 8; 10; 19. quintilianus: Inst. Or. I, 1, 9, 23, 24; II, 20,3; V, 10,111— 119; ſdeclam. 323]. †Rutilius Lupus: schem. lexeos, I, 18. sallustius: Hist. reli qu. III, 88. Seriptores historiae Augustae: 1, 4, 9; IV. 27. 11; XIII, 2, 1 u. 2; XVIII, 5, 1 u. 2; 11, 4; 13, 1, 3, 4, 25, 9; 30, 3; 31, 4 u. 5; 35, 1 u. 4; 39, 1; 50, 4; 62, 3; 64, 3; XXIII, 14, 3—6; XXVIII, 1, 1 u. 2. Seneca: De const. sap. II, 6, 8; de ira), IV 2, 6; 23, 2 u. 3;(3) V. 172 1; 23, 1; de benef. I, 13, 1; II, 16, 1; V, 4, 3 u. 4; 6, 1; VII, 2, 5; 3. 1; de clem. I, 25, 1; epist. VI, 53, 10; 59, 12; XII, 83, 19, 23; XIV, 91, 17; XV, 94, 62 u. 63; XIX, 113, 29 u. 30; XX, 119,7; Senecae frg. 47(P. L. M. B.IV, 75). 8⸗ 116— silius Italieus: Punic. XIII, 762 ff. solinus: collect. rer. mem. 8, 7; 9, 18 ff.; 12, 2; 12, 10. Statius: silv. I, 1, 84; II, 7, 90; III, 2, 117; IV, 6, 59. Sueius: moret.(P. L. M. B. VI, 285). suetonius: Vit. I, 7; II, 18; 50; IV, 52; VI, 19; de vir. illustr. frg. 102. Tacitus: annal. II, 73; III, 63. Tertullianus: adv. Iud. 7, 8; apologet. 11. Valerius Maximus: fact. et dict. mem. I, 1 ext. 5; 4 ext. 1; 8 ext. 10; III, 3 ext. 1 u. 4; S ext. 6; IV, 3 oxt. 3, 4; 7 ext. 2; w 1 ext. 1. 6 ext. 5; VI, 4 ext. 3; VII, 2 ext. 10, 11, 13; 3 ext. 1, 4; VIII, 11 ext. 2; 14 ext. 2, 3; IX, 3 ext. 1; 5 ext. 1; 10 ext. 2. Varro: Sat. Menipp. frg. 281(ed. Bücheler). Velleius Patereulus: hist. Rom. I, 6, 5; 11, 3 u. 4; II, 41, 1 ff. Vergilius Maro: catalept. III(XII). Vitruvius: de architect. VII, 1; VIII, 16. Spezialdruckerei für Dissertationen, Robert Noske, Borna-Leipzig. — Lebenslauf. Verfasser, katholisch, wurde am 19. April 1886 zu Biblis in Hessen als Sohn des Hauptlehrers Aloys Weber und seiner Gattin Magdalena geb. Heyder geboren. Nach dreijährigem Be- suche der Elementarschule trat er 1895 in das Ostergymnasium zu Mainz ein und verließ es Ostern 1904 mit dem Reifezeugnis. Von da ab besuchte er die Universität Gießen. Den Herren Professoren Bethe, Immisch, Körte, Wünsch sagt er seinen verbindlichsten Dank für die mannigfache Förderung der Arbeit. Besonders ist er Herrn Professor Strack zu dauernder Dankbarkeit verpflichtet, der ihm die Anregung zu dieser Arbeit gab und ihm immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch den Beamten der Gießener Universitätsbibliothek und der Mainzer Stadtbibliothek dankt er für ihr freundliches Entgegenkommen. 1 9. 8 86 2 gegen 1900 1 Leher n 0◻ Colour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow- HRed Magenta Wyite Grey! 8 Grey 2(Greys Grey 4 Black