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Die Stellung der Corps im heutigen Studentenleben : Entgegnung auf die Schrift: "Was sind und wollen die Corps"
Entstehung
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geringſchätzenden Ausdrücke über die Beſtrebungen und Ziele der Burſchenſchaft?

Schluß.

Der Schluß der Abhandlung, der zwar viele ſehr ſchöne oratoriſche Floskeln enthält, denen aber alle Bedeutung, aller innere Werth mangelt, berührt noch einmal im Allgemeinen die hervorragenden Züge des Corps und gipfelt in dem Satze, daß die Corps vermöge ihrer inneren Tüchtigkeit und Würde den Beruf hätten, an der Spitze der deutſchen Studentenſchaft zu ſtehen, dieſe zu leiten und moraliſch zu beherrſchen. Da es uns aber nach den vielen, im Laufe dieſer Abhandlung näher erörter⸗ ten Gründen unmöglich iſt, dieſeinnere Tüchtigkeit und Würde anzuerkennen, ſo beſtreiten wir natürlich auch den Corps das Recht, die deutſche Studentenſchaft am Gängelbande zu leiten und einen moraliſchen Druck auf ſie auszuüben. Doch dies Alles habe ich ja ſchon im erſten Theile ausführlicher erörtert und dargethau, daß der Verſuch zur Geltendmachung dieſes ver⸗ meintlichen Rechtes durch die Wirklichkeit Lügen geſtraft wird, daß weder von den Corps noch von dem Wingolf und den katho⸗ liſchen Vereinen eine geſunde Regeneration des Studentenlebens erwartet werden kann, weil ihre Principien nicht Schritt halten mit der Strömung der Zeit. Vielleicht iſt die Zeit nicht mehr fern, wo die Verbindungen auf den deutſchen Hochſchulen, ſo wie ſie jetzt beſtehen, zu Grabe getragen ſein werden; vielleicht daß in der Zukunft die formenloſeren Vereinigungen der Studirenden ganz ohne äußere Corporationszeichen, wie ſie ſich jetzt ſchon auf mehreren Univerſitäten gebildet haben, die Oberhand gewinnen und den Ton angeben, um die freie Vereinigung der ge⸗ ſammten deutſchen academiſchen Jugend ins Leben