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1 liebenswürdigen Charakter wohl zu ſchätzen gewußt. Schon am V 6. Mai 1831 erhielt er eine Zulage von 200 Gulden, am 31.
3 Januar 1835 desgleichen, und am 21. März 1835 eine Zulage
von 400 Gulden. Am 27. October 1834 wurde er zum Mitglied
der akad. Adminiſtrations⸗Commiſſion ernannt. Am 29. März
1835 dankte ihm der Großherzog in einem beſonderen Schreiben
wegen ſeiner Ablehnung eines auswärtigen Rufes. Doch ſah er
ſich ſpäter, wie er ſelbſt darüber in ſeinen Briefen an den Kanzler von Linde ſich geäußert hat, hauptſächlich durch das Benehmen von Riffel veranlaßt, einen Ruf nach Freiburg anzunehmen, wo⸗ für ihm die nachgeſuchte Entlaſſung aus dem Gr. Heſſ. Staats⸗ t dienſt am 3. November 1837 ertheilt wurde. In der Folge hat z man wiederholt daran gedacht, ihn nach Gießen zurückzurufen. Er ſelbſt hat häufig geäußert, ſeine Wirkſamkeit zu Gießen ſei die glücklichſte Zeit ſeines Lebens geweſen. Er ſtarb zu Freiburg im Laufe des Winters 1855—56.
4. Johann Lüft, Repetent am biſchöflichen Seminar zu Mainz und ſpäter Pfarrer der katholiſchen Gemeinde zu Gießen, p wurde am 30. November 1830 als ordentlicher Profeſſor der— Theologie in Gießen mit einem Gehalt von 300 Gulden ange⸗ ſtellt. Er las: Chriſtliche Sittenlehre oder Moraltheologie in 2 Theilen nebſt Geſchichte der Moral und Examinatorien über ¹ Letztere, Homiletik öfter verbunden mit ſchriftlichen Uebungen, Kate⸗ ſ chetik, Liturgik, Paſtoral, evangeliſche Perikopen in wiſſenſchaftlicher d exegetiſcher Erläuterung und mit Beziehung auf ihre praktiſche d Behandlung. Seine Liturgik gab er ſpäter heraus unter dem Titel: Liturgik oder wiſſenſchaftliche Darſtellung des katholiſchen g Cultus, 1— 3. Band, noch unvollendet, Mainz 1844— 1847. Am 7 31. December 1831 rückte er, nach dem Abgange Müllers, mit einer 1 Zulage von 100 Gulden in die dritte Lehrſtelle auf, d. h. er erhielt, weil bei der katholiſch⸗theologiſchen Facultät von Anfang an die
ſonſt in Gießen hergebrachte Sitte des Tangirens nicht galt, die Anwartſchaft auf das dritte Decanat der Facultät. Am 28. W April 1835 ward er zum Pfarrer und Oberſchulrath in Darm⸗ ſtadt ernannt, womit er aus der Gießener Facultät ausſchied.


