ſtelleriſchen Leiſtungen und Beförderungen hier kurz zu verzeichnen haben, und daran gelegentlich noch einiges Andere anknüpfen werden.
1. Johann Nepomuk Locherer, Pfarrer zu Jechtlingen am Rhein und Dr. theol., wurde als ordentlicher Profeſſor der Theologie zu Gießen mit einem Gehalt von 1200 Gulden am 29. Mai 1830 angeſtellt. Er las: Philoſophiſche und literariſche Einleitung in das Studium der Kirchengeſchichte, Kirchengeſchichte je nach ihren einzelnen Perioden, Archäologie und Patrologie. Seine Schriften waren außer einigen Bändchen Predigten(1811): Geſchichte der chriſtlichen Religion und Kirche, 9 Bände, unvol⸗ lendet, Ravensburg 1824—1834. Lehrbuch der chriſtlich⸗kirch⸗ lichen Archäologie, Frankfurt 1832, und: Lehrbuch der Patrologie, Mainz 1836. Dazu kamen noch verſchiedene Aufſätze in den von ihm, Staudenmaier, Lüft und Kuhn herausgegebenen Gie⸗ ßener Jahrbüchern für Theologie und Philoſophie, 7 Bände oder 13 Hefte, Frankfurt und Mainz 1834— 1837. Am 30. Januar 1835 erhielt er eine Gehaltszulage von 200 Gulden und ſtarb am 26. Februar 1837.
2. Johann Joſeph Müller, Privatdocent zu Bonn und Dr. theol., wurde als ordentlicher Profeſſor der Theologie zu Gießen mit einem Gehalt von 1000 Gulden angeſtellt am 12. Juni 1830. Er las: Einleitung in das A. und N. T., ſowie Erklärung der Pſalmen und der ſynoptiſchen Evangelien. Außer ſeiner Diſſertation: Variae de victu Joannis Baptistae opi- niones examinatae, Bonn 1828 und ſeiner Antrittsrede: De vitiis archaeologiae biblicae atque emendatione, Gießen 1830, hat er nichts Größeres geſchrieben. Auf ſein Nachſuchen wurde er bereits am 30. April 1831 wieder entlaſſen, um einem Rufe nach Breslau zu folgen.
3. Franz Anton Staudenmaier, Repetent zu Tübingen, der Schüler, Freund und Geſinnungsgenoſſe Möhler's, wurde als ordentlicher Profeſſor der Theologie zu Gießen mit einem Gehalte von 1000 Gulden am 12. Auguſt 1830 angeſtellt und, wie ſchon erwähnt, am 27. November d. J. von der Gießener Facultät zum Dr. theol. promovirt. Er las: Einleitung in die geſammte


