Aufsatz 
Festspiel zur Einweihung des neuen Hauses der Viktoria-Schule und des Lehrerinnen-Seminars in Darmstadt / Dichtung von C. Keil, Musik von W. Petr
Entstehung
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Silber im Kupfer zurückbliebe, müßte ihnen die Erlaubnis gegeben werden, ſolches Kupfer nach Deutſchland zu bringen und dort nach Gutdünken in der für ſie vorteilhafteſten Weiſe zu behandeln. Das in dem Kupfer und dem Abfall ge⸗ bliebene Silber wollten ſie zu dem jeweiligen Preis als einen Teil ihrer Bezahlung annehmen, den Reſt wünſchten ſie monatlich oder wöchentlich in Bargeld. ¹)

Zu Anfang November desſelben Jahres ſchloß Eliſabeth mit Wolſtat und ſeinen Genoſſen Kaſpar Seeler, Chriſtoph Anſell, Hans Louver und Sebaſtian Spaidel(Spydel) einen Vertrag. Die Kompanie hatte ſich verbindlich gemacht, eine Bürgſchaft von£ 30 000 aufzubringen, wovon Greſham allein£ 4000 übernahm. ²)

Darauf begannen die Fremden im Tower unter Leitung von Seb. Spaidel das Raffinieren der Münzen. Im September 1561 hatten ſie ihre Arbeit ſo weit gefördert, daß Spaidel erklärte, in 23 Monaten könnten ſie das Kupfer nach Deutſchland bringen, um hier den Reſt des Silbers herauszuziehen. Zugleich zeigte er Greſham an, daß ſie während dieſer Zeit alle ihre Verpflichtungen an Geld und Bürgſchaften einlöſen würden, darunter auch die£ 4000 Greſhams, und bat, er möge dafür ſorgen, daß ſie am 20. oder 25. Oktober auf Wechſel in Antwerpen die Summe erheben könnten, die ihnen die Königin ſchulde. Könne dieſe nicht ganz ausgezahlt werden, ſo würden ſie genötigt ſein, den Rat zu bitten, die Schuld als eine Gegenleiſtung für das Silber und Kupfer zu nehmen, das ſie zu liefern hätten. Nach Greſham betrug die Summe, die die Königin Wolſtat für den 20. Nov. 1561 auszuzahlen hatte,£ 2146 13 s 4 d. ³)

Zu bemerken iſt, daß den Deutſchen nicht die Läuterung des geſamten ſchlechten Geldes übertragen wurde. Am 11. Dez. 1560 hatte Wincheſter von Eliſabeth den Befehl erhalten, 18 Cwt. der ſchlechten Münze an Peter Osborne abzuliefern, der ſich bereit erklärt hatte, die Läuterung desſelben zu einem billigeren Preis als die Deutſchen zu über nehmen. Im Januar 1561 meldeten Wincheſter, Sackvyle und Mildmay dem Staatsſekretär, neues Geld würde jetzt nach Wales geſchickt werden; die engliſchen Münzverfeinerer arbeiteten ebenſo gut als die Deutſchen und zu einem billigeren Preis.)

Deutſche in engliſchem Waffendienſt auf dem Feſtland trifft man in jener Zeit ebenſo häufig als im Dienſte anderer Länder. Schwieriger aber iſt der Nachweis deutſcher Söldner in England ſelbſt, und doch iſt es zweifellos, daß, wenn auch ſeltener, Deutſche auch in England als Söldner Verwendung fanden. Am 30. Juli 1548 berichtet John Brende dem Herzog von Somerſet von Berwick aus über die Vertreibung der Deutſchen aus dem franzöſiſchen Lager.) Es ſind offenbar dieſelben Deutſchen, von denen Lord Wharton am 24. Aug. von Carlisle aus berichtet, und von denen Brende am 14. Nov. wieder von Berwick aus dem Protektor Somerſet ſchreibt, der Reſt der Deutſchen ginge nach Haddington, er habe 1000 Deutſche und 1000 Engländer, aber die Koſten ſeien groß, denn viele Hauptleute, die während der Belagerung dienten, könnten nicht entfernt werden, wiewohl ſie nur wenig Mannſchaften hätten.*) Im Januar 1549 gab der Protektor Befehl, die Deutſchen von Borthie weg nach den nächſten Plätzen zu weiſen.) Um dieſelbe Zeit beſtand die Abſicht, die deutſche Truppenmacht in England noch zu vermehren. Am 20. Jan. 1548 hatte John Dymock den Befehl erhalten, den Herzog von Braunſchweig und Lüneburg, den Grafen von Oldenburg u. a. zu gewinnen, die Anwerbung weiterer Söldner unter Konrad Pfenyng zu geſtatten. Eduard bot dafür dem Herzog und dem Grafen Penſionen von je 1500 Kronen an. Den Sohn des erſteren, Otto von Lüneburg, hatte er bereits mit einer Penſion von 500 Kronen in ſeinen Hofdienſt genommen.) Auch Volrad, der Sohn des Grafen von Mansfeld, trat um dieſe Zeit in engliſchen Dienſt.*) Aber beide ſcheinen nicht ſonderlich von ihrer neuen Stellung erbaut geweſen zu ſein. Der alte Graf von Mansfeld war um ſein Söhnlein, das in England diente, ſehr beſorgt, ¹⁰) und der junge Volrad verließ

¹) Burgon I. 356 /57 Dan. VLSTAT AND Comp. an Gresham.

2) Das. 359; St. P. 1560/61, 384. N. 701.

³) Cal. of St. P. For. 1561 /62, S. 293 u. 300, Seb. Spaidel a. Gresh. 6. Sept., Gresh. a. Cecil 10. Sept. 1561.

4) Cal. of St. P. Dom. 1547 80 S. 164, 57; 170, 3.

5) Cal. of St. P. Scotland 1509 1609 S. 93, 88 Removal of the Almayns from the French camp.

6) Cal. of St. P. Dom. 1601 3, Addenda 1547 1565 S. 393, 17; 394, 18. He has 1000 Almains etc.

) Das. 395. They shall take the Almains from Borthie and elsewhere and appoint them to the nearest places. 8) Cal. of St. P. For. 154753 S. 27, 118.

9) Das. 26, 107/8.

1⁰) Das. 29, Dymock a. d. Protector 16. März 1549.

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